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Vorfahrensschuld oder Ahnenschuld

   
   




 

  

Ich wurde von einem Studenten angefragt, ob ich nicht für ihn für eine Arbeit über Ahnenschuld rescherschieren könnte. Daher möchte ich Ihnen das Ergebnis nicht vorenthalten. Dies war vor 3 Monaten. Ich habe lange überlegt ob ich es veröffentliche. Euer Webmaster Zeugen der Wahrheit

Aussagen über Vorfahrensschuld oder Ahnenschuld

 

Allgemein:

Schuld der Väter noch an der dritten und vierten Generation zu strafen (2Mo 20,5; 34,6-7; 4Mo 14,18; 5Mo 5,9) und in Gal 6,7, wo es heißt: "Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten".

"Das Gesetz von Saat und Ernte ist ein göttliches Gesetz. Es ist nicht gleichgültig, was unsere Großeltern und Eltern getan haben, was sie gesät haben. Wir und die Enkel und Urenkel müssen das ernten. Wenn in unseren Familien z.B. Befürwortung des Nationalsozialismus, Judenhass, Kommunismus, Streit, Ehebruch, Abtreibung o.ä. war, liegt auf uns und unseren Kindern ein negatives Erbe" Die Liste der Sünden mit negativem Erbe wird dann noch um okkulte Praktiken, Jähzorn, Bitterkeit usw. verlängert.

 

Sollen wir wirklich für die Greueltaten unserer Großväter oder Urgroßväter um Vergebung bitten? Nein! Und die Antwort finden wir, wenn wir nur einmal die zur Rechtfertigung angegebenen Stellen genau studieren und sie im Zusammenhang der Heiligen Schrift sehen. 2Mose 20,4-6 heißt es:

 

"Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten."

 

Segen und Fluch, Gottes Zorn, Heil in Christus:

Von unseren Vorfahren erben wir also nicht nur biologisch-genetische und psychische Merkmale und Verhaltensmerkmale, sondern auf der geistigen (spirituell-religiös) Ebene auch Segen und Fluch (vgl. Deut 28-30).

Beim ersten der 10 Gebote heisst es in Ex 20,5f: „Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.“

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.“(Mt 5,17f)

Dieses alte Gesetz bildet in seiner Unvollkommenheit die erste Stufe des geoffenbarten Gesetzes und bereitet auf das neue Gesetz des Evangeliums und der Gnade vor. Seine Lehre aber – weil es Wort Gottes ist – bleibt für immer bestehen. (KKK 1962-1966)

 

Ahnenschuld in der Bibel:

Das Buch Exodus, Kapitel 34

7 Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, lässt aber (den Sünder) nicht ungestraft; er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation.

 

Das Buch Exodus, Kapitel 20

5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;

 

Das Buch Numeri, Kapitel 14

18 Ich bin Jahwe, langmütig und reich an Huld, der Schuld und Frevel wegnimmt, der aber (den Sünder) nicht ungestraft lässt, der die Schuld der Väter an den Söhnen verfolgt, an der dritten und vierten Generation:

 

Das Buch Deuteronomium, Kapitel 5

9 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen und an der dritten und vierten Generation;

 

Das Buch Genesis, Kapitel 15

16 Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren; denn noch hat die Schuld der Amoriter nicht ihr volles Maß erreicht.

 

Im Neuen Testament:

Matthäus 24,2; Lukas 23,28; Galater 4,29; 6,7-8.

In Matthäus und Lukas lesen wir vom Schicksal Israels für die nachfolgenden Generationen infolge der Ablehnung des Messias.

Auch an Jesus Gläubige Juden trugen und tragen an den Folgen dieser vor 2000 Jahren gefällten Entscheidung, obwohl sie mit Gott versöhnt sind.

 

Erklärungen dazu

Diese Situation wurde von den Israeliten als Strafe empfunden. Man sah gar nicht so sehr die Babylonier als die Bösen an, die Israel zu unrecht unterworfen hatten, sondern man legte viel mehr Wert darauf, zu erkennen, dass Israel selbst durch diese Ereignisse eine Bestrafung erfährt für begangenes Unrecht. Das hatten die Propheten jener Zeit immer wieder so gepredigt. Das Volk hatte Jahrhunderte lang die Gebote Gottes missachtet, vor allem das 1. Gebot. Die Israeliten hatten fremde Götter angebetet. Und dafür erging nun Gottes Strafgericht über sie.

Eigentlich nur gerecht, aber mit einem kleinen Haken: Fremde Götter angebetet und somit gegen das 1. Gebot verstoßen, hatte eine ganz andere Generation von Israeliten. Nicht die, die jetzt im Exil waren, hatten das getan, sondern ihre Vorfahren, und auch von denen vielleicht noch nicht einmal alle, sondern nur ein Teil. Die Israeliten, die im Exil waren, sollten also nun die Verantwortung für etwas tragen, was gar nicht sie selbst, sondern ihre Vorfahren getan hatten.

Das wurde schon damals als ungerecht empfunden und die Israeliten hatten dafür ein Sprichwort entwickelt: „Die Väter essen unreife Trauben, und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne.“ Das soll heißen: eine Generation hat für die Fehler einer anderen zu bezahlen.

In der Welt ist das oft so, aber kann das auch vor Gott gelten? Ist das göttliche Gerechtigkeit?

Das 1. Gebot scheint dies zu bestätigen. Denn in der vollständigen Fassung der Bibel, wie wir sie vorhin gehört haben, sagt es ja auch: „Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis ins 3. und 4. Glied.“

Dieses 1. Gebot ist zugleich eine Selbstvorstellung Gottes. Er stellt sich als eifernder Gott vor, der scheinbar die Kinder für die Fehler ihrer Väter bezahlen lässt. So jedenfalls kann man diese Aussage verstehen. Und so ist sie von den Israeliten im Exil auch verstanden worden. Und sie empfanden es als ungerecht. Sie wollten - verständlicher Weise - nicht für die Sünden ihrer Väter und deren Väter bezahlen müssen. „Die Väter essen unreife Trauben, und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne.“ Das kann nicht Gottes Gerechtigkeit sein.

 

Hier etwas zum Hoffen

Aber wer das 1. Gebot richtig und bis zum Ende ließt, kann ja vor allem nicht übersehen, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit seinen Zorn und seinen Willen zur Strafe um ein Vielfaches übersteigt. 3- bis 4-fach wird das Böse gerächt, aber 1000-fach wird das Gute vergolten. D.h. wer sich Unrecht zuschulden kommen lässt und die Fehler seiner Vorfahren nachahmt, der wird für die letzten 3 bis 4 Generation mit bestraft, aber wer das Gute von seinen Vorfahren übernimmt und ihnen darin nacheifert, der steht vor Gott unter dem Segen von 1000 Generationen. Und umgekehrt: Mit unseren Fehlern tragen wir Verantwortung für die nächsten 3 bis 4 Generationen, aber mit dem Guten das wir tun, segnen und heiligen wir die nächsten 1000 Generationen.

 
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