Die reichste Sekte der Welt

   
   





  
Die Universale Kirche
Die Universale Kirche vom Reich Gottes (Igreja Universal do Reino de Deus = IURD) wurde 1977 vom Lotteriemitarbeiter und "Pastor" Edir Macedo in Rio de Janeiro gegründet.  

Diesem Zweig der Neupfingstler sollen heute in gegen 200 Ländern mehr als 13 Millionen Gläubige angehören (IURD gibt keine Zahlen bekannt; zum Vergleich: 8 Mio. bei den finanzstarken Scientologen). In Europa wurden bereits über 100 Tempel gebaut und in Japan, wo viele Brasilianer leben, stehen deren zwei Dutzend.   Die Universalen Kirche vom Reiche Gottes deklarierte 1998 zum Jahr des Kathedralenbaus... und heute stehen in Brasilien mehr als 2000 Tempel. Der grösste wird zur Zeit in S.Paulo für über 200 Mio Dollar errichtet, als Nachbildung des Tempels Salomons, mit monumentalen Dimensionen in der Höhe von 18 Stockwerken und tonnenweise Steinquadern aus Jerusalem. Im Bild der Haupttempel von Rio de Janeiro, der 15'000
 Personen Platz bieten soll.
Der selbsternannte "Bischof" Macedo, Oberhaupt der Universalen Kirche vom Reich Gottes, sei der "geschäftstüchtigste Geistliche Brasiliens" (Zitat eines Taxifahrers), im Bild nebenan beim Auftritt in seinem 100'000er Stadion in Rio de Janeiro.  


Die brasilianische Justiz ermittelt seit 2007 gegen sein Finanzimperium wegen Geldwäscherei und andern Delikten (parallel dazu laufen Ermittlungen des Staatsanwaltes von New York). Als gemeinnützige Organisation müsste die IURD nämlich alle Einkünfte deklarieren. Das Finanzministerium berechnete ca. 1 Billion SFr. pro Jahr, abgezockt aus dem Zehnten ihrer Gläubigen.

 

Ein Wunder unserer Tage

Am 12. Oktober 1995, am Festtag U.L.F. von Aparecida, der Schutzpatronin Brasiliens, wetterte der brasilianische Sektenbischof Sérgio von Helder von der "Universalen Kirche des Reiches Gottes" wieder einmal gegen die Katholiken. Zu bester Sendezeit predigte er, diese würden die Muttergottes anbeten (der Unterschied zwischen anbeten und verehren ist im Wortschatz der Gegner nicht programmiert). Die Strafe folgte auf dem Fuss und die Jahre gingen ins Land. Die dramatische Geschichte und ihr Happy-End im Jahre 2009 ist im folgenden Artikel nachzulesen.
 
"Bischof" Sérgio von Helder am 12.10.1995 beim folgenschweren Fusstritt gegen die Statue U.L.F. von Aparecida anlässlich der Live-Übertragung im TV Rede-Record, einem der sekteneigenen 42 Fernsehsender in Brasilien (nebst 40 Radiostationen und auflagenstarken Zeitschriften usw.). Die Proteste der marientreuen Brasilianer blieben nicht aus. Zu Tausenden traten sie aus der Sekte aus.  

Ein Krimi mit Happy End

Als besagter Sekten-Bischof Helder die Muttergottesstatue traktierte und als scheussliche Puppe bezeichnete ahnte er nicht, dass er damit die grösste religiöse Polemik Brasiliens auslöste.

Er wurde angeklagt und verurteilt wegen verhetzender Diskriminierung und Verletzung religiöser Gefühle mit Worten und Gesten. Aber die eigentliche Strafe folgte auf dem Fuss:

Zunehmende Schmerzen und Qualen im linken Bein, welches die Statue misshandelte. Die besten Mediziner in Lateinamerika konnten ihm nicht helfen. Schliesslich suchte er 2009 Rettung in einer US- Spezialklinik. Nachts, wenn die Schmerzen jeweils anwuchsen, betreute ihn eine dunkelhäutige Krankenschwester und sprach ihm Mut zu. Schon bald konnte er wieder schmerzfrei gehen.

Zum Dank gab er ein Fest in der Klinik, um dem Ärzte- und Betreuerteam zu danken. Doch er sah die dunkelhäutige Krankenschwester nirgends. Zu seinem Erstaunen erklärte der Direktor, dass auf der Abteilung keine schwarze Pflegerin tätig sei. Da fiel es dem "Bischof" wie Schuppen von den Augen und er sank auf die Knie, dankte Gott und der Gottesmutter von Aparecida für dieses Gnadengeschenk. Er trat aus der Sekte aus und ist seither praktizierender Katholik.

Die Sekte wollte diese Schlappe nicht hinnehmen. In ihrem Medienimperium stellte sie die Story als frei erfunden und als Propaganda ihres TV-Konkurrenten Globo hin. Dieser Medienkrieg dauert bis heute an.

 

«Kirchen»-Inflation

Jesus Christus hat nur eine Wahrheit gelehrt, ein Evangelium hinterlassen, eine Kirche gegründet (Mt 16,18 + 18,17, 28,20, Eph 4f ). ER hat ihr vier untrügliche Kennzeichen mitgegeben:
1. Sie ist einzig 2. Sie ist heilig 3. Sie ist katholisch (= das Ganze umfassend, weltweit, allgemein) 4. Sie ist apostolisch. Das Wort Ecclesia (Kirche) findet sich oft in Evangelien und Apostelgeschichte (25mal), in den Paulusbriefen (65mal) und der Offenbarung (20mal). Seit dieser biblisch begründeten Tatsache hat ihr Gegenspieler nicht geruht, die Kirche, den Mystischen Leib Christi zu bekämpfen. Seine Hauptwaffe war die Spaltung, wozu er immer wieder idealistische oder machthungrige Menschen als willige Werkzeuge fand. Die Entwicklung des Protestantismus verlief analog aller Neuschöpfungen: parallel zur äusserlichen Ausbreitung begann die innere Zersetzung, die stets neue Splittergruppen hervorbrachte. Ihre bibelkritische Theologie zerstörte Glaubensgrundlagen und Missionseifer, so dass der Aderlass bei den Protestanten überdurchschnittlich ist. Man stellte fest, dass liberale Theologie in schrumpfenden Gemeinden vor immer leereren Bänken gepredigt wird. Derweil verzeichnen die Evangelikalen (inkl. Pfingstler und Charismatiker) Wachstumsraten von 5%. Da die Weltbevölkerung nur um 1.5% wächst, profitieren sie von Konversionen.

Die Statistik kannte vor 10 Jahren weltweit über 20'000 christliche Gemeinschaften oder "Freikirchen". Heute sollen sie 600 Millionen Gläubige umfassen, 100 Mio. allein in China. Im einst so katholischen Brasilien leben heute mehr Evangelikale und Freikirchler als in ganz Europa. z.O.: Evangelikale grenzen sich als besonders bibeltreu von den Evangelischen ab, deren liberale Theologie sie ablehnen. Evangelikale Christen können verschiedenen protestantischen Konfessionen angehören (reformiert, lutherisch, methodistisch, baptistisch, anglikanisch usw.).
 

Der gesetzlich nicht geschützte Begriff Kirche wird zum Zweck der Verschleierung und Irreführung missbräuchlich verwendet, wie dies z.B. bei »Scientology-Kirche«, »New-Age-Kirche«, »Satans-Kirche« oder der raffiniertesten, der 1977 gegründeten »Universalen Kirche« zu beobachten ist. Christliche Begriffe und verfremdete biblische Texte werden geschickt eingesetzt, um pseudo-christliches Gedankengut zu transportieren. Die Fülle "religiöser Bewegungen" hat seit dem offiziellen New Age-Start von 1975 beängstigend zugenommen.
 

Die Analyse der Welt könnte Resignation aufkommen lassen. Doch Nein: «Fürchtet euch nicht!», denn von den sieben Weltwundern sind alle zerfallen, das achte besteht immer noch, «und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden» (Mt 16,18).
 

  www.kath-zdw.ch back top