Hl. Luitgard von Wittichen  (1291-1348)

Die Heilige des Mutterschosses

Retour Heilige

   
   





  
Gottes Vorsehung wird selten in der Gegenwart einsichtig. Oft legt Er den Samen, der erst Jahrhunderte danach in seiner klaren Bedeutung erblüht. So wie die göttlich inspirierten Schriften der
HI. Hildegard erst in unserer Zeit erkannt werden und ihre Bestimmung haben, so erwählte Gott die Bauerstocher Luitgard als Prophetin für unsere Zeit. Die Botschaft von damals erhält im Zeitalter des Massenmordes im Mutterschoss eine aufrüttelnde Aktualität: Die Hl. Luitgard ist die Prophetin der Ungeborenen.

 

Das Lebensjahr im Mutterschoss

Die Berufung zur Heiligkeit wird im Mutterschoss grundgelegt. Viele Heiligenbiographien beweisen das. Oft geht die Frömmigkeit der Eltern auf das Kind über. Die mystischen Erlebnisse, welche die Mutter Luitgards während der Schwangerschaft hatte, färbten auf die Tochter ab. Bei Luitgard zeigte sich die Frömmigkeit schon im frühkindlichen Alter, gleich wie bei Bruder Klaus oder Franz von Sales.

Das 34. Lebensjahr Jesus

Gott erwählte Luitgard dazu, seine Menschwerdung im Mutterschoss als wesentlichen Bestandteil seines Lebens den Christen zu verkünden. Die ganze Christenheit weiss: Jesus wurde 33 Jahre alt. Dies geht aus der Bibel hervor. Nur Gott und Luitgard wussten es anders: es waren 34 Jahre: das Jahr im Mutterschoss eingeschlossen. Wegen dieser 34 Lebensjahre des Herrn litt sie, dafür lebte sie, dafür gründete sie mit Nichts ihr Kloster (damals waren Klostergründungen dem Adel vorbehalten).

 

Luitgard von Wittichen:
Nonne, Gründerin, Mystikerin aus dem 3. Orden des HI. Franziskus, geboren im schwarzwäldischen Schenkenzell, gestorben in Wittichen (Baden-Würtemberg). Luitgard lebte seit 12jährig ohne Gelübde im Kloster im badischen Oberwolfach. Um das Jahr 1323 gründete sie in der Nähe, in dem Ort Wittichen, ein Terziarinnenkloster vom HI. Franz, das sie in der Folge leitete. Die Mystikerin, war von grosser Liebe und Verehrung für Leben und Leiden Christi erfüllt.

Von den ersten Tagen ihrer Klostergründung an war es Luitgard gewohnt verspottet und missverstanden zu werden. Die «Luitgard der Ungeborenen» beachtete man früher nicht. Eindruck machten nur das Gehirnwunder (Bildlegende rechts unten), die persönliche Heiligkeit Luitgards und ihre franziskanischen Bettelfahrten für ihr Kloster.

Noch im 17. Jh. war im Kloster Wittichen eine Tradition aus den Tagen der Gründerin lebendig, wonach für jedes Lebensjahr Jesu 1000 Vaterunser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater gebetet wurden, d.h. 34'000. Dies nannte man den Himmlischen Hof Es sollte so sein, dass im Himmel für jedes Tausend ein Heiliger oder eine himmlische Kraft auf­gerufen würde. Die 34 zusammen ergaben eine Gemeinschaft, die etwa dem Hofstaat eines Fürstenhofes entsprach, und die sich um die Angelegenheiten des Beters zu kümmern hätte. Man belächle nicht die vielen Gebete! Es gibt im Leben jedes Menschen eine Stufe, wo er sich selbst ausbeten muss, um vorwärts zukommen.

Durch Tausende von Ave Maria und Vaterunser soll es den Betern möglich sein, den Fluch abzuwenden und den Segen des Himmels zu erringen. Luitgard kündet uns die Morgenröte einer neuen christlichen Zeit an, und ihr Name ist uns Banner, unter dem sich alle Christen guten Willens sammeln, denen das Leben wirklich heilig ist. Wer passt die luitgardische Andachtsübung des Himmlischen Hofes unseren Zeitbedürfnissen an?

 

Kloster Wittichen: nur Kirche und Abteigebäude sind vom Kloster übriggeblieben, das dank Vermittlung von Königin Agnes mit päpstlicher Erlaubnis gebaut werden durfte und in das die Schwestern unter Luitgards Führung einziehen (links).

 

Grabstätte der Mystikerin Luitgard in Wittichen. Mit feinem Instinkt hat das Volk nach dem ihrem Tod gerade dann zu ihr seine Zuflucht genommen, wenn das Leben im Mutterschoss in Gefahr war. 1629 wurde ihr Grab geöffnet. Ihr Gehirn war noch frisch erhalten. Zahllose Gebetserhörungen und Wunder begründeten die Wallfahrt an ihr Grab. Ein neuer Treffpunkt für Lebensrechtsbewegungen?

 

Der herodianische Massenmord von heute
Wir wissen inzwischen, dass unser Leben, unser Dasein in dieser Welt, schon im Schosse der Mutter vorgeprägt und vorbestimmt wird. Unser Erbe besteht nicht nur in den Chromosomen. Diese legen nur unsere Menschengestalt fest. Aber was für ein Mensch hervorgeht, das hängt weitgehend vom Muttererlebnis der Schwangerschaft ab. Hildegard von Bingen misst der gegenseitigen Liebe der Ehegatten im Augenblick der Zeugung tragende Bedeutung für das künftige Lebewesen zu.

Das Glücklichwerden, die Harmonie des künftigen Menschen mit sich selbst, hängt davon ab.—Nach dem Tod Luitgards hat man der Zahl 34 verschiedene Betrachtungsgeheimnisse des Leidens Christi unterlegt. Das 1. Lebensjahr im Schosse Mariens verblasste, weil das Abtreibungsproblem noch nicht gegeben war. Man sprach vom Kindersegen. Die werdende Mutter war gesegneten Leibes. Es galt als grosses Verbrechen, die Leibesfrucht zu töten. Man darf in den Werkplan und in die Werkstatt GOTTES, welche der Mutterschoss ist, grundsätzlich nicht eingreifen. Das war früher selbstverständlich.

Der Fluch unserer Tage, das Gegenteil zu lehren, ist eine Herausforderung an den Himmel und wird die richtige Antwort erhalten. Spätere Generationen werden darüber gleich urteilen wie über die Juden- und Krankenmorde der Hitlerzeit.

 
  www.kath-zdw.ch back top