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  GOTT  VATER
spricht zu uns

   
   





  

 Mutter Eugenia Ravasio

Auch wenn Jesus sehr oft vom VATER gesprochen hat, so haben die ersten Christen vor allem auf die Person Jesu geschaut. Verständlicherweise mussten sie zuerst den Glauben an IHN festigen, vor allem in der Verfolgungssituation. Trotz der Auferstehung fordern die Feindseligkeiten die Apostel heraus mit Rückschlägen, Gefängnis und Schweigen. Jesus sieht den Verlauf der Dinge voraus und sagt deshalb: «Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen» (Joh 16,12f). «Die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den VATER anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der VATER angebetet werden» (Joh 4,23). Bezüglich der Botschaft des VATERS an Madre Eugenia (Siehe unten Mutter Eugenia), sagte jemand zu ihr: «Madre, sie hätten 50 Jahre später leben müssen.» Die Menschen waren noch nicht bereit. Es schien ihnen, die Aufmerksamkeit zum VATERS würde die Person des Erlösers verdecken. Das Evangelium zeigt, dass dies nicht zutrifft. Die göttliche Vaterschaft erkennen gehört zur ganzen Wahrheit. Ihr Bischof, Mons. Caillot () von Grenoble, stellte fest, dass in ihrer Botschaft nichts Neues im Vergleich zum Evangelium mitgeteilt wird. Sie möchte die Aufmerksamkeit auf die Person des VATERS lenken, auf die göttliche Vaterschaft und die wahre Anbetung des VATERS, wie sie Jesus gelehrt hat und wie sie die Kirche in der Liturgie festgeschrieben hat.

 

Den Vater kennen
Hilarius von Poitiers sagte, die grosse Tat Christi war es,
den VATER bekannt zu machen. In der Tat: 17mal spricht Jesus in der Bergpredigt von seinem VATER, im Matthäus-Evangelium 47mal, im Johannes-Evangelium 115mal, davon 43mal in den Abschiedsreden.
Die Frohe Botschaft wurde von Jesus verkündet, doch kommt sie vom VATER, weil er sich als Gesandter des VATERS versteht:
«Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat» (Joh 7,16). ,«Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der VATER gelehrt hat» (Joh 8,28f). Und noch einmal: «Wer mich gesehen hat, hat den VATER gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den VATER? Glaubst du nicht, dass ich im VATER bin und dass der VATER in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der VATER, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im VATER bin und dass der VATER in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke» (Joh 14, 9-11. «Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der VATER, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag» (Joh 6,44).

Achten wir ein wenig auf den Wortlaut dieses Verses:
Niemand. Nie werden wir das Ungenügen unserer menschlichen Natur im Verhältnis zum Übernatürlichen verstehen. Demütig müssen wir den VATER bitten, uns in dieser Wahrheit zu festigen, dass ER uns an sich zieht in die ewige Seligkeit. Uns bleibt nur, seine Güte, seine Erniedrigung, seine Liebe anzubeten: «Das ist das Ewige Leben: Dich, den einzigen wahren GOTT, zu erkennen und Jesus Christus, den Du gesandt hast»
(Joh 17,3).
Der VATER kennt die Begrenztheit unserer menschlichen Natur, deshalb hat er uns in seiner grossen Liebe Jesus geschenkt, durch den wir die Fülle der väterlichen Liebe empfangen. Im VATER unser wird diese Wahrheit ausgedrückt: Der VATER gehört uns. ER lässt sich von uns mit seinem unermesslichen göttlichen Reichtum in Anspruch nehmen. «Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein VATER wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom VATER, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Hl. Geist, den der VATER in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe»
(Joh 14,23f).
Der Christ, der das Wort des Evangeliums befolgt, lebt in der Dreieinigkeit: Mit Christus, der uns erlöst hat, bewegen wir uns in der Liebe des Hl. Geistes zur Ehre des VATERS, der uns ehrt durch die Annahme als Miterben Christi
( Röm 8,17). Im Licht des Hl. Geistes spricht der VATER durch Jesus Christus zu jedem Christen, wie damals zu Petrus, als dieser erklärte: «Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen GOTTES!» Da antwortete Jesus: «Selig bist du Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein VATER im Himmel» (Mt 16,16f).
«Jeder, der auf den VATER hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen»
(Joh 6,45). Jesus hat auch uns das Recht zugesprochen, GOTT VATER zu nennen, und ER ist es in Wirklichkeit.

Der VATER in seinem Wesen als Schöpfer könnte für uns als ,Padrone` erscheinen. Doch in seiner unermesslichen Liebe und Güte möchte ER nur VATER sein! Wann erkennen wir dankbar dieses Geschenk? Doch jetzt ist es an der Zeit, sich erneut bewusst zu werden, dass GOTT unser VATER ist und sich zu erfreuen an dieser Vaterschaft, sie zu bezeugen und zu loben: Erfreuen in dem Sinne, als wir IHM vermehrt Vertrauen entgegenbringen. So will ER es! VATER bedeutet auch dies: Bezeugen in dem Sinne, als wir uns als wahre Söhne und Töchter betragen. «Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer VATER ist» (Mt 5,48). Vollkommen nicht im menschlichen Sinne, denn in unserer Beschränktheit können wir nicht einmal die Unterschiede zwischen den Personen überwinden. Vollkommen nach dem Evangelium heisst: Liebe, Barmherzigkeit und Aufrichtigkeit; Loben in dem Sinne, als wir in Freude unsere Erkenntnis bezeugen durch das Lob der unergründlichen Güte und Liebe.


Wir haben einen grossen und guten Vater. Wer sich dessen bewusst wird, wünscht sich nichts sehnlicher, als diese Wahrheit zu verbreiten. Betet darum, dass ER allen Menschen bekannt wird: «Göttlicher VATER, Hoffnung unserer Seelen: Alle Menschen mögen Dich erkennen, ehren und lieben!» So betete Madre Eugenia, angetrieben vom Geist, der in der Tiefe der Seele ruft: «Abba - VATER» (Röm 8,15). Alle Menschen sollen sich dieser Quelle des Lebens bewusst werden, die VATER heisst. Bischof Caillot dazu: «Eine schlichte Ordenschwester hat die Seelen zu wahrer Verehrung des VATERS zurückgerufen, wie Jesus sie gelehrt und die Kirche in ihrer Liturgie festgehalten hat.»

Jesus hat sein ganzes Leben der Ehre des VATERS verpflichtet. Sein Leben ist das Modell des Lebens eines jeden Christen: «Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines VATERS gehalten habe und in seiner Liebe bleibe» (Joh 15,10). «Alle sollen eins sein: Wie du, VATER, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast» (Joh 17,21).
Besonders dieser Teil des Evangeliums hatte es Madre Eugenia angetan. Sie zögerte nicht, all ihre Kräfte dafür einzusetzen, zusammen mit Jesus durch die Hände Mariens, der Königin der Einheit.

Der hl. Irenäus sagt, die Ehre GOTTES sei der lebendige Mensch, lebendig in seiner Liebe, in seinem Leben. Heiliger VATER! Alle sollen eins sein in Dir!
In Fatima fragte die Muttergottes die drei Kinder, ob sie bereit wären, alle Schwierigkeiten zu ertragen, die GOTT von ihnen fordern würde, um die Botschaft der Welt bekannt zu machen. Sie antworteten: ,Ja'. Doch wussten sie nicht, was sie erwarten würde, um in jedem Augenblick des Lebens den Willen GOTTES zu erfüllen. GOTT will nicht, dass seine Geschöpfe leiden, doch braucht es den Kampf, damit sich seine Liebe durchsetzt, folglich braucht es Menschen, die kämpfen und mitten hinein gehen in diesen Kampf.
Jesus und alle, die IHM folgen, setzen alles daran, damit alle Menschen sich der Liebe des VATERS zuwenden: «Deshalb liebt mich der VATER, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen»
(Joh 10,17).
Während 50 Jahren hat Madre Eugenia mit Geduld alle Widerspüche ertragen, welche die Botschaft des VATERS unter den Menschen hervorrief. Sie nahm sich nicht wichtig, weder in ihrer Mission, noch in den ertragenen Leiden. In Einfachheit nahm sie alles an als Willen GOTTES, Augenblick für Augenblick. Sie sieht den nicht, der ihr bös will, sah nicht einmal das Böse, wollte es nicht sehen, sondern sagte: «Ich habe keine Feinde. Ich nehme alles an als Willen GOTTES.
Der Hölle schenke ich weder Beachtung noch ein Wort.»

 

Den Vater ehren
Bischof Caillot: «Das Objekt der Botschaft, die Madre Eugenia anvertraut wurde, ist vom Gesichtspunkt der Lehre aus gesehen klar, zulässig und angebracht.»
Der Inhalt: Bekanntmachung und Verehrung des VATERS, vor allem durch die Einführung eines speziellen, von der Kirche erbetenen Festes. Die Untersuchung hat festgehalten, dass ein Fest zu Ehren des VATERS auf der Linie des katholischen Kultes liegen würde. Dies läge im Einklang mit der Bewegung des katholischen Gebetes, welches durch den Sohn im Hl. Geist aufsteigt zum VATER, wie die Gebete der Hl. Messe und die liturg. Darbringung des Kreuzesopfers an den VATER. Es erstaunt eigentlich, dass es kein Fest zu Ehren des VATER gibt: die Dreifaltigkeit wird als solche verehrt. Das WORT und der Hl. Geist werden sowohl in ihrer Sendung als auch in ihren äusseren Kundgebungen gefeiert. Nur der VATER hat kein eigenes Fest, welches die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf seine Person lenken würde. Man muss hinzufügen, dass das Fehlen eines solchen Festes mittels einer ausgedehnten Befragung unter den Gläubigen verschiedener sozialer Schichten bis hin zu zahlreichen Priestern und Ordensleuten offenkundig geworden ist: «Der VATER ist nicht bekannt, man betet nicht zu IHM und denkt nicht an IHN. Ebenfalls hat die Untersuchung zum Erstaunen aller ergeben, dass eine grosse Anzahl von Gläubigen sich vom VATER entfernt, weil sie in IHM einen schrecklichen Richter sehen. Sie ziehen es vor, sich an die Menschlichkeit Christi zu wenden. Wieviele wenden sich an Christus, er möge sie vor dem Zorn des VATERS schützen!
Die Frucht eines eigenen Festes wäre die Wiederherstellung der Ordnung in der Frömmigkeit vieler Christen. Sie würden zurückgeführt zur Weisung des göttlichen Erlösers: «Alles, was ihr in meinem Namen vom VATER erbittet...» und: »Wenn ihr betet, so sprecht: VATER unser...» Ein eigenes liturgisches Fest zu Ehren des VATERS würde den Blick auf jenen richten, den der Evangelist Johannes als VATER des Lichtes bezeichnet, von dem alle guten Gaben kommen. Die Seelen würden daran gewöhnt, die göttliche Güte zu betrachten, seine väterliche Vorsehung. Diese Vorsehung ist jene der Dreifaltigkeit. Es entspricht der göttlichen Natur, die allen drei Personen eigen ist, dass GOTT die unerschöpflichen Schätze seiner Barmherzigkeit über die ganze Welt ausgiesst.
Auf den ersten Blick scheint es zwar nicht notwendig zu sein, den VATER in eigener Weise zu ehren. Trotzdem: War es nicht der VATER, der den Sohn in die Welt gesandt hat? Wenn es schon richtig ist, die äusseren Kundgebungen des Sohnes und des Hl. Geistes als Feste zu feiern, wäre es nicht ,würdig und recht', GOTT dem VATER zu danken, was ER durch seinen Sohn vollbracht hat, wie es die Präfationen der Eucharistiefeiern tun? Der eigentliche Festinhalt käme in folgender Weise zum Ausdruck:

GOTTVATER
(Pacheraltar, Bozen)

Den VATER ehren, IHM danken und IHN loben dafür, dass ER uns seinen Sohn geschenkt hat. Wir danken jenem, der die Welt so sehr geliebt hat, dass ER seinen einzigen Sohn dahingegeben hat, damit alle Menschen, vereinigt im mystischen Leib Christi, in ihm Kinder GOTTES werden.

Belebende Impulse?
In einer Welt, die bedrängt wird von laizistischen Ideologien, vom Atheismus und modernen Philosophien, so dass der wahre GOTT
nicht mehr erkannt wird, würde jener lebendige VATER bekannt gemacht, den Jesus offenbart hat. Wäre dies kein Beitrag, dass die Zahl jener zunehmen würde, die den VATER im Geist und in der Wahrheit anbeten, wie Jesus angekündigt hat?
In einer Welt, die sich in Kriegen zerfleischt, wäre es dringend notwendig, nach einem festen Prinzip der Einheit zu suchen. Dieses Fest könnte viel zur Völkerverständigung beitragen. Die Menschen würden belehrt, dass sie alle im Himmel denselben VATER haben, jenen, der uns Jesus geschenkt hat. Als Glieder seines mystischen Leibes zieht ER uns hin zur Einheit im selben Geist der Liebe. In einer Welt, wo der Krieg so viele Seelen ermüdet und zur Verzweiflung bringt, täte die Hinwendung zu einem vertieften innerlichen Leben not. Könnte ein solches Fest sie nicht ,nach innen' rufen, um den VATER, der im Verborgenen ist, anzubeten und sich IHM aufzuopfern, IHM, der einzigen Quelle des dreifaltigen Lebens? Gäbe ein solches Fest nicht Antrieb für das übernatürliche Leben, welches die Seelen zu einer geistlichen Begegnung der Kindschaft mit dem VATER führt? Aus dem Geist des Glaubens könnten die Menschen sich dem Willen des VATERS anvertrauen.
Über dieses eigene Fest hat jedoch die Kirche zu entscheiden. Bekannte Theologen betonen, dass die Lehre über die Beziehung der Seele zur Dreifaltigkeit noch vertieft werden müsste. Dies würde ein neues Licht auf das Leben in der Einheit mit dem VATER und dem Sohn werfen, von der Johannes spricht, besonders auf die Nachfolge Jesu, dem Sohn des VATERS, und dessen Liebe zum VATER.

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Die Gesandte des göttlichen Vaters

Mutter Eugenia Ravasio (4. 9. 1907 - 9. 8. 1990)

Die heute verdrängten Charismen haben in der 2000jährigen Geschichte der Kirche vieles bewirkt, das anfänglich unmöglich schien. Mutter Eugenia gab ihr Leben hin, um als Apostel des göttlichen VATERS seine Liebe für alle Menschen bekanntzumachen. Ihr Bischof (Msgr. Alexandre Caillot von Grenoble) setzte 1935 eine Untersuchungskommission ein. Er belobigte ihre grosse Geduld, ihre vollkommene Gefügigkeit und den heldenhaften Tugendgrad. Nach reiflicher Prüfung kam er zum Schluss: «Einzig die übernatürliche göttliche Einwirkung scheint mir imstande zu sein, für die Gesamtheit der Fakten eine logische und befriedigende Erklärung zu geben... Eine schlichte Ordensschwester hat die Seelen zu wahrer Verehrung des VATERS zurückgerufen, wie Jesus sie gelehrt und die Kirche "
sie in ihrer Liturgie festgehalten hat. Es gibt nichts Verwirrtes, nur sehr Lauteres und einer soliden Lehre Entsprechendes. Nach zehn Jahren des Forschens, Nachdenkens und Betens preise ich den VATER, dass ER sich gewürdigt hat, meine Diözese zum Ort so rührender Bekundungen seiner Liebe zu erwählen.»

Die Mutter der Aussätzigen
Nach einer unglaublich harten Jugend arbeitet Bettina als 12jährige in einer Fabrik. Sie will die Aussteuer ersparen, um als Missionarin in ein Kloster einzutreten. 1927 findet sie als 20jährige Aufnahme im Missionsorden U.L.F. von den Aposteln als Eugenia. 1934 wird sie Novizenmeisterin und 1935-47 sogar Generaloberin. Die Unterstützung durch Bischof Caillot gründet auch auf den Früchten eines erstaunlichen Aufschwungs der Kongregation: 77 Gründungen in 10 Jahren und viele Berufungen, vor allem in Afrika. 1939/40 besucht sie die Missionshäuser der Elfenbeinküste. Die vielen Aussätzigen wecken in ihr neue Pläne. Sie gewinnt den Gouverneur, der ihr 100 km von Abidjan mitten in einem Urwald 100 ha Land anbietet. Das Projekt Dorf der Barmherzigkeit wird beispielhaft
(der Laie Raoul Foltereau hilft ihr dabei). Durch GOTTES Hilfe erkennt sie die Heilkraft des Samens einer tropischen Pflanze, aus der man ein Medikament zur Bekämpfung von Lepra erzeugen kann. Von den Einheimischen wird sie liebevoll Mutter der Aussätzigen genannt. 1942 führt sie eine Rundreise in 4 Mt. 22'000 km durch ganz Afrika. Mutter Eugenia nimmt in mehreren Ländern (Elfenbeinküste, Niger, Togo, Dahomey) 27 Caritashäuser in Angriff, deren Pläne sie ausarbeitet. Sie visitiert alle bestehenden Missionsstationen, wo die Schwestern 27'000 Schüler unterrichten, 7000 Kinder und unentgeltlich 365'000 Kranke betreuen.
Soviel Erfolg ruft Neid und Eifersucht. Ihre Feinde bezweifeln die Echtheit der Botschaften des Göttlichen Vaters und erreichen ihr Ziel. Mutter Eugenia wird verhaftet, ihres Amtes enthoben und muss sogar das Ordenskleid niederlegen.—
Ermutigt von einem Kardinal, der von der Übernatürlichkeit der Botschaften überzeugt ist, gründet Mutter Eugenia eine neue Kongregation
(unitas in Christo ad Patrem, 1¬00040 Anzio), deren Ziel es ist, sich für die Verbreitung der Liebe des Göttlichen Vaters einzusetzen. Ihr Nahestehende bezeugen Eugenias Leitmotiv, für die ganze Welt das Lächeln des Göttlichen VATERS zu sein.


Eine Botschaft GOTTES DES VATERS
Für Mutter Eugenia beginnt alles am 1. Juli 1932. Nach langer Vorbereitung vernimmt sie himmlische Gesänge und erblickt GOTT VATER inmitten von Engeln und Seligen
(GOTT VATER ist unsichtbar, kann sich aber (wie die Engel) den Sinnen wahrnehmbar zeigen. Die Erscheinungen sind immer konkret den Sehern angepasst): «Niedergeworfen, das Antlitz zur Erde geneigt, in mein Nichts versunken, betete ich das Magnificat. Gleich darauf sagte der VATER zu mir, ich solle mich zu IHM setzen, um aufzuschreiben, was ER den Menschen zu sagen gedenke...» ER sagte zu ihr: «Du siehst, ich lege meine Krone und ganze Herrlichkeit ab, um als gewöhnlicher Mensch zu erscheinen... Das Kreuz ist mein Weg, um zu meinen Kindern hinabzusteigen. An ihm liess IcH euch von meinem Sohn erlösen. Für euch ist das Kreuz euer Weg, um zu meinem Sohn hinaufzusteigen und durch meinen Sohn zu mir. Ohne das Kreuz könntet ihr nie zu mir kommen, denn der Mensch hat durch die Sünde sich die Strafe der Trennung von GOTT zugezogen. Durch die Eucharistie wohne ICH bei euch wie ein Familienvater. ICH wollte, dass mein Sohn die Eucharistie einsetze, um jeden Tabernakel zur Vorratskammer meiner Gnaden, meiner Reichtümer und meiner Liebe zu machen und diese den Menschen, meinen Kindern zu geben.,... ICH will euch auch zeigen, dass ICH durch meinen HI. Geist zu euch komme. » Am Schluss äussert der VATER in einer Mitteilung an den Papst den Wunsch nach einer besonderen liturgischen Feier:

1. Ein Tag soll meiner Verehrung unter dem Titel Vater der ganzen Menschheit geweiht sein. ICH möchte für dieses Fest eine eigene Messe mit eigenem Offizium. Es ist nicht schwierig, in der HI. Schrift Texte dazu zu finden. Wenn ihr mir diese besondere Verehrung lieber an einem Sonntag erweisen wollt, wähle ICH den 1. Sonntag im August; wenn ihr einen Wochentag vorzieht, bevorzuge ICH den 7. dieses Monats.

2. Der ganze Klerus lasse es sich angelegen sein, diesen Kult zu entfalten. Vor allem gebe er mich den Menschen zu erkennen, wie ICH bin und wie ICH stets bei ihnen sein werde, nämlich als der zärtlichste und liebendste aller Väter.

3. ICH wünsche, dass man mich in die Krankenhäuser, sogar in die Werkstätten, Fabriken, Kasernen, Beratungszimmer, Ministerien, in die Parlamente eintreten lässt und schliesslich in alle Orte, wo sich meine Geschöpfe befinden, wenn es auch nur ein einziges wäre. Das sichtbare Zeichen meiner unsichtbaren Gegenwart sei ein Bild, das zeigt, dass ICH wirklich zugegen bin.»

4. Das Jahr hindurch sollen der Klerus und die Gläubigen einige Frömmigkeitsübungen zu meiner Ehre auf sich nehmen, ohne dass ihre gewöhnlichen Beschäftigungen zu kurz kommen. Meine Priester sollen furchtlos zu allen Nationen gehen, um den Menschen die Fackel meiner väterlichen Liebe zu bringen. Dann werden Seelen erhellt und gewonnen werden — nicht nur unter den Ungläubigen, sondern auch in allen Sekten, die nicht zur wahren Kirche gehören.

5. Ganz besonders möchte ICH in den Seminaren, den Noviziaten, den Schulen und Pensionaten geehrt werden. Alle, vom Kleinsten bis zum Grössten, sollen mich als ihren Schöpfer und Retter anerkennen und lieben.

6. Die Priester sollen darauf bedacht sein, in den HI. Schriften danach zu suchen, was ICH einst über die Verehrung, die ICH von den Menschen zu empfangen wünsche, gesagt habe und was bis jetzt unbeachtet geblieben ist. Sie mögen sich auch bemühen, meine Wünsche und meinen Willen allen Gläubigen und allen Menschen bekanntzumachen.»

Pdf - Mutter Eugenia E. Ravasio: “Der Vater spricht zu seinen Kindern”

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