Hl. Ignatius von Loyola  1491-1556      

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  Zitate vom hl. Ignatius von Loyola
  Wer war Ignatius von Loyola?
Hl. Ignatius von Loyola Wer ist Ignatius von Loyola?

"Der Trompeter" Jesu Christi

Welcher Heilige hat eine solch bewegte Biographie? Vom Ritter und Soldat zum bedeutenden Ordensgründer (Gesellschaft Jesu = Jesuiten) und Mystiker, ein Beispiel dafür, dass sich Beschaulichkeit und Tatendrang, Innerlichkeit und Organisationstalent nicht ausschliessen. Er war der erste Ordensstifter, der das traditionelle Chorgebet u.a. aufgab, um ganz dem Apostolat dienen zu können. Als er in der Namen--Jesu-Kirche (Al Gesu) begraben wurde, zählte der Orden mit dem 4. Gelübde (Papsttreue) bereits 1000 Mitglieder und über 100 Niederlassungen.

Von Jesus gerufen...

Nach einer üblen Verwundung (Schlacht um Pamplona) lag Ignatius monatelang zwischen Tod und Leben auf dem väterlichen Schloss. Eines nachts erschien ihm U. L. Frau mit dem Jesuskind. Er schildert die Vision:

Vor der Madonna della strada in der Stammkirche Al Gesu in Rom kniete der Hl. Ignatius als glühender Marienverehrer oft und Tausende seiner geistlichen Söhne. Inspiriert vom Gnadenbild zogen sie als opfermutige Kinder der Frohbotschaft Jesu Christi und als Verehrer seiner Hlst. Mutter in die Heidenländer (*Hl. Franz Xaver).

"...ich empfand grossen Trost, aber auch eine solche Abscheu vor meinem vergangenen Leben voller Sünden des Fleisches..."

Das Jesuskind hatte in ihm eine Auseinander­setzung mit seinem grössern Ich ausgelöst. Ms Krüppel (eine Kanonenkugel hatte ein Bein durchschossen) zog er zum Heiligtum der Basken, Aranzazu, und gelobte seiner himmlischen Herrin ewige Keuschheit. Nach einer Nachtwache vor der Schwarzen Madonna v. Montserrat legte er eine Generalbeichte ab, schenkte seine Kleider einem Bettler und be­gann ein Eremitenleben voller Entbehrungen bei Manresa. (nördlich Barcelona)
 
Vor  dieser  Felswand bei Manresa hatte Ignatius 1522 eine Vision, die ihm mehr Erkenntnis und Verständnis über Glauben und Leben eröffnete als sonst ein ganzes Menschenleben. Sein Geist blieb wie  er-leuchtet. Er begann seine "Geistlichen Übungen niederzuschreiben, heute noch Grundlage der Ignatianischen Exerzitien.

 

 
In Paris studierte er und gründete am 15.8. 1534 in der Montmartre-Kapelle mit sechs Gleich-gesinnten eine Gemein­schaft. 1537 werden sie in Venedig zu Priestern geweiht. Im November wird Ignatius vor Rom im Kirchlein La Storta, mit einer weitern Gnade beschenkt: Er hat eine Vision der Hlst. Drei-faltigkeit, die ihn in ihren Dienst nimmt.

...von der Hist. Dreifaltigkeit umfangen.

In seinen Geistlichen Übungen ist immer wieder die Rede vom "Rufe des Königs". Jeder ist aufgefordert, "Christus, unsern Herrn, den ewigen König, zu schauen..." Zur ignatianischen Offenheit (=Indifferenz) stösst vor, wer das "Gleichwertige" von Krankheit-Gesundheit, Armut-Reichtum, Ehre­Ungeachtetsein.-

Am 19.2. 1544 notiert Ignatius: "...auch viele Einsichten oder geistliche Erinnerungen von der Hlst. Dreifaltigkeit. Ich wurde ruhig und in solchem Mass voll Jubel, so dass ich die Hände vor die Brust pressen musste wegen der innigen Liebe, die ich zur Hlst. Dreifaltigkeit verspürte... Als ich zur HI. Messe ging... wurde mein Verstand von ihnen so sehr erleuchtet, dass mir schien, selbst durch ein tüchtiges Studium würde ich nicht soviel Wissen erlangen können." Ignatius sucht den dreifaltigen GOTT, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat und der sich uns ganz verschenkt, in allen Dingen. Bevor wir Ihn dort finden, hat Er uns in Seiner Liebe schon gesucht, denn Er macht immer den ersten Schritt; der zweite läge dann bei uns.

 

"Seelen retten" war sein höchstes
Ziel in einer Zeit des religiösen Nieder‑
gangs. Dazu formierte er die "innere
Mission" mit Predigt, Katechese, Strassen‑
apostolat, Waisen- und Krankenpflege, Kampf gegen Prostitution, Erziehung, Schulen u.a. Er war gegen Anwendung von Gewalt
(ein Jesuit dürfe in kein Inquisitionsgericht). Man gehorchte ihm aus Liebe, seine ansteckende Ganzhingabe entsprang seinem Gebet
 

Nimm hin, Herr,
und empfange meine ganze Freiheit,
mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen ganzen Willen;
gib mir die Gnade und Liebe,
das ist mir genug."

 

Die Hand der Ignatiusstatue in Loyola zeigt auf seinen Wahrspruch
Ad maiorem Dei gloriam
Alles zur grösseren Ehre GOTTES.

In seinem Exerzitienbüchlein legt er grössten Wert auf die Betrachtung von der Menschwerdung, Geburt und Kindheit Jesu: "...schauen und erwägen, dass der Herr in grösster Armut geboren wird und am Ende am Kreuze stirbt, und das alles für mich."

1622 wurde der 'Trompeter" Jesu Christi heiliggesprochen. Seine Gesellschaft Jesu (Si) wurde zu allen Zeiten misstrauisch beobachtet. Doch die Jesuiten liessen sich in der Verfolgung nie von ihrem Ziel abbringen, die Wahrheit Christi zu verkünden: In Übersee denen, die sie noch nie gehört, in der Heimat jenen, die sie wieder vergessen hatten. Was Jesuiten auf allen Kontinenten erduldet and gelitten haben, füllt Bibliotheken.

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Zitate von Ignatius von Loyola 

Zweifel und zergeisternde schlechte Gedanken sind der Fehler des Menschen am heiligen Willen und der erste Schritt des bösen Gewissens.

 

Der Mensch, der es unternimmt, andere zu bessern, verschwendet seine Zeit, wenn er nicht bei sich selbst beginnt.

 

Niemals ein gutes Werk verschieben, weil es unbedeutend sei, im Gedanken, zu gelegener Zeit größere Werke zu tun.

 

Reserviere eine bestimmte Zeit für dich selbst und halte dich ruhigen Gemüts in Erfolg und Mißerfolg, frei von Unruhe und Verwirrung, sowohl bei frohen als bei traurigen Anlässen.

 

Eine einzige Sünde verhütet zu haben, ist hinreichender Lohn für alle Mühen und Sorgen des Lebens.

 

Die meisten Menschen ahnen nicht, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich ihm nur zur Verfügung stellen würden.

 

Wer alles auf den Dienst Gottes richtet, für den ist alles Gebet.

 

Möge die höchste Güte Gottes allen Gnade verleihen, damit sie seinen heiligsten Willen immer recht erkennen und ganz erfüllen.

 

Nicht das Vielwissen sättigt die Seele und gibt ihr Befriedigung, sondern das innere Schauen und Verkosten der Dinge.

 

Das Gewicht der Seele - das ist die Liebe.

 

Wir müssen alles tun, was wir können, aber am Ende steht das Vertrauen auf Gott.

 

Geistige Bewegungen können nur mit geistigen Mitteln aufgehalten werden.

 

Hilf mir, Herr, daß ich dich besser erkenne und mehr liebe, damit ich dir entschiedener folge.

 

Nur eines müssen wir wünschen: was uns mehr zum letzten Ziel fördert.

 

Je freigebiger du gegen Gott bist, um so freigebiger wirst du ihn gegen dich erfahren.

 

Vertraue so auf Gott, als ob der Erfolg der Dinge ganz von dir, nicht von Gott abhinge; wende dennoch dabei alle Mühe so an, als ob du nichts, Gott allein alles tun werde.

 

Denn die Erfahrung zeigt, daß die Zufriedenheit, die man in diesem Leben haben kann, sich nicht bei den Schlaffen findet, sondern bei denen, die voll Eifer im Dienst Gottes sind.

 

Die gegenseitige Hilfe, um sich rascher des Lichts und der ewigen Seligkeit zu erfreuen, ist der wahre Erweis von Liebe.

 

Die Seele, die im geistlichen Leben Nutzen ziehen will, muß immer in entgegengesetzter Weise vorangehen, als der Feind vorangeht.

 

Die Freundschaft mit Armen macht zu Freunden des ewigen Königs.

 

Die Sünde ist das Gefängnis, in dem wir alle geboren sind.

 

Wer Seelenfrieden sucht, kann ihn nicht finden, solange er den Grund des Unfriedens in sich selbst hat.

 

Man soll nie etwas Gutes, sei es noch so klein, aufschieben in der Hoffnung, in der Zukunft Größeres tun zu können.

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Wer war Ignatius von Loyola?

Historiker nennen uns Daten und Fakten seines Lebens: 1491 wird Iñigo López de Oñaz y Loyola auf Schloss Loyola in Azeiptia/Baskenland als jüngstes von dreizehn Kindern geboren. 1517 steht er als "Ritter" im Dienste des Königs von Navarra. Am Pfingstmontag des Jahres 1521 wird er bei der Verteidigung von Pamplona verwundet. Es folgen Monate der Genesung auf Schloss Loyola. Schon 1522 plant er eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Zunächst aber pilgert er zum Kloster Montserrat bei Barcelona. Er lebt dann in Manresa. Erst 1523 erreicht er über Rom und Venedig das Ziel: Jerusalem, wo er aber nicht bleiben kann. Daher beginnt er 1524 in Barcelona das Lateinstudium, um "den Seelen zu helfen". 1526 - 1527 studiert Ignatius Philosophie in Alcalá de Henares und Salamanca.

In dieser Zeit wird er von der "Heiligen Inquisition" überprüft, weil er Menschen "Geistliche Übungen" gibt, ohne genügend studiert zu haben. Ab 1528 setzt er im Sankt-Barbara-Kolleg der Sorbonne in Paris seine Studien fort und schart die ersten Gefährten um sich: Peter Faber, Franz-Xaver, Simon Rodriguez, Laínez, Salmerón und Bobadilla. Diesen ersten Gefährten gibt er dreißigtägige Exerzitien. 1534 erwirbt er als "Ignatius de Loyola" den Magistergrad in Philosophie.

Am 15. August 1534 legen diese Gefährten zusammen mit Ignatius in der Kirche am Montmartre erste Gelübde ab: Armut, Keuschheit und nach Jerusalem zu reisen, um die "Ungläubigen" zu bekehren. Falls diese Reise nicht möglich sein sollte, wollen sie nach Rom gehen und den "Vicarius Christi" um ihre Sendung bitten. Am 24. Juni 1537 wird Ignatius in Venedig zum Priester geweiht. Die Reise nach Jerusalem kann wegen Kriegsgefahr nicht stattfinden und so macht sich Ignatius zusammen mit Faber und Laínez auf den Weg nach Rom. Ab 1538 arbeiten die "reformierten Priester" in Rom und bieten Papst Paul III. - entsprechend dem Gelübde vom Montmartre - ihre Dienste an.

1539 beginnen die "Beratungen der ersten Gefährten" über die Gründung des Ordens und am 27. September 1540 wird durch die Bulle Papst Paul III. "Regimini militantis Ecclesiae" die Gesellschaft Jesu bestätigt. Ignatius und seine ersten Gefährten erhalten die ersten Sendungen: Simon Rodriguez und Franz-Xaver gehen nach Indien, Peter Faber reist ins reformatorische Deutschland. Ignatius arbeitet mit den verbliebenen und neuen Gefährten an den Ordenssatzungen. 1548 approbiert Paul III. die "Exercitia Spiritualia", die "Geistlichen Übungen" des Ignatius.

Ignatius steht mit seinen Mitbrüdern, Königen, Fürsten, Männern und Frauen in Briefwechsel. Über siebentausend Briefe aus dieser Zeit sind erhalten. 1550 wird das "Römische Kolleg", aus dem die Gregoriana hervorging, und 1552 das "Collegium Germanicum" gegründet. Am frühen Morgen des 31. Juli 1556 stirbt Ignatius von Loyola in Rom. Der irdische Weg des Pilgers ist vollendet.

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Wer ist Ignatius von Loyola?

Geistliche Lehrer führen uns über Daten und Fakten hinaus in geistliche Dimensionen seines Lebens ein. Ignatius strebte danach, das "Ideal des Ritters" zu verwirklichen. Dazu zählte auch die Minne. Seine Verletzung in Pamplona und das anschließende Krankenlager schenken ihm neue Erfahrungen: er lernt aus der geistlichen Literatur seiner Zeit das "Leben Christi" des Kartäusers Ludolph von Sachsen kennen. Er wird mit den heiligen Ordensgründern Franz von Assisi und Dominikus vertraut. Der Weg des "Pilgers" - so wird Ignatius sich in seiner Autobiographie später nennen - ist der Weg der Umkehr.

Das weltliche Ideal des Ritters wandelt sich zum Ideal des geistlichen Ritters: in der Muttergottes vom Montserrat findet er "seine Dame". Und die geistlichen Erfahrungen des Ignatius in Manresa nehmen in den "Geistlichen Übungen" Gestalt an, die 1548 die kirchliche Anerkennung finden werden. Ignatius will als "Pilger" dem kreuztragenden Jesus folgen.

Er bittet Maria um ihre Vermittlung. Immer wieder lässt er in seinen "Geistlichen Übungen" den Exerzitanten Zwiegespräche führen: "Zum Schluss ist ein Zwiegespräch zu halten: Überlegen, was ich den drei göttlichen Personen oder dem menschgewordenen Ewigen Wort oder Unserer Mutter und Herrin sagen soll; entsprechend dem, was jeder in sich spürt, bitten darum, je mehr Unserem Herrn, der soeben Mensch geworden ist, nachzufolgen und ihn nachzuahmen." [EB 109]

Und dabei erfährt Ignatius, dass seine Umkehr nicht ausschließlich eine Sache des Kopfes, des Verstandes ist. Der ganze Mensch, mit allen seinen Sinnen ist zur Begegnung mit Gott, seinem Schöpfer und Herrn, gerufen. So fordert er immer wieder auf, der Exerzitant möge schmecken, riechen, fühlen, hören, sehen, was Gott hier und heute von ihm will.

Der äußere Weg des Pilgers führt ihn und seine ersten Gefährten nicht mehr nach Jerusalem, sondern nach Rom. Und wenige Kilometer vor Rom, in La Storta, wird dem Pilger als geistliche Gnade eine Vision geschenkt, als Antwort auf seine dreifachen Zwiegespräche. Seine Bitten, so sagt Ignatius, trug er immer "Unserer Lieben Frau vor und durch sie ihrem Sohn, auf das der Ewige Vater dem Bittenden durch ihre Fürsprache Erfüllung gewähre".

In der Überlieferung der Vision von La Storta lesen wir dann: "Ignatius habe es geschienen, als ob er Christus mit dem Kreuz auf der Schulter sehe und daneben den Ewigen Vater, der zu Ihm, Christus spricht: 'Ich will, dass du diesen zu deinem Diener nimmst.' Und so nahm Jesus den Ignatius an und sprach: 'Ich will, dass du uns dienst.' Und infolgedessen fasste Ignatius eine so große Andacht zum Namen Jesu und wollte, dass die Gemeinschaft 'Gesellschaft Jesu' genannt werde."

 

 

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