Subdomain www.kath.eu.tf

Bischofswort

von Bischof Robert William Finn

   
   




 

  

 

Selig, die reinen Herzens sind

 

Hirtenbrief „Blessed Are The Pure In Heart“

über die Würde des Menschen
und die Gefahren der Pornografie

von Bischof Robert William Finn (* 1953),
Diözese von Kansas City - St. Joseph, Missouri, USA,
vom 21. Februar 2007

Quelle: www. diocese-kcsj.org/Bishop-Finn/pastoral-07.htm. Übersetzung: FMG

Seit der faktischen gesetzlichen Freigabe der Pornografie in Deutschland vor über 30 Jahren ist die Flut der Pornografie – der aufreizenden Darstellung des Sexuellen in Wort und Bild, häufig um des finanziellen Gewinns willen – unheimlich angeschwollen, nicht zuletzt auch durch die neuen elektronischen Medien einschließlich des Internets. Wenn uns nicht die Erinnerung trügt, hat sich aber seither kaum mehr eine kirchliche Stimme bei uns erhoben, die die erschreckenden Ausmaße und schlimmen Folgen für den Einzelnen, für die Familie und die Gesellschaft beleuchtet hätte.

Der US-amerikanische Bischof Robert W. Finn, seit zwei Jahren Oberhirte der Diözese Kansas City – St. Joseph, zeigt in seinem umfangreichen Hirtenwort nicht nur die Gefahren auf, er bietet auch – aus der Mitte des katholischen Glaubens und der Seelsorgeerfahrung – praktische Ratschläge und Hilfen an. Bischof Finn scheut sich auch nicht, z. B. die Hilfe der Heiligen zu erwähnen.

Dies alles hat auch bei uns Gültigkeit, denn die Situation mit Pornografie in den Zeitschriften und mehr noch in den elektronischen Medien ist im deutschen Sprachraum keineswegs besser als in den Vereinigten Staaten, und die Internet-Pornografie kennt ja ohnehin keine Ländergrenzen.

Der Hirtenbrief, der offenbar seit Monaten in der Diözese vorbereitet wurde und in die ganze Breite der gläubigen Bevölkerung hinein zum Handeln aufruft, ist keine trocken-soziologisch aufbereitete Darlegung, sondern – trotz oder gerade wegen seiner Länge – leicht zu lesen, aufrüttelnd, aber auch sehr ermutigend. Es wird deutlich gesagt, wie wichtig es ist, alle Gelegenheiten zur Sünde zu meiden, es wird die schwere Sünde klar benannt, wird Schamhaftigkeit und Keuschheit beleuchtet, wird der häufige Empfang des Bußsakramentes empfohlen - und nicht in moralisierender Weise, sondern in der wiederholt überzeugend dargestellten Ausrichtung: Keuschheit heißt, so zu lieben, wie GOTT liebt!

Übrigens: Bischof Finn hatte im Februar auch den 1. Fastensonntag zum „Sonntag der Reinheit des Herzens“ („Purity of Heart Awareness Sunday“) erklärt!

 

»EINFÜHRUNG

 

An die Geistlichen, Ordensleute und Gläubigen der Diözese St. Joseph von Kansas-City und an alle Menschen guten Willens:

 

„Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden GOTT schauen“
(Mt 5,8)

Ein Weg der Jüngerschaft

In den Seligpreisungen bietet uns CHRISTUS ein perfektes Modell für ein wahres christliches Leben. Mehr noch als die Zehn Gebote selber sind sie eine Urkunde für die hohe moralische Berufung, die CHRISTUS Seinen Jüngern gibt.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden GOTT schauen. Diese eine Zeile der Seligpreisungen bietet einen großartigen Anfangspunkt zu unserer Betrachtung. Sie spricht zu uns über GOTT, über uns selbst und über unser endgültiges Ziel. Ein reines Herz ist „selig“ oder „glücklich“. GOTT zu schauen und für immer bei Ihm im Himmel zu sein, ist GOTTES Plan für unser ewiges Wohlergehen. Das Alte Testament lehrt, dass diese Reinheit erforderlich ist, wenn wir uns GOTT nähern wollen. „Wer darf hinaufziehen zum Berg des HERRN, wer darf stehen an Seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört" (Ps 24, 3-4).

Reinen Herzens zu sein bedeutet, dass unsere Liebe vollkom­men auf das Wohl der anderen Person gerichtet ist. Wir sind ungeteilten Herzens und in unserer Liebe nicht gespalten. Isra­els erstes und wichtigstes Gebot ist, GOTT zu lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft (Dtn 6, 4-5). Und JESUS fügt eindeutig hinzu, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst (Mk 12, 29-31). Diese reine Liebe - so fordernd sie auch sein mag - ist das hohe Ziel, zu dem wir als Kinder des VATERS berufen sind. Ist es möglich, eine solche Liebe zu verwirklichen? Ja. Es ist möglich, weil GOTT uns zuerst geliebt hat (1 Joh 4,10). Als Jünger JESU CHRISTI sind wir zu einem Glück berufen, das aus einem reinen, ungeteilten Herzen kommt.

 

Pornografie: Eine Epidemie, die die Menschenwürde angreift

Tag für Tag wird diese reine christliche Liebe herausgefordert. Einige Monate lang arbeiteten Vertreter unserer katholischen Diözese mit Führern anderer Glaubenstraditionen zusammen, um sich mit der ernsten Gefahr auseinanderzusetzen, die vom stetigen Anstieg der Pornografie in unserer Kultur kommt. Pornografie ist nichts Neues, aber sie ist in unserer Gesellschaft zu einer echten Plage geworden und hat inzwischen epidemieartige Ausmaße angenommen. Sie wird weitreichender propagiert als je zuvor. Über Magazine hinaus ist Pornografie weit verbreitet in Internet, Fernsehen, Kino und Videos und jetzt sogar auf Mobiltelefonen und auf anderen tragbaren Geräten, von denen viele auch Kindern und Jugendlichen zum Kauf angeboten wer­den. Pornografie ist insgeheim zu einer Unterhaltung von Menschen aller Altersstufen, Lebensläufe und sozialen Schichten geworden. Pornografie im Internet ist vielleicht zur schnellsten anwachsenden Sucht in der Welt geworden.

Pornografie pervertiert die Schönheit inniger Liebe, wie sie ihren Ort in der Ehe hat, indem sie Bilder des Körpers und von Geschlechtsakten für niedriges Vergnügen zur Schau stellt – dabei andere Personen als Objekte betrachtend, die benutzt, manipuliert und gekauft werden können. Es ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie geworden, die die Summen, die vom Profi-Sport  erzeugt werden, in den Schatten stellt (siehe nachfolgendes Kapitel II). Pornografie entstellt dadurch die eigentliche Bedeutung und den Zweck unserer Geschlechtlichkeit und erzeugt schlimme Verletzungen der Würde der Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum).[1]

Der Umgang mit Pornografie ist eine schwere Sünde gegen die Keuschheit und die Würde der menschlichen Person. Sie beraubt uns der heiligmachenden Gnade, trennt uns von der Schau GOTTES und der Güte der Mitmenschen und hinterlässt in uns eine geistliche Leere. Die Anziehungskraft der Pornografie und ihre Befriedigung ist eine falsche „Liebe“, die uns in eine wachsende emotionelle Isolation und ein daraus entstehendes sexuelles Ausleben allein und mit anderen bringt. Pornografie hängt ab von der Ausbeutung anderer Personen: häufig von Enttäuschten oder Armen oder von unschuldigen jungen Menschen. Der Gebrauch von Pornografie hat Menschen ihre Arbeitsstellen, Ehen und Familien gekostet. Händler von Kinder-Pornografie können im Gefängnis landen. Pornografie ist oft mit sexuellen Gewalttaten und sexuellem Miss­brauch verbunden und trägt dazu bei.

In diesem Hirtenbrief möchte ich an Sie alle als Glieder am Leib CHRISTI, von Seiner Liebe erlöst, appellieren, die Gefahren der Pornografie in unserer Gesellschaft zu reflektieren. Wir werden sehen, wie die Pornografie eine schwere Beleidigung unserer Menschenwürde ist. Ich werde Ihnen einige Strategien mitteilen als Antwort auf dieses Problem. Ich möchte Sie bitten, zusammen mit mir in einem diözesanweiten Bemühen diese Plage zu bekämpfen, indem wir uns und unsere Familien erneut zur Reinheit und Keuschheit verpflichten. So werden wir vollkommener als Jünger CHRISTI leben und täglich in der Freiheit der Kinder GOTTES wachsen. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden GOTT schauen.

 

KAPITEL I

DIE WÜRDE DER MENSCHLICHEN PERSON

 

„Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“ (Gen 1,26)

Die Achtung vor der menschlichen Person wurzelt in GOTT

Die Würde und der Respekt für jeden Menschen ist uns weder zugewiesen von irgendeiner Gruppe von Menschen noch wird sie von einer Regierung bewilligt. Unsere Würde hängt nicht davon ab, was wir besitzen oder gar, was wir tun. Wir können sie weder kaufen noch verkaufen. Diese Würde und dieser Wert kommen von GOTT als vollkommenes und unschätzbares Geschenk.

Wie sind wir GOTT ähnlich? Wir haben eine unsterbliche Seele und wir sind dazu bestimmt, für immer mit GOTT im Himmel zu leben. Wir sind berufen, heilig zu sein, wie GOTT heilig ist. Und durch JESUS CHRISTUS und Seine Kirche können wir die Mittel erhalten, zur Heiligkeit zu gelangen. Wie GOTT haben wir eine rationale Natur, die Fähigkeit der Vernunft. Allerdings ist es nicht nur die Vernunft, die uns zu GOTTES Abbild macht. Wir sind GOTT ähnlich, weil wir zu lieben fähig sind. Wir können uns selbst zum Geschenk für eine andere Person machen.

 

„Denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also GOTT in eurem Leib“
(1 Kor 6,20)

Neues Leben in CHRISTUS

Auch wenn der Mensch durch die Sünde dieses GÖTTliche Geschenk seiner Würde schwer verletzt hat, liebt GOTT uns weiterhin und sandte uns einen Erlöser. Wir wur­den losgekauft - und das um einen großen Preis!

Das menschliche Leben wurde angenommen und erhöht in der Menschwerdung. Bei der Ankunft CHRISTI „im Fleische“ vereinigte sich GOTT gewissermaßen mit jedem Menschen.[2] Im Österlichen Geheimnis gewann JESUS durch seinen Durchgang durch den Tod in die Auferstehung und in das neue Leben einen endgültigen Sieg für uns und begründete für uns die Hoffnung auf das ewige Leben im Himmel. Durch die Taufe erhalten wir Anteil am Leben GOTTES durch die GÖTTliche Adoption. In diesem ersten Sakrament wird unsere Reinigung vollbracht durch das wirksame Zeichen des fließenden und lebensspendenden Wassers. GOTT hat unseren ewigen Wert wiederhergestellt. Jeder von uns ist herausgefordert: „Kind GOTTES, werde ganz, was du bist!“

Sind wir es wert, dass jemand für uns stirbt? Sind wir es wert, dass sich jemand für uns kreuzigen lässt? GOTTES Antwort ist Ja. Wir müssen uns fragen: „Ist GOTT es wert, dass wir für Ihn leben?“

 

„Am Anfang der Schöpfung aber hat GOTT sie als Mann und Frau geschaffen“ (Mk 10,6)

Die Würde der menschlichen Geschlechtlichkeit

Diese Würde des Menschen schließt auch unsere Geschlechtlichkeit mit ein. Unsere Sexualität ist mehr als unser Geschlecht. Sie ist Teil unserer Person. Sie gibt uns die Fähigkeit, uns in Liebe mit einer anderen Person zu verbinden und uns ihr hinzugeben. Unsere menschliche Geschlechtlichkeit ist ein wichtiges Mittel, um an der Liebe und Kreativität GOTTES teilhaben zu können. In der Ehe werden ein Mann und eine Frau eingeladen, eine vollkommene, ausschließliche und lebenslange Einheit zweier Individuen zu gründen. Diese Einheit ist das rechte Verhältnis, durch das es für sie möglich ist, Mitschöpfer mit GOTT zu werden und ihre gegenseitige Liebe fruchtbar werden zu lassen, indem sie einen weiteren Menschen auf die Welt bringen.

Beim Missbrauch unserer Sexualität können sich unsere menschliche Schwäche und unser Egoismus oftmals auf erschreckende Weise offenbaren. Menschliche Geschlechtlichkeit ist ein Geschenk und kein Spielzeug. Es ist ein Geschenk, das respektiert und auf sein rechtes Ziel ausgerichtet werden muss: Lieben und personale Gemeinschaft mit anderen.

 

„Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen“ (Ps 51,5)

 

Die Realität der Sünde

Diese Vision, wer wir in GOTT sind, ist eine schöne Vision. Wir wissen aber auch, dass sie gezeichnet ist von der bitteren, schmerzhaften Wirklichkeit der Sünde. Die Fähigkeit, lieben zu wollen, schließt nämlich auch gleichzeitig die Fähigkeit mit ein, andere zu verletzen oder sie zu ignorieren. Die Sünde ist real und sie ist zerstörerisch.

Die ursprüngliche Einheit von Adam und Eva wurde durch die Erbsünde zerbrochen. So wichtig und fundamental unsere menschliche Geschlechtlichkeit ist, so gibt sie uns auch die Möglichkeit, unserer gefallenen Natur Ausdruck zu verleihen in einer schlimmen und manchmal ganz erschreckenden Weise. Ehebruch, Unzucht, Prostitution, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und sexuelle Ausbeutung, viel von moderner Sklaverei, Verbrechen aus Leidenschaft und Pornografie: all das zeigt den Aspekt unserer gefallenen menschlichen Natur. Die Würde des Menschen wurde verwundet und entstellt durch die Sünde. Wenn wir sündigen, werden wir weniger jene Person, die wir in CHRISTUS zu sein berufen sind. Sünde entmenschlicht uns. Die Tatsache, dass JESUS ohne Sünde war, macht Ihn deswegen nicht weniger menschlich sondern mehr menschlich. Sünde macht uns weniger menschlich. Die Gnade CHRISTI stellt uns wieder her.

Wenn wir die Würde des Menschen verstanden haben, dann können wir besser prü­fen, was diese Würde gefährdet. JESUS sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk 12,31).

Jeder sollte auf den Nächsten so schauen wie auf sich selbst, dabei vor allem auf sein Leben und die notwendigen Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben bedacht sein, so dass er nicht dem Beispiel des Reichen folgt, der sich um den armen Lazarus gar nicht kümmerte. Heute ist es eine dringende Pflicht, uns zum Nächsten schlechthin eines jeden Menschen zu machen, egal, wer er sein mag.[3]

Vereinfacht gesagt: Sünde trennt uns voneinander und von GOTT. Sünde beeinträchtigt das Verhältnis zwischen den verschiedenen Geschöpfen und auch das Verhältnis zwischen der menschlichen Person und GOTT. Letztendlich muss Sünde verstanden werden im Hinblick auf Freiheit und Liebe. Sünde ist ein Missbrauch der Freiheit und ein Versagen der Liebe.

Nur im Wissen von GOTTES Plan für den Menschen können wir begreifen, dass Sünde ein Missbrauch der Freiheit ist, die GOTT den geschaffenen Menschen gibt, damit sie imstande sind, Ihn und einander zu lieben.[4]

 

„Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam...
um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen“
(1 Kor 9,25)


Das Leben von Tugenden

Sünde trennt uns von GOTT, während Tugend danach strebt, uns mit GOTT zu vereinen. Wenn wir die Liebe GOTTES zu uns und unsere hohe Berufung erkannt haben, dann werden wir wieder und wieder uns mühen, all das zu erreichen, was GOTT uns zugedacht hat. Und um das zu erreichen, sind die Tugenden ein äußerst wichtiger Teil des christlichen Lebens. Mit „Tugend“ meinen wir „eine beständige, feste Neigung, das Gute zu tun“.[5] Indem wir in der Tugend wachsen, streben wir danach, GOTT ähnlicher zu werden, das heißt heiliger. Die Sünde kann eine Art Verkümmerung erzeugen, die unsere moralischen ‚Muskeln’ schwächt und sie sogar lähmen kann. Die Tugend bringt unsere moralischen ‚Muskeln’ in eine gute Verfassung, sie stärkt uns und hilft uns, unsere Möglichkeiten bis zum Äußersten zu steigern. Im moralischen Leben gibt es in Bezug auf die verschiedenen Lebenssituationen eine vollständige Gruppierung von Tugenden. Es gibt eine Tugend, die uns auffordert, unsere menschliche Geschlechtlichkeit zu respektieren und zu pflegen, wir nennen sie Keuschheit.

 

„Erschaffe mir, o GOTT, ein reines Herz“ (Ps 51,12)

Die Tugend der Keuschheit

Für manche kann Keuschheit schon eine fast negative Bedeutung haben. Als Teil der Kardinaltugend der Mäßigkeit fordert uns die Keuschheit dazu auf, unsere sinnlichen Vergnügen zu zügeln, den Gebrauch unserer Sexualität innerhalb angemessener Grenzen zu halten und diese lebenspendende Kraft nur für ein wertvolles Ziel zu gebrauchen.[6]

Doch Keuschheit ist eine Tugend im eigentlichen Sinn, sie ist eine Kraft. Sie ist nicht nur die Abwesenheit von etwas Schlechtem, sie ist die Gegenwart von etwas Gutem. Und dieses Etwas ist Respekt. Die Tugend der Keuschheit wiederholt Akte des Respekts für andere und für sich selbst.

Keuschheit bedeutet die erfolgreiche Integration der Geschlechtlichkeit in die Person eines Menschen und folglich in die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, dass der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird personal und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist. Die Tugend der Keuschheit wahrt somit zugleich die Unversehrtheit der Person und die Ganzheit der Hingabe.[7]

Diejenigen, die andere als Objekte behandeln, mögen einige vorübergehende Vergnügungen erfahren, aber sie werden nicht glücklich sein. Die Keuschheit ist nicht dazu da, Glück zu verhindern, sondern das Glück zum Reifen und Blühen zu bringen. Keuschheit hilft uns, Menschen so zu sehen, wie sie wirklich sind. Sie hilft, uns in der Wahrheit zu verwurzeln.

Keuschheit steht der Liebe nicht im Weg, sondern sie ist vielmehr dazu da, sie zu schützen. Keuschheit ist ein Ausdruck von Liebe. Bevor er Papst wurde, hat Johannes Paul II, Karol Wojtyla, ein Buch geschrieben mit dem Titel „Liebe und Verantwortung“. Diese Schrift entstand durch sein pastorales Wirken unter Universitätsstudenten, das auch Ehevorbereitung einschloss. Während manche sagen, das Gegenteil von Liebe sei Hass, lehrte er, dass das Gegenteil von Liebe das Benutzen einer Person ist. Der Gedanke ist: Wenn du nicht jemanden liebst, wirst du diese Person zuletzt nur benutzen. Das wurde bekannt als „Personalistische Norm“. Negativ gesagt, bedeutet dies, dass man niemals eine andere Person als Objekt für das eigene Vergnügen benutzen darf. Positiv ausgedrückt: Die einzige richtige Antwort auf eine Person ist Liebe.

„Liebe und Verantwortung“ besteht darauf, dass die Struktur der Liebe eine zwischenmenschliche Kommunikation ist. Dort finden wir eine Reflektion der HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT als einer Gemeinschaft der Liebe. Der spätere Papst bestand darauf, dass Keuschheit immer mit Personen zu tun hat. Er argumentiert: „Liebe ist eine Bejahung der Person, oder sie ist überhaupt keine Liebe“.[8] Die moralische Tugend der Keuschheit kann nur gedacht werden in Verbindung mit der theologischen (GÖTTlichen) Tugend der Liebe. Nur die keuschen Menschen sind zur Liebe fähig. In dem Grad, wie wir keusch sind, können wir andere lieben, während wir in dem Maß, in dem wir un­keusch sind, andere benutzen werden. Somit ist Keuschheit zugleich Voraussetzung und Ausdruck der Liebe. Keuschheit ist kein Nein sondern ein Ja, ein Ja zu einer anderen Person als Person und nicht als Objekt, das benutzt wird. Keuschheit kann ein Nein einschließen, aber dieses Nein steht immer im Dienst eines größeren positiven Zieles.

Keuschheit ist notwendig für alle Christen, ungeachtet ihres Lebensstandes, ob sie alleinstehend, verheiratet oder ehelos leben. Alle sind aufgefordert, die Würde des Menschen zu achten. Alle sind zur Liebe berufen.

Die Alleinstehenden sind zu einer Keuschheit aufgerufen, die andere achtet und die sich des Geschlechtsverkehrs enthält, der nur Verheirateten angemessen ist und ausschließlich ihnen zukommt.

Keuschheit ist auch wichtig für die Verheirateten. Für sie bedeutet Keuschheit gewöhnlich nicht sexuelle Enthaltsamkeit, sondern Treue, und in ihrer Ehe tiefe Achtung und Liebe, die den Gatten nie als Objekt behandelt. In dieser tiefen Liebe sollen sie die Liebe zwischen CHRISTUS und Seiner Kirche enthüllen und einen Einblick in das tiefste Geheimnis GOTTES geben.

Jene, die zur Ehelosigkeit berufen sind, sind ebenso zur Keuschheit aufgerufen. In vollkommener Enthaltsamkeit sollen sie GOTT  und ihren Nächsten um des Himmelreiches willen und als ein Zeichen der kommenden Welt lieben.

Keuschheit ist wichtig für alle Christen und alle Menschen guten Willens. Keuschheit fordert uns auf, so zu lieben wie GOTT liebt.  Sie ordnet unsere Geschlechtlichkeit nach dem Plane GOTTES. Keuschheit ist Liebe anderer in Aufrichtigkeit und Wahrheit.

 

KAPITEL II

DAS PROBLEM DER PORNOGRAFIE

 

„Wollust, der man nachgegeben hat, hungert die Seele aus“ (Spr 13.19?)

Ein wirkliches Problem

Unsere menschliche Geschlechtlichkeit ist von GOTT als etwas Gutes geschaffen. Sie ist ein Geschenk. Sie leidet auch an den Folgen der Erbsünde und kann so nicht nur Gutes, sondern auch Übles hervorbringen. Pornografie ist ein solches Übel. Sie greift die menschliche Würde an und verändert sowohl den Menschen wie auch die menschliche Geschlechtlichkeit. Sie lässt die menschliche Seele hungern, die eine geistliche Dimension hat, die durch das Verschenken und Empfangen personaler Liebe genährt werden muss.

Pornografie verletzt Schamhaftigkeit, Keuschheit und Wahrheit. Die menschliche Geschlechtlichkeit hat mit Schamhaftigkeit zu tun. Diese schützt die Privatsphäre der einzelnen Menschen im Hinblick auf das, was am persönlichsten und intimsten ist. In diese Privatsphäre einzudringen und zu enthüllen, was verbor­gen bleiben soll[9], ist ein Angriff auf die menschliche Würde.

Obwohl Pornografie kein neues Problem ist, haben die Entwicklung der Massenmedien und die neueren technologischen Fortschritte den Zugang zu diesem trügerischen Übel sehr erleichtert.

Während Keuschheit existiert, um der Liebe zu dienen, behandelt die Pornografie einen anderen Menschen (oder eine explizite sexuelle Beschreibung oder Handlung) als ein Objekt, das man gebrauchen kann. Oftmals kann dies von Narzissmus und Egoismus herrühren. Sie ersetzt Liebe durch Gebrauch. Erinnern wir uns an die Personalistische Norm: Menschen dürfen nie als Objekt für jemandes Vergnügen benutzt werden. Der Mensch muss geliebt werden. Menschen dürfen nicht als Rohmaterial für die Emotionen, Zwänge und Abhängigkeiten anderer gebraucht werden. Um die Aussagen Johannes Paul’ II. zu umschreiben: Das Problem mit der Pornografie, ist in einer Hinsicht nicht, dass sie zu viel über die Person enthüllt (auf einem Bild dargestellt), sondern dass sie zu wenig über die Person enthüllt. Pornographische Bilder werden gezeichnet, um nichts als die Sexualorgane und sexuellen Fähigkeiten einer Person aufzuzeigen, nirgendwo erscheint die einzigartige Persönlichkeit, die Tiefe einer Person. Die pornografisch darge­stellte Person ist, ganz wörtlich, entpersönlicht: Indem sie ein Objekt für den Gebrauch eines anderen wird, hört sie auf, als das betrachtet zu werden, wozu sie geschaffen wurde: als ein Subjekt, das Liebe und Re­spekt verdient.

Pornografie verletzt die Wahrheit. Sie führt Menschen in eine unrealistische Phantasiewelt, die sie von anderen Menschen und den Verpflichtungen und dem Respekt, der unsere Beziehungen regieren sollte, isoliert. Einige suchen Pornografie aufgrund ihrer Einsamkeit und ihres geringen Selbstwertgefühls. Es ist eine schmerzhafte Ironie, dass ihr Pornografie-Gebrauch nur dazu dient, sie mehr und mehr von anderen Menschen zu isolieren. Je mehr sich Menschen mit dieser Phantasiewelt beschäftigen, desto abgesonderter werden sie von wirklichen Menschen, echten Gesprächsgegenständen und dem wahren Leben um sie herum. Wollust isoliert, Liebe vereint. Pornografie führt Menschen weg von der Wahrheit. Keuschheit hilft Menschen, in der Wahrheit zu wachsen.

Pornografie führt unweigerlich zu weiteren schweren Sünden. Zum Beispiel ist der Gebrauch der Pornografie häufig gekoppelt an Selbstbefriedigung, eine weitere ungeordnete sexuelle Handlung, die den Menschen sich immer mehr auf sich selbst ausrichten lässt und ihn von anderen isoliert. Pornografie führt oft zu einer Suche nach weiteren ungeordneten sexuellen Befriedigungen, die die Ausbeutung anderer für eigene egoistische Ziele miteinschließen. Pornografie bleibt kein „privates“ Laster; indem sie jemandem erlaubt, einen anderen Menschen eher als Mittel anstatt als Ziel zu sehen, zerstört sie letztendlich alle familiären und sozialen Beziehungen.

 

Tränenbäche strömen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht befolgt.“ (Ps 119,136)

 

Die Zahlen

Pornografie ist ein wirkliches Problem und diesbezügliche Statistiken sind erschreckend. Die folgenden Fakten sind Zahlen, die in den letzten Jahren zusammengetragen wurden (mit Angabe der Quellen) von der „National Coalition for the Protection of Children and Families“ [Nationale Vereinigung zum Schutz von Kindern und Familien].

 

Umfang und Kosten der Pornografie

  • Der IFR Untersuchung von 2004 zufolge, übersteigen die U.S.-Pornoeinkünfte der [Fernsehsender] ABC, CBS und NBC 6,2 Milliarden US-Dollar. Die Pornoeinkünfte sind größer als alle Einkünfte aller professionellen Football-, Baseball- und Basketball-Unternehmen zusammen. Die Pornoindustrie kommt konservativen Schätzungen zufolge auf 57 Milliarden Dollar im Jahr, davon sind die Vereinigten Staaten für 12 Milliarden Dollar verantwortlich. Internet Pornography and Lonelineless: An Association? Vincent Cyrus Yoder, Thomas B. Virden III, and Kiran Amin. Sexuell Addiction & Compulsivity, Volume 12.1.2005

  • Durch das Internet wurden 2,5 Milliarden Dollar von Erwachsenen als Einkommen verdient. Dirty Downloads Ready to Go on iPods, Ron Harris, www.macnewsworld.com, 2005

  • Der Zahl im März 2004 zufolge gab es 800 Millionen Dollar Mietbeträge auf Erwachsenenvideos und DVDs. Overdosing on Porn, Rebecca Hagelin. www.worldandi.com

  • Aktuellen Schätzungen zufolge werden 20 Milliarden Dollar jährlich für Erwachsenenvideos ausgegeben. (Verkäufe und Mietbeträge)

  • Die Hälfte aller Hotelgäste bestellen Pornofilme. Diese Filme umfassen 80% in-room-Unterhaltung“-Erlöse [?] und 70% totale „in-room“-Erlöse [?]. Sex Film Industry Threatened With Condom Requirement. Nick Madigan. The New York Times, 24 August, 2004.

  • Gebührenpflichtiges Kabelfernsehen beläuft sich auf 2,5 Milliarden Dollar

  • Zeitschriften erbrachten 7,5 Milliarden Dollar.

 

Umfang der Internet-Pornografie

  • Im Jahr 2004 gab es 4,2 Millionen pornographische Internetangebote (websites); 372 Millionen pornographische Seiten.

  • Im Jahr 2003 gab es täglich 68 Millionen pornographische Eingaben in Suchmaschinen (25% aller Eingaben)

  • Sex ist das Thema Nummer 1 im Internet. Overdosing on Porn, Rebecca Hagelin; www.worldandi.com, März 2004.

  • 2004: täglich 2,5 Milliarden pornographische E-Mails (8% aller E-Mails)

  • Die gebräuchlichsten Wege, über die jemand auf pornographische Inhalte im Web stößt, sind über plötzlich auftauchende „Pop-up“-Fenster (55%), falsch dargestellte Links (52%), falsch geschriebene URLs (48%) und automatische Links innerhalb von E-Mails (23%) Fifty Percent of Workers Spend Nine days a Year on Personal Surfing at Work. Cerberian Inc. And Sonic WALL, 20 July, 2004.

  • Es gibt hunderttausend Webseiten, die illegale Kinderpornografie anbieten. U.S. Customs Service Schätzung

 

Statistiken der Erwachsenen-Internet-Pornografie

  • 70% der Männer von 18-24 besuchen pornographische Seiten in einem durchschnittlichen Monat, 66% der Männer zwischen 20 und 30 berichten, dass auch sie regelmäßig pornographische Seiten nutzen. First-person: the culture of pornography. R. Albert Mohler, Jr., Baptist Press, 28 December 2005.

  • 20% der befragten Männer und 13% der befragten Frauen gaben zu, Zugang zur Pornografie am Arbeitsplatz zu haben. Internet Pornography Statistics. Internet Filter Review, 2004.

  • 40 Millionen US Erwachsene besuchen regelmäßig pornographische Internetwebseiten.

  • Einer von drei Besuchern auf allen Erwachsenenwebseiten sind Frauen.

  • Frauen bevorzugen zwei Mal häufiger als Männer „Chat Rooms“ [virtuelle „Gesprächsräume“ im Internet].

 

 

Auswirkungen der Pornografie

  • 40% der befragten Erwachsenen glauben, dass Pornografie der Beziehung zwischen Männern und Frauen schadet. Consensus Among American Public on the Effects of Pornography on Adults or Children or What Government Should Do About It. Harris Poll, 7 October 2005. www.harrisinteractive.com

  • 30% der befragten Erwachsenen sagten, dass sie aufgrund des Pornografiegebrauches ihres Partners sich mehr als sexuelles Objekt fühlen. Marriage Related Research, Mark A. Yarhouse, Psy.D., Christian Counseling Today, 2004 Vol. 12 No. 1. August 2004.

  • Eine von sechs Frauen kämpft gegen Pornografie-Abhängigkeit an. Internet Pornography and Loneliness: An Association? Vincent Cyrus Yoder, Thomas B. Virden III, and Kiran Amin. Sexual Addiction & Compulsivity, Volume 12.1., 2005.

  • 47% der befragten Christen äußerten, dass Pornografie ein Hauptproblem bei ihnen zu Hause ist.

  • Wenn man sich bloß 6 Stunden der Soft-Pornografie aussetzt (irgendetwas, was einen sexuell erregt), reicht dies aus, um die  Zufriedenheit des Betrachters mit seiner Partnerin oder ihrem Partner zu zerstören; den Wert der Treue zu vermindern; die Fähigkeit mit einer Person zusammen zu sein und diese zu schätzen, zu vermindern; den Gedanken zu nähren, dass Frauen Vergewaltigungen genießen.

 

Kinder und das Internet

  • Kinder benutzen das Internet. 96% der Kinder waren schon mit Internet verbunden (online), 74% haben Internetzugang zu Hause und 61% benutzen das Internet an einem durchschnittlichen Tag. Kids stay connected. USA Today snapshots. 5. January, 2004.

  • Einer Untersuchung aus dem Jahre 2000 zufolge, gaben 21% der Jugendlichen zu, schon einmal etwas im Internet angeschaut zu haben, wovon ihre Eltern nichts wissen sollten. A World of Their Own. Newsweek, 8 May 2000.

 

Statistiken der Kinder-Internet-Pornografie

  • 90% der 8-16jährigen Internetbenutzer haben sich Pornografie online angeschaut (meist während der Hausaufgaben). 2004

  • Das Durchschnittsalter für die erste Pornoerfahrung im Internet liegt bei 11 Jahren.

  • Unter nicht volljährigen Pornografiebetrachtern sind Kinder von 12-17 Jahren die größten Konsumenten von Internetpornografie. 2004.

  • Eine Untersuchung von 600 Haushalten durch das „Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“ ergab, dass 20% der Eltern die Passworte, Instant-Messaging-Spitznamen und E-Mail-Adressen ihrer Kinder überhaupt nicht kennen. Nur 5% der Eltern kannten das Kurzwort (Akronym) POS (parent over shoulder) und nur 1% konnten WTGP (want to go private?) identifizieren, die beide häufig von Teens benützt werden, wenn sie „Instant-Messaging“ machen. Ads target online victimization of children. USA Today, 20 May 2004.

  • Vorfälle von sexuellem Kindesmissbrauch sind von 4.573 (1998) auf 112.083 (2004) angestiegen (zufolge dem „Nationalen Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“, Reports of chila exploitation up. USA Today, 20 May 2004.)

  • Kinder-Pornografie erbringt 3 Milliarden US Dollar jährlich. Internet Filter Review, 2004.

 

„Der Weg der Sünder ist frei von Steinen, doch sein Ende ist die Tiefe der Unterwelt“ (Sir 21,10)

Die bittere Frucht der Pornografie

Die Statistiken sind schwindelerregend. Aber dahinter stehen nicht nur Zahlen, sondern Menschen, deren Leben geschädigt wurde und deren ewiges Heil in Gefahr ist. Es gibt Menschen, die durch Pornografie ausgebeutet werden; andere, die sie benutzen, und dann die Familien und Bekanntenkreise beider Gruppen. Pornografie beeinträchtigt das Leben, die moralische Stärke, Beziehungen, Ehen, das Leben der Kinder, das Gemeinschaftsleben, und sogar solche Dinge wie den Eigentumswert und die Sicherheit der Gemeinschaft.

Manchmal behaupten Menschen, die Pornografie benutzen: „Ich schade niemandem“. Pornografie, wie jedes sündhafte Verhalten, beleidigt denjenigen, gegen den gesündigt wird, denjenigen, der sündigt und GOTT, den Ursprung aller Wahrheit. Das zerstörerische Wirken des Teufels, den die Heilige Schrift den „Vater der Lüge“ nennt, besteht darin, in uns das Empfinden für das Gute zu verzerren. Er redet uns ein, dass andere zu unserem Gebrauch und unserem Vergnügen da sind, dass die Befriedigung unserer Sehnsüchte uns glücklich macht. Aber dieses „Glück“ vergeht schnell. Wir sind spirituelle Wesen, die am Leben GOTTES selber Anteil haben. Dieses verführerische Abenteuer [der Pornografie] hat keine spirituelle Substanz. Es lässt uns betrogen, beschämt, unerfüllt und verwirrt zurück.

Pornografie richtet physischen, emotionalen und spirituellen Schaden in einer Person an. Pornografie kann wie Alkohol, Drogen oder Glücksspiel zu körperlicher Abhängigkeit führen. Die grafischen Bilder nisten sich in unserem Vorstellungsvermögen ein; je tiefer und häufiger dies geschieht, desto schwieriger wird die Straße zur Freiheit sein. Wie andere Süchte, ist Pornografie ein fortschreitendes Leiden. Es verlangt immer mehr Bilddarstellungen, um den gewünschten Effekt zu erreichen. In der Fortsetzung kann das zum Ausleben der Sexualität und zu Verbrechen führen.

Pornografie lässt eine Person emotional verkümmern. Jene, die davon betroffen sind, werden sich womöglich von Freunden, von der Familie und sogar vom eigenen Ehepartner zurückziehen. Pornografie verführt sie in eine Welt der Unwirklichkeit mit idealisierten, unrealistischen Figuren, die sich nicht auf wirklich menschliche Art und Weise mit einem beschäftigen. Wenn diese Menschen sich zurückziehen, werden ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten und Beziehungen geschwächt. Sie sehen andere eher als Objekte an denn als Menschen mit der Fähigkeit zu Freundschaft und Liebe. In jeder Situation und bei jeder Person, der sie begegnen, werden sie mit dem Gedanken bedrängt: Wird mir das die Befriedigung bringen, die ich suche? Wenn jemand ernsthaft in dieses Laster verstrickt ist, wird sich dieses suchtmäßige Verhalten oft verstärken, selbst wenn es schon zu offenkundigen schädlichen Konsequenzen geführt hat, z. B. zur Zerstörung der ehelichen Verbindung oder zum Verlust des Arbeitsplatzes wegen Porno-Betrachtens während der Arbeitszeit. Man kann in der Tat der Pornografie verfallen wie man einer Drogensucht verfällt. So wie bei anderen Süchten, braucht derjenige, der sich Pornografie anschaut, immer freizügigeres, nicht in Ord­nung seiendes Material, um den gleichen Effekt zu erreichen; dies mündet in eine abwärts führende Spirale, die immer schwieriger zu korrigieren ist.

Beim geistlichen Leben geht es darum, immer mehr das Abbild GOTTES zu werden. Pornografie macht uns weniger GOTT ähnlich, da sie die Menschen dazu bringt, die anderen als Objekte zu behandeln und nicht als unwiederholbare Geschenke GOTTES. Pornografie verleitet einen dazu, nicht sich selbst in Liebe zu verschenken, nicht zu dienen, sondern lieber sich bedienen zu lassen. Schließlich wird man gefangen und versklavt in verletzenden Gewohnheiten anstatt in der Tugend.

Das Anschauen von Pornografie um dieses verzerrten geschlechtlichen Vergnügens willen ist, objektiv gesehen, eine Todsünde. Sie ist ernstlich dem Leben, das GOTT für andere und für uns im Sinn hat, entgegengesetzt. Es tötet das Leben der heiligmachenden Gnade. Wenn wir in schwerer Sünde leben, dürfen wir nicht zur hl. Kommunion gehen, bis wir die sakramentale Beichte abgelegt haben. Oft schämen wir uns zu sehr, zum Sakrament der Versöhnung zu kommen, und entfernen uns so immer mehr vom Leben GOTTES. Unsere Fähigkeit, als ein lebendiges Glied am Leib CHRISTI zu handeln, ist beeinträchtigt. Weil dieses Szenarium heute so weit verbreitet ist, müssen wir uns Sorge machen um den Zustand unserer Pfarreien und Familien. Jedoch, weil die Gnadeninitiative GOTTES weiter am Werk ist, brauchen wir nicht zu verzweifeln. Jederzeit ist Er bereit, uns zu helfen. Wir müssen uns Seiner Barmherzigkeit anvertrauen und umkehren zum Sakrament der Verzeihung und zu einem Neubeginn.

Pornografie schädigt andere. Sie beutet andere Menschen aus, für gewöhnlich Frauen, aber auch Männer und Kinder. Sich mit Pornografie zu befassen, bedeutet, diesen schrecklichen und schändlichen Missbrauch zu unterstützen. Es bedeutet, sich finanziell an der Unterstützung einer Industrie zu beteiligen, die ein fortwährendes schweres moralisches Übel darstellt. Sklaverei, einschließlich sexueller Sklaverei, ist heute ein reales und zunehmendes Problem. Ein Grund für dessen Anwachsen ist die Tatsache, dass dafür Nachfrage besteht. Zudem: Wer sich Pornografie anschaut, bei dem ist es sehr wahrscheinlich, dass er danach andere Menschen als Objekte ansieht. In dem Maß, wie der Gebrauch von Pornografie sich ausbreitet, können Ehen geschwächt werden und zerbrechen. Dies bedeutet Beschämung, gebrochene Herzen und Elend für die Ehepartner und für die Kinder, die emotionale Narben in ihr Leben als Er­wachsene und ihre eigenen Ehen mitnehmen. Kinder und Jugendliche, die der Pornografie ausgesetzt sind, erfahren Angriffe auf ihre menschliche Würde und Blockaden in ihrer authentischen menschlichen Entwicklung. Wenn Pornografie zunimmt, nimmt auch das Verbrechen zu. Sexuelle Vergehen sind um 506% höher in den Gegenden von Phönix (Arizona), wo sich sexuell orientierte Geschäfte befinden.[10] Pornografie ist nicht harmlos, sie ist ein schweres entmenschlichendes Übel.

Auf all diese Weise beleidigt Pornografie GOTT. Sie missbraucht Seine Geschenke der Freiheit, des menschlichen Leibes und der Liebe. Wir sind das Kunstwerk GOTTES (vgl. Eph 2,10), und Pornografie entstellt dieses Meisterwerk.

 

Folg nicht deinen Begierden, von deinen Gelüsten halte dich fern!“ (Sir 18,30):

Das Internet und die moderne Technologie

Das Ausmaß der Internetpornografie wächst explosionsartig. Sie scheint anonym und allgemein zugänglich. Sie kann den Nichtsahnenden leicht verführen, einschließlich Kinder und junge Leute. Darüber hinaus kann Internetpornografie besonders süchtig machen. Die sinnlichen Bilder und sexuellen Befriedigungen, die sie auslöst, hinterlassen einen Eindruck im Gedächtnis. Die Phantasien können wieder ins Bewusstsein gerufen und fortgeführt werden. Sie verlocken uns, dass wir nochmals hinschauen. Mit dem wiederholten Gebrauch entwickelt der Betrachter von Pornografie eine Toleranz ihren Folgen gegenüber: Es besteht ein wachsender Bedarf nach stärker stimulierenden Bildern. Der Gebrauch von Pornografie verursacht starke physische Veränderungen im Körper und im Gehirn, die die ungeordneten Gedanken und Verhaltensweisen verstärken. Bei wiederholtem Gebrauch erweist es sich als zunehmend schwieriger, die obsessiven Gedanken und zwanghaften Verhaltensweisen, die mit Pornografie zusammenhängen, zu unterbrechen oder ihnen zu widerstehen.

Bei der Internet-Pornografie bedarf es keines öffentlichen Kaufs von neuem Material. Stattdessen können die Bilder gewechselt werden und viele weitere können zugänglich gemacht werden. Man braucht nun nicht mehr in die Öffentlichkeit zu gehen, um sich Pornografie zu verschaffen. Beunruhigend ist nun auch der schnelle Zugang zu diesen Bildern per iPods [tragbare Musik- und Videoplayer] und Mobiltelefonen. Kinder, deren Eltern in korrekter Weise den Computer-Zugang in den privaten Räumen daheim einschränken, können nun die Bilder durch tragbare Geräte unkontrolliert erhalten.

Die uns umgebende Kultur, die so bereitwillig eine Umgebung und einen Markt für diese Art von Übeln zur Verfügung stellt, ist ein wesentlicher Faktor, der zum Problem von Pornografie und zu anderen Sünden beiträgt. Die Technologie an sich ist kein Übel. Das Problem liegt im Missbrauch der Technologie und in ihrem Gebrauch in übler Art und Weise. Wie Dynamit ist sie etwas Mächtiges, das der richtigen Behandlung bedarf. Sie kann gebraucht werden, der Menschheit zu dienen oder sie anzugreifen.

Wir leben in einer Kultur, die in zunehmendem Maß dunkel und todverbreitend ist. Wir können leicht damit beginnen, diese negativen Einflüsse zu absorbieren - indem wir sie aufnehmen, wie Pflanzen durch ihre Wurzeln aufnehmen, was im Boden oder die „Kultur“, in der sie eingepflanzt sind, enthalten ist. Wir stumpfen ab und merken nicht einmal, dass wir langsam vergiftet werden. Das ist ein ernstes Problem und verlangt unsere Antwort.

 

KAPITEL III

ANTWORT AUF DAS PROBLEM

 

„Wie heißt du?“ (Mk 5,9)

Das Problem erkennen und benennen

Dieses wirklich gravierende Problem verlangt von uns eine echte und ernsthafte Antwort. Es ist leichter, sich abzuwenden und so zu tun, als existiere es nicht. Doch dieses Problem besteht tatsächlich, und wir müssen tun, was wir können. Wir sollten – um uns mit diesen Dingen ernsthaft zu befassen – nicht warten auf die Entführung, Vergewaltigung oder Ermordung eines Mädchens oder eines Jungen aus unserer Familie, auf eine weitere zerstörte Ehe, auf einen Arbeitsplatzverlust, oder darauf, dass das Leben eines anderen Kindes verwüstet wird. Es steht zu viel auf dem Spiel.

Der erste Schritt um ein Problem zu lösen ist, darauf aufmerksam zu machen, es zu benennen. Als JESUS den Dämon von Gerasa austrieb, fragte Er: „Wie heißt du?“ (Mk 5,9). Im semitischen Denken bedeutet, den Namen zu kennen, dass man anfängt, Macht darüber zu haben. Wir finden eine moderne Entsprechung dazu in der sog. „12-Schritte-Spiritualität“ solcher Gruppen wie der „Anonymen Alkoholiker“. Der erste Schritt bei dieser umwandelnden Spiritualität ist, zuzugeben, dass man angesichts einer Sucht kraftlos ist. Menschen sprechen keine Probleme an, die zuzugeben sie sich weigern.

Eine wesentliche Charakterschwäche bei heterosexueller Pornografie kann Selbstsucht oder Narzissmus [Selbstverliebtheit] sein. Gleichgeschlechtliche Pornografie kann stark beeinflusst sein von einem schwachen männlichen Selbstvertrauen, von Einsamkeit und einem negativen Bild vom eigenen Körper. Wenn man diese mitwirkenden Faktoren wahrnimmt, kann es helfen, mit der Suche nach Wegen zu beginnen, um seine Beziehungen in einen großzügigeren und gesünderen Zustand zu überführen.

Die Übel, mit denen wir kämpfen, halten uns oft in Verschwiegenheit fest. Besonders wenn es sich um etwas wie Pornografie handelt, können Furcht, Verlegenheit und Scham intensiv sein. Jemand, der eine tiefe spirituelle Einsicht in all dies hatte, war der hl. Ignatius von Loyola. Er bemerkte:

Wenn der Feind der menschlichen Natur gerade eine Seele mit seinen Ränken und Verlockungen verführt, wünscht er ernsthaft, dass sie im Verborgenen wirken und geheim gehalten werden. Aber wenn man sie einem Beichtvater bekennt oder einer anderen geistlichen Person, die seine Betrügereien und arglistigen Pläne durchschaut, dann ist der Teufel sehr verärgert. Denn er weiß, dass er bei seinen üblen Unternehmungen nicht erfolgreich sein kann, wenn seine augenscheinlichen Betrugsversuche entlarvt sind.[11]

Voraussetzung für den Gebrauch von Pornografie ist irgendeine Art von Stillschweigen. Dieses Verschweigen zu durchbrechen, indem man mit einer anderen Person spricht, kann beängstigend sein, aber auch befreiend.

 

Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben.“ (Ps 32,5)

Das Bußsakrament

Dass wir uns unser Problem selber eingestehen, ist ein wichtiger erster Schritt. Wie der hl. Ignatius bemerkte, kann dies im Bußsakrament geschehen. Dieses Sakrament ist eine reiche Göttliche Quelle der Stärke und geistigen Gesundheit. Es ist für uns das normale Mittel – eingesetzt von CHRISTUS und vermittelt durch die Kirche –, um Versöhnung zu erlangen und spirituelle Heilung. Kurz gesagt: Pornografie ist sündig und das Bußsakrament beseitigt Sünde. Dieses Sakrament bringt uns in Verbindung mit der Tiefe von GOTTES erbarmungsvoller Liebe. Es entfernt, was schlecht ist. Es stärkt uns in dem, was gut ist, durch die Gnade GOTTES.

Die Früchte dieses Sakramentes sind mannigfaltig. Der Katechismus lehrt, dass es wieder in den Stand der GÖTTlichen Gnade versetzt und uns in Freundschaft mit GOTT verbindet. Es bringt uns eine geistliche Auferstehung und führt uns in das Österliche Geheimnis, da wir unserer Sündigkeit absterben und zu einem neuen Leben in CHRISTUS auferstehen. Das Bußsakrament versöhnt uns mit der Kirche und belebt das Leben des reuevollen Sünders aufs Neue.[12]

Für jeden, der mit Pornografie kämpft, bietet das Bußsakrament eine unfehlbare Quelle heilender Gnade. JESUS sprach von der Freude des Himmels über einen reuevollen Sünder (Lk 15,10). Wenn es würdig empfangen wird, lässt es die Engel im Himmel jubeln. In diesem Sakrament begegnen wir CHRISTUS, dem Göttlichen Arzt. Wenn wir Ihm unsere Wunde öffnen, kann Er beginnen, uns mit Seiner Gnade zu heilen.

 

„Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?“ (Lk 14,28)

Was können wir tun?

Dieser Hirtenbrief wird angeboten als Teil einer umfassenden Bemühung in der Diözese von Kansas City - St. Joseph, um im Kampf gegen Pornografie und ihre zerstörerischen Auswirkungen beim Einzelnen in unseren Familien und unserer Gesellschaft voranzukommen. Die Taktik, die wir anwenden, soll die gesetzgeberische Verteidigung gegen die Lieferanten der Pornografie ergänzen. Das Unrecht gegen die Darsteller oder Mitarbeiter in den pornografischen Medien muss benannt und abgestellt werden. Ich ermutige und unterstütze alle, die – in Übereinstimmung mit ihrem Amt und ihrer Kompetenz – diese Plage erfolgreich zurückweisen. Wir wissen, dieser Dämon ist „Legion“, aber wir machen voll Hoffnung weiter.

Unsere Bemühungen und mein Ziel beim Schreiben  ist vorrangig, uns allen zu helfen, dass wir geistlich stärker werden in unserem Kampf gegen die Pornografie. Wir müssen uns gegenseitig helfen, im Wege einer Gefolgschaft, die gründet in Keuschheit und Reinheit des Herzens, was uns hilft, GOTT zu schauen.

 

„Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt.“ (Eph 6,12)

Einen Plan entwickeln, um fest zu bleiben

Wir haben über den ersten und notwendigen Schritt in unserem spirituellen Kampf gegen die Lügen und Verflechtungen der Pornografie gesprochen. Ernsthafte Reue wendet unseren Blick wieder GOTT zu und das Bußsakrament erneuert in uns die Gnade und das Leben CHRISTI. Um Ausdauer zu bewahren, müssen wir einen Plan entwickeln, um „nüchtern zu bleiben“ und die Vergiftung durch Pornografie zu vermeiden. Wir werden keinen Erfolg haben, wenn wir meinen, wir könnten die Versuchungen, Pornografie zu gebrauchen, leicht beiseite schieben. Wir müssen die Gelegenheit zur Sünde meiden, das heißt, alles, was in diese Richtung führt.

Was sind unsere besonderen Schwächen gegenüber diesen Verlockungen? Rechtschaffen und demütig müssen wir oft vor ihnen weglaufen wie vor einem wilden Tier, vor dem wir nicht genügend Schutz haben.

Wir sind anfälliger für heimliche Sünden: 1. wenn wir allein oder mit gewissen Leuten zusammen sind, 2. wenn die Gegenstände erreichbar sind und 3. wenn uns Zeit zur Verfügung steht.

 

Verschwiegene oder verführerische Umgebung meiden. Wir müssen achtsam sein und genau planen, was wir tun, wenn wir privat sind. Allein für uns müssen wir auf der Hut und uns unserer Schwachheit bewusst sein. Können wir jemand einladen, unseren Computer zu überwachen? In vielen Geschäftsbüros wird dies nur auf gut Glück gemacht. Manchmal bewahrt das Risiko, aufzufallen, Menschen vor bestimmten Gelegenheiten, Pornografie anzuschauen. Die Verpflichtung eines verlässlichen Partners, der ein Protokoll der Internetseiten erhält, die wir besucht haben, mag uns helfen, in dieser Hinsicht ehrenhaft zu bleiben (vgl. Anhang II). Zu Hause sollte ein Computer eher in einem für jeden zugänglichen Raum stehen als in einem Privatraum.

Gleicherweise müssen wir Situationen vermeiden, wo das Zusammensein mit gewis­sen Leute einen ungebührlichen Druck auf uns ausüben könnte, am Gebrauch von pornografischen Videos oder Zeitschriften usw. teilzunehmen. Wir müssen ver­suchen, gesunde und hilfreiche Freundschaften zu pflegen. Wenn wir stärker geworden sind, können wir versuchen, unsere Kollegen in Aktivitäten einzuführen, die nicht so erniedrigend für die Menschenwürde sind.

 

Pornografisches Material entfernen. Wir müssen jegliche gerade erreichbare Pornografie beseitigen. Vernichten Sie Ihren Zugang so rasch wie möglich. Zerstören Sie Videos, werfen Sie Fotos und Zeitschriften weg, kündigen Sie problematische Kabel- oder Satellitenkanäle.

Da wir damit aufgewachsen sind, von Computern abhängig zu sein, ist es schon schwieriger, wenn es um Beschäftigung mit Internetpornografie geht. Zuerst können wir die Computer-Bookmarks [Lesezeichen, Favoriten] wegschaffen, die leichten Zugang ermöglichen: Benützen Sie einen Filter (vgl. Anhang II). Wenn Sie wüssten, dass der Verzehr gewisser Lebensmittel oder die Einnahme gewisser Medikamente, gegen die Sie allergisch sind, Sie töten wird, würden Sie sehr sorgfältig diese Sachen meiden. Wenn das Losmachen vom Computer der einzige Weg ist, Ihre Keuschheit – ihre sexuelle „Nüchternheit“ – sicherzustellen, können solche Maßnahmen für das Leben Ihrer Seele unumgänglich sein.

Wenn das Fernsehen in Ihrem Hotelzimmer eine Gefahr darstellt, schalten Sie es gar nicht erst ein. Bringen Sie Lesestoff oder zu erledigende Arbeit mit. Gehen Sie in den Übungsraum. Telefonieren Sie mit einem Freund oder Ihrer Gattin oder den Kindern. Menschen, die „Gewohnheitstrinker“ sind und Entziehungsprogramme gemacht haben, wissen, dass sie nie wieder zu einem Glas greifen dürfen, und sie bleiben von der Bar weg.

Zuhause benützen immer mehr Familien blockierende Vorrichtungen am Fernsehapparat, oder sie verwenden das Fernsehen nur gelegentlich, um familienfreundliche Filme oder Sportereignisse gemeinsam anzuschauen.

 

Gute Verwalter unserer Zeit sein. Müßige Zeit kann die Gelegenheit für unseren Pornografie-Gebrauch sein. Wir kennen die Binsenweisheit: „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Wir wollen in unseren Aktivitäten nicht übertreiben. Es ist wertvoll, sich Zeit für Ruhe und Erholung zu nehmen, aber wir müssen gute Verwalter unserer Zeit sein. Vor fast einer Generation hörte ich jemanden das Fernsehen als eine „Gesellschaft ohne Verantwortung“ beschreiben. Wir sollten unsere Zeit verwenden, um in aufbauender Weise Dinge zu tun, die Teil der Lebensorientierung sind, die wir für uns wollen, und die unsere Verpflichtungen anderen gegenüber ausdrücken und bekräftigen.

 

Unsere Schwächen kennen. Mögen wir beginnen, uns einzugestehen, dass unser Verlangen nach ausdrücklicher Pornografie dahinter steckt, wenn wir (zunehmend freizügigere und zweideutigere) Fernseh-Shows, Reality-TV oder schamlose Werbung anschauen oder Illustrierte (die nicht ausdrücklich als erotisch gelten [...]) oder Romane mit freizügigen Szenen lesen, im Wissen, dass sie mit der Verlockung spielen.

Ehrlich zu sein hinsichtlich unserer persönlichen Schwachstellen auf diesem Gebiet, wird uns helfen, „die Gelegenheiten zur Sünde“ – ferne oder nahe Gelegenheiten – zu meiden, die zu unserem Fall führen können. Um in diesem Kampf erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Stärken und Schwächen abwägen und uns vergegenwärtigen, wie wir beide berücksichtigen können. Versuchen Sie nicht, die Schlacht „innerhalb der Festung“ auszutragen; begegnen Sie dem Feind, ehe er in Ihre Verteidigungsanlage eine Bresche schlägt. Lernen Sie die drohende Gefahr zu erkennen, bevor sie zu nahe kommt oder zu stark wird.

 

„Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer VATER ist.“ (Mt 5,48)

Einen Plan entwickeln, um als Jünger in der Heiligkeit zu wachsen

Die Seligpreisungen und der Rest der Bergpredigt CHRISTI zeigen ein Modell für das gewissenhafte und gläubige Jünger-Sein. Es genügt nicht, das Böse zu entfernen. Wir müssen das Gute hereinbringen. Wenn wir das Schlechte nicht durch etwas Gutes ersetzen, kann es leichter zurückkehren (vgl. Lk 11,24-26). Durch Reue und sakramentale Versöhnung begeben wir uns aus dem Dunkel ins Licht, aber wir brauchen einen Plan, um im Licht zu bleiben. Die Einzelheiten dieser Programms werden einige ganz wesentliche Punkte einschließen.

 

Verpflichtung zum täglichen Gebet. Der wirkliche Kern dieses Gebets muss ein sich steigernder Ausdruck unserer Beziehung zu GOTT, unserem VATER, sein, zu JESUS CHRISTUS, der uns erlöst, und zum HEILIGEN GEIST, der uns heiligt und uns hilft, CHRISTUS in der Welt ähnlicher zu werden. Es ist nötig für uns, GOTTES Bestätigung zu hören – die Bekräftigung unserer angeborenen Güte und Würde –, so dass wir anfangen können, andere auf ähnliche Weise zu lieben. Das ist mehr, als nur Gebete zu sprechen, so wichtig das ist. Es verwurzelt unser Sein in GOTT. Es öffnet unsere Herzen und lässt Ihn uns Sein Wort der Liebe, der Barmherzigkeit, des Trostes und der Aufforderung sagen. Unsere katholische Überlieferung ist ungeheuer reich an vielerlei Arten des Gebetes. So etwa Eucharistische Anbetung, Lectio Divina (beten­des Lesen der Hl. Schrift), Meditation, Betrachtung, und fromme Gebete einschließlich des Rosenkranzes, des Barmherzigkeitsrosenkranzes und der Kreuzwegstationen. Diese unsere reiche und vielfältige Tradition hilft uns, tiefer ins GÖTTliche Leben hineinzuwachsen.

Meditation, anschauliche Reflexion der Geheimnisse, des Lebens und der Taten CHRISTI, und der fromme Gebrauch religiöser Bilder, Statuen etc. liefern uns positive Bilder für die sinnliche Vorstellung und das Gedächtnis. Diese können mehr und mehr die Bilder und Phantasien verdrängen, die uns Gelegenheit zur Sünde bieten.[13]

 

Heiliges Messopfer. Für uns Katholiken ist die hl. Messe und der würdige Empfang der hl. Eucharistie der Quell, aus dem wir unsere geistliche Stärke und den höchsten Ausdruck unserer Anbetung und Danksagung GOTT gegenüber schöpfen. Hier schenkt sich JESUS buchstäblich selber. Hier treten wir in die Stunde Seines Opfers ein. An jedem Sonn- und verpflichtenden Feiertag an der hl. Eucharistie teilzunehmen, stärkt uns, und hält uns in der Gemeinschaft mit der Kirche. Öfter an der hl. Messe und am Kommunionempfang teilzunehmen - vorausgesetzt wir haben uns nicht von GOTT durch eine schwere Sünde entfremdet -, kann für uns eine unschätzbare Hilfe sein, um im Licht zu bleiben.

 

Tägliche Gewissenserforschung und häufige Beichte. Niemand kann hoffen, im geistlichen Leben ernsthaft zu wachsen, ohne die beständige Bußgesinnung, zu der uns CHRISTUS auffordert. Vor allem wenn wir versuchen, mit den Gewohnheiten verderblicher Sünden zu brechen, bereitet uns ein kurzer Rückblick auf unseren Tag, bei dem wir unsere Reue über die Sünde erneuern und unseren Fortschritt beobachten, auf eine würdige Feier der Beichte vor. Die Heiligen lehren uns, unsere tägliche Gewissenserforschung kurz zu halten, damit nicht die Leidenschaft unserer Sünden wieder angefacht wird. Neue Versuchungen Satans und gelegentliche Entmutigungen werden nicht ausbleiben. Aber wir müssen in der Hoffnung ausharren trotz unseres Versagens. Eine ehrliche, vollständige und demütige Beichte, monatlich oder öfters, wenn möglich beim selben Beichtvater, wird uns gewaltig gut tun, wenn wir durchhalten und nicht den Mut verlieren.

Wie der Weg zum Arzt ist der Empfang der Wiederversöhnung sowohl heilsam als auch vorbeugend. Er ist heilsam, weil er die Sünde beseitigt, und er ist vorbeugend, weil er uns stärkt und erlaubt, gesund zu bleiben. Selbst wenn wir keiner schweren Sünde schuldig sind, verleiht uns dieses Sakrament Kraft und Hilfe, auf ebener Bahn weiterzulaufen. Ich kann die große Bedeutung der häufigen Beichte auf meinem eigenen geistlichen Weg bestätigen. Es ist eine wertvolle Möglichkeit, mit der auch ich versuche, nahe bei CHRISTUS zu bleiben und das Geheimnis des GÖTTlichen Erbarmens und der Versöhnung im meinem eigenen Leben lebendig zu halten.

 

Geistliche Lektüre lesen. Ein anderes Hilfsmittel findet man im Lesen. Als Wort GOTTES an uns ist die Bibel lebenspendend und unersetzlich. Unsere Überlieferung ist reich an klassischen geistlichen Werken, besonders den Lebensbeschreibungen der Heiligen oder ihren persönlichen Schriften. Das Lesen der Päpstlichen Enzykliken und anderer lehramtlicher Schreiben wird uns behilflich sein, die geoffenbarte Wahrheit zu verstehen. Die katechetischen Ansprachen von Papst Johannes Paul II., die manchmal zusammenfassend als „Theologie des Leibes“ bezeichnet werden, bieten ein positives und wesentliches Verständnis der menschlichen Geschlechtlichkeit.

 

Sich der Gegenwart GOTTES bewusst werden. Die tägliche Hingabe unseres Seins und unserer Bemühungen an GOTT - ein Morgenopfer - und die Erneuerung des Bewusstseins Seiner Gegenwart und Seiner Liebe inmitten unserer täglichen Beschäftigungen werden uns helfen, alle unsere Alltagstätigkeiten zu heiligen. Andachtsgegenstände oder Sakramentalien wie z. B. eine geweihte Medaille oder ein Skapulier können eine Quelle der Gnade sein und uns erinnern an unsere Beziehung zu GOTT und unser Gliedsein in CHRISTI Leib, der Kirche. Eine religiöse Medaille oder ein Heiligenbild an oder nahe dem Computerbildschirm oder oben auf dem Fernsehgerät können uns helfen, uns an unser Versprechen, ein neues Leben in CHRISTUS zu führen, zu erinnern.

 

„Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ (2 Kor 6,2)

Stark werden in der Übung der Tugend

Die Entwicklung eines Planes, um in der Heiligkeit zu wachsen, wird umso vollständiger sein, wenn wir anfangen, hochherzig eine apostolische christliche Liebe zu praktizieren. Wir müssen über uns selbst hinauswachsen, uns nach den anderen ausstrecken aus der Liebe zu CHRISTUS heraus. Diese aktive Nächstenliebe, die sich in einer selbstlosen und edelmütigen Liebe ausdrückt, ist das Gegenstück zur Pornografie und zu anderen sich sexuell ausdrückenden Symptomen der Selbstsucht.

 

Mäßigkeit in der Ausübung unseres sexuellen Verlangens, die unerlässlich ist für den Erfolg gegen die Verlockungen der Pornografie, kann gestärkt werden, wenn wir Maß halten in Speise und Trank. Je mehr wir lernen, unseren Willen zu stärken durch gelegentliches Ablehnen erlaubter Genüsse, umso mehr wird uns wahrscheinlich die Mäßigkeit gelingen, die die Keuschheit stützt. Wenn wir dies aus dem Beweggrund der Liebe zu CHRISTUS tun, wird aus der „Zucht“ die ‚Jüngerschaft“. Es ist eine Art geistigen In-Form-Bringens, das uns für andere Herausforderungen stärkt, die kommen werden.

 

Schamhaftigkeit ist die Schicklichkeit und Zurückhaltung in der Art, wie wir uns kleiden, wie wir handeln und sprechen. Sie schützt das Geheimnis der Person und ihrer Liebe.[14] Die Haltung der Schamhaftigkeit und Bescheidenheit in der Bekleidung zu leben, kann helfen, die voyeuristischen Neigungen, die Teil der Pornografie sind, zu vereiteln. Eine erneuerte Verpflichtung zur Schamhaftigkeit hilft uns, die Ungerechtigkeit der Pornografie, die die Würde der Person untergräbt, zu bekämpfen. „Wachsamkeit der Augen“ bedeutet, dass wir uns von jenem Starren abwenden, das auf unsere Befriedigung und unsere Neugier abzielt. Diese uralte Praxis kann uns helfen, Gelegenheiten zur Sünde zu meiden, die uns sonst dazu führen, andere auszubeuten.

 

Reinheit ist die wunderschönste Eigenschaft der Liebe und des Lichtes JESU CHRISTI. Wenn wir der Reinheit CHRISTI ausgesetzt sind, werden wir selbst gereinigt. Jene, die verliebt sind, suchen ihre Selbsthingabe mit ungeteiltem Herzen und auf eine Weise auszudrücken, die auf das Wohlbefinden des anderen abzielt. Der ausbeuterische Gebrauch der anderen durch die Pornografie ist ein direkter Widerspruch zu dieser Reinheit, die GOTTES Liebe charakterisiert und die das Modell für unsere Liebe sein muss. Wenn wir nachdenken über unsere natürliche Ausübung der Reinheit, die wir in der Beziehung zu unseren Kindern, unseren Eltern und Geschwistern haben, werden wir zunehmend unsere Fähigkeit steigern, andere Menschen ebenso mit reinem und ungeteiltem Herzen zu lieben.

 

Keuschheit, wie wir sie oben ausführlich beschrieben haben, kann auf positive Art verwirklicht werden. Sie bedeutet, andere mit dem Respekt zu behandeln, der ihnen wegen ihrer Menschenwürde und ihres Wertes zukommt – etwas, das von GOTT selber stammt. Keuschheit ist der verantwortungsvolle Umgang mit unserem Gefühlsleben, und zwar so, wie es für die jeweilige Beziehung am angemessensten ist. Wenn wir uns erlauben, durch irgendjemanden, den wir überhaupt nicht kennen, geschlechtlich befriedigt zu werden – was in der Pornografie geschieht –, so ist das der Inbegriff der Unkeuschheit. Wenn wir uns entscheiden, uns zu jeder Person in der Weise zu verhalten, die am besten mit ihrer Würde und dem Wesen unserer Beziehung übereinstimmt, so ist das eine positive Übung der Keuschheit. Wenn wir keusch sind – Menschen bewusst in dieser tiefen respektvollen Weise lieben –, so stärkt uns das wirklich gegenüber Akten der Unkeuschheit.

Was will ich damit sagen? Ein Weg, sich erfolgreich von der Versuchung der Pornografie abzuwenden, bedeutet, die Tugenden der Mäßigkeit, Schamhaftigkeit, Reinheit und Keuschheit „aufzubauen“. Der tiefste Grund – das höchste Ziel – aller Tugenden ist die Liebe, die sich in einer hochherzigen Hingabe ihrer selbst ausdrücken muss.

 

„Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt;
wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.“
(Sir 6,14):

Ein Unterstützungssystem aufbauen

Menschen, die Süchte überwunden haben, halten daran fest, dass dies nicht im Alleingang zu leisten ist. Die Sache zu bekennen, sich selbst zu überprüfen, täglich zu beten und Vergebung im Beichtsakrament zu suchen, sind gute, wichtige und heilige Schritte. Ein sachverständiger Seelenführer kann uns helfen, uns zu entwickeln und am Lebensplan festzuhalten, den wir weiter oben vorgeschlagen haben.

Falls Sie (oder jemand, den Sie kennen) jedoch bereits den Punkt des Süchtigseins und sogar schon der Abhängigkeit erreicht haben, ist möglicherweise mehr Hilfe notwendig. Es ist wichtig, ein Unterstützungssystem aufzubauen. Dieses System beinhaltet möglicherweise beratende Begleitung durch einen kompetenten Profi. Es bein­haltet vielleicht eine Unterstützungsgruppe. Unsere Diözese bietet bereits eine solche Unterstützungsgruppe für Männer an, und wir hoffen, eine andere für Frauen einrichten zu können. Die „Nationale Koalition für den Schutz der Kinder und der Familien“ sponsert eine Telefonberatung für die, die mit Pornografie zu kämpfen haben und für diejenigen, die versuchen ihnen zu helfen (vgl. Anhang II). Eine andere, immer populärer werdende Maßnahme sind Gruppen von füreinander Verantwortlichen [Selbsthilfegruppen]. Eine Anzahl von Personen treffen sich regelmäßig, um sich über ihre Kämpfe und Erfolge zu besprechen. Sie geben einander die Erlaubnis zu überprüfen, nachzufragen und andere Mitglieder der Gruppe herauszufordern.

Es gibt noch zusätzliche Hilfsmöglichkeiten für diejenigen, die mit Internet-Pornografie zu kämpfen haben. Eine solche Möglichkeit ist es, einen Computerfilter zu kaufen und einen Freund zu bitten, diesen herunterzuladen und mit einem Passwort zu sichern, das einem selbst nicht mitgeteilt wird. Eine andere Möglichkeit ist ein „Dienst der Verantwortlichkeit“, wo über jede im Internet besuchte Seite ein Bericht an zwei Freunde dieser Selbsthilfegruppe gesendet wird. Dies kann in Verbindung mit einem Filter gemacht werden.

Die Gesellschaft, in der wir uns aufhalten, kann uns entweder schaden oder in unseren Bemühungen helfen. Der Zweck jeder Freundschaft ist es, dass Menschen sich gegenseitig nach oben ziehen, nicht nach unten. Wenn Freunde uns in die Sünde führen, dann sind es keine wahren Freunde, und es ist notwendig, Menschen zu suchen, die wahre Freunde sein können.

Unser Unterstützungssystem hört nicht mit Profis und Freunden auf. Es gibt noch eine ganze weitere Kategorie eines ganz unterschiedlichen Kreises von Freunden und Profis. Wir nennen sie die Heiligen. Diese heiligen Männer und Frauen regen uns an durch ihr heldenhaftes Leben, sie geben uns ein Beispiel, dem es nachzufolgen gilt, und sie helfen uns durch ihre beständige Fürbitte.[15]

Die heilige Jungfrau Maria zeigt uns, was es bedeutet, treu zu GOTT zu stehen in der Reinheit des Herzens. Sie ist unsere allerreinste Mutter, unsere allerkeuscheste Mutter, unsere unversehrte Mutter, unsere unbefleckte Mutter[16] und hilft uns mit ihren Gebeten, ihrem Sohn in Wahrheit zu folgen. Der heilige Josef wird in ähnlicher Weise als rein und keusch angerufen. Als Patrone unserer Diözese bitte ich sie beständig um ihre Hilfe und Führung und bitte sie nun um ihre Hilfe für alle, die mit Pornografie zu kämpfen haben.

Die hl. Maria Goretti (1890-1902) und der hl. Karl Lwanga (+1886) sind nur zwei Beispiele von jungen Menschen, die lieber zum Märtyrer wurden als in sexuelle Unreinheit einzuwilligen. Andere Heilige sind bekannt für ihre Bekehrung von einem sündigen Leben. Sie sind Vorbilder für uns dafür, was möglich ist, wenn wir uns selbst ganz der verwandelnden Gnade CHRISTI übergeben. Möge die Glaubenstreue und die Keuschheit dieser himmlischen Freunde uns zu größerer Treue und Keuschheit in unserem Lebensstand führen.

 

„Wir wollen mutig für unser Volk... kämpfen.“ (1 Chr 19,13)

Aktiv werden

Es steht viel auf dem Spiel. Dies ist ein Problem, das von uns allen Handeln erfordert - von jedem einzelnen und von der Kirche.

An jene, die mit Pornografie zu kämpfen haben: Gib nicht auf! Dies kann ein gelegentliches Problem sein, eine richtige Abhängigkeit oder ein Problem, das irgendwo dazwischen liegt. Wo immer du auch bist, sei ehrlich zu dir selbst. Suche das Sakrament der Versöhnung. Finde jemanden, dem du traust, der verlässlich ist und dir zur Seite steht und hilft.

Erforsche dein Leben und finde heraus, was dich zu diesem Verhalten treibt. Beschaffe dir einen Computerfilter und sorge für ein solches „System der Verantwortlichkeit“ [wie oben beschrieben]. Professionelle Beratung ist eine weitere wichtige Hilfe. Die Unterstützungsgruppe, die von unserer Diözese gesponsert wird, funktioniert wie eine Auffangstelle, um Menschen in ihrem Heilungsprozess zu helfen. Im Anhang II sind eine Reihe von Hilfsangeboten aufgelistet; halte durch und verliere nicht den Mut!

 

An die Eltern: Eure Rolle im Leben eurer Kinder ist unersetzlich. Eure Aufgabe ist eine zweifache: schützen und ausrüsten. Es gibt viele Dinge die ihr tun könnt, um eure Kinder zu schützen. Ihr habt Schlösser an den Türen eurer Häuser, um sie vor unwillkommenen Fremden zu bewahren. Eure Computer sind offene Türen für eure Kinder, wenn ihr sie nicht mit Sicherheitsvorkehrungen schützt.

  • Bewahrt den Computer in einem offen zugänglichen Bereich eures Heimes auf.

  • Verseht Euer Internetprogramm mit einem Passwort, so dass eure Kinder nicht ins Internet können - es sei denn, ihr loggt sie ein.

  • Besorgt euch einen Computerfilter.

  • Handelt vorsorglich. Geht nicht davon aus, dass solche Dinge nur in anderen Familien vorkommen.

  • Bevor ihr eurem Kind erlaubt, bei einem Freund zu übernachten, erkundigt euch erst, ob die Eltern einen Computerfilter installiert haben.

Dieses Problem ist aber viel größer als das Internet. Neben der veröffentlichten Pornografie gibt es auch noch „Chat Rooms“ [virtuelle „Gesprächsräume“ im Internet], iPods [tragbare Musik- und Videoplayer] und Fotohandys. Diese können leicht missbraucht und zu einem Mittel werden, Kinder und junge Menschen der Pornografie auszusetzen.

Blogs [Internet-Tagebücher] stellen ein weiteres Problem dar. Falls euer Kind einen Blog hat, besucht diesen regelmäßig. Achtet darauf, dass keine Adressen, Telefonnummern oder andere Informationen, die der persönlichen Identifizierung dienlich sind, dort aufgelistet werden, und dass auch kein obszönes oder aufreizendes Material dort auftaucht. Manche Blog-Seiten können so eingerichtet werden, dass nur bestimmte Freunde Zugang dazu bekommen. Schutz ist der erste wichtige Schritt.

Der zweite Schritt ist ebenfalls sehr wichtig: Bereitet euer Kind darauf vor, mit einer Welt umzugehen, in der so viel Pornografie so leicht zugänglich ist. Es ist notwendig, Filter und andere Schutzmaßnahmen auf eurem Computer zu haben; aber eines Tages werden eure Kinder vielleicht mit einem ungefilterten Computer in Berührung kommen. Werden sie zu diesem Zeitpunkt genügend erzogen und moralisch gestärkt sein, um der Versuchung zu widerstehen?

Zu gegebenen Zeitpunkten haben Eltern die Verantwortung, ihre Kinder über die Schönheiten der GOTTgegebenen Sexualität und die Wahrheiten der sexuellen Moral zu unterrichten. Dies verlangt zuvor ein Studium der Lehre der Kirche[17], und ein rechtes Vorbild der Eltern. Es muss zugegeben werden, dass der weit verbreitete Gebrauch von künstlichen Verhütungsmitteln eine verheerende und systematische Auswirkung auf die Familien und die Kultur hatte. Eltern, die bisher noch nicht in der Lage waren, ihre eigene eheliche Geschlechtlichkeit mit Verantwortung zu leben, werden es schwerer haben, ihre Kinder wirkungsvoll in der richtigen Ordnung dieser vitalen menschlichen Kräfte zu unterweisen – dieser Kräfte, die ihre bedeutsamste Ausprägung in der lebenslangen Liebe haben, die auf die Weitergabe des Lebens ausgerichtet ist.

Betet zusammen als Familie. Geht zusammen beichten und zur hl. Messe. Nehmt gemeinsam Mahlzeiten ein. Stellt Regeln auf für den Gebrauch von Telefon, Fernsehen, Videospielen und Internet. Eltern, erzählt euren Kindern von der Heiligkeit reiner, keuscher Liebe, und helft ihnen, gutes Lesematerial zu finden.

Ihr könnt sie nicht vor allen Gefahren bewahren, denen sie irgendwann ausgesetzt sein werden, aber ihr könnt sie so ausrüsten, dass sie diesen Gefahren begegnen können.

 

An die Pfarrer, anderen Priester und Diakone: Ihr dient mit dem Volk GOTTES in vorderster Linie.

Die Menschen bedürfen eurer moralischen Führung und Leitung. Scheut euch nicht, über dieses Thema zu sprechen. Geht es mit Schamhaftigkeit und Klugheit an, aber vergesst nicht, uns alle daran zu erinnern, welche Gefahr dieses Übel für unsere Seele darstellt. Verkündet mit klaren und mutigen Worten die Wahrheit der Kirche zu Fragen der sexuellen Moral und Verantwortung. Sprecht von der Schönheit der Keuschheit, zu der wir alle berufen sind. Tut dies zum Wohl eurer jungen Leute: um die zu unterstützen, die sich mühen, ein Leben in Keuschheit zu führen, ebenso wie für diejenigen, die sich in Schwierigkeiten befinden.

Katholiken können und sollten mit anderen Christen und Menschen guten Willens zusammenarbeiten, um in dieser Hinsicht das Bewusstsein zu schärfen, Bildungsangebote zu schaffen und Quellen zur Verfügung zu stellen, die dieses Problem behandeln und eine positive zielgerichtete Beschäftigung damit eröffnen.

Als Verwalter des Bußsakramentes sind die Priester auf einzigartige Weise dazu berufen, Menschen zu helfen, die mit diesem Problem kämpfen, und ihnen Hoffnung und Heilung anzubieten. Beschäftigt euch eingehend mit dieser schwerwiegenden pastoralen Herausforderung, um denen, die eure Hilfe suchen, besser zu Diensten sein zu können. Schafft häufige Gelegenheiten zum Empfang des Sakraments der Versöhnung. Predigt über die Notwendigkeit dieses Sakraments.

Unglücklicherweise sind Geistliche vieler christlicher Traditionen – auch unserer eigenen – selbst in diese Problematik verstrickt. Wenn dies der Fall ist, so lasst euch bitte helfen – nicht nur um euer selbst willen, sondern auch wegen der Menschen, denen ihr im Namen JESU dient.

 

An die Lehrer, Schulleiter [der kirchlichen Schulen in den USA] und Pfarrei-Mitarbeiter: Ihr alle seid auf einzigartige Weise wertvolle Mitarbeiter der Kirche, und die Kirche braucht eure Hilfe im Kampf gegen das Böse. Durch die Aufgabe, die ihr übernommen habt, tragt ihr zum Aufbau des Leibes CHRISTI bei. Ihr Lehrer, zeigt euch bereit, gute moralische Werte weiterzugeben. Habt keine Angst, mit den Eltern zu reden und sie in ihrer elterlichen Verantwortung zu unterstützen.

Schulleiter, ihr könnt von eurer Stelle aus auf besondere Weise wegweisenden und erzieherischen Einfluss sowohl auf das Lehrerkollegium als auch auf die Schulgemeinschaft ausüben. Bietet zu der anstehenden Thematik eine schulinterne Fortbildung an. Stellt sicher, dass die Computerräume der Schulen entsprechend geschützt sind.

Jugendseelsorger, ihr seid in besonderer Weise dazu berufen, jungen Menschen zu helfen, die sich euch öffnen. Macht euch selber mit den vorhandenen Hilfsmöglichkeiten vertraut und unterstützt die jungen Leute, sich an ihre Eltern und andere Familienmitglieder zu wenden, die ja eine einzigartige Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder auf diesem Gebiet haben.

 

An die Verantwortlichen in den Medien: Ihr seid die Hüter von machtvollen Entwicklungen auf den Gebieten von Kommunikation und Technologie. Diese Entwicklungen können dem Aufbau einer menschlichen und solidarischen Gesellschaft dienen. Sie können die Menschen aber auch in die Isolation treiben, ihnen schaden und sie auf einen Weg führen, der weniger menschlich ist. Bitte nützt diese technologischen Entwicklungen zum Wohl der Allgemeinheit. Distanziert euch im Interesse eures eigenen Seelenheils vollständig von einer Industrie, die aus dieser Ausbeutung ihren Vorteil zieht. Sorgt für gute Unterhaltungssendungen und für eine Kommunikationstechnologie, wie sie in der heutigen Zeit nützlich und notwendig ist, ohne jedoch die niedrigsten menschlichen Instinkte zu befriedigen.

 

An die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst: Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein wertvolles Gut, das ich zutiefst schätze und verteidige. Laut einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes gehört Obszönität nicht zur geschützten Meinungsäußerung, wenn es auch im Ermessen der einzelnen Ortsbehörden liegt, zu definieren, was als obszön gilt. Pornografie ist dazu geeignet, Ehe und Familie zu schwächen, Kriminalität zu fördern und die Achtung vor dem Eigentum anderer zu untergraben. Bitte setzt euch im Interesse des wirtschaftlichen und moralischen Wohles derer, denen zu dienen ihr geschworen habt, gegen Pornografie und für das Allgemeinwohl ein.

 

An die Berater, Ärzte und andere im Gesundheitswesen Tätigen: Auch ihr habt eine spezielle Aufgabe, Menschen auf vertraulicher Basis zu helfen. Internetsucht und Internetpornografie haben ernste Auswirkungen. Daher bitte ich ganz besonders die Berater, Psychologen und Ärzte, sich vermehrt darüber zu informieren, wie Menschen mit diesen Problemen geholfen werden kann. Gebt euer Wissen dann an Eltern, an Geistliche und an die Öffentlichkeit weiter in einer Weise, die die Würde der menschlichen Person und die von GOTT gewollte Bedeutung und Aufgabe der menschlichen Geschlechtlichkeit respektiert. Berücksichtigt dabei ganz bewusst die heilende Kraft des übernatürlichen Glaubens als Ansporn und Quelle der Erneuerung für alle, die unter den schädlichen Auswirkungen der Pornografie leiden.

 

Schließlich an alle Menschen: Mögen wir alle – und ich schließe mich hier selbst ein – uns täglich bemühen, in Übereinstimmung mit unserem Lebensstand zuzunehmen an Reinheit des Herzens und Keuschheit. Dies ist der Weg zum wahren Glück, und so wachsen wir in der Liebe und werden GOTT ähnlicher. Herzensreinheit ist nicht einfach eine nette Tugend. Sie öffnet uns dafür, GOTT zu schauen.

 

SCHLUSS

 

„Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“ (Röm 13,12):

Das Licht der GÖTTlichen Gnade

Liebe Freunde! Das oben angesprochene Problem der Pornografie geht uns alle an. Es betrifft nicht nur unser geistliches Leben und unsere moralische Gesundheit, sondern die Gesundheit unserer Nation und unserer Welt. Es greift unsere menschliche Würde an, die sich auf das Bild und Gleichnis GOTTES gründet und durch Seine Menschwerdung noch einmal geadelt wurde. Viele Menschen kämpfen mit der Porno­grafie. Vorbeugung kann hier unendlich viel Gutes bewirken, Vernachlässigung dagegen verantwortlich sein für entsetzliche und lebenslange Schäden. Kinder und junge Menschen müssen geschützt und gewappnet werden, um sich solchen und ähnlichen Problemen erfolgreich zu stellen, die uns heute begegnen.

Darüber hinaus brauchen die Menschen die positive Botschaft der Kirche über die menschliche Geschlechtlichkeit. Die Keuschheit ermahnt uns, so zu lieben wie GOTT liebt. Die Reinheit des Herzens ist ein gnadenvoller Weg der Nachfolge. Gelegentlich werden wir zu Fall kommen, aber mit der Gnade GOTTES gehen wir weiter auf dem Pfad des Lichtes, des Lebens und der Liebe.

Eine der weisen Lehren, die der hl. Benedikt in seiner Mönchsregel niederschrieb, lautet in wenigen und doch so tiefen Worten: „Niemals an der Barmherzigkeit GOTTES verzweifeln.“[18] Die schwerste Versuchung, der man ausgesetzt sein kann, besteht darin, an der Wahrheit der Liebe und Barmherzigkeit GOTTES zu zweifeln. Obwohl wir diese Barmherzigkeit nicht missbrauchen dürfen, dürfen wir niemals jene starke und lebenspendende Hoffnung aufgeben, deren uns auch der hl. Johannes, JESU Lieb­lingsjünger, in seinem Brief an die frühen christlichen Gemeinden versichert:

„Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim VATER: JESUS CHRISTUS, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.“ (1 Joh 2,1-2)

Wenn euch auch nur ein Satz aus diesem Hirtenbrief im Gedächtnis bleibt, so möge es dieser ein: Niemals an der Barmherzigkeit GOTTES verzweifeln.

In CHRISTUS und Maria

Robert W. Finn, Bischof von Kansas City - St. Joseph, Aschermittwoch., 21. Februar. 2007.

 

ANHANG I

Gebet in Zeiten der Versuchung (basierend auf Hebr 4,14-16)

HERR JESUS CHRISTUS, unser großer Hoherpriester, der Du in allem wie wir in Versuchung geführt worden bist, aber nicht gesündigt hast. Lass mich hingehen zum Thron Deiner Gnade, um Erbarmen und Gnade zu finden und Hilfe zu erlangen. Mach mir Deine Gegenwart bewusst. Stärke mich in meiner Schwachheit. Führe mich durch die Versuchungen in diesem Leben hindurch zu der Liebe, in der Du lebst in der Ge­meinschaft mit dem VATER und dem HL. GEIST, ein GOTT von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Gebet über einen neuen Computer

Liebender GOTT und VATER, Quelle alles Guten und alles Wissens, wir preisen Dich für Deine liebende Güte, die Du uns durch Deinen SOHN JESUS CHRISTUS erwiesen hast, der Fleisch annahm und unter uns lebte, und die Du durch Deinen HEILIGEN GEIST weiterhin in unsere Herzen ergießest. Gewähre, dass dieser neue Computer zum Dienst für Dich und für alle Wahrheit benützt wird. Er möge ein Instrument sein, das uns nach oben erhebt und nicht nach unten zieht. Mögen Pornografie, Hass oder andere solche Übel nie auf diesem Bildschirm erscheinen. Lass mich und alle, die diesen Computer nutzen, das mit der Reinheit des Herzens und frei von allem Bösen tun. Möge meine Arbeit an diesem Computer beitragen, Deinen Namen zu verherrlichen und Dein Reich aufzubauen. Führe uns durch dieses Leben dahin, dass wir an der vollkommenen Liebe und Freude teilhaben, in der Du mit JESUS CHRISTUS, Deinem SOHN, unserem HERRN, und dem HEILIGEN GEIST lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.«

 [Weitere Gebete, die angeführt werden: Seele CHRISTI; Gedenke, o gütigste Jungfrau; ein Teil aus der Litanei zum hl. Josef; Gebet zum hl. Erzengel Michael; Gebet zum Schutzengel]

 

ANHANG II

[Anhang II des Hirtenwortes nennt eine Reihe von nützlichen amerikanischen Internetadressen; Telefonnummern von Beratungsstellen; schließlich eine kurze Literaturliste, auf der unter anderem neben dem Dokument des Päpstlichen Rates für die Familie von 1995 drei Dokumente des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikations-mittel über „Kirche und Internet“ (2002), „Ethik im Internet“ (2002) und „Pornografie und Gewalt in den Kommunikationsmedien“ (1989) angeführt werden.]

[Übrigens bietet auch die (englische) Internetseite der Diözese Kansas City – St. Joseph (www.diocese-kcsj.org/myhousekcsj/) mehrere Beiträge zum Thema „Anti-Pornography Effort“ unter dem Titel „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen.“ (Jos 24,15), z. B. eine „Checkliste für eine geistlich gesunde Familie“.]

 


 

[1] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), Nr. 2354

[2] II. Vatikanum, Gaudium et spes, 22

[3] Gaudium et spes, 27.

[4] KKK 387

[5] KKK 1803

[6] KKK 1809

[7] KKK 2337

[8] Karol Woityla, Liebe und Verantwortung (Love and Responsibility, San Francisco 1993, 123)

[9] KKK 2521f

[10] National Coalition for the Protection of Children & Families. Warning: What you risk by using pornography.

[11] Ignatius von Loyola, Die Geistlichen Übungen des hl. Ignatius (The Spiritual Exercises of St. Ignatius, Westminster 1957, 145)

[12] KKK 1468-1470

[13] „Gedächtnis und Vorstellungskraft werden sich sehr hilfreich erweisen, wenn sie damit beschäftigt sind, die Frömmigkeit zu nähren, durch die Suche in der Hl. Schrift, in der Liturgie, und bei den gewähltesten Texten, den schönsten Gleichnissen, der reichsten Bildersprache der geistlichen Schriftsteller; und wenn die Vorstellung benützt wird, um sich in die Gegenwart GOTTES zu versetzen, indem die Geheimnisse unseres HERRN und der Allerseligsten Jungfrau im Einzelnen bildlich vorgestellt werden. So – weit davon entfernt, diese Fähigkeit zu hemmen – sollen wir sie mit ehrfürchtigen Darstellungen füllen, die gefährliche Neigungen verdrängen...“ Tanquerey, Adolphe. (The Spiritual Life: A Treatise on Ascetical and Mystical Theology. 2nd and revised edition. Book I; Chapter III; Art IIII; 783C.)

[14] KKK 2522

[15] Vgl. Sacramentary, Prefaces P69, P70 Holy Men and Women I and II.

[16] Lauretanische Litanei

[17] Zwei hervorragende Dokumente sind: Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung, Päpstlicher Rat für die Familie, 1995. Und eine neue Veröffentlichung der US-Bischöfe: Eheliche Liebe und das Geschenk des Lebens, USCCB November 14, 2006.

[18] Benedikt von Nursia, Die Regel des hl. Benedikt (The Rule of St. Benedict, New York, 1975, 54.)

 

  www.kath.eu.tfback top