Die Bergpredigt Jesu

 Die Bergpredigt: Die Rede von der wahren Gerechtigkeit.

  
  





 
  • Die Seligpreisungen
  • Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt
  • Vom Gesetz und von den Propheten
  • Vom Töten und von der Versöhnung
  • Vom Ehebruch
  • Von der Ehescheidung
  • Vom Schwören
  • Von der Vergeltung
  • Von der Liebe zu den Feinden
  • Vom Almosen
  • Vom Beten - Das Vaterunser
  • Vom Fasten
  • Von der falschen und der rechten Sorge
  • Vom Richten
  • Von der Entweihung des Heiligen
  • Von dem Vertrauen beim Beten
  • Die Goldene Regel
  • Von den zwei Wegen
  • Von den falschen Propheten
  • Vom Haus auf dem Felsen
  • Die Wirkung der Bergpredigt
     
 
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Die Bergpredigt

 

Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5

 Die Bergpredigt: Die Rede von der wahren Gerechtigkeit: 5,1 - 7,29

1 Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.

 

Die Seligpreisungen

3 Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
4 Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden.
5 Selig, die keine Gewalt anwenden; / denn sie werden das Land erben.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden satt werden.
7 Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.
8 Selig, die ein reines Herz haben; / denn sie werden Gott schauen.
9 Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

 

Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt

13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

 

Vom Gesetz und von den Propheten

17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
20 Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit gßer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

 

 

Vom ten und von der Versöhnung

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
22  Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat.
24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
25 Schli ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.
26 Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

 

Vom Ehebruch

27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

 

Von der Ehescheidung

31 Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

 

Vom Schwören

33 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
37 Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

 

 

Von der Vergeltung

38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.
41 Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
42 Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

 

 

Von der Liebe zu den Feinden

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn nnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

 

Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 6

1 Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
2 Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
4 Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

Vom Beten - Das Vaterunser

5 Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
9 So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, / dein Name werde geheiligt,
10 dein Reich komme, / dein Wille geschehe / wie im Himmel, so auf der Erde.
11 Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
12 Und erlass uns unsere Schulden, / wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern rette uns vor dem Bösen.
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
15

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

  

Vom Fasten

16 Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
17 Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht,
18 damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

 

Von der falschen und der rechten Sorge

19 Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
22 Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein.
23 Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!
24 Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

 

Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7

Vom Richten

1

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.
3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
4 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

 

 

 

Von der Entweihung des Heiligen

6 Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.

 

 

Vom Vertrauen beim Beten
 
7 Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch gffnet.
8 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird gffnet.
9 Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,
10 oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?
11 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

 

 

Die Goldene Regel

12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

 

 

Von den zwei Wegen

13 Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm.
14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.

 

 

Von den falschen Propheten

15 Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.
16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?
17 Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.
18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten.
19 Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
20 An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
23 Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!

 

Vom Haus auf dem Felsen

24 Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
26 Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
27 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

 

Die Wirkung der Bergpredigt

28 Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre;
29 denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

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Selig wer...
Jesus ist gekommen, selig zu machen: Lk 19,10; Joh 3,17; 10,9; 12,47.- Die sieben (Lk 6,20-27) und acht (Mt 5,3-11) Seligkeiten der beiden Evangelisten fassen die Bedingungen dazu in prägnanten Worten zusammen, Über das Seligwerden findet man vor allem im Neuen Testament nachlesenswerte Stellen.
 
Mt 11,6; 13,54-57; 15,12-14: Selig wer an Jesus keinen Anstoss nimmt
   
Lk 11,28; Mk 16,16: Selig, wer an IHN glaubt und sich taufen lässt
   
Mt 10,22; Lk 8,15; 1 Kor 15,1f;
Jak 1,12; 5,11; Offb 16,15:
Selig, wer ausharrt bis ans Ende.
   
Lk 8,12; Mt 13,25+39; 1 Petr 5,8f: Satan sucht dies zu verhindern.
   
Lk 13,23-30: Es sind nur wenig Selige. Rein äusserliche Christus- und Kirchennähe; blosser Taufschein und nur Lippenbekenntnis nützen nichts; dazu Bild der Ernte: Mt 13,30. Selig, die (äusserlich) nicht sehen u. doch glauben: Joh 20,29. Unsere diesseitige, innerliche Seligkeit ist ein unter dem Glaubensschleier verborgenes Hoffnungsgut: Mt 13,44 (Schatz im Acker); Röm 8,24f; 2 Kor 5,7.
   
Lk 1,45: Die Muttergottes ist selig, weil sie geglaubt hat. Auch ihr Immakulataleib wird selig gepriesen
(Lk 11,27).
 
Die ewige Seligkeit ist der jenseitige Zustand eines dauerhaften, ununterbrochenen Glücks für alle jene Jünger Christi, welche im Glauben und in der Liebe Christi standhaft bis ans Ende ausharren.
Alle Menschen können selig werden: Mt 8,11; 18,14; Joh 3,16 + 6,37-40; Röm 1,16 + 2,10 +
3,22 + 10,11f;  2 Kor 5,15; 1 Tim 2,4 + 4,10;
Hebr 5,9; 1 Joh 2,2,
   
Verschiedene Bilder für Seligkeit: Gastmahl (Mt 8,11); ewige Erbschaft (Röm 8,17;
1 Petr 1,4); ewiges Festmahl (Hebr 4,9); Ehrenkranz und Siegespreis (1 Kor 9,24f; Phil 3,13; 2 Tim 4,8).
   
Verschiedene Stufen der Seligkeit: Mt 10,42 + 25,14-29; Lk 12,27f; Röm 2,6; 1 Kor 3,8;
2 Kor 9,6; Gal 6,8; 1 Tim 3,13.
   
Bedingungen zur Erlangung der Seligkeit: Mt 7,21-24 + 18,2f; Mk 10,15 + 16,16; Lk6,47f + 18,16f;
Joh 3,5 + 3,18 + 3,36 + 5,24 + 6,47 +8,51 + 10,27f +
12,26 +14,23;  Apg 16,29f; Rom 2,13 + 6,22 + 10,9f;
1 Kor 6,9; 1 Thess 2,12; 1 Tim 4,8; Tit 3,8  Hebr 10,19f:
Jak 1,25; 1 Joh 2,3f + 2,17 + 3,6f+ 5,3; Offb 21,27.

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Zeitlose Faszination
Die Bibelworte der Bergpredigt haben in allen Zeiten immer wieder fasziniert. Auch die ,politischen Apostel' versuchen sie für ihre Zwecke zu missdeuten, obwohl die Verheissung für die Sanftmütigen, die keine Gewalt anwenden
(Mt 5,5), das politische Messiasideal deutlich widerlegt. Um zum Kern der Bergpredigt vorzustossen, muss die Vorhalle der acht Seligpreisungen durchschritten werden. Diese sind ein Katechismus für das Leben als Jünger Jesu. Nicht nur jede böse Tat ist verboten, sondern alles, was zu ihr führen könnte. Matthäus berichtet aus der Bergpredigtüberlieferung — die bei Lukas nur 30 Verse umfasst (Lk 6.20-49), die grosse Rede Jesu über die wahre Gerechtigkeit. Er macht Jesus dabei als den neuen Mose sichtbar, der auf einem Berg die rechte Auslegung des Gesetzes lehrt (Mt, 5,1 f; 5,17-19). Der Berg, auf dem Jesus lehrt, entspricht dem Berg Sinai des Alten Bundes.
Die Bergpredigt weist folgende Gliederung auf:
Einleitung 5,1-20; die sechs Antithesen 5,21-48; die wahre Frömmigkeit 6.1-7,11; Schlussmahnungen 7,12-27.—
Auf Anhieb begeistern die Seligpreisungen. Wer freut sich nicht, wenn die Gewaltlosen und die Friedensstifter glücklich gepriesen werden, wenn den Trauernden Trost und den Hungernden Sättigung versprochen wird? Aber schon die erste Seligpreisung verwirrt, wo die Armen im Geist selig gepriesen werden (weshalb die Christen oft bespöttelt wurden). In der Zeit Jesu verstand man darunter etwas anderes, weshalb man am besten beim Propheten Zefanja nachliest. Er schildert die Not Israels, die in der Königszeit ihren Anfang genommen hat. Das Gottesvolk ist gespalten, in Jerusalem herrscht eine machtgierige Oberschicht, Israels Politiker sind wie die Tiere, seine Propheten sind Betrüger, seine Priester entweihen das Heilige
(Zef 3,3-4). Deshalb hat das Gottesvolk keine Zukunft mehr. Trotzdem wird GOTT sein Volk retten: wegen der Aufgabe, die ER ihm zugedacht hat: «Ich lasse in deiner Mitte (in der Mitte Israels) ein demütiges und armes Volk übrig, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn» (Zef 3,12). Vor diesem biblischen Hintergrund begreift man die Armen in Mt 5

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Wenn das Salz schal wird
Für viele Christen ist der Zündstoff in der Bergpredigt nass geworden, weil ihre Lauheit das Salz schal werden liess. Dafür sind viele Nichtchristen fasziniert, wenn sie ihr im 5. Matthäus-Kapitel begegnen! Die ersten zwölf Verse sind eine gewaltige Ouvertüre zur zeitlosen Sinfonie der christlichen Religion, die uns Jesus auf einem Berg komponierte und seine Apostel uns überlieferten. Schon in den acht Seligpreisungen des Anfangs klingen alle Motive und Themen auf, die das Wesen des Christentums ausmachen. Die acht Seligpreisungen allein rufen Bewunderung und restloses Engagement hervor. Viele sind allerdings ernüchtert, wenn sie die radikalen Forderungen im Alltag leben sollen. Doch wer gibt klarere Antworten auf die Nöte unserer Zeit? Wer findet den Schatz im Acker? Wer entdeckt die kostbare Perle? Wer erhält die brennende Lampe in die Hand? Wo sonst lädt ein hochzeitliches Mahl ein? Wer nimmt Schuld weg und vergibt? Solche Fragen finden schwerlich überzeugende Antwort, nur unvollkommene an den Strassen unserer Tage und Wochen. Letzte Antworten kommen von Jesus Christus. Sicherste Antworten aus seiner Bergpredigt. Klarste Antworten aus den Seligpreisungen eines Anfangs.

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Die 8 Sätze für eine neue Welt
Wir müssen die Lehren annehmen, die unser Heiland auf dem Berg verkündete, auf den er sich zurückzog, als er sich von einer grossen Volksmenge umgeben sah. Da sprach er die hl. Worte, in denen die ganze christliche Vollkommenheit enthalten ist: Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich; selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen; selig die Weinenden, denn sie werden getröstet werden; selig schliesslich, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich. Das ist eine ungewöhnliche Lehre, die dem Geist der Welt direkt entgegengesetzt ist. Ihr werdet sie aber besser verstehen durch das Gleichnis jener Statue, die Nabuchodonosor im Traum sah. Sie hatte einen Kopf aus Gold, Hände aus Silber, einen Rumpf aus Erz und Füsse aus Ton, und alles übrige, wie ihr oft gehört habt. Während Nabuchodonosor ihre Schönheit bewunderte, sah er, wie sich ein kleiner Stein von der Höhe löste, der die Füsse der Statue traf, sie zu Boden warf und sie zu Staub machte, so dass nichts von ihr übrigblieb
(Dan 2,31f). Meine lieben (Ordens-) Schwestern, das sage ich euch, denn obwohl ihr noch nicht ausserhalb der Welt seid, lebt ihr doch wie die Nasiräer (Num 6) von der Welt und ihrer Eitelkeit entfernt und zurückgezogen. Was ist denn diese Statue anders, ich bitte euch, als die Welt oder vielmehr ihre Eitelkeit und ihr Stolz, die einen Kopf aus Gold hat, usw.? Und der Berg, von dem ein kleiner Stein herabfiel, ist nichts anderes als unser Herr, aus dessen Mund dieser Stein der acht Seligkeiten kam, der die Statue der Eitelkeit zerstört; er bewirkte, dass immer mehr Menschen die Welt, ihre Reichtümer, Ehren und Würden aufgaben und arm, gering und verächtlich wurden.
Es ist wahr, dass diese Lehre des Evangeliums über die ganze Erde verbreitet und von vielen ergriffen wurde. Seht, wie das geschehen ist. Unser Herr sagt: Selig die Armen im Geiste; die Welt sagt: Glücklich, die reich sind, Gold und Silber haben; glücklich sind jene, die jede Art von Bequemlichkeit in diesem Leben haben. Wie unglücklich sind dagegen die Armen, die nichts von all dem haben. Sie gelten nichts, man hält sie für bemitleidenswert. Doch unser Herr, der die Torheit und das Elend der Weltmenschen sieht und worauf sie ihr Glück gründen, wirft diesen Stein auf die Füsse dieser Statue und sagt als erstes: Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich; wehe dagegen über die Reichen
(Lk 6,24); denn abgesehen davon, dass sie dieses Reich nicht besitzen werden, werden sie unglücklich sein, weil sie als Lohn nur die Hölle und die Gesellschaft der Teufel haben werden... Unser göttlicher Meister fährt fort: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen. Diese Sanftmut will nun, dass man die Regungen des Zornes unterdrückt, dass man mild, herzlich und voll Güte gegen alle ist, dass man dem Feind verzeiht, dass man Verachtung erträgt; die Eitelkeit der Welt dagegen, die einen Geist hat, der dazu in direktem Widerspruch steht, sagt: Glücklich, wer sich an seinem Feind rächt, wer allen Furcht und Angst einjagt, dem man kein Wort der Erwiderung und der Geringschätzung zu sagen wagt; der ist glücklich! Dagegen erachtet die Welt den für unglücklich, der in Verachtung und Anfeindung mild und gütig ist. Unser Herr wirft von neuem diesen Stein und erklärt: Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen. Mit diesen Worten macht er den Stolz und die Arroganz zunichte, auf denen die Welt ihr Glück begründet.— Er fügt noch hinzu: Selig, die weinen, denn sie werden getröstet werden. Die Welt sagt: Glücklich jene, die lachen und es ,sich gut gehen', lassen, die auf Bällen tanzen, die maskiert gehen, den Vergnügungen und Eitelkeiten nachjagen; wehe denen, die weinen! Wie sind solche Leute zu bedauern! Schliesslich fügt der Erlöser hinzu: Selig, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben. Selig nicht nur jene, die Gerechtigkeit üben, sondern auch jene, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Sagt die Welt nicht genau das Gegenteil? Gründet sie ihr Glück nicht gerade auf dem, was den Lehren des Evangeliums entgegengesetzt ist? Unser Herr schaute diese Statue nicht im Traum wie Nabuchodonosor, sondern in Wirklichkeit, und sah, dass sie nur Füsse aus Ton hat, d. h. dass alles, was diese Welt schätzt, nur auf nichtigen und vergänglichen Dingen beruht. Deshalb warf er diesen Stein von der Höhe der Seligkeiten, in denen die ganze christliche Vollkommenheit enthalten ist.
Franz v. Sales, Predigten Nr..51

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Predigt über die Seligkeiten der Bergpredigt.
Geliebteste! Als unser Herr Jesus Christus die frohe Botschaft seines Reiches verkündete und überall in Galiläa die verschiedensten Krankheiten heilte, sprach man in ganz Syrien von seinen Wundertaten. Grosse Scharen strömten aus dem gesamten Judäa herbei, um beim himmlischen Arzte Heilung zu suchen. Da nämlich unwissende Menschen nur schwer dazu zu bewegen sind, das zu glauben, was sie nicht sehen, und das zu hoffen, was sie nicht kennen, so mussten die, welche treue Anhänger der göttlichen Lehre werden sollten;,. erst durch Wohltaten, die sie an ihrem eigenen Leibe verspürten, und durch sichtbare Wunder dazu angespornt werden, nicht mehr daran zu zweifeln, dass seine Lehre ebenso segensreich sei wie seine Wunderkraft, die sie aus Erfahrung kannten. Um nun die äussere Heilung der Menschen auch ihrer inneren Genesung dienstbar zu machen und nach der Gesundung ihrer Körper auch die ihrer Seelen herbeizuführen, trennte sich der Herr von der Menge, die ihn umgab. Er bestieg einen nahegelegenen Berg und rief seine Apostel herbei, um ihnen von seinem hohen und bedeutungsvollen Sitze aus erhabenere Lehren zu verkünden. Sowohl durch die Art der gewählten Stätte, wie durch das, was er dort tat, wollte er ihnen zeigen, dass er derselbe sei, der dereinst den Moses einer Ansprache gewürdigt hatte
(Ex 19,f). Auf dem Sinai offenbarte sich mehr seine Furcht gebietende Gerechtigkeit, hier seine heilige Milde, so dass nunmehr die Verheissung des Propheten Jeremias in Erfüllung ging, der uns sagt: «Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, wo ich mit dem Hause Israel und dem Hause Juda einen neuen Bund schliessen werde! (Jer 31,33; Hebr 8,8)» - «Nach diesen Tagen, spricht der Herr, werde ich mein Gesetz in ihr Inneres legen, und in ihr Herz werde ich es schreiben (Hebr 10,16).» Wie er zu Moses gesprochen hatte, so sprach er also jetzt auch zu den Aposteln. Rasch grub die Hand des Ewigen Wortes die Gebote des Neuen Bundes in ihre Seelen ein, Jetzt war nicht wie ehedem der Berg von dichten Wolken umhüllt. Auch wurde das Volk nicht durch furchtbare Donnerschläge und zuckende Blitze davon abgeschreckt, sich dem Berge zu nähern (Ex 19,16+21). Nein, ruhig und deutlich drangen die Worte des Herrn zu den Ohren der Umstehenden. Die Strenge des Gesetzes sollte aufgehoben werden durch das Evangelium der Gnade. An die Stelle knechtischer Furcht sollte ein Verhältnis zwischen Kind und Vater treten.
Leo d.Gr.Sermo 95

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Linkempfehlung zur Bergpredigt
Von zwei Bergen wird berichtet als vom ersten und zweiten Akt eines Dramas in zwei Akten: vom Berg der acht Seligkeiten und vom Kalvarienberg. ER, der den ersten bestieg, um über die Seligkeiten zu predigen, musste aus innerer Notwendigkeit heraus auch den zweiten besteigen, um dort oben die Forderungen der ersten Predigt im Werk zu erfüllen. Gedankenlose Menschen hört man nicht selten sagen: Die Bergpredigt bildet das Wesen des Christentums.
Aber wie wird es dem ergehen, der versucht, diese acht Seligkeiten in seinem alltäglichen Leben beharrlich zu verwirklichen? Er wird alsbald innewerden, welche Wut in der Welt gegen ihn entbrennt! Die Bergpredigt kann sowenig von der Kreuzigung Jesu getrennt werden wie der Tag von der Nacht.
Weiterlesen unter:
Der Berg der acht Seligkeiten (Bergpredigt)

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