Elisabeth Kindelmann

Botschaften 1961-1962

Am 6. Juni 2009 hat der Erzbischof von Esztergom-Budapest Kardinal Péter Erdö den Botschaften an Elisabeth Kindelmann seine Imprimatur verliehen.

   
   





  
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Botschaften 1961    

"So lange schon warte Ich auf dich!"

Die Wege des Herrn erleiden niemals einen Abbruch (sie gehen gerade voran; Anmerkung des Übersetzers), nur wir sind es, die davon abgleiten. Auch ich bin abgewichen. Die mühevolle Arbeit, die vielen Sorgen und Plagen, die mit dem Witwenstand verbunden sind, haben an meiner Seele gezehrt, ihre Kräfte mürbe gemacht, woran auch meine innere Haltung gelitten hat. So ist es gekommen, dass ich mich nach und nach von Gott entfernte. Die ständige Arbeit für den Lebensunterhalt hat mich zu sehr in Anspruch genommen, so dass mein geistliches Leben nach langem Kampf immer mehr verdunkelt ist. Es ging so weit, dass es sogar den festen Halt meines Glaubens angefochten hat.

Dieser dauernde Kampf um die Existenz stellte in mir die große Frage: "Siehst du, ich habe dir ja immer gesagt, wozu diese große Familie?" Während ich darüber nachsann, erschien mir das, was ich früher für heilig hielt und was meinem Leben Inhalt gab, als Unsinn. Ich wurde von einem Arbeitsplatz zum anderen geschickt. Dadurch verschlimmerte sich das Elend zu Hause und verdichtete sich die Versuchung. Der böse Feind belästigte mich dauernd: "Wie dumm du bist! Da hast du es jetzt! Wieder hat man dich entlassen, weil du deine Kinder zum Religionsunterricht einschreiben ließest! Warum täuschest du dich selbst? ... Es ist dir ohnehin klar, dass du den Kampf schon lange aufgegeben hättest, nur weißt du nicht, wie du deinen Kindern das beibringen sollst, woran du nicht mehr glaubst... Lege endlich deine Maske ab, du wirst sehen, wie erleichtert du danach sein wirst! ... Deine Kinder werden mit der Zeit ohnehin erfahren, was du ihnen jetzt verschweigst!"

Das ließ mich aufschrecken, plötzlich sah ich für einen Augenblick das Bild Gottes vor mir, das in meinem Inneren beinahe schon verblasst war. Dies löste in meiner Seele einen inneren Kampf aus. Ich flehte zu Gott. Es ist nicht zu beschreiben, in Worten nicht auszudrücken, wie heftig mein Kampf war. Ein haarsträubender, nervenzermürbender Kampf, begleitet von vielen Sorgen nun lange Jahre hindurch. Zur Hl. Messe ging ich zwar noch, aber sie schien mir so leer und ermüdete mich.

In dieser Zeit hatte ich Wechselschicht an meinem Arbeitsplatz, auch sonntags musste ich arbeiten. Die Kinder schickte ich vormittags zur Hl. Messe, ich ging abends. So war es auch besser, denn meine Kinder sollten mir nicht anmerken, wie zerstreut ich war. Anstatt zu beten, habe ich diese Zeit mit langweiligem Gähnen verbracht.

Einmal habe ich mir dann vorgenommen, nicht zur Hl. Messe zu gehen: Ich gehe nicht mehr hin, um zu gähnen beruhigte ich mich. An jenem Sonntag haben meine Kinder wieder vormittags an der Hl. Messe teilgenommen. Dass ich selbst nicht diese Absicht hatte, darüber war ich gar nicht beunruhigt und begann mit der Großwäsche. Ich habe gewaschen und gewaschen, bis es inzwischen Abend geworden war. Meine Kinder mahnten mich: "Mutter, es ist halb sieben Uhr!" Ich war deswegen zwar verärgert, dennoch arbeitete ich weiter, bis mein ältester Sohn sagte: "Bitte, beeil dich!" Das hat mich aufgerüttelt.

Ich schickte mich an und ging zur Hl. Messe, aber ich wusste nicht, wie ich zu Gott sprechen sollte. Ich überlegte, warum ich eigentlich so dumm bin und das Fasten des Karmels noch beibehalte? Lass ab davon! dachte ich. Und ich entschloss mich die Enthaltung von Fleischspeisen aufzugeben, zumal meine Nahrung ohnehin so gering und schlecht war. (Ich gehöre dem dritten Orden des Karmels an.) Dieses Fasten habe ich stets ohne Schwierigkeiten, nur aus Gewohnheit gehalten.

Als ich nach der Hl. Messe heimkam, fiel mir der kleine Psalter der Heiligsten Jungfrau in die Hände. Ich öffnete und fing an zu beten... Hat doch das Gebet meine Seele früher immer zu Gott erhoben, aber jetzt schien es mir wie ein leeres Gemurmel... Ich nahm mein altes Betrachtungsbuch vor, aber alle meine Anstrengungen waren nutzlos. Eine dunkle, kalte, lähmende Stille umgab mich. Ich brach in Tränen aus. Gott will nichts mehr von mir wissen, dachte ich. Eine innere Bedrängnis überfiel mich, begleitet von Gedanken, die niedergeschrieben einer Gotteslästerung gleichkämen ... Mitten in diesem schweren Kampf äußerte sich der böse Feind wieder in schrecklichen Worten in meiner Seele: "Darum habe ich dir das angetan, dass du es selbst einsiehst und nicht mehr weiterkämpfst!" Ich schildere meinen Kampf nicht eingehender, denn er ist kaum in Worte zu fassen.

Dieser fürchterliche Kampf dauerte so lange an (ca. drei Jahre), bis eines Tages meine Tochter C. mich mahnte: "Mutti, beeil dich, denn heute Nachmittag um 14.00 Uhr ist die Beerdigung von Herrn Dr. B. (Dr. B. ist ein Mitglied des dritten Ordens vom Karmel gewesen, ihre gegenseitige Hochachtung und Bekanntschaft rührt von da her. Anmerkung). Es war schon 13.00 Uhr. Das hat mich derart im Herzen getroffen, dass ich mich ohne zu überlegen, mich eiligst ankleidete, um mich nicht zu verspäten. Beim Betreten der Leichenhalle brach ich in Tränen aus. Ich dachte mir: Er hat es jetzt gut! Er war ein echter, musterhafter, heiligmäßiger Karmelit! ... Aber ich? ... Ob ich wohl auch dorthin komme? ... "Weine nicht!" – hörte ich seine sanfte Stimme, sowie nur Selige im Himmel sprechen können. – "Geh zurück in den Karmel!"

Der nächste Tag war Sonntag, der 16. Juli, das Fest der Mutter Gottes vom Karmel, das Kirchweihfest unserer Kirche. Schon am frühen Morgen ging ich hin und blieb dort bis zum späten Abend. Schweren Schrittes ging ich zum Beichtstuhl. Eine ungeheure geistige Trockenheit zehrte an meiner Seele. Ich fühlte keine Reue. Die mir aufgegebene Pönitenz verrichtete ich mechanisch. Währenddessen fiel mir auf, wie diese vielen Beter in der Kirche die Heiligste Jungfrau lobten. Sie auch zu loben, kam mir nicht in den Sinn. Meine Gedanken landeten immer beim Bruder B. und linderten einigermaßen meinen Seelenschmerz. Er war es, der meine Schritte zur Heiligsten Jungfrau lenkte: "Geh, falle vor ihr nieder!" Ich ging auch, aber die Worte, die ich ihr sagen wollte, kamen mir nicht über die Lippen. Ich empfand keine Reue.

Spät abends kam ich nach Hause. Da übermannte mich ein sonderbares Gefühl, als hätte ich meine 'abgewetzte' Seele im Karmel gelassen. Obwohl an diesem Tag das Abendessen meine erste Mahlzeit war, hatte ich dennoch nur widerwillig begonnen, meinen Hunger zu stillen. Der böse Feind gesellte sich wieder zu mir: "Wozu diese Dummheit? Wozu all das? Ruhe dich gut aus, geh' darüber hinweg und kehre an deinen Tagesablauf zurück!"

Schweren Herzens ging ich in den Garten. In der wohltuenden Abendstille begannen meine Tränen in dicken Strömen zu fließen. Unter dem Sternenhimmel vor der Statue der Heiligen Jungfrau von Lourdes versank ich in tiefe Andacht und fing an zu beten. Am nächsten Morgen eilte ich zu der in unserer Nähe befindlichen kleinen Kapelle, wohin ich einst als junge Frau zu gehen pflegte und wo mir Bruder B. beim Tisch des Herrn begegnete. Seine Andacht hatte es mir auch jetzt angetan. Unterwegs begegnete ich einigen meiner früheren Bekannten, die mich als musterhafte junge Mutter in Erwähnung ansprachen. Deswegen geriet ich in Verwirrung. Ich befürchtete, der böse Feind wolle mich wieder zur Hofart verführen. Von Herzen flehte ich: "Meine himmlische Mutter, verlass mich nicht! Nie mehr will ich Dir untreu werden! Halte mich fest! Ich habe Angst vor mir selbst. So unsicher sind meine Schritte!"

Während der Hl. Messe bat ich Jesus unaufhörlich: "Mein Herr, verzeih' mir meine Sünden!" Ich wagte nicht zum Tisch des Herrn zu gehen, obwohl die Person neben mir mich einige Mal am Arm fasste und wiederholte: "Gehen wir schon!"

In diesen Tagen habe ich jene außerordentlichen Gnaden bekommen, die der Herr nur jenen gibt, die schwach sind und noch genesen. Eine Schwester, die neben mir kniete, sagte zu mir: "Ich knie mich neben Sie hin, damit auch ich heilig werde!" Ach, sie wusste, dass sie den Herrn Jesu in mir sieht und fühlt! Die Liebe zu Jesus füllte meine Augen mit Tränen der Reue. Nie mehr wollte ich in die Weit zurückblicken. Ich suchte nun die Einsamkeit und die Stille, um die Stimme des Herrn zu hören, denn von dieser Zeit an sprach Er zu mir. Vertraute Zwiegespräche haben in meinem Inneren begonnen. Ach, wie einfach diese Zwiegespräche sind!

Ich bat den Herrn, Er möge mich ganz in Ihm versinken lassen. Dieselben Gnaden erbat ich auch für meine Kinder. Ja, ich bat Ihn, Er möge sie an Sich ziehen. Das versprach Er mir auch und versicherte mir, dass Er meine Bitten immer erfüllen werde, ich solle Ihn nur beharrlich darum bitten.

Während ich Ihn in tiefer Andacht anbetete, sprach der böse Feind zu mir: "Glaubst du an diese Seine Macht? Wenn Er die Macht hätte, würde Er es tun, denn das wäre auch Ihm angenehm!" Welch ungeheuerlicher Schlag! Mein Herz war wie verschnürt, der Verstand verdunkelt. Da erschien vor den Augen meines Geistes das gequälte Antlitz meines Herrn: "Schau Mein gequältes Antlitz, Meinen gemarterten Leib ... Habe Ich nicht gelitten, um die Seelen zu erlösen? ... Glaube Mir und bete Mich an!"

Da erweckte ich Akte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Ich bat Ihn, Er möge nicht zulassen, dass ich Ihn jemals verließe. Er möge mich an Seine heiligen Füße ketten, fest und eng, damit ich immer bei Ihm bleibe, denn nur so bin ich in Sicherheit. Er jedoch verlangte Selbstentsagung von mir, denn ich sei sehr weltlich und zerstreut. Mit aller Kraft versuchte ich das zu tun. Danach hat sich um mich alles so gestaltet, dass ich immer mehr in Seinen Bann gezogen wurde. Er bestärkte meinen Eifer.

"Große Gnaden will Ich dir geben, aber dann übe Selbstentsagung!" Gewichtige Worte waren das für meine Vernunft. Darum fragte ich Ihn: "Werde ich dazu fähig sein?" – "Du sollst nur wollen, alles andere überlasse Mir!"

Lange habe ich mit mir gerungen, bis der Herr mir Licht gegeben und mich von Schritt zu Schritt geleitet hat. Innerhalb der Familie musste ich Verzichte auf mich nehmen. Solange ich mit meinem jüngsten Sohn lebte, hatte der Verzicht für mich keine Bedeutung, keinen Sinn. In der Wohnung musste ich immer mehr zusammenrücken, um meinen Söhnen, die nacheinander Familien gründeten, den Platz zu übergeben. Das ist mir schwer gefallen, denn ich hatte die 4 Zimmer Wohnung schon zu sehr aufgeteilt. Nur noch über das Esszimmer verfügte ich. Auch darauf habe ich schweren Herzens verzichtet. Als ich dann auch von hier ausziehen musste, erinnerte ich mich der vielen lieben und traurigen Familienereignisse, der vertrauten Weihnachtsabende, der Hochzeiten, der Tauffeiern meiner Enkelkinder, des armseligen Gedecks der Elendsjahre, da ich meinen Kindern zum Frühstück nur Fettbrot geben konnte, der kargen Mahlzeiten mit nur Gemüsesuppe, zu denen ich auf den immer schön gedeckten Tisch auch glänzende Äpfel legte, damit die Kinder von den dürftigen Jahren nicht allzu viel verspürten. Fröhlich ging ich unter ihnen auf und ab, mit einem ständig bedrückendem Gefühl in meinem Inneren und in der großen Sorge um die Ernährung meiner Kinder. Also war auch dieses Zimmer mir ans Herz gewachsen, darum fiel mir der Verzicht schwer.

Dann bin ich in das Kinderzimmer umgezogen und hoffte, mich hier mit meinen Erinnerungen einzunisten, hier für meine Seele Ruhe zu finden und von hier nicht mehr ausziehen zu müssen. Dann aber heiratete mein jüngster Sohn, und auch ihm musste ich Platz machen. Ich verstand, dass ich auch auf dieses Zimmer verzichten musste, denn es war der Wille des Herrn Jesus; ich sollte ganz arm werden. Vor meinen Augen rollten Bilder ab, wie ich beim Krankenbett meiner Kinder Nächte verbracht hatte, der tobende Kinderlärm, das gemeinsame Abendgebet, die vertrauten Vorlesungen, und anderes mehr. Aber der Herr trieb mich an:


"Entsage dir ganz und gar!"

Ich willigte ein. Dann verteilte ich alles unter meine Kinder, nichts sollte mich mehr an die Welt fesseln. Bald glaubte ich eine Torheit begangen zu haben. Mir war nämlich nicht so viel Platz geblieben, dass ich mein Haupt hätte niederlegen können. Doch der Herr drängte mich zur Ganzhingabe. Unsicher und traurig wurde alles um mich. Was sollte ich jetzt mit mir selbst anfangen? Da näherte sich mir lächelnd der böse Feind: "Verzage nicht, du bist noch nicht so alt, ruhe dich aus, kleide dich schön, unterhalte dich, und, wenn möglich, heirate! Dann hast du wieder eine Wohnung und gehörst jemandem. Dein Gewissen ist in Ordnung, du hast deine Mutterpflicht getan."

Mir stieg das Blut ins Gesicht, denn ich war wirklich verlassen und einsam. Am nächsten Morgen warf ich mich vor dem Altar des Herrn nieder: "Mein Herr, du weißt doch, dass ich mich an Deine heiligen Füße gefesselt habe. Nie mehr will ich mich von dieser Stelle entfernen..." Ich fragte den Herrn: "Mein Herr, warum hast Du mich ganz mir selbst überlassen?"

"In deinem Interesse", war Seine Antwort. "Auch ich habe bei meinem Sterben stundenlang gerungen, und dir fällt dieses kleine Opfer so schwer? Bringe auch die anderen Opfer!" Daraufhin erklärte ich meiner Tochter C., deren Haushalt ich führte: "Von jetzt ab bist du die Hausfrau, ich werde nicht mehr kochen!" Sie schaute mich überrascht an, fragend, was ich jetzt tun werde. "Das, was ihr von mir verlangt. Ich werde das essen, was ihr mir geben werdet!" Dann sagte mir C.: "Mutter, Du bist wie eine Einsiedlerin!" Inzwischen kam meine jüngere Tochter M. herein, Mutter zweier Kinder. Sie erklärte, sie werde eine Arbeit annehmen müssen, da sie von nur einem Einkommen nicht leben können. Da habe ich zu ihren Gunsten auf meine einträgliche Heimarbeit verzichtet (Plastikmalerei), damit sie wegen ihrer zwei kleinen Kinder keine auswärtige Arbeit annehmen müsse. Das war dann das Letzte, worauf ich verzichtete.

All' das hat sich innerhalb einiger Tage abgespielt. Ich musste das Opfer schnell bringen, denn der Herr drängte: "Der freie Wille gehört dir. Ich zwinge dich nicht dazu, tue es nur, wenn auch du es willst. Vor mir bist du nur so wertvoll, wenn du dich in vollem Vertrauen ganz Mir überlässt Glaubst du, Ich könnte dir nicht alles ersetzen? Wenn du wüsstest, welcher Reichtum auf dich wartet!"

So verlief das Zwiegespräch zwischen dem Herrn und mir. Am Samstag, den 10. Februar 1962, waren diese dringenden Verzichte in meinem Inneren geklärt. Am Sonntag darauf war das Fest der Mutter Gottes von Lourdes. An jenem Nachmittag bin ich aus dem Lärm des Familienlebens geflüchtet, da meine Seele sich nach Stille sehnte. Ein Zuhause hatte ich ohnehin nicht mehr. Der Herr Jesus wollte es so. An diesem schönen Sonntag kamen die Menschen massenhaft aus der Wallfahrtskirche von Mariä-Remete (Maria-Einsiedeln, bei Budapest), und die andächtigen Gläubigen sind auch in der Heilig-Geist-Kirche eingekehrt. Ich. kniete unter der Menge. Nach kurzer Anbetung sagte ich zum Herrn: "Mein Herr, hier bin ich! Von den weltlichen Dingen habe ich mich losgelöst, so dass zwischen uns nichts mehr im Wege steht. Gefalle ich Dir jetzt schon? Du weißt, wie armselig ich bin. Du weißt auch, wie demütigend es ist, so zu leben!" Darauf die Stimme des Herrn: "So musst du leben von jetzt ab, und zwar in der tiefsten Erniedrigung!"

Diese Worte haben meine Seele in Seine ewigen Gedanken versenkt. Ich habe Ihn gefragt: "Nimmst Du mich jetzt schon an?" Der Herr erwiderte nichts, Stille war in meiner Seele. Mit gesenktem Haupt lauschte ich, ob Er etwas sagen werde. Ich spürte, dass der Verzicht auf alles Irdische mir Schwung gab, um in der Nähe Jesu bleiben zu können. Nichts mehr störte jetzt die Stille meiner Seele.


"In der Schule des göttlichen Meisters."

Während ich kniete, ward meine Seele von tiefer Reue und Dank erfüllt. Ich wartete sehnlichst auf Seine Antwort! Nach langem Schweigen unterbrach ich die Stille: "Mein Jesus, freust Du Dich, dass so viele fromme Seelen zu Dir kommen?" "Ja", sagte Er traurig, "aber sie beeilen sich wieder zu gehen, so dass Ich meine Gnaden nicht vermitteln kann."

Ich verstand Ihn und wollte Ihn trösten: "Mein Jesus, Dein bin ich, Dir sterbe ich, Dir gehöre ich ewiglich!" Währenddessen sann ich nach, womit ich Ihn trösten könnte. Es ging mir so wie dem Rotkehlchen, das die Dornen vom Hl. Haupt herausziehen wollte, wobei durch die Anstrengung ein Tropfen Hl. Blut auf sein Gefieder fiel. Nach einiger Zeit fing ich an zu frieren. Darum wollte ich Abschied nehmen, und heim gehen. Da sprach Er in der Tiefe meiner Seele in flehendem Ton: "Geh' noch nicht fort."

Ich blieb auf meinem Platz. Bald danach vernahm ich in der Stille meiner Seele: "Meine liebe Karmelitin!" Diese Stimme löste in mir einen Akt der Reue aus. Hernach hörte ich diese liebe Stimme noch zweimal und währenddessen weinte ich Tränen der Reue. Nach einer Weile sprach die Heiligste Jungfrau in meinem Inneren:


"Bete und leiste meinem vielgeliebten, vielgeschmähten Sohn Sühne!"

Darüber habe ich nachgedacht. Das kann doch nicht der böse Feind in meinem Inneren sein, denn dieser mahnt nie: Bete und sühne! Das verwirrte meine Seele ein wenig. Wie kann, wie soll ich das tun? Eine Weile blieb ich noch in der Kirche; ich betete nicht, wollte nur meine Gedanken ordnen, aber ein merkwürdiges Dunkel hüllte meinen Verstand ein. Auf dem Heimweg betete ich deshalb: "Meine himmlische Mutter, wenn du es bist, die dies von mir verlangt, so ordne bitte meine Wege zu deinem göttlichen Sohn!"

Auch am darauf folgenden Tag hat dieser Gedanke mich nicht verlassen. Während der Hl. Messe flehte ich zu ihr: "Meine himmlische Mutter, was soll ich tun? Ohne dich bin ich klein und schwach. Stehe mir bei, bitte."

Zu Ende der Hl. Messe bewegte mich heftig der Gedanke, den Schlüssel zum Hause Gottes zu verlangen, damit ich hierin freien Eintritt hätte. Ich legte meine Bitte der Sakristanin-Schwester vor und schilderte ihr meine Wohnverhältnisse. Sie war von der Heiterkeit meines Vortrages überrascht. Sie erklärte mir, dass sie das von sich aus nicht tun könne, da sie dazu die Erlaubnis des Hw. Herrn brauche.

Nach zwei Tagen empfing mich die Schwester mit einer guten Nachricht. Ich bekam den erbetenen Schlüssel. Noch an demselben Tag ging ich mit dem Schlüssel zur Kirche. Als ich die Tür des Gotteshauses öffnete, schlug mein Herz hoch. Ich spürte, dass der Herr Jesus jetzt Sein Haus mit mir teilen wollte, statt meines Heimes gab Er mir jetzt Sein Haus, als ein neues 'Zuhause'. Darum ist mir diese Kirche so teuer.

Als ich die Seitentür der Kirche betrat, stand ich vor dem Altar der Braut des Heiligen Geistes und der Schutzpatronin Ungarns. Ich begrüßte sie: "Gegrüßet seist du, Maria, meine Mutter. Ich bitte dich demütigst, bewahre mich in deiner Obhut, empfiehl mich deinem göttlichen Sohn! Ich bin deine untreue Karmelitin. Meine Mutter, ich weiß, dass ich dieser deiner Anrede nicht würdig bin. Auch wenn ich Jahrhunderte lange leben würde, könnte ich nicht genügend Verdienste sammeln, um dieser Anrede auch nur annähernd wert zu sein. Meine Mutter, komm mir zu Hilfe, führe mich zu deinem göttlichen Sohn!"

Als ich so ganz allein in der mächtig großen Kirche war, da warf ich mich zu den Füßen des Herrn nieder und fragte Ihn: "Sind wir nur zu zweit?" – "Leider!" hörte ich Seine traurige Stimme in meinem Inneren. "Sorge dafür, dass es viele werden!"

Mein Dank und meine Reue, die aus meinem Herzen hervorbrachen, sind in Worten nicht auszudrücken. "O, mein lieber Heiland, Du weißt, wie oft ich gestolpert bin, bis ich mit Deiner Hilfe bei Dir landete: Jetzt, da Du mich von der äußersten Hülle meiner Seele befreit hast, fühle ich, dass Du mich mit dem Reichtum Deiner Gnade überströmst. O, mein Jesus, demütig flehe ich Dich an, hoble ab die groben Fehler meiner Seele, mag es mir noch so weh tun, damit Du Dein Werk erkennst, wenn ich einst vor Dir erscheinen werde. Meine Sünden will ich so bereuen, wie dies noch keine einzige bekehrte Seele getan hat. Ich will Dich so lieben, wie Dich noch niemand aus den Reihen der Bekehrten geliebt hat. Mein Jesus, in tiefer Demut bitte ich Dich, kein Tag möge in meinem Leben vergehen, an dem ich nicht Tränen der Reue vergieße, die meinem Dank und meiner Liebe entspringen. Demütige mich, mein Jesus, in jedem Augenblick meines Lebens, damit ich dauernd fühle, wie armselig ich bin! Mein Herz ist von einem Gefühl der Unsicherheit erfüllt, wenn ich daran denke, dass ich schon hier auf Erden mit Dir leben darf. Aber nach meinem Tod? Was wird mit meinen vielen unzähligen Sünden werden?" Da kam ich in eine unvorstellbare innere Bedrängnis, und ich wandte mich an den Herrn. Daraufhin ließ Er mich für einen Augenblick fühlen, wie meine Sünden in Seiner barmherzigen Liebe verschwinden werden.

Wer weiß, wie lange ich noch selbstvergessen zu den Füßen des Herrn gekniet wäre, wenn die Sakristanin-Schwester nicht nach mir ausgeschaut hätte, da die Pforte um 19.30 Uhr geschlossen wird. Dazu hatte ich keine Schlüssel. Ich konnte mich nicht vom Herrn trennen und bat Ihn, Er möge mit mir kommen. Ich fühlte, dass der Herr mit mir kam. Gerne hätte ich mich in den Staub der Straße niedergekniet, so sehr empfand ich Seine Anwesenheit. Seitdem Er mir eine Wohnung gegeben hat, suche ich Ihn jeden Abend dankerfüllt und mit demütigem und reuevollem Herzen auf. Nach dem Wunsch der Mutter Gottes bete ich Ihn an. Ich bin in großer Freude, wenn ich zu Ihm gehe, Er ist immer zu Hause! Diese vertrauten Stunden zu schildern ist mir unmöglich.

Das Jahr 1961 ist mit solchen Zwiegesprächen verlaufen. Damals habe ich sie nicht niedergeschrieben. Ich fing damit erst an, als der Herr mich dazu aufgefordert hatte. Wenn der liebe Heiland kürzere Gespräche mit mir führt, schreibe ich diese wortwörtlich nieder. Während der Heiligen Stunde ist es oft so, dass diese Gespräche einfach in mein Bewusstsein übergehen, und dann ist es mir unmöglich, sie niederzuschreiben. Einmal bedankte ich mich bei Ihm, dass Er mir eine ewige Zuflucht gewährt hatte: "Meine Karmelitin, auch du gewähre Mir eine ewige Zuflucht. Du fühlst doch ebenso, dass wir beide zusammengehören. Deine Liebe kenne keine Ruhe keinen Stillstand!"

Eines Tages bat Er mich, am Montag eine Gebetswache für die Armen Priesterseelen zu halten. Ein anderes Mal war ich zu Besuch bei Bekannten, in deren Haus auch eine Kapelle war. Als ich mich von den Schwestern verabschiedete, versäumte ich, mich auch von Ihm zu verabschieden. Er machte mir sanfte Vorwürfe über meine Unaufmerksamkeit gegen Ihn! "Verzeih mir, mein Jesus! Ich habe Dich ja darum gebeten, meine groben Fehler mir 'abzuhobeln'." Er antwortete in sanften Worten: "Du musst Mich Tag und Nacht lieben."

Einmal bat ich Ihn, Er möge mich Seine Anwesenheit in voller Majestät und Güte fühlen lassen: "Meine Tochter, verlange das nicht für dich, denn Ich gebe es jener Seele, für die du das Opfer gebracht hast, für die du gebetet hast." – "Verzeihe mir, mein Jesus, siehe, wie selbstsüchtig ich bin!" – "Meine Tochter, Ich kenne deine Unvollkommenheit und dein Elend, aber das soll deinen Eifer nicht brechen, es ist vielmehr ein Grund mehr für dich, dass du mit einem noch größeren Vertrauen auf Meine Liebe rechnen kannst."

 

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Botschaften 1962

4.-7. März 1962 – Fange jeden Tag von neuem an!

Ich weiß nicht, was in diesen Tagen im Lande geschah. Der Herr hat mich fast alle 5 Minuten in flehentlichen Ton in die Knie gezwungen, Ihm Sühne zu leisten. Folgendes geschah auch in der ersten Woche des Monats März. Meine Hausarbeit habe ich, in Ihm versunken, verrichtet und Ihn dabei gebeten, regen Anteil an Seinem Erlösungswerk zu gewähren. Da begann der Herr Jesus mit mir in der Tiefe meiner Seele ein inniges Gespräch:

"Verlange Gnaden in reichlichem Maß! Je mehr du verlangst, umso mehr bekommst du! Bitte auch für andere! Hab' keine Angst! Mit den Bitten muss man nicht sparsam umgehen, denn Ich bin erst dann recht glücklich, wenn Ich viel geben kann. Schon dein Wunsch macht Mich glücklich, und noch glücklicher, wenn du in der Übernahme der von Mir angebotenen Opfer auch beharrlich zu Meinem Anliegen stehst. Es gibt viele Seelen, die sich zwar anbieten, einen Anteil an Meinem Erlösungswerk erhalten zu dürfen, wenn sie aber die von Mir angebotenen Opfer annehmen sollen, erschrecken sie vor Mir... Lass Mich niemals ohne deine Leiden und hilf Mir damit, die Sünder zu bekehren! Dafür wirst du einen großen Lohn bekommen. Es wird eine Zeit kommen, in der du Meine Worte nicht nur in der Tiefe deiner Seele hören wirst, sondern auch in vernehmlichem Ton. Hier auf Erden werde Ich dir keinerlei Tröstungen geben, die dein Leben an die Erde fesseln würden. Meine stärkende Gnade werde Ich immer auf dich strömen lassen und die Kraft des Heiligen Geistes wird mit dir sein."

Dann bat Er mich weiter: "Du musst deine zum Bösen neigende Natur nach Meinem Gefallen bekämpfen. Ich helfe dir, dem richtigen Weg zu folgen. Versenke dich nur in Meine Lehre!" – "Mein Herr, trotz meiner Bemühungen kann ich an mir keinen Fortschritt merken!" – "Sei deswegen nicht beängstigt! Fange einen jeden Tag von neuem an! Frage Unsere Mutter, Sie weiß, wie man Mir gefallen kann!"

In dieser Zeit bat mich der Herr Jesus oft: "Verleugne dich selbst! Darum erbitte Ich das so oft, weil du einen Anteil an Meinem Erlösungswerk nur dann haben wirst, wenn du einen jeden Augenblick mit Mir vereint verbringst. Opfere es auch an Stelle jener auf, die sich Mir geweiht haben und dennoch eher für die Welt leben als für Mein Erlösungswerk. Sie denken nicht an ihre Berufung. Tue Buße für sie und für deine Sünden! So gerne möchte Ich eure Sünden abwaschen, kommt doch zu Mir! Meine Tochter, deine aufgewandte Mühe soll dir nicht leid tun, sie kenne keine Grenzen! Trenne dich niemals von Meinem Erlösungswerk. Wenn du das tun würdest, müsste Ich die Abnahme deiner Liebe fühlen. Ich warte doch so sehr auf deine Liebe. Ach, könntest du doch immer mit Mir empfinden!"

All diese Ereignisse brachten mich in große Verlegenheit. Ich wusste nicht, was in mir vorging. O, mein Jesus, Du begeisterst meine Seele sehr! ... Über die außergewöhnlichen Dinge, die sich in meinem Inneren vollzogen, wollte ich gerne mit jemandem sprechen. Solange Seine Mitteilungen nur meine Person berührten, verspürte ich in mir keine Verworrenheit. Da mir aber durch Ihn jetzt auch andere Personen bekannt wurden, geriet ich in innere Bedrängnis. Die auf mir lastenden Unsicherheiten und Zweifel drängten mich, dies alles jemandem mitzuteilen.

Neulich hörte ich, dass ein mir bekannter Priester seelisch zusammengebrochen sei, weil man ihm die priesterliche Funktion verboten habe... Eine mir bekannte Person bat mich, für diesen Priester zu beten. Das stimmte mich nachdenklich. Da der Herr Jesus mit mir innig zu sprechen pflegte, wagte ich, mich in tiefer Demut vor Ihm niedergeworfen in schlichten Worten Ihn nach dem Grund dieses Geschehens zu fragen. In der Stille meiner Seele hörte ich Seine Stimme nicht. Düster sah in diesen Tagen die ganze Lage aus, zumal ich des öfteren hörte, dass Priester hier und dort verschleppt wurden. Als ich mich nach einigen Tagen wieder vor dem Herrn niederwarf, fing Er an zu sprechen: "Meine Tochter, verstehst du Mich? So will Ich sie an Mich ziehen! Denn sie haben wenig Liebe zu Mir, sind zu weltlich, eingebildet. Sie sprechen wohl schöne Worte über Mich, aber sie selbst sind davon nicht durchdrungen. Ach, diese Mir geweihten Seelen! Wie unermesslich ist ihretwegen die Traurigkeit Meines Herzens!"

Seine Worte haben mich erschüttert. Ein schneidender Schmerz durchzog meine Seele. Seitdem zeigte mir der Herr oft Seelen, denen ich im Alltag begegnete, ohne sie gekannt oder mit ihnen gesprochen zu haben. Er lässt mich empfinden, welche Zuneigung jene unbekannte Person zu Ihm hat. Bei solcher Gelegenheit verspüre ich in meinem Inneren einen schneidenden Schmerz. Er spricht dann zu mir: "Leide mit Mir!"

Diese Empfindungen wirken in mir wie eine Krankheit. Sie schmerzen nicht nur meine Seele, auch meine körperlichen Kräfte erleiden eine empfindliche Einbuße. Der Herr Jesus hat mich zu einer Person geschickt, mit der ich seit 15 Jahren nicht gesprochen habe. Ansonsten hatte ich mit ihr im ganzen nur dreimal in meinem Leben gesprochen. Der Herr Jesus hat in mir ein großes Vertrauen zu dieser Person geweckt. (Ich bin nämlich sehr verschlossen.)

Ich erzählte ihr über meinen außergewöhnlichen Seelenzustand, über die große Finsternis, die auf mir lastet. Nach der Besprechung in der Kapelle, sagte mir die Schwester: "Das könnte auch Selbstsuggestion sein!" Ihre Antwort hat mich bestürzt, mich überfielen schreckliche Gedanken, und Unglaube trübte meine klare Sicht. Ich fürchtete einen Selbstbetrug oder eine Täuschung durch den als Lichtengel verkleideten Bösen, der meine schwer erworbene Ruhe stören will.

In solchen Qualen verbrachte ich den ganzen Tag. Als ich abends wieder zur Anbetungsstunde ging, fragte ich inmitten dieser Unsicherheit: Mein Gott, was ist mit mir los? Was ist denn wahr daran, was in mir vorgeht? Oder war mein vorheriger Zustand der richtige! ... Wer solche Qualen noch nicht durchgestanden hat, der wird es schwer verstehen, wie es einem Menschen ergeht, der nicht Herr im Gebrauch seiner Vernunft ist.

Während der in langer Stille verbrachten Zeit löste sich die schreckliche Finsternis in meinem Inneren einigermaßen. Ich spürte die Störung des Bösen weniger, fühlte mich von der inneren Belastung fast befreit und meine Seele etwas erleichtert.

Nach der Hl. Kommunion, am darauffolgenden Tag, hatte ich mein seelisches Gleichgewicht wieder. In Jesus versunken lebte ich den ganzen Tag. Während meiner Großwäsche war ich mit Ihm ganz vereint. In der Tiefe meiner Seele dachte ich daran, wie elend ich doch bin, dass ich Ihm nicht helfen kann. Während ich über Seine ewigen Gedanken nachsann, sprach der Herr Jesus zu mir:

"Meine Karmeliterin, übergib dich Mir ganz! Nur so kannst du Mir Opfer bringen. Sei demütig und klein, so wirst du fähig, Meine Bitte zu erfüllen. Höre Mich an! Fürchte dich nicht! Ich verlange etwas Großes von dir. Faste jeden Donnerstag und Freitag bei Brot und Wasser und opfere es auf für die Priester. An beiden Tagen verbringe jeweils 4 Stunden vor Mir und sühne besonders für die vielen Beleidigungen, die Mir angetan werden. Am Freitag ab 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr bete an Meinen Hl. Leib und Mein Hl. Blut, das Ich wegen der Sünden der Welt vergossen habe. Das Freitagsfasten halte bis zur Zeit der Herabnahme Meines Hl. Leibes vom Kreuze. Dieses Opfer ist mit besonderen Gnaden verbunden. Tu dies, mein Tochter! (Er flehte mich an!) Nimm dieses Opfer auf dich zwölf Wochen hindurch für die zwölf Priesterseelen, die am meisten geeignet sind, Meine Pläne durchzuführen. Ja, für die zwölf Priester, die Ich einer besonderen Gnade würdigen will. (Erneut flehte Er mich an, dies zu tun.) So wirst auch du ein Liebling Meines Herzens. Du wirst erfahren, wer Meine Bitte an die zwölf Priester weitergeben soll. Auch sie müssen dasselbe tun, was Ich von dir verlange: Sühne und Versenkung in Meine Leiden. Meine Tochter, diese zwölf Priester sind die hervorragendsten im Lande."

Der Herr Jesus bat mich dieses strenge Fasten 12 Wochen hindurch auf mich zu nehmen. Ebenso sollen es auch die Priester tun, zu denen diese Botschaft gelangen wird.

"Meine Tochter, Ich lasse dich in großer Trockenheit und Trostlosigkeit leiden. Versuchungen in verschiedener Form werden dich überkommen. Aber habe keine Angst! Meine Gnade wird immer bei dir sein. Habe volles Vertrauen! Das ist der Schlüssel zu Meinem Herzen. Lass ab von deinen Zweifeln! Der Heilige Geist, den du oft anflehst, wird deine Seele in Besitz nehmen durch die Braut des Heiligen Geistes, unsere Mutter. Ich weiß, du dürstest mit Mir nach Seelen. Mein Herz erfreut dies, wenn du deine Stoßgebete zu Mir sendest, und du dich mit unstillbarem Verlangen nach Mir sehnst. Auch Ich sehne Mich nach dir, nach einer jeden Seele, besonders nach den Mir geweihten Seelen, die Ich mit Gnaden überschütte. In Wirklichkeit bettle Ich um ihre Liebe. Wenigstens du verlass Mich nicht und leiste Sühne! Mit jedem Schlag deines Herzens bereue deine Sünden, auch an Stelle derer, die nicht mit Mir fühlen. Wenn deine Liebe hinschwinden sollte, dann wende dich an Unsere himmlische Mutter. Sie erfüllt dein Herz wieder mit reicher Liebe zu Mir. Werde nicht müde in der Betrachtung Meiner heiligen fünf Wunden; das wird dir viel Kraft verleihen. Empfiehl dich dem Ewigen Vater und lebe mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. In den Versuchungen flüchte unter den Mantel Unserer Mutter. Sie beschützt dich vor dem bösen Feind, der euch ständig belästigt. Ich werde mit dir sein. Dich kann niemand und nichts von Mir trennen...

Sei nicht ängstlich, meine Tochter, bleibe nur in der Demut! Von dir müssen nur wenige wissen. Deine Verdienste sind die Leiden. Opfere sie mit Mir vereint dem Himmlischen Vater für die Mir geweihten Seelen auf. Deine Demut sei so groß, dass deine Güte und Liebe sich auf jene übertrage, denen du begegnest. Bitte oft Unsere jungfräuliche Mutter, dich in Demut geborgen zu halten. Bemühe dich, die Sprache deines Nächsten so zu sprechen, dass du ihn dadurch zu Mir führst. Erbitte und verlange von Mir Liebe! Schöpfe von Mir! Bring Mir ständig deine Opfer, denn das Opfer ist wie ein schwingendes Rad, das zum Ziel führt. Der Ewige Vater weiß, wie Er dich erschuf. Er kennt deine aufdringliche, schlechte Natur. Wir müssen sie Meinem Herzen ähnlich machen. Kraft verwende fortan immer nur gegen das Böse. Sei deswegen nicht verzagt! Schau mit Vertrauen auf Mich, und erbitte von Mir viele Gnaden! Meine Tochter, sei in deiner Familie ein brennendes Opfer! Besonders die kleinen, unscheinbaren Opfer bringe Mir gerne! Komm zu Mir, denn Ich leide, verlassen! Sei nicht besorgt darüber, weil du nur kleine Dinge geben kannst. Bleibe immer ganz klein! Gehe in Mir auf wie der Wassertropfen im Wein!"


8. April 1962 – Suche nicht dich selbst.

Der Herr bat mich, die Anbetungsstunde nicht mit seinen Geschöpfen zu verbinden. "Suche nicht dich selbst, Ich habe vollen Anspruch auf dich. Das habe Ich dir oft gesagt. Entsage dir selbst! Nicht ein Haar soll zwischen uns Platz haben!"

Darauf entschuldigte ich mich: "Mein Jesus, ich bin eine Anfängerin!" Der Herr erwiderte: "Meine Tochter, sei deswegen nicht verzagt! Einmal hast du anfangen müssen. Kannst du dich noch erinnern, wie du in deinen jungen Jahren immer lernen, dich bilden wolltest, aber dazu keine Gelegenheit hattest? Ich war es, der dir Hindernisse stellte, weil Ich dich ganz unwissend haben wollte. So hast du Mir gefallen! Schon damals hatte Ich meine Pläne mit dir. Ja, Ich wollte, dass du für Mich heranreifst."

"Mein Herr, wie oft hast Du Deine Leben spendende Kraft mir zugewandt! Ich bin Dir aber aus dem Weg gegangen und habe andere Pfade eingeschlagen." – "Wie du weißt, wolltest du dich vor einigen Monaten um die Aufnahme an der Volkshochschule bewerben. Ich habe Mich dagegen gestellt. Ich habe dich in meine Schule zur Aufnahme berufen. Darüber darfst du jetzt froh sein. Werde eine gute Schülerin! Der Meister bin Ich. Lerne von Mir! Ich versäume nicht, bei dir zu sein vom Morgen bis zum Abend."

"Ja, das stimmt, mein Herr!" erwiderte ich, "aber ich habe zu wenig Empfinden für Dich!" – "Das ist wahr, meine Tochter!" war Seine Antwort. Da wies Er mich hin auf mehrere Gelegenheiten, bei denen ich Ihn beleidigt hatte. z. B.: Wenn ich an einem Ort verweilte, wo eine Kapelle war, hatte ich mich von allen verabschiedet, nur von Ihm nicht. Er sagte, wenn ich eine Kniebeuge mache, dann solle ich dabei in großer Liebe an Ihn denken, denn: "Versäumst du das, so tut es Mir weh!" Dies habe ich bereut, meine Augen waren voller Tränen.

"Meine Tochter, immer wieder sage Ich dir: Du musst dich ändern! Ich helfe dir, verrichte nur deine Aufgabe aus allen Kräften. Geh zu Meiner Mutter, sie hilft dir." – "Ja, mein Herr, ich habe Sie sehr lieb, denn Sie war es, die mich aufgerufen hat, Ihren göttlichen Sohn anzubeten und zu sühnen. O, welch tiefe Reue erweckte mir ihre von Tränen erstickte Stimme!"

Darauf Jesus: "Das war die erste Begegnung, der große Schritt, da Meine Mutter dich ganz besonders Mir empfohlen hat. Meine Tochter, seitdem fliegst du Mir pfeilgerade zu. Schau inzwischen nicht auf die Erde zurück, damit die Welt dich nicht verwirre! Solange schon warte Ich auf dich! Seitdem Ich dich erschaffen habe, warte Ich auf dich wie auf eine jede Seele!" – "Mein Herr, aber jetzt lass mich nicht mehr los!" – "Du hast dich losgerissen von Mir, nicht Ich habe dich losgelassen!" – "O, mein Jesus, deshalb bin ich so elend und ungezogen! Erziehe mich, mein guter Meister!"

"Meine Tochter, verzichte auf deinen Eigenwillen. Immer wieder bitte Ich darum. An Meinem Erlösungswerk kannst du nur teilnehmen, wenn du ganz und ständig mit Mir vereint lebst, in jedem Augenblick. Erinnere dich, als du Witwe wurdest und deine Kinder so langsam groß wurden, wie sehr du sie gebeten hattest, dir wenigstens für eine Stunde zu helfen. Immer nur eines von ihnen! ... Welche Erleichterung bedeute dir das! Und wie traurig warst du, wenn sie sich mit allerlei Gründen entschuldigten! Meine Tochter, wieviele Kinder habe auch ich. Welche Wonne hätte Ich an euch! Wenn sie Mir nur eine Stunde helfen würden'. Dabei denke Ich ganz besonders an die Mir geweihten Seelen, an jene, die Ich als die Auserwählten Meines Herzens betrachte. Sie sind durch weltliche Dinge und Gedanken abgelenkt und zerstreut. Frage nicht, auf welche Weise du erfinderisch sein könntest! Nimm eine jede Gelegenheit wahr, womit du durch deine Sehnsucht nach Seelen Meinen Durst löschen kannst!"

"Mein Herr, mit unstillbarem Durst sehne ich mich nach Dir. Ich will Dich mit all meinen Kräften lieben, auch anstelle jener, die nicht zu Dir kommen." Während dieses Gespräches habe ich viele Gnaden vom Herrn erhalten.

"Mein Gott, was hast Du mit mir getan? Jetzt weiß ich wahrlich nicht mehr, ob ich noch lebe! Mich dünkt, als würde ich nicht mehr auf der Erde verweilen. Mit meinen Augen sehe ich nichts, meine Ohren nehmen nicht den Lärm der Welt auf, mein Herz schlägt auch nicht mehr, nur in Dir und für Dich. Meine Lippen finden kein würdiges Lob. Ich möchte Dich preisen, aber ich finde keinen Ausdruck, der Deines Lobes würdig wäre. Ich schließe meine Augen und betrachte im Geiste Deine unbegreiflichen für mich armen Sünder erlittenen Schmerzen. Warum hast Du eben mich auserwählt?! Wieviele Seelen gibt es, die Deiner Liebe würdiger sind!"

"Meine Tochter, aus den Reihen der größten Sünder suche Ich die Seelen für Mein Erlösungswerk aus. Diese überhäufe Ich mit besonderen Gnaden, wenn sie Meinen Ruf annehmen. Wer mit Mir und für Mich lebt, den reiße Ich aus der Welt, so wie Ich es mit dir getan habe. Meine Karmeliterin, Ich leide unaussprechlich. Wie wohl tut es Mir, dass du mit Mir vereint auch Meine Liebe empfindest!"

"Mein Herr, Dein ist mein Wille, handle in mir!" Darauf erwiderte Er: "Meine Tochter, sorge dafür, dass du mit allen deinen Kräften die Sünder zu Mir führst! Deine Gedanken sollen sich auf nichts anderes als auf dieses Begehren lenken. Schau unentwegt in Meine Augen, damit du Meine Trauer um die Seelen bemerkst! Wünsche mit der ganzen Sehnsucht deiner Seele, dass die Mir geweihten Seelen nicht achtlos an Mir vorbeigehen und ihre Augen nicht an die Welt verlieren. Nur Mich sollen sie betrachten. Sie mögen den traurigen Blick Meiner Augen auffangen und sich in Mich versenken. Wenn sie reumütigen Herzens in Meine Augen schauen, werde Ich sie mit dem Strahl Meiner Gnade bessern. Ich werde sie in die Liebe Meines Herzens aufnehmen und neu gebären. Was Ich von ihnen verlange, ist das vollkommene Vertrauen zu Mir… Meine Tochter, Ich überhäufe dich mit Meiner Liebe, weil du Mir Zuflucht gewährt hast und Ich mich in deiner Seele ausruhen kann. Nimm diese große Auszeichnung zu Herzen, denn dadurch ehrst du Mich. Lass dich nicht davon abbringen! Das liegt wahrlich nur bei dir! Ich bin mit Meiner Liebe bis zum äußersten gegangen. Weißt du, es gefällt Mir, wenn du, dich vor Mir niederwerfend, Mir versicherst, deine Sünden so zu bereuen, wie es noch kein bekehrter Sünder getan hat, und Mich so zu lieben, wie Mich noch niemand geliebt hat. Meine Karmelitentochter, mit diesen Wünschen hast du einen nahen Platz an meinem Herzen eingenommen. Deine schlichten Worte haben Mein Herz zum Erbarmen bewegt.

Siehst du, dazu braucht man keine Bildung, keine Volkshochschule! Welche Freude war auch dem Himmlischen Vater deine tief empfundene, ehrliche Bußgesinnung! Sei so in jedem Augenblick deines Lebens gesinnt! Meine Tochter, mit unermüdlichem Fleiß sorge dafür, dass du Seelen rettest! Dies sei deine Schule! Der Heilige Geist wird dir in deinem Ringen mit deiner schlechten Natur zu deinem Heil beistehen. Du weißt doch, dass Mein Reich Gewalt leidet. Dein ständiges Hinfallen soll dich nicht entmutigen. Es hält dich in der Demut…

Meine Tochter, dieser Tag ist der alles umfassende Tag, der tiefe Spuren in deiner Seele hinterlassen wird. Du empfindest das auch, nicht wahr? Meine Worte sollen wie ein Gebet in deinen Ohren klingen. Sinne darüber nach, bis du sie dir ganz zu eigen gemacht hast. Denn dieser Tag ist der Tag unserer besonderen Vereinigung, an dem Ich dich mit Gnaden überhäufe, die dir zur Stärkung gereichen. Ein großer Kampf wartet auf dich. Im Zeichen des Kreuzes wirst du siegen. Wenn du das Kreuzzeichen machst, sei nicht zerstreut. Denke immer an die Drei Göttlichen Personen. Was Ich dir jetzt sage, das bringe in die Öffentlichkeit:

Im Hinblick auf Meine Heiligen fünf Wunden mache nacheinander fünfmal das Kreuzzeichen. Dabei denke an Meine Hl. Wunden. Schau in Meine Augen, die von den vielen Schlägen blutüberströmt sind, die Ich auch von dir erhalten habe." – "O, mein Jesus, sage es nicht, denn mein Herz zerbricht! Erbarme Dich meiner!"


10. April 1962 – Jetzt werde Ich dir deine Tagesordnung geben.

"Meine liebe Karmeliterin! Sei nicht besorgt um das Gelingen Meiner Anliegen. Ich wirke vereint mit den auserwählten Seelen. (Damit sind die 12 Priester gemeint. Anm.) Sei du nur gut! Wie soll eine wahre Karmeliterin sein? Demütig, sie lebt verborgen, mit Mir vereint ihr beschauliches Leben. Strebe danach, zähme deine Zunge, hüte dich vor überflüssigem Reden! Meine kleine Karmeliterin! Meine Liebe zu dir kennt keine Grenzen. Deine Annahme Meiner angebotenen Opfer freut Mich! (Das hat Er ganz zart gesagt.) Harre aus bei Mir! Weiche Freude ist das für Mich! ... Wünsche Mir viele Seelen für die Austeilung meiner Gnaden!"

Als ich mich einmal vor Ihm niederwarf, sagte Er: "Mit beklommenem Herzen habe Ich auf dich gewartet. Siehst du, wie einsam Ich bin! Wenn du nicht kämest, wäre Ich verwaist. Meine Tochter, du warst auch einmal verwaist; wie traurig stimmt dieses Empfinden, nicht wahr?"

Dann sprach Er weiter und belehrte mich: "Immer wieder bitte Ich dich, sei darüber nicht ängstlich besorgt, weil du nur kleine unbedeutende Dinge tun kannst. Ich sage dir, bleibe immer klein! Weißt du, was wir tun werden? Du wirst Mir die Mosaiksteine geben, die du tagsüber sammelst. Ich werde sie nach Farbe und Form ordnen und zusammenstellen. Wenn das Bild fertig ist, wirst du staunen, welch ein Meisterwerk Ich daraus gemacht habe. Ich bin umsonst ein Künstler, aber wenn du nicht sammelst, dann kann Ich kein Meisterwerk schaffen." (Seine Stimme klang in flehendem Ton.)

Eines Tages sagte Er mir: "Meine Tochter, jetzt werde Ich dir deine Tagesordnung geben. Schon einmal begann Ich mit dir damit, Ich wollte noch mehr in dein Programm einschalten. Deshalb wartete Ich damit. Komm, wenn du Zeit hast; wenn es dir zuviel ist, sage es. Du entscheidest. Ich bin einverstanden. Mir gefällt es, wenn du Mir deinen Willen freiwillig gibst."


Montag: Der Tag der Armen Seelen.

"Alle deine Bewegungen seien von der Hilfsbereitschaft getragen. In Vereinigung mit Mir begehre für die Armen Seelen die baldige Möglichkeit, Mein Angesicht zu schauen. Dein strenges Fasten und auch die nächtliche Gebetswache opfere für sie auf. Die Forderung zu strengem Fasten richtet sich nicht nur an dich, sondern auch an die Öffentlichkeit. Verkünde diese Offenbarung Meines Herzens mit Meinen anderen Mitteilungen.

Wer montags bei Brot und Wasser streng fastet, befreit eine Arme Priesterseele aus dem Fegfeuer. Auch jene Person, die montags ihr strenges Fasten bei Brot und Wasser für die Armen Priesterseelen aufopfert, wird die große Gnade erhalten, in der Oktav ihres Todestages aus dem Ort der Läuterung befreit zu werden. (Gemeint ist das regelmäßige Fasten montags.) Das ist auch die Bitte Unserer Mutter, und sie verpflichtet Mich dazu in Berufung auf ihre Liebesflamme."


Dienstag: Dieser Tag gehört deiner Familie.

"Opfere für sie geistliche Kommunionen auf, für ein jedes einzeln und auch an ihrer statt. Empfiehl sie einzeln Meiner Mutter! Sie wird sie in Ihren Schutz nehmen. Auch die nächtliche Gebetswache an diesem Tag opfere für sie auf." – "Mein Herr, ich bin eine Tiefschläferin" erwiderte ich "was dann, wenn ich verschlafe und deshalb die Gebetswache versäume?"

In der Annahme, dass die Person im Stande der Gnade gestorben ist. Während eines Gesprächs sagte E. folgendes im Tagebuch, wo es um die Befreiung der Armen Seelen geht, hätte ich jedes Mal hinschreiben müssen: "Wenn die Person im Gnadenstand gestorben Ist." Weil ich dies damals als selbstverständlich erachtete, hielt ich es für überflüssig, es zu erwähnen.

"Auch darin helfe Ich. Wenn dir etwas schwer fällt, sage es im Vertrauen nur Unserer Mutter. Auch sie hielt oft Nachtwache im Gebet. Bedenkst du, meine Tochter, dass du deiner Familie große Verantwortung schuldest? Du musst sie alle zu Mir führen, ein jedes Mitglied nach seiner Art, denn sie sind verschieden. Bitte unaufhörlich um Meine Gnade für sie. Wir werden zusammenwirken, aber Ich muss deine Kraft in Anspruch nehmen. Dein zuverlässiger Schutzpatron sei der Hl. Josef. Vergiss nicht, ihn täglich um seine Hilfe zu bitten. Auch Er hilft gerne, und dann haben wir gewonnen!"


Mittwoch: Der Tag der Priesterberufe.

"Erbitte diesen heiligen Beruf von Mir für viele junge Männer. Wie viele du nur verlangst, so viele wirst du bekommen, denn in vielen jungen Herzen lebt dieser Wunsch. Leider ist niemand da, der den jungen Leuten Hilfe leistet. Sei nicht kleingläubig! Im nächtlichen Gebet kannst auch du für sie viele Gnaden erflehen."


Donnerstag: Weihe ihn in Sühne dem Allerheiligsten Altarsakrament!

"Verbringe vier Stunden vor Mir. Mit besonders großer Andacht bete Mich an. Leiste Sühne für die gegen Mich gerichteten Beleidigungen. Das strenge Fasten und auch die nächtliche Gebetswache opfere für die zwölf Priester auf. Versenke dich in Meine Leiden, wie Ich Blut geschwitzt habe, gemartert wurde, den dreistündigen qualvollen Kreuzestod erlitten habe. Große Seelenkraft wirst du daraus schöpfen."


Freitag: Versenke dich mit der ganzen Liebe deines Herzens in Meine Liebe.

"In der Früh, beim Erwachen, denke daran, welche Pein nach den fürchterlichen nächtlichen Qualen auf Mich gewartet hat. Betrachte auch während deiner Arbeit Meinen Kreuzweg, auf dem Ich nicht einmal für einen Augenblick ausruhen konnte. Bis aufs äußerste erschöpft hat man Mich auf den Berg Kalvaria getrieben. Vieles kannst du betrachten, Meine kleine Karmeliterin! Ich bin für euch bis ans äußerste gegangen. Darum sage Ich: Nichts könnt ihr für Mich übertreiben! Von 12.00 Uhr bis nachmittags 15.00 Uhr bete Meine Hl. Wunden an. Das Fasten halte möglichst bis zu Meiner Herabnahme vom Kreuz. Auch an diesem Tag opfere deine nächtliche Gebetswache für die Priester auf. Meine Tochter, deine Opferbereitschaft vermehrt in euch die Fülle der Gnaden."


Samstag: Der Tag Unserer Mutter.

"An diesem Tag ehrt sie mit ganz besonderer Zärtlichkeit. Du weißt, sie ist die Mutter der Gnaden. Wünsche, sie auf Erden so verehrt zu sehen, wie es die Engel und Heiligen im Himmel tun. Bitte für die sterbenden Priester um die Gnade eines guten Todes. Diese Priesterseelen werden im Himmel Fürbitte für dich einlegen. In deiner Todesstunde wird die Heilige Jungfrau dich erwarten. Die nächtliche Gebetswache opfere in dieser Meinung auf."


Sonntag: – Für diesen Tag hat mir der liebe Heiland kein Programm gegeben.


Die erste Mitteilung der Heiligsten Jungfrau!

13. April 1962 – Schmerzhafter Freitag

Auch an diesem Tage habe ich dem Wunsch des Herrn Jesus entsprechend, für die zwölf Priesterseelen von 12.00 Uhr bis nachmittags 15.00 Uhr gesühnt. In Ihm versunken, bat ich die Heiligste Jungfrau, die Heiligen fünf Wunden ihres göttlichen Sohnes in mein Herz einzuprägen und Ihn um Sein Erbarmen zu bitten. Dicke Tränen rollten auf meine Wangen herab. Währenddessen vernahm ich in der Tiefe meiner Seele das unaussprechliche Leid und Wehklagen der schmerzreichen Mutter Gottes. Ihr Schluchzen strömte auch in meine Seele über. Dann sprach Sie mit schluchzender Stimme: "Meine kleine Karmeliterin! Viel wird gesündigt im Land! Hilf Mir, retten wir es! Ich gebe euch einen Lichtstrahl in die Hand. Er ist die Flamme der Liebe Meines Herzens. Zu dieser Liebesflamme gib deine Liebe hinzu und gib sie weiter!" – "Meine Mutter, warum wirkst Du nicht Wunder wie in Fatima, damit man Dir glaube?"

"Meine Tochter, je größer Meine Wunder wären, umso weniger würde man Mir glauben. Meine Karmeliterin, den ersten Samstag zu begehen, habe ich erbeten, und man achtet ihn doch nicht. Ich bin eure gütige und liebende Mutter, und, mit euch vereint, Hand in Hand, rette ich euch. Euer Land hat der Heilige König Stefan mir geweiht, und ich habe ihm versprochen, seine Bitte und die der ungarischen Heiligen im Herzen zu tragen. Ein neues Mittel möchte ich euch in die Hände geben. Ich bitte euch, nehmt es an und habt Verständnis dafür, denn Ich schaue traurigen Herzens auf euch herab .... Die zwölf Priester, die mein göttlicher Sohn auserwählt hat, werden die würdigsten bei der Verwirklichung Meiner Bitte sein. Meine Tochter, nimm diese Flamme, die Ich zuerst dir überreiche. Das ist die Liebesflamme Meines Herzens. Zünde damit das deinige an und gib sie weiter!"

Da schluchzte die Mutter Gottes so sehr, dass ich ihre Worte fast kaum verstanden hatte. Ich fragte sie, was ich tun solle. Im Namen des ganzen Landes habe ich alles versprochen, nur um ihren Schmerz zu lindern, denn mein Herz war beinahe am Zerspringen.

"Meine Tochter, ich bitte dich, den Donnerstag und den Freitag als besondere Gnadentage zu betrachten, und an diesen beiden Tagen meinem göttlichen Sohn ganz besonders Sühne zu leisten. Die Art und Weise der Sühne ist die Sühnestunde in der Familie. Diese Stunde, die ihr in Sühne verbringt, beginnt mit geistlicher Lesung. Dieser mögen der Rosenkranz und andere Gebete in gesammelter Andacht folgen. Haltet die Sühnestunde zu zweit oder zu dritt, denn ihr wisst, wo zwei oder drei im Namen meines Sohnes versammelt sind, ist Er dabei. Seiner Bitte gemäß bekreuzigt euch fünfmal zu Beginn, dabei empfehlt ihr euch durch die heiligen fünf Wunden meines göttlichen Sohnes dem Ewigen Vater. Ebenso sollt ihr die Sühnestunde auch beschließen. Pflegt auch morgens, abends und tagsüber die Andacht, nacheinander fünfmal das Kreuzzeichen zu machen und empfehlt euch dabei der Barmherzigkeit des Himmlischen Vaters. Dies bringt euch näher zum Himmlischen Vater, und euer Herz wird mit Gnaden erfüllt.

Diese gnadenvolle Flamme, die ich euch aus meinem Unbefleckten Herzen gab, soll von Herz zu Herz gehen und alle Herzen im ganzen Land entzünden. Das wird das große Wunder sein, dessen Licht Satan blenden wird. Sie ist das Feuer der Liebe und Eintracht, die ich durch die Verdienste der Heiligen Wunden meines göttlichen Sohnes beim Ewigen Vater erwirkt habe."

Nach diesen Worten weigerte ich mich, in der Oberzeugung meiner Unwürdigkeit, diesen Auftrag anzunehmen: "Du vertraust mir deine Anliegen an, aber wie soll ich sie weitergeben?" und wieder weigerte ich mich. Nach einigen Tagen versprach die Heiligste Jungfrau, die Opfer, die ihr göttlicher Sohn verlangte, mit ihrer mütterlichen Liebe und Hilfe zu unterstützen.

"Ich werde bei dir sein, meine kleine Karmeliterin, Ich drücke dich an mein Herz." – "Meine himmlische Mutter, ich habe eine Frage an dich." Sie kannte sie bereits und antwortete auf meine Frage: "Bringe die Bitte meines Sohnes Hw. H. Ü. …"

Die Heiligste Jungfrau nannte ihn ihren lieben Sohn. Während Sie dies sagte, begriff ich durch ihre wundersame Eingebung, wie sehr der Wille der Heiligsten Jungfrau mit dem ihres göttlichen Sohnes, des Ewigen Vaters und des Heiligsten Geistes im Einklang steht. Die Allerseligste Jungfrau versprach Ihren Beistand, damit diese kleine Flamme sich wie ein Lauffeuer verbreite.


15. April 1962 – Wenn euer Eifer von Dauer ist, werde Ich getröstet sein.

"Meine kleine Karmeliterin! Ich bitte die Bewohner des (Schwestern-) Hauses, die in Stille mit viel hingebender Liebe sich im ganzen Lande missionarisch betätigen, die Ersten bei der Verbreitung meiner Liebesflamme, bzw. bei ihrer Übergabe zu sein. Ihr Einsatz ist herzergreifend. Meine Tochter, verzage nicht, beginne damit, so bald wie möglich! Meine Liebesflamme wird vom Karmel aus ihren Lauf nehmen. Sie ehren mich am innigsten. Sie sind am meisten dazu berufen, mich zu ehren. Nimm zwei Kerzen, zünde zunächst deine kleine Flamme an und gib sie weiter meinem lieben Sohn (Pater) im Karmel. Er wird sie dann unter meinen zwölf vorzüglichsten (Priester) Verehrern verbreiten. (Nachher fragte ich die Heiligste Jungfrau, ob diese zwölf Priester alle Karmeliter sein werden. Sie antwortete mit: "Nein!")

Ich werde mit ihnen sein und sie mit Gnaden überhäufen. Wenn die zwölf Priester vereinigt sein werden, soll zur gleichen Zeit die Andacht in zwölf mir geweihten Kirchen beginnen. Die Kerzenflamme, die sie während der Andacht erhielten, sollen sie nach Hause nehmen und damit die Andacht zu Hause beginnen. Wenn euer Eifer von Dauer ist, werde Ich getröstet sein."


17. April 1962 – Wir sind das Land der Königin und Schutzfrau Ungarns.

Der liebe Heiland hat über vieles gesprochen. Er hat mich gebeten, den Seelenkampf nicht aufzugeben, um in diesen pausenlosen Ringen die Gnade sich vermehren zu lassen.

"Sage es Meinen Söhnen, dass sie in keiner einzigen Predigt versäumen, die Seelen zur innigen Verehrung Meiner Mutter anzueifern. Euer Land ist das Land der Königin und Schutzfrau Ungarns, das soll den Seelen unentwegt verkündet werden. Haltet die Bitte der Schutzfrau Ungarns in den Herzen wach! Und du, Meine Tochter, wünsche mit der ganzen Sehnsucht deiner Seele die Ankunft Meines Reiches, damit die Liebesflamme Meiner Mutter zünde und durch die Funken der Liebe sich ausbreite!"

Als ich mich einmal wegen der verschwendeten Zeit meines Lebens in Reue vor dem Herrn niederwarf, sprach Er: "Das Wachsen der Liebe bringt deine Versäumnisse ins Gleichgewicht. Die Liebe steigert nämlich Meine Gnade in dir." (Dabei sprach Er noch lange mit mir.)

"Meine Tochter, übermittle Meinen lieben Söhnen, was Ich dir jetzt mitteile: Die Gedanken ihrer eigenen Seele sollen vom Wesentlichen Meiner Worte durchdrungen sein, so dass die trägen Seelen von ihrer Gleichgültigkeit aufgerüttelt werden, in die sie versunken sind. Zunächst sollen sie ihnen den Gedanken der innigsten Vereinigung mit Mir bewusst machen. Das sollen sie besonders bei jenen Seelen erreichen, die Mich zwar häufig in ihrem Herzen empfangen, diese Begegnung jedoch nicht zum Anlass nehmen, Mir näherzukommen. Vergebens würde Ich ihre innere Vertiefung steigern, wenn sie Mich im Stich lassen, indem sie in der Tiefe ihrer Seele während ihrer Arbeit gar nicht an Mich denken. Das tut Mir so weh! So, ja so sehr leide Ich darunter!

Wenn ihr sprecht: 'Herr, ich bin nicht würdig, dass Du einkehrst unter mein Dach' dann macht euch auch würdig dafür. Wenn ihr schon kommt, dann zeigt Mir nicht den Rücken! Macht eure Herzen bereit zur beständigen Vereinigung mit Mir, auch tagsüber durch ein dankbares Stoßgebet, einen liebenden Blick, denn Ich sehne Mich nach euch! Es kommen ohnehin nur wenige zu Mir! Wenigstens diese wenigen, die zu Mir kommen, sollen Mir doch die echte Gesinnung ihrer Hingabe und Innerlichkeit entgegenbringen. Am meisten schmerzt Mich, dass man Mir kein Vertrauen schenkt. Was nützt der Glaube allein, ohne Vertrauen? Ohne Vertrauen gelingt es niemandem, in Meine Nähe zu kommen. Bitte Meine Söhne, den Mut in den Herzen zu wecken. Sie sollen den Seelen klarmachen, wie wohlgefällig Mir die ringenden Seelen sind, damit sie den Kampf nicht aufgeben. Im ununterbrochenen Kampf wächst in euch die Gnade. Schickt sie zu Meiner Heiligsten Mutter.

Meine Tochter, bringe Mir viele Seelen. Das sei dein ständiges Lebensziel. Dazu habe Ich dich auserwählt. Deshalb habe Ich dich aus der Weit gerissen. Es freut Mich, dass wenigstens du Mich verstehst, Mich in Meinem unendlichen, unbegrenzten Schmerz tröstest."

Während Er dies sprach, durchdrang Sein großer Schmerz auch mein Herz. "Mein Herr Jesus, ich bin ein elender Sünder." Er sprach weiter zu mir: "Meine Tochter, deine Bußgesinnung hat dich in Meine Nähe gebracht. Erbitte diese Gesinnung auch für andere. Viele rufe Ich zu Meiner besonderen Gefolgschaft. Ich bin nicht einmal wählerisch. Aufgrund verschiedener Umstände wähle Ich die Seelen aus, leider habe ich wenig Erfolg. Meine Tochter, Ich muss viele Klagen erheben. Viel Unwürdiges muss Ich von den Mir geweihten Seelen ertragen! Komm noch früher zu Mir, tröste Mich mehr und mehr! Überschreite dein Maß! Deine Liebe zu Mir sei glühend warm und voller Andacht. Sei still, damit du Meine Stimme wahrnimmst. Denn nur die in Meine Liebe versunkene Seele kann Meine feine, leise Stimme wahrnehmen. Halte Deine Sehnsucht nach mir durch das lebendige Opfer deiner Liebe immer wach. Die Liebe ist ein Feuer, das nur die pausenlose Opferbereitschaft am Glühen erhalten kann."


20. April 1962 – Gib die Liebesflamme Meiner Mutter dringend weiter.

"Habe ununterbrochen Anteil an Meinem Erlösungswerk! Wenn du schlafen gehst, so überprüfe, ob und was du für Mein Reich den ganzen Tag getan hast!" Am nächsten Tag ließ Er meiner Seele einen bangen, wahrhaft brennenden Schmerz zuteil werden. Mein Jesus, Du weißt es, denn Du hast dies zugelassen. Du versprachst, dass Du mir verschiedene Schmerzen geben wirst. Es tut mir weh; dennoch tut dieser Schmerz mir wohl! Ich weiß nicht, womit ich ihn vergleichen könnte!

"Du könntest es doch wissen!" sprach Er sanft. "Als du als Kind im fremden Land lebtest, fern von deiner Mutter und deiner Heimat, da hast du lange Zeit diese Schmerzen empfunden." – "Mein Jesus, das Heimweh!" – "Kannst du dich daran erinnern? Ja, das ist ein Schmerz, eigentlich ist dies die Sehnsucht nach der ewigen Heimat. Leide für jene, die sich nicht nach der ewigen Heimat sehnen!"

Heute hat der Herr Jesus mich gebeten: "Gib die Liebesflamme Meiner Mutter dringend weiter, damit ihr die strafende Hand Meines Vaters vom Lande abhalten könnt!" Ich habe mich zu Beginn wirklich schwer getan. Der Herr Jesus hat mich ermuntert: "Meine Tochter, zögere nicht mehr! Die Heiligste Jungfrau, die Schutzpatronin Ungarns, wird dich rechtfertigen. Unsere Worte, die Wir dir mitgeteilt haben, seien dein Gebet!"

In diesen Tagen wurde ich nämlich öfters dazu bewegt, die Mir gegebenen Mitteilungen dem Hw. H. E. zu übergeben. An den folgenden Tagen ging ich abermals recht früh zum Herrn Jesus. Nach langem Schweigen fing Er in meinem Inneren an zu sprechen. Mit sanfter, leiser, kaum hörbarer Stimme sprach Er gar vieles, es ging mir einfach in mein Bewusstsein Ich erkannte die wunderbare Bedeutung Seiner grenzenlos gütigen, in meine Seele eindringenden Worte, aber ich bin nicht imstande, davon etwas niederzuschreiben, nur einige Worte, die mich zum eiligen Handeln bewegten, vermerke ich. Er bat mich, nicht lange zu säumen, sondern die anvertrauten Bitten, wie auch die mir diktierten Anweisungen dem Hw. H. E. so bald wie möglich zu übergeben. Da packte mich große Angst, denn ich wusste, dass jetzt keine Zeit mehr zum Aufschieben blieb. Voller Schrecken ging ich in die Sakristei und bat die dort anwesende Schwester, den Hw. H. E. zu bitten, für mich zu beten. Mehr sagte ich nicht, denn solch innere Angelegenheiten darf man nur der Person anvertrauen, für die sie bestimmt sind.

An diesem Abend hat der böse Feind mich besonders gepeinigt, als ich mich zu Füßen des Herrn niederwarf. Nach kurzer Stille fing der Herr Jesus in unaussprechlich wunderbarer Zärtlichkeit an zu sprechen. Eine unbeschreibliche, mir bisher unbekannte Liebe erfasste meine Seele so, dass ich zitterte. Dieses außergewöhnliche, wunderbare Empfinden hat meinen Leib und meine Seele lange durchströmt. In einem bislang nicht wahrgenommenen, zarten Ton versicherte mir der Herr Jesus, dass auch Ihn schmerze, was Er mir nun mitteilen werde.

"Meine kleine Karmeliterin! Heute haben wir einen Abschiedsabend. Verstehe dies so, dass deine Seele die Schatzkammer Meiner milden Worte war. Jetzt werde Ich dich in Stille umfangen. Nicht nur Meine Worte, sondern auch die Wahrnehmung Meiner Gegenwart werde Ich dir entziehen..."

Als Er dies sagte, atmete der Böse hämisch auf. Das ließ mich der Herr Jesus fühlen. Der Böse triumphierte: "Jetzt ist meine Zeit gekommen" Ich empfand, dass er weit von mir entfernt und durch eine Handbewegung des Herrn wie vernichtet worden war. Für mich war dies ein wunderbares, zugleich schmerzliches Erlebnis, denn ich begriff, dass der Herr bedauerte, mich mit Traurigkeit zu erfüllen. In milder Güte flüsterte Er mir zu: "Im Interesse deiner Seele muss Ich es tun!"

Als Sein Flüstern in meine Seele drang, durchströmte ein mir unbekanntes, hauchfeines, seelenbelebendes, gnadenvolles Gefühl, mein Inneres. Ich fühlte den Geist der Liebe, den Geist der Heiligkeit. Während der Heilige Geist in meine Seele strömte, hauchte Er mir eine andere Gnadenstärke ein. Das beruhigte mich so sehr, dass Tränen meine Augen füllten wegen des Abschieds des Herrn und mich in eine stille Sammlung umstimmten. Nun da der Herr in meiner Seele ruhte, sprach Er erneut zu mir:

"Meine Tochter, verstehe Mich recht! Auch von jetzt ab werde Ich mit dir sein in der Hl. Kommunion. Ich erwarte auch weiterhin dein Kommen mit beklommenem Herzen. Sei treu, suche nicht deinen Eigenwillen. Gehe nicht nach deinem eigenen Gefühl, entsage dir selbst und liebe nur Mich! Sei vom Geist der Liebe erfüllt! Liebe Mich, wie ein in weiße Windeln gewickeltes Kind. Suche Mich, wie Meine Heiligste Mutter Mich in der großen Menge mit bedrängtem Herzen gesucht hat. Und wenn du Mich irgendwo gefunden hast, so freue dich über Mich! Wenn du meinst, du bräuchtest eine väterliche Stütze, so schau auf zu Meinem Ewigen Vater und versenke dich mit dem Heiligen Geist in unsere Liebe."

Das waren Seine Abschiedsworte. Waren Seine Worte auch noch so gütig, so empfand ich dennoch Schmerz darüber. In den vorhergehenden Nächten hat mich der Herr Jesus zur Gebetswache aufgeweckt. Jetzt weckt mich zur Zeit der Nachtwache mein Schutzengel. O, welch großer Unterschied zwischen dem vorigen und dem jetzigen Wecken!


27. April 1962 – Mit bedrängtem Herzen habe ich mich entfernt. Beruhigt ging ich nach Hause.

Nach der Hl. Messe war ich fest entschlossen, zum Hw. H. t, zu gehen, um ihm die Botschaft der Mutter Gottes zu überbringen. Ich sprach ihn an: "Herr... ich bringe Ihnen einen Brief." Er enthielt nämlich die von der Heiligsten Jungfrau stammende Botschaft an den Herrn ü. Ich zitterte an allen Gliedern und spürte den Beistand des Heiligen Geistes. Ich wartete, bis er den Brief gelesen hatte. Er schaute mich verwundert an und sprach: "Darauf kann ich keine Antwort geben." "Ich erwarte auch keine Antwort, ich bin nur eine arme Sünderin und leide schon so sehr darunter", entgegnete ich. Er schilderte kurz die schwere Lage der Priester, schlug die Bitte ab und zog sich zurück. Bedrängten Herzens entfernte ich mich, in meiner Seele tief gedemütigt. Ich schämte mich, als hätte man mich bei einer bösen Tat ertappt.

Danach blieb ich noch lange in der Kirche in meine Gedanken versunken, mit dem Schmerz der Demütigung im Herzen... Nichts konnte mich umstimmen, weder seelische noch körperliche Leiden. Der Heilige Geist gab mir neue Kraft zur Weitergabe der Liebesflamme unserer Heiligsten Jungfrau. Mir fielen die Worte des Herrn ein: "Das Himmelreich leidet Gewalt!" Ich flehte zur Heiligsten Jungfrau: "Liebe Mutter, die Person, zu der du mich gesandt hast, wies mich ab. Sie hatte kein ermunterndes Wort für mich übrig." Mit dem brennenden Schmerz der Demütigung verließ ich die Kirche.

Trotzdem gab mir Hw. H. Ü. den Auftrag, zu Pater X. zu gehen. Diesen Pater kannte ich nicht. Aber, vom Herrn beauftragt, hatte auch die Schwester, die nach Seinem Willen mir stets zur Seite stehen sollte, ihn unabhängig von Herrn E. empfohlen.

Am nächsten Tag traf ich ihn nicht zu Hause an. Daher suchte ich ihn am darauffolgenden Tag auf. Im Rahmen der Hl. Beichte trug ich dem Pater meinen außerordentlichen Seelenzustand vor. Meine Worte und auch Tränen flossen nur so! Obwohl ich ihn nicht kannte, öffnete sich meine Seele vor ihm in wunderbarem Vertrauen. Flehend bat ich den Pater, er möge mich in meinem außergewöhnlichen Zustand unterweisen. So sprach ich zu ihm: "Darf ich Sie demütigst bitten, mich durch die Enthüllung meines Irrtums zu beruhigen." Seine sanften und gütigen Worte haben dies tatsächlich erreicht. Er erklärte mir, in mir nichts Ordnungswidriges zu finden. Meine Demut sei es, woraus er dies folgere. Das waren Trost bringende Worte für meine Seele! Beruhigt ging ich nach Hause. Wir sind uns darüber einig geworden, ihm demnächst die Mitteilungen der Mutter Gottes zu übergeben, denn wie er sagte er habe Priesterbeichtkinder, mit denen er diese Angelegenheit besprechen werde.


30. April 1962 – Sage es ihnen, dass sie keine Angst haben sollen.

Die Allerseligste Jungfrau spornte mich an: "Sage den maßgeblichen Persönlichkeiten, sie bräuchten keine Angst zu haben und sollten mir vertrauen. Ich werde sie mit meinem mütterlichen Mantel beschützen." Dann machte mir die Heiligste Jungfrau wieder eine Mitteilung: "An den acht bekanntesten Wallfahrtsorten und im Herzen des Landes, in vier zu meiner Ehre geweihten Kirchen soll gleichzeitig die Andacht für die Weitergabe der Liebesflamme beginnen. Meine Karmelitentochter! ... Die Opferbereitschaft brenne in dir! Mit deinen Leiden entfache unentwegt die Flamme meiner Liebe!"


2. Mai 1962 – Der Meister bin Ich!

Ich brachte die Niederschrift der Mitteilungen zu Pater X. Dort wurde ich mit der Nachricht empfangen, dass Pater X. infolge einer kürzlich überstandenen schweren Operation noch krank sei, und man ihn deshalb nicht sprechen könne. Traurigen Herzens dachte ich daran, dass die Weitergabe der Liebesflamme jetzt wieder behindert sein werde...

Der Herr Jesus sprach zu mir: "Meine kleine Karmeliterin, fürchte dich nicht, hab' keine Angst, Mein Heiliges Herz wird deine ständige Ruhestätte sein. Du fühlst das, nicht wahr? Wenn du dich hier ausruhen willst, so hast du dich auch schon ausgeruht. Die mitfühlende Liebe schlägt rastlos für andere Seelen. Bleibe in Meiner Liebe, bringe auch andere in Meine Nähe! Bedenke, wir sind so wenige, unsere kleine Zahl ist leicht überschaubar. Um die Fehlenden tut Mir das Herz so, ja so weh! Harre aus bei Mir und führe auch andere in Meine Nähe. Lass mich keine bittere Enttäuschung erleben!"

Er sagte dies in solch flehentlich bittendem Ton, dass es mich erbarmte und mein Herz nur so brannte. Am folgenden Tag wurde mir derart bange ums Herz, dass es auch meine körperlichen Kräfte schwächte. Der Herr Jesus sagte: "Leide mit Mir, Meine Tochter!"

Eines Mittags hatte ich in Värosmajor (Stadtteil) zu tun. Überraschend fing der Herr Jesus an zu sprechen. Traurigen Herzens bat er mich, seine Klage niederzuschreiben. "Meine Tochter, Ich bin der Bettler des Landes. Man will Mich nicht beschäftigen. Das Betteln ist im Lande verboten, nur Ich tue es. Ohne Speise und Trank gehe Ich straßauf-straßab, von Haus zu Haus, von Dorf zu Stadt, im kalten Winter, im schwülen Sommer, im brausenden Wind, im strömenden Regen. Niemand fragt Mich, wohin Ich in diesem bedauerlichen Zustand gehe. Meine Haare sind mit Blut getränkt, vom Schweiß nass, Meine Füße aufgesprungen vom beschwerlichen Suchen nach euch, Meine Hände flehen ausgestreckt um Unterstützung. Ich gehe von Herz zu Herz und bekomme kaum ein Almosen. Schnell verschließen sie die Tür ihres Herzens; Ich kann kaum hineinblicken. Ich muss Mich bescheiden zurückziehen, Meine Gnaden bleiben im Meinen Herzen gespeichert. Meine Tochter, lege viel Fürbitte ein, bitte du viel, bitte viel für andere! Wenn du das tust, verpflichtest du Mich beinahe. So muss ich Mich für deine Treue bedanken. Darüber staunst du, nicht wahr? Wundere dich nicht. Jedes kleine Opfer lindert Meinen grenzenlosen, qualvollen Durst nach Seelen. Sei keinen Augenblick ohne Opfer! Meine Tochter, Ich muss dir sagen, in jüngster Vergangenheit habe Ich viele Seelen um Meine besondere Nachfolge angesprochen, aber nur wenige verstanden, was Ich von ihnen begehrte. Schließe sie ständig in dein Gebet ein und bringe Opfer für sie, damit die Schar der Sühnenden Meinen berechtigten Zorn ins Gleichgewicht bringe. Das Flehen Meiner Mutter hat bislang Meinen gerechten Zorn abgewendet. Ihre Liebesflamme verpflichtet auch Mich."

Einmal sprach der Herr Jesus während der Anbetung: "In jedem Schlag deines Herzens sei deine Bußgesinnung enthalten. Bei jedem Atemzug atme meine Liebe ein, beim Ausatmen gib sie den Nächsten weiter."

Am 2. Mai fragte mich die zu mir bestellte Schwester nach meinem Eindruck, welchen Unterschied ich empfand, als statt des Herrn Jesus mein Schutzengel mich weckte. Damals konnte ich ihr keine Antwort geben. Jetzt, da des Herrn milde Stimme verstummt ist, halte ich ein einseitiges Gespräch mit Ihm.

Ich bat Ihn: "Mein Jesus, Du hast mich vieles verstehen lassen, was ich durch Deine Eingebungen auch zum Ausdruck bringen konnte, aber als dies geschah, war meine Seele schon in Stille gehüllt. Jetzt fasst meine Vernunft es zwar auf, aber in Worten kann ich es nicht ausdrücken." Als ich so in Stille vor dem Herrn kniete, entstand vor den Augen meines Geistes ein unüberschaubares Licht. Aus den Funken des brennenden Lichts sprühten winzig-kleine und größere Körnchen von überall her. Sie waren kleiner als Staubkörnchen, aber auch das kleinste glänzte wunderbar. Während ich dies betrachtete, ließ der Herr mich erkennen, warum ich nicht mit meinem Verstand die entsprechende Ausdrucksweise gefunden hatte. Die kleinen, wunderbar glänzenden Körnchen deuten mir die Winzigkeit der Geschöpfe Gottes an.

Es war an einem Dienstag Morgen. Ich begann die geistliche Kommunion für meine Kinder zu verrichten. Ich stellte sie unter den Schutz der Seligsten Jungfrau, hatte aber noch keinen einzigen Gedanken an die innere Vereinigung mit dem Herrn fertiggebracht. Da der Herr mir nicht nur Seine Worte, sondern auch Seine fühlbare Gegenwart entzog, war meine Seele voller Trockenheit. In stummer Bewegungslosigkeit kniete ich vor dem Herrn. Mir fielen Seine Worte ein: "Ein einziges 'Vater unser' oder 'Ave Maria' in der größten Trockenheit der Seele gebetet, ist fruchtbringender als das überschwängliche Gebet im Stande der überströmenden Gnade."

In Erwägung dieser Worte des Herrn führte mich diese Trockenheit zur inneren Ruhe. Als ich so stumm da kniete, begann man in der Maiandacht die die Heiligste Jungfrau preisende Lauretanische Litanei zu beten. Nie in meinem Leben habe ich so intensiv empfunden, wie sehr das gemeinsame Gebet die Seele in wunderbare Andacht versetzen kann.

Ich verblieb in andächtiger Stille. Vergebens bemühte ich mich zu beten. Kein Wort kam über meine Lippen. Statt dessen fing der böse Feind an, mich seelisch zu quälen. Ich konnte meine Gedanken auf keine Weise davor schützen. Zunächst versuchte er, mir große Angst einzujagen. Es war ein fürchterliches Gefühl, als wollte er mich in Besitz nehmen, aber es schien mir, als ob irgendwas oder irgendwer ihn daran hindern würde…

Eine Weile kniete ich in starrer Angst, mein Geist war umnebelt, es drängte mich, den Hw. H. zu bitten, für mich zu beten, bevor der Böse mich ganz in Besitz nähme. Ich sah, dass Hw. H. Ü. durch die Kirche gehend, diese verlassen wollte. Ich hatte aber keine Kraft zu ihm zu gehen. Nachdem er die Kirche verließ, konnte ich mich eine Weile nicht rühren. Ich hatte das Gefühl, vom Teufel besessen zu sein und dass ich deshalb in der Kirche keinen Platz mehr habe. Der Teufel befahl mir, die Kirche zu verlassen. Ich widerstand aber noch längere Zeit, da ich nicht wusste, wie ich ihm entkommen könnte. Als ich die Kirche verließ, begleitete mich der Böse und fing an, mir ganz menschlich zuzureden: "Kehr zurück zu deiner Familie! Warum willst du mehr gelten wollen als die anderen? Siehst du nicht, wie müde und matt dich das macht! Dein ganzes Leben war ein Kampf, ruh' dich jetzt endlich aus! Das Leben ist ohnehin kurz, warum hetzest du dich ab? Warum willst du deine dummen Gedanken weitergeben? Glaube ja nicht, man würde auf dich hören! Das würde dir schmeicheln, nicht wahr? Halte inne und denke nach! Du wirst einsehen, dass ich Recht habe und mir noch dankbar sein, dass ich dich vor vielen Übeln bewahrt habe."

Wie froh war ich, als ich zum Haustor kam, wo meine kleinen Enkel mich liebkosend und freundlich erwarteten! Da legte sich die Verwirrung. Nach dem Abendessen ging ich in meine Wohnung, aber auch dort führte der Teufel seine Belästigungen fort. Ich widerstand ihm in aller Entschiedenheit. Ich versuchte energisch, mich der Betrachtung hinzugeben, aber seine dauernden Einflüsterungen ließen mich nachdenklich werden. Ich erforschte mein Gewissen und kam damit nicht zurecht. Ich hatte das Gefühl, dass ich es mir gut überlegen müsse, bevor ich dieses Anliegen weitergebe, denn mein Stolz, den der Böse mir aufdeckte, schreckte mich... Nach vielem Grübeln ging ich zur Ruhe. Jegliche Hilfe von oben war mir versagt, nur die Unruhe der dunklen Nacht brach auf mich ein. Wie gut wäre es jetzt, die sanfte Stimme des Herrn zu hören! Was würde Er dazu sagen? In diesen Tagen hatte ich viele und große Versuchungen. Der Böse wollte mich auf jede Art einkreisen, um mich ganz aus der Fassung zu bringen.


4. Mai 1962 – Habt keine Angst vor der Flamme.

Die Heiligste Jungfrau fing an zu sprechen: "Meine Tochter, jetzt, da du die großen Versuchungen hinter dir hast, will Ich dich belohnen. Du hast eine schwere Probe bestanden. Wir wollten deine Demut erproben. Darum ließ mein göttlicher Sohn die Nähe des Satans zu. So wurdest du für die Weitergabe Meiner Liebesflamme fähiger. Wisse, für den Empfang großer Gnaden muss deine Seele durch Leiden vorbereitet werden. Nach diesem Sieg drücke Ich dich an Mein Herz und spreche zu dir, damit du Mein heiliges Anliegen mit noch größerer Hingabe dir zu eigen machest. Das war eine verdienstvolle Gelegenheit auch für andere. Für die zwölf Priesterseelen bringe ständig deine Opfer. Sie werden auch leiden, du sei glücklich, mit ihnen leiden zu dürfen. Deine Verdienste, seien sie noch so bescheiden, vermehren deine Gnaden. Nur wenige lasse Ich Mein Anliegen wissen in dem Vertrauen, dass den wenigen die Ich gewonnen habe, eine Mehrheit folgen werde. Freue dich, zu den wenigen zu zählen. Leider gibt es auch unter den wenigen Zurückweisende, und das schmerzt Mein mütterliches Herz.

Jetzt aber musst du Mein Anliegen weiter fördern. Gib nur Meine Botschaft weiter! Die von Mir Erwählten sollten voller Vertrauen sein. Ich, als umsichtige Mutter, führe alle ihre Schritte. Sie brauchen sich nur zu öffnen und bereit zu sein für die große Sühnearbeit. Betrübt stelle Ich fest, welchen Kummer und Schrecken Meine Liebesflamme in euren Herzen weckt. Warum habt ihr Angst? Ich bin doch eure liebende Mutter und lasse euch nicht im Stich. Haltet mit aller Kraft zusammen und bereitet die Seelen zur Herberge meiner Liebesflamme. Pilger an den Wallfahrtsorten werden dafür geeignet sein. Ich, die Mutter der Gnade, flehe unentwegt zu meinem göttlichen Sohn, euer kleines Bemühen mit Seinen Verdiensten zu vereinigen.

Habt keine Angst vor der Flamme, die unbemerkt zünden wird. Ihr sanfter Schein wird keinen Verdacht erwecken, denn die Wunder werden sich in den Herzen vollziehen. Am Maria-Lichtmess-Tag mögen meine lieben Söhne gleichsam wie in einer Prozession die Flamme Meiner Liebe weitergeben, damit sie in den Herzen und Seelen Feuer fange. Alles soll man so vorbereiten, dass sie sich wie ein Lauffeuer ausbreite. Meine auserwählten Seelen mögen in aller Gründlichkeit die Maßnahmen für diesen Tag treffen."

"Meine Mutter, unser Herr Jesus versprach, dass Du mich rechtfertigen wirst." In der Tiefe meiner Seele vernahm ich Ihre beruhigende Antwort. "Geh zu meinen lieben Sohn (Pater), er wird alles so tun, als würde Ich ihn selbst darum bitten; denn er wird Mein Gesandter an den Wallfahrtsorten sein, um für Meine Liebesflamme einzutreten. Hab' keine Angst, er wird sich nicht gegen Mich wehren! Du sollst nur immer in demütiger Verborgenheit leben. Die Leiden seien dir willkommen. Ich, die schmerzhafte Mutter, nehme dies so an, als würdest du durch deine Leiden auf die Wunden Meines göttlichen Sohnes Balsam gießen. Gehöre zu jenen Seelen, die ohne Leiden nicht leben können. Wahrlich, jene empfinden Seine Nähe am stärksten... Wünsche von ganzem Herzen, dass Meine Liebesflamme baldmöglichst zünde, da sie Satan blenden wird."


3.-11. Mai 1962 – Verkünde die Barmherzigkeit Meines Herzens!

Zwischen 3.-11. Mai 1962 bat die Heiligste Jungfrau mich viermal, ihr Anliegen nicht zu vernachlässigen. Des Heilands Worte: "Meine Tochter, Ich erwähle dich zur Vermittlerin Meiner Barmherzigkeit. Auch du schöpfe aus der Fülle Meiner Barmherzigkeit. Wenn du deinen Mund zum Sprechen öffnest, verkünde die Barmherzigkeit Meines Herzens, das vor Sehnsucht nach den Sündern schmachtet. Dein ganzes Leben bestehe aus der Sehnsucht nach der Teilnahme an Meinem Erlösungswerk."

Mein Jesus, wie oft habe ich Deine Klageworte niedergeschrieben, helfen. kann ich aber leider nicht viel!

"Meine Tochter, die Sehnsucht brenne in deinem Herzen. Dies schon lindert den brennenden Durst Meines Herzens. Hätten doch alle Mir geweihten Seelen Sehnsucht nach Mir, dann würde das Heer Meiner Sühneseelen sich vermehren! Du weißt, wie viele es sind. Wenn sie mit Herz, und Seele, durch Gebet und Opfer an Meinem Erlösungswerk sich beteiligten, würde Ich weniger Klage erheben. Meine Tochter, liebe Mich immer mehr! Diene Mir mit noch größerer Hingabe! Lass die Macht der Gewohnheit nicht Herr über dich werden! Dein ganzes Leben sei Opfer und Gebet und Sehnsucht nach Teilnahme an Meinem Erlösungswerk. Deine Opfer seien immer frisch, glühend. Meine Tochter, Ich möchte Meine Gnaden in dir steigern, aber dazu benötige Ich deine vermehrte Opferbereitschaft. Ich bitte dich, sei bescheiden, verzichte auf Freuden, Vergnügungen, durch die du Mir nicht dienst. Verzichte auf unterhaltende Bücher, auf liebe Musik, auf die Suche nach Gesellschaft; während deiner Spaziergänge betrachte Meine Leiden. Dein Fasten möchte Ich auch steigern, wenn du einverstanden bist.

Übergib dich keinerlei Vergnügungen! Dein Frühstück und Abendessen bestehe bescheiden aus Brot und Wasser. Nur bei der Hauptmahlzeit nimm auch etwas anderes zu dir, aber auch das mache für dich unschmackhaft. Nicht wegen des Geschmacks sollst du essen, sondern um deinen Leib zu nähren. Auch der Leib verlangt das seinige. Auf deine nächtliche Ruhe musst du auch noch mehr verzichten. Eine Gebetswache von zwei Stunden erbitte Ich von dir, so dass du zweimal für jeweils eine Stunde aufstehst. Meine Tochter, kann Ich auf dich zählen? Ich, der Gottmensch, bittet dich!" "Mein Herr und Mein Gott! Du weißt, dass ich ohne Dich nichts bin. Die Seele ist zwar bereit, aber der Leib Du weißt ist schwach. Du kennst meine zwei 'Ich', welche hier auf Erden von einander nicht zu trennen sind, sie leben als ewige Feinde in mir. Mein Herz und meine Seele nehmen es an, aber mein schwacher Wille und meine benebelte, dunkle Vernunft sträuben sich dagegen. Mein Jesus, ich beteuere meine Hingabe: Dein bin ich, verfüge über mich! Ich widerstrebe Dir nicht, denn ich liebe Dich. Bekleide mich mit Deiner Kraft, damit ich Deinem Wunsche entspreche."

Die nächtliche Gebetswache fällt mir sehr schwer, ich kann kaum wach werden. Ich bat die Heiligste Jungfrau: "Meine Mutter, ich bitte Dich, sei so gut und wecke mich. Das Wecken des Schutzengels zündet nicht genügend."

In der nachfolgenden Nacht hat die Heiligste Jungfrau mich geweckt. Ich wollte aufstehen, um mich anzuziehen, denn ich glaubte, die Zeit der Gebetswache sei da, denn es schickt sich nicht, mit der Heiligsten Jungfrau liegend zu sprechen. Die Zeit meiner Nachtwache war aber noch nicht da (nachts um 2.00 Uhr), es war erst gegen Mitternacht. Die Heiligste Jungfrau sprach weiter: "Meine Tochter, bleibe auf deinem Ruhelager (in ruhiger Lage)! Das ist kein Mangel an Anstand. Eine Mutter kann mit ihrem Kinde zu jeder Zeit und in jeder Haltung sprechen. Höre auf mich! Lass dich nicht gängeln während der nächtlichen Gebetswache! Sich zu Gott erheben, das ist eine nützliche Übung der Seele. Auch ich habe oft Nachtwache gehalten. In der 'Familie' war Ich es, die Nachtwache hielt, während Jesus noch ein Kind war, denn der hl. Josef musste seine anstrengende Arbeit verrichten, damit wir spärlich leben konnten. Mache es auch so! Auch an deinem Ruhetag, dem Sonntag, halte Gebetswache und wohne so vielen Hl. Messen bei, als dir möglich ist. Opfere sie für die Jugend auf. Denke an die Kinder, die von Jahr zu Jahr zu Meinem göttlichen Sohn geführt werden. Wie viele Seelen verkommen, ihre Seelen können keine Wurzeln schlagen, weil niemand die Sorge für ihren geistlichen Fortschritt übernimmt. Deine Seele sei an deinem Ruhetag zum Gebetsopfer bereit. Opfere es besonders für die Kinder. Mein göttlicher Sohn hat sie selbst in erschöpftem Zustand zu Sich gerufen. Sei auch du nicht müde es für sie zu tun. Vergiss nicht, Er bat dich, an Seinem Erlösungswerk ständig teilzunehmen."

Heute sprach der Herr Jesus zu mir: "Meine Karmeliterin! Mein neuliches Opferangebot hast du dir zu eigen gemacht, dafür danke Ich dir. Du bist überrascht, nicht wahr? Siehst du, wie herablassend dein Meister ist! Aber Ich gehe noch weiter. Ich vereinige deine Leiden mit den Meinigen. Deine Verdienste werden sich dadurch bedeutend vervielfachen und Mein Erlösungswerk vorantreiben. Schließe diese neue Gnade in der Tiefe deines Herzens ein. Das ist ein besonderes Geschenk Gottes. Er ehrt dich, kleine Seele. Gibt es etwas Erhabeneres für dich als dies? Lerne von Mir! Du bist klein und elend, darum habe Ich dich erwählt. Meine Tochter, werde nicht müde zu lieben; mit Hilfe Meiner Gnade bemühe dich, dies noch mehr zu tun!"

Der liebe Heiland hat mich gebeten, mit Ihm Seine ewigen Wünsche zu beten: "Unsere Schritte mögen gemeinsam gehen, Unsere Hände mögen gemeinsam sammeln, Unsere Herzen mögen gemeinsam schlagen, Unser Innerstes empfinde gemeinsam. Die Gedanken unseres Geistes seien eins. Unsere Ohren mögen gemeinsam auf die Stille hören. Unsere Augen mögen ineinander schauen und sich verschmelzen, Unsere Lippen mögen gemeinsam zum Ewigen Vater um Erbarmen flehen!"

Dieses Gebet habe ich mir ganz zu eigen gemacht. So oft hat Er es mit mir betrachtet! Er hat es mich gelehrt, um es weiterzugeben, damit wir Seine ewigen Gedanken und Wünsche mit all unseren Kräften uns zu eigen machen. Nachdem der Heiland darum gebeten hatte, fügte Er noch hinzu: "Dieses Gebet ist eine Waffe in euren Händen, denn wenn jemand mit Mir wirkt, wird auch Satan geblendet und dadurch werden die Seelen von der Sünde frei."


14. Mai 1962 – Satan hamstert in schwindelerregender Weise die Seelen ein.

Erneut wurde ich von der Heiligsten Jungfrau geweckt; Ich blieb in ruhender Lage. "Meine Karmeliterin! In der Stille der Nacht möchte Ich jetzt mit dir sprechen. Hör Mir zu und ruhe dabei! Nicht wahr, du kennst Meinen großen Schmerz in Meinem Herzen! Satan hamstert in schwindelerregender Weise die Seelen ein. Warum bemüht ihr euch nicht mit allen Kräften, dies zu verhindern? Ich brauche eure Kräfte. Meine Seele schmachtet vor Schmerz, wenn Ich der Verdammung so vieler Seelen zusehen muss. Viele von ihnen werden gegen ihre gute Absicht in sein Netz gerissen. Der Böse reicht grinsend seine Arme, und mit schrecklicher Schadenfreude zerrt er mit sich jene Seelen, für die Mein göttlicher Sohn so schreckliche Todespein erlitten hat. Helft Mir! Helft!"


17. Mai 1962 – Meine Mutter, ich ringe auch mit Dir.

Beim Morgengebet sprach die Heiligste Jungfrau zu mir. Auch während der Hl. Messe klagte Sie ständig mit trauriger Stimme. Ich hörte Sie wie händeringend flehen: "Die blinde Wut Satans steigert sich, um sogar die frommen Seelen für sich zu gewinnen. Lasst es nicht zu! Helft!"

Sie fleht weiter und der Schmerz Ihrer Seele dringt auch in meine Seele. Ich ringe unbeholfen, mein Gebet erstickt im Weinen. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, quält der Schmerz erneut mein Herz, und ich muss mein Schreiben beenden, so sehr muss ich weinen. "Meine Mutter, was kann ich tun?" – "Geh, sage es Meinen Söhnen, sie werden Meine Boten sein!" – "Heiligste Jungfrau, sprich Du für mich, ich bin so elend, ein Nichts über Nichts, auf mich achtet man nicht, obwohl ich Deine Worte weitergegeben habe. Was kann ich jetzt tun? Meine Mutter, ich bitte Dich noch einmal, sprich Du! Dein göttlicher Sohn versprach mir, dass Du mich rechtfertigen wirst. Ich bitte Dich, meine Jungfrau-Mutter, rechtfertige mich, damit man Deinen flehentlichen Bitten glaubt. Meine Mutter, ich ringe auch mit Dir und leide darunter, dass Deine Bitte noch nicht verstanden wurde von dem, zu dem Du mich gesandt hast."

Noch am selben Tag sprach der Herr Jesus in der Tiefe und großen Stille meiner Seele. Das hat mich überrascht, denn seit dem Abschied habe ich Seine milden, gütigen Worte nicht mehr gehört. Auch jetzt sprach Er fast nicht hörbar, aber Er seufzte.

"Meine Tochter, gib acht! Entsage dir selbst! Übergib dich ganz Mir! Du weißt, wie eifersüchtig Ich auf dich bin. Einen großen Preis habe ich für dich, für deine Seele, durch Meine Leiden bezahlt. Von den vielen Gnaden, mit denen Ich dich überhäufe, soll nichts verloren gehen. Gib acht! Der Böse will unbemerkt in deine Seele eindringen und wie ein Raubtier an den Kräften deiner Seele saugen."

"Wie, mein Jesus? Schon im ersten Augenblick meines Erwachens, wenn meine Vernunft zum Bewusstsein kommt, mit den ersten Gedanken meines Herzens, mich selbst nicht beachtend, weihe ich mich doch Dir, damit der böse Feind schon beim Erwachen in meiner Seele keinen Platz einnehmen könne! Nimm mich an, mein Herr und mein Gott!" – "Sprich dies den ganzen Tag, nicht nur beim Erwachen!" Und mit einem leichten Seufzer hörte ich nur soviel: "Meine Tochter!"


23. Mai 1962 – Ich konnte Seinen Herzschlag kaum aushalten.

Frühmorgens konnte ich kaum erwarten, bis ich beim Herrn war, um mich bei Ihm zu bedanken, dass Er mich für die nächtliche Gebetsstunde gestärkt hatte. Er war sehr gerührt, und ich konnte Seinen Herzschlag kaum aushalten. Er klang in meinem Innern wie eine noch nie empfundene Süßigkeit. Mein Herr, ich bin es nicht wert, was Du mit mir tust. Aber ich will mich bemühen, mich Deiner Güte gegenüber irgendwie dankbar zu erweisen." Er ließ mich seine außergewöhnliche Liebe weiterhin fühlen. Ich habe meinen Traum ausgelassen, wollte ihn nicht niederschreiben, doch Er sprach, neben mir stehend: "Schreibe es nur, Meine Tochter, auch dies!"

In der Frühe vom 17. Mai habe ich folgendes geträumt. Ich träume selten, ich vergesse es oft. Aber dieser Traum stand beim Erwachen noch lebendig vor mir. Ich sah eine große schwarze Scheibe, ringsherum dicke graue Wolken. An der Seite der Scheibe sah ich sonderbar aussehende Männer. Sie waren ganz mager, fast ohne Körper, mit einem gräulichen Kleid angetan. Ihr Gesicht habe ich nicht gesehen, nur ihren Nacken. Sofort verspürte ich, dass es Teufel waren. Als ich auf die Scheibe blickte, waren sie eben mit einer eisenähnlichen Platte fertig geworden. Sie bedeckten die zuvor noch kristallklar aussehende Scheibe. Als sie diese mit der Eisenplatte bedeckten, überprüften sie es und stellten grinsend und selbstbewusst fest, dass sie gute Arbeit geleistet hatten. Aus der weißen Wolke an der rechten Seite hat sie jemand beobachtet, das spürte ich. Ich weiß nicht, wer das war. Aber ich hatte das Gefühl, dass er nicht schlechten Sinnes war. Zu Füßen einer Gestalt saßen drei Männer, die Gegner des Bösen gewesen sein könnten. Denn als sie die schwarze Scheibe betrachteten, beratschlagten sie, wie man sie entfernen könnte. Inzwischen beugte sich einer, der von der linken Seite nahte, und sprach schadenfroh wie einer, der seiner Sache sicher ist: "Das haben wir gut gemacht! Das könnt ihr prüfen!" Sie sagten auch noch: "Ihr werdet damit viel Plage haben."

Im Traum habe ich auch die Scheibe gut in Augenschein genommen, ich weiß nicht, ob es Personen von der linken Seite wahrgenommen haben, aber als ich sie nachdenklich betrachtete, wie man von der Scheibe die Finsternis befreien könnte, merkte ich, dass an ihrem Rande in Haaresbreite ein durchsichtiger Riss war. Daraufhin war ich erleichtert. Ich habe mich entschlossen, den anderen zu sagen: "Noch ist nicht alles verloren; beginnen wir nur mit dem Entfernen der schwarzen Platte!", denn ich fühlte, dass es uns gelingen werde. Ich erwachte. Hernach habe ich das im Traum Gesehene lebhaft durchdacht. Ich weiß nicht, was es bedeuten soll. In mir blieb nur das Bewusstsein, der Gedanke, es werde uns gelingen, trotz aller Schwierigkeiten die schwarze Scheibe wieder durchsichtig zu machen.

Seitdem ich die gütigen, sanften Worte Jesu nicht mehr zu hören bekomme, war es zwischen uns still geworden. Es war ein einseitiges Gespräch entstanden... Meine Kinder schickten mich zum Einkaufen ... Nach dem Mittagessen machte ich mich auf den Weg, und als ich das Haustor betrat, überprüfte ich meine Einkaufsliste. Unverhofft sprach der Herr Jesus zu mir: "Störe Ich dich?"

Er nahte sich mir in solch unaussprechlich zarter Aufmerksamkeit, dass ich meine Tränen nicht unterdrücken konnte. Seine Lieblingsworte flüsterte ich Ihm zu: "Mit niemals endendem Durst sehne ich mich nach Dir!" Währenddessen gingen wir still weiter, kein Wort fiel zwischen uns. Ich war von Seiner grenzenlosen und sanften Aufmerksamkeit gerührt: "Mein anbetungswürdiger Jesus, könnte doch auch ich so Dir nahen!"

Von dieser Sehnsucht erfüllt, kam ich am Einkaufsort an. Er zog sich dort zurück. Das tat mir recht weh! Er, der Gottmensch, verhält sich mir gegenüber so unaussprechlich zart und verständnisvoll! Auf dem Heimweg sprach Er wieder: "Hast du nicht auch etwas anderes Mir zu sagen?"

"Mein Jesus, Deine Worte wiederhole ich: 'Du bist mein Augapfel!'" Da Er nach langer Pause jetzt wieder zu sprechen begann, erfüllte große Freude mein Inneres. Die Trockenheit meiner Seele hielt zu lange an, mein Elend drückte mich zu Boden. Gerne ertrage ich es, denn Er sagte ja, im Interesse meiner Seele müsse Er es tun!

Eines Tages, fing der Herr Jesus am frühen Morgen traurig an zu sprechen: "Meine Tochter, viel Selbstentsagung verlange Ich von dir, damit Ich dir dafür viele Gnaden geben kann. Ohne Unterlass lodere in dir der Geist des Opfers, des Gebetes, der Selbstentsagung. Du sollst schweigen können, denn Gottes Wort kann nur so auch weiterhin zu dir sprechen. Du sollst schweigen können und dich selbst nicht loben. Dein geistliches Leben fasse seine Wurzel im Schweigen. Durch das Schweigen sühne für das leere Geschwätz der anderen. Sühne für die misstrauische Zurückhaltung anderer. Dabei steigere in dir die Treue und das Vertrauen zu Mir. Oh, wenn ihr wüsstet, wie weh es Meinem Herzen tut, wenn ihr Mich übergeht und viele Mich aus ihrem Herzen sperren! Jeden Morgen bringe deine Opfer zu Mir! Lege sie vor die Tür Meines Tabernakels, dann werden sie von Meiner Liebe entflammt, damit tagsüber die Flamme deiner Opfer ja nicht ausgehe! Harre aus, dass die Flamme der Liebe vieler opferbereiter Seelen zu Mir emporlodere, dass ihr durch Mich die Barmherzigkeit des Himmlischen Vaters herabflehet!"

Dabei überströmte Er mich mit Seiner unbegrenzten Liebe. Er sprach noch weiter: "Meine Tochter, weißt du, wie groß Meine Liebe zu den Seelen ist? Zu einer jeden Seele würde Ich sprechen, wenn sie Mich annehmen und Mir Zuflucht anbieten würde." – "O, mein Herr, Du hast mir zuerst Zuflucht gegeben, und dafür schulde ich Dir ewigen Dank. Würdig kann ich mich ohnehin nicht bedanken." – "Das erwarte Ich auch nicht von dir und von niemandem. Aber wenn ihr es versuchtet, würde es Mir wohltun." Heute morgen hat Er noch vieles gesprochen und gefragt. Ich war verwundert, denn im Zusammenhang mit meinem vorherigen Traum hatte Jesus auch mehreres gefragt und gesprochen: "Weißt du, was die schwarze Scheibe ist? Das ist das Land der Königin und Schutzfrau Ungarns. In der weißen Wolke war Meine Mutter. Die ihr nahestehende Person war mein Sohn (Pater), dessen Herz Mir gehört. Er tut für Mich alles."

Wer damit gemeint ist, verschwieg Er und übergab das Wort der Heiligsten Jungfrau. Er tat es mit solcher Ehrfurcht und Andacht, dass bei dieser Beobachtung mein Herz stark zu klopfen begann. Jetzt wiederholte die Heiligste Jungfrau die vorherigen Worte des Herrn, über ihren lieben Sohn (Pater). Dann sprach wieder der Herr: "Weißt du, was das dichte Schwarz an der Scheibe bedeutet? Das sind die sieben Hauptsünden. Diese Scheibe besteht aus sieben Platten, einzeln überdeckt, als wären sie in ein Ganzes zusammengeschmolzen. Die erste Platte ist die Unzucht. Dies ist eine sehr dünne und starke, aber biegsame Platte, die man von dort abbiegen muss, Viel Opfer und Gebet machen sie biegsam. Hernach folgt die zweite Platte, das ist die Trägheit zum Guten. Diese ist nicht biegsam. Sie besteht aus solch schwarzem Metall, weiches nicht biegsam ist und in winzig kleine Splitter zerbricht, von denen man nur mit ungeheurer Mühe Stäubchen um Stäubchen abwetzen kann."

Der Herr Jesus hat noch gesagt: "Die größte Sündenquelle ist die Trägheit zum Guten. Ihr braucht aber keine Angst zu haben, Ich werde euch bei dieser schweren Arbeit beistehen. Habt acht, denn der Böse bleibt auch nicht untätig; nur euer pausenloses Bemühen kann diese schwarze Scheibe, die Trägheit zum Guten allmählich abwetzen."

Und wieder übergab Er das Wort der Heiligsten Jungfrau. Ihre Stimme war grenzenlos ermunternd und zugleich flehend: "Schaut endlich auf Mich und nehmt Meine fürbittende Hilfe in Anspruch! Ich kann und will euch auch helfen. Könnte Ich doch schon den Beginn eures guten Willens sehen! Schiebt es nicht auf! Ihr vertrödelt sehr viel Zeit! Der Böse arbeitet mit viel größerem Eifer und Erfolg als ihr. Das schmerzt Mich so sehr! Meine Karmeliterin, ich neige Mich zu dir. In mütterlicher Zuneigung streichle Ich dich und beschütze dich in allen Gefahren. Fürchte dich nicht vor dem Bösen, der dauernd dich umlauert. Ich habe ihn zertreten, du hast also keinen Grund zur Angst, flüchte unter Meinen Mantel und küsse Mein heiliges Kleid, das du trägst." (Skapulier)

Nach den Worten der Heiligsten Jungfrau hat der Herr Jesus allerlei gesagt, leider kann ich vieles davon nicht niederschreiben. Nach der Hl. Kommunion bedankte ich mich tief für die vielen Gnaden und bat Ihn um Verzeihung, Ihn so oft unwürdig in mein Herz aufgenommen zu haben. Ich sühnte auch für jene, die Ihn eben jetzt unwürdig empfingen. Daraufhin begann der Herr Jesus Seine Klage, Seine Worte flossen nur so aus Ihm:

"Meine Tochter, wenn die Eltern ihrem Kinde ein neues Kleid kaufen, erwarten sie von ihm, dass es sich dafür bedankt, und legen ihm ans Herz, es zu schonen, da seine Anschaffung nicht leicht war. Mein Ewiger Vater hat euch auch in der Hl. Taufe ein neues Kleid gegeben, das wunderschöne Kleid der Heiligmachenden Gnade. Und ihr gebt doch nicht acht darauf! Wo gibt es Eltern, die mehr gelitten haben als Ich, um die ursprüngliche Reinheit dieses Gewandes der Heiligmachenden Gnade wieder zurückzugeben? Ich habe das Bußsakrament eingesetzt, und ihr nehmt es nicht in Anspruch. Wohl deshalb habe Ich Blut geschwitzt, Mich mit Dornen krönen, Mich freiwillig ans Kreuz nageln lassen, an dem Ich die Schmerzen der Schmerzen erlitten habe. Dann verberge Ich Mich wie ein kleines, in Windeln gewickeltes Kind in der unscheinbaren kleinen Hostie, damit ihr euch nähren könnt und vor Mir keine Angst habt. Gibt es denn Eltern, die für das neue Kleid ihres Kindes mehr geopfert haben?

Viele bedanken sich nicht einmal gebührend bei Mir. Jeden Tag sprechen sie dieselben belanglosen Worte, ohne Sammlung, ihre Gedanken schweifen umher. So geht es Tag für Tag, Jahr für Jahr. Sie denken nicht daran, dass Ich auch Mensch bin und sie mit Mir in einfachen menschlichen Worten sprechen können. Sie brauchen nicht die Anstandsregel der Zweischritt Entfernung einzuhalten, sie haben Mich ja in ihrem Herzen. Lasst Mich daher nicht allein, Mein Herz sehnt sich nach Liebe und Vertrauen. Ich bitte euch, sprecht Mich an, damit Ich Gelegenheit habe, eure Worte mit Gnadenfülle zu beantworten. Meine Tochter, bringe die Seelen näher zu Mir, wo und wie du nur kannst!"


24. Mai 1962 – Wer nicht mit Mir sammelt, geht verloren!

Zu Tränen bin ich gerührt, wenn ich mich vor Ihm als kleines Kind niederwerfen darf. Nun reichte Er mir im Geiste Seine Händchen und sprach: "Küsse Sie auch anstelle jener, denen Ich sie vergebens reiche!"

Ich überhäufte Ihn mit der ganzen Sehnsucht meiner Seele und fragte Ihn: "Gibt es Menschen, denen Du sie reichst und die sich nicht um Dich kümmern?" – "Leider, gibt es solche. Mir tut es nur leid, weil Ich vor denen einmal als strenger Richter Meine Hände erheben muss."

Heute sprach Er so zu mir: "Sühne auch statt jener, die Mir geweihte Seelen sind und sich dennoch nicht um Mich kümmern, die Ich an Meinem Herzen wärmte, die Ich mit Meinen reichen Schätzen überhäufte und die sie in der Tiefe ihrer Seele staubig werden lassen. Wenn sie aber diese im Bußsakrament wieder zum Glanz brächten, würden Meine Gnaden wieder hell und klar leuchten. Aber das bekümmert sie nicht, sie beschäftigen sich nur mit der bunten Welt. Wer nicht mit Mir sammelt, geht verloren!"

Der Heiland hat mich gebeten, mit Ihm über Seine ewigen Wünsche zu meditieren. Das hat lange Zeit gedauert. Schade, dass ich es nicht niederschreiben kann, es ist mir einfach in das Bewusstsein meines 'Ich' übergegangen, derart in mein Inneres eingedrungen, so sehr damit zusammengeschmolzen, dass ich dies in Worten nicht auszudrücken vermag. Eine zeitbedingte Arbeit hatte ich übernommen, und ganz überrascht merkte ich, dass ich mich beeilen musste. Er sprach noch zu mir: "Wir gehen miteinander, nicht wahr?" – "Wir trennen uns nicht, ohne einander könnten wir es ja gar nicht aushalten." Diese Worte ertönten in meiner Seele gleichzeitig, und ich weiß nicht, ob Er zuerst gesprochen hat oder ich.


2. Juni 1962 – In der einsamen Nacht suche Ich Herzen.

Während der Hl. Messe war Aussetzung des Allerheiligsten. Ich nahm mein Gebetbuch vor (kleines Psalterbuch). Da sprach der Heiland: "Leg dein Gebetbuch weg, sprechen wir miteinander!" Ich war tief gerührt, denn Seine liebevollen Worte durchströmten meine Seele mit Gnaden. Darum flehte ich zur Heiligsten Jungfrau: "Meine Mutter, komm, hilf mir Dank sagen, denn die auf mich zuströmende Gnade Deines göttlichen Sohnes kann ich kaum ertragen! Keine Worte kommen auf meine Lippen. Wie soll ich Ihm danken? Mit tiefer Reue über deine Sünden antworte Meinem göttlichen Sohn!"

Und die Worte der Heiligsten Jungfrau haben meine Seele zu tiefer Reue bewegt... Meine Augen waren voller Tränen. So verging die Zeit bis zur Hl. Kommunion. Da ertönte auf dem Harmonium das Lied: "Templom csendes helyen..." (Ein ungarisches Sakramentslied.) Das steigerte meine Liebe zu Ihm vermehrt. Das ist mein Lieblingslied. Seit Monaten habe ich es nicht gehört. Nun höre ich es seit vier Tagen täglich. So tief wie jetzt hat es mich aber noch nie gerührt. Meine Tränen rollten über mein Gesicht. Nicht einmal bei der Hl. Kommunion konnte ich sie zurückhalten. Als ich wieder an meinen Platz zurückkam, wollte ich mich für diese Liebesvereinigung bedanken, aber Er ließ mich nicht zu Wort kommen: "Meine kleine Schwester! Wie freue Ich mich, dass Ich in dein Herz einkehren kann, das mit allen Kräften danach strebt, Mich zu lieben!"

Und Er überströmte meine Seele, die seit einigen Tagen an Trockenheit litt, mit heilsamen Gnaden, so dass ich im Bewusstsein meines Elendes wie vernichtet war. Er sprach weiter: "War das Lied schön? Ich habe es am Harmonium gespielt. Das ist unser Lieblingslied. Ich wollte dir diesen Gefallen tun, weil du die Stille der Kirche, in der Ich wohne, so sehr liebst." (Eine Anspielung auf das Sakramentslied, welches so beginnt: "In der Stille der Kirche, verborgen am Altar...")

Am 2. Juni, in der Nacht, hat der Heiland mich zur Gebetswache geweckt: "A maganyos ejben sziveket keresek." (Refrain des genannten Liedes: "In der einsamen Nacht suche Ich Herzen.") Wenn jemand diese Zeilen lesen sollte, möge er es mir nicht verübeln, wenn ich schreiben muss, dass meine Augen wieder tränenfeucht wurden. Soviel Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit, die Er mir gegenüber erweist, haben mich zu Tränen gerührt. Dann sprach Er weiter: "Weil dir dies auch gefällt, werde Ich dich in Zukunft mit diesem Ruf wecken: "A maganyos ejben sziveket keresek." ("In der einsamen Nacht suche Ich Herzen.") Da durfte ich zu spüren bekommen, was Sein ewiger Gedanke ist: Herzen zu suchen!


3. Juni 1962 – Meine Tochter, leide mit Mir!

Als ich am frühen Morgen die zweite Nachtwache beendete, bat mich der Herr Jesus: "Meine Tochter, leide mit Mir! Fühle mit Mir! Lindere Meinen Schmerz!" Den Augen meines Geistes zeigte Er in einer Vision etwas, worunter beinahe mein Herz zerbrach. Dieses schreckliche Gesicht verursachte mir nicht nur Seelenqualen, sondern ein paar Minuten lang anhaltendes Ersticken.


4. Juni 1962 – Mich erbarmt des Volkes!

Eine vierzigstündige Anbetung war angesetzt. Schon am Nachmittag ging ich zur Wallfahrtskirche Mariä-Remete (Maria Einsiedeln, bei Budapest), um mich auf die nächtliche Anbetung vorzubereiten. Die Andacht vieler Menschen beeinflusste meine Seele günstig. Nach einstündiger Anwesenheit war meine Seele ruhig geworden, meine Zerstreutheit vom Vormittag gelöst. Ich war froh, dass Er von vielen Menschen angebetet wurde. Der Herr Jesus sprach nur so viel: "Mich erbarmt des Volkes!"

An der nächtlichen Anbetung haben ca. 200 Personen teilgenommen. Bis 2.00 Uhr nach Mitternacht ging bei mir noch die nächtliche Wache, aber hernach verging die Zeit im Kampf gegen den Schlaf. Inzwischen bin ich ein bisschen an die Luft gegangen, um die Schläfrigkeit zu überwinden. Als ich zurückkam, sah ich, dass nur wenige wach geblieben waren. Ich konnte meine Schläfrigkeit auch nicht beherrschen. Ich bat den Heiland, Er möge mein Bemühen als Anbetung annehmen. Ich bat Ihn um Verzeihung wegen meines Unvermögens, auch anstelle jener, die nicht daran dachten, Ihn um Verzeihung zu bitten.


2. Juli 1962 – Liebe Mich noch mehr!

Als ich am Fest Mariä-Heimsuchung, während des Nachmittags wieder das Allerheiligste besuchte, richtete der Herr Jesus klagend Bitten an mich: "Meine Tochter, morgen ist das Fest Meines Heiligsten Herzens. So gerne möchte Ich die Fülle Meiner Gnaden in eure Herzen gießen! Erbitte viel, nicht nur für dich, sondern für alle!"

Seine Klagen vom Donnerstag führte der Herr Jesus auch am Freitag weiter: "Liebe Mich noch mehr, getreuer, es soll dir nicht schwer fallen, auch wenn Ich nur klage. Meine Tochter, Ich erhebe so viele Klagen, weil es so wenige sind, die Mich anhören. Vergebens beklage Ich mich bei den Mir geweihten Seelen. Sie kehren nicht gesammelt in das Innere Ihrer Seele ein, um dort Meine Klageworte zu vernehmen. Und doch hätte Ich mit ihnen im Hinblick auf das Kommen Meines Reiches so vieles zu besprechen."


12. Juli 1962 – … fache nur das Feuer an.

"Siehst du, es ist fast nichts geschehen. Die Liebesflamme Meiner Mutter hat noch immer nicht ihren Anlauf genommen. Meine Tochter, entfache das Feuer, dazu bist du auserwählt. Lege in deinen Opfern und deiner Sehnsucht keine Pause ein, denn das würde Meine Mutter verletzen." – "Mein Herr Jesus, Du weißt, weich brennende Sehnsucht in meinem Herzen glüht. Auch ich leide sehr darunter, dass noch immer nichts geschehen ist." An diesem Tag kämpfte ich gegen meine Selbstgefälligkeit. Er sprach traurig zu mir: "Meine Tochter, deine Selbstgefälligkeit ist der Grund deiner Zerstreuung. Betrübten Herzens beobachte Ich, wie lange dies noch dauern wird. Das schmerzt Mich."


14. Juli 1962 – So gerne möchte Ich euch glücklich machen.

"Erinnerst du dich, worüber du mit deiner Bekannten gesprochen hast? Die größte Freude ist, andere glücklich zu machen. So gerne möchte Ich euch glücklich machen, doch ihr sucht es anderswo, nicht bei Mir! Meinen unschätzbaren Gnaden weicht ihr aus. Ich wiederhole Meine früher gesprochenen Worte: 'Das trifft Mich ins Herz!'"


15. Juli 1962 – Bringe deine Schwächen zu mir!

"Meine Tochter, wie lange lässt ihr Mich noch warten? Wann kann Ich euch alle an Mein Herz drücken? Meine Geduld ist unbegrenzt. Ich verspreche schon so viel Gutes, um euch an Mich zu ziehen. Das berührt euch nicht!"

Am 15. Juli, nach neuntägigem strengen Fasten sprach Er: "Lade Mich als Gast zu deinem bescheidenen Frühstück ein! Sei nicht gleichgültig, zeige kein langweiliges Gesicht, denn dann muss Ich glauben, dass du es unwillig, lästig für Mich tust. Zeige Mir deine Schwächen auf! Glaube ja nicht, dass dies nicht verdienstvoll sei! Ich kenne dich sehr gut, auch der verborgenste Winkel deiner Seele ist vor Mir ein offenes Buch. Aber Ich erwarte, dass du deine Schwächen eingestehst, denn so werden auch sie verdienstvoll für dich sein."

"Mein Jesus, meine Sünden will ich bereuen, wie noch niemand sie bereut hat. In jedem Schlag meines Herzens sei meine Reue enthalten. Aber das ist zu wenig. In jedes Sandkörnlein auf der Welt lege ich die Reue meines Herzens hinein, damit der Wind sie zu Dir treibe, als Sühne für meine unzähligen Sünden." Als ich in Reue über meine Sünden klagte, ward Er gerührt und tröstete mich mit leisen Worten: "Meine Tochter, auf soviel Reue lege Ich ein winzig kleines Teilchen Meines Blutstropfens, vergesse deine Sünden und vergebe sie vollkommen. Opfere Mir deine Bußgesinnung anstelle der Sünder auf!"

Vor Freude wusste ich gar nicht, wie ich Ihn ansprechen sollte: (Es folgt ein improvisiertes Gedicht in Ungarisch, welches schwer zu übersetzen ist. Hier sei der Inhalt in Prosa annähernd wiedergegeben.) "Mein Jesus, zu Dir gehe ich am blumigen Sommermorgen, von Tau noch frisch, wenn im tiefen Schlaf die Herzen schlummern, um Dich als erste zu begrüßen. Wie kurz ist die Zeit, die ich bei Dir verbringe, sie fliegt dahin, wie schimmernder Glanz der Wolke, Ich gehe im brennenden Sonnenschein, in schwüler Hitze, weil ich Dich liebe. Ich gehe zu Dir im Dunst des Abends, ach wie düster! Das Ewige Licht ruft mich, ich fühle es. Niemand ist bei Dir – ich liebe Dich sehr und bringe die Seelen zu Dir. Ich gehe über schneebedeckte, tiefe Gräben, nur fallende Schneeflocken die Augen sehen, ich gehe im strömenden Regen, im bodenlosen Kot, weil mein Herz für Dich schlägt, mein Herr und Gott!" (Die mir zugeordnete Schwester, die jede Regung meines Herzens kennt, fragte mich, woher ich das abgeschrieben hätte. "Die Gnade Gottes gab es meiner Seele ein", antwortete ich.)


16. Juli 1962 – Er ist schon unterwegs zu Mir.

Ich ging in die ...-Kirche. Als ich vor dem Altar der Schmerzhaften Mutter niederkniete, ward ich von Betrübnis überwältigt. Ich dachte an Pater X., der noch immer krank darnieder lag. Darum beklagte ich mich vor der Heiligsten Jungfrau. Sie sagte nur soviel: "Opfere deine Leiden für seine Heilung auf!"

Dann fragte ich die Heiligste Jungfrau, ob er noch einmal gesund werde! Sie tröstete mich mit milden Worten: "Ja, bald! Aber für nicht lange!"

Die Heiligste Jungfrau sprach so vom Pater: "Er wird bald bei Mir ankommen. Er ist schon unterwegs zu Mir, Mein sehr geliebter Sohn, der Meinem Herzen so nahe steht."

"Meine Tochter, bereite deine Speisen nicht schmackhaft zu (verdirbt den Geschmack), denn nur so werde Ich dein Gast sein. Was für dich gut ist, ist für Mich ohne Geschmack... Deshalb bitte Ich dich, tu mir den Gefallen, wenn du Mich einlädst!"

An diesem Tag bat mich die Jungfrau Mutter, unsere Pfarrgemeinde Ihrem und dem Schutz des hl. Josef anzuvertrauen und täglich die Gnade eines guten Todes für ihre Gemeindemitglieder zu erbitten.


Fronleichnam 1962 (Ein späterer Eintrag.)

Der Heiland hat meine Seele die Gegenwart Seines Heiligen Leibes und Blutes empfinden lassen. Diese Empfindung blieb wochenlang das Thema meiner Betrachtung. Es war Sein Wunsch, dass ich mit Ihm die wunderbare, gnadenvolle Bedeutung Seiner Worte erlebe: "Wer mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm."

"Ich bin außerstande, all die unauslöschlichen Eindrücke niederzuschreiben, die ich während der Betrachtung gewann; wochenlang war ich noch davon gefesselt. Ich finde keine Worte dafür. Diese wunderbare, kraftspendende Gnade hat den bösen Feind aufs äußerste zum Neid gereizt. Er gesellte sich mir zu, störte mich ständig, um meine Gedanken von der hl. Eucharistie abzulenken: "Warum bist du so außer dir? Ich kann auch Wunder wirken, noch größere!" Auf seine schmählichen Worte entgegnete ich ihm: "Es ist möglich, dass du Wunder tun kannst, doch nur soviel und soweit, wie Gott es zulässt. Aber erlösen kannst du niemand!" Diese Antwort hat ihn unangenehm überrascht. Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Wort ihn entwaffnen würde. Voll Schande und Wut unterließ er weitere Belästigungen.


30. Juli 1962 – Mein von Liebe überschwängliches Herz bekommt keinen Widerhall von den Seelen.

"Meine kleine Karmeliterin! Ich muss halt immer nur klagen. Die gleichgültigen Seelen bereiten Meinem Heiligsten Herzen großen Schmerz. Jetzt, da der erste Freitag naht, denke Ich traurigen Herzens daran. Mein von Liebe überschwängliches Herz bekommt keinen Widerhall von den Seelen. Meine Tochter, liebe Mich noch mehr, drücke Mich noch enger an Dein Herz. Sei für Mich zu allen Opfern bereit, diene nur Mir in tiefer Huldigung, auch anstelle jener, die es nicht tun, obwohl sie Meine Mir geweihten Seelen sind."

Ich musste das Schreiben unterbrechen, denn Er übergab die Schmerzen Seines Herzens meiner Seele. Ich warf mich auf die Knie, betete Ihn während des Schreibens an und flüsterte Seinem Herzen zu: "Gib, dass ich Dich mehr als alle bekehrten Seelen liebe!" Oft ist es so, dass Er mir die Schmerzen Seines Herzens überträgt, so dass ich das Schreiben unterbrechen muss. "Wisse, Ich klage auch deshalb, weil du Mir Zuflucht gibst in deinem Herzen. Was Mich schmerzt, das fühlst auch du mit Mir. Meine Tochter, leide mit Mir!"

Noch an demselben Tag bat mich die Heiligste Jungfrau inständig: "Meine Karmeliterin, steigere deine Sehnsucht, deine Opferbereitschaft, damit Meine Liebesflamme bald ihren Lauf nehmen kann." Mit den gleichen Worten flehte sie mich auch an Mariä Heimsuchung an: "Steigere deine Opferbereitschaft; frage nicht, wie, sei erfinderisch!" Auf diese ihre Bitte hin habe ich neun Tage hindurch bei Brot und Wasser und etwas Obst streng gefastet. (Siehe: Eintrag vom 15. Juli 1962.)

Als sie mich ein zweites Mal bat, verzichtete ich für einige Tage auch auf das Wasser. Das fiel mir während der Sommerhitze sehr schwer. Aber mein Herz fühlte so sehr die Wünsche der Heiligsten Jungfrau mit, und das gab mir Kraft zum Fasten. Ich sprach zu ihr: "Meine himmlische Mutter, ich spüre eine große Sehnsucht in mir, deine Liebesflamme schon zünden zu sehen, aber wegen der vielen Hindernisse quält mich ein tiefer Seelenschmerz. Meine Mutter, ebne die Wege jener, die berufen sind, dein Anliegen zu fördern!"


1. August 1962 – Aber mit dir zusammen bedecke ich euch mit Meinem Mantel.

Ich war krank. Tagelang konnte ich keine Gebetswache halten, so entkräftet war ich. Hinzu kam noch die Hitze. Als es mir wieder besser ging, nahm ich mir vor, die nächtliche Gebetswache weiter zu halten. Am Vorabend bat ich den Herrn inständig um Kraft. Morgens, um 3.00 Uhr, weckte mich der Herr Jesus durch Seine Gegenwart und sprach: "In der einsamen Nacht suche Ich Herzen!" (Refrain des zitierten Liedes!) Er ließ mich sofort allein. Da sann ich über den Zweck dieser Gebetswache nach und beschloss, um baldige Entzündung der Liebesflamme unserer himmlischen Mutter zu beten.

Im Augenblick meines Entschlusses hat die Anwesenheit des Bösen beklemmend auf mich gewirkt. Ich konnte mich kaum rühren, dachte nur an die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau. Meine Himmlische Mutter, auch jetzt wache ich dafür mit allen Kräften und der ganzen Sehnsucht meines Herzens. Aber ich bin ein Nichts. Was kann ich tun?

Als ich mich in die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau versenkte, hörten die Bedrängnisse des Bösen auf; fast unbemerkt ging er von dannen. Mir war, als hätte sich ein Blinder tastend von mir entfernt. Diese Wahrnehmung hat mich überrascht. Hernach war meine Seele so leicht wie noch nie in meinem Leben.

Als dies geschah, hatte ich das Empfinden, als hätte mein Körper meine Seele verlassen, und ich kniete als pure Seele (die Seele allein), vollkommen vernichtet. Ich fühlte, wie meine Seele mit zerflickten Fetzen bedeckt war, wie ein Bettler. Dieses Gefühl bedrückte mich. Mein anbetungswürdiger Jesus, wie sehe ich aus! Bei diesen Worten, bedeckte die Heiligste Jungfrau meine bedauernswerten Fetzen mit Ihrem Mantel und sprach.

"Meine Tochter, so sehen viele Seelen in Meinem Lande aus Ungarn. Aber mit dir zusammen bedecke ich euch mit Meinem Mantel, auch vor Meinem göttlichen Sohn, damit Er eure Seele im Bettler Zustand nicht merke und euretwegen nicht traurig sei."

Die Heiligste Jungfrau setzte ihre Ansprache fort: "Die vergangenen Tage haben für dich, nicht wahr, viele Leiden gebracht?! Viele Zweifel, ob deine mit ganzer Spannkraft geförderte Opferbereitschaft nicht vergebens sei? Mit Freude beobachtete Ich dich, aber Ich wollte dir auf deine Zweifel keinen Trost geben, damit du zu größerer Opferbereitschaft erstarkest. Eine große Gnade lasse Ich dir zuteil werden." Bei diesen Worten ließ Sie mich auf wunderbare Weise fühlen, wie die Gnade Ihrer Liebesflamme wirkte, jetzt nicht nur in mir, sondern in allen Seelen im ganzen Lande...

Dann fuhr sie fort: "Jetzt ist Satan für einige Stunden geblendet, seine Macht über die Seelen ist erloschen, hauptsächlich ist es die Sünde der Unzucht, die so sehr ihre Opfer fordert. Da Satan jetzt unbeholfen und geblendet ist, horchen die bösen Geister in starrer Untätigkeit auf. Sie wissen nicht, warum Satan ihnen plötzlich keine Befehle gibt. Während die Seelen vom schlechten Einfluss Satans befreit wurden, fassten sie Entschlüsse gegen die Trägheit zum Guten."

Als sie der Morgen begrüßte, war in Millionen von Seelen die gute Meinung zur Besserung bekräftigt. In ihren Worten ließ mich die Heiligste Jungfrau erleben, wie Ihr Gnadenwirken in den Seelen vor sich geht. Unter dem Eindruck dieser wunderbaren Gnade ging ich frühmorgens zur Kirche. Oh, du mächtigste Jungfrau! so begrüßte ich Sie. Aus welchem Elend hast du mich herausgehoben! Warum gibst du so viele Gnaden, da ich doch gar keine Verdienste habe?

Die Heiligste Jungfrau fuhr fort: "Meine Tochter, schöpfe Kraft aus den vielen Gnaden! Ich überhäufe dich, damit in deiner Seele das unauslöschliche Feuer Meiner Liebesflamme brenne, wenn erneut Zweifel dich überkommen. Jetzt empfindest du schon, wie wunderbar diese Ihre Gnaden wirken! Ich sage dir, Meine Tochter: Eine solche gewaltige Gnadenflut, wie die jetzt lodernde Flamme der Liebe Meines Herzens, wurde euch Doch niemals gegeben seit das Wort Mensch geworden ist. An euch liegt es, sie nicht abzuweisen, denn das würde große Zerstörung mit sich bringen."

"Meine himmlische Mutter, mir, der Unbeholfensten in der Welt, vertraust Du Dein mächtiges Werk an? Mir, der in Lumpen darbenden Bettlerin? Nach menschlichem Ermessen kann ich gar nicht in Frage kommen! Erst recht nicht vor Dir!"

"Meine liebe Tochter, Meine Liebesflamme wird zuerst im Karmel zünden. Gibt es einen Ort, in dem man Mich mehr ehrt als dort? Zumindest sind sie es, die vor allem dazu berufen sind, und auch die Töchter des Heiligen Geistes, die an der Verbreitung Meiner Liebesflamme zusammen mit meinen Verehrern mitwirken sollen. Trachtet alle danach, Meine Tochter! Nahe ist die Zeit, in der Meine Liebesflamme zünden wird, und in diesem Augenblick wird Satan geblendet. Ich werde euch dies empfinden lassen, um euer Vertrauen zu vermehren. Das wird euch große Kraft geben. Ein jeder Mensch zu dem sie kommt, wird diese Kraft wahrnehmen. Denn nicht nur in den Mir geweihten Ländern, sondern auf dem ganzen Erdenrund wird Sie zünden und wird sich auf der ganzen Weit verbreiten, auch an den unerreichbarsten Orten, denn bei Satan gibt es nichts Unerreichbares! Schöpft daraus Kraft und Vertrauen! Ich werde euch bei eurer Arbeit helfen, und zwar mit bislang nie geschehenen Wundern. Still und milde werden sie wirken, um Meinem Sohn Sühne zu leisten. Ich bitte den Heiligen Vater, dass Er das Fest von der Liebesflamme Meines Unbefleckten Herzens am 2. Februar, dem Fest Mariä-Lichtmess einsetze. Ich wünsche kein zusätzliches Fest."

Einmal war ich sehr beschäftigt und dachte vom frühen Morgen bis zum Nachmittag nicht an den Herrn. (Seit ich mich in diesem außergewöhnlichen Zustand befinde, ist dies nur einmal vorgekommen.) Als ich für mich allein geblieben war, sprach Er klagend zu mir: "Erkennst du dich, wie du bist? Schon wieder plagst du dich allein mit deinen Sorgen ab. Warum bringst du sie nicht Mir? Du tust so, als könntest du auch allein etwas tun. Lerne doch endlich, dass du, Mein Vertrauen genießend, auch für andere alles erreichen kannst. Sammle die Schwierigkeiten deines Nächsten, das Stolpern deiner Familie, und Ich werde alles erledigen. Glaube an Meine Macht! Wie soll Ich deine Angelegenheit erledigen, wenn du sie Mir nicht anvertraust? Ich bitte um dein unbedingtes Vertrauen."


3. August 1962 – Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Vormittags waren wieder Meinungsverschiedenheiten wegen der Wohnung. Ich war deswegen ganz niedergeschlagen. Es war Freitag. Von 12.00 Uhr bis nachmittags 15.00 Uhr musste ich auf Anordnung des Herrn zur Sühnestunde gehen. Ich konnte mich fast nicht auf den Weg machen, so verstört war ich. Die Meinungsverschiedenheiten haben mich innerlich aufgewühlt. Die erste Gebetsstunde verlief mit dem Ordnen meiner Gedanken. Ich kam kaum zur Ruhe. Durch mein Zerstreutsein war ich unfähig ein mündliches Gebet zu verrichten... Da dachte ich daran, den Kreuzweg für die Armen Seelen und auch die am meisten verlassenen Priesterseelen aufzuopfern. Wegen meiner großen Müdigkeit wollte ich damit öfters aufhören. Da sprach der Herr in traurigem Ton: "Ich habe den Weg der Schmerzen auch nicht unterbrochen. Komm, wir gehen zu zweit, das wird dir leichter sein und auch Mir! Geteiltes Leid ist halbes Leid. Du weißt, wie schwer Ich Mich weitergeschleppt habe. Nicht ohne Grund hat man Mir gezwungenermaßen den Simon von Cyrene zu Hilfe gegeben. Jetzt hilf du Mir!"

Während ich schon im Begriffe war, mich in Ihn zu versenken, sprach Er erneut: "Meine Tochter, du tust Mir leid. Ich sehe dein großes Bemühen. Glaube ja nicht, es sei vergebliches Opfern. Ich segne deine Familie. Ich befreie sie vom Bösen, denn er ist es, der den Frieden des Hauses stört. Hab Vertrauen zu Mir!"

"O, mein Herr, die Meinungsverschiedenheiten sind so groß, hier kann nur ein Wunder helfen." – "Denkst du, Ich kann kein Wunder wirken?" – "Mein Herr, ich bin es nicht wert!" – "Ich werde dennoch ein Wunder wirken. Deine Anliegen, deren Erledigung dir unmöglich erscheint, werde Ich segnen und alle Hemmnisse aus dem Weg räumen."

Inzwischen habe ich mich an die Heiligste Jungfrau gewandt: "Bitte Deinen göttlichen Sohn für uns!" Während ich meinen Kreuzweg betete, versprach mir der Heiland viermal, alle meine Schwierigkeiten zu erledigen.

"Unsere Mutter hat sich wieder auf Ihre Liebesflamme berufen. Ich konnte Ihr nicht widerstehen. Sie bat mich, jener Seele, der sie Ihre Liebesflamme anvertraut habe, nichts zu verweigern. Für wen Sie nur bittet, dem soll Ich Meine Gnaden austeilen." Es ist mir unmöglich niederzuschreiben, welch große Gnade, welche Kraft und welches Vertrauen der Herr mir durch diese Worte gegeben hat.


6. August 1962 – Durch deine Sehnsucht rette ihre Seelen!

Morgens wandte sich der Herr schon vor und während der hl. Kommunion klagend an mich. "Keine einzige Seele dürfte verdammt werden, die Ich der Obhut Meiner Priester anvertraute. Dieses Wort: "verdammen" verursacht einen entsetzlichen Schmerz in Meinem Herzen. Erneut würde Ich den Kreuzestod erleiden, auch mit tausendmal größeren Schmerzen, denn die Verdammten haben keine Hoffnung mehr. Komm dem zuvor. Durch deine Sehnsucht rette die Seelen! Du weißt, dass es drei Arten der Taufe gibt, die Wasser, Blut, und Begierdetaufe. Dies sind für die Rettung der Seelen auch die drei Retter. Aus Meinem Heiligsten Herzen sind auch Wasser und Blut geflossen, und eine mächtige Sehnsucht strömte daraus euch zu. Weißt du, was Sehnsucht ist? Sie ist ein geeignetes, einfühlsames Mittel, welches auch der unbeholfenste Mensch besitzt. Sie ist ein wundervolles Mittel für die Seelenrettung. Wichtig ist, seine Sehnsucht mit Meinem aus Meinem Herzen fließenden Heiligen Blut zu vereinen. Meine Tochter, steigere deine Sehnsucht, damit kannst du viele Seelen retten."

Als der Heiland sagte, dass Er entsetzliche Schmerzen wegen der für immer verlorenen Seelen erlitt, der Verdammten, da ließ Er an Seinem Schmerz auch mich Anteil haben. In meiner Seele empfand ich einen solchen Schmerz von Spaltung, dass ich beinahe zusammengebrochen wäre. "Mein Herr Jesus, mit allen Kräften werde ich mich bemühen, die mir anvertrauten Seelen vor der Verdammnis zu retten."


7. August 1962 – Das Feuer Satans löscht ihr aber nicht!

Ich klagte: "Mein Jesus, ich bin so verlassen!" – "Was soll Ich dann sagen? Gibt es einen Verlasseneren, Verachteteren, den sie mehr vergessen als Mich? Wenn sie wüssten, wie sehr Ich mich nach ihnen sehne! In Meiner ständigen Einsamkeit rufe Ich nach euch mit viel Liebe und Geduld, und ihr tut so, als wäret ihr gefühllose Menschen. Wenn ihr euch aber mit Vertrauen Mir nähert, so würdet ihr die Liebe, die Mein Herz euch gegenüber hegt, für euch flammt, empfinden. Wenn irgendwo ein Feuer entsteht, so lauft ihr von überall zusammen, um zu helfen, damit kein Schaden entsteht. Das Feuer Satans löscht ihr aber nicht! Ihr lasst zu, dass die Flamme der Hölle alles verwüstet. Wehe euch, wenn ihr feige zuschaut, ihr, die ihr verantwortlich seid! Ihr schließt eure Augen und lasst die Verdammung der Seelen dulden.

Ihr auserwählten Seelen kennt Meine unendliche Geduld und Güte, aber auch Meine Strenge, mit der Ich euch richten werde: "Weichet von Mir in das ewige Feuer!" Eure Hände sammeln nicht mit Mir, sie zerstreuen. O, ihr wahrlich unglücklichen Mir geweihten Seelen! Geht in euch, und kehrt zu Mir! Noch ist es Zeit! Lasst die Trägheit zum Guten nicht Herr über euch werden! Das ist die Wurzel aller Übel, die sich in eure Seele einnistet. Wenigstens ihr sollt diese zur Verzweiflung führende Sünde ablegen, von der ihr nicht Kenntnis nehmen wollt. Satan hat in eurem Inneren den Weg des göttlichen Lichtes versperrt, damit es ja nicht hineindringe. Ohne dieses lebenspendende Licht leidet ihr unter dem Druck der Trägheit Qualen.

Kommt zu Mir, die ihr von der Trägheit zum Guten beladen seid, Ich nehme sie euch von euren Schultern und erleichtere euch. Nur der Empfang Meines Heiligen Leibes kann euch helfen aus dieser von Satan sorgsam versperrten Finsternis herauszukommen. Überlasst euch nur Mir! Merkt ihr denn nicht, wie Ich euch nachgehe? Sind auch die vielen Mahnungen vergebens? Merkt euch, das viele 'Durcheinander' stammt immer von Satan, das Böse ist sein Werk. Satanswerk hält aber nur so lange, wie Ich es ihm erlaube. Ich fasse eure Hand, ihr dürft nur eure Arme nicht auslassen. Kehrt um zu Mir und opfert euch Mir auf dem Altar der Zurückgezogenheit und des inneren Martyriums."

Da fragte ich den Herrn Jesus, wie ich das verstehen solle, denn die äußere Tätigkeit sei ohnehin genügend gehemmt. (Der Herr spricht hier die Ordensleute an, die nach der Auflösung sämtlicher Orden im Jahre 1950, ihrer karitativen Tätigkeit beraubt wurden.)

"Ihr müsst begreifen, dass dies Mein Wille ist. Satan kann dieses innere Martyrium nicht verhindern. Dieser Kampf in der Tiefe der Seele bringt mehr Früchte als das für Mich erlittene Martyrium. Kommt zu zweit, zu dritt zusammen, betet und wachet und nehmt so den Kampf gegen den Fürsten der Finsternis auf, gegen seine zerstörende Kraft. Seid nicht untätig! Ihr tut so, als hättet ihr keinen Vater im Himmel, Der auf euch achtet. Umarmt die Erde mit eurer Sehnsucht! Durch eure Opfer, die in reiner Liebe erglühen, versengt ihr die Sünde. Glaubt ja nicht, dass das unmöglich ist! Habt nur Vertrauen zu Mir, Ich bin mit euch, den Löwenanteil des Kampfes übernehme Ich. Halten wir zusammen, ihr lauen Seelen! Macht euch nicht unglücklich, schenkt Mir Vertrauen! Dieser Glaube, dieses Vertrauen gibt Millionen Kraft zum Ausharren. Meine Tochter, auch du sei nicht kleingläubig! Schließ dich den Mir geweihten Seelen an! Auch dich habe Ich berufen. Antworte nicht mit einer Tat der Laune, sondern in dauernder Opferbereitschaft. So bringt es reiche Frucht für die Seelen."


8. August 1962 – Die Sehnsucht verbindet den Himmel mit der Erde.

Auf dem Heimweg nach der Anbetungsstunde hatten wir unterwegs ein Zwiegespräch, besser gesagt: Er sprach zu mir. Überrascht hörte ich Ihm zu. Er brachte mir die Zeit in Erinnerung, da ich als junge Mutter mit meiner Familie allabendlich folgendes Stoßgebet betete: "Mein Jesus, gib, dass die Sünder sich bekehren, die Heiden Dich kennenlernen und alle Dich sehr lieben!"

"Meine Tochter, ahnst du, wie viele Seelen du Mir dadurch geschenkt hast? Ich habe dein Verlangen erhört. Dadurch haben die Seelen Mich kennengelernt, viele haben sich bekehrt, viele von ihnen lieben Mich auch. Warum Ich dir dies zum wiederholten Male in Erinnerung bringe? Ich merke nämlich deine Zweifel. Ständig fragst du dich, was du mit deiner Sehnsucht eigentlich... erreichen könntest. Vieles! Steigere sie und deine Opferbereitschaft in dir!

Meine Karmeliterin! Aus deinem Leben muss Ich einen Entschluss erwähnen. Du weißt, noch nicht sehr lange hattest du den Wunsch, nach der Erziehung deiner Kinder Zeit für eine gute Vorbereitung auf den Tod zu bekommen. Siehst du, diese deine Sehnsucht habe Ich erfüllt. Merke dir, die Sehnsucht ist ein wunderbares Mittel, das den Himmel mit der Erde verbindet. Vom ersten Augenblick Meines menschlichen Daseins an sehnte Ich mich nach meiner Erlösungsarbeit. Die ständige Sehnsucht, den Seelen das Heil zu bringen, erfüllte Mein Herz. Diese Sehnsucht nach den Seelen soll auch in euch brennen. Sei nicht kleingläubig! Du weißt, bedenke meinen Rat: Wenn du eine starke Stütze brauchst, geh und sage: Mein Vater, ich brauche jetzt Deine väterliche Stütze! Er wird dir Seine väterlichen Arme reichen, halte dich nur daran fest, aber nicht nur dich allein, sondern mit allen Seelen, die Ich dir anvertraut habe."

An demselben Tag sprach auch die Heiligste Jungfrau zu mir: "Meine liebe Karmeliterin! Auch ich bitte dich darum, deine Sehnsucht nach meiner Liebesflamme inniger werden zu lassen. Du weißt, wie groß meine Sorge um Mein Land ist. Die Familien, oh, die ungarischen Familien sind zerrüttet, sie leben, als hätten sie keine unsterbliche Seele. Mit Meiner Liebesflamme will Ich den Feuerherd der Familien wieder aufwärmen, die zerstreuten Familien wieder zusammenhalten. Sorgt dafür, dass ihr viele seid, damit sie sich wie ein Lauffeuer verbreite, denn dadurch werden sich viele Meiner Liebesflamme anschließen. Helft Mir, an euch liegt es, dass Meine Flamme zünde! Die ungarischen Familien sollen durch gemeinsames flehentliches Gebet die strafende Hand Meines göttlichen Sohnes zurückhalten."

An einem Tag im Monat August sprach der Herr Jesus: "Du weißt, dass Ich dich zum Kampf in Mein besonderes Lager gerufen habe. (Er sprach es so, dass Er es in der Mehrzahl sagte.) Nicht die Welt mit ihrer vergänglichen Bequemlichkeit soll auf euch anziehend wirken, das Ziel eures irdischen Lebens sei die Ankunft Meines Reiches. Diese Meine Worte werden die vielen Mir geweihten Seelen erreichen. Habt Vertrauen! Meine Gnade wird mit euch sein, Ich werde euch helfen, auf eine Weise, die an ein Wunder grenzt." (Und jetzt klangen die Worte des Herrn Jesus in meiner Seele hart. Ich war davon überrascht, denn bisher hatte ich immer nur Seine Milde in Seinen Worten erkennen können.)

"Meine Tochter, sei nicht überrascht, in der Tiefe deiner Seele Meine strengen Worte zu hören. Auch das tu Ich aus Liebe. Seid nicht bequem, nicht ohne Mut, lasst euch nicht einreden, dass jeder Schritt vergebens sei und alles keinen Sinn habe. Doch! Nur ist es leichter, bequem abzuwarten, bis der Sturm vorbei ist, als durch den Sturm zu gehen, um Seelen zu retten. Ihr braucht kein Aufzählen von Beispielen, ihr wisst alles, fangt nur schon an! Dieser Müßiggang ist das Treibhaus des Satans, der Sünde. Womit soll Ich euch noch aufrütteln? Erkennt die um euch lauernde Gefahr! Sie bedroht auch eure Seele!" Hernach bat Er mich, Seine Worte den Maßgeblichen weiterzugeben. Er wird dazu Gelegenheit geben. Ich wollte gerade die Niederschrift Seiner Klage beenden, da bat mich der Herr Jesus, weiterzuschreiben. Ich ging gerade über die Wiese, gerne hätte ich Seine Worte in kniender Haltung zu Papier gebracht. Da aber dafür keine Möglichkeit vorhanden war, setzte ich mich ins Gras. Ich nahm mein Notizheft hervor. Währenddessen umflutete Er mich mit dem wunderbaren Empfinden Seiner Gegenwart und sprach:

"Das tu Ich deshalb, um dir Gewissheit zu geben. Ihr sollt es nicht mit einer Handbewegung abtun, denn dieses ehrfurchtslose Benehmen verursacht Mir einen unaussprechlichen Schmerz. Traget Sorge im Herzen für Meine Liebe und Sehnsucht, und ein jeder von euch in sich gekehrt beginne ein neues Leben, wozu ihr die Kraft von Mir erhalten sollt. Ich weiß, das ist für euch nichts Neues, es wird viel darüber gesprochen aber es schmerzt Mich, weshalb ihr darüber nur sprecht, euch aber nicht um das Reich Gottes in euch bemüht. Ihr wisst am besten, dass die Ankunft Meines Reiches Gewalt leidet. Lebt nicht heuchlerisch! Ihr bringt das Heilige Opfer dar, aber das bleibt für euch eine reine Äußerlichkeit. Wie viele solche Gedankenlose gibt es unter euch!"


16. August 1962 – Zum Anfang gebe Ich euch Kraft.

Er beklagt sich erneut: "Meine Tochter, wie sorglos leben viele Meiner Geweihten! Wieviel Zeit verschwenden sie durch Müßiggang zu ihrem Vergnügen! Auch Mir werfen sie wie einem Bettler einige vom Tisch herabfallende Brotsamen hin. Und ich dulde dies schon seit langer Zeit! Aber wie lange noch? Wenn die Geduld Meines Vaters zu Ende geht, wehe euch! Seine strafende Hand wird niemand zurückhalten können. Auch Ich muss euch sagen: "Weichet von Mir, ihr Verfluchten... denn ihr habt die Anliegen Meines Reiches nicht vertreten, ihr ließet nicht zur Geltung kommen, wofür Ich euch berufen habe. Ich ging euch nach. Wie oft ermahnte Ich euch, und ihr habt Mich durch eine Handbewegung erledigt, in einer sogar für einen Bettler beleidigenden Weise." (Seine Worte haben meine Seele mit wehmutsvoller Trauer erfüllt.)

Am demselben Tag hat die Heiligste Jungfrau folgendes mit mir sozusagen besprochen: "Zum Anfang gebe Ich euch Kraft, die trotz vieler Einwände und boshafter Hindernisse doch zur Geltung kommen wird. Die Leiden, die ich dir schicke, sind körperliche Leiden, innere Qualen und Trockenheit. Nimm sie an, du wirst dafür von Sonden verschont. Wir lassen nicht zu, dass du dich von uns trennst, du bist hier zu unseren Füßen, und wir überhäufen dich mit grenzenlosen Gnaden. Deine Fehler und Armseligkeiten lassen wir deiner Seele zugute kommen. Sie halten dich ständig in Demut. Das sei deine ganze Sorge. Unser Anliegen kann nur eine demütige Seele vertreten. Hab keine Angst! Du leidest nicht alleine, du leidest mit mir, mit Uns! Für die vielen Einwände gegen Unser heiliges Vorhaben von Seiten der mir Geweihten musst du viele Leiden durchstehen. Wir wissen, dass du sie in Liebe übernimmst. Wir sehen deine inneren und äußeren Leiden und wie du dich in Gedanken schon seit Monaten mit meiner Liebesflamme beschäftigst. Du verstehst auch, dass man dazu eine beharrliche Kraft braucht." – "Meine himmlische Mutter! Meine schwachen Kräfte nähren sich auch von dir!"

Der Herr Jesus: "Hab Vertrauen, meine Tochter! Gottes Pläne kann niemand durchstreichen. Wahr ist, dass Ich für Mein Erlösungswerk auch eure Kräfte brauche... Niemand von euch will Ich verloren gehen lassen. Satan entfacht gegen die Menschen einen so heftigen Kampf wie noch nie!"

Heute, wo der Herr Jesus mit mir sprach, belehrte Er mich auch: "Sei Meine Dienstmagd! Sei immer festlich gestimmt! Wer Mir dient, dem muss jeder Tag ein Festtag sein. Lass nichts und niemand in die Nähe deiner Seele kommen, der deine festliche Stimmung stören könnte. Achte auf dein hochzeitliches Kleid und strahle Freude aus! Wo du nur erscheinst, soll man bei dir merken, dass du täglich am himmlischen Gastmahl teilnimmst. Wünsche, dass auch andere einen Anteil davon erbitten! Mein Reich sei dein einziges Hauptziel! Seid mutig! Bekennt Mich vor den Menschen! Weißt du, wie viele Seelen es gibt, die nur aus Feigheit nicht in Meine Nähe kommen? Tu nichts ohne Mich! Du sollst keinen einzigen Gedanken haben, in den du Mich nicht hineinnimmst. Ich gebe euch doch die Vernunft. Leider sind es so wenige, die sich dafür bedanken. Auch du hast dich bis jetzt nicht dafür bedankt. Ohne den Besitz des Verstandes wäret ihr doch nicht mehr als die anderen Geschöpfe. Was die menschliche Vernunft schafft, entspringt aus Meiner Vernunft. Bedanke dich für diese wunderbare Vernunft, auch anstelle anderer!"

Ich habe leider keinen Seelenführer, dem ich die in meinem Inneren sich vollziehenden Vorkommnisse anvertrauen könnte. Ich müsste in vielem um seinen Rat bitten. Der Herr Jesus gab mir unerwartet Antwort: "Siehst du deine Kleingläubigkeit! Warum bist du ungeduldig! Es ist Meine Sache, wann und welchen Seelenführer Ich dir zukommen lasse. Hab keine Angst! Ich werde dir einen Seelenführer geben nach Meinem Herzen. Hab keine Angst. Ich verlasse dich nie!"
Seine Worte waren ermunternd und beruhigten mich. Einmal beklagte ich mich beim Herrn Jesus: "Mein Herr, es fällt mir so schwer, meine Speisen unschmackhaft zu machen!" Er war sehr gerührt und sprach lange und viel mit mir. Schade, dass ich Seine Worte, nicht niedergeschrieben habe, obwohl Er mich oft darum bat. Aber häufig schmelzen sie in meinem Inneren so zusammen, dass ich sie nicht zum Ausdruck bringen kann.

Der Herr Jesus hat mir versprochen, mir für die Nachtwache eine besondere Stärkung zu geben, ich solle mich nur mit allen Kräften aufraffen. An diesem Abend versprach Er mir, mich in der Nacht zu wecken. Weiche Freude erfüllte mein Herz, als ich in der Nacht Seine spürbare Anwesenheit merkte. Schnell verging die Nachtwache mit Ihm! Während ich in Vereinigung mit Ihm versunken war, geschah etwas Wunderbares. In größter Demut meiner Seele schreibe ich dies nieder.

Als wir am stillen Sommerabend so vertraulich miteinander sprachen, ward das Gespräch plötzlich unterbrochen. Er ging unbemerkt fort. Er ließ mich gewahr werden, dass Er nachsinnend vor unserem Hause stünde, und fing an, mir die Verdienste der Kinderjahre in unserer Familie aufzuzählen, die Tugenden, die ich schon im Kindesalter mit meinen Kindern üben ließ. Als Verdienst erwähnte Er die vertraulichen Abendgebete und bemerkte eigens, wie sehr Ihm jenes Stoßgebet gefiel, das wir nach dem Abendgebet verrichteten. Er berief sich auch über die Weihe unserer Familie an Sein Heiligstes Herz. Er bewegte sich auch hernach nicht, Er stand weiter. Ich empfand Seine beseligende Anwesenheit und war sehr gerührt. Von unserer Seite wird Er von so vielen Beleidigungen getroffen und ist dennoch voller Güte. Dann sprach Er: "Ich segne dieses Haus, das Meinem Heiligsten Herzen geweiht ist!"

Seelenerquickend war es, diesen Segen zu vernehmen, den Er, lange vor unserem Hause verweilend, unserer Familie gab. Hernach rührte Er sich noch immer nicht. Seine Anwesenheit voller Güte und Majestät ließ Er mich noch lange wahrnehmen. Ich war sehr ergriffen und konnte als kleines Nichts nur bitten: "Herr, geh' weg von mir, denn ich bin ein großer Sünder!" Er antwortete darauf: "Unsere Mutter verpflichtete Mich dazu. Auf Ihre Bitte hin gab Ich deinem Hausvolk Meinen Segen, denn du bist es in diesem Hause, die mit der ganzen Sehnsucht deines Herzens danach verlangt, die Liebesflamme Ihres Herzens weiterzugeben..."

Hernach begann die Heiligste Jungfrau mit mir zu sprechen. Sie bat mich, für die Seele zu beten, "die Mein heiliges Anliegen nicht für würdig hielt, in die Hand zu nehmen, obwohl Ich ihr bezüglich deiner Persönlichkeit Erleuchtung gab. Ich weiß, du littest sehr darunter, als Er dich ablehnte. Mein göttlicher Sohn vereinigte deine Leiden mit Seinen Leiden... Und jetzt bereite dich auf noch größere seelische und körperliche Leiden vor, in welcher Form und Größe sie auch über dich hereinbrechen werden. Weiche ihnen nicht aus, sei demütig, geduldig und beharrlich!"

Als die Heiligste Jungfrau Ihre Worte beendet hatte, wurde mir bange. Leiden versprach sie mir auch schon früher, aber jetzt bebte mein Inneres... Alles erscheint mir so dunkel und unsicher. Die Schwierigkeiten in der Erfolglosigkeit des Anliegens bäumen sich vor mir erschreckend auf... "Mein anbetungswürdiger Jesus und du, Meine Heiligste Mutter, ich habe Angst vor den kommenden Leiden und vor Demütigungen. Bindet mich eng an Euch!"

Ich befand mich gerade in der Kirche zur Anbetung. Während meines Verweilens übte jemand Orgelmusik. Der Herr Jesus sprach unerwartet in meiner Seele: "Meine Tochter, Ich sehe, wie du dich abplagst, die falschen Töne stören dich. Eure an Mich gerichteten Worte sind auch oft zerstreut, und mit eurem Ton greift ihr daneben. Ich warte in Geduld und Liebe auf den klaren Klang eurer an Mich gerichteten Worte und Töne. Sei auch du mit dir und mit anderen geduldiger!"

Einmal wollte ich mich nach der 7.00 Uhr-Messe vom Herrn verabschieden. In sanftem Ton hielt Er mich zurück: "Warum willst du schon fort von Mir? Gehen wir denn nicht zusammen? Geh noch nicht! Warum beeilst du dich so sehr? (Ich wollte im Garten jäten, weil das Wetter dafür günstig war.) Willst du an der folgenden Hl. Messe nicht teilnehmen? Weißt du, warum Ich dich so nahe zu Mir gerufen habe? Das für Mich gebrachte Opfer soll dir vor allem anderen gelten. Was habe Ich dir gesagt? Deine Verdienste sind die Leiden, in welcher Form Ich sie dir auch darreiche. Bedecke Meine Hl. Hände mit deinem Kuss! Hast du vergessen, dass Ich dich auf deine Bitte hin an Meine Hl. Füße gekettet habe? Warum willst du vergängliche Dinge in den Vordergrund stellen? Oder hast du kein Vertrauen in den Wert der Leiden? Ich gab deinen Leiden einen Wert, und wenn du ihn nicht würdigst, würde es Mich schmerzen. Ich müsste glauben, dass du sie nicht aus Liebe annimmst. Ohne Liebe hat aber das Ganze keinen Wert!"

Ein anderes Mal hat der Herr Jesus mich so belehrt: "Meine kleine Karmeliterin! Schweige viel, wundere dich nicht, warum Ich dir das sooft sage. Weißt du, wer der wahre Weise ist? Wer viel schweigt! Die wahre Weisheit wird im Boden des Schweigens reif und kann nur in der Stille ihre Wurzel schlagen. Darum belehre Ich dich. Ich bin dein Meister. Auch Ich habe Mich auf Mein dreijähriges Wirken durch ein dreißigjähriges Schweigen vorbereitet. Da ich dein Meister bin, wirst du bei Mir auch weise werden. Sprich nur dann, wenn Ich dir dafür das Zeichen gebe. Und dann sprich so, wie du es von Mir gelernt hast und so, wie Ich es sagen würde. Ahme Mich also nach! Du wirst sehen, dass wenige Worte viele und gute Früchte in den Seelen bringen"


20. August 1962 – Er durchströmte meine Seele mit der Wahrnehmung Seiner Gottheit.

Eine tiefe Stille war in meinem Inneren. Der Herr sprach zwar nicht zu mir, aber Er durchströmte meine Seele mit dem Wahrnehmen Seiner Gottheit. Das wirkte auf mich ein; ich spürte es in meinen Adern und Knochen, es durchdrang alle Glieder meines Körpers, überflutete ihn, aber nur für kurze Zeit, so dass mich ein Zittern überfiel. Das habe ich auch schon ein anderes Mal empfunden, oft Wochen hindurch ohne Unterlass, aber in dem jetzigen Ausmaß noch niemals. Mein Leib war wie vernichtet, nur das Empfinden meiner von der Gnade Gottes erfüllten Seele herrschte vor.


21. August 1962

Beim Erwachen am darauffolgenden Tage beschäftigte mich die Frage, wie die Heiligen dem Herrn huldigten. Ihre Huldigung und Anbetung erfüllte auch meine Seele, aber ich fühlte mich unter ihnen wie ein armseliges Nichts. Ich flehte die Heiligste Jungfrau an: "Mutter, gib mir von Deiner Liebesflamme! Lass mich an der Anbetung Gottes durch die Heiligen und Seraphin teilnehmen und darin verharren." Inzwischen ließ der Herr Seine Stimme in meiner Seele hören. Diese erschien mir unvorstellbar; denn in diesem Ton hatte Er mit mir noch nie gesprochen.

"Du kleiner Funke, wenn du auch noch so klein bist, du wurdest durch mich und aus Mir geschaffen. Nähere dich Mir! Ich übergebe dir Meinen Glanz und, gegenseitig glänzend, wirst auch du das Dunkel deiner Seele nicht wahrnehmen. Siehst du, sie, die großen Heiligen, waren auch Meine Funken. Auch sie habe Ich groß gemacht, einen jeden entsprechend seiner Bemühungen in der Annäherung zu Mir. Jene Seelen, die mit größerer Kraft sich Mir näherten, übernahmen den Strahl Meines Glanzes schneller. Es gibt Seelen, die auch in kurzer Zeit einen langen Weg machen. Ich rufe sie früh ab. Es gibt Seelen, die spät beginnen und dennoch mehr erreichen, als jene, die langsamen Schrittes, vorsichtig Meine Wege abschreiten. Weißt du, was Ich dir einst gesagt habe? Du fliegst pfeilgerade zum Himmel. Aber schau ja nicht auf die Erde zurück, damit der Lärm der Welt dich nicht unsicher mache! Jetzt aber sage Ich dir, habe Vertrauen zu Mir, hüte dich vor allem, was dich von Mir zurückhält!"


25. August 1962 – Das unbekannte Gesicht.

Ein Gesicht erschien mir vor den Augen meines Geistes. Ich wusste nicht den Grund dafür. Ich betrachtete es mit geschlossenen und offenen Augen. Inzwischen habe ich darin eine Priesterseele erkannt. In meinen Erinnerungen forschte ich nach, wo und wann ich sie gesehen hätte, kam aber nicht darauf, und daher ging ich zur Tagesordnung über. Als ich mich nach einigen Tagen nachmittags zur kurzen Ruhe begab, ordnete meine Tochter im Zimmer die Bücher und legte plötzlich ein Bild vor mich. Ich betrachtete es. Es war P. Biro SJ, Ordensmann. Ich habe ihn niemals gesehen, auch seinen Namen nicht gehört. Das habe ich anhand des Bildes festgestellt, das mir meine Tochter vorgelegt hat. Er war eine große Seele! Auch sein Foto war am Bild mit seinen Wahlsprüchen. Hier einer davon: "Und wenn ich soviel leiden muss, dass ich daran zugrunde gehe, aber heilig werde, was habe ich denn verloren?" Das hat in mir wie eine Bombe gewirkt. In jenen Tagen war ich vom Bösen umzingelt, der mich mit vielen und ermüdenden Versuchungen quälte.


28. August 1962

Der Herr Jesus fing an zu sprechen: "Tue nichts aus eigenem Willen! Worum Wir, Meine Mutter und Ich dich bitten, das teile deinem Seelenführer mit. Seine Anweisungen seien dir immer eine Richtschnur. Alles andere ist seine Sache, du nimm nur demütig all seine Worte entgegen, die auch von Mir stammen. Die Sehnsucht nach Anteil an Meinem Erlösungswerk brenne und glühe weiter in dir. Der Lohn deiner ewigen Freude bleibt dir nicht aus. Mit deiner ganzen Kraft diene nur Mir!"

Einmal packte mich eine große Sehnsucht. Ich wünschte Ihm viele Seelen. Als ich so sprach, entgegnete mir Jesus: "Meine kleine Karmeliterin! Jetzt sehe Ich, dass Ich diese große Missionsarbeit dir anvertrauen muss. Trage Mein Anliegen in deinem Herzen! Du bekommst jetzt einen neuen Auftrag. Von heute ab bist du die Vertreterin der Seelen deiner Pfarrgemeinde. Das ist eine große Aufgabe. Jeden Morgen wirst du dein Morgengebet auch im Namen der Pfarrgemeinde verrichten. Im Namen der Väter und Mütter, der Jugend und sorglosen Kinder, der einfältigen Alten, die noch immer nicht an das Ziel ihres Lebens denken. Erbitte für sie die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Und wenn du noch so viele Gnaden für sie verlangst, all deine Bitten werden erhört. Erbitte sie vom Vater in Meinem Namen und empfiehl die Pfarrgemeinde der Barmherzigkeit Meiner Hl. Wunden. Sühne auch tagsüber für die untreuen Seelen deiner Pfarrgemeinde. Siehst du, auch deswegen musst du dir selbst entsagen! Ich habe dich zur Sühneseele für Kertvaros (einen Stadtteil) auserwählt. Weißt du, was dies bedeutet? Fast eine priesterliche Würde! Verrichte für sie viele geistliche Kommunionen. Auch die Kranken vergiss nicht. Gib acht, dass keine einzige Seele verdammt werde!"

"Mein anbetungswürdiger Jesus, ich werde für sie bitten, dass Dein Reich komme." Er sprach weiter: "Meine Tochter, mit diesem Auftrag habe Ich deine Kinderträume erfüllt. Ich kannte dich schon damals, du wolltest immer in die Mission gehen. Weißt du, warum das nicht erfüllt werden konnte? Du musstest erst im Kreise deiner Familie dafür reif werden. Vergiss nicht, deine größte Missionsaufgabe ist jetzt deine Familie. Eher konnte Ich dich damit nicht beauftragen, Ich wollte nicht, dass du auf halbem Weg stehen bliebest. Deine Familie ist der Auszug in die Mission. Auch dies ist noch keine abgeschlossene Arbeit. Die Priesterberufe trage besonders in deinem Herzen. Du weißt, was Ich dir gesagt habe: "Soviel du erbittest, soviel wirst du bekommen. Bete viel und tue Buße! Das ist das wahre Lebensziel einer Karmeliterin." – "O, mein Herr, hilf mir, meinem eigenen Willen zu entsagen und nur dir zu gehorchen, in allem Deinen Gefallen zu suchen. Dein Licht erleuchte mich und all jene, die Du mir anvertraut hast." Diese Belehrung dauerte sehr lange.

Der Herr Jesus hat mich noch zusätzlich gebeten: "Meine Tochter, frage dich am Abend, was du für die Ankunft Meines Reiches getan hast. Sei niemals mit dir zufrieden, denn auf Erden hat dies keinen Platz. Ausruhen wirst du erst im Himmel. Der Lohn deiner Bemühungen ist nicht von dieser Welt. Bleibe daran, dich möglichst viel zu bemühen, die Verdemütigungen als dein bestes Mittel zu betrachten, da sie dir für deine Arbeit immer die reichsten Früchte bringen. Suche und liebe die Demütigungen! Auch Ich habe es so gemacht in Meinem Leben. Wenn dir dies schwer fällt, gehe zu Meiner Mutter. Sie ist die Großmeisterin dieser Tugend. Sie hilft dir mit durchschlagendem Erfolg. Umarme die Tugenden, für die Meine Person die kraftgebende Macht ist. Erwäge nicht, wie lange du ruhst. Für deine Bemühungen bekommst du von Mir eine reichliche Belohnung."


31. August 1962 – Meine Liebesflamme, die Jesus Christus selbst ist.

Die Heiligste Jungfrau sprach einige Worte: "Meine Liebesflamme muss über das Meer gebracht werden!" Ich weiß nicht, wie das geschehen wird, denn die Heiligste Jungfrau äußerte darüber nichts mehr. Ich ging nachmittags um 15.00 Uhr zur Sühnestunde. Als ich vor dem Altar ankam, fing der Teufel an mich zu versuchen. Während der stillen Anbetung wagte er sich erst mit seinen Abscheulichkeiten, dann mit Schmeicheleien an mich heran: Ich bin sehr einseitig, ein solches Leben passe nicht zu mir, ich solle eben ein menschenwürdiges Leben führen. So werde man mich halt als ein überspanntes Wesen betrachten. Ich sei dumm, weil weder meine Kleidung, noch meine Nahrung, meine Unterhaltung und mein Umgang mit den Menschen sei wie im gewöhnlichen Leben. Ich bemühte mich nur, mich in die Leiden Jesu zu versenken. Daraufhin wurde der Böse wütend und in seinem unkontrollierten Zorn brüllte er in die Stille meiner Seele hinein, die von der wunderbaren Gegenwart des Herrn erfüllt war: "Warte nur!" Mein Herz bebte: "Mein anbetungswürdiger Jesus, befreie mich von dem Bösen!"

Unzählige Male kommt es vor, dass er mich überrascht und bedroht, denn er weiß, dass ich es bin, die man zu seiner Verblendung eingesetzt hat. Und ich überlasse mich ihren Einflüsterungen. Die vielen Versuchungen verbrauchen meine Kraft völlig. Schreckliche Kämpfe muss ich wegen der Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau überstehen. Aber das sind noch nicht harte, zähe Kämpfe. Die größten Leiden sind jene Qualen der bangen, bedrückenden Zweifel, die meine Seele ganz in Dunkel hüllen. Ja, diese von einer inneren Bedrängnis verursachten Leiden mindern meine physische Kraft derart, dass ich dann kaum gehen kann.

Der Böse ließ mir auch am folgenden Tag keine Ruhe. Als ich den Herrn bat, Er möge meinen Verstand erleuchten, damit ich Seinen heiligen Willen erkenne, da steigerte sich die Wut Satans dermaßen, dass es mir graute. Obwohl es am helllichten Tag war, als ich vor dem Altar kniete erregte seine grässliche Gegenwart dennoch Schaudern und Zittern meiner Seele. Wieder bedrängte er mich mit neuen Gedanken: "Weißt du, dass das alles nur deine Einbildung ist? Wenn der Mensch in seinem Leben noch nie etwas Nennenswertes tun konnte, dann trachtet er danach, oft aufzufallen. Denk an die Künstler, die Wissenschaftler! Denk an die Errungenschaften der Technik, die alle von Menschen, aus eigener Kraft, geschaffen sind. Siehst du, zu so etwas bist du nicht fähig wegen der verworrenen Verkehrtheit deiner Gedanken, denen du dich hingibst!"

Das sind schreckliche Qualen! Durch die Braut des Heiligen Geistes flehte ich zum Herrn Jesus, Er möge mich nicht verloren gehen lassen, was für eine große Sünderin ich auch sein möge. Wie konnte ich denn in eine solche Sünde fallen, da ich nicht sündigen will? Dass ich wegen meines Hochmutes leiden muss, das ist grausam bitter, aber mein anbetungswürdiger Jesus, meine gütige Mutter, Euch empfehle ich meine Armseligkeit, hebt mich heraus aus meinen Sünden! Mit großer Qual verrichtete ich den Kreuzweg. Als meine Heilige Stunde beendet war, kniete ich wieder hin zum Altar: "Mein anbetungswürdiger Jesus, ich habe große Angst..." noch lange widmete ich dem Herrn meine stille Aufmerksamkeit in der Erwartung auf Sein Wort. Oder war mein Ringen von Ihm so gewollt? Die furchtbare Angst quälte mich weiter. Die verworrenen Gedanken meines Geistes wurden langsam still. Inzwischen kehrte in meine Seele die sanfte, hauchähnliche und friedenspendende Ruhe des Herrn zurück, und Er ließ auch Seine Stimme hören.

"Fürchte dich nicht! Ich lasse nicht zu, dass dir etwas geschieht! Wenn Satan es könnte, würden er und seine Anhänger dich in Glieder und Staub zerreißen. Sei stark, der Heilige Geist bestärkt dich in deinem Bemühen."

Als ich diese Worte hörte, ging mir plötzlich ein Licht auf. Mir fielen die Worte der Heiligsten Jungfrau ein, die Sie vor einigen Tagen zu mir gesprochen hatte: "Meine kleine Karmeliterin, jetzt brechen wir auf. Mit dem heiligen Josef musst auch du die dunklen, nebligen Straßen von Bethlehem durchwandern. Mit uns wirst du Herberge suchen für Meine Liebesflamme, die Jesus Christus selbst ist. Willst du mit uns kommen? Denn wir gehen erst jetzt aus, um Meine Liebesflamme weiterzugeben. Kraft und Gnade bekommst du von uns."

Hernach geriet ich in eine seelische Verfassung, die mir das Gehen nicht ermöglichte. Aber ich fühlte auch, dass die physische Kraft jetzt überflüssig war. Nur meine Seelenkraft trug mich, in der ich in Begleitung der Heiligsten Jungfrau auf Bethlehems dunklen, steinigen Straßen wanderte. Wir suchten Herberge, aber überall wurden wir abgewiesen.


1. September 1962 – Diene nur Mir!

In diesem außergewöhnlichen Zustand spricht der Herr Tag für Tag mit mir. Heute so: "Meine Tochter, willst du dich ganz und restlos Mir hingeben? Ich, der Gottmensch, bitte dich darum. Ich brauche dich für Meine Erlösungsarbeit. Jetzt verlange Ich vollkommene Hingabe. Entsage dir selbst aus allen Kräften und mit vollem Willen. Diene nur Mir! Für dich existiere niemand und nichts, nur Ich!"

Mein Herr Jesus, mein anbetungswürdiger Christus, Du bittest mich, dass ich nur Dir diene? Könnte ich auch etwas anderes tun als dies? Ich übergebe mich Dir ganz und gar, so wie Du mich darum gebeten hast. Mein Jesus, Dir lebe ich, Dir sterbe ich, Dir gehöre ich für immer und ewig! Wem könnte ich schon angehören, wer würde mich annehmen mit all meinen Sünden, Schwächen und Armseligkeiten? Mein Herr, voller Freude schenke ich mein Leben hin für die Seelen. Mein ganzes Verlangen ist Dein ewiger Gedanke: die Rettung der Seelen... Göttlicher Bildhauer, haue mich nach Deinem Bild und Gleichnis, damit Du mich in der Todesstunde erkennst als das Werk Deiner Hände. O, Du gebenedeite göttliche Hand, die schlägt und zugleich streichelt! Meine Seele brennt vor Sehnsucht, wenn ich an Deine Worte denke, dass Du meine Opfer brauchst. Welche Auszeichnung! Mein anbetungswürdiger Jesus, ich lobe und preise Dich unentwegt!


3. September 1962

"Meine kleine Karmeliterin, Ich möchte mit dir sprechen wie eine Mutter mit ihrem Kind. Ich weiß, dass du wegen Meiner Liebesflamme in großer Sorge bist. Es freut Mich, dass du dies so im Herzen trägst. Höre Mich an! Bald wird der Tag kommen, an dem der erste amtliche Schritt gemacht wird, der schon hätte geschehen sollen. Die vielen Demütigungen, die du für Meine Liebesflamme trägst, die vielen Opfer, die du bringst, sind wie eine Triebkraft zum ersten Schritt. Bitte deinen Seelenführer, sich zu bemühen, Mein Anliegen dem Oberhirten des Landes zukommen zu lassen und dem Stellvertreter Meines göttlichen Sohnes in Rom. Seit der Menschwerdung des Sohnes Gottes gab es eine solche Gnadenzeit noch nie. Die Verblendung Satans ist ein welterschütterndes Ereignis!"


7.-8. September 1962 – Die Gnade einer nächtlichen Gebetswache.

Während der morgendlichen Gebetswache sprach die Jungfrau Mutter Ober die Gnadenwirkung ihrer Liebesflamme mit mir: "Wenn ihr von nun an, du und die dir beigeordnete Schwester, die ihr Meine Liebesflamme schon kennt nächtliche Gebetswache haltet, werde Ich das Gnadenwirken Meiner Liebesflamme über die Sterbenden auf der ganzen Welt ausgießen. Diese gnadenvolle Flamme wird sie von der ewigen Verdammnis retten."

Diese Worte der Jungfrau Mutter vernahm ich mit Freude. Danach entstanden in meinem Inneren heftige Zweifel, ob ich richtig verstanden hätte, was die Heiligste Jungfrau frühmorgens mir sagte? Das ist ja eine riesige Gnade. Wie kann ich sie mir zu eigen machen? Diese Gnade lastet als Zweifel schwer auf meiner Seele. Ob dies meinem Stolz entspringt? Ein anderes Mal empfinde ich, dass die Heiligste Jungfrau dies gar nicht gesagt hätte. Kurz und gut, ich kann mich nicht zurechtfinden. Oder glaube ich deshalb nicht, weil Hochmut mich zurückhält: Man braucht nicht alles zu glauben!?

Der Böse hat mich ganz verwirrt. Mit den Lippen bete ich zwar den Rosenkranz, aber nicht das übliche Gebet, sondern nur: "Ich glaube Dir, wunderbare Mutter!" Ich habe aber das Empfinden, dies nur mit den Lippen zu sagen, mein Herz, meine Vernunft verschließen sich dagegen. Ich möchte über mein Unglauben weinen. Der Böse will mir in die vergangenen und zukünftigen Ereignisse Einblick verschaffen. Mit aller Kraft stemme ich mich gegen seine Einflüsterungen. Heiligste Jungfrau, zerstreue meine Zweifel! Das stört mich sehr, meine Gebetswache verdienstvoll zu halten. Kann und darf ich daran glauben? Im Dunkel meiner Seele gab die Jungfrau Mutter mir keine Antwort. Ich flehte den Herrn Jesus an: "Nur durch Meine Mutter!" war die Antwort. Auf diese Worte hin war ich noch verworrener. Vergebens habe ich mich an Deine Füße gekettet. Erlischt jetzt auch diese Sicherheit in mir? In innerem Ringen, flehte ich weiter: "Mein Herr, Du verlässt mich jetzt?" Und wieder hörte ich die Stimme: "Nicht nur mit den Lippen musst du die wunderbare Macht der Liebesflamme Meiner Mutter annehmen, sondern auch mit deinem ganzen Denkvermögen."

Ja, ich fühlte auch, dass mein Verstand sich dagegen sträubte, trotz meiner Anstrengung. Satan hat meinen klaren Blick getrübt, ich finde keinen Ausweg... Ich möchte wissen, ob ich gegen die Jungfrau Mutter sündige, wenn ich dieses mächtige Wunder im Zusammenhang mit meiner Person nicht annehme? Mein anbetungswürdiger Jesus, was muss ich tun? Komm, schütze mich vor dem Bösen! So, ohne Seelenführer diese schrecklichen Versuchungen durchzustehen und niemand zu haben, an den ich mich wenden könnte! Unter solchen Qualen verging der ganze Tag, stundenlang konnte ich nur sagen: "Wunderbare Mutter, ich glaube dir!"

Noch am selben Tag ging ich zu der mir zugeordneten Schwester, berichtete ihr die neueste Mitteilung der Heiligsten Jungfrau und meine darüber entstandenen Zweifel. Vor dem Herrn Jesus in der Kapelle sprachen wir darüber. Sie hörte es an und zweifelte nicht. In kindlichem Glauben und heiligem Staunen vernahm sie, was ich ihr mitteilte. Ein ihr eigenes kindliches Lächeln war auf ihren Lippen. Ihr Glaube hat auch meine Zweifel zerstreut. Als wir über die auf uns zukommenden Gnaden sprachen, wandte sie sich zum Tabernakel hin und sprach wie an die Heiligste Jungfrau gerichtet: "O, Du mächtige Jungfrau! Und gegen Dich wollen die Menschen noch etwas tun?" Währenddessen waren wir in heiliger Bewunderung ihrer Liebesflamme versunken und haben uns beide vorgenommen, die nächtliche Gebetswache zu halten, damit viele Seelen vor der ewigen Verdammnis gerettet werden. Die mir zugeordnete Schwester gab mir noch gute Ratschläge, die ich demütig annahm. Als wir dann vor dem Altar Abschied nahmen, ahnte sie vielleicht nicht, welche Kraft, welchen Frieden der Herr Jesus meiner Seele durch sie einflößte.


15. September 1962 – Durch deine Kleinlichkeit.

Im Laufe des Vormittages hat sich die Jungfrau Mutter in herzzerreißendem Stöhnen dieser Verdammnis so vieler Seelen wegen des Nichtverstehenwollens, das aus Oberflächlichkeit entspringt, beklagt. Sie tue und gebe alles, aber die ihr geweihten Seelen wehren von sich alles ab. Sie bat, ich solle die Opfer annehmen, die als Früchte der Demütigung die Möglichkeit für die Rettung der Seelen erbringen.

"Meine Mutter, demütig bitte ich um Verzeihung. Ich will nicht wanken, nicht einmal inmitten meiner schrecklichen Versuchungen. Du weißt, weich winzig kleines Staubkörnchen ich bin. Ohne Euch kann ich nichts tun." Sie antwortete darauf: "Dennoch wird die Verbreitung Meiner Liebesflamme durch deine Kleinlichkeit und Unbeholfenheit anlaufen und sanft und ohne Gewalt in Gang kommen. Sei daher voller Aufmerksamkeit und bleibe in Demut verborgen. Ständige innere und äußere Verdemütigungen wirst du ertragen müssen, denn nur so kannst du für die Weitergabe Meiner Liebesflamme dienlich sein."

Die Jungfrau Mutter neigte sich einmal mit gütigen Worten zu mir: "Komm mit Mir! Wir durchwandern mit Meiner Liebesflamme Bethlehems dunkle und nebelige Straßen. Hab keine Angst, der hl. Josef und Ich sind mit dir. Solange wir niemand haben, gehen wir zu dritt."

Die Heiligste Jungfrau lässt mich Ihren Schmerz oft mitfühlen... Es gibt Tage, an welchen ich so intensiv mitleide, dass ich kaum gehen kann. Auch am heutigen Tage durchflutete Sie mich den ganzen Vormittag mit der Gnade gesteigerter Leiden. Mit Tränen in den Augen wandle ich umher, und im Geheimen meide ich die Menschen, um mein großes Leid sie nicht merken zu lassen. Ich habe fast keinen anderen Gedanken, als nur das von mir Verlangte zu tun.

Satan verstärkte auch noch die inneren Bedrängnisse meiner in Schmerz und Leid eingetauchten Seele. In seinem grausamen Hass lässt er Zweifel in mir aufkommen: "Warum vertraut man dies nicht den Oberhirten an? Du bist viel zu unbeholfen dazu. Warum einem so unvernünftigen Geschöpf, wie du es bist? Nur solche glauben an derartige Märchen! Ein vernünftiger Mensch lässt sich mit dir erst gar nicht ins Gespräch ein. Auch der, zu dem man dich schickte, schüttelte die Sache von sich ab. Er durchschaute darin das Unmögliche, darum spricht er mit dir nicht darüber. Strenge dich nicht an, sei vernünftig! Alles ist vergebens!" Sogar im erhabenen Augenblick der Hl. Kommunion wollte er auf mich einwirken. Mit aller Kraft bemühte ich mich, ihn von mir fernzuhalten.

Eines Tages ging ich zum Herrn Jesus mit der Absicht, wegen Müdigkeit nicht lange bei Ihm zu verweilen. Ich betete meinen Psalter und wollte mich verabschieden. Er fragte mich: "Warum beeilst du dich so sehr? Was hast du, was wichtiger wäre als ich? Oder schmerzen deine Knie? Gedenke Meiner, als Ich in die Knie fiel. Ich setzte den Kreuzweg dennoch fort. Bleibe noch bei Mir! Ich bin ohnehin oft allein. Oder sind dir die Worte ausgegangen? Das macht nichts! Lausche auf die Stille. Unsere Herzen mögen gemeinsam schlagen. Unsere Blicke mögen ineinander verschmelzen. Sage Mir nur, dass du Mich auch anstelle anderer liebst und anbetest. Du weißt, du musst immer mit Mir sammeln. In dieser Stille kannst du auch mit Mir sammeln. Auch in der einsamen Nacht, wenn du wachst! Darum belehre Ich dich, damit du die Kunstgriffe erlernst und sie auch anderen beibringen kannst. Der Wille der Seele ist schon Liebe! Die Liebe ist zu allem fähig. Du sollst nur mit der Anstrengung deiner ganzen Kraft wollen. Das Ziel unserer Gedanken sei eins: die Rettung der Seelen vor der Verdammnis! Nur das kann Meine grausamen Leiden lindern. Das soll dir nicht langweilig sein. Erneut sage Ich dir: Leide mit Mir!"

Währenddessen teilte Er mir Seine Schmerzen mit als teures Unterpfand Seiner Gnaden. Ein anderes Mai sprach Er: "Begreife Meinen Schmerz um die verdammten Seelen! Unsere Hände mögen gemeinsam sammeln!" – "Mein Herr, ich kann so wenig sammeln!" – "Meine Tochter, ergänze dies mit deiner Sehnsucht, mit deinen Wünschen, und habe vollkommenes Vertrauen zu Mir."


28. September 1962 – Die Verheißung Mariens über das Montags-Fasten.

Es ist der strenge Fasttag, den ich besonders für die Armen Priesterseelen aufopfere. Der Herr Jesus teilte mir folgendes mit und prägte es mir in mein Gedächtnis ein: "Meine Tochter! Weißt du, womit Ich dich belohne, da du Meine große Sehnsucht nach Seelen stillst? Von jetzt an wird die Seele des verstorbenen Priesters durch das von Mir erbetene Fasten nach dem Tode innerhalb von acht Tagen aus dem Fegfeuer befreit. Und jedermann, der solches Fasten hält, erlangt dieselbe Gnade für eine Arme Seele." (Wenn die Person im Gnadenstand gestorben ist.)

Unter Tränen hörte ich Seinen majestätischen und barmherzigen Worten zu, die so wirksame Hilfe für die Armen Seelen aufzeigte. Meine Seele zitterte, als Er mir diese neue große Gnade mitteilte. Als ich mich nach der Hl. Kommunion anschickte, nach Hause zu gehen, flüsterte Er mir in meinem Inneren zu: "Auch Ich gehe mit dir und bleibe den ganzen Tag bei dir, und unsere Lippen wollen gemeinsam zum Ewigen Vater um Erbarmen flehen."

In tiefer Anbetung sprach ich: "Mein anbetungswürdiger Jesus, dass mir solche Gnaden widerfahren, und ich mit Deinen Lippen gemeinsam den Ewigen Vater anflehen darf!" Auf dem Heimweg war meine Seele in Seine Anbetung versenkt, mein Herz klopfte unter dem Gnadenwirken so heftig, dass ich beinahe zusammenbrach. Da bat ich Ihn: "Mein anbetungswürdiger Jesus, ich sehne mich sehr danach, dass diese Deine große Gnade bald veröffentlicht werde, so dass möglichst viele Menschen Deinen innigen Wunsch wahrnehmen."

Der Herr Jesus bat mich, gesondert niederzuschreiben, wie man den Armen Seelen helfen kann: "Durch das von Mir erbetene strenge Fasten werden die Armen Priesterseelen nach ihrem Tode innerhalb von 8 Tagen aus dem Fegfeuer befreit." (Das strenge Fasten besteht darin, dass man an dem einen Tag nur Brot und Wasser zu sich nimmt.)


29. September 1962 – Die besonderen Gnadentage.

Ich bin ständig mit der Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau beschäftigt. Auch wenn ich in den nächtlichen Stunden ein wenig wach bleibe, flehe ich Sie unentwegt an, ihr stilles Wunder über die Welt bald wirksam werden zu lassen. Als ich frühmorgens in die Kirche kam, schien es mir, als würde die Jungfrau Mutter nur darauf warten, sich mir in der Stille der Kirche mitteilen zu können. "Weißt du, Meine Tochter, wie man diese zwei Tage, den Donnerstag und den Freitag, als besondere Gnadentage erachten muss? Wer an diesen beiden Tagen meinem göttlichen Sohn Sühne leistet, erlangt große Gnaden. Während der Zeit der Sühnestunde wird Satans Macht, je nach Maßgabe der Bitten und dem Einsatz der Sühneseelen für die Sünder abgeschwächt... Man braucht damit nicht aufzufallen. Die Liebe braucht man nicht mit der 'Trommel schlagen'. Sie lodert in der Tiefe der Herzen und geht auch auf andere Seelen über... Ich will, dass man nicht nur meinen Namen kennt, sondern auch die Liebesflamme meines mütterlichen Herzens, das für euch schlägt. Das Bekanntmachen dieser flammenden Liebe habe ich dir anvertraut. Darum sei sehr demütig! Eine so große Gnade wurde nur wenigen zuteil. Schätze diese Gnade hoch. Unter allen Gnaden gib deinen Vorzug den äußeren und inneren Verdemütigungen. Halte dich für ein Nichts, das sei deine bedeutsamste Übung! Stelle sie niemals ein. Dies muss sogar nach deinem Tode zu Geltung kommen. Deshalb bekamst du die Gnade der äußeren und inneren Verdemütigungen. So bleibst du treu bei der Weitergabe Meiner Liebesflamme, Verwende dazu jede Gelegenheit, suche sie auch aus eigenem Antrieb, denn was du suchst, das vertieft deine Demut noch mehr."

Als die Heiligste Jungfrau Ihre mütterliche Belehrung beendet hatte, ward mein Herz von tiefer Demut erfüllt. Die Heiligste Jungfrau ließ mich gefühlsmäßig erfassen, dass Sie, obwohl mächtig, dennoch demütig und bescheiden war. Diese Mitteilung ließ die Jungfrau Mutter mir deshalb in gesonderter Form zukommen, weil Ihre Bitte durch mich – eine Botschaft für alle ihre Kinder ist, die unmittelbar, in erster Front Ihre Liebesflamme verbreiten. In diesen Tagen erfuhr ich die Anschrift von Pater X. Ich besuchte ihn im Krankenhaus. Die dort anwesende Krankenschwester erlaubte mir nur fünf Minuten Besuchszeit. Das waren schwere Augenblicke. Ich bat die Schwester, uns für einige Minuten allein zu lassen. Sie entfernte sich. Ich fragte den Pater, ob er mich kenne. Er erkannte mich aber erst, als ich ihn an mein Anliegen erinnerte. Dann erwähnte ich die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau, wovon er schon früher Kenntnis hatte. Ich bat ihn, wenn möglich, die Botschaften zu lesen. "Meine Tochter, ich kann weder das Brevier beten, noch die mir zugesandten Briefe lesen!" sagte er. Nach einigen stillen Augenblicken blickte er mich mit halb geöffneten Augen an, und ich empfand durch Gottes Gnade, dass seine Augen das Licht nicht mehr von dieser Welt schöpften, sondern nur Gottes Anschauung (Licht?) reflektierten. Mit leiser Stimme sprach er zu mir: "Meine Tochter, ich bin ein Opfer. Ich habe mich vollkommen dem Herrn Jesus und Seiner Heiligsten Mutter übergeben, ich habe keinen Willen mehr. Sie mögen mit mir tun, wie Sie wollen!"

Daraufhin teilte ich ihm mit, was die Heiligste Jungfrau mir damals sagte, als die Ärzte ihn aufgegeben hatten: "Meine Tochter, er wird bald geheilt werden, aber für nicht lange Zeit." Ich fragte den Pater, was ich mit der Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau tun solle? "Ich, meine Tochter, kann nichts tun. Wenn die Heiligste Jungfrau sie mir anvertraut hätte, das wäre etwas anderes, aber so kann ich nichts tun." Er sagte noch, ich solle Vertrauen haben, die Heiligste Jungfrau werde alles erledigen. Er, seinerseits, tue alles ihm Mögliche. Er bete und opfere seine Leiden für den Erfolg des Anliegens auf. Unter der Last des Seelenschmerzes, der schon seit Monaten an meiner Seele zehrte, war ich im Begriff zusammenzubrechen. Ich sagte dem Pater, dass auch ich viel leide und es wie eine lebende Leiche trage. In diesem Augenblick öffnete die Schwester die Tür, und der Pater übte Gehorsam. "Meine Tochter, ich werde dir jetzt einen innerlichen Segen geben. (Einen von Herzen gewünschten und von seinem persönlichen Wohlwollen begleiteten Segen.) Als er seine Hand zum Segen erhob, drückte ich diese plötzlich in Ehrfurcht an meine Lippen, vielleicht ein letztes Mal Ich dachte, auch wenn er wieder gesund werden sollte, könne ich nicht sicher sein, ob ich ihn noch einmal sehen werde. In diesem Augenblick kam die Schwester zum Bett: "Bitte, den Besuch zu beenden!"

Ich ging hinaus zur Ewigen-Anbetungs-Kirche. Eine tiefe Finsternis übermannte meine Seele. Unterwegs zum Gotteshaus warf mir der Satan in böswilligem Gelächter seine Schmähworte ins Gesicht. Ich warf mich vor dem Allerheiligsten nieder: "Mein anbetungswürdiger Jesus, ich komme jetzt zu Dir, um mich zu beklagen. Du weißt schon, was mir am Herzen liegt, dennoch sage ich es Dir. Weißt du, was der Pater gesagt hat? ... Mein Jesus, immer wieder bitte ich Euch. Ich bin so elend und doch vertraut ihr mir diese weltbedeutende Angelegenheit an. Ach, ich Unfähige, Unbeholfene, wie gerne möchte ich diese einer anderen, dafür würdigen, reinen Seele übergeben! Herr, ich bin es nicht würdig!" So flehte ich den Herrn Jesus an. Währenddessen wollte Satan mit aller Kraft mich in seine Macht ziehen: "Endlich habe ich gesiegt! Ich habe es dir gesagt, dass außer dir niemand so dumm ist, deine unmenschlichen und gottlosen Gedanken weiterzugeben. Warum hörst du nicht auf mich? Ich sagte dir ja immer, ich meine es gut mit dir! Du aber willst nur deinen Dummkopf durchsetzen! Jetzt wirst du aber hoffentlich zur Besinnung kommen. Diese Lektion wird die Hülle deiner Unfreiheit endgültig abwerfen. Sage mir, warum willst du um jeden Preis besser sein als die anderen?" Ich war nur noch für die Stimme des Bösen empfänglich. Er hielt meine Seele in undurchdringliche Finsternis. Ich kniete vor dem Allerheiligsten nieder und kämpfte mit mir: "Was soll ich jetzt tun? Mein Herr, verlass mich nicht! Reinige und ordne meine Gedanken!"


1. Oktober 1962 – Wir müssen auf dem Kalvaria ankommen.

Heute hat der Herr Jesus erneut gesprochen: "Du leidest, nicht wahr? Leide nur für Mich, das ist Mein Geschenk. So etwas bekommst du nur von Mir. Aus reiner Liebe trage sie, seien es körperliche oder seelische Leiden. Du weißt, was Ich gesagt habe: Wir müssen auf dem Kalvaria ankommen. Aber unsere Schritte müssen gemeinsam gehen! Wenn du fühlst, du wärest alleine, dann lasse Ich das nur deshalb zu, damit du Verdienste hast, die du für deine Fehler und die der Mir geweihten Seelen aufopferst. Wegen deines Seelenführers sei nicht ungeduldig! Jetzt gebe Ich dir Anweisungen, höre du nur auf Mich. Ich bin bei dir, auch wenn Ich dich im Dunkel der Zweifel lasse. Vergiss nicht, als Ich im Schiff schlief, rügte Ich auch die Jünger wegen ihrer Kleingläubigkeit. Es kostet Mich nur ein Wort, und Ruhe und Licht kehren in deine Seele ein. Von Fall zu Fall kann es (das Wort) von anderen kommen. Nimm es an, von wem es auch kommt, sei die Person noch so armselig, durch die Ich zu dir spreche. Erneut sage Ich dir, das tu Ich, damit deine Demut wachse. Sei nicht besorgt wegen deines Seelenführers. Hab' Vertrauen zu Mir! Überlasse dich Mir ganz, das ist das Wichtigste! Meine kleine Sonnenblume, lass dich reifen durch Leiden und Schmerzen. Erschrick nicht vor den Leiden, die deine Seele oft durchziehen. Ich lasse sie zu, um dich daran zu gewöhnen, denn dadurch gehen und sammeln wir gemeinsam."


2. Oktober 1962

"Meine liebe Karmeliterin! Deine ständige Treue, die du durch deine Opfer Mir und Meinem Erlösungswerk widmest, bist du auf dem Weg des Martyriums vorgerückt. Hab' keine Angst, unsere Schritte gehen gemeinsam, und, wie sehr es auch schmerzt, wir gehen gemeinsam! O, meine Tochter, Ich gebe dir die Fülle Meiner Gnaden, weil Mein Herz von Liebe überströmt, Ich bin im wahrsten Sinne verschwenderisch. Für deine Anstrengungen überhäufe Ich dich mit tausendfachen Gnaden. Würden Mich doch viele solche Seelen lieben! Welche Freude hätte ich, wenn Ich vielen solchen Seelen die Fülle Meiner Gnaden gewähren könnte!" – "Mein anbetungswürdiger Jesus! Nimm an mein einziges Gebet, das die ganze Sehnsucht meines Herzens Dir offenbart: Ich liebe Dich sehr, sehr!"


3. Oktober 1962

Nach dem Mittagessen blieb ich in der Stille des Esszimmers und grübelte. Der Herr überraschte mich. In Güte sprach Er seine kraft und trostvollen Worte: "In deinem Herzen sei Licht! Sei demütig. Dein Verstand nehme die Erfüllung Meines Willens an. Wisse, wenn Ich zu dir spreche und dies in deiner Seele Widerstreben hervorruft, dann kannst du daraus erkennen, dass es Mein Wille ist."

Schon seit zwei Tagen drängt mich der Herr Jesus erneut zu versuchen, die Liebesflamme Seiner Heiligsten Mutter wieder in Lauf zu bringen, und zwar dort wo ich schon einmal zurückgewiesen wurde. Auf diese Worte hin bebte mein Herz. Alle meine Glieder durchzog ein schneidender Schmerz, sie waren derart durchdrungen von Misserfolg, von schroffer Zurückweisung und Verdemütigung. Inzwischen überlegte ich mir, ob das die Stimme des Herrn Jesus in meiner Seele wäre. Als ich zögerte, nahm ich die Stimme des Herrn Jesus in der Tiefe meiner Seele wahr. "Du musst dich verdemütigen, gleichwo und gleichwie es auch ausfallen mag."


4. Oktober 1962 – Die göttliche Sonne wandte sich zu dir.

An diesem Tag sprach wieder die Heiligste Jungfrau: "Erinnere dich: Ich sagte, wir müssen hinaus in Bethlehems dunkle, schmutzige, von Lärm erfüllte Straßen, um für Meine Liebesflamme eine Herberge zu suchen. Meine kleine Karmeliterin, du kommst mit mir und dem hl. Josef. Die Liebesflamme Meines Herzens sucht Herberge. Übernimm die Sorge und die Liebe Meines mütterlichen Herzens, mit denen auch Ich mit dem hl. Josef verdemütigt in der dunklen Ungewissheit Herberge suchten. Jetzt musst du dich auf den Weg machen, still, ohne Klage, verdemütigt, unverstanden und erschöpft. Ich weiß, das ist schwer. Aber dein Erlöser ist mit dir. Auch Mir hat das Kraft gegeben. Der hl. Josef begleitet dich, bitte ihn nur. Er ist gütig, bitte nur um seinen mächtigen Schutz."

Als ich bei einer Nachmittagsandacht vor ausgesetztem Allerheiligsten kniete, überraschte mich der Herr Jesus mit Seinen Worten: "Heute bist du sehr zerstreut. Du hast Mir deine Seele nicht viel zugewandt. Warum beachtest du Mich nicht? Zumal Ich deiner Worte und dem Schwingen deiner Seele so gerne lausche." – "Verzeih mir, mein lieber Jesus!" Da ich reueerfüllt in Ihn versunken war, begann die Andacht. In tiefer Huldigung schaute ich zu dem in der schneeweißen Hostie verborgenen Herrn auf. In diesem Augenblick rührte sich die Monstranz und bewegte sich ein wenig auf mich zu. Die grenzenlose Liebe des Herrn durchflutete mein Herz. Mit geschlossenen Augen, in tiefer Demut, im Bewusstsein meines Nichts opferte ich mich selbst Ihm auf, denn ich konnte Ihm nichts anderes geben. Er sprach bewegt zu mir:

"Siehst du, die göttliche Sonne wandte sich zu dir, weil du dich nicht zu Ihr gewandt hast. Du warst in Gedanken an ganz unnütze Dinge verloren; nun hole Ich dir zugewandt deine Versäumnisse ein. Jetzt lenke deine Gedanken auf Mich. Sammeln wir gemeinsam! Jedes Tröpflein Öl ist notwendig. Deine öligen Körner können nur im Strahl der göttlichen Sonne zur reichen Frucht reifen. Diene Mir! Du weißt, vieles ist zu tun, aber der Arbeiter sind wenige. Bleibe stets mit all deinen Kräften in Meinem Erlösungswerk. Da du erst spät zur Arbeit berufen wurdest, wird dein Lohn nicht geringer sein als desjenigen, der früher eingesetzt wurde. Natürlich verlange Ich stetigen Fleiß und unentwegte Treue, die bis zum Grab anhalten muss. Nur so kannst du auch von oben helfen. Unsere Hände werden auch dort gemeinsam sammeln."

Am nächsten Tag beklagte sich der Herr in der Kirche: "Die Mir geweihten Seelen bereiten Meinem Herzen große Schmerzen. Auf Schritt und Tritt folge Ich ihnen. Sie merken Mich jedoch nicht; sie fragen nicht, wohin Ich gehe. Ich sehe ihnen zu, wie sie gelangweilt in abgestumpftem Müßiggang nur ihre Bequemlichkeit suchen, Mich nicht beachten, müßig dahinleben. Sie klammern sich an alle Möglichkeiten, hinter denen sie sich feige verdrücken können. Sich selbst täuschend, tun sie, als wären sie von Mir nicht beauftragt . Ach, ihr Unglücklichen, wie werdet ihr einst über die verschwendete Zeit Rechenschaft ablegen? Fordert nicht, dass ich Meine heiligen Hände zum Fluch erhebe! Ich Selbst bin die Liebe, die Güte, das Verständnis, das Opfer, das Heil, das ewige Leben. Und ihr wollt das nicht? Wurde Mein gekreuzigter, blutüberströmter Leib vergebens erhöht? Ihr Blinden und Herzlosen! Seht ihr nicht, was Ich für euch getan habe? Bewegt es euer Herz nicht? Wollt ihr nicht mit Mir gehen, mit Mir sammeln? Schlägt euer Herz nicht mit Mir? Empfindet euer Innerstes nicht mit Mir? Habe Ich Mein Herz vergebens geöffnet? Die Fülle Meiner Gnaden lasst ihr in die Brüche gehen? Braucht ihr Meine Gefühle nicht? Wollt ihr nicht das sanfte und milde Schlagen Meines Herzens hören? Wollt ihr, dass Ich mit donnernder Stimme euch zurufe: Warum steht ihr hier so untätig?

Seid nicht anspruchsvoll! Wohin Ich euch gestellt habe, dort stellt euren Mann, fest und hingebungsvoll. Ich habe alles erdacht, um für euch leiden zu können. Ihr Bequemen, ihr zeigt keine Bereitschaft, ihr könnt euch nur entschuldigen. Darin besteht euer Leben. Nehmt doch endlich das Kreuz auf, welches auch Ich umarmte, lasst euch kreuzigen, wie Ich Mich kreuzigen ließ! Sonst werdet ihr kein ewiges Leben haben.

Meine kleine Sonnenblume! Du hast Meine vielen Klagen gehört. An der Wärme deines Herzens wärme auch Ich mich auf. Ich bin so einsam! Bleibe lange bei Mir! Unsere Herzen mögen gemeinsam schlagen. Dieses erhabene Gefühl sei der Lohn für deine Treue. Unser Innerstes fühle gemeinsam. Welche Freude ist das für Mich! Versenke dich in Mich, ins Meer Meiner Gnaden. Ich gebe dir diese Gnade, du hast sie ja verlangt. Meine kleine Karmeliterin, bitte nur! Ich teile mit Freuden Meine Schätze aus, die du in der Stunde deines Todes einlösen kannst. Dein Lohn wird dem Maß deiner Leiden entsprechen, so denkst du! O, nein! In irdischen Worten ist es nicht auszusprechen, was Ich für euch bereithalte. Ich warte auf den Augenblick, da du ankommst. Und mit reichen Geschenken erwarte Ich dich. Mein Herz wird pochen, und die vielen Armen Seelen, die durch deine Opfer befreit wurden, werden dich mit bebendem Herzen erwarten. Als deine guten Freunde erwarten sie die Begegnung mit dir. Lebe dich ein in diese grenzenlose Freude! Nichts soll dich daher ermüden, was du für Mein Erlösungswerk tust. Unsere Augen verschmelzen sich, in Meinen blutüberströmten Augen wirst du das Schmachten Meines Herzens nach Seelen sehen. Sammle mit Mir, Meine Tochter! Ich habe in dein Herz die Sehnsucht nach Seelen eingesenkt und steigere sie immer mehr. Nütze auch du alle Möglichkeiten!"


5. Oktober 1962 (Erster Freitag) – Sei du das Fenster Meiner Kirche.

"Meine Tochter! Mein Herz erwartet heute alle Seelen mit Freude. Meine besonderen Gnaden gieße Ich über euch aus, nützt nur die Gelegenheiten, durch die Ich Meinen großen Reichtum verteilen kann. Meine Tochter, sei du das Fenster Meiner Kirche, von dem ein Glänzen und Leuchten Meiner göttlichen Gnaden ausgeht. Damit es auch so sei, dafür musst du dich ständig einsetzen. So könnte die göttliche Sonne immer und hauptsächlich auf jene scheinen, die in Meiner hl. Kirche dir nahe stehen. Das Licht deines Fensters gibt das Licht durch Meinen Schein weiter. In deiner Nähe soll man den Schein Meiner göttlichen Sonne durch dich auf alle spüren. Auch das vermehrt in den Seelen die Wirkung Meines Erlösungswerkes."

Dies hat der Herr Jesus mir nach der Hl. Kommunion gesagt. Zur selben Zeit begann auch die Heiligste Jungfrau in liebevoller, mütterlicher Güte zu mir zu sprechen: "Meine kleine Tochter! Ich ziehe dich ganz an Mich. Meine dir anvertraute Liebesflamme wirft ihren Strahl zuerst auf dich. Das wird sich auch im Himmel fortsetzen. Deine mit großem Eifer gesammelten Öltropfen segne Ich mit Meiner mütterlichen Hand. In mütterlicher Liebe erwarte Ich dich, Wenn du bei Uns ankommst. Ach, Meine kleine Karmelitin, deine durch Leiden ausgepressten Öltropfen werden in die auf Erden leer gebliebenen, flackernden Seelenlämpchen fallen und von Meiner Liebesflamme entzündet werden. Du hast also deinen Platz neben Mir, damit wir gemeinsam die Seelen retten bis ans Ende der Welt."


6. Oktober 1962

Während der Hl. Kommunion bedrückte mich wieder das Fehlen eines Seelenführers. Der Herr Jesus sprach voller Liebe zu mir: "Sei geduldig! Der Wert deiner Leiden sei dir klar. Ich sage dir, warum Ich dir den Seelenführer fernhalte. Opfere deine Leiden dafür auf, dass sich viele gute Seelenführer finden. Auch dich lasse Ich erfahren, wie schmerzlich das für viele Seelen ist. Erbitte viele Gnaden um heiligmäßige Beichtväter. Wie viele Seelen kämen Mir dadurch näher, würden mit Mir vertrauter, wenn die Seelenführer mit mehr Verständnis und geduldiger Opferbereitschaft die Seelen führen würden! Auch das gehört zu deiner Missionsarbeit. Bringe viele Opfer dafür! Unsere Hände mögen gemeinsam sammeln." (Und Seine Stimme war ein liebes Flehen.)


9. Oktober 1962 – Gib uns den Frieden!

Als ich heute beim Heiland war, erfüllte Er meine Seele mit der Freude Seines Herzens: "Wie gut, dass du gekommen bist! Ich warte schon auf dich! Ich sagte dir schon ein anderes Mal, lass dich in Mich wie ein Tropfen Wasser in Wein versenken. Ich bin der Wein, du das Wasser. Wenn du dich so mit Mir vereinigst, wirst du wie ein Nichts und Ich regiere in dir. Mein Leib und Blut schenkt euch Kraft und Leben. Weiche Freude wird Mir zuteil, wenn Meine belebende Kraft von vielen in Anspruch genommen wird! Sammle mit Mir!"

Betrübten Herzens habe ich mich beklagt, dass der Böse den Frieden unserer Familie schon wieder angefochten hat... Gib uns den Frieden! Ich bat Ihn um Seine reiche Gnade, dass auch meine Kinder alle im Gnadenstand seien. Er ließ mich Seine liebe und tröstende Stimme hören: "Du wirst am Sterbebett jener deiner Kinder stehen, deren Tod du vom Himmel aus sehen wirst. Deine Öltropfen fallen in ihre leeren Öllämpchen und werden von der Liebesflamme Meiner Heiligsten Mutter entzündet. Diese große Gnadenwirkung wird ihre Seelen von der ewigen Verdammnis retten. Sie werden dann das zarte Streicheln deiner mütterlichen Hand spüren. Dann wirst du den großen Wert deiner erduldeten Leiden erkennen. Sie werden dort erfassen, wieviele Opfer du für sie gebracht hast. Im Augenblick ihres Todes werden sie deine helfende Hand spüren und dein verdienstvolles Leben, das sie jetzt hier auf Erden nicht bewerten."

Ein anderes Mal versuchte mich Satan auf grausame Art. Ich konnte meine Gedanken kaum auf Gott konzentrieren. Er redete mir klug zu: "Strenge dich nicht an, du kommst doch nicht ans Ziel! Du siehst, niemand nimmt sich deiner Sache an! Nur deinem Eigensinn verdankst du deine sinnlosen Anstrengungen." Während dieser ungeheuerlichen Anfechtungen bat ich den Heiligen Geist: "Geist des Verstandes, der Stärke und der Weisheit, komm auf mich herab, nimm mich an als Dein Eigentum!" Da brüllte der Böse in der Tiefe meiner Seele: "Nur in deinem freien Willen ist die Stärke, die Weisheit, der Verstand. Warum lebst du nicht mit deinen menschlichen Rechten? Du bist nicht schlecht, nur fürchterlich eigensinnig... Sei stark und lass dich von deiner Eitelkeit befreien! Du musst einsehen, dass du dein Ziel niemals erreichen wirst, dass du unentwegt nur Schande erntest... Nach so vielen Misserfolgen komm endlich zur Vernunft! Lebe ein stilles, bequemes Leben! Warum quälst du dich? Du bekommst ohnehin keinen Lohn dafür!


11. Oktober 1962 – Ich rechne auch jetzt mit ihrer Liebe.

Der Herr Jesus: "Meine kleine Karmelitin! Schreibe nieder, was Ich dir jetzt mitteile, und leite es weiter an jene, die es wegen ihrer Berufung zur Orientierung notwendig brauchen. Zur Zeit leiden sie sehr daran, dass ihre Aktivität eingeschränkt wird, sie sollen es als Sühne für die Seelen aufopfern. Alle Seelen, die sich in irgendeiner Form Mir geweiht haben und zur Zeit keine äußere Aktivität ausüben können, sollen sich nach innen wenden, ihr Seelenleben vertiefen. Es wird für sie und auch für die Seelen wunderbare Früchte bringen. Ich rechne auch jetzt mit ihrer Liebe. Ich sehne Mich danach. Könnten sie doch Meine Seufzer hören, die Ich für sie ausstoße! Helft Mir das Kreuz tragen, es ist so schwer! Lasst Mich nicht allein! Ich habe euch berufen, weil Ich euch brauche. Jetzt erst recht ist die Gelegenheit da, für Mich Zeugnis abzulegen. Seid nicht träge! Schaut auf Mich, auf Mein Kreuz! Weiche Bequemlichkeit habe Ich Mir erlaubt? Rührt euch das nicht? Oder seid ihr Meine Güte schon so gewöhnt, dass ihr sie nicht schätzt? Ach, ihr Lauen, was kann auf euch noch wirken, wenn ihr an Meinem Kreuz abgestumpft vorbeigeht! Auch ihr, die Ich euch an Meinem Herzen erwärme und trotz eurer Untreue liebend zu Mir rufe! Kommt zu Mir, auch euch habe Ich vom ewigen Tod errettet! Oder wollt ihr nicht mit Mir leben? Genügt euch die irdische Vergänglichkeit? Ach, merkt doch den Kummer Meines schmachtenden Herzens! Ihr habt einen freien Willen. Ich möchte, dass ihr durch euren freien Willen zu Mir kommt. Meine kleine Karmelitin! Schreibe Meine klagenden Seufzer nieder. Vielleicht werden sie die harten Herzen brechen. Und wenn es nur wenige sind, hast du dann schon gute Arbeit geleistet. Unsere Lippen mögen gemeinsam zum Ewigen Vater flehen!"


13. Oktober 1962 – Liebesdienst an den Armen Seelen.

Schon seit einigen Tagen spricht der Herr Jesus zu mir. Ich habe es nicht niedergeschrieben, nicht immer habe ich die Möglichkeit dazu. Heute früh verweilte ich in stiller Einsamkeit in der Kirche. Ich betete für die sterbenden Priester. Der Herr Jesus flüsterte gerührt in mein Ohr: "Unsere Hände mögen gemeinsam sammeln."

Ich habe um das Gnadenwirken der Liebesflamme gebeten, auch für die Armen Seelen; währenddessen ließ mich der Herr Jesus fühlen, dass jetzt eine Arme Seele in den Himmel eingegangen war. In meiner Seele habe ich eine unbeschreibliche Erleichterung empfunden. In diesem Augenblick war meine Seele in das unermessliche Glück der vor Gottes Angesicht tretenden Seele versunken. Dann habe ich mit der größten Konzentration meiner Seele für die sterbenden Priester gebetet. Inzwischen belastete ein Gefühl der Bedrängnis mein Inneres. Das sind Leiden, die der Herr Jesus zulässt, damit ich mit Ihm sammle. Während ich so versunken war, überraschte mich der hauchähnliche feine Seufzer der Jungfrau Mutter:

"Meine Tochter, dein Mitleid mit den Armen Seelen hat mein mütterliches Herz gerührt. Ich erwerbe dir diese Gnade: Wenn ihr euch auf die Liebesflamme Meines Herzens berufend drei Ave Maria betet, wird eine Arme Seele aus dem Fegefeuer befreit. Im Monat der Armen Seelen (November) befreit ihr für jeweils ein Ave Maria zehn Arme Seelen aus dem Fegfeuer. Auch die Armen Seelen sollen das Gnadenwirken der Liebesflamme Meines mütterlichen Herzens erfahren."

Bemerkung: Dass Gott ein Recht hat, die Bedingungen Seiner Gnadengaben in Zahlen auszudrücken, geht auch aus der Hl. Schrift hervor. Betrachten wir den Fall Naaman (2. Kön 5,1 14), wo der Prophet lisäus als Bedingung für seine Heilung sich ganz bewusst der Zahlen bediente, obwohl diese nicht durch Zahlen bewirkt wurde. Wozu das siebenmalige Eintauchen im "schmutzigen" Wasser des Jordans? Hätte ein fünfmaliges, oder sogar ein dreimaliges nicht gereicht? Oder auch nur ein einmaliges? Nicht das x-malige Eintauchen war es, was seine Heilung bewirkte, sondern der demütige Gehorsam Naamans, trotz Widerwillens. In unserem liturgischen Leben ist es nicht selten, dass eine verheißene Gnade in Zahlen ausgedrückt ist. Die bekanntesten sind die 9 Herz-Jesu-Freitage und die 5 Herz-Mariä-Samstage. Beide beruhen auf Privatoffenbarungen, die jeweils noch größere Verheißungen beinhalten als die hier mitgeteilten.

Wahr ist, dass Zahlen auf übernatürlicher Ebene einen anderen, tieferen Sinn erhalten. Wir Menschen obliegen immer der Gefahr, unser irdisches, vom 'Geschäft und Handel' verseuchtes Denken auch auf das übernatürliche zu übertragen, wobei der Himmel mit den Zahlen etwas anderes ausdrücken will. Vielmehr müssten wir darauf bedacht sein, nach der Aussageabsicht des Himmels zu suchen.

In oben genannter Verheißung liegt der tiefe Sinn der Zahlenangabe nicht in mathematischer Auslegung, sondern in der Liebe. Wieviele unnütze Gedanken um das eigene "Ich" beschäftigen uns nur an einem einzigen Tag! Wieviele mechanische Handlungen verrichten wir täglich! Weich großartiges Angebot zur Selbstdisziplin, zur inneren Sammlung bietet sich hier an, den Armen Seelen durch eine liebende Hinwendung zu helfen! Sie würden uns für diesen Liebesdienst bestimmt sehr dankbar sein, denn die zur ewigen Anschauung Gottes gelangten Seelen helfen uns dann in unserem Bemühen um die Rettung der Seelen.

Wenn die Mutter Gottes sich der Zahlen bedient, so nur deshalb, um uns zu veranschaulichen, wie wenig von unserem Einsatz dafür verlangt wird, mit dem wir den Armen Seelen helfen können. Sie will uns dadurch ermuntern, aneifern, diesen Liebesdienst stets vor Augen zu halten. Das Zählen der Aves überlassen wir ruhig der Mutter Gottes! (Dass es richtig ist, dieses Thema so auszulegen, wird durch den Eintrag vom 17. Juli 1964 nur bestätigt und bestärkt.)


15. Oktober 1962 – Die Liebe macht das Opfer leicht.

Der Herr Jesus wandte sich mit traurigen, ja flehentlichen Worten an mich: "Meine kleine Tochter, komm, neige dein Haupt zu Mir, und wir besprechen, was dir schwerfällt. Sind es die vielen Opfer, die du für Mich bringst?"

Er zählte meine Schwierigkeiten der Reihe nach auf, mit denen ich mich herumschlug, und fragte mich: "Willst du darauf verzichten? Die Versuchungen, unter denen du viel leidest, sollen dich nicht fernhalten von Mir. Wir leiden gemeinsam. Auch Ich wurde vom Satan versucht, du kannst dich nicht für mehr halten als dein Meister. In deinem Leben steht noch keine abgeschlossene Arbeit."

Seine Worte drangen tief in meine Seele ein. Er versprach, mir eine besondere Stärke zu verleihen, ich solle mich nur weiter abmühen... "Worauf es ankommt, das Ist der ständige Kampf."

Er sprach noch über vieles, aber ich kann es nicht niederschreiben. Seine große Güte hatte mein Herz bewegt, so sprach ich zu Ihm: "Mein anbetungswürdiger Jesus, Du weißt: Der Geist ist zwar willig, aber der Leib ist schwach." Daraufhin spendete Er meiner Seele die Stärkung Seiner Gnade.

Er sprach zu mir, als wäre Er ein Mensch: "Siehst du, so sieht Mein Reichtum aus! Ich bin auf dich angewiesen. Darum gebe Ich dir viele Gnaden. Jetzt wollen unsere Hände gemeinsam sammeln, denn in unseren Gedanken sind wir einig, und in unserem Innersten empfinden wir gemeinsam Gleiches. Siehst du, wie wesentlich unser Gebet ist! Meine kleine Tochter, wenn es viele solche Seelen gäbe, mit denen Ich so sprechen kann, dann würden auch Meine Klagen abnehmen. Ich bitte dich, nütze die Gelegenheit und bitte unseren Himmlischen Vater, dass Ich von vielen Seelen verstanden werde. Ich weiß, für viele ist das nicht leicht. Aber die Schwierigkeiten hören auf, wenn ihr ganz in Meine Nähe kommt. Wenn ihr dann bei Mir, neben Mir seid, dann wird alles einfacher für euch. Die Liebe erleichtert eure Bereitschaft zum Opfer."

Einmal überflutete Er meine Seele mit Seinem göttlichen Licht. Er sprach Ober vieles zu mir, aber ich bin nicht imstande etwas davon niederzuschreiben, nur so viel: "Und das Wort ist Fleisch geworden. Lass dich durchdringen von diesem großen und erhabenen Geheimnis, das die Erlösung der Welt bedeutet!" Meine Erwägungen im Zusammenhang mit diesen Worten kann ich nicht in Worte fassen. Monatelang habe ich über dieses unergründliche Geheimnis nachgedacht.


18. Oktober 1962 – Wundere dich nicht, wenn Meine Liebe immer nur in den Leiden zur Geltung kommt.

"Meine Tochter, du meinst, die Leiden, die Ich dir in den vergangenen Tagen schickte, wären reichlich viel. Ich bitte dich, übertreibe nicht! Ertrage sie nicht nur für deine Familie, sondern für alle Familien im ganzen Lande. Wutschnaubend wiegelt nämlich Satan die Familien auf. Leiden wir gemeinsam! Ich leide mit dir, und du leidest mit Mir. Ich liebe dich sehr und lasse dich nicht ohne Leiden. Umarme auch du Mich. Liebe nur Mich, diene Mir treu und wundere dich nicht, wenn Meine Liebe immer nur in Leiden zum Ausdruck kommt. Meine Tochter, die überströmende Liebe Meines Herzens würdigt dich zu leiden. Nur so kannst du viele Seelen retten. Du bist eine Mutter und kennst die Art und Weise der Zerstreuung in den Familien. Wirf dich dafür in den Schmelztiegel der Leiden! Wie viele Sünden häufen sich gegen Mich auf, wenn die Familien zerstreut sind! Sühne und leide für sie! Versäume nicht die kleine Gelegenheit dazu! Die Gedanken unseres Geistes seien eins! Betrachte klar den Wert deiner Leiden! Überlege, wie nur wenige mit Mir sammeln. Weißt du, warum? Es gibt nur wenig opferbereite Seelen, vor allem wenig beharrliche. Ohnedies aber können sie sich für das Ausströmen Meiner Gnaden nicht verdienstlich machen."

Während Er so sprach, nahm ich mein bescheidenes Mittagessen ein. Am Donnerstag und Freitag faste ich nämlich bei Brot und Wasser, so wie der Herr es von mir erbeten hat und opfere es auf für die 12 Priesterseelen und zur Sühne. Da setzte sich der Herr Jesus im Geiste neben mich und redete weiter: "Wie wohl Mir das tut! Ich habe ohnehin selten Anteil an einem solch innigen Mahl. Es gibt wenige opferbereite Seelen, die Meine Wünsche im Auge behalten."

Während wir das Brot aßen, war meine Seele von Seinem innersten Mitempfinden durchdrungen. Dann hauchte Er Seine gnadenvolle Worte. "Unser Innerstes empfinde gemeinsam, denn dann werden auch unsere Hände gemeinsam sammeln."

Als wir unser Brot verzehrten, beschäftigten wir uns gegenseitig mit den Gedanken des anderen. Darauf Er: "Was würde Ich dir nicht geben? Bitte, bitte nur! Deine bescheidene Mahlzeit belohne Ich mit reichlichen Gnaden. Das Überströmen der Gnade Meines Herzens schenke Ich denen, die Meine hilfesuchenden Hände ergreifen. (In begeistertem Ton sprach Er dies zu mir.) Jetzt erfülle ich dein Herz mit dem majestätischen Empfinden Meiner Gottheit. Sammeln wir so viel wie möglich!"


19. Oktober 1962 – Meine Liebesflamme kann ich nicht länger in Mir verdrängen...

Die Heiligste Jungfrau führte das Gespräch in der Kirche: "Meine Tochter, Meine Liebesflamme ist so entbrannt, dass Ich nicht nur Ihr Licht, sondern auch Ihre Wärme in voller Kraft auf euch zu übertragen wünsche. Meine Liebesflamme kann Ich nicht mehr länger in mir verdrängen, mit ausbrechender Kraft strömt Sie euch zu. Diese meine überströmende Liebe sprengt den Hass der Hölle, der die Welt im Banne hält, damit umso mehr Seelen vor der ewigen Verdammnis gerettet werden. Ich sage dir, so etwas gab es noch nie. Das ist mein größtes Wunder, dass Ich jetzt an euch wirke. (Und sie bat flehentlich, Ihre Worte nicht missverstehen.) Meine Worte sind doch klar und vernünftig; ihr dürft sie nicht umändern und fehldeuten, denn ihr tragt große Verantwortung dafür. Stellt euch an zur Arbeit, seid nicht untätig! Ich helfe euch auf eine Weise, die einem Wunder gleicht, das ihr ständig wahrnehmen werdet. Habt Vertrauen zu Mir und greift dringend zur Tat! Vertagt mein Anliegen nicht! Satan schaut auch nicht untätig zu. Er macht furchtbare Anstrengungen, da er das Wirken Meiner Liebesflamme bereits verspürt. Dies versetzt ihn in schreckliche Wut. Nehmt den Kampf auf, die Sieger werden Wir sein. Satan wird in dem Maße blind, in dem ihr euch an der Verbreitung Meiner Liebesflamme beteiligt.

Ich will, dass die Liebesflamme Meines Unbefleckten Herzens überall bekannt werde, so wie auch Mein Name auf der ganzen Welt bekannt ist, die in der Tiefe der Herzen Ihre Wunder wirkt. Im Zusammenhang mit diesen Wundern braucht man nicht Untersuchungen durchzuführen. Ihrer Echtheit wird ein jeder in seinem Herzen gewahr werden, und wer sie empfunden hat, der wird Sie ohnehin weitergeben, denn die Gnade wird in ihm wirksam. Dazu braucht man keine besondere Beglaubigung. Ich selbst werde sie beglaubigen in einer jeden Seele einzeln, damit ihr das Gnadenwirken Meiner Liebesflamme erkennet."

Während die Jungfrau Mutter dies sagte, ließ Sie meine Seele ins Dunkel der Grotte von Bethlehem sich versenken. "Und das Wort ist Fleisch geworden..." dieses wunderbare Geheimnis beleuchtete Sie durch das Licht ihrer Gottesmutterschaft: Der Sohn Gottes war im ersten Augenblick Seiner Geburt in Armut und Demut zu uns gekommen. Die Jungfrau Mutter befestigte mich weiterhin in der Demut: "Sei du jene Seele, die stets die Demut sucht. Meide jene, die dich ehren und lieben, suche die Verachtung! Liebe jene, die dir Übles nachreden und dich nicht verstehen."

Als Sie Ihre Worte beendete, war Ihre Stimme mit der des Herrn Jesus verschmolzen. Er sagte: "Das ist Meine Lehre. Das tue. Ich gebe dir Zeit und Gelegenheit, deine Aufgabe zu üben. Bei der Teilnahme an Meinem Erlösungswerk musst du jene Seelen, die Mich verachten und missverstehen, in Meine Nähe bringen. Das ist nicht leicht, aber unsere Hände sammeln gemeinsam. Und wer mit Mir sammelt, wird ein sicheres Ergebnis erlangen. Auch wenn der Schein keinen Erfolg aufweisen würde, kannst du seiner sicher sein. Bittet Meinen Vater in Meinem Namen, Er wird euch geben, worum ihr in Meinem Namen bittet. Habt nur Vertrauen und beruft euch auf die Liebesflamme Meiner Heiligsten Mutter, denn Sie verpflichtet die Drei Göttlichen Personen. Die durch Sie erbetenen Gnaden werden euch zuteil. Sie ist die Braut des Heiligen Geistes, und Ihre Liebe erwärmt die erkalteten Herzen der Weit so, dass sie, neubelebt und gestärkt, sich zu Gott erheben können."


25. Oktober 1962 – Vor Mir ist nichts gering.

Während meiner Reise in Ihn versunken, sann ich nach, wie ich immer näher an Seine Liebe herankommen könne. Der Herr Jesus sprach zu mir: "Weißt du, wie sehr du Mir gefällst? Mache dir Meine Lehre zu eigen! Meine Bemühungen werden dann nicht vergeblich sein. Darüber freue Ich mich recht! Nur verstehe Ich nicht, warum du so hochstrebend bist, weil du mit den kleinen Opfern nicht zufrieden bist, weil du nicht klein bleiben willst. Glaube ja nicht, dass die großen Dinge dich schneller heiligen! Da irrst du dich! Die großen Dinge tragen den Ruhm in sich und erlangen ihren Lohn hier auf Erden. Unsere Hände mögen gemeinsam sammeln. Was wir gemeinsam sammeln, ist von großem Wert, sind es auch nur kleine Dinge. Vor Mir ist nichts gering. Ich schätze alles hoch, was du für Mich tust."


Oktober 1962 – Nachträglich eingefügt.

Das hier Mitgeteilte hatte die Heiligste Jungfrau in diesem Jahr gesprochen. Lange habe ich es für mich behalten und nicht gewagt, es niederzuschreiben. Die Bitte der Heiligsten Jungfrau: "Bei jenem Gebet, das Mich am meisten ehrt (Gegrüßet...), fügt folgende Bitte hinzu: "Gegrüßet seist du, Maria... bitte für uns, Sünder." – "Überflute die ganze Menschheit mit den Gnadenwirken Deiner Liebesflamme, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen."


2. November 1962 – Das ist unser gemeinsamer Gedanke.

Die Heiligste Jungfrau sprach so manches über Ihre Liebesflamme: "Meine kleine Tochter, das ist unser gemeinsamer Gedanke, unser gemeinsames Anliegen, nicht wahr? ... Ich muss dich loben. Du bereitest Mir viel Freude, weil dein Herz unentwegt bei Meiner Liebesflamme verweilt. Erneut muss Ich dir sagen, du bereitest Mir viel Freude."

Der zuständige Bischof stellte E. die Frage: Warum man das ursprüngliche Ave... jetzt anders beten solle? Am 2. Februar 1982 antwortete darauf der Herr Jesus: "Ausschließlich auf die inständige Bitte Meiner Heiligsten Mutter gab euch die Allerheiligste Dreifaltigkeit die Gnadenflut Ihrer Liebesflamme weshalb ihr beim Ave Maria... bitten sollt, dass auf Ihr Gnadenwirken hin die Menschheit sich bekehre."

Die Heiligste Jungfrau: "Ich will das Mich ehrende Gebet nicht abändern, sondern die Menschheit durch diese Sitte aufrütteln. Das ist kein Stoßgebet, es muss euch zum ständigen Bittgebet werden." Ich bin nicht fähig, niederzuschreiben, was ich auf die lobenden Worte der Heiligsten Jungfrau hin verspürte. Ich wollte, ich könnte zu einem Nichts werden."


4. November 1962

Die Allerseligste Jungfrau begann, sich herabneigend, zu mir zu sprechen: "Meine kleine Karmeliterin! Die ungarischen Heiligen flehen Mich in jubelnder Freude an, dass Meine Liebesflamme baldmöglichst über unserem Lande zünde."

Die Jungfrau Mutter ließ dies auch mich empfinden. Im Geiste vereinte ich mich mit der dankbaren Huldigung der Heiligen, während die Heiligste Jungfrau als ob Sie meine Seele gestreichelt hätte, weitersprach: "Meine kleine Tochter, unter allen ungarischen Heiligen ist das Gebet des Heiligen Emmerleus für die Jugend am rührendsten." In meiner Seele ließ Sie mich die wunderbare Gemeinschaft der Heiligen wahrnehmen. Das erfüllte mich mit unbeschreiblicher Freude.


6.-7. November 1962 – Das Gnadenwirken der Sühnestunde vor dem allerheiligsten Altarsakrament.

Ich kniete still und wortlos. Er strahlte nur so vor Freude! Währenddessen wollte der Teufel mich anfechten, aber zu meinem großen Staunen erweckte seine Gegenwart zwar ein besonderes Gefühl in mir, aber keine Angst. Er konnte mir nicht schaden, machte nur auf sich aufmerksam. Ich dachte nur an die Worte des Herrn. Der Teufel aber rang unbeholfen mit sich und sagte: "Jetzt wirst du es leicht haben, du bist meinen Klauen entronnen!" Ich war erstaunt und wusste nicht, was das bedeuten sollte. Es ist mir noch nicht passiert, dass ich stundenlang still danach geforscht hätte, warum der Teufel so verbittert ist!

Als ich so kniete, hörte ich in meiner Seele die Stimme der Heiligsten Jungfrau: "Meine Tochter, das Gnadenwirken Meiner Liebesflamme ströme ich zuerst über dich aus und mit dir über alle Seelen. Wenn jemand vor dem Allerheiligsten sühnend eine Anbetungsstunde hält oder das Allerheiligste Altarsakrament besucht, verliert in jener Pfarrgemeinde während dieser Zeit Satan seine Macht über die Seelen, er wird geblendet."

Wie soll ich mein Elend schildern, das ich in meiner Seele verspürte, als die Heiligste Jungfrau während meiner Betrachtung mir folgendes mitteilte: "Meine Tochter, deine Opferbereitschaft und Treue veranlassen Mich, euch mit dem Gnadenwirken Meiner Liebesflamme in einem noch stärkeren Maße zu überfluten. Vor allem ganz besonders dich, denn du bist die erste, die Sie erhält."

Daraufhin bereitete mich die Jungfrau Mutter auf noch größere Leiden vor, aber dies verursachte mir keine Angst. Der Besitz der Liebesflamme und das Bewusstsein der Stärke, die Sie verleiht, gaben mir überirdische Kraft und Trost.


10. November 1962 – Sei du Meine Sonnenblume!

Heute sprach der Herr Jesus lange mit mir. Er gab mir zu verstehen, wie sehr Ihm eine kleine Seele gefällt, die in ihrer Unbeholfenheit sich Ihm ganz zuwendet. "Von neuem lass Ich dich Erinnerungen aus deinem Leben wachrufen. Als du noch in der Fabrik arbeitetest dich mühtest, deiner verantwortungsvollen Aufgabe zu entsprechen, wusstest und fühltest du, dass du auch mit größtem Fleiß nur geringen Erfolg erreichen und deine Prüfung nicht bestehen werdest. (Lehrgang für Qualitätsprüfer.)

Als Mutter von sechs Kindern, von tausend Sorgen und Mühen geplagt, lerntest und kämpftest du, um dein Ziel zu erreichen. Wie warst du überrascht, als du das beste Zeugnis bekamst! Damals hattest du nicht an Mich gedacht, obwohl Ich es war, der alles gelenkt hatte. Wie musstest du achtgeben, dass nichts Minderwertiges aus den Händen der Arbeiter hervorging, die an den großen vier spuligen automatischen Maschinen arbeiteten, wenn du von ihnen die Ware übernahmst, die die Maschinen in Minuten hergestellt hatten. Die Funktionen der Maschinen überwachte ständig ein Maschinenmeister. Gegebenenfalls musste er sie stilllegen, da nicht einmal eine hundertstel Millimeter Differenz in der Funktion genehmigt war.

Ich bringe dir dies in Erinnerung, damit du siehst, nicht mit deinem Können, sondern mit deinem gewissenhaften Fleiß konntest du dich durchschlagen. Ich bin bei dir. Wie ein Maschinenmeister stehe Ich immer bei dir, gehe immer in deiner Nähe, damit nichts Minderwertiges entstehe, nicht einmal ein Schaden in Größe eines hundertstel Millimeters. Ich habe dir schon gesagt, nicht einmal etwas von einer Haaresbreite darf zwischen uns sein."

Dann brachte Er meine Gedanken auf einen anderen Arbeitsplatz: "Mit welcher Umsicht musstest du deine Arbeit verrichten, als du in der Fabrik die Härtemessungen kontrolliertest! Du musstest die Ware beiseite tun, wenn sie härter als erlaubt war. Dann musstest du sie in die Gießerei zurück befördern, wo sie erneut eingeschmolzen wurde. Meine Tochter, wie oft habe Ich die harten Seelen im Schmelzofen Meiner Liebe neu geschmolzen! Ich will nicht, dass aus ihnen etwas Minderwertiges werde. Meine Tochter, ertrage, dulde es, wenn Ich auch dich in der Flamme Meiner Liebe umschmelze. Ich tu es, damit du den Ansprüchen Meines Herzens entsprichst, denn eine weitere Bearbeitung ist nur auf diese Weise möglich."

Der Herr Jesus sprach einmal: "Betrachte den großen breiten Birnbaum auf den Feldern, der Schatten und erquickendes Obst den müden Arbeitern bietet. Du kannst nicht mehr zu einem solchen breiten Baum wachsen. Weißt du, was? Sei du Meine Sonnenblume. Wende deine öligen Körner zu Mir, damit sie im Strahl der göttlichen Sonne reif werden. Willst du, dass deine öligen Körner immer voller werden? Nimm ein jedes Opfer an, das Ich dir anbiete, denn deine öligen Körner können nur so von Nutzen sein. Willst du, dass Ich deine öligen Körner auspresse? Wenn ja, dann nur durch die erbrachten Opfer! Diese durch Leiden ausgepressten Öltropfen werden in die leeren Öllampen der Seelen fallen, von der Liebesflamme Meiner Mutter entzündet, und bei deren Licht den Weg, der zu Mir führt, erkennen. Diese Öltropfen, die Ich um den Preis deiner Leiden auspresste, werden, mit Meinen Verdiensten vereint, auch auf jene Seelen fallen, die noch keine Öllampen haben. Sie werden sehr verwundert nach dessen Grund suchen und den Weg zum Heil finden." (Das sind die Heiden, die die leuchtende Lampe des wahren Glaubens noch nicht besitzen.)


17. November 1962 – Diese große Gnade ist die heilige Keuschheit.

Frühmorgens hatte mich die Stimme des Schutzengels geweckt: "Mit Bewunderung schauen die Engel und Heiligen auf dich!" Er bat mich, Gottes Majestät mit aller Kraft, in tiefer Andacht anzubeten und zu huldigen. "Solch große Gnaden sind fast ohne Beispiel nur wenigen gegeben worden." Seine Mahnworte machten mir meine Sündhaftigkeit, meine Armseligkeit und meine Unwürdigkeit bewusst für die Fülle der Gnaden, die durch das Wirken der Liebesflamme Meiner Heiligsten Mutter auf mich zuströmen...

An diesem Tag sprach die Heiligste Jungfrau lange mit mir. Ich bin leider nur fähig, das niederzuschreiben, was in den Morgenstunden geschah. In der vollen Einsicht meiner Unwürdigkeit vernahm ich die Worte der Jungfrau Mutter. Ich hörte Sie mit noch größerer Ehrfurcht an als bisher und hatte das Gefühl, jetzt etwas Außergewöhnliches zu erfahren. Während der hl. Messe brachte mir die Heiligste Jungfrau bei, was ich jetzt empfinde, denn Sie versetzte meine Seele in einen leichten und erhabenen Zustand: "Meine Tochter, diese große Gnade ist die heilige Keuschheit."


22. November 1962 – Wir müssen Herberge für Meine Liebesflamme suchen.

Ich übergab die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau dem Hw. H. D. Ich hoffte, nun würde es mir leichter werden. Aber jetzt begann meine Leidenszeit erst recht. Der Böse störte mich so entsetzlich wie bisher noch nie. Ich ging zur Wallfahrtskirche Mariä-Remete. (Maria Einsiedeln) Hier war es leicht, mich in Ihre Liebesflamme zu vertiefen. Die Heiligste Jungfrau sagte zu mir: "Deine Sehnsucht ist groß, aber du weißt, was Ich dir sagte: Wir müssen Herberge für Meine Liebesflamme suchen. Machen wir uns auf den Weg!"

Mein Herz war beklommen, denn die Leiden und Demütigungen, die ich bei der Weitergabe der Liebesflamme empfinde, bedeuten für mich immer einen neuen Kampf. Mit gesenktem Haupt hörte ich still der Heiligsten Jungfrau zu, zu wem Sie mich schicken wird. "Jetzt, in der Wallfahrtskirche, gib Sie weiter!"

Von der Jungfrau Mutter geführt, ging ich hinüber auf die andere Seite. Bei dem dort beichthörenden Priester legte ich zuerst meine Beichte ab. Dann teilte ich ihm mit, warum ich zu ihm kommen musste. Mein Herz schlug mir in der Kehle. Der Priester war mir ganz unbekannt. Als ich erst bei der Hälfte meiner Mitteilung war, fragte mich der Priester, warum ich ihm dies sagen müsse und warum ich so unruhig sei. Er tadelte mich, weil ich dies auch in 5 Minuten hätte sagen können und beschleunigte mich fortwährend. Ich bekam leider keine Luft, und das verlangsamte noch meine Aussage...

Hier beschreibe ich nicht im Detail die Verdemütigung und Beschämung, die ich durchleiden musste. Dann sprach der Beichtvater von den Kardinal-Tugenden und berief sich auf die Klugheit, die die wichtigste von allen sei. Hernach zitierte er den hl. Paulus: "Prüfet die Geister!" Nach langem Gespräch einigten wir uns auf die Übergabe der Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau am darauf folgenden Sonntag. Er sagte in gleichgültigem Ton: "Wenn Sie es eben wollen, bringen Sie sie mir! Ich werde sie lesen, aber das bedeutet noch nichts!" Zuletzt bat er mich noch, zum Geist der Liebe zu beten. Auch ich bat ihn, für mich zu beten, und bat erneut um seinen Segen.

Als ich den Beichtstuhl verließ, überdachte ich das Gehörte und bat den Heiligen Geist, die Herzen jener, die schon etwas über die Liebesflamme wissen, mit Seinem Licht zu erhellen und mit dem Gnadenwirken der Liebesflamme zu durchdringen. Dann dachte ich an die Kardinal-Tugenden. Die Klugheit sei eine der größten Tugenden? Mein anbetungswürdiger Jesus, ich gehe in Deine Schule; wenn ich etwas nicht verstehe, ist es Deine Sache, ob ich es begreifen soll oder nicht. Bei der Übergabe der Liebesflamme ist keine Kardinal-Tugend notwendig, denn sonst hättest Du mich dies gelehrt. Daraufhin war ich beruhigt...

Der Böse bereitete mir immer mehr Anfechtungen. Wochenlang quälte er mich mit dem Gedanken, alles stamme von mir, ich täusche mir alles nur vor, alles sei Eitelkeit, ich sei voller Hochmut und Selbstgefälligkeit. Mein Stolz ist es, weswegen ich verdammt werde, "Deine Klugheit wird darin bestehen, aufzuhören mit der Weitergabe dieser Angelegenheit. Du siehst ja, dem du die Mitteilungen übergeben hattest, der sagte auch, er wird sie lesen; aber das bedeutet noch nichts für die Sache." Dieser Gedanke zwingt mich dazu, dass ich meinen Irrtum auch vor dem Priester bekenne, zu ihm und auch zu der mir beigeordneten Schwester gehe, auch ihr meine hochmütigen Lügereien eingestehe, mit denen ich sie irreführe. Wenn ich das tue, wird mein Inneres sich beruhigen, und auch vor mir wird alles klar und ehrlich bestehen...

Die Zeit der hl. Kommunion rückte nahe, und ich grübelte noch immer nach, ob ich es wagen dürfe, zur hl. Kommunion zu gehen. Tief war meine Reue, und meine bebende Seele sprach zu Ihm: "Mein anbetungswürdiger Jesus, ich will Dich nicht beleidigen. Wie ist das möglich, dass ich in eine solch schwere Sünde geraten bin? Und wenn ich das nicht will, habe ich dann gesündigt?" Eine Frage aus dem Katechismus meiner Kinderjahre fiel mir ein: Eine Sünde begeht, wer mit Wissen und Willen dem Gebot Gottes nicht gehorcht. In einem Augenblick erforschte ich mein Gewissen: Ich will nicht die Sünde, also habe ich auch nicht gesündigt. Das diktierte mir meine Vernunft, aber mein Körper hatte Widerstand geleistet, damit ich ja nicht zum Tisch des Herrn gehe. "Mein Herr, sei mir barmherzig!"

Ich kniete mich in die Reihe der Kommunizierenden. Als ich drankam und der Priester vor mir stand, erwartete ich mit geöffnetem Mund und zitternd den Heiland, und dachte dabei, vielleicht wird er mir gar nicht die hl. Kommunion geben, denn er war nur darum bemüht, die zusammengeklebten Hl. Hostien zu ordnen. Als der Priester dann die Hl. Hostie auf meine Lippe legte, waren es nicht eine, sondern zwei. Als diese ein wenig meine Zähne berührten, da hatten sie sich gelöst, und sie sind wie zwei Flügel so hatte ich es gefühlt in mein Inneres geflogen. Das hatte mir mein Herz erleichtert. Ich brach in Tränen aus: "Wie gut, dass Du gekommen bist!" wiederholte ich Seine Worte. Du wirst mich nicht verschmähen, nicht wahr? Meine Sündhaftigkeit ließ Dich Deine Kraft für mich verdoppeln. Weiche Güte, welches Erbarmen mit einem ringenden Sünder! Lange Zeit dankte ich Ihm für Sein grenzenloses Erbarmen.

Dann ging ich noch in eine andere Kapelle, wo eben eine spät angesetzte hl. Messe gefeiert wurde: Dort setzte ich meine Danksagung fort und durchdachte lange mein Elend. Der Gedanke, dass die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau meine Erfindung sei, schien mir auf keine Weise klar zu sein. Ich dachte: Mein Jesus, ich habe mich ganz Dir übergeben, meinem Willen entsagt... Also ist in mir nichts, was von mir stammen könnte. Wiederholt vertraue ich mich ganz Dir an; nimm mich bitte an!

Der Heiland schwieg, aber ich spürte Seine Anwesenheit. Auch ohne Worte stimmte Er mich zuversichtlich: Da ich mich ganz Ihm anvertraute, durfte ich auch ganz beruhigt sein, dass nichts von mir stamme. Durch das stille Überfluten der Gnade ließ Er mich klar erkennen, warum mir diese Qualen zugestoßen waren.

Einmal sprach die Heiligste Jungfrau: "Wenn ihr im Stande der Gnade seid und an einer Hl. Messe teilnehmt, die für euch nicht verpflichtend ist, dann strömt die Liebesflamme Meines Herzens dermaßen aus, dass Ich auch während dieser Zeit Satan verblende, und die Fülle Meiner Gnaden strömt auf jene über, für die ihr sie aufopfert. Die Teilnahme am Hl. Messopfer steigert im allerhöchsten Grade die Verblendung Satans. Satan keucht vor Wut, und seitdem er spürt, dass seine Verblendung bevorsteht, führt er mit seinen üblichen Quälereien einen noch wütenderen Kampf."


23. November 1962 – Komm, sammeln wir die zerstreuten Weizenkörner!

"Meine Tochter, komm, sammeln wir die zerstreuten Weizenkörner!" Plötzlich wusste ich nicht, was der Heiland damit meinte. Ich wartete still, bis Er mir den Sinn Seiner Worte bekannt gab. Er sprach in flehendem Ton: "Nimm es Mir nicht übel, wenn Ich dir das Leid Meines Herzens eröffne. Weißt du, die Mir geweihten Seelen, in denen Mein Same auf guten Boden fiel und reiche Frucht brachte, sind jetzt zerstreut und glauben, sie hätten keine Aufgabe mehr, sondern nur als Viehfutter dienen zu müssen. Sie lassen sich nicht einsammeln und mahlen, und so werden sie keine nützlichen Geschöpfe. Ach, wie drückt Mich das wegen dieser zerstreuten Weizenkörner! Meine Tochter, nimm Meine Klageworte auf! Unser Innerstes fühle gemeinsam!" Der Herr Jesus hat mit den zerstreuten Weizenkörnern die zerstreuten Ordenspersonen gemeint, die gute und viele Früchte erbrachten und jetzt, zerstreut, viele von ihnen sich nicht von der göttlichen Gnade zum Opferleben, zum apostolischen Leben mehr leiten lassen.


29. November 1962 – Lebe ein verborgenes Leben.

Heute beichtete ich beim Hw. H. D., dem ich die Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau übergeben hatte. Er sprach über mehreres, bis er endlich auf die Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau zu sprechen kam, von denen er nur einige Zeilen gelesen hatte. Vor einer Woche habe ich ihm diese übergeben. Ich hörte ihm traurig zu. Meine himmlische Mutter, Du siehst, was ich tun kann! Nichts! Du handelst durch mich. Nicht an mir liegt es, wenn bis jetzt nichts geschehen ist.

Der Pater sprach über alles, nur nicht über die Liebesflamme. Er legte mir dar, wie die Seele manchmal von Impulsen bewegt wäre, deren göttlicher Ursprung nicht sicher sei. Diese Aussagen verwirrten mich. Ich wollte mich zu Wort melden..., doch ich habe es nicht getan. In Geduld und Gehorsam bezähmte ich meine Zunge und hörte seinen Auslegungen weiter zu. Er hielt es für die wunderbare Vorsehung Gottes, dass ich meine sechs Kinder alleine versorge. Er fügte noch hinzu: "Wenn es so wahr ist, wie ich ihm sage." Auf seine zweifelnde Frage konnte ich nur sagen: Gott weiß alles! Sein Misstrauen schmerzte mich. Ich dachte: Gott ist es, Der in mir handelt, ich bin ein Nichts. Sein ist die Ehre! Freudig legte ich diese Demütigungen zu Füßen des Herrn Jesus. Die Mutter Gottes sagte mir ja des öfteren, nur auf diese Weise eigne ich mich für die Weitergabe der Liebesflamme.

Der Herr Jesus bat mich einmal mit sanften Worten: "Sei nicht immer mit dir selbst ungeduldig! Anderen gegenüber übst du Nachsicht, dir gegenüber kannst keine Geduld. Du hast auch dir gegenüber Pflichten. Wende dich an Mich! Übernimm Mein Licht und übergib es deinem Nächsten. Lebe ein verborgenes Leben. Schau das Veilchen im Walde! Nicht rührend? Sieht kaum aus der Erde hervor und wird wegen seines Duftes gesucht. Die kleine Blume hat ihren Duft auch von Mir erhalten. Auch dein Leben sei verborgen und duftig. Meinen Duft soll es ausströmen, und die Seelen werden danach suchen. Lass dich nur ausplündern, Ich werde schon mit Meinen Gnaden den Duft erneuern, ergänzen. Ich bitte dich, liebe deinen Nächsten, und wenn du hörst, dass jemand Meinen Namen seufzend ausspricht, horche auf ihn. Das Aussprechen Meines Namens klinge in deinen Ohren, und hilf der seufzenden Seele, in Meine Nähe zu kommen."

Freitag: Dieser Tag ist immer der Tag der Leiden und der Übernahme vermehrter Opfer. Auch jetzt schleppte ich mich vor Müdigkeit zu den Füßen des Herrn. In den drei Anbetungsstunden, die ich, in sein Leiden versunken, zu verbringen beabsichtige, möchte ich all meine Kräfte sammeln, um mich ins Gebet einzustimmen. Der Heiland hat sich meiner Schwäche erbarmt, und in der Einsamkeit Seiner Seele sprach Er mit liebevollen Worten zu mir: "Schau, wo Ich gehe: verlassen, in Dörfern und Städten. Wo du nur hinschaust, überall siehst du Mich in ungepflegtem Gewand, aus Meinem erhabenen Wesen strömt Betrübnis und Misserfolg."

Seine Worte haben mich sehr gerührt, dass ich nur mehr so schluchzte. Er sprach weiter: "Siehst du, wie Ich den Seelen nachgehe? Und sie wollen Mich nicht beachten. Sie blicken auf Mich, und wenn sie Meinen traurigen Blick merken, wenden sie ihren Kopf ab. Es sind einige, die sagen: Du tust uns leid, aber ein andermal! Die meisten bemerken Mich gar nicht." (Und Er schrie in meiner Seele schmerzvoll auf:) "Welch grenzenlose Gleichgültigkeit! Meine Tochter! Mein Herz bleibt hier bei dir. Ich ruhe ein wenig aus. Ich weiß, du verstehst Mich und suchst mit allen Kräften Meinen Gefallen. Bitte, bleibe bei Mir! Ach, diese Einsamkeit, diese Missachtung! Lindere Meine Schmerzen durch dein häufiges Zugegensein!"

"Mein anbetungswürdiger Jesus, wie schwach bin ich! Meine Seele begehrt Dich, die Müdigkeit meines Leibes zwingt mich wieder, von Dir Abschied zu nehmen." Dabei schaute ich auf meine Uhr, es war beinahe 3.00 Uhr. Der Herr Jesus sagte: "Ich ergreife Deine Hand. Ich gehe mit dir. Unsere Füße mögen gemeinsam gehen." Und wir hörten mit dem Gespräch nicht auf. Er beklagte sich weiter über die Verlassenheit Seiner Seele und bat mich erneut flehentlich: "Meine Tochter, lass Mich nicht allein! Jetzt werde Ich dich durch Meine Leiden noch enger an Mich ketten."


30. November 1962 – Opfert tagsüber eure Arbeit auch zur Ehre Gottes auf!

Heute früh, als ich um 6.00 Uhr in der Kirche mit dem Läuten begann, sprach die Heiligste Jungfrau liebevoll zu mir: "Opfert tagsüber eure Arbeit auch zur Ehre Gottes auf! Wenn ihr im Stande der Gnade seid, dann steigert sich auch durch diese Aufopferung die Blendung Satans. Lebt daher in Meiner Gnade, damit die Blendung Satans sich immer weiter ausbreite und auf ein immer größeres Gebiet sich erstrecke. Die vielen Gnaden, die ich euch schenke, haben bei eurer guten Verwendung und ihr sollt sie auch immer mehr und besser verwenden zur Folge, dass sich viele Seelen bessern werden."


1. Dezember 1962 – Ich gehe mit dir.

"Meine Tochter, wie Ich merke, ist dir bange. Du hast Angst vor dem langen Weg, der für dich in der Weitergabe der Liebesflamme eine erneute Versuchung bedeutet. Dein Auftritt sei demütig, mutig und entschlossen. Ich gehe mit dir. Du bist im Besitz des Heiligen Geistes, Seine Stärke begleitet dich und erleuchtet die Seelen jener, zu denen du gehen musst."

Die Heiligste Jungfrau sagte auch, in weicher Gesinnung jene ihre Liebesflamme empfangen werden, zu denen ich gesandt werde. Dann fuhr sie fort: "Viele Missverständnisse und schmerzliche Verdemütigungen wirst du erfahren müssen. Jener, zu dem Ich dich sende, leidet auch. Auch er ist von Schmerz und Zweifel geplagt, in größerem Maße als du. Siehe, meine Tochter, warum du so viel leiden, beten und fasten musst und auch jene, zu denen Ich dich sende. Ihr sollt damit irgendwie Verdienste für die Weitergabe Meiner Liebesflamme sammeln, denn sie kommt sehr langsam in Bewegung. Nicht vergebens lasse ich sie den Zweifelnden zukommen. Das tue ich deshalb, damit sie das Ausströmen Ihrer Gnadenwirkung empfinden, glauben und Mir Vertrauen schenken."

Als ich die gütigen Worte der Jungfrau Mutter vernahm, staunte ich sehr. Bezüglich der Leiden und Versuchungen der vergangenen Tage sagte mir der Herr Jesus: "Leide mit mir! Ich werde deine Seelenleiden steigern und Meine Worte dir entziehen."

Bei solcher Gelegenheit zitterte ich immer und war betrübt, aber der Heiland tröstete mich gütig: "Das Wahrnehmen Meiner Anwesenheit hinterlasse Ich dir. In den schweren Leiden, die Ich dir jetzt zumessen werde, wird die Liebesflamme Meiner Mutter dir Kraft geben. Sie ist es, die Mich verpflichtet, das Wahrnehmen Meiner Anwesenheit dir nicht zu entziehen. Auch ihr sei dafür dankbar!"

Die Jungfrau Mutter sprach noch über manches mit mir. Sie unterwies mich wie ein kleines Mädchen: "Sage Mir, warum hast du Angst!" Ich habe mich nämlich mit dem Gedanken befasst, dass ich zum Herrn Bischof gehen muss. Wenn ich daran dachte, war mein Herz wie verschnürt. "Du hast keinen Grund zur Angst. Wir haben dich dafür fügsam gemacht, doch musst du unentwegt fühlen, dass du ein, Werkzeug in Unseren Händen bist. Schreibe nichts dir zu! In Angst leben ist unklug, es ist die Widerspiegelung deiner Selbstüberschätzung. Meinst du, du wärest zu irgend etwas fähig? Meine Tochter, vertraue dich ganz Uns an! Erkenne, was für ein Nichts du bist! Wir leiten dich!"


15. Dezember 1962 – Machen wir uns auf den Weg!

In der Wallfahrtskirche Mariä-Remete (Maria Einsiedeln) übergab ich die Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau jenem Priester, zu dem Sie mich vor kurzem lenkte. Dieser Priester versprach mir, dass er mir nach einer Woche Antwort darauf geben werde. Noch am selben Tag fuhren wir nach Stuhlweißenburg (Szökesfehörvär). Unser Zug fuhr nachmittags, um 14.00 Uhr, ab. Die Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau nahm Ich für den Hw. H. Bischof mit. Als wir abends ankamen, war es über der schneebedeckten Stadt bereits dunkel geworden. Ich meditierte über die Worte der Heiligsten Jungfrau: "Wir müssen Meiner Liebesflamme eine Herberge suchen!" Meine Seele war in tiefe Andacht gestimmt. Hier ist also der Ort der Herberge für die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau? Jetzt sagte die Heiligste Jungfrau nur soviel: "Machen wir uns auf den Weg!"

Mit der mir zugeordneten Schwester stiegen wir aus. Unser erster Weg führte zum Grabe des jung verstorbenen Jesuiten-Novizen, des Dieners Gottes Stefan Kaszap. Ich empfahl mich seinem Schutz. Dann gingen wir in die Kirche, zum Grabe des im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Bischofs Ottokar Prohäszka. Dort verweilte ich lange im Gebet und sann nach über seine Worte: "Was wünschest Du von mir, großer Herr, der ich von Dir abhängig bin, durch Dich und in Dir lebe?" An seinem Grabe kniend, war ich sehr gerührt. Es fiel mir schwer, von dort wegzugehen, denn ich hatte mit ihm noch vieles, gar vieles zu besprechen, Bitten im Interesse der Seelen. "Hilf mir, heiliger Vater Bischof, und segne mich!"

Die Jungfrau Mutter ordnete die Dinge. Alles verlief zugunsten unseres Anliegens. Noch am selben Abend konnte ich der Bischofsmesse beiwohnen. Unsere Übernachtung war über alles Erwarten geregelt. (Ich konnte nämlich mit der mir zugeordneten Schwester zur Nachtruhe gehen.)

Am nächsten Morgen sagte die Jungfrau Mutter während der Rorate: "Schau auf die vor dir sitzenden zwei Kinder!" Ich erhob meinen Blick und sah zwei magere kleine Kinder vor mir sitzen. Da die Heiligste Jungfrau meine Aufmerksamkeit auf sie lenkte, betrachtete ich sie lange. Sie waren auffallend artig, ihre Kleidung armselig, aber gepflegt. Die Heiligste Jungfrau sprach weiter: "Meine kleine Tochter, auf diese zwei kleinen Kinder hauche ich das Gnadenwirken meiner Liebesflamme. Das ist das Geschenk deiner Sehnsucht. Behalte diese zwei Kinder im Auge und bete besonders viel für sie! Von jetzt ab sind sie meine besonderen Lieblinge. Hilf ihnen auch materiell!"

Als die Heiligste Jungfrau mich fühlen ließ, dass sie durch mich die Liebesflamme ihres Herzens auf diese Kinder hauche, brach ich in Tränen aus. Meine Mutter, wie gut bist Du! Ich schluchzte während der ganzen Hl. Messe. Wie viele Gnaden sie uns doch erweist! Als die Kinder sich nach der hl. Messe entfernten, ging ich ihnen nach und erkundigte mich nach ihrer Anschrift. Dabei erfuhr ich, dass sie einer kinderreichen Familie entstammten.

Zehn Minuten vor 10.00 Uhr wurden wir ins bischöfliche Palais geführt, aber nicht beim gewöhnlichen Eingang, sondern über die Küche. Dort hat eine Schwester eben den Teig geknetet. Sie unterbrach ihre Arbeit und winkte uns zu, ihr zu folgen. Unser Weg führte durch die dunklen Gänge des Kellergeschosses, dann schlängelten wir uns hinauf zum Korridor, bis wir endlich beim bischöflichen Wartezimmer landeten. Nach kurzem Warten wurden wir zum bischöflichen Sekretär (H.) geführt, der uns in die Kapelle begleitete. Bald war ich in tiefer Andacht versunken. Mein anbetungswürdiger Jesus, endlich sind wir hier!

Nach kurzer Wartezeit sah ich jemand hereinkommen, der laut das Veni Creator Spiritus-Gebet intonierte. Ich blickte nicht sofort nach dem Vorbeter, aber als das Gebet länger dauerte, schaute ich doch hin. Es war der Hw. H. Bischof. Während ich mich erhob, bereitete er den Betschemel vor sich hin. Ich sank vor ihm in die Knie, um bei ihm meine vorher angekündigte hl. Beichte zu verrichten. Sie hatte lange gedauert. Ich bewunderte seine heilige Ruhe, seine Selbstdisziplin während dieser langen Zeitspanne. Kein einziges Mal unterbrach er mich, nicht einmal mit einer Frage oder Zwischenbemerkung. Nachdem ich fertig war, ließ er mich noch eine Weile warten, und erst dann fragte er mich, ob ich ihm noch etwas zu sagen hätte. "Nein!" sagte ich ihm. Er gab mir auf alles eine Antwort. Ich bewunderte seine außergewöhnliche geistige Frische, mit der er meine Fragen beantwortete. Nach der Lossprechung gab er mir nochmals seinen Segen. Seine Worte beruhigten mich, und meine quälenden Zweifel waren verschwunden. Sofort sank ich in die Knie, um dem Herrn dafür zu danken. Auch der Herr Bischof hatte noch kurz gebetet. Als er sich erhob, kam er zu mir. In Güte zeichnete er das Kreuz auf meine Stirne. Darauf war ich nicht gefasst. Plötzlich bewegt, küsste ich seine segnende Hand, so sehr war ich gerührt. Als er die Kapelle verließ, blieb ich noch lange dort, meditierte über die Weitergabe der Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau. Sie sprach in Güte und Milde zu mir: "Diese außergewöhnliche Erleichterung, die du jetzt empfindest, ist Mein Geschenk. Ruhen wir uns jetzt aus, damit du Kraft schöpfest für den weiteren Kampf, der auf dich wartet."

Bei diesen Worten streichelte Sie in mütterlicher Güte und Liebe meine Seele. Ich, innerlich beruhigt, dachte an den besonderen Segen des H. H. Bischofs, denn nach seinem Segen war meine Seele vom Frieden des Herrn erfüllt, und zwar so wunderbar, wie ich es noch nie bei einem anderen Segen empfunden habe. Auch nach mehreren Tagen war mein Herz von diesem Frieden erfüllt.


15. Dezember 1962 – Jetzt kommt die Verfolgung.

In dem Gefühl dieses wunderbar wirkenden Segens, bin ich heute erwacht. Mein Herz bebte vor Freude. Ich dachte an die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau. Als ich zur Hl. Messe ging, sagte Sie: "Sei ruhig, meine kleine Tochter! Wir gehen gemeinsam... Auch Ich habe mich um dich bemüht; jetzt ruhen wir uns aus!"

Während dieses Gesprächs erledigte ich das Angelus-Läuten. (In Stellvertretung der Schwester-Sakristanin.) Dann warf ich mich vor dem Herrn Jesus nieder: "Mein anbetungswürdiger Jesus, ach, wie vieles habe ich Dir zu sagen!" Ich erzählte Ihm erneut, was mich beruhigte, dankte Ihm für die vielen Gnaden und betete Ihn schweigend an... Er sprach in sanften Worten:

"Du wirst dich auf schwere Leiden vorbereiten müssen, aber Ich lass dich nicht allein, und wenn es notwendig sein sollte, wirke Ich auch Wunder. Deine Leiden werden über alle Maßen sein. Jetzt kommt die Verfolgung des Herodes, der Mich als kleines Kind gesucht hatte, um Mich umzubringen. Aber genau so, wie Ich mich ganz Meiner Mutter und dem Himmlischen Vater anvertraute, so vertraue auch du dich ganz Uns an!"

Indessen erwies Er mir eine neue wunderbare Gnade. Es ist mir unmöglich, dies in Worte zu fassen. Dabei sagte Er: "Diese Gnade, die Ich dir jetzt geben werde, befähigt dich, dich ganz Mir anzuvertrauen. Sie wird dein Wesen während deines ganzen Lebens vollkommen beherrschen und auch auf andere Personen ausstrahlen!"

Ein wunderbares, unvergleichbares Gefühl ist diese unschätzbare und erhabene Gnade! Ohne eine besondere Gnade könnte ich sie nicht ertragen. Körperlich wie vernichtet, verspüre ich all dies. Mitunter sprach der Herr Jesus zu mir: "Der Segen, den du vom Herrn Bischof bekommen hast, hat dich gerührt, nicht wahr? Ich war anwesend, als er dir das Kreuz auf die Stirne zeichnete. Das habe ich aus zwei Gründen veranlasst. Ich wollte dich für deine vielen Leiden belohnen und wollte, dass auch der Herr Bischof in Bezug auf deine Person meinen göttlichen Willen wahrnehme."


16. Dezember 1962 – Niemand versteht mich.

Ich ging zur Wallfahrtskirche Mariä-Remete (Maria Einsiedeln) und suchte jenen Priester auf, dem ich vor einer Woche die Mitteilungen der Heiligsten Jungfrau übergeben hatte. Nach einigen Worten erkannte er mich und stellte mir Fragen...

Ich teilte ihm mit, dass ich beim Herrn Bischof war, und ihm die Mitteilungen Jesu und Mariens brachte. In einigen Worten schilderte ich ihm die Stellungnahme des Herrn Bischofs. Daraufhin versicherte er mir, dass auch er ihm voll zustimme. Dann kam er auf die Mitteilungen zu sprechen. Er sagte, er habe diese zweimal durchgelesen, verstehe sie aber nicht. Darüber war ich sehr erstaunt und wollte beginnen, voll Begeisterung über die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau zu sprechen. Vergebens strengte ich mich an, kein Gedanke kam mir in den Sinn, kein Wort auf meine Lippen. Ich sann darüber nach, warum man diese nicht verstehen könne. Dabei wies er hin auf den Ersten Freitag und den Ersten Samstag als Tage der Sühne. Für ihn schienen diese, eingeschobenen Gnadentage überflüssig zu sein. Als ich den Beichtort verließ, schmerzte mich der Gedanke, an sein mangelndes Verständnis für die Mitteilungen Mariens noch mehr. Ich flehte zur Mutter Gottes: "Meine Mutter, der, zu dem Du mich gesandt hast, versteht Dich nicht!" Ich bat den Heiligen Geist um Licht und die Gnade für ihn, dass er von der Liebesflamme ganz durchdrungen werde, wie auch ich es bin. Während meiner Betrachtung verdichteten sich meine fürchterlichen Seelenqualen.

Dann verließ ich die Kirche. Unterwegs plagten mich diese Schmerzen noch mehr. Der Böse ließ in meiner Seele wieder Zweifel aufkommen: "Siehst du, es wundert mich nicht, wenn er deine verworrenen Gedanken nicht versteht, zumal er doch ein kluger Priester ist; er kann sich im Gewirr deiner Dichtungen doch nicht zurechtfinden. Und du bildest dir ein, deswegen leiden zu müssen. Weißt du, so etwas kann dir nur ein verworrener Kopf abnehmen. Warum bemühst du dich?"

Mit aller Kraft wollte ich meine Gedanken ordnen. Die Seelenqualen drängten mich, so sehr, dass ich allen mir Entgegenkommenden mitteilen wollte, wie entsetzlich ich leide. Meine Gedanken waren wie benebelt. Erneut fiel mir ein, warum ich über die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau nicht überzeugend sprechen konnte. Jetzt leuchtete mir ein, dass auch ich sie' nicht verstehe. Zu Hause angekommen, versuchte ich mein tiefes Seelenleid zu verheimlichen, indem ich frohe Lieder anstimmte. Meine Kinder sollten meine Verstimmung nicht merken. Wer kann mich davon befreien? Niemand versteht mich, vergebens teile ich es anderen mit!


17. Dezember 1962 – Ich bin es, die handelt...

Die Worte der Heiligsten Jungfrau drangen in meine Seele wie eine Erleuchtung: "Meine kleine Tochter, warum quälst du dich ab? Warum wolltest du in zierlichen Worten über Meine Liebesflamme sprechen! Halte dir deinen Beruf vor Augen: das Leiden. Denke an die Worte, die dir mein göttlicher Sohn sagte: Leide und bringe ständig Opfer! Deine Leiden sind nicht umsonst, aber nicht deine Aufgabe ist es, wer Meine Liebesflamme verstehen soll. Kleines Werkzeug, sei nicht verwundert, dass du nicht in Beredsamkeit sprechen konntest. Ich bin es, die handelt. Ich bin es, die die Flamme Meines Herzens in der Tiefe der Herzen anzündet. Ich war es, die deine Worte stillgelegt und deine Vernunft getrübt hat. Ich wollte nicht, dass Überheblichkeit sich in deine Seele einniste... Das wäre ein großer Fehler gewesen... Du bist ein kleines Werkzeug in Unseren Händen. Wir achten auf dich, dass die Sünde nicht an dich herankomme. Nimm dich in acht in den Versuchungen, denn der Böse nimmt jede Gelegenheit wahr, um deine Demut ins Wanken bringen zu können."


18. Dezember 1962 – Der Teufel hat mich geprügelt.

Ich zog in meine neue Wohnung um, die nur 2 x 2 m mißt, sie soll im Dienst der Sühne stehen. Am Ende des Gartens ist sie erbaut. Heute war der erste Tag, da ich dort geschlafen hatte. Obwohl ich sehr müde war, konnte ich nicht einschlafen. Es war um Mitternacht. Ich war immer noch wach. Inzwischen dachte ich daran, wenn ich jetzt nicht einschlafen könne, könnte ich die Zeit der Nachtwache verpassen. Als ich so, in wachem Zustand, an die Liebesflamme der Heiligsten Jungfrau dachte, denn eine Stunde meiner Nachtwache opfere ich dafür auf, dass sie baldmöglichst zünde verspürte ich plötzlich einen Schlag an meinem Körper. Dem ersten Schlag folgte der zweite, der dritte, hernach noch ein kleiner Schlag. Es war eine schreckliche Nacht! Angst hatte ich nicht. Nach den Schlägen übermannte mich Müdigkeit und Schmerz, dann fiel ich in Schlaf. Nach 2.00 Uhr erwachte ich, konnte aber nicht einmal für eine Stunde im Gebet wachen. Ich fühlte mich wie benommen. Der Teufel hat mich geschlagen, das weiß ich. Ich spürte seine Anwesenheit. Ich war nur erstaunt, dass der vierte Schlag nicht so stark war wie die vorherigen. Als hätte eine unsichtbare Hand sie aufgehalten, so fühlte ich. Nach einer kaum dreiviertelstündigen Nachtwache habe ich mich wieder zur Ruhe gelegt. Ich schlief durch, was bei mir selten ist. In der Frühe erwachte ich um 7.00 Uhr. In unserer Kirche vertrat ich beim Glockenläuten unsere erkrankte Sakristanin-Schwester. Man kann sich meinen Schrecken vorstellen! Als ich bei der Kirche ankam, war die Rorate schon zu Ende. Betrübt beklagte ich mich bei der Heiligsten Jungfrau, über die Schläge des Teufels und dass ich deshalb nicht aufstehen konnte. Wunderbar ist, was ich jetzt niederschreibe. Die Heiligste Jungfrau sprach: "Wir waren auch dabei, mein göttlicher Sohn und Ich. Wir ließen zu, dass er dich schlage, aber ich habe ihm bald befohlen, einzuhalten."

Die Jungfrau Mutter sprach dann nicht mehr darüber. Ich schämte mich sehr deswegen. Auch noch nach ein paar Tagen bedeckte mein Gesicht die Schamröte. Tagsüber grinste der Böse: "Ich wollte dich aus deiner Narretei ernüchtern. Genug mit dem Fasten und Nachtwachen! Hör auf damit! Diese unnützen Dinge haben keinen Sinn!"

Die Heiligste Jungfrau fiel dem Bösen ins Wort und versprach, dass Sie nicht mehr Schläge des Bösen zulassen werden, aber diesmal wäre es notwendig gewesen. Die Jungfrau Mutter sprach weiter: "Meine Tochter, bringe jetzt deine Opfer, und versenke dich in demütiges Besinnen. Du bist Mir ein liebes Werkzeug, und deine Bemühungen um die Demut gefallen Mir sehr. Das ist das Gnadenwirken Meiner Liebesflamme, sie verleiht deinen Anstrengungen Beharrlichkeit."

Die Worte der Heiligsten Jungfrau gaben mir für lange Zeit Kraft. Da Pater X. schon längere Zeit krank war, ging ich zum Hw. H. D. zur Beichte. Er war ganz überrascht und freute sich auch: "Warum sind Sie nicht gekommen?" fragte er, er habe schon auf mich gewartet. Ich berichtete ihm, dass ich in der Zwischenzeit bei Pater X. gebeichtet hätte, er habe mich aber zurückgewiesen... Wegen meines jetzigen außerordentlichen Seelenzustandes kann ich nämlich meine Beichte ohne Erwähnung meiner Probleme nicht ablegen. Darum habe ich mich bei ihm jetzt darauf berufen, dass ich nicht aus eigenem Willen zu ihm zurückgekommen sei, sondern dem Rat der mir zugeordneten Schwester gehorchend.

Als ich begann, dem Pater D. über das heilige Anliegen zu berichten, merkte ich, dass er sich an viele Dinge nicht mehr erinnern konnte... Dann mahnte er mich zur Geduld, berief sich auf die Hl. Julianna, die 40 Jahre lange das heilige Anliegen Gottes in ihrem Herzen trug. "Gottes Anliegen kommen langsam zur Geltung!" sagte er. Aus meinen Schriften, die er früher von mir erhalten hatte, stellte er fest, dass der Herr Jesus mich sehr liebt. Für diese überdurchschnittliche Liebe, mit der Er mich überhäuft, sollte ich Ihm sehr dankbar sein... Dann erklärte er, dass er die Sache nicht verstehe. "Es wundert mich nicht" erwiderte ich. Dann erzählte ich ihm von meiner Beichte am Wallfahrtsort Mariä-Remete, wo ich, von der Heiligsten Jungfrau gelenkt, zu einem mir unbekannten Priester gehen und gemäß Ihrer Anweisung Ihre Mitteilungen übergeben musste. Dieser Priester hatte sie zweimal durchgelesen. Auch er gestand, dass er sie nicht verstehe, Ich verstehe sie, denn ich wiederhole die Worte der Heiligsten Jungfrau oft im Gebet und bitte den Heiligen Geist, Er möge jenen, die darüber schon etwas wissen, das innere Licht schenken.

Pater D. erwiderte, so wie er bei mir beobachtet, sei ich zu aufdringlich und das soll ich nicht tun, denn es sei Sache Gottes, das zu Ende zu führen. Ich billigte seine Bemerkung, aber sagte, ich müsse es tun, denn ich fühlte einen starken, inneren Drang, das Anliegen der Heiligsten Jungfrau zu beschleunigen. Auch Pater X. hat an mir mein aufdringliches Verhalten festgestellt. Er empfahl mir, eine abwartende Haltung einzunehmen, denn Gottes Wille werde sich dann ohnehin klar herausstellen müssen.

Dieses Drängen nimmt mich an Leib und Seele arg mit. Aus eigener Kraft könnte ich es nicht schaffen, denn es kostet mich viele Verdemütigungen, und wenn es nach mir ginge, würde ich mir den Mund nicht verbrennen. Die Stimme, die durch mich ständig spricht, ist die Bitte der Heiligsten Jungfrau um Beschleunigung. Ich kann dem dringenden Aufruf der Heiligsten Jungfrau nicht widerstehen.

Daraufhin riet mir Pater D., mich zu beruhigen und den Frieden des Herrn zu bewahren. Es folgte eine noch heftigere Debatte, ich konnte nicht schweigen. Ich spürte, dass diese Rede nicht meinen natürlichen Kräften entstammte. Zum Schluss erklärte der Pater, dass er das Anliegen einem anderen Priester zum Durchlesen übergeben werde. Ich solle zu ihm Vertrauen haben, denn er sei ein innerlicher Mensch.


27. Dezember 1962 – Am Gipfel der seelischen Qualen.

Frühmorgens kniete ich vor dem Tabernakel. In dem qualvollen Leid meiner Seele schrie ich weinend, schluchzend zum Herrn: "Mein anbetungswürdiger Jesus, wo bist Du? Warum muss ich ohne Dich leben? In meiner Seele hörte ich wieder die anklagenden Worte: "Weil du stolz bist und lügst!" Ich flehte erneut zu Jesus: "Mein Jesus, nur noch, einmal erweise mir Barmherzigkeit!" "Du bist verstockt! Wage nicht diesen Namen auf deine Lippen zu nehmen! Ein jedes deiner Worte ist eine Lüge! ... Weiche von mir! ... Schrei nicht, sondern lass ab von deinen lügnerischen Erfindungen!" ... "Mein Herr, meinen Willen habe ich Dir übergeben, ich verlange ihn nicht mehr zurück, aber gib mir bitte die Gnade der Bekehrung!"

Vergebens rufe ich verzweifelt um Hilfe, nur Beschuldigung und Abweisung ist mein Anteil... Während meines ganzen Lebens habe ich nicht so viel geweint wie in dieser Zeit. "Meine himmlische Mutter, wo bist Du? Wenn ich an Deine Liebesflamme denke, errötet mein Gesicht vor Scham. Warum ist das so?" "Weil du eine Lügnerin bist, ein elender Wurm! Es wäre besser gewesen, wenn du nicht geboren wärest, wie man von Judas sagte, dann würdest du wenigstens nicht verdammt werden. Du, aus dem Dreck herausgezogenes Nichts... du Lügnerin, komme endlich zur Vernunft!" Jetzt begann die Stimme in mir in rasender Wut zu heulen. Da erkannte ich für einen Moment, dass es der Böse war, der in mir tobte, um von mir ein Geständnis zu erzwingen.

Dann überfiel mich plötzlich ein mildes Gefühl: Ob dies wohl der Wille Gottes sei? (Dieses Geständnis.) Aber im nächsten Augenblick lastete die bedrückende Qual meiner Lügen noch schwerer auf mir. Es gibt keinen Ausweg aus der Verdammnis! Mir schwindelte bei dem Gedanken, dass ich lieber verdammt sei, als dass ich als Lügen eingestehe und widerrufe, von denen ich bisweilen zu glauben meinte, dass es himmlische Stimmen sind, die zu mir sprechen. Und deswegen soll ich verdammt werden... "Jawohl, weil du einer Selbsttäuschung zum Opfer gefallen bist... Du siehst doch, niemand glaubt dir. Die vielen Misserfolge, die deine Lügen begleiten, müssten dich doch zur Einsicht bringen! ... Lerne daraus! ... Und du, Verstockte, bräuchtest nur ein einziges Wort zu sagen, und du würdest Verzeihung erlangen, aber dieses Wort willst du nicht aussprechen!"

"Meine himmlische Mutter, was ist aus mir geworden? Wie konnte ich so tief sinken? Rette meine Seele vor der Verdammnis!" Wenn auch meine himmlische Mutter mich verachtet, wie werde ich Kraft haben, mich auf den Weg zu machen, um meine niedergeschriebenen Lügen zu widerrufen?

O, mein liebes Jesukind, ich gehöre nicht zu den erlösten Seelen. Wer im Namen meiner Mutter lügt, wird verdammt werden. Am Gipfel meiner Seelenqual finde ich keine Worte mehr... Meine liebe teure Schwester, (an die ihr zugeordnete Schwester gerichtet), von nun an weiß ich nicht mehr, ob Sie für mich noch ein Wort übrig haben! Wofür Sie mich halten, das kann ich mir vorstellen. Möglich, dass Sie aus zarter Rücksichtnahme mich nicht wie Pater X. verwerfen wollen. Das Eingeständnis meiner Lügen gelte als meine Entlastung. Aber dies erleichtert meine Seele leider nicht... Wiederholt bitte ich Sie, helfen Sie mir, beten Sie für mich und wenn es Ihnen möglich ist, besuchen Sie mich!


30. Dezember 1962 – Die Leiden werden mein Verdienst sein.

Die zermürbenden Versuchungen in meinem Inneren haben sich gelegt. Eines Tages habe ich eben den Teppich unserer Pfarrkirche ausgebessert, wo es kalt und unbeheizt war. Meine Hände waren vor Kälte wie erstarrt, so dass ich die Nadel fast nicht halten konnte. Nach Beendigung der Arbeit wollte ich nach Hause gehen, um mich aufzuwärmen. Diese Arbeit machte ich vor dem Altar, vor dem Tabernakel, in Gegenwart des Herrn Jesus im Heiligsten Sakrament. Ganz unerwartet erfüllte mich die Anwesenheit des Herrn, der Herr Jesus in meiner Seele sprach: "Warum beeilst du dich so sehr? Fühlst du dich nicht wohl bei Mir? Bleibe noch bei Mir! Niemand kommt zu Mir zu einem Gespräch."

Als ich mit der Arbeit fertig war, warf ich mich vor Ihm nieder. Schweigend hörte ich Ihm zu: "Die großen, heftigen Schmerzen haben dich erschöpft, nicht wahr? Warum warst du überrascht? Habe Ich dich nicht darauf vorbereitet? Meine großen Gnaden gaben dir Kraft für die vielen Leiden, und jetzt bekommst du für die ausgestandenen Leiden die Fülle Meiner Gnaden. Diese großen Gnaden werde Ich dir vermehren und steigern. Nur wenn du dich vollkommen Mir überlässt, werde Ich dich stärken, damit wir beide siegen. Satan ist in wilder Wut, und Ich ließ ihn auf dich los, damit er sieht, wie groß die Kraft Meiner Gnade in einer Seele ist, die sich Mir ganz anvertraut."

Nach diesem Gespräch blieb ich noch lange bei Ihm. Wie gut ist es, Herr, bei Dir zu sein! Meine Seele war von dem Unruhe stiftenden Einwirken des Bösen befreit. Die neuen Leiden kamen noch nicht an mich heran, und ich weiß auch nicht, in weicher Form sie auf mich zukommen sollen. Der liebe Heiland deutete mir schon früher an, dass mein Verdienst die Leiden sein werden.... Damals wusste ich noch nicht, wie grausam Satan einen Menschen quälen kann... Jetzt, da meine Seele im Frieden des Herrn ruht, fallen mir die Worte der Schwester ein, als Pater X. mich zurückwies: Für diese Zurückweisung soll ich ein Te Deum singen, wie es meine Namenspatronin, die Hl. Elisabeth getan hatte...

Der Herr Jesus bat mich, die Gnade des restlosen Vertrauens zu Ihm hoch zu schätzen... Er schenkte sie mir auf die Bitte der Heiligsten Jungfrau, und berief sich wieder auf Ihre Liebesflamme, die Ihn verpflichte...

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