AN DER HAND MARIENS
UND DES
HL. ENGELS

  
  




Inzwischen erschien im Benedetto Verlag das Buch:
AN DER HAND MARIENS UND DES HEILIGEN ENGELS
372 Seiten, H. A. Eder, Preis pro Ex. 18.00 Euro
ISBN 978-3-905953-28-2

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 ÜBERSICHT

AN DER HAND MARIENS UND DES HL. ENGELS  

Vorwort

Weg mit dem hl. Engel

Seine Aufgabe an uns

Ohne die MUTTER gibt es keinen Weg zum hl. Engel,

Weil der hl. Engel Geist ist, ist er uns von Natur aus fremd.

MARIA, die Engelreine,  vermittelt

„Verkündigung an MARIA“ für uns

Den hl. Engel neu kennen lernen

Er ist noch „unsichtbarer“ geworden

Der Feind immer sichtbarer

Engel und Heiligkeit GOTTES

Wir stehen in der Apokalypse

Fatima und der hl. Engel

I. Teil: MARIA, das „GROSSE ZEICHEN“

Weg mit dem hl. Engel, immer mit und durch MARIA!

Guadalupe im Spannungsbogen von Genesis und Geheimer Offenbarung

Das Geheimnis des Bildes von Guadalupe

Überforderung und Gleichgewicht, 2 Kor 4,7-15; Mt 5,27-32

MARIA und die Schlange,

Eine erste Einstimmung auf MARIA zu Offb 11,19

Einstimmung auf die Schmerzen MARIAE

Text 12,1 -  6: Das große Zeichen MARIENS

„Wird der MENSCHENSOHN, wenn er wiederkommt, noch Glauben finden?“

Fatima aktuell

„Gesetzlosigkeit“

ST.GABRIEL, Engel der Rechenschaft

Der Bezug zur Apokalypse

Wer nicht glaubt, wird nicht „bleiben“

Notwendigkeit tiefer Gewissenserforschung

„Engelprüfung“

„Neu-Evangelisierung“ durch das Zeugnis im Licht

Zeugnis durch das Angesicht JESU

II. Teil: „Suchet Sein Angesicht“

ANGESICHT und Gehorsam

Fünf  Schritte zur Erkenntnis GOTTES

Ruf zur Nachfolge

Durchschauen

MARIAS BESUCH BEI ELISABETH, Lk 1, 35 -48

Liebe sucht das Antlitz GOTTES wie des Bruders

III. Teil: Umkehr

Wenn der HEILIGE GEIST kommt, wird er die Welt überführen

„Wo bist du, Adam!“ Ein „protestantischer“ Weg?

„Wer nicht sammelt…“

„Sich GOTT verweigern“

IV. Teil: Wege der Läuterung

Einfalt und Vielfalt

Bussandacht

Fruchtbare Beichte

Begegnung mit dem HERRN

Wissen um die je persönliche Schuld

„Meine je eigene Schuld“

Wie in der Stunde des Sterbens

Aktuelle und Wurzelsünde

Länge, Breite und Tiefe der Lossprechung

Erkannt und ausgesprochen

„Stufenbeichten“

V. Teil: Kampf

Wir stehen im Gericht

Das Licht Luzifers

Vom Antichristen

Der Verrat des Judas (Mt 26,14‑16),

Die einfachere Lösung Mohammeds

VI Teil: „Ganz schön bist Du, MARIA“

MARIA siegt durch ihre Schönheit

Mystische Rose

Überwindung der Erdenschwere

Die Sendung MARIENS in der ALLMACHT GOTTES

Schutzengel „aktuell“

BERUFUNG  mit dem hl. Engel

Gebet als Hingabe an GOTT

1. Hingabe des ganzen Menschen

2. Unterscheidung

3. Beten kann nur der Neue Mensch im HEILIGEN GEIST:

I. Vom inneren und vom äußeren Beten

Über die Gebetshaltungen:

II. Das Gebet mit dem Engel

III.  Gebet und Betrachtung

IV. Gebet und Sühne

V. Das Gebet mit den Tabernakelengel

Immer ist die Hlst Eucharistie die Mitte

VI. Die sieben Erzengel als Helfer in unserem Gebet

Die hl. Engel, Träger christlicher Lebensordnung

Die heilige Wandlungskraft des Kirchenjahres

Die hl. Erzengel im Dienst MARIENS

Kirche ohne Makel

Wochenkalender der sieben Erzengel,  nach der Ordnung der Votivmessen

III. Die Ordnung der 12 Tore des Neuen Jerusalem (Offb 21,10ff)

Die  E r z e n g e l  als Träger christlicher Lebensordnung

(Kurze) Weihe an die MUTTER vom Siege

VII. Teil: Schlusskapitel: „Schweigend und gehorchend…“

MARIA und der hl. Engel

Anteil des hl. Engels in unserer Betrachtung: Durchschauen, Durchdringen

Weisheit und Wissen

Unsere Mitarbeit

Die „Arbeit der Betrachtung“

Äußerer und innerer Raum der Stille

Reinheit des Herzens, Gespräch

SEIN Wort für uns

Das „Lied in allen Dingen“

„Erkennen“, Fundament und Heilsplan

Im Schweigen und Gebet wird die Gestalt des Neuen Lebens.

Fassen wir zusammen:

Gebete mit dem hl. Engel

Weihegebet an MARIA und Joseph

Die Siegeskraft des Blutes CHRISTI

BLUT CHRISTI in der Passion

Loblied auf das Kostbare BLUT CHRISTI

Kurzer Hinweis auf die Bedeutung unserer Bindung an den Schutzengel

Schutzengelversprechen.

STURMGEBET ZU DEN HL. ENGELN

KAMPFWEIHE AN ST. MICHAEL

Allgemeines Weihegebet an die hl. Engel

ÜBERSICHT

AN DER HAND MARIENS UND DES HL

 

AN DER HAND MARIENS UND DES HL. ENGELS

Eine unlösbare Verbindung, die wir wenig beachtet haben


Vorwort

Die folgenden Betrachtungen erhalten ihre Einheit aus der Sicht der Geheimen Offenbarung. Sie verweisen auf die größere Arbeit: „Einstieg in die Geheime Offenbarung. [1].

Bewusst hat der Feind Verwirrung hinein gestreut in die Dinge des Jenseits. Der erdrückende Materialismus, die geistliche Not dieser Zeit, suchen nach Hilfe. Doch gerade hier braucht der Mensch in besonderer Weise die Gnade der Unterscheidung der Geister im HEILIGEN GEIST. Sie wird dem gläubigen Menschen nur dort, wo er im HEILIGEN GEIST wieder zu beten lernt. Das mag über geformte Gebete, besonders einfach durch den Rosenkranz geschehen, im Singen in der Gemeinschaft. Es kann dem Menschen aber auch von Innen geschenkt werden, wenn er aus dem Stress unseres Arbeits- und Vergnügungslebens aussteigt und in die Stille geht. Es gibt keinen sichereren Weg zum hl. Engel als den der Stille, nur dürfen wir uns da nicht von östlicher Religiosität täuschen lassen.

Pascal hat sehr nüchtern darauf hingewiesen: „Jeder Mensch ist ein Abgrund“. Darum kann plötzlich einmal in aller Oberflächlichkeit die Tiefe der Seele aufbrechen, wie es konkret mit dieser Erde geschieht in den Erdbeben und erst kürzlich in dem riesigen Loch, das plötzlich nach einem Übermaß von Regen in Guatemala aufbrach. Haben wir die Erde nicht genügend durchlöchert in unserer Gier nach Bodenschätzen mit unseren kriegerischen Experimenten mit der Atombombe u.a.m.? Welch’ Wunder, wenn die Erde in Unordnung kommt – sie kommt aus der Unordnung unseres Lebens in dieser Zeit. Tragen wir im Leib nicht alle Elemente, wie wir sie in der Schöpfung finden? Die hl. Hildegard hat Tiefes über diesen Zusammenhang von Mensch und Kosmos im HEILIGEN GEIST erfahren.

So kann – in Bild und Gleichnis – in aller Not dieser Zeit auch einmal in  uns der „Abgrund der Seele“ aufbrechen. Wenn der Mensch stille hält und aufschaut, kann das, wie es in nicht wenigen jungen Menschen in Medjugorje geschah, ein Neuer Anfang mit GOTT werden. Doch wir sollen nicht nach Außergewöhnlichem verlangen. Auch wenn der Weg mit dem hl. Engel in der heutigen Zeit mehr als außergewöhnlich ist, bis in die Kirche hinein, es ist uns der von GOTT gewiesene Weg hin zum IHM. Von der Taufe an ist der hl. Schutzengel als Wegbegleiter zurück zu GOTT, von dem wir kommen, gewiesen. Wir müssen ihn nur, freilich mit einiger Mühe, wieder ausgraben. Das ist die Hürde, die es zu nehmen gilt: auch der Weg hin zum hl. Engel ist ein Kreuz, besonders in dieser Zeit. Wer sollte uns hier besser helfen können als die große Kreuzträgerin, die Schmerzhafte MUTTER?

Darum sei ihr diese überarbeitete Sammlung von Betrachtungen zum Thema „Engel“ aus den letzten Jahren übergeben. Wo wir in Ungeduld nach praktischen und schnellen Lösungen direkt auf den Engel zugehen, sind wir nicht nur in Gefahr ins Leere zu laufen, sondern auch vom Gegner, dem gefallenen Engel getäuscht zu werden. Darum auch hier: „Festina lenter – Eile mit Weile!“, kleine Schritte, mit der kleinen Therese vom Kinde JESU, die ein inniges Verhältnis zu ihrem hl. Begleiter hatte.

 

Weg mit dem hl. Engel

Seine Aufgabe an uns

Der Weg mit dem hl. Engel ist die gnadenhafte, unserem Wachstum im Glauben angepasste Erziehung durch die Hand MARIENS. Betrachten wir immer wieder neu, dass es heißt: der Engel der von GOTT zum Schutzengeldienst gesandt wird, darf, bevor er seine Aufgabe antritt, durch MARIA wie hindurch ziehen.[3] Erst durch sie erfährt er näher, was es heißt: Mensch zu sein. Leben doch die Engel seit ihrer Erschaffung in ihrer eigenen, vom Hl. GEIST geprägten Welt. Seit der Prüfung haben sie näher oder entfernter mit der „Welt“ zu tun, doch eher wie Ingenieure am Mischpult, die Arbeiten leiten. Je mehr sie GOTT seit der Menschwerdung CHRISTI zum Schutzengeldienst gerufen hat, umso näher kommen sie dem Menschen. Denn Schutzengeldienst bezieht sich nicht nur auf den jeweiligen Schützling, der jedem von ihnen einmal anvertraut wird (oder schon wurde), sondern auf die verschiedensten Aufgaben und Wirklichkeiten, die mit dem Menschen zusammen hängen.

Die Tradition spricht von Schutzengeln über allem Geschaffenen, nichts ist ohne GOTTES besondere Sorgen. Notwendig tragen die hl. Engel die Prägung ihrer Aufgabe, So wie man auch vor der Demokratisierung schon an der Kleidung die Berufung eines Menschen erkennen konnte. Heute wird sie von der Mode bestimmt, damit das Leben nicht noch eintöniger werde! Die Heiden verstehen besser, dass ein Engel der den Wald betreut, etwas vom Wald, der das Wasser behütet, etwas vom Wasser habe, wer für eine Gemeinschaft zu sorgen hat, etwas vom Wesen dieser Gemeinschaft an sich trage usw.! Wir müssten nur darüber mehr nachdenken. Der Mensch ist die Mitte zwischen der materiellen und der geistigen Welt. Der SOHN GOTTES ist Mensch geworden.

Darum geht der Dienst der Engel, wo immer sie eingesetzt werden, letztlich immer auf den MENSCHENSOHN JESUS CHRISTUS! Wo die hl. Engel dem Menschen dienen in seiner je besonderen Berufung, dienen sie letztlich dem SOHN GOTTES, der in ihnen Mensch werden will. Das war ja die besondere Schwere ihrer Prüfung am Anfang: sie wollten näher zu GOTT und nicht „hinunter in den Dienst“, wie wir modernen Menschen es heute im Blick auf „unsere Götter“, den Wohlstand suchen! GOTT hat ihnen nicht nur Seine Herrlichkeit erkennen lassen, sondern zugleich eine Aufgabe anvertraut, die ihre natürlichen Kräfte überstieg. Nur in Demut und kraft der helfenden Gnade GOTTES konnten die getreuen Engel am Anfang die Prüfung bestehen, in der die Stolzen stürzen mussten. Wir müssen nicht nur von unserem nach dem Plane des VATERS geschaffenen Ich zum „DU“ des SOHNES, wir müssen im, mit und durch den SOHN (an der Hand MARIENS und unseres guten Engels) hinüber zum „Wir“ im HEILIGEN GEIST.

 

Ohne die MUTTER gibt es keinen Weg zum hl. Engel,

Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird kaum verstehen, warum MARIA jetzt plötzlich so in die Mitte rücken soll. Dabei versteht sich von selbst, dass sie immer im Dienste ihres SOHNES steht. Doch wie durch sie der Heilsweg JESU in Verkündigung und Geburt JESU begann, so muss er dort wo wir ins Licht der Geheimen Offenbarung treten, in ihr enden. Sie ist in anderer Weise wir der HERR „Alpha und Omega“, wie es uns die Osternacht verkündet, nämlich Antwort auf Seinen Anruf und damit Abbild des Neuen Menschen, wie er in JESUS CHRISTUS werden muss, damit sich der Heilsplan GOTTES erfülle. ER ist das „Große ALPHA OMEGA“, sie „das kleine alpha omega“. Die Heilsgeschichte schließt, wo die Kirche sich in MARIA vollendet hat. Hier stehen wir freilich erst im Anfang.

Der Dienst des hl. Engels an uns ist heute um Einiges schwieriger geworden. Selbst die Kinder, die für ihn noch ein offenes Herz haben, auch ohne süße Engelbildlichen, haben es schwerer, denn zu Hause, in der Schule, aber auch in der Kirche ist der gute hl. Engel wie tot geschwiegen. Der Kinderglaube, der uns Erwachsene oft bis ans Lebensende stärkend geblieben ist, scheint gänzlich verloren. Wo der hl. Engel sein Bild unter uns, an das wir gewohnt waren, verliert, ist er sogar den meisten Gläubigen verloren gegangen, nach dem Sprichwort: „Aus dem Blick, aus dem Sinn. GOTT lässt ihn bewusst in die Unsichtbarkeit zurücktreten, die im Blick auf uns sein Wesen ausmacht. Geist ist von sich aus unsichtbar. Der Materialist antwortet darauf: „Was ich nicht sehe, glaube ich nicht!“ Logisch falsch, doch für die Meisten durchschlagend. Dass wir heute über den CP glauben, Alles wissen zu können (wir brauchen nur nachschauen), hilft entsprechend nach! „GOTTESbeweise“ um die sich die Theologie bemühte, sind seit der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert gegenstandslos geworden. Was hilft es zu erklären, wenn Einer nicht glauben will? Im Rationalismus begann der Siegeszug des Wissens. Was wir heute durch den CP hereinholen, versuchte damals die Enzyklopädie mit ihren gewaltigen Büchern zu leisten, die bis auf den Zweiten Weltkrieg die Bücherschränke der „Studierten“ schmückten. Sie gehörten zum guten Ton. 

GOTT muss sich einen anderen Weg suchen. Er setzt bei einem anderen „Wissen“ an, das tiefer liegt, bei unserem „Ge – wissen“. Die Vorsilbe „ge- bedeutet immer eine Verstärkung, ein höheres Maß. Hier hilft uns die Sprache, wenn sie im Geschäftsleben unserer Zeit nicht allen Geist verloren hat. Hier setzt GOTT an und zwar durch den hl. Engel, der Geist ist. Er kann sich mit uns nur durch das Gewissen verständigen. Je reiner, wasserklarer es ist, umso besser kann er uns erreichen, um so besser verstehen wir ihn, der ja keinen Mund hat und deswegen auch nicht auf unsere Weise mit uns sprechen kann. Wir müssen uns an ihn anpassen, wie wenn wir in ein fremdes Land gehen, dessen Sprache wir nicht beherrschen.

Die Prüfung in der wir heute stehen ist eine Prüfung des Geistes, und dies in verschiedener Hinsicht. Sie kann hier nur skizzenhaft angedeutet werden. So sehr wir auch in unserem leiblichen Verhältnis zu GOTT und zueinander geprüft werden, die eigentliche Prüfung geht auf den Geist. Nicht GOTT hat sich zuerst aus der Sichtbarkeit zurück gezogen, sondern wir haben ihn immer mehr aus unserer sichtbaren Welt hinaus gedrängt. Der Mensch will seine Sache allein machen und verzichtet auf Einmischung von woher immer, besonders aber, wo er sie nicht fassen kann. Dabei sollte uns gerade über die Elektronik bewusst werden, dass heute nicht das Grobe, sondern das Feine, das kaum Greifbare entscheidet. Der „kleine Mann“ kann dies, wenn er nur nachdenkt, an seinem Handy ablesen: Milliströme! Doch was hilft es, wenn der Mensch nur sein Leben hier auf Erden leben will?

GOTTES Weisheit lässt uns dazu alle Freiheit. Wenn wir nur über dieses gefährliche Geschenk einmal nachdächten, fände der hl. Engel leichter einen neuen Zugang. Auch wenn das Gewissen Geist ist, es ist ein anderer Geist, als der der Wissenschaft, der nichts Anderes anerkennt, als sein Besserwissenwollen, das keine Grenzen kennt. Was sie heute noch nicht weiß, sie wird es Morgen sicher wissen! Schon hier erkennen wir, er ist wesentlich vom Willen des Menschen bestimmt, der sich selbst gegen GOTT wie gegen den Nächsten autonom setzt. Das Wissen, das uns durch das Gewissen zukommt, muss von diesem Eigen – Willen, der sich nicht unterwirft, befreit werden, wenn es nicht dem unterstehen will, der zuerst gegen GOTT seinen Willen durchgesetzt hat, den Lichtträger. Wenn uns dies nur irgendwo aufginge, sähe für uns die Welt in einem Augenblick anders aus. Wir müssten dann nüchtern bekennen, dass sie schon heute unverkennbar das Zeichen des Besserwissers von Anfang an trägt.

Das Gewissen, in jedem Menschen angelegt, darum auch im Heiden, ist so wenig wie das Wissen der Wissenschaft vollkommen. Das gehört zum Menschen als Geschöpf, das heute ist, morgen vergeht. Darum will man ja heute einen Supermenschen schaffen. Er ist im Ansatz schon da, wo er auf eigenen Füßen nicht mehr stehen kann, sondern nur in Abhängigkeit vom Anderen und dem was der Andere geschaffen hat. Das ist freilich nur ein beschränkter Supermensch. Fehlt uns der Glauben, dass es die Wissenschaft weiter bringen wird. Erkennen wir nicht, dass dem der Retortemensch aus anderer Richtung entgegen kommt. Der Mensch von Morgen, wenn wir die Linie nur ausziehen, ist ein Marktprodukt, dass er selbst verfertigt. Doch wer denkt so weit?

Gewissen und Herz sind untrennbar. Das Wie? müsste näher bedacht werden. Es ist ein Geheimnis der Seele, die uns heute verloren geht. Das Gewissen ist ihr Organ nach Außen,  wie im Leib die Sinne. Dort ist der Mensch am meisten „Geist“ doch in Einheit mit seinem ganzen menschlichen Sein. Wieder ganz anders als der Engel. Doch nur dort kannst den den hl. Engeln hören, ihm antworten, von ihm geführt werden. Wenn du tiefer mit ihm zusammenwächst im Plan der Liebe GOTTES, dann ist dies der Ort, wo du ihm am sichersten begegnest. Es ist sein Raum in dir, den du ihm einräumst, damit er bei dir bleibe. Hier ist er nicht weit weg von MARIA, vom DREIEINIGEN GOTT, der in deiner Seelenspitze lebt. Da er selbst ganz Geist ist, sucht er in uns immer zuerst das Herz,. Leider, unser Kopf ist größer geworden und schaut mitleidig auf das arme Herz, das inzwischen verschrumpft und darum stumm bleibt.

Die folgenden Betrachtungen wollen uns helfen, ihm die Türe behutsam zu öffnen, nicht ohne die „Unterscheidung der Geister“. Da der Kinderglaube an den hl. Engel gestorben ist, müssen wir den Umweg über das betrachtende Beten gehen. Es hat den Vorteil, dass wir auf diesem Weg  besser erfahren, wer eigentlich dieser stille, unsichtbare Begleiter ist und welche entscheidende Aufgabe ihm GOTTES Erbarmen besonders in unserer Zeit zugewiesen hat. Wir müssen auch hier mit MARIA anfangen.

 

Weil der hl. Engel Geist ist, ist er uns von Natur aus fremd.

Er hat früher eine äußere Vermittlung gebraucht. Die Mutter, die Großmutter hat uns von ihm erzählt, aus eigener Erfahrung, damit war die Tür zum Herz des Kindes schon geöffnet und blieb es manchmal ein ganzes Leben, wenn der Glaube nicht in der Sünde erstickt ist. Unsere Mütter wissen schon weniger von ihm. Der Katechismus hat ihnen da oft nur ein Papierwissen vermittelt, das im harten Alltag des Lebens verblasst. Es bleibt uns die MUTTER im Himmel, die in vielen Erscheinungen über die ganze Erde hin den verlorenen Kindern in dieser Welt beweist: sie ist nicht nur im Himmel, sondern als Mutter der Straße ist sie überall ganz nahe bei uns.

Sie ist unter allen Menschen die Engelreine, reiner als die hl. Engel und doch zugleich wie wir ganz Mensch, vor allem Mutter. Auch das Muttersein, diese große, natürliche Gnade, nach der sich eigentlich jedes gesunde Frauenherz sehnt, ist heute fast verloren. Sie muss unter dem Schutt all der Mittel der Empfängnisverhütung und -tötung erst wieder neu ausgegraben werden. Manche Frauen dürfen manchmal gegen ihren Willen, dass ein Kind zu empfangen, auszutragen und zu gebären, das Leben der Frau tiefer ausfüllt als all der Flitter der Welt, der unser Herz nur immer kälter macht. Keine Frau hat dies tiefer erlebt als die MUTTER des HERRN, darum ist und bleibt sie Vorbild und Licht allen Mutterseins für alle Ewigkeit. Auf sie müssen wir schauen, in sie müssen wir uns hineinbeten, von ihr müssen wir uns erleuchten lassen, wenn wir hier wieder wachsen wollen.

 

MARIA, die Engelreine,  vermittelt

 Das Geheimnis des Mutterseins wurde ihr durch einen hl. Engel, St. Gabriel, vermittelt. Auch zum reinen, hingebenden Muttersein gibt es keinen Weg ohne den hl. Engel. Unser Wissen geht wesentlich auf das Fleisch, das des Engels auf den Geist. Was Größeres kann einem reinen Mutterherzen geschenkt werden als ein Kind? Da GOTT, der VATER, selbst die Seele im Blick auf die Seines SOHNES ins Leben ruft, müssen die hl. Engel den Eltern ratend und stärkend beistehen, dass sie sich in Ehrfurcht vor diesem Geheimnis beugen. Das Erste darf nicht sein die die Begierde des Fleisches, sondern der Wille sich in den heiligen Plan GOTTES, der über jeder Ehe steht, einzuordnen, auch hier, zuerst GOTT zu dienen. Tief musste MARÍA über die Anrede des Engels nachdenken, damit sie mit ihrem ganzen Sein sich GOTTES unbegreiflichem Wille füge.

Die einfältige Weisheit, dass ein Storch die Kinder vom Himmel herunter bringe, wie aus einem großen Teich, ist wenigstens auf dem Land noch nicht ganz verschwunden. Wird ein Kind geboren, erscheint vor dem Hause eine Storchattrappe, die ein Kind in Windeln im Schnabel trägt. Er soll den Nachbarn kundtun: „uns ist ein Kind geboren!“ Hat uns Kindern nicht der Vater einfältig erklärt, als Mutter vor der Geburt ins Krankenhaus musste, „der Storch habe sie ins Bein gebissen“? Heute würde kein Kind dies mehr annehmen, Alles muss vorher selbst durchstudiert werden und kann erst dann bejaht werden. Und doch sind wir nicht gerade hier vom Feinde in Allem überrannt. Steht er als ersterschaffenes Geschöpf in seiner Intelligenz nicht über allen anderen Geschöpfen? GOTT hat sie ihm gelassen. Doch wozu hat er sie in der Prüfung genutzt? Nicht um GOTT zu dienen, wie es die guten Engel getan haben, sondern um sich über GOTT zu stellen. Genau dies tun wir heute in allen Dingen: schon die Kinder, selbst den Eltern gegenüber wissen Alles besser. Die Menschheit ist vergiftet. 

Weil wir „wissenschaftlich“ das Wachsen eines Kindes im Mutterleibe verfolgen, schon vorzeitig um sein Geschlecht wissen wollen u.a.m., wird der „moderne Mensch“ über diesen Rest von Kinderglauben nur mitleidig lächeln oder ihn gar verlachen. Doch wie viel einfältige Weisheit ist dahinter – vor allem aber die tiefere Ehrfurcht vor den Ordnungen und Wegen GOTTES, die wir nie letztlich durchschauen können. Ist es zu verwundern, wenn aus diesem leisen oder lauten Spott, mit dem sich heute auch die Kinder über die Eltern erheben,  dann immer bewusster der Wille aufsteht: machen wir es doch selber, da wir ja so und so schon unsere Hand mit ins Spiel gebracht haben: Zeugung in der Retorte!

Wenn Ihr einmal einem solchen armen Menschenkind begegnet, dann werdet Ihr hoffentlich tief erschüttert. Da sie in der Empfängnis nicht von der Wärme des Mutterschoßes umfangen wurden, schreit ihr ganzes Sein nach Wärme. Doch wo gibt es sie noch in unserer immer mehr erkaltenden Welt? Weil man kein Herz und keine Zeit weder für die Kinder noch die alten Leute hat, schiebt man sie der Fürsorge des Staates zu. Als Ersatz für alle fehlende Wärme und Geborgenheit liefert man sie von der Pubertät an dem Sex aus. Kann es da noch Ehen geben, die in Reinheit und Demut sich dem Gebote GOTTES beugen? Der Mutterschoß wird zum Höllenschlund!

 

 Verkündigung an MARIA“ für uns

In ihm können wir uns aus dem Alptraum der Gewalt, der auch das zarte Geheimnis neuen Lebens verzerrt und zerstört, langsam lösen und bekommen wieder Boden unter den Füßen. Da wir Katholiken wenig Zugang zur hl. Schrift haben, sei hier eine „Übersetzung“ dieses Geheimnisses der Verkündigung in unser modernes Leben eingefügt. Es wurde der Zahnärztin Dr. Gloria Pollo geschenkt, als sie, gerade noch vor dem Höllenschlund, durch das barmherzige Gebet eines einfachen Bauers gerettet wurde. Er hatte wie zufällig den Zeitungsartikel gefunden, der von ihrem Schicksal erzählte: ein Blitz hatte ihren Neffen, der sie begleitete augenblicklich getötet, sie aber 7o % verbrannt.[4] Hier das Kapitel „Buch des Lebens“ in ihrem Zeugnis.

 

Eine moderne Abwandlung der Verkündigung

„Nachdem der HERR die 10 Gebote mit mir durchgenommen hatte, zeigte Er mir das Buch des Lebens. Ich wollte, ich hätte Worte, um es zu beschreiben. Welche Schönheit! Wir sehen unser ganzes Leben, all unser Tun und die daraus folgenden Konsequenzen, ob gut oder böse, in uns und in den anderen. Unsere Gefühle, Gedanken und Absichten, die unseren und die der anderen. Es ist wie in einem Film. Es beginnt im Moment unserer Empfängnis, wir sehen unser Leben von diesem Moment an – an der Hand des HERRN sehen wir unser ganzes Leben.

Als wir empfangen wurden, waren wir wie ein Göttlicher Lichtfunken, wie eine wunderbare Explosion von Licht und aus diesem Licht formte sich eine Seele, sie ist schneeweiß, aber nicht von einem weiß, wie wir es kennen. Ich sage "weiß" weil das noch am ehesten dem entspricht wie es in Wirklichkeit ist, aber sie ist so überaus schön, dass es unmöglich ist, dafür Worte zu finden – diese Schönheit, dieser Glanz – o so wunderschön ist diese Seele, so voll Licht, so strahlend, ganz durchdrungen von der Liebe GOTTES. Es ist eine so eindrucksvolle Liebe GOTTES.

Ich weiß nicht, ob sie einmal Babys beobachtet haben, sie lachen manchmal ganz allein, sie strahlen etwas aus, sie geben Töne von sich und brabbeln etwas vor sich hin. Wissen Sie, was sie da tun? Sie sprechen mit GOTT. Ja, wirklich, sie sprechen mit GOTT, denn sie sind noch ganz eingetaucht in den Heiligen GEIST. Wenn wir im Stande der Gnade sind, sind wir es auch, der Unterschied ist nur der, dass sie in ihrer Unschuld  GOTT und Seine Gegenwart genießen können.

Sie können sich nicht vorstellen, wie wunderschön das war, dass ich meine Empfängnis sehen durfte, dass ich sehen durfte, wie GOTT mich im Schoß meiner Mutter erschuf. Meine Seele war ganz in den Händen GOTTES. Ich habe den Himmlischen VATER so wunderbar erlebt, so gütig, so liebevoll, so mild. Und 24 Stunden täglich, bei Tag und bei Nacht hat ER mich behütet, mich lieb gehabt, mich gefördert. Immer hat ER mich gesucht, mein ganzes Leben lang, immer wenn ich mich von Ihm entfernte, ging ER mir nach, und das mit einer immerwährenden Geduld (und ich hatte immer nur die Vorstellung von einem strafenden GOTT). Er war nichts anderes als Liebe, nur Liebe, denn ER schaut nicht auf das Fleisch, ER schaut nur auf die Seele – und so sah ER auch, wie ich mich immer mehr und mehr von IHM entfernte.

Wissen Sie, meine Mutter war schon sieben Jahre verheiratet und hatte noch immer keine Kinder. Als ich dann empfangen wurde, war sie gerade in großer Betrübnis wegen der Untreuen meines Vaters. Als sie merkte, dass sie schwanger war, war sie voller Sorge und Angst und sie weinte vor lauter Not. Das hat in mir eine große Angst ausgelöst, die mich innerlich gezeichnet hat und ihre Auswirkung darin hatte, dass ich mich nie in meinem Leben von meiner Mutter geliebt gefühlt habe. Meine Mutter war zwar liebevoll zu mir und zärtlich, auch sehr gütig. Sie gab mir immer Liebe und Zuwendung, aber ich fühlte mich nicht geliebt und sagte immer, dass sie mich nicht mochte, immer habe ich mit diesem Komplex gelebt.

Um so etwas zu heilen, brauchen wir die Sakramente, nur sie und die Gnade GOTTES können ein solches Trauma heilen. Als sie mich zur Taufe trugen, hätten sie sehen sollen, was das im Himmel für ein Fest war. Ein getauftes Kind ist an der Stirn gezeichnet, eines Tages werden Sie es auch sehen. Das ist das Zeichen der GOTTESkinder. Es ist ein Feuer! Es ist das Feuer, das uns als Eigentum GOTTES ausweist. Aber im Buch des Lebens sehe ich auch, dass ich von klein auf mich mit den Folgen der Sünden meines Vaters füllte, mit Groll wegen seiner Treulosigkeit, wegen seiner Lügen und Trinkgelage. Zu sehen, welches Leid das meiner Mutter zugefügt hat, das hat mich geprägt. Es hat mich geprägt, hier liegt der Ursprung all meiner Widerspenstigkeit und meines schlechten Betragens. Die schlechten Vorbilder haben mein Leben geformt und ihm die Richtung gegeben.“

 

Den hl. Engel neu kennen lernen

Zuerst eine nüchterne Feststellung, die nicht nur für den hl. Engel gilt. GOTT zieht sich zurück, wie wir das auch unter Menschen erleben, wenn wir immer wieder umsonst an eine Türe klopfen und Keiner aufmacht. ER gibt nicht auf, wartet, ob nicht doch noch eine günstige Gelegenheit komme, wo der Mensch „zufällig“ einmal die Türe nicht verriegelt hat. Solche Gelegenheiten brauchen wir heute Tag für Tag, wenn wir noch aus Eigenem wirken und nicht gesteuert unsere Wege gehen wollen wie Roboter. Wenn wir schon kaum für ein gutes Wort offen sind, wie soll der hl. Engel noch an uns heran kommen?

Es ist heute zwar kein ausgesprochener Bildersturm in der Kirche, unsere modernen Kirchen sprechen anders. Sind kahl und kalt, wenn da doch noch Bilder hängen und Figuren dastehen, passen sie schlecht in diesen nüchternen Rahmen. Man hat sie hineingestellt, weil da einige fromme Seelen darauf nicht verzichten wollen. Die moderne Kunst ist bizarr und hart, sie stößt mehr ab, als dass sie anspricht. Engelbilder sind fast ganz verschwunden. Sie waren oft noch süßer als die Heiligenbilder. Dabei soll nichts gegen das Süßliche gesagt werden, doch die Kirche hat in ihrer Kunst von Anfang an Maße gesetzt, die wir nicht aus dem Auge verlieren sollten.

Selbst in anderen Religionen ist die Kunst, welcher Art auch immer, der Religion zu Diensten gestanden. Künstler und Propheten sind aus dem gleichen Holz, wenn sie allein auf GOTT schauen, dann tun sie der Kirche den besten Dienst. Die Kunst will sich selbst und wird nicht selten ihre eigene Religion. Auch hier brauchen wir wie in Allem einen Neuen Anfang, wie ihn uns die Geheime Offenbarung verspricht. Was noch irgendwie Kunst ist, könnte dienen, wenn Glauben dahinter wäre. Sie braucht „Seele“, um auf den Geist des Menschen zu wirken. Es bleibt uns das Vorbild der Romanik und Gothik. Schon im Barock wird der Engel sehr vermenschlicht und ist mehr Verzierung als Aussage.

 

Er ist noch „unsichtbarer“ geworden

Als ich das erste Mal den Bericht von Gloria las, ich hatte schon von anderen „Todeserfahrungen“ gehört, fragte ich mich: „Seltsam, dass sie kein Wort von ihrem hl. Engel spricht“, sehr wohl aber am Anfang von den bösen Geistern und dann am Höllenschlund von St. Michael. Als ihre Seele zum ersten Mal ihren Leib verließ, kamen aus allen Winkeln und Wänden des Operationssaals Dämonen auf sie zu. Sie kamen, um abzurechnen für ihre Mitarbeit bei den Sünden, die sie in ihrem Leben begangen hatte. Keine war vergessen. Der Schuldschein wurde immer größer. Der Endpreis konnte nur mit ihrem Leben beglichen werden.  Die Frage, warum sie kein Wort von ihrem Schutzengel spricht, ist überflüssig, wenn man weiß, dass Religion für sie nur noch ein Restbestand auf, der immer dünner wurde. Glauben fordert, für die Wahrheit einstehen.

Sie lebte ein Leben, in dem Glaube nur ein letzter armer Versuch war, sich vor GOTT, in allem was sie tat, zu rechtfertigen. Das hat sie sogar drüben noch bis zuletzt versucht. Du kommst drüben an als der, der du bist. Alle Schminke, nicht zuletzt die religiöse, muss fallen. Da heute kaum mehr ein Glaube an die hl. Engel in der Kirche lebt, wie soll er plötzlich aufscheinen? Das Bild des Menschen wird von dem geprägt, was er wirklich war. Und doch müssen wir die Frage noch weiter verfolgen, damit deutlich werde, dass der hl. Engel in einer Welt, in der der Mensch Alles selber macht, keinen Platz finden kann. Ist doch seine erste Aufgabe, uns immer mehr auf unsere je eigene Berufung hinzuführen, in der wir allein GOTT in Wahrheit dienen können.  

Bereitschaft zu dienen

Der heilige Engel ist in erster Linie ein Dienender. Echter Dienst drängt nicht nach vorne. Das ist mehr unsere Art. Bei uns müssen auch die kleinsten Spenden in den Klingelbeutel, damit die Anderen es auch wissen, was wir geleistet haben. Der hl. Engel ist von sich aus unsichtbar, deshalb ist es auch sein Handeln. In erster Linie geht es ihm auch im Dienst am Menschen um GOTT allein. Es waren sicher auch im Operationssaal viele hl. Engel anwesenden, in erster Linie ihr eigener. Doch das Gericht GOTTES, das schon in diesem Augenblick wortlos begann, forderte, dass sie zuerst die Größe ihrer Schuld erkenne. Sie musste sie greifbar vor sich sehen. Die Dämonen griffen mit Händen nach ihr. Es gab schon hier keine Möglichkeit mehr, ihnen zu entkommen,  nicht erst als sie sich über dem Hölleneingang mit letzter Kraft an die Kante zu klammern suchte. Der Sog, der sie nach unten riss, war nicht zu überwinden.

Gloria war in diesem ersten Erlebnis im Operationssaal erst auf der Schwelle des Gerichtes. Wo sie später dem HERRN in Seinem Wort persönlich begegnete, war Alles um sie ausgelöscht. Die Dämonen suchen das Weite, sie können die Gegenwart des HEILIGEN GOTTES nicht ertragen! Erst am Höllenrand erinnerte sie sich an St. Michael und schrie mit allen Kräften nach ihm. Sie hatte seinen Namen wohl einmal als Kind in der Katechese gehört. Er lässt also nicht auf eine weitere Bekanntschaft mit den hl. Engeln schließen. Da sie noch vor dem HERRN ihre Schuld zu vertuschen suchte, war für den hl. Engel, der im Gericht für uns eintritt, keine Gelegenheit, ein Wort für sie einzulegen.

Der hl. Engel gehört zu den Geheimnissen des Himmels, die so zart sind, dass sie nur ganz reinen Seelen aufgehen. Unsere Welt ist eine Welt der Gewalt, des Lärmes und der Unreinheit geworden, wie soll da für ihn, nahe der Reinheit und Demut MARIENS, noch ein Platz sein?

Die hl. Engel sind so eins mit GOTT, dass in allem was sie sind und tun auf IHN allein hinweisen. Mit ihnen ist es nicht so wie es uns mit Glaubenswahrheiten geht, die wir zu greifen versuchen, um ihnen eine eigene Kapelle einzurichten. Da tritt das eigene fromme Ich  nach vorne, GOTT bleibt im Hintergrund. Wo GOTT im Leben eines Menschen ausgespielt hat, da ist der hl. Schutzengel vom Bösen gefesselt, ja mundtot gemacht. Was dem HERRN in der Nacht vor dem Gericht im Kerker an Bosheiten angetan wurde, das muss der Schutzengel in ähnlicher Weise erleiden, wo er durch seinen Schützling dem Feind ausgeliefert ist. Die geheimen Leiden JESU, von denen die hl. Brigitte erzählt, sprechen Bände von der satanischen Grausamkeit und wecken in uns das Bild der Kzs. Dort hatten die Dämonen über die Brutalität der Verantwortlichen freie Hand, mit ihren Opfern zu tun, was immer ihnen einfiel.

 

Der Feind immer sichtbarer  

Damit ist auch die Frage beantwortet, warum drängt GOTT nicht die hl. Engel, dass sie eingreifen? GOTT zahlt nicht heim mit gleicher Münze, wie wir es tun. Wo Einer mit Gewalt herein stürmt, ist es am besten, sich zurück zu ziehen. Wenn ich nur auf die Seite gehe, fällt er kraft eigenen Stürmens auf die Nase. Asien weiß mehr von solcher Kampftechnik. Sie beobachten viel genauer. Wo der Mensch den Blick für die Wirklichkeit des hl. Engels verliert, wäre es Theater, wenn GOTT sie menschlich einkleiden wollte, um sie uns näher zu bringen. Der hl. Engel muss sich in sein Eigenes zurückziehen. Darum können wir ihm in dieser Zeit nur im Geist begegnen, das aber heißt wesentlich in unserem Gewissen. Wie notwendig ist darum für uns die tägliche Gewissenserforschung, wie sie im Kloster Brauch war und doch heute auch dort verloren gegangen ist. Kein Wunder, dass der Engel auch bei den „Geistlichen“ nicht mehr durch kommt. Wo man sie nicht leugnet, haben sie doch an Aufmerksamkeit verloren. 

Anders beim gefallenen Engel. Da er auf allen Gebieten im Vormarsch ist, liebt er es im Dickdruck zu arbeiten, dass man ihn nicht übersehen kann wie die aufdringliche Reklame unserer Geschäftswelt. Wie zuerst in der Versuchung JESU in der Wüste vor dem HERRN stellt er unverblümt seine Würde als der Fürst dieser Welt heraus. Unsere Sünden, besonders die der Lauheit im Glauben, haben ihm den Weg bereitet. Die Geheime Offenbarung weist darauf hin: die tödliche Wunde Satans, die er durch den Kreuzestod JESU erlitt, ist geheilt. Unser Glaubensabfall hat ihm das „Leben“ zurück gebracht. Er ist es, der über uns Werkzeuge die Welt regiert.

Der Feind regiert

Offb 13,2 – 4: Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht. 3 Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach. 4 Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen?

Wie nüchtern ist die Sprache auch dieses letzten Buches der Bibel. Wir müssen der nackten Wahrheit ins Gesicht sehen: „wir sind in seine Gefangenschaft geraten“, es gibt keinen Weg heraus als durch die größere Gnade GOTTES, wie sie Gloria im letzten Augenblick noch erfahren sollte. Es braucht einen Gnadenakt GOTTES, der einen letzten Funken von Wahrheit in uns entzündet, dass wir die Größe unserer Schuld anerkennen und IHM zu Füßen fallen.  Am Höllenrand noch schrie Gloria mit allen Kräften. Doch sie schrie allein aus panischer Angst. Keine Erkenntnis einer Schuld.

Nur wenn wir unser Gewissen durch Gebet, Buße und Beichte immer neu reinigen, kommen wir dem hl. Engel langsam näher, wächst in uns die Sehnsucht nach einem reineren Leben. Der hl. Engel will in uns das „Immer näher zu GOTT“ nähren, das wir hier auf Erden gar nicht ausschöpfen können. Es wird sich erst Drüben zur Fülle entfalten können. Obwohl ganz rein, hat sich  MARIA an der Hand ihres hl. Engels immer nach dem „Mehr“ ausgestreckt. Erinnern wir uns an das Gleichnis JESU vom „Unnützen Knecht“, der doch Alles getan zu haben glaubte,  was er tun konnte.

Um diese Reinheit, wie sie in MARIA aufleuchtet, geht heute der Kampf.

Er fordert mehr als je vom Menschen gefordert wurde. Wie der hl. Engel schon im Anfang der Zeit sein ganzes Leben hingegeben hat, so müssen jetzt auch wir tun, um mit ihm in eins den Kampf mit der Übermacht des Feindes aufzunehmen. Weil heute Menschen sich bewusst auf die Seite des Feindes stellen und ihm Werkzeug werden, wie wir es für GOTT sein sollten, verlangt GOTT von uns das bewusste und offene Bekenntnis zu ihnen als den ersten Knechten GOTTES, die auch wir an ihrer Hand werden sollten.

Gnaden wie die der Todeserfahrung sind zuerst erschütternder Aufruf an eine Menschheit, die dem Fürsten dieser Welt dient, bewusst oder mitgerissen. GOTT fordert von den Getreuen den bewussten Dienst an Seinem Reich, wie der hl. Engel und mit ihm. Dies ist der Weckruf, der in den Posaunen der Apokalypse alle Gläubigen zu den Waffen ruft. Wo das Licht des hl. Engels uns erleuchtet, kommt neues Leben in all das, was der „weltoffene Glaube“ abgetan hat.

 

Engel und Heiligkeit GOTTES

Sie ist uns verloren gegangen, im Blick auf das Wort GOTTES, das Wirken des Hl. GEISTES, die Sakramente (im Zeichen des Kreuzes!), die heute nur noch Chiffren sind, die beliebig gedeutet werden. Wo wir nur äußerlich umändern, verdecken wir unseren Unglauben. Wir ändern willkürlich liturgische Formen, die als heilige Zeichen auf GOTT hin durchsichtig sind. Wir müssen sie nur im Hl. GEIST zu deuten wissen. Nicht die nüchternen Strenge der Tridentinischenmesse ist die Lösung. Sie hilft uns nur wie das Gesetz nach Paulus unsere Gesetzlosigkeit zu erkennen. Der Blick des Herzens, das GOTT sucht, geht heute mehr in Richtung des Bild- und Formenreichtums der östlichen Liturgie. Morgen wird GOTT durch die hl. Engel neue Wege bahnen.

Sind die hl. Engel nicht in erster Linie „liturgische Geister“, die uns die Weite und Schönheit Göttlicher Ordnung nahe bringen wollen, damit Kirche schon hier auf Erden „himmlisches Jerusalem“ werde? Ein äußerer Vollzug des Glaubens, auch wenn er ein wenig weiter geht als bei Gloria, ist nur wieder ein Versuch, uns zu rechtfertigen, statt uns als arme Sünder zu bekennen. Wer GOTT ist und was ER von uns verlangt, auch wenn wir darum im Kopf zu wissen glauben, wird nicht von heute auf morgen erfahren. Wir müssen Seine Gegenwart im getreuen Dienst an GOTT mitten im Alltag einüben gegen eine Welt, die GOTT bis in die Kirche hinein abgetan hat, weil sie sich schon hier auf Erden das Paradies einrichten will. Nur dann wird das heilige Wechselspiel zwischen „Ora et labora“ – zwischen Alltag und hl. Liturgie fruchtbar und führt uns unmerklich näher zu GOTT, wo immer uns GOTT hingestellt hat. 

Die Menschheit ist heute in eine Prüfung hineingestellt, die in der Prüfung der Engel am Anfang der Zeit ihr Gegenstück hat. Der Engel musste im Anruf St. Michaels: „Wer ist wie GOTT?“ in einem Augenblick entscheiden: Ewiges Leben oder ewige Verdammnis. Je mehr die Macht des Feindes uns bedrängt, umso mehr verlangt GOTT auch von uns ein unverrückbares Bekenntnis zu IHM, wenn nötig im Martyrium. Wer soll uns dazu die Kraft geben? Die Kirche steht mit dem HERRN in der Ölbergstunde.

Mit letzter Kraft hat eine hl. M. M. Alacoque im Auftrag JESU versucht, uns im Bild des Hlst. Herzens JESU der Kirche die Mitte wieder zu schenken, die sie schon vor 200 Jahren zu verlieren drohte. Die „heilige Stunde“, die fromme Herzen aufnahmen, liegt nicht zufällig in der Ölbergstunde JESU auf Gethsemani. Sie ist heute wie die Andacht zum Unbefleckten Herzen, die Bitte um die Hilfe des hl. Engels, der den HERRN zu stärken kam, verblasst, wenn nicht verschwunden. Wer schaut dieser traurigen Wirklichkeit ins Auge? In aller Verlorenheit an die Welt sind wir voll des Besserwissens. Nie hat es so viel Diskussionen und Konferenzen über den Glauben gegeben. Doch es fehlt das Zeugnis. Das Wort muss unserem Versteckspiel vor GOTT dienen. Welche Verkehrung.

Wenn GOTT nicht unter einfachen Laien Seine Propheten riefe, die uns ins untrügliche Licht GOTTES stellen, aufrüttelte, die Verwirrung des Geistes nicht mehr zu durchbrechen. Das modernistische Experiment mit der Liturgie öffnet die Kirche Richtung Welt. Der hl. Engel wird uns helfen, uns auch in der Armut der heutigen Liturgie zu GOTT durchzukämpfen. Anpassende Vereinfachungen in Fragen der Wahrheit sind nicht nur im liturgischen Raum Täuschung. Wer steht diesen „Propheten“ bei von kirchlicher Seite bei, da sie ständig vom Feind angegriffen sind und die Lügenpropheten die Verwirrung des Geistes weiter treiben?

Wer hilft ihnen zur Unterscheidung der Geister? Man schickt sie zum Psychiater! Das Bild unserer Wirklichkeit ist dunkel. Wir wollen das Dunkel nicht noch dunkler machen, es ist nicht zu übersehender Hintergrund für das Licht, das uns GOTTES Erbarmen durch die hl. Engel schicken möchte, damit es in den Herzen der Getreuen aufleuchte und sie stärke in aller Bedrängnis dieser Zeit.

 

Wir stehen in der Apokalypse

Die dunklen Zeichen, auf die wir schon im Blick auf die Posaunen hingewiesen haben, lassen keinen Zweifel, dass schon jetzt die Zornschalen über uns kommen. Wer hat den Mut in der Kirche darauf hinzuweisen? Selbst die besten Hilfsaktionen, in denen wir uns vor der Welt rechtfertigen, sind nur ein Tropfen Wasser auf einen heißen Stein. Wenn die Hilfe in der Horizontale nicht von der Vertikale des Kreuzes getragen ist, ist sie nicht mehr Zeugnis des Glaubens. Nur von protestantischer Seite kam in USA ein klärendes Wort, dass nüchtern darauf  hinwies, dass die Regierung von Haiti, dem Feind das Land in die Hand gespielt hat.

Das Wort: „sie bekehrten sich nicht!“ steht wie ein Menetekel an den Wänden der Schöpfung. Der grausame Mord der Abtreibung geht weiter, wenig Auge und Anerkennung hat die Kirche für die tapferen Frauen und Männer in der Bewegung Pro Life, die wöchentlich vor den Kliniken dem Feind ins Auge schauen. Wer erkennt in dieser dämonischen Mordlust, die über die Unschuldigsten herfällt, die schwarze Hand des „Mörders von Anbeginn“, der das Leben in der Wurzel nicht nur vergiftet sondern bewusst zerstört? Wer denkt daran, dass uns das Gleiche blüht, wenn der Feind die Kirche abräumt, die in den Getreuen der letzte Fels ist, der ihm entgegensteht?

Die jüngste Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist ein weiteres Zeichen, das geflissentlich übersehen wird. Ist darauf nicht in der dritten und noch mehr in der vierten Posaune ausdrücklich hingewiesen? Hier der Text: Offb16:1-7: Dann hörte ich, wie eine laute Stimme aus dem Tempel den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde!  2 Der erste ging und goss seine Schale über das Land. Da bildete sich ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten.  3 Der zweite Engel goss seine Schale über das Meer. Da wurde es zu Blut, das aussah wie das Blut eines Toten; und alle Lebewesen im Meer starben. 4 Der dritte goß seine Schale über die Flüsse und Quellen. Da wurde alles zu Blut. 5 Und ich hörte den Engel, der die Macht über das Wasser hat, sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger; denn damit hast du ein gerechtes Urteil gefällt. 6 Sie haben das Blut von Heiligen und Propheten vergossen; deshalb hast du ihnen Blut zu trinken gegeben, so haben sie es verdient.  7 Und ich hörte eine Stimme vom Brandopferaltar her sagen: Ja, Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung. Wahr und gerecht sind deine Gerichts urteile.

Der Mensch hat sich zum absoluten HERRN der Schöpfung erhoben. Ohne Verantwortung gegenüber GOTT tut er, was ihm zum Nutzen ist, ohne auf die Folgen zu achten. Es geht ihm auch hier nur um Geld und Macht. Heil oder Unheil der Menschen wird nicht abgewogen. Bei allem Geschrei um die Vergiftung des Bodens geht auch hier das Unheil weiter. Die erste Zornschale ist hier die Rechnung, die wir nicht mehr bezahlen können. In Medjugorje wurde darauf hingewiesen, dass ein Drittel der Mensch an Krebs sterbe. Die Plagen unserer Zeit sind um Einiges grausamer als die im Mittelalter, wo sie noch als Strafe GOTTES verstanden wurden und zur Umkehr führten. Damals ist St. Michael an den verschiedensten Orten aufgetreten, um dem Tod Einhalt zu gebieten, wenn die Menschen auf die Knie gingen.

 

Fatima und der hl. Engel

GOTTES Erbarmen hat uns in vielfacher Weise und dies schon von Weither auf das Unheil hingewiesen, das wir durch unsere Unbußfertigkeit auslösen. Es geht hier nicht nur um prophetische Sichten, die heute nicht Wenige verwirren, sondern um das nüchterne Angebot des Erbarmen GOTTES, uns gegen die Übermacht des Feindes zu rüsten. Sie ist, wenn wir tiefer schauen schon in der Vorbereitung der Hirtenkinder durch den hl. Engel Portugals angeboten. Fatima steht nahe zur feierlichen Dogmatisierung der Himmelfahrt MARIENS. Die Erscheinung ULF in Fatima hat eine ähnliche Bedeutung für das Dogma der leiblichen Himmelfahrt MARIENS wie die von Lourdes für das Dogma der Unbefleckten Empfängnis. Sie muss deswegen im Licht dieses Dogmas verstanden werden.

Die Erscheinung in Fatima unterstreicht nicht nur, dass MARIA wahrhaft mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren ist. Sie lässt erkennen, dass GOTT sie uns mit den hl. Engeln in der Bedrängnis dieser Zeit zur Hilfe schickt. Die Vollendung MARIENS durch ihre Himmelfahrt soll letztzeitlich der ganzen Kirche zuteil werden. Der hl. Engel in Fatima hat nicht nur die Kinder auf die Erscheinung ULF vorbereitet. Der  hl. Engel hat vor ihnen das tiefe Geheimnis GOTTES aufgerissen, das wir heute verloren haben. Lucia schreibt: „Erst durch den hl. Engel erfuhren wir, wer GOTT ist, wie sehr ER uns liebt und von uns geliebt zu werden wünscht“ (aus dem Gedächtnis). Dieses Wort kann nicht genug betrachtet werden. Wenn wir dazu erfahren, dass der hl. Engel Portugals kein anderer ist als St. Gabriel[5], wird uns noch deutlicher: der HERR will in den Herzen der Gläubigen in ganz neuer Weise Mensch werden, wenn wir uns IHM nur wie Kinder öffnen. Der Höhepunkt der Erscheinung ist dort, wo St. Gabriel den Kindern in der hlst. Eucharistie den „furchtbar geschändeten HERRN“ reicht und um ihre Sühne bittet. Diese Bitte geht über die Kinder an alle die, die Glauben erkennen dürfen: Die Kirche steht im Gericht und doch zugleich in der Verheißung „Siehe ICH mache Alles neu!“ Der Feind hat dies sofort erkannt und mit aller Macht zugeschlagen. Die Entführung der Kinder durch die Freimaurer vor der Erscheinung am 13. August ist notwendiger Teil der Botschaft Fatimas.

Der Feind ist eine Stunde früher aufgestanden

Nicht umsonst hat Luzia darauf hingewiesen, dass wegen dieser Schandtat auch das Sonnenwunder kleiner ausgefallen sei. Folge davon aber war, dass die Kirche länger brauchte, um diese Erscheinung anzunehmen. In diesem Sinne will auch bedacht werden, warum in den meisten Veröffentlichungen zu Fatima die Engelerscheinung nicht oder nur am Rande erwähnt wird. Damit ist der Botschaft ULF Wesentliches entzogen. Der Feind schläft nicht wie damals und heute noch mehr die Kirche. Die Bedeutung der Erscheinungstage wird auch dadurch gemindert, dass jetzt an jedem Sonntag „Erscheinung“ gefeiert wird. Der ernste Anruf MARIAS an die ganze Menschheit ist eine beliebig zu wiederholende Feier geworden, die dem Touristenzulauf entgegen kommt.

Vor der Begegnung mit dem hl. Engel hatten die Kinder auf ihre kindliche Art den Rosenkranz beschnitten. Kinder lieben zu spielen, so war ihnen mehr Zeit dafür geschenkt. Wie anders ist es schon nach der ersten Erscheinung geworden. Spielen wir heute nicht in all den Diskussionen um den Glauben auf die Art der Erwachsenen mit dem Geheimnis GOTT, das wir nicht mehr fassen können? Wenn wir dem hl. Engel begegneten, würden wir vor Schrecken zu Boden fallen. Das Alte Testament weiß uns davon mehr zu sagen. Wo wir die GOTTESfurcht verlieren, weil wir den HERRN in die Hand nehmen dürfen, ist im Besserwissen des Menschen die Weisheit, die viel mehr ist als Wissen, verloren gegangen. Dass Fatima durch den Namen der Tochter Mohammeds uns auf die eindringende Macht dieser jetzt stärksten Religion aufmerksam machen will, bleibt unserem Buchstabenverständnis von „Offenbarung“ notwendig verborgen.

Das scheidende Licht des hl. Engels

Wie notwendig brauchen wir das scharfe, ja unerbittliche Licht des hl. Engels, um uns aus dem Zwielicht der Vernebelung, das heute die ganze Kirche einhüllt, heraus zu reißen. Der Walt Disney Traum, den die Media auf ihre Weise steigern und auf unser ganzes Leben ausdehnen ist die wirksamste Droge, uns des letzten Sinnes für die Wirklichkeit zu rauben.  Furchtbar wird die Menschheit erwachen, wenn diese Scheinwelt schon Morgen zusammen bricht. Sie setzt ganz unscheinbar an, wie wir an der Verkündigung MARIENS erkennen. Allein auf den hl. Engel zu hören, hat uns das Heil vom Himmel gebracht. Genauso kann es uns geschehen, wenn wir lernen, auf die Stimme unseres guten Schutzengels zu hören. Denn dies ist seine erste Aufgabe: uns den HERRN zu verkünden, IHN tiefer in unser Herz zu senken, dass ER bis in den Alltag hinein bei uns sein kann, damit endlich Sein Leben unser Leben werden.

Keine allgemeine Lösung, Allerweltshilfe, sondern Seine ganz persönliche Hilfe für jeden von uns, wo immer er steht, wer immer er ist. Er muss nur an IHN glauben, es mit IHM versuchen. Während die großen Worte und Werke der „Großen“ dieser Welt die Menschheit immer mehr versklaven, schenkt uns GOTTES Liebe über den hl. Engel die Begegnung mit dem GOTT und Heiland, der für jeden von uns am Kreuz gestorben ist. Wo selbst die Priester der Kirche versagen, weil sie mit hinein gezogen sind in das moderne, oberflächliche Leben, dort wird der hl. Engel uns unentbehrlicher Führer durch den Dschungel von Machenschaften und Meinungen, die den Menschen von GOTT abziehen. Du musst es nur versuchen.

Auch wenn es um den hl. Engel still geworden ist, die hl. Schrift, die Tradition und nicht zuletzt die Liturgie sprechen eine klare Sprache. Der Feind hat ihn zu einem Kinderspielzeug gemacht, man schämt sich unter Gläubigen von ihm zu sprechen. Wie groß ist seine Macht, die wir ihm schon eingeräumt haben. Er weiß sie bis in den kleinsten Leerraum unserer Seele auszudehnen. Wo ein Wert verloren geht, verschleudert wird, hat er schon zugegriffen. Im Licht der Geheimen Offenbarung muss das Schattenspiel, das wir mit dem hl. Engel getrieben haben wie ein schlechter Traum im Tageslicht vergehen. Gerade jetzt wo der Feind meint, seinen schärfsten Gegner entschärft zu haben, steht er als gewaltige Lichtgestalt wieder vor  uns auf: Geist vom GEIST GOTTES. Seltsam dass selbst die Pfingstler nichts von ihm zu sagen wissen.

„Werk der hl. Engel“

GOTTES Erbarmen schickt ihn neu, hinein in dieses Dunkel, um es nach oben aufzureißen. Genau dies geschah, da ER 1949 in einer armen Kammer in Innsbruck zu einer einfachen Frau, die schon als Kind von ihrem guten hl. Engel geführt wurde, von diesem Seinem Plan sprach, die Kirche durch die Hilfe der hl. Engel aus der babylonischen Gefangenschaft zu retten, sie anzuheben, dass sie im Sehnsuchtsschrei: „Maranatha = Komm’ HERR JESUS komm’!“ der Getreuen der GOTTESstadt entgegen gehe, in der sie sich vollenden wird.  So Gewaltiges kann geschehen, wo der Glaubende in der Demut MARIENS dem hl. Engel seine Hand reicht, dass sie von nun an gemeinsam den Weg über diese leidgeprüfte Erde gehen.

Die konkrete Hilfe dazu ist das „Werk der hl. Engel“.[6]  Sie kann nicht ohne die Hilfe MARIENS und nur in  Abhängigkeit von ihr  verstanden und genutzt werden. MARIA ist nicht nur die Pforte, durch die der SOHN GOTTES diese Erde betrat, sie ist zugleich die Schließe der Heilsgeschichte. Sie wird in JESUS CHRISTUS mit der Hilfe der hl. Engel die erlöste Menschheit zum VATER heimbringen.  Diese Hilfe ist der ganzen Kirche angeboten, darum wartet der HERR darauf, dass sie auch von ihr angenommen werde. Sie wird in dem Maße wirksam, wie der je  einzelne Gläubige ihr bewusst sein Herz öffnet. Darum steht sie auch in besonderer Weise im Zeichen des Hlst. Herzens JESU und des Unbefleckten Herzens MARIENS. Es sind diese beiden Glaubensgeheimnisse, die GOTTES Erbarmen im Abstand von 200 Jahren vorbereitend der Kirche geschenkt hat, die diesen dritten Schritt fordern.

Wir können dies an Fatima deutlich erkennen. Obgleich die Kinder stellvertretend für die Kirche den Anruf des Unbefleckten Herzens MARIENS in heroischer Weise aufgenommen haben, obgleich diese Botschaft nach langem Zögern dann über die Welt ging, der Zweite Weltkrieg konnte nicht vermieden werden, ein dritter steht am Horizont.Die Weihe an das Unbefleckte Herz MARIENS war nicht in der Form geleistet worden, wie es der Himmel forderte. Nur der HEILIGE GEIST könnte uns Licht und Kraft geben,  sie, jeder an seinem Platz, in die Tat umzusetzen. Nicht irgendeine Hilfe ist hier gemeint[7], sondern konkret durch die hl. Engel, die uns GOTT in diesem Anliegen zur Seite stellt. In verhüllter Weise ist auf sie schon in der Botschaft von M.M. Alacoque hingewiesen, wo der HERR ihr mitteilt: „Wenn diese Hilfe nicht angenommen wird, wird ER die Kirche mit Seiner Heiligkeit umgeben. Wer sich ihr nicht unterwirft, wird in seinen Sünden zugrunde gehen.“[8]

Menschliches Versagen

Noch bevor die Kirche zu dieser Hilfe, von der ihr Mitteilung gemacht wurde, Stellung nahm, ist eine kleine Gruppe wacher Menschen, die sich um Frau Gabriele Bitterlich scharte, für sie eingestanden. Zu schnell drang sie nach Außen. Auch die Wachen sind Kinder dieser Zeit, die von Ungeduld durchzubrechen geschüttelt wird.  Wo immer, nicht nur im Stress der Arbeit, steht der Mensch in einem Anruf stehen, der menschlich überfordert. Der Anruf des hl. Engels hätte erst in Stille im Herzen wurzeln und wachsen müssen, wie es durch das Werkzeug GOTTES für diesen Plan deutlich gewiesen war. Der Feind wusste um unsere Schwäche und nützte sie um dieses Gnadenangebot im Keim zu vernichten. Mit dem hl. Engel setzte GOTTES Weisheit durch MARIA den Fuß auf den Kopf der Schlange.

Ist es nicht mit der Botschaft von Fatima ähnlich gegangen? Wie lange hat es gebraucht, bis die Kirche sie aufnahm – für die Welt zeichenhaft erst in den letzten drei Päpsten, da sie an diesem heiligen Ort schon von den Touristen in den Boden getreten wird. Es muss wohl, wo immer, selbst bei den Getreuen das Nurzumenschliche offenbar werden, damit wir langsam erkennen: allein GOTTES größeres Erbarmen kann es vollbringen, was ER uns angesagt hat, seit ER im SOHN zu uns auf Erden kam. Selbst unser Versagen wird weisendes Zeichen, dass die Kirche, wo sie dem HERRN treu bleiben will, wie ein Samenkorn „unter die Erde“ muss? Nur aus solchem demütigen Sterben kann kommen, was der HERR in der Apokalypse verspricht: „Siehe ICH mache Alles neu!“(Jo 21,5). Notwendig müssen erst die ernüchtert werden, die zuerst für diese Botschaft eingestanden sind.

Sie müssen zuerst von allem bloß menschlichen Verstehen und bloß Gutem Willen gereinigt werden, um diesem heiligen Plane GOTTES in, mit und durch MARIA dienen zu können. Die  hl. Engel sind mit uns in diese Prüfung gestellt, mit ihnen werden wir sie in der Geduld GOTTES bestehen. Sie vermitteln uns nicht nur die Kraft ihrer Treue, sie werden selbst als unsere Kampfgenossen tiefer in das Geheimnis des Kreuzes gezogen. Johannes, der Lieblingsjünger des HERRN, kann in das einbrechende Dunkel der Prüfung schon jetzt das Licht der Auferstehung zu bringen: er darf als Erster (nach den hl. Engeln), da er das Grab betritt, die Auferstehung CHRISTI erfahren[9]. Hat er nicht auch die Geheime Offenbarung als Gefangener des Kaisers und über Hundertjähriger in der Grotte von Patmos empfangen? Nur sterbend kann der Mensch dieses gewaltige Licht aufnehmen.

 

Wenn das Samenkorn…

Der HERR sagt es uns in Jo 12, 23ff: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. 24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. 25 Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Das Samenkorn JESU hat zuerst den Boden dieser Erde durchstoßen. Wir müssen, jeder einzeln, endlich die ganze Kirche, folgen, um Frucht zu bringen für die Rettung der Welt. GOTTES Mühlen arbeiten langsam aber unaufhaltsam. In Seiner Weisheit hat Alles seinen rechten Ort, seine rechte Zeit und seine entsprechende Verwirklichung – im HEILIGEN GEIST!

Der Mensch muss in vielen Prüfungen und Enttäuschungen, die er meist selbst auslöst, gereinigt werden, um zur rechten Antwort vor GOTT zu kommen. Es geht hier nicht um irgendeine neue Devotion, sondern um die endzeitliche Hilfe, wie sie uns in der Geheimen Offenbarung durch Johannes aufgezeichnet wird. Kirche und Menschheit stehen  im Gerichte GOTTES. Die hl. Engel sind nicht nur endzeitliche Hilfe den Gläubigen, sie vollziehen das Gericht über allen Unglauben der Menschen. Wie Rauch löst sich in diesem Licht die Fatamorgana des Wohlstandes auf. Mit ihr hat der Böse mehr Boden gewonnen als durch die letzten beiden Weltkriege und alle Gewalt, die seither auf Erden wütet im Kleinen wie im Großen. Wer tiefer einsteigt in die Geheime Offenbarung wird erkennen!

Jo 12, 20 – 23: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. 21 Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. 22 Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen gesprochen hätte, wären sie ohne Sünde; jetzt aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde. 23 Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. In der Prüfung des Anfangs schied GOTT die Engel aus, die im Blick auf ihre eigene Herrlichkeit als Geschöpfe des Lichtes sich nicht dem unbegreiflichen Plane GOTTES fügen wollten. Ein ähnliches Gericht im Dunkel der Unbegreiflichkeit GOTTES steht heute über die Kirche und durch sie über die ganze Menschheit.

Nicht Weltende sondern Reinigung

Nicht auf das Weltende geht es, wie voreilig und falsch gedeutet wird, sondern um eine Reinigung der Kirche und der Menschheit wie in der Engelprüfung des Anfangs und für die Menschheit im Anfang die Sintflut war. Gen 6,11-13: Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller Gewalttat. 12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben; denn alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben. 13 Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben.

Wie soll der Mensch die Verheerung, die er selbst verschuldet hat, wieder gut machen? Hilfsbereit steht der Feind, der an Intelligenz weit über dem Menschen steht, versuchend neben ihm, um ihm dazu seine Hilfe anzubieten. Nüchtern, demütigen und zerknirschten Herzens müssen wir erkennen: nicht dem Menschen ist sie anvertraut, wie es Besserwisser lautstark verkünden, sondern der stillen, unsichtbaren Macht der hl. Engel, der Getreuen GOTTES. Sie sind durch das Feuer der Läuterung gegangen sind, vor dem wir umsonst zu fliehen versuchen. Geschickt hat der Böse sich selbst mit der Hilfe der Gescheiten aus dem Sichtfeld des Menschen zurückgezogen. Selbst in der Kirche werden die verlacht, die noch an den Teufel glauben. Umso besser kann er im Trüben fischen und sich unerkannt nach vorne drängen.  

 

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I. Teil: MARIA, das „GROSSE ZEICHEN

Weg mit dem hl. Engel, immer mit und durch MARIA!

 

Guadalupe im Spannungsbogen von Genesis und Geheimer Offenbarung

Im Bild lässt sich dieser Spannungsbogen deutlich erkennen. Er lässt sich in dem Begriff: „Wort und Antwort“ fassen.

GOTT ruft am Anfang in der Genesis Sein Wort: „Werde!“ in das „tohu wa bohu“ hinein, und es wird die Schöpfung in Sieben Tagen  der Scheidung.

Doch im Blick auf den Fall des Menschen durch die Schlange ist schon der SOHN mit Seinem Wort: „Weiche!“ unterwegs. Es steht ja schon am ersten Tag und zieht sich dann durch die übrigen Schöpfungstage.

Der GEIST spricht zu all denen, die das „Werde!“ aufnehmen und sich der notwendigen Scheidung unterwerfen sein „Komme“ – wie es am Ende der Geheimen Offenbarung siebenmal auftaucht.

 

Diese drei Grundbegriffe durchdringen sich gegenseitig wie in der Perichorese (= Durchdringung) der Drei Göttlichen Personen.

In der Erscheinung von Guadalupe zu Beginn der Neuzeit tritt der HEILIGE GEIST mit Seinem „Komme“ nach vorne („actiones Smae. TRINITATIS ad extra súnt unum!“), so wie im AT der VATER, in der Erlösung der SOHN nach vorne getreten ist und mit dem Tod CHRISTI ganz leise der HEILIGE GEIST im Namen des SOHNES. Genau dieses Geheimnis haben die Franziskaner, die damals mit Cortez in die Neue Welt aufbrachen über Joachim Fiori „gespürt“. Dass R.F. dann verurteilt wurde, zeigt nur, dass die Zeit damals dafür nicht reif war, dass er zu früh aus dem Geheimnis, das ihm aufgegangen war, herausgetreten ist.

Langsam wird uns deutlich werden, dass wir gerade in diesem Bild der Parabel JESU von der  „Heimkehr des Verlorenen Sohnes“ wie von selbst näher kommen. Der HERR sagte es am Anfang nüchterner. „Kehrt um, das Reich GOTTES ist nahe!“ Wo die MUTTER uns in der Nachfolge JESU anruft, wie es uns Lukas vermittelt, hat der Ruf „Kehrt um, das Reich GOTTES ist nahe!“ die mütterliche Tönung „Der VATER wartet auf die Heimkehr des Verlorenen Sohnes, darum schickt ER mich voraus!“. Die Mutter GOTTES will im Namen ihres SOHNES und in der Kraft des HEILIGEN GEISTES ihre Kinder sammeln, um sie JESUS CHRISTUS, der als Richter wieder kommt, entgegen zu führen. Das Reich MARIENS muss dem Reich des CHRISTKÖNIG vorausgehen![10]

 

Das Geheimnis des Bildes von Guadalupe

Das Bild ULF von Guadalupe (ULFG) ist ein großes Geheimnis, denn in ihm will der HERR durch Seine Mutter MARIA ins Herz des Menschen sprechen, wie es in ähnlicher Weise die Ikonen der Ostkirche tun. Und doch ist auch zu ihnen noch ein Unterschied.

Das Malen von Ikonen steht unter strengen Gesetzen, die das Persönliche des Malenden, das in der westlichen Malerei so stark nach vorne tritt, zurück drängen. Nicht die persönliche Sicht ist entscheidend, sondern GOTT. Darum werden die Ikonen von Menschen gemalt, die von der Heiligkeit GOTTES durchdrungen sind und vor ihr zurück treten. Im Anfang waren es vor allem Mönche, GOTTgeweihte. Dies wird auch heute noch vorausgesetzt.

Das Malen von Ikonen verlangt nicht nur, dass der Maler sich streng an die Regeln, die über dem Malen der Ikonen stehen, hält. Sie sind wie das Gebet, das aus dem Herzen des Menschen aufsteigt, mehr ein Sein des Menschen vor GOTT als ein Tun. Dabei tritt in den Ikonen die Person des Malenden ganz zurück und doch ist sie in anderer Weise, im Geiste da, sonst wäre Ikonenmalen nur eine Technik, die man zu erlernen brauchte. Der Hl. GEIST muss den Pinsel führen, so wie in einem begnadeten Prediger der Hl. GEIST durch seine Worte spricht.

GOTT selbst hat das Bild von Guadalupe gemalt. Es entspricht Seinem Gedanken über MARIA von Ewigkeit her und Seinem hl. Willen, durch sie den Menschen wieder heim zu holen durch Seinen SOHN. Dies spricht sie ihrem Boten, Juan Diego, schon am Anfang tief ins Herz hinein. Sie will dem Volk, zu dem sie GOTT sendet, GOTT selbst offenbaren, darum bittet sie durch Juan Diego den Bischof um ein „Haus“, wo sie dies tun kann. Durch ihr nicht von Menschenhänden geschaffenes Bild bleibt sie in diesem Haus, anders als bei anderen Erscheinungen, wo sie durch ein ihrer Erscheinung ähnliches, von Menschenhand geschaffenes Bild, an ihr Kommen erinnert. Hier ist sie es selbst, die bleibt. In Medjugorje hat sie dies vor Pilgern unterstrichen.

Wie der HERR uns durch Sein Wort ganz persönlich ansprechen will, so will auch die MUTTER durch ihr Bild jeden Einzelnen anzusprechen, so wie sie es mit Juan Diego getan hat. Auch wenn vieles Wunderbares zu diesem Bild zu sagen ist, dies ist ihr Herzensanliegen: sie will uns persönlich JESUS in das Herz legen. Wir sollen es nicht nur anschauen, sondern vor ihm beten, zu ihr aus unserem Herzen sprechen, nachsinnen, wie sie es getan hat, damit wir besser verstehen!

Es war Glaube der Azteken, dass GOTT die Welt malend geschaffen hat. Auf diesen vom Hl. GEIST eingegebenen Gedanken hat GOTTES Erbarmen zurückgegriffen, da er das Bild MARIENS auf den rauhen, aus Agavefasern gewebten Stoff der Tilma Juan Diegos malte. Damit hat ER kund getan, dass sich nicht nur das Bild, sondern die allerreinste Jungfrau selbst in Leib und Seele des Sehers einprägen sollte. Was ER an ihm getan hat, will ER in ähnlicher Weise auch an jedem von uns tun, der bereit ist, wie Juan Diego in ihren Dienst zu treten. Darum müssen wir in dem „Knaben“ zu ihren Füßen, der sie tragen darf, zuerst den Seher, aber dann auch durch ihn den Anruf an uns erkennen, ihr Bote zu sein.

Weil heute selbst in der Kirche nicht mehr recht verstanden wird, was Gebet eigentlich bedeutet, wollen wir den Fragenden mit der Betrachtung „Gebet mit dem hl. Engel“  zur Hilfe kommen. Hat MARIA nicht ganz konkret den Kindern von Fatima durch den hl.Engel geholfen, wirklich, mit Leib und Seele zu beten? Luzia hat dies demütig in ihren Erinnerungen gestanden. „Erst jetzt wussten wir, wie groß GOTT ist und wie sehr ER uns liebt!“ Sie haben betend in Einheit mit dem hl. Engel erfahren, wie anders das Gebet zu GOTT aufsteigt, wenn es bewusst mit dem hl. Engel gebetet wird. Der hl. Engel lag mit ihnen am Boden, anbetend den „furchtbar geschändeten HERRN“.

Gebet ist mehr als fromme Beschäftigung, es muss heute Anbetung und Sühne zugleich sein, um den Namen „Gebet“ zu verdienen. Darum geht es dort verloren, wo sich der Mensch im Gebet vor GOTT versteckt, abschirmt, wie es den Gebeten der Heiden eignet. Es hatte schon einen tiefen Sinn, dass die Erscheinung des Engels von Portugal ein Jahr den Erscheinungen der MUTTER voraus gegangen ist. Ohne die Vorbereitung durch ihn hätten die Kinder das Kreuz ihrer Sendung nicht tragen können. Sind wir heute nicht alle gerufen als Kreuzträger dem geschändeten HERRN zur Hilfe zu kommen?

Dieses Anliegen leuchtet noch dringender auf, wenn wir annehmen dürfen, dass der hl. Schutzengel von Portugal kein anderer war als St. Gabriel, der Engel der Verkündigung an MARIA. Der HERR will im Gläubigen neu Mensch werden – wie groß ist dieses Geheimnis. Juan Diego, die Kinder von Fatima und in anderen Erscheinungen geben dafür greifbares Zeugnis. Lassen wir uns nicht von ihnen beschämen, die MUTTER spricht durch sie auch zu uns!

 

Überforderung und Gleichgewicht, 2 Kor 4,7-15; Mt 5,27-32

Überforderung

Dass die Bergpredigt den durchschnittlichen Christen überfordert, ist auch der Kirche schon lange offenbar. In der letzt gebrauchten Ausgabe der Moraltheologie von Noldin, es muss um die 30. unveränderte Auflage gewesen sein, wurde sie nur in einer Fußnote erwähnt. Der Moraltheologe Häring hat diesen Bann zu brechen versucht und auf das „Gesetz CHRISTI“ hingewiesen, das mehr ist als Moral, weil es die persönliche Begegnung mit CHRISTUS, ja die Einwandlung in IHN fordert! Nicht um Moral geht es, sondern um ein neues Sein, das wir im Wort der Apokalypse erahnen, wenn dort der HERR verheißt: „Siehe, ICH mache alles neu!“

Weil die Kirche in der Welt ist, muss sie sich immer wieder der Welt anpassen, Ähnliches geschah ja schon mit dem Mosaischen Gesetz durch die Schriftgelehrten. Es ist unvermeidlich dass die Kirche in ihrem Bemühen, dem durchschnittlichen Christen entgegen zu kommen, „Brücken“ bauen muss. Wir erleben es heute in dem so missverstandenen „Aggiornamiento“, das als „weltoffenes Christentum“ verstanden wird. Der Begriff der „Welt“ nach Johannes ist hier so radikal verkehrt wie im vergangenen Jahrhundert der gefallene Lichtträger als der wahre Christus verkündet wurde!

„Nur zu schaffen mit der Gnade“

Paulus weist in Kor 4,7, dass die Kraft, das Gesetz CHRISTI zu erfüllen, nicht aus uns kommt, wir sind zerbrechliche Gefäße, die dies nicht fassen! So entscheidend der Wille des Menschen ist, er muss sich am größeren Willen GOTTES empor ranken. Im Gleichnis gesagt: unser armes Bemühen, einen Fluss schwimmend zu überqueren, wird nicht gelingen, wenn wir gegen die Strömung in der gleichen Höhe am anderen Ufer ankommen wollen. Die alten Fähren nützen dazu ein Seil, das über den Fluss gespannt ist: Kraft der Strömung wird die Fähre hinüber getrieben! GOTTES Wille ist das Seil, das führt, wenn wir uns daran hängen,. In ihm werden die Strömungen, die uns sonst hoffnungslos fortreißen, in Dienst gezogen!

Wo sich unser Christsein von Gesetzen ableitet, die uns überkommen sind, ist es zu schalem Salz geworden, das auf den Straßen dieser Welt zertreten wird. Dabei ist nichts gegen die Traditionen gesagt: sie können auch heute noch Leitplanken sein, wenn sie uns helfen, hinaufzusteigen zu GOTT.

Paulus will IHN nicht mehr sehen, wie er IHN noch im Fleische gekannt haben könnte. Es braucht die Erkenntnis im HEILIGEN GEIST. Nur im Hl.GEIST ist Seine Gegenwart im Hlst. Altarsakramentes zu erkennen, denn ER ist gegenwärtig im HEILIGEN GEIST. Der „GEKREUZIGTE“ muss uns bitter werden. IHM musste Paulus auf dem Weg nach Damaskus begegnen, statt dem vorgeblichen Messias, der es wagte, dem Gesetz der Schriftgelehrten die Stirn zu bieten. Er irrte sich in anderer Weise wie M. Magdalena, da sie den Auferstandenen mit dem Gärtner verwechselte. Sie irrte im Fleisch, Paulus im Geist – beides sehr menschlich, „weltoffen“, doch falsch! Wo die Schrift als das im HEILIGEN GEIST zu verstehende Wort des mystisch in seiner Kirche bleibenden HERRN verstanden und aufgenommen wird, sind nicht wir es, die es erfüllen, sondern der GEIST, der es uns zu verstehen gegeben hat.

Pharisäer und Sadduzäer werden gleicherweise zuschanden

Paulus wird in höchster Bedrängnis durch die Besatzungstruppen aus dem mörderischen Streit der beiden Parteien entrissen! Sie helfen einander in ihrer Gegensätzlichkeit, Paulus dem Gesetz zu entreißen! Wir müssen zuerst in unserem Gesetzesdenken zu Schanden werden, wie es handgreiflich Saulus geschah, bevor er zu Paulus wurde. Es braucht einen Neuen Menschen, der nicht zum Leben kommt, wenn der alte nicht vorher gestorben ist. Selbst bei einer so gewaltsamen Bekehrung wie bei Paulus nimmt sich GOTT dafür Zeit. „Seine Zeit“ kommt aus der Ewigkeit  und baut die Brücke hinüber in die Ewigkeit. Die Zeit einer Welt, die sich selbst genügt ist tot und kann nur Totes hervorbringen!

Weil wir immer wieder in „unsere Zeit“ abgleiten, sie gegen „Seine Zeit“ zu rechtfertigen versuchen, wird Paulus nicht müde zu unterstreichen: nur aus der Gnade, nicht aus dem Gesetz kann uns das Heil kommen. Der Streit zwischen Traditionalisten und Modernisten wiederholt den zwischen Pharisäern und Sadduzäern in der Zeit CHRISTI! Beide lösen das Gesetz CHRISTI = Seine Mystische Gegenwart in der Kirche kraft der Sakramente auf.

Es ist nicht zuerst ein Gesetz, das uns rechtfertigt, sondern Seine Lebendige Gegenwart in uns! Darum wird sie auch von jedem lebendigen Christen in je anderer Weise erfahren, doch immer bleibt sie auf diese Seine Gegenwart im Sakrament bezogen und widersetzt sich jeder auflösenden Deutung und Anpassung an unsere Notwendigkeiten. Sie vermag sie aufzunehmen, doch sie wird sie einwandeln, so wie ER seine Zeit, als ER in Palästina unter Seinem Volk wandelte, aufnahm. Wo immer zwischen uns und den HERRN ein von Menschen gemachtes oder verändertes Gesetz tritt, haben wir IHN wie die Juden ans Kreuz unseres Besserwissens geschlagen! Damit sich das „Siehe ICH mache alles neu“ erfülle, muss darum, was immer sich gegen IHN, den LEBENDIGEN GOTT auflehnt, zu Schanden werden! Auch dies wird jeder von uns, spätestens in der Stunde seines Todes erfahren.

Vermittlung in MARIA

Nicht nur der Christus, den wir unseren Gesetzen untergeordnet haben, auch Seine heilige Mutter, MARIA wie wir sie in eigener Frömmigkeit oder auch gelehrtem Wissen fest gelegt haben, sind den Bilderstürmern unserer Zeit, von welcher Seite sie auch kommen, ausgeliefert. Darum will auch die Vermittlung durch MARIA anders verstanden werden, als wir sie fest gelegt haben. Sie ist dem schöpferischen Willen GOTTES unterworfen und darum so wenig zu greifen wie die Lebendige Gegenwart CHRISTI in der Kirche. Sie muss notwendig ihr Bild sein. Am nächsten kommen wir ihr, wenn sie uns als die „Madonna della Strada“ = die Mutter auf den staubigen Straßen dieser Welt begegnet, die in unzähligen Erscheinungen, ihre Kinder zu sammeln versucht!

Robinsons „GOTT ist tot“ weist auf den GOTT, den wir durch unser Besserwissen, alt oder neu, erschlagen haben. Er kann erst dort auferstehen, wo wir leer geworden sind und wie ER zum VATER beide Arme ausstrecken. In ähnlicher Weise stirbt heute ein Bild MARIENS, an dem sich Frömmigkeit fest klammert, die nicht weniger wie die Gesetzeslehrer es besser weiß. Auch hier geht es in anderer Weise um Rechtfertigung!

Auch wo sie in ihren Erscheinungen auf das Gesetz hinweist, tut sie es, recht verstanden, im Sinne des hl. Paulus: es ist Zuchtmeister hin auf CHRISTUS, nicht mehr und nicht weniger. Es soll uns lehren, dass wir es mit dem Gesetz nicht schaffen! Schon in ihrer ersten Erscheinung in Mexiko weist sie auf ihren SOHN: für IHN soll Juan Diego den Bischof bitten, eine Kapelle zu bauen, damit sie IHN dort dem Volk offenbaren kann. Als ihr nicht von Menschenhand gemaltes Bild in der Ayate des Indio erschien, warf sich auch der Bischof vor ihm auf die Knie. Er hatte verstanden: in ihr war er IHM begegnet. Er zuerst als der von der Kirche bestellte Hirte, musste voraus gehen! Gleiches soll uns heute durch ihre Erscheinungen vermittelt werden. Voraus gehen einfältige Menschen wie Juan Diego; darum sucht sich die MUTTER meist auch Kinder als ihre Boten!

Wenn wir ihren Erscheinungen betrachtend ein wenig nachgehen, kann es uns gnadenhaft geschehen, dass sie sich auch in unserem Herzen abbildet, damit wir in ihr den SOHN erkennen, der sich des Volkes erbarmt, das heute nicht weniger als die dem Menschenopfer verfallenen Azteken auf Irrwege geraten ist. Der Menschenopfer gibt es heute nicht weniger, sie sind nicht weniger blutig und grausam wie die damals in Mexiko. Wir sehen zu sitzend zu Füßen der Fernseher, weniger erschüttert als damals das arme Volk zu Füßen der Pyramiden.

Menschenopfer fehlen auch nicht in unseren Reihen! Wo immer der Streit um den rechten Glauben von den Besserwissenden geführt wird, ist dem HERRN das Herz, auf das es doch allein ankommt, aus dem Leib gerissen, wie es einst den armen Opfern geschah, denen die Priester das Herz aus dem lebendigen Leibe rissen. Geschieht heute nicht Ähnliches wo ein Priester verführt, statt wie der Gute Hirte zu führen?

Der „Kleine Weg“ in MARIA

Da in der Gesetzlosigkeit unserer Zeit die Liebe erkaltet, können wir sie nur noch in MARIA finden. Immer, wenn wir in Spannungen gestellt werden, wie sie uns auch in der ersten Lesung heute in Paulus vorgestellt werden, sollten wir an die erste gewaltige Spannung, das erste Kreuz MARIENS, denken, das ihr in der Verkündigung durch St. Gabriel auf die Schulter gelegt wurde. Menschlich konnte es sie nur erschlagen. Das muss ihr im Schweigen nach der Anrede durch St. Gabriel aufgegangen sein. Sie erschrak nicht vor der Lichtgestalt des Engels, sie erschrak vor der Größe des Auftrages, der sich ihr nahte, sie spürte IHN heraus, der ihr Sohn werden sollte!  Wie lange sie betrachtend geschwiegen hat, wird uns nicht berichtet, Hinweis, dass jedem von uns die Zeit gewährt wird, die er braucht, damit die Gnade bei ihm einbrechen kann.

Wir brauchen diese Zeit des betenden Nachdenkens, GOTT gibt sie, wir müssen sie nur aus Seiner Hand nehmen, wie die Kinder, wie ein Juan Diego. Auch er wollte nach dem ersten Abstieg zum Bischof, der ihn misstrauisch abfertigte, aufgeben! An seinem Gehorsam gegen alle menschliche Einsicht ist damals die Evangelisierung der Neuen Welt gehangen! Viel steht bei uns auf dem Spiel. Wo immer wir in die Spannung des Kreuzes gestellt werden, im Alltag oder bei wichtigen Entscheidungen, stellen wir uns wie MARIA unter dieses Kreuz der Verkündigung, nehmen wir es an, wie der HERR am Anfang des Kreuzweges; nur so kann uns das Kreuz zum Heil werden. Betrachten wir, beten wir,  um zu erkennen, was GOTT mit diesem Kreuz, klein oder groß meint. Fragen wir wie MARIA St. Gabriel gefragt hat. Ist nicht in solchen Augenblicken unser guter Schutzengel uns besonders nahe, da er besser weiß, worum es geht?

Es geht auch in den „kleinen Dingen“ um Verkündigung, nur dort, wo wir in, mit und durch MARIA uns zu einem klaren Ja: „Siehe ich bin die Magd des HERRN“ durchringen, kann der HERR in uns Mensch werden, sind wir als Christen wieder ein Stück gewachsen! 

 

MARIA und die Schlange,

das Tier aus dem Meer und das aus dem Lande (12, 1-13,18)

Mitte der Geheimen Offenbarung!

 

Eine erste Einstimmung auf MARIA zu Offb 11,19

Die Brücke vom 11. zum 12. Kapitel ist das „Bekenntnis JESU“, wie es im letzten Vers des Kapitels (18) heißt. Hier steht an erster Front vor allen Heiligen im Himmel droben und auf Erden die MUTTER des HERRN, darum hat sie auch GOTT in dieser Zeit ihrem SOHN als letzte Prophetin vorausgeschickt. Sie ist es, die den wenigen Getreuen die Augen öffnet für die Zeichen der Zeit, die ihnen Wegweisung gibt, wie sie den Kampf bestehen können und sie dort, wo sie sich ihr weihen, in ihr Unbeflecktes Herz hinein nimmt, dass sie vor allem Bösen behütet seien. Nicht eine weitere fromme Andacht ist diese Weihe, sondern Lebensrettung in höchster Gefahr.

GOTTES Barmherzigkeit lässt sie uns erkennen  als „die Siegerin in allen Schlachten“. Wo sie als die stillste und verborgenste der Frauen aus GOTT heraustritt, beginnt der letzte, entscheidende Kampf, darum das fünffache Zeichen himmlischer Gewalt: „Blitzen, Dröhnen, Donnern, Beben und schwerer Hagel“. Sie sind Hinweis auf die Macht der Fünf Wunden des HERRN, in deren Kraft MARIA vorerlöst wurde.  Der Hagel in seiner Kristallform – wir müssen die „5“ als Mitte der „4“ sehen, erster Hinweis, dass mit den hl. Engel die GOTTESstadt naht.

MARIA, bis zur Fülle der Zeit in den Gedanken GOTTES ruhend (vgl. Spr 8,22), in der Erlöserzeit mit dem HERRN gehend, schirmt uns durch ihre Macht und Fürbitte vor dem Zugriff des Bösen ab. Sie steht dem höllischen Drachen und seinem ganzen Anhang (12,3) gegenüber, an ihr muss sich alle Macht des Bösen brechen. Durch ihre Geburtswehen schauen wir zurück zu Eva wie zu den Wehen der Frau in der Sehnsucht nach dem Erlöser durch Tausende von Jahren bis zur Fülle der Zeit.

Immer hat MARIA ihren Schöpfer und GOTT angebetet. GOTT selbst hat es ihr in die Seele gelegt, diese unzerreißbare Verbindung durch die Anbetung. Weil aber alles Gute, GOTTnahe, von GOTT kommend in GOTT lebt, liegt auch die Anbetung in der höchsten Form des liebenden Schauens und Einsseins eingebettet im DREIEINIGEN GOTT; sie ist Wandlung aus GOTT hinein in GOTT. Kommunion zielt auf Einsein.

Die Flügel des Adlers, das sind die Schwingen des HEILIGEN GEISTES; das ist die Tragkraft des allvermögenden Wortes GOTTES, welche die Kirche immer zu MARIA und MARIA immer zur Kirche und mit der Kirche zu GOTT tragen werden.  Dort wird sie sein für „eine Zeit“, die Zeit des VATER, die Schöpfungszeit hindurch und die „zwei Zeiten“ des SOHNES und eine „halbe Zeit“, das ist die Wirksamkeit der neun Chöre der hl. Engel in der Erlöserwirksamkeit des HEILIGEN GEISTES. Als „halb“ wird sie deshalb bezeichnet, weil sie scheidet den Weizen von der Spreu.

Eine und zwei Zeiten und eine halbe Zeit sind sieben halbe Zeiten, zusammen 1.260 Tage oder Lichter. Der siebente Teil von 1260 ist 180 – wieder 9. So ist das Schweigen im Himmel im VATER und SOHN und im GEIST gegen die neun Chöre der Engel gewandt. Schweigend richten sie sich, den Willen des DREIEINIGEN GOTTES auszuführen (vgl.: 8:1 „Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.“)

 

Einstimmung auf die Schmerzen MARIAE

Ein jäher Blitz jagt mitten durch das Licht um den Thron des Allerhöchsten; es ist wie ein tausendfacher Schrei, der einen Spalt aufreißt. Diesseits des Spaltes ist es hell, jenseits ist Nacht geworden, und es geht hinunter in Abgründe, die kein Engel je ausloten könnte. Im Licht steht das Weib, mit der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen, um ihr Haupt eine Krone von Sternen. Aus der Nacht dräut der Drache mit den vielen Köpfen, den vielen Hörnern, den vielen Kronen.

Das ist die größte geschöpfliche Gegensätzlichkeit, die vom Thron GOTTES weg bis hinunter in den tiefsten Abgrund reicht und nicht aufhören wird zu sein, bis GOTT einst sagen wird: „ICH mache Alles neu!“ Sie ist als d i e Frau von Ewigkeit her in der Göttlichen Weisheit mit dem SOHN GOTTES und damit dem Heilswerk verbunden: MARIA, die Jungfrau. Ihr gegenüber Luzifer, der Ersterschaffene, der Engel der Lichtträger GOTTES, der in sich selbst das Nein gegen GOTT zeugte, das Widernatürliche, das WiderGöttliche, das Widergute, das Böse. Er ist mit seinen Legionen Engeln aus dem Licht GOTTES gefallen und zum Drachen geworden, der das Weib verfolgt bis zum Ende der Zeit.

Während aber GOTT in Seinen Gedanken MARIA behütete wie einen Schatz, hat er die irdische Frau auf die Erde gestellt, und siehe, schon hat der Drache sie gewittert, schon war sie in Eva seine Beute. Der Drache hat nie aufgehört seither das Weib zu verfolgen, MARIA, die er nie erlangte, im Weibe  begehrt er sie, um sie als Beute gegen GOTT zu besitzen. Die Frau hat nie aufgehört in heiligen Wehen das ewig Seiende, zu tragen, zu gebären, hinein in die Schöpfung immer tiefer, immer schwerer, immer todumlauerter. Jede Frau des GOTTESvolkes und des Volkes Israel war Vorbild MARIAE und schrie mit ihr in Schmerzen nach dem kommenden Erlöser.

Doch die flehenden Strahlen der Frau und des Volkes, die gerade wie der Rauch des Morgenopfers aufsteigen sollten zu GOTT, wanden sich durch die Sünde wie Schlangen am Boden dahin. Da aber schrie MARIA noch in den Gedanken GOTTES auf in ihren Wehen! Ist sie nicht Schicksalsgebärerin, WORTgebärerin in Erlöserschmerzen?

 

Text 12,1 -  6: Das große Zeichen MARIENS

12:1 Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. 2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.3 Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. 4 Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren würde. 5 Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. 6 Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.

Dieses Zeichen wird Gegenwart auf Erden in der Erscheinung U.L.F. von Guadalupe, 1531, zu Beginn der Neuzeit, am Tepeyac in Mexiko. Das Zeichen, ihr nicht von Menschenhänden gemaltes Bild, ist geblieben bis auf den heutigen Tag. Nur geringfügig unterscheidet sich das „Wortbild“ der G.O. von ihrer Gegenwart im Bild. Es wartet auf den Zeitpunkt, da es im letzten geistigen Kampf den Getreuen GOTTES als Siegesbanner voran ziehen wird[11]. In seiner Schönheit und seinem Wundercharakter ist es Verheißung des Sieges: die MUTTER des HERRN ist im ihm wahrhaft gegenwärtig – 8 Millionen Indios in 10 Jahren getauft sind dafür Zeugnis – da ihr Antlitz  (sie kommt von Osten!) nach Westen weist. Sie ist Verheißung für das weitgehend heidnische Asien, dass bald auch in diesem Kontinent das Licht des Evangeliums siegen wird.

Mit der „Neuzeit“ beginnt der geistige Kampf in ein erstes Stadium zu treten mit der Verkündigung der „doppelten Wahrheit“: eine die GOTT offenbart, eine die der Mensch in Vernunft erkennt. Die Renaissance, rückgreifend auf das griechische Altertum, verkündet eine „Neue Geburt des Menschen“. Im Wettstreit mit der Kirche hat der „Neue Geist“ bald die Künste und Wissenschaften auf ihrer Seite, die Fürstenhöfe gewonnen, immer mehr dringt er in ein die Politik, bis er endlich in der französischen Revolution mit Gewalt die Zügel ergreift. Napoleon trägt den Neuen Geist über Europa bis hinein nach Russland zu tragen, wo er am tiefsten Wurzel gefasst hat und von dort im Kommunismus über die ganze Welt geht. Die Fahne: „Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit“ wird das Banner einer Menschheit, die sich von GOTT los gesagt hat und „ihre Zeit“ gekommen zieht. Ihre Religion, vom Osten her angehaucht, ist das „New Age“ unserer Tage, das den Griff nach dem „Apfel der Erkenntnis“ (= sein wir GOTT!) in Einheit mit aller Esoterik zusammenfasst.

Offb 12,7-12, der Kampf Michaels und seiner Engel

7 Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, 8 aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. 9 Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinab geworfen. 10 Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. 11 Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod. 12 Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinab gekommen; seine Wut ist groß, weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.

Immer wird schweigend auf die beiden Gemeinden Smyrna und Philadelphia zurück verwiesen, auch hier in den Blutzeugen, die im Blut des LAMMES gesiegt haben, auch wenn der Feind sie erschlug. Es ist nicht die Kraft des Menschen, sondern die Macht GOTTES, die den Feind in die Knie zwingt.

Das Bild der von der Sonne umkleideten Frau umgreift die ganze Heilsgeschichte, von der Prüfung der Engel im Anfang der Zeit (Gen 1,1 – die Scheidung von Licht und Finsternis = der Scheidung der getreuen von den aufrührerischen Engeln!) bis ans Ende, das Weltgericht. GOTT hat sie gegen den Drachen gestellt schon im Anfang der Zeit, sie wird durch den SOHN den Kopf des Drachen zertreten, auch wenn er sie bis in die Wüste verfolgen wird. Es ist ihr Sieg, der in all den Blutzeugen aufleuchtet, „die ihr Leben nicht fest hielten bis in den Tod“

 

Text 12,7 – 18: die Verfolgung der „Frau“

13 Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. 14 Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. Dort ist sie vor der Schlange sicher und wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt.15 Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. 16 Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete sich und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte. 17 Da geriet der Drache in Zorn über die Frau, und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die den Geboten Gottes gehorchen und an dem Zeugnis für Jesus festhalten. 18 Und der Drache trat an den Strand des Meeres.(NB! dieser letzte Vers kann auch auf Johannes bezogen werden: „ich trat....“, als Einleitung zu 13.1)

„Wüste“ will hier vor allem im geistigen Sinne verstanden sein – auch im Gegensatz zum Wohlleben zum Alleshaben in der Welt. Wie Abraham am Anfang ausziehen musste aus der Verderbnis seines Volkes, so sind heute die Getreuen gerufen, ihre „Absage an Satan und seinen Pomp“ in die Tat umzusetzen, auch wenn sie in der Abweisung des Zeichens 666 nicht mehr kaufen noch verkaufen können. Doch alle heilen Kräfte von GOTTES Schöpfung, nicht nur die hl. Engel, nicht nur die Heiligen, besonders die Märtyrer, auch die stumme Schöpfung kommen den Getreuen zur Hilfe. Sie sind unsere besten Verbündeten im geistigen Kampf.  „Wüste“ heißt hier auch: unser Vertrauen allein in GOTT setzen – im Gegensatz zur Welt, die ihre technische Beherrschung der Schöpfung immer mehr ausbaut. Richtung im Kampf geben die Gebote GOTTES, die der Feind heute außer Kraft zu setzen versucht  u n d  das Zeugnis für JESUS, der Bekennermut, der der Kirche heute so sehr fehlt. Die Wenigen, die widerstehen, können in aller Bedrängnis, auch von ihren eigenen Glaubensgenossen, nur in der Kraft der Gnade gegen Strom stehen.

 

13, 1- 5:  der Drachen und das „Tier aus dem Meer!“

13:1 Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die Gotteslästerung waren. 2 Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht. 3 Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach. 4 Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen?

Das Tier, das hier „aus dem Meer aufsteigt“ ist der Fürst des Abgrundes. Es steigt aus dem „Meer des Lebens“, das sich dem Abgrund zugewendet und von GOTT abgewendet hat. Wir werden hier an das Wort von den „Tiefen Satans“ an die Gemeinde von Thyatira erinnert (vgl. 24), die heute so sehr die Jugend in Bann schlagen, weil sie den Blick nach oben verloren hat. Das Böse wird unser Lebensgrund. Die Frage: wer wird ihm „widerstehen?“, ist schon beantwortet: das Zeichen MARIENS steht am Himmel des Glaubens und muss immer mehr in unserem Herzen stehen, dann werden wir in allem Ansturm des Feindes nicht fallen. Die tödliche Wunde an einem seiner Köpfe, weist wie später der Hinweis auf die tödliche Wunde beim „Tier aus der Erde“ auf den Sieg CHRISTI am Kreuz. Mit diesem Sieg waren die Dämonen geschlagen, doch die Sünde der Menschen hat sie „geheilt“. GOTT wird den Trug des Bösen entlarven und sie in den Abgrund stürzen, der schon jetzt ihre unabänderliche Bestimmung ist.

Es tritt das Tier auf im Pomp dieser Zeit, es kann sich nicht genug tun mit den Zeichen seiner Macht und Herrlichkeit, so wie die Menschen in dieser Zeit in ihrer Unrast sich mit immer neuen Absonderlichkeiten schmücken. Sie haben das Land der Einfalt: MARIA, verloren. Kohelet warnt schon seine Zeitgenossen, sich nicht in der Vielfalt der Dinge zu verlieren: „Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ (Eccl.1,8). Der nüchterne Blick geht den Menschen in ihrem Greifen nach mehr verloren. Sie bauen Reiche auf, die nur Chimären sind. Furchtbar wird die Katastrophe einer Menschheit sein, die bis in die kleinsten Dinge von einer komplizierten Technik abhängt, die von heute auf morgen zusammen brechen kann! Da die Anbetung des wahren GOTTES bis hinein in die Kirche schwindet, kommen die Götzen längst vergangener, heidnischer Zeit mit ihrem Anhang zurück. Richard Wagner hat die „Götterdämmerung“ gefeiert, sie treibt den Menschen immer mehr in die Angst und so dem Teufelskult in die Arme.

 

Offb 13,6 - 10: sein Wirken als Lügenprophet

 5 Und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun. 6 Das Tier öffnete sein Maul, um Gott und seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen.7 Und es wurde ihm erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen. Es wurde ihm auch Macht gegeben über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen. 8 Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm: alle, deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet wurde. 9 Wenn einer Ohren hat, so höre er. 10 Wer zur Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll, wird mit dem Schwert getötet. Hier muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der Heiligen bewähren.

Hier ist der „totale Krieg“ angesagt, den Hitler zuerst verkündet hat, um alles mit sich ins Verderben zu reißen. Der Böse lässt seine Maske fallen: seine Hässlichkeit ist für die Menschen anziehend geworden. „Die Blumen des Bösen“ eines Baudelaire strömen einen betäubenden Duft über die Menschheit. Die ganze Welt wird Verführung. Bestehen werden nur die, die in GOTT verankert sind und in allem Chaos Seine liebende Führung durch die hl. Engel nicht verlieren. Die falsche Einheit der Welt durch die Gewalt und die Lüge berauscht. Sie verspricht Sicherheit und Wohlstand, nach denen die Menschen heute schreien. Geblendet helfen sie mit, die Welt zu einem großen Gefängnis zu machen.

 

Offb 13,11 – 18: das Tier aus dem Land, Satan; das „Zeichen 666“

11 Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache. 12 Die ganze Macht des ersten Tieres übte es vor dessen Augen aus. Es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt war. 13 Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die Erde fallen. 14 Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die Wunderzeichen, die es im Auftrag des Tieres tat; es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu Ehren des Tieres, das mit dem Schwert erschlagen worden war und doch wieder zum Leben kam.

Das „zweite Tier aus der Erde“ ist Satan selber, der „Fürst der Erde“,(Jo 12,31) wie ihn der HERR nennt. Der Sieg des HERRN am Kreuz hat den Abgrund geschlossen, doch durch die Sünde des Menschen, zuerst von uns Christen, ist er wieder aufgerissen worden. Wir haben die „Stunde der Heimsuchung“, in der wir stehen nicht erkannt. Offen für die Welt haben wir dem Fürsten der Welt Tür und Tor geöffnet. Der Satanskult hat öffentliche Anerkennung gefunden. Sein vielgesichtiges „Standbild“ steht schon heute in unserer Mitte. Die Hochmut des Menschen leugnet die Welt des Geistes und hat den bösen Geistern freie Hand gegeben und die guten Geister, die hl. Engel hinaus gedrängt. Es fehlt wenig, dass sich die eiserne Schlinge über der Welt zusammen zieht. Die notwendigen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

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„Wird der MENSCHENSOHN, wenn er wiederkommt, noch Glauben finden?“ Lk 18,8

Stellen wir uns diese Frage im Zeichen der drei Erzengel: St. Michael, St. Gabriel und St. Raphael. Sie stehen für die drei theologischen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe, in denen ansetzend an der Gnade der Taufe, unser Leben als Christen wachsen und zur Erfüllung kommen soll. Im Gebet der Kinder von Fatima leuchten sie in der Kraft des hl. Engels kraftvoll auf. In ihrer Kraft mit nimmt der DREIEINIGE GOTT von uns Besitz gegen alle Täuschung und Gewalt des Widersachers, der uns heute von allen Seiten umgarnt, um uns zu Fall zu bringen. Gegen sie hat er in der französischen Revolution die täuschende Kraft von „liberté, fraternité und égalité = Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit“ gestellt. Sie stehen bezeichnenderweise nach der Aussage eines Sehers[12] über der Pforte der Hölle. Wie sehr sie ein Lockmittel, ja ein Rauschgift sind, das unsere Jugend dahin rafft, müssen wir heute ohnmächtig erfahren

Im Zeichen St. Gabriels

Die Theologen haben ihren Teil dazu getan, den Weg der Kirche zu verzeichnen. Nicht das gescheite Wort kann in dieser Verwirrung der Geister den Weg weisen, sondern allein das kraft des Blutes CHRISTI gelebte Wort, wie es in MARIA Fleisch wurde. Die „Zeichen der Zeit“ sind „Posaunen“ der Apokalypse. Sie steigern sich, dass endlich keiner mehr an ihnen vorbeigehen kann! Sie zwingen das noch unentschiedene Drittel der Menschheit sich für oder GOTT zu bekennen. Der „Geist der Prophetie“ wird über MARIA und die hl. Engel die Getreuen aus aller Gefangenschaft der Sünde herausführen in das klare Licht der Neuen Jerusalems, das noch hier auf Erden offenbar werden soll. Das „Siehe ICH mache Alles neu“ lässt keine halben Lösungen, an die wir uns auch in der Kirche gewöhnt haben, mehr zu. Im Abbild der ALLERREINSTEN wird im Feuer der Prüfung eine neue Menschheit in JESUS CHRISTUS, unserem HERRN.

 

Im Zeichen St. Michaels.

Die Macht der Täuschung und Verwirrung, die immer mehr die ganze Menschheit einfängt, kommt in unseren Tagen zur Vollendung. Nur die größere Gnade GOTTES kann den dafür Blinden erleuchten. Nicht das Geschriebene überzeugt, sondern allein das Licht GOTTES. Die heiligen Strukturen der Kirche zerbrechen. Im Ringen um den unbegreiflichen Willen des VATERS am Ölberg hat ER einst mit dem IHN stärkenden hl. Engel nach allem erfolglosen Ringen, die Juden zur Umkehr zu führen versucht. Gleiches tut ER heute in Seinem Mystischen Leib auf den Trümmern einer nach Außen zerfallenden Kirche. Sie muss in der Begegnung mit IHM in der Kraft der hl. Engel neu aufgebaut werden. Sie haben einst das christliche Europa aufgebaut.

Die heilige Ordnung ihrer Hierarchie spiegelt sich noch heute in unseren Kathedralen als die Kraft GOTTES gegen die Gesetzlosigkeit, “anomia“, die heute überhand nimmt (Mt 24,12). In Garabandal erinnert uns der die Erscheinung MARIENS vorbereitende St. Michael an seinen Ruf: „Wer ist wie GOTT“, der die Scheidung der sich gegen GOTT auflehnenden Engeln am Anfang ausgelöst hat. In Daniel 12,1-7 greift dieser Ruf herüber bis in unsere Tage.

„In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, dr für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist.  Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu. Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten. Du, Daniel, halte diese Worte geheim, und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden nachforschen, und die Erkenntnis wird groß sein.

Als ich, Daniel, aufblickte, standen noch zwei andere Männer da, der eine diesseits des Flussufers, der andere jenseits. Einer fragte den Mann, der in Leinen gekleidet war und über dem Wasser des Flusses stand: Wie lange dauert es noch bis zum Ende der unbegreiflichen Geschehnisse?  Darauf hörte ich die Stimme des Mannes, der in Leinen gekleidet war und über dem Wasser des Flusses stand; er erhob seine rechte und seine linke Hand zum Himmel, schwor bei dem, der ewig lebt, und sagte: Es dauert noch eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Wenn der am Ende ist, der die Macht des heiligen Volkes zerschlägt, dann wird sich das alles vollenden.

Ich hörte es, verstand es aber nicht. Darum fragte ich: Mein Herr, was wird das letzte von all dem sein? Er erwiderte: Geh, Daniel! Diese Worte bleiben verschlossen und versiegelt bis zur Zeit des Endes. Viele werden geläutert, gereinigt und geprüft. Doch die ruchlosen Sünder sündigen weiter. Von den Sündern wird es keiner verstehen; aber die Verständigen verstehen es. Von der Zeit an, in der man das tägliche Opfer abschafft und den unheilvollen Greuel aufstellt, sind es zwölfhundertneunzig Tage. Wohl dem, der aushält und dreizehnhundertfünfunddreißig Tage erreicht! Du aber geh nun dem Ende zu! Du wirst ruhen, und am Ende der Tage wirst du auferstehen, um dein Erbteil zu empfangen.“

Auch wenn von gewaltigen Katastrophen gesprochen wird, sogar das New Age weiß davon, sind sie für uns Christen notwendig, damit wir wieder die freie Luft der Kinder GOTTES atmen können und nicht in Bedrängnissen verelenden. Je mehr wir zuversichtlich beten, um so rascher wird die Zeit der Reinigung abgeschlossen sein. Spekulieren wir nicht den Zeitbegriffen nach, sie sind geistlich zu deuten.

Die beiden Männer, die dem aufblickenden Daniel begegnen, einer jenseits, einer diesseits des Flusses sind für den Verstehenden Hinweis, dass das was auf Erden und mit uns geschieht, nicht nur von unserer Seite gesehen werden darf, sondern von drüben. Darum tritt die prophetische Weisung für die Gläubigen immer mehr nach vorne. Vergessen wir nicht, dass die Kirche auf den beiden Säulen, der Hierarchie und der Propheten aufgebaut ist. 20 Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.

 21 Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn 22 Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut. (Eph 2,20ff).

Wo die Hierarchie versagt, gilt es, zur Verheißung JESU vom „Felsen Petri“ zu stehen, den die Hölle nie überwältigen wird, auch wenn die fallen, die die Prüfung nicht bestehen. Die „Verständigen“, denen die Hilfe der hl. Engel zugesagt ist, werden im HEILIGEN GEISTE die echten von den falschen Prophetien unterscheiden und deshalb auch in der Dunkelheit der Prüfung den Weg nicht verfehlen. Der echte Prophet, um den schon im Alten Bund heiß gekämpft wurde, ist der Mann vom diesseitigen Ufer. Er trägt die Spannung zwischen hier und dort durch, an der heute die meisten Gläubigen versagen. Er lebt in „zwei Zeiten“ zugleich, der Zeit hier, die sich immer mehr beschleunigt, und der „Zeit“ von drüben, in der allein die ewige Wahrheit erkannt werden kann. Darum ist ihnen, besonders dort, wo sie auch noch Sühneseelen sind, das schwerste Kreuz auferlegt. Ihr Ort ist das elfte Tor, das der elften Station auf dem Kreuzweg entspricht, wo der HERR grausam am Kreuz ausgespannt wurde und für uns diese Spannung durchgetragen hat.

Die „eine Zeit, die zwei und die halbe Zeit“ sind in der vorhergehenden Deutung schon angeschnitten. Die „eine Zeit“ ist die GOTTES des VATERS, die zwei Zeiten sind die des SOHNES, der Spannung des Kreuzes: in die wir zu unserer Erprobung gestellt sind, „die halbe Zeit“, ist die des HEILIGEN GEISTES, der die am Anfang begonnene Scheidung vollendet.

In einem Hymnus von Himmelfahrt, in der die Spannung von unten und oben auch für die Apostel aufgerissen wird  heißt es:

 

„Lobet den HERREN, Der aus der Mitte der Seinen zum VATER emporstieg,

dort das Reich der vollendeten Kirche zu beginnen,

die sich unermesslich ausdehnen wird über die Grenzen aller Reiche.

Nur vorüber gegangen ist ER, uns eine Wohnung

in Seinem Reich beim VATER zu bereiten.

ER sendet den Zeugnisgebenden,

den Baumeister von der Erde zum Himmel. (MB)

 

„Verstehen“, das wird uns hier angedeutet, ist nicht nur „nachverstehen“, sondern etwas von der Schönheit GOTTES und Seiner Werke zu erkennen und sich danach mit unserem ganzen Sein auszustrecken! Am vollkommsten begegnen wir ihm in MARIA, die auf die Weisheit GOTTES, gegenwärtig in der SEELE CHRISTI, schon im Alten Bund über allem Heilsgeschehen zu erahnen ist.

Die „1290 Tage“ weisen in der Quersumme auf die DREI als das Zeichen des DREIEINIGEN GOTTES, nach dessen Bild wir geschaffen, erlöst sind und neu werden sollen. Die „1335“ bringt uns zur Zwölf, die Zahl der Stämme, der Apostel und der Tore des Neuen Jerusalems, durch die einmal die geheiligte Menschheit einziehen wird. Dies ist das Ziel, das wir in aller Verwirrung des Geistes und allem Dschungelkampf nie verlieren dürfen. Nicht zufällig sind es in dieser Prophetie Daniels drei Zahlen, wieder zurückweisend auf den DREINEINIGEN GOTT, Geheimnis aller Geheimnisse. Da wir bis in die Kirche hinein das Geheimnis in der Anpassung an die Welt verloren haben, müssen wir hier zurück bleiben. Schon in der Liturgie müssen wir dieser „Schranke“ hin zur Welt begegnen, sie im Glauben nehmen oder durch die zurück gewiesen werden.

Die „Abschaffung des täglichen Opfers“ folgt notwendig aus der Behauptung Maitreias, sie erübrige sich, da er ja bei uns bleibe für immer. Sie wird schon mit Luther vorbereitet. Mit den von den Modernisten durchgesetzten Änderungen sind wir diesem Ziel gefährlich nahe gekommen. Nach Aussage Maitreias[13], ist Christus mit ihm persönlich auf die Erde niedergestiegen, um die Neue Welt zu bereiten. Mit ihm kommt die von den Freimaurern schon Ende des vergangenen Jahrhunderts versuchte Zersetzung der Kirche von Innen zu ihrem Höhepunkt. Der Feind offenbart sein Angesicht, da er glaubt, das unseres Glaubens zerschlagen zu haben.

Im Zeichen St. Raphaels, von der Macht der Täuschung

Die Welt, die der Mensch sich gebaut hat und weiter ausbaut wird immer unwirklicher, sie hat nicht nur den Bezug zu GOTT, der ersten Wirklichkeit verloren, sondern auch zu aller geschaffenen Wirklichkeit um ihn: in seinem Verhältnis zur Natur und ihren Gesetzen, zum Nächsten, zu seiner Arbeit usw. Je mehr er selbst unwirklich wird und sich so dem gefallenen Engel angleicht, der vor GOTT nichts ist, um so mehr wird er durch den Feind beeinflußt und gesteuert. Der ungeheuere elektronische Apparat, der heute die ganze Welt zu einem Gefängnis macht, ist in sich labil und kann durch einen Hauch GOTTES umgeworfen werden, er zerfällt im klaren Licht der Erkenntnis GOTTES, denn er ist nur aufgebaut, um die Lüge des Erstgefallenen zu decken, wie sie jetzt in der Person des Maitreia offenbar wird. Sein Dasein ist nichts als ein Gedanke Satans, der in dem Maße sich materialisiert als die Menschen der Lüge in ihrem Leben Raum geben! Schreckliche Nachahmung der Menschwerdung CHRISTI!

Wer nur ein wenig die Macht der Täuschung, die über uns gekommen ist, erkennte, müsste erstarren vor Schreck. Nüchtern und zuversichtlich mahnt der heilige Apostel Paulus in Thess 2, 1- 8:  „Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten euch: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da. Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muß der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt. Erinnert ihr euch nicht, dass ich euch dies schon gesagt habe, als ich bei euch war? Ihr wisst auch, was ihn jetzt noch zurückhält, damit er erst zur festgesetzten Zeit offenbar wird. Denn die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit ist schon am Werk; nur muss erst der beseitigt werden, der sie bis jetzt noch zurückhält[14]. Dann wird der gesetzwidrige Mensch allen sichtbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten.“

In der synoptischen Apokalypse[15] warnt der HERR wiederholt vor der Macht der Täuschung, die dem Feind gegeben ist. Doch nur wer in Offb 12 im Zeichen MARIENS, der Sonnenumkleideten Frau“, das von GOTT gesetzte Gegenzeichen erkennt, vermag etwas von den Dimensionen des geistigen Kampfes zu ermessen, in den die Kirche in dieser Zeit hineingestellt ist. Wer sie erkennt, wird schon heute durch den Adler in die Wüste getragen. Der Kampf wird nur im „GOTT allein genügt“ bestanden! Der Zugriff des Erzfeindes GOTTES auf die Weltherrschaft vollzieht sich zunächst im Geheimen, dann aber immer offenbarer in unseren Tagen. Wer nicht auf der Seite MARIENS und der hl. Engel steht, hat die Zeichen der Zeit übersehen und wird im heraufziehenden Chaos untergehen. Wieder hilft uns Daniel besser zu verstehe. Das „Horn“ von dem er spricht ist Bild für „Macht“, klingt uns nicht das englische Wort “power“ wie ein Zauberwort in den Ohren?

„Aus einem der Hörner ging dann ein anderes Horn hervor. Anfangs klein, wuchs es gewaltig nach Süden und Osten, nach dem Ort der Zierde hin. Es wuchs bis zum Sternenheer am Himmel hinauf und warf einige aus dem Sternenheer auf die Erde herab und zertrat sie. Ja, bis zum Gebieter des Himmelsheeres reckte es sich empor; es entzog ihm das tägliche Opfer und verwüstete sein Heiligtum.  Ein Heer wurde verbrecherisch gegen das tägliche Opfer eingesetzt. Das Horn stürzte die Wahrheit zu Boden, und was es unternahm, das gelang ihm. Da hörte ich einen Heiligen (einen Engel) reden, und ein anderer Heiliger fragte den Redenden: Wie lange gilt die Vision vom täglichen Opfer, wie lange bleibt der Greuel der Verwüstung bestehen und werden das Heiligtum und der Ort der Zierde zertreten? Er sagte zu mir: Zweitausenddreihundert Abende und Morgen wird es dauern; dann erhält das Heiligtum wieder sein Recht.“

Die Zeitangabe in der Quersumme ergibt „fünf“ und deutet auf den Fünfstern, eines der besitzergreifenden Zeichen für den Fürsten der Welt. Die Macht der Fesselung, die in ihm liegt (es schließt die fünf wesentlichen Glieder des Menschen ein, umgreift die 4 Windrichtungen und zielt auf die Mitte, das Herz des Menschen!) kann nur im Zeichen des Kreuzes und durch die Fünf Wunden JESU gebrochen werden.

 

Kampfgemeinschaft

Der frontale Angriff der gefallenen Engel auf die Kirche verlangt mehr als ein „aggiornamento“, um die Kirche der veränderten Zeitlage anzupassen, sie wird diesen apokalyptischen Angriff nur im Zeichen des Kreuzes und mit der Hilfe der hl. Engel bestehen. Alle gut gemeinten Anstrengungen, sich auf eine Ordnung der Kirche zurückzuziehen, sei es die von gestern (Tridentinum), die das christliche Abendland getragen hat, sei sie der Moderne, wissen wenig vom „totalen Krieg“, in dem wir stehen. Was immer nur (im besten Sinne!) menschlich verstanden wird wie der seichte Humanismus, wird fallen. Hier gilt das nüchterne Wort des HERRN an die Jünger, die den  Bau des Tempels bewundern. „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“ (vgl. Mk 13,1f).

Im Brief an die Gemeinde von Philadelphia (Offb 3,7-13) ist in anderer Weise diese Prüfung vorausgesagt „An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand mehr schließen kann, der schließt, so dass niemand mehr öffnen kann :Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet. Leute aus der Synagoge des Satans, die sich als Juden ausgeben, es aber nicht sind, sondern Lügner - ich werde bewirken, dass sie kommen und sich dir zu Füßen werfen und erkennen, dass ich dir meine Liebe zugewandt habe. Du hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde auch ich zu dir halten und dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen. Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt. Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch meinen neuen Namen schreiben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“

Nur die „Kleinen = Kinder“[16] (die der hl. Vater Johannes Paul II, in Fatima am 13. Mai 2000. und nicht weniger 2010 am gleichen Tag Benedikt XIV. in den Hirtenkindern herausstellt) werden die Prüfung bestehen, wenn sie sich vertrauensvoll im Unbefleckten Herz MARIENS bergen. Ihr Herz ist offen für den hl. Engel und darum sind mit MARIA zuerst zu ihnen die hl. Engel gesendet, den Drachen zu fesseln (vgl. Offb 20,1-4) und ihrem Unbefleckten Herz MARIENS zum Triumph zu verhelfen. Der Einsatz der hl. Engel im endzeitlichen Kampf kann nur von der Geheimen Offenbarung her verstanden werden. Der Mensch wird zur Beute, sei es der Engel oder des Teufels.[17] Die Kirche muss eine Kampfgemeinschaft werden, wenn sie bestehen will, gesiegelt vom Lebendigen GOTT, geborgen in der Unbefleckten, getragen von den Flügeln der Engel, nur so wird sie das rote Meer der Prüfungen dieser Zeit durchschreiten können und ans andere Ufer gelangen. In den hl Engel hat uns GOTTES Erbarmen dieses „andere Ufer“ näher gerückt. Im Maße der materielle Boden zu schwanken beginnt, müssen wir hinein wachsen in ihre geistige Ordnung. Die Ordnung der Christenheit ist in den „Museen unserer Kirche“ schon jetzt Ruine, von den Heeren der Touristen nieder gerissen!

 

Der VATER sucht die IHN anbeten im Geist und in der Wahrheit

Die Theologie eines hl. Thomas von Aquin hat das Abendland aufgebaut, der Tatmensch (homo faber), der in der Renaissance den Glauben hinter sich zurück lässt, beginnt sich auf dem von der Kirche bereiteten Boden seine eigene Welt zu bauen. Die Prüfung, in der wir stehen (vgl. den Brief an die Gemeinde von Philadelphia!), geht heute nicht mehr zuerst auf die Werke, die wir tun – sie sind dem Feind anheim gefallen - sie geht auf den Glauben. Hier wird wahr, was Luther, wohl prophetisch gesehen, aber dann missdeutet hat mit dem Schlagwort: „sola fide, sola  gratia, sola scriptura“ meint. Der Engel, der die Kinder in Fatima beten lehrt: „mein GOTT ich glaube, ich bete an...“ unterstreicht, dass der Glaube in dieser Zeit nur bestehen kann, wenn er eins wird mit der Anbetung des Engels. Durch den Engel wird der Glaube aus den Ideologien und Diskussionen zurückgeholt, die ihn für die Zeichen der Zeit blind gemacht haben.

Wie deutlich wird heute bis in den Alltag des modernen Menschen hinein, dass er sich eine Welt der Illusion gebaut hat, wie es in primitivster Weise ein Walt Disney und ähnliche gefährlichere Spielereien, denen wir zum Opfer fallen,  tun. Auch dort, wo wir den Glauben mit Besserwissen verwechseln und uns abseits der Gesetzlosigkeit der Welt ein Asyl zu bauen versuchen, werden wir in der gleichen Strömung mitgerissen. Hier bewahrheitet sich, was in der modernen Kunst und Literatur prophetisch angesagt wird: der Mensch baut sich seine eigene Welt. Wer klare Augen hat, der sieht wie sehr wir abwärts rutschen bis wir wie der gefallene Engel keinen Namen mehr vor GOTT haben!

Selbst auf technischem Gebiet ist diese Wendung weg vom Sichtbaren zu erkennen, das Internet schafft eine Bildwelt, in der der Mensch sich der Wirklichkeit verschließt. Ähnliches geschieht auf religiösem Gebiet im Einbruch der östlichen Religionen. Sie verkünden zusammen mit der Esoterik einen Geist, der nichts von der Menschwerdung CHRISTI weiß, ja sie bewusst leugnet, so geben sie klares Zeugnis für den gefallenen Geist, den Widersacher GOTTES und Lügner von Anbeginn.  Der „Impresario“ von Maitreia, Anwärter auf den Antichrist, Benjamin Creme hebt im ersten homepage zu „Maitreya“ im Internet unter dem Titel : „Maitreya – Christus und die Meister der Weisheit“ in seinem eigenen Lebenslauf hervor, wie sehr ihn von Jugend an das „Geistige“ gefesselt hat und wie ihn die Lektüre theosophischer Werke[18] auf die Begegnung mit Maitreya vorbereitet hat. Da er  dem „Meister“ geistig begegnet, arbeiteten sie (auf Distanz!) 1972 monatelange 20 Stunden am Tag zusammen, um ihre telepathische Verbindung zu stärken. Was sie hier eingeübt haben (M. hat sich im härtesten training auf dem Himalaya „in seinem Zentrum“ bis 1977 vorbereitet) geht heute in die ganze Welt hinaus.  Der Aufbau von Dreiergruppen, die sich in der Transmissionsmeditation einem unsichtbaren Meister unterstellen, hat schon heute ein ähnlich unzerreißbares Netz über die ganze Welt gelegt wie die  Elektronik.

Wird der HERR noch Glauben finden?

Dieser Einheit im Geist des gefallenen Engels steht eine  Kirche  gegenüber, die sich trotz der Zeichen der Zeit der Welt anpaßt und mitgerissen im Strom des Humanismus den Blick auf den Größeren GOTT verloren hat.  Wo wird der VATER in aller Nivellierung der Demokratie und Kommunismus, die in die Kirche hinein gedrungen sind, noch Anbeter im Geiste finden? Das erschütternde Wort des HERRN, kurz bevor er bei Lukas in Jerusalem einzieht: „wird der MENSCHENSOHN, wenn ER wieder kommt, noch den Glauben auf Erden finden?“, wird in unseren Tagen bittere Wirklichkeit. Die Welt ist blind geworden für das Licht des Glaubens. Statt betend im Glauben zu wachsen und zu widerstehen, wie es uns der leidende gute Hirte Johannes Paul II vorlebt, verlieren wir uns in Glaubenskämpfen, die nüchtern gesehen, von der anderen Seite geschürt werden.

Wenn der wachsende Kirchenaustritt die Getreuen zur „Kleinen Herde“ zusammen schrumpft, dann wird die „Gemeinde von Philadelphia“ der äußeren Verfolgung stehen müssen. Der HERR, bisher ohnmächtig in der Hlst. Eucharistie, wird die Ohnmächtigen nützen, um Seine hl. Engel abspringen zu lassen. Sie werden uns aus dem Rachen des Löwen retten! Der Traum vom Wohlleben auf Erden wird sich wie Nebel auflösen. Die Zeichen der Mahnung ziehen sich zusammen, wo der Antichrist sich vor aller Welt als der wahre Christus eröffnet, der immer auf Erden bleiben wird. Er ist wie eine Inkarnation Satans des Fürsten der Welt. Schon jetzt ist die Erde ihm untertan, er verlangt im Zeichen 666 nur eine letzt Anerkennung seiner Herrschaft.

Wie sich auf dem wirtschaftlichen Gebiete die Weltwirtschaft angebahnt hat, so zielt der Drache auf die „eine Religion“ in dem einen „Übermenschen“ Maitreia, der die übrigen Religionsgründer auch CHRISTUS nicht einfach auslöscht, sondern geschickt als seine Wegbereiter darstellt. Er aber wird sich als „Meister über alle Meister“ erweisen. Der Synkretismus der Religionen, den der Hinduismus vorbereitet hat, kommt in seiner Person zur Vollendung. Wie man in den Hindutempeln auch das Bild des Herzens JEUS und des Unbefleckten Herzens MARIENS und einiger Heiligen finden kann, so nimmt er wesentliche Wahrheiten unseres Glaubens auf und fügt sie in sein „Teilen = share“[19] hinein. Wahrhaft ein „diabolos – ein Durcheinanderwerfer, ein Verwirrer, der als Rattenfänger alle die in sein Netz ziehen wird, die nur auf die glatte Oberfläche achten! 

 

Anfang und Ende

Der Anfang des „tohu wa bohu  = des Chaotischen, Ungestalteten im Anfang in Gen1 spiegelt sich in anderer Weise im Chaos des Endes. Der GEIST GOTTES, der im Anfang über dem Dunkel einer sich gestaltenden Schöpfung schwebte, um ihr das Angesicht GOTTES aufzuprägen, schwebt am Ende über dem Chaos, in dem der Fürst der Welt sein wahres Angesicht des vollendeten „Nein“ zu GOTT offenbart. Wer Kind ist im Herzen, schaut auch im tiefsten Dunkel auf zu GOTT, der alles kann, auch uns dem Rachen des Löwen zu entreißen, wenn wir nur glauben und vertrauen auf die größere Liebe und Macht GOTTES. ER hat uns in Seinem SOHN durch den HEILIGEN GEIST zur Teilhabe an Seinem Ewigen Leben berufen, das nicht von dieser Erde ist und doch hier ansetzt.

GOTT scheidet, wie Er es schon am ersten Schöpfungstag getan hat. Aus dem Dunkel der Prüfung wird endlich der helle Tag der GOTTherrlichkeit schon hier auf Erden hervorgehen.  Im HEILIGEN GEIST wir die Schöpfung gereinigt von den Werken der Finsternis, dass  unser Antlitz aufleuchte in MARIA, Abbild der SCHÖNHEIT DES DREIFALTIGEN GOTTES. An der Hand des Engels werden wir das rote Meer der Sünden dieser Zeit sicher durchschreiten und das Gelobte Land  erreichen!

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Fatima aktuell [20]

Wie schwer fällt uns, betend mit MARIA und dem hl. Engel das Dunkel dieses Zeit zu durchdringen. Die Deutung des 3. Geheimnisses von Fátima durch Kardinal Ratzinger, nicht lange vor seiner Wahl zum Papst, versuchte zu beruhigen. Steht der jetzige hl. Vater jetzt nicht mitten in dieser Prophezeiung?

Der Wirklichkeit GOTTES ausweichen, hat es nicht schon Adam versucht? Wir tun es auf unsere Weise. Die Theologie macht sich hier stark. Es ist die Angst, sich GOTT zu stellen, so wie ER sich uns gibt. Es fordert unser demütiges Beugen. Heiliges Vorbild der Hirtenkinder! Wann fällt die „Mauer“ des Besserwissens? Wir gehen dem Feuer entgegen, es bringt die Einheit als unsere „Identität“ in der Asche!

„Der „Andere“ weiß es besser!“

Wer anders schenkt uns die Gnade, tiefer zu schauen als der HEILIGE GEIST? Doch wer betet, wer bittet um die Gabe der Weisheit? Die Frage, was GOTT von uns will, ist eine Ölbergfrage, sie schneidet tief in Fleisch und Seele. Sind da nicht fast jeden Tag Nachrichten, die uns aufrütteln sollten? Hier eine, die wohl schon wieder vergessen ist, aus dem Vatikan. „Der „Papstkiller“ ist wie besessen vom Geheimnis „Fatima“. Da er die Kirche auffordert: „Bekennt die Identität des Antichristen!“ bemerkt man von kirchlicher Seite: „Man soll besser nicht auf ihn achten, er ist besessen!““ Haben nicht die Dämonen zuerst den HERRN bekannt, dass der HERR sie zum Schweigen bringen musste. Man sehe den Anfang des Markusevangeliums. Wenn der Täter so „besessen“ nach Fatima fragt: was bewegt ihn dazu? Warum fragen wir nicht so? Es ist die einzige Frage die ihm seit seiner Gefangenschaft bewegt, er kann nicht begreifen, dass seine Kugel nicht getroffen hat. Wer konnte sie so ablenken? Haben wir uns das je ernstlich gefragt?

Wie leicht hat man das „Dritte Geheimnis“ abgetan – als ob es schon geschehen wäre! Es geschieht jetzt mitten unter uns (wir sitzen noch am Fernseher!), da der hl. Vater seine letzten Schritte hinauf nach Golgotha tut. Doch wir haben Angst, uns GOTT zu stellen in der Armut Seines Kreuzweges unter uns. Wir sollten von den Hirtenkindern lernen. Doch wir wissen es besser! So werden wir es aus bitterer Erfahrung lernen müssen! Das Kind lernt auch erst, was Feuer ist, wenn es sich am Ofen gebrannt hat! Sind die Kinder von Fatima nicht mutiger als unsere „Filmhelden“ ins Feuer des Opfers hinein gegangen? Einzeln oder zusammen: wir gehen alle dem Feuer entgegen, denn GOTT ist „verzehrendes FEUER“; es bringt endlich in allem Streit der Meinungen und Waffen die Einheit!

ÜBERSICHT ÜBER DIE ERSCHEINUNGEN

DER ANRUF DES DREIFALTIGEN GOTTES IN DEN SECHS ERSCHEINUNGEN DES ENGELS und den SECHS ERCHEINUNGEN DER MUTTERGOTTES. Wie ein Kreuzweg!

In den drei ”stummen Erscheinungen” des Engels: GOTT schaut auf sie.

 

Geborgensein im

VATER

Aufschauen zum

SOHN

Licht der Verheißung

im HL.GEIST

 

In den drei ”gesprochenen Erscheinungen” zeigen sich die GRUNDRICHTUNGEN DES KREUZES:

 

 

 der ANBETUNG

der BETRACHTUNG u. SÜHNE[21]

der Bereitung auf die SENDUNG

 

13.Mai – GOTT ist ihre wahre Heimat

13. Juni – verschieden sind ihre Wege: Jazintha: Opfer für die Rettung der Seelen; Franzisko: Anbetung JESU im Tabernakel; Luzia: Zeugnis.

13. Juli das zweite und dritte Geheimnis ihres Unbefleckten Herzens: Anruf der Busse!

19. August: viele Seelen gehen verloren, weil keiner für sie betet und opfert.

13. September: GOTT ist zufrieden mit ihrem Opfer, das Zeichen versprochen.

13.Oktober: Sonnenwunder und die drei Visionen:

- der hl. Josef segnet die Welt mit dem JESUSkind

- die Schmerzhafte MUTTER weist auf den Kreuzweg, den die Kirche zu gehen hat.

- die MUTTER vom Karmel  zeigt die Notwendigkeit der Anbetung

Gebet mit dem Engel von Portugal:

O mein GOTT, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich, für alle, die nicht an Dich glauben, die Dich nicht anbeten, die Dich nicht lieben. (dreimal).

O mein GOTT, Du DREIFALTIGER, VATER, SOHN, HEILIGER GEIST, in tiefer Demut bete ich Dich an und opfere Dir auf Leib, Blut, Seele und GOTTheit Deines vielgeliebten SOHNES unseres HERRN JESUS CHRISTUS, anwesend in allen Tabernakeln der Welt, zur Sühne für alle Bosheit, Gleichgültigkeit und Gemeinheit, die ER daselbst erleidet. Durch die unendlichen Verdienste Seines Hlst. Herzens und die Verdienste des Unbefleckten Herzens MARIENS bitte ich um die Bekehrung der Sünder. Amen.

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 „Gesetzlosigkeit“

Dieser Begriff kennzeichnet unsere Zeit nach Mt 24; er ist der dunkle Hintergrund für die nicht weniger strahlende Verheißung: „Siehe, ICH mache alles neu“. In ihrem Licht verliert dieses Wort Gesetzlosigkeit all seinen Schrecken. Die Gesetzlosigkeit erscheint als die notwendige Bereitung für einen Neuen Anfang, das „Nadelöhr“, durch das der Mensch „guten Willens“ auch in dieser Zeit seinen Weg zu GOTT finden kann. Was zerbricht in dieser Zeit ist die Ordnung einer Christenheit, die von CHRISTUS nur mehr wenig oder nichts mehr weiß. Sie hat sich so sehr mit dieser Welt vermischt, dass sie dieser Welt gleich geworden ist. Es fehlt ihr das unterscheidende Merkmal: geboren aus dem Glauben. Sie muss neu geboren werden.

Was der HERR in der Geheimen Offenbarung verspricht, verlangt die Mitarbeit des  je einzelnen von GOTT gerufenen Christen. Sie muss deshalb notwendig beim Einzelnen ansetzen. Von seinem Glauben her wird sich im HEILIGEN GEIST eine Neue Ordnung aufbauen, die nach dem Wort der Offenbarung den hl. Engel als  d e n  Träger des Gesetzes GOTTES nicht nur mit einbezieht, sondern seine Lebensordnung als Richtweisung für alles von GOTT gerufene Leben aufnimmt.

Berufung und Erwählung

Weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, muss der Mensch, der sich nur an der äußeren Ordnung dieser Zeit orientiert, notwendig immer mehr dieser Gesetzlosigkeit verfallen. Sie ist erstes Kennzeichen der gefallenen Engel und steht der hl. Ordnung der Liebe GOTTES gegenüber, wie sie die Kirche, Abbild der Hierarchie der hl. Engel zeichenhaft verwirklichen sollte. Der Glaube hat sie aufgebaut, der Unglaube nimmt sie uns weg: sie wird zur Chiffre, die der Mensch nicht mehr zu lesen vermag oder sie wird in weltlichem Sinn umgedeutet. Bestes Beispiel dafür sind die Bauwerke der Christenheit, in denen der Tourist das Werk des Menschen bewundert, ohne tiefer zu fragen, in welcher Kraft sie zustande gekommen sind.

Das israelitische Volk wäre in der ägyptischen Verbannung zugrunde gegangen, hätte GOTT nicht den Moses geschickt, um es gegen alle inneren und äußeren Widerstände aus der Gefangenschaft zu erlösen.

Die vielen Selig- und Heiligsprechungen im Pontifikat von Papst Johannes, Paulus II, gehören mit zu den wegweisenden Lichtern im Dunkel unsrer Zeit. Mit ihnen will der HEILIGE GEIST uns daran erinnern, dass wir nicht durch das Gesetz, sondern durch den gelebten Glauben gerettet werden. Das Gesetz, das uns nach Paulus helfen sollte, unsere Sündhaftigkeit zu erkennen, ist in der Anarchie dieser Zeit überrannt. Es hat dem „Gesetz der Welt“ bis hinein in die Kirche den Platz geräumt. Die Forderung, der Berufene müsse „allein aus dem Glauben“ leben, gewinnt neue Bedeutung. Die Not der Zeit arbeitet für die Einheit der Kirchen. Doch um gegen die Gesetzlosigkeit aufzustehen, bedarf sie des Bekenntnisses. Nur in solchem Bekenntnis für GOTT kann sie neu werden.

Ringen um den Willen GOTTES

Wie aber kommt der Mensch dieser Zeit zu solchem Bekenntnis, da die Kirche selbst sich immer mehr der Welt und ihren Forderungen anpasst? Die Frage wird durch das Ölbergringen des HERRN um den Willen des VATERS am klarsten beantwortet. Drei Stunden muss JESUS sich zum Willen des VATERS gegen alle Macht der Finsternis durchringen. Über zwölf Stationen wird ER zum Kreuz auf Golgotha geschleppt. Dort gibt ER in den drei Stunden Seines Sterbens der ganzen Welt kund, dass er bis in den bitteren Tod zum Willen das VATERS steht. Dieses Bekenntnis ist heute von jedem Christen gefordert, der die Ölbergstunde der Kirche erkennt.

Der Glaube wird bitter, denn er überfordert – nach den Mittelmassen dieser Zeit – den durchschnittlichen Christen. Wie dem HERRN am Ölberg, muss dem ringenden Gläubigen die geistige Kraft des hl. Engels zu Hilfe kommen. Der Mensch JESUS, vom VATER allein in den Kampf mit den Mächten der Finsternis geschickt (die GOTTheit hat sich von IHM zurück gezogen, Er wurde zum zertretenen Wurm!) erhielt durch den hl. Engel die Kraft, Seinen letzten Blutstropfen für die Rettung der Welt hinzugeben. Wer die Zeichen der Zeit versteht, wird darum dankbar dem hl. Engel die Hand reichen. Die Bedrängnis durch die Gesetzlosigkeit, gipfelnd im Erscheinen des Antichrist als sichtbarer Vertreter Satans, des Fürsten dieser Welt, wird die „kleine Herde“ der Getreuen zwingen, die Hilfe der hl. Engel anzurufen. GOTT wartet zu, bis der Mensch aufwacht und bewusst nach dieser Hilfe greift. Er will das freie Ja des Menschen.

Der hl. Engel schenkt nicht nur dem Glaubenden neue Kraft, er führt ihn in die versiegelten Gemeinden. Sie allein werden dem Ansturm des Bösen widerstehen, lebendiges Zeichen für die Verheißung: „Siehe ICH mache alles neu!“

Busse und Beichte

Früher brachten die großen Feiertage den Andrang der Gläubigen zu der Beichte; um neue Gnaden aufzunehmen, muss zuerst das Herz des Menschen gereinigt werden. Wer als Priester noch „bessere Zeiten“ erlebt hat, muss freilich nüchtern bekennen: im Vordergrund stand meist ein äußeres Bekenntnis zur christlichen Lebensordnung, Beichten, im Sinne von Umkehr, sind Perlen. Sie sind Wunder der Gnade und werden auch der Gesetzlosigkeit dieser Zeit widerstehen. Sie dürften in dieser Zeit nicht geringer sein als in „besseren Zeiten“ – GOTTES Gnadenwirken ist nicht auf bestimmte Zeiten festzulegen. Auch wenn die charismatische Bewegung bewusst nach dem HEILIGEN GEIST greift, der „GEIST, weht wo ER will!“ Es ist nicht von ungefähr, dass dort, wo der Anruf der Busse aufgenommen wurde, auch die meisten Bekehrungsbeichten geschenkt werden: Beispiel dafür ist Medjugorje. Dort finden sogar die noch zur Beichte, die der Kirche bewusst den Rücken gekehrt haben.

Beichte und Gespräch

Wie von selbst hat es sich gefügt, dass unsere Beichtstühle leer bleiben, während das Beichtgespräch nach vorne getreten ist. In der Gesetzlosigkeit dieser Zeit braucht der Mensch von heute, der im Glauben noch sucht, Hilfe durch Einen, der in der Gnade GOTTES zu solcher Hilfe bereitet ist. Die geistliche „Begleitung“ auch durch einen Laien, ist hier in den Leerraum vorgestoßen, den als erster der Priester füllen sollte. Erst wenn der Suchende in seinem Herzen GOTT begegnet ist, kann er aus diesem Herz heraus fragen: was GOTT von IHM erwartet. Wer umgekehrt arbeitet, wird in dieser Zeit kaum Frucht bringen, Der Sturm wird ihn verwehen. Das gilt selbst dort, wo der Mensch durch äußere Wunder im Augenblick aufgewacht ist. Er muss dieses Wunder durchdringen auf den je einmaligen Anruf GOTTES, der im Wunder auf ihn fällt. Er muss ihn wachsen lassen, schützen, stärken – wenn er bleibende Frucht der Bekehrung bringen soll. 

Doch: „Wo bist du, Adam?“

Wo kann GOTT den Menschen noch ansprechen? Der Zwang, sich in die vorgegebene Gesellschaftsordnung möglichst reibungslos einzufügen, wird durch das „Überhandnehmen der Gesetzlosigkeit“ = Anarchie verschärft und führt endlich auch im Westen zu einer ähnlichen Reglementierung des Lebens wie in den kommunistisch geführten Staaten. Der Mensch kann dem Nächsten nur in vorgegebenen sozialen Kadern begegnen, eine persönliche Begegnung wird immer schwerer. Die Vermassung des Menschen ist nicht mehr aufzuhalten. Auch die Kirche ist in diesen Sog hineingerissen. Sie hat es nicht leicht, einen Restbestand von verbindlicher Ordnung in der tödlichen Spannung von Tradition und Moderne zu erhalten. Sie ist in Gefahr, Normen zu setzen, die einer persönlichen Begegnung mit GOTT entgegen stehen. In diesem Lichte gilt es die Episode der Begegnung JESU mit dem Grossinquisitor in den „Brüdern Karamassow“ zu sehen, der JESUS  auf den Scheiterhaufen schicken will, weil er solcher sichernden Ordnung nicht zustimmt.

Wie ist der noch anzusprechen, der sich hinter vorgegebenen Formen religiösen Verhaltens (zueinander wie zu GOTT) verbirgt? Wer im Lärm dieser Zeit nicht schwerhörig geworden ist, muss notwendig den klagenden Ruf GOTTES nach dem Sündenfall im Paradies hören: „Wo bist du Adam“. Die gescheite Behauptung: „GOTT ist tot!“ ist ein stummer Angstschrei, der aus nicht wenigen Herzen aufsteigt. Die Angst vor diesem GOTT, der sich entzieht, aber doch an Seinen Forderungen festhält, bringt den Menschen dazu, sich vor IHM zu verstecken: in vorgegebenen Formen, hinter dem „Bruder“ – denn das große Gebot der Stunde ist ja die „Nächstenliebe“. Sie hat die Liebe zu GOTT geschluckt, auch wenn sie großzügig vorgibt, sie gerade auf diese Weise am besten zu üben.


„Zwischen den Mühlsteinen

Zwischen den Mühlsteinen einer rigorosen Tradition und einer schrankenlosen Moderne werden die Wenigen, die ihren Weg zu GOTT zu finden versuchen, wie zermahlen. Und doch ist gerade dies die ihnen von GOTT gebotene besondere Gnade, um die Mauern zu durchbrechen, nicht in ihrer, sondern in Seiner Kraft, wenn sie nur „Tag und Nacht zu IHM schreien!“ Was sich an „protestantischem Glaubensgut“ inzwischen in der katholischen Kirche breit gemacht hat, greift unbewusst die Sehnsucht des Menschen auf, dem persönlichen GOTT zu begegnen. Sie ist freilich so ohnmächtig, dass sie nur so weit kommt, solche Möglichkeit dort zu fordern, wo sie sich eingeschränkt fühlt. Dieser Forderung kommt heute ein religiöser Markt aus aller Welt entgegen. Er führt den Menschen hinein in die babylonische Sprachverwirrung. Ein Büchner schrie es schon im vorigen Jahrhundert von der Bühne: „um den Anderen zu verstehen, müsste man ihm den Schädel aufbrechen!“, nur noch ein Schritt zu Hitlers: „willst du nicht mein Bruder sein, schlage ich dir den Schädel ein“.

Was hilft protestieren?

Wie kann der Mensch von heute gegen den Wall von Unterdrückung durchbrechen zu Seinem GOTT? War das nicht schon die Sehnsucht eines Luther entgegen einer Kirche, die dem Menschen diesen Weg durch äußere Forderungen verbaute? Die Not ist wohl zu aller Zeit die gleiche, nur kommt sie in unserer Zeit in apokalyptischer Weise zum Durchbruch. Sie erinnert an die letzte Phase der Unterdrückung der Gefangenschaft Israels in Ägypten. GOTT wartet auch heute auf „einen Moses“, um das Volk zu erinnern, dass ER sehr wohl um diese Not weiß und daran denkt, sie zu durchbrechen, wenn der Mensch nur auf dieses Angebot eingeht. Doch Vorsicht, warten wir nicht auf den Moses von außen, er wird bald in der Gestalt des Antichristen aufstehen. Moses muss in uns, in unserem Inneren werden, uns wecken, uns führen. Für diesen Moses steht der hl. Engel.

Bedeutet  das, dass der Mensch den Anspruch der Kirche zugunsten einer persönlichen Begegnung mit GOTT zurückstellt? Hier muss klar unterschieden werden. Der einzelne Gläubige nimmt nur in Anspruch, was ihm von GOTT her in der Kirche zugestanden ist. Im Gewissen ist er verpflichtet, einem Anruf GOTTES zu folgen unter zwei Bedingungen: er soll kein Ärgernis geben und er muss sich nüchtern bewusst sein, dass er den „sicheren Weg der Kirche“ verlässt.  Solches auf sich zu nehmen, ist für den durchschnittlichen Gläubigen eine Überforderung. Sie liegt auf der Höhe der Seligpreisungen.

Eine „neue Vermittlung“?

Doch fragen wir nüchtern: hat der einzelne Gläubige eine Möglichkeit, GOTT direkt zu begegnen, wie es Protestanten so leichthin zu behaupten scheinen? Der Weg der Vermittlung ist schon vor CHRISTUS philosophisch als einzige Möglichkeit gewiesen worden, dem unerreichbaren GOTT zu begegnen. JESUS CHRISTUS hat als der von GOTT gesandte VERMITTLER die Brücke geschlagen, Vermittlung wird durch IHN zum katholischen Weg, er will unsere Mitarbeit, unsere, der hl. Engel, ja der stummen Schöpfung. Wie es im AT wenigsten zu erahnen ist, ist er über die hl. Engel zur Erde hernieder gestiegen; Zeichen dafür ist der „Engel GOTTES“, der immer wieder die Wegetappen dieses Abstieges kennzeichnet, nicht zuletzt die hl. Engel auf dem Hirtenfeld, die das Kommen des Messias im „Gloria“ verkünden.

Dort wo JESUS leichthin zum „Bruder des Menschen“ wird, in Gleichstellung zu IHM, Seiner göttlichen Herkunft vergessend, erinnert uns der hl. Engel an diesen bedeutsamen Unterschied, wenn wir IHM wahrhaft begegnen wollen. Genau dieser Engel erinnert den Menschen auch an seine je eigene Berufung im Mystischen Leib der Kirche und gibt ihm die Kraft dazu, ähnlich wie dem HERRN auf dem Ölberg, zu dieser Berufung zu stehen gegen alle Mächte von oben und unten.

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ST.GABRIEL, Engel der Rechenschaft

„Zur Botschaft des „br. angelicus“

Der Bezug zur Apokalypse

Die bisher 10 Offenbarungen des hl. Erzengel Gabriels an „br. angelicus de angelis“[22]dürfen wir nicht mit so manchen anderen Offenbarungen in eine Reihe stellen. Sie ruft uns zur Rechenschaft im Blick auf die Geheime Offenbarung. Schauen wir deshalb zuerst auf die Schrift! Die erste wohl wichtigste Unterscheidung, die sich hier aufdrängt, ist der Bezug St. Gabriels zu dem Propheten Daniel und zur Geheimen Offenbarung als „Engel mit dem Buch der Rechenschaft“.[23]

Und ich sah: Ein anderer gewaltiger Engel kam aus dem Himmel herab; er war von einer Wolke umhüllt, und der Regenbogen stand über seinem Haupt. Sein Gesicht war wie die Sonne, und seine Beine waren wie Feuersäulen. 2 In der Hand hielt er ein kleines, aufgeschlagenes Buch. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land…… 6 Er schwor bei dem, der in alle Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: Es wird keine Zeit mehr bleiben,7 denn in den Tagen, wenn der siebte Engel seine Stimme erhebt und seine Posaune bläst, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein; so hatte er es seinen Knechten, den Propheten, verkündet (Offb 10,1-7).

St. Gabriel kommt bei den Erscheinungen in Fatima ähnlich wie ULF aus dem Licht. In Fatima geht den Erscheinungen des hl. Engels wie der MUTTER wie ein Lichtblitz voraus. Je reiner das Herz eines Menschen ist, umso weniger wird er über dieses andere Licht erschrecken. GOTT ist LICHT. Ob MARIA, ob der hl. Engel, ob ein Heiliger, sie sind Boten GOTTES und erinnern uns durch ihr Lichtsein, dass auch wir erdhaften Menschen ins Licht GOTTES gerufen sind. Er steht nicht für sich selbst, wie wir es tun, sondern im Auftrag GOTTES, der MUTTER, als Ratgeber, großer Bruder, um zu helfen. Die hl. Engel sind von Anfang an den Menschen, die das Heil erben sollen, zur Hilfe geschickt.

Wie sehr hat der Böse unseren mangelnden Glauben genützt, um ihr Bild zu verzeichnen, es lächerlich oder fremd machen! In der 10. Offenbarung, wo St. Gabriel den Seher zurechtweist, geht er lächelnd auf ihn zu. Bis zuletzt steht seine Sendung im Dienst der Menschwerdung des WORTES, auch jetzt, wo sie ins Licht der Geheimen Offenbarung tritt und das Gericht ankündet. Das „Geheimnis“, das sich vollenden soll, (vgl. Offb 10, 7), ist das der Menschwerdung kraft der bleibenden Gegenwart JESU in der Hlst. Eucharistie. Immer deutlicher steht es im Zeichen des endzeitlichen Kampfes gegen die Mächte der Finsternis und fordert zu Gewissenerforschung und letzter Entscheidung.  Was haben wir mit diesem Geheimnis gemacht? Unsere Antwort entscheidet über Unheil oder Heil des Menschen!

 

Wer nicht glaubt, wird nicht „bleiben“

Tiefer müssen wir im Glauben stehen, sonst wird uns der Sturm des Bösen verwehen! Mahnend ist das Wort „Bleiben“, das St. Gabriel immer neu unterstreicht. Es findet sich nicht nur beim hl. Johannes, dem Evangelisten, mehr als bei den anderen Evangelisten, es weist zurück auf die Propheten, Isaias und Jeremias. Von ihm hängt die Verheißung ab, „im Land bleiben zu dürfen“, das GOTT den Juden verheißen hat. „Wer nicht glaubt, wird nicht bleiben“ ist wie eine Zusammenfassung der vielen Zitate! Der gemeinsame Wortstamm dieser beiden Worte „glauben“ und „bleiben“ im Hebräischen bestätigt dies! Der Glaube muss zum Fels werden, das wird auch in der Verheißung JESU an Petrus bestätigt. Wie sehr verwässert wurde er durch unser Besserwissen!

Die 10. Botschaft an den Seher will dies unterstreichen: „Begreift doch, dass ihr den Weg des Glaubens, den WEG EURES LEBENS[24] nur im Glauben selbst, als IM LEBEN findet. „Glauben“ und „Leben“ werden in eins gesetzt. Erst im gelebten Glauben wird die Wahrheit der Frohbotschaft bestätigt, das ist die Forderung der Weltstunde, in der wir stehen. Ein Glaube, der es besser wissen will, spaltet sich fortschreitend in Sekten, Ideologien. Ihr gemeinsamer Nenner ist: Unduldsamkeit und Streit, so fallen sie dem Feind anheim. Wo der Glaube als Zeugnis in CHRISTUS gelebt wird, hört die Spaltung auf.

Das lebendige Zeugnis wird zum Fels, der im Sturm besteht! Hinter Spaltung steht der erste Spalter, der den Sturz der Engel auslöste. Wer unter den hl. Engeln kann uns hier besser weisen als die hl. Erzengel mit St. Gabriel in der Mitte? Schon in der Anrede an MARIA trifft er das Tiefste im Menschen. Er gibt unserer Gewissenerforschung ein Schwert der Scheidung in die Hand, das die Verwirrung dieser Zeit im Licht der Menschwerdung wie mit einem Blitz durchschneidet. Er lässt uns auch heute erkennen, wie sehr die Menschheit in Gefahr ist, zur Beute des Spalters von Anfang an, zu werden.

Weil CHRISTUS Mensch geworden ist, muss unser Leben bis in den Alltag anders werden. Die Gnosis aus dem Osten stachelt an zur Neugier, der Glaube weist uns in den Kampf. Weil er immer undurchsichtiger und härter wird in der Wüste unserer Zeit, brauchen wir das Licht und die Kraft des Engels, um zu bestehen. An jedem Ort, zu jeder Zeit, unter gleich welchen Umständen will uns der heilige Engel durch das Licht GOTTES den Weg weisen. „Ihr müsst nur leben, leben!“[25] Leben in Einheit mit dem hl. Engel, der keinen Augenblick sein Auge von GOTT abwendet. Jeder Schritt unseres Lebens muss in der Gewissenserforschung vor GOTT bestehen können.

Sie ist nicht nur nüchterne Voraussetzung einer fruchtbaren Beichte, sie muss immer neu unseren Lebensweg erhellen. Der hl. Ignatius von Loyola hat sie in das Fundament seiner Exerzitien eingebaut. Je mehr wir sie in jedem Augenblick leben, umso näher kommen wir GOTT und in GOTT dem Nächsten. So streng wir im Geschäftlichen abrechnen und der Prüfung stehen müssen, so sehr wir im Sport trainieren, so sehr ist uns diese Übung nach Innen verloren gegangen. Der hl. Engel ist uns hier unentbehrlicher Helfer, die Verwirrung des Geistes tastet ihn nicht an. Die Beichte ist nur dort verloren, wo sie keine Frucht bringt. Der Mensch wird nie Engel, doch das Licht, die Einheit mit dem hl. Engel, hilft ihm, dass er sich vollende als Kind des Lichtes. Nur im Licht GOTTES können wir den hl. Engel recht verstehen. Er ist geschaffenes Licht vom ungeschaffenen LICHTE GOTTES.

Diesem Licht ist der arme Sünder, der sich nach dem Licht ausstreckt, näher als der besser wissende Fromme! GOTTES Erbarmen setzt wie am Anfang an bei den Einfältigen, den an den Rand Gedrängten, den Kindern. Der HERR erinnert: „Wer meine Lehre tut wird erkennen, dass sie wahr ist. „Lebst du das, was du glaubst bis in die letzte Konsequenz?“, vgl. Jo 6,45 par. Wir sind zur Heiligkeit berufen, jeder von uns auf seine Weise; damit sind wir nie am Ende. Immer bleiben wir unnütze Knechte! Hellsichtig hat Romano Guardini in seinem Buch „Das Ende der Neuzeit“ darauf hingewiesen, dass der Glaube sich der Wirklichkeit stellt, so wie sie ist, statt sie nach eigenem Verstehen und Willen umzuformen. Sich selbst im Glauben als Norm herauszustellen, ist  Kennzeichen der Pharisäer und Schriftgelehrten. Mit ihnen rechnet der HERR unbarmherzig ab, auch wenn ihn dies ans Kreuz bringt.

 

Notwendigkeit tiefer Gewissenserforschung

Wenn wir das Messer der Unterscheidung an uns legen, müssen wir schmerzlich erfahren, wie wir bis in unser Beten hinein unwahr geworden sind. An der Wahrhaftigkeit setzt der hl. Engel als Erstes an. Was in seinem Licht nicht bestehen kann, muss fallen, nur so werden wir wahr, wirklich werden vor dem, der die Wahrheit, die Wirklichkeit ist. Unser hl. Schutzengel hat diese harte Prüfung am Anfang bestanden, wer könnte uns besser und nüchterner führen? Geschickt hat sich der gefallene Engel schon bei Eva an seine Stelle gesetzt, um den guten Engel abzudrängen. Es gelang damals, wie es heute über die ganze Erde hin gelingt. Nur mit Seelen, die dieser Engelprüfung stehen, kann GOTT neu anfangen. Vergleichen wir dazu das harte Wort an die siebte Gemeinde in der Geheimen Offenbarung:

14 An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der «Amen» heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! 16 Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. 17 Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend, und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. 18 Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider, und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst.

Wo die Verwirrung überhand nimmt, kann nur das „geläuterte Gold“ des gelebten Glaubenszeugnisses die Dunkelheit erhellen. Wo leuchtet es reiner als bei den Heiligen und den hl. Engeln, die die Prüfung des Lebens bestanden haben! Der Feind ist Meister im Mischen von Licht und Dunkel, er hat schon heute durch den Wohlstand die Menschheit im Schlepptau, selbst die Kirche will er umpolen. In der Prüfung, in der wir schon jetzt stehen, wird dies schonungslos offenbar. GOTTES Barmherzigkeit muss darauf drängen, dass der ganze Mensch IHM antworte und nicht nur ein religiöser Lebenserhaltungsinstinkt.

In der 10. Botschaft erscheint der hl. Erzengel zum ersten Mal zur Neige des Tages. Der Seher erwartet ihn seit dem frühen Morgen, wo er sonst immer erschien. Die Zeit weist auf die letzte liturgische Hore des Tages, die unsere Gewissenerforschung verlangt. Der Seher wird vor einem falschen Schritt gewarnt, dem wir täglich neu zu Opfer fallen: „hinaus“ zu gehen, statt zuerst nach Innen zu bauen. Die Warnbotschaften unserer Tage hängen oft schon am nächsten Tag an der Wäscheleine! Wie sehr fehlt uns nüchterne Prüfung in der Unterscheidung der Geister. Wer kann besser helfen als der hl. Engel?

GOTT ist das Innerste unseres Inneren, mahnt uns der hl. Augustinus. Nur noch in einem GOTT liebenden Herz ist fester Boden, Fels! Hier begegnen wir dem GOTT, der unser Leben wahr macht. Allgemeine Wahrheiten sind im besten Falle Wegweiser zum Ziel, doch GOTTES Liebe will den Einzelnen treffen und wie Saulus vom Pferde des Besserwissens stürzen. ER will auch in Dir Mensch werden, in einmaliger Weise. Wie leuchtet dieses Geheimnis in St. Gabriels Verkündigung an MARIA auf! GOTT allein kann es wirken, dass wir Neue Menschen werden in einer Welt, die den Tod gewählt hat. Auch in MARIA ist die Menschwerdung noch nicht vollendet, bis sie mit geholfen hat, den letzten Menschen, der glaubt, heim ins Licht zu bringen. Dies ist das tiefere Geheimnis der Marienerscheinungen seit Beginn der Neuzeit. Im Endkampf stehen sich nach der Geheimen Offenbarung 12 das Zeichen MARIENS und das des Drachen gegenüber! Wo der hl. Engel  wieder aus der Versenkung, in die ihn der Unglaube gebracht hat, auftaucht, müssen wir aufhorchen.

„Engelprüfung“

GOTTES Erbarmen hat nicht wenige neue Lichter in der Kirche unserer Tage angezündet, um den Suchenden den Weg zu weisen. Werden sie im Feuer des Kampfes die Prüfung bestehen? Prüfung muss kommen, nicht nur in der letzten Stunde für jeden von uns, sondern schon hier und jetzt. Wo immer die Wahrheit GOTTES den Menschen getroffen hat, wird CHRISTUS  neu Mensch! Das ist der Anruf an uns in der Botschaft an Br. angelicus. Sein ist vor dem Tun. Im Schweigen und Gebet wird das Neue Leben. Die Krise des Gehorsams kann nicht durch Gebote oder Nachgeben gelöst werden, sie verlangt die Antwort des größeren Glaubens: „Was sagst du dazu?“ Willst Du mit Pilatus antworten: „Was ist Wahrheit?“

„Nur im Augenblick könnt ihr erkennen. Nur in diesem Moment ruhend könnt ihr GOTTES Stimme hören, da das Jetzt des Lebens aus GOTT kommt und unvergänglich ist. … Im Licht des Augenblicks lässt sich für den Geist alles prüfen!“ ….In GOTT ist die Vergänglichkeit unvergänglich. In jedem Augenblick ist Alles. Dieses Geheimnis führt euch hin zur Empfängnis, wo in einem Augenblick Alles geschieht. Dieses Geheimnis führt euch hin zum Kreuz….zur Auferstehung. Erhebt das Kreuz, das große Siegeszeichen und vertraut!“[26] Menschwerdung und Kreuz sind nicht zu trennen. Wenn dies in aller Verwirrung des Geistes der Mensch erkennen darf, ist das nicht reines Wunder der Gnade? Was sind die Wunder der Krankenheilung dagegen? Sie sind nur Wegweiser, den Weg in Wahrheit zu gehen. Es ist heute jedem Einzelnen aufgegeben, oft in einer Einsamkeit, die an die der Armen Seelen im Fegfeuer erinnert, seinen Weg mit GOTT zu finden. Die Vernetzung der Menschheit ist ein verzweifelter Versuch, dieser Forderung GOTTES zu entgehen.

Wie sehr muss der Mensch, der sich eine Traumwelt gebaut hat, bis in den Alltag hinein erfahren, dass er dem Kreuz nicht entrinnt. Wo das äußere Elend weggeräumt wurde, bricht das innere Elend des Menschen nur noch schmerzlicher auf. Lasse GOTT in der Armut des Geistes innen anfangen und von dort nach Außen wirken. Versuche nicht mit Gewalt, deine „Wahrheit“ durchzusetzen! Sie führt zu Deiner und der Menschheit Zerstörung. Die Wahrheit des christlichen Glaubens ist Bekenntnis zum Leben, wo immer Einer darum ringt, ganz zu werden, ist er auf dem Weg und wird zum Lichte finden, wenn er nicht auf dem Weg erlahmt.

Wie sehr ist uns auch hier nicht nur der HERR, sondern auch MARIA und die Heiligen Vorbild. Du selbst musst Vorbild werden, nach dem Bild, das GOTT von Dir im Herzen trägt. Nur in Seiner Gnade kannst Du es einholen.

Nur so kannst Du GOTT verherrlichen und Deine Mitbrüder retten. Wer kann Dir hier besser helfen als der hl. Schutzengel, dem aufgetragen ist, Dir beizustehen, diese deine Berufung zu erfüllen? Er trägt sie bildlich in seinem „Herzen“ und wird alles unternehmen, sie zu erfüllen. Wenig wissen wir von dem schweren Kampf, in den die hl. Engel in dieser Zeit gestellt sind, mehr als je vorher, da noch die Geleise des Glaubens gelegt waren. Nicht durch Weltverbesserung aus menschlicher Hand kann die Erde neu werden, sondern nur in der Prüfung des Kreuzes, wie sie der HERR, Seine Mutter und die Heiligen gelebt haben. Nur im Kreuz kann sich das Wort der Offenbarung erfüllen: „Siehe ICH mache Alles neu!“ Im Kreuz sind Engel und Mensch gerufen, mit GOTT eins zu werden. In der Kraft dieser Einheit wird der ungleiche Kampf gegen die „Übermacht“ des Feindes entschieden!

 

„Neu-Evangelisierung“ durch das Zeugnis im Licht

Die Neu - Evangelisierung kommt nicht durch das Wort, sondern durch das Beispiel unseres Lebens, unseres Seins in GOTT. Es muss schon, bevor wir das Wort der Botschaft sprechen, aufleuchten und den Bruder dort treffen, wo auch in ihm das Geheimnis seines GOTTESrufes liegt. Sein Licht muss wie bei Paulus das Geheimnis der Gegenwart GOTTES in uns wecken, entzünden, zum Brennen bringen. Dies ist im Bild der „Fackel“ gedeutet, die jeder „Bruder“ nach Weisung St. Gabriels tragen soll[27]. Nur GOTT, der mit Engel und Mensch und Schöpfung eintritt in den letzten Kampf gegen den Widersacher, kann die letzte Scheidung von Licht und Finsternis herbeiführen. In Fatima leuchtet dieses Bild in seiner trinitarischen Zuordnung auf: Wir müssen sein „Kind“, im Verhältnis zum VATER, Geopferter im Verhältnis zum SOHN, „Engel“ im Verhältnis zum Geist, dadurch dass wir uns vom hl. Engel im Willen GOTTES führen lassen!

Das Licht des Engels sucht die Lichtsucher, um sie ins Licht GOTTES zu heben. „GOTT ist LICHT“, und auch dem Menschen ist verheißen, über den hl. Engel Licht zu werden: „In IHM (GOTT) war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen“, Wort des hl. Johannes im Prolog. Dieses Licht soll über den hl. Engel und den GOTTgeeinten Menschen  in das Dunkel einer GOTT verneinenden Zeit eindringen. Es bindet über den Menschen, der bekennt, zurück an das erste Wort GOTTES über die Schöpfung: „Es werde Licht!“ (Gen 1). Da unser menschliches Licht arm und unbeständig ist, muss es sich mit dem Licht unseres hl. Engels verbinden, um die Finsternis der Welt zu durchdringen, um steinerne Herzen zu öffnen. In dieser verheißenen Einheit wird GOTTES- und Menschliebe eins werden und die überzeugen, die nach dem Licht ausschauen.

Die Geheime Offenbarung ist nicht mehr Verkündigung des Wortes, sondern Gericht durch das Licht des Engels, das nicht mehr wie einst über den Hirten aufstrahlt, sondern eindringt bis in die Tiefen unseres Menschseins. Schon heute lebt die Kirche in der Zerstreuung. Die Gebetsgruppen sind dafür deutliches Zeichen. Die administrative Struktur der Kirche greift nicht mehr. Die hl. Engel werden „aus allen vier Winden“ alle die in den Versiegelten Gemeinden zusammenführen, die GOTT allein suchen. Von dort wird das Licht der Frohbotschaft mehr als Licht als im Wort ausstrahlen, um die Finsternis zu erhellen. Dies wird deutlich im Wort an die „Sieben Gemeinden“ (Offb. 2,1-3,22). Sie sind gerufen das endzeitliche Antlitz JESU in siebenfach verschiedener Weise (= im HEILIGEN GEIST) hinein zu strahlen in das Dunkel einer Welt die in Uneinigkeit und Krieg sich selbst zerstört.

 

Zeugnis durch das Angesicht JESU

Das Angesicht JESU im Turiner Leichentuch wie in der Perlseide von Manupello, bezeugen, wie sehr uns Sein Antlitz in dieser Zeit zu Heil oder Gericht wird. Es soll nicht unsere Neugier nach GOTT befriedigen, es soll sich in je einzigartiger Weise jedem Glaubenden einprägen bis in die Tiefe seiner Seele. Es muss sich die Verheißung von Gen. 1, 27 erfüllen: Gott schuf also den  Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Sie verheißt endzeitlich die Einheit von Mann und Frau, die der Böse zu einem Zerrbild gemacht hat. Sie ist dem Menschen als Prüfung im Kreuz aufgegeben auf dem Weg über die Erde. In ihr leuchtet die Verheißung, dass am Ende GOTT selbst die Vielheit zur Einheit bringt. Sie ist Bild der Gegensätzlichkeit von VATER und SOHN, am deutlichsten in der Sterbestunde JESU am Kreuz. Sie leuchtet über den Sieben Gemeinden und verheißt die Einheit aller Menschen guten Willens in der Kraft des HEILIGEN GEISTES.

Die Einheit die der Böse den Menschen verheißt, löscht das Angesicht des Menschen. Der Mensch wird administrativ eingeordnet, Sand am Meer! Die Einheit der Vollendung in GOTT hebt durch den HEILIGEN GEIST das je verschiedene Angesicht des Menschen hervor. Wo die Kirche wie jeder einzelne Gläubige sich wie die Gemeinden richten lassen, finden Kirche wie der Einzelne ihren Ort in GOTT und damit ihre je eigene Prägung in GOTT. Von den „Sieben Gemeinden“ aus strahlt die letzte „Verkündigung“ über die Welt, die auch noch die Fernsten erreichen wird, wenn sie nur das Licht suchen.

Das Geheimnis der verheißenen Wandlung des Menschen hinein in GOTT, das schon hier beginnt, muss wachsen in der Stille, im tiefen Schweigen vor GOTT, wie es uns MARIA vorgelebt hat. Kraft  der Miterlösung wie der Gnadenvermittlung wird sie zur Gehilfin JESU in diesem heiligen Werk der Vollendung, das in der Verkündigung durch St. Gabriel begann. Nicht Bücher brauchen wir, nicht Internet, nicht gescheite, menschliche Belehrung, sondern die Sehnsucht des reinen Herzens, das nicht aufhört, das Licht GOTT zu suchen. Hier liegt die Hoffnung auf den Einen Glauben der verschiedenen Religionen, der verschiedenen Menschen. GOTT allein kann es vollbringen, wenn wir im Schweigen wieder hören lernen, horchen und gehorchen – arm, lauter und getreu!. Dies ist das kleine ABC der Verheißung!

Dank sei Dir St. Gabriel, Bote des Allerhöchsten, dass Du den Kleinen offenbarst, was den Großen verborgen bleiben muss!

MARIA, Braut des HEILIGEN GEISTES,

Königin der hl. Engel,

Du wirst es in der Gnade GOTTES mit Deinen Kindern vollbringen!

Lobpreis in Ewigkeit der Hlst. DREIFALTIGKEIT!  AMEN


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II. Teil: „Suchet Sein Angesicht

ANGESICHT und Gehorsam

Wo der Mensch von GOTT wegschaut, verliert er sein Angesicht und wird dem gefallenen Engel gleich, der vor GOTT nichts ist, keinen Namen mehr hat. Die Vermassung des Menschen in unserer Zeit, der Verlust des Glaubens im einst christlichen Abendland lassen erkennen, dass der Feind seine letzten Kräfte einsetzt, um das Angesicht des Menschen zu zerstören.

In wunderbarer, ungeahnter Weise kommt GOTT dem Menschen in dieser Not entgegen: er erinnert ihn nicht nur daran, dass ein Schutzengel ihn begleitet, der den ewigen Namen des Menschen in sich trägt, ohne ihn zu kennen, er sendet mit und durch MARIA alle hl. Engel zur Hilfe, um inmitten des Verfalls die GOTTESstadt als Vollendung der Kirche aufzubauen. Wo die sichtbare Ordnung christlichen Lebens verfällt, weil sie nicht mehr vom lebendigen Glauben getragen ist, schaut GOTT auf die kleine Herde, die zu IHM schreit Tag und Nacht, dass ER sich unser erbarme. Und er schaut auf jeden Einzelnen von ihnen, denn nur mit behauenen Steinen kann er neu aufbauen.

In Einheit mit dem hl. Schutzengel kann der Gläubige immer deutlicher erkennen, wozu ihn GOTT gerufen hat. Er findet auch im Zusammenbruch aller Ordnungen seinen Platz und wird so im Sandsturm dieser Zeit Oase und Stütze für alle, die sich nach GOTT ausstrecken. Mehr  unsichtbar, als sichtbar baut sich so eine Kirche auf, in der GOTT wieder in der Mitte ist und uns durch Seine Gegenwart untereinander verbindet. Die Einheit von GOTTES- und Nächstenliebe wird zum Kennzeichen der „kleinen Herde“: „Seht, wie sie einander lieben!“ Der hl. Engel wird uns nicht nur helfen, in allem zuerst auf GOTT zu schauen und IHN anzubeten, er hilft uns auch, im Nächsten den HERRN zu erkennen und mit ihm im Hl. GEIST eine Gemeinschaft aufzubauen, die Zeugnis gibt für Seine Gegenwart unter uns.

Der Weg zu dieser Gemeinschaft ist uns durch MARIA vorgezeichnet. In ihr hat sich schon im Anfang die Urkirche gefunden und aufgebaut. Unterschied zu diesem hl. Anfang ist, dass der hl. Engel mit in sie hinein gerufen ist. Er ist nicht mehr nur Begleiter und Schützer des Menschen, er will in und mit ihm das Reich MARIENS aufbauen, das dem Reich CHRISTKÖNIGS vorausgeht, wenn ER als Richter kommt. Voraussetzung ist, dass der Mensch in der Verwirrung dieser Zeit sich nicht auf sein eigenes Wissen und Können stützt, sondern wie im Anfang Alles von GOTT erwartet. Wissen und Können auf nur menschlicher Ebene fällt dem Bösen anheim. Der Bußruf Johannes des Täufers: „Macht eben die Berge, füllt aus die Täler“ ergeht, vermittelt  durch den hl. Engel, zuerst an den einzelnen Gläubigen.

Er ist nicht zuerst ein Ruf zu einer allen verbindlichen Moral (wie es die Sekten fordern), sondern Anruf, die je eigene, unverwechselbare Berufung zu leben, die GOTT jedem Gläubigen schon in der Taufe ins Herz gelegt und in der Firmung gestärkt hat.

Das Bild von den je verschiedenen Steinen im Bau der Kirche will dies unterstreichen. Jeder Christ muss als ganzer Mensch das sein, was GOTT von ihm erwartet. St. Ignatius unterstreicht diese Wahrheit: „Wenn du dich bekehrst, wird die Welt sich bekehren!“ Nicht mehr das Wirken des Menschen steht im Vordergrund, sondern  seine Bereitschaft wie MARIA in jeder Lage zu wiederholen: „Siehe ich bin die Magd des HERRN“ Auf diesem Wort, dass den ganzen Menschen fordert, baut sich durch jeden Einzelnen, der ihm nachfolgt, das Reich MARIENS auf. Wo es Wirklichkeit wird, kommt der HERR, zu richten die Lebenden und die Toten.

Nicht zuerst einer äußeren Ordnung ist der Mensch verpflichtet, sondern seiner je einmaligen Berufung, die sich ins Ganze einordnen muss. Vorbild ist hier der hl. Engel, der in seiner Aufgabe allzeit vor GOTT steht, eingefügt der Ordnung der Hierarchie. Berufung ist Charisma, sie meint zuerst den Einzelnen und bereitet ihn zugleich für seine je einmalige Aufgabe in einer Gemeinschaft und für sie. GOTTES Weisheit hat sie  geschaffen und wird sie am Ende einfordern. Dies ist schon in der Lehre des hl. Paulus über den Mystischen Leib der Kirche und die ihm zustehenden Dienste zu erkennen. Ich kann in der Kirche nur heilig werden, wenn ich diesen Dienst, den GOTT auf mich gelegt hat, vollkommen erfülle.

Nur so kann der Gehorsam in der Kirche wieder neu wachsen. Die Krise des Gehorsams in der Kirche ist Gericht. Sie ist administrativ nicht einzufangen, sie verlangt zuerst den Gehorchenden. Dies setzt voraus, dass er Einen gefunden hat, dem er gehorchen kann, Der Missbrauch der kraft  einer behaupteten, statt einer auf GOTT durchsichtigen Autorität auf der Kirche lastet, muss gesühnt werden. Denken wir nur an das schneidende Wort aus der Apostelgeschichte: „Man muss GOTT mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5, 29). Die Krise des Gehorsams geht bis in die Familie.

Wo Einer nur mitschwimmt verliert er sein Angesicht. Verantwortung der Kirche ist, in heiliger Ehrfurcht die Berufung ihrer Glieder aufzunehmen, zu fördern und ihr den rechten Platz im Ganzen des Mystischen Leibes zuzuweisen. Danken wir GOTTES Vorsehung, dass die letzten Päpste vor aller Welt bekannt haben, dass die Menschenrechte nur in JESUS CHRISTUS einen festen Boden haben. Selbst in den Massenveranstaltungen unserer Tage geht der Ruf zur Nachfolge an jeden Einzelnen. Nie kann die Ohrenbeichte durch einen Bußgottesdienst mit allgemeiner Lossprechung ersetzt werden. Die Prüfung in der wir stehen, verlangt die klare, unverwechselbare Antwort jedes Einzelnen vor GOTT.

Im Bild der Ölbergprüfung JESU ist jeder Christ unserer Tage angesprochen. Der VATER hat sich zurückgezogen, damit der SOHN in Seinem Menschsein in der Prüfung stehe, für jeden Einzelnen wie für die ganze Menschheit. Das ist die Not, die der wahrhaft Gehorchende mit dem HERRN durchstehen muss. Das Übermaß dieser Last wirft den HERRN, aber auch uns zu Boden. Ein Engel kommt, um IHN zu stärken. Nur gestärkt durch den Kelch, den der hl. Engel uns reicht, werden auch wir bestehen. Der nachgesprochene Glaube genügt nicht, wir müssen Bekenner werden, bereit zum Martyrium der Passion. Die Kinder von Fatima, geführt und durchdrungen vom Gebet des  hl. Engels, haben es uns vorgelebt. Einzeln werden sie geprüft, nicht nur auf ihr je persönliches Ja zu GOTT, sondern ebenso in der Bereitschaft füreinander einzustehen und sich der Kirche einzufügen. Wie hart wurde ihnen, wird ihnen und uns diese Prüfung: wo ist noch echte Autorität, der wir vertrauen können?

Die Kirche soll endzeitlich als Familie das Geheimnis des Dreieinigen GOTTES leben als Kind im Verhältnis zum VATER, geopfert im Verhältnis zum SOHN und eins mit dem hl. Hl. GEIST, dann werden die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sie hat als „Familie“ begonnen, als Familie muss sie neu werden. Die Gesetze der Schöpfung werden missachtet es fehlt die Ehrfurcht schon vor der Schöpfung. Sie dient nur als Steinbruch. Ungläubige werden uns zu Anklägern und bestätigen das Mahnwort des HERRN „Die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes!“ Ohne die Hilfe des Glaubens, wird freilich bald offenbar, dass bald aus erster guter Erkenntnis eine Religion, ja ein Geschäft gemacht wird. Der Christ ist vor ihnen zum Gehorsam verpflichtet gegenüber GOTT und dem Nächsten und der Schöpfung. In diesem dreifachen Gehorsam steht auch der hl. Engel, der uns als treuer Begleiter auf der Pilgerschaft über die Erde gegeben ist. Wir müssen Familie werden mit der materiellen wie der unsichtbaren geistigen Schöpfung GOTTES, um Sein Angesicht zu tragen.

Die Kinder der Welt sind uns vorausgegangen und haben die Kirche wie eine Sekte an den Rand zu drängen versucht: wir müssen nachholen in der sozialen Frage, in der Ehrfurcht vor der Schöpfung, in der Erkenntnis des hl. Engels und dabei den Blick auf das Ganze nicht verlieren, wie es in der Welt geschieht. Da wir schlafen ist der Feind eine Stunde vor uns aufgestanden ist, um das, was den Menschen als Gut aufgegangen ist, zu verwirren und unbrauchbar zu machen. Die soziale Frage wird zur sozialen Versklavung, die Ehrfurcht vor der Schöpfung zum Diesseitskult, dem Blick auf den Engel fehlt die nüchterne Unterscheidung von Gut und Böse. Wer steht hier nüchterne Antwort gegen alle Verwirrung des Geistes, gegen die Übermacht der Gewalt? Nicht nur im Wort ist sie gefordert, sondern im Bekenntnis unseres Lebens bis zum Martyrium.

Das Schwert der Prüfung hängt über uns. Wenn morgen die letzten Ordnungen zusammen brechen, müssen in der Gnade GOTTES einige Wenige als Säulen dem Ansturm des Feindes entgegenstehen. In der sechsten und siebten Gemeinde der Geheimen Offenbarung wird uns klare Antwort. Aus den Gemeindebriefen können wir ablesen, dass die offene Verfolgung der die Kirche entgegen geht, eine neue Kirche schaffen wird, die ihrer Berufung durch den DREIFALTIGEN GOTT würdig ist. Auch wenn wir jetzt noch in der Zerstreuung leben, der HERR wird uns durch MARIA und die heiligen Engel aus allen Winden zusammen führen.

Wer die Adventlesungen aus den Propheten, besonders aus Isaias betrachtet hat, kann GOTT nur danken für dieses Wort des Trostes, der Verheißung, der Stärkung, wie es uns in anderer Weise die Geheime Offenbarung schenkt. Hier wird uns Licht in tiefer Nacht! Verzage nicht „kleines Würmlein Jakob“!   

 

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Fünf  Schritte zur Erkenntnis GOTTES

1 Jo 1: 1:1 Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefaßt haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens.

Wie im Evangelium geht auch in seinem ersten Brief Johannes zurück auf GOTT als DEN ANFANG, als wollte er damit sagen, wir finden nur dann den Weg zu GOTT, wenn wir auf IHN als DEN ANFANG schauen. Dabei ist der Ansatz unser konkretes Leben. Von unserer Lebenserfahrung müssen wir ausgehen, um betend zur Erfahrung GOTTES vorzustoßen. Hier ist das erste Erkennen der Philosophie aufgenommen, wo sie nach dem Woher des Lebens fragt. Nur als ganz persönliche Erfahrung wird die Erkenntnis des Menschen von GOTT wirklich und vermag ihn zu wandeln. Johannes übersteigt das nur spekulative, abstrakte Erkennen der Philosophen übersteigen in der Begegnung mit dem Lebendigen GOTT, wie sie uns in der Person des MENSCHENSOHNES geschenkt ist. Das wird auch in den Schritten der Erkenntnis deutlich, die hinzielen auf das, was Johannes mit „Berühren“ meint.

Nach dem Wort Pauli: „ich bin der Welt gekreuzigt und die Welt ist mir gekreuzigt“ geht alle Erkenntnis über das Kreuz, dafür stehen die drei Sinne des Hörens, des Sehens, des Tastens. Ihre Erfahrung muss im Glauben überstiegen werden. Im Betrachten öffnet sich das Sehen zum Schauen. Schauend wird die Gestalt greifbar. Hier bringt Johannes den Tastsinn herein, denn erst im Tasten wird das Gehörte und Gesehene Gestalt, dass die Erkenntnis  in ihm ruhen kann. Nur das, was ich erfahren habe, kann ich weiter geben. Das Äußere ist Anruf, tiefer zu dringen. In der Gestalt vollendet sich die schöpferische Kraft des Erkennens. Letztlich ist GOTT es, der sie wirkt.

Das Hören geht weit hinaus, es vermag Generationen zu durchschreiten. Erst dort findet es Klärung, wo der SOHN GOTTES, vom VATER gesandt zu den Menschen spricht. Das Sehen beginnt mit den äußeren Augen, doch es wendet sich nach innen, es baut auf dem Hören auf und versucht zum Bild vorzustoßen. Im Schauen ersteht das Bild im Inneren des Menschen. Doch erst wo der Mensch es betastet, vermag das Erfahrene tiefer in den Menschen einzudringen und ihn zu verwandeln. Solche tiefere Erfahrung ist mit dem Berühren angedeutet. Sicher denkt hier Johannes zuerst daran, dass er selbst den HERRN berühren durfte, dass er an Seiner Brust lag, wie es keinem anderen Jünger geschenkt war.  Von dieser Erfahrung ausgehend, vermag er im Prolog des Evangeliums den „Anfang“ aller Dinge in GOTT zu ertasten.[28] Dieses „Berühren“ heißt bei Johannes „Erfahren“. Nur wenn wir GOTT erfahren, ist unser Herz getroffen, können wir Zeugnis geben von Herz zu HERZ.  Weil Sein Herz durchbohrt ist, muss notwendig auch unseres durchbohrt werden, nur so kann die Begegnung mit GOTT Erfahrung werden, die unser Leben verwandelt.

Das Berühren ist, wenn es über die drei vorhergehenden Stufen aufsteigt, nicht mehr nur ein sinnenhaftes, in dem der Leib vorherrscht, sondern es ist im GEIST aufgestiegen zu einem volleren Verständnis, das alle Sinne und Fähigkeiten aufnimmt und in den Dienst GOTTES stellt: damit wir IHN erkennen im GEIST und der Wahrheit als das FLEISCHGEWORDENE WORT, das unter uns Menschen gewandelt ist und im BROT gegenwärtig bleibt. Diese Erfahrung wird von begnadeten Menschen bestätigt. Sie geht über die den Leib zurück lassende Erfahrung der Mystiker hinaus, die nicht selten in Gefahr ist das Geheimnis der Menschwerdung außer Acht zu lassen.

 

Verkündigung

1 Jo 1,2 Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde. Die Gerechtigkeit GOTTES, für die Johannes steht, verlangt, dass GOTT dem Menschen so entgegenkommt, dass er IHN erkennen kann, nach dem Maß seiner GOTTESerkenntnis wird er einmal gerichtet werden.

Das erste Bild von GOTT, das dem Menschen aus dem Hören geschenkt ist, ist durch das Schauen und noch mehr durch die Erfahrung GOTTES (das Berühren) gewachsen, es ist im Menschen Wirklichkeit geworden, die er in sich und vor sich erkennen kann. Ihr erster Ansatz liegt bei Johannes im „Sehen“, im Sehen wird das Gehörte auf seine Wirklichkeit geprüft. Nur so kann der Mensch wahrhaft Zeugnis und das Erfahrene weiter geben. Ausgehend von der Wirklichkeit, in der wir leben, greift es nach der Wirklichkeit aller Wirklichkeiten: GOTT  und versucht den Hörenden in die erfahrene Bewegung des Glaubens hereinzunehmen. Nur wer in der Wirklichkeit steht, vermag sie aufzunehmen. Gemeinschaft: 1 Jo 1,3 3 Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

Wenn hier Johannes rückwärts schreitend vom Sehen auf das Hören zurückgreift, möchte er deutlich machen, dass wir schon im ersten Hören hinein genommen sind in die GEMEINSCHAFT MIT GOTT. Der sie zuerst erfahren hat, Johannes will sie uns weitergeben, Für den, der sie erfährt, ist sie ein Schritt weiter hin zur Wirklichkeit: GOTT. Stufenweise begegnen wir IHM in den Schritten des Erkennens, beginnend mit dem Hören bis hin zum Berühren, Erfahren. In der Gemeinschaft mit dem VATER und SOHN vollendet sich alle Erkenntnis. 4 Wir schreiben dies, damit unsere Freude vollkommen sei.

In ihr wird uns die Freude des „Heuräka“, das angeldweise schon den ersten griechischen Philosophen in ihrem Suchen nach den letzten Gründen des Seins geschenkt wurde. Es gibt keine Gemeinschaft ohne die Erkenntnis GOTTES, so sehr die Wege, die zu ihr führen, verschieden sein mögen. GOTT als die höchste Wirklichkeit macht den Menschen, als Einzelnen wie als Gemeinschaft erst wirklich.

 

Die Gerechtigkeit GOTTES fordert Umkehr

Das Wesen GOTTES: „LICHT“ bringt das Dunkel der Sünde zutage! (Vers 5) „GOTT ist LICHT und in IHM ist keine Finsternis“, dies ist die Botschaft, die Johannes uns verkündet. Schon hier wird deutlich, dass der Mensch nur im Erkennen des Lichtes wirklich und glücklich werden kann – er muss Licht in Seinem LICHT werden. In der Annahme des Lichtes liegt sein Heil, in der Ablehnung sein Unheil. Darum wird der folgende Abschnitt die Notwendigkeit der Umkehr künden. Wie nahe kommt uns hier der Engel: der Licht vom LICHTE GOTTES ist.

(Vers 6ff) Im LICHT GOTTES, das ER uns durch Seinen SOHN vermittelt, ist nicht schwer, uns als Sünder erkennen.  Dies ist die erste entscheidende Frucht der Begegnung mit GOTT, in ihr erweist sich, ob wir GOTT berührt haben, wie es einem hl. Johannes geschenkt war. Nur als arme, bereuende Sünder können wir Gemeinschaft mit ihm haben. Sein Blut wird uns reinigen und uns hineinwachsen lassen in Sein Licht. Selbst wenn wir bereut und bekannt haben, bleiben wir arme Sünder, denn das Ausmaß der Sünde in uns erkennen wir erst, wenn Sein Licht uns ganz durchdrungen hat und kein Dunkel mehr in uns ist.

(Vers 9f) Nur in der Bekenntnis, dass wir Sünder sind, können wir die Vergebung unserer Sünden erlangen, wo wir uns sperren, täuschen wir uns nicht nur selbst, viel schlimmer, wir machen IHN zum Lügner, der doch das klarste Licht der Wahrheit ist.

Durchschauen

Überall wo lebendige, liebende Ordnung aufscheint, dürfen wir auf die Wirksamkeit der hl. Engel schließen. Sie sind von GOTT berufen, diese Ordnung aufzubauen und gegen alle Angriffe und Störung des Feindes und derer, die ihnen als Werkzeuge dienen, durchzutragen.  Solcher Ordnung begegnen wir zuerst in der Natur, als dem Bilderbuch des VATERS, dann aber vor allem im Worte des SOHNES, durch das uns die Ordnung der Natur auf GOTT hin durchsichtig wird. Wir begegnen ihr, im Blick auf den HEILIGEN GEIST in der Schönheit eines ganz auf GOTT ausgerichteten Lebens. Wir müssen lernen durchzuschauen, auf die verborgene, unsichtbare Wirksamkeit der hl. Engel, wie sie in Weisheit, Schönheit und Harmonie in der Schöpfung aufleuchtet.

Dies ist wohl mit die Krisis des Glaubens an die hl.Engel in der Kirche von heute, dass uns ihre greifbare Gegenwart genommen ist. Wir können dem Engel nicht mehr begegnen, wie wir ihn uns gerne vorstellten: mit weißem Kleid, Flügeln, einem Heiligenschein. GOTT fordert angesichts der Verkitschung und der daraus folgenden Leugnung der Engel Gerechtigkeit für Seine Ersterschaffenen. Wir müssen ihnen begegnen, so wie sie wirklich sind, nämlich als Geistwesen. Darum genügt es auch nicht, wenn wir die Hl. Schrift nach ihrer sichtbaren Gestalt durchforschen, die sie um unserer Schwäche willen angenommen haben.

Gerufen, allem Seienden die entsprechende Prägung und Gestalt zu vermitteln, sind sie am besten über die schöne Form des Geschaffenen zu erkennen, die hinüber weist auf die größere Schönheit GOTTES. Sie tragen das Antlitz GOTTES in die Schöpfung; nicht eines Gottes der Philosophen, sondern des GOTTES Abrahams, Isaaks, Jakobs, unseres HERRN JESUS CHRISTUS. Wie sie uns in ihrer Aufgabe als Schutzengel als Person anrufen, so wollen sie uns in allem zur Erkenntnis des persönlichen Antlitzes GOTTES führen, das GOTT nur für uns hat[29].

So wie sich die Himmlische Hierarchie in der ersten Prüfung der Engel am Anfang der Zeit im Zeichen des Kreuzes gebildet hat, so soll sich die Kirche als Mystischer Leib CHRISTI in Einheit mit den hl. Engel in diesem Zeichen aufbauen und vollenden. Die Kirche wird nach der Lehre der Väter endlich sichtbares Abbild der unsichtbaren Ordnung der hl. Engel. Wir werden ihnen deshalb auch überall dort in der Kirche begegnen, wo sie die heilige Ordnung des Reiches GOTTES widerspiegelt. Wo Menschenwerk in den Vordergrund drängt, ist ihnen ihr Platz genommen; sie werden stumme Mahnung, auf  den Weg GOTTES zurückzukehren. In ihrer hl. Ordnung sind wir vor aller Macht der Hölle geborgen. Sie warten nur auf unseren Glauben, um uns beizustehen, die Kirche im HEILIGEN GEIST zu erneuern.

Wo immer eine Ordnung aufgebaut wird, kommt sie aus einem (meist einfachen) Gedanken und ist auf ein Ziel ausgerichtet, zu dem sie uns führen will. Auf diese Mitte wollen uns die hl. Engel zuerst hinweisen: sie ist keine andere als der SOHN selbst, auf den GOTT die Schöpfung hin geschaffen hat. In Seinem Wort hat er uns diese Ausrichtung erkennen lassen, im Seinem Kreuzestod wurde sie besiegelt. In der Kraft der Hl. Eucharistie soll sie immer mehr alle Schöpfung überformen, bis der VATER in ihr überall das Antlitz des SOHNES erkenne. Dann ist sie bereitet für das Himmlische Hochzeitsmahl.

Dies ist für uns das Unbegreifliche: aus der Ohnmacht des BROTES wird das „Siehe, Ich mache alles neu“. Es ist nicht nur unbegreiflich für uns arme Sünder, es ist im Blick auf die Menschwerdung des SOHNES nicht weniger unbegreiflich für die hl. Engel. Nur im SOHN können Mensch und Engel zusammen kommen -  ER ist die Endgestalt der dreifachen Schöpfung. Die Hymnen des hl. Paulus in Eph. u. Kol. sind dafür unumstößliches Zeugnis. Auf diese Mitte müssen wir deshalb auch im Blick auf das Wirken der hl. Engel schauen, sie ist bei Johannes angedeutet im Bild des LAMMES GOTTES, in dem sich endlich in der Apokalypse der Allmächtige Richter der Lebenden und Toten offenbart. 

Die Mitte des LAMMES ist im Evangelium des Johannes dreifach angedeutet:

im Anfang beim Hinweis Johannes dT. auf den HERRN als das LAMM GOTTES (1,29),

am Ende (21,15), wo der HERR Petrus aufträgt: Seine Lämmer zu weiden ([30])

und in der Mitte in der Wunderbaren Brotvermehrung und der darauf folgenden Eucharistischen Rede (Kap.6).

m Gleichnis von Lamm = Brot wird uns der eine Nenner: das GEOPFERTSEIN.

Im Lamm ist die ganze Tierwelt, im Brot die ganze stumme Schöpfung miteinbezogen, wie sie GOTT dem Menschen zu Füßen gelegt hat, dass Er sie besorge, verwalte und endlich zu IHM heimbringe. Das Bild von Brot und Fisch über dem Feuer am See Tiberiades faßt dieses Geheimnis noch einmal in anderer Weise zusammen. Hier ist das Bild des Lammes in dem des Fisches aufgegangen, der im griechischen Wort ichthys Seinen Heiligen Namen  (jäsous, christos, theou hyios = JESUS CHRISTUS SOHN GOTTES) widerspiegelt. Die Bezugsmitte ist auch hier das Geopfertsein. Der Fisch  wird in seiner Ellipsenform mit den zwei Zentren Bild für die vollzogene Einheit von GOTT und Mensch, wie sie sich immer wieder als Mandorla in den Ikonen findet.

Das Sichtbare des Bildes weist auf das Unsichtbare der jenseitigen Welt. Um es anzudeuten bedarf es oft einer Mehrzahl verwandter Bilder. Weil die Hl. Eucharistie bei Johannes in der Mitte des Evangeliums steht, bilden bei ihm die Sakramente einen siebenarmigen Leuchter. In der Siebenerordnung, Bild für die mit GOTT geeinte Schöpfung (3+4), wird endlich alle Schöpfung in der Wirksamkeit des Hl. GEISTES durch die Engel überformt und eingeholt. Sie sind ja diese mit GOTT geeinte Schöpfung, die nun in der Hand des GEISTES Werkzeug wird zur Erlösung und Heimholung aller Geschöpflichkeit.

Solches Wirken erkennen wir noch klarer durch die Tabernakelengel, die den Liebesruf JESU an jeden Einzelnen von uns vom Tabernakel wie in Schwingkreisen hinaustragen[31]. Wie wenig denken wir daran, dass uns der HERR auf all unseren Wegen liebend nachschaut und anruft. Auch wenn in der Verfolgung nur ein Tabernakel übrig bliebe, Sein Anruf ginge über die ganze Schöpfung. In den Sieben Sakramenten wird etwas von ihrer je verschiedenen Wirkweise deutlich. Wir wollen ihr hier im Blick auf das Evangelium ein wenig nachgehen.

Als erster, der das weiße Licht, Bild für das Einssein GOTTES hinausträgt, steht der Engel der Matutin, des ersten liturgischen Gebetes mit dem Wort: „GOTT allein“! Er gibt uns den Schlüssel zum wahren Erkennen, das nicht bloß einer Fackel wie die Geistgabe der Erkenntnis sich dem Verstand mitteilt.

Das wahre Erkennen ist ein stilles, großes Licht (1), das aus dem Geist und dem Herzen kommt (2), das sowohl zur Weisheit wie zur Klugheit wie zur tiefgründenden Intuition führt (3), weil es Leben, Kraft und Liebe in sich trägt (4), weil es die Gnaden weckt (5), weil es Sturm des GEISTES im Erkennen (6) und zugleich Flamme des Anrufes ist (7). Wie flächig ist dagegen unser Erkennen, die wir uns der Wissenschaft rühmen.

Das sagt dir der HERR durch diesen ersten Engel: das Leben aus GOTT, das mit GOTT gelebte Leben (8), die Kraft aus GOTT (9), die du dir in Willenszucht und Enthaltsamkeit schweigend erringen kannst, die Liebe GOTTES, diese drei sind eins (10),  Sie sind der Schlüssel zur wahren Erkenntnis die du suchst [32]

Dieses Licht der Erkenntnis ist im Ersten Schöpfungstag des Evangeliums von Johannes wirksam, am deutlichsten in der Berufung der Jünger. Es ist in JESUS CHRISTUS der DREIEINIGE GOTT, der den Jüngern im HEILIGENG GEIST ahnend das tiefere Geheimnis JESU erkennen lässt. Sie sind von diesem Licht nicht einfach überfallen, es dringt wie organisch in sie ein, in Herz und Verstand. Es weckt in ihnen ein Verstehen, das aus der Göttlichen Weisheit kommt, sie zu klugem Handeln (Nachfolge) anleitet und zugleich tiefer in das Geheimnis der Sendung CHRISTI schauen läßt. Dies ist vor allem im Besuch der ersten beiden Jünger angedeutet: sie dürfen sehen, wo ER wohnt. Dieses Wohnen weist schon jetzt hinüber zum VATER, der IHN gesandt hat. In der Abschiedsrede, wird der HERR es wieder aufgreifen, im HEILIGEN GEIST werden sie es endlich tiefer erkennen. Die erste Intuition, die ihnen in dieser Begegnung geschenkt wurde, hat sich vollendet. Notwendig sind es drei Schritte: das Bild, das Wort und endlich das Verstehen.

Auch die vier folgenden Schritte sind zu erkennen:  die beiden ersten Jünger, Johannes und Andreas, die Johannes dem Täufer zugetan waren, gehen im Erkennen JESU hinüber in ein neues Leben. Der HERR hat in ihnen Gnaden geweckt, die dieses Leben aufbauen werden. Das Erkennen ist über sie gekommen wie ein Sturm, den sie in der Flamme des Anrufes an die nächstberufenen Jünger weitergeben (vgl.1,41ff), die sich ihrerseits jetzt zu JESUS gesellen.

Johannes zeichnet den HERRN von Anfang an als den GEOPFERTEN. Dazu heißt es im Blick auf das Lebende Wesen Adler. Es trägt nach vorne das Angesicht des Adlers, nach hinten das Löwenangesicht des Endsiegers. Nach links schaut der Opferstier zum Zeichen, dass alle Liebe und alle Gerechtigkeit im Wort vom Opfer unterbaut sein soll. Nach rechts hängt das Angesicht des Engels fest verankert am Angesicht GOTTES. Die Kraft aus diesem förmlich apokalyptischen Wesen strömt über die Ecksäule Gerechter GOTT hinunter zu allen GOTTgeweihten[33]

Das BROT wird in der Einheit von Brot, Wort und Kreuz die scheidende Achse des Evangeliums. Hier stellt Petrus, entsprechend Mt 16,16, die entscheidende Frage im HEILIGEN GEIST: Wohin sollen wir gehen...?(6,68). Um diese Mitte baut sich die Kirche auf, vorgezeichnet in der Berufung der ersten fünf Jünger. Sie steht für den Ewigen Bund GOTTES mit den Menschen, der in der Hochzeit von Kana angedeutet wird.

 

Dies ist nur ein kleiner erster Anruf für den, der das Licht noch sucht. Es wird dunkler und wir brauchen das innere Licht des Engels, um uns zurechtzufinden. Wo gibt es in aller Bedrängnis noch eine Geborgenheit in dieser Welt? In der Welt wohl nicht, nicht einmal mehr in der Kirche, sie geht jetzt immer schneller ihrer schwersten Prüfung entgegen – sie muss dem HERRN ähnlich werden in der Passion. Daran sollte uns der Film von der „Passion JESU“ eindrücklich erinnern. Es gibt keinen Weg zu GOTT außer durch die enge Pforte des Kreuzes. Das Kreuz für jeden ein anderes, Geheimnis der je einzigartigen Liebe GOTTES für Jeden von uns, und darum müssen wir ihm nachfragen durch das Herz der MUTTER. Wir müssen es mit ihr betrachten, Tag und Nacht, denn nichts ist wichtiger zu wissen, wenn der Sturm über uns kommt und wir hinausgeschleudert werden, als dies: „Was will GOTT mir mir?“

Diese Frage will in unserem Herz gesprochen sein, denn nur im Herz, das still geworden ist im Vertrauen auf GOTT sind wir sicher vor jedem Angriff des Bösen geborgen. Darum müssen wir hier am meisten ringen um den Frieden – denn der HERR ist nicht im Sturm, nicht in der Gewalt, er ist im Säuseln des Windes – dieser Wind aber ist der HL. GEIST, der uns einhüllen will in allem Ausgesetztsein, wie ER es mit Elias und all denen getan hat, die sich dem HERRN restlos geschenkt haben. Hier wird uns der hl. Engel zur großen endzeitlichen Hilfe. Obwohl er Geist ist, viel mehr als wir, beugt er sich in unser Herz hinab. Dort können wir seine Stimme hören, wenn wir schweigen gelernt haben. Im Schweigen und im Gebet beginnt das NEUE LEBEN.

 

Ruf zur Nachfolge

Die Frage der Berufung (im weiteren Umkreis, denn die Berufung der Jünger gehört in den Anfang des Evangeliums) steht bei Lukas am Anfang des Weges JESU hinauf nach Jerusalem, da er mit den Jüngern Samaria durchquert und dort keine Aufnahme findet. Johannes und Jakobus der Altere, die „Donnersöhne“ möchten Feuer vom Himmel auf die abweisenden Samaritaner herabrufen; doch der HERR weist sie nüchtern zurecht. Mit diesem Vorschlag beweisen die beiden Jünger des HERRN, daß sie ihre Berufung nur im Feuer erster Begeisterung verstanden haben.

Sie gehen weiter in ein andres Dorf, dort kommen drei Männer zu auf den HERR, die darum bitten, IHM nachfolgen. Sie stoßen zum HERRN in der feindlichen Umgebung von Samaria und, begleitet von Seinen Jüngern, die mehr mitgerissen als bewußt folgend hinaufziehen nach Jerusalem. Wie sich in der Passion erweisen wird, sehen sie ohne Ausnahme in JESUS den Messias, der die Juden von der Fremdherrschaft der Römer befreien wird. 

Die Berufung dieser ersten drei „Nachfolger“ ist schon bevor sie JESUS begegnen, in eine harte Prüfung gestellt. Sie können allein im HERRN Antwort finden. Die äußeren Umstände unterstreichen die Unbedingtheit des Anrufes JESUS‘. Sein Wort an sie ist hart, mehr abstoßend als anziehend. Es erinnert an das Ärgernis der Jünger nach der Eucharistischen Rede bei Johannes und das Wort des HERRN an Pilatus: "sagst du dies von dir aus, oder weil es andere dir gesagt haben?“ Der HERR verlangt die unbedingte Nachfolge, die jede menschliche Rücksicht ausschließt.

Menschlich gesehen geht diesem unbedingten Ruf sicher eine Zeit der Vorbereitung voraus, die sie auf die Entscheidung der Nachfolge vorbereitet hat. In diesem Sinne ist schon die Berufung der ersten Jünger am Anfang zu verstehen. Die Forderung der Nachfolge, wie sie hier der HERR ausspricht ist wie der Schlußpunkt.

 

Nachfolge im Licht des DREIFALTIGEN GOTT (Lk 9, 57-62)

Der erste (8,57) kommt mit dem großen Wort auf den HERRN zu: „Ich werde Dir nachfolgen, wo immer Du hingehst“.

Den zweiten spricht der HERR an: „Folge mir nach!“(59)

Der dritte wieder spricht schlicht: „Ich will DIR nachfolgen!“(61).

Die drei Berufungen setzen verschieden an; auch dies will beachtet werden.

In den knappen Worten dieser Berufungsperikope gibt der HERR eine ganze Theologie der Berufung, die von jeder Zeit in je eigener Weise ausgeschöpft werden will.

 

Berufung im VATER

Die erste Berufung will vom VATER her verstanden werden.

Der Mensch als Geschöpf GOTTES ist endlich, auch wenn er einmal gnadenhaft in das ewige Leben eingehen darf. Sein Leben hat einen Anfang und ein Ende. Doch im Blick auf den SOHN sieht uns der VATER von Ewigkeit her schon vor Seinem Auge. Wir kommen aus dem Urgrund des VATERS und sind berufen, in ihn zurück zu kehren, wenn wir nicht unser Leben verfehlen wollen. Die unbedingte Bereitschaft zur Nachfolge des Ersten weiß etwas von diesem heiligen Geheimnis und will ihm entsprechen.

Jede Berufung hat zwei Seiten: eine subjektive, persönliche: der Ruf, den der Mensch in seinem Herzen verspürt und dem er nachfolgen will; eine objektive: die Berufung verlangt angenommen zu werden. Sei es vom HERRN her direkt oder durch die Kirche, die für IHN das Wort der Annahme spricht. Letztlich sind sie eins, denn der Ruf kommt vom Rufenden. Um der Freiheit des Menschen willen muß der Rufende zurücktreten. Erst wenn er dem Rufe nachfolgt, darf er ihm entgegentreten. Erst in solcher Begegnung wird die Berufung fest, wird sie dem zurückgegeben, der sie ihm geschenkt hat. Wir sind, nicht nur in den materiellen Dingen, die uns GOTT für dieses Leben anvertraut, Verwalter, wir sind es auch im höchsten Gut, das uns GOTTES Erbarmen auf Erden schenkt: in unserer je einmaligen Berufung, die einmal unsere ewige Seligkeit ausmachen wird.

Das harte Wort des HERRN will dies kund tun: in unserer Berufung geht es um ewige Seligkeit oder ewigen Verlust GOTTES. Das sollte jeder wissen, der anfängt, seine Berufung zu erkennen. Die Weise, wie man heute mit Berufungen spielt, verrät ihre Herkunft: der uns hier auf abschüssige Bahn bringen will, der gefallene Engel, hat seine Berufung im Anfang ver- spielt!

Wer dem Ruf des VATERS, vermittelt durch den SOHN, folgen will, hat sein Zuhause hier auf Erden hinter sich gelassen. Er geht, menschlich gesehen, in die Ungeborgenheit: dies will der HERR mit dem Gleichnis von der „Höhle des Fuchses“ und den „Nestern der Vögel“ sagen.  Wo immer er hier auf Erden Sicherheit gesucht haben mag, unten im Irdischen oder oben im „Geistigen“ (darauf spielt das Bild vom Nest der Vögel an!), er hat sich getäuscht.  Der Mensch hat hier keine Bleibe, da alles, was GOTT geschaffen hat, einmal vergeht. Eines nach dem anderen der großen Klöster stehen leer, sind Museen geworden, die dem Staat zufallen. Wer im Äußeren Geborgenheit suchte, hat sie heute verloren.

Wer den Ernst der Nachfolge CHRISTI nicht erkennt, dem muß das Wort JESU übertrieben erscheinen, daß der MENSCHENSOHN nicht habe, wohin er Sein Haupt legen könne (vgl.(9,58). Den Glaubenden erinnert es an das tiefe Wort im Prolog des Johannes vom Ruhen des SOHNES im Schoße des VATERS. Nur dort ist wahrhaft Heimat. Wahre Nachfolge des HERRN muß sich schon jetzt an den Punkt stellen, an dem einmal jeder von uns stehen muß, wenn ihn GOTT von dieser Erde abberuft. In der Todesstunde fällt alle irdische Vorsorge ins Nichts.

Darum muß der Mensch, der nachfolgen will, nüchternerweise wissen,  Wem  er nachfolgen will. Wir sollten keine Sicherheit aufgeben, bevor wir nicht eine bessere in Sicht gefaßt haben. Wo die Erkenntnis GOTTES verloren geht, kann es keine Berufung mehr geben. Wo sie halb ist, sind es die Berufungen, sie können nicht für die ganze Wahrheit GOTT stehen, sie mischen das Menschliche in dem Maße hinein, als sie von GOTT abgerückt sind.

Berufung im SOHN

Die zweite Berufung ist im Licht des SOHNES zu sehen, der von sich sagt: „ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Die Betonung liegt hier auf „Weg“. Der HERR ist unser einziger Weg zum VATER, wenn wir diesen Weg verfehlen, haben wir uns verirrt und fallen endlich in die Finsternis der GOTTferne, denn GOTT ist LICHT. Wer Seinem Licht folgt, muß selbst Licht werden. Darum gibt es auch kein Zurück auf diesem Weg. Was der Mensch hier hinter sich, läßt ist tot, doch es kann im größeren Lichte GOTTES wieder lebendig werden. Das überspitzte Wort JESU: laß die Toten die Toten begraben (8,60) unterstreicht: in GOTT allein ist Leben. Wer das Leben in IHM gefunden hat, dem wird alles neu, neu von GOTT her, dem Urheber alles Lebens. Darum kann auch nur der SOHN GOTTES ein solches Wort sprechen, dem Menschen obliegt es, im Glauben zu gehorchen.

Die Berufung im VATER ist Wurzel, sie ist rückgebunden an den Ewigen Gedanken GOTTES in Seinem SOHNE. Die Berufung im SOHN ist Weg, den wir über diese Erde gehen müssen als Pilger, hin auf das Ziel, das uns gesetzt ist. Wir kennen es nicht, wir können es nur im Glauben und Gehorsam erreichen.

 

Die dritte Berufung ist im HEILIGEN zu verstehen.

Der VATER ist das ICH – nur ER kann dies von sich vor Moses sagen: „ICH BIN DER ICH BIN“ – ER allein ist der ungeschaffene Ursprung alles Geschaffenen.

Der SOHN ist das DU im VATER, auf den wir in unserem Leben immer bewußter zugehen müssen. Alle menschliche Begegnung, in besonderem Maße die Ehe, ist Erziehung hin auf das DU GOTTES. In der Begegnung mit dem Anderen – GOTT ist  DER ANDERE! – müssen wir lernen, uns zu verlieren, sonst bleiben wir allein, erstarren in Einsamkeit wie die gefallenen Engel: Salzsäulen.

Der HL.GEIST ist das WIR, ER ist die Verheißung der Gemeinschaft mit GOTT und durch GOTT mit den Brüdern.  Das Wort des dritten Berufenen: „Ich will DIR nachfolgen“ drückt die Sehnsucht aus, die der hl. Augustinus in das wunderbare Wort gefaßt hat: meine Seele ist unruhig, bis sie ruht in DIR, o GOTT! Allein GOTT ist Heimat, alle Heimat, die wir hier auf Erden finden, ist nur Verheissung der Ewigen Heimat in GOTT. Wenn wir in IHM durch den HEILIGEN GEIST Heimat finden, dann brauchen wir von niemand Abschied nehmen. „Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut ist untauglich für das Reich GOTTES“, so lautet hier die nüchterne Antwort“ (9,62). Das Bild der Pflügens will uns daran erinnern, daß der Acker unseres Lebens aufgebrochen werden, muß um den Samen des Ewigen Lebens in uns aufzunehmen. Im GEIST aber heißt Leben: Gemeinschaft mit GOTT und den Brüdern, die gerufen vom VATER von Ewigkeit her, dem SOHN auf Seinem Weg gefolgt sind und nun in der Gemeinschaft der Seligen GOTT mit den hl. Engeln preisen werden in Ewigkeit.

Hilfe auf dem Weg: die hl. Engel

Auch wenn hier von den Engeln nicht die Rede ist, - wir vergessen über all den kitschigen Bildern der Engel, daß sie unsichtbar sind, dem GEIST zugeordnet, der „weht, wo ER will!“,  sie tragen unsere Berufung. Wo sie als Schutzengel gerufen sind, ist es ihr besonderer Auftrag, uns zu helfen unsere Berufung zu kennen, sie zu entfalten und endlich als Frucht der Gnade GOTTES in die Hände zu legen.

Wo im Glauben der Weg zum Himmel durch eine christliche Lebensordnung sichtbar vor- gezeichnet war, konnte sich der Mensch an diesen Ordnungen ausrichten und sicher sein, nicht verloren zu gehen. Wo die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, bleibt wenig oder nichts von dieser äußeren Ordnung. Das ist der tiefste Grund der Glaubenskrise heute, daß GOTT ungreifbar geworden ist, nur noch im dunklen Glauben zu erreichen. Ja daß der Glaube allein nicht genügt, wenn er nicht, wie es der Engel von Portugal den Kindern lehrt, von der Anbetung mit dem Engel gestützt wird.

So wie die Entwicklung in der Technik immer neue, bisher unsichtbare Bereiche erschließt, so sind wir auch im Glauben gerufen über den Kinderglauben hinaus zu wachsen zur Anbetung im GEIST und in der Wahrheit, wie der HERR es die Samariterin lehrt, die den Glauben auf einen materiell greifbaren Ort festlegen will. Hier ist uns der hl. Engel, den GOTT uns zur Seite gestellt hat, unentbehrlicher Helfer.  Wer mit ihm den Weg im GEIST nicht findet, muß heute im Glauben irrewerden, da täglich eine neue Irrlehre aufsteht, die sich als Weg der Wahrheit ausgibt.

Für den Glauben, der sich hier absichern will, gilt das harte Wort des HERRN über den bewunderten Tempel von Jerusalem: „kein Stein wird auf dem anderen bleiben“. Der Böse reißt in der Kraft der Sünde nieder, was morsch geworden ist; er ist auch hier nur Werkzeug GOTTES. Was für den Kleingläubigen unüberwindbares Ärgernis ist, ist für den, der vom Engel geführt wird,  Zulassung GOTTES, damit wir zum Glauben im GEIST und in der Wahrheit vorstoßen, an dem alle Macht der Hölle scheitern wird.

Die Sendung der 72 (vgl. Lk 16,1-16)

Im Anschluss an die Perikope der Berufung, folgt bei Lukas die Sendung der 72, die er jeweils zu Zwei ausschickt, Seinen Weg zu bereiten. In dieser Sendung ist zeichenhaft (7+2=9) die endzeitliche Sendung der Engel angezeigt, die GOTT uns in diesem steilen Weg hinauf nach dem himmlischen Jerusalem zur Seite gibt, damit wir die Prüfungen dieses Weges bestehen und nicht abirren.  Hier wird deutlich, daß die überstrengen Worte des HERRN an die Berufenen in besonderer Weise für diese letzte Zeit gelten, die von den Gläubigen das Letzte an Hingabe verlangt. Selig, wer die Hand seines Engels ergriffen hat und nicht losläßt, er wird das Rote Meer der Sünden durchschreiten und sicher das jenseitige Ufer der Seligkeit erreichen!

 

Durchschauen

Überall wo lebendige, liebende Ordnung aufscheint, dürfen wir auf die Wirksamkeit der hl. Engel schließen. Sie sind von GOTT berufen, diese Ordnung aufzubauen und gegen alle Angriffe und Störung des Feindes und derer, die ihnen als Werkzeuge dienen, durchzutragen.  Solcher Ordnung begegnen wir zuerst in der Natur, als dem Bilderbuch des VATERS, dann aber vor allem im Worte des SOHNES, durch das uns die Ordnung der Natur auf GOTT hin durchsichtig wird. Wir begegnen ihr, im Blick auf den HEILIGEN GEIST in der Schönheit eines ganz auf GOTT ausgerichteten Lebens. Wir müssen lernen durchzuschauen, auf die verborgene, unsichtbare Wirksamkeit der hl. Engel, wie sie in Weisheit, Schönheit und Harmonie in der Schöpfung aufleuchtet.

Dies ist wohl mit die Krisis des Glaubens an die hl.Engel in der Kirche von heute, daß uns ihre greifbare Gegenwart genommen ist. Wir können dem Engel nicht mehr begegnen, wir wir ihn uns gerne vorstellten: mit weißem Kleid, Flügeln, einem Heiligenschein. GOTT fordert angesichts der Verkitschung und der daraus folgenden Leugnung der Engel Gerechtigkeit für Seine Ersterschaffenen. Wir müssen ihnen begegnen, so wie sie wirklich sind, nämlich als Geistwesen. Darum genügt es auch nicht, wenn wir die Hl. Schrift nach ihrer sichtbaren Gestalt durchforschen, die sie um unserer Schwäche willen angenommen haben.

Gerufen, allem Seienden die entsprechende Prägung und Gestalt zu vermitteln, sind sie am besten über die schöne Form des Geschaffenen zu erkennen, die hinüber weist auf die größere Schönheit GOTTES. Sie tragen das Antlitz GOTTES in die Schöpfung; nicht eines Gottes der Philosophen, sondern des GOTTES Abrahams, Isaaks, Jakobs, unseres HERRN JESUS CHRISTUS. Wie sie uns in ihrer Aufgabe als Schutzengel als Person anrufen, so wollen sie uns in allem zur Erkenntnis des persönlichen Antlitzes GOTTES führen, das GOTT nur für uns hat[34].

So wie sich die Himmlische Hierarchie in der ersten Prüfung der Engel am Anfang der Zeit im Zeichen des Kreuzes gebildet hat, so soll sich die Kirche als Mystischer Leib CHRISTI in Einheit mit den hl.Engel in diesem Zeichen aufbauen und vollenden. Die Kirche wird nach der Lehre der Väter endlich sichtbares Abbild der unsichtbaren Ordnung der hl. Engel. Wir werden ihnen deshalb auch überall dort in der Kirche begegnen, wo sie die heilige Ordnung des Reiches GOTTES widerspiegelt. Wo Menschenwerk in den Vordergrund drängt, ist ihnen ihr Platz genommen; sie werden stumme Mahnung, auf  den Weg GOTTES zurückzukehren. In ihrer hl. Ordnung sind wir vor aller Macht der Hölle geborgen. Sie warten nur auf unseren Glauben, um uns beizustehen, die Kirche im HEILIGEN GEIST zu erneuern.

Wo immer eine Ordnung aufgebaut wird, kommt sie aus einem (meist einfachen) Gedanken und ist auf ein Ziel ausgerichtet, zu dem sie uns führen will. Auf diese Mitte wollen uns die hl. Engel zuerst hinweisen: sie ist keine andere als der SOHN selbst, auf den GOTT die Schöpfung hin geschaffen hat. In Seinem Wort hat er uns diese Ausrichtung erkennen lassen, im Seinem Kreuzestod wurde sie besiegelt. In der Kraft der Hl. Eucharistie soll sie immer mehr alle Schöpfung überformen, bis der VATER in ihr überall das Antlitz des SOHNES erkenne. Dann ist sie bereitet für das Himmlische Hochzeitsmahl.

Dies ist für uns das Unbegreifliche: daß aus der Ohnmacht des BROTES wird das Siehe, Ich mache alles neu. Es ist nicht nur unbegreiflich für uns arme Sünder, es ist im Blick auf die Menschwerdung des SOHNES nicht weniger unbegreiflich für die hl. Engel. Nur im SOHN können Mensch und Engel zusammen kommen -  ER ist die Endgestalt der dreifachen Schöpfung. Die Hymnen des hl. Paulus in Eph. u. Kol. sind dafür unumstößliches Zeugnis. Auf diese Mitte müssen wir deshalb auch im Blick auf das Wirken der hl. Engel schauen, sie ist bei Johannes angedeutet im Bild des LAMMES GOTTES, in dem sich endlich in der Apokalypse der Allmächtige Richter der Lebenden und Toten offenbart. 

Diese Mitte des Lammes ist im Evangelium des Johannes dreifach angedeutet:

im Anfang, wo Johannes der Täufer auf den HERRN als das LAMM GOTTES hinweist (1,29),

am Ende (21,15), wo der HERR Petrus aufträgt: Seine Lämmer zu weiden[35]

und in der Mitte in der Wunderbaren Brotvermehrung und der darauf folgenden Eucharistischen Rede (Kap.6), im Gleichnis von Lamm = Brot; der eine Nenner ist das GEOPFERTSEIN.

Im Lamm ist die ganze Tierwelt, im Brot die ganze stumme Schöpfung miteinbezogen, wie sie GOTT dem Menschen zu Füßen gelegt hat, daß Er sie besorge, verwalte und endlich zu IHM heimbringe. Das Bild von Brot und Fisch über dem Feuer am See Tiberiades faßt dieses Geheimnis noch einmal in anderer Weise zusammen. Hier ist das Bild des Lammes in dem des Fisches aufgegangen, der im griechischen Wort ichthys Seinen Heiligen Namen  (jäsous, christos, theou hyios = JESUS CHRISTUS SOHN GOTTES) widerspiegelt. Die Bezugsmitte ist auch hier das Geopfertsein. Der Fisch  wird in seiner Ellipsenform mit den zwei Zentren Bild für die vollzogene Einheit von GOTT und Mensch, wie sie sich immer wieder als Mandorla in den Ikonen findet.

Das Sichtbare des Bildes weist auf das Unsichtbare der jenseitigen Welt. Um es anzudeuten bedarf es oft einer Mehrzahl verwandter Bilder. Weil die Hl. Eucharistie bei Johannes in der Mitte des Evangeliums steht, bilden bei ihm die Sakramente einen siebenarmigen Leuchter. In der Siebenerordnung, Bild für die mit GOTT geeinte Schöpfung (3+4), wird endlich alle Schöpfung in der Wirksamkeit des Hl. GEISTES durch die Engel überformt und eingeholt. Sie sind ja diese mit GOTT geeinte Schöpfung, die nun in der Hand des GEISTES Werkzeug wird zur Erlösung und Heimholung aller Geschöpflichkeit.

Solches Wirken erkennen wir am nächsten, wo wir über die Tabernakelengel, die den Liebesruf JESU an jeden Einzelnen von uns vom Tabernakel wie in Schwingkreisen hinaustragen. Wie wenig denken wir daran, dass uns der HERR auf all unseren Wegen liebend nachschaut und anruft. Auch wenn in der Verfolgung nur ein Tabernakel übrig bliebe, Sein Anruf ginge über die ganze Schöpfung. In den Sieben Sakramenten wird etwas von ihrer je verschiedenen Wirkweise deutlich. Wir wollen ihr hier im Blick auf das Evangelium ein wenig nachgehen.

Als erster, der das weiße Licht, Bild für das Einssein GOTTES hinausträgt, steht der Engel der Matutin, des ersten liturgischen Gebetes mit dem Wort: „GOTT allein“! Er gibt uns den Schlüssel zum wahren Erkennen, das nicht bloß einer Fackel wie die Geistgabe der Erkenntnis sich dem Verstand mitteil. Das wahre Erkennen ist ein stilles, großes Licht (1), das aus dem Geist und dem Herzen kommt (2), das sowohl zur Weisheit wie zur Klugheit wie zur tiefgründenden Intuition führt (3), weil es Leben, Kraft und Liebe in sich trägt (4), weil es die Gnaden weckt (5), weil es Sturm des GEISTES im Erkennen (6) und zugleich Flamme des Anrufes ist (7). Wie flächig ist dagegen unser Erkennen, die wir uns der Wissenschaft rühmen.

Das sagt dir der HERR durch diesen ersten Engel: das Leben aus GOTT, das mit GOTT gelebte Leben (8), die Kraft aus GOTT (9), die du dir in Willenszucht und Enthaltsamkeit schweigend erringen kannst, die Liebe GOTTES, diese drei sind eins (10),  Sie sind der Schlüssel zur wahren Erkenntnis die du suchst [36]

Dieses Licht der Erkenntnis ist im Ersten Schöpfungstag des Evangeliums von Johannes wirksam, am deutlichsten in der Berufung der Jünger. Es ist in JESUS CHRISTUS der DREIEINIGE GOTT, der den Jüngern die erste entscheidende Erkenntis über den HERRN schenkt. Sie sind von diesem Licht nicht einfach überfallen, es dringt wie organisch in sie ein, in Herz und Verstand. Es weckt in ihnen ein Verstehen, das aus der Göttlichen Weisheit kommt, sie zu klugem Handeln (Nachfolge) anleitet und zugleich tiefer in das Geheimnis der Sendung CHRISTI schauen läßt. Dies ist vor allem im Besuch der ersten beiden Jünger angedeutet: sie dürfen sehen, wo ER wohnt. Dieses Wohnen weist schon jetzt hinüber zum VATER, der IHN gesandt hat. In der Abschiedsrede, wird der HERR es wieder aufgreifen, im HEILIGEN GEIST werden sie es endlich tiefer erkennen. Die erste Intuition, die ihnen in dieser Begegnung geschenkt wurde, hat sich vollendet. Notwendig sind es drei Schritte: das Bild, das Wort und endlich das Verstehen.

Auch die vier folgenden Schritte sind zu erkennen:  die beiden ersten Jünger, Johannes und Andreas, die Johannes dem Täufer zugetan waren, gehen im Erkennen JESU hinüber in ein neues Leben. Der HERR hat in ihnen Gnaden geweckt, die dieses Leben aufbauen werden. Das Erkennen ist über sie gekommen wie ein Sturm, den sie in der Flamme des Anrufes an die nächstberufenen Jünger weitergeben (vgl.1,41ff), die sich ihrerseits jetzt zu JESUS gesellen.

Johannes zeichnet den HERRN von Anfang an als den GEOPFERTEN. Dazu heißt es im Blick auf das Lebende Wesen Adler. Es trägt nach vorne das Angesicht des Adlers, nach hinten das Löwenangesicht des Endsiegers. Nach links schaut der Opferstier zum Zeichen, daß alle Liebe und alle Gerechtigkeit im Wort vom Opfer unterbaut sein soll. Nach rechts hängt das Angesicht des Engels fest verankert am Angesicht GOTTES. Die Kraft aus diesem förmlich apokalyptischen Wesen strömt über die Ecksäule Gerechter GOTT hinunter zu allen GOTTgeweihten[37]

Das BROT wird in der Einheit von Brot, Wort und Kreuz die scheidende Achse des Evangeliums. Hier stellt Petrus, entsprechend Mt 16,16, die entscheidende Frage im HEILIGEN GEIST: Wohin sollen wir gehen...?(6,68). Um diese Mitte baut sich die Kirche auf, vorgezeichnet in der Berufung der ersten fünf Jünger. Sie steht für den Ewigen Bund GOTTES mit den Menschen, der in der Hochzeit von Kana angedeutet wird.

 

Dies ist nur ein kleiner erster Anruf für den, der das Licht noch sucht. Es wird dunkler und wir brauchen das innere Licht des Engels, um uns zurechtzufinden. Wo gibt es in aller Bedrängnis noch eine Geborgenheit in dieser Welt? In der Welt wohl nicht, nicht einmal mehr in der Kirche, sie geht jetzt immer schneller ihrer schwersten Prüfung entgegen – sie muss dem HERRN ähnlich werden in der Passion. Daran sollte uns der Film von der „Passion JESU“ eindrücklich erinnern. Es gibt keinen Weg zu GOTT außer durch die enge Pforte des Kreuzes. Freilich ist das Kreuz für jeden ein anderer – ein Geheimnis der je einzigartigen Liebe GOTTES für jeden von uns, und darum müssen wir ihm nachfragen durch das Herz der MUTTER. Wir müssen es mit ihr betrachten, Tag und Nacht, denn nichts ist wichtiger zu wissen, wenn der Sturm über uns kommt und wir hinausgeschleudert werden, als dies: Was will GOTT mir mir?

Diese Frage will in unserem Herz gesprochen sein, denn nur im Herz, das still geworden ist im Vertrauen auf GOTT sind wir sicher vor jedem Angriff des Bösen geborgen. Darum müssen wir hier am meisten ringen um den Frieden – denn der HERR ist nicht im Sturm, nicht in der Gewalt, er ist im Säuseln des Windes – dieser Wind aber ist der HL. GEIST, der uns einhüllen will in allem Ausgesetztsein, wie ER es mit Elias und all denen getan hat, die sich dem HERRN restlos geschenkt haben. Hier wird uns der hl. Engel zur großen endzeitlichen Hilfe. Obwohl er Geist ist, viel mehr als wir, beugt er sich in unser Herz hinab. Dort können wir seine Stimme hören, wenn wir schweigen gelernt haben. Im Schweigen und im Gebet beginnt das NEUE LEBEN.

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MARIAS BESUCH BEI ELISABETH, Lk 1, 35 -48

Wenn wir recht verstehen wollen, um was es in dieser Perikope geht, müssen wir den letzten Vers der vorhergehenden Perikope der Verkündigung mit dazu nehmen: 38 Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Es geht auch in der Begegnung der Frauen um nichts weniger als um die vollkommene Erfüllung des WILLENS GOTTES, nicht nur in der Vertikale, also hinauf zu GOTT, sondern auch in der Horizontale der Begegnung von Mensch zu Mensch. Hier ist wahrhaft die untrennbare Einheit des Ersten und Zweiten Gebotes, der GOTTES – und der Nächstenliebe verwirklicht. Zugleich aber wird in aller Nüchternheit deutlich, dass die GOTTESliebe das Größere ist, ja dass die Nächstenliebe notwendig aus ihr kommen muss, so wie die Strahlung aus der Strömung, die dann beide zusammen das Kraftfeld bilden: hier wird Kirche als die Herausgerufene (ek – klesia) in ihrer reinsten Form vorausgenommen.

MARIA hat in der Verkündigung in JESUS den Willen GOTTES zur Menschwerdung des WORTES in sich aufgenommen. GOTT verlangt von uns nicht zuerst unser Tun, das nur dazu führt, dass wir uns selbst (groß) machen. Immer und überall schaut ER auch in uns nur auf Seinen SOHN und die Antwort, die wir IHM durch IHN geben. Denn nur GOTT selbst kann sich letztlich Antwort stehen. Wo immer wir im Glauben in eine Krise geraten, wird uns Hilfe, wenn unser Blick von uns und unserer Not weg auf  IHN geht. Beide Frauen kommen aus der tiefsten Prüfung, die GOTT uns auferlegen kann: uns in letzter Einsamkeit allein für IHN uns zu entscheiden, wie es von den Engeln am Anfang verlangt wurde und der Menschheit und jedem einzelnen Menschen in der letzten Stunde aufgegeben ist.

MARIA ist noch ein Kind – Elisabeth eine alte Frau, zusammen umgreifen sie alles an Prüfung, was dem Menschen, besonders der Frau, auferlegt ist. Beide stehen sie im Strom der Anawim, der Armen Israels, die das Licht GOTT. durch die Dunkelheit der Zeit getragen haben. MARIA wirft in die Opferschale GOTTES ihr stürmisches Verlangen, ganz für GOTT da zu sein, Elisabeth die Weisheit der Hoffnung gegen alle Hoffnung. Beide schauen nur auf IHN, die Hoffnung Israels, des GOTTESkämpfers. Beide sprechen in verschiedener Weise ihre Antwort an GOTT durch den Engel, der ja immer bei ihnen ist.

39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Die Begegnung  zweier Menschen in der Tiefe des Glaubens gleicht einer Atomfusion. Hier ist wahrhaft Begegnung im reinsten Sinne des Wortes, an der alle andere Begegnung auf Erden und im Himmel gemessen wird, denn hier begegnen sie zuerst GOTT und erst  in und durch IHN einander. MARIA, von GOTT in Besitz genommen, schaut nicht auf diese unsagbare Gnade, um sie fest zu halten. Sie nimmt in der Kraft dieser Gnade den Anruf der Base auf und macht sich auf den Weg. Elisabeth erkennt schon in der Begrüßung, wer da zu ihr kommt. Nichts Äußeres kann die beiden ablenken. Die Begegnung gehört allein und ausschließlich IHM und kann darum nichts anderes sein als Lobpreis im höchsten Sinne. Nur GOTT allein kann vollkommen Sein Lob singen!

ER tut es hier in diesen Beiden in unvergleichlicher Weise. Wo sich GOTT um Seinetwillen unserer Armut bedient, wachsen wir hinein in den Liebesplan, den er von Ewigkeit her über uns gelegt hat. Wie anders geht ER mit uns um als die Menschen, die uns gebrauchen, um ihres Nutzen willen. Der Vorwurf der Kirchenfeinde, die Kirche missbrauche die Menschen um ihres Vorteils willen, stimmt nur im Blick auf die Solche, die GOTT gebrauchen, wie man die Dinge der Welt gebraucht. Die sich mit IHM einrichten, wie man sich in Leben einrichtet, um sich wohl zu fühlen.  Dann ist der GOTTESdienst auch nur etwas, was man mit macht, wie man im Leben draußen mit den Wölfen heult, um nicht aufzufallen. Bis auf die Kirchensteuer ist die Kirche so sehr im Ausverkauf, dass es im Sinne der Welt dumm wäre, sich nicht so nebenbei mit GOTT abzusichern.

Dazu kommen bittere Erfahrungen, die unsere Vorstellung von GOTTESdienst verzerren: als müssten wir irgendwo, irgendwann und irgendwie in etwas einstimmen, was uns vorgegeben wird. Wie man in der Schule etwas vorlesen muss, das man kaum kennt, dem man nicht zustimmen kann. Geht es uns in der Kirche und in aller Bevormundung, in guter oder böser Absicht, die wir erfahren, nicht ähnlich? In der Not dieser Zeit sind wir kritisch geworfen. Doch Kritik bringt uns nicht weiter, wir müssen durch den guten hl. Engel lernen, tiefer zu sehen, die Oberfläche der Dinge zu durchstoßen. Die Väter prägten das Wort: GOTT finden in allen Dingen! In der Natur ist es leichter, wenn der Mensch sie nicht verwüstet hat. Wie sehr wird alles Land um uns Wüste, die Steinwüste der Stadt ist dafür graues Zeichen! Haben die Väter der ersten Zeit, die hinauszogen in die Wüste nicht der Kirche geholfen, dass sie gegen alle Widerstände der Welt durchbrechen konnte? Es braucht den ganze Menschen, der sich ganz der Gnade ausliefert! Ist uns heute nicht eine ähnliche Aufgabe gestellt?

In der Begegnung der beiden Frauen sollte uns aufleuchten: ein GOTTESdienst, der nicht von innen  her aufsteigt, der nicht aus GOTT kommt, ist Menschenwerk und muss in seiner Schwerkraft endlich zu Boden fallen wie die Kartoffelfeuer im Herbst. Nach kurzem, müdem Aufsteigen schleichen sie am Boden entlang und verkriechen sich endlich in den Furchen. Ohne den Blick auf den Lebendigen GOTT ist GOTTesdienst, wie kunstvoll er auch bereitet sei, nichts als menschliche Mache. Dass er voll werde, bedarf es nicht nur des Aufblickes zu GOTT, sondern auch die Übereinstimmung mit dem Nächsten, ja mit allen Nächsten, die sich vor GOTT zusammen gefunden haben. Nur in IHM können wir bei aller notwendigen Verschiedenheit eins werden, nur dann ist Kirche.

Weil der Mensch heute Alles selber macht, ist notwendig dieses Machen auch in die Kirche eingedrungen bis hin zum Kampf gegeneinander, weil es der Eine doch immer wieder besser weiß als der Andere. Nicht selten gilt auch hier die Position, die Macht, die mit Hilfe der Administration schon „Einheit“ zustande bringt. Wenn man genauer hinschaut, geht es an den verschiedenen Fronten um das Eigene, das man gegen alle Widerstände durchbringen will; der Mensch will sich rechtfertigen. Wie es die Pharisäer beispielhaft versuchten! Wir vergessen: ER, der HERR, muss durch, wir müssen IHN tragen, wie es in verschiedener Weise MARIA und Elisabeth tun.  Wir müssen frei von uns werden, uns lockern. Die entscheidende Frage ist nur wie? Hier kommen uns täuschend die „Könige des Ostens“[38] entgegen. Welche Anstrengung, macht der Mensch, um sich in den Griff zu bekommen, sei es in der Wissenschaft und Technik, sei es im religiösen Raum. Es gelingt bis zu einem bestimmten, oft erstaunlichen Maße (denken wir an die „Wunder der Technik“, an die Yogis), doch der Schein trügt; es ist in beiden Fällen nur Technik. Ohne es zu bemerken, haben wir uns dem Feind in die Hand gespielt, der sich in diesem Ansinnen schon am Anfang gegen GOTT gestellt hat. Er geht uns zur Hand geht, dass wir glauben, uns übersteigen zu können!

Der einzige Weg, frei zu werden von uns selbst, ist uns aus der Hand GOTTES anzunehmen, wie wir sind und diese Hand nicht loszulassen. Er wird uns in wunderbarer Weise gezeigt in der Weihnachtsgeschichte. Hier ist es ein Hinüber, dort ein Hinauf!  Die Hirten, ihrer Armut und Kälte, ja ihrer Schafe vergessend, gehen hinüber, um zu schauen, was die Engel ihnen verkündet haben. Dieses Hinüber zu GOTT, zum Nächsten, im Dienst, im Dank, im Lobpreis, macht GOTT frei von allem menschlichen Zugriff, der sich Seiner bedienen will. ER gibt IHM, wie es die Jünger im Abendmahlsaal erleben „mitten unter ihnen“ Seinen Platz. In der Begegnung von MARIA und Elisabeth gibt der kleine Johannes, der da vor Freude hüpft, dafür das äußere Zeichen. Bewegung ist Leben, wo sie hin zu Dem geht, Der das LEBEN Selbst ist! Der die Bewegung auslöst, ist der GEIST, das darf die Mutter zuerst erfahren, da sie von IHM erfüllt wird. Im Pfingstwunder dürfen es die Jünger in ähnlicher Weise erfahren. MARIA, die den HERRN in ihrem Herzen trägt, ist dort die verborgene Mitte. Sie steht für IHN, der als Auferstandener immer wieder unter ihnen war. Auf die Mitte kommt es an. Hat der HERR nicht schon in Seiner Verkündigung das Kind und den Mann mit der verdorrten Hand in die Mitte gestellt, um sie hervorzuheben (vgl. Mk 3,3 u. 9,36)?

 40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. 41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt.

Lobpreis und Staunen gehen in eins, das Eine ruft das Andere hervor, Wurzel aber beider ist die Demut, das demütige Wissen, dass alle Vollendung nur aus GOTT kommen kann. Muss GOTT nicht in unserer Mitte sein, wenn der Mensch ganz zurück tritt, um IHM Raum zu geben? Wie anders klingt und hallt der Lobpreis aus der Tiefe einer Seele, als der, den wir mit besten Kräften tun, doch ohne den Hauch des GEISTES! Aller Lobpreis im Himmel wird notwendig von Innen aufsteigen und alles Außen, dass es auch dort noch geben wird, nach Innen mitnehmen. Im dreifachen Lobpreis von Engel, Mensch und Schöpfung ist das Lob GOTTES vollkommen.

 42 Und sie rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. 43 Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?  44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Das nächste Wort: „selig…“ fasst zusammen, was uns schon hier auf Erden geschenkt wird, wenn wir uns im Glauben so ausliefern, wie sich die beiden Frauen ausgeliefert haben. Beider Lobpreis klingt in eins zur ewigen Ehre GOTTES. 45 Selig bist Du, die Du geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr Dir sagen ließ. 46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Schauen wir von der Perikope der Begegnung der beiden Frauen hinüber zu einer anderen Begegnung, die in ähnlichem Lichte steht. Da Thomas Seines Unglaubens überführt wird, bricht aus ihm ein ähnlicher Lobpreis in dem Bekenntnis hervor: „Mein HERR und mein GOTT“, das der demütige Bruder Klaus in sein Herzensgebet in anderer Weise aufgenommen hat, um sich für immer und ewig in IHM zu verankern.

Wie verschieden kann diese Perikope gedeutet werden! Ist das Wort des HERRN moralisch zu deuten? Muss Thomas, wie es Manche verstehen, seinen Zweifel, sein Widerstreben wieder gut machen? Wie soll er das tun? Wie schnell sind in der Moral die Dinge in ein Fach zu bringen. Doch damit ist auch alles Gnadenhafte, Unbegreifliche aus dieser Bekehrung gelöscht. Selbst wenn ihn die Mitapostel aufmerksam gemacht haben, dass er umkehrte, war Werk der Gnade. Der GEIST ist ausgeschieden, wo die Moral das erste Wort hat. Gesetze, Moral können vorbereiten, Hilfe geben, der hl. Paulus hat das wohl am besten verstanden, doch die Wandlung des Menschen ist GOTTES Werk. Wie sehr müssen wir uns nach ihr ausstrecken. Das ist Menschen, die alles selbst in die Hand nehmen, notwendig eine Torheit. Hier stehen wir heute in der Scheidung.

Wir müssen näher hinschauen! Glaube ist Geheimnis. Bekennen wir es nicht laut nach der Wandlung in der hl. Messe? Was dort gilt, umgreift unser ganzes Leben im Glauben, die Liturgie ist uns Lehrbeispiel. Wer im Glauben wach ist, begegnet diesem Anruf: „Geheimnis des Glaubens!“ auf Schritt und Tritt, in all dem und denen, die ihm begegnen. Das ist die Schule des Glaubens, die erst mit der letzten Stunde unseres Lebens endet. Das ist die Forderung der die Kirche und jeder Einzelne in ihr stehen muss in dieser Zeit der Prüfung.

Dass Einer im Glauben bereit ist, sich in Dienst, Lobpreis und Dank zu verschenken, setzt voraus, dass sein Herz aufgebrochen ist für GOTT, und nicht irgendeinen Gott, sondern den unseres HERRN JESUS CHRISTUS, der für uns am Kreuz gestorben ist. Paulus bekennt: Ich bin mit Christus gekreuzigt;  20 nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. 21 Ich setze Alles auf die Gnade Gottes[39], denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.Wie sehr die einzelnen Jünger unter der Katastrophe des Kreuzes gelitten haben, wie tief sie hinein fielen in Verzweiflung, wir finden dafür nur Andeutungen. Das Schicksal Judas’ reißt den Abgrund vor uns auf, über dem sie alle standen. Das Wort: “keiner kann GOTT schauen, ohne zu sterben“, bleibt auch für uns im Neuen Bund gültig.

Verschieden sind die Menschen, verschieden ist, wie GOTTES Liebe sie anredet, jeden in Seiner Art. Da ist nicht zuerst Moral und Zurechtweisung, sondern Geheimnis der wunderbaren Führung GOTTES hin auf Seinen SOHN, zu dem jeder von uns seinen je eigenen Weg finden muss. Erst im Himmel werden wir dieses Geheimnis einmal in Ewigkeit bestaunen und lobpreisen. Hier auf Erden ist der gute Schutzengel uns zur Seite gegeben, um uns auf diesem einzigartigen, königlichen Weg zu führen. Wenn wir uns dessen bewusst werden, werden wir in der hereinbrechenden Gesetzlosigkeit dieser Zeit dankbar seine Hand ergreifen.  Mt 24, 11 Viele falsche Propheten werden auftreten, und sie werden viele irreführen. 12 Weil die Mißachtung von Gottes Gesetz überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. 13 Wer jedoch bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

Die Apostel kommen gerade aus der Katastrophe des Kreuzes. Die Erschütterung ist noch nicht überwunden. Das Bekenntnis Thomas’ reißt sie mit nach oben. So trägt die Bekehrung jedes Einzelnen bei, dass auch die Übrigen sich tiefer bekehren, hin auf den EINEN, der alles in Weisheit vorher gesehen hat. Tief ist dieses charismatische Wort, das der HERR an eine Seele gerichtet hat:

„In deiner tiefsten Wunde wirst Du mich am ehesten finden.“ Geheimnis der Abbildlichkeit, in der wir nach GOTTES Bild geschaffen sind: nur der tief Verwundete wird das Geheimnis der sich verströmenden Liebe GOTTES am Kreuz ahnend verstehen.

Die Bekehrung des hl. Franz von Sales aus tiefster Verzweiflung hinüber zum Bischof der Liebe kann dies noch mehr erhellen. Da er, vielleicht angesteckt durch Calvin, glaubte, verdammt zu sein, hatte er auf Leben und Tod um den Glauben gerungen. Hat ihm GOTT diese Last aufgelegt, um Vielen, die in ähnlicher Not waren, aufzuhelfen? Immer fällt es auf Einzelne, eine Not bis zum Letzten durchzustehen, um wieder zum Licht durchzubrechen. Allein in der Gnade GOTTES konnte ihm der Gedanke kommen, der ihn retten sollte von der bösen Verfinsterung seines Geistes: „Wenn ich auch in die Hölle komme, ich werde nicht aufhören, auch dort GOTT zu preisen!“

Wie sehr gilt es, wenn die Finsternis uns gefangen hält, den kleinsten Lichtstrahl aufzunehmen und uns daran zu klammern. Franz von Sales hat sich an ihm zum Künder der Liebe GOTTES hinaufgearbeitet. In einer Zeit, da die Lehre Calvins wie Wölfe in den Bereich des Glaubens einbrach, hat er den wahren Glauben gerettet. Die einfachen Lösungen der Sekten sind Täuschung: man löst die Spannung des Kreuzes nach der einen oder anderen Seite und verfehlt notwendig die Mitte! Sein Ringen mit GOTT wurde zum Gespräch der Liebe, in dieser Liebe fand er hinüber zu anderen Suchenden wie die beiden Frauen MARIA und Elisabeth im Glauben zueinander fanden.

Der Schleier eifersüchtiger Liebe hütet noch heute das Geheimnis der drei Monate, die MARIA bei Elisabeth verbringen durfte. Es muss bis in den kleinsten Winkel des Alltags hinein ein Stück Himmel auf Erden gewesen sein, auf den der VATER in tiefem Wohlgefallen schaute. Guter Wille ist die eine oft sehr brüchige Seite des Menschen, Wohlgefallen GOTTES ist die andere, wandelnde, des stillen Wirkens GOTTES über dem Menschen, in das sich der Mensch an der Hand des Engels leise einfügt. Wo sie beide zusammen gehen, ist Frieden auf Erden, wird ein Neues in der Schöpferkraft GOTTES!

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Liebe sucht das Antlitz GOTTES wie des Bruders

Wir können GOTT und den Nächsten nur lieben, wenn wir sie kennen. Unsere Liebe wird umso tiefer und wahrer, je mehr wir erkennen. Doch wie erkennen? In aller Verflachung der Werte haben wir vergessen, daß wir nur im Lichte von GOTT recht erkennen. Wenn Liebe und Erkennen nicht bloß leere Worte sind, die wir gedankenlos wiederholen, dann bedarf es der Glut und des Lichtes im  Hl. GEIST, die nur denen werden, die darum beten. Allein der Hauch des GEISTES vermag den Menschen aus der Masse der Antlitzlosen herauszuheben, daß wir aufschauen – in ein Antlitz, das uns anschaut.

Wo der GEIST weht und aufgenommen wird, da wird ein Neues, eine neue Schöpfung, in uns und um uns. Da ist das Fließband der Massenproduktion unterbrochen, da bricht wie durch Wolkendunkel ein goldener Strahl, und der Mensch weiß: Du bist gerufen, Du mußt antworten. Er tritt heraus aus dem Grau des Einerlei, läßt hinter sich Alle, die sich nur noch in aufpeitschenden Rhythmen bewegen, weil sie tot sind in der Seele.. Es gibt kein Erkennen und keine Liebe ohne Begegnung von Herz zu Herz, mag sie auch durch das Papier eines Buches vermittelt sein. Immer verlangt sie, durchzubrechen durch starre, tote Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten, sie muss Aufschwung des Herzens, Sehnsucht nach Licht werden.

Erkenntnis und Gegenüber

Es gibt kein Erkennen, wenn uns nicht Etwas, Jemand, entgegen tritt, gegenüber steht. Wo wir solcher Begegnung ausweichen, ihre Möglichkeit leugnen und  Alles von uns selbst her zu wissen und zu bestimmen meinen, bleiben wir mit uns selbst allein. Hier ist die Philosophie der Neuzeit (nicht nur die des Idealismus) in der Nachfolge von Nominalismus und Luthers Reformation in eine Sackgasse geraten, die sich immer mehr als der Abgrund offenbart, in den der Lichtträger gestürzt ist, weil er es besser wußte als GOTT.

Es ist wahr, daß der Mensch ein gewissen Wissen um Wirklichkeit (Kant nennt es „a priori = voraus“) in sich trägt, einen Rest jener Erkenntnis Adams, den er mit den Engeln teilte. Die Genesis spricht nach seiner Erschaffung davon, daß GOTT ihm die Dinge und Lebewesen vorführte „und er gab ihnen den Namen“. Doch je mehr der Mensch sich von GOTT entfernte, umso mehr hat sich dieses innere Wissen verloren. Verblendet über seine Armut, will er von diesem Rest her nicht nur ein neues Weltbild, sondern eine „neue Welt“ aufbauen (New Age!).

Der Abgrund im Menschen ist dieses „Ich bin Ich“, das sich selbst vollkommen glaubt und darum jegliche Begegnung mit einer anderen Wirklichkeit nicht nur ablehnt, sondern leugnet. Abgrund ist das Ich insofern, als der Mensch auf GOTT, auf die Begegnung mit der höchsten Wirklichkeit hin geschaffen ist. Wo er sich dieser Begegnung verweigert, bleibt er mit seinem armen Ich allein, das nie vergessen kann, daß es auf den Ewigen, Unendlichen GOTT ausgerichtet ist und darum immer, auch in Seiner Verneinung, nach IHM sich ausstrecken wird. Dies ist Höllenqual in Ewigkeit, erkennen zu müssen, daß wir die uns von GOTT verheißene Ewige Glückseligkeit von uns gestoßen haben.

Der Böse und wer immer ihm folgt, hat den ewigen Tod gewählt und kann darum, so lange ihn GOTT noch wirken läßt, nur das was ihm eigen ist, um sich verbreiten. Darum versucht er, so lange es ihm möglich ist, was immer entgegen steht, zu zerstören: was bleibt ist Wüste. Der Mensch, die Schöpfung sind auf GOTT hin geschaffen, sie werden wirklich in dem Maße, wie sie GOTT entgegen stehen. Dieses „Entgegenstehen“ gründet im Geheimnis des DREIFALTIGEN GOTTES, wo der SOHN dem VATER gegenüber steht, weil der VATER sich in IHM erkennen will. Der VATER, der den SOHN über alles liebt, will IHN nicht nur in Seinem GOTTSEIN gegenüber sehen, ER will Ihm auch „außen“ begegnen. Darum schafft ER die Schöpfung nach Seinem Bild, erlöst sie von der Sünde durch den SOHN, schafft sie neu im HEILIGEN GEIST. Das Entgegenstehen des SOHNES zum VATER hat auf Golgotha, da der SOHN sich vom VATER für uns Sünder verstoßen sieht, sein höchstes, nicht mehr zu überbietendes Maß erreicht. 

Entgegenstellung im Kreuz

Wenn Paulus schreibt, daß ihm die Welt in CHRISTUS gekreuzigt ist, dann stellt er bewußt alles was ihm begegnet, Dinge, Geschehen oder Menschen in diesen Abstand der Entgegenstellung. Weise spricht die Sprache in verschiedenster Weise von den Gegenständen, von Entgegnung, Gegenwart usw., nur wo wir aus uns heraus auf ein Anderes zu gehen, können wir erkennen. Alles Leben kommt aus der Gegensätzlichkeit im menschlichen wie im sachlichen Bereich und kann sich nur in ihr nach dem Willen GOTTES in rechter Weise vollenden.

Luzifer, als das höchste aller Geschöpfe, sah sich im Anfang allein GOTT gegenüber. Da er sich von seiner eigenen Herrlichkeit blenden ließ, wies er GOTTES Ansinnen, den Menschen zu dienen, empört zurück. Er stürzte am „Felsen GOTT“ und wird am Ende der Zeit am Felsen Petri zerschellen. In der Auflehnung der Engel gegen GOTTES Willen, bricht die falsche Gegensätzlichkeit ein in die Schöpfung. Um sich durchzusetzen, wird sie versuchen, alles Geschaffene mit sich in den Abgrund zu reißen. GOTTES größere Weisheit wird dies zulassen und doch gerade in dieser letzten Aufgipfelung des Widerspruches die falsche Gegensätzlichkeit (in ihrer Todesgewalt) offenbaren und endgültig überwinden. Nur GOTT allein kann von sich sagen: „ICH BIN ICH!“ Wer sich mit MARIA und in ihrer Nachfolge beugt, wie es die stumme Schöpfung auf ihre Weise tut, wird in der Kraft des GEISTES, der alles neu schaffen wird, im SOHN dem DU des VATERS gegenübertreten und in IHM seine Vollendung finden.

Gegenüber und Widersetzlichkeit

Schon kurz nach ihrer Erschaffung werden  Adam und Eva in ähnlicher Weise wie die Engel am Anfang in ihrem GOTT „Entgegen stehen“ geprüft, wie es heute jedem Menschen ergeht, der zum Gebrauch der Vernunft gelangt ist. Anders ist die Prüfung des Geistwesen Engel, anders des (noch unfertigen) Menschen, Geschöpf der Hoffnung (der Mensch sollte hin wachsen zu GOTT!). Wo der Mensch vor GOTT steht, ist er angerufen in seinem (selbständig- ) Stehen zu dem Größeren GOTT Ja zu sagen. Allein im Gehorsam gegen das Wort GOTTES hätte er der Versuchung des Bösen (der ihm geistig weit überlegen war) widerstanden.  Da Adam und Eva dem Wort der Schlange mehr Gehör schenkten,  fielen sie aus der Gnade, vor GOTT stehen zu dürfen heraus in die dem Bösen eigene Gegensätzlichkeit = Widersetzlichkeit.

Weil ihr gegenseitiges Verhältnis nicht mehr in der Gegensätzlichkeit vom VATER zum SOHN gründet, werden sie in Auswirkung der ersten Sünde, des Gehorsams unfähig, einander in der für den Menschen gewollten Gegensätzlichkeit zu erkennen und zu ertragen. Sie haben ihren Ort, von GOTT bestimmt, verloren und müssen sich, wie der Abstieg des Menschen bis zum Höhlendasein beweist, immer mehr von IHM entfernen, bis ihnen an diesem tiefsten Punkt das Erbarmen GOTTES begegnet und sie langsam wieder anhebt, der Erlösung in JESUS CHRISTUS entgegen.

In IHM setzt der VATER dem „Verlorenen SOHN“ ein neues „Entgegen“, an dem sich die „Menschen guten Willens“ aufrichten können, bis (wir erleben es in unserer Zeit), der Mensch erneut diese Gnade verschleudert und sie mit den Dirnen in einem ausschweifenden Leben verwirkt und jetzt noch ärmer vor GOTT steht als im Anfang. Die Verzweiflung des Neuheiden, die wir heute in besonderer Weise in der Jugend erleben, steht vor dem Abgrund, in den der Böse gestürzt ist. Hier gibt es für den, der sich gegen GOTT entschieden hat, keine Umkehr mehr.

Verlust der Erkenntnis

Der Mensch, verführt durch den gefallenen Geist, wird durch die Sünde endlich wie der gefallene Engel zu „unsterblichen Staub“ – „aus dem Staub bist du genommen und wirst in ihn zurückkehren“. Die Sünde des Fleisches, die in jeder Zeugung weiter gegeben wird bis auf unsere Tage, bis ans Ende der Zeit – erniedrigt den Menschen unter das Tier, wenn er nicht im Glauben die enge Pforte des Heiles in JESUS CHRISTUS durchschreitet. Sie reißt alle von GOTT gegebene Ordnung nicht nur im Leben, sondern bis hinein in die Natur nieder.  Die Nivellierung aller GOTT gewollten Gegensätzlichkeit in unserer Zeit auf allen Gebieten, in der Aufhebung der Ordnung der Natur, der Geschlechtlichkeit, der geistigen Werte, ist ein klares Zeichen, wie sehr der Feind seine Macht in der Menschheit ausbaut.

Nicht nur die Erkenntnis GOTTES, sondern immer mehr jegliche wahre Erkenntnis geht dem Menschen verloren. Die erste Lüge im Paradies, die den Menschen zu Fall brachte, wird dem Menschen zum Schlüssel aller Erkenntnis dieser Welt, die er sich in der Macht der gefallenen Engel aneignet. Bewußt baut er in seinen Wolkenkratzern eine Welt der Widersetzlichkeit gegen GOTT[40].Die Homosexualität ist nicht nur eine Sache der „Homosexuellen“, sie ist Zeichen dafür, daß der Böse zum letzten entscheidenden Schlag gegen den DREIEINIGEN GOTT ausgeholt hat, da er den Menschen in seine ewige Unfruchtbarkeit hinein zieht. Wo der Mensch nur sich selbst will, da braucht er nur sich selbst und er wird sich in dieser Notdurft aufbrauchen, daß endlich nur eine Kloake übrig bleibt, Höllengestank in Ewigkeit.

 

Die rettende Hand

Sie ist uns im Buch des Lebens, der Bibel, in vielen Bildern angezeigt: in Abraham, der aus einem sündigen, dem Tode verfallenen Volk aufbricht, in Lot, der Sodom hinter sich läßt, in Kapharnaum, über das der Herr den Fluch gesprochen hat.......in der wunderbaren Rettung einiger Weniger aus den zusammenstürzenden „Türmen“ von New York. Immer, ob sicht- oder unsichtbar, greift hier die Hand des Engels ein, der den Menschen heraus führt, wenn er nur nicht zurück schaut.

Mit dem Engel müssen wir beginnen, die Wirklichkeit, die uns der Böse gestohlen hat, wieder zu gewinnen, angefangen in den kleinsten Dingen, denen der Böse sein Eigentumszeichen (den Fünfstern und andere ähnliche Zeichen) aufprägt.  Wo er in der Anstrengung der Lüge Schritt für Schritt eine Welt gegen GOTT aufbaut, müssen wir an der Hand MARIENS (in ihrem JA zu GOTT) und des Engels (in dem sie allzeit bei uns ist) gegen die Übermacht des Feindes GOTTES Reich aufbauen, das in allem Zerfall bis hinein in die Kirche schon hier auf Erden die GOTTESstadt des Neuen Jerusalems gegenwärtig setzt.

Wo der Mensch bewußt die Hand des Engels ergreift, sich von ihm führen läßt, wird er auf Umwegen den Platz im Leben finden, den GOTTES Erbarmen ihm von Ewigkeit her zugedacht hat. Wo er in aller Verwirrung und allem Verfall diesen Platz mit dem Engel hält, wird er dem suchenden Bruder zum Halt und hilft Gemeinschaft aufzubauen, die ihr Fundament nicht nur auf Erden hat und auch dort feststeht, wo sie in Erdbeben geschüttelt wird.

Licht in der Dunkelheit

Wo der Mensch mit dem Engel geht, wird er in Geduld und Vertrauen auf GOTTES Führung den Menschen finden, den GOTT ihm von Ewigkeit her zugedacht hat. In dem er sich erkennen kann, wie sich Adam zuerst (nach aller Einsamkeit) in Eva erkannte: „diese ist wahrhaft Fleisch von meinem Fleisch!“ Wo ich mich aber in einem Menschen erkennen darf,  da beginne ich tiefer zu verstehen, was der HERR mit seinem Gebot: „Liebe den Nächsten!“, gemeint hat. Er will nicht eine unterschiedslose Menschheit ohne Angesicht, sondern eine Liebe, die Ordnungen setzt, Wege weist, Knoten löst und den Mensch frei macht zu GOTT, zu sich selbst und hin zu der Wirklichkeit, in die er hinein gestellt ist.

In der Verwirrung des Geistes, die sich immer mehr über die Menschheit legt, geht dem Menschen der „gesunde Menschenverstand“ verloren,  ganz zu schweigen von einer Unterscheidung der Geister (da er weitgehend schon im Schlepptau des gefallenen Geistes liegt!). So braucht er bis in den Alltag hinein Hilfe, um seine Schritte in aller Umsicht zu setzen, weil überall Schlingen ausgelegt sind. Wenn er im Schweigen auf den Engel hören lernt, wird dieser ihn weisen. [41]

Wo der Mensch nur sich selbst sucht, findet er auch in der „Begegnung“ mit dem Anderen nur sich selbst. Unbefriedigt stößt er ihn ab und beginnt das gleiche böse Spiel mit dem Nächsten, der ihm begegnet. So gerät er immer tiefer hinein in den Wirbel, der ihn endlich in den Abgrund reißt. Wo der Mensch im Blick auf GOTT dem Nächsten, den ihm GOTT gewiesen hat, begegnet, da erkennt er in ihm das Antlitz JESU, das ihn anschaut. Da wird jede neue Begegnung zugleich eine tiefere Begegnung mit GOTT, nicht dem abstrakten GOTT der Ideologen und Philosophen, sondern dem GOTT Abrahams, Isaaks, Jakobs, unseres HERRN JESUS CHRISTUS. In jeder Begegnung wirkt GOTTES schöpferische Kraft, macht den Menschen neu, bis er endlich im Sterben, IHM, den er in seinem Leben in so vielfacher Weise begegnet ist, von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen darf.

 

GOTT ist das letzte Wort

In der Stunde unseres Todes bringt der Engel das Buch der Rechenschaft vor GOTT. Er war ja immer  und überall in unserem Leben dabei (wie Wenige sind sich dessen bewußt!). Das Gespräch, das GOTT mit jedem von uns führen will, verlangt auf unserer Seite ein letztes Ja zu GOTT. Was für die Begegnung des Einzelnen mit GOTT gilt, hat seine Gültigkeit auch für die Geschichte der Menschheit. GOTT verlangt auch hier ein letztes Ja, in dem sich unser ganzes Leben hin zu IHM zusammenfasst, wie ER in der Stunde des Gerichtes vor uns steht. Allein Seine Gegenwart fordert letzte Entscheidung. ER hat es nicht notwendig, von außen einzugreifen. Daß ER  I S T verlangt von uns, daß auch wir seien. In dem Maße, wie ER uns an Sich zieht, wie wir IHN in uns einlassen, werden wir „GOTTES fähig“. [42]

In JESUS CHRISTUS hat GOTT (nicht nur geistig) eine Brücke über den Abgrund zwischen GOTT und dem Geschaffenen geschlagen und die von Plotin gnadenhaft erkannte Vermittlung durch die Engel als Geistgeschöpfe einbezogen. Ist doch das WORT, wie wir es in all den Begegnungen des Menschen mit den Engeln im AT erahnen, durch die Chöre der Engel hinunter gestiegen auf die Erde. Sie haben schon in der Prüfung am Anfang in Selbstverleugnung und reinem Glauben ihr Ja zur Menschwerdung GOTTES gegeben.

In diesem JA der getreuen Engel ist nicht nur ihre Mithilfe bei der Erlösung in JESUS CHRISTUS, sondern auch ihr endzeitlicher Einsatz zur Vollendung aller Dinge am Ende eingeschlossen. Immer sind sie wie MARIA, und endlich mit uns in MARIA, Werkzeuge der Unbegreiflichen Pläne GOTTES. Nach dieser Hilfe der hl. Engel müssen wir uns ausstrecken, wenn wir die Prüfung bestehen wollen, die in Gerechtigkeit GOTTES über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die letzte Scheidung von Licht und Finsternis zu erreichen.

Da der Feind, weiß, daß die Zeit für ihn kurz ist, versucht er, dem Menschen das letzte Licht der Erkenntnis zu nehmen. Nur durch eine außerordentliche Gnade kann er noch vor dem Abgrund gerettet werden. Dieser außerordentlichen Gnade dürfen wir in besonderer Weise am Feste der Erscheinung unserer Lieben Frau von Lourdes als der Immaculata, der Unbefleckten. der „ohne Erbsünde Empfangenen“ gedenken. Die Dogmatisierung dieser selbst in der Kirche umstrittenen Glaubenswahrheit hat den Feind zum letzten entscheidenden Kampf herausgefordert. Mit allen Kräften versucht er, zuerst in Politik, dann in der Wirtschaft, zuletzt in der Religion alles an sich zu reißen.  In der Gewalt der Prüfung werden nur die „Kleinen“ bestehen, die in ihrer Schwäche vor aller Übermacht des Feindes im Glauben treu bleiben, wenn notwendig bis zum Märtyrertod.


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III. Teil: Umkehr

VERZEIHEN IN FÜLLE

Gebet am Anfang

Brich auf, du hartes Herz

Das selbst beim Tod des HERRN verhärtet bleibt!

Brich auf, denn ehe dein Tod anklopft,

muss deine Ware abgewogen

und für recht befunden sein.

Du bist nicht anders als dein, Vater, deine Mutter,

das gleiche Maß gilt dir,

wenn du nicht auftust,

da der HERR Sein Herz dir anbietet.

Drum rühre dich und öffne!

 

Mk 11, 11 -  26, Den HERN  hungert. Wonach? Dass ER Sein Verzeihen weiter schenken kann. Wie? Auch wir müssen hungern nach Verzeihen, aber nicht nur für uns, sondern zuerst für den Anderen, dessen Sünden uns ins Auge stechen, dass wir sie lieber nicht sehen wollen, weil sie uns die gleiche Sünden, die auch wir tragen, ins Gedächtnis rufen.

Wo müssen wir also zuerst bitten? Dass der HERR ihm verzeihe.

 

Das Bitten allein genügt nicht. Wir müssen mit, in und durch IHN die Sünden des Bruders auf uns nehmen, dann wird Er sie vor den VATER bringen, und der VATER wir ihn durch die Auferstehung von diesen Sünden lösen. Das ist die Lossprechung des VATERS, die wir durch den SOHN, vermittelt durch den Priester erfahren. Es braucht also das, was man früher Sühne nannte, heute wird dieses Wort vermieden. „Wird sind ja durch CHRISTUS erlöst! Einfach!“

 

Wenn der Priester uns aber nicht lossprechen will, weil er meint, so etwas brauche man nicht zu beichten? - Dann solltest Du diese Sünde auf Dich nehmen. Es ist eine schwere Sünde, denn er hat sich verweigert zu tun, was ihm doch vom SOHN durch die Kirche aufgetragen ist. Dafür wird er sogar bezahlt, er lebt davon. Vielleicht liegt auch hier der Fehler. Der HEILIGE GEIST wird sich darum kümmern, ER ist schon dabei. Denkt an den aufgeputschten Skandal um die Unreinheit der Priester, Sündenbock für die Flut der Unreinheit, die uns zu verschlingen droht. Doch muss er es nicht sein, wenn er wirklich Priester ist, nicht nur verschämter Beamter?

 

Siehst Du wie hier eine Kette entsteht? Du kannst nicht einfach außerhalb als neutraler Betrachter abseits stehen. Ob Du willst oder nicht, du bist schon drin. Leider ein gebrochenes Glied, das den ersten Ruck nicht übersteht. Auf die Kette kommt es dem Hl. GEIST heute besonders an. Wie leicht wird heute Alles und Alle vernetzt, doch da liegt die Kette nahe am Boden, dass wir notwendig stolpern müssen.  Der HEILIGE GEIST möchte eine zweidimensionale Kette. Die reißt dann auch nicht so leicht. Sie geht zuerst nach oben und dann nach unten. Das ist ihr Geheimnis und ihre Kraft. Den Hl. GEIST haben wir gerade zu Pfingsten gefeiert  - doch bis zum nächsten Jahr vergessen.

 

Verzeihung, die wir erfahren muss weitergegeben werden. Nicht mit großen Worten, sondern zuerst schweigend von Herz zu Herz. Wenn Du im Herzen nicht verziehen hast, wartet schon die nächste Gelegenheit darauf, dass Du dem Anderen zurückgibst, wo er Dir wehe getan oder Dich unnötig auf Deine eigenen Sünden aufmerksam gemacht hat. Wir sind auch hier noch beim verdorrten Feigenbaum. Er hatte doch grüne Blätter, dass der HERR sich täuschen ließ, er könnte etwa auch Früchte für Seinen Hunger haben. Doch dann kommt IHM, es ist ja nicht seine Zeit. Wie konnte ER Frucht erwarten?

ER meint es wohl anders. Das könnte uns aufgehen, wenn wir ein wenig über diesen Widerspruch nachdenken. ER kommt aus einer anderen Zeit, genau aus der, die ER den Menschen bringen will. Eine Zeit, die nicht wie die unsere vergessen hat, dass sie aus der Ewigkeit kommt und einmal notwendig in sie zurückkehren muss.

Und dann: steht er nicht für Jerusalem, die Stadt des VATERS, die doch etwas von der Ewigkeit verraten müsste. Es geht um eine andere als die nur irdische Frucht, die uns allein beschäftigt, dass wir aus dem Stress nicht mehr heraus kommen. Hat Stress je Frucht gebracht? Und doch sieht sie aus wie grüne Blätter. Wir sind doch voll der Bewegung und des Lebens im Stress, dass wir es kaum mehr können. Schau auf das Ende. Wie mancher hat sich am Wochenende ein schönes Haus gebaut, es grün gestrichen, und dann kam der Krebs und man legte ihn in ein braunes Loch, auf dem schon morgen wieder grünes Gras wächst, gedüngt von den verwelkten Blumen und Kränzen.

Es muss unser Leben schon hier Frucht für die Ewigkeit bringen. Doch wie? Da kommen wir zum zweiten Abschnitt. Der HERR kommt von Bethanien zurück. Sie gehen am Baum vorbei. Er ist inzwischen verdorrt. Der Fluch JESU über seine Unfruchtbarkeit hat augenblicklich gewirkt, wenigstens über Nacht. Und jetzt ist es Nacht über ihm, in der keiner mehr wirken kann. Ende des Stress. Die Blätter fallen bald ab. Das Holz wird man verbrennen. Doch das dauert für uns eine Ewigkeit dieses Verbrennen, so hart ist das Holz, wie Stein.

Petrus macht den HERRN aufmerksam. Eigentlich unnötig. Was ER spricht, ist nicht nur Wort, ist immer Tat. Das haben wir vergessen, die wir so viele Worte reden, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir sagen. Und doch ist es gut, dass sie Petrus und wohl auch die Anderen wundern. Da kann wenigstens der HERR ansetzen, denn das Wundern haben wir auch verlernt, die technischen Wunder, die wir selbst machen, haben uns da blind gemacht.

„Wenn ihr nur Glauben hättet….dann……..bittet nur, und ihr werdet erhalten….“

Wir müssten wohl dauernd bitten, um dieser Forderung gerecht zu werden, oder…

Den Hl. GEIST in uns bitten lassen, da „wir nicht einmal wissen, was und wie wir bitten sollen“. Dass es nicht geht, ist ein klarer Hinweis, dass sie den Hl. GEIST noch nicht empfangen haben. Doch schon hier will der HERR wenigstens die Sehnsucht nach IHM wecken. Wie viel kommt es auf die Sehnsucht haben, die der GEIST heute mehr findet bei denen, die „im Dunkel und Todesschatten sitzen!“ Doch auch dies haben wir vergessen, wir spenden doch jetzt fast jeden Sonntag. Welch’ ein Schaden für den Glauben. Auch dies ist geschickt bereitet: wir sollen auf dem Boden dieser Erde bleiben, die wir bereiten, so wie wir sie brauchen.

Doch der GEIST will nicht, dass wir uns in unfruchtbaren Überlegungen verlieren. Wie könnten wir sonst je zur Frucht kommen? ER setzt an der empfindlichsten Stelle an: wo wir es besser wissen und doch nur nach außen. Wo wir das Schlechte sofort bei den Anderen sehen, weichen wir nur aus. Es ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, in die Kette, die gleich am Anfang gerissen ist, zurück zu kehren. Reue, Beichte und Vorsatz und dann, vielleicht noch bei einem anderen Priester noch die Absolution, wie vorgeschrieben, nützen allein nicht, wenn die Kette abreißt. Wenn Du nicht verzeihst, dann geht es nicht weiter, weder mit Dir noch mit dem modernen Priester, der nicht absolvieren wollte, noch mit irgendeinem Anderen, mit dem Du nicht weiter kommst. Der Baum ist verdorrt, die Blätter fallen, er wird verbrannt. Wenigstens für das Feuer hat er noch getaugt.

 

Die Botschaft des ERBARMENS, der Johannes Paul II mit einigen Schwierigkeiten ihren liturgischen Ort in der Kirche geschenkt hat, kann nur in uns Gläubigen auferstehen, wenn Sie von der Auferstehung und der Sehnsucht nach dem KOMMEN DES HEILIGEN GEISTES gehoben wird. Hat der Böse nicht geschickt unsere fromme Barmherzigkeit auf die karitative Hilfe zurück geschraubt, so dass wir glauben mit unseren vielfältigen Spenden am Sonntag im GOTTESdienst, Alles erfüllt zu haben, was GOTT von uns erwartet, erbittet. Bevor dieser enge, „fromme“ Rahmen nicht gesprengt wird, kann sie in der Kirche nicht lebendig werden.

Wo wir den hl. Engel als den Boten der Barmherzigkeit GOTTES, verschieden für jeden von uns erkennen, bekommt der Anruf der Barmherzigkeit nicht nur die Weite des Sich – ganz – Verschenkens an GOTT, es wird dieser Anruf ein je verschiedener für uns, je nach dem Maß, nach dem GOTT uns geschaffen und berufen hat.

Wenn auch heute die Heiligen der Barmherzigkeit nach vorne rücken, es gibt noch andere Heiligkeiten, wenn wir einmal die Heiligen näher betrachten. An der Therese von Calcutta können wir das am deutlichsten Engel erfahren. Sie hat wirklich die Schranken auch unserer christlichen Enge (=Ängstlichkeit) gesprengt, da sie allein im Vertrauen auf GOTTES Ruf die Sicherheit ihres Klosters verließt und Niemandsland betrat. Wer ihr Geheimes Tagebuch gelesen hat, welcher geistige Kampf dieser Entscheidung vorausgeht. Die „Barmherzigkeit“ nach Terese von Calcutta ist nicht nach unseren bürgerlichen Maßen.

Willst Du über dich hinaus und doch deiner je eigenen Berufung treu bleiben, dann denke an den Hl. GEIST, den Du schnell nach Pfingsten vergessen hast, und noch konkreter, denke an Seinen Dir persönlich zu Begleitung und Rat gegebenen hl. Engel, er kann Dir weiterhelfen. Wenn Du nur willst. Vielleicht wartet auch der Priester, der dir Absolution verweigerte  verborgen im Herzen darauf, dass Einer ihm die Sünden abnehme, die er nicht zu beichten wagt.  

Gebet am Ende

Gichtbrüchige sind wir, lahm und blind.

HERR heile uns!!

Schwerfällig im Tun und verstockt im Verzeihen!

HERR heile uns!

DU aber hast Feuer der Liebe, BROT  und WEIN

Und erbarmendes Ö!

Heile uns HERR!

VATER im Himmel, Durch Deinen SOHN JESUS CHRISTUS,

hast Du Dein Erbarmen eingepflanzt in die Schöpfung.

Da DU jetzt den Haus Deines GEISTES der Liebe darüber sendest,

tust DU DEINEN WILLEN kund zu völligen Verzeihung.

Lasse uns dafür danken in Ewigkeit Amen.

 

Wenn der HEILIGE GEIST kommt, wird er die Welt überführen

Jo 16,9 Sünde: dass sie nicht an mich glauben;10 Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;  11 Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist. Jo 15, 8-11 - 14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. 15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Ist es nicht seltsamen, dass in letzter Zeit so viel dunkle Skandale ans Licht kommen, die sich oft Jahrzehnte verstecken konnten. War dies nicht ein wesentliches Zeichen als der HERR mit der Verkündigung begann, dass zuerst die Dämonen IHN als den HERRN bekennen mussten?

Mk weist darauf besonders deutlich hin: und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war, 1,31. Selbst in der Kirche kann es Empörung auslesen, dass man davon nur eine Andeutung macht. Wir sind für Alles, was nicht unmittelbar erkannt und erfahren werden kann, blind. Als Ersatz für unsere Neugier, die bleibt, bietet uns der Feind das Außerordentliche an, um unsere müde Vorstellungskraft aufzupeitschen.

Dass Einer durchschaut, löst Scheidung aus. Im Augenblick bleibt es darum noch still. Bleiben wir still, wie es um den wahren GOTT still geworden ist. GOTT wartet, selbst für die noch Glaubenden wird dieses Warten immer unerträglicher. Hat ER nicht davon gesprochen, dass selbst die Auserwählten den Glauben verlören, wenn die Zeit nicht abgekürzt würde? Auf nichts werden wir mehr geprüft als auf die Geduld. Hat Adam und Eva nicht hier zuerst versagt, da sie es besser wissen wollten? Heute wissen es fast Alle besser! Sie haben die Mittel dazu ja in der Hand. Morgen wartet auf das Bekenntnis die Verfolgung.

Bei GOTT hat alles Seine Zeit. In der Ungeduld muss der Mensch die rechte Zeit, den rechten Ort und die rechte Weise des Bekenntnisses verfehlen und damit dem Feind in die Hände arbeiten. Auch hier gilt es zuerst arm und sein. Warten lernen, hören, horchen und gehorchen. Wem? Niemand sollte uns hier näher sein als unser guter Engel. Wenn wir unsicher sind, suchen wir einen treuen Priester, auch wenn wir weit gehen müssen. Es geht um das Ewige Leben! Dafür müssen wir jeden Preis zahlen, wie es heute die arme Menschheit bei ständig steigenden Preisen für ihren Wohlstand tun muss, auch wenn sie darüber nicht froh werden.

Nützen wir die Zeit, bis der HERR uns rufen wird, um uns zu bereiten. Wie viel ist da noch in uns aufzuarbeiten, damit wir morgen nicht schon beim ersten Windstoß umfallen. Wie viel in nächster Umgebung. In unserer persönlichen Vergangenheit, in dem was von schwerer Zeit noch nach bald 80 Jahren auf uns lastet. Ist das dunkle Erbe des vergangenen Weltkrieges aufgearbeitet? Das Lehrschreiben der österreichischen Bischöfe anlässlich ihrer Wallfahrt ins hl. Land wird kaum bei den Priestern gelesen, die es unentgeltlich empfangen haben. Und doch müssten wir alle darum wissen. Wie war es möglich, dass Hitler hier einmarschieren konnte und die Kirche überrumpelte, dass sie im Anfang beigab? Wie sehr hat es schon damals an der rechten Unterscheidung der Geister gefehlt. Wenn schon damals wahrer Bekennergeist – mit wenigen Ausnahmen – fehlte, wie soll er morgen aufstehen, da wir im Wohlstand und einem billigen Humanismus uns wohl fühlen? Gehen wir dem nüchternen Wort bei Johannes nach. Es hat uns Viel zu sagen!

 

„Wo bist du, Adam!“ Ein „protestantischer“ Weg?

 Der Zwang des Menschen sich in die vorgegebene Gesellschaftsordnung möglichst reibungslos einzufügen, wird durch das „Überhandnehmen der Gesetzlosigkeit“ = Anarchie verschärft und führt endlich auch im Westen zu einer ähnlichen Reglementierung des Lebens wie in den kommunistisch geführten Staaten. Der Mensch kann dem Nächsten nur in vorgegebenen sozialen Kadern begegnen, eine persönliche Begegnung wird immer schwerer. Die Vermassung des Menschen wird bewusst gesteuert. Selbst die Kirche ist in diesen Sog hineingerissen. Um noch einen Restbestand von verbindlicher Ordnung in der tödlichen Spannung von Tradition und Moderne zu erhalten, beschränkt sie bewusst oder unbewusst gegen ihre eigene Bestimmung und ihr Verkündigung (Vat. II) die Bewegungsfreiheit des Gläubigen nicht nur hin zum Nächsten, sondern hin zu einer persönlichen Begegnung mit GOTT, besonders dort, wo sie sich dem Lauf der Welt angepasst hat. In diesem Lichte gilt es die Episode der Begegnung JESU mit dem Grossinquisitor in den „Brüdern Karamassow“ zu sehen, gilt es doch einen letzten „Brückenkopf“ zu halten.

Wo kann GOTT noch den Einzelnen ansprechen, da er sich hinter vorgegebenen Formen religiösen Verhaltens (zueinander wie zu GOTT) verbirgt? Wer im Lärm dieser Zeit nicht schwerhörig geworden ist, muss notwendig den klagenden Ruf GOTTES nach dem Sündenfall im Paradies hören: „Wo bist du Adam“. Die gescheite Behauptung: „GOTT ist tot!“ ist ein stummer Angstschrei, der aus nicht wenigen Herzen aufsteigt. Die Angst vor diesem GOTT, der sich entzieht, aber doch an Seinen Forderungen festhält, bringt den Menschen dazu, sich vor IHM zu verstecken: sei es in vorgegebenen religiösen Formen, sei es hinter dem „Bruder“ – denn das große Gebot der Stunde ist ja die „Nächstenliebe“. Sie hat die Liebe zu GOTT verschlungen, auch wenn sie großzügig vorgibt, sie gerade auf diese Weise am besten zu üben. Zwischen den Mühlsteinen einer rigorosen Tradition und einer schrankenlosen Moderne werden die wenigen, die ihren Weg zu GOTT zu finden versuchen, wie zermahlen. Und doch ist gerade dies die ihnen von GOTT gebotene besondere Gnade, um diese Mauern zu durchbrechen, nicht in ihrer sondern in Seiner Kraft, wenn sie nur „Tag und Nacht zu IHM schreien!“

Was sich an „protestantischem Glaubensgut“ inzwischen in der katholischen Kirche breit gemacht hat, greift unbewusst die Sehnsucht des Menschen auf, dem persönlichen GOTT zu begegnen. Sie ist freilich so ohnmächtig, dass sie nur so weit kommt, solche Möglichkeit dort zu fordern, wo sie sich eingeschränkt fühlt. So wird sie wie immer mehr alles anscheinend verbindliche Wort unserer Zeit zum Schlagwort, zur Chiffre, von der keiner weiß, was sie bedeutet. Mit diesen Chiffren spielt der Böse sein Glasperlenspiel und führt den Menschen immer mehr hinein in die babylonische Sprachverwirrung: die damit endet, dass keiner mehr den Anderen versteht. Ein Büchner schrie es schon im vorigen Jahrhundert von der Bühne: „um den Anderen zu verstehen, müsste man ihm den Schädel aufbrechen!“, nur noch ein Schritt zu Hitlers: „willst du nicht mein Bruder sein, schlage ich dir den Schädel ein“.

Wie kann der Mensch von heute gegen den Wall von Unterdrückung durchbrechen zu Seinem GOTT? War das nicht schon die Sehnsucht eines Luther entgegen einer Kirche, die dem Menschen diesen Weg durch äußere Forderungen verbaute? Die Not ist wohl zu aller Zeit die gleiche, nur kommt sie in unserer Zeit in apokalyptischer Weise zum Durchbruch. Sie erinnert an die letzte Phase der Unterdrückung der Gefangenschaft Israels in Ägypten. GOTT wartet auch heute auf „einen Moses“, um das Volk zu erinnern, dass ER sehr wohl um diese Not weiß und daran denkt, sie zu durchbrechen, wenn der Mensch nur auf dieses Angebot eingeht.

Bedeutet  das, dass der Mensch den Anspruch der Kirche zugunsten einer persönlichen Begegnung mit GOTT zurück stellt? Hier muss klar unterschieden werden. Der einzelne Gläubige nimmt hier nur in Anspruch, was ihm von GOTT her in der Kirche zugestanden ist. Im Gewissen ist er verpflichtet einem Anruf GOTTES zu folgen unter zwei Bedingungen: er soll kein Ärgernis geben und er muss sich nüchtern bewusst sein, dass er den „sicheren Weg der Kirche“ verlässt.  Solches auf sich zu nehmen, ist für den durchschnittlichen Gläubigen eine Überforderung. Sie liegt auf der Höhe prophetische Berufung, der Seligpreisungen.

Doch fragen wir nüchtern: hat der einzelne Gläubige überhaupt eine Möglichkeit, GOTT direkt zu begegnen, wie es Protestanten so leichthin zu behaupten scheinen? Der Weg der Vermittlung ist schon vor CHRISTUS philosophisch als einzige Möglichkeit gewiesen worden, dem unerreichbaren GOTT zu begegnen. JESUS CHRISTUS hat als der von GOTT gesandte VERMITTLER die Brücke geschlagen, ohne diese Vermittlung auszuschalten. Wie es im AT zu erahnen ist, ist er über die hl. Engel zur Erde hernieder gestiegen; Zeichen dafür ist der „Engel GOTTES“, der immer wieder die Wegetappen dieses Abstieges kennzeichnet, nicht zuletzt die hl. Engel auf dem Hirtenfeld, die das Kommen des Messias im „Gloria“ verkünden.

Dort wo JESUS leichthin zum „Bruder des Menschen“ wird, in Gleichstellung zu IHM, Seiner göttlichen Herkunft vergessend, erinnert uns der hl. Engel an diesen bedeutsamen Unterschied, wenn wir IHM wahrhaft begegnen wollen. Genau dieser Engel erinnert den Menschen auch an seine je eigene Berufung im Mystischen Leib der Kirche und gibt ihm die Kraft dazu, ähnlich wie dem HERRN auf dem Ölberg, zu dieser Berufung zu stehen gegen alle Mächte von oben und unten.

"SIE HABEN KEINEN WEIN MEHR" (Jo 2,3)

Die Kirche ist REINES GNADENGESCHENK GOTTES, geboren aus der durchbohrten Seite des HERRN am Kreuz in Wasser, Blut und HEILIGEM GEIST - damit sie in uns wird, muss sie immer wieder neu in, mit und durch die MUTTERGOTTES erbeten werden, wie sie es zuerst in Kana bei der Hochzeit getan hat; denn immer wieder verliert der sündige Mensch die Gnaden GOTTES, verspielt und verschleudert sie  - und steht dann vor GOTT dem VATER wie der "verlorene SOHN". O wenn er nur so in Reue vor IHM stehen würde. Wenn nicht die MUTTER wäre, hätten wir wohl schon alle Gnaden der Erlösung verspielt. Das Wort des HERRN: "Wird der MENSCHSOHN, wenn ER kommt, noch Glauben finden?"(Lk 18,8) ist hier eine ernste Mahnung. So müssen wir voll Reue und Dankbarkeit immer wieder von ihr her und durch sie und mit ihr neu anfangen: als verlorener Sohn! Das gilt für jeden einzelnen Christen, jede Gemeinschaft, für die ganze Kirche.

DIE Vermittlung  dieser Bitte im Licht des hl. Jakobus

Auch wenn die MUTTERGOTTES in Himmel unablässig für uns arme Sünder eintritt, es bedarf solchen Eintretens in ihrem Namen auch auf der Erde  - und dies nicht nur in charismatischer Weise, wie es jedem von uns aufgegeben ist, sondern es scheint, dass der HERR für dieses Anliegen in besonderer Weisen einen seiner Apostel, wie "amtlich" eingesetzt hat. Dieser Apostel ist kein Anderer als der Hl. Apostel Jakobus d.Ä., dessen Fest die Kirche am dritten Mai zusammen mit dem Hl. Apostel Philippus feiert.

Schon diese Zusammenlegung der beiden Apostel in einem Fest ist ein bedeutsamer Hinweis: die Berufung Philippus' steht unter dem knappen Wort des HERRN: "folge mir nach!" (Jo 1,43). Nur dies, kein Wort mehr. Damit wird sie in besonderer Weise als eine Berufung zum Martyrium gezeichnet (vgl. den "Ersten Schöpfungstag" im Evangelium Johannes')  - damit ist auch der "gemeinsame Nenner" für beide Apostel gegeben: die unbedingte Nachfolge des HERRN; nur ist die des Hl. Jakobus die der ständigen Selbstverleugnung in Demut und Buße, die des Philippus im Blutzeugnis des Martyriums. Hier werden für die Kirche zwei Wege der Nachfolge geöffnet, die bis zum Ende der Zeit verbindlich bleiben. 

 

Weil am dritten Mai auch das Fest der Kreuzauffindung gefeiert wird (in Mexico ist es offizielles Kreuzfest, in Europa wird nur noch der "Kreuzerhöhung" am 14. September gedacht!), sind hier einige Zusammenhänge zu erschließen, die uns verloren gegangen sind.

Die bleibende Sendung des hl. Jakobus, Apostels und Patron Spaniens:

Der Aufbau der Kirche im Geist der Busse und Selbstverleugnung

Die Stoßrichtung der Verkündigung des EVANGELIUMS

geht im wesentlichen nach Westen  - über Europa endlich hinüber in die Neue Welt, und, wenn nicht Alles täuscht, von dort zuletzt hinüber in den Osten. es ist die Sendung, die die MUTTERGOTTES von Guadalupe kündet. Wie die Apostel den Fußspuren des HERRN nachgehen, so muss die Kirche denen der hl. Apostel folgen. Man könnte sagen: sie legen die "Geleise" für jede spätere Verkündigung, für alle Ausbreitung und Vertiefung des Glaubens. Das ist einfach göttliche Verfügung, an die wir uns zu halten haben. Wenn wir sie außer Acht lassen und unsere eigene "Evangelisierung" erfinden, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn sie notwendig in der Dürre endet. GOTT ist kein Bürokrat, doch die Ordnungen, die ER im HEILIGEN GEIST setzt, sind verbindlich  - bis ans Ende der Zeiten.

Er hat es gefügt, dass der Hl. Apostel Jakobus der Apostel des Westens, insbesondere Westeuropas, Spaniens, aber über Spanien hinaus auch der Neuen Welt, des Kontinentes Amerika sei. Es scheint dass dies bei all den Überlegungen zu den 500 Jahren Evangelisation Amerikas übersehen wurde. Im frommen, einfältigen Volke ist dieses Patronat des hl. Jakobus, wenigstens in Mexiko nicht vergessen, wo die Pfarrkirche diesem hl. Apostel geweiht ist. Bei aller von staatlicher Seite geförderten Spannung hin zu den "spanischen Eroberern" wird das Fest dieses Apostels in großer Feierlichkeit begangen, ja man hat keine Schwierigkeit, an diesen Tagen den Hl. Apostel mit der spanischen Fahne in Prozession durch die Straßen zu tragen. Das einfältige Herz des Volkes sieht weiter als die Gescheitheit moderner Theologen, die die Verkündung der Frohbotschaft, wie sie in der Neuen Welt geschehen ist, in Frage stellen.

Vom Patriarchen Jakob (vgl. Gen 32, 23-33)

Sein Aufbruch von Laban und der Kampf mit dem Engel

Doch nicht erst im hl. Apostel Jakobus hat GOTTES Weisheit "die Geleise" des Heiles gelegt, schon im gleichnamigen Patriarchen Jakobus hat der HERR unwiderruflich eine Wegweisung gegeben, die für uns auch heute noch gilt. Schon am Morgen, da er sich von seinem Schwiegervater Laban verabschiedet hat, begegneten ihm Engel GOTTES. "Als Jakob sie sah, sprach er : "Das ist GOTTES Heerlager!" und er nannte jenen Ort Machanajim" (32,2f). Auch sein Aufbruch, heim in sein Land wird im Zeichen einer Begegnung mit den hl. Engeln angezeigt. Wie der Aufbruch der Israeliten aus Ägypten durch die hl. Engel bereitet und begleitet wird, so nicht weniger hier der Aufbruch Jakobus (vgl. Ex 13,21.)

Jakobus kommt mit allen Reichtümern, die er im Erbarmen GOTTES in der Fremde gewonnen hat (vgl. bes. 32, 11, wo er demütig vor GOTT seine Unwürdigkeit ob solcher Gnaden bekennt!) in sein Heimatland zurück. Trotz der Begegnung mit den Engeln, die ihm doch Zeichen von GOTT her sein sollte, dass er im Seinem WILLEN steht, fürchtet er sich, seinem Bruder Esau zu begegnen, besonders als er erfährt, dass dieser auf seine Nachricht hin ihm mit 400 Mann entgegen ziehe. Nicht genug, dass er das Lager teilt (32,9), dass er seinem Bruder Geschenke entgegenschickt (15f-22), er muss sich selbst, ganz allein im Gebet (25) noch durchringen zu der ihm von GOTT aufgetragenen Sendung (vgl.23-33): "Da rang Einer mit ihm bis zur Morgenröte"(25)  - und Jakob lässt nicht nach, bis er den Segen empfangen hat. Hier empfängt er den Namen "Israel= GOTTESstreiter" (28), hier wird er zum Stammvater seines Volkes, im Kampf um seine und seines Volkes Berufung.

Seine Frage nach dem Namen dessen, der mit ihm da kämpft, bleibt unbeantwortet. Der Engel steht hier für GOTT, darum ist sein Name unbedeutsam! Nur in der Kraft des Segens, den er endlich doch empfängt, kann er seine Sendung vollbringen. Und es bleibt ihm ein Zeichen dieses entscheidenden Kampfes, da die Morgenröte einbricht: " er hinkt an der Hüfte"(32), "wo ihn der Engel berührt hatte" (33)."Jakob aber nannte den Ort Penuel, denn ich habe GOTT geschaut von Angesicht zu Angesicht und mein Leben gerettet."(31) Er beruft sich darauf in der gnadenhaften Begegnung mit seinem Bruder, als dieser die Geschenke, die er ihm bringt, nicht annehmen will: "Ich habe dein Angesicht gesehen, wie man das Angesicht GOTTES sieht. Hast du mich doch gut aufgenommen..."(33,10). Die Begegnung mit dem Lebendigen, Wahren GOTT, ermöglicht auch die Begegnung mit seinem ungleichen Bruder - eben in GOTT, vor dem Antlitze GOTTES. So ist hier nicht nur die Vertikale gesetzt, es steht auch die Horizontale zu ihr im Lot: ZEICHEN DES WIRKENS GOTTES, Hinweis auf den kommenden ERLÖSER und Sein KREUZ! Zuletzt aber kaufte er das Land, auf dem er sein Zeltlager aufgeschlagen hatte ....und errichtete dort einen Altar und nannte ihn: "El, GOTT Israels" (33,20). GOTT   I S T  und hat sich offenbart als ERLÖSER!

Penuel = GOTT schaut

Was hier für die Heilsgeschichte beispielgebend gesetzt wird, wird zum Gesetz jeder folgenden Begegnung mit GOTT: sei es hin auf DEN ERLÖSER CHRISTUS und Sein Kommen, sei es in der Kirche im Blick auf die Begegnung mit dem LEBENDIGEN GOTT. Wo GOTT so einem Menschen begegnet, wird eine WEGMARKE gesetzt, die keine Macht der Hölle mehr verrücken kann, auch wenn sie zeitweise durch den Schutt unserer Sünden zugedeckt werden sollte. Dieses Gesetz ist ein Gesetz des Alten wie des Neuen Bundes und lässt sich deshalb notwendig auch im Leben und Wirken des hl. Apostels Jakobus erkennen.

Jakob/Israel steht für seinen Stamm: in dieser Begegnung mit dem Engel wird nicht nur er ein Neuer, sondern er empfängt auch die Sendung für seinen Volk. Hier ist der erste Ansatz für die "Kirche" als die "Herausgerufene" (quahal- ekklesia!), von GOTT begründete Gemeinschaft: sie hat ihren Stand allein in GOTT: dies ist Verheißung und Auftrag zugleich, die im weiteren Verlauf der Geschichte tragisch verloren werden  -  und doch als Anruf bleiben, wenn auch ihre Erfüllung ans Ende der Zeit verwiesen wird (vgl. Rö Kap 9-11: die Berufung Israels!). Die Berufung des Patriarchen Jakob beginnt genauso im Dunkel der Nacht, wie die Berufung Abrahams (vgl. Gen 15,12-17), des "Vaters des Glaubens", im Erkennen des Nichts des Menschen vor GOTT! Dieser Anfang bleibt für jeden Gläubigen, jede Gemeinschaft, die ganze Kirche unüberholbar: nur in ihm wird Kirche!"

 

Die erste MARIENKIRCHE in Spanien: Zaragossa,

NUESTRA SENORA DEL PILAR (U.L.F. von der Säule), SÄULE DES GLAUBENS

Der hl. Jakobus ist in der Gegend des heutigen Porto (Portugal) ans Land gegangen, hat dort die Kirche von Braga gegründet, einen Bischof und ein Presbyterium eingesetzt, ist dann nach Santiago gezogen und von dort hinüber nach Zaragossa, wo ihm die damals noch lebende Mutter GOTTES in einer Bilokation auf einer Säule erschien und ihn bat, ihr dort eine Kirche zu errichten. Es dürfte die erste MARIENKIRCHE der Christenheit sein. Zaragossa wurde zum größten Wallfahrtsort des Mittelalters  - offensichtlich wusste die Kirche damals mehr um die Bedeutung gerade dieses Apostels für den Beginn des Glaubens in Westeuropa. Zaragossa aber wurde die Wiege des Glaubens für Spanien: Ort der GOTTESbegegnung, wie es "Penuel" für den Patriarchen Jakob/Israel geworden ist. Hier wurde der Glaube wirklich auf der "SÄULE MARIA" gegründet und hat bis auf die letzte schwere Prüfung unserer Tage standgehalten, während er, beginnend mit dem späten Mittelalter, im übrigen Westeuropa immer mehr verloren gegangen ist. Hier ist auch  - über Guadalupe in Extremadura (Spanien)  - der Ansatz des KREUZUGES in die Neue Welt.

Die erste Kirche in der Neuen Welt: Santiago Tlatiloco in Mexico (Hauptstadt)

Dort war es, wo Bischof Zumarraga residierte, wo Juan Diego seine Glaubensunterweisung erhielt und zur Messe ging. Dorthin wurde er geschickt, um dem Bischof die Bitte der MUTTERGOTTES zu übermitteln, ihr eine Kirche zu bauen. So sehr die Spanier in dem ihnen von GOTT gewiesenen Auftrag ihr Bestes getan hatten, der Glaube sollte erst auf diesem FUNDAMENT DER MUTTERGOTTES wirklich tiefer einwurzeln.  Die Bekehrung der acht Millionen Indianer ist wesentlich Werk dieser besonderen Gnade, die dieses Land der Mitte in der Neuen Welt empfangen hat.

Vielleicht ist sogar der hl. Jakobus im Namen und in der Kraft seiner bleibenden Sendung mit dem Hinweis der MUTTERGOTTES von Kana vor GOTT getreten: "sie haben keinen Wein mehr" -  und GOTTES Erbarmen hat die MUTTERGOTTES selbst geschickt, damit sie "Wein haben in Überfluss", denn nur eine in MARIA gegründete Kirche, konnte in einem vom Bösen so weitgehend beherrschten Land Wurzel fassen und nur MARIA konnte die schweren Wunden heilen, die die spanischen Eroberer dem Lande geschlagen hatten.

Das Fest der "Auffindung des KREUZES" (3.Mai)

Nur in MARIA kann wirklich das KREUZ, als einziges ZEICHEN unseres Heiles so aufgerichtet werden, dass es vom Feind nicht mehr umgerannt werden kann. Zeugnis dafür sind die Tausenden von eindrucksvollen Kruzifixen in den Kirchen Spaniens, und unter ihnen immer die Schmerzhafte MUTTERGOTTES. Nur in diesem Zeichen ist der Sieg! Bedeutsamer aber wird dieser Bezug noch, wenn wir es im Zeichen der Sonnenumkleideten Frau von Apk. 12  sehen; denn als solche ist ja die MUTTERGOTTES in Mexiko erschienen. Der mit dem glorreichen Kreuz inmitten der Hl. Engel auf der Wolke MARIA wiederkehrende HERRN soll in der Kirche gegengleich dieses Zeichen finden können: erst dann ist sie reif zur Heimkehr in den Schoß des VATERS.

Jakobus, der Apostel der Buße und Sehnsucht zu GOTT,

wie sie in der Muschel von Santiago symbolisiert ist, gibt uns den entscheidenden Hinweis, wie die Kirche neu  werden kann: nur aus und in MARIA, im Geist der Umkehr und Buße! Vor der Welt aber ist sie dadurch notwendig hinkend - und kann nicht, wie es heute geschieht, in allen Angelegenheiten der Welt mitreden. Nur in MARIA, kann sie wirklich, so wie Israel in GOTT und für GOTT stehen. Die Vermittlung die von der MUTTERGOTTES auf den hl. Apostel Jakobus übergegangen ist, ist wie die der MUTTER, Vermittlung in Demut, Selbsterkenntnis und Buße - so wie wir sie auch bei einem "anderen Jakobus", dem Seher Juan Diego in Mexico erkennen dürfen. Hier ist das im Patriarchen Jakob und dann im Apostel Spaniens gegebene Gesetz der GOTTESbegegnung in vollkommener Weise erfüllt. Wo immer sich der Gläubige, eine Gemeinschaft, die Kirche an dieses Gesetz hält, wird wahrhaft eine Neue Kirche. Sie wird ein "Himmlischen Heerlager", für den Feind unangreifbar, Zeichen des Heils.

Vertrauen wir auf das „Siehe, ICH mache Alles neu!“, dann leuchtet über uns auch der Siegesbanner der Demut MARIENS, der HILFE DER CHRISTENHEIT, wie sie in der Kirche von St. Jakob in Innsbruck thront. Solcher Titel aber wurde der MUTTERGOTTES nach der Schlacht von Lepanto, in der sie in einer Kopie des Bildes von Guadalupe in der Kajüte des Admirals anwesend war. Hier wird unsere Sendung in aller Klarheit und Unerbittlichkeit gezeichnet: Sie ist Kampf gegen alle Macht des Widersachers, doch noch vorher ist sie KAMPF MIT DEM LEBENDIGEN GOTT,        aus dem auch wir mit hinkender Hüfte hervorgehen werden! Wo aber unser Verhältnis zu GOTT senkrecht ist, finden wir notwendig auch den rechten Weg zum Bruder, baut sich Gemeinschaft auf nach dem Gesetz des "Himmlischen Heerlagers".

 

„Wer nicht sammelt…“

Das hier weisende Wort „Wer nicht sammelt, der zerstreut!“ ist gerichtet auf das Geheimnis der Fruchtbarkeit, die GOTT in neuer Weise dem Menschen schenken möchte, es hängt mit der Verheißung: „Siehe ICH mache Alles neu!“ zusammen.

Das Geheimnis der Zeugung

Die Zeugung des Menschen war von GOTT anders gedacht: nicht durch Befruchtung, sondern im Samen sollte die Frau den Keim eines neuen Menschenlebens aufnehmen, austragen und zur Welt bringen. Hinweis ist hier die Zeugung des MENSCHENSOHNES durch den Hl. GEIST in der Vermittlung durch St. Gabriel in MARIA. Gabriel hat das WORT in den Schoß MARIENS gelegt. Was GOTT vom Menschen verlangt, in MARIA ist es offenbar: das JA zu Seinem unbegreiflichen Willen – in jedem Augenblick, besonders aber hier, wo es um ein NEUES LEBEN geht. GOTT allein ist schöpferisch, die tiefste Teilnahme des Menschen an der Schöpfermacht GOTTES ist dort gegeben, wo der Mensch zu GOTTES Wille wie MARIA Ja sagt, dann darf er Sein Werkzeug werden, sei es im Sichtbaren oder im Unsichtbaren, Geistigen.

Die Weisung von Br. Klaus

Für dieses Neuwerden gibt uns der seltsame Weg von Br. Klaus von der Flüe einiges Licht. Er war auf dem Wege zu den Brüdern des Gemeinsamen Lebens, um dort, wie er meinte, den Ruf GOTTES, den er erhalten hatte, zum Leben zu bringen. Auf dem Weg wurde er durch eine Erscheinung des HERRN zur Umkehr gerufen. Er ging den Weg zurück, den er gekommen war, nur ein kleines Stück über Flüeli hinaus Richtung Melchtal, hinauf in die Berge, um dort in einer Alm sich dem jetzt noch unbegreiflicheren Ruf GOTTES zu öffnen. Was dort geschehen ist, welche Wandlung er durchgemacht hat, wir können es nur am Ergebnis ablesen: GOTT schenkte ihm die Gnade, rein aus Seinem Willen zu leben, der später, da er ins Tal zurück kehrte in einem Leben kraft der Hlst. Eucharistie auch der Außenwelt sichtbar wurde.

Bei seinem Tode hat man festgestellt, dass seine Eingeweide verdorrt waren. Sein ganzes Leben hatte sich in die Mitte des Herzens zurückgezogen. In einem kontemplativen Leben hat er sich täglich mehr in die Passion des HERRN vertieft. So hat er den HERRN mit Leib und Seele umschlossen. Mit Recht konnte er mit Paulus sagen: „nicht mehr ich lebe, sondern der HERR in mir!“ Mit den Eingeweiden war auch die irdische Zeugungskraft verdorrt und hatte der Schöpferkraft GOTTES in ihm Raum gegeben. Aus dieser Kraft wurde er zum Vater einer neuen, geeinten Schweiz, in einem tieferen und weiteren Sinne: Vater des Friedens, denn aller Unfrieden kommt letztlich aus dem Ungehorsam von Adam und Ehe, dem wir in der Erbsünde nachfolgen. Diese Sendung hat erst in unsrer Zeit begonnen. Sie wird in ihrer Größe wohl erst nach der Reinigung offenbar werden. Quelle aller Fruchtbarkeit im Menschen wird das durchbohrte Herz, das Br. Klaus Tag für Tag in der Betrachtung der Passion genährt hat, bis es das Maß erreichte, das ihm GOTT gesetzt hat. Hier wird Br. Klaus Hinweis, dass alle Zeugung, auch wenn sie in der gewohnten irdischen Weise geschieht von GOTT über das Herz des Menschen kommen muss.

Passivität und Aktivität

Je mehr der Mann in GO0TT steht, wie St. Gabriel, der ja „Mann“ genannt wird,  je mehr sich die Frau dem Anruf GOTTES öffnet, umso mehr öffnet sich ein neuer Weg der Zeugung. Er ist auf der einen Seite gezeichnet durch eine strengere Scheidung von Passivität und Aktivität, die eine mehr der Frau, die andere dem Mann zugeordnet, die sich doch gegenseitig durchdringen und stärken. Die eine gibt der anderen Raum: die Frau öffnet sich ganz dem Mann, sie nimmt ihn im Samen ganz auf (sie braucht von sich aus nichts dazuzugeben), der Mann nimmt sie hinein in sein Schaffen, das auf dem Boden ihrer Hingabe ruht.

Verhältnis Br/Sr. im religiösen Leben

Ähnlich muss die Schwester den Bruder tragen, den ihr GOTT zugewiesen hat. Sie ist der Boden für die schöpferische Kraft, die GOTT in ihn hinein gelegt hat. Sie hilft sie zu reinigen, zu klären und ihr Gestalt zu geben, ähnlich wie MARIA dem GOTTESsohn die menschliche Gestalt gegeben hat. Weil der Br sich geborgen weiß, wird er immer mehr frei von der Begierlichkeit, die den Menschen nach all dem greifen lässt, was ihm begegnet, statt dass er sich auf die eine Aufgabe sammelt, die GOTT ihm ins Herz gelegt hat. Er braucht nicht mehr unruhig suchen, seine ganze Kraft geht darauf, sich zu sammeln auf den Einen Willen GOTTES über ihm. So wird er immer mehr fähig, den Willen GOTTES rein aufzunehmen, wie es MARIA getan hat, und ihn in seinem Tun wirksam zu machen.

Der Neue Mensch

Solches Wunder ist nur möglich, wo der Engel, der in der Erbsünde aus der Mitte zwischen Adam und Eva vertreiben wurde und dem Widersacher Platz machte, wieder seine Aufgabe der Vermittlung in der Begegnung der Geschlechter, ja in aller Begegnung der Menschen zu übernehmen. Der Mensch muss hier demütig sich neigen vor dem größeren GOTT und diese Hilfe dankbar annehmen und fruchtbar werden lassen.

Die zweifache Ausprägung dieses Verhältnisses, in der Ehe wie im Verhältnis von Bruder und Schwester im religiösen Leben wird wahrhaft das Angesicht der Erde erneuern – die Kirche von morgen wird in dieser Kraft immer mehr das Himmlische Jerusalem auf die Erde bringen.

Da GOTT den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat, gibt es keine andere Lösung für das Neue Werden. Es muss das Ebenbild GOTTES nicht nur im Einzelnen, sondern in dieser ersten Gemeinschaft, die GOTT gestiftet hat, erneuert werden. Das verlangt von uns, dort anzusetzen, wo der Abbruch geschah: im Ungehorsam gegenüber GOTT, durch die Verführung des gefallenen Engel. Wo der Mensch zugegriffen hat, muss er dem vermittelnden hl. Engel Vorrang geben. So kann der hl. Engel langsam wieder an den Platz „in ihrer Mitte“ zurückfinden, der ihm im Anfang gewiesen war. Sie müssen sich über den guten Engel beugen nicht nur vor GOTT, sondern auch zueinander. Die zweifache Versklavung der Frau nach dem Sündenfall zum Mittel zum Zweck der Erhaltung des menschlichen Lebens, Genuss der Sinnenlust, kann nur durch das Blut JESU CHRISTI gelöst werden. Da der Mensch sich selbst schaffen will, frei von aller Belastung, ist er heute mehr denn je, bis in die Ehe hinein, der Sinnenlust versklavt, die den Menschen unter das Tier erniedrigt.

Weg des Verzichtes

In der Kraft MARIENS muss die Frau, Ehefrau oder Schwester im HEILIGEN GEIST in diese Aufgabe im Verzicht auf alle eigenen Pläne und Wünsche hinein wachsen. Wenn sie den Mann gefunden hat, der ihr von GOTT zugedacht ist wird es ihr leichter, Boden werden, auf dem der Mann seine Aufgabe im Leben erfüllen kann. Ihr ist geschenkt, wonach sich jede Frau ausstreckt: ihr Muttersein im Vollsinn zu erfüllen. Der Mann muss die Ehrfurcht vor dieser einzigartigen Aufgabe der Frau lernen, das ist nur dort möglich, wo er zuerst GOTT zu achten und zu ehren gelernt hat, wo er sich nicht selbst, weil er alles besser weiß und kann, an Seine Stelle setzt. Er muss lernen, dem Muttersein der Frau in Demut zu dienen, weil es so GOTTES Wille ist, auch wenn er dann nicht mehr „über ihr“ steht, nicht mehr über sie verfügt, als sei sie sein Eigentum.

Was wir eheliche und auf der anderen Seite bräutliche Liebe nennen, muss wachsen an der Aufgabe, die uns GOTT gestellt hat. Das Maß solcher Liebe ist nicht das Gefühl, nicht der Besitz, nicht die Sinnenfreude, sondern der Dienst an GOTT, der beiden Partner (Partner heißt: teil haben) aufgetragen ist. Diese nüchterne Liebe will immer neu errungen sein, wer am meisten dazu hilft, ist der gute Schutzengel, der im Willen GOTTES von oben her den Weg zu weisen hat, wie er mit uns hinein genommen ist, tiefer hinein zu schauen in das Geheimnis der Menschwerdung.

 

„Sich GOTT verweigern“

Zu einem Wort der sel. Sr. Theresa von Calcutta

Bert Brecht singt in einem seiner Theatersketsche: „Alle laufen nach dem Glück, doch das Glück läuft ihnen nach!“  Mutter Theresa spricht das Wort: „Wenn ich jemand finde, der nicht glücklich ist, muss ich immer daran denken, dass er GOTT etwas verweigert hat!“ Der tieferen Ursache geht ein anderes Wort nach: „Sünde macht blind für das Jenseitige!“ Wir wollen ihrem Sinn ein wenig nachsinnen, weil es wohl keinen Menschen gibt, den diese Worte nicht treffen und besinnlich machen sollten. Der gemeinsame Nenner ist das, was wir „Glück“ nennen. Es hat viele Inhalte und geht vom materiellen Glück bis hin zur Seligkeit von GOTT als Kind angenommen zu sein.

Der Mensch braucht Glück, um sich irgendwo zurecht zu finden, auf welcher Ebene immer, wenn er tiefer sucht, nach dem, was wirklich Glück ausmacht, wird er wohl nach manchem Irrwegen dorthin finden, wo GOTT auf ihn wartet.

Der Hindernisse sind viele, doch sie lassen sich auf drei zusammen fassen, die in den drei Aussagen oben gefasst sind. Glück ist nicht etwas, dem wir nachjagen können, wo wir ihm nahe kommen, werden wir immer wieder am „Ziel“ enttäuscht sein und weiterjagen. Es hat nur nach Glück ausgesehen. Das wahre Glück, selbst hier auf Erden, entzieht sich uns. Das hat selbst der burschikose Brecht erkannt und darum auch weiter gegeben. GOTT der VATER hat es von Ewigkeit für uns in Seinem SOHNE ausgedacht.

Irgendwo weiß jeder Mensch davon und glaubt es doch nicht. „Das Licht leuchtet in die Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht aufgenommen“. Ja sie hat sich ihm widersetzt und es zu erschlagen versucht. Hier kommen wir auf das, was Theresa mit „verweigern“ meint. Unser ganzes Leben steht in der Zerreißspannung: wir wollen es und wollen es doch nicht. Es soll unseren Maßen angepasst sein, als könnten wir sie bestimmen. Wer hier endlich starrköpfig auf dem Eigenen beharrt, fällt auf ewig der Unseligkeit anheim.

Was macht uns so blind? Das dritte Wort sagt es einfach: die Sünde, welcher Art sie auch immer sei. Ihr Nenner ist schon in der Sünde der Engel am Anfang offenbar: sie widersetzen sich dem Willen GOTTES. Dieses Widersetzen kann verschiedener Art sein. Es kann in unserem Unterbewusstsein liegen, bedingt durch Erbe, Veranlagung. Bewusster wird es dort, wo es durch Leid, Missverstehen, Ungerechtigkeit hervorgerufen wird. Wir wenden uns ab und suchen weiter in einer Richtung, die uns vorgegeben ist, oder die wir selbst uns gewählt haben.

Je mehr der Zwiespalt in uns wächst, umso mehr verhärtet sich unser Widerstand gegen den, den wir als schuldig erkennen, sei es ein Mensch, seien es Umstände, sei es GOTT. Endlich muss das Dunkel der Abwendung uns verschlingen, wenn wir es bewusst bejahen. In der Verkehrung der Werte, in der babylonischen Sprachverwirrung, die sich unter uns immer mehr ausbreitet, erkennen wir seine verdorbenen Früchte.

Wie kostbar ist doch das Licht, das wir in der Taufe empfangen haben und in der angezündeten Kerze versinnbilden, die der Taufpate für uns trägt. Es ist ein ernstes Gebet, wenn wir bitten, dass dieses Licht doch niemals ausgelöscht werde. In der Bereitung der Kinder zur ersten Beichte wird dies den Kindern klar, wenn wir in einem dunklen Raum die Kerze löschen. Wir finden uns nicht mehr zurecht. Wie schnell wird da auch der einfachste Mensch schlechter Laune.

Trifft uns das Worte der seligen Theresa, dann sollten wir wie die Kinder so lange vor GOTT bittend knien, bis ER uns erkennen lässt, woher die Traurigkeit, die Unzufriedenheit in uns kommt. Wir müssen da so beharrlich sein wie ein Kaufmann, der unbedingt den Fehler in seiner Abrechnung finden muss. Nichts hilft uns hier mehr als das stille Gebet vor dem Tabernakel. Der Heiland weiß es, auch wenn er nicht in Worten zu uns spricht. Unser Gewissen ahnt es, denn es leidet darunter. Unser guter Engel, kann uns vermitteln, was sich dahinter verbirgt, wenn wir demütig bitten und dann erkennend bereuen.  GOTT will uns doch als Seine Kinder glücklich sehen!

 

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IV. Teil: Wege der Läuterung

Einfalt und Vielfalt

GOTTES Wege sind einfach: „Werde wesentlich!“

doch sie vereinfachen nicht. Einfalt und Vielfalt sind nur zwei Seiten des gleichen Geheimnisses, sie durchdringen sich wie die Drei Personen der Hlst. DREIFALTIGKEIT sich durchdringen und doch sie selbst bleiben: GOTT ist Einfalt im Wesen, Vielfalt in den Personen.

So müssen wir auch das Geheimnis der Läuterung angehen: es sind viele Wege, so viele es Menschen gibt und doch ist es nur ein Weg. Der HERR ist ihn unter uns gegangen und geht ihn mit uns bis ans Ende der Welt. Was für die Läuterung auf Erden gilt, gilt nicht weniger für die im Fegfeuer. Sie laufen nur auf verschiedenen Ebenen und unter veränderten Bedingungen. Bei beiden geht es darum, dass der Gedanke, den der VATER von Ewigkeit her im Blick auf Seinen SOHN über Jeden von uns gedacht hat, Gestalt gewinne. Du musst dem Geheimnis Fleisch geben, das der VATER in dich hinein gelegt hat. Hier auf Erden kannst du aktiv mitwirken, drüben muss ER an dir nachholen, was du nur halb getan hast. Immer ist der Weg der Wandlung ein Weg letzter Einsamkeit.

Mit dem Tod tritt der Mensch hinein in Dimensionen von Raum und Zeit, die man nur annähernd mit kosmisch bezeichnen kann. Weil uns diese Erfahrung fehlt, ist es schwer darüber Aussagen zu machen, besonders im Blick auf das, was auch dort noch Zeit ist und doch ganz anders. Läuterung ist Weg aus der Zeit in die Ewigkeit, er braucht seine Zeit. Darum ist auch das persönliche Gericht nicht etwas, das wir punktuell fest halten können, obwohl wir es von uns aus sehr wohl so verstehen können: der Mensch steht im Gericht GOTTES – wie lange dies auch nach unseren Zeitbegriffen dauert, können wir nicht fassen.

Im Übergang wird uns die Zeit gedehnt: was eine punktuelle Entscheidung hier auf Erden war, wird auseinandergelegt in die in ihm wirkenden Kräfte und Einflüsse, ähnlich wie dies bei einer Gerichtsverhandlung geschieht: man geht den Dingen nach.  Darum ist das Sterben nicht nur, dass sich die Seele hier vom Leibe löst, sondern es spielt hier alles mit, was mit dieser Lösung verbunden ist, in erster Linie unsere Bereitschaft, uns GOTT zu übergeben oder unser Widerstand dagegen.

Der Mensch stirbt so lange, bis er als ganzer bereit ist, für immer in GOTT einzugehen. Eingangstor ist die Reue! Sie muss, wie hier auf Erden der Glaube, immer neu geweckt werden, wo immer eine neue Phase der Läuterung beginnt. Wer bereut, darf im Lichte GOTTES tiefer erkennen, was GOTT von ihm erwartet. Wo er noch nicht bereit ist, zuzustimmen, ist die Läuterung blockiert. Wo der Mensch sich nicht zu einem klaren Ja durchringen kann, läuft er Gefahr, sich dem Feind auszuliefern.  Auch wenn er die Läuterung an sich geschehen lassen muss, es ist der Seele nicht genommen, ihr beizustimmen. Sie würde sonst ihren personalen Kern verlieren. Im Keim ist er in ihr angelegt sein, durch die Taufe wird er in JESUS CHRISTUS geweckt und soll sich in IHM entfalten. Hier liegt die große Aufgabe unseres Schutzengels, wenn wir nur auf ihn hören wollen. Als Wegbegleiter verliert er nichts von seiner GOTTESschau, aus ihr wird ihm jeweils neu die Erkenntnis, was GOTT von dem ihm aufgegebenen Menschen erwartet.

Das Sterben ist unwiderruflich für jeden Menschen. Darum versucht ihn der Böse über das Märchen der Wiedergeburt auf seine Seite zu bringen. Der Tod schneidet den Menschen unerbittlich von allem Außen ab. Er muss vor GOTT stehen, zu IHM Ja sagen oder Nein. ES gibt kein zurück. Wie der Baum fällt, so liegt er. Was ihn vorher mit der Umwelt verbunden hat, geht ihm im Augenblick des Sterbens verloren, er muss es loslassen. Ist dies schon auf Erden schwer, viel mehr im Angesicht GOTTES, der den Menschen allein für Sich fordert. Die einzige Verbindung, die bleibt, ist durch das Gebet.

Sein ganzes Leben muss aufschauend zu GOTT Gebet werden. Wer nie im Leben erfahren hat, was Gebet ist, wird er es hier lernen? Wenigstens Auch ein Keim von Sehnsucht nach Vollendung, die GOTT als Angeld in jeden Menschen hinein gelegt hat, genügt, dass GOTTES Erbarmen hier ansetze. Je mehr er dieser Sehnsucht nachgibt und von allen Schlacken, die sich auf Erden darüber gelegt haben, frei wird, umso näher kommt ihm GOTT, auch wenn er IHN noch nicht sehen kann. Das Erste, was er erfahren darf ist der Raum GOTT. Wer nie auf Erden Herz und Sinne hinauf gelenkt hat in den Himmelsraum, wird in diesem Raum verloren sein wie ein Würmlein im Weltall. Wohin gehört er? Außen ist kein Halt zu finden. Er muss seinen Blick nach Innen lenken. Erst dann findet er wie von selbst den Weg zur „Engen Pforte“. Drüben müssen Außen und Innen eins werden. So verstehen wir schon hier auf Erden das Wesen der Wahrheit.

Da das Hören unter den menschlichen Sinnen am letzten erlischt, kann der Sterbende sehr wohl die Gebete, die Umstehende für ihn sprechen, hören. Er kann sich ihnen anschließen, sie aufnehmen oder zurückweisen. Je reiner und selbstloser sie sind, umso mehr können sie ihm helfen, den einen Weg zu GOTT zu bereiten, der dem Namen entspricht, den GOTT von Ewigkeit her über ihn in Seinem SOHN gesprochen hat. Unsere Namen, soweit wir sie nicht mit den Heiligen gelebt haben, deren Namen wir auf Erden trugen, vergehen wie Wind und Schall. Die Pforte auf die wir von Innen her geführt werden, wird enger, je näher wir uns dem Angesicht GOTTES nahen. Sie fordert ein bedingungsloses Ja oder Nein. Mit dieser Antwort entscheidet sich der weitere Weg – hin zu GOTT oder weg von ihm – und dies für alle Ewigkeit. Und doch schenkt GOTT in Seinem Erbarmen dem Einen oder Anderen noch eine Zeit des Aufschubs, dass er IHN suche in tiefster Finsternis.

Es gibt Seelen, die nie im Leben bewusst zu GOTT aufgeschaut haben. Sie sind im Sterben unfähig einer Begegnung mit dem HERRN. Sie wissen nichts von IHM. Würde ER ihnen direkt entgegen treten, sie müssten so erschrecken, dass sie dem Feind zur Beute fielen. Nicht Wenige bleiben längere Zeit noch seinen Angriffen ausgesetzt. Wenn sie dank des Gebetes ihrer Angehörigen nicht verloren gehen, fallen sie zurück in das Dunkel ihrer Seele, der sie zum ersten Mal ins Angesicht sehen müssen. GOTT kann zulassen, dass sie nicht einmal wissen, dass sie gestorben sind. Die Bewegung, aus der heraus sie gelebt haben, lässt sie nicht los. Sinnlos versuchen sie dem Dunkel, das doch in ihnen ist, zu entfliehen. Eine nicht abzumessende Trostlosigkeit kommt über sie. Sofern sie von Hölle und Verdammnis einmal gehört haben, müssen sie jetzt daran glauben. Der letzte Schimmer von Hoffnung ist ihnen genommen. Sie halten sich für verloren, für ewig scheinen sie von GOTT getrennt – hier mag der böse Feind noch ihre Pein zu vermehren. 

Wie lange sie warten müssen, bis sie irgendwo ahnen, woher ihnen das Dunkel kommt, in dem sie leben? Es bedarf wohl eines Gnadenerweises über MARIA, dass da ein erstes Fragen nach GOTT aufbreche, ein erstes Erkennen ihrer Sünden als das Dunkel, das sie umfängt. Im Ringen der Seele um ein tieferes Erkennen: wo sie ist, wer sie ist und was mit ihr geschieht, kann endlich ein erster Strahl der GOTTESerkenntnis in ihre Seele fallen. Irgendwo wird GOTTES Gnade ansetzen und wenn es bei einem längst vergessenen Kindergebet wäre, das ihnen einmal die Mutter vorgesprochen hat. All dieses mag nach menschlichem Ermessen unendlich lang dauern. Es gibt ja drüben keinen Anhalt mehr, sich auszurichten, außer an dem ungreifbaren GOTT, der in der Seele zur Geburt kommen soll. Wo einer widerstrebt, wird die Zeit unerträglich lange. Hier muss die Seele am meisten leiden, dass es kaum mehr zu ertragen ist.

Übergang zum Fegfeuer

All dies ist schon Fegfeuer im Ansatz, doch erst wo die Seele Ja sagt, wird es reinigend wirksam. Erkenntnis und Reue bedingen sich gegenseitig und heben einander an. Sagen wir nicht auch hier: „es muss uns erst etwas aufgehen“? GOTT wartet auf unsere Antwort! Über den Gnaden - Strahl fällt ein erstes Licht auf die Sünden, die sie begangen hat. Vom Erkennen  bis zur Reue ist ein langer Weg. GOTT lässt sie weiter allein in ihrem Dunkel und wartet ab, ob sie sich dem kleinen Licht, das in ihnen aufwachen will, zuwenden. An ihm soll ihr neues Leben wachsen: in jeder Sünde, die sie erkennen und bereuen kann, ist ihnen ein Stück mehr an GOTTESerkenntnis geschenkt. Wenn sie einmal alle ihre Sünden im Lichte GOTTES erkannt hat, dann ist das Maß ihrer GOTTESerkenntnis, das der Seele in alle Ewigkeit bleibt, voll. Sie wird einmal in Wahrheit bekennen können, dass sie aus der Barmherzigkeit GOTTES neu geboren wurde. Sie hat die „felix culpa – die Gnade der Sünde“, die wir in der Osternacht besingen, an sich erfahren und darf in ihr eine Ewigkeit lang selig sein.

Stufen

Auch wenn die Seele im Sterben sich vom Leibe löst, ist sie damit noch lange nicht frei von ihrem Leibe. In einem guten Sinne wird sie es niemals sein – denn der Mensch ist Leib und Seele, von GOTT geschaffen und wird darum nur in der Einheit von beiden vollkommen glücklich sein. GOTT verlangt nicht die Lösung von unserem Leib, auch wenn der Leib im Sterben seinen eigenen Weg geht: ER verlangt, dass wir uns von aller ungeordneten Anhänglichkeit an den Leib und die Erde lösen. Die Läuterung des Leibes läuft der seelischen Läuterung gleich, bis die Seele in den Himmel eingehen darf und der geläuterte Leib den letzten Tag erwarten muss, um sich wieder mit der Seele zu verbinden. In dem Maße wie sie sich löst, wird sie geistig auch freier von der Last der Materie, die ihr mit ihrem Leib aufgegeben ist. GOTT ist GEIST Sie muss suchen, was des GEISTES ist und lösen alle Verflechtung mit den Dingen dieser Erde, die sie zurückhalten.

Tiefer greifend ist die Reinigung von den Sünden des Geistes bis hin zur Sünde gegen den HEILIGEN GEIST, die nicht mehr vergeben werden kann, weil sie in der Höhe der Absage der gefallenen Geister liegt. Obwohl sie GOTT erkannten, haben sie sich doch gegen IHN gestellt. Solche Sünden, je nach ihrer Schwere, frieren den Menschen ein. Das Feuer der Hölle ist Eis! Auf Erden haben sie alles versucht, um ihrem quälenden Gewissen zu entgehen, es mundtot zu machen oder zu erschlagen. Jetzt sind sie an ihre Sünden genagelt. Weil sie Sünde des Geistes ist, weht um sie der eiskalte Hauch der abgefallenen Engel.

Nur durch einen Gnadenakt, meist hängt er mit MARIENfesten zusammen, kann ihnen geholfen werden. Wo die Seele ihre Sünden erkannt und bereut hat, wo sie durch das Licht GOTTES langsam in die Ordnung des Reiches GOTTES hineingewachsen ist, beginnt sie aufzusteigen im Hauch des GEISTES, der sie in ähnlicher Weise bewegt wie der HEILIGE GEIST die hl. Engel. Aus dem kleinsten Funken der GOTTESerkenntnis muss in schwerer Läuterung ein neuer Mensch werden, für alle Ewigkeit.

 

Der Vorzug der Läuterung hier auf Erden

GOTT will uns die Seligkeit weder aufzwingen noch will ER uns mit ihr nachlaufen. Wenn wir im Himmel zuerst und vor allem von GOTT Beschenkte sein werden, so will GOTTES Liebe, dass wir daran so viel teilhaben, dass wir die uns geschenkte Seligkeit unser nennen können. Das Verhältnis von Gnade und Verdienst werden wir auch im Himmel nicht begreifen – es bleibt Geheimnis Seiner je einzigartigen und unbegreiflichen Liebe zu uns. Selbst der gerade noch herein schlüpfen konnte, darf dies noch wissen: du hast mit dazu beigetragen – das gehört auch im Himmel zur Würde des Menschen, den GOTT nach Seinem Ebenbild geschaffen hat.

Wer immer gerettet wird, auch ohne sein eigenes Zutun, darf irgendwo im Licht des Engels in seinem Leben eine Oase entdecken, wo GOTT mit Seiner größeren Gnade durchbrechen kann. GOTT schuldet sich selbst diese Gerechtigkeit: die Gnade setzt Natur voraus, wo nichts vorliegt, kann nichts aufgebaut werden. Was uns die Kirche von den „Letzten Dingen“ kündet, würde genügen, um den Weg der Läuterung, schon hier zu beginnen. Wo immer wir uns sperren, ist der Menschenfeind dahinter, der alles tut, um uns auf Erden fest zu nageln.

Drei Wege weist uns die Kirche:

Der erste Weg steht allen offen, die GOTT suchen, auch wenn sie im tiefsten Heidentum leben. Wo sie ihr Leben annehmen, Leid und Widrigkeiten demütig annehmen, wird ihnen im Alter etwas von der Erkenntnis der Weisen, die allen Völkern eigen ist. Sie ahnen etwas von einem höchsten Wesen, in dem alle Schöpfung in Weisheit geborgen ist.

Der zweite Weg steht nur uns Christen, gleich welcher Konfession, offen im Wort des Heiles, das uns die Kirche lehrt. Je näher es der Lehre der katholischen Kirche kommt, um so besser weiß der Mensch zu unterscheiden zwischen Gut und Böse Im Wort wird ihm die Kraft, den Weg hin zu GOTT auch im Kampf zu bestehen. Das Gewissen des Menschen wird erhellt und geschärft,  der hl. Engel vermag den guten Willen zu erleuchten und zu führen. Im Wort ist dem Menschen der Weg der Liebe als Weg zur Vollkommenheit und Einheit mit unseren Brüdern gewiesen.

Der dritte Weg gilt nur für uns Katholiken, wenn wir im Hl. GEIST die Sakramente erkennen und nützen. Da sind zuerst die Sakramente christlichen Lebens:  die Taufe öffnet das Tor zum Ewigen Leben, die Firmung bereitet für den Lebenskampf, das Sakrament der Buße hilft uns auf, wenn immer wir fallen. Das Sterbesakrament, heute auch als Krankensalbung gedeutet, hilft uns den letzten schweren Kampf zu bestehen. Dazu kommen noch, um die Gemeinschaft der Menschen im Glauben aufzubauen, die Sakramente des Standes: Ehe und Priesterweihe. In ihrer Mitte steht das Sakrament der Hlst. Eucharistie – der HERR selbst bietet sich an in der Armut des Brotes unseren Weg über diese Erde mitzugehen, unsere Leiden und Freuden mit IHM zu teilen und dem VATER darzubringen im Brot, das ER für uns geworden ist. Die hlst. Eucharistie ist schon jetzt hier auf Erden Hochzeitsmahl, in dem Himmel und Erde eins werden in dem Einem Mittler JESUS CHRISTUS.

 

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Bussandacht

Es ist für Viele heute nicht leicht den Weg zur Beichte zu gehen. Der Sündenkatalog greift nicht mehr oder ist ganz vergessen. Ohne eine Begegnung mit GOTT, sei es direkt, über Umstände oder Menschen, fällt es dem Menschen schwer in aller Entwertung der Werte zu unterscheiden, was Sünde überhaupt ist. Hier müsste der Priester in seinem Leben vorausgehen. Auch hier entscheidet das Zeugnis mehr als der Buchstaben.

Wir sind gewöhnt, uns vor denen, die uns kennen zu verstecken. So gehen die Meisten lieber irgendwo auswärts oder nicht. Die Gelegenheit zu einer richtigen Beichte wird von Jahr zu Jahr vorschoben – und dann, wenn es an der Seelentür klopft, ist es oft zu spät. So muss eine große Schuldenlast mit hinüber genommen werden, die ins Dunkel hinunter zieht. Wie leicht wäre es gewesen, mit mehr Liebe und Vertrauen zum HERRN und weniger Menschenfurcht, diese Last auf Erden abzutragen, wenigstens zum Teil.

Oft liegt es auch daran, dass wir als Kinder nach einem alten Beichtspiegel mit den Zehn Geboten beichten gelernt haben, doch die Zeit und die Umstände, in denen wir leben sind ganz anders geworden. Man ziehe den Vergleich zwischen Ochsenkarren und einem modernen Auto, dann wende man ihn auf die Beichte an – und man wird besser verstehen, dass es heute einige Anstrengung mehr braucht, um sich richtig auf die Beichte vorzubereiten.

Meist ist es ja so, dass wir im Alter, Dank GOTTES Barmherzigkeit, nicht mehr in schwerere Sünde gefallen sind, dann heißt es vor dem Priester: „Herr Pfarrer, was soll ich denn beichten…?“ Seltsam, dass man trotzdem zur Beichte geht, es muss also doch noch eine Last auf dem Gewissen liegen, die man gerne los hätte. Doch man nimmt sich betend nicht die Zeit, darüber an einem stillen Ort nachzudenken. Sicher würde es einem nach einiger Zeit einfallen, der Schutzengel war ja immer dabei, wie leicht könnte er uns auf die Spur helfen.

Darum soll hier ein kurzer Beichtspiegel anleiten, wie wir uns auf die Beichte vorbereiten können. Gehen wir im Lichte unseres hl. Engels unsere Lebensbereiche durch: Das ist wohl auf einmal nicht möglich außer in Exerzitien. Auch hier brauchen wir einen Anhalt, wo zuerst anfangen. Im Gebet vor dem Allerheiligsten werden wir am besten erkennen, wo wir den HERRN am meisten betrübt haben. Wir müssen betroffen sein, dann finden wir leicht weiter.

Unser Verhältnis zu GOTT und zum Nächsten

Schauen wir zu IHM auf, um IHM zu danken, IHN zu bitten, um für unsere Sünden und Fehler Verzeihung, für Andere die in Not sind, Hilfe zu erlangen? Hier haben wir wohl alle nicht wenige Unterlassungssünden. Denn meist geht es nur um das eigene Ich.

Gehört das Gebet mit in unseren Tageslauf? Wenigstens am Morgen vor dem Aufstehen ein Stoßgebet, ein Gruß zu GOTT. Eine Fürbitte um Segen für den Tag, für unsere Arbeit, Vorbringen einer Not, die nach Hilfe schreit und uns nicht los lässt? – Das braucht schon ein wenig Zeit, doch meist sind wir abends zu lange vor dem Fernsehen gesessen, haben wieder einmal gefeiert…. Auch dies wäre einmal zu beichten!

Haben wir die Not unserer Nächsten aufgenommen und sie wenigstens im Gebet vor GOTT getragen, die Not unserer Zeit, die uns täglich durch die Medien nahe gebracht wird oder haben wir uns nur ein Stück mehr in den Fernsehsessel gedrückt und Alles an uns vorbeiziehen lassen? Uns hat es ja noch nicht betroffen! Morgen kann auch uns eine Katastrophe erreichen!

Unser Verhältnis zu unserer Familie, zu unseren Kindern, unserer Gemeinde

Ohne gesunde Familien muss Kirche wie Staat zerfallen. Heute geht das sehr schnell. Je mehr wir unsere Familienpflichten an den Staat abgeben, um so mehr werden wir in diesem Staat zur Nummer, mit der man arbeitet. Im Augenblick vielleicht noch mit mehr Rücksicht, doch sollte die Regierung einmal wechseln…..?

Kinder sind heute in vieler Beziehung eine Last. Man kann sie von Anfang an durch Empfängnisverhütung vermeiden, wenn zu spät, kann man sie abtreiben, wenn es schief geht, dem Staat übergeben. Er muss damit schon fertig werden. Wie wenig sind die meisten Eltern sich ihrer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft aber auch gegenüber GOTT bewusst. Du musst nicht nur für dein Leben und Tun Rechenschaft ablegen, sondern auch für die, die dir aufgetragen waren, in Familie oder Betrieb. Eltern müssen nicht nur dafür sorgen, dass ihre Kinder materiell versorgt sind, schon das ist eine Last, sondern noch mehr, dass sie geistig den rechten Weg in der Gemeinschaft und zu GOTT finden. Wie wenig haben wir darüber nachgedacht.

Wir gehören zu einer Gemeinde, einer politischen und einer religiösen. Sind wir auch hier nur Konsumenten, die beziehen, aber von sich aus nichts für die Gemeinde tun, Mitläufer, die immer auf Andere schauen, die die Last übernehmen? Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass uns alles mundgerecht bereitet wird, dass wir uns nicht anstrengen müssen. Doch selten denken wir darüber nach, ob das, was man uns gereicht hat, auch gut für uns war. Bis in die Lebensmittel hinein müssten wir unterscheiden lernen.

Müssen wir wirklich Alles haben?

… was die anderen haben? Jede Mode mitmachen, sei es in der Kleidung, im Urlaub, in Anschaffungen von kleinen Dingen bis zum Auto? Man möchte dem Anderen doch zeigen, dass man nicht auf den Kopf gefallen ist.        Mit der Zeit gehen! Die Medien reißen uns ja Tag für Tag neu in den Kaufwirbel hinein. Wer hat zuerst mit seiner Familie überlegt, wer vor GOTT, ob dies oder jenes wirklich notwendig ist? Wie leicht lassen wir uns übertölpeln und dann gibt es Schulden, man weiß nicht mehr hinaus – man nimmt sich das Leben. Freie Entscheidung! Wir sehr spielen wir mit unserem Leben, das uns doch GOTT als Lehen gegeben hat, über das ER eines Tages Rechenschaft verlangt.

Müssen unsere Kinder nach unserem Vorbild auch alles haben, was sie von den Eltern erbetteln? Wie notwendig wäre, dass wir sie in dieser Zeit, die nichts mehr vom Opfer weiß, wenigstens durch kleine Opfer erziehen, damit sie morgen, wenn es einmal schlechter wird, nicht verloren sind. Eine schwere Verantwortung! Wie viel sind die Eltern schuld, wenn die Kinder auf falsche Bahn kommen. Sie haben ihnen kein gutes Beispiel gegeben, nicht nur was Kirche angeht, sondern in vielen anderen Dingen, wo morgen der junge Mensch ebenso gefordert wird wie wir heute. Die Konkurrenz auch auf dem Arbeitsmarkt ist brutal.

Weil wir so viel haben wollen, das gar nicht notwendig ist, müssen wir nebenbei noch arbeiten. Da gibt es keinen Feiertag mehr. Jeder muss eben alles haben, mindest ein Haus, ein Auto, einen Urlaub im Ausland. Schwarzarbeit ist nicht nur ein Betrug am Staat, er schadet auch unserer Gesundheit. Das Weniger an Arbeitszeit, dessen wir uns gegenüber früher rühmen dürfen, wird weder für GOTT, noch für uns oder den Nächsten in rechter Weise genützt. Immer ist das Ich an erster Stelle. Und dann ist einer abgenützt und kann nicht mehr!

Einstehen für den Bruder, Opfer, Sühne

Von uns Christen ist noch mehr verlangt. Schauen wir nur auf JESUS am Kreuz. Hat ER nicht die Schuld von uns allen auf sich genommen, vor den Vater getragen und für uns gebüßt. Wie gleichgültig sind wir all den Spannungen und Nöten in unserer Gemeinde, ja in der nächsten Verwandtschaft gegenüber. Da sind Feindschaften, Ablehnung, Verleumdung, ja Hass, die oft über Generationen weiter gegeben werden. Man gibt nicht nach, man     verzeiht nicht.

Das Böse wuchert weiter, wo keine Reue, keine Umkehr, kein Verzeihen ist, wo man nicht um Hilfe zu GOTT schreit und zur Beichte geht, ja auch für den „bösen Nächsten“, der einem weh getan hat, um Verzeihung bittet. So gibt es kein wahrhaftes Miteinander. Man geht aneinander vorbei. Oft nicht einmal ein Gruß, obwohl man sich täglich begegnet.

Und da sind Einige in der Gemeinde, die dabei abgerutscht sind. Die davon gelaufen sind, die im Trinken all die Herzenshärte, die sie erfahren haben, alle Enttäuschung zu ertränken. Hast Du einmal daran gedacht, dass Du vielleicht auch daran schuld bist. Hast Du je für diese Armen, Gescheiterten gebetet. Nein, Du hast ja im Gegensatz zu Ihnen Dein Leben gemeistert? Wie kalt sind wir in unserem Urteil. Was wird GOTT einmal sagen?

„O GOTT schenke uns die Gnade echter Reue und den Willen zur Umkehr!“

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Fruchtbare Beichte

Die vorliegende Betrachtung versteht sich nicht als ein Ersatz des üblichen Beichtspiegels, der heute in verschiedenen Formen vorliegt, unserer Zeit- und Lebenslage angepasst. Sie will nur einige Punkte heraus greifen, die heute nach vorne kommen und uns sonst entgehen können. Hier kann uns der hl. Engel als unser getreuer Lebensbegleiter von der Taufe an, fruchtbar zu Hilfe kommen. Der lebendige Gläubige wird hier mit der Zeit zu seinem je persönlichen Beichtspiegel kommen, der den allgemeinen Normen der Kirche entspricht und doch gerade das je Eigene berücksichtigt und ins Auge nimmt. Wo wir lebendig im Glauben leben, wird aus diesem eigenen Beichtspiegel nie ein Schema werden, sondern eine Ordnung unseres Lebens hin auf den Heiligen GOTT.

Begegnung mit dem HERRN

Nur wenn wir in den Sakramenten dem HERRN begegnen, können sie in uns  fruchtbar werden. Die Kirche drückt dies in dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Reue aus. Sogar die Furchtreue setzt eine solche Begegnung voraus; sie kommt aus der Angst vor dem Gerechten Richter. Die Tiefe der Reue wächst freilich nur aus der Liebe zum gekreuzigten HERRN, den wir durch unsere Sünde ans Kreuz geschlagen haben. Auch wenn GOTT die Reue schenkt, wenn wir nur mit zerknirschtem Herzen darum bitten, so ist sie vom Menschen her Vorbedingung der Fruchtbarkeit des Bußsakramentes. Das Kostbare Blut CHRISTI, am Kreuz für uns vergossen, dringt tiefer ein, wenn unser Herz in Liebesreue aufgebrochen ist.

Personale Begegnung

Dass es in der Kirche zu Beichtandachten mit allgemeiner Absolution ohne Ohrenbeichte kommen konnte, weist darauf hin, dass die meisten Gläubigen in den Sakramenten dem HERRN nicht mehr persönlich begegnen. Der Versuch einer tieferen Gewissenerforschung im Gespräch mit einem Priester, kann auflockern, Weg erschließen, die zu waren, Einsichten zu schenken, die notwendig  für ein tieferes Verstehen der Sakramente. Die Beichtandachten sind als Vorbereitung für die Beichte eine gute Hilfe, zu einem tieferen Verständnis der Beichte zu führen. Nicht wenige Gläubige haben oft jahrelang nur im Blick auf die Zehn Gebote, an die sie sich irgendwie noch erinnern konnten, gebeichtet. Das Beichten nach den 10 Geboten, nach den Standespflichten und anderen üblichen Beichtspiegeln konnte in einer Zeit, da wir noch in einer christlichen Lebensordnung standen, sehr wohl noch zu einer persönlichen Begegnung mit dem HERRN führen, wenn der Beichtende es schwer hatte, sein Bekenntnis in Worte zu bringen.

Für die Wenigen die heute noch zur Beichte gehen, ist das Beichtgespräch ein Weg geworden zu einer persönlichen Beichte, in der nicht nur nach Angabe der Kirche die Sünden nach Anzahl und Gewicht bekannt werden. Der Priester muss diesen umgekehrten Weg aufnehmen und in all den Nöten und Sorgen, die in einem Beichtgespräch vorgebracht werden, erkennen, was hier wirklich zu beichten ist, wo ansetzen? Gibt es da nicht wenige Lehrmeinungen zu schwierigen Fragen, die es schwer machen, klar zu entscheiden?  Das Lehrfach der Kasuistik, in der man hier früher vorgearbeitet hatte, ist in den Seminaren heute gänzlich unbekannt. Der Beichtende wie der Beichtvater muss nicht selten in vorausgehendem oder auch nachfolgendem Gebet vor dem HERRN um das rechte Wort, das rechte Bekenntnis ringen. Auch vom Priester wird dieses Bekenntnis beim Beichthören verlangt. Hat Beichte nicht wesentlich mit Bekenntnis zu tun? Wir haben es heute weitgehend vergessen. Es ist gut so, dass es mit der Beichte nicht mehr so einfach geht, ein deutliches Zeichen, dass sie neu beginnen muss.

 

Wissen um die je persönliche Schuld

Im lebendigen Mystischen Leib der Kirche wird der Gläubige, der sich vom HEILIGEN GEIST führen  lässt, früher oder später seinen Platz vor GOTT und der Gemeinde, zu der er gehört, erkennen. GOTT hat ihn schon in der Taufe bei seinem Namen gerufen, diesen Namen gilt es, auf dem Pilgerweg über die Erde immer klarer zu erkennen und zu leben. Eine besondere Hilfe ist dazu das Sakrament der Buße.  Je lebendiger der Mensch beichtet, um so deutlicher wird er seine je besonderen Sünden, Fehler und Schwächen erkennen, an denen er mit der Hilfe des hl. Engels arbeiten muss, nicht weniger wie in seiner Berufsvorbereitung und Ausübung.

Wer tiefer schürft, wird bald erkennen, dass Stärke und Schwäche seiner je eigenen Berufung so zusammen hängen wie Licht und Schatten. Je mehr der Mensch hier durch die Vielfalt vordergründigen Versagens durchschaut auf die Wurzeln, umso besser wird er die Schwäche erkennen, die seinem Versagen vor GOTT und den Menschen zugrunde liegt. So wie jeder lebendige Gläubige eine einmalige Berufung hat, so steht ihr meist auch eine je eigene Schwäche gegenüber, die dieser Berufung im Wege steht. Sie muss er überwinden, wenn seine Berufung fest werden und im Sturm der Zeit bestehen soll. Wie der Name (den er einmal in Ewigkeit tragen wird) auf die Gegenwart des DREIFALTIGEN GOTTES im Menschen hinweist, so hat auch die Wurzelsünde eines Menschen jeweils einen bestimmten Namen, der dem Wirken des HERRN im Menschen Abbruch tut oder es gar verhindert.

 

Meine je eigene Schuld“

Auch wenn ich mich nach einem Beichtspiegel vorbereite, muss ich dies immer im Blick auf die mir je eigene Schuld, die dem HERRN entgegensteht, tun. Sonst bin ich in Gefahr, wie es leider meist geschieht, eine Anzahl von aktuellen Sünden und Unterlassungen zu beichten, hinter denen ich meine je eigene Schuld, die tiefer liegt, verstecke. Es bedarf der tieferen Gewissenserforschung, die der Mensch in Exerzitien erreicht oder wenn er in besonderer Weise von der Gnade angestoßen wird, durch die aktuellen Sünden, die immer wieder vorkommen, durchzuschauen, auf ihren Quellgrund. Wer mit seinem guten Schutzengel sich vorbereitet, wer Hilfe bei einem guten Beichtvater findet, der hat es hier ein wenig leichter, doch bleibt ihm die Anstrengung tieferer Betrachtung nicht erspart.

Ich muss dem HERRN ins Antlitz schaue, dass mich aus Seinen Augen ein Strahl der Gnade treffe, der mein Dunkel für einen Augenblick aufreißt, dass ich erkenne, wo es mir am meisten fehlt. Auch häufiges Beichten, besonders bei Ordensleuten, kann die Beichte unfruchtbar machen, wenn ich hier immer nur meine unvermeidlichen Fehler aufzähle. Hier zeigt sich die Notwendigkeit, den richtigen Vorsatz als Leitplanke zu nehmen. Nicht Alles kann auf einmal getilgt werden. Bete vor dem Tabernakel mit deinem guten hl. Engel um diese Gnade mit der einfachen Frage an den HERRN: „Wo tue ich DIR am meisten wehe?“ dort musst du ansetzen.

 

Wie in der Stunde des Sterbens

Wir müssen uns hineinbeten in die Stunde, da wir einmal dem HERRN persönlich gegenüber stehen werden und dem Licht Seiner Liebe und Gerechtigkeit nicht mehr ausweichen können, wie wir es oft bis hinein in den Beichtstuhl tun. Solches Betrachten braucht Zeit, die der Durchschnittschrist aber auch der Religiose, der mehr oder weder brav seine Gelübde lebt, nicht aufbringt. Er glaubt, schon Alles getan zu haben oder Zeit damit zu verlieren. In der Stunde dieser entscheidenden Begegnung mit dem HERRN rollt in Seinem Licht nicht nur unser ganzes Leben vor uns ab, es wird auch unweigerlich die Wurzelsünde unseres Lebens offenbar.  Wer immer über sie hinweggegangen ist, wird jetzt keine Zeit mehr finden, sie tiefer zu erkennen. Er muss sie, wenn er wenigstens anfänglich bereut, in einer umso längeren Zeit der Läuterung abbüßen. Wer sie in seinem Leben mehr oder weniger bewußt in seinen Beichten angezielt hat, selbst, wenn er die eine oder andere aktuelle Sünde zu beichten vergessen oder unterlassen hatte, wird durchstoßen zur tieferen Liebesreue und so die Zeit seiner Läuterung abkürzen.

 

Aktuelle und Wurzelsünde

Es ist sehr wohl möglich, dass sich im Laufe eines Lebens einmal die Wurzelsünde auch in einer aktuellen Sünde ausprägt. Wer den Jähzorn nicht bekämpft hat, kann in einer Notsituation zum Mörder werden. Wer in der Liebe gespielt hat, ist in Gefahr, das keimende Leben leichtfertig abzutreiben. Es fehlt in beiden Fällen an der GOTTESfurcht und der Ehrfurcht vor dem Nächsten. Wenn solche Sünden nicht in tiefer Reue gebeichtet werden, weil der Mensch sich schämt, sie so auszusprechen, wie sie sich verwirklicht haben oder wenn er sie nur andeutend unter einem Gebot beichtet, wenn er vor ihr erschrickt und sie nicht wahrhaben will, dann wird ihn diese Sünde in der letzten Stunde wie ein Bleigewicht hinunter reißen. Wenn die Kirche verlangt, die schweren Sünden nach Zahl, Art und Gewicht zu beichten, so will sie damit unterstreichen, dass wir sie im Licht der unbestechlichen Gerechtigkeit GOTTES in Reue anschauen, auch wenn sie uns zu erschlagen droht. Judas erkannte und verzweifelte. Sein Verrat war ja nicht nur die Anzeige vor den Juden; sein ganzes Leben an der Seite des HERRN war Verrat. Der hl. Jakobus spricht klarsichtig davon, dass sich die Sünde auszeuge. Wir dürfen nicht vergessen, dass an jeder Sünde, besonders aber an einer solchen Wurzelsünde, das Gewicht der gefallenen Engel hängt, die uns auf den Weg der Sünde gebracht, auf ihm begleitet haben und nur darauf warten, dass die Seele ihnen zufällt.

 

Länge, Breite und Tiefe der Lossprechung

Geht die Absolution bei einer guten Beichte nur auf die jeweils gebeichteten Sünden, oder auch auf andere vielleicht auch auf die nicht gebeichteten Sünden, die der Mensch vergessen oder verdrängt hat? Immer schaut uns der HERR als ganzen Menschen an. Darum trifft die Lossprechung dort, wo der Mensch im Blick auf seine Wurzelsünde gebeichtet hat, nicht nur die ausgesprochenen Sünden, sondern den ganzen armen Sünder, und dies umso mehr, als er sich als solcher in der Tiefe erkennt. Wo der Mensch sich auch in der Beichte vor GOTT versteckt, bringt er zu den Sünden, die er nicht bekennt, noch eine neue dazu: er belügt GOTT! Eine solche Beichte ist nicht nur unfruchtbar, sie ist ein Sakrileg. Im Blick des HERRN auf den armen Sünder, sind die noch nicht erkannten Sünden mit eingeschlossen, denn das Erbarmen GOTTES ist dort, wo einer wirklich bereut, ohne Grenzen. Sicher hilft dieses Gnadenlicht auch dem bereuenden Sünder, sie später besser zu erkennen. Wirklich nachgelassen sind diese Sünden erst, wenn sie erkannt und im Wort ausgesprochen sind.

 

Erkannt und ausgesprochen

Je klarer eine Sünde im Wort gefasst ist, umso tiefer reicht die Gnade der Vergebung, bis hin zur Wurzelsünde, ja in GOTTES Gnade geht sie noch tiefer bis hin in die Ahnenreihe. So kann dort, wo es dem Menschen geschenkt wird, seine Wurzelsünde zu erkennen und auszusprechen, kein Rest mehr bleibt. In diesem einen Bekenntnis kann durch die Absolution der ganze Mensch neu werden. Wo Paulus vor Damaskus im Licht des HERRN erkennt, dass er IHN verfolgt hat, sind alle Sünden seines früheren Lebens im Licht des Erbarmens GOTTES offenbar vor GOTT und getilgt. In der Taufe (eines Erwachsenen) sind dort alle Sünden getilgt, wenn er sie in ähnlicher Weise wie Paulus erkennen durfte. Dies dürfte in den wenigstens Fällen zutreffen. Die Gnade der Taufe geht auf den ganzen Menschen. Doch weil sie ihn als ganzen ernst nimmt, fordert sie von ihm auch, dass er mit tut, alles Dunkel in seinem Leben zu erkennen und im Licht des Erbarmen vor GOTT im Wort zu bekennen. Tiefere Gewissenserforschung ist ernste Arbeit an der Hand des hl. Engels.

„Stufenbeichten“

Wie es bei den hl. Engeln eine Hierarchie gibt, so auch im Reich des Bösen. Dies wurde erst kürzlich in einer Todeserfahrung unterstrichen. Weil der Mensch, der sie erfahren durfte aus guter Familie stammte, im Glauben erzogen war und keine schwere Sünde begangen hatte, gelangte er durch das dunkle Tunnel des Anfangs, das jeder durchlaufen muss, bald in das Licht der Liebe GOTTES. Die MUTTER nahm ihn an der Hand und führte ihn durch alle Bereiche des Himmels, die er fassen konnte. Anschließend durfte er dies auch im Blick auf die Hölle tun. GOTTES Gerechtigkeit  unterscheidet genau, da wird in verschiedenster Weise geschieden, dass auch die entsprechenden Sünden ihren Platz haben.

Geht uns einmal auf, wo wir am meisten hängen, ist es gut, an der Hand des hl. Engels tiefer zu dringen, bis hin zu den Sünden der Ahnen, soweit sie ihm bekannt sind, dann kann er durch seine Beichte auch ihnen noch helfen, denen im Fegfeuer diese Hilfe versagt ist. Hier kann ein erfahrener, betender Beichtvater viel Gutes tun, wenn das Beichtkind nur mitzieht. Wenn wir nur Beicht – VÄTER wären. Es ist wirklich möglich, dass auch der durchschnittliche Christ, wenn er sich vom Licht des hl. Engels führen lässt zu einem Osterputz kommt, der sein Herz von allem Gerümpel reinigt.

Hierher gehören auch die „Durchzieherbeichten“, in denen der Menschen Sektor für Sektor seines Lebens mit der Hilfe des hl. Engels, der ja immer dabei war, durchgeht und dort aufräumt. Es gibt keinen besseren Exerzierplatz, um ein tüchtiger Soldat CHRISTI zu werden als das eigene Leben, auch wenn wir hier sicher auf Erden nie zu Rande kommen. Das soll  uns in der Demut und im Eifer für GOTT erhalten: „Wenn du Alles getan hast, sage, ich bin ein unnützer Knecht!“

 

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V. Teil: Kampf

Blind für das Reiches GOTTES?

Einfache Antwort, weil  uns der Feind blind gemacht hat für das Licht, ja noch mehr, er gibt sich selbst als das wahre Licht. Er macht es uns damit leicht, denken wir nur wie schnell wir heute jede Neugier über Internet im Surfen befriedigen können. So hat er sich immer mehr zum Fürst alles Wissens gemacht. Nicht dass das Internet an sich schlecht wäre, doch es ist  uns jede Unterscheidung der Geister verloren gegangen. Ohne die Hilfe des hl. Engels haben wir es schwer. Sind nicht die kontemplativen Orden ins Dunkel gerückt? Willst Du ein Kämpfer CHRISTI sein musst Du wissen um Deine Helfer aber auch um Deine Gegner. Wenn uns nur einmal im HEILIGEN GEIST die Augen aufgingen. Ist es Wunder wenn sogar unser Klassiker, Goethe, Luzifer als Prometheus verherrlicht hat, weil er von GOTT das Licht auf die Erde gebracht hat. Und dann Feuerbach, der glattweg den Lichtträger als Christus erklärt. Und das liegt schon fast 200 Jahre zurück. Die folgenden Beiträge sind hart. Bete um das Licht des hl. Engels, um Dich dem Dunkel zu stellen!

Wir stehen im Gericht

Das Gericht GOTTES ist anders als das der Menschen, in dem es letztlich darum geht, wer Recht hat. Dass hier auch die Kirche gesündigt hat, weil sie Teil hat an der Armut und der Beschränktheit des Menschen, können wir heute nicht verschweigen. Der Böse schärft die Augen unserer Ankläger, ist er doch „der Ankläger seiner Brüder“ (Offb 12, 10).

Wenn wir das Gericht GOTTES im Licht des hl. Engels sehen, wie es sich in der Geheimen Offenbarung über alle Welt offenbart, dann erkennen wir in ihm zuerst die HERRLICHKEIT GOTTES, Seine HEILIGKEIT. Sie muss über und in all denen offenbar werden, die Gerechtigkeit in der Täuschung des Bösen unterdrücken.

Jo 15, 8-11 - 14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. 15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Es ist der GEIST, der uns hier über den hl. Engel die Augen öffnen muss, während die Feinde GOTTES in der Qual der Reinigung, statt sich zu bekehren, gegen GOTT fluchen und lästern.

Jo 16,9 - 11 Wenn der HEILIGE GEIST kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10 Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;  11 Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Wir haben schon darauf hingewiesen: ist es nicht seltsam, dass in letzter Zeit so viel dunkle Skandale ans Licht kommen, die sich oft Jahrzehnte verstecken konnten? War dies nicht ein wesentliches Zeichen als der HERR mit der Verkündigung begann, dass zuerst die Dämonen IHN als den HERRN bekennen mussten? Mk weist darauf besonders deutlich hin: und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer ER  war, Mk 1,31. Selbst in der Kirche kann es Empörung auslesen, dass man davon nur eine Andeutung macht. Wir sind für Alles, was nicht unmittelbar erkannt und erfahren werden kann, blind. Als Ersatz für unsere Neugier, die bleibt, bietet uns der Feind das Außerordentliche an, um unsere müde Vorstellungskraft aufzupeitschen.

Dass Einer durchschaut, löst Scheidung aus. Im Augenblick bleibt es darum noch still. Bleiben wir still, wie es um den wahren GOTT still geworden ist. GOTT wartet, selbst für die noch Glaubenden wird dieses Warten immer unerträglicher. Hat ER nicht davon gesprochen, dass selbst die Auserwählten den Glauben verlören, wenn die Zeit nicht abgekürzt würde? Auf nichts werden wir mehr geprüft als auf die Geduld. Hat Adam und Eva nicht hier zuerst versagt, da sie es besser wissen wollten. Heute wissen es fast Alle besser! Sie haben die Mittel dazu ja in der Hand. Morgen wartet auf das Bekenntnis die Verfolgung.

Bei GOTT hat alles Seine Zeit. In der Ungeduld muss der Mensch die rechte Zeit, den rechten Ort und die rechte Weise des Bekenntnisses verfehlen und damit dem Feind in die Hände arbeiten. Auch hier gilt es zuerst, arm zu sein, warten zu lernen, hören, horchen und gehorchen. Wem? Niemand sollte uns hier näher sein als unser guter Engel. Wenn wir unsicher sind, suchen wir einen treuen Priester, auch wenn wir weit gehen müssen. Es geht um das Ewige Leben! Dafür müssen wir jeden Preis zahlen, wie es heute die arme Menschheit bei ständig steigenden Preisen für ihren Wohlstand tun muss, auch wenn sie darüber nicht froh wird. Nützen wir die Zeit um uns zu bereiten.

Wie viel ist da noch in uns aufzuarbeiten, damit wir morgen nicht schon beim ersten Windstoß umfallen. Wie viel in nächster Umgebung. In unserer persönlichen Vergangenheit, in dem was von schwerer Zeit noch nach bald 80 Jahren auf uns lastet. Ist das dunkle Erbe des vergangenen Weltkrieges aufgearbeitet? Das Lehrschreiben der österreichischen Bischöfe anlässlich ihrer Wallfahrt ins hl. Land hat wenig Widerhall gefunden Und doch müssten wir alle darum wissen. Wie war es möglich, dass Hitler hier einmarschieren konnte und die Kirche überrumpelte, dass sie im Anfang beigab? Wie sehr hat es an der rechten Unterscheidung der Geister gefehlt. Wenn schon damals wahrer Bekennergeist – mit wenigen Ausnahmen – fehlte, wie soll er morgen aufstehen, da wir im Wohlstand und einem billigen Humanismus uns wohl fühlen?

Es fehlen Bekenner. Zu viel wird diskutiert = zerredet, für Alles gibt es Erklärungen und Verständnis. Der Humanismus weiß es immer besser. Wie wenig geht die Kirche gegen das furchtbare Verbrechen der Abtreibung vor. Auch wenn wir hier anscheinend in einem verlorenen Kampf stehen, was schwarz ist kann nicht weiß genannt werden. Vom Glauben wird das „Ja, ja oder nein, nein verlangt!“, sonst haben wir teil an der Umpolung der Werte der anderen Seite, die einen „schwarzen Papst und weiße Priester“ kündet.

Zu wenig haben wir das Geheimnis der Ungerechtigkeit („Mysterium iniquitatis“) betrachtet, dass wir die wachsende Macht des Bösen in dieser Welt nicht mehr erkennen, ja uns in ihr wohl fühlen, weil sie uns die „Freiheit“ wieder schenkt, die uns die Kirche genommen habe. Mit Schlagworten geht man immer an der Wahrheit vorbei. Der geistige Kampf, in dem wir stehen ist gezeichnet von dem, der  der Lügner von Anfang an ist. Wie scharf scheidet hier das Wort des HERRN in der wachsenden Auseinandersetzung mit den Pharisäern, die die religiöse Autorität in der Zeit CHRISTI an sich gerissen haben. Dieses Wort gilt uns auch heute, doch hört es kaum Einer noch. Diese Unterscheidung würde manchen von uns umwerfen.

Jo 8, 44 - 47 Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge. 45 Mir aber glaubt ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage. 46 Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; ihr hört sie deshalb nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Der folgende Beitrag möge uns helfen, den Drahtzieher zu entlarven.

Eine Sicht

Es ist keine schöne Phrase, es ist Wirklichkeit, dass der Schutzengel, im IX. Chor dienend, uns so nahe ist wie ein wirklicher Bruder, ein älterer, klügerer Bruder, der führen kann. Welche Gnade der Unterscheidung der Geister können wir von ihm in dieser dunklen, verwirrenden Zeit erfahren, in der das Licht Dunkel wird und das Dunkel sich als Licht gibt. Vergessen wir nicht, er ist die Brücke hin zu allen anderen Engel bis hinauf in die höchsten Chöre, wenn wir nur um ihre Hilfe rufen.

Das Licht Ls zu beschreiben, ist nicht leicht, es ist scharf, blendend, reißt auf, zerreißt. Wir sagen: „das Licht der Sonne ist warm, das Licht des Mondes ist kalt“, obwohl es das Licht der reflek­tierten Sonne ist und alles, was von der Sonne beschienen wird, vom Feuer ihres Lichtes wärmer wird. Warm und kalt wird hier nicht nach Temperatur unterschieden, sondern auch nach der Farbe: das Licht der Sonne ist golden, aber rötlich, — das Licht des Mondes ist “silbern,“ eher kalkig grün. Im Licht der Sonne wird alles lebendig, im Licht des Mondes wird alles fahl, gespensterhaft, ganz anders als in einer noch so matten oder untergehenden Sonne.

In etwa wird hier in der Natur der Spiegel des Übernatürlichen gegeben: GOTTES Licht gleicht dem Licht der Sonne, dem belebenden, wärmenden. Aber dieses “Urlicht“ Ls gleicht dem Licht des Mondes, kalt, seltsam gespensterhaft. Kein irdisches Licht ist mit diesem “Urlicht“ ver­gleichbar. Es ist so, als wäre L. selbst dieses Licht, dieses “magische Auge“ von einer unvorstellbaren Gewalt der Hypnose und Suggestion, dass der Mensch erstarrt und unfähig ist, sich zu bewegen.

Nur in der Kraft des hl. Engels zu bestehen

Seltsam: der Mensch spürt in sich die Kraft eines Engels, eines starken, die Stärke GOTTES tragenden Engels, und kann “wieder lebendig werden.“ Er erkennt etwas Furchtba­res in diesem Licht: das lebendig Tote. Das gibt es auf Erden nicht. Da ist keine Wandlung. Das ist wie ein Zerrbild des Lichtstromes des DREI EINIGEN GOTTES, immer ein Dreifaches verknotend und wieder zerreißend und vonneuem zusammenkrampfend, sich immer wiederholend wie in Sinnlosigkeit. Das ist die Wurzel dieser drei Prinzipien: sie heißt hier:

Macht — Erkenntnis — Ich.

Die Erkenntnis, die ihm GOTT auch nach dem Sturz beließ, ist die Waffe Ls, mit der er GOTT in der S c h ö p f u n g, im Menschen zu treffen versucht.

Es ist die Macht, die ihm GOTT auch nach dem Sturz beließ.

Das Ich aber ist die ins Überdimensionale, Unvorstellbare gesteigerte Einbindung der Gottgleichheit, die jeden Augenblick im Zeitablauf bis zum Jüngsten Tag nur darauf sinnt, GOTT zu stürzen und sich als Alleinherrscher des Weltalls und alles Seins, aller Anbetung würdig zu machen. Wer über die heiligen Engel etwas aussagen will, muss in GOTT hineinhorchen und kann nur über die GOTTESerkenntnis zur wahren Engelerkenntnis kommen. Weil der Weg der Kunst zum Engel vielfach nicht über GOTT geleitet wird, entsteht das Bild eines erdachten, stilistischen, symbolisierten, zeitgemäß verkitschten oder verzerrten Engels als Dokument des dämonischen Einflusses.

Nur von GOTT her kann das rechte Licht auf den „Lichtträger“ fallen. Jeder andere Ansatz ist verfehlt. L. ist der Ersterschaffene GOTTES und war der GOTTnaheste geschöpfliche Spiegel seines Schöpfers. Er war es; er ist nun der unausdenkbar größte und mächtigste geschöpfliche Gegner GOTTES, der “Widergott.“ Er ist nicht mehr Spiegel. Er ist Licht, Hauch, Kraft in Einem, als direkter Angreifer ganz Geist und darum immer noch “verhüllt“. Nicht mehr in das Geheimnis: GOTT getaucht, sondern sich selbst verhüllend, damit sein Ich geheimnisvoll wirke, seine Macht verstärkend. Das Geheimnis „GOTT“ wird bei ihm zur Tarnung, er bleibt Scheingott — oder auch “Urseele“,  heißt sich selbst: “Urlicht“.

Gegenlicht.

 GOTT braucht nichts zu Seiner Seligkeit. oder Vollendung oder Ehre. Luzifer aber braucht noch Alles: er rafft in sein Licht. seine gesamte Macht über die Schöpfung und schmilzt in dieses geistige Licht die Strahlkraft der stummen Schöpfung, der Baustoffe der Schöpfung hinein. Er strahlt nicht aus sich, wie GOTT es tut, sondern er saugt in sich hinein, in die entsetz­liche, ausgebrannte Höhle seines Seins, was er hinein bekommt. Darum wehrt sich jeder Dämon und wird nur gezwungenermaßen botmäßig. Es ist diese zerbrochene Wesensströmung deshalb immer wechselnd‚ einmal von da und einmal von dort,. fremde Wesensstrahlen hereinraffend und doch gleichbleibend unfruchtbar.

Das geistige Licht benennt der Mensch verschieden, wie: das Licht der Erkenntnis‚ das Licht der Erleuchtung, des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, der Heiligkeit, des Lebens. L. war als der Engel der Erkenntnis erschaffen worden, als der oberste geschöpfliche Spiegel des GEISTES GOTTES. Darum ist sein Licht zuerst Erkenntnis— Licht, darum windet er sich als Schlange am Baum der Erkenntnis und darum sagt er zum Menschen “dir werden die Augen aufgehen und du wirst sein wie GOTT.“ Luzifer weiß um Gut und Böse: Gut ist m i t GOTT, Böse ist g e g e n GOTT — als Erkenntnis! Darum sagt er zum Menschen “du wirst erkennen  Gut und Böse.“ Der Mensch wußte nichts Böses. Er war mit GOTT eins. Durch L. wurde er uneins, abgespalten, in Gegensatz zu GOTT gestellt.

Nur hatte der erste Mensch selbst noch ein sehr starkes Seins— Licht in der Reinheit seiner Erschaffung, in der Kraft der GOTTESnähe und der Klarsicht auf alle Dinge der Schöpfung. Er hat genau gewusst und gespürt, in der Schlange schiebt sich etwas Neues, Fremdes, von GOTT Weglockendes an ihn heran und d a m i t begann seine Sünde, mit dem “Spiel“ der Erkenntnis gegen GOTT, genau wie bei L. selbst.

Geistesverwirrer

Unser Herr sagte: (Matth. 7,11) “hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern (also fromm, zutraulich) zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe (voll zerstörender Absicht ) sind . „ Damit. ist das Bild Ls zum Urbild aller Geistverwirrer gestempelt worden. “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Die Frucht aus GOTT ist Einssein mit GOTT. Sie führt zum Frieden, zur Ruhe, zum Licht. Sie bindet hinauf ans Jenseits, an GOTT. Die Frucht aus L. ist Versuchung zur Sünde, führt ins Dunkel, zum Hass gegen GOTT, sie verschließt das Geschöpf im eigenen Ich. Die Sünde führt zum Unfrieden, zur Unruhe, zur Spaltung. Sie bindet hinab ins Diesseits, an das nur irdische Leben.

Freilich merkt es der sich dem Widersacher zuneigende Mensch gar nicht, wie er verdunkelt, weil er immer mehr vom Licht seines eigenen Ichs berauscht ist. Er geht in der Richtung der Schlange: “du wirst sein wie GOTT..“ so mächtig, so erfolgreich, so geehrt, so wissend und klug. Er wird nicht wie GOTT, sondern wie Luzifer. Seine Umge­bung merkt es. Er führt nicht mehr hin zu GOTT, sondern zu sich, sein Ich wird sein Gott.

Magische Anziehungskraft

Ein sofort auffallendes Unterscheidungsmerkmal ist die magische Anziehungskraft des Lichtes Ls. Die Anziehungskraft des Lichtes GOTTES wirkt direkt auf die See1e des Menschen. Seine Anziehungskraft wirkt hypnotisch auf die S i n n e des Menschen, sie hat eine ausgesprochene Reizwirkung. Die Seele des Menschen bleibt vorerst unberührt, denn L. geht erst auf den Trieb der Lust, der Befriedigung des Ich, der Reizwirkung der Neugierde los. Er macht es heute genau so wie einst, als würde sich jede Stufe des Geschehens im Paradies milliardenfach bis zum Ende der Zeit wiederholen: Er weckt zum “Spiel mit der Sünde; er weckt die Lust, die Neugierde, den Willen zur Sucht, er legt das kleine winzige Ei der Lust an der Sünde in die Sinne des Menschen. Und da hakt er seinen dreifach, elastischen Widerhaken ein: das Machtstreben, (Glückstreben), das Erkenntnis-, das Ichstreben.

Er reizt und reizt

Der Reiz wird stärker und wächst dabei ziemlich rasch. Wo der Mensch erkennt, geht es ihm wie mit der Krebskrankheit. Dann ist es allerhöchste Zeit und meist zu spät, weil er schon im Willen bereits nachgegeben hat und überlegt, wie er am besten zu dem vorgegebenen Ziel gelange. (“Es macht ja nichts, was du tust ist doch überhaupt keine Sünde“ flüstert ihm der Versucher ins Ohr, “das ist einfach menschlich, wer mach das nicht?“

Das Kennzeichen seiner Wesensströmung ist das Durcheinandergeworfene (daher gleichsam der Gattungsname Dämon, “diabolus“), das entgegengesetzt Kreisende,  Gebrochene. Es sieht aus, als käme das Licht nicht aus der Wesensströmung, sondern der sei nur Ballung der Strahlen seines Hasswillens, aus seinem Kraftfeld, das wie eine flammende Hülle um diese Wesensströmung leuchtet. Das Licht Ls ist Mitte und Höhepunkt im Gegenreich. Kein Dämon reicht an Macht, an Erkenntnis und Ichvergötzung an L. heran. Je geringer er seiner Art nach ist, desto mehr muss das Tierhafte und Verdunkelte in ihm durchkommen, in seiner Strömung bis ins Kraftfeld, sodass man sie an dem im eigenen Verwesungsgeruch nach faulen Eiern, nach Giftgas etc., die aus der Wesensströmung, aus dem Seinskern kommt, erkennt.

Höchste Suggestion

Dies ist beim Licht Luzifers nicht der Fall: höchste Suggestion zusammt einem verwirrenden Kraftfeld, das auf Vertauschung der Begriffe zielt. Sie könnte ohne die Hilfe starker heiliger Engel unmöglich entlarvt noch überwunden werden. Keiner kann aus eigener Kraft dieser Suggestion auf die Dauer widerstehen. Deshalb hat GOTT in der Heiligen Kirche so viel Kraft und Licht der G n a d e n aufgespeichert und Sich der Engel als Vermittler, Helfer, besonders im Erlösungswerk, im Raum der Menschwerdung bedient.

Das Licht Ls kann keinen Engel blenden. Seine Suggestionskraft kann keinen Engel auch nur einen Meter von seinem Platz rücken. Welchen wahnwitzigen Hass türmt Luzifer täglich in der Schöpfung um sich auf, wenn er die ihm gleichwertigen Engel nun als Helfer der Menschen im Auftrag GOTTES so ruhig und unbeirrt ihren Ordnungs— und Schutzdienst in der ganzen Schöpfung und um den Menschen versehen sieht! Er kann keinen von ihnen durch seine Hassstrahlen töten, er kommt ihnen nur über den Menschen bei, wenn er ihren freien Willen, seine Stellung und damit die Krafteinwirkung der ihn umge­benden Engel beeinflussen kann. Das Licht Ls ist zuerst Erkenntnis—Licht. Es zielt auf die geistige Kraft im Menschen. Da der Mensch, gleichsam Geschöpf der Mitte, zwischen der unvernünftigen Schöpfung und dem Geistgeschöpf, dem Engel steht, hat L. als Knechter der Schöpfung Einfluss auf den Men­schen über die Sinne. Als Engel, als ein — wenn auch gestürztes — Geistgeschöpf, hat er Einfluss auf den Geist des Menschen.

Gegner der Wahrheit

Als Gegner GOTTES ist er Gegner der Wahrheit und darum ist sein Licht nicht Wahrheit, sondern Täu­schung, es ist blendend, lockend, irrisierend, fesselnd, mit seinen Widerhaken angreifend, reizend und in die fal­sche Richtung führend. Sein Licht hat alle drei Arten dämonischer Strahlen in sich:

Die Erkenntnis—Strahlen: ihr Kennzeichen ist die Suggestion,

die Anstachelung des Strebens, des Mehr—Wissens und Mehr—Können—Wollens.

Die irdische Auswirkung ist der Hoch­mut. Die Frucht ist Sterilität gegen GOTT und Seine Kirche und Seine Gnade.

Unterscheidend gilt es diese Strahlen zu erkennen:

- Bei den Erkenntnisstrahlen:

An der großen Suggestionsmacht, der Anziehungskraft von ihm ausgestreuter geistiger Ideen (philosophischer, theo­logischer und den Atheismus fördernder Art).

An dem Hochmut, dem Fanatismus und der Sturheit, mit welchem der Mensch oder auch Gruppen (Sekten) diesen Ideen nachlaufen und sie praktizieren.

- Bei den Machtstrahlen:

Ihr Kennzeichen ist Fesselung, Festhaltekraft. Das Opfer wird auf dem suggerierten Weg von allen Seiten umstellt und durch Vertauschung der Begriffe so weit zu gebracht, dass es ein Abgehen von diesem Weg für ehrlos und unmöglich hält.

Auch hier ist die Auswirkung Hochmut und ein Abkapseln von allem, was nur irgendwie anders beeinflussen könnte.

- Bei den Ichstrahlen: Unnahbarkeit, Herzenskälte

Ihr Kennzeichen ist die Unnahbarkeit, die Herzenskälte, die Selbstbeweihräucherung, die Selbstanbetung. Die Aus­wirkung ist ebenfalls krasser Hochmut und ein kühles, selbstverständliches Hinwegsetzen über alle Moral, alle Gesetze alle Ehre des Nächsten. L. ergeht sich selten in Drohungen, dafür ist er sich zu hoch. Er greift auch nicht leicht in Kleinigkeiten des Alltags ein, sondern nimmt sich nur große Erdendinge aufs Korn als Angriffsziel. Der Schöpfung gegenüber tut er so, als wäre er der Herr der Schöpfung und sucht nicht zu zerstören, sondern die Geheimnisse der Schöpfung dem Men­schen zu eröffnen, damit dieser “wird wie GOTT“ und unter seine Macht kommt.

„Und wenn vollendet sind die tausend Jahre..“

Während in früheren Jahrhunderten L. nur anlässlich großer Häresien, großer Spaltungen und beim Auftreten geistesstarker und einflussreicher Menschen sein Licht auf Erde und Mensch einblendete, ist er in dieser Zeit allent­halben zu verspüren, so als wäre dieses Wort zur Wirk­lichkeit geworden (Offb 20,7) “Und wenn vollendet sind die tausend Jahre (ein von GOTT bestimmter Zeitabschnitt), wird der Satan aus seinem Kerker losgelassen werden, und er wird herausgehen, um die Völker an den vier Enden der Erde zu verführen, den Gog und Magog, um sie zum Kampfe zu versammeln. Ihre Zahl ist wie der Sand am Meere. Und sie zogen heraus über die Breite der Erde und sie umzingelten das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt. Da fiel Feuer von GOTT vom Himmel herab und ver­zehrte sie.“

Der wache Mensch spürt die geistige Zersetzungskraft des Lichtes Ls wie Brandwunden am ganzen Körper. Er schreit auf zu GOTT: “Herr, lass es genug sein! Hab Erbarmen!“ Da ist wieder dieser große Engel, dessen Kraft die ganze Zeit über den Menschen über das Entsetzen dieses Lichtanblickes hinweg gehoben hat. Er trägt die Stärke GOTTES so gewaltig, als hielte er die ganze Schöpfung auf seiner Schulter. Er hebt den Menschen hinauf aus dem Abgrund und hin zum Kreuz. Wenn er auch jetzt scheinbar dunkel ist nach diesem Geblendetsein vom Licht des Wider­sachers, so ist doch eine wunderbare Atmosphäre des Frie­dens, der Ruhe und Sicherheit um das Kreuz, das immer deutlicher vor dem Menschen emporwächst.

MARIA steht unter dem Kreuz, die viel zarte Jungfrau und Mutter. Keine Brücke geht von ihr zu jenem Weib auf dem scharlachroten Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, das St. Johannes in der Apokalypse schauen musste (vgl. Offb 18,16).

Die      Hilfe    vom     Kreuz

lässt sich in einem Wort der Apostelgeschichte fassen:  “Sie verharrten einmütig im Gebet um MARIA.“ Nur dort wo MARIA in der Mitte unseres Herzens ist, in der Mitte jeder Familie, jeder Gemeinde  Sie und dieses Weib, “Babylon” (= Verwirrung) nennt sie St. Johannes, sind für unsere Begriffe das Höchstmaß an Gegensätzlichkeit. Es sträubt sich förmlich der Hauch unseres Mun­des, sie in einem Atemzug zu nennen. Und doch sind sie noch kein Bruchteil jener Gegensätzlichkeit zwischen unserm Herrn und GOTT — und  dem Widergott. Das wissen wir Alle. Aber wir sind noch viel zu unempfindlich in unserer geistigen Unterscheidung. Es bleibt alles an der Oberfläche des “ich spüre es eben nicht“, “das lässt sich nicht unterscheiden.“ Aber GOTT will. dass wir es unterscheiden. Dies mussten die Apostel nach der Weisung des Herrn im HEILIGEN GEIST als Erstes lernen: „Sie verharrten einmütig im Gebet mit MARIA, der Mutter JESU“ Wir müssen jedes Wort, das uns zum Betrachten und Künden gegeben ist, einzeln betrachten.

Im Wort “Verharren“ liegt für uns die Aufgabe: betrachten immer öfter, immer länger, immer mehr. Wir müssen immer näher zu GOTT kommen, mit IHM eins werden. Hier werden wir aufgeschlossen für die Unterscheidungsgabe, die wir nicht erlernen können, sondern durch das einmütige Gebet vom HEILIGEN GEIST erhalten. Im Wort “einmütig“ liegt für uns die Aufgabe einer gemeinsamen Kraft, gleich einem Stoßkeil gesendet und gebraucht zu werden. In solchem Streben werden wir mit GOTT und dem Engel eins. Ein Spiegel davon ist die Einheit aller Brüder, die GOTT und den Engel und die Schöpfung, jeder für sich und alle zusammen wie ein Leib tragen: corpus mysticum. Ein Glaube und ein Wille bindet alle zusammen um den Einen HERRN!

Aufgabe des “schauendcn“ Gebetes

Im Wort “Gebet“ liegt für uns die Aufgabe des “schauendcn“ Gebetes, im Leermachen der Seele vor GOTT. Dies ist eine Schlüsselbedingung für die Gnade der Unterscheidung, täg­lich mindestens von einer Viertelstunde angefangen, solan­ge nur irgend Zeit ist. Dann werden wir unterscheiden können, wo die Ruhe des “Kraftfeldes Kreuz“ in einem Menschen wirkt oder die beklemmende Suggestionskraft des Lichtes Luzifers aus einem Menschen ausstrahlt. Wir werden unterscheiden können, wie weit MARIA unter dem Kreuz aus einer Frau, z.B. in der Sprechstunde oder sonst im Alltag zu spüren ist, wo es um die Beherrschung der Umgebung, auf das Habenwollen statt um das Gebenwollen geht.

Wir werden lernen, die Erkenntnisstrahlen Luzifers von dem GOTTerfülltsein in einem Menschen zu unterschei­den. Wir müssen Luzifer riechen lernen, wir müssen lernen, diese Strahlen mit Widerhaken zu spüren. Kein GOTTESstrahl hat Widerhaken, keine Erleuchtung durch den Engel ist klebrig. Sie weicht keiner Macht und hat nie das Ich zum Zielpunkt. Halten wir uns über unseren Schutzengel an den starken Engel, der uns beschützt kann, so wie er uns hält. Er liegt nicht im direkten Angriffsfeld der hohen Dämonen, der Schleier MARIENS liegt in der Torheit des Kreuzes um ihn. GOTT gibt ihn uns zur Hilfe.

Die Wirklichkeit zurückerobern

Mit ihm müssen wir versuchen; Schritt um Schritt, wieder den Boden der Wirklichkeit zurück zu erobern. Wer GOTT verliert, wie uns geschehen („GOTT ist tot!“) muss auch für alle Wirklichkeit, die auf IHN zurück weist, blind werden. Diesen Wirklichkeitsverlust aufzuarbeiten ist harte Aufgabe, nicht nur in täglicher Gewissenerforschung mit dem hl. Engel, sondern im wach werden, jeden Schritt des Alltags, wo ER uns begegnen will, wo immer. Der hl. Engel ist nicht eine weitere fromme Andacht, die mit braven Gebeten abgetan ist, er ist nüchterner Anruf: Mensch: „Wache auf!“ Dann wirst Du auf Schritt und Tritt erkennen, dass nicht nur die Walt Disney Welt ein böser Traum ist, der uns GOTT und Seiner Wirklichkeit entfremdet, sondern, dass die Welt, die der Mensch sich gebaut hat und weiter ausbaut immer unwirklicher wird.

Sie hat nicht nur den Bezug zu GOTT, der ersten Wirklichkeit verloren, sondern auch immer mehr zu aller geschaffenen Wirklichkeit um ihn. Er verliert sein gesundes Verhältnis zur Natur und ihren Gesetzen, zum Nächsten, zu seiner Arbeit. Je mehr er selbst unwirklich wird und sich so dem gefallenen Engel angleicht, der vor GOTT nichts ist, um so mehr wird er durch den Feind beeinflusst und gesteuert. Der ungeheuere elektronische Apparat, der heute die ganze Welt zu einem Gefängnis macht, ist in sich labil und kann durch einen Hauch GOTTES umgeworfen werden, er zerfällt im klaren Licht der Erkenntnis GOTTES, denn er ist nur aufgebaut, um die Lüge des Erstgefallenen zu decken, wie sie  in der Person des Maitreia. offenbar wird. Sein Dasein ist nichts als ein Gedanke Satans, der sich in dem Maße materialisiert, wie die Menschen der Lüge in ihrem Leben Raum geben! Schreckliche Nachahmung der Menschwerdung CHRISTI!

 

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Vom Antichristen

Der Name Maitreyaha

Dieser Name steht letztlich in allen Religionen für die dunkle Sehnsucht der Menschen nach einem Erlöser. Das will der Feind geschickt ausnützen um möglichst Alles in sein Netz zu bringen. Es wäre eine Studie wert, all den christlichen Werten nachzugehen, die M. in sein „Programm“ einbaut, bis auf die Zahl der Apostel hat er zudem kirchlichen Strukturen eingebaut, natürlich auch einen „schwarzen Papst“ und „weiße Priester, man muss nur die Dinge umdrehen. Doch bleiben wir beim Namen, er sagt uns für den Anfang genug.

Freichristliche Kreise sind hier um Einiges wacher als wir, ausgenommen die gute Mutter Basilea von den evt. Marienschwestern in Darmstadt, die bald „dahinter schaute“. In der Neuen wie in der östlichen Welt ist M. sei Jahren nicht nur weitgehend bekannt, sondern immer wieder auch persönlich aufgetreten. Bei einem Staatsbesuch in Mexiko musste ich wohl auf ihn aufmerksam werden, da mich schon die Neue Basilika von Guadalupe und die „Talleres metafisicos“ auf die Spur gebracht hatten[43]. Gehen wir zuerst des Namen Maitreyaha nach. Die korrekte Nominativform im Sanskrit mit Hauchlaut am Ende, bedeutet „wohlwollend“; hier ist die Wurzelform verwendet! Sie läßt über die Zahlenbedeutung der hebräischen Buchstaben erkennen[44], daß M. das Tier in Offb. 13,1-9 ist.

„Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren. Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht. Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach.

Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen? Und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies „zweiundvierzig Monate“ zu tun. Das Tier öffnete sein Maul, um Gott und seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen. Und es wurde ihm erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen.

Es wurde ihm auch Macht gegeben über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen. Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm: alle, deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet wurde. Wenn einer Ohren hat, so höre er. Wer zur Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll, wird mit dem Schwert getötet. Hier muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der Heiligen bewähren.“

Dahinter steht…

„Zu gleichem Ergebnis gelangt die Anagrammologie mit einem einfachen Code, der sich auf Buchstaben des Alphabets bezieht. Durch Buchstabenversetzung innerhalb eines Wortes kann eine völlig andere Bedeutung erreicht, beziehungsweise die wahre Bedeutung verschlüsselt werden...... „Die Quersumme des Namens M. ergibt 15,  die Zahl der Magie, die Gesamtrechnung deutet auf „Versuchung“. Die Bedeutung: Tier (666), Täuschung, Illusion, Versuchung, Falschheit lässt sich durch verschiedene Systeme erhärten.[45]

Seine Absicht ist, den von GOTT abgetrennten Willen des Menschen (denken wir an den weiter fortschreitenden Glaubensabfall!) mit dem Willen seines „Gottes“ in Einklang zu bringen. Wer dieser „Gott“ ist, erläutert sein Impresario Benjamin Creme: „Er selbst habe keinen Guru, sondern suche und finde Rat und Erleuchtung bei Sanat Kumara, dem Herrn der Welt[46] Auch hier hilft die Anagrammologie zur Deutung, man braucht nur an Stelle des t das n zu setzen, und erkennt, dass M. im Namen des Fürsten der Welt auftritt, wie ihn Johannes kennzeichnet (12,31).[47] Der hl. Paulus mahnt uns nüchtern(1, Tim 4:1):“Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist [48]

Herkunft vom Himalaya

„Die Herkunft M.s aus dem Himalaya ist keineswegs zufällig. Dieses Gebirge ist.... der geographische Ort von Shambhala. Name eines legendenumwobenen Königsreichs“[49] Er findet sich in den heiligsten Büchern des tibetischen Buddhismus, Es bedeutet nach einem der ältesten Zauberbücher Tibets den Minuspunkt. Im „M“ sammeln sich auf geistige Weise die materiellen Kräfte des „Nabels der Welt“. Die Zahl der Shambalaschulen im Westen nimmt zu! Der König dieses Reiches wird als „Herrscher der Welt“, als der „Zornvolle oder der Rasende mit dem Rad“[50] bezeichnet, er könne durch seine alle Länder umgreifende Macht sogar das Karma der Menschen ändern.[51] Nur das Eigene Ich ist absolut wahr („ich bin, der ich bin!“ – gegen GOTT!), darum muss im Lehrsystem des Kalacakra Abraham, Moses und JESUS, als Begründer des Glaubens den Buddhismus außerhalb von Shambhala bedrohen, beschneiden.[52]

Die Vorhersagen über Rudra Cakrin, den König von Shambhala und Maytreia in Bezug auf ein kommendes goldenes Zeitalter sind deckungsgleich. Maytreia  ist entweder selbst dieser König oder eine direkte Manifestation von ihm.[53] So ist es nicht verwunderlich, dass im Hinblick auf sein baldiges Kommen in Tibet, aber auch in Indien und anderen Ländern des Ostens bereits zahlreiche Tempel mit Standbildern von M. errichtet wurden. Einige wurden sogar vom Dalai Lama persönlich eingeweiht. Seine Reisen um die Welt sind Sendung. Das goldene Zeitalter will in Parallele zum 1000 jährigen Reich in der Geheimen Offenbarung (vgl.20,1-4) verstanden werden. Immer ist der Feind der Affe GOTTES, bevor wir erwachen, hat er die Wahrheit GOTTES, die  uns erleuchten soll, missdeutet  und für seine Sache umgemünzt.

Verkörperung

„B.C. schreibt, M. sei nicht als Kind auf die Welt gekommen, sondern haben sich am 7. Juli 1977 in London als reifer, erwachsener Mann manifestiert[54] (299) Dort lebe er in einem speziell für die Mission, s.s.81 ff) selbsterschaffenen Körper – einem Mayavirupa, der seinem „Lichtkörper“ genau entspreche (85) Er werde so bleiben, wie er jetzt erscheine für die nächsten 2500 Jahre (66).  Diese Erscheinung habe M. während der fünf bis sechs Jahre, die dem 7.7.1977 vorausgingen, vorbereitet, indem er langsam die notwendige Materie (mentaler, astraler und physischer Art) vereinte, in der sich sein Bewusstsein  „inkarnieren“ könne (68) In diesem realen Körper, meditiere, lebe und arbeite er als ein normaler Mensch (67).“[55]

Wie konnte es zur Erschaffung eines solchen Körpers kommen?

Satan konnte stets mittelbar seinen Einfluss auf die Menschen ausüben, doch da sein Geist gebunden ist, konnte er seine Kraft nicht frei entfalten.  Indem er durch die Verbreitung des Yoga die Menschen verführte, ihn freiwillig durch das Mantram OM anzurufen und anzubeten, konnte seine Kraft entfesselt und dieser mediale Körper geschaffen werden. Durch die weltweite OM-Anrufung werden die Menschen direkt mit Shambhala verbunden und vielfach, ohne es zu wissen, Energiespender für Satans Gedankengebilde. .... Selbst seine Beschreibung durch B.C. erinnert an die Beschreibung von lebend Toten: Seine Augen sind seltsam trüb, hohl und leer. Selbst beim Lächeln würden seine Augen nicht aufblitzen (36).[56] Durch diese Gegenwart wird er mithelfen, die SH. sichtbar auf die Erde zu bringen!

Kommunikationsmittel und seine geplante Offenbarung  über  die Fernsehkette, geplant schon für April 1982, in 20 Weltzeitungen ganzseitige Anzeigen – doch wirkungslos. Zeichen, dass er trotz seiner „Göttlichkeit“ nicht Herr seiner Mission ist. Er muss warten, bis das Kommunikationsnetz weltweit ausgebaut ist, um für alle sichtbar als Weltlehrer erscheinen zu können. Die Vernetzung der Satelliten ist nicht zuletzt ein Verdienst der New Age Wissenschaftler. Er wird bei dieser Gelegenheit nicht sprechen, doch alle seine magischen Kräfte wirken lassen. Sein Auftreten erscheint wie ein zweites Pfingsten. Als Beispiel wird hingewiesen auf sein Auftreten in Hannover 5. April 1992. in Zusammenhang mit den Templern (Marktkirche) [57]

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Der Verrat des Judas (Mt 26,14‑16),

Die Verschwörung der Juden gegen den HERRN und der Verrat des Judas bilden die Schlinge, die der Böse um den HERRN zusammenzieht. Durch die Salbung ist ER für den Kampf bereitet. Bei Mt ist die Bosheit des Verräters am schärfsten gezeichnet: Was wollt ihr mir geben, wenn ich IHN euch überliefere? (26,15). Man gibt ihm (nur bei Mt) dreißig Silberlinge. Bei den anderen beiden wird nur davon gesprochen, dass man übereinkam, ihm Geld zu geben. Er schließt einen regelrechten Handel mit ihnen ab (22,6). Lukas allein berichtet, dass der Satan in ihn einging.

Bei den Synoptikern folgt der Verrat des Judas der Salbung: Licht und Dunkel lösen einander ab. M. Magdalena beugt sich zu den Füßen des HERRN, wäscht sie mit ihren Tränen, trocknet sie mit ihren Haaren - Judas wird mit einem Kuss den HERRN preisgeben. Die Gegensätze werden schärfer bei jedem Schritt. Sie erinnern an den ersten Schöpfungstag der Genesis. Immer deutlicher zieht sich das Licht von der Finsternis zurück. Auf Golgotha scheint die Finsternis den Sieg davon getragen zu haben. Im Dunkel  auf Golgotha scheint sich der Kreis, der mit dem ersten Schöpfungstag begann, zu schließen:  das Tohu wa buho des Verrates gibt sich die Hand mit dem Dunkel des Abgrundes am Anfang. Wird die Schöpfung in ihm versinken? Das Eine war Verheißung, hier geht es um Erfüllung im freien Ja oder Nein des Menschen. Das Licht des JA kehrt zu GOTT zurückgekehrt, von dem es ausgegangen ist

Der GEIST GOTT schwebt über den Wassern (Gen1,1). Er wird die endgültige Scheidung vollziehen. Das Auge des Glaubens schaut bis zum Weltgericht am Ende der Zeit: die Finsternis hat sich endgültig als Finsternis offenbart. Der Versuch, Licht und Finsternis zu mischen ist entlarvt. Die Finsternis fällt ins Nichts, aus dem sie aufgestiegen ist: sie  i s t  Nichts. Die Geheime Offenbarung stellt dies schonungslos vor uns hin, doch die selbst Finsternis sind, können nicht mehr erkennen und folgen dem, der Nichts ist:

Offb 16.21 Das Tier, das du gesehen hast, war einmal und ist jetzt nicht; es wird aber aus dem Abgrund heraufsteigen und dann ins Verderben gehen. Staunen werden die Bewohner der Erde, deren Namen seit der Erschaffung der Welt nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind. Sie werden bei dem Anblick des Tieres staunen; denn es war einmal und ist jetzt nicht, wird aber wieder da sein.  

Am Ende wird es offenbar. Nicht der Mensch von sich aus wird erkennen, verstehen. Not und Tränen der letzten gewaltigen Prüfung, der wir entgegen gehen, waschen das Dunkel von unserem Auge. Erst da das Neue vor uns steht, werden wir erkennen, so wie wir erkannt sind, das Licht, die Wahrheit, die das Nichts zu leugnen versuchte, ist über uns, um und in uns. Erst hier dürfen wir erkennen, warum GOTT den Verrat, den äußeren Sieg der Finsternis zugelassen hat: Offb 20,15: 4 Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. 5 Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.

M. Magdalena strahlt schon jetzt Licht von dem Lichte aus, das vom HERRN auf sie fiel. Sie versteht in der Führung des GEISTES besser als am Grab, da sie IHN festhalten will. Sie steht für alle, die ER herausruft aus dem Dunkel, alle, die noch Sehnsucht nach Licht im Herzen tragen. Sie gibt die schönste Antwort, die der HERR vor Seinem Sterben erfahren hat: ihr Tun ist Zeugnis, das bleibt. Für Markus ist es leuchtende Verkündigung:  Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im Voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt. Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo das Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat (Mk 14,8f). Auch hier ist eine Schließe: Johannes, das Kind unter den Jüngern gibt sich mit der Sünderin M. Magdalena die Hand. Die Reinheit, die in gleicher Weise aus ihnen strahlt, ist bei ihm wie bei ihr reines Geschenk der erbarmenden Liebe GOTTES.

Entsprechend den Lebenden Wesen, die über den Evangelien stehen, geben die Evangelisten eine je verschiedene Sicht auf den Verrat des Judas.

- Bei Johannes ist der Verrat Judas‘ in das untrügliche Licht der Fußwaschung gestellt.

Schon vorher gibt der HERR den Jüngern den Hinweis: ihr aber seid rein, doch nicht alle. ER verdeutlicht dies nach der Fußwaschung: der mit MIR das Brot bricht....(vgl..v. 13, 10,11 u.18), Ein drittes Mal, da Johannes IHN angesprochen hat (26): „Jener ist es, dem ich das Brot eintauche“.

Dieser dreifache Hinweis auf den Verrat erinnert an die Auflehnung des Lichtträgers gegen den VATER, den SOHN und den HEILIGEN GEIST am Beginn der Zeit. Der Verrat ist wie bei Luzifer Auflehnung  gegen den Heilsplan des VATERS, der die Schöpfung und auch die Apostel im Blick auf den SOHN schuf (vgl. die Erwählung Petri in Mt 16,16ff). Mk erinnert bei der Wahl der Jünger an dieses Geheimnis:“ er machte = epoiäsen (3,14).

Er ist Auflehnung gegen den SOHN, der sich erniedrigt hat, den Jüngern die Füße zu waschen, um ihnen ein Beispiel zu geben, das Judas nichts sagt.  Er richtet sich gegen den HEILIGEN GEIST, da er die Tischgemeinschaft mit dem HERRN missbraucht und den SOHN durch den Kuss dem Feind übergeben wird. Nur ausgerichtet, seinen eigenen Weg durchzusetzen, hat er sich dem ausgeliefert, der selbst gegen GOTT seinen Willen durchsetzen wollte: da ging Satan in ihn ein (27). Im Verrat des Judas wird deutlich, dass GOTT dem Menschen die Freiheit des Willens lässt, sich gegen Ihn zu entscheiden, um Seinen Heilsplan zu vereiteln.

Denn der VATER hat den SOHN gesandt, um den Tempel der Seele, auf den der Böse in der Erbsünde Anspruch erhoben hat, zurückzuerobern. In diesem Licht müssen wir die Tempelreinigung verstehen, die Johannes gegenüber den Synoptikern vorgezogen hat. Der Verrat beim Abendmahl ist nur der letzte Schritt. Judas hat von Anfang an jede Gelegenheit genützt, Seinen Willen zu tun und so dem Bösen immer mehr Macht über sich eingeräumt. Und so ist es in der Geschichte der Kirche weiter gegangen, denken wir nur an die Gründung der Loge durch einen abgefallenen Zisterzisienserpriester. Er gipfelt im Verrat der sich in unseren Tagen zusammenballt, aus seinem Dunkel tritt der Antichrist hervor. Er kommt wie bei den Aposteln aus den eigenen Reihen.

Der gegen GOTT gerichtete Eigenwille kann nur durch den vollkommenen Gehorsam des SOHNES getilgt werden. Der HERR wird am Kreuz fünffach durchbohrt, um die Umklammerung durch den Bösen zu lösen. Die Jünger empfangen den HEILIGEN GEIST, da der HERR sie anhaucht und ihnen die Vollmacht verleiht, Sünden zu vergeben. Judas folgt im Selbstmord dem Ichgeist bis zur letzten Konsequenz: er hat GOTT die letzte Türe zugeschlagen.

 

Schauen wir noch einmal auf die verschiedene Sichtweise der Synoptiker:

Lukas, als Evangelist der Erde am nächsten, zeigt auf, wie der Fürst dieser Welt  sich  d e n  unter den Jüngern für seine Pläne heraussucht, der sein Denken nur auf irdische Dinge gerichtet hat. In drei Jahren des Beisammenseins mit dem HERRN hat ihn nie ein Wort oder eine Tat des HERRN tiefer berührt. Sein Denken ging nur auf Macht und Ehre. Nur die Armut des GEISTES, für die das Evangelium des Lukas in besonderer Weise steht, kann uns von dieser furchtbaren Versuchung bewahren.

Matthäus lässt uns im scharfen Licht des Engels den Zugriff Judas’ auf die Heiligkeit GOTTES erkennen, da er mit den Juden über den Preis verhandelt (vgl.26.14ff). Er allein berichtet von seiner „Umkehr“, der eisigen Antwort der Pharisäer und seinem furchtbaren Ende (17,3-10). Er selbst vollzieht an sich das Gericht GOTTES.

Markus im Licht des LW Löwe zeigt auf, wie er sich bewusst ausschließt und dem Bösen übergibt. Er tritt in die Schlinge, die der Böse ausgelegt hat. Mk bemerkt: sie freuten sich über das Anerbieten und versprachen, ihm Geld zu geben. Das Wort: apälthen= ging weg (14,10) steht bei Mk für seinen bewussten Verrat und seine Auslieferung an den Bösen. In ihm ist sein furchtbarer Tod voraus genommen. Mt gebraucht das gleiche Wort (27,6), er ging hinaus, um sich zu erhängen.

Im Verrat des Judas wird deutlich, dass GOTTES Erbarmen sie zu einem „Zweiten Paradies“ auf Erden bestimmt hat, in dem der, der guten Willens ist gegen alles Unheil in der Welt sein Heil finden kann. Die Kirche, aus der Nachfolge JESU erwachsen, ist Gemeinschaft des Heiles derer, die GOTTES Allmacht der Finsternis der Sünde entrissen hat. Diese Heiligkeit muss um der Menschwerdung des SOHNES GOTTES und Seines Erlöserleidens am Ende in vollem Lichte aufscheinen. Weil selbst der erlöste Mensch gegen die mit letzter Macht aufbrechende Finsternis erliegen müsste, wie wir es heute erleben, sendet GOTT Seine hl. Engel, um ihr in diesem letzten schweren Kampf beizustehen. Herz JESU und Herz MARIAE Verehrung weisen darauf hin, dass diese Hilfe nicht von Außen ansetzt, sondern im Herz des Gläubigen ansetzt, wenn es sich IHM nur öffnet. Wie am Ölberg der HERR in letzter Hingabe zum Willen des VATERS gestanden ist, so muss dies heute jeder einzelne Gläubige tun.

Der hl. Engel will uns in dieser schweren Prüfung helfen, das letzte Schielen hinüber zum Bösen abzutun. Wo der Mensch diese Entscheidung nicht getroffen hat, bleibt er dem Bösen an seinen Schwachstellen ausgeliefert und trennt sich von seinen Brüdern im Glauben. Er neigt zum Widersacher GOTTES und wechselt über in seinen Machtbereich. Der Satan aber ergriff Besitz von Judas, genannt Iskariot, der zu den Zwölf gehörte. Er ging zu den Hohenpriestern und den Hauptleuten und beriet mit ihnen, wie er Jesus an sie ausliefern könnte (Lk 22,3f). 

Drei Punkte sind hier bezeichnend:

- die Zugehörigkeit zu den Zwölf = ek tou arithmou ton dodeka. Der HERR hat Judas persönlich wie die übrigen Apostel gerufen;

- er unterstellt sich einer falschen Autorität, berät mit den Hohenpriestern: synelaläsen. Er lässt sich ein in ein Gespräch mit dem, der Lügner ist von Anfang an und wiederholt so, was Eva im Paradies begann.

- und bekennt sich zum Widersacher und seinen Absichten =exhomologäsen. Es ist dieses Zeitwort ein besonders starkes Wort: durch den Bestandteil : homoios = ähnlich, gleich.  Es erinnert an die GOTTebenbildlichkeit, nach der uns GOTT geschaffen hat. Hier wirft er sie bewusst von sich. Die Vorsilbe ex = aus weist darauf hin, dass er aus seinem Innersten spricht: der Böse hat die Seelenburg erobert. Die einzige Wahrheit, die er anerkennt, ist sein eigener Wille. Da er das Gleichsein mit GOTT im Licht zurückgestoßen hat, ist er ganz Finsternis.

Bei Johannes ist es nicht ein Weggehen, sondern ein Hinausgehen (exälthen) in die Finsternis, bei ihm anderer Name für die Welt, die sich dem Licht GOTTES versagt, vgl. 13,16 – 30.

So lange er in der Gemeinschaft des HERRN war, war er noch im Bereich des Lichtes, da er bewusst hinausgeht, tritt er in den Raum der Finsternis, von der der HERR den Jüngern gesprochen hat, bevor sie zu Lazarus, der gestorben war, gingen: Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist (vgl. Jo 11,8f). Hier wird auch deutlich, warum die „Reue Judas‘ unfruchtbar ist: die wahre Reue lässt JESUS, den HEILAND, nicht aus den Augen. Sie schaut weg von der Sünde und wendet sich hin zum Licht des Erbarmens GOTTES.

Judas ist im Bösen verstockt, wie einst der Pharao. Wo einer die Finsternis wie Judas in sich eingelassen hat, da ist sein Gefäß voll. Vor den anderen Jüngern nahm er den Bissen eingetauchtes Brot und ging sofort hinaus. Er überhört das schlimme Wort, das ihn zur Besinnung bringen sollte: Was du tun willst, tue es schnell! Er will nicht zugeben, dass er geirrt hat. Nirgendwo wird so deutlich, wie Licht und Finsternis unmittelbar zusammenstoßen wie im Verrat Judas‘. Jedes Wort trifft, wie im Bild der MUTTER GOTTES von Guadalupe jedes Detail Botschaft ist. Jedes Wort lässt durchschauen auf den Abgrund, der sich hier vor Judas auftut. Jeder der vier Evangelisten gibt hier seinen Teil im HEILIGEN GEISTE dazu, erinnern wir:

Sein Ende hat nur Mt aufgezeichnet: (27,3‑10). Das Urteil GOTTES trifft ihn wie ein Blitzschlag gleich nach der Übergabe des HERRN an Pilatus. Er muss es selbst vollziehen. Wir erinnern uns an die Warnung Jahwehs an Moses: den heiligen Berg der Erscheinung abzugrenzen. Wer ihn berühre sei des Todes.

Mk kennzeichnet das „Hinaus“: wer vom HERRN weggeht, verfällt der Macht des Bösen.

Lk kennzeichnet sein Denken: es geht nur auf Irdisches, damit verfällt er immer mehr dem Fürsten der Welt.

Bei Jo scheint durch: sein Verrat ist Verrat am DREIEINIGEN GOTT. Er tritt ein in die Sünde der Engel am Anfang der Zeit. Wie Luzifer hat er sich über den HERRN und damit GOTT stellen wollen. Damit ist er ‑ bildlich ‑ im Fünfstern des Bösen gefangen: in der Spitze nach oben durch den Hochmut (gleich dem Lichtträger), nach links oben verfallen der Weisheit dieser Welt, die es besser weiß als GOTT, links unten verfallen der Macht, rechts oben versucht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen (Freiheit), rechts unten verfallen der Begierlichkeit der Welt, ohne jeden Blick auf eine höhere Bestimmung des Lebens.

So hat er sich wie Luzifer an die Stelle des HEILIGEN GOTTES gesetzt.

Gegen die WEISHEIT der Wege  GOTTES stellt er das Besserwissen,

gegen die ALLMACHT GOTTES, die sich hier auf Erden als Ohnmacht gibt, die Macht,

gegen die GERECHTIGKEIT die Selbstbestimmung,

 

Und doch ist da noch ein Wort, allein GOTT in die Hand gegeben, das in der Finsternis wie ein unbegreifliches Nordlicht aufleuchtet. Wir müssen den Text bei Mt noch einmal genauer anschauen!

Da er die Verurteilung des HERRN erlebt, wird ihm bewusst, was sein Ränkespiel ausgelöst hat: vgl Mt 27, 3-9. Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohenpriestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück. GOTT lässt zu, dass er, schon auf dem Todesweg, die Verurteilung JESU erleben muss. Wohl nie vorher hat er JESUS wirklich angeschaut. Seine Hoffnung einmal durch IHN einen guten Posten zu erhalten, haben ihn blind gemacht, doch hier ist er in einer Reihe mit den Jüngern. Zum ersten Male sieht er IHN, vom Tode gezeichnet. Dass sein Tun solche Folge haben könnte, muss ihm den Rest gegeben haben. Der Lohn, den er erwartete, all sein Doppelleben in den drei Jahren mit dem HERRN war Tod. Nichts Anderes kann er mehr sehen als Tod und in ihm die Fratze des Bösen, der nichts ist als Tod. Was „Nihilismus“ ist, lässt sich wohl nirgendwo klarer ablesen! Letzte Hoffnungslosigkeit, jenseits aller Worte. 

Wie kann er sich „eines Besseren besinnen“, die Richtung wechseln? Wie ist das Wort „metmeletheis“ zu übersetzen? Was bedeuten vor dem Nichts, vor dem er steht, die Silberlinge, die man ihm als Lohn in die Hand gedrückt hat? Nicht ist es ihm um diesen Spottlohne gegangen, sondern allein um seinen Willen. Hier ist er dem Erstgestürzten am nächsten. Wie sehr ist, für jeden für uns der Wille, „das Zünglein an der Waage“! Dass er noch sagen kann: 4 Ich habe gesündigt, ich habe euch einen unschuldigen Menschen („unschuldiges Blut“) ausgeliefert“. Dass er dieses Letzte noch aus seinem gequälten Herz sagen kann? Bete darüber, es liegt da ein tiefes Geheimnis. Erinnern wir uns an das Ringen Pauli um seine Brüder in den Kapiteln 11- 13 des Römerbriefes. Das letzte Wort spricht GOTT!

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 Die einfachere Lösung Mohammeds

Auf dem dunklen und doch im Glauben einleuchtenden Hintergrund der vorausgehenden Betrachtungen müssen wir die einfachere Lösung Mohammeds erkennen, die heute so viele Menschen in Bann zieht: der „Eine – gegen den DREIEINIGEN GOTT – tritt mit seiner Lösung nach vorne. Sie müssen sich ihm nur eingliedern. Bewusst oder unbewusst haben sie sich dem Fatum = dem Schicksal, das er Kismet nennt, anheim gegeben. Wie von selbst ergibt sich, sobald die Scheidung deutlicher wird, das von der anderen Seite geforderte Bekenntnis. Wir müssen uns der Wirklichkeit dieser Welt stellen, nur so können wir GOTT begegnen. Zu ihr gehört der dunkle Schatten des Bösen, der sie heute immer mehr überzieht. Da der Mensch von diesem Schatten absieht, weil er in den verschiedensten Farben lichtert, ist er immer mehr mit sich allein, und kommt in gefährliche Nähe des gefallenen Lichtträgers, der sich schon im Anfang gegen das Eine LICHT GOTT gestellt hat.

Die Welt, die der Mensch sich gebaut hat und weiter ausbaut, wird notwendig immer unwirklicher, sie hat mit GOTT den Bezug zu aller von IHM geschaffenen Wirklichkeit verloren. Dies können wir in der Philosophie, Ende des Mittelalters, schon bei den Nominalisten beobachten. Sie haben diesen Namen erhalten, weil die Benennung der Dinge nur Vereinbarung der Menschen ist. Heute kommt diese Bewegung zu ihrem Höhepunkt. Das sehen wir bis in den Alltag hinein: man gibt den Dingen, den Namen, den man sich einbildet oder den wir durchsetzen wollen. Das beginnt in den ausgefallenen Namen, denen man den Kindern gibt, (früher Namen der Heiligen), in den Ideologien, die Befreiung versprechen bis hin zu denen, die sich schon durchgesetzt haben. Der Kommunismus  wie die anscheinend dazu gegensätzlichen Diktaturen (denken wir an Hitler) ändern Lüge in Wahrheit und Wahrheit in Lüge. 

Der Mensch verliert sein gesundes Verhältnis zur Natur und ihren Gesetzen: der Mensch ist Herr in dem was er denkt und tut: Freimaurer! Der Nächste wird in den Kategorien des Welthandels und der Weltbeherrschung durch die Technik nach dem Maß eines Gebrauchsartikels eingeschätzt. Da er es sich gefallen lässt, um in aller Undurchsichtigkeit das Leben zu vereinfachen, verfällt die bisher noch  vom Glauben getragene Ordnung eines nach außen noch christlichen Lebens, es bleibt als Maß das Verdienen und der Lebensgenuss, nach oben die Macht. Je mehr der Mensch sich selbst unwirklich wird und sich so dem gefallenen Engel angleicht, der vor GOTT nichts ist, um so mehr wird er durch den Feind beeinflusst und gesteuert. Der ungeheuere elektronische Apparat, der heute die ganze Welt zu einem Gefängnis macht, ist in sich labil und kann durch einen Hauch GOTTES umgeworfen werden, er zerfällt im klaren Licht der Erkenntnis GOTTES, denn er ist nur aufgebaut, um die Lüge des Erstgefallenen zu decken, wie sie  schon jetzt in der Person des Maitreya offenbar wird. Der Traum des Humanismus ist eine andere Art Opium für das Volk.

In diesem ernüchternden Licht fällt auf den Islam ein Licht, das wir bisher übersehen haben. Er gibt nicht nur in der zunehmenden Mondsichel einen fernen Hinweis  auf MARIA, den „Morgenstern“, er ist Antwort GOTTES auf unserem Glaubensabfall in der westlichen Welt. Wie Jahweh im Alten Bund in der verschiedener Weise die Völker des Ostens, beginnend mit den Ägyptern zur Züchtigung des Auserwählten Volkes gerufen hat, so tut es heute in anderer Weise, durch unheilbare Krankheiten, Versklavung unter die Weltwirtschaft, diktatorische System bis hin zu den kleinen und großen – Ismen: den Religionen aus dem Osten bis hin zum Gesundheitskult. Da macht auch der Kapitalismus keine Ausnahme, wie wir heute bitter erfahren. Nicht der Krieg zerstört Glaube und Moral, der Wohlstand noch viel mehr! Wir müssen von der Vielgötterei erst wieder zum Einen GOTT vorstoßen, wie er den Juden offenbart wurde. Die „Großen Religionen“ korrigieren einander, weil ihre Antwort halb bleibt, weisen sie dem Suchenden über viele Hindernisse hinweg den Weg zum wahren Glauben in JESUS CHRISTUS.

 

Doch schauen wir zuerst kurz auf das Leben des Propheten des Islams, Vereinfachungen sind hier leider nicht zu vermeiden. Die drei Lebensphasen Mohameds haben  in aller geistigen  Verwirrung unserer Tag für den modernen Menschen, der im religiösen Raum nach einfachen Lösungen sucht, eine Anziehungskraft wie in anderer Weise der Weltmarkt, der uns das „Süße Leben“ verspricht und doch mit eiserner Hand auf den Menschen zugreift.

Die erste Phase ist die der Eingebungen, Visionen, im Koran festgehalten, schon hier in synkretistischer Mischung mit Elementen anderer Religionen, besonders des Juden- und Christentums, die Mohammed im Anfang ja als Offenbarungsreligionen anerkannte. Wir begegnen hier einer Religion, die uns "nicht ganz fremd ist" und durch den Einen GOTT eine einfache Lösung zu versprechen scheint. Manches, was wir ablehnen oder vergessen haben, wie MARIA, die hl. Engel, hat dort seinen Platz, der freilich schwer zu klären ist.

In der zweiten Phase erkennt er sich selbst als letzter Prophet in der Linie Abrahams und rechnet als solcher mit der jüdischen und christlichen Religion ab, die den Plan GOTTES verfälscht haben. Auf diese Phase autoritären Prophetentums stützt sich mit sichtlichem Erfolg die moslemitische Mission in der ganzen Welt. Die wachsende Zahl von Moscheen auch in christlichen Ländern, sind für den materialistisch denkenden Westler genügender Hinweis, dass hier "etwas mehr dahinter sein muss".

In der dritten, vielleicht am besten "politisch" zu nennenden Phase, da er von Medina aus auch Mekka zurückgewinnt, wird das diktatorische Element seines monotheistischen Glaubens unverhohlen offenbar. Hier tritt zu den wenigen Glaubensforderungen zuletzt noch die der Ausbreitung des Glaubens „durch Feuer und Schwert“. Hier mündet der Islam in die diktatorische Strömung unserer Zeit, die immer die gleiche Formel hat: durch Gewalt "Ordnung zu schaffen", wie es schon ein Hitler im Anfang dieses Jahrhunderts beweisen wollte. Auf dieses "Ordnung schaffen" warten wir ja bis in unsere Kirche hinein, sei es auf traditionalistische oder modernistische Art. Wie der Islam den Auseinandersetzungen um das Konzil im byzantinischen und den angrenzenden Gebieten ein praktisches Ende bereitet hat, so verspricht er auch heute in aller Verunsicherung im Glauben aufzuräumen.

 

Diese verschiedenen Elemente vermischen sich untereinander und geben dem Moslemglaube das schillernd Verführerische der Reklame unserer Tage. Einmal tritt das eine, ein anderes Mal das andere Element nach vorne. In seiner Anpassung an die wesentlichen Nöte des Menschen und in den wenigen verbindlichen Weisungen, die uns das Heil sichern, beweist der Islam gerade heute seine größte Anziehungskraft. Er ist in aller Verwirrung der Geister die einfache, weltweit erprobte Lösung religiöser Probleme nicht nur für die große Menge, sondern auch für die unter uns, die in Fragen der Religion eine "saubere Lösung" suchen, die im irdischen Raum bleibt. Dadurch kommt er auch dem entgegen, was unsere katholischen Theologen heute als „Immanentismus“ bezeichnen: der Mensch nimmt das Heft selbst in die Hand; der Glaube wird in protestantischer Vereinfachung nur der schwer greifbare Hintergrund unseres Handelns in dieser Welt. Das tiefste christliche Glaubensgeheimnis: die Menschwerdung GOTTES ist verloren oder zumindest verblasst, es hat keine Kraft mehr, dem Menschen Gestalt zu geben.  

Der religiöse Eifer der Moslems sticht immer krasser von der Lauheit christlichen Lebens ab. Ohne die Begegnung mit den betenden Moslems hätte ein Charles de Foucauld schon im Anfang dieses Jahrhunderts nicht den Weg zum wahren Glauben gefunden. Ohne den Feuereifer der Eiferer und Terroristen wären alle Pläne eines heiligen Krieges bloße Strategie auf dem Papier. GOTT kann sich auf Grund dieses brennenderen Glaubens des Islams als Werkzeug bedienen, um uns zum wahren Glauben zurückzuführen. Nach der Verfolgung durch die Römer hat er die Christen bitter daran erinnert, dass Kreuz Kampf bedeutet. Das gilt  nicht nur im Einzelfall eines Foucauld, es gilt auch auf Weltebene, wenn wir auf den Glaubensabfall unserer Zeit schauen. In allem unendlichen Leid, das notwendig aus einem Krieg besonders in unserer Zeit folgt, werden Angreifer wie Angegriffene gereinigt, soweit sie wirklich nur dem EINEN WAHREN GOTT zu dienen suchen.

Hier weiß Göttliche Strategie anzusetzen wie im Alten Bund, da ER Israel seinen Erzfeinden auslieferte. Um dieses geht es in aller Notwendigkeit der Erneuerung zu allererst: das Wort Islam bedeutet: "Hingabe an den Einen GOTT" - und dies muss uns, wenn notwendig „mit Feuer und Schwert“ wieder ins Gedächtnis gerufen werden, auch wenn hier dem klarer Schauenden die Fratze des Feindes notwendig auffallen muss. Auch der Erstgefallene Engel ist nur Werkzeug GOTTES zu unserem Heil, wenn wir die Züchtigung im Geiste der Reue und Buße annehmen.

Seit dem 19.Jahrhundert hat sich der Islam nicht wenig dem westlichen Geist angepasst, um seinen Anspruch, der Welt den wahren Glauben zu bringen, durchzutragen. Der Augenblick, die letzte Forderung Mohammeds: des religiösen Krieges durchzusetzen, scheint in unmittelbare Nähe gerückt. Durch die weltweite Aktion der Terrorgruppen einerseits und das stille, aber nicht aufzuhaltende Vordringen der Moslems in Westeuropa, ist der Boden bereitet für den nächsten Schritt, den Übergriff mit Gewalt.  Das willkürliche Eingreifen der westlichen Welt, besonders der Engländer und Amerikaner im Nahen Osten, konnte nur deswegen hingenommen werden, weil bei den Moslems der Glaube den "längeren Atem" hat. Die Stunde der Vergeltung lässt nicht auf sich warten! Das Feuer wird sich wohl dort entzünden, wo es schon heute schwelt!

Bevor der Stern MARIENS über der abnehmenden Mondsichel (Zeichen der Moslems) erscheinen kann (wie es uns die MUTTER in Marienfried verspricht), wird mit der Sichel der Moslems einerseits und der des Kommunismus andererseits die faule Ernte des Westens eingeholt und dem Feuer übergeben. Die Geheime Offenbarung spricht davon im Bild der zweimal drei Gerichtsengel (Offb 14,6 – 13), die das in den Posaunen angekündigte Strafgericht vollstrecken und in den Ernteengeln (ds. 14,14 – 20) dem Feuer übergeben. In diesem Licht gilt es das folgende Zitat zu sehen!

Offb 14, 14: „Dann sah ich eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand.“ Hier tritt der MENSCHENSOHN, der vorher als der WEISSE REITER mit seinen Heerscharen zu erkennen war, als das Siegende LAMM nach vorne, dem alle Macht der Erde sich beugen muss. Da die Menschen das letzte Gnadenangebot im ersten Gerichtsengel nicht angenommen haben, müssen sie nun die ganze Schärfe Göttlicher Gerechtigkeit erfahren. Der auf der „Weißen Wolke“ wie ein „Engel“ hervor trott, ist der das Gericht vollziehende WELTENRICHTER JESUS CHRISTUS, unser HERR, wie ER sich später im Gericht über die Lebenden und Toten in der Fülle Seiner Macht offenbaren wird (vgl. Offb 20, 11 – 14). ER ist schon im Gericht der „1000 Jahre“, da der Böse für eine Zeit gefesselt wird zu erkennen. Diesem Ersten muss jeder von uns in der Stunde seines Todes stehen. Allein die Märtyrer, die sich nicht dem Tier gebeugt haben, haben diese Gericht schon hinter sich und werden mit dem HERRN in den 1000 Jahren auf Erden herrschen. 

Offb 20,15 - 18 Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schick deine Sichel aus, und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen: Die Frucht der Erde ist reif geworden. Dieser erste Ernteengel kündet den Beginn der Ernte an. Der HERR selbst wirft die Sichel aus. Wer immer auf Erden zuerst eingreift, die Kommunisten mit Sichel und Hammer oder die Moslem mit Sichel und Stern, ist nichts als Werkzeug in der Hand dessen, der auf der weißen Wolke sitzt. Die „zwei Sicheln“ sind eins:  16 Und der, der auf der Wolke saß, schleuderte seine Sichel über die Erde, und die Erde wurde abgeerntet.17 Und ein anderer Engel  trat aus dem himmlischen Tempel. Auch er hatte eine scharfe Sichel. (Der zweite Ernteengel).  18 Vom Altar her kam noch ein anderer  (dritter) Engel, der die Macht über das Feuer hatte. Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus, und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde! Seine Beeren sind reif geworden.

Die beiden Sicheln sind eine Erntesichel. Da die Ernte faul ist, verfällt sie durch den dritten Ernteengel dem Feuer der Heiligkeit GOTTES:  19 Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.  20 Die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten, und Blut strömte aus der Kelter; es stieg an, bis an die Zügel der Pferde, eintausendsechshundert Stadien weit. In engelhafter Sicht bedeutet die Zahl, wenn wir sie in der Horizontale zusammen zählen: „Sieben“: Hinweis auf den HEILIGEN GEIST und im „1000“  auf die Allmacht GOTTES.  

 

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VI Teil: „Ganz schön bist Du, MARIA“

MARIA siegt durch ihre Schönheit

So einfach, ja einfältig das Gebet des Rosenkranzes erscheint und darum gerade heute schnell zur Seite gelegt wird, so tief erschließt sich dem Betrachtenden dieses Gebet, das wir aus der Hand der MUTTER GOTTES erhalten haben. Der HEILIGE GEIST, der uns durch MARIA dieses Gebet geschenkt hat, wird uns weisen, dass uns hier ein Weg in die heile, heilige Ordnung der Liebe GOTTES geschenkt wird, die in der Welt von heute immer mehr verloren geht.

Es ist eine dreifache Ordnung, Abbild des DREIFALTIGEN GOTTES, wie sie sich zuerst in der Schöpfung, dann aber auch im Wort und in allem heiligen Tun des Menschen spiegeln soll. Schon die Pythagoräer wußten, dass sich diese Ordnung vor allem in den Zahlen darstellt, sie sind Sinnbild, dass GOTT alles in heiligem Maß geschaffen hat.

Diese heilige Ordnung finden wir auch im Aufbau der Evangelien, sie sind mehr als „eine gute Nachricht“. Diese Ordnung hilft uns, tiefer in das Geheimnis des Wortes einzudringen. Betrachtend sollen wir sie in unser Leben aufnehmen, um die Gesetzlosigkeit, die alle Ordnungen zu zerstören sucht, zu bekämpfen. Der Rosenkranz wird als Gebet heiliger Ordnung d i e  Waffe im endzeitlichen Geisterkampf, die uns die MUTTER selber reicht und die jeder wache Christ nutzen sollte. Als Rosenkranzbeter sind wir gerufen, die Wiederkunft und den endgültigen Sieg JESU CHRISTI über alle Macht der Finsternis zu künden.

Die Geheimnisse des Rosenkranzes sollen durch die Gegenwart JESU in ihnen das Heil wirken, das sie aussagen. In China hat das Rosenkranzgebet in den über 300 Jahren, da kein Christ mehr das Land betreten durfte, in nicht wenigen Gemeinden den Glauben lebendig erhalten wie in sakramentaler Wirksamkeit. Als  TRINITARISCHES GEBET hilft es uns, den heute so naheliegenden Vereinfachungen in den Dingen des Glaubens zu widerstehen.

 

Mystische Rose

Im Rosenkranz erweist sich, dass alle Offenbarung GOTTES durch MARIA schön ist. Sie besiegt den Widersacher GOTTES, der durch seine Auflehnung gegen GOTT sein Antlitz verloren hat und unter das Tier gefallen ist, durch ihre Schönheit: „ganz schön bist Du MARIA!“ Ihre Schönheit ist Anruf an uns, dass auch unser Glaubenszeugnis schön werde. So wird das Gebet des Rosenkranzes LOBPREIS, ANBETUNG GOTTES, DANKSAGUNG für die Gnade der Erlösung, die heute so Vielen, sogar im Raum der Kirche, verloren geht.

So oft wir es mit dem Herzen beten, erinnern wir GOTT, dass wir uns mit Leib und Seele MARIA  geweiht haben, dass wir die Weihe als Bekenner leben und so wirksam dem Abfall des Glaubens entgegen stehen. Alle jene, die wir fürbittend in dieses Gebet einschließen, dürfen wir bergen in den Mantel MARIENS, auch wenn sie noch so weit vom Weg abgeirrt sind, wenn wir nur auf die Heilskraft der Geheimnisse vertrauen. So wird der Rosenkranz zum Gebet der Fürbitte und der Sühne. Darum sollten wir auch bewusst den „Fatimazusatz“ mit beten. Achten wir auf das vielfach dreifaltige Geheimnis des Rosenkranzes! Es beginnt schon bei der Rosenkranzschnur.

Mit dem Rosenkranz in der Hand umschließen wir die dreifache Schöpfung, um sie GOTT entgegen zu halten, dass ER sie segne und endlich heim hole.

  1. die materielle, indem wir die Perlen durch unsere Finger bewegen, die uns (sie sollten eigentlich aus Holz sein!) an das Kreuzesholz des HERRN erinnern, in dem alle Schöpfung geheiligt ist;
  2. die Menschheitsschöpfung durch ihren Bezug zum WORT, da wir die Geheimnisse im Worte beten;
  3. die GEISTschöpfung, wenn wir unseren Engel bitten, uns im Heiligen GEIST zum tieferen Verstehen der Geheimnisse zu führen.

Überwindung der Erdenschwere

Das Rosenkranzgebet hat seine Vorbilder weit in der Vorzeit, wo sich die alten, nach GOTT sehnenden Völker an Schnüren ihre Gebete der Ratlosigkeit, der psalmartigen Anbetung und Pflichterfüllung, einknüpften. Sie kannten keinen Rosenkranz, durch immer wiederholtes Flehen suchten sie sich von aller Not und Unterdrückung zu befreien. So wurde das Gebet zur zur Beschwörung, in der sie die Götter durch ihr Opfer – bis hin zum Menschenopfer zu bestechen versuchten. Damit gerieten sie in die Hand des Widersachers. Ist nicht auch nach 2000 Jahren Glauben diese Versuchung dort nahe, wo der Glaube nicht auf den Lebendigen GOTT geht, der durch Nichts und mit Nichts zu gewinnen ist, was nur menschliche Anstrengung ist, sondern allein durch das liebende, vertrauende Aufschauen zu IHM.

Wäre nicht JESUS CHRISTUS "das wahre LICHT  in die Finsternis gekommen", der Mensch verkauft durch die Sünde, hätte für immer die Ketten der Verdammnis tragen müssen. Auch dies wieder ein dringender Anruf, die wir den Glauben leichtfertig verspielen unserer Verantwortung als Christen vor GOTT bewusst zu sein. Nur im, mit und durch den SOHN und in der Fürsprache MARIENS können wir vor GOTT Gnade finden. Dies hat Luther im Schrecken über den Blitz, der ihn fast erschlagen hätte, nüchtern erkannt: es gibt nur einen Weg zu GOTT: in der Gnade und im Erbarmen CHRISTI. Doch auch diese tief erfahrene Wahrheit, der wir in der Not des Glaubensabfalls wieder näher kommen, wurde vom Bösen verdreht, als hieße es: „Allein die Gnade“. GOTT würdigt den Menschen als Person, darum muss er zu seinem Heil mittun mit dem was GOTTES Erbarmen an uns getan hat und jeden Tag neu tut. Das Verhältnis von Gnade und Mittun ist in jedem von GOTT Gerufenen anders: Geheimnis der Liebe GOTTES, das wir im Himmel in Ewigkeit anbeten und für das ewig danken werden

Das sei nüchterne Mahnung allen Rosenkranzbetern, die im äußeren Beten stecken bleiben und in heidnische Wege zurück fallen. Die MUTTER dringt in allen Erscheinungen auf der begleitenden Betrachtung. Auch wenn wir nie alle der fünf Geheimnisse betrachtend aufnehmen können. Eines davon müssen wir, auch wenn wir die anderen Geheimnisse beten, in unserem Herzen nachklingen lassen, wie einen Unterton, wenn unser Gebet noch nicht frei ist von Erdenschwere, wie begleitende Obertöne, wenn wir gelernt haben auf der Himmelsleiter der vielen Ave aufzusteigen wie eine Lärche. Nicht im Äußeren liegt die Kraft dieses heilenden Gebetes, es ist Stütze in unserer Armut, die wir sonst nicht wüssten, was in und wie wir beten sollten. Alles kommt auch hier auf die Tiefe unserer Anteilnahme an den Heilsgeheimnissen an, die uns im Rosenkranz geschenkt sind. Sie sollen uns Spiegel sein, wie weit unser Leben schon in Seines eingemündet ist.

 

Blühender Rosenstrauch -

ER, JESUS selbst,

will den blühenden Rosenstrauch

Seiner Heilsgeheimnisse

durch MARIA dem VATER

preisend und dankend entgegen halten.

 

Die Einheit der „Drei Herzen“ ist seine Kraft:

Sein blutendes, durchbohrtes Herz,

das mit Dornen gekrönte der Mutter,

aber auch auf das arme, kleine Menschenherz,

das sich unter diesen Baldachin flüchtet.

 

Solchem dreifachen Ansturm

kann der Gute VATER nicht widerstehen.

 

Wo es nur bittendes Gebet bleibt,

hängt daran noch viel unserer Erdenschwere.

 

Erst in Lobpreis, Dank und Anbetung

erhebt es sich über die Kartoffelfeuer im Herbst

und wird zur leuchtenden Flamme,

die sich mit dem Feuer der Liebe JESU vereint

und endlich die kalte Welt

in diesem Feuer heimholt

in das Kohlenfeuer am anderen Ufer,

wo das Hochzeitsmahl der Armen

wartet mit dem Brot und Fisch

Leib und Blut des Geopferten.

 

Das Rosenkranzgebet steht jubelnd auf

aus dem Grab der Leier mechanischen Betens.

Es wird wieder zum Gnadengeschenk,

das wir sorgsam und eifersüchtig hüten.

Denn es ist zarte Gnadengabe,

aus der Hand der Mutter Kirche.

 

MARIA selbst legt sie uns in den Schoß

wie ein kleines Bethlehem,

Wiege einer Neuen Geburt

JESU in unserem Herzen.

 

Du, Rosenkranz, bist keineswegs

die geringste unter den Lobpreisungen.

Denn aus dir wird  hervorgehen die große Hilfe

der Mutter aller Menschen,

der schützende Ring um die Getreuen GOTTES.

 

Aus dir wird hervorgehen

die Nahrung in der Dunkelheit,

die Kraft für den Kampf,

die Sehnsucht nach dem Himmlischen Daheim,

an der Hand der  hl. Engel!

 

 = „HERR JESUS KOMM!“

Die Welt erwartet ein neues tausendjähriges Reich, GOTT aber setzt dieses Reich über die abertausend lobpreisenden Rosenkränze in die ewige Erfüllung. Der Rosenkranz hilft uns MARIA in unserem Herzen zu tragen, so wie sie den SOHN GOTTES in ihrem gesegneten Leibe getragen hat. Jedes „Gegrüßet seist Du MARIA“ soll uns helfen MARIA immer mehr zu lieben! Da sie uns den Rosenkranz gereicht hat, wollen wir sie betend bitten, sie möge ihre ganze mütterliche Liebe, die ganze Kraft ihres Herzens, ihr ganzes Einssein mit GOTT, in jeden Rosenkranz legen, den wir beten.

 

Die Perlen des Rosenkranzes in unseren Händen sollen zum Kraftstrom werden, der unsere Schläfrigkeit überwindet. Mit ihm wollen wir alle Dornen lösen, die wir in das Haupt unseres Erlösers hineinpressen durch unsere Treulosigkeit und unsere Lieblosigkeit! Das Rosenkranzgebet hilft uns, nie zu vergessen, dass wir schon am anderen Ufer stehen, dass es für uns kein Zurück gibt. MARIA wird uns immer näher führen zu GOTT sei es im Jubel, sei es in Not und Schmerz, sei es in der mühsamen Treue des Kreuzwegs, der uns aufgegeben ist. Mit dem Kreuz in der rechten Hand, den Rosenkranz in der linken, bilden wir zusammen mit den hl. Engel und den Heiligen die große Heerschar CHRISTI, die Weiße Armee, JESUS auf weißem Roß an der Spitze. Sie werden endlich alle Macht des Bösen zu Asche verbrennen.

 

Der Rosenkranz wird im endzeitlichen Ringen

zum Schrei der Kirche: „Maranatha!“,

komm, HERR JESUS, komm!“

 

Es liegt an uns,

die Stunde Seiner Wiederkunft zu beschleunigen

IHM noch viele Seelen zuzuführen,

die sonst verloren gingen! [58]

 

Amen, Allelujah!

 

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Die Sendung MARIENS in der ALLMACHT GOTTES[59]

In der Sicht der Sieben Gaben des HEILIGEN GEISTES

 

Die endzeitliche Sendung MARIENS als Sonnenumkleidete Frau (Erkenntnis)[60]

wie sie am klarsten P. Kentenicht gesehen hat, ist vom Himmel her bestätigt durch die Erscheinungen der Mutter GOTTES über die ganze Welt hin. Den Auftakt setzt am Anfang der Neuzeit die Erscheinung U.L.F. von Guadalupe. In Fatima wird diese Sendung MARIENS für unsere Zeit erstmals anerkannt durch die Seligsprechung der Hirtenkinder von Fátima am 13.Mai 2000 durch den hl. Vater Johannes Paul II.[61].Da der Mensch unserer Tage sich immer mehr vor dem Anspruch GOTTES versagt und auf die Seite des Widersachers stellt, gibt uns GOTT selbst die Antwort im JA MARIENS. Der Einfachste kann sie fassen.

„Willst du dienen?“ (Weisheit)

Nur in, mit und durch MARIA kann der Mensch GOTT Antwort stehen. MARIA als die von der Sonne umkleidete Frau stellt den Menschen von heute vor die gleiche Entscheidung, vor der die Engel am Anfang der Zeit gestanden sind: „Willst du dienen?“ – den unbegreiflichen Plänen GOTTES? Mehr denn je liegt dabei der Nachdruck nicht nur auf „Dienen“, sondern auf „unbegreiflich“. Hier wird zuerst die Kirche, dann die ganze Menschheit geschieden. Der Feind hat dem schon mit allen Mitteln entgegen gearbeitet. Seit der französischen Revolution Ende des 18 Jahrhundert hat menschliches Besserwissen immer mehr den Glauben zurück gedrängt.  Die MUTTER des HERRN mit ihrer schlichten Antwort an St. Gabriel wird Fanal für die  Glaubensentscheidung, in der wir gegen das „Ich diene nicht“ des Widersachers stehen.  GOTTES Allmacht hat es so gewollt und so gefügt. Der Mensch kann sich hier nur unterwerfen, wie es der hl. Vater stellvertretend für die Kirche und ihre Gläubigen getan hat. An ihr als der Sonnenumkleideten Frau (Offb 12) entscheidet sich das Schicksal der Menschheit und der ganzen Schöpfung.  Ihr unbedingtes JA zu GOTT wird das „Nein“ des Gegners GOTTES in den Abgrund stoßen, das heute die Menschheit vergiftet.

MARIA als die „Fürbittende Allmacht“ (Rat)[62]

Schon in der Verkündigung durch den Engel wurde MARIA hinein gehoben in den DREIFALTIGEN GOTT. Dort hat sie das Ewige WORT als SOHN empfangen. Doch sie bleibt Mensch. Schon die Darstellung der beiden Herzen JESU MARIAE auf der Medallie von Katharina Labouré in horizontaler Linie verwischt: das Herz MARIENS müsste unter dem Herzen des HERRN stehen. GOTT allein herrscht, sie dient!. MARIENS Größe ist, dass sie sich vor GOTT wie ausgelöscht hat, um IHN alles sein zu lassen; darum wird sie GOTT in dieser Zeit vor aller Welt erhöhen im Sieg über die Scheinmacht des Bösen. Sie ist als das vollkommenste von GOTT geschaffene Geschöpf die vollendete Widerspiegelung der Hlst. DREIFALTIGKEIT, doch sie bleibt Geschöpf. Dies ist ihre Größe[63]., vor der sich knirschend der Hochmut Luzifers beugen muss. Sie fordert für die Ihren als erste Tugend:

Dienmut = Demut (Wissenschaft des Kreuzes)

Die Frage nach der Stellung MARIENS zum DREIFALTIGEN GOTT gehört in den größeren Rahmen der Heilsgeschichte. Sie hat in den Lehrentscheidungen der Kirche ihren Platz gefunden. Die unbefleckte Reinheit MARIENS, in die einmal gnadenhaft die ganze Kirche mit der Hilfe der hl. Engel hinein wachsen darf, wenn sie durch das Feuer der Läuterung gegangen ist, steht seit Lourdes und Fátima wie der Stern der Weisen über der Kirche. Ihr Unbeflecktes Herz wird triumphieren, wie sie es vorausgesagt hat. In welcher Weise, wann und wo das geschehen wird, bleibt trotz aller bezüglichen Prophezeiungen ein Geheimnis GOTTES. Der Gläubige einfältigen Herzens soll sich nach ihr mit seinem ganzen Sein ausstrecken und doch zugleich wissen, dass diese Verheißung reines Gnadengeschenk GOTTES ist. Wer sie in Besitz nehmen will, gerät auf den Irrweg der Katharer, die in einer Zeit schweren Verfalls in der Kirche sich von ihr losgesagt haben. GOTTES Gnade hat wenig später durch den armen Franziskus in der Mitte der Kirche den rechten Weg gewiesen, der die Sehnsucht nach engelhafter Reinheit mit der Demut MARIENS verbindet. Wenn wir zu MARIA stehen, dann  müssen wir, was immer unseren Glauben betrifft, zuerst im Herzen schweigend überlegen und an der Lehre der Kirche prüfen.

Ärgernis des Kreuzes (Starkmut)

Seit Judas‘ Verrat am HERRN zieht der Verrat am Heiligsten seine blutige Spur durch die Geschichte der Kirche. Immer kommt der Verrat aus ihrer Mitte. Immer entspringt er wie der Griff nach der verbotenen Frucht der Ungeduld des Menschen, der dem Feind nachgibt, der es besser zu wissen vorgibt als GOTT. „Selig, die kein Ärgernis an Mir nehmen!“ Der HERR weicht nicht von Seiner Kirche, auch wenn sie IHN verrät. Er hat dem Judas und dem Petrus nachgeschaut. Noch am äußersten Rand ist Bekehrung möglich. Vergessen wir nicht, die hl. Faustina ruft es uns eindringlich ins Gewissen: der Heilswille GOTTES geht auf die Rettung aller Seelen (erster Satz der Dogmatik!). Die durch unsere Sünde und das Wirken des Bösen verursachte Wirrnis diese Zeit hat für Viele die Unterscheidung von Gut und Böse fast unmöglich gemacht. Wo noch ein Funken der Sehnsucht nach Licht im Herzen des Menschen brennt, wird GOTTES Erbarmen retten. In, mit und durch MARIA wird das Blut CHRISTI die größte Ernte in der Geschichte der Kirche heimbringen. Sein „Mich dürstet!“ sucht nach den Seelen, die sich IHM als Werkzeuge der Rettung  bedingungslos zur Verfügung stellen. Vor der Welt sind sie die „Kleinen“, die sie übersieht[64]. In  ihrer Ohnmacht wird sich morgen wie nie zuvor GOTTES Macht offenbaren![65]In und um MARIA sammeln sich die Getreuen wie einst im Abendmahlsaal.

In Erwartung des Hl. GEISTES (GOTTESfurcht)

Die Offenbarungen zur einzigartigen Stellung MARIENS in dieser letzten Zeit, im Herzen der Demütigen empfangen, müssen endlich auch im Lehrgebäude der Kirche ihren Platz finden. Die letzten Päpste haben für sie seit Pius XII klares Zeugnis gegeben, zuletzt der hl. Vater Johannes Paul II mit seinem Bekenntnis zu Fátima. Sie werden zur Irrlehre, wo sie als einzig und ausschließlich hingestellt werden[66]. Bei allem Verfall in der Kirche, bleibt ein feuerglühender Kern von Gläubigen, die schon heute wie in der Katakombe leben. In ihrer Mitte sind die Sühneseelen, die sich wie eine kleine hl. Therese und eine hl. Faustina als Brandopfer GOTT angeboten und das Strafgericht GOTTES noch für eine Zeit aufgeschoben haben. Sie werden morgen in der Verfolgung im Zeugnis MARIENS an den Tag treten und noch Vielen zur Umkehr verhelfen. In dieser kleinen treuen Herde, die GOTT in MARIA vor der Zudringlichkeit der Welt verhüllt, hat GOTT mit Seinem „Siehe ICH mache alles neu“ schon begonnen.

Lobpreis MARIENS (Frömmigkeit)

 

„In deinem heiligen Muttersein, MARIA,

Du Liebesgedanke GOTTES, mitten in Seinem Herzen,

umhüllt und getragen von Deinem „Werde!“,

warst Du zugegen  in IHM als ER[67] schuf.

 

Als ER die Zeiten aus den Ewigkeiten löste,

hast Du als Mutter die Zeit[68] aus der Ewigkeit geboren.

 

ER ist der Zeugende des EINEN.

ER ist Der durch IHN Erschaffende von Allem[69].

 

Du aber MUTTER, von IHM Erschaffene,

du bist die Tragende des vom VATER Gezeugten,

Du bist die Überschattete des Bezeugenden[70].

Du bist in der Höhe und Tiefe zugleich.

Du strahlst empor in der Schöpfung die Wandlung[71].

Du führst die GOTTlebendigen

durch das Rote Meer der Erlösung,

Du trägst sie Alle,

schweigende, liebende Mutter,

wie der Fuß den Kelch,

bis zum Opferaltar des Kreuzes

und holst sie als Licht heim zum LICHT.“ (Hymnen MB)

 

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Schutzengel „aktuell“

Auch unsere Sprache ist abgenutzt, kommerziell geworden, es geht ja nur noch um Verdienen und Macht. Das Wort „aktuell“ passt zum Schutzengel so wenig wie so vieles, das bis in den religiösen Raum der Kirche von der Welt her hereingedrungen ist und die Heiligkeit GOTTES schmälert. Der Schutzengel ist nach MARIA das von GOTT geschaffene Geschöpf, das dem HEILIGEN GOTT am nächsten steht. Dort wo er von GOTT in besonderer Weise gesendet wird, will GOTT uns durch ihn helfen, zu IHM, dem HEILIGEN GOTT zurück zu kehren. Denn wenn wir IHN verloren haben, dann bleibt uns ein Gott, der keiner mehr ist.  

Gibt es einen schöneren Text zum Schutzengel als den der heutigen Tageslesung zu ihrem Fest? Jedes Wort ist ein tiefer Hinweis! Ex 23,20 -22 Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. 21 Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! Widersetze dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig. 22 Wenn du auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann werde ich der Feind deiner Feinde sein und alle in die Enge treiben, die dich bedrängen.

Die Israeliten sind aus der Gefangenschaft aufgebrochen, der Feind umlagert sie, wo immer sie auftauchen. So wird auch nur der dieses Wort recht verstehen, der um die Not der Gefangenschaft in der Sünde weiß, den GOTT herausgeholt hat und der nun sucht nach Wegweisung. Er geht voraus -  auch wenn es nur ein paar Schritte sind, du brauchst nur folgen! Seine Aufgabe ist es ja, Dich dorthin zu bringen, wo der HERR Dich erwartet. Auch dies gilt es zu bedenken. So weglos du im Augenblick bist, es gibt ein Ziel, und der hl. Engel wird dich dorthin bringen. Ohne Ziel und Führung bist du Beute des Feindes.

Du brauchst nur auf ihn zu achten, seine Stimme zu hören. Nicht von Außen, diese Stimmen verwirren, du musst ihn hören von Innen. Vergiss die Bilder, die wir uns vom Engel gemacht haben. Begreife: er ist Geist, vom GEIST GOTTES. Dann horchst du in die rechte Richtung – nach innen. Je tiefer du hörst, umso sicherer kannst du unterscheide. Werde nicht müde zu hören. Wenn Du in Not bist, ratlos, gehst Du da nicht auch zu einem guten Freund, um ihn zu fragen. Niemand ist Dir besserer Freund als der hl. Schutzengel. Vergiss nicht, da sind Stufen im Hören:

  • Hören: du hörst etwas, noch ungenau;
  • Horchen: du hörst genauer hin um besser zu verstehen, du nimmst das Gesagte auf und denkst darüber nach;
  • Gehorchen: du nimmst es dir zu Herzen, du lässt dich weisen, auch gegen eigene, anscheinend besseres Verstehen!

Dies wird uns besonders ins Gedächtnis gerufen, Leben ist Kampf um den rechten Weg. Da sind wenigstens drei, die Dich bedrängen:

  • Die laute Umwelt,
  • der böse Feind, der dich umschleicht,
  • dein eigenes Ich mit seinen Wünschen und Plänen.

Sie wollen verhindern, dass du den überhörst, der Dir doch von GOTT zur Hilfe gegeben ist.

Hier beginnt der Kampf um die Wahrheit, nach der dich GOTT führen will. Denke an das Gleichnis JESU vom Sämann und Samen. Die meisten geben schon hier auf. Es ist einfacher mit dem Strom zu schwimmen.

Nicht um den hl. Engel geht es, sondern um den HERRN, der dich durch ihn führen will: GOTTES Name ist im Engel: er steht für GOTT, nicht für irgendeinen, sondern für Deinen GOTT, der dich schon vom Mutterleibe an gerufen hat, dessen Eigentum in der Taufe du geworden bist, durch sein Kostbares Blut, vergossen am Kreuz! Wo du Seine Hand ergreifst, kannst du nicht mehr irre gehen, kann dich der Feind nicht auf seine Seite bringen. Du wirst dort ankommen, wo GOTT auf dich wartet, wann, wo, wie immer!

Diese Verheißungen sind groß, meist gehen sie schon den Kindern verloren, weil die Eltern den Glauben nicht mehr leben. Was geschieht da dem guten Engel? Der Feind hat nicht nur seine Hand auf dir, je mehr du vom Wege GOTTES abweichst. Der Schutzengel ist sein ärgster Feind. Er wird Alles versuchen, um ihn auszuschalten: „Kinderglaube, Phantasie, Spekulation!“ Er kann sich nicht zurückziehen, wie wir es tun, wenn etwas uns zu schwer wirt. Er erleidet die Ohnmacht JESU im Tabernakel: vergessen, verspottet, verachtet. Die Aufgabe, dich zu GOTT zu bringen bleibt. Der Feind muss ihn fesseln. So konkret müssen wir im Glauben die Dinge nehmen – wer tut dies heute noch? Der Feind triumphiert! Wenn wir vor den HERRN treten müssen, werden wir die Wahrheit erkennen. Möge sie uns nicht erschlagen und uns ganz in die Hände des Feindes geben.

Wenn dir nur ein Lichtlein davon aufgeht, was kannst Du tun, um Dich und ihn aus der Hand des Feindes zu lösen? Du musst die Bande der Sünde, die euch beide gefangen halten lösen, durch Reue, Buße, Beichte. Nicht so obenhin, das nützt nichts, nicht nur, um dein Gewissen zu beschwichtigen. Es reißt Dich  hin und her. Du kommst aus der inneren Unruhe, dem Getriebensein, der Hektik nicht heraus. Der  Feind peitscht  Dich wie die Kinder einen Kreisel, bis Du müde bist und Dich ihm überlässt. Du musst zurück zu deinem Kinderglauben. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…!“ Das gilt hier ganz konkret.

Denke nach, forsche in  Deinem Gewissen, bis Du im Licht des guten Engels erkennst, wo der Feind zugreift, woher die Unruhe Dich immer mehr anfällt. Rechte, tiefe Gewissenserforschung, Tag für Tag hilft da Wunder. Langsam lernst Du die Einfalltore zu erkennen: deine Schwächen, wo er leichten Zugang hat.  Dort muss das Licht des Engels Dein Dunkel auflichten. Hier findet der arme Sünder zurück zum Frieden im Glauben. Doch  dies ist nur der erste Schritt. Glaube nicht, dass du mit frommen Gebeten weiter kommst. Gewissenserforschung ist harte Arbeit an der Hand des Engels. Da musst Du nicht selten bis zu Deinen Ahnen hinunter steigen, die mit ähnlichen Schwächen zu kämpfen  hatten und noch im Fegfeuer darunter leiden. Die Buße, die dir der Priester auferlegt, ist nur ein armes Zeichen, dass du wahrhaft für deine Sünden büßen musst, um rein zu werden bis auf den Grund deiner Seele. Das ist eine harte Arbeit. Um Einiges härter als vorher, da du kämpfen musstest, immer und überall auf deinen guten Engel zu hören.

In der Oberflächlichkeit unseres religiösen Lebens bist du mit gefangen. Der Strahl der Liebe GOTTES, der dich aufgeweckt hat, er ist wie der Verzweiflungsschrei deines Engels.  Er muss dir Kraft geben, gegen den Strom zu stehen, auch wenn alle gegen dich sind. Hier könnte dir deutlich werden, dass man mit GOTT nicht spielen kann, wie wir es heute bis hinein in die Liturgie uns heraus nehmen. Wenn nicht das Zeugnis des hl. Vaters dagegen stände, wäre uns noch der letzte äußere Halt genommen. So viel hat GOTTES Erbarmen auf ihn in dieser Zeit gesetzt. Wenn dir dies noch zu theoretisch erscheint, „übertrieben“, dann lies die unbegreiflich Bekehrung der Gloria Polo[72], die GOTT nach an einem Blitzschlag gerade noch aus den Fängen des Bösen gerettet hat. Sie steht für so viele „Christen“, die nach außen wohl noch mitmachen, doch schon ganz auf der anderen Seite stehen!

 

BERUFUNG  mit dem hl. Engel

…..Wenn eine Gemeinschaft organisch wachsen soll, kann sie nicht klein und bescheiden genug anfangen. Das gilt auch für die Gemeinschaft mit dem hl. Schutzengel. Der Versuch nach den Sternen zu greifen, führt immer in den nächsten Graben. Auch dieses Lehrgeld ist nicht umsonst, wenn wir es gerne zahlen! In engem Raum, in Armut und Bescheidenheit miteinander zu leben, ist schon unter Menschen eine strengere Erziehung als eine strenge Regel. Dafür stehen die kinderreichen Familien! Besser im Anfang "nur ein Beet statt ein Garten", aber intensiv bearbeiten! Wer gleich nach der „Welt der Engel“ greift, muss sich notwendig in ihrer Weite und Größe verlieren.

Nicht das „Vielwissen sättigt die Seele“ meint der hl. Ignatius, „sondern das Verkosten der Dinge von Innen! Immer muss das Ziel: „GOTT allein“ sein, noch mehr mit dem hl. Engel, durch den wir erst näher erfahren können, was das "Soli DEO" bedeutet und verlangt. Hier muss der Suchende erst stark werden, bevor er sich der Welt der Engel naht. Darum stellt ihm GOTT nüchtern den  einen  Engel zur Seite, den Schutzengel. Er ist der Schlüssel und den kann er nur nützen, wenn er gelernt hat, mit GOTT allein zu sein. In einer Welt, auch in einer Kirche, die nur die Horizontale kennt, steht der Mensch vor einer Steilwand, die ihn lange beschäftigen muss, bevor er den ersten Kletterschritt ansetzt! Erst wenn er sich nüchtern über die Route klar geworden ist, wird der hl. Engel mit Hacken und Seil voraus gehen

Berufung im hl. Engel, wie sie uns heute geschenkt wird, ist etwas ganz Neues, wenn wir auf ein bewusstes Gehen mit dem hl. Engel zielen. Bei einigen Heiligen tritt er besonders nach vorne, denken wir nur an Gemma Galgani uam.. Was es bedeutet wird uns nicht durch Bücher offenbar, sondern im Wagnis des Lebens. Mit dem hl. Engel eins werden, das ist das ABC, das zuerst eingeübt werden muss. Hier wird das A und O der "Armut im Geiste" greifbar. Nicht nur sich führen lassen, so fängt es an, sondern mit dem hl. Engel ringen, um den nächsten Schritt. Es ist wie ein Spiel mit dem "Engel", ein heiliger Wettstreit, in dem jeder seinen Beitrag zu leisten hat. Ist das schon unter Menschen nicht einfach, so sicher nicht weniger mit einem Partner, der unsichtbar bleibt. Bei beiden Teilen, also auch im Verhältnis Erwachsener – Kind setzt es das Kindsein voraus, die Freude am Probieren, am Abenteuer des Neuen, das hier Innen ansetzt und tiefer nach Innen führt.

Wir sollen es auch üben, wenn wir allein sind, dann wird es zu einem Spiel um das Geheimnis unserer Berufung, die nur in einem Raum der Freiheit möglich ist, der uns nur in der Kirche vorgegeben ist, wenn sie nicht unter dem Druck von Außen, im Kampf mit den Mächten dieser Welt diese Freiheit schon verspielt hat. Hier ist der Engel uns voraus, da er seine Entscheidung für GOTT schon im Anfang gefallen ist. Wo er dem Partner Mensch zugesellt wird, wird sein Raum auf die Enge unseres menschlichen Daseins beschnitten. Und doch muss er Alles tun, um seinen Schützling auf den Weg zu GOTT bringen. Wie leicht verliert der Mensch in der Not, sich anpassen zu müssen die Ausrichtung auf GOTT und seine Ordnung. Wir müssen es heute bitter erleben.

Für den hl. Engel zuerst, dann aber auch für uns bleibt erste Spielregel: nichts erzwingen![73] Wie im Spiel Ehrfurcht vor dem Anderen verlangt wird, statt ihn mit eigenen Plänen zu überrennen, so auch im Verhältnis Engel – Mensch und vv. . Was das für den hl. Engel an Geduld, Warten, Verstehen verlangt, können wohl nur die Menschen ein wenig nachfühlen, die in die Arbeit mit Schwererziehbaren gerufen sind. Spiel verlangt, abzusehen von eigenen Vorstellungen, vom Willen etwas durchzusetzen. Du musst dich verleugnen und mit allen Mittel versuchen auf den Anderen einzugehen. Es muss sich das rechte Zueinander ergeben wie in einer Ehe, die durch viele Prüfungen gehen muss, bevor sie einander wirklich von Herz zu Herz nahe sind.

Es ist gut, dass wir erinnert werden auf die Eigenart des Anderen zu schauen, doch tiefer verstehen werden wir ihn nur, wenn wir fragend zu GOTT aufschauen. Sensitivity Training uns Ähnliches sind auf dem Weg, doch es braucht nicht weniger der Gnade. Wenn die Aufmerksamkeit auf den Anderen und den Arbeitskreise wahrhaftig ist und nicht einem Zweck von Außen unterworfen ist, braucht es ein scharfes Gewissen, hier könnte die Hilfe des Engels fruchtbar ansetzen. Immer muss das Hin zum Anderen von Innen angestoßen sein. Darin unterscheidet sich dieses Spiel mit dem Engel von den Spielen der Menschen, die zwar spontan beginnen, doch dann leider Geschäft, Routine werden. So sehr der hl. Engel unsere Freiheit achten muss, so sehr müssen wir in der Begegnung mit ihm wahrhaftig sein. Wir werden es umso mehr, wenn wir uns seinem Licht öffnen, Abglanz des Lichtes GOTTES.

Nur dieser Boden trägt und bereitet das Gespräch ohne Worte vor, in dem wir dem wir vom hl. Engel ein lernen müssen, wie er zuerst dem Wort, das allein dem Menschen eigen ist, fremd gegenüber steht. Ohne Wort kann der Mensch nicht einmal denken! Im Wort tritt der hl. Engel ein in eine neue, ihm bislang verschlossene Welt. In sie hineinzuwachsen, verlangt von ihm nicht weniger Geduld als in uns der Versuch, sich mit ihm schweigend zu verständigen. Die Trägheit des Menschen, sich Neuem zu öffnen, das nicht gleich greifbar ist, ist dort, wo sie sich verschließt, ist eine der himmelschreienden Sünden. Sie verschließt den Weg zu GOTT. Der Mensch der nicht mag, ist so auf sich zurück geworfen wie der, der Alles besser weiß. Darum braucht es hier Pioniere, die denen, die es nicht wagen, erste Brücken schlagen.

Das geht nicht ohne Fehlschläge ab. Der Weg mit dem hl. Engel ist, eingeübt, der sicherste hinüber, doch wie sehr fordert er den Menschen, von sich abzusehen, allein auf GOTT zu schauen wie der hl. Engel und mit ihm zu arbeiten bis in den Alltag hinein. Nur so wird er wahr, wirklich und überzeugend! Wo eine Gemeinschaft neu beginnt, muss sie sehr darauf achten, dass die von der Kirche approbierte Regel, die Konstitutionen und die „Gewohnheiten“ nicht das Wehen des GEISTES auslöscht. Welche Mahnung sind uns da die alten zerfallenden Orden, die ihr Charisma verloren haben, unfähig sich dem Anruf dieser schwierigen Zeit zu öffnen.

Wie sehr könnte auch hier noch der hl. Engel helfen, den Edelstein des Anfangs wieder auszugraben! Es gibt Ordnungen, die die freie Entscheidung und das Wachstum der Berufung schützen, ja stärken. Dort wo eine Gemeinschaft dahin siecht braucht es neuen Wein in neue Schläuche und nicht strenge Gerichtsvollzieher, die nur noch Totes ordnen. Wie sehr sind wir auch im Raum der Kirche daran gewöhnt, möglichst Alles in Schubladen unterzubringen, um uns die Arbeit zu erleichtern. Wie leicht wird auch in religiösen Gemeinschaften durch ein enges, eigensinniges Verstehen ihrer Zielsetzung auf den Einzelnen im Namen des Gehorsams Druck ausgeübt. Wie groß ist da die Gefahr, dass Berufungen nicht erkannt, abgeschoben, verbogen, fehlgeleitet werden. Wie wollen die Verantwortlichen vor dem Gericht GOTTES bestehen?

Die Freiheit, die der Mensch erobert hat, da die christliche Lebensordnung zerfällt, ist in Gefahr,  den Einzelnen wie die Gemeinschaft zu zerstören. Die Versuche von oben her steuernd einzugreifen, so gut sie auch religiös gemeint sein mögen, haben nur größeren Widerstand hervor gerufen und die Gesetzlosigkeit weiter vorgetrieben, Hat die religiöse Diktatur eines Franco und Salazar nicht in katholischen Ländern dem Feind noch mehr die Türe geöffnet? Welcher Zerfall der Moral gerade in diesen Ländern. Kann GOTT anders ansetzen als beim einzelnen Bekenner, der bereit ist sein Leben für GOTT hinzugeben, bevor er nach dem bösen Heilmittel der Gewalt greift? Nüchtern muss er wissen, dass er gegen eine Front der Anarchie steht, die der Widersacher täglich mehr vorantreibt. Immer gilt es zu erinnern: die Kirche und mit ihr die Menschheit stehen in einer Ölbergstunde. Warum rufen wir nicht nach der Hilfe der hl. Engel, wie sie dem HERRN in diesen schwersten Ringen um den unbegreiflichen Willen GOTTES zuteil wurde?

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Gebet mit, in und durch MARIA

1. Hingabe des ganzen Menschen

Gebet ist zuerst nicht ein Tun des Menschen, auch wenn es in menschliche Formen geprägt wird, damit wir auch miteinander beten können. Gebet ist zuerst die Hingabe des Men­schen, des ganzen Menschen an GOTT. Es sollte aus der Tiefe des Herzens des Menschen wie ein Schrei zu GOTT aufsteigen. Es sucht den Lebendigen GOTT, es ringt sich durch alle äußeren und inneren Schwierigkeit durch zu GOTT. Es muss den ganzen Menschen erfassen, durchdringen, es kann nicht einfach nebenbei getan werden. Es ist letztlich ein Sein des Menschen vor GOTT, das sich in verschiedenen Formen äußert. Es muss von Innen kommen und von dort her den ganzen Menschen ergreifen und zu GOTT empor reißen.

 

2. Unterscheidung

Zu solchem Gebet aus der Tiefe des Herzens ist der Mensch von sich aus nicht fähig, weil er durch die Sünde von GOTT weggegangen ist. Wo er die Sünde nicht überwinden kann, entfernt er sich immer mehr von GOTT. Die Sünde hat eine böse Fruchtbarkeit! Das sollte uns im Begriff der Erbsünde klar werden. Sie ist die erste entscheidende Absage des Menschen an GOTT, die der Mensch von sich aus nicht rückgängig machen kann. Sie ist ein Fluch, der auf dem Menschen lastet. Er kann nur durch GOTTES größere Gnade in JESUS CHRISTUS gelöst werden. Gebet gibt es deshalb nur in JESUS CHRISTUS, durch und mit und in Ihm im HEILIGEN GEIST.

Alles andere so genannte „Gebet“ ist letztlich nur der armselige, aber von vornherein zum Scheitern verurteilte Versuch des Menschen, über die eigene Sünde aus eigener Kraft hinauszu­kommen. Sie ist im besten Falle Sehnsuchtsschrei des Menschen zu GOTT. Doch er steigt nicht auf wie die Kartoffelfeuer. GOTTES Erbarmen knüpft in JESUS CHRISTUS an ihm an und hebt ihn auf in der Kraft des HEILIGEN GEISTES. Da wir oft sogar die Sehnsucht des Sünders nach GOTT verloren haben, sind wir heute in Gefahr, uns am Gebet der Heiden aufzurichten. In der Sehnsucht können sie uns beschämen, doch nie dürfen sie das Gebet in JESUS verdrängen.  Das östliche Gebet ist ein anderer Versuch, uns selbst zu erlösen. Auch wenn er wie im Yoga oft das Letzte verlangt, er kann die Erlösung in JESUS CHRISTUS nicht ersetzen.

 

3. Beten kann nur der Neue Mensch[74] im HEILIGEN GEIST:

Es heißt bei Paulus: 17 Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. 18 Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. 19 Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung anvertraute (2 Kor 5,17 – 19))

Wir müssen neu anfan­gen, das Beten zu lernen.  Je mehr wir dieser neue Mensch werden, umso besser werden wir beten können.  Der neue Mensch in JESUS CHRISTUS betet aus der Tiefe seines Einsseins mit JESUS CHRISTUS, unserem HERRN, und dies im HEILIGEN GEIST.  Denn der HEILIGE GEIST ist es, der uns wieder in das Gebet einführen soll, so wie es im Gal. heißt: 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. 27 Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. 28 Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; (Rö 8, 26ff).

Das Gebet will in JESUS CHRISTUS neu erlernt werden. Es wird uns Anstrengung kosten, Selbst­überwindung, Opfer. Gebet und Opfer bedingen einander. Der alte Menschmuss überwunden, ja kreuzigt werden, damit der neue Mensch durchbrechen kann.  So gilt auch für das Gebet das entscheidende Wort des HERRN über seine Nachfolge: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mk 8,34). "Das Kreuz auf sich nehmen", heißt für uns im Gebet, dass wir uns annehmen als die armen Sünder, die wir sind und doch in der Hoffnung auf CHRISTUS es nicht aufgeben mit viel Mühe und Anstrengung den Weg zu GOTT zurückzufinden.

 

I. Vom inneren und vom äußeren Beten

Weil der Mensch ein Ganzes ist von außen und innen, hat auch das Gebet notwendig diese beiden Seiten. Wir müssen es deshalb von innen und außen zugleich anpacken. Weil das äußere näher liegt, fangen wir dort an, doch schauen wir zugleich auf das, was ihm im Herzen entsprechen muss, damit es wahr sei. Um diese Wahrhaftigkeit geht es heute, wo wir auch im Gebet im Dunklen tappen und über all den angebotenen Praktiken aus dem Osten den Weg verlieren oder uns täuschen lassen. Wir dürfen uns nichts vormachen. Im Gebet geht es um die Übereinstimmung von Wort und Inhalt, von äußerer Form und innerer Gesinnung. Dies ist in der Philosophie die Bestimmung der Wahrheit, nur in der Wahrheit können wir GOTT erreichen. Doch nur im Schmerz stoßen wir durch! Nüchtern sagt der Mystiker Seuse: „Was weiß Einer denn, der nicht gelitten hat!“ Schauen wir auf das durchbohrte Herz des HERRN und Seiner MUTTER und wir verstehen besser! Im Seelengrund des Menschen liegt die Wahrheit GOTT, doch sie ist verschüttet. Wo wir das Leid in JESUS CHRISTUS annehmen, kann sie langsam durchbrechen und unser Leben verwandeln. Nicht wir finden die Wahrheit! Sie muss sich selbst offenbaren.

 

Über die Gebetshaltungen:

Weil Gebet wesentlich Sammlung ist hin auf GOTT, verlangt das Gebet von uns dass wir uns auf IHN hin sammeln mit all unseren Kräften, Leib und Seele! Das Gebet muss aus dem Ersten Gebot erwachsen, das von uns verlangt, dass wir IHN aus ganzem Herzen, mit all unseren Kräften, lieben.  GOTT verlangt die Antwort des ganzen Menschen. Solche Sammlung muss sich auch nach außen kundtun. Der Mensch muss sich von der Welt her zurückholen, von aller Zerstreuung, allem Verlorensein an die Dinge dieser Welt und sich besinnen auf den Einen GOTT, der ihn erschaffen und in JESUS CHRISTUS erlöst hat.

Wir dürfen unseren Leib nicht abhängen, als sei das Gebet eine Sache des Geistes. Damit bekennten wir, dass wir nicht an die Menschwerdung glauben. Die äußere Haltung soll uns daran erinnern: es ist der GEIST JESU, der in uns beten will. Vor IHM müssen wir uns beugen, IHM müssen wir auch unseren Leib als unseren „Tempel“ übergeben. Durch Ihn werden wir die uns gemäße Gebets­haltung finden. Immer geht es da um zwei Pole: Lockerung und Loslassen einerseits - und Disziplin und Zucht andererseits.

Die Lockerung ist notwendig, damit wir uns nicht innerlich ver­krampfen. GOTT ist nicht ein despotischer Götze, sondern ist auch dort, wo ER alles von uns verlangt der GOTT der Liebe, der uns in Reinheit an Sich ziehen will. Die Lockerung ist wichtig wie beim Sport das Warmwerden. Star­re Muskeln brechen! Darauf sollen wir bei den folgenden Körperhaltungen achten. Es sind: das Liegen, das Knien, das Sitzen, das Stehen.

a) Das Liegen auf dem Rücken hilft zur Entspannung. Wenn wir die Arme in Kreuzform ausspannen, erinnern wir uns an den HERRN wie ER auf das Kreuz gelegt und angenagelt wurde. Liegend ist uns der Leib am wenigsten zur Last. Wir dürfen dazu freilich nicht zu müde sein, sonst schlafen wir dabei ein. Weil der Körper gelöst ist, muss der Geist umso mehr an­gespannt sein, dass wir beten und nicht einfach ausruhen.

Wo wir mit dem Angesicht nach unten liegen bekennen wir vor GOTT, dass wir Staub sind, von der Erde genommen und wieder zum Staub zurückkehren. Es ist die Haltung des armen Sünders vor GOTT, der darauf wartet, dass GOTT ihn in Erbarmen wieder aufheben wird. Erinnern wir uns an David, nachdem der Prophet ihn von GOTT her angerufen hat wegen seiner Sünde an Betseba. David hat sein Lager nicht mehr bestiegen, bis ihm die Kunde vom Tode des Kindes zukam. Es ist eine außergewöhnliche Gebetshaltung. Sie zeugt von tiefer Erschütterung. Der HERR hat sie am Ölberg gelebt.

b) Das Knien im Gebet ist bei uns die gebräuchlichste der Gebetshaltungen.

Der Mensch macht sich ein Stück kleiner vor GOTT, auch hier wie beim Hinwerfen auf den Boden, will er bekennen, dass wir arme Sünder sind und auf Sein Erbarmen warten. Das Knien ist auf die Dauer beschwerlich, darum hat man die Knie­bänke geschaffen. Aufgerichtet zu knien, ist Zeichen der Demut und des Vertrauens zu GOTT. Je mehr wir uns beim Knien bücken, umso mehr geben wir damit zum Ausdruck, dass wir unseres Armen-Sünder-Seins bewusst sind. Das gilt besonders, wenn wir ohne Kniebank mit dem Kopf die Erde berühren. So hat der Engel mit den Hirtenkindern gebetet.

c) Stehend zu beten ist seit dem Konzil Ausdruck des mündigen Christen. Der Mensch weiß sich als Christ zur GOTTESfreundschaft berufen, er ist Sohn im SOHN des VATERS. Er soll sich dabei dieses Unterschiedes bewusst bleiben und nicht vergessen, dass er ein armer Sünder bleibt und sich beugen muss. Wenn er auf MARIA schaut, wird er nicht fallen!

Die Haltung der Hände, sei es beim Liegen, Knien oder Stehen hat zeichenhafte Bedeutung. Bittend und zugleich vertrauend strecken wir die Hände hin zu GOTT. Ausbreitend stehen wir vor dem VATER wie der SOHN am Kreuz, der sich ganz dem VATER ausgeliefert hat: „VATER in Deine Hände empfehle ich Meinen Geist“ (Lk 23,46)

Wo wir sitzen, ruhen wir aus, entspannen uns, bereiten uns zur Betrachtung. Solange der Mensch sich nicht einfach loslässt und sich bewusst bleibt, vor GOTT zu stehen, verliert der Mensch dabei nicht die Ehrfurcht vor GOTT,  wenn längeres Knien aus gesundheitlichen Gründen schwer fällt.

Die schönste Gebetshaltung unserer Hände zeigt uns MARIA, wo sie mit aufeinander gelegten Hände nach oben weiset. In Indien ist dies die gebräuchliche Haltung, wenn wir dem Nächsten begegnen und ihn begrüßen. In den Händen soll sich der Leib des Menschen sammeln, hin auf GOTT wie in einem auf die Sehne des Bogens gelegten Pfeil. Die ineinander gefalteten Hände drücken aus, dass der Mensch im Gebet mit GOTT ringt.

Je nachdem wir den Kopf neigen oder erheben, drücken wir Demut und Zerknirschung oder Vertrauen und Zuversicht aus. Immer muss alles Sich-Lassen eingefangen sein von einem letzten gesammelten Aufblick zu GOTT, wenn wir GOTTESfurcht bezeugen wollen.

 

II. Das Gebet mit dem Engel

Zugespitzt könnten wir sagen: der Engel betet nicht, sondern er ist Gebet, in seinem ganzen Sein und Tun. So muss es auch wohl sein, wenn unsere Bestimmung des Gebetes am Anfang "Gebet ist Hingabe an GOTT" richtig ist. Die Engel sind stehen seit der Prüfung am Anfang in ewiger Anbetung vor GOTT. Das ist ihre Grundhaltung. Es ist da kein Gedanke in ihnen, der nicht von GOTT kommt und nicht auf GOTT zielt. Sie brauchen sich nicht zu sammeln, ihr ganzes Sein drückt aus Hingabe an GOTT. Da uns das Beten immer schwerer wird, ist es gut sich daran zu erinnern, dass der Schutzengel allzeit an unserer Seite ist. Er ist ganz mit uns und doch ganz bei GOTT, er ist mit uns in dieser Welt und doch zugleich im Himmel bei GOTT. Diesen Gegensatz zu überbrücken, will er uns helfen, denn auch wir sollen uns bewusst sein, dass wir als Christen nicht von dieser Erde sind, sondern schon jetzt kraft der Erlösung in JESUS CHRISTUS vor GOTT stehen dürfen, Sein Eigentum sind. Wie leicht ist dies vergessen, selbst in der Kirche, selbst beim Beten. Die kleinste Zerstreuung wirft uns aus der Bahn.

Die Vorbereitung der Hirtenkinder in Fatima durch den Engel von Portugal kann uns hier viel lehren.  Obwohl die Kinder in christlicher Familien erzogen sind und sicher das Beten gelernt haben, müssen sie doch mit dem hl.  Engel noch einmal ganz neu anfangen.  Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Sie müssen über das Beten hinaus zur Anbetung kommen, wie es uns schon beim ersten Gebet mit dem hl. Engel in Wort und Haltung des Engels gelehrt wird: „Mein GOTT, ich glaube an Dich; ich bete Dich an….“ Der traditionelle Glaube, den sie vom Elternhaus her mitbekommen haben, genügt nicht mehr.  Sie müssen, um ihrer Sendung mit der Mutter GOTTES gewachsen zu sein, beten lernen wie die Engel, mit dem hl. Engel. Sie müssen mit ihrem ganzen Sein am Angesichte GOTTES hängen, ohne einen Augen­blick von Ihm zu lassen.

Da sie mit dem Engel beten, sind sie in das Gebet des vorbetenden Engels hinein genommen.  Sie vergessen ihrer selbst, sie sind ausgerichtet allein auf GOTT.  Die physische Anstren­gung Gebetes ist so groß, dass sie danach ganz erschöpft sind. Die geistige Kraft des Gebetes des Engels hat all ihre körperlichen Kräfte in Anspruch genommen.  Sie sind wie ausgelaugt. Franziskus bekennt, dass er kaum mehr gehen konnte. Haben wir je beim Beten etwas Ähnliches erlebt? Eine Mutter, die um ihr sterbendes Kind mit GOTT ringt, dürfte dem sehr nahe sein. Gebet aus der Tiefe nimmt den ganzen Menschen in An­spruch. Er ist nur noch für GOTT da. In solcher Hingabe fällt alle Verwirrung und Verfinste­rung dieser Zeit von ihm ab. Keine Macht des Bösen kann ihn von GOTT wegreißen.

Denken wir an die dreifache, alle menschlichen Kräfte der Kinder übersteigende Prüfung, die ihrer Sendung mit der Mutter ­GOTTES vorausgeht. Ohne die Hilfe des Engels und die Einheit miteinander hätten sie kaum bestanden. Sie müssen stehen zur Botschaft der Mutter­ GOTTES gegen die Autorität ihrer Eltern, die doch in der damaligen Zeit noch alles war. Gegen die Autorität des Pfarrers, die sicher in jener Zeit auch über alles galt. Hat er nicht in der Erscheinung ein Trugspiel des Bösen gesehen? Sie stehen gegen die Auto­rität des Staates, der sie mit Gewalt durch die Entführer am 13. August von den Erscheinungen wegreißen will.

Der Engel nimmt das armselige Beten des Menschen, sein sich Aus-strecken-Wollen nach GOTT in sein Gebet hinein und reißt so das Gebet des Menschen mit aller Gewalt zu GOTT. Er verankert es in GOTT, wo wir es nur ihm anheim geben. Lucia erinnert, dass sie noch Tage später von der Atmosphäre dieses Gebetes wie eingehüllt waren; sie konnten sich aus dem Kraftfeld des Gebetes des Engels nicht lösen. Nach dem Zeugnis von Luzia erkannten die Kinder erst im Gebet mit dem hl. Engel, wer GOTT ist, wie sehr Er uns liebt und wie sehr Er von uns geliebt werden will. Im Gebet mit dem hl. Engel wächst die Erkenntnis GOTTES über alle Gebetsformeln hinaus. Wir stehen wahrhaft mit ihm vor GOTT. Fatima lehrt uns, unser Gebet muss zum Heiligen GOTT durchsto­ßen. Gegen alle Unreinheit und Sünde der Welt will sich GOTT in kindhaften Herzen als der Heilige GOTT offenbaren.

 

III.  Gebet und Betrachtung

Die Unterweisung der Kinder von Fatima durch den Engel ist eine wahre Gebetsschule.  Die Kinder lernen nicht nur über das traditionelle Beten hinaus mit und durch den Engel die rechte Weise der Anbetung; sie werden vom Engel auch zur Betrachtung geführt, wenn er ihnen eindrücklich sagt: "Die Herzen JESU und MARIAE haben über euch Pläne des Erbarmens". Auch wenn sie noch Kinder sind, der Engel führt sie dazu, etwas von der Weisheit der Wege GOTTES mit uns armen Sündern zu erkennen. Sie sind wie in das Gebet so hier durch die Betrachtung hineinge­nommen in diese Pläne GOTTES und wissen, dass das, was geschieht nicht zufällig geschieht; dass es GOTTES Weisheit geplant, durchdacht hat und nun auch ausführt.

Immer muss alles Betrachten zuletzt hinführen zu der einzig notwendigem Frage an GOTT: "HERR, was willst Du von mir?" - "HERR, wie kann ich Dir und Deinen Plänen am besten dienen?" Alle unsere Betrachtung der Schrift, der Mitmenschen, der Dinge dieser Welt im Blick auf GOTT zielt letztlich auf diese Frage: "HERR, was willst Du von uns?"

Nur so sind wir als Betrachtende nicht nur wie die Zuschauer vor einer Bühne, sondern wir sind hinein genommen in das heilige Spiel GOTTES mit uns. Als arme Pilger wissen wir, dass wir auf diese entscheidende Frage nur stückweise Antwort bekommen. Sie wird erst am Ende unseres Lebens beantwortet. Dann erhalten wir von GOTT unseren neuen Namen, der unsere Aufgabe auf Erden in einem Wort zusammenfasst. Weil dieses Geheimnis so tief und verborgen ist, müssen wir immer neu zu erkennen suchen, mit MARIA im Herzen erwägen, aus ihn zu leben versuchen.

Wie die Kinder, die auch mit ihren Fragen nicht müde werden, dürfen wir nicht aufhören, bei GOTT anzuklopfen. Nicht erst zuletzt sollten wir erfahren, wozu wir auf Erden waren. Hat JESUS uns nicht selbst angerufen: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. 10 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. 11 Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, 12 oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?  13 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten. (Lk 11,9ff). Kinder wollen  wissen, was hinter den Dingen steht, sie sind nicht wie die Er­wachsenen zufrieden mit einer äußeren Auskunft. Auch wenn sie es nicht wissen, ihr Fragen zielt letztlich auf GOTT. Betrachtend müssen wir fragen: was bedeuten die Dinge, die Worte, die Menschen, die mir begegnen? Was will mir GOTT damit sagen? Nur der vor GOTT Schweigende nimmt sich dafür Zeit.

Wenn GOTT uns nicht zwingt, stillzustehen; von uns aus finden wir kaum die Kraft dazu. Betrachten aber ist für uns hier auf Erden eine Weise der Anschauung GOTTES, wie sie uns einmal im Himmel geschenkt wird.  Sie wird dort für immer unsere Nahrung sein, denn wir werden uns nie ganz von GOTT sättigen können; immer mehr werden wir uns in GOTT hineinbetrachten dürfen. Schon jetzt ist Gebet und Betrachtung für uns Nahrung für unsere Seele, lebendiger Trank in der Wüste dieser Zeit.

 

IV. Gebet und Sühne

Wenn die Anbetung tief ist und die Betrachtung immer mehr hineinfindet in das Schauen GOTTES, dann erwächst aus beiden wie von selbst das Gebet der Sühne, für das auch wieder die Kinder von Fatima Beispiel stehen. Es geht nicht nur darum, dass wir beten und anbeten, sondern dass wir es auch für die Vielen tun, die es nicht mehr tun und dadurch Gefahr laufen, für ewig verloren zu gehen.

V. Anbetung

bedeutet, von GOTT angezogen sein, nach dem Wort des HERRN: „Wenn Ich einmal erhöht sein werde, dann werde Ich alle an Mich ziehen“ (Jo 12,32). Je stärker uns GOTT zieht, umso mehr können wir in unsere Antwort  all die hinein nehmen, für die uns GOTT gnadenhaft gerufen hat. Wahrhaft Sühnende können wir in JESUS CHRISTUS nur werden, wenn sein „Mich dürstet!“ in uns durchgebrochen ist. Wenn wir bereit sind mit IHM unser Leben hinzugeben für unsere Brüder.

VI. Fürbitte

Der Christ, der nur für sich sorgt, ist nur ein halber Christ; wenn er gerettet wird, dann nur, weil Andere für ihn einstehen, weil Andere die Sorge für ihn mit tragen. Kein wahrer Christ sollte einmal allein vor der Tür des Himmels stehen. 20 Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. 21 Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben (1Jo 4,20ff). Die Nächstenliebe ist der Prüfstein für die Echtheit unserer GOTTESliebe, wo sie wächst, wird zu zur Sühne, Bereitschaft für den Bruder einzustehen, auch und gerade, weil er ein armer Sünder ist, der solcher Liebe bedarf. Sollen alle, die heute abfallen vom Glauben verloren gehen? Keiner geht verloren, für den ein Getreuer einsteht!

Der tiefste Beweggrund aber für die Sühne kommt aus dem Schauen der Schönheit und der Heiligkeit GOTTES, wie sie uns am meisten am Kreuz offenbar wird. Müssen wir nicht GOTT mehr lieben, da ER so in den Schmutz Welt getreten wird? Müssen wir nicht darunter leiden? Die Kinder von Fatima habe es uns vorgelebt! Leiden mit und in JESUS ist der Anfang der Sühne. Hier finden wir auch  hinüber zum großen Sühnegebet, das der hl.  Engel von Portugal den Kindern bei der dritten Er­scheinung lehrt, bevor er ihnen die Hlst. Eucharistie spendet.  ER ist wirklich anwesend in der Armut der Hlst. Hostie, in Fleisch und Blut, mit Leib und Seele. Doch nur leidend und betrachtend wachsen wir tiefer in dieses Geheimnis hinein.

(Die folgenden Abschnitte sind „ad libitum“ in der Unterscheidung der Geiste)

 

V. Das Gebet mit den Tabernakelengel

Die größte Gebetshilfe nach der durch den eigenen Schutzengel wird uns sicher durch die Tabernakelengel zuteil, die in den sieben liturgischen Zeiten den Anruf des HERRN an Seine Getreuen vom Tabernakel[75] aus weitergeben, zu jeder dieser Stunden in ver­schiedener Weise.  Wie sollte sonst die Kirche zu den Sieben Tageszeiten gekommen sein, da sie zuerst nur drei kannte: Laudes, Sext Vesper, wie es noch der Malabarische Ritus beibehält? Auch acht Zeiten finden sich nach der tridentischen Ordnung, auch neun, in Angleichung an die Chöre der hl. Engel. Immer liegt eine engelhafte Inspiration zugrunde, wie ja auch die erste Mönchsregel durch die hl. Engel gegeben wurde. Die hl. Engel, die Tag und Nacht vor GOTT anbeten, sind auch im gemeinsamen, liturgischen Gebet unsere größte Hilfe. Von Anfang an war den Mönchen bewusst: sie sind gerufen „mit den Engeln zu lobpreisen = psallere cum angelis.

Wo wie nur auf den Menschen schauen, läuft die Liturgie Gefahr, zu einer bloß menschlichen Versammlung zu werden. Benedikt XVII hat uns darauf hingewiesen und die tridentinische Messe zurück geholt. Nicht in ihr liegt die Lösung, doch sie erinnert uns: Liturgie ist heiliger Dienst in einer vorgegebenen Ordnung, die nicht Menschenwerk sein darf. Unser persönliches wie das Gemeinschaftsgebet wird neu im HEILIGEN GEIST, wo wir uns mit den hl. Engeln als den „liturgischen Geistern“ verbinden,, wie sie der Hebräerbrief nennt (Hebr 1,12). GOTTES Erbarmen will schon auf Erden die Kirche zu der Vollendung bringen, die uns einmal im Himmel geschenkt wird. St. Gabriel in Portugal weist uns diesen Weg.

Durch die hl. Engel, die den Liebesanruf JESU vom Tabernakel aus hinaustragen, werden wir gemahnt, nicht nur durch den HERRN, den wir in der hl. Kommunion am Morgen empfangen haben, in unserem Herzen lebendig zu halten, sondern auch mit Ihm im Tabernakel, wo immer wir sind, verbunden zu bleiben. Wir sollen mit Ihm, dem Guten Hirten, teilen all unsere Sorgen, dass ER sie zum VATER trage. Auch im BROT ist er immer neu. Feinsinnige Seelen dürfen IHN darum immer neu erleben. Er ist nicht der GOTT der Philosophen, der immer gleich bleibt, wo immer wir IHM begegnen. ER ist im BROT als Mensch uns nahe, so wie wir IHN brauchen! Betrachtend wollen wir diesem Geheimnis ein wenig nachspüren. Hier hilft nicht wenig die Parallele zu den Spektralfarben = Regenbogenfarben. Welche Bedeutung dem Siebener - Rhythmus in unserem Leben zukommt, können uns schon die Ärzte aufzeigen.

 

Immer ist die Hlst Eucharistie die Mitte

Der erste Tabernakelengel ruft uns im weißen Licht zur Anbetung GOTTES.  Das soll unser erstes Denken sein am Morgen, all unser Sein und Tun auf GOTT, den HERRN, auszurichten; den ganzen Tag unser Sein und Tun in Ihn hineinzutragen. Wir sollen in die Anbetung GOTTES alles mitnehmen, wie und wann GOTT es uns schickt. Alles soll dienen Seiner größeren Ehre und der Rettung der Seelen.

Der zweite Tabernakelengel erinnert uns an das Erwachen der Schöpfung in ihrem in Farben und Tönen aufsteigenden Lobpreis GOTTES. Er ruft uns zur hl.  Messe, damit wir durch sie Kreuzträger werden und gestärkt hinausgehen in den Tag; all das Kreuz auf uns zu nehmen bis wir endlich wie Pauli sagen dürfen, dass wir „mit Ihm gekreuzigt“ sind, kreuzförmig geworden, Zeichen Seiner Liebe und Seines Sieges über alle Macht der Welt.

Der dritte Tabernakelengel führt uns hinaus im "Ite missa est" des Priesters: Gehet hin, die Botschaft der Liebe GOTTES, die Er uns heute wieder geschenkt hat, hinauszutragen zu allen andern, die GOTT uns aufgetragen hat und denen wir an diesem Tag begegnen werden, damit wir in und mit und durch MARIA den Menschen  JESUS schenken, wie es der HEILIGE GEIST fügen wird.

In der Mittagszeit sollen wir mit dem vierten Taber­nakelengel einkehren im HERZEN JESU, auf die erste Halbzeit des Tages zurück schauen, Gewis­senserforschung halten. Wir bereuen, was wir gefehlt haben, danken für Alles, was der HERR uns geschenkt hat, wir verbinden uns erneut mit IHM dem Göttlichen Kreuzträger auf dem weiteren Weg durch den Tag.

Der fünfte Tabernakelengel mahnt uns, an die Sterbestunde des HERRN zu denken, Sein Blut aufzuopfern für alle Sterbenden, für die hl. Schutzengel im Kampf, für alle Schwachen, für alle, besonders unter den Priestern, die nicht mehr feststehen und in Gefahr sind, ihren Beruf zu verra­ten. Dies ist unsere Sendung in der Kraft der Sühne; nicht nur uns selbst zu reinigen in der Kraft des Blutes CHRISTI, sondern dieses Blut auch aufzuopfern für alle, die dieses Blut am meisten brauchen. Denken wir dabei besonders an die Engel der Todsünder, damit sie vor dem Ewigen Tod gerettet werden kraft der Verdienste der Todesstunde CHRISTI.

Der sechste Tabernakelengel erinnert uns an das Wort der Jünger von Emmaus: "HERR, bleibe bei uns, denn es will Abend werden." Es wird auch einmal Abend werden in unserem Leben.  Wenn wir für den HERRN einstehen und aus Herzen bereuen, was Ihm angetan wird im Tabernakel von uns, den so genannten Getreuen, dann brauchen wir uns nicht fürchten vor der Stunde des Gerichtes. Dieser Auftrag, uns Seiner Gerechtigkeit auszuliefern, ist heute notwendiger denn je. Steht das Gericht nicht schon über uns? Doch wir sind blind. Wir wollen Ihn trösten wie eine kleine hl. Theresia Ihn getröstet hat in Seiner Armut im Tabernakel, wie Ihn  ein Franziskus von Fatima getröstet hat, stundenlang anbetend vor dem Tabernakel seiner Heimatkirche.

Mit dem siebten Tabernakelengel halten wir ernste Gewissenserforschung über alles, was an diesem Tag nicht recht war vor GOTT, was nicht vor seinen Augen und den Augen Seiner Mutter und Seiner Engel bestehen kann; vor allem, wo wir Seine liebende Fürsorge nicht immer bedacht und dankend ange­nommen haben. Wir wollen aber auch danken für alle erkannte und nicht erkannte Gnadenhilfe durch die MUTTER und die hl. Engel. Denken wir daran, es könnte unsere letzte Nacht sein. Immer muss der Christ wach sein, auch wenn er schläft. Sein Engel steht ja allzeit ihm wachend und mahnend zur Seite, wenn er nur hören wollte. Wie sehr sollten wir uns dieses Fürsprechers vor GOTTES Thron erinnern, der über den Schutzengel uns nahe tritt. Wir wollen uns auf die letzte Stunde bereiten und GOTT danken für alle Hilfe Seiner hl. Engel, dass sie uns mahnen, dass sie uns immer wieder vor das Licht GOTTES stellen, damit wir in diesem Lichte umkehren, bereuen und selber Kinder des Lichtes werden.

 

VI. Die sieben Erzengel[76] als Helfer in unserem Gebet

Anders als die Tabernakelengel, die den Ruf der Liebe GOTTES an uns vom Tabernakel aus weitergeben, stehen die sieben Erzengel uns im Gebet bei.  Sie erinnern uns, dass wir im Gebet nicht nur mit uns, sondern zuerst mit GOTT kämpfen müssen, wie es Jakob getan hat; dass wir dem Anruf der Tabernakelengel folgend, durchstoßen durch alle Hindernisse, durch alle Gewalten und Fährnisse dieser Welt und GOTT die Antwort der Liebe bringen, die Er von uns erwarten kann.

Der Erste kämpft uns den Weg frei zum Tabernakel, er hilft uns das Licht des Anrufes GOTTES in unser Herz aufzunehmen und die Dunkelheit dieser Zeit zu tragen bis vor den Thron GOTTES; dass wir nicht müde werden, auf GOTT zu schauen in aller Bedrängnis, in allen Gefahren, in aller Ablenkung durch diese Welt. Nie werden wir das Geheimnis der Gegenwart des HERRN in der Hlst. Eucharistie ausschöpfen können, nie genug Sühne leisten für all die Schmach die IHM im Sakrament des Altares angetan wird. Denken wir an den sel. Franziskus von Fatima. Er wird uns beistehen, dass wir immer mehr Lichtträger werden und dadurch den hl. Engeln würdig und zugleich mit ihnen immer mehr vereint bleiben.

Der Zweite will uns helfen unser ganzes Leben unter den Anruf der Verkündigung durch St. Gabriel zu stellen: der HERR will in uns Fleisch annehmen wie durch MARIA; dass wir all unser Denken, Sprechen und Tun in der Kraft des HEILIGEN GEISTES zum Gebet machen, nicht nur unser Beten in der Kirche und zu bestimmten Gebetszei­ten. Unser Leben vor GOTT soll Gebet werden, wie der hl. Engel und mir seiner Hilfe.

Der Dritte, will uns Lebensfreude vermitteln, dass wir einstimmen in den Lobpreis von Engel und stummer Schöpfung und ihn hinausstrahlen. Müssen wir nicht Zeugen Seiner Auferstehung sein wie die Apostel? Nicht nur Worte, sondern unser Herz sollen wir IHM schenken in je per­sönlicher Antwort. Leuchtend soll unser Gebet werden wie das Gebet der Engel vor dem Antlitz des HERRN. Er will uns helfen, dass wir unsere Bestimmung vor GOTT immer würdiger werden.

Der Vierte hilft uns, dass unser Gebet aufsteige aus der Tiefe unseres Herzens, aus der Tiefe der Reue und der Zerknirschung, wenn wir in Sünde gefallen sind; dass der ganze Mensch in dieses Gebet einstimme und nicht nur mit seinen Lippen vor GOTT bete; dass wir auch im Schweigen zu GOTT zu sprechen lernen, weil die schweigende Liebe vor GOTT am tiefsten zählt, wie wir es von MARIA wissen. Schon mit dem vierten treten wir ein in die Passion des HERRN, derer wir nicht nur am Karfreitag gedenken sollen. Die Kirche ist heute in die Passion gerufen: der Knecht ist nicht über dem HERRN! Wollen wir uns weiter durch den Wohlstand betäuben?

Der Fünfte lässt uns aufschauen zum HERRN erhöht am Kreuz. Welch` eine Gnade wäre es, jeden Tag gerade in dieser Stunde der sterbenden Todsünder zu gedenken, die Priester einzuschließen, die um ihre Berufung ringen, sie verloren haben, weil sie nie auf das Kreuz geschaut haben. Wie viel Verrat ist in dieser Stunde gut zu machen – sind sie nicht alle geflohen die Apostel, nur Johannes blieb, weil ihn die Mutter noch aufgefangen hat. Wir brauchen Johannespriester!

Der Sechste mahnt uns: „ es will Abend werden…!“ Einkehr nicht nur einmal im Jahr, sondern immer wenn die Dunkelheit über uns hereinbricht. Ist den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus nicht zuletzt Angst eingeschlichen, als der HERR von ihnen gehen wollte, als sie ein wenig spürten, wie leer ihre Worte waren, wie wenig sie auf IHN geschaut haben? Starke Männer geben vor, sich nicht zu fürchten – doch es kommt die Stunde….

Der Siebte ist uns Hilfe in der Gewissenserforschung und heiliger Beistand im persönlichen Gericht, wenn wir im Licht CHRISTI, der mit uns den ganzen Lebensweg gegangen ist, unser Leben erkennen müssen. „Wer ist wie GOTT“. Da helfen keine Ausreden und Diskussionen! Wie klar werden wir dann in diesem letzten Engel St. Michael, den Kämpfer gegen Luzifer erkennen. Der kleine Erzengel gegen den gefallenen Seraph! Und der Feind wird alles vorbringen, was wir Gutes getan, aber auch gesündigt haben, alle Masken müssen fallen. O HERR sei uns armen Sündern gnädig! St. Michael steh’ uns bei im letzten Kampfe!

 

Auch die beiden anderen Erzengel, die wir mit Namen anrufen, lassen sich in dieser Reihe erkennen: St. Gabriel, der für die Verkündigung steht und von uns Rechenschaft verlangen wird für jedes unnütze Wort.

St. Raphael als vorletzter, scheidet vor dem Gericht, damit wir nicht in der letzten Stunde von den Anklagen des Feindes überrumpelt werden und ihm anheim fallen. 

Wie sehr sollten wir sie anrufen diese großen Kämpfer mit dem Gebet zu St. Michael, sind sie doch wie er Heerführer der himmlischen Heerscharen, bereit uns beizustehen, wenn aller menschliche Hochmut vor dem Zorn der Gerechten GOTTES zerbrechen wird!

 

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 „Schweigend und gehorchend…“

Leitwort

 

„Sie ist wie ein Lämmlein auf grüner Weide,

Sie wägt jedes Wort vor ihrem Engel,

sie lässt die Gnade über sich fließen

in Ewigkeit“

 

Tiefere Begegnung mit dem hl. Engel gibt es nur, wenn uns irgendwo, vielleicht gerade inmitten des Lärmes unseres Alltages das Geheimnis des Schweigens aufgeht.

Hier ruft uns der HERR leise, mit dem hl. Engel in die Schule zu gehen, zu lernen, immer bewusster das Schweigen suchen, mitten im Lärm, die freien Stunden, besonders aber den Sonntag zu nützen, um uns in Seiner schweigenden Liebe zu sonnen: zurückzublicken, zu danken, bedenken, vorausschauen.

In tiefem, schweigenden Anbeten vor dem größeren GOTT muss einmal unser Leben in Seine Hand fallen, dann sind wir schon hier auf der Brücke in die Ewigkeit.

Wie viel haben wir dem guten hl. Engel zu danken, wenn er uns hier immer mehr an die Hand nimmt, wenn wir lernen, nicht nur mit ihm zu beten, sondern all’ unser Denken und Tun mit ihm vor GOTT zu tragen. Wie sehr wünscht der HERR diese heilige Gemeinsamkeit in einer Zeit, da das Geheimnis aus der Kirche geschwunden ist, wo sie in Gefahr wird, nur noch Menschenwerk zu sein, wie die ganze Scheinwelt, die wir um uns aufbauen.

Der Anruf zum Schweigen liegt wohl schon im Anfang dieser Betrachtungen, er begleitet sie, damit sie fruchtbar, unser Leben wandeln, zu GOTT hinaufheben, er soll uns das Wesentlichste dieser Arbeit noch einmal je in eigener Weise aufleuchten lassen.

 

MARIA und der hl. Engel

MARIA ist die große Lehrmeisterin der Betrachtung, was immer sie in der Schöpfung schaute, sie bezog es auf den VATER im Himmel, sie erwog jedes Wort, jedes Tun ihres SOHNES in ihrem Herzen, sie bedachte, was immer sie sprach. Darum sind ihre wenigen Worte Perlen, die erst im Licht des hl. Engels ihren vollen Glanz entfalten. GOTTES Güte wird uns durch den hl. Engel aus dem Schatz ihrer Weisheit neue Erkenntnis schenken, damit wir IHN immer mehr loben können mit allen hl. Engel, Heiligen und der ganzen Schöpfung, die da wartet auf die Offenbarung der Kinder GOTTES.

 

Der Anteil des hl. Engels in unserer Betrachtung: Durchschauen, Durchdringen

Beginnen wir mit einem Bild: „Tracht“ ist, was die Bienen heimbringen von den Blüten in Wald und Feld. Die Blüten sind Krone, der Honig daraus ist ihr Mark. In ihm sammelt sich die Süße der Schöpfung, wie sie aufblüht unter den liebenden Augen GOTTES. Da alles Wort auf das WORT, die Zweite Göttliche Person hinweist, steht diese Süße für das Wort, das uns GOTT durch MARIA schenkt. Es ist nicht nur eine fromme Anmutung, dass sie Ihrem SOHN die Gleichnisse gelehrt habe, in denen ER zu uns spricht: „ER aber sprach nicht anders zu ihnen als in Gleichnissen......“ Letztlich ist ja alle äußere Wirklichkeit Bild und Gleichnis.

Das wird uns schon im Lukasevangelium nahe gelegt. Dort sind die Gleichnisse nicht mehr wie bei Matthäus und Markus in einem Kapitel gesammelt, sie durchziehen das ganze Evangelium. Sie sollen uns daran erinnern: alles, was der HERR uns sagen will, sollen wir auf seinen tieferen Sinn durchschauen, durchdringen. Mit diesen beiden Worten, ist uns ein wichtiger Hinweis darauf gegeben, wie wir Betrachtung verstehen sollen. Durch sie soll uns deutlicher werden, in welcher Weise der hl. Engel uns in der Betrachtung helfen kann.

 

Weisheit und Wissen

Im Paradies war dem Menschen diese Gnade in ähnlicher Weise geschenkt wie dem Engel, der die Dinge in ihrem Wesen schauen durfte.  Ja er durfte sogar auf die Gedanken GOTTES, die hinter allen Dingen sind, schauen. An dieser Gnade vollzog sich die Prüfung der Engel im Anfang der Zeit. Luzifer konnte etwas von GOTTES Plan mit dem Menschen in den Gedanken GOTTES lesen. Statt dass er sie im Geist erwogen hätte, lehnte er sich gegen diesen Plan GOTTES auf, der ihn zum Diener des Menschen gemacht hätte. Er wollte seinem geistigen Rang entsprechend eingeschätzt sein. Wie konnte ihm GOTT solche Verdemütigung zumuten? Er sah sich gerufen, GOTT zu verbessern, seinen Platz einzunehmen – das ist seit der Scheidung seine „Aufgabe“ geworden. Luzifer ist gescheitert, weil er zu stolz war, tiefer nachdachte, was GOTT mit dem Menschen meinte: „als Mitte der Schöpfung“. Er wusste nur, dass der Mensch tiefer unter ihm, dem Geistwesen stand. Ihm sollte er dienen? Er wollte er selbst sein, sich selbst schaffen, wie es die Menschen, von ihm angehaucht heute versuchen,  gegen GOTT, zusammen mit allen Engeln, die seinem Beispiel folgen.

Er will sein Reich des Besserwissens aufrichten gegen die größere Weisheit GOTTES, die kein Geschöpf, nicht einmal der Engel nur annähernd fassen kann. Wie zielbewusst er dieses „Reich“ aufbaut, können wir heute immer besser erkennen. Wissen und Macht rücken in dieser Welt immer mehr an die erste Stelle, sie werden durch die Technik zu der Waffe, mit der er endlich die „törichte Weisheit“ GOTTES zu besiegen erhofft. Teil dieses Geisterkampfes werden wir schon hier erleben, seine Entfaltung und den Sieg der Torheit GOTTES über allen Anspruch des Besserwissens später vom Himmel.

 

Unsere Mitarbeit

Doch nicht als unbeteiligte Zuschauer! GOTT erwartet unsere Mitarbeit, sie gehört zum ersten Auftrag im Paradies: „macht euch die Schöpfung untertan!“ Denn alles muss IHM unterworfen werden, erst dann kommt das Ende der Welt! Weil der Mensch zum Tatmenschen geworden ist, glauben wir heute auch in der Kirche, dass wir aktiv eingreifen müssen in diese Zeit, um eine „bessere = humanere“ Zeit heraufzuführen. Hier sind wir auf der schiefen Ebene des Besserwissers. War Hitler nicht genügend Hinweis in seinem unbeugsamen Willen, es besser zu machen? Wir haben vergessen, welcher Tribut zu zahlen war und noch zu zahlen ist. Der Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ war die notwendige Voraussetzung für die Zerstörung des christlichen Europas, das jetzt im Zeichen des Weltmarktes umgebaut werden soll. Die Geheime Offenbarung öffnet uns darüber die Augen im Bild von den „Schiffen der Kaufleute auf allen Meeren“.

Wo der Feind immer maskenloser die Zügel unserer Zeit ergreift, müssen wir in die entgegengesetzte Richtung schauen, um unseren Weg nicht zu verfehlen. Nicht umsonst erinnert uns die Mutter GOTTES bei jeder ihrer Erscheinungen im Aufruf zum Rosenkranz daran, dass wir ihn betrachtend beten sollen, wenn er seine geistige Kraft entfalten soll. Nur so wird er aufbauen, wo die anderen niederreißen. Dem Teufelskreis des Fortschrittes, der dem Menschen langsam aber sicher den Atem abschnürt, muss der heilige Kreis des betrachtenden Gebetes entgegen gestellt werden, in welcher Weise auch immer – am einfachsten und allen zugänglich im Rosenkranz.  Damit ist uns der Auftrag zur Arbeit nicht genommen. Es gilt alle Arbeit betend zu durchdringen und sie dadurch im GEIST anzuheben. Hat es uns die hl. Familie nicht still vorgelebt?

 

Die „Arbeit der Betrachtung“

Weil wir Menschen von Fleisch und Blut sind, brauchen wir sehr wohl etwas „zum Greifen“ – GOTTES Weisheit ist dem im Rosenkranz entgegen gekommen: wir sollen die Heilsgeheimnisse nicht nur im Herzen durchgehen, wir sollen darum bitten, dass sie in uns wirklich, gegenwärtig werden, so wie JESUS unter dem Menschen in Palästina gegenwärtig war. Nur in heiliger Weisheit werden wir den Hochmut des Besserwissens besiegen können.

Um diese Hintergründe weiß der hl. Engel besser als wir; noch jetzt ist ihm gegenwärtig, dass neben ihm in der Prüfung seine Brüder, mitgerissen vom Aufruhr Luzifers gestürzt sind – und noch stürzen bis ans Ende der Zeit – bis Himmel und Hölle „voll“ sind. Betrachten ist nicht ein müßiges „Glasperlenspiel“, mag es noch so fromme Färbung tragen, wo es nicht Tat in und für GOTT in unserem Leben wird, fällt es in die Hand des Feindes. Schuld, dass der Rosenkranz immer spärlicher geworden ist, ist nicht zuletzt sein mechanisches Abbeten. Esfehlt ihm die GOTTESfurcht, Anfang aller Weisheit. Darum kann er kann er keine Frucht bringen. Er wird hineingezogen in den Teufelskreis des Tuns, das nur mechanisch abläuft, bis endlich die Maschine allein über den Menschen verfügt.

Ähnlich ergeht es uns mit den GOTTESdiensten. „Die aktive Teilnahme am GOTTESdienst“, wie sie das Vat. II empfiehlt, ist nicht ein Mehr an äußerem Tun, sondern in inneres Mitleben mit der hl. Liturgie. Am Gewicht des „Ablaufenden“ hängt die Hölle. Welche Gnade ist es da, vom hl. Schutzengel immer wieder erinnert zu werden: „Du plapperst ja nur!“ Im bloß Gewohnheitsmäßigen muss der Mensch sein Angesicht vor GOTT verlieren, wie es der gefallene Engel verloren hat. Er ist nur noch Maske, Fratze. In uns aber soll sich betrachtend immer das Antlitz der MUTTER ausprägen, die das WORT GOTTES in sich aufgenommen hat und Fleisch werden ließ. 

Äußerer und innerer Raum der Stille

Betrachten, besonders im Anfang, ist keine leichte Arbeit. Sie setzt einen äußeren und inneren Raum der Stille voraus, der sich dort wie von selbst aufbaut, wo der Mensch gegen den Lärm in und um sich eine Klausur errichtet. Solche Klausur war ja schon das Paradies, als GOTT den Menschen hineinsetzte in eine Erde, auf die der Böse gestürzt war. Die vier Flüsse die es einschlossen, waren nicht nur Schutz gegen den aufrührerischen Engel, der sich in seinem Sturz an der Erde festkrallte und sie zu schädigen versuchte. Es war nicht nur Insel inmitten eines Landes, das durch den Feind der Versteppung ausgesetzt war. Erden- oder Mondstaub sind Spuren oder zumindest Zeichen seiner Gegenwart und seines Wirkens. Es war vor allem nach Innen: Klausur, wie es heute leider auch die kontemplativen Orden verlieren: heiliger Raum, der allein GOTT gehört. Die vier Flüsse weisen auf die Vier wesentlichen Eigenschaften GOTTES und damit auf Gnaden, die uns wirklich werden sollen.

Es hilft nicht wenig, wenn wir uns am Anfang einer Betrachtung in die Wüste versetzen, damit uns bewusster werde, welche Aufgabe uns in der Wüste unserer Zeit gestellt ist: eine Oase aufzubauen, in der GOTT der HERR wie im Anfang unter den Seinen sich im Morgenwind ergehen kann. Wenn solches Tun nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein soll, muss GOTTES Gnade zuerst eine Quelle aufspringen lassen oder einen Brunnen graben. ER muss den rechten Ort, die rechte Zeit und die Mittel vorgeben, ohne die wir doch wieder nur unser eigenes Spiel betrieben. Darum ist der erste Beitrag, den wir leisten müssen: beten, Ordnung schaffen in unserem Leben und wenn möglich um uns. Schon diesem Versuch wird der Böse mit aller Macht entgegen stehen.  Nur Wenige sind es, die diese erste Schwelle schaffen. Das Sämannsgleichnis öffnet uns hier nüchtern die Augen. Wenden wir es konkret auf uns und unser Mühen um Betrachtung an. Die MUTTER wird uns hier gerne zur Seite stehen.

 

Reinheit des Herzens, Gespräch

Mitte des inneren Raumes muss sein ein reines Herz, denn nur die reinen Herzens sind, werden GOTT schauen. Betrachten ist dafür ein Anfang, armselige Vorbereitung auf das Ewige Schauen GOTTES im Himmel. Hier helfen uns nicht nur Gewissenserforschung, Reue und Beichte, sondern auch das Wort selbst, das wir betrachtend in uns aufnehmen. Wo es uns Licht wird, muss es kraft des Lichtes die Finsternis, die noch in uns ist, vertreiben.

Noch ein Drittes sollten wir nicht vergessen: wer betrachtet, spricht mit GOTT, mit MARIA, den hl. Engeln und den Heiligen, die im Land der Betrachtung zu Hause sind. Dankbar sollten wir es vermerken, wenn es möglich ist, unser Betrachten zu teilen, auszutauschen, zu entfalten im Gespräch mit einem gleichgesinnten Bruder. In solchem Gespräch muss sich einmal die Kirche neu aufbauen. Nur so kann sie Gemeinschaft werden wie die hl. Familie und zu GOTT heimkehren. Dieser Auftrag kann nur erfüllt werden, wenn wir das Licht unseres Engels nützen, der mit uns dieses „Land MARIA“ aufbauen hilft. Quellen der Kraft werden aufspringen, die heute der Kirche fast gänzlich fehlen, weil sie hinein gezogen ist in den Arbeitsprozess dieser Zeit und darum bald versiegen. 

 

SEIN Wort für uns

Die schönste Betrachtung bleibt ohne Frucht, wenn sie nicht hilft, d a s  Wort zu finden und zu entfalten, das der HERR ganz persönlich zu uns, zu mir, in diesem Augenblick, an diesem Ort, sprechen möchte. Auch hier ist der hl. Engel eine unentbehrliche Hilfe. Dies ist seine Aufgabe: nicht nur, uns in den Himmel zu bringen, sondern uns schon hier die kleinen Schritte dorthin zu weisen. Er weiß besser als wir um unsere besondere Berufung und will uns dabei mit besten Kräften helfen. Es geht nicht nur um das Betrachten eines Wortes, eines Textes, wir sollen mit seiner Hilfe lernen, alles was uns begegnet, innen wie außen, auf den Willen GOTTES über uns zu durchschauen. Denken wir nüchtern daran: das sind JESU Brüder und Schwestern: die das Wort GOTTES aufnehmen und es tun!

Nicht nur Sein Wort sollen wir aufnehmen und betrachten, auch die Schöpfung um uns sollen wir segnend und betrachtend heimbringen zum VATER! Hier wird jedem von uns ein besonderer Teil aufgegeben sein. Wir können es leicht erkennen, wenn wir uns daran erinnern, was uns in ihr besonders anspricht, nicht nur in den einzelnen Elementen: Feuer, Wasser, Luft, Erde, sondern auch in den konkreten Dingen, in denen wir die Schönheit der Liebe GOTTES zu uns erkennen. Ist nicht die ganze Schöpfung als Bild Botschaft Seiner Liebe?

 

Das „Lied in allen Dingen“  

Das Thema „Die Rückkehr des Menschen zur Einfachen Wesenheit“ ist ein Thema, das schon länger, vielleicht seit frühesten Jugendtagen in der Seele angeklungen ist. Es wird langsam zum Akkord: unvergesslich sind die Tage in der Klause des hl.  Bruno in Flüeli in der Nähe von Br. Klaus. Seither hat es die Seele nicht mehr verlassen, wenn der Ton auch manchmal nur noch der Ton der Sehnsucht war. Wo der Lobpreis GOTTES durchbricht, werden die Dinge einfach. Alles aber was einfach geworden ist, fängt wie von selbst zu „tönen“ an: „Liegt ein Lied in allen Dingen, findest du das rechte Wort, fängt es an zu klingen“. So ähnlich hat es wohl Mörike gesagt. Wird der Ruf GOTTES an unsere Seele laut, muss auch sie im Lobpreis GOTTES singen!

„In Geduld werdet ihr eure Seelen besitzen!“

 

Noch nie war der Mensch in solcher Not, sich auf seinem Weg über die Erde zurechtzufinden.  Immer mehr scheint dieser Weg ein Weg durch den Dschungel zu werden, auf dem Menschen von allen Mächten der Finsternis Fallstricke gelegt werden, wo er von vielen wilden Tieren (den entfesselten Leidenschaften) belagert und von falschen Zeichen in die Irre geführt wird. Mehr denn je gilt die Warnung des HERRN: Es werden viele falsche Messiasse aufstehen, um euch in die Irre zu führen mit ihren „einfachen Lösungen“, die letztlich doch nur Lüge und Gewalttat und der Herrschaft des Antichrist den Weg bereiten. Doch das Kind mit dem Priester an der Hand des Engels wird durch alle Greuel dieser Zeit den Weg in Freude finden, weil es im Kleinen Abbild des höchsten Geheimnisses ist: des DREIFALTIGEN GOTTES!

Immer ist dieser dreifache Weg ganz einfach: Gnade, denn der Mensch, der durch die Sünde in Unordnung geraten ist, kann nicht von sich aus den Weg zum Lichte wieder finden. Wir müssen uns diesen Weg in der Demut des Schächers erbitten, in der Reue einer Maria Magdalena eropfern und im Gehorsam erkämpfen: wann, wo und wie es der HERR will und fügt. So aber kann er in aller Geduld und Lehrweisheit von oben Schritt für Schritt ein Weg zurück in das Paradies werden, in die liebenden Hände des VATERS, Der schon von weitem nach dem verlorenen Sohne Ausschau hält!

 

 „Erkennen“, Fundament und Heilsplan

Je komplizierter und undurchsichtiger die Wissenschaft des Menschen wird in dieser Zeit, umso einfacher muss unser Erkennen GOTTES werden. Heilige, wie eine Kleine Theresia von Lisieux, die aus der Reinheit des Herzens im Weg des Kindes zu GOTT finden, in ihrem ersten Keimen behütet von einer heiligen Familie, in ihrem Wachsen umschlossen und gehalten von den hehren Mauern des Karmels. Aber auch ein Charles de Foucauld, der als Sünder über die Bitte: „GOTT, wenn es Dich gibt, zeige Dich mir!“ den letzten Weg der Hingabe findet, wie ein P. Pio, wie der Pfarrer von Ars, der Heilige des Beichtstuhles und der hl. Messe, sind Fingerzeige GOTTES, wie sehr GOTT uns diesen Weg der Einfalt, des reumütigen Sünders, des mit den Engeln in inniger Gemeinschaft lebenden Priesters gerade heute nahe legt.

Ja sogar die vielen unrechten „Vereinfachungen“, denen die Kirche in dieser Zeit Raum gegeben hat, zeigen auf, wie groß das Bedürfnis des Menschen dieser Zeit ist, im Glauben den einfachen Weg zu finden. Freilich wird der Glaube nicht durch die richtende, scheidende Vernunft einfacher, sondern allein durch den kindlichen Glauben eines brennenden, GOTT liebenden Herzens. Wenn wir den Menschen dieser Zeit helfen wollen, dann müssen wir diese Irrwege verstehen, nur so können wir durch die größere Liebe abhelfen.

Wie sehr kommt dem einfältigen Herzensglauben der Engel zu Hilfe mit seinem strahlenden Licht der Erkenntnis. Immer mehr wird alle bloß menschliche Erkenntnis im Licht der Gnade, das GOTT den Einfachen schenkt, zu Schanden. Langsam wird aus der Demut des einfältigen Herzens mit dem Licht des Engels eine neue Theologie erwachsen, der GOTT die höchsten Geheimnisse Seiner Liebe erschließen wird.

GOTT ALLEIN GENÜGT: Dies ist das Fundament aller wahren Erkenntnis, auf dem wir aufbauen müssen. Solche Erkenntnis beginnt in der  Anbetung, denn dies ist die höchste Weise menschlichen Erkennens im dunklen Glauben. In ihr ist das ganze Geheimnis GOTT, ohne Abstrich, ohne menschliche Beigabe: GOTT, als der immer Größere, vor dem der Mensch mit dem Engel - wie die Kinder in Fatima mit dem Engel von Portugal - anbetend auf der Erde liegt.  Diese dunkle Erkenntnis GOTTES in der Anbetung, aus dem eigenen Nichts über die Gotteserkenntnis des heiligen Engels, ist so beseligend, dass der Mensch, dem solche Gnade zuteil wird, aus ihr nicht mehr heraustreten möchte.

Solche Erkenntnis wird nur im völligen Schweigen der Seele vor GOTT, denn solange der Mensch noch etwas ist oder sein will, kann ihm GOTT nicht Alles sein. Tiefes Schweigen  ist  schon Anbetung, wie wir es in der unberührten GOTT nahen Natur, auf einem einsamen Berggipfel, auf einem hohen Schneefeld, das die Sonne wie einen Diamantenteppich zum Erglühen bringt, erfahren dürfen.

Wahre, tiefe Anbetung ist immer Schweigen, und zwar ein Schweigen, das so voll der Erkenntnis GOTTES ist, dass jedes Wort, das versuchte, dieses Schweigen zur Sprache zu bringen, ein Abbruch der Herrlichkeit wäre, in der die Seele GOTT im Schweigen erfahren darf. Im Schweigen ist Seele und Leib des Menschen in eins auf die größere Wirklichkeit des Lebendigen GOTTES bezogen, ja, mit dem Engel hat sie geheimnisvoll schon hier auf Erden, im dunklen Glauben Teil an der Schau GOTTES, wie sie ihr später im Licht der Glorie im Jenseits zuteil wird.

Die schweigende Anbetung ist das Dunkel, aus dem der GOTT liebende Mensch heraus jeden Tag neu in das Licht des Tages tritt. Geblendet vom dunklen Licht der Liebe GOTTES, muss er seine Augen erst an das helle Dunkel des Tages gewöhnen, aus der dunklen Helle kommend. Dieses dunkle Schauen GOTTES am Morgen ist noch vor der Erkenntnis GOTTES im Geheimnis des Opfers Seines SOHNES, so sehr es selbst dieses Geheimnis voraussetzt und auf ihm aufbaut, denn ohne den SOHN gibt es keinen Weg zu GOTT!

Hier kann der Mensch ganz Kind sein vor GOTT, ja er ruht noch wie einst als Gedanke im Schoße des VATERS und wird erst im Opfer des SOHNES wieder neu für diese Welt geboren! Aus dieser dunklen Tiefe des Morgens schöpft der Mensch alle Kraft, sich in der Vielfalt der Dinge, die ihm an jedem neuen Tag begegnen, nicht zu verlieren. Die Fülle der Sinneseindrücke sammelt und ordnet sich im einen Licht GOTTES! Hier ist die Quelle der Kraft für alles starkmütige SOLI DEO in aller Zermürbung des Alltags. Wenn er dann in aller Reue und Zerknirschung über das eigene Versagen, die eigene Untreue gegenüber diesem Geheimnis hineingeht in das Dunkel der Nacht, ist er in GOTT geborgen und geht einem neuen Schöpfungstag entgegen. Seliges Einssein mit GOTT - alleinige Seligkeit!

Weil der Weg, selbst des Kontemplativen, ein Weg durch diese Welt ist, muss er dem Auftrag GOTTES genügen, der durch Adam an alle Menschen erging: “Macht euch die Erde untertan“. Sie kann aber dem Menschen nur untertan werden, wenn er in Anbetung und Anerkennung GOTT untertan ist. Dann werden sich wie von selbst alle Dinge ein- und unterordnen. Der Weg dorthin ist aber - und das müssen wir durch die hl. Engel neu lernen - nicht zuerst der Weg des Tuns und Schaffens, des „homo faber“, wie ihn noch ein Goethe im Faust zu verherrlichen sucht. sondern der Weg des  Kontemplativen, der die Dinge mit den Augen GOTTES sehen darf und sie so zuerst an den richtigen von GOTT gewollten Platz stellt. Das Tun folgt aus dem Schauen.  Wie der hl. Ignatius sagt: „Wenn dein Herz sich ändert, was Wunder, wenn auch die Welt sich ändert!“

Es fehlt uns der Berge versetzende Glauben, aus dem solches Schauen aufsteigt durch die Dinge zu GOTT. Wer betrachtend hineinschaut in GOTT, wirkt mit IHM, dass die Erde neu werde. Nur der Christ wird der Wirklichkeit gerecht, wenn er sie in GOTT schaut. Er darf schon hier ein Stück hinein wachsen in die Erkenntnis der Engel, die das Wesen der Dinge in GOTT erkennen. So darf er sie ans Licht bringen inmitten einer Welt, die den Boden der Wirklichkeit unter den Füßen verliert. So ist das „Tun“ des Kontemplativen in einem viel höherem Maß Aktivität als das Tun des Aktiven, denn im Schauen hat der schauende Mensch teil an der Neuschöpfung der Welt aus dem Herzen GOTTES!

 

Im Schweigen und Gebet wird die Gestalt des Neuen Lebens.

Das Schauen geht aus der Anbetung hervor wie der SOHN aus dem VATER in ewiger Zeugung. Nur im Maße wie wir die Dinge dieser Welt im SOHNE erkennen, sind wir in IHM und durch IHN in GOTT!

Das Tun des Kontemplativen ist  S ü h n e für alles eigenwillige Tun des Menschen, der sich nur selbst will. Je mehr uns der HERR schauend in die Welt Seiner Herrlichkeit hinein nimmt, umso mehr erleben wir den Missklang der Sünde. Wir sind gerufen, unser Leben in die Bresche zu werfen, wo die Sünde den Abgrund aufgerissen hat. Sühnen heißt eine Brücke bauen aus der heilen Welt der Liebe GOTTES hinüber in die unheile, durch die Sünde zerbrochene Welt der Menschen. Nur der heilige Mensch kann sühnen im Maß seiner Teilhabe am Kreuz CHRISTI, denn dieses ist die Brücke, die GOTT Selbst durch Seinen SOHN über den Abgrund gespannt hat.

So nimmt der Sühnende in innigster Weise teil am Heilswerk CHRISTI, die Schöpfung wieder heil zu machen und zu GOTT zurückzuführen. Hier kommen uns die hl. Engel in ähnlicher Weise zur Hilfe, wie dem HERRN am Ölberg, da ER von einem Engel gestärkt wurde, um in Seiner Menschheit die Last der Sünde auf sich zu nehmen. Der Sühnende ist mit der Schmerzhaften Mutter des HERRN unter dem Kreuz hineingerufen in die Miterlösung.

Nur GOTT allein kann Solches ausdenken: um der Heimholung der Schöpfung willen, den Engel als Ersterschaffenen mit dem Menschen als dem Letzterschaffenen (sind es nicht Milliarden Jahre, die sie trennen?) zu verbinden in IHM, dem HERRN, auf Den Mensch und Engel hin erschaffen sind. In dieser „Kernfusion“ wird eine Energie frei, in der sich die Verheißung: „Siehe, ICH mache Alles neu!“ erfüllt. Leuchtet hier nicht schon die Glorie des Kreuzes? Alle Kraft zu leiden kommt aus der Auferstehung CHRISTI. Darum müssen Engel und Mensch sich hinein beugen in den Schmelzofen des Kreuzes. Für den Sehenden hat das Fegefeuer schon jetzt hier auf Erden begonnen.

 

Fassen wir zusammen:

Im Schweigen beziehen wir alles auf den VATER, denn nur im Schweigen sind wir mit dem Engel ganz in der Anbetung GOTTES, des Anfangs ohne Anfang.

Im Betrachten ordnen wir alles auf IHN hin, denn der HERR ist unser Gesetz in IHM fügt sich alle Ordnung.

In der Sühne wirken wir mit durch das KREUZ an der Neuordnung der Welt in der Kraft des HEILIGEN GEISTES.

Wir haben teil an der  S e n d u n g  des SOHNES, wenn wir Alles auf GOTT hin abstimmen, wenn Sein Wille in uns über Anbetung, Betrachtung und Sühne vollkommen erfüllt wird. In GOTT ist alles Harmonie. Im  S a n c t u s  der hl. Engel wird die Schöpfung lobpreisend schon jetzt zu GOTT emporgehoben. Himmel und Erde sind schon jetzt voll Seiner Herrlichkeit, auch wenn wir dies mit unseren blinden Augen des Leibes noch nicht sehen. Und in Allem ist GOTT! „Dann kommt das Ende, wenn ER das Reich übergibt an den VATER, wenn ER vernichten wird jede Herrschaft und Gewalt und Macht. ER muss ja herrschen bis ER alle Feinde unter Seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird vernichtet werden der Tod, denn „alles hat ER Seinen Füßen unterworfen.“ Wenn es aber heißt: „Alles ist IHM unterworfen so ist offenbar Der ausgenommen, Der IHM alles unterworfen hat. Wenn IHM aber alles unterworfen ist, dann wird auch der SOHN Selbst Sich Dem unterwerfen, Der IHM alles unterworfen hat, damit GOTT ALLES IN ALLEM SEI!“ (vgl. 1. Kor 15,24,28)

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VII. Die hl. Engel, Träger christlicher Lebensordnung

Die heilige Wandlungskraft des Kirchenjahres

Wer bewusster das Liturgische Jahr mit der Kirche lebt, dem bereitet der unvermittelte Übergang aus dem Pfingstmontag hinein in den „Jahreskreis“ nicht wenige Schwierigkeiten. Die Prüfung im Glauben lässt nicht nach. Auch wenn der HEILIGE GEIST – und so manches Andere zurück tritt, weil der Mensch nach vorne drängt, GOTT verlangt heute unsere ganz persönliche Antwort. Wir sollten nicht zuerst versuchen für unsere Überzeugung Partei zu machen. GOTTES Weisheit stellt zuerst die Kirche, in ihr zuerst die Priester und die Orden, durch sie aber auch die ganze Menschheit, in die schwere Prüfung, zu entscheiden: für oder gegen IHN, wie ER es am Anfang mit den Ersterschaffenen, den Engeln getan hat. Wenn wir mit St. Michaels „Wer ist wie GOTT?“ unser JA zum hl. GOTT sprechen, wie es den Engeln vorgelegt war, dann gilt es, diese Entscheidung durchzuhalten, wenn notwendig im Martyrium.

Schon bei dieser Überlegung mag dem Einen oder Anderen der Gedanke kommen: wenn wir in dieser Entscheidung mit den hl. Engeln eins sind, dann haben wir für den weiteren Weg die beste Lösung gefunden, die uns GOTT leise nahe schiebt. Erinnern wir uns, dass auch die Apostel nach der Katastrophe des Kreuzes in MARIA ihre erste Hilfe fanden. Wenn sie nicht in dieser schwersten Prüfung ihres Lebens mit den wenigen Frauen unter dem Kreuz ausgeharrt hätte, dann hätte wohl keiner der Apostel zurück gefunden. Dass Johannes auf der Flucht nackt, wie uns Markus berichtet, in der Familie von Bethanien Zuflucht[77] fand und dort auf MARIA traf, zeigt krass, wie GOTTES Erbarmen ihn durch das Feuer letzter Armut gehen ließ, in dem auch die anderen Apostel, jeder zu seiner Zeit auf ihre Weise hart geprüft wurden. Der Auferstehungsberichte geben davon ein nüchternes Zeugnis. Was da geschehen ist, will ganz persönlich erfahren und erlitten werden. Der HERR musste sie, Einen nach dem Anderen überzeugen, zuerst durch seine persönliche Gegenwart, dann über MARIA, da sie sich mit ihr in einmütigem Gebet um den HEILIGEN GEIST im Abendmahlsaal versammelten.

Wenn wir die liturgische Ordnung der Kirche mit MARIA aufnehmen, und im Herzen tiefer durchdringen, sind wir geborgen im Geheimnis des DREIFALTIGEN GOTTES, in Dem wir gesiegelt wurden durch die Taufe. Je tapferer wir das Kreuz der Prüfung auf uns nehmen, um so sicherer sind wir auf unserem Pilgerweg über die Erde in GOTTES Erbarmen geborgen und geschützt.  

Die erwartende Zeit von Advent hin zum Weihnachtskreis, ist für den in MARIA Betrachtenden eine Zeit hin zur erbarmenden Liebe des VATERS, der uns Seinen SOHN in letzter Armut schenkt.

Die Bußzeit hin auf Ostern ist Kreuzweg mit dem HERRN, Zeit der Betrachtung Seiner Verkündigung. Sie öffnet sich im Durchgang durch die Katastrophe des Kreuzes hin zur Auferstehung.

Die Zeit nach Pfingsten – „im Jahreskreis – fordert unser Zeugnis, nicht zuerst durch „Evangelisierung“ nach Außen, sondern nach Innen im Blick auf unser Wachstum in CHRISTUS, dem HERRN.

Zeugnis aber fordert die persönliche Begegnung mit dem auferstandenen HERRN. Sie ist auch für die Jünger erste Erfahrung des HEILIGEN GEISTES und mit ihr Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen. Auch wenn der HEILIGE GEIST an Pfingsten über sie kommt, jeder von ihnen hat ihn schon persönlich erfahren. Wo der Hl. GEIST am Pfingsten über die sich versammelnde Kirche herabkommt, ist Jeder schon persönlich vorbereitet. Das in der Katastrophe des Kreuzes aufgebrochene Herz, ist gereinigt von allem Besserwissen, von aller Feigheit des alten Menschen, es hat wie unmerklich im HEILIGEN GEISTE – denken wir an die Jünger von Emmaus auf ihrem Rückweg – zu brennen und zu heilen angefangen. Hier setzt die Zeit der Pfingstauswirkung an, in die wir jedes Jahr neu eintreten. Es gilt in Gemeinschaft mit unseren Brüdern und Schwestern durch den HEILIGEN GEIST bis in die kleinsten Dinge des Alltags hinein, unser Leben als Christen zu gestalten. Wie die Jünger gehen wir  nach Galiläa zurück, dort wo der HERR mit ihnen begonnen hat.

Damit wir nicht nur in einem allgemeinen Sinne Christen seien, sondern in der Prüfung, in der wir heute stehen, bestehen, braucht es nicht nur eine allgemeine Führung, sondern die je persönliche, die seit unserer Taufe in die Hand des Schutzengels gegeben ist. Er ist zugleich der Schlüssel hinein in die wunderbare Welt der hl. Engel, die GOTT mit der Kämpfenden Kirche in eins schmelzen will, damit wir den gewaltigen Kampf gegen die Geister des Abgrundes siegreich bestehen können.  Nicht auf ein Wissen um die hl. Engel kommt es zuerst an – hier führt uns der Widersache auf Irrwege -  sondern auf den bewussten Weg mit ihm in der  Führung des HEILIGEN GEISTES. In sie ist auch der hl. Engel als Schutzengel des je Einzelnen wie in seinem Beistand der Kirche gestellt.

Wo er aus der Hand des VATERS die Sendung als Schutzengel empfangen hat, ist er im Dienst am SOHN auf unserem Kreuzweg gestellt. Er weiß nicht mehr als die nächsten Schritte, die ihm der Hl. GEIST voraussehen lässt. Er weiß nicht, ob wir das Ziel erreichen werden, das uns gesetzt ist. Doch er wird von sich aus Alles tun, um uns dorthin zu führen, wo der VATER den SOHN in uns erwartet.

 

Die vorliegende Arbeit nützt charismatische Offenbarungsdaten, die der Kirche vorgelegt sind und auf den Tag warten, den GOTT ihnen bestimmt hat. Sie bleiben innerhalb der Grenzen, die die Kirche durch das Dekret über die Offenbarungen der Frau Bitterlich gesetzt hat. Wo versucht wird, die eng gesetzten Grenzen zu weiten, wie im Hinweis auf die Tabernakelengel und die Erzengel, wird versucht das „theologice certum“ anzupeilen. Die beiden Engelgruppen liegen nicht außerhalb der mystischen Erfahrung der Kirche, auf die wir heute mehr denn je verwiesen sind. Der hl. Bonaventura tritt vor Thomas.

Ähnliches gilt für das tiefere Verständnis der MARIENerscheinungen. Ihre Bedeutung ist der Kirche noch weitgehend verhüllt. Beide gehören untrennbar zusammen. Nur in, mit und durch MARIA kann die Notwendigkeit der Hilfe der hl. Engel verstanden werden! Die Kirche ist zwar nicht von dieser Welt, aber sie lebt in dieser Welt, wir sind Kinder unserer Zeit und haben es im Glauben nicht leicht! Die „Zeichen der Zeit“ waren schon im Alten Bund umstritten. Der Feind weiß, dass seine Zeit kurz ist, er nützt jeden Leerraum, um seine Sache durchzubringen.

 

Die hl. Erzengel im Dienst MARIENS

Dass der Feind in erster Linie auf MARIA zielt, versucht, sie zu verumglimpfen, in den Schmutz zu treten oder wenigstes auf die Seite zu stellen, ist schon in der bodenlosen Erniedrigung der Frau als Lustobjekt, im Kindermord unserer Tage offenbar. Doch wir sind blind und feig, hier ein Zeugnis zu geben. Wie auf anderen Sektoren ist es Sache von mutigen Laien, die hier auf die Straße gehen. Wenn wir in dieser Not nach Hilfe ausschauen, stoßen wir nicht nur auf den hl. Schutzengel, sondern auch auf die  hl. Erzengel. Mit St. Michael, als Führer der himmlischen Heerscharen an der Spitze, sind es sieben Erzengel. Schon hier weist die Sieben auf ihr Führung durch den HEILIGEN GEIST! Sie haben am Anfang der Zeit den gewaltigen Kampf gegen die rebellischen Engel entschieden.

Die drei Ersten unter den Sieben sind uns wohl bekannt, sie stärken uns in den „theologischen Tugenden“: dem Glauben – St. Michael, der Hoffnung – St. Gabriel, der Liebe - St. Raphael, ohne die kein Mensch gerettet werden kann. Sie stehen mit St. Michael zum „Wer ist wie GOTT?“, mit St. Gabriel zum Wort MARIENS: „Mir geschehe nach Deinem Wort, mit St. Raphael zum ersten und wichtigsten Gebot der Liebe zu GOTT und zum Nächsten.

Über MARIA sind sie im HEILIGEN GEIST in sieben Diensten der Kirche zugeordnet, um in uns als Christen das Bild der „Magd des HERRN“ herauszuarbeiten. Über sie erkennt – nicht von heute auf morgen -  im HERRN den Dienst an der Kirche, der uns drüben einmal den Ewigen Namen sichern wird.

 

Die Erzengel sind den Sieben Sakramenten und damit auch anderen Ordnungen der „Sieben“ im Hl. GEISTE zugeordnet, die unsere christliche Lebensordnung bestimmen, im alten Missale sind sie durch die den Wochentagen zugeordneten Votivmessen zu erkennen.

 

Kirche ohne Makel

Die Hierarchie der hl. Engel, wie sie uns in der Tradition der Kirche, in besonderer Weise aber in der bildenden Kunst der Kirchenbauten des Mittelalters vermittelt wird, steht für die geistige Ordnung der Kirche, die sich notwendig in der Kirche abbilden soll. In dieser Ordnung wurde sie über Jahrhunderte aufgebaut, in dieser Ordnung muss sie sich vollenden, wenn sie dem wiederkommenden HERRN entgegen geht. Wann immer ER ihr als Richter der Lebenden und Toten entgegen kommt, muss sie für IHN bereitet sein wie die Braut für den Bräutigam. Auch wenn sich dieses Bild in allem Verfall der Ehe dieser Zeit verloren hat, es bleibt Richtung weisend und richtend zugleich über der Kirche. „So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos“ (Eph. 5,27).

Wenn uns der VATER erbarmend MARIA als „Madonna della strada“ entgegenschickt auf den staubigen Straßen unserer Welt, dann will ER uns durch sie, an die Immaculata, die „Ganz Reine, die Sündenlose, ohne Erbsünde Empfangene“ erinnern. Darum leuchtet auch die Erscheinung von Lourdes in besonderer Weise unter den Marienerscheinungen der letzten Zeit heraus. Nur in, mit und durch sie können auch wir rein werden von allem Makel der Sünde. Aus unseren Kräften, selbst des Glaubens, ist das schwer, darum bietet sie uns in Marienfried den „Herztausch“ an. Wir sollen unser beflecktes Herz mit ihrem Unbefleckten tauschen. Das darf nicht nur ein vorübergehender „frommer“ Aufschwung sein, sondern Sehnsucht und Bemühen unsererseits, dieser Gnade bis hinein in unseren Alltag zu entsprechen. Wie schnell ist solch’ guter Wille vergessen in der Hast des heutigen Lebens.

Wenn nicht unser guter hl. Schutzengel wäre, müsste unser guter Wille bald erlahmen. Bitten wir ihn, dass er uns immer wieder daran erinnere, mit ihm unsere Gewissenserforschung am Abend machen, nur so sind wir recht bereitet für die Beichte! Ja wir brauchen die hl. Engel heute mehr denn je, doch was sie uns wollen, das können wir erst durch die MUTTER, die Engelreine und die Königin aller Engel erkennen. Ein Art „Wochenkalender“ soll uns erinnern, dass über jedem Wochentag ein Erzengel steht, den uns GOTTES Gnade in dieser schweren Seite zur Hilfe schickt. Jetzt da die christliche Woche immer mehr durch die Arbeits- und Vergnügungswoche abgelöst wird, brauchen wir solcher Erinnerung, um uns nicht zu verlieren auf unserem Weg zu GOTT.

Nicht vom Lesen her kommen wir zu einer solchen christlichen Lebensordnung, die gegen den Strom der Zeit geht, sondern durch das Einüben jedes Tages, ja jeder Stunde. Die hl. Erzengel stehen auch über den sieben liturgischen Zeiten, wie sie Kirche noch heute in den kontemplativen Klöstern pflegt, zu der wir wenigstens teilweise durch das Stundengebet der Kirche mit gerufen sind.

Nicht nur hat die Frömmigkeit den verschiedenen Monaten des Jahres eine besondere Prägung gegeben. Der Aufruf unseres hl. Vaters mit JESUS unseren Lebensweg zu gehen, als Bekenner, wenn notwendig als Märtyrer, wollen wir dadurch aufnehmen, dass wir jedem Monat ein Tor der GOTTESstadt zuordnen, das uns daran erinnert, dass dort unserer Bestimmung liegt und nicht in einem „Paradies auf Erden“! Nur der bewusst gelebte Glaube in Einheit mit JESUS, MARIA und den hl. Engeln wird in dieser Zeit bestehen und endlich den Sieg des Reiches CHRISTI auf Erden bringen.

 

Wochenkalender der sieben Erzengel,  nach der Ordnung der Votivmessen

Sie sind wie alle Engel Geister und werden nur um unserer Sinnengebundenheit willen in Bildern dargestellt, dass wir ihnen auch durch die Sinne näher kommen können. Doch immer ist Bild auch hier Bild und Gleichnis. Gestalt, Farbe stehen für geistige Wirklichkeiten, die wir dann besser erkennen, wenn wir ihrem Zeichengehalt nachgehen. Wir bringen die sieben Erzengel in der Ordnung, in der sie sich durch die Votivmessen im tridentinischen Messbuch zu erkennen geben.

 

Sonntag (Tag der Auferstehung CHRISTI). Sakrament der Letzten Ölung,

Nur in der Kraft JESU werden wir der Auferstehung teilhaftig, in dem Maße, wie wir sie schon hier erfahren haben. St. Michael, der über diesem Tag steht, erinnert uns mit seinem Kampfruf: „Wer ist wie GOTT“, dass wir gerufen sind, Soldaten CHRISTI zu sein. „Das Himmelreich leidet Gewalt, die Gewalt an sich legen, werden es an sich reißen!“ (vgl. Mt 11,12)

Montag – Votivmesse der Hlst. DREIFALTIGKEIT, Taufe – St. Gabriel, Engel der Verkündigung an MARIA. Wir danken für die unverdiente Gnade der hl. Taufe und bitten St. Gabriel zusammen mit unserem guten Schutzengel, dass er uns helfe, unserer Berufung als Christen zu entsprechen als Bekenner des Glaubens, wenn notwendig als Blutzeugen!

Dienstag – Votivmesse zu den hl. Engeln, den ersten Bekennern, Priesterweihe, Erzengel der Priester, Bekenner und Märtyrer. Darauf weist auch der im Deutschen erhaltene Hinweis auf  „Dienst“, im Französischen hin Martyrium („mardi“), Spanischen „martes“, der auf den Kriegsgott Mars geht. Der Priester ist ein Kämpfer.

Mittwoch – Votivmesse zu Ehren des hl. Josef, Anliegen der Kirche, Firmung. St. Raphael steht in der Mitte der sieben Erzengel, wenn wir die Woche mit dem Sonntag und St. Michael beginnen. Die Mitte unseres Christseins muss das Gebot der Liebe sein, sonst sind wir nur „tönendes Erz“( vgl. 1 Kor 13).

Donnerstag – Votivmesse zu Ehren der Hlst. Eucharistie, Erzengel des Altarsakramentes, Erinnerung an das Abendmahl JESU und sein bitteres Ölbergleiden.

Freitag – Votivmesse zu Ehren der Passion des HERRN, Sakrament der Ehe. Hier steht der Erzengel als Patron über der Ehe, Gemeinschaft, Freude, Musik. Das „Kreuz“ der Ehe wie jeder Gemeinschaft ist der einzig mögliche Weg zu wahrer Einheit in Liebe.  Nur im Kreuz ist Heil. Um dieser Einheit willen hat JESUS Sein Blut vergossen. So wie ER sich an das Holz des Kreuzes nageln ließ, so müssen auch wir durch das Kreuz an Seine Liebe und durch IHN an unsere Brüder binden!

Samstag – Votivmesse zu Ehre MARIENS, Tag der Busse.  Sie allein hat treu unter dem Kreuz ausgehalten als Mutter der Schmerzen. Sündenlos hat sie doch mit ihrem Sohn unser aller Sünden auf sich genommen, um uns heimzuholen. Darum ist jeder Freitag Anruf zur Umkehr und jeder Samstag nicht nur Dank für die Erlösung, sondern auch Bereitschaft zu Buße und Genugtuung mit und durch MARIA. Der Erzengel der Buße will uns diese Gnade vermitteln und uns immer mehr in die Tiefe führen.

 

Die Ordnung der 12 Tore des Neuen Jerusalem (Offb 21,10ff)

über den einzelnen Monaten des Jahres

Zur Einheit von Edelstein, Apostel und Engel über dem Tor siehe Offb 21

Wo möglich: zufügen der Bilder der Edelsteine, Sternbilder (Siehe Bild 1)

Welche Apostel über den Toren jeweils stehen, können wir in etwas über die in Offb 21 aufgezeigten Edelsteine und die Himmelsrichtungen, die den Toren zugeordnet sind, betend erschließen. Darüber  gibt uns die Geheime Offenbarung keine Auskunft. Jede im Hl. GEIST geführte Betrachtung ist ein Art „Spielen“, das in uns das Kindsein fordert. Dem durchschnittlichen Erwachsenen ist das Besserwissen, meist in sehr enger und eigenwilliger Weise eigen. Sie haben es sich ja auch meist schwer erkämpfen muss. Wenn wir uns nur führen lassen, wird uns der gute Engel nicht wenig  behilflich sein.

In solchem „Spielen“ erschließen sich Zusammenhänge, die vorher nicht zu erkennen waren. So fügt sich betrachtend das Bild der GOTTESstadt, wie sie in unserem Herzen erstehen soll. Die MUTTER, die Alles in ihrem Herzen bewegte, ist uns hier stilles Vorbild. Die GOTTESstadt ist zuerst nicht ein Außen, das auf uns wartet, sondern ein Innen, das sich im Hl. GEIST in uns aufbauen soll. Die Geheimnisse GOTTES brauchen ein geöffnetes Herz, der Verstand muss prüfen, ob die Zusammenhänge schlüssig sind.

 

Die ersten neun Tore, jeweils drei nach Osten, Norden und Süden zeigen den Aufbau der GOTTESstadt im Zeichen des VATERS, des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES. Im Aufbau des Prologes und der Wahl der Apostel bei Johannes (Jo 1,38 – 51) ist diese Ordnung deutlich zu erkennen, stehen doch die Apostel zusammen mit den Ältesten und den hl. Engeln über den Toren der GOTTESstadt, wie wir sie in Offb 21,10ff erkennen dürfen.

Zuerst bringen wir jeweils ein Zitat aus der Geheimen Offenbarung, das sich auf die GOTTESstadt bezieht. Dann folgt in einer Tabelle der Bezug des jeweiligen Tores zu den darüber stehenden Edelsteinen, den Planeten und Sternzeichen und endlich zu dem über dem Tor stehenden Apostel.

Die ersten neun Schritte wollen darauf hinweisen, dass die GOTTESstadt nicht nur von oben her durch die hl. Engel fertig auf die Erde kommt, sondern auch von unten herauf dem Letzten Kommen des HERRN entgegen wächst. Sie muss in uns „geboren werden“ (vgl. Offb 12) nach dem Bild und Gleichnis JESU im Zeichen des Kreuzes: in schweren Geburtsnöten (vgl. Offb 12!) aus dem Unbefleckten Herzen MARIAE.

GOTTESstadt mit ihren zwölf Toren, in der Mitte das LAM [78]

 

1. Zum ersten Tor/ Januar: Das Bild der GOTTESstadt

Offb 21,10 f: „Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.“

Steine

Sternzeichen

Apostel

Jaspis, es gibt ihn braun und grün – der Erdbezug ist deutlich. Im MA. Zeichen für Stärke und Kraft

Mars: „Arm GOTTES“; Widder: das „brennende Zeichen.“

Petrus steht in GOTT als Fels der Kirche, äußere Führung der Kirche im Kampf gegen die Welt

 

2. Zum zweiten Tor/ Februar: Mauern und Tore in den vier Himmelrichtungen

Offb 21,12 „Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. 13 Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Weste n drei Tore.“

Saphir Vgl. Ez 1,26; 10,1 > Thronstein GOTTES

Merkur = Harmonie Gs. Zwillinge = das Forschende

Paulus: Nur im Opfer CHRISTI kann Harmonie und Einheit in aller Zwei - und Vielfalt der Welt werden

 

3. zum dritten Tor, März 09: Grundsteine – Apostel, Edelsteine

Offb 21,14 „Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes“.

Chalzedon, blau und auch rötlich. Bild der Reinheit, Weite und Feuer des Herzens

Venus = Unsterblichkeit., Stier = das Haltende

GOTT ist LICHT. Feuer -seelen wie Johannes sind gerufen als Ecksteine im N/O

 

4. zum vierten Tor, April: Das Maß der GOTTESstadt – „Maß des Engels, Maß des Menschen“ 

Offb 21,15 „Und der Engel, der zu mir sprach, hatte einen goldenen Messstab, mit dem die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer gemessen wurden. 16 Die Stadt war viereckig angelegt und ebenso lang wie breit. Er maß die Stadt mit dem Messstab; ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich: zwölftausend Stadien. 17 Und er maß ihre Mauer; sie ist hundertvierundvierzig Ellen hoch nach Menschenmaß, Maß des Engels. 18 Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut, und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas.“

Smaragd, Bild des reinen Lebens aus GOTTES Hand, will GOTT spiegeln

Mond:  Freundschaft Gs., Krebs, das zaudernde Zeichen

Andreas: mit den „Reinen Seelen“ schließt GOTT Seinen Bund. ER muss lange suchen!

5. zum 5. Tor, Mai: Edelsteine und Tore

Bild 5

Offb 21,19 „Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,  20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst.“

Sardonyx, Verbindung von Sard und Onyx, bedeutet: „durch und durch brennen“.

Saturn = Erlösung durch GOTT; Steinbock = das Verharrende, Durchhalten in Selbstverleugnung, Buße

Jakobus d.Ä. war mit Petrus und Johannes auf dem Berg der Verklärung

6.  zum 6. Tor, Juni: Tore und Perlen

Offb 21, 21 “Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Kristall“. Die Perle über jedem Tor ist immer MARIA, sie ist die reinste Zusammenfassung des Planes GOTTES über die Schöpfung = die Perle, für die wir alles hingeben, um sie zu erwerben. Nur als ihre Kinder in JESUS können wir in den Himmel eintreten.

Karneol, Sardis >“Feuerstein“

Sonne: Leben durch GOTT; Löwe: das kämpfende Zeichen

Matthäus: wer JESUS nachfolgt, muss im Opfer brennen

7. zum 7.Tor, Juli 09: GOTT in ihrer Mitte

Offb 21,22 „Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. 23 Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm“.

Chrysolith, Olivin >  Ausgleich, Bezug zum Herz

Chaos – Gericht GOTTES. Jungfrau - das Verschließende, „wahrer Israelit“ Verheißung die sich wie zuletzt erfüllt

Nathanael/Bartholomäus: alle Skepsis, alles Fragen in GOTT gelöst

8. zum 8. Tor, August: Einzug aller zum Ewigen Leben Berufenen

Offb 21,24 „Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. 25 Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen - Nacht wird es dort nicht mehr geben. 26 Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen.“

Bernstein/Beryll > soll den Glauben an GOTT stärken – Hinweis auf Sein Erbarmen

Sirac – Amen GOTTES, Waage = das Wägende > Hinweis auf MARIA, die Vorerlöste!

Jakobus, der. Jüngere, GOTT wägt nicht nach Verdienst, sondern ruft in Erbarmen

9. zum 9. Tor, September: Nur noch Licht!

Offb 21,27 „Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.“

Topas, Stärke im Durchtragen,  vgl. Mt 10,22. Die schwarze Farbe deutet auf das Verborgensein

Pluto – Gerechtigkeit Gs. Skorpion – das Brennende, die größere Kraft liegt im Annehmen des Kreuzes

Hinweis auf Simon über Simon von Cyrene, der dem HERRN das Kreuz tragen half. Simon ist bis heute als Apostel wenig bekannt – wie die vielen, stillen Kreuzträger

Der HERR als Sieger auf weißen Pferd mit Seinem Gefolge (Offb 18)

Die letzten drei Tore stehen im Zeichen des SIEGERS, des CHRISTKÖNIGS

10. zum 10. Tor: Oktober: Bild des SIEGERS

Offb 19,11 Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt «Der Treue und Wahrhaftige»; gerecht richtet er und führt er Krieg.  12 Seine Augen waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt. 13 Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt «Das Wort Gottes».

 14 Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet. 15 Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. 16 Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen: «König der Könige und Herr der Herren »

Chrysopras > Klarheit des Gedankens, des Begriffs

Jupiter – Begriff GOTTES; Schütze – das Eilende

Durch alle Zweifel stößt Thomas durch zum leuchtenden Bekenntnis GOTTES

11. Zum 11.Tor: November

Offb 20:1 Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette. 2 Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre.

 3 Er warf ihn in den Abgrund, verschloss diesen und drückte ein Siegel darauf, damit der Drache die Völker nicht mehr verführen konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit freigelassen werden.

Hyazinth > nach dem Saphir härtester Stein

Uranus  Langmut GOTTES; Wassermann – Das Vorausblick.

Hinweis auf Judas Thaddäus: seine Selbstverleugnung und Bereitschaft zur Hilfe in verzweifelten Fällen

12. zum 12. Tor, Dezember:  Verheißung

Offb 21,22 Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.  23 Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.

 24 Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. 25 Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen - Nacht wird es dort nicht mehr geben. 26 Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen. 27 Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.

22:1 Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. 2 Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. 3 Es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen, und seine Knechte werden ihm dienen. 4 Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. 5 Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.  6 Und der Engel sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahr. Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. 7 Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält.

 

Die  E r z e n g e l   als Träger christlicher Lebensordnung

Die Ordnung der GOTTESstadt ist eine Ordnung der Vollendung, auf die wir zugehen, wenn wir uns im HEILIGEN GEIST von unseren hl. Engeln führen lassen. Die Ordnung der hl. Erzengel ist eine Ordnung des Aufbaus. Sie will unser Wachstum im Hl. Geist fördern, nur die sich vom GEIST führen lassen, sind Kinder GOTTES. Sie sind nicht mehr dem Gesetz dieser Welt unterworfen (vgl. Gal 5, 18). Besonderes Kennzeichen dieser „Ordnung des Reiches GOTTES“ ist ihre Schönheit, wie sie uns in  MARIA anstrahlt, aus ihr wächst und sich in ihr vollendet. Die hl. Erzengel sind nicht nur Kämpfer um das Reich GOTTES hier auf Erden, sie sind, besonders deutlich in St. Raphael auch unsere kämpfenden Wegbereiter und Wegbegleiter, dass wir diesen schweren Weg in der Gnade GOTTES vollbringen

Welt der Schönheit MARIENS,

Wenn wir mit dem geistigen Auge auf sie schauen, ist unser Auge geblendet von ihrem Licht. Sie sind wie ein wogendes Meer von Farben, die tönen wie ein Choral.  D a s  sind Farben! Steh, Zeit, eine Ewigkeit lang, denn da ist GOTT, das kann gar nicht anders sein!  - Das Erste, was von ihnen erkennbar ist, ist ein siebenfaches Kindsein vor GOTT. Breit ist das Licht, das von innen her das Wesen der sieben großen Erzengel beleuchtet. So wie MARIA die Bundeslade, der Tabernakel ihres SOHNES ist, so sind auch die Erzengel mit und durch MARIA sieben Bundesladen. Nur ist in ihnen nicht das WORT Fleisch geworden, in ihnen ruht wie in einem Schrein das Wort "ES WERDE!", bevor es zur Erde als Seele in ein neues Menschenleben eingeht. Sie sind wie sieben große Teiche, aus denen (wie man uns in der Kinderzeit erzählte, wenn ein Brüderlein oder Schwesterlein erwartet wurde) die Seele des neuen Erdenbürgers zur Erde getragen wurde. Der „Storch“ ist dafür letztes Zeichen! Sie sind die großen Kraftimpulse,  Lebens - Speicher in den sieben Regenbogenfarben. Sie stehen für das reine Kindsein, wie es von GOTT her als Wille den Menschen anstrahlt.

Sie stehen für das Neue „Werde!“

Da ist nicht nur das  S e i n  vor GOTT, hier wirkt irgendwie dieses Kindsein als Aktivität dazu. Diese Sieben sind ein Sein, ein Tun, ein Wille zu immerwährendem Neu‑Werden. 

Drei stellen unser S E I N  vor GOTT dar, das im zugeordneten Sakrament erkannt werden kann::

            in der Freude am Leben (Ehesakrament)

            Träger und Vermittler des Wortes (St. Gabriel)

            im Willen zur Anbetung  ( Eucharistie)

Drei stehen für das T u n, besonders das kämpfende Tun:

Der Erzengel der Priester und Bekenner (2)

St. Raphael für die Firmung,

St. Michael für die Letzte Ölung

Einer steht in der Mitte, der Erzengel des Bußsakramentes, der “Umpflüger“,

er ist der immer  W e r d e n d e,  W a n d e l n d e.

 

In anderer Sicht:

Drei stehen für das Sein des Kindes:

Der Erzengel der Hlst. Eucharistie ist in seinem Sein wie das erwachende Auge eines 

K i n d e s, GOTT entgegen;

der des Ehesakramentes ist in seinem Sein wie das erwachende und beglückte Auge eines Kindes, GOTT in der Schöpfung entgegen;

St. GABRIEL ist in seinem Sein wie das aufmerksam ‑ im Innern lauschende Kind, mit schauenden, wissenden Augen.

Drei für das T u n :

MICHAEL ist wie das jauchzend ‑ kämpfende Kind;

RAPHAEL ist wie das liebend ‑ kämpfende Kind;

Der Erzengel der Priester ist wie das opfernd ‑ kämpfende Kind;

 

Sie sind der Regenbogen des Friedens

Immer fällt das Licht des DREI‑EINIGEN GOTTES wie flutendes, gleißendes Sonnenlicht ein und durch die sieben Erzengel durch. Aber es verändert sich i n  jedem Engel zu einer anderen Farbe.

Die drei ersten haben helle Farben:

- Beim Erzengel der Hlst. Eucharistie wird das Licht goldgelb (er heißt "der Goldschimmernde");

- beim Ee. des Ehesakramentes wird es bunt, wobei aber Grün vorherrscht (er ist "der Regenbogenfarbene");

- bei St. GABRIEL wird es förmlich silbrig‑hell, er steht für die Taufunschuld).

Die letzten drei haben satte Farben:

- MICHAEL ist wie stahlblau, aber er wird von RAPHAEL mit flammendem Schein

übergossen, dass die Farbe ins Kupferrot an den Rändern übergeht. Beide sind Kämpfer in verschiedener Weise

- RAPHAEL ist so wie helle, züngelnde Flammen, wie leuchtender Abendhimmel;

Der Erzengel der Priester ist wie Blut so rot.

Der in der Mitte steht, der Erzengel der Buße hat das blasse Lila,

das gegen GABRIEL wie eine Wolke, gegen den Erzengel der Priester zu, zu einem dunklen Lila wird.

 

Sie sind Brüder, wie wir es untereinander und mit ihnen werden sollten

j e d e r  ist wie ein Regenbogen, jede Farbe zeigt die Eigenart ihres Trägers und seiner Aufgabe. Gold ist GOTT Selbst, Grün ist die Schöpfung, Weiß die Seele, Blau die Treue, das dunkle Rot die Hingabe des Lebens an GOTT, das helle Rot die brennende, leidenschaftliche Liebe, das Lila aber die Sühnebereitschaft.

Sie hüten das Geheimnis GOTTES im Menschen

Von der Wesenheit der Erzengel wussten heidnische Zeiten noch mehr, als die Menschen noch an die „Nornen“ glaubten, die geheimnisvoll die Fäden unseres Schicksals spannen. In ihnen strömen alle verborgenen, übersinnlichen Kräfte der Schöpfung, von Engeln getragen, zusammen. In der Wesenheit der Erzengel sind die Wesenheiten aller Chöre der Engel auf irgendeine Weise zu erkennen, von den Verhüllten Engeln angefangen bis zu den Engeln des IX. Chores. Sie tragen darum mit Recht den Namen "Erz‑engel“ = „Erst-engel“. Sie sind wie der Wesenskern aller Engel.

 

So wie im Herzen der Himmlischen Mutter, diesem Herzen das wir als Zentrum der Liebe oder den Sitz der Liebe bezeichnen, durch das Leben spendende Blut das neue Leben ausgeht, das GOTT schenkt, so sind auch diese sieben Erzengel Träger der "nova creatura" = der „Neuen Schöpfung“. Sie sind darum alle in ihrer Gesamtheit und ebenso einzeln, MARIA, ihrer Herrin, Königin und Mutter, unterstellt. Sie sind die Widerspiegelung der Wesenheiten der Engelhierarchie die ihrerseits die dreifache Wesenheit GOTTES widerspiegeln. Sie sind wie sieben Säulen zum Thron MARIENS.

Diese innerste Wesenheit der Erzengel ist ganz verborgen und nur GOTT zugekehrt, förmlich verhüllt, so wie die Wesenheit MARIENS verhüllt ist und ihre Schönheit nur GOTT zu geöffnet.

Die mittlere Wesenheit der Erzengel hat nicht mehr die Augen nach innen, sondern nach außen. Sie ist ganz Dynamik, strahlend und machtvoll; wir sehen sie leuchten, wenn diese Engel wie Sterne um das Haupt ihrer Königin stehen.

Die äußere Wesenheit der Erzengel ist die, welche uns aus der hl. Schrift bekannt ist:

GABRIEL, der Mann, der eilends dahergeflogen kam. ‑ RAPHAEL, der Begleiter, der Arzt, Patron der Wissenschaften, der Forschung, der Reise.  MICHAEL, der die Entscheidung am Anfang brachte.

Diese Wesenheit ist das Kleid MARIENS im Alltag, mitten in dieser Aufgabe. Hier begegnet uns der Erzengel in seinem jeweiligen Dienst, als Umpflüger, als Lichtbringer, als Lastträger, als Knecht GOTTES. Hier beugt er sich tief, weil auch sein Herr, JESUS CHRISTUS, Sich bis in den Staub der Erde gebeugt hat, ‑ weil auch MARIA, seine Königin, sich gebeugt hat unter die Frauen ihrer Zeit. In dieser Wesenheit erkennen wir den Erzengel, tragend den Willen GOTTES, tragend die Schmerzen seiner Königin. Kraft ihrer Schmerzen in Einheit mit ihrem SOHNE unter dem Kreuz wird uns das Neue Leben in CHRISTUS in siebenfacher Weise. Wer tiefer darüber betet wird vielleicht sogar leise erkennen, welchem Bereich MARIENS er zugehört und in dieser Erkenntnis Halt finden.

 

Sie stehen für die d r e i  Throne des Allerhöchsten,

in jedem Ring einer, und alle drei sind doch nur  e i n  Thron.

- Da ist ein Thron GOTTES Seiner Selbst im Ring der Anbetung, er ist in unfassbares Licht getaucht. Hier betet die höchste Hundertschar der Geschöpfe GOTT an, hier betet (wieder in einem Göttlichen Geheimnis) GOTT Sich Selbst an in höchster Heiligkeit und Liebe. Hier genügt GOTT Sich Selbst, hier kreist GOTT um Sich Selbst, ER der HEILIGE GOTT. Kein Mensch vermag dies zu begreifen.

- Und es ist da ein Thron GOTTES in der Schöpfung im zweiten Ring der Allmacht und Ordnung GOTTES, von der Schöpfung errichtet, von allen Engeln und Heiligen und der ganzen erlösten Schöpfung. Dieser Thron kann von den Engeln hierhin und dorthin getragen werden. Hier neigt Sich der Schöpfer ‑ GOTT, der DREIEINIGE, der Schöpfung zu. ER sieht alles, ER weiß alles, ER der GÜTIGE, WEISE, der GERECHTE GOTT.

- Und es ist da ein Thron GOTTES, der ist in jedem GOTTgeeinten Menschenherzen und alle Herzen zusammen bilden diesen Thron, den Baldachin, den Tempel, darin der LIEBENDE GOTT wohnt, und so ist GOTTES Thron  in  dem Menschen, und alle Menschenherzen bilden  e i n  Herz, und so ist GOTTES Thron im Menschenherzen innerhalb der hl. Kirche und in allen GOTTliebenden Herzen im Ring der Erlösung.

 

Jeder Thron ist vom Wolkendunkel (vom Geheimnis GOTT) umgeben, denn niemand vermag GOTT zu begreifen, weder im ersten noch im zweiten, noch im dritten Ring. Nur die Häupter der Engel können durch das Wolkendunkel dringen (infolge der visio beatifica) zu GOTTES Angesicht, weil von aller geschöpflichen Erkenntnis die Erkenntnis der Engel GOTT am nächsten kommt ‑ immer MARIA ausgenommen. Aber bei dem Thron im Menschenherzen ist es so, dass GOTT hier den Engel im Wolkendunkel in seiner eigenen Erkenntnis  l ä ß t,  wenn ER den Menschen an Sich zieht. Hier kann der Engel GOTT nicht begreifen, während GOTT den Menschen in Liebe an Sich zieht, hier bleibt der Engel im Dunkel, förmlich  v o r  der Türe des Brautgemaches. Die Vereinigung GOTTES mit dem Menschen bleibt GOTTES Geheimnis. Hier sind die Erzengel den Menschen am ähnlichsten, im W a r t e n   v o r   d e r   T ü r.

Auch das Herz des HERRN war immer, da ER noch auf Erden ging, ein GÖTTLICHES GEHEIMNIS, der GEIST GOTTES wohnte in ihm. Wie Sein Herz durchbohrt werden musste, so auch das MARIENS, damit so viele Hüllen (Verkrustungen, Verhärtungen, Narben, satanische Hüllen) von den Herzen der Menschen fallen. Nur so kann die Gnade Zutritt finden, können die Gedanken frei des Menschen frei und von den Engeln erleuchtet werden

Sie stehen für den Anruf des Herzens JESU

und die Antwort des Herzens MARIENS

Das dreifache Verströmen der Liebe GOTTES aus dem Herzen des Herrn ist der Grundzug der Herz‑JESU‑Verehrung. Denn seit Golgotha fließt aus dem Erlöserherzen über Seine Kirche und die Menschheit das Blut der Erlösung, das Wasser der Gnade, des Lebens, der Geist der Liebe. Das Erlöserherz ist für uns ringende Menschen  d i e  Zuflucht und die Geborgenheit und der Thron der Liebe GOTTES, den wir nur an der Hand MARIENS und über ihr Unbeflecktes Herz MARIENS erreichen. Das durchbohrte Herz der Mutter ist die Antwort auf das durchbohrte Herz des Herrn. Das durchbohrte Herz des Herrn ruft die Schöpfung heim, es ist wie der Sämann, der ununterbrochen das Samenkorn Seines Blutes, Seiner Kraft des Wortes, Seiner Liebe über die Menschheit ausstreut. Das durchbohrte Herz MARAE ist der weite Menschenacker, auf dem die Gedanken, die Antworten der Seelen auf das Blut, das Wort und die Liebe aufgegangen sind, wie das Samenkorn aufgeht; h i e r  im unendlich großen, weiten, durchbohrten und dem Leid geöffneten Mutterherzen geht die Erlösersaat auf und wird vor den Augen GOTTES und aller Engel offenbar.

 

Im WARTEN VOR DER TÜR ist unter allen Engelchören, ausgenommen unsere Schutzengel, dem Chor der Erzengel das Geheimnis der Menschwerdung GOTTES am fassbarsten. Auch wir stehen zeitlebens  v o r  der Tür dieses Göttlichen Geheimnisses, mögen wir noch so oft den Herrn empfangen haben oder IHN bei der hl. Wandlung herabholen. Erst in der Ewigkeit, nach dem Jüngsten Tag wird sich der Schleier lösen.

Wenn uns nur etwas von der Größe und Schönheit dieses vorletzten Chores der Engelhierarchie aufginge, würden wir dankbar nach ihrer Hilfe greifen und ihrer Macht gegen alle täuschende Übermacht des Feindes vertrauen! Beten wir täglich, wenn notwendig mehrmals das Gebet zum hl. Erzengel Michael. Es gilt für alle Sieben, stellen wir unsere Wochentage unter ihren besonderen Schutz, und wir sind schon hier auf Erde in aller aufbrechenden Anarchie in den Herzen JESU und MARIAE geborgen.

Diese letzte Vorlage könnte auch als ein kleines „Vademecum“ gedruckt werden. Suchen wir nach Bildern der entsprechenden Apostel. Wo keine künstlerisch guten Bilder zu finden sind, genügen auch gute Aufnahmen der den Toren entsprechenden Edelsteine und evt. weitere Bilder aus der Apokalypse, die nicht unbedingt den Toren entsprechen müssen. Zu finden in „Das Bilderbuch der Apokalypse“, „in Bd I, Einstieg in die Geh. Offbg.

en!

 

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(Kurze) Weihe an die MUTTER vom Siege

In Einheit mit den hl. Engeln flehen wir Dich an,

Mutter des Sieges, MUTTER der Barmherzigkeit,

uns zu Deinem Dienst zu rufen.

Du kannst über uns verfügen,

mit all dem, was wir sind, und was wir haben,

um Dein Reich aufzurichten,

bevor Dein SOHN kommt,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Bereit für den Kampf in Einheit mit den hl. Erzengeln,

weihen wir uns für immer und ganz und gar Deinem Dienst!

Dir gehören wir, o Königin des Himmels,

für Zeit und Ewigkeit! Amen

 

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Gebete mit dem hl. Engel

Hinweis

Das Gebet mit dem hl. Engel ist eine große Hilfe, dass unsere Gebete nicht Gewohnheitsache werden und ablaufen. Bevor wir zu beten anfangen, sollen wir uns bewusst mit dem hl.

Engel verbinden und uns vor GOTT hinstellen, als arme Bittsteller, wie vor einem hohen HERRN dieser Welt. Da reden wir auch nicht einfach darauf los. Nicht  nur am Anfang, sondern auch zwischen drin, wenn auch nur in einem Gedanken, sollen wir die Hilfe des hl. Engels erbitten und uns versichern, dass wir von ihm geführt werden. Ähnlichen Rat gibt der hl. Ignatius von Loyola, darum wiederholen wir hier auch sein Wort: „nicht die vielen Worte machen es, sondern, dass Wort und Person des Betenden eins sind. Auch wenn wir das Gebet von anderswoher haben, es muss wie unser eigenes sein. Das macht den wichtigen Unterschied gegenüber den Gebeten, wie sie auch die Heiden vorbringen.

Weil es um uns um ein bewusstes Gebet mit dem hl. Engel geht, haben die vorausgehenden Betrachtungen vor allem die Bedeutung, uns die Notwendigkeit der Bindung an den hl. Engel bewusst zu machen. So wird das Gebet zur Waffe im Kampf um das Reich GOTTES.

Die folgenden Gebete sind zumeist aus dem Gebetsschatz von Pfr. Weigel entnommen (Montfort Verlag, (D - 83546 Altötting) oder zumindest im Geiste seiner Sammlung. Damit sind sie Eigentum der Kirche und der Gläubigen. Einige sind neu, im „Geist der Prophetie“, wie es der hl. Johannes uns in der Geheimen Offenbarung nahe liegt. Weil die Kirche neu werden muss, braucht es Kämpfer, Bekenner, Märtyrer, in denen der HERR selbst neu aufsteht.

 

                 Weihe an ULF vom Sieg

 

MARIA , Du Unbefleckte, ohne Sünde empfangen,

Geliebte Tochter des VATERS,

MUTTER des Lebens, des Fleisch gewordenen Wortes,

Braut des HEILIGEN GEISTES,

Du bist die EINE, die

“….aufsteigt wie die Morgenröte,

Schön wie der Mond, leuchtend wie die Sonne,

furchtbar wie ein Heer in Schlachtbereitschaft!“ [79]

                             

Du bist die MUTTER GOTTES,

die MUTTER des ERLÖSERS,

Königin des Himmels und der Erde,

MUTTER und KÖNIGIN DES SIEGES.

 

Von Ewigkeit her und durch alle Zeit,

hat GOTT an Dir Gefallen gefunden.[80]

Du bist und bleibst das „Große Zeichen“.[81]

Wir grüßen Dich, Jungfrau MARIA,

in Göttlicher Weisheit bestimmt

als Zeichen des Widerspruchs und der Entscheidung,<