Hl. Vinzenz Pallotti
(1795-1850)
Gründer der Vereinigung des Katholischen Apostolates

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Hl. Vinzenz Pallotti
Ein Priester ruft die Laien
Film über Vinzenz Pallotti (1983)  45 Min.

 

Vinzenz Pallotti wurde in eine Zeit des Umbruchs hinein geboren, bislang scheinbar sichere Ordnung galt nicht mehr, Kirche und Kirchenstaat schwankten unter den Anfragen von Aufklärung und französicher Revolution, die Stadt Rom war ein Moloch, in dem der Großteil der Bevölkerung im Elend lebte. Als Kind wurde Vinzenz getragen vom tiefen Glauben seiner Eltern. Er konnte trotz seiner schwachen Gesundheit studieren. Bei aller äußerlichen und inneren Gebrechlichkeit wusste er sich getragen von der Gewissheit und der Erfahrung vom „Gott der unendlichen Liebe” und wurde 1818 zum Priester geweiht.

Vinzenz Pallotti war davon überzeugt war, dass alle Menschen von Gott eingeladen und beauftragt sind, seine Liebe zu bezeugen und damit Glauben zu verkünden. Dies vertrat er in seinen Schriften wie in seinem vielfältigen Einsatz. So weckte er in den Menschen das Bewusstsein ihrer Berufung.

Vinzenz Pallotti wurde Pfarrer an der heruntergekommenen Kirche S. Spirito dei Napoletani in Rom. Die fünf anderen Pfarrer der Gemeinde, deren Vorgesetzter er nun wurde, intrigierten gegen ihn und verleumdeten ihn, aber er duldete und siegte. Die Gemeinde wandelte sich zusehends und wurde zu einem geistig-spirituellen Mittelpunkt Roms. Bald sprach sich sein Charisma herum, er wurde zu einem gefragten Beichtvater und Prediger, rastlos unterwegs zu den Menschen, denen er als Liebeswerber Gottes entgegenkam. Allen die keine Hoffnung hatten, schenkte Padre Pallotti seine Zuwendung um ihnen zu zeigen, dass sie Gottes geliebte Kinder sind.

Er ging offenen Auges durch die Straßen Roms. Sein Blick war wach für das, was die Menschen brauchten: Arbeitsaufträge und Handwerkszeug für Arbeitslose, Lebensmittelhilfen für Bedürftige, Abendschulen für Jugendliche und Erwachsene, Heime und Bildung für Kinder, Rat und Begleitung für Kranke, Obdachlose, Gefangene, Soldaten, Priester, Ordensfrauen... Er motivierte Wohlhabende, ihre Mittel beizutragen, und gewann aus allen Schichten Freunde, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Im Jahr 1835 gründete er die Gemeinschaft der Pallottiner und im Jahr 1843 die der Palottinerinnen, deren besonderes Kennzeichen der Verkündigungsdienst der Laien ist.

Die Intensität seines Glaubens, die Glut seines Gebetes und die Erfahrung, dass Gott unendlich liebt, wurden zum Antrieb für sein Handeln. Was er mit seinem Gott erlebt, das drängt ihn zu den Menschen.

Am Ende seiner Kräfte starb er am 22 Januar 1850 an Lungenentzündung im Haus neben der Kirche San Salvatore in Onda in Rom, nachdem er einem Bettler seinen Mantel geschenkt und sich ohne Mantel im Beichtstuhl erkältet hatte. Sein Grab ist in einem gläsernen Sarg unter dem Hauptaltar der Kirche S. Salvatore in Onda.

Sarkophag Pallottis in der Kirche San Salvatore in Onda in Rom.


Vinzenz Pallotti ist wie eine Brücke zu Gott in das Leben und den Alltag der Menschen. Seine Aufgaben in der Stadt Rom stellen sich heute in der ganzen Welt.

 

Zitat des hl. Vinzenz Pallotti
“Wenn die Heiligen im Himmel nochmals auf die Erde zurückkehren könnten, würden sie, von Liebe entflammt, unermüdlich darauf bedacht sein, für die Ausbreitung des Glaubens in der ganzen Welt zu sorgen, in der Absicht, der ganzen Welt die unendliche Liebe Gottes zu den Seelen kundzutun. Denn viel mehr als jeder Erdenbewohner wissen die Heiligen, wie sehr der Vater, der Sohn und der Heilige Geist würdig sind, erkannt zu werden. Sind sie doch hingerissen, wenn sie sehen, mit welcher Herrlichkeit im Himmel jede, auch die kleinste Tat für die Verbreitung des Glaubens belohnt wird.”
 

Erst im 2. Vatikanischen Konzil wurde Padre Pallottis Ausweitung der apostolischen Aufgabe für jeden katholischen Christen wieder aufgenommen. Papst Johannes Paul II. ermunterte 1995 die sich neu gründende Gesamtgemeinschaft, das Charisma ihres Gründers wieder zu entdecken.

 

Selig- und Heiligsprechung
Papst Pius XII. sprach Vinzenz Palotti am 22. Januar 1950 selig. Die Heiligsprechung durch Johannes XXIII. erfolgte am 20. Januar 1963. Er erhob ihn gleichzeitig zum Patron des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Gedenktag: 22. Januar

 

Tagesgebet zum Gedenktag (Gotteslob Nr. 907):
Gott, du hast deiner Kirche im heiligen Vinzenz Pallotti einen Priester erweckt, der sich ganz dafür einsetzte, dass der Glaube und die Liebe in ihr lebendig sei. Lass uns nach seinem Vorbild deine Wahrheit vor den Menschen zum Leuchten bringen und allen in geschwisterlicher Liebe begegnen. Das gewähre uns durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

Zur Chronologie

1795 21. April. Vinzenz Pallotti in Rom geboren.
  22. April. Taufe in San Lorenzo in Damaso auf die Namen Vinzenz Alois Andreas.
1801 10. Juli. Firmung.
1801 Besuch der Volksschule (Scuola regionaria).
1804

Schule der Piaristen (San Pantaleo).

  Erste hl. Kommunion im Alter von etwa 10 Jahren.
1807 Vinzenz wählt Bernardino Fazzini zum ständigen Beichtvater.
1807–1813

Gymnasialstudien am Römischen Kolleg.

1811 Er empfängt die Tonsur und die Niederen Weihen.
1814–1818

Student der Philosophie und Theologie an der Sapienza-Universität

1816

Pallotti beginnt sein geistliches Tagebuch zu schreiben (später Lumi genannt).

1816

21. September. Subdiakonatsweihe.

1817 20. September. Diakonatsweihe.
1818 16. Mai. Priesterweihe (Lateranbasilika).
  17. Mai. Erstes hl. Messopfer (in Frascati).
  15. Juli. Doktorpromotion in Philosophie und Theologie.
1819–1829

Repetent (Professore supplente) an der Sapienza.

1819 Mitbegründer der Abendschule von San Nicola degli Incoronati.
1820 Aufenthalt in Camaldoli bei Frascati, ebenso 1822 und 1823.
1820 Beginn der Exerzitientätigkeit.
1827 19. Juli. Tod seiner Mutter Maddalena De Rossi.
1827–1840 Spiritual am Römischen Seminar.
1832 31. Dezember. Gnade der „Geistlichen Vermählung mit Maria“.
1832–1833 Pallotti verfaßt den „Maimonat für Ordensleute“, dem er je einen andern für Kleriker und für Laien folgen läßt.
1833 Seelsorge im Propagandakolleg. Engere Fühlung mit der Mission.
1834 Apostolischer Arbeitskreis für die Missionen und erster Gedanke des „Katholischen Apostolates“
1835 9. Januar. Entscheidende Erleuchtung über die Gründung eines universalen Apostolatswerkes.
  4. April. Gutheißung des Werkes durch Kardinalvikar Odescalchi.
  29. Mai. Gutheißung durch den Vicegerente Piatti.
  11. Juli. Gutheißung durch Papst Gregor XVI.
 

14. Juli. Erste Zusammenkunft der Mitglieder der Gesellschaft des Katholischen Apostolates in Santa Maria in Carinis.

  20. September. Pallotti wird Spiritual am Propagandakolleg.
1835

Anfang Dezember. Pallotti wird Rektor an der Kirche Spirito Santo dei Napoletani, die Sitz seines Werkes werden sollte (bis Anfang 1846).

1836 6. Januar. Die Gesellschaft begeht die erste Epiphaniefeier (in Spirito Santo dei Napoletani).
1836

Pallotti unterbreitet die Idee der Gesellschaft des Katholischen Apostolates den Kardinälen, Ordensobern, Theologen und Pfarrern von Rom und empfängt breite Zustimmung.

1837 6. Januar. Epiphaniefeier in San Carlo al Corso.
1837 Juni. Erste Gefährten Pallottis vereinigen sich im Rektoratshaus von Spirito Santo.
1837

Juli bis Oktober. Cholera in Rom. Selbstloser Einsatz Pallottis und der Gesellschaft des Kath. Apostolates.

  15. September. Tod seines Vaters Pietro Paolo Pallotti.
  Vinzenz zieht um ins Rektoratshaus von Spirito Santo.
1837 25. Dezember. Tod seines Beichtvaters Fazzini.
1838 6. Januar. Epiphaniefeier in San Carlo al Corso.
 

4. Juni. Das Fürsorgeheim „Pia Casa di Carità“ wird bezogen (Via Sant’Agata dei Goti).

 

30. Juli. Der Sekretär der Propaganda Fide, Msgr. Cadolini, überbringt die Nachricht von der bevorstehenden Auflösung der Gesellschaft. Pallotti erreicht bei Papst Gregor XVI., daß seine Gründung bestehen bleibt.

1839 10. Juli. Eine schwere Krankheit veranlaßt Vinzenz, sich zur Wiederherstellung der Gesundheit nach Camaldoli zu begeben.
  20. August. Niederschrift der Regel für die „Pia Casa di Carità“ beendet.
 

21. August. Pallotti beginnt sein Hauptwerk „Pia Società dell’Apostolato Cattolico“. Mitte September beginnt er die „Regeln der hl. Heime, Kollegien, Seminare und Klöster“ (Große Regel) zu schreiben.

  28. Oktober. Rückkehr von Camaldoli nach Rom.
 

12. Dezember. Die Oberin Elisabetta Cozzoli zieht mit zwei Erzieherinnen und 23 Mädchen von Sant’Agata um in den „Ritiro del Sacro Cuore di Gesù“.

1840

6. Januar. Epiphaniefeier in Spirito Santo.

 

Frühjahr. Bemühungen um ein Missionskolleg. Erste Anwärter wohnen bei der Heilig-Geist-Kirche.

 

30. Juli. Pallotti begibt sich nach Osimo und Cingoli.

 

Ende August. Erneut schwere Erkrankung. Krankensalbung. In Osimo Verfassung des geistlichen Testaments „Nella mia morte“.

1841

6. Januar. Epiphaniefeier in Sant’Andrea della Valle (auch in den folgenden Jahren).

1842

24. September. Kardinal Lambruschini verhindert, daß Pallotti als Rektor der Heilig-Geist-Kirche abgesetzt wird.

1843

Februar. Mit Vaccari, Auconi und Mogliazzi hält sich Pallotti zwei Wochen bei den Unbeschuhten Karmeliten in San Pancrazio auf und bespricht mit ihnen die Regel von 1839. Pallotti übernimmt die Seelsorge des Militärhospitals im Palazzo Cento Preti.

1844

14. August. Durch amtliches Schreiben des Staatssekretariats bestätigt Gregor XVI. für die Gesellschaft des Kath. Apostolates die Übertragung von Kirche und Haus von San Salvatore in Onda (gegenüber dem Cento-Preti-Palast gelegen).

 

Oktober. Melia, nach London entsandt, beginnt dort die Seelsorge unter den italienischen Emigranten.

  Ende Oktober. Die kranken Soldaten werden von Cento Preti in das Hospital Santo Spirito in Sassia (Flügel San Carlo) verlegt.
 

12. November. Pallotti wird auf Geheiß des Papstes mit der Betreuung der kranken Soldaten in Santo Spirito in Sassia beauftragt.

1845

Eintritt weiterer Mitglieder in die Kerngemeinschaft des Katholischen Apostolates: De Geslin, Ghirelli, Bandiera, Faà di Bruno, Gagliardi.

 

27. Februar. Formelle Übergabe von San Salvatore in Onda an die Gesellschaft des Kath. Apostolates.

  Renovierungsarbeiten.
1846

6. Januar. Epiphaniefeier in Sant’Andrea della Valle. Nach der Epiphanieoktav Einzug der Gefährten Pallottis in San Salvatore in Onda.

 

16. Februar. Vinzenz verläßt Spirito Santo dei Napoletani und gibt in Camaldoli Exerzitien.

 

25. Februar. Von Camaldoli zurückkehrend, geht er nach San Salvatore in Onda, das nun zum Sitz seines Werkes wird.

  1. Juni. Tod Gregors XVI.
  17. Juni. Wahl von Kardinal Mastai-Ferretti zum Papst: Pius IX.
  4. Oktober. Pallotti und Vaccari legen, der eine in die Hände des andern, die Weihe ab.
  Vor dem 13. Oktober. Pallotti zieht sich zurück in das Kloster San Francesco di Paola.
 

10. November. Er ruft Paul de Geslin zu sich und erklärt ihm: „Der Herr ließ mich verstehen, daß es in unserer Kongregation keine Gelübde geben soll. Und es wird auch nie Gelübde geben.“

 

11. November. Er schreibt an Melia nach London: „Unsere Kongregation, die den inneren zentralen und bewegenden Teil der ganzen Gesellschaft bildet… soll Kongregation der Priester und mitarbeitenden Brüder der Gesellschaft des Kath. Apostolates genannt werden.“

1846 8. Dezember. Faà di Bruno reist nach London ab.
1847

13. Januar. Am letzten Tag der Epiphaniefeier predigt Papst Pius IX. in Sant’Andrea della Valle.

  Zwischen dem 25. Mai und 1. Juli. Pallotti schreibt die Dreiunddreißig Punkte.
 

1. Juli. Pius IX. gewährt die geistliche Gütergemeinschaft mit den Orden, Kongregationen und religiösen Vereinigungen, die zu diesem Zeitpunkt bestehen.

  24. Juli. Pallotti schreibt sein Testament.
 

19. November. Pius IX. bestätigt für immer die Überlassung von San Salvatore in Onda (Breve „Cum in agro“).

1848 7. März. Pallotti nimmt die Versprechen von Melia, de Geslin und Orlandi entgegen.
 

April. Er hält eine Mission in Sermoneta (zusammen mit Melia und Bandiera).

 

18. Juni. Er erhält von Pius IX. das Reskript für die Errichtung der Kirche des hl. Petrus in London.

 

15. November. Ermordung des Ministers Pellegrino Rossi.

 

24. November. Flucht Pius’ IX. aus Rom. Revolution.

1849 Wegen der Römischen Revolution keine Epiphaniefeier.
 

23. Januar. Pallotti und seine Gefährten werden aus dem Militärhospital Santo Spirito in Sassia vertrieben.

  9. Februar. Ausrufung der Römischen Republik.
 

26. Februar bis 14. Juli. Pallotti hält sich im Irischen Kolleg verborgen. Dort schreibt er das Betrachtungsbuch „Gott die unendliche Liebe“.

 

Mai. Bei der Durchsuchung des Kollegs bleibt Pallotti wie durch ein Wunder den Häschern verborgen.

 

3. Juli. Das französische Expeditionskorps unter General Oudinot rückt in Rom ein.

  14. Juli. Pallotti kehrt aus dem Irischen Kolleg nach San Salvatore zurück.
  25. November bis 1. Dezember. Er macht seine letzten Exerzitien.
1850 6. Januar. Bei der Epiphaniefeier eröffnet er die Reihe der italienischen Predigten.
  13. Januar. Zum letzten Mal predigt er in Sant’Andrea della Valle. Anschließend sagt er zu seinen Gefährten: „Nächstes Jahr werdet ihr sie halten.“
  16. Januar. Pallotti feiert zum letzten Mal die hl. Messe. Er erkrankt an einer schweren Rippenfellentzündung.
  17. Januar: Er empfängt das Sakrament der Krankensalbung und die Wegzehrung.
 

21. Januar. Er sagt zu Vaccari: „Die Kongregation wird von Gott gesegnet sein und wird gedeihen. Das sage ich nicht, weil ich Vertrauen, sondern weil ich Sicherheit habe.“

 

22. Januar. Vinzenz Pallotti stirbt in den Abendstunden.

   
1950 22. Januar. Seligsprechung Pallottis durch Pius XII.
1963

20. Januar. Heiligsprechung Pallottis durch Johannes XXIII. während des 2. Vatikanischen Konzils.

 

50 Jahre Heiligsprechung Vinzenz Pallottis (1963-2013):
Festvortrag "heute heilig" von P. Edward 

 

Veröffentlicht am 06.02.2013
Abgerundet wurde die Festveranstaltung zum 50. Jahrestag der Heiligsprechung Vinzenz Pallottis unterhalb der Marienkirche in Limburg (26. Januar 2013) durch den Impuls-Vortrag "heute heilig" von Pallottinerpater und Professor, Edward Fröhling, der ein flammendes Plädoyer darauf hielt, das Jubiläumsmotto ernst zu nehmen.

 

Vinzenz Pallotti: Ausgewählte Schriften
www.pthv.de/fileadmin/user_upload/PDF_Theo/Pallotti-Institut/Bayer-Zweifel.pdf

 

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