Barbara Weigand Offenbarungen Band 1        Seite 4

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Inhaltsverzeichnis Band 1

114 Fest der Sieben Schmerzen Mariä 1896

„Verwirrt sind die Geister, verwirrt sind die Menschen, und es heißt festzustehen, fest sich anklammern, um nicht mit fortgerissen zu werden.“

Lied: Christi Mutter stand mit Schmerzen

Barbara: „O schmerzhafte Mutter, ich vereinige mich mit Dir. Alle meine Leiden, Widerwärtigkeiten und Widerwillen vereinige ich mit Deinem Leiden. O ich bitte, opfere Deine Geduld, Demut, Kreuzesliebe zur Genugtuung für meine Sünden und Armseligkeiten. Ich weiß nicht, was Du mich lehren willst, ich bin es nicht würdig, ich arme, unglückliche Sünderin!“

Maria: „Nicht unglücklich sein, Meine Tochter! Nur der ist unglücklich, der es nicht einsieht, daß er gefehlt hat. Ermanne dich, raffe dich zusammen und höre, was Ich dir sage. Ich weiß, Ich kenne dieses Leben. Ich habe Selbst alles erduldet und erdulden wollen; Ich bin keinem Kreuz ausgewichen; Ich wollte all Meinen Kindern vorangehen, weil Ich der Stern des Meeres sein sollte, der sie hinüberleitet zum himmlischen Vaterland. Darum mußte Ich einen Weg gehen, wie ihn alle gehen sollen, wie ihn alle Erdenpilger durchschreiten müssen. Siehe, morgen feiert die Kirche das Fest der Sieben Schmerzen. Damit will sie aller Meiner Schmerzen gedenken, die Ich in Meinem ganzen Leben erduldet, und nicht, wie am Schmerzensfreitag nur der besonderen Leiden gedenken, die Ich in der bitteren Leidensnacht erduldet habe. Siehe, morgen gedenkt man aller Leiden Meines ganzen Pilgerlebens. Du sollst die Pfade wandeln, die Ich gewandelt bin, deswegen wird es dir nicht anders ergehen, als es Mir ergangen ist in Meinem sterblichen Leben.

Siehe, Ich war ausersehen vom himmlischen Vater, die Mutter Seines eingeborenen Sohnes zu werden; in Mir wollte Sein eingeborener Sohn herniedersteigen auf diese armselige Welt, über Mich wollte der Heilige Geist Seine ganze Liebe ausgießen, und das alles war Mir bekannt von dem Augenblick an, da Ich wußte, daß Ich auserwählt sei, die Mutter Seines Sohnes zu werden. Und doch, durchgehe Mein Leben, ob es anders gewesen als das deinige.

Du bist traurig, weil es in dir so dunkel bleibt, weil dir alles verborgen bleibt. War aber Mein Leben anders als das deinige? Siehe, was Mich aufrecht hielt war, daß Ich das Wort in Meinem ganzen Leben beständig wiederholte: ‚Siehe, Ich bin eine Magd des Herrn.‘

Dieses war es, was Mich aufrecht hielt in all den schweren Leiden und Prüfungen, die der himmlische Vater Mir zugedacht. Auch Ich war nicht Gott. Obwohl Ich viele Weisheit besaß und viele Erleuchtungen hatte, war Ich doch ein menschliches Geschöpf von bloß menschlicher Natur. Auch Ich mußte fühlen, wie bitter das Leiden tut, wie hart die Armut drückt, wie hart es ist, verfolgt zu werden, wie ein gehetztes Wild von einem Land zum andern, um den himmlischen Schatz zu retten, Der Mir anvertraut war.

Siehe, ob sich jemand Mühe gab zu erforschen, warum Ich so geduldig leiden konnte, warum Ich so unschuldig litt, was die Ursache war. Siehe, ob die Priester nachforschten, da sie doch wußten von dem Tage an, da Mein göttliches Kind vor ihren Augen war dargestellt worden, daß Ich den verborgenen Schatz unter Meiner Obhut hatte, siehe, ob sie sich Mühe gaben, diesen Schatz ausfindig zu machen.

Ja, es ist wahr, Meine Verwandten und Meine Freunde schätzten Mich um Meines Sohnes willen und um Meiner Tugenden willen und liebten Mich sehr. Aber dann gehe in weitere Kreise, gehe in andere Gesellschaften, wo man nicht so fest glaubte, wo man nicht nach der Wahrheit strebte, ob jemand zu finden ist, der sich an Mich angeschlossen hätte, um Mich nachzuahmen, von Mir Tugenden zu erlernen, um Mein göttliches Kind kennenzulernen. Die meisten Menschen haßten Mich. Gehe mit Mir nach Ägypten, in dieses heidnische Land, sehe dich um, welchen Anhang Ich dort fand. Wohl achteten Mich die Menschen, aber man gab sich keine Mühe, Mein göttliches Kind kennenzulernen. Ich war ruhig zu allem, Ich ließ es geschehen, Ich floh nach Bethlehem und wieder zurück, ohne die mindeste Klage.

Weißt du, was Ich dich damit lehren will? Ich will dir damit sagen, daß du ruhig zu allem sein sollst, was über dich hinweggehen wird. Wenn du Meinen Sohn hast – diesen Schatz hast du Tag für Tag –, bist du dann nicht glücklich genug? Wohl teilt Er Sich dir mit, nicht um deinetwillen, aber doch ist es nicht an dir, dich hervorzutun. Du sollst auf Mein Beispiel sehen, bis es Meinem Sohn gefallen wird, Sich Selber Bahn zu brechen. Darum sei freudig und guten Mutes und der Gedanke, den Ich dir soeben vorgetragen, soll dich immer ermutigen. Siehe, es ist die Zeit der Verwirrung, verwirrt sind die Geister, verwirrt sind die Menschen, und es heißt festzustehen, fest sich anklammern, um nicht mit fortgerissen zu werden. Alles, was man auch noch tun mag, es ist nicht mehr zu entfernen das Übel, das in der Welt steckt.“

Barbara: „O liebe himmlische Mutter, bist Du Dieselbe, Die auch in Boulleret erscheint?“

Und ich sehe, wie Sie dort erscheint!

„Liebe Mutter, sage mir doch, gelt die Frau ist auch viel frömmer als ich, daß Du sie so begünstigst? Siehe, ich habe mir Mühe gegeben. Wenn ich es nicht wert bin, o sage mir doch, sind denn meine Sünden schuld, daß ich so verschmäht bin, daß kein Priester mir traut?“

Maria: „Das laß nur, Meine Tochter! Das ist einmal so in der Welt, und wenn es nicht so wäre, so hätte der Himmel nicht zu sein brauchen. Siehe, die Ewigkeit ist lange genug zum Ausruhen. Wer hier viel gelitten, viel gekämpft um seines Glaubens willen, wird es nie zu bereuen haben.“

Barbara: „O liebe Mutter, erflehe uns die eine Gnade, daß es mir nicht verboten wird, die süßen Worte Deines göttlichen Sohnes niederzuschreiben.“

Maria: „Siehe, Ich bin eine Magd des Herrn!“

Als Barbara diese Woche großen Eifer zum Gebet fühlte, sagte sie zu Jesus:

Barbara: „O ich meine, daß ich Dir viel besser dienen könne, als wenn ich ohne allen Eifer und Lust zum Gebet und so finster bin, o laß mir doch Dein Licht!“

Jesus: „Nein, du kannst nur verdienen in der Finsternis, denn glaube Mir, Ich habe in den dreiunddreißig Jahren Meines ganzen Lebens nicht so viel verdient, wie Ich in den letzten drei Tagen für die Menschheit verdient habe. Glaube es Mir gewiß, daß Ich alles durchführen werde. Weil die Menschen nicht mehr so stark sind wie früher, und Ich nicht verlangen kann, daß sie Bußwerke üben und sich geißeln so wie früher, so will Ich durch die heilige Kommunion in ihr Herz eingehen und ihnen die Leidenschaften dämpfen helfen, daß sie sich leichter im Stande der Gnade halten können.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

115 Vigil St. Michael 1896

„Je reiner das Wesen ist, je näher es seinem Schöpfer zugesellt und beigesellt ist, desto heißer der Kampf, den es gegen Satan führt.“

Lied: Reine Engel...

Barbara: „O Erzengel Michael, ich grüße dich durch das allerheiligste Herz Jesu Christi und vereinige meine Bitten mit den deinigen. O du, unser Schutzpatron und Streiter im Kampf mit den Feinden unseres Heiles, sag mir, bringst du mir Botschaft von meinem Herrn?“

Michael: „Siehe, meine Tochter! Du bist manchmal so ungehalten und so traurig, wenn etwas nicht nach deinem Wunsch und Willen geht, wenn Kreuze kommen in der Familie, wenn du dahin gestellt bist, wo du nicht gern stehst. Du bist unwillig, wenn andere neben dir stehen, die dir entgegen sind, dir in die Quere kommen. Aber siehe, dein Leben soll das Leben der ganzen heiligen Kirche, ja der ganzen Menschheit versinnbildlichen, denn so wie dein Leben, ebenso ist die ganze Schöpfung seit dem Sündenfall.

Siehe, ich bin einer jener glückseligen Geister, die schon lange erschaffen waren, bevor die Menschen erschaffen wurden. Friede herrschte in dem Reich des Lichtes, wo ich wohne, und nichts störte die himmlische Ruhe, und unaufhaltsam lobte der Geist eines jeden seinen Schöpfer, bis die Sünde eintrat, bis jener stolze Luzifer mit seinem Anhang das Reich des Lichtes verdunkelte, und es entstand der erste Streit in der Schöpfung; denn bevor die Welt erschaffen war, da waren schon die reinen Geister, es gab schon eine Schöpfung, zu der ich gehöre. Es war dies der erste und größte Streit, der je gesehen worden und je gesehen wird, obwohl er nur geistig vor sich ging. Ihr müßt wissen, je reiner das Wesen ist, je näher es seinem Schöpfer zugesellt und beigesellt ist, desto heißer der Kampf, den es gegen Satan führt, weil ja die Liebe dieser großen Geister erhabener und größer sein muß.

Und die Liebe dieser Geister – dieser Geschöpfe – war größer, als alle Menschen zusammen lieben können, denn sie liebten ihren Herrn mit reiner, uneigennütziger Liebe, und diese Liebe war um so heftiger und größer, je größer der Haß der anderen Partei war, und es entstand ein Ringen und Kämpfen, und hinab ging es mit diesen abtrünnigen Geistern, es ward Licht in den Räumen, aber doch eine stille Wehmut blieb in den Gemütern und Geistern zurück, als sie ihren vorher so treuen und lieben Brüdern nachschauten. Diese Sehnsucht bewog ihren Herrn und Gott, den Menschen zu erschaffen und recht bald zu erschaffen, um an den Menschen wieder seine Freude zu haben und zu vollenden, was Er eingebüßt hatte an den Engeln. Du mußt wissen, Gott will nicht die Sünde, aber Er läßt sie zu. Wir alle sind Seine Geschöpfe und doch so glücklich, teilzunehmen an Seiner Glückseligkeit, die ewig, ewig dauert.

Nun ist aber ein großer, himmelweiter Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf, und Seine unendliche Majestät verlangte und mußte verlangen, daß zu ewigen Zeiten es Seinen Geschöpfen zur Warnung hingestellt sein sollte, daß Er wenigstens eine Prüfung von ihnen verlangen könne, die Geschöpfe nämlich sich einer Prüfung unterziehen mußten, weil sie ja die Glückseligkeit des Schöpfers teilen sollen. Weil es jedoch ein bloßes Geschöpf ist, aus Seiner Hand hervorgegangen, muß dieses Geschöpf sich die Glückseligkeit gewissermaßen verdienen, darum die Prüfung. Der himmlische Vater legte uns, Seinen Dienern, einen Plan vor, den Er von Ewigkeit her beschlossen hatte, denn ihr alle sollt wissen, daß im Himmel, wo wir wohnen, eine Gemeinschaft herrscht, ein heiliger Friede, ein Band, das alle so eng an seinen Herrn anschließt, daß es, wie man sich auszudrücken pflegt, um menschlich zu reden, eine einzige Familie ist.

Und wie in einer guten Familie ein guter Vater nichts tut, ohne erst seine Familie, seine Kinder in Kenntnis zu setzen, sie um Rat und Zustimmung zu bitten, damit dann an dem Plan, den er ausführen will, alle sich um so mehr erfreuen können, wenn ihm sein von ihm ausgedachter Plan gut gelingt, so ist es und so war es, als der himmlische Vater den Plan allen Himmelsbewohnern vorlegte, daß Er eine Welt erschaffen wolle, und in diese Welt ein Geschöpf setzen wolle, zum Herrn über die Schöpfung. Weil Er aber dieses Geschöpf – den Menschen – mit Fleisch umgeben werde und dieses aus der Erde genommen, wird es den Menschen abwärtsziehen. Dann werde eine Zeit kommen, wo der Mensch sich gegen Ihn empöre werde.

Da trat die zweite Person der Gottheit vor den himmlischen Vater und vor alle Himmelsbewohner und zeigte ihnen ein Geschöpf, das an Schönheit, Reinheit und Liebenswürdigkeit den ganzen Himmel mit allem, was darin ist, außer der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Selber, die ganze übrige Schöpfung weit übertreffe, und daß aus diesem Wesen Er geboren sein wolle, um so im menschlichen Fleische, in der Knechtsgestalt, die Sünde wieder zu büßen und zu sühnen. Dies sahen nun die empörten Geister, die Engel, die sich schon lange gefielen in ihrer Schönheit. Wie, sagten sie, wir sollen ein Geschöpf anbeten, das weit unter uns steht, wir sollen diesen unseren Gott, Der da Fleisch annehmen will und Sich diesen Geschöpfen gleichmachen will, in Menschenhülle anbeten?

Und man beschloß, nie und nimmer das zu tun. Und diese Geister enthüllten ihren Plan den Gleichgesinnten und beschlossen, sich zu trennen, weil sie wähnten, Gott gleich zu sein. Siehe, ich und die Guten, die mir folgten, die meiner Fahne folgten, führten Krieg gegen die rebellischen Geister und schleuderten diese abtrünnigen Engel in den Abgrund. So war es im Himmel, wo nichts herrscht als Liebe, Friede und heilige Freude, wo eine Glückseligkeit ist, ohne Zahl und Maß. Nun nimm dir aber, du armseliges Evaskind, diese unwirtliche Erde, dieses Tränental, das es geworden ist seit der ersten Sünde – denn die Schöpfung, wie sie aus Gottes Hand hervorging, war auch ein Paradies, herrlich und schön, wenn auch nicht zu vergleichen mit der himmlischen Stadt, wo Gott wohnt, doch war es ein Abglanz jenes Reiches – nimm die vielen Kämpfe, die die Erdenpilger von Tag zu Tag kämpfen müssen und sieh, ob es da nicht notwendig ist, nach jemandem sich umzusehen, der immer die richtigen Mittel zu treffen weiß. Und dies hat die heilige Kirche erkannt und mich deshalb zu ihrem besonderen Schutzpatron erwählt.

Die Welt ist gottlos geworden. Das ist es, was ich dir zeigen wollte, weswegen ich dir erklären wollte den ersten, großen Streit, der gewesen ist in der Schöpfung. Wenn im Reich des Lichtes, wo nur Liebe, Freude und Friede herrscht, eine Empörung stattfand gegen ihren Herrn und Gott, wie wäre es anders zu erwarten unter den niederen Geschöpfen? Siehe, der Himmel ist geräumt, die Abtrünnigen sind ausgeschieden, viele, viele Plätze sind leer, aber nicht lange, und andere werden die Plätze einnehmen, und dies seid ihr, ihr armen Erdenpilger.

So ist es und so bleibt es, wenn die Geschöpfe sich auflehnen gegen ihren Schöpfer. So ist es jetzt auch wieder. Es ist ein Streit entbrannt in der ganzen Schöpfung, ein Sturm tritt heran, der die ganze Schöpfung wieder erschüttern soll. Ausgeschieden sollen viele werden, der Weizen soll gesiebt, das Unkraut ausgerottet und ins Feuer geworfen werden. Es ist an der Zeit, da die Menschen gottlos geworden sind, und nur noch wenige glauben, daß es wirklich einen Schöpfer gibt. Darum will ich dir sagen, daß eine Zeit kommen wird, wo auch die Guten sich fragen werden: ja ist es denn möglich, daß Gott dies alles über uns kommen lassen kann? Man will wissen, ob denn auch die Guten gestraft werden. Ja, ja, sage es nur jenen, die es wissen wollen, daß auch die Guten mit gestraft werden, nicht aber zu ihrem Verderben, als ob sie es verdient hätten, sondern weil durch sie andere wieder gerettet werden sollen, und weil durch ihr geduldiges Leiden die Trübsale abgekürzt werden. Auch werden die Gottlosen sehen, daß selbst diejenigen, die Gott immer treu gedient haben, die Strafe mit erleiden und dennoch mitten in der Trübsal ruhig ihre Wege gehen. So werden diese in sich gehen und viele werden gerettet werden.

Siehe, das ist das große Geheimnis, weswegen auch die Guten leiden müssen. O sage es allen katholischen Kindern, o sage es jenen treuen Seelen, die noch an ihrem Glauben hängen, welchen Wert das Kreuz hat, wenn viele Kreuze in die Familie kommen, wenn sie heimgesucht werden. Kostbar ist die Zeit der Leiden für die Menschheit, weil die Guten um so reichlicher belohnt werden.

Die Ewigkeit ist lang genug, all das zu vergelten, was der Mensch gelitten auf Erden. Was aber noch mehr ist, all die Leiden einer frommen Seele nützen nicht nur ihr selber, sondern auch ihren Mitmenschen, und wer auch nur etwas tut und ein einziges Fünkchen seines Glaubens in sich birgt, dessen Seele soll gerettet werden, um der Verdienste dieser frommen Seelen willen. Das ist das große Geheimnis des Gebetslebens, des Sühne- und Leidenslebens, das fromme Seelen in der Kirche Gottes führen. Ehe der Sohn Gottes auf der Erde erschien, kannte man dieses Geheimnis nicht, weil man Sühne, Opfer und Leiden nicht kannte. Nun, seitdem das Opfer auf Golgotha vollbracht wurde, seit der Plan durchgeführt ist, den der Herr uns, Seinen Geschöpfen, darlegte an jenem großen Tag, wo der erste Kampf im Himmel vollzogen wurde, seitdem ist dieses Geheimnis erschienen.

Ja, werdet nicht müde, ihr Kinder der katholischen Kirche, zu kämpfen, zu leiden, zu sühnen für eure Brüder. Harret aus im Kampf, und wenn Trübsal über euch hereingebrochen ist, die alle Menschen hart fühlen sollen, dann bedenket, was ich dir gesagt habe: Der Weizen soll gesiebt, die Guten sollen ausgeschieden werden von den Gottlosen, und viele Plätze werden leer werden in der heiligen katholischen Kirche.“

Barbara: „O lieber, heiliger Erzengel, stehe doch dem Pelikan-Schreiber bei, erflehe ihm Licht und Rat und Lösung der Frage, ob er zurücktreten soll von der Vereinsleitung und der Redaktion der ,Eucharistie’?“

Michael: „Er soll es nicht tun, er soll ruhig stehenbleiben und dulden und bedenken die Worte, die ich eben gesprochen, daß er nur durch Leiden, durch geduldiges Ausharren seine Mitbrüder retten kann, denn auch im Priestertum gibt es viele, die das Kreuz scheuen und im Sturme nicht bestehen. Er soll ruhig schreiben und tun, als ob das alles nicht an sein Ohr gelangt sei, er soll auf sein höchstes Gut schauen, auf seinen im Allerheiligsten Sakrament des Altares verborgenen Gott, den ich das Glück habe, anbeten zu können. In seinen trüben Stunden soll er mich um Hilfe anflehen, und ich werde ihm Kraft erflehen im Kampfe, in allen Stürmen, die über ihn hereinbrechen.“

Barbara: „Wird denn der Pelikan bedeutend abnehmen? Sieh, er ist ein armer Priester und kann nichts zusetzen.“

Michael: „Es bleibt sich gleich, wenn auch hie und da einige zurücktreten, dafür kommen andere neue. Nur Geduld, mein Sohn!“

Barbara: „Ist denn alles richtig, was Melanie sagt oder ist einiges falsch?“

Michael: „Es ist schon so, wie sie sagt, man will den Schleier nicht gelüftet wissen. In diesen Geheimbünden geht vieles vor, was freilich nicht an das Tageslicht kommen soll, um die Menschen nicht über alles aufzuklären. Dagegen gibt es doch gar manche Schwachköpfe, welche die Wut dieser Geister fürchten und da wird viel gewütet gegen die katholische Kirche und ihre Priester. Aber für das neunzehnte Jahrhundert, das ja von Aufklärung so gefüllt ist, wo man alles nur auf natürliche Art erkennen und erklären will, da tut es doch not, auch nachzudenken und aufzudecken, was in den Geheimbünden vorgeht.“

Barbara: „Ist es denn auch wahr, was die Vaughan sagt?“

Michael: „Ich habe dir soeben gesagt, es ist nicht falsch, was sie sagt. Es ist wahr, daß sich diese Person der katholischen Kirche zuwandte, weil sie aus Abneigung dort (von den Freimaurern) zurücktrat, weil ihr Stolz gereizt war. Sie hat noch vieles an sich abzulegen, bis sie den rechten Geist einer Katholikin in sich hat. Sie hat die Demut des Kreuzes noch nicht ganz begriffen, und Satan arbeitet noch viel an ihr, um sie wieder für sich zurückzugewinnen. Denn es hat oft bei solchen Seelen noch immer ein Hintertürchen.

Es ist darum besser, nicht so viel Lärm über sie zu machen. Ganz anders ist es, wenn eine Seele in dieser heiligen katholischen Kirche immer gelebt, immer geliebt und gelitten hat, bei ihr ist selten etwas zu fürchten. O die verwirrten Geister! O diese Welt in diesem Jahrhundert! Wo gab es je ein Geschlecht, das diesem gleich käme an Gottlosigkeit, wo man so seinen Gott und Herrn verachtet hätte wie jetzt? Darum wird Plage über Plage kommen, und wundere dich nicht, daß du so vielfach zu leiden hast innerlich und äußerlich. So soll es allen gehen, die noch an Gott glauben und die Ihn lieben wollen, denn nur durch geduldiges Ausharren werdet ihr eure Seele und die Seelen eurer Mitbrüder retten. Fahret fort wie bisher, laßt euch nicht einschüchtern, und bis die Kirche wiederum mein Fest feiern wird, wirst du noch mehr erfahren haben.“

Barbara: „Ja, lieber, heiliger Erzengel, aber der Herr sagte doch, es sollte allen, die in den Bund vom hochheiligsten Altarsakrament eintreten würden, kein Haar gekrümmt werden. Wie ist das da zu verstehen, da du anderes sagst?“

Michael: „Dies ist alles geistig zu verstehen! Ihr müßt wissen, daß, wenn die Menschheit gestraft wird, dann wird sie gestraft, wie der Herr regnen läßt über Gute und Böse, denn Er erschafft keine neue Welt, um die Guten auszusondern. Sie müssen alles miterleben wie die Gottlosen, aber mit dem Unterschied, daß der Friede der Guten nicht zu zerstören sein wird, sie werden die Trübsale ruhig hinnehmen und ruhig ertragen, während andere in große Verwirrung und Verzweiflung fallen, und durch ihr geduldiges Ausharren werden sie und andere gerettet werden.“

Barbara: „Werden die Behörden so viele ,Eucharistiner’ in Bozen zulassen als kommen?“

Michael: „Sie werden sie zulassen, aber zu leiden werden sie doch genug bekommen. Nun lebe wohl, meine Tochter, und hänge dein Herz nicht an dieses vergängliche Dasein, an all das, was um dich vorgeht, denn nur noch kurze Zeit und alles ist vorüber. Die Nacht wird dir zu einem hellen Tag werden!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

116 Erster Abend im Oktober 1896

Lied: Mutter Christi...

Barbara: „O meine Königin, o meine Mutter, erflehe mir doch Verzeihung meiner Sünden und meiner vielfachen Nachlässigkeiten; erflehe mir besonders den Geist der Buße in diesem Monat, daß ich alles im Geiste der Buße ertragen kann. O liebe Mutter, ich war böse, ich weiß es“

Maria: „Ja, du warst böse. Du hast gehört am Vorabend vor ‚Michaeli‘, daß du nicht unwillig sein sollst, wenn dir etwas in die Quere kommt, wenn du dahin gestellt bist, wo du nicht gern bist. Und doch bist du noch verdrossen. Siehe, alles, was in der Familie vor sich geht, gehört zum Kreuz, das du tragen sollst, denn die Familie ist das Vorbild der heiligen Kirche, und alles, was in der weiten Welt vorgeht, was gegen den Geist Gottes und der Kirche geht, das gehört zum Kreuz und kommt der Kirche und allen ihren Kindern in die Quere. Es ist ihnen auch nicht recht, sie möchten es auch alle gern anders haben und gern in Frieden leben und in Frieden die Liebe Gottes genießen. Es ist aber nun einmal so, es soll gelitten werden, und diese eine große Gottesfamilie, die heilige Kirche Gottes, sie muß es mit in Kauf nehmen, sie muß es über sich ergehen lassen, wenn sie es auch nicht gern sieht, wenn sie es auch gern anders haben möchte.

So ist es in deiner Familie, denn du sollst, wie dir bereits der heilige Erzengel Michael gesagt hat, die heilige Kirche versinnbildlichen, mit all den vielen Unannehmlichkeiten, den kleinen und großen Stürmen, die über sie ergehen. Geschüttelt muß der Baum werden, auf daß die unreifen Früchte abfallen. So ist das auch mit dir. Verstehst du, warum dir das Kreuz auferlegt ist? Geschüttelt mußt auch du werden, damit du einsiehst, wie viele Unvollkommenheiten du noch an dir hast und welche abzulegen du dir um so mehr Mühe geben sollst.

Siehe, Ich stehe auf der Warte und schaue, ob jemand kommt, um die Gnaden in Empfang zu nehmen in diesem Monat, die Ich, beide Hände voll, austeilen will. Ich bin die Mutter der schönen Liebe und die Mutter der heiligen Hoffnung, Ich bin aber auch die Mutter voll der Gnaden, und nun ist wieder der schöne Monat gekommen, wo die Kirche sich an Mich wendet, um Gnaden zu empfangen für ihre Kinder. Wie bin Ich so bereit, sie auszuteilen. Aber wisse, daß die Gnade zwar ein freies Geschenk der erbarmenden Liebe Gottes ist, aber doch auch verdient sein muß. Das armselige Geschöpf hat seinen Schöpfer beleidigt und hat sich als König der Schöpfung noch unter die übrigen Geschöpfe erniedrigt durch die Sünde. Eine große Spalte ist entstanden zwischen seinem Gott und dem Geschöpf. Darum mußte ein Geschöpf geboren werden in dieser Schöpfung, sündenlos und sündenfrei, das nichts für sich selbst abzubüßen hatte und darum nur für andere verdienen kann; das bin Ich, deine Mutter, die Mutter aller Lebendigen. Wendet euch an Mich, ihr Kinder der Erde, und ihr seid gerettet!

Aber seht, Meine Kinder, wie der Herr Seinen Sohn nicht senden wollte ohne Mich, wie die Menschheit nur erlöst werden konnte und sollte durch Meine Mitwirkung, so will aber auch Ich in der Welt Geschöpfe haben, in denen Ich Mich wieder verwirklichen kann, die sich dafür hergeben, anderen Menschen Gnaden zu verdienen. Ich will sie ja allen Menschen mit großer Bereitwilligkeit vermitteln und zuwenden, denn Ich bin die Schatzmeisterin aller Gnaden, die Königin des Himmels und der Erde, also auch die Königin über die königlichen Schätze des ganzen Gottesschatzes. Aber Ich muß Unterbeamte haben, welche die Gnaden der Königin austeilen unter die anderen. Diese Unterbeamten sind alle Diener, die Mir recht treu nachfolgen, die den Weg gehen, den Ich gewandelt bin auf Erden. Weißt du auch, was das für ein Weg ist? Der Weg des Kreuzes, das Kreuz, das dort auf Golgotha den Höhepunkt erreicht hat. Diese sind es, die die Gnaden anderen vermitteln können, diese treuen Seelen.

O so kommt doch, Meine Kinder! In diesem Monat fließen die Gnaden nicht tropfenweise, nein, sondern stromweise. O gehet hin und verkündet denjenigen, die Mich kennen und lieben, wie gut Ich bin, sagt Meinen Dienern, daß sie doch recht das Volk aneifern, den Rosenkranz fleißig zu beten, denn du mußt wissen, daß Mein Sohn in ein neues Gewand gekleidet ist in diesem Monat, wie du im vergangenen Jahr, Mitte Oktober, gesehen hast. Die zwölf Artikel des Glaubens hast du damals gesehen in einem eigenen Kreis und weißt bis heute noch nicht, was das bedeuten sollte. Heute aber sollst du es wissen: Siehe, es ist das neue Glaubensleben, das wiederum auflebt unter Meinen Kindern. Durch das eifrige Gebet wird der Glaube in jeder Seele, die noch an Gott glaubt, wieder neu angefacht und jede Seele ist ein Abbild Meines Sohnes.“

Barbara: „O liebe Mutter, wie danke ich Dir! O ich bin es nicht wert, wie hätte ich so gern manchmal, daß ich befreit wäre von diesem Leiden, besonders, weil ich in der Familie so nötig bin. Aber wenn der Herr wieder kommt und anpocht an meinem Leibe, so will ich Ihm nicht mehr widerstehen, wie gestern. O erflehe mir Vergebung, wenn ich Ihn beleidigt habe. O es ist immerhin ein Kreuz, dieses Leiden; o verdenke mir es nicht, wenn ich es manchmal abschütteln will. Nimm hin, o Herr“

Maria: „Ja, du bist verwirrt, weil die Kirche, Meine Diener, sich fernhalten, weil sich niemand um dich kümmert, aber, Meine Tochter, sei zufrieden! Siehe, Meine Diener, obwohl sie es glauben, sind selbst in einer Verwirrung über all die Dinge, die sie sehen und nicht ändern können. Siehe, die Zeit ist gekommen, sie sehen den Sturm heranbrausen und mit wuchtiger Gewalt einstürmen in das Reich Jesu Christi und können ihn nicht mehr aufhalten. Sie sind in Erwartung der Dinge, die da kommen werden. Siehe, Noach baute einhundertzwanzig Jahre an der Arche. Dieser treue Diener Gottes predigte Buße, solange er an der Arche arbeitete, und was war die Frucht seiner Predigten? Nichts, als daß das Volk seine Wege weiterging, es jubilierte und schmauste und tanzte, bis die Schleußen des Himmels sich öffneten und die Fluten hereinbrachen, und alles mit sich fortrissen, und sie alle in den Fluten umgekommen sind.

So ist es jetzt! Meine Diener wissen wohl, daß in der Kirche solche Dinge vorkommen, wie sie bei dir zutage treten, daß Ich Mich manchmal sehen lasse, um die Menschen wieder anzueifern, um den Glauben zu beleben, aber in dieser Zeit, in der die Welt jetzt steht, ist alles vergebens. Drum halten sie sich fern und warten ab, was hier und dort kommen werde. Was Ich mit dir rede, ist deswegen doch nicht verloren und wird dann, wenn die Zeit vorüber, wenn der Sturm aufhört zu toben und zu brüllen, in die Tat umgesetzt werden. Man wird alsdann das, was Ich mit dir rede und was Ich von ihnen verlangte, zur Ausführung bringen. O stehet fest, ihr Meine Kinder, denn vieles noch wartet auf euch. Seid eifrig in diesem Monat, in Vereinigung mit anderen, das Rosenkranzgebet oftmals zu üben und zu betrachten, alles aufzuopfern für die Glieder der Kirche, damit doch wieder neues Leben in diesen Gliedern erwache; eifert an, wo ihr könnt, in den Familien. Du wirst viel zu leiden haben in diesem Monat, aber tröste dich, am Schluß dieses Monats wirst du eine große Freude erleben. Und nun, Meine Kinder, lebt wohl, bis ich wieder komme!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

117 Herz-Jesu-Freitag im Oktober 1896

„Wo sie Rechenschaft ablegen müssen, nicht nur über jedes unnütze Wort, sondern auch über jeden unnützen und vergeudeten Augenblick!“

Lied: Dem Herzen Jesu singe...

Barbara: „O mein Jesus! Geliebter meines Herzens! Ich armseliges Geschöpf, ich Unwürdige, werfe mich im Geist vor Dir nieder und bete Dich an. Sieh nicht auf meine Unwürdigkeit, auf meine vielfachen Sünden und Armseligkeiten, deren ich mich besonders in dieser Woche schuldig gemacht habe. Es gab eine Zeit, wo ich besser Dich lieben konnte. O ich kann nur mit Wehmut an jene Tage denken, wo ich Tag und Nacht mit Dir vereinigt war. Alles ist dahin, nichts als die Erinnerung bleibt mir, ich bin selbst schuld! O verzeihe mir, ich will zufrieden sein, wenn es auch mein Leben lang so bleibt. Du hast Dich zurückgezogen, weil ich Deinen Gnaden nicht entsprochen, die Du mir zugewandt.“

Jesus: „Sei zufrieden, Meine Tochter! Ich bin noch derselbe liebende Bräutigam, derselbe treue Freund, derselbe zärtliche Vater wie vor Jahren. Aber wie der Vater, der Freund, der Bräutigam sich manchmal verstellt, so daß es scheint, er habe die Liebe vergessen, die Liebe sei in Haß übergegangen, dem Bräutigam, dem Freund oder dem Kind, so ist es dennoch nicht so. Es ist nur eine vorübergehende Prüfung. So ist es auch bei dir, denn du mußt wissen, daß eine unaussprechlich schöne Krone deiner in der Ewigkeit wartet, denn du sollst vielen Menschen ein Vorbild sein in der Leidensschule, und was Ich mit dir rede, soll nicht dir allein gelten, sondern allen, die treu zu Mir halten, die Mir dienen wollen, die Mich lieben. Und Ich will alle diese Seelen einführen in die Leidensschule, und sie bedürfen daher manchen Trostes und dieser soll ihnen durch dich zukommen, denn was Ich mit dir rede, ist nicht für dich allein bestimmt, und darum soll es auch nicht nur bei dir bleiben.

Und weil man nicht darauf achtete, als Ich im stillen Kämmerlein des Herzens dir Meine Geheimnisse und Meine Liebe erschloß, darum ersann Ich ein anderes Mittel und bot dir den Leidenskelch an, und weil du Mir dazu deine Zustimmung gabst, ist es Mein Wille, daß Ich jetzt auf diese Weise öffentlich mit dir verkehre. Meine Diener sollen wissen, daß es an der Zeit ist, wo Ich Mich Meinen Geschöpfen offenbaren muß. Ich bin es, ihr Herr und Gott, Der mit einem Wink das ganze Weltall in sein Nichts zusammenstürzen lassen kann.

Ich bin es, Der diese Welt erhält und regiert, um dieser Seiner Geschöpfe willen, die nach Seinem Ebenbild erschaffen sind, die aber diese Ebenbildlichkeit mit Mir ganz und gar zerstört haben. Hinaus soll Ich geworfen werden aus den Herzen der Menschen, und es kommt die Zeit, wo Ich sie vor Mein Gericht stelle, wo sie Rechenschaft ablegen müssen, nicht nur über jedes unnütze Wort, sondern auch über jeden unnützen und vergeudeten Augenblick! Siehe, Meine Tochter, wieviel Unheil in der Welt ist unter diesen Meinen Geschöpfen, die nach Meinem Ebenbild erschaffen sind. Und was ist das größte Übel? Die übermäßige Genußsucht, die Augenlust, die Fleischeslust. Nichts als Vergnügen will der Mensch, weil er danach strebt, den Himmel auf Erden zu suchen, weil er Mich, seinen Herrn und Gott, hinausgeworfen hat aus seinem Herzen, und dieses Herz die Leere nicht mehr ertragen kann, die es fühlt in sich. Darum will dieses arme Herz den Hunger in sich stillen, die Stimme übertönen, die beständig zu Mir emporruft, die Stimme, die sie nicht mehr kennen.

Ja, ja, auch in dem größten Sünder lebt noch etwas, das ihn mahnt an seinen Schöpfer, und daß er nicht erschaffen ist für diese Welt, und das will der Mensch übertönen. Was aber das größte Unglück ist, daß in Meiner Kirche, in der Ich wohne, in der Ich Mich doch aufhalte wie zu den Tagen, als Mich noch das Fleisch umgab, auch so viele sind, die diesem Laster frönen, ja selbst unter denen, die Ich Mir erwählt, die Ich Mein Eigen nannte, Ich meine die Priester, diejenigen, die Ich aufgestellt habe, Meine Herde zu leiten, Meine Herde auf gute Weide zu führen. Ja, es gibt solche, die Mir den Dolchstoß geben in Mein Herz, wie Ich dir gezeigt im Anfang, weil sie, anstatt ihrer Herde mit gutem Beispiel voranzugehen, dieselbe noch abhalten, oder doch soviel sie können, abhalten und sie nicht vorwärtsbringen, weil die Gemeinde auf ihr eigenes Beispiel schaut; sie hängen selbst zuviel an irdischen Dingen.

Siehst du diejenigen, in deren Gemeinde das Allerheiligste Altarsakrament verehrt wird, wie da das Gute befördert wird, wie da die Tugenden blühen? Ja, das Volk erstarkt im Glauben, es wird gefördert in der Tugend, befestigt in der Hoffnung und in der Liebe, man trägt sein Kreuz mit mehr Geduld. Statt dessen aber sieh in die Gemeinden, wo man kalt ist, wo der Führer selbst sich nicht länger in seiner Kirche aufhält, als er muß, und nicht seine Herde herbeiführt zu Mir, dem Guten Hirten, wie es da bestellt ist um die Tugenden. Sieh, wie man sich da gegenseitig anfeindet, zerfleischt in Rachsucht und Zwietracht, wie jeder nur bestrebt ist, seine Güter so schnell wie möglich zu vermehren und gar nicht danach fragt, ob es recht oder unrecht. Siehe, ob du da den jungfräulichen Stand blühen siehst, ob du siehst, wie die Armen unterstützt und die Kranken besucht werden? O alles das ist nicht in jenen Gemeinden, wo man Mich vergessen hat, wo der Priester kalt und gefühllos ist gegen Mich. Zwar ist sein Wort auch Gottes Wort, aber es wird wenig Früchte bringen, wenig eindringen in die Herzen seiner Zuhörer.

Komm aber mit Mir in jene Gemeinde, wo Mein Diener Mir ein liebeglühendes, warmes Herz entgegenbringt. Siehst du, wie da seine Kinder sich an ihn anschließen, wie sein Wort eindringt in seine Untergebenen. Wenn er auch nicht alles aus seiner Gemeinde entfernen kann, so gehen dabei doch wenige Seelen verloren, weil er den Kanal nicht verstopft, der durch ihn sprudelt aus Meinem Herzen. O es ist die Zeit schwer geworden, weil Mein Volk abgewichen ist vom rechten Weg, und es wäre notwendig, daß Meine Diener einstimmig Hand in Hand mit Mir gingen. Alles, was das Volk fördern kann zur Verehrung des hochheiligsten Sakramentes des Altares, sollte doch nicht unterdrückt werden von Meinen Eigenen Dienern. Wo gab es eine Zeit, wo es notwendiger gewesen wäre zu schreiben als jetzt, wo so viele falsche Propheten und Schriftsteller in der Welt leben, die Unheil verbreiten?“

Barbara: „O Herr, sage doch Deinem Diener, ob es so recht ist, wie er die nächtliche Anbetung vorschlägt, weil viele meinen, es könnte zu Ruhestörungen Anlaß geben.“

Jesus: „Ich werde wachen über deine Ratschläge. Fahre nur fort, Mein Sohn, mutig, frei und offen! Marschiere in die Welt hinaus, kümmere dich nicht um das Gerede der Menschen, denn die so reden, reden menschlich und nicht göttlich. Du mußt wissen, Mein Sohn, daß auch der Priester, der eine hohe Stellung bekleidet in Meiner Kirche, nebst dem göttlichen Geist auch seinen menschlichen Geist hat, und dieser Menschengeist hineinschaut in die Welt und mit dieser eins sein möchte. Das kann nun einmal nicht gutgehen. Marschiere du nur mutig auf und ab in allen Landen, versuche hie und da, wo du noch nicht eingedrungen, ob du nicht Eingang finden kannst in die Herzen der Gläubigen, und frage dich nur von Zeit zu Zeit, welcher Antrieb deine Feder führt, und solange du noch in dir findest, daß es Gottesliebe und Volkswohl ist, und wenn du uneigennützig bist und keine Ehre suchst vor den Menschen, und solange du die Armut liebst und nur das Wohl des Nächsten im Auge hast, schreite nur ruhig und mutig weiter und kümmere dich nicht, ob du Licht in dir hast oder nicht, denn es ist Meine Weise, daß diejenigen, die Ich ausersehen, Großes in Meinem Reich zu wirken, in sich klein sein müssen.

Sage dieses nur jenen, die dich anfeinden wollen, die dir hindernd in den Weg treten, weil sie die Macht dazu haben, sie sollten nur nachdenken, welcher Geist dich treibt, und wenn sie finden, daß die Seelen zur Liebe Gottes angefacht werden, was sie dann noch einzuwenden hätten. Seelen, Seelen verlangt Mein Herz! Kümmere dich nicht, Mein Diener, es kommt die Zeit der Ernte, dann wirst du die Früchte ernten, die du ausgesät hast. Ihr aber, Meine Kinder, seid eifrig im Gebete, wachsam über euch selbst, über eure bösen Neigungen, seid nicht verzagt, gehet mutig voran, unterstützt Meinen Diener, geht Hand in Hand mit ihm, Ich bin es, der euch zusammengeführt hat, der all die Dinge so geordnet hat. Seht das kleine Samenkorn, wie es schon emporgewachsen ist zu einem mächtigen Baum, der sich über die ganze Erde ausbreitet. Früchte reifen schon an diesem Baum, und auch für euch soll die Ernte kommen, wo ihr die Garben einholen werdet.“

Luise: „O mein Jesus, befestige doch die Bekehrung von N.“

Jesus: „Ja, der erste Schritt ist getan, aber doch ist sie noch nicht ganz bekehrt.“

Luise: „O Herr, was soll ich tun, um sie ganz zu gewinnen?“

Jesus: „Du mußt viel für sie beten, opfern und sühnen. O bittet Mein Herz für die Armen, die so vom Glauben gekommen, die ihr Vergnügen nur in dieser Welt suchen, und wenn sie es nicht finden, des Lebens überdrüssig werden. Für diese bestürmt Mein Herz und das Herz Meiner Mutter. Ihr sollt sehen, wie geneigt Ich bin, die Armen zu retten, habe Ich ihnen doch nur deshalb die irdischen Güter entzogen, damit sie um so leichter die himmlischen Güter erlangen, aber die Erde hat die himmlischen Güter vergessen, sie sucht nur im weltlichen Gepränge ihre Lust. O die armen Seelen, Mein Herzblut klebt an ihnen, und Ich soll sie verdammen, die Armen? Meine Kinder helft Mir!“

Luise: „O Herr, so schenke mir die arme Frau N., die ganz vom Glauben gekommen ist.“

Jesus: „Wenn du sie dazu bringst, nur ein einziges Mal das Rosenkranzgebet in der Kirche zu besuchen und mitzubeten, soll sie gerettet werden.“

Luise: „O Herr, ich bitte Dich auch für den armen Sohn jener Witwe.“

Jesus: „Den kannst du noch nicht bekommen. Wo der Geist der Genußsucht sich so eingewurzelt, wo das Herz, wie bei ihm, noch nicht mürbe ist, da ist wenig zu machen. Wunder müssen da gewirkt werden und alle Tage immer wieder neue Wunder.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

118 Fest des heiligen Franziskus 1896

“Aber die allweise Güte Gottes muß sich den Menschen anpassen, wenn die Menschen es nicht mehr tun, sich ihrem Schöpfer anzupassen und zu fügen.“

Lied: Es glänzt ein Licht...

Barbara: „O heiliger Vater Franziskus, ich grüße dich durch das allerheiligste Herz Jesu und durch meine liebe Mutter, die Königin des heiligen Rosenkranzes. O lehre mich, Sie zu verehren und kindliche Liebe Ihr zu erweisen. Ich bin zwar das unwürdigste deiner Kinder und Mitglied deines Ordens, o erflehe mir doch Verzeihung aller meiner Sünden!“

Franziskus: „Ja, meine Tochter, du hast recht, dich zu verdemütigen, denn du erkennst nicht, wie groß die Gaben sind, die der Himmel dir zugedacht hat. Du mußt wissen, daß ich mich mehr als du bestrebte, meinen Gott zu lieben, meinem Gott alles zu sein und Er alles mir, und doch war der Verkehr, den Er mit mir einhielt, nicht so häufig wie bei dir, wenigstens nicht im Anfang. Ja, ich verkehrte auch auf innige Weise mit Ihm und vieles ist nicht aufgeschrieben, weil bei mir eine ganz andere Art und Weise angewendet wurde wie bei dir. Siehe, wir sind Seine Geschöpfe alle mitsammen, wir sind Kinder der einen, heiligen, katholischen Kirche, aber die allweise Güte Gottes muß sich den Menschen anpassen, wenn die Menschen es nicht mehr tun, sich ihrem Schöpfer anzupassen und zu fügen, denn du mußt wissen, daß in der Zeit, in der ich lebte, doch eine andere Zeit war wie im jetzigen Jahrhundert.

Es gab da, obwohl die Welt kalt geworden war in der Liebe Gottes, obwohl die Welt üppig geworden war, und die Reichen in Saus und Braus lebten, und die Armen darben ließen, mehr Glaube und Liebe als jetzt in diesem Jahrhundert der Aufklärung, des Fortschrittes, der Kultur, und wie es die Welt nacheinander heißt. Du mußt wissen, daß der liebe Gott Sich so nach Seinen Geschöpfen richtet, daß es niemand auf der ganzen Welt zu erfassen vermag, wie unendlich die Geduld ihres Schöpfers ist, und daß zu allen Zeiten der Herr Mittel ersann, um diese armseligen Geschöpfe, die Seine Ebenbilder sind, Sich zugänglich zu machen.

Und weil in diesem Jahrhundert und in der Zeit, wo ich lebte, es doch noch gläubigere Herzen gab als zur jetzigen Zeit, so war es notwendig, die Gnaden zu verbergen, die Er wirkte in einer Seele und ließ sie lieber in der stillen Herzenskammer wirken. Jetzt aber, da die Zeit eine ganz andere geworden ist, da das neunzehnte Jahrhundert den Glauben über Bord geworfen und auch in der katholischen Kirche vieles wurmstichig geworden ist, so daß alles von diesem Wurm der Gottlosigkeit angestochen ist, muß der Herr umgekehrt handeln.

Siehe, meine Tochter, man glaubt, ja man glaubt noch, daß unser Herr Jesus auf Erden war, daß es eine Zeit gab, wo das Wort Fleisch geworden ist, doch nur noch unter den wirklich gläubigen Christen. Die übrige Welt behandelt das nur noch als Märchen, das man Kindern erzählen muß, um noch Ordnung in der menschlichen Gesellschaft halten zu können, aber an einen lebendigen Glauben, an alles, was unser Herr Jesus Christus geoffenbart hat, wird nicht mehr geglaubt und gedacht.

Siehe, es gibt eine Gemeinschaft der Heiligen, es gibt eine heilige katholische Kirche, in welcher der Herr Jesus Christus wirklich ist und lebt und existiert, in der Er von Zeit zu Zeit Menschen erweckt, Glieder Seiner Kirche, um die anderen zu warnen durch sie.

Ein solches Glied war ich. Nicht durch mein Verdienst bin ich eine Leuchte in der heiligen katholischen Kirche geworden, ich war vorher nur ein armer, sündiger Mensch. Was ich bin, das bin ich geworden durch treue Mitwirkung der überschwenglichen Gnade Gottes, die Er mir in reichlicherem Maße zuströmen ließ als vielen anderen. Es ist dieselbe Gnade, derselbe Gnadenerguß der allweisen Liebe unseres Herrn Jesus, der über dich ist ausgegossen, nur mit dem Unterschied, daß es bei mir nur im stillen vor sich ging, weil es meine Zeit so bedurfte, denn man hätte mich sonst vergöttert, man wäre mir zu Tausenden und Tausenden nachgeströmt, man hätte mich für einen Christus gehalten, und so wäre die Weltordnung gestört gewesen. Das mußte die Güte Gottes verhindern.

Jetzt ist es anders. Diejenigen, die der Herr sich erwählt, um Seine Gnaden über sie auszugießen, werden verlacht, verspottet, zurückgesetzt, allen übrigen Menschen nachgesetzt, man hält sie für die schlechtesten Menschen in der Welt, ja man fürchtet sich, in ihre Nähe zu treten, aus Furcht, für einen Schwachkopf gehalten zu werden, um solche phantastische, hysterische Wesen, wie sie sagen, anzuhören. Ja, ja, da besteht keine Gefahr für eine solche Seele, abgelenkt zu werden, heutzutage. Die Welt sorgt schon dafür, daß sie in der Demut erhalten bleibt. Das ist die Ursache, die ich dir angeben will und allen, die das Glück haben, daß sie es wissen sollen, daß der Herr mit dir verkehrt. Sage es ihnen, sie sollen sich nicht wundern, daß jetzt eine neue Art von Ekstase aufgetaucht sei. Sage du es ihnen, daß sie selbst schuld sind, denn sie haben die Gerechtigkeit Gottes zu dieser neuen Erfindung beschworen, zur Ekstase in der Öffentlichkeit.

Darum komm, meine Tochter, und laß dich belehren, und durch dich sollen viele andere belehrt werden. Siehe, auch mich hielt man für einen Narren, für einen einfältigen Menschen, weil ich anfing, ein Sonderling zu werden. Ich glänzte so lange in der menschlichen Gesellschaft, als ich es mit ihr hielt. Sobald ich aber anfing, die Lehre Christi im rechten Sinne aufzufassen, war es aus mit den Lobsprüchen der Welt. Darum fürchte dich nicht, wenn über dich gespottet wird, wenn du als eine phantastische Person erklärt wirst, wenn selbst diejenigen gegen dich sprechen, die der Herr dir zum Schutz gegeben hat, die dich in Schutz nehmen sollen, denn sieh, es soll das Erdreich der Kirche erneuert werden und ich sage dir:

Glücklich alle diejenigen, die es erfassen, was der Zeit not tut, die mit Freuden es hinnehmen, was ihnen zu Ohren gebracht wird durch dich. Glücklich, ja glücklich alle diejenigen, die sich Mühe geben, dieser Glaubenslosigkeit entgegen zu steuern, dieser Armut, die von Tag zu Tag überhand nimmt, die vorgibt, die Welt sei zu weit fortgeschritten, um an Wunder und an übernatürliche Dinge zu glauben, es wäre besser, einfach bei dem zu bleiben, was das Evangelium spricht. Und das ist auch wahr, daß es aber auch anzunehmen ist und von jeher geglaubt worden ist, daß der Herr sich offenbaren will durch Menschen, ist sehr abhanden gekommen in unserer heiligen katholischen Kirche. O kommt herbei ihr Menschenkinder, o kommt und erneuert euren Glauben!“

Barbara: „Heute feiert die Kirche ein Doppelfest und ich danke dir, o heiliger Vater Franziskus, denn du mußt es mir erfleht haben, daß ich heute gar keine Angsteinflüsse hatte, wie sonst immer. O ich fühle mich so glücklich, ein Kind deines Ordens zu sein. O verzeihe mir, daß ich die Königin des hochheiligsten Rosenkranzes deiner Verehrung vorgezogen.“

Franziskus: „Das sollst du, meine Tochter! Ich bin dir gar nicht böse, auch ich habe so getan, als ich auf Erden lebte, und du sollst wissen, daß es eine große Begünstigung ist und ein Zeichen, daß mein Orden bis zum Ende der Tage fortbestehen wird, weil mein Fest in diesem Monat gefeiert wird und die Kirche diesen Monat, in den mein Fest fällt, sich erwählte zur besonderen Verehrung der Himmelskönigin, der Rosenkranzkönigin! Das soll der ganzen Welt zeigen, wie sehr der Herr mich liebte und mich bevorzugte, und in welch innigem Band ich stehe und vereinigt bin mit der Himmelskönigin, mit der Jungfrau Maria.

Darum, ihr Brüder, o freuet euch. Glücklich seid ihr, die ihr den Schritt getan, mir nachzufolgen in der Armut und Demut des Kreuzes. Glücklich seid ihr, wenn euch auch die Menschen verachten und verspotten, besonders in diesem Jahrhundert, wo man die evangelische Armut nicht mehr kennt und schätzt, selbst diejenigen nicht, die ich mir erwählt, die meine Diener sind.

O glückliche Söhne meines Ordens, o glückliche Töchter meines Ordens, haltet treu ein die Satzungen, die ich euch mit Gottes Gnade gegeben und ihr alle sollt dereinst werden, was ich jetzt bin. O glückseliges, geflicktes Ordenskleid, o Sack, wie man ihn damals nannte, welch prächtiges Gewand hast du mir verschafft! Seid ihr auch nicht begabt mit großem Talent, sollte auch allen übrigen eine höhere Geistesanlage zugedacht worden sein, welche die Welt in Bewunderung setzen sollte, so habt ihr doch voraus die Demut, die Armut, die Verachtung alles Irdischen, und was euch hier nicht gegeben ist vor anderen, soll euch dort oben gegeben sein in erhöhtem Maße vor anderen. Freuet euch und frohlocket, ihr meine Brüder!

Wohl ist es schwer, ja manchmal drückend, so zu leben, wie ihr lebt, aber bedenkt den Lohn, der euer wartet. O lernt von meiner Dienerin, den Glauben bekennen.“

Barbara: „O heiliger Vater Franziskus! Schon so lange betet die Kirche das Rosenkranzgebet, o immer drückender wird die Zeit, und alles scheint vergebens. Ist denn niemand mehr in der Welt, der den Zorn Gottes besänftigen kann? Sag doch, was sollen wir machen, was tun, damit mehr Seelen sich an Gott wenden, die Demut des Kreuzes erfassen? Man hält uns aber nur zum besten. Ja, du warst auch besser als wir, o ich arme Sünderin, ich bin ganz allein schuld. O vereinige du dich doch mit uns dreien, damit die Welt erkenne, wie gut der liebe Gott ist, und daß es unser Herr Jesus Christus Selbst ist, Der von mir verlangt, daß die öftere Kommunion soll eingeführt werden, aber man glaubt es nicht. Sieh, Er hat uns zwar zu dritt zusammengeführt, aber niemand glaubt uns, man lacht und spottet und bedauert diejenigen, die es glauben. Ich wende mich an dich, bin ich auch noch so armselig, so habe ich doch den guten Willen, mich hinzuopfern für die heilige Sache, wenn es so der Wille Gottes ist. Siehe, ich habe ja meine Heimat verlassen.“

Franziskus: „Sei zufrieden, meine Tochter, auch ich bin nicht an einem Tage heilig geworden, auch ich mußte lange kämpfen und vieles, vieles opfern, bis die Welt mich anhörte, aber damals war es immer noch eine andere Zeit und Welt als jetzt; viel ungläubiger ist die Welt jetzt geworden als damals. Jetzt könntest du dich auf offener Straße hinlegen und aller Welt das Zeugnis ablegen, welcher Glaube dich beseelt, welche Liebe in dir ausgegossen ist; niemand würde dich beachten. Darum mußt du leiden und dulden und nur leiden und dulden, und deine beiden Freundinnen dürfen nicht müde werden zu warten, bis der Herr kommt, bis es Ihm gefällig ist, und deine Beharrlichkeit soll gekrönt werden. Und nun lebt wohl, meine Töchter, und gehet hin, um meine und eure Königin zu begrüßen, vereinigt euch mit den übrigen und wartet ab, bis die Zeit gekommen ist, wo auch andere herbeikommen werden, wenn der Herr mit dir verkehren will.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

119 Zweiter Freitag im Oktober 1896

„Wenn ihr diesen Logenmännern auch noch soviel nachschleicht, wird es euch doch nicht gelingen, sie für euch zu gewinnen.“

Lied: Christi Mutter...

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, o verzeihe mir, daß ich mich so sträube, Deinem Wink zu folgen. Aber siehe, ich bin einmal so, o ich armseliger Mensch, ich arme Sünderin. Warum hast Du mich, das unwürdigste Werkzeug, erwählt, um Deine Liebe und Gnade auszugießen? Siehe, ich bin so unwürdig, daß niemand glaubt, ohne ein Wunder gesehen zu haben, daß sie Wunder verlangen. Das kommt daher, weil ich eine so große Sünderin und nichts als die Bosheit selbst bin. Verzeih’ mir, o Herr, wenn auch niemand glaubt, wenn auch deine Worte in den Wind gesprochen sind.“

Jesus: „Nein, Meine Tochter! Die Worte, die Ich mit dir rede, sind nicht in den Wind gesprochen, wahrhaftig nicht, wenn du es auch nicht weißt, wenn auch hie und da einer Wunder verlangt, ja Wunder! So sind die Menschen, so waren die Menschen, als Ich auf Erden lebte, sie sind nicht anders geworden, sie verlangten auch von Mir persönlich Wunder, und sie sahen die Wunder und glaubten dennoch nicht. Siehst du, du brauchst dich nicht zu wundern, wenn es dir so ergeht, so ging es ehedem deinem Herrn und Meister. Sage auch Meinem Diener, der ein Wunder von dir verlangt, es sei nicht an der Zeit, Wunder zu wirken, er möge nur die Augen auftun und es nicht mit jenen halten, die gegen ihn sind, die ihn anfeinden, verspotten und verhöhnen.

Jenen möge er sagen, und das ganz besonders den Priestern, die unter seine Leitung sich gestellt, und deren Leiter er ist in dem Priesterverein, sie möchten es doch den Weltkindern gleichtun, wenn sie nicht die Kinder Gottes nachahmen wollen, wenn sie es nicht mit denjenigen halten wollen, in denen Mein Geist regiert, und die Mein Geist beherrscht. Sie sollen sich umsehen, was jene tun! All die Lügen, die verbreitet werden gegen Meine Kirche, mit welcher Hast sie diese verschlingen, nur, um ihr unruhiges Herz besänftigen zu können, nur, um ihr Gewissen, das ihnen Vorwürfe macht ob ihres unseligen Treibens, mit etwas beschwichtigen zu können. Ja, ja, es ist an der Zeit, daß Mein Diener, der Statthalter Jesu Christi, hinausruft in die Welt, um den Freimaurern die Maske vom Gesicht zu reißen, und jetzt, wo du, Mein Diener, es tust, schreit man von rechts und links, um diese Larve ja nicht zu zerfetzen, um diese Maske ja wieder aufsetzen zu können.

O ihr Schwachköpfe, ihr Meine Diener, die ihr euch Meine treuen Diener nennt, die ihr wähnt, dem Laster entgegenzutreten, aber nur schleichend, damit ja niemand ein Geräusch bemerke. Wie lange glaubt ihr denn noch, es hinausschieben zu wollen? Nicht wahr, bis sie vollends eingedrungen sind in das innerste Reich Meiner Kirche. Nehmt euch in acht, Ich sage euch, es kommt die Zeit, wenn ihr jetzt nicht die Augen auftut, es kommt die Zeit, wo ihr froh sein werdet, dieser Schar von Logenmännern die Maske zu zerreißen, aber dann wird es zu spät sein. Viel besser würden die Priester daran tun, wenn sie zu dir stünden, Mein Bruder, Mein Gleichgesinnter, um ja alles zu fördern, was Ich in Meinem Reiche wirken will, und nicht das Gute verhindern, das Ich ausführen will. Wenn ihr diesen auch noch soviel nachgebt, wenn ihr diesen auch noch soviel nachschleicht, wird es euch doch nicht gelingen, sie für euch zu gewinnen. Im Gegenteil: Durch dieses offene Bekenntnis werden diejenigen, die noch nicht so tief eingeführt sind, aufmerksamer und manche Seele wird gerettet, was aber in dem Plan, den ihr vorhabt, nicht geschehen wird.

Du aber, stehe ruhig an deinem Posten, Ich sage es dir noch einmal, und verlange kein weiteres Wunder! Wenn du aber eines sehen willst, dann nehme die Schriften in die Hand und prüfe den Geist, Der aus ihnen spricht, und prüfe dieses arme Landmädchen, das keine weitere Schule genossen, als diese kleine Dorfschule; prüfe die Bücher, die sie gelesen, prüfe ihr Leben, und du wirst dir sagen: Ja, Herr, ich habe Wunder genug.

Niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geiste! Und prüfe dich selbst, was Gutes aus dir kommen kann, wenn Ich Mich dir entziehe. Du hast viel studiert, du hast große Schulen genossen und sieh zu, ob du beim Lesen der Schriften nicht manches findest, woran du noch zu studieren hast. Ich bin nun einmal Derjenige, Der gerne mit den Kleinen verkehrt, mit den Armen und Verachteten, vor der Welt zurückgesetzten Seelen. Ich wählte Nazareth zu Meiner Vaterstadt, Ich wählte einen armen Zimmermann zu Meinem Nährvater. Mit den Sündern und Armen ging Ich gerne um, und Ich werde so tun in Meiner Kirche, fort und fort bis zum Ende der Welt. Du bist derjenige, den Ich Mir erwählt habe, ausersehen habe, Meine Worte zu verbreiten, die Ich mit Meiner Dienerin spreche. Ich habe es ihr versprochen und längst schon gesagt, daß, wenn der Bischof von M. sich ihrer nicht annimmt, Ich ihn stehen lassen und andere Personen Mir wählen werde.“

Barbara: „O mein Jesus! Es wäre mir doch viel lieber, wenn ich, wie die anderen, meine Wege gehen könnte. O es tut mir so leid, daß ich Dich nicht mehr so lieben kann wie früher, selbst nicht einmal, wenn ich Dich in der heiligen Kommunion empfange. O wie leid ist es mir, daß ich so verschlafen bin, daß ich kaum zu mir kommen kann. Bin ich denn schuld, sind meine Sünden schuld, daß ich nicht mehr so inständig beten kann? Wie bin ich so verändert seit einigen Jahren. Seitdem Du in diesem Leiden mit mir verkehrst, kann ich Dich nicht mehr so lieben wie früher.“

Jesus: „Du törichtes Kind! Willst du denn das Paradies auf Erden haben? Ja, Ich habe dir schon wiederholt gesagt und gezeigt, wie groß der Lohn derjenigen ist, die für Mich leiden, die Mir im Leiden dienen. Was willst du denn? Daß Ich dir das Paradies auf Erden geben soll?

Ja, jene Zeit, wo du allerwärts so viel zu leiden hattest, wo sich niemand um dich kümmerte, als um dir Leiden zu bereiten, wo du keinen einzigen Freund auf dieser Welt hattest, wo du hinausgestoßen, von deiner Familie in den letzten Winkel, verlassen und verspottet von deinem Beichtvater, den Ich dir doch zur Stütze gegeben, der aber jahraus, jahrein nur deine Geißel war, hätte Ich dir da auch noch Geißelstreiche geben sollen? Ja, so ein Gott bin Ich nicht!

Denn Ich bin ein gar guter Vater, ein gar zärtlicher Freund, ein gar liebender Bräutigam! Darum bin Ich dir damals alles geworden. Ich war dein Paradies, in dem du wandeltest, und die Dornen und Disteln, die dir von anderen bereitet wurden, nicht wahr, gerne stießest du auf Disteln und Dornen, weil du wußtest, was dich erwartete von Meiner Seite. Siehe, das soll jetzt umgekehrt sein. Alle diejenigen, welche die Schriften lesen, sollen darin den Paradiesweg finden, nicht aber du. Du sollst mit Mir leiden. Willst du es umgekehrt, so nehme Ich dir das Leiden wieder ab und verkehre mit dir, wie du wünschest.“

Barbara: „O Herr, was soll ich tun? Nein, nicht wie ich mir selbst gefalle, wie es mir selbst gefällt, sondern Dein Wille geschehe.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Ich habe dir ja gesagt, wenn du Mir Freude machen willst, dann gehe den Weg, den Ich dir jetzt zeigen will. Erinnerst du dich nicht mehr daran?“

Barbara: „Wohlan, o Herr, so geschehe, wie Du willst. Verzeihe mir meinen Wankelmut.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

120 Dritter Freitag im Oktober 1896

„O weh, ihr Priester, wäret ihr doch einig. O weh, daß ihr euch selbst zerfleischt.“

Lied: O Maria...

Jesus: „Meine lieben Kinder! Ich komme, um in euch Mir eine freudige Stunde zu bereiten. Ihr seid Meine lieben Kinder! Kommt an Mein Herz und höret, was Ich euch sage. O verschmäht wenigstens ihr nicht die Worte eures geliebten Herrn. Ich muß es eingestehen, daß Ich Mich wirklich glücklich fühle in diesem Monat hier in der Stadt Mainz. Beruhigt ist Mein Herz in all den Stürmen, die es umtoben in Meiner Kirche – denn alles, was in ihr hin und wieder vorgeht, trifft Mein Herz – und doch sage Ich euch, daß Ich Mich glücklich fühle hier in Mainz, weil Meine Kinder sich so zahlreich einfinden und sich scharen um Meinen Altar, um Meinen Tabernakel und mit Mir Meine heilige Mutter lobpreisen.

Aber Ich muß es euch auch eingestehen, daß es Mich doch recht tief schmerzt und Mir große Betrübnis bereitet, von Meinen liebsten Kindern, von Meinen Lieblingen, solche Widersprüche zu finden. Sie zerfleischen ja Mein göttliches Herz, sie reißen ja die Adern auf, ja die Adern, durch die Mein Herzblut aus Meinem Herzen hinausfließt und in Mein Herz hineinströmt; denn welches ist das Innerste Meines Herzens? Das Innere Meiner Kirche ist die heilige Eucharistie. Die Eucharistie ist Mein Herz in Meiner Kirche und alle, die daran arbeiten, daß dies Mein Herz verehrt und anerkannt werde von Meinen Kindern, sind ja Meine Lieblinge.

Darum ist Mein Schmerz um so größer, weil selbst diejenigen gegeneinander gehen, die Ich Mir erwählt, daß sie im innersten Heiligtum Meiner Kirche stehen. O weh, ihr Priester, wäret ihr doch einig. O weh, daß ihr euch selbst zerfleischt. O daß ihr nachahmet die Weltkinder, die Mich nicht kennen. O ihr würdet viel besser tun, Hand in Hand miteinander zu gehen, als daß ihr, was der eine gutgemacht, der andere verdirbt, was der eine aufgebaut, der andere niederreißt. Strenge, strenge muß Ich euch tadeln.

Hört nur die Stimme eures Oberhirten N. (Ignatius-Kirche). Ich habe ihn erwählt, um Mein Volk herbeizuführen. Ich habe ihn erwählt und an die Spitze einer großen Schar gestellt; denn schon lange rief Mein Statthalter hinaus in die Welt: ‚Gebt mir Beter, gebt mir Kämpfer.‘ Diesen Mann habe Ich nun erwählt, die Kämpfer zu bilden, die Beter zu erziehen, und ihr treulosen Diener Meines Herzens zerreißt das Band, ihr stellt die Hürden auseinander, daß die Schafe wieder auseinandergehen, die sich schon zusammengefunden haben.

O welch strenge Rechenschaft werde Ich fordern von euch am großen Tag! Sind es nicht Kleinigkeiten, die ihr vorgebt, daß dieser Mann (N.) ein Schwachkopf, ein Dummkopf sei, weil er nicht jedem Recht spricht, weil er nicht die Laune eines jeden befriedigt. Nie und nimmer mehr werdet ihr gutmachen können, was eure Feder verdorben, ihr treulosen Diener. In Strenge, in Strenge muß Ich euch tadeln!

Ihr aber, Meine Kinder, harret aus. Lasset euch nur drohen oder strafen, strenge behandeln oder belächeln, tretet hin vor Meine Diener, die eure Vorgesetzten sind, sagt ihnen Meinen Willen, sagt ihnen, daß Ich durch diese Meine kleine Dienerin ihnen sagen ließ, daß Ich die Einführung der heiligen Kommunion verlange, nicht nur in den Städten, sondern überall, wo nur ein Priester steht, wo nur eine treue Seele sich aufhält, die nach Mir verlangt, denn Ich will sie befriedigen, und Ich will mit ihnen wandeln und durch sie Seelen retten, die sonst verlorengehen würden. Ich wurde nicht umsonst Mensch; nur als Mensch wollte Ich die Menschheit retten und durch Menschen will Ich die Menschen retten. Ich kann zu euch wahrhaftig keine Engel senden, da ihr ihnen doch nicht glauben würdet. Ich muß euch Engel im Fleische senden. Dies sind die Jungfrauen, die im Fleische wandeln, aber deren Wandel im Himmel sein soll. Engel im Fleische muß Ich senden, diese sind es, welche die Menschheit retten sollen!

Wohlan Meine Diener, die ihr wähnt gelehrt zu sein, die ihr euch brüstet, Wissenschaft zu besitzen, kommt und lernt von den Kleinen, lernt an armseligen Wesen, die ihr belächelt und bespöttelt, weil ihr nicht glauben wollt. O ja, es geht freilich nicht in einem Tag, auch nicht in acht Tagen, auch nicht in einem Monat, wo ihr die Früchte sehen könnt. Es soll aber eine Zeit kommen, wo ihr sie seht von oben herab; ihr aber, wenigstens euer Geschlecht, soll sie sehen von jener Höhe herab, wo ihr mit Mir stehen werdet. Es bleibt nicht immer so, wie es jetzt ist bei diesem treulosen Geschlecht, denn es kommt wieder eine andere Zeit auf diese, wo so viele Seelen verlorengehen werden. Habt wenigstens mit Mir Mitleid, wenn ihr mit jenen Seelen kein Mitleid haben wollt. Glaubt ihr an Mich, so glaubt auch, daß Ich die Macht habe, zu euch zu sprechen.

Habe Ich nicht Propheten zu euch gesandt, um Mich zu verkünden? Bin Ich nicht Selbst unter euch erschienen, du treuloses Geschlecht? Bin Ich nicht dreiunddreißig Jahre unter euch gewandelt? Glaubt ihr wohl, Ich hätte die Macht nicht mehr, mit euch und zu euch zu reden? Ist es Mir nicht erlaubt, ein Werkzeug zu suchen, wie Ich es will? Was spottet Ihr? Nehmt hin und leset, wenn ihr nicht kommen wollt zu hören.

Du aber, Meine kleine Dienerin, sollst es nicht bereuen. Du wirst sehen, welche Freude Ich dir bereite am Ende dieses Monats. Harre nur aus, dann sollst du wieder eine Zeitlang vor Mir Ruhe haben. Denn Ich habe dich bestimmt, für Meine Kirche zu leiden, für Meine Kirche zu reden, und dann im nächsten Monat, wo Meine Kirche sich kümmert um Meine leidende Kirche, um Meine leidenden Brüder, will Ich dir Zeit lassen, dein Lieblingsgeschäft zu verrichten, dann kannst du beten gehen.“

Am Morgen ging Barbara um acht Uhr nach St. Quintin in die Segensmesse und empfing vor derselben die heilige Kommunion. Weil in derselben der Rosenkranz gebetet wird, so glaubte sie, dem lieben Heiland einen Dienst zu leisten, wenn sie ihn für die Anliegen der Kirche mitbete. Darum sagte der liebe Heiland, den sie empfangen hatte:

Jesus: „Willst du Mich denn neben dir stehen lassen?“

Barbara: „Ja, lieber Heiland, wenn es Dir lieber ist, so will ich das Gebet sein lassen, wenn Du Dich mit mir unterhalten willst. Ich habe gemeint, wenn ich für die Anliegen der Kirche bete, wäre die Zeit besser angewandt.“

Jesus: „Denke dir nur, du seiest bei dem König, umgeben von seinen Ministern, und der König wollte gern mit dir sprechen, du aber unterhieltest dich nur mit den Ministern. Ob dies den König nicht sehr beleidigen würde? Gerade so machst du es mit Mir, da Ich persönlich bei dir bin, um Mich mit dir zu unterhalten. Es ist ja recht, Meine Mutter mit Mir zu verherrlichen, aber Ich bin jetzt Selbst bei dir, so gönne Mir doch die Freude, Mich mit dir zu unterhalten und höre, was Ich dir sagen will. Fürchte dich nicht mehr. Saget nur offen, daß Ich die Einführung der heiligen Kommunion verlange. Saget dies allen Meinen Dienern.

Sage Meiner Luise, daß es Mir Freude macht, daß sie so offen und frei vor dem Bischof bekennt, und wenn auch du gerufen wirst, fürchte dich nicht. Daß Meine Luise so entschieden auftritt, das ist die Kraft der Gnade, die sie durch die heilige Kommunion aufstehen lassen wie feuersprühende Löwen. So müßt ihr es machen, offen auftreten, ihr dürft euch von nichts überwinden lassen, weder von Drohung noch von Schmeichelei. Ich will das Band noch enger um euch schlingen, ihr sollt einander gar nichts übel nehmen, nichts als Meine Liebe soll unter euch herrschen. Du sollst dich nicht kümmern um deine Zukunft, denn wenn du für Mich sorgst, wie kannst du glauben, daß Ich nicht für dich sorge. Laß doch die Kleinigkeiten. Was machst du dir so viel Kummer um dein späteres Fortkommen. Am ‚Pelikan‘ und an all denen, die das Glaubensleben fördern, habe Ich große Freude.

Nichtig ist der Vorwand, daß Meine göttliche Majestät durch die heilige Kommunion herabgezogen werde, denn es werden doch immer nur die treuesten Kinder Verlangen haben, von dieser Gnade Gebrauch zu machen. Es verursacht Mir große Schmerzen, daß die N. in N. Mir so entgegenarbeitet, aber Ich lasse es ihnen nicht ungestraft hingehen; sie haben noch einen Hinterhalt.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

121 Dritter Samstag im Oktober 1896

„Was jenen freilich verborgen ist, welche die Weisheit der Kleinen nicht kennen.“

Ein fremder Priester war gekommen, dem zuliebe Jesus kam und ihn anredete.

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für alle die Gnaden, die Du mir erteilt und die Nachsicht, die Du mit mir armseligem Würmchen hast. Woher kommt die Gnade, daß Du an diesem Abend kommst?“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, du mußt wissen, daß Ich unendlich gut bin, daß Ich den leisesten Hauch eines Meiner Kinder höre. Siehe, dieser Mein jugendlicher Freund machte eine weite Reise, um Mich durch dich, Meine Tochter, zu hören. Siehe, Ich liebe großmütige Herzen, Ich liebe aber ganz besonders Meine Diener. Ich habe dir gleich im allerersten Anfang gesagt, daß Ich nicht um deinetwillen zu dir rede, sondern um Meiner Diener willen, und weil dieser Diener sich Mühe gibt, Meine Worte zu hören, soll er nicht ungetröstet von der Stadt M. scheiden, denn Ich habe auch ihn nicht umsonst zusammengeführt mit jenen, die nicht nur Meine Worte hören, sondern sie auch verstehen, in denen Ich wirken will, durch die Ich Meine Worte verkündigen und der Welt zeigen will, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch wohne. Dies sollen aber vor allem Meine Diener wissen, denn sie sind es, die Meine Herde herbeiführen sollen, die abgewichen ist vom rechten Weg.

Siehe, im Alten Bund, wo Mein Volk nicht mehr recht wußte, welchen Weg es einschlagen sollte, wo der Paradiesweg verdorben und alles in tiefe Abgründe gesunken war, da wählte Ich Mir ein Volk; mit diesem wollte Ich einen Bund schließen, in ihm wollte Ich Meine Verheißungen begründen, die Ich ihnen gegeben, und unter dieses Mein Volk habe Ich von Zeit zu Zeit Propheten gesandt, heilige Männer, und diese redeten Meine Sprache, die Sprache eines Gottes, und Ich kam dann zuletzt Selbst und redete, was Mein himmlischer Vater Mir auftrug. Nun lebe Ich zwar fort in Meiner Kirche unter Meinen Dienern, aber sieh, wie die Priester herausgenommen aus den Familien des Zeitgeistes und wieder in die Welt hineingepflanzt werden, wo sie einatmen den giftigen Hauch überall, der die Welt überflutet. Was Wunder, wenn sie selbst abhanden gekommen?

Nein, nein, Ich will es nicht! Mein Volk soll gerettet werden durch treue Seelen, in treuen Seelen will Ich wirken, in ihnen will Ich Mich offenbaren.

Gehe hin, sage deinen Brüdern, was du gesehen und gehört hast. Sage deinen Brüdern, daß dieses arme Mädchen vom Lande Worte spricht, die nicht menschlicher Geist und menschlicher Verstand erfinden können. Sage ihnen, daß Ich Einheit knüpfen will unter diesem Geschlecht. Meine Kirche rühmt sich dieser Tugend, es ist aber zerrissen dieses Band. O welch ein Schmerz für Mein liebendes Vaterherz! Stehe Ich nicht unter euch? Habe Ich Mich nicht für euch verdemütigt? Komme Ich nicht täglich auf euer Wort – das Mein Mund spricht – zu euch herab? Warum kennt ihr Mich nicht? Warum denn laßt ihr den Wolf kommen, der Meine Herde zerfleischen will?

Du, Mein Bruder und jugendlicher Freund, sage ihnen, wie unrecht es ist, daß man Meinem Freund Dinge in die Schuhe schiebt, die nicht wahr, die nur lauter Lügen sind, einem Mann, der es durch seinen Eifer dahingebracht, eine Armee Beter zu bilden, und diese Meine Diener zerstieben die Herde, die er Mir zusammengeführt. So sage es ihnen, eins sollen sie sein, sie sollen Mir Meine Kinder herbeiführen vor Meinen Tabernakel, wo Ich euch belehren will. Ich will Meine Kinder bekehren, Mein Volk retten. Ja, ja, niedergekämpft soll der Sozialismus werden, aber wahrhaftig nicht durch jene, welche die Spottartikel in die Welt hinausschreiben und Meine Diener verhöhnen. Ich werde von jenen Meine Hand abziehen.

Ihr aber, Meine treuen Kinder, haltet zusammen, unterstützt die Priester durch Opfer, Sühne und Leiden. Und ihr, Meine Diener, unterdrückt nicht diese, Meine Dienerin, denn in einer Jungfrau wollte Ich geboren sein, mit Jungfrauen wollte Ich verkehren, Jungfrauen werden es sein, die Mir das Kreuz vorantragen, wenn Ich zum Gericht erscheinen werde, Jungfrauen sind es auch, die durch ihr Gebet Meine Priester unterstützen sollen, die, was jene wirken durch das Wort ihrer Predigt, mit ihrem Gebet befruchten sollen. Verstehst du Mich, Mein Freund, weshalb Ich gekommen bin in dieser Nacht, wider alles Erwarten Meiner Dienerin? Du sollst wissen, daß du noch vieles zu leiden und viel zu kämpfen haben wirst, denn du sollst Großes in Meinem Reich bewirken. Du sollst Mir viele Schafe in Meine Herde herbeiführen und ein Hirte einer großen Herde werden, in fernen Landen. Wohlan denn, gehe hin, Ich habe dir starke Schultern gegeben, daß du das Kreuz tragen lernst. Ich habe dich gestellt zwischen solche, die es mit dir halten, die durch ihr Gebet Meine Diener unterstützen sollen.

Gehe mutig voran, schaue nicht zurück, wenn Ich dich rufe. Wenn die Zeit gekommen ist, nehme Abschied und folge Meiner Stimme ohne Zaudern. Du wirst noch vieles erdulden, aber welche Freude erwartet dich, welche Krone wartet deiner!“

(Frage wegen Erholung).

„Das darfst du tun, Mein Sohn. Ich habe schon an einer anderen Stelle eine ähnliche Belehrung gegeben. Das kann dir keiner verargen, hie und da eine Erholung dir zu gönnen. Du darfst bitten um das Gebet von Jungfrau Anna in Eichstetten. Sie ist Meine treue Dienerin und es kommt der Tag, wo zutage treten wird, was sie Mir geleistet, was jenen freilich verborgen ist, welche die Weisheit der Kleinen nicht kennen. Die Weisheit der Kleinen besitzen jene, die demütig und klein sind, klein in den Augen der Welt. Merke dir das, wenn du vor der Welt noch so klein sein wirst, gehe nur, Ich habe dich berufen!“

Barbara stellt an den Herrn die Frage, ob er sie besuchen dürfe.

Jesus: „Da muß Ich dir doch noch eine Belehrung geben, Mein Sohn! Du mußt wissen, daß alle Menschen, so heilig sie sein mögen, doch noch der Gefahr ausgesetzt sind, zu fallen. Du kannst dich ihr empfehlen und an sie anschließen, aber nicht allzuoft den Besuch erneuern. Dieses Mädchen ist noch sehr jung. Du weißt, wie viele lauern. Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und wartet die Stunde und den Augenblick ab, wo er die Seele von Mir abziehen kann, wenn es auch nur für einige Augenblicke ist. Merke dir das! Gehe hin und fürchte dich nicht!“

Barbara: „O Herr, was soll mein Bruder machen?“

Jesus: „Deiner Mutter sage und deinem Bruder, er soll sich um eine brave Jungfrau umsehen. Denn weil Ich dich für Mich auserwählt, so stehen sie allein in der Welt und brauchen eine Stütze. Dein Bruder soll die Stütze der Familie bleiben, deine Schwester aber soll nur suchen, Mir zu gefallen und Mir im Ordensstand dienen. Ich habe sie erwählt, sie soll Mir zu gefallen suchen. Ich will ihr Kraft geben, alle Hindernisse zu überwinden.“

Barbara: „Willst Du nicht die Braut näher bezeichnen?“

Jesus: „Wendet euch an Meinen Nährvater, den heiligen Josef!“

Barbara: „Was soll Frl. N. machen? In der Welt bleiben oder ins Kloster gehen?“

Jesus: „Sie kann Mir ja auch in der Welt dienen, denn du mußt wissen, das Kloster, die Klostermauern sind nur gebaut für diejenigen Seelen, die in der Welt zu schwach sind. Ich liebe sie alle, sie sind Meine liebsten Kinder. Ich habe aber in der Welt solche, die Mir so lieb sind wie die Ordensleute, und die am Gerichtstage vielen, vielen Ordensleuten vorangehen, denn in der Welt ist der Weg viel schwerer und mühevoller als im Ordensstand, und diejenigen, welche die Kraft dazu fühlen, den Gefahren und Lockungen der Welt zu widerstehen, sollen in der Welt bleiben, weil sie durch ihr gutes Beispiel mehr wirken können als im Kloster, wo sie niemand sieht. Sie sollen ein gutes Beispiel geben, denn Ich brauche in der Welt Vorbilder.“

Barbara: „Bekehre doch diesen Sünder.“

Jesus: „Ja, das ist auch Mein Wunsch, aber siehe, Mein Sohn, wie viel Geduld Ich haben muß, wo Satan eingezogen ist in dem Herzen, wie viel Ich arbeiten muß. Du mußt einsehen, daß es da viele Gebete und Tränen kostet.“

Jesus: „Durch diese Seele sollen andere gerettet werden. Je mehr Seelen sich finden, die Mir Sühne leisten, desto mehr Seelen sollen gerettet werden. Geduld, Geduld, Mein Sohn, denn auch Ich muß Geduld haben!“

Barbara: „Liebst Du denn auch Schwester N.? Sie leidet so sehr.“

Jesus: „Weil sie eine auserwählte Braut Meines Herzens ist und Mich mehr liebt als andere ihresgleichen, darum leidet sie mehr. Versteht doch einmal, Meine Kinder, welches das wahre Kennzeichen der Auserwählung ist und welches Meine liebsten Kinder sind: Diejenigen, denen Ich die meisten Leiden bereite. Merkt euch das doch einmal! Denn was Ich zu euch rede, soll nicht ihr allein gelten, sondern euch allen, ihr Bräute Meines Herzens. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und je enger das Band geschlossen und je mächtiger der Damm, den Ich dir gezeigt, dem Übel der Zeit entgegengestellt wird, desto herrlicher soll sich der Sieg der Kirche entfalten.“

Am anderen Morgen sah Barbara denselben Priester bei der heiligen Messe von der Opferung bis zur heiligen Wandlung in einem dichten Nebel stehen, wodurch die Gebetsvereinigung der frommen Seelen versinnbildlicht wird. Von der Wandlung an sah sie ihn mitten im Kelch stehen und Jesus sagte:

Jesus: „Was Ich ihm gestern abend durch dich gesagt habe, das will Ich heute bestätigen und bekräftigen. Er soll nur Meinem Wink folgen, sobald Ich ihn rufe. Denn Ich habe ihn nicht vergebens in die Bonifatius-Kirche geführt, daß er gerade hier sein heiliges Meßopfer feiern soll, weil er ein zweiter Bonifatius werden soll. Er ist bestimmt, eine große Herde zu leiten. Bevor er aber seine Mission antritt, soll er zu Meinem Statthalter gehen und ihm offen sagen, wer ihn hierher schicke, um seinen päpstlichen Segen zu erbitten.

Daß du ihn im Kelche sahest, das ist das Zeichen, daß er den Kelch des Leidens trinken muß. Er soll sich vorbereiten auf viele und schwere Leiden und Opfer, und er ist bestimmt, ein Märtyrer zu werden, jedoch nicht ein Märtyrer des Blutes, sondern ein Märtyrer der Liebe. Ein lang andauerndes Martyrium wird ihm bevorstehen, und viele Seelen sollen durch ihn zurückgeführt werden. An jeder Seele aber klebt Mein Herzblut. Ihr aber, Meine Kinder, sollt die Mission bekräftigen durch euer Opfer, eure Leiden und eure Sühne.“

Dann zeigte Er noch, welch große Freude Er an Priestern habe, die eifern für die Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Er sagte noch:

Jesus: „Die Jungfrau Anna in Eichstetten ist noch in der Taufunschuld und lebt mit Mir das paradiesische Leben. Sie ist mit Meinem Geist im Himmel vereinigt. Ich habe sie in der Taufunschuld erhalten, um der Welt zu zeigen, wie Ich wirke in einer unschuldigen Seele. Während du das Leben der streitenden Kirche versinnbildlichen sollst, lebt diese das Leben der triumphierenden, der verklärten Kirche.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

122 Vierter Freitag im Oktober 1896

„Wie muß Ich es beklagen, daß Meine Diener so feige sind.“

Lied: Sei im Jubelschall...

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele! Wie danke ich Dir für all die Gnaden, die Du mir in dieser Woche hast zuteil werden lassen, wie muß ich Dich aber auch um Verzeihung bitten, daß auch ich mich in diesen Strudel hineinziehen ließ, der alle Menschen erschütterte in dieser Woche. O verzeihe mir!“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, Ich bin gekommen, um euch zu belehren. Ich habe dir gestern gesagt, daß Ich an euch eine Stütze haben will, daß ihr nicht nachahmen sollt Meine Diener, diejenigen, die Ich euch zu Vorgesetzten gesetzt habe, die Priester. Ich habe gemahnt und gewarnt diesen Meinen Diener, aber seht, wie schwach die Männer sind, seht, wie schwach diejenigen sind, die Ich Mir gesetzt habe, daß sie Meine Geheimnisse bewahren, daß sie Meine Geheimnisse der Menschheit erschließen sollen. Seht die Petrusse, ja Petrusse, Petrusse sind sie alle Sie warten nicht bis zum zweiten Hahnenschrei, ja beim ersten erzittern sie schon vor einer Magd. Viel besser hätte dieser Mein Diener getan, wenn er ausgeharrt, wenn er den Sturm über sich hätte ergehen lassen.

Nun aber ist es geschehen. Den Dolchstoß habe Ich empfangen in Mein Herz. Und nun wende Ich Mich an euch, ihr Meine lieben Kinder, ihr sollt ihn Mir herausziehen. Denn dadurch, daß Mein Diener so feige zurückgetreten ist (Pelikan-Schreiber), hat er Mir den Dolch in Mein Herz gestoßen. Sie wissen nicht mehr, was sie glauben, hoffen und lieben sollen, die armen, armen Kinder.

Wie muß Ich es beklagen, daß Meine Diener so feige sind. Sie wollen Meinem Volk den Glauben an Meine wunderbare Hilfe entreißen unter dem Vorwand, daß Meine Religion nicht soll geschädigt werden. Man setzt die Maske auf, als ob man sie ins reine Licht setzen will, daß man sie auf eine innere Frömmigkeit zurückführen wolle. O sie wissen nicht, was sie tun, was sie tun. O die armen, armen Kinder. Wer ist es denn, der noch von oben Hilfe erwartet, der Mir noch gläubig dient? Wer ist es denn, der einzig und allein seine Hilfe von oben erwartet? Sind es nicht die Armen, die Gläubigen, die Einfältigen, denen Ich Mich noch mitteile? Und nun soll der letzte Rest des Glaubens auch noch aus ihrem Herzen herausgerissen werden. Sie sollen nicht mehr glauben, daß Ich noch Wunder wirke in Meiner Kirche.

Sie geben vor, Meine Kirche zurückzuführen zu einem reinen Glauben. Wie wollen sie aber da die Armen befriedigen, den Armen, der darbt und sich plagt das ganze Jahr, und wenn ihm da auch noch alle Hoffnungen zerstört sind und er sich gläubig an Mich wendet und spricht: ‚Dein Wille geschehe, Du bist es, Der das alles so angeordnet‘, und wenn ihm dann der Balsam auf sein Herz gelegt wird und Ich ihm Hilfe zuschicke von einer Seite, wo er nichts geahnt, er dann um so gläubiger aufblickt zu Mir, weil er klar sieht und greifen kann, daß Ich alle seine Seufzer gezählt, daß Ich seine Bitten nicht verschmäht, ja, dann erwacht in dieser Seele der Glaube an eine Wunderwelt.

Und dieser Feigling, der hinausschreibt in die ganze Welt an alle Meine Diener, an alle, die sich gelehrt nennen, welche die Gebildeten sein wollen, will den Glauben an Wunderdinge untergraben und meint noch wunders, welche Taten er vor Gott wirkt, wenn er Meine Diener abwendig machen will und ihnen einschärft, es ja nicht mit Personen zu halten, denen Ich Mich offenbare, der Meine ganze Kirche, wenigstens die Kirche in Deutschland unter ein Dach spannen will, daß über dieses hinaus gar nichts mehr dringen kann.

O ja, Ich habe dir schon oft gesagt, daß ihr nur immer weiter fortschreiten sollt, daß ihr euch nicht sollt irremachen lassen, ihr Meine treuen Kinder. Ihr sollt dies nicht tun wie jene, die Ich dir eben geschildert und gezeigt habe, und sollt aber auch nicht irre werden und euch nichts daraus machen, wenn man sich nicht um euch kümmert, wenn man euch in sich zusammenpressen will. Seht, Meine Diener müssen das so tun. Das soll eure Prüfung sein, weil sie doch etwas mit der Welt halten, und weil Ich sie gestellt auf den Leuchtturm. Sie sind das Licht, auf das die ganze Welt schaut, wenn auch in ganz anderer Absicht. Die Ungläubigen schauen auf sie, um sie zu belächeln und zu bespötteln, die gläubigen Kinder schauen auf sie, und manches Ungereimte würde sich dann einschleichen unter Meiner Herde. Darum müssen sie sich benehmen, als glaubten sie nichts. Du sollst aber wissen, daß es nicht so gemeint ist, wie sie euch gegenüberstehen, und daß man im Herzen wohl weiß und denkt und glaubt, daß Ich in Meiner Kirche lebe und wirke, sonst müßten sie ja von den zwölf Artikeln des Glaubens etwas entfernen. Drum nehmt es Meinen Dienern nicht übel, wenn sie euch so behandeln. Haltet euch ihnen gegenüber fest in der Wahrheit, daß ihr eure Überzeugung offen zur Schau tragt vor der Welt.

Ihr sollt euch an nichts stören, wenn ihr euch vor Mir einfindet. Besonders du, Luise, sollst einfach deiner Wege gehen, dich um nichts kümmern, nicht um das Gerede in der Stadt. Ich habe dich gesetzt, ein gutes Beispiel zu geben, und wo kannst du ein gutes Beispiel geben? Nicht, wo die Reichen sich einfinden, sondern in der Gemeinschaft der Armen. Die Welt soll es wissen, daß du es nicht mit ihr hältst, sondern da, wo die Reichen zurückschrecken, dich einfindest. Du aber, Lieschen, wenn du zu Meinem Diener wieder kommst und er eine ganz andere Seite aufzieht, so spreche ihm in aller Wahrheit deine Überzeugung aus, dränge ihn aber nicht, sich einzufinden, denn dies wird kein Priester tun.

Damit ihr aber nicht irre werdet, bedenkt, daß sie die Wächter sind, die Ich gestellt habe auf die Warte, um zu schauen, um auszuspähen, was in Meinem Schafstall vorgeht. Werdet nicht irre an Meinen Dienern. Was ihr seht und hört, könnt ihr ihnen ruhig hinterbringen. Saget ihnen, daß Ich das Glaubensleben erneuern will, damit sie hinaustreten vor Meine Völker und ihnen Meine Strafgerichte ankündigen und nicht zurückschrecken vor den hohen Häuptern, denn es wird die Zeit kommen, wo sie sich erinnern an das, was Ich euch gesagt habe. O welcher Schmerz für Mein liebendes Vaterherz, daß Meine treue Herde so erschüttert ist. Wie werde Ich Rechenschaft verlangen von denjenigen, von denen das Unheil ausgegangen ist.“

Barbara: „O Herr, soll ich denn stillschweigen bei N. oder was sagen?“

Jesus: „Beichte ihm deine Sünden und sage ihm, was Ich dir eingeben werde. Ich werde schon zu dir kommen, Ich wohne in deinem Herzen und in all jenen Herzen, die sich von der Sünde losgesagt und guten Willen Mir entgegenbringen. Würde Meine Stimme nicht übertönt, so würde Ich mit jedem verkehren wie mit dir. Es ist aber, wie dir einer Meiner Diener gesagt. Es ist eine große Gnade und fordert treue Mitwirkung und felsenfesten Glauben, Meine Stimme nicht nur zu hören, sondern auch zu verstehen. Dies ist das große Geheimnis, das ist ihre Sache. Zu reden, das ist Meine Sache, zu hören, das ist eure Sache. Man muß einen felsenfesten, kindlichen Glauben Mir entgegenbringen.

Sage dem Bischof, daß Ich nicht mit jenen rede, die aufgepfropft sind mit Weltweisheit und zu viel Verstand und Vernunft dem Glauben voransetzen, bei denen die Vernunft dem Glauben überlegen sein muß. Zu jenen kann Ich nicht reden, und wenn Ich redete, würden sie es nicht verstehen, weil sie es nicht verstehen wollen und Meine Stimme übertönen. Lange, lange wird es dauern, bis die Wunde zuheilt, die Meinem Herzen geschlagen ist.“

Barbara: „O mein Jesus! Was können wir denn tun? Wie gerne möchten wir Dir Balsam auf die Wunde legen. Sollen wir denn den Pelikan noch weiter verbreiten?“

Jesus: „Ja, das hängt von den Priestern ab. Darüber will Ich noch gar nicht mit dir sprechen. Die Priester sind es, die den Dolchstoß Mir gegeben haben. Laß nur die Wunde ruhig bluten!“

Luise: „O Herr, wie leid tut es mir, daß selbst jener Priester, den Du uns Selbst als einen heiligmäßigen Mann geschildert, gegen Deine Pläne ist.“

Jesus: „Ich habe dir vorige Woche bei jenem Priester gesagt, daß er nicht zu oft zu Meiner Dienerin gehen soll, daß der Mensch schwach ist, daß, wenn man auch nur in einer Sache nachgibt, man immer noch in Gefahr ist, tief zu fallen, auch wenn man es zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gebracht hat. Ihr müßt nicht irre werden an diesem Meinen Diener. Er wird zur Einsicht kommen, sie alle werden zur Einsicht kommen. Dann aber ist es zu spät, denn damit kann man Mein gläubiges Volk nicht befriedigen, wenn man nur die Gelehrten befriedigen will. Mein gläubiges Volk hängt noch am Glauben, und mit dieser Weisheit ist ihm nicht oder wenig geholfen. Ich habe dir gesagt, daß ihr ruhig die Wunde sollt bluten lassen. Bis Ich euch weitere Aufträge erteile: Leiden, sühnen, opfern! Kümmert euch nicht so viel um andere. Seid still, da Ich ja doch nur euch selbst belehre.“

Am Donnerstag, als Barbara hörte, daß der Redakteur des Pelikan zurückgetreten sei, sagte der Herr:

Jesus: „Ihr, Meine lieben Kinder, dürft nicht zweifeln. Seht doch, wie schwach die Männer sind. Morgen komme Ich zu euch.“

Am ersten Freitag im Oktober sah Barbara einen Priester vor Jesus stehen, der Ihm mit einem Dolch das Herz durchstieß. Sie schwieg, weil sie es kaum glauben konnte. Am fünften Sonntag im Oktober sagte Jesus nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Ich will dir auch heute sagen, was das bedeutete, daß du am Herz-Jesu-Freitag Mein Herz so durchbohrt sahst. Mein Herz in Meiner Kirche ist das Priestertum. Die Priester zerfleischen Mein Herz, indem sie sich einander bekämpfen. Sage es ihnen, sie sollen eins sein, sie sollen Mir Meine Kinder vor Meinem Tabernakel herbeiführen, wo Ich euch belehren will; denn Ich will Meine Kinder belehren, Mein Volk retten! Ja, ja, niedergekämpft soll der Sozialismus werden, aber wahrhaftig nicht durch jene, welche die Spottartikel in die Welt hinausschreiben und Meine Diener verhöhnen. Ich werde von jenen Meine Hand ziehen. Tretet nur mutig und entschieden auf. Diejenigen, die Ich Mir erwählt, um mit ihnen zu verkehren, müssen Mein Leben leben. Früher mußte Luise den Widerspruch von ihren Verwandten durchmachen. Davon habe Ich sie jetzt befreit, damit sie jetzt den der Priester erdulde, denn Ich habe sie erwählt, die Sache durchzuführen. Sie sollen nur das Alte und Neue Testament aufschlagen, ob nicht auf jeder Seite Wunder stehen. Weil Ich in einem unzugänglichen Lichte wohne, in welches der Mensch erst nach dem Tode eindringen kann, so kann Ich Mich mit den Menschen nicht anders in Verbindung setzen als auf geheimnisvolle Weise, durch Wunder.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

123 Fünfter Freitag im Oktober 1896

„Diese Freude ist ungetrübt, sie hat keine Bitterkeit und währet ewiglich.“

Lied: O Maria...

Barbara: „O meine Königin, o meine Mutter! Gedenke, daß ich Dein bin, o allerliebste Mutter! Du kommst in meinem großen Elend, mich zu besuchen. O wie danke ich Dir!“

Maria: „Ja, Ich komme, Meine Kinder, um euch vorzubereiten auf die große Gnade, die euch morgen abend zuteil werden soll. Mein Sohn hat dir, Meine Dienerin, Meine Tochter, bereits Anfang des Monats versprochen, daß Er am Schluß des Monats, in dem die Kirche Mir so viele Freude bereitet, auch euch - Meine liebsten Kinder – eine Freude bereiten wolle. Ich komme nun, euch zu sagen, daß es in der ganzen Welt in Wirklichkeit keine größere Freude geben kann, als die Freude des reinen Gemütes mit Gott, das sich freut mit seinem Schöpfer in Ihm und mit Ihm. Diese Freude ist ungetrübt, sie hat keine Bitterkeit und währet ewiglich. Ihr sollt eingeführt werden, du und deine Schwestern, in dieses Glück, und Mein Sohn hat dir Anfang der Woche bereits gesagt, daß deine Verwandte auch soll teilnehmen, um Zeuge zu sein, und um die übrige Menschheit zu vertreten.

Alle sollen teilnehmen an der Süßigkeit Meines Sohnes und sollen eindringen in dieses, Mein liebendes Herz, das Sich allen mitzuteilen wünscht. Meine Tochter, komm jetzt schon mit Mir, und vergesse all deine Schmerzen, die du in diesem Monat ausgestanden, wie auch Ich und Mein Sohn sie vergessen, denn liebende Herzen ersetzen Ihm alles, was ausgeartete Kinder Ihm zufügen. Siehe, wie die Kinder der katholischen Kirche in diesem Monat Mein Herz erfreuen. Wenn die Mutter Sich freut, freut Sich auch der Sohn, und wenn der Sohn Sich freut, freut Sich auch die Mutter, und an dieser Freude sollen alle jene teilnehmen, die sich Mühe geben, das Herz Meines Sohnes zu entschädigen für den Undank, den ausgeartete Christen Ihm zufügen.

O kommt doch alle herbei, ihr treuen Söhne, ihr Priester der katholischen Kirche, vereinigt euch zu einem Bund. Ihr habt das Oberhaupt der Kirche in eurer Mitte. Haltet es nicht mit jenen, die halb und halb der Welt zulächeln, haltet es nicht mit jenen, die gegen euch sind, wie zwei feindliche Parteien. O wie sehr hat es Meinen Sohn verwundet, daß solche Priester in der katholischen Kirche stehen zur jetzigen Zeit, wo die Einheit um so fester sein sollte und um so fester geknüpft werden sollte, damit das feindliche Heer sich nicht einschleiche in die kleine, treue Herde. Es ist geschehen, die erste Zuchtrute ist geschwungen, und ihr Völker harret ob der Dinge, die da kommen werden. Man will die Wunderdinge aus der Welt schaffen, man will dem Volk eine andere Lehre beibringen. Dies ist der erste Schritt zum Unglauben in der katholischen Kirche.

Denn auf jedem Blatt der Heiligen Schrift könnt ihr lesen, daß Gott, der Herr, Wunder wirkt, solange die Welt besteht. Durchschreitet nur den Zug der Israeliten durch das Rote Meer beim Einzug in das gelobte Land. Durchschreitet mit Mir alle Stellen der Propheten, alle Propheten, bis hinauf, wo Mein Sohn erschien. Durchgehet mit Mir alle Jahrhunderte im Neuen Testament und sagt, ob die Kirche nicht immer an Wunder geglaubt, ob der Herr nicht immer wunderbar ist und bleibt in Seiner Kirche.

Ja, wunderbar ist und bleibt Er, solange die Welt stehen wird, und wenn ihr es nicht glaubt, werdet ihr es fühlen müssen. Meine Kirche spaltet sich in zwei Teile, o welch ein Schmerz für das Mutterherz, welches die erste Einheit knüpfte in der Kirche, zum Zeichen, daß in der Kirche niemand soll ausgeschieden sein, der nur treu mit ihr halten will, daß niemand, auch nicht die geringste Person soll unbeachtet bleiben in der Kirche.

Deswegen wollte Ich die junge Kirche unter Meinen Fittichen geborgen halten! War und bin Ich ja die Mutter dieses Stifters, dieses Sohnes. Ich will aber auch eure Mutter sein, und zwar die Mutter aller Priester, und Ich will nicht nur die Mutter, sondern auch eure Braut sein. An eurer Seite will Ich unsichtbar, und doch auch sichtbar sein, unsichtbar in Vereinigung mit allen Meinen Lieben, die eingegangen sind mit Mir in die triumphierende Kirche, sichtbar in der streitenden Kirche mit all den treuen Seelen, die sich um den Altar versammeln, die treu Mir nachfolgen auf dem dornenreichen Wege, der zum Himmel führt, den Mein Sohn euch gezeigt, den Ich Ihm nachgegangen bin, den alle Heiligen Ihm nachgegangen sind, und den alle diejenigen gehen sollen und gehen werden, die Meine treuen Kinder sind.

Das sage Meinen Dienern, auch wenn sie spotten, auch wenn sie lachen über die Torheit der Frauen! Sage ihnen, daß eine Zeit kommen wird, wo sie nicht mehr spotten und lachen werden, wo sie hilfesuchend nachgehen werden denjenigen, durch die Ich zu ihnen gesprochen habe. Es steht der Feind vor der Türe und lauert, ob das Tor geöffnet werde – und es wird ihm geöffnet. Wenn der Feind bemerkt, daß das Heer in sich selbst geteilt ist in zwei Parteien, sich selbst einander feindselig gegenübersteht, dann hat er den Sieg schon auf seiner Seite. Der Feind wird unbemerkt eindringen, er wird die kleine Schar der Kämpfenden auseinanderstieben und eine große, furchtbare Niederlage anrichten im Heer Jesu Christi. Ihr aber, Meine lieben Kinder, freuet euch mit Mir, denn die Freude soll euer Erbteil sein, auch inmitten der Trübsal, ihr, die ihr mit Mir trauert, die ihr unter Tränen den Feind herannahen seht, die ihr Mitleid mit allen jenen habt, die draußen stehen und nichts wissen von der Glückseligkeit der treuen Kinder Gottes.

Euch verspreche Ich und allen denjenigen, welche die Worte sich zu Herzen nehmen, die kommen und sich anschließen an euch, an Mich und an Meinen lieben Sohn, sie sollen inmitten der Trübsal überfließen voller Freude und innerer Wonne, sie sollen sehen, wie gut der Herr ist, daß Er die Seinen beschützt, daß Er alle Traurigkeit in Freude zu verwandeln weiß. Und nun lebt wohl, morgen abend wird Mein Sohn kommen mit Mir und mit einer unabsehbaren Schar, welche sich mit euch verbinden und kämpfen und ringen und streiten wird, bis der große Tage kommt, wo alles Leid übergehen wird in unendliche Herrlichkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

124 Vigil vor Allerheiligen 1896

„Meine Kinder, wüßtet ihr doch, wie unendlich gut Ich bin, wenn ihr das doch nur begreifen wolltet!“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste...

Barbara: „Ich sehe meinen heiligen Schutzengel. Mein heiliger Schutzengel, ich grüße dich durch das süßeste Herz Jesu Christi und danke dir für die große Gnade, daß du dein armes Schutzkind heimsuchen willst.“

Schutzengel: „Ja, komm nur mit mir, meine Tochter, ich will dir zeigen, was das Gebet der Gerechten vermag. Ich will dir zeigen, welchen Nutzen der Monat Oktober bringt der leidenden, der streitenden und der triumphierenden Kirche. Der Herr hatte dir versprochen am ersten Tag des Monats Oktober, daß du am letzten Tag eine große Freude mit deinen Mitschwestern haben werdest, und nun bin ich gekommen, um dich einzuführen. Alle, die glauben, alle, die guten Willens sind, die treu halten zu der heiligen katholischen Kirche und glauben, daß Er in ihr ist und die Macht hat, mit Seinen Kindern zu verkehren, und diese Macht Ihm kein Jahrhundert rauben kann. Komm mit mir, meine Tochter!“

Barbara: Und ich sehe eine unabsehbare Menge, lauter Gestalten, die nicht mehr der Erde angehören. Voran zieht die Königin aller Heiligen; jetzt kommt eine Schar mit Kränzen auf dem Haupte, von lauter weißen und roten Rosen. Es sind die Kinder und Jungfrauen, all diejenigen, die in der Taufunschuld gestorben sind. Ich sehe dabei auch Priester, Ordensmänner, Kapuziner, Klosterfrauen, und eine große Menge schließt sich an. O mein Gott! O mein Gott! Wie unendlich gut bist Du. O wie unendlich schön, o glückseliger Tag, der auch für uns einst kommt! O so ziehet denn hin! O laßt mich doch mit, ich will euch folgen, o ich will mit euch. Eine Herrlichkeit, die keine Zunge aussprechen, keine Feder beschreiben, kein Auge durchschauen kann! O welch eine Freude! O welch ein Jubel! O welch eine Begrüßung! O welch ein Austausch von Friede und Liebe an diesem Ort! O mein Gott!

Ja, mein Jesus! Ich habe schon viel gelitten, aber was ist das alles gegen die Herrlichkeit, die Du Deinen Kindern bereitest. O laß doch nicht zu, daß so viele verlorengehen! Ich bitte Dich für diejenigen, die nicht mehr an Dich glauben. Wie unglücklich sind diese Menschen! O daß doch alle Menschen Dich erkennen wollten, aus ganzem Herzen Dich liebten und aus allen Kräften und über alles Dich loben und ehren wollten.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Ich habe es dir gesagt, daß Ich allein imstande bin, das menschliche Herz zu befriedigen, zu erfreuen. Siehst du die Glückseligkeit derer, die eingegangen sind in Meine Freude! Siehst du, dies alles soll auch dir zuteil werden, aber erst dann, wenn du gesetzmäßig gekämpft hast.“

Barbara: „O Herr, siehe, ich bin ganz auf mich angewiesen. Ich habe zwar einen guten Beichtvater, aber siehe, in dem Kreise, wo ich mich bewege, kann ich nichts wirken, und sieh, es wird nichts angenommen. Daher lege ich alles in Deine Hand. Mache Du damit, was Du willst, ich übergebe Dir meine ganze Person, und wenn Du willst, so mögest Du das Leiden von mir nehmen, weil die Priester doch nur Anstoß daran nehmen. Wenn Du es aber nicht willst, so will ich alles aushalten und leiden und dulden, wenn ich nur eine einzige, eine einzige Seele mehr retten, wenn ich nur eine einzige Seele schneller aus dem Fegefeuer befreien kann.“

Jesus: „Sei zufrieden, Meine Tochter! Du wirst sehen, daß es noch viele Frucht bringt. Harre nur aus, und weiter verlange Ich nichts von dir, alles andere soll dir Nebensache sein. Ob ein Priester zu dir kommt oder nicht, ob man in den Zeitungen schreibt oder nicht, das alles soll dir Nebensache sein. Du bist Mein und Ich bin dein, und Ich will dir sagen, was es mit deinen Schriften ist, was Ich bezwecken will durch die Belehrungen, die Ich dir gebe. Sie sind nicht für dich, sie sind für andere; darum sollen es auch andere erfahren.

Weißt du, wie oft Ich dir schon gesagt habe, daß die öftere heilige Kommunion soll eingeführt werden, nicht nur hier, sondern in allen Teilen der Welt. Meine Kinder sollen wissen, wie gut Ich bin! Niemand soll sich vor Mir fürchten. Zwar soll man mit Zittern vor Meine Majestät kommen, aber doch immer bedenken, daß Ich nicht zuviel verlange von Meinen Geschöpfen, Ich, euer Herr und Gott! Ich, euer Vater! Ich, euer liebenswerter Bräutigam! Wenn der Mensch Mir nur guten Willen entgegenbringt, wenn er nur Meinem Stellvertreter, dem Priester, seine Schuld bekennt, so soll er nur unbekümmert sein um all die Kleinigkeiten, die ihn ängstigen, hinzutreten vor Meinen Altar. Ich will ihm alles ersetzen, alles, was ihn drückt, soll ausgetilgt werden, alles soll bedeckt sein mit Meiner Liebe.

Sie sollen wissen, daß der Mensch, der nur einem einzigen, heiligen Meßopfer beiwohnt – wo Ich täglich das Opfer erneuere, das Ich einstens vollbracht auf Golgotha –, daß die Verdienste dieses Opfers jeder Seele zugute kommt, die dem heiligen Meßopfer beiwohnt, ganz besonders aber jenen, die dem heiligen Tisch sich nahen. Diese will Ich überhäufen mit Meinen Gnadenschätzen. Ich will ihre Seele in einen solchen Zustand versetzen, der Meinen Treuen im Himmel ein Schauspiel sein soll; sie alle sollen sich erfreuen an dieser Seele, nachdem Ich alle ihre Fehler getilgt und abgewaschen habe mit Meinem kostbaren Blut, das in jeder heiligen Messe in geheimnisvoller Weise fließt.

Sagt nun, Meine Kinder, soll Ich Mich da nicht sehnen nach euch, da ihr allen Meinen Himmelsbewohnern ein Schauspiel seid, soll Ich Mich da nicht sehnen, eins mit euch zu werden? Meine Kinder, wüßtet ihr doch, wie unendlich gut Ich bin, wenn ihr das doch nur begreifen wolltet! Will Ich euch doch beglücken, will Ich euch doch unter Meinen Fittichen verbergen. O kommt doch, ihr treuen Seelen, schließt euch Meiner Dienerin an, bedrängt eure Priester, bittet sie, tragt ihnen euer Verlangen vor.

Seht, Ich bin es, Der in euch dies Verlangen legt, daß Ich Mich mit euch vereinigen will. O kommt, Meine Kinder, und legt darüber Zeugnis ab, wie gut Ich bin, ihr werdet das Glück finden hienieden, und einstens in der Ewigkeit. Siehe, wie Ich euch dann erwarte, wie Ich euch dann einführen will wie ein zärtlicher Vater, wie diese, die dir eben gezeigt worden sind.“

Barbara: „O mein Jesus! O, daß doch alle Menschen wüßten, wie gut Du bist! O mein Jesus! Sag doch meiner Cousine, worauf sie am meisten bei ihren lieben Verwandten drängen soll.“

Jesus: „Sie soll sie herbeiführen zu Meinem Tisch! Sie selbst soll es ihren Kindern nicht so schwermachen, keinem einen Ordensstand aufdrängen. Ja, der Ordensstand ist gut, wenn man darin nur Mir dient, den Glauben bewahrt. Obwohl der Priester- und der Ordensstand oder auch der jungfräuliche Stand in der Welt vorzuziehen ist, ist er doch nicht für alle Menschen gleich zu raten. Der Mensch findet in sich eine Kraft, die jeder für sich selbst bemessen soll.

Der Mensch, der sich zu schwach fühlt, um den Lockungen der Sinne zu widerstehen, soll nur ganz ruhig in den Ehestand eintreten, im festen Vertrauen, Ich werde ihn nicht verlassen, da Ich ihm nur alles Gute zuschicke, alles Kreuz in der Familie, zu seinem Besten. Glückselig diejenigen, die es erfassen, daß Ich alle Schicksale so gelenkt, die mit Mir Hand in Hand gehen und zufrieden sind, wenn Ich Wunden schlage in der Familie, denn sie sollen wissen, daß Ich sie wieder heile, und daß Ich nur schlage zu ihrem Besten, um die Seelen an Mich zu ketten. Ja, sage doch allen Meinen Kindern, wie gut Ich bin zu denen, wo Ich noch einkehre mit Kreuz und Leid. Glückselig die Witwe, die es erfaßt, daß Ich ihr den Gatten wegriß, um sie an Mich zu fesseln. Ich will ihr Gatte, ihr Erbteil sein auf immer und ewig.

Tief habe Ich geschlagen in die Familie N.. Seht, wie Ich hinausgedrängt war aus dieser Familie, die aus einem so guten Zweig hervorgegangen, aber auf Abwege kam. O jene Frau, die so viel Unheil unter ihre Kinder gebracht, auch sie will Ich noch retten. Ich habe ihr den Gatten weggerissen, um sie zur Einsicht zu bringen, und doch kam sie nicht zur Einsicht. Ich ließ das Kreuz über die Familie ihres Kindes kommen, denn das Kind soll der Mutter Leid sein. Ich will die Kinder retten! Und sie soll gerettet sein um des Gebetes ihrer frommen Mutter willen und um ihrer frommen Geschwister willen. Ich habe N. zu Mir genommen, er soll geläutert werden und wird sich bald einfinden bei Mir. Er hat viel gelitten.“

Darauf lange Bitten für ihn.

Barbara: „Großer Gott! O schenke mir, liebster Heiland, auch die verstorbene Oberin von N.“

Jesus: „Ihr verlangt aber viel, Meine Kinder! Ihr müßt wissen, daß eine Klosterfrau viel, viel Verantwortung hat und ihre Fehler viel, viel mehr zu rügen sind als die einer weltlichen Person, weil sie auch eine viel größere Herrlichkeit genießen und näher mit Mir zusammenkommen soll. Darum mußte ihre Läuterung eine viel stärkere und schmerzlichere sein. Sie muß noch leiden bis Weihnachten, dann will Ich sie euch schenken. Und nun lebt wohl, grüßet Mir alle herzlich, die sich mit euch vereinigen, insbesondere N. und N.“

Barbara: „O Herr, darf N. von der Kanzel den Pelikan verteidigen?“

Jesus: „Nein, er soll sein Volk bearbeiten, die es nicht mit ihm halten, denn es ist eine Zeit, die sehr zu bedauern ist. Ich will nicht, daß die Priester sich bekämpfen. Laßt die Wunde ruhig bluten.“

Barbara: „O Herr, ich bitte, erhalte doch die Kinder von N. alle im wahren Glauben.“

Jesus: „Keines ihrer Kinder wird verlorengehen. Solange eine Mutter betet, geht keines verloren, und wenn es auf Abwege geraten sollte, kehrt es wieder zurück.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich auch für den Sohn von N.; sie haben so viel Kreuz mit ihm.“

Jesus: „Ja, das war immer so und wird immer so bleiben, weil es ein Tränental hienieden ist. In jeder Familie ist immer ein Kreuz, und es muß so sein.“

Barbara: „Kniet alle nieder, denn der Herr will euch segnen! O segne auch alle, die sich mit uns vereinigen.“

Barbara wohnte der heiligen Messe bei und nach dem Evangelium sah sie ihren Schutzengel, der sich wie voriges Jahr wieder vor sie hinstellte und sagte:

Schutzengel: „Ich bin dein Schutzengel!“

Barbara war voll Verwunderung über den unbeschreiblichen Glanz, den sie gar nicht zu durchdringen vermochte. Ihr heiliger Schutzengel ging dann in der Kirche umher, denn diese war ganz mit blendend weißen Gestalten erfüllt, und er ging hin und her und ordnete an. Dann kehrte er wieder zurück, und Barbara sagte:

Barbara: „Ich getraue mich kaum zu glauben, daß du, ein so hoher Fürst, wirklich mein Schutzengel bist, denn dann habe ich den lieben Gott noch nie gesehen.“

Schutzengel: „Ja, du könntest es noch nicht ertragen, Ihn im Glanz Seiner Majestät zu sehen. Darum siehst du Ihn nur als Mensch.“

Barbara: „So sage mir, wie heißt du denn?“

Schutzengel: „Ich bin ein Seraph.“

Barbara: „Ja, aber heute ist doch das Fest Allerheiligen und hätte ich mir doch eher erwartet, daß ein Heiliger käme und doch nicht ein Engel.“

Schutzengel: „Du mußt wissen, daß das Fest Allerheiligen der größte Freudentag für uns Engel im Himmel ist, weil unsere Verheißung darin erfüllt ist. Wie dir gesagt wurde, als die abtrünnigen Engel hinabgestürzt waren und wir tiefbetrübt unseren früher so lieben Brüdern nachschauten, da trat der himmlische Vater vor und sagte uns, daß wir nicht so traurig sein sollten. Er legte uns einen Plan vor, nach welchem Er eine andere Welt erschaffen wollte und alle leeren Plätze ausfüllen werde. Und heute feiern wir den Tag, wo unsere Verheißung erfüllt ist. Deshalb komme ich heute.

Fürchte dich nicht, meine Tochter! Sieh dich aber auch gar nicht nach dem Zeitlichen um, folge nur mir. Der Herr verlangt Seine Ehre vor der Welt, und es gibt so wenig Menschen, die sich darum kümmern, so daß der Herr Sich an die halten muß, die noch den guten Willen haben, Ihn zu verherrlichen. Mache jeden Mittag einen Besuch beim Allerheiligsten Altarsakrament zum Dank, daß ich dein Engel geworden bin, weil du so viel zu leiden hast wegen Jesus im hochheiligsten Sakrament des Altares. Fürchte dich nicht!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

125 Zweite Woche im November 1896

„Sonst müßte Ich ja das ganze Menschengeschlecht vertilgen, wenn Ich nicht noch Seelen fände, an denen Ich Meine Freude habe.“

Barbara: „Mein lieber Heiland, sieh doch die Verwirrung unter Deinem gläubigen Volk. Wenn Du willst, dann will ich zum Bischof gehen und eintreten für den Pelikan, wenn ich auch noch so viel zu leiden bekomme.“

Jesus: „Das laß nur sein. Wenn es Zeit ist, werde Ich schon kommen!“

Anderen Tags weinte Barbara wieder bei Jesus und bat, der Verwirrung schnell entgegenzuwirken.

Jesus: „Laß sie nur machen, wenn es Zeit ist, werde Ich kommen. Schließt ihr euch nur eng aneinander an, ihr drei. Es soll unter euch nicht das mindeste gegen die Einheit vorkommen. Je fester das Band ist, desto mehr Gnaden kann Ich über euch ausgießen, und Ich gebe euch das feste Versprechen, daß aus eurem Bündnis noch eine ganze Gebetsarmee entstehen wird.“

Am 10. November 1896 sah Barbara den lieben Heiland bei der heiligen Kommunion als Mensch, unendlich liebenswürdig. Obwohl der Wille ganz in Ihn versenkt war, hielt ihr Verstand und Gedächtnis nicht stand, und deshalb sagte Barbara zu Ihm:

Barbara: „Wie kommt es doch, mein lieber Heiland, daß mir diese zwei Kräfte davonlaufen, da ich doch sehe und auch weiß, daß Du bei mir bist?“

Jesus: „Ja, das kommt daher, weil dein Geist sich doch manchmal zu viel beschäftigt mit der Außenwelt. Mit der ganzen Willenskraft gehörst du Mir, aber weil die Außenwelt zu viel einwirkt auf deinen Geist, so kommt es vor, daß die zwei anderen Kräfte herumschweifen. Deshalb aber bist du doch bei Mir.“

Barbara: „O Herr, ist es denn nicht möglich, beide zu gewöhnen, auch stillzuhalten?“

Jesus: „Ja, das kannst du schon tun, du mußt dir nur mehr Mühe geben.“

Barbara: „Aber inwiefern soll ich dies tun, da ich doch in der Welt bin und meine Arbeiten tun muß?“

Jesus: „Ich verbiete dir, die Zeitungen zu lesen. Ich will, daß du ruhig und gerade deinen Weg gehst. Habe keine Angst, daß du irregeführt werdest. Ich lasse dich nicht mehr aus Meiner Hand.“

Barbara: „O Herr, das Herz läßt sich so viel beängstigen durch die Reden der Vorgesetzten.“

Jesus: „Du brauchst keine Angst zu haben. Und wenn du das, was Ich mit dir rede, in dich aufnimmst und mit deinem Verstand bearbeitest, und wenn du Mein Wort auf der Kanzel hörst, hast du denn da nicht genug? Da brauchst du das, was du in den Zeitungen liest, nicht zu achten.“

Barbara: „Wie soll ich es machen, daß ich das fertigbringe und das Herz freier wird?“

Jesus: „Gewöhne dir an, dich oft an Mein Leiden zu erinnern. Das verdrängt die Gedanken, und überhaupt müssen die Belehrungen, die Ich euch gebe, genügen, daß ihr sonst nichts braucht.“

Am nächsten Tag sagte Barbara zu Jesus nach der heiligen Kommunion, weil sie gehört hatte, die Verteidiger der Vaughan in Trient seien alle Freimaurer gewesen:

Barbara: „Wenn ich wüßte, daß das so wäre, dann würde ich alles lassen und folgte den Priestern, die dies alles beiseite schaffen wollen.“

Jesus: „Die diese Sachen in Trient enthüllt haben, sind keine Freimaurer, aber sie führen kein tiefgläubiges Leben. Ihr Leben stimmt mit ihrem äußeren Eifer nicht überein, und deshalb wird ihnen nicht geglaubt. Sie wollen ebensowenig Böses stiften und Freimaurer sein, wie der Spottartikelschreiber in C. direkt Böses tun will. Aber das alles ist ebenso verkehrt wie das, was die Sozialisten beabsichtigen. Diese drei Menschensorten tun nichts Gutes mit ihrem Wirken, weil sie die Menschen durcheinander bringen. Diese sind ebensowenig in Meinen Augen wie die Sozialisten, und Ich kann ihnen die Arbeit nicht belohnen, weil durch die Schriften niemand besser wird, die Leute werden nicht frömmer, sondern verbitterter.

Auch die Sozialisten sagen: ,ich bin auch Katholik, nur das und das will ich abgeschafft wissen’, und gerade so ist es mit den Enthüllern und den Artikelschreibern, von denen jeder auf seine Weise fehlt. Die Artikel brauchte der K.-Redakteur auch nicht in die Zeitung zu schreiben, denn das gläubige Volk weiß, was es zu glauben hat, und den Spott der Ungläubigen braucht man nicht zu erregen. Dies alles wirkt nur zusammen, um Meine Strafgerichte zu beschleunigen und fordert nur Meinen Zorn heraus. Mein strafender Arm muß unbedingt einschreiten. Diejenigen, die das Unheil heraufbeschworen haben, werden einem furchtbaren Strafgerichte anheimfallen, und mit denen, die schuld sind, werde Ich unbarmherzig verfahren.

Gib du nur dem Gedanken keinen Raum, der dir von außen eingeflößt wird, es seien nichts als Hirngespinste. Ich muß Mir bei der jetzigen Zeit unbedingt Seelen suchen, die Mir das ersetzen, was Mir andere versagen; denn Ich bin hinausgestoßen aus den Herzen der Menschen, und es gibt so wenig Menschen, die etwas von Mir wissen wollen.

Sonst müßte Ich ja das ganze Menschengeschlecht vertilgen, wenn Ich nicht noch Seelen fände, an denen Ich Meine Freude habe. Laßt euch also nicht irremachen, denn wo sollte Ich noch Meine Ehre suchen, für die Ich die Menschen erschaffen habe?“

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126 Mariä Opferung im November 1896

„Werden die Geheimnisse einer frommen Seele so hingestellt, als wäre alles nur Fanatismus und Hysterie.“

Jesus: „Wenn die Priester wegen der Vaughan-Frage an der Echtheit der Offenbarungen der Barbara zweifeln wollen, so gebt nur dem Priester N. zu wissen, daß er es Herrn K. sagen kann – vor dem die Frage streitig geworden ist –, daß Ich Barbara bereits sagte, daß die Vaughan lebt, daß sie aber bei ihrem Beitritt ganz andere Nebenabsichten gehabt hat.

Denke dir, in einem Freundeskreis komme es zu einem Streit, und sie können und können sich nicht einig werden. Einer aus dem Freundeskreis geht fort in seinem Trotz und Eigensinn und trägt die ganze Gesellschaft aus. So hat es die Vaughan gemacht, und damit habe Ich deutlich genug gesagt, daß sie lebt. Daß aber Rom gesagt hat, sie lebe nicht, das kommt daher, weil Rom das Vaterhaus der Christen der ganzen Welt ist, und weil in dem Haus alle Kinder der ganzen katholischen Welt Schutz suchen. Wenn nun die Kinder in einer Familie sich miteinander streiten wegen einer Sache, deren beider Resultat in der Haushaltung nichts bezweckt oder zumindest nicht viel, so handelt jeder kluge Hausvater am besten, um die Sache zu beenden, wenn er gerade dem recht gibt, welcher um jeden Preis seine Sache durchfechten will, weil er denkt, die minder ehrgeizigen und gutmütigen geben sich zufrieden.

Mit dem Vorgeben, die Feinde der Kirche benutzten diese Sache, um die Unfehlbarkeit anzutasten, wollten die Ehrgeizigen nur um jeden Preis das Recht auf ihre Seite bekommen, wie sie auch Recht bekamen. Dazu brauchten sie diesen Kunstgriff. Vorher standen die Freimaurer mit Zähneknirschen da über die Enthüllungen ihrer Mitgenossen. Jetzt aber lachen sie, reiben sich vergnügt die Hände, weil sie sich durch diesen Streit vollkommen gedeckt sehen; denn alles ist entschuldigt. Es müßte der katholischen Kirche ganz einerlei sein, was die Feinde sagen. Diese wollen doch die Kirche nur um jeden Preis vernichten, und somit ist es einerlei, ob sie ein paar Worte mehr schimpfen oder nicht; schimpfen tun sie doch. Die Kirche aber in sich muß feststehen. Wenn Herr K. festgestanden wäre, so wäre der Sturm nicht stärker geworden. Den treuen Kindern der Kirche aber schadet es sehr viel, was man jetzt in die Welt hinausschreibt, weil die Lauen sich gerechtfertigt fühlen.

Euch aber, Meine Kinder, will Ich dies zum Trost sagen, daß ihr euch nicht sollt irremachen lassen. Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo sich die Priester ganz in ihre priesterliche Gewalt zurückziehen. Das ist die Ursache, warum sie sich nicht um Seelen kümmern, die mit Mir verkehren. Sie beschränken sich lediglich darauf, ihre priesterlichen Funktionen auszuüben. Zwar ist es keine Bosheit, sie meinen, dadurch die Lehre der Kirche rein zu erhalten. Das ist aber sehr betrübend für Mein liebendes Herz, daß die Priester durch ihr Benehmen so eine Eisdecke über die ganze katholische Welt ausbreiten.

Ihr aber, Meine Kinder, geht nur ruhig weiter und kümmert euch um nichts. Die Priester ziehen sich ganz in ihr Haus zurück und vergraben sich darin. Dieses Haus, welches du siehst (sie sah ein Haus inmitten eines schönen Parks mit herrlichen Blumen und Zierpflanzen um das Haus), ist die priesterliche Gewalt. Diese Blumen und Ziergewächse rings um das Haus sind die treuen Seelen, die ihren Worten glauben, ihr Leben danach einrichten und dann der übrigen Menschheit zum Muster und Vorbild dastehen.

Viele haben sich von jeher sehr erbaut an den Seelen, die sich so fest an die Kirche anklammern, aber durch das Zeitungsgeschrei werden die Geheimnisse einer frommen Seele so hingestellt, als wäre alles nur Fanatismus und Hysterie. Die Priester aber wollen sich um gar nichts kümmern, was zur Zierde ihrer priesterlichen Gewalt beitragen kann. Sie wollen nur einfach die ihnen übertragene Gewalt ausüben, und doch sind nur die frommen Seelen die Zierde des priesterlichen Standes, weil diese der Welt zeigen durch ihr Beispiel, was die Priester durch ihr Wort lehren. Zur jetzigen Zeit ist aber eine solche Eisdecke über die Menschheit ausgebreitet, daß niemand mehr sich an solchen Seelen erbaut. Wenn die Welt sich erbauen will, so heißt es, das sind Phantasten, hysterische Personen, die muß man unbeachtet lassen, und daher kommt das arge Verderben. Es kann kein Beispiel mehr durchdringen, denn sie sagen, nein, ich will kein Phantast werden, und so stürzen sie sich wieder in die Welt.

Gerade so wenig wie die Priester sich euch annehmen, so wenig sollt ihr euch darum grämen, daß sie euch verachten. Solange dich nichts abzieht vom katholischen Glauben und der Lehre der Kirche, mußt du wissen, daß es echt ist.

Ich muß jetzt einen ganz anderen Weg einschlagen mit diesen Seelen und mit den Priestern. Diejenigen, welche die Worte lesen, sollen doch urteilen, ob ein Mensch aus sich das erdenken und ersinnen kann. Sie reiben sich monatelang an einer Frage, die gar nichts nützen kann. Statt dessen sollten sie die Schönheiten der Kirche besprechen, die Guten bestärken, die Lauen aufrütteln. So hätte Ich mehr Wohlgefallen, als daß sie alles zerstören. Das Beispiel, das Ich dir gezeigt bei der Wahl, das ist die ganze Kirche. Nur das Gebet der frommen Seelen hat bewirkt, daß die Priester die Energie bekommen haben, jeder in seiner Gemeinde tüchtig zu arbeiten. Das ist das Beispiel Meiner heiligen Mutter, wie Sie Sich mit den Aposteln vereinigt. Sowenig der Priester ohne das Gebet der frommen Seelen auszurichten vermag, so wenig hätten Meine Apostel geleistet, wenn Ich Meine Mutter gleich zu Mir genommen hätte.“

Am 25. November 1896, auf St. Katharina, dankte Barbara der heiligen Katharina als ihrer Brautführerin, daß sie ihr vor zwei Jahren als Hochzeitsgeschenk die heilige Beredsamkeit erflehen wollte. Darauf antwortete ihr dieselbe ungefähr so: Barbara solle sich ja nicht genieren, dieselbe anzuwenden, wenn es auch oftmals zum eigenen Nachteil wäre, was ihr aufgetragen wird, anderen zu sagen, wie oben in der Vaughan-Geschichte. Auch sie hätte sich ganz gut verbergen können, weil sie aus hoher Familie war, aber ihre innere Gesinnung hätte sie in ihrem Eifer nicht verhehlen können. Sie hätte sich nicht enthalten können, bei jedermann von ihrer Liebe und ihrem inneren Glück zu sprechen, so daß ihre ganze Umgebung starr gewesen wäre darüber. Und so wäre es von Mund zu Mund gegangen, bis es endlich an den Kaiser gekommen wäre und sie ihr Leben hätte lassen müssen.

Inhaltsverzeichnis Band 1

127 Tag der Reichstagswahl am 14. November 1896

Als am Samstag die Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Zentrumspartei und dem Sozialdemokraten David stattfand, ging Barbara vor zwei Uhr in die Kirche, um den Rosenkranz für die Wähler zu beten. Sie flehte inständig die liebe Mutter Gottes an, Sie möge dem Zentrum zum Siege verhelfen. Auf einmal sah sie die liebe Mutter Gottes, wie Sie in der Stadt umhereilte von Tür zu Tür und viele umstimmte, gut zu wählen. Einige Männer begleitete Sie sogar zur Wahlurne. Dabei hörte sie die Stimme:

Maria: „Freilich ist der Zorn Meines Sohnes sehr herausgefordert, aber Ich bitte unaufhörlich in Vereinigung mit Meinen treuen Kindern Meinen lieben Sohn, daß Er um der Gerechten willen die strafende Hand noch zurückhalte, und du wirst sehen, daß das Zentrum siegen wird.“

Dies sagte sie ihren Bekannten gegen drei Uhr, aber fortwährend kamen schlechte Nachrichten. Abends, vor sieben Uhr, als in der ganzen Stadt das Gerede ging, die Feinde der Kirche hätten gesiegt, ging sie wieder in die Kirche und betete inständig den Rosenkranz und bat die liebe Mutter Gottes, Sie möge doch auch diesmal helfen, da Sie schon so oft der guten Sache zum Siege verholfen, doch war sie etwas mutlos, weil sie von allen Seiten hörte, die Feinde hätten viertausend Stimmen mehr. In ihrer Trostlosigkeit fuhr sie dennoch fort zu beten, und in der Mitte des Rosenkranzes sah sie die liebe Mutter Gottes wieder in derselben Kleidung mit faltigem Gewand, um die Lenden einen Gürtel, auf dem Haupte einen Schleier, der hinten herabhing; derselbe hing ganz über die Schulter. Besorgt und beschäftigt eilte Sie umher wie eine Mutter, die ihre Kinder in großer Gefahr weiß. Plötzlich sah sie die liebe Mutter Gottes, Sich aus der Stadt zu entfernen und über weite Ländereien hinwegeilen. Sie schaute Ihr nach, soweit ihre Blicke Sie erreichen konnten, wußte aber nicht, was das bedeute, aber sie stärkte ihren Mut in Gedanken an das, was sie mittags vor zwei Uhr gehört. Vor acht Uhr kehrte sie aus der Kirche zurück und von allen Seiten ertönte der Lärm: Die Feinde haben gesiegt. Gegen neun Uhr abends hörte man von allen Seiten: David hat gesiegt!

Sie eilte nochmals in die Seminarkirche und warf sich vor dem Bilde der Mutter Gottes nieder. Als sie die Hälfte des Rosenkranzes gebetet, hörte sie die Worte: „Meine Tochter, sage doch Dank, bete doch zur Danksagung!“ Zugleich ward ihr gezeigt, daß die liebe Mutter Gottes auf Ländereien einherging, und das bedeute, daß Sie das Landvolk bearbeitet. Als sie um neun Uhr aus der Kirche ging, begegnete ihr ein Mann; den fragte sie, wie es mit der Wahl stehe. Er flüsterte ihr ins Ohr: „Das Zentrum hat gesiegt!“

Als sie nach Hause kam, war ein Höllenlärm in der Wirtschaft. Sie zerschlugen die Gegenstände vor lauter Zorn und schrien:

„Wartet nur, ihr Pfaffenbrut! Was hat man sich schon müssen knechten lassen von den Schwarzen, und jetzt geht es wieder von vorne los, während wir glaubten, uns bald frei zu sehen. Das Bodenheimer und Budenheimer Bauernvolk ist schuld.“

Als die Schwägerin sie zur Rede stellte, verließen sie das Lokal und schrien: „Es leben hoch die Pfaffen! Nie und nie mehr werden wir eure Wirtschaft betreten! Haltet ihr nur zu den Pfaffen!“

Am anderen Tag machten die Sozialisten ein Spottgedicht auf die Bauern, die gut gewählt, worin vorkam, die Bodenheimer sollten ihre Milch nur selber trinken, sie wollten ihnen nichts mehr abkaufen. Unser Milchmann aus Bodenheim sagte, daß sie tatsächlich in manchen Häusern beschimpft wurden.

Kleid und Schleier der lieben Mutter Gottes waren weiß, ins Gelbliche schimmernd. Sie schien zu fliegen über die Ländereien und war eine große majestätische Frau. Abends sagte die Schwägerin zu Barbara: „Ich fürchte mich so, daß es heute abend in der Wirtschaft schlimm hergeht. Gehe beten, daß die liebe Mutter Gottes uns hilft.“ Barbara tat es und sah die liebe Mutter Gottes in einem dunkelblauen Kleid und Mantel, den sie schützend über die Stadt hielt.

Inhaltsverzeichnis Band 1

128 Erster Donnerstag im Advent 1896

„O würdet ihr anstatt dessen reden von der Schönheit des Christentums.“

Lied: Düster sank der Abend nieder...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament! Mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele! Wie danke ich Dir, daß Du Deine arme Dienerin gewürdigt, sie wieder heimzusuchen! O ich bitte Dich um Verzeihung für alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich diese Woche wieder begangen. O mein Jesus! Was bin ich doch ohne Dich, was bin ich doch, wenn Du Dich zurückziehst! Ich danke dir auch, daß du mitkommst, o meine teure Schwester, o liebe, heilige Jungfrau Barbara. Ich dachte es schon heute früh, als du so zutraulich mit mir den Rosenkranz betetest. Ich danke dir! O komm an mein Herz!“

Heilige Barbara: „Ja, ich komme, meine Freundin, um dir und deinen zwei Freundinnen zu sagen, wie gut der liebe Gott ist. Ich habe Besitz genommen von der Herrlichkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und noch in keines Menschenherz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Siehe, und seht ihr alle, die ihr hier zugegen seid, wie kurz, wie kurz die Zeit der Prüfung ist, aber wie ewig der Lohn, der unser wartet. O liebe Schwestern! Auch ich war einst in der Welt, auch ich hatte den Weg zu wandeln, den ihr jetzt geht. Ich hatte alles, ich besaß alles, eine schöne Gestalt, Reichtum in Hülle und Fülle, eine glänzende Zukunft stand mir in Aussicht, ich hatte einen Vater, wie kein besserer zu wünschen wäre. Er liebte mich, er wollte mich gut versorgen; schon ehe ich daran dachte, hatte er schon eine glänzende Partie in Aussicht auf eine Ehe ausgesucht. Meine inwilligung war nur noch notwendig, und ich hätte in Ehren dagestanden vor der Welt. Aber seht, was ich getan! Mein Herz, das geschaffen war nur für Gott, dachte nach – in frühester Jugend schon –, obwohl ich noch nichts wußte von dem wahren Gott. Als ich aber einmal Kunde erhielt von dem Gott der Christen, als mir hinterbracht worden war, daß es einen Erlöser gibt und die Christen diesen Erlöser anbeteten, Ihm dienen und Ihn lieben, suchte ich mit aller Entschiedenheit, Wege zu finden, um den Erlöser kennenzulernen, und ich lernte Ihn kennen.

Nun war aber auch mein Entschluß gefaßt, mich meinem geliebten Vater, falls es nötig sei, entgegenzustellen. Es kostete die ganze Aufopferung meines kindlichen Herzens, um mich seinem Willen entgegenzustellen, denn ich war gewohnt, auf jeden Wink zu folgen. Und nun kommt mit mir, meine lieben Freundinnen, und versetzt euch in die Lage, in der ich stand, als ich ihm zum ersten Male erklären mußte, daß ich seinen Wünschen und Plänen, die er mit mir vorhatte, nicht folgen werde. Schon war der Bräutigam auf dem Weg, mich heimzuführen, und es war an der Zeit zu sagen, wen ich mir erwählt, wer mein Bräutigam ist, und ich tat es. Ketten und Banden schreckten mich nicht. Ich sah den Turm bauen, wo ich schmachten sollte. Aber mein Entschluß war gefaßt, mit meinem Blut meinen Glauben zu besiegeln. Und nun frage ich euch, meine lieben Schwestern, ihr habt schon viel gelitten und wähnt, schon viel gelitten zu haben. Glaubt ihr aber, der Lohn sei es nicht wert, der euer wartet?

O harret aus in der Prüfung! Seht, wir alle sind erkauft durch das Blut Jesu Christi, und können wir unser Gut und Blut nicht einsetzen, wie ich es getan, dann können wir es geistigerweise tun, wir können Märtyrer der Liebe werden. O schämt euch nicht, besonders du, meine teure Schwester (F. J.), die du dich noch nicht so eng angeschlossen hast wie diese zwei. O schließe dich an, an das kleine Häuflein. Glücklich bist du, daß du Witwe geblieben bist und hast das Opfer der Jungfräulichkeit gebracht, denn auch du kannst dich zu den Jungfrauen zählen wie alle, die diesen Stand gewählt haben, die sich durch ein Gelübde dazu verbunden haben. Laß es dich nicht gereuen. Sage deinen Kindern, wie gut der liebe Gott ist gegen diejenigen, die ihm Opfer bringen, und ich sage dir, keines deiner Kinder wird verlorengehen, alle werden den guten Kampf kämpfen. Die Witwe soll wissen, daß ihr Gatte Jesus Christus Selbst ist, Der ihr die Kinder erziehen hilft, jene Witwe, die den Witwenstand halten will um Christi willen.

Euch aber sage ich, meine lieben Mitschwestern, seid nicht ängstlich, wenn auch keine Priester kommen, wenn die Priester euch belächeln und bespötteln. Seht, der Lohn ist unendlich groß. Und wie sollt ihr die Krone verdienen, wenn nicht unter Spott und Hohn? Als ich lebte, war auch das Kreuz den Heiden Torheit. Da gab es Richter, welche glaubten, Gott einen Gefallen zu tun, wenn sie das Blut der Christen aussaugen könnten. Aber jetzt ist der Weltgeist viel schlimmer als zu jener Zeit; denn damals glaubte man doch noch an einen Gott. War man nicht eingeweiht und hatte man nicht das Glück, den Gott der Christen zu kennen, so suchte man einen Gott, man betete Holz und Steine an, alles, was den Menschen nützen könnte. Aber die Christen beteten ihren Gott an, und selten, selten fand sich einer, der gesagt hätte, es gibt keinen Gott!

Aber im neuen Heidentum, wie jammern da die Himmelsbewohner über diejenigen, die sagen: Es gibt keinen Gott! Wo Gott hinausgeworfen ist aus Seiner Schöpfung... O ihr Priester, würdet ihr, anstatt auf der Kanzel zu stehen und jene mit Spott zu belegen, die noch feststehen in ihrem Glauben, die Ihm ihr ganzes Sein, Denken und Fühlen aufopfern, die ihren Gott zu lieben und Ihm zu dienen suchen, soviel in ihren Kräften steht, o würdet ihr anstatt dessen reden von der Schönheit des Christentums, von dem Glück derjenigen, die es verstehen, sich an Ihn anzuklammern, ihr würdet Fortschritte machen in der Vollkommenheit und alle diejenigen Seelen, die unter eure Leitung gestellt sind. Eure Worte würden eindringen in die Herzen eurer Kinder, aber so ist es umgekehrt!

Und es würde die Zeit kommen, wo das Häuflein größer würde. O wie sehr zu bedauern ist dies alles in der heutigen Welt. O wie trauert die triumphierende Kirche! Und doch ist es wahr, daß es ein Hereinleuchten von uns in die sichtbare Schöpfung gibt, daß es eine Gemeinschaft der Heiligen gibt. Und doch ist es wahr, daß wir mit euch Hand in Hand gehen.“

Barbara: „O liebe heilige Barbara! O vermittle uns doch die Antwort auf diese Frage N. N..“

Heilige Barbara: „Ich habe nicht den Auftrag dazu. Ich soll euch nur vorbereiten; denn morgen ist das Fest des Allerheiligsten Herzens Jesu, der 1. Freitag im Dezember. Freue dich, meine Schwester, morgen komme ich wieder.“

Barbara: Und ich sehe sie in einem Glanz eingehüllt, mit Engeln umgeben. O wie glücklich! Ja, kann es ein größeres Glück geben, als vereinigt zu sein mit den Gliedern der triumphierenden Kirche? O meine lieben Schwestern in Jesu Christi, o freuet euch mit mir! O ist es möglich, nochmals die Augen zu öffnen für diese elende Welt? Wie winzig klein, wie abscheulich ist das Treiben der Welt!„O heilige Barbara, nimm mich mit!“

Heilige Barbara: „Nein, du mußt noch zurückbleiben. Aber morgen komme ich wieder, da bringe ich dir eine schöne Gesellschaft mit, und wir machen dir eine große Freude; unser lieber himmlischer Bräutigam in der Mitte; wir werden Ihn umringen.“

Luise: „O bringe auch meinen Schutzengel mit, daß Barbara ihn nun auch einmal sehen kann.“

Heilige Barbara: „Dein heiliger Schutzengel kommt mit und auch der von Frau N..“

Barbara: „O liebe, heilige Barbara! Wie bist du doch so lieb mit uns! Wir grüßen dich durch das süße Herz Jesu!“

Heilige Barbara: „Ja, ihr habt noch vieles zu ertragen. Kurz, kurz sind die Leiden, ewig die Freuden.“

Alle sangen sodann das Lied von der heiligen Barbara. Am Herz-Jesu-Freitag kam der Herr mit drei heiligen Jungfrauen und auch der heiligen Elisabeth und allen Schutzengeln; denen von Lieschen, Luise und Barbara und von drei Priestern und Jungfrau Anna.

Inhaltsverzeichnis Band 1

129 Samstag am 5. Dezember 1896

Als Barbara heute beten wollte, zeigte sich ihr Schutzengel und sagte:

Schutzengel: „Jetzt rufe erst die anderen herbei und die Schutzengel deiner Verbündeten, mit denen wir vereinigt sind.“

Barbara: „Mein lieber Jesus! O führe all die Schutzengel von uns herbei!“

Alsdann umringten sie Barbara sichtbar und beteten mit ihr. Die Schutzengel der Priester nahmen sogar Herrenstimmen an und die übrigen Frauenstimmen, so daß es ein gemischter Chor war, nur beteten sie viel langsamer und majestätischer als Barbara. Zuerst betete Barbara ein schönes Adventsgebet, und während desselben sah sie die liebe Mutter Gottes in einem Glanz schwebend, solange es dauerte. Auch die übrigen hatten große Freude während dieser Zeit. Mit diesem Adventsgebet sind Gesetze vom Rosenkranz verbunden und Barbara betete vor und die Engel nach. Als das erste Gesetz beendet war, sagte der Schutzengel:

Schutzengel: „Jetzt wenden wir es um, jetzt beten wir vor und du nach.“

Barbara: Besonders betonten sie jedesmal die Worte „deines Leibes: Jesus.“ Die Glorie, mit der die Mutter Gottes umgeben war, ist nicht zu beschreiben. Barbara betete dazwischen die Einschaltungen. Dann betete Barbara ihr Ordensgebet. Danach verließen sie die Engel. Nur ihr Schutzengel blieb bei ihr, betete aber nicht mit.

Schutzengel: „Das Adventsgebet war für die Kirche, aber das Ordensgebet als Pflichtgebet kommt nicht der Kirche zugute, sondern wird deine eigene Glorie vermehren.“

Wenn Barbara eine Tageszeit fertig hatte, betete sie ein Vaterunser für die Verstorbenen, und auch da schwieg ihr Schutzengel. Weil Barbara nicht wußte warum, sagte er:

Schutzengel: „Weil ihr allein imstande seid, den Verstorbenen zu nützen, indem ihr noch verdienen könnt. Ich aber kann dies nicht mehr, darum bete du allein.“

Dann betete Barbara den Rosenkranz für die Kirche und da betete der Schutzengel wieder abwechselnd mit. Auch sagte ihr der Schutzengel, indem er ihr alle ihre Verwandten zeigte, wie großes Wohlgefallen Gott habe an ihrem Bruder in S., der mit seiner Frau so gläubig fromm lebe. Sie sah dieselben viel heller und leuchtender als ihre anderen Verwandten, weil sie gerade die heiligen Sakramente empfangen hatten.

Inhaltsverzeichnis Band 1

130 Herz-Jesu-Freitag im Dezember 1896

„Wenn auch die Erde getränkt werden wird mit dem Blute der Christen.“

Lied: Dem Herzen Jesu singe...

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr!“ Und ich sehe eine Schar und inmitten meinen Herrn, meinen himmlischen, vielgeliebten Bräutigam. „O mein Jesus, wie danke ich Dir!“ Und Er ist umringt von der heiligen Elisabeth, der heiligen Barbara, der heiligen Katharina von Alexandrien. „Ich danke dir, o heilige Jungfrau Katharina! Denn du hast mir einen Teil deiner himmlischen Weisheit erfleht. O erflehe sie mir auch heute, daß ich alles erfasse, was mein Jesus mich belehren will.“ Und die heilige Agnes, o wie jung, wie zart, wie kindlich ist sie und seid ihr alle. In der Blüte eurer Jahre habt ihr euch geopfert. Umgeben ist der Herr von vielen, sehr vielen Engeln.

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, hier stelle Ich dir den Schutzengel deiner Freundin Lieschen vor.“

Barbara: Und er stellt sich neben Lieschen. „Dank Dir, o Herr.“

Jesus: „Und hier stelle Ich dir den Schutzengel deiner Freundin Luise vor.“

Barbara: Und er führt ihr die Hand zum schreiben. „Dank dir, o Herr, für Deine unendliche Güte!“

Jesus: „Und hier stelle Ich dir den Schutzengel von Frau J. vor. Er soll sie begleiten auf Schritt und Tritt, damit ihre übrige Lebenszeit verfließe in Meinem Dienste. Denn sie kann viel Gutes wirken in ihren Kindern, und Ich wünschte, daß eines ihrer Kinder ein Mir geweihter Priester werde.“

Schutzengel: „Ich segne dich in deinen Kindern. Bete, ja bete für deine Kinder; Er wird dich segnen mitsamt deinen Kindern, daß sie die Wege wandeln, die ich haben will.“

Jesus: „Und hier zeige ich dir die drei Schutzengel von den Priesterfreunden N., N., N. und den von Jungfrau Anna.“

Schutzengel: „Wir grüßen dich, Jungfrau Barbara, im Namen unseres Herrn Jesus Christus und im Geiste unseres Gottes und melden dir, daß wir mit unseren Schützlingen in einen Bund mit dir treten und mit all jenen Priestern, die verbreiten wollen, was der Herr durch dich, arme Kleine, sagen und wirken will. Sei gegrüßt von uns im Herrn.“

Barbara: „Und ich grüße euch, ihr lieben heiligen Engel, durch das süßeste Herz Jesu Christi in unser aller Namen!“

Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus! So schallt es von einem Ende zum andern. Das ist die Begrüßung aus weiter Ferne von den Priesterfreunden. Gelobt sei Jesus Christus! So rufen die Schutzengel unserer sieben Verbündeten. Das Reich Christi soll ausgebreitet werden, verherrlicht soll werden der Gott der Christen im Allerheiligsten Altarsakrament.

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe dir versprochen durch Jungfrau Barbara, daß Ich dir heute eine große Freude bereiten will. Siehe, in diese Gesellschaft sollst du dereinst kommen mit deinen zwei Freundinnen und allen Gerechten, die sich an euch anschließen, die aber noch zu kämpfen haben und den Sieg erringen müssen. Und weil der Kampf von Tag zu Tag heißer wird, darum muß Ich Mich auf außergewöhnliche Weise in Meiner Kirche offenbaren.

Siehe, wie der Feind einhergeht und sucht wie ein brüllender Löwe, wen er verschlingen könne. Siehe, wie der Weltgeist ganz aufgegangen ist in Meinem Widersacher, und der Weltgeist sind alle diejenigen, die nach dem Geist der Welt leben, die das Wort des Evangeliums nur mehr dem Namen nach kennen, von denen es aber nicht in Ausübung gebracht wird. Ja, den Weltgeist haben viele Meiner Diener, viele Priester in sich aufgenommen, viele, viele.

Ja, Ich rühme Mich Meiner Diener, es ist wahr. Ich habe noch viele eifrige Diener in Meinem Weinberg, aber auch solche, die mehr Mietlinge sind und Mein Amt verwalten um eines geringen Lohnes willen, um des schnöden Lohnes irdischer Güter willen, sei es Geld und Gut oder Ehre und Ansehen, und die solches Meiner Ehre und Meinem Ruhm vorziehen, die es vorziehen, etwas zu gelten vor der Welt und ihren Günstlingen, aber nicht fragen, ob sie auch Meinem Namen Ehre machen; denn alle Meine Diener sind ja Meine Stellvertreter, sind ein anderer Christus. Und wenn in all den vergangenen Jahrhunderten in Meiner Kirche das Priestertum ein anderer Christus sein mußte, so jetzt zu dieser Zeit, denn notwendig ist es jetzt wie noch nie seit den vergangenen neunzehnhundert Jahren. Die Welt ist erkaltet, aber nicht nur erkaltet, die Welt will ihren Schöpfer nicht mehr erkennen, die Welt will alles herniederziehen in den Materialismus, und sie geht auf in niederen Dingen. Die Welt will die Wunder hinausschaffen aus der Schöpfung, aus der Kirche, und Wunder gibt es nur in Meiner Kirche.

Und wo der Wunderglaube angegriffen wird, da steht es, wie es jetzt steht. Es muß also Männer geben, die einstehen für Meine Rechte, die sich aufopfern für Meine Kirche, die wie ein Franziskus von Assisi der Welt vorleuchten durch die Torheit des Kreuzes und der Einfalt, die, das Kreuz in der Hand, vor ihre Mitbrüder treten und ihnen sagen, was der Herr verlangt, daß, wie der Herr gesagt hat, die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden, daß Ich diese Worte an Meine Diener knüpfe, denn Meine Diener sind das lebendige Wort, sie sind der Fels Petri, an dem die Häupter abprallen und zerschmettern werden. Sie sind der Fels Petri, und wenn auch die Erde getränkt werden wird mit dem Blute der Christen, so sollen sie fortbestehen, sie sollen den Fels bilden, an dem viele ihre Häupter zerschellen. Ich habe die Kirche auf den Fels gebaut, und wer ist der Fels? Wer sind die Bausteine? Es sind die lebendigen Glieder der Kirche, die Christen aller Jahrhunderte, solange die Welt steht, und die Priester sind der Fels, an dem die Feinde abprallen.

Also auf, Meine Brüder! Haltet zusammen! Tretet zusammen zu einem Bund! Ich will einen Bund eingehen mit euch, ihr Priester und mit allen treuen, aufrichtigen, pflichtgetreuen Seelen und Kinder der katholischen Kirche, die Ich euch beigeben will, die euch festigen sollen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Sagt es Meinem Freund G. N., er soll in Ausführung bringen, was er vorhat. Er soll mehr die Liebe und die Ehrfurcht vor Meiner Majestät im Auge haben, als die Furcht vor seiner Unwürdigkeit und Mangelhaftigkeit. Er soll wissen, daß er ein anderer Christus ist; das wird seinen Mut beleben. Ich brauche ihm nicht mehr zu sagen. Er soll wissen, daß Ich sein Freund bin wie auch der des H. N. und N., die Mir so viele Freude machen. Sie alle will Ich herzlichst von Mir gegrüßt wissen, so wie diejenigen Priester, die sich an sie anschließen durch Meine kleine Dienerin, durch die Ich einen großen Bund schließen will in diesem Jahrhundert, und mit allen, die treu zu Mir und zu Meiner Kirche halten.

Sie (Barbara) ist gedemütigt und wird noch mehr gedemütigt werden. Ich will es einmal so. Führt ihr nur aus, was Ich von euch verlange; Ich werde durchführen, was Ich durchführen will. Euch aber sage Ich, haltet treu zusammen in der Eintracht und in der Liebe.

Es muß euch wenig daran gelegen sein, ob jemand glaubt oder nicht, euch achtet oder nicht. Seht die Gesellschaft, die Ich euch vorführe! Ihr steht in Verbindung mit Meiner Mutter, Die Ihren schützenden Mantel über euch ausgebreitet hält. Seht hier die Jungfrauen, die Ich euch an die Seite gestellt, daß sie mit euch kämpfen, geschweige jener aus der Männerwelt, die Ich dir ein anderes Mal vorführen werde.“

Barbara: „O Herr, hilf doch Frau N., daß sie einmal von dem Prozeß frei wird.“

Jesus: „Habe Vertrauen, Meine Tochter! Mit dem Prozeß strebe einen Vergleich an, und wenn du auch in einigen Nachteil kommst. Ich werde dich anderweitig dafür segnen. Ich werde dir beistehen, daß er zu einem guten Ziele gelange.“

Barbara: „O Herr, hilf ihr auch, daß ein Schuldner ihr endlich eine Versicherung gibt.“

Jesus: „Nimm den heiligen Josef zur Seite, Meinen Pflegevater, und verspreche eine Veröffentlichung, denn Ich will, daß man die gewöhnlichen Wege gehe und das Seine tue, was jeder kann.“

Barbara: „O Herr, gib doch, daß N. nicht aus Ängstlichkeit von der Kommunion wegbleibe.“

Jesus: „O sage ihr doch, wie gut Ich bin, daß es Meine Freude ist, bei den Menschenkindern zu sein und Meine Lust, unter ihnen zu wohnen. Sage ihr, daß Ich ihre Kinder erziehen will zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Siehe, wie habe Ich ihr einen guten Gatten an die Seite gestellt. Sie soll Mir dafür dankbar sein und ihrem Mann nur darin folgen, wenn er mit ihr sich Meinem Tische nahen will. Ich bin ja doch zufrieden mit jedem, der nur guten Willen hat.“

Barbara: „Soll die Lehrerin N. heiraten?“

Jesus: „Ich habe den Ehestand eingesetzt zu Meiner Ehre und Verherrlichung, damit aus dem Ehestand gute Kinder hervorgehen für Meine Kirche. Wenn sie in den Ehestand treten will, ja, dann trete ein, nimm aber das Kreuz mit, das deiner wartet im Ehestand, und trage es geduldig und ergeben. Der Ehestand ist ein Kreuzesstand, was viele nicht wissen, ehe sie in denselben treten. Und habe Geduld, wenn“

Barbara: „Soll N. noch ein Filialgeschäft in N. beginnen?“

Jesus: „Laß dich nicht beirren! Ich habe dich in deine Stadt gestellt, daß du darin eine Zierde sein sollst. Bleibe, wo du bist, und wirke in deinen Kindern. Ich werde dich und deine Kinder im guten Glauben erhalten.“

Barbara: „O Herr, rette doch diese Witwe! Gewähre ihr doch diese Gnade!“

Jesus: „Nein, nein, Meine Kinder! Versteht es doch: Glücklich hier, glücklich dort, das reimt sich einmal nicht zusammen. Ich werde alles zur rechten Zeit und am rechten Ort zu ihrem Besten einrichten. Die Witwe wird Meine Wege einschlagen, und damit werden alle Leiden in Freuden verwandelt werden, aber nicht in dieser Welt, sondern in jener. Du wirst noch sehen, wie gut Ich bin.“

Am 2. Adventssonntag schickte Barbara ihren heiligen Schutzengel in die Frühmesse und sagte:

Barbara: „Komme aber gleich wieder mit den heiligen Schutzengeln meiner sieben Verbündeten zurück zu mir.“

Er kam, brachte aber nur drei mit, die von H. B., S. und Jungfrau Anna. Er sagte:

Schutzengel: „Die anderen müssen bei ihren Schützlingen beim Empfang oder Spendung der heiligen Sakramente ihre eigenen Funktionen verrichten.“

Die vier Engel beteten dann mit ihr. Um neun Uhr sandte Barbara ihren Schutzengel wieder in die Heilige Messe. Sie wurde mit dem Geiste in die Kirche versetzt und wohnte dem Amte bei, als wenn sie selbst dort gewesen sei. Nach der heiligen Wandlung betete sie den Herrn an, und Er gab ihr einen neuen Lobgesang ein, den sie noch nie gehört und den sie singen mußte:

„Heilig, heilig, heilig, Du, Der sein wird, ist und war, unsere Herzen sind Dein Weihealtar. Heilig, heilig, heilig, ruft der ganze Schöpfungschor hochentzückt zu Dir, o Gott, empor.“

Als Barbara geendet hatte, sagte der Schutzengel: „Jetzt will ich dir nachsingen“ und sang dasselbe, aber mit großer Majestät. Von der Wandlung bis zur Kommunion beteten sie abwechselnd Anbetungsgebete, die sie noch nie gehört. Dann sagte sie zum Schutzengel:

Barbara: „Jetzt gehe ich, die heilige Kommunion mir zu holen.“

Der Schutzengel ging Jesus entgegen. Er kam aber Selbst in unendlicher Güte und sagte:

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, Ich komme Selbst, nicht, um dich mit dem Brote zu speisen, sondern um Mich mit dir zu vereinigen.“

Und Barbara ging in Ihn über und ruhte lange Zeit in Ihm. Während der ganzen Zeit war Barbara gefühllos wie nach dem Leiden.

Inhaltsverzeichnis Band 1

131 Vigil Unbefleckte Empfängnis Mariens 1896

„Siehe, wie die Schneeflocken, so erntet die Hölle ein in der Welt, der ungläubigen Welt.“

Lied: Zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis...

Barbara wurde brieflich gebeten, sie möge sich für einen Sünder verwenden. Deshalb opferte sie sich dafür auf und mußte bereits den ganzen Tag dafür leiden. Um zwei Uhr nachmittags begannen große Beängstigungen um sie, und das Leiden wurde gegen vier Uhr so schrecklich, daß Frau N., die dabei war, rief: „Sie stirbt, sie erstickt, einen Doktor herbei!“ Barbara hatte beständig Erstickungsanfälle mit Würgen, welches sehr beängstigend anzusehen war. Wir hatten dies indes schon öfter mitgemacht und beruhigten diese, daß Barbara nicht sterben werde. Ebenso rasch war der Umschwung. Noch eben glaubte man, sie dem Tode nahe, da kam der dritte Sturm im Leiden, und sie fing an zu singen mit starker kräftiger Stimme, als ob nichts gewesen wäre. Dann erschien ihr die liebe Mutter Gottes.

Maria: „Meine Tochter, du hast die Buße übernommen für den armen Sünder in N., du mußt aber wissen, daß du für seine Gaumenlust (Trinker) büßen mußt. Aber fürchte dich nicht, Ich werde dir beistehen. Der Sünder soll zur Bekehrung gelangen, er soll nicht zugrunde gehen. Du sollst aber wissen, daß seine Familie Mir Ehre machen soll. Ich bin es, die ihn überführen wird zur katholischen Kirche.“

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter, und preise Dich in Deiner Unbefleckten Empfängnis, denn Du hast der ganzen Welt Freude gebracht.“

Maria: „Komm, Meine Tochter, komm mit Mir! Ich will dich dort hinführen, wo diejenigen weilen, die den guten Kampf gekämpft haben hier auf Erden. Siehe, wie man sich jetzt rüstet von allen Seiten, um den Tag zu feiern, den Papst Pius IX. Mir bereitet hat.“

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter!“

Und ich sehe einen Ort, den ich nicht beschreiben kann.

„O hehre Himmelskönigin, o Jungfrau und Mutter! Wie unendlich schön bist Du! Wie soll ich Dich beschreiben, o Jungfrau und Mutter? Wie unendlich liebenswürdig, wie unendlich mütterlich bist Du! Nein, Mutter, nein, ich kann es nicht beschreiben, ich kann es nicht schildern, wie Du unaussprechlich schön bist!“

Und ich sehe Sie in einer Umgebung von Engeln und Heiligen. Sie sitzt auf einem Thron, als ob Sie richten werde.

Maria: „Nein, Meine Tochter, Ich werde nicht richten! Nein! Ich bin die Mutter der Barmherzigkeit, Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der heiligen Hoffnung. Nein, nicht richten will Ich die Welt, ich will Barmherzigkeit erflehen für sie. Siehe, Meine Tochter, Tag und Nacht liege Ich hier vor Meinem Sohn auf den Knien, vor dem Angesichte Meines Gottes und halte auf den strafenden Arm Seiner göttlichen Gerechtigkeit, Der ausgestreckt ist über die sündige Welt. Nein, nein, nicht richten will Ich, wie du Mich hier siehst. Ich will die Welt versöhnen; Ich will die Welt aussöhnen mit Meinem Sohne. O helft Mir, o helft Mir, Meine Kinder, den Arm Meines Sohnes aufzuhalten!“

Barbara: „O meine Mutter! Heute, wo die Kirche das schöne Fest der Unbefleckten Empfängnis feiert, bist Du betrübt, heute an Deinem Freudentage?“

Maria: „Ja, Meine Kinder! Ja, weil so viele Seelen sollen verlorengehen. Siehe, wie die Schneeflocken, so erntet die Hölle ein in der Welt, der ungläubigen Welt, die ganz überflutet ist von dem Unglauben, die von einem Ende bis zum anderen Ende unter der Decke des Unglaubens liegt, und es bleiben nur noch die wenigen Guten, die noch glauben, daß Mein Sohn auf die Erde gekommen ist, um die Sünder zu retten. Aber was ist es gegen die Unzahl der Gottlosen? O vereinige deine Tränen mit den Meinigen. Tag und Nacht will Ich Meinen Sohn beschwören, wenn nur die Menschen sich bekehren, wenn sie nur umkehren, wenn nur die Zahl der Guten sich mehrt Tag um Tag; dann wird der Unglaube abnehmen.

Die Gottseligkeit wird überhandnehmen auf Erden, und es wird die Strafrute, die ausgestreckt ist, abgewendet werden um der treuen Seelen willen. Siehe, noch steht die Kirche, noch gibt es Seelen, die opfern und sühnen. Und die Ursache, daß es so weit kommen konnte, ist, daß die Kirche zu üppig war.

Die Kirche war zu reich geworden, sie war lau geworden und gab der Lauheit nach. Wisse, die Kirche sind die Priester und die Gläubigen, und es ging da Hand in Hand, und weil das Übel von den Dienern der Kirche ausging, und aus den Dienern der Kirche die Ketzer entstanden, durch die das Übel in die Welt gebracht worden ist, die dann Mich aus der Welt hinausschafften, und da keine Mittlerin mehr war, breitete sich dieses Übel immer rascher aus, und das Erdreich ist getränkt voll Irrlehren und Irrlehrern. Siehe aber, die Übel gingen aus von Meinen Dienern, von den abgefallenen Dienern der Kirche, und nun begreift es, ihr Kinder der katholischen Kirche, warum Mein Sohn wiederholt sagt zu dieser Meiner Dienerin, daß das Übel beseitigt werden müsse von denen, von welchen es ausgegangen sei, von den Dienern der katholischen Kirche.

Nicht diese sind es, die in diesem Jahrhundert die Kirche regieren, die Kirche leiten. Es waren andere, die längst der Gerechtigkeit Meines Sohnes anheimgefallen sind, und sie sollen sich nicht darüber grämen und nicht betroffen sein, denn sie sind nicht gemeint. Aber Ich will ihnen sagen, wie gut es Mein Sohn mit ihnen meint, denn sie sind diejenigen, die das Übel entfernen sollen, das andere hereingebracht in die Welt, durch ihren Eifer, durch ihre Gottesliebe, durch ihre Nächstenliebe, durch ihre Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament. Durch Wort und Beispiel sollen sie ersetzen, was andere gefehlt. Damals, als es dem Reich Jesu Christi gut ging auf Erden, da ging es ihm, wie es dem Menschen geht. Wenn es ihm gut geht, ja, dann wird er stolz und üppig; es bleibt aber nicht immer so.

Harret aus, ihr Diener der katholischen Kirche! Harret aus in eurem Eifer und entflammt diejenigen, die es nicht sind; denn nicht alle haben den gleichen Eifer, und doch soll in eurer Mitte einer den anderen aneifern und keiner soll denken, ich tue meine Schuldigkeit und damit genug. Nein! Du mußt deinen Bruder gewinnen, daß er nicht in dem alten Schlendrian weiterlebt, du mußt deinen Bruder herbeiholen, du mußt deinen Mitbruder aufsuchen, ihn hereinziehen in den Verein, den ihr gegründet habt. Ich will Meine schützende Hand ausbreiten über euch, daß ihr kein Wort umsonst sollt reden, euer Beispiel soll allen vorleuchten, denn von euch, von eurem Beispiel hängt ab das Wohl und Wehe der Welt. Ihr seid unterjocht, ihr seid unterdrückt von jenen, welche die Oberhand gewinnen auf der Erde; denn jene haben Mich aus ihrer Mitte hinausgeschafft. Deswegen kann Ich auf sie keinen Einfluß mehr ausüben, und wenn sich Satan zugesellt, dann übt das Übel eine Macht aus auf die Völker, daß kein Einhalt mehr zu tun ist. Darum wundert euch nicht, wenn ihr unterdrückt seid, wundert euch nicht, wenn alles noch gilt in der Welt, nur ihr nicht.

Dies alles mußte so kommen, damit die Kirche gedemütigt werde und wissen soll, daß sie gestiftet ist auf immer und ewig von ihrem himmlischen Bräutigam. Und wer war denn ihr himmlischer Bräutigam? Nicht wahr, Derjenige, Der gesagt hat: ,Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.’ Und wenn Meine Diener verkehren mit den Mächtigen der Erde und beladen sind mit irdischen Reichtümern, da können sie ihrem lieben, himmlischen Meister nicht nachfolgen in der Demut und Einfalt des Herzens. Jetzt aber, wo die Diener der Kirche diesen Weg ihres himmlischen Meisters wieder gehen, jetzt ist die Zeit gekommen, wo sie wieder zu Ehren gelangen sollen.

Ja, ja, die Zeit ist gekommen. Rufet Mich nur an in der Zeit der Not, Ich werde euch nicht ohne Hilfe lassen. Deswegen habe Ich gesagt zu Meiner Dienerin, daß ihr Mich annehmen mögt zu eurer Braut. Durch Meinen Sohn habe Ich es euch gesagt. Ich will eure Braut sein, denn ihr habt den Haushalt Gottes zu regieren. Und was ist die Frau in der Haushaltung? Die Frau ist das Herz des ganzen Hauses. Seht, darum müßt auch ihr eine Gehilfin haben; Ich will das Herz sein. Ihr sollt Mich tragen in euren Gedanken, in euren Worten, in euren Handlungen, und Ich verspreche euch, wahrhaftig eine treue Gattin zu sein. Ich verspreche demjenigen Priester, der Mich zu seiner Braut annehmen und seine Kinder hinführen wird vor den Tabernakel, wo Mein Sohn wahrhaftig weilt, dessen anvertraute Seelen will Ich betrachten als Meine Kinder, als Meine liebsten Kinder. Denn sie sind ja auch die Kinder Meines Sohnes, des Vaters, Der im Himmel ist, und Ich will sie alle retten, und keines von ihren Schäflein soll verlorengehen, denn dort, wo seine Wirksamkeit aufhört, wo der Arm des Priesters nicht mehr hinreicht, dort will Ich noch hingehen, dort will Ich arbeiten und sie Ihm zuführen.

O sag es Meinen Dienern! Und jetzt ihr, Meine Kinder, zu euch bin Ich gekommen, um euch zu erfreuen. Ihr sollt eure Gebete und Tränen vereinigen mit den Meinigen und das Fest Meiner Unbefleckten Empfängnis mit großer Freude feiern. Ihr sollt wissen, daß ihr zu den bevorzugten Seelen gehört, die mitarbeiten sollen an dem Reich Meines Sohnes. Ihr sollt Meine Stellvertreterinnen sein, die das tun, was Ich getan, als Mein Sohn Mich unter Seinen Aposteln zurückließ; also Meine Stellvertreterinnen, die lebendigen Mütter Meines Sohnes, versteht ihr Mich?

Eine Mutter, wie ist sie besorgt um das Wohl ihrer Kinder, wie geht sie ihren Kindern nach, wie forscht sie alles aus. Tag und Nacht ist sie auf den Füßen nachzuhelfen, wo es ihnen fehlt. Und wenn sie weiß, wo eines ihrer Kinder Mangel leidet, seht, wie sie da und dort nachhilft, wie sie sich am Munde abspart, um ihre Kinder nicht darben zu sehen.

Das sollt ihr tun, Meinen Dienern gegenüber, ihnen nachhelfen, durch milde Gaben sie unterstützen, denn eure Gaben werden tausendfältige Früchte bringen am großen Tag! Es ist ja, um das Reich Jesu Christi auszubreiten auf der Welt, und was ihr nicht so an Gaben geben könnt, das ersetzt durch eifriges Gebet und Bußtränen und Sühneleiden. Niemals werde Ich euch aus den Augen verlieren.

Auch du, Meine Dienerin, gehörst dazu (Frau N.). Ihr sollt euch Meines besonderen Schutzes erfreuen und deine Kinder und Kindeskinder sollen erfahren, wie gut Ich bin. Sag es deinen Verwandten (von Barbara), mit welcher Freude Mein Auge ruht auf den Kindern deiner Schwägerin in S. Sie ist eine brave Mutter und hat gute und brave Kinder erzogen. Auch deine Schwester in Rück ist eine Mir liebe und brave Witwe. Sie hat viel, viel erduldet, seit ihr Gatte weggerissen; aber mit welcher Freude und mit welchem Trost kann sie dem Tod ins Auge sehen. Ihre Kinder sind versorgt. Sie haben den Keim des Guten mit der Muttermilch hineingesogen.

Und das merke auch dir, F. N., auch deine Kinder haben mit der Muttermilch das Gute eingesogen, den Glauben, das Gottvertrauen. Habe keine allzu große Angst um deine Söhne. Ich werde Meinen schützenden Arm ihnen nicht entziehen, und wenn sie auch eine Zeitlang in gefährlicher Gesellschaft sich aufhalten müssen, und das Licht ihren Pfad verdunkeln wird, habe keine Angst, dann flüchte an Mein Mutterherz. Merke dir, was Ich dir heute gesagt, und sei nicht so traurig, wenn du manches Bittere von den Söhnen erleben mußt. Ich werde alles wieder auf gute Wege hinlenken.“

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132 Zweiter Donnerstag im Advent 1896

„Ich bin nur und werde nur verdienstlich für euch Menschen vom hochheiligsten Altarsakrament aus, wenn ihr euch mit Mir vereinigt.“

Lied: Maria, sei gegrüßt, du lichter Morgenstern...

Jesus: „Meine Tochter! Was du übernommen, mußt du auch ausführen. Du hast es übernommen, die Strafen für den Sünder in T. zu leiden. Jetzt ist es dir freilich manchmal unbequem, aber du mußt wissen, daß Ich ein Gott der Wahrheit bin, daß Ich nicht heute zurücknehme, was Ich gestern gesagt, und du sollst Mir nachfolgen. Du hast Mir versprochen, für den Sünder Buße zu tun, und Ich habe dir gesagt, daß er soll gerettet werden um seiner Kinder willen, die doch recht brave Kinder sind. Nun fordere Ich Opfer und Sühne, und diese wollen die Menschen nicht bringen. Wo bleibt nun aber Meine Gerechtigkeit? Mancher Sünder könnte gerettet werden, wenn es Seelen gäbe, die noch im Fleisch und Blut sind und ihr Fleisch und Blut einsetzen für den Sünder; denn ihr Christen sollt ersetzen, was an Meinem Leiden fehlt.

Ich bin ausgegangen aus dieser Welt; Ich bin zurückgekehrt in den Schoß Meines himmlischen Vaters. Deswegen bin Ich leidensunfähig, das heißt, obwohl Ich Mich aufhalte unter euch im Allerheiligsten Altarsakrament, obwohl Ich Tag und Nacht dort verweile, mit Fleisch und Blut wie einst, als Ich unter euch wandelte, ist doch dies alles für euch Menschen ein Geheimnis und sozusagen verdienstlos. Ich bin nur und werde nur verdienstlich für euch Menschen vom hochheiligsten Altarsakrament aus, wenn ihr euch mit Mir vereinigt.

Und wenn Ich darum sage, daß Ich dieses hochheiligste Sakrament, die heilige Kommunion gefördert wissen will, indem Ich durch dieselbe Mich mit euch verbinden will, also Mein Fleisch und Blut in euch übersetzen will – versteht ihr Mich? – und Ich euch so umgestalte, dann werden Meine Verdienste eure Verdienste, dann seid ihr imstande, die Gottheit zu versöhnen, die Strafe, die ihr verdient habt, zu mindern. Deshalb kann Ich nicht Seelen retten, die immer und ewig verstoßen sein sollen, weil sie sich der Gnade verlustig gemacht haben, und weil sie Tag und Nacht den Zorn Meines Vaters herausfordern.

Deshalb sage Ich jetzt, Ich kann sie nur dann wieder zur Kindschaft Gottes erheben, wenn es Seelen gibt, die in Verbindung mit Mir sich einstellen für solche Sünder, die ganz in den Klauen Meines Widersachers sich befinden. Die Priester sollten wissen und eingehen in Meine Pläne, die Ich mit der Menschheit vorhabe, wenn Ich sage, daß die Welt unter einer Eisdecke liegt, unter der Eisdecke des Unglaubens, daß alle Herzen angefressen sind vom Unglauben durch und durch, es dann eines Mittels bedarf, um die Menschheit zurückzuführen zum wahren Glauben, um Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen zu lassen, um sie zu reinigen von all den Schlacken, die sich angesetzt haben, selbst in den besten Gliedern derselben, es eines starken Gegenmittels bedarf, um dieses zuwege zu bringen.

Wenn nun Meine Diener es nicht einsehen, wenn sie nicht einsehen, daß Ich es bin, Der Sich Seiner Geschöpfe bedient, um Meine Wünsche und Meine Befehle ihnen kundzugeben – Ich sage noch nicht, daß es Befehle sind, so lange, bis es Meine Diener angenommen und Mein Statthalter in Rom es befohlen, nur dann sage Ich erst‚ Befehle‘, für jetzt aber noch ‚Ratschläge‘ –, dann rate Ich Meinen Dienern, daß sie kommen möchten und sich überzeugen, ob in Meiner Dienerin – die Ich Mir nun einmal erwählt habe, um der Welt zu zeigen, daß Ich nicht die Großen der Erde benützen will, um Meine Liebe der Menschheit zu zeigen, um Meine Güte und Barmherzigkeit den Menschen zuzuführen – ob also in ihr nicht der Geist der Wahrheit ist. Und wenn sie sich wundern, daß Ich Mich eines so armseligen Wesens bediene, wenn sie es zu kleinlich finden, daß Ich mit Weibern verkehre, weil, wie sie sich ausdrücken, Ich zu ihnen Selber reden sollte, dann sage Ich ihnen, daß Ich zu den Kleinen komme, zu den Unmündigen und Gläubigen, die Mir im Geist und in der Wahrheit dienen, die keine Hinterpförtchen haben.

Du aber, Meine Tochter, gehe geradeaus, fürchte dich nicht! Was Ich durchführen will, das führe Ich durch. Leihe Mir nur Deine Seele mit ihren Kräften, das heißt, wenn Ich mit dir rede, dann leihe Mir deine ganze Seele, damit du darin aufnehmen kannst, was Ich mit dir spreche; leihe Mir deinen Leib mit seinen fünf Sinnen, denn Ich brauche deinen Leib und deine Seele, weil der Mensch besteht aus Fleisch und Blut, weil Ich ein Geist bin und zu dem Geist sprechen muß, und Mich nichts anderem bedienen kann, die Menschen zu belehren, als daß Ich Meinen Geist deinem Geiste mitteile. Weil der Mensch besteht aus Geist und Leib, so muß Ich Mich deiner Stimme bedienen, damit die Menschen Mich verstehen; denn wenn Ich als Geist rede, dann verstehen sie es nicht. Und wenn sie sagen, wenn der Herr uns was sagen will, so soll Er es uns selber sagen, so gehe du nur hin und sage ihnen, daß Ich zu vollgepfropften Geistern nicht kommen könne, die ihre Seelen vollgepfropft haben mit Wissenschaften, wodurch sie Meine Stimme übertönen. Viele von ihnen sind ja recht eifrige Diener Meiner Kirche, aber ein wenig Stolz ist überall dabei, wenn man sagt, ich brauche keine Belehrung mehr.

Sie sollen bedenken, obwohl sie Meine Diener sind und Meine Gewalt übernommen haben, daß sie doch immer noch lernen können. Sie sind noch nicht reine Geister und können noch fehlen, und die Weisheit der Kleinen macht viele von ihnen zuschanden; denn die Weisheit der Kleinen ist gelehrig für Mein Wort. Sie findet nichts zu klein, wenn Ich mit ihr rede; sie findet nichts zu schwer, kein Opfer zuviel, was Ich von ihnen verlange. Dies ist die Weisheit der Kleinen, die jene nicht finden, die die Verachtung und den Weg des Kreuzes fliehen. Gehe hin und sage es ihnen!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

133 Samstag am 12. Dezember 1896

„Weil wir Menschen nicht die Gnade begreifen, die mit Kirchengebeten verbunden sind.“

Barbara betete den freudenreichen Rosenkranz und bat ihren Schutzengel, die übrigen Engel der Verbündeten herbeizurufen. Er holte die übrigen Engel, und Barbara rief auch ihre heiligen Patrone herbei.

Schutzengel: (nach dem ersten Gesetz) „Jetzt freut sich der ganze Chor des heiligen Erzengels Gabriel, und ihnen wird wieder dieselbe Freude erneuert wie der lieben Mutter Gottes, als Ihr der Engel die Botschaft brachte, daß Sie die Mutter des Sohnes Gottes werden solle.“

Beim zweiten Gesetz sah sie Zacharias und Elisabeth und Johannes in himmlischer Freude, wie sie sich gegenseitig beglückwünschten und begrüßten.

Schutzengel: (beim dritten Gesetz) „Jetzt wird die Freude der Engel und des heiligen Josef erneuert, als die Engel der Welt den Frieden verkündigten bei der Geburt.“

Und sie begrüßten die Mutter Gottes wieder. Beim fünften Gesetz sah sie die liebe Mutter Gottes, wie Sie Sich neuerdings erfreute, als Sie das Kind gefunden – und alle Verwandten mit Ihr. Die ganze Schar der Patriarchen und Propheten freuten sich mit der lieben Mutter Gottes wie damals, als Ihr Sohn nach der Auferstehung erschien und wie damals, als die liebe Mutter Gottes im Himmel gekrönt wurde.

Schutzengel: „Man solle sich das merken, daß man immer Gebete auswähle, die Kirchengebete sind. Die Menschen begreifen die Gnaden nicht, die mit Kirchengebeten verbunden sind. Diese sind so mit Gnaden bereichert, weil nicht allein die streitende Kirche sie angeordnet, sondern auch die triumphierende Kirche sich anschließt und vereinigt, und sie das ersetzt, was unserer Mangelhaftigkeit abgeht.“

Als der Rosenkranz fertig war, wollte Barbara das Ablaßgebet anschließen, weil mit dem freudenreichen Rosenkranz ein Ablaß verbunden ist. Sie erinnerte sich daran, daß sie nicht kommuniziert und deshalb ihn nicht gewinnen könne. Sie sandte ihren Schutzengel zum lieben Heiland und ließ Ihn bitten, doch geistigerweise zu kommen.

Er kam sodann in unendlicher Herablassung, und alle Schutzengel und alle Patrone folgten wie in einer Prozession hinten nach. Jesus ging voran in majestätischer Gestalt, näherte Sich Barbara und schien in ihr ganz aufzugehen und zu verschmelzen.

Jesus: „Warum kommunizierst du so wenig geistigerweise? Du solltest am Tag wenigstens dreimal Mich kommunizieren: Morgens, mittags und abends!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

134 Zweiter Freitag im Advent 1896

„O vereinigt euch mit der triumphierenden Kirche, die ja so bereit ist, euch zu helfen!“

Lied: O Maria...

Barbara: „O große Königin und Herrin! O meine liebe Mutter! Du kommst zu mir armen Sünderin! Du kommst, o liebe Mutter! Weißt Du denn nicht, wie armselig ich bin, wie ich mich vor dem Leiden fürchte? O erflehe mir doch Verzeihung der Sünden und Beharrlichkeit bis ans Ende.“

Maria: „Meine Tochter! Das ist die Furcht vor dem Leiden, das ist die Natur des Menschen. Die Menschen sind einmal so. Auch Meine Natur bebte vor dem Leiden, auch Ich besann Mich, als der Engel zu Mir kam und Mir die frohe Botschaft brachte, daß Ich die Mutter des Erlösers der Welt werden sollte. Ich schrak zusammen, weil die Natur sich fürchtete vor Leiden, und Ich wußte im ersten Augenblick schon, was da Meiner wartete. Obwohl Ich Meinen Willen dem Willen Gottes unterworfen, obwohl Ich schon von Kindheit an Mir alle Mühe gab, Meinen Willen dem göttlichen Willen gleichförmig zu machen, so war aber doch noch nichts an Mich herangetreten bis zu diesem Augenblick; so war Mir noch nie eine andere Stelle zugedacht, als die Mir jetzt übertragen wurde.

Ich wußte auch, daß mit den Gnaden große Leiden verbunden seien. Ich wußte um die Prophezeiungen, von den ersten Propheten an bis zu den letzten, was alles der Messias leiden werde; und jetzt sollte Ich die Mutter Desselben werden. Ich überwand diesen ersten Widerwillen und Ich überwand ihn so lange, bis Er das Wort gesprochen: ‚Vater, in Deine Hände befehle Ich Meinen Geist!‘ Die Leiden Meines Sohnes waren vom ersten Augenblick an die Leiden Seiner Mutter. Es ist dir nicht fehlerhaft anzurechnen, wenn du dich vor dem Leiden fürchtest. Habe nur Mut, Meine Tochter! Habe Geduld, und du wirst sehen, welch übergroßen Lohn und welch große Freuden du noch von deinem Leiden erntest. Aber nicht jetzt sollst du es sehen.“

Barbara: „O liebe Mutter, ich weiß aber gar nicht, warum und wozu dieses Leiden? Siehe, eine Krankheit nimmt man an, man denkt, der liebe Gott hätte sie geschickt, aber so ein Leiden, was aus meinem Glauben gekommen ist! Aber siehe, wäre ich nicht den ersten Einsprechungen gefolgt, wäre ich in S. geblieben; wie hätte ich dort so glücklich sein können, weil ich aber meine, es wäre vielleicht doch vom bösen Feind, wie sie sagen, so bin ich gar so ängstlich. So sag mir es doch, ich weiß es ja nicht.“

Maria: „Wie magst du nur so klein sein! Du hast die verschiedenen Wirkungen der Geister schon empfunden. Hat sie dir Mein Sohn nicht schon öfter gezeigt? Weil die Diener der Kirche es nicht für wert halten, wirst du in dir selbst befestigt. Natürlich mußt du es ertragen, natürlich mußt du es durchmachen, keinen Sieg ohne Krone, keinen Sieg ohne Leiden und kein Leiden, ohne daß die Menschen Schmerzen empfinden. Alle Leiden, sie mögen innerlich oder äußerlich kommen, von Menschen oder vom Satan, oder von uns selbst verursacht, sie sind immerhin Leiden und bereiten uns Schmerzen, sonst wären es ja keine Leiden und wären auch nicht verdienstlich. Weil du aber Verdienste sammeln sollst, nicht nur für dich, sondern auch für andere, und weil Mein Sohn mit dir verkehren und andere durch dich bekehren will, so kann dies nicht ohne Leiden abgehen. Nun aber sei zufrieden, setze dich hinweg über all die Zweifel und Ängste.

Du mußt selber sagen, daß es bei weitem nicht mehr so ist, wie es war. Siehe, du hast diese Woche schon mehrmals große, große Gnaden gehabt im Gebet durch die Vereinigung mit Meinem lieben Sohn, durch die Vereinigung mit den himmlischen Geistern. Das ist das Band, das geschlungen ist in der dreifachen Kirche, und weil die Welt nicht mehr glauben will an ein Hereinleuchten in die Welt von jener überirdischen Macht, darum will Mein Sohn diesen Glauben wieder neu beleben und erfrischen. Siehe, indem sich die Engel und Heiligen mit dir verbinden und vereinigen, so verbindet sich der Himmel mit der Erde in der triumphierenden und streitenden Kirche, und die armen Erdenpilger sind nicht so allein gelassen. Und was fehlt, weil so viele Glieder abgestorben sind am mystischen Leibe, das wollen jene Glieder der triumphierenden Kirche ersetzen.

O harret aus, ihr treuen Kinder der katholischen Kirche in all den Kämpfen, die noch kommen werden, und vereinigt euch um so enger mit euren Schwestern und Brüdern, die euch schon vorangegangen, je mehr sich die lebendigen Glieder von euch lossagen, um Seelen zu gewinnen, um Seelen herbeizuführen. Denn seht, auch sie sind Glieder der katholischen Kirche, wenn auch abgestorbene Glieder, und wenn sie es noch nicht sind, auch sie sollen herbeigeführt werden, und wenn sie drin sind und sind lau, so sollen sie wieder lebendig werden. O vereinigt euch mit der triumphierenden Kirche, die ja so bereit ist, euch zu helfen!“

Barbara: Und ich sehe die liebe Mutter Gottes, wie Sie so beschäftigt ist, die Gebete hinzunehmen, die Bitten aufzunehmen, die Bitten Ihrer Kinder. Ja, das sind die gläubigen Herzen, die Sie anflehen um Ihre Fürsprache.

„O liebe Mutter, so bitte ich Dich auch für die Stadt Mainz. O sage mir, warum habe ich sie denn diese Woche so dunkel gesehen und im Monat Oktober von himmlischem Licht umgeben, und in dieser Woche nicht mehr so. O Mutter, Deiner Güte empfehle ich mein Schicksal. Erflehe mir doch Aufschluß, warum ich die Stadt Mainz so dunkel gesehen.“

Maria: „Meine Tochter, sei darüber unbekümmert. Der Herr wollte dir dadurch zeigen – weil Er dich doch nach Mainz geführt und jahrelang in dir gewirkt, jahrelang in stiller Verborgenheit dir Seinen Geist gegeben und in dir verkehrte und dich aufforderte, es deinem Beichtvater zu sagen und er es nicht hinnahm, er nahm es ja auf, aber er wollte sich keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten –, daß die Gnaden verlorengingen für die Stadt Mainz und für Meine Kinder. Denn alle, die der Herr auserwählt, um der Menschheit Seine Güte zu vermitteln, die beruft Er nur für andere, damit auch andere sich daran erfreuen, den Glauben und die Liebe daran bekräftigen und neu beleben. Darum schickte Mein Sohn dir ein außergewöhnliches Leiden. Du hattest von jetzt an es nicht nur deinem Beichtvater zu sagen, was ja auch ein Leiden für dich war, sondern du mußtest auch deinen Leib dazu hergeben.

Dieser, dein Leib, mußte ein Sklave deines Geistes werden. Er mußte darin einwilligen, ob er wollte oder nicht. Deswegen ist dein Leiden deinen Vorgesetzten und allen Menschen unverständlich und selbst die Ärzte, die um die Heilkunde wissen, können es nicht erklären. Dieses Leiden gab dir Mein Sohn, damit die Gnaden an den Tag gefördert wurden, die Er in dir früher in stiller Verborgenheit wirkte, worauf aber niemand achtete und die darum verlorengingen.

Nun hast du seit fünf Jahren dieses der Welt unbekannte Leiden und niemand kümmert sich darum hier in der Stadt Mainz. Du hast in dir die Überzeugung, daß es Mein Sohn ist. Er sprach zu dir vor vielen Jahren, es war im Jahre 1883, daß die Gnaden, um die du Ihn schon lang angefleht, dir von jetzt an sollten gewährt werden, sollten jetzt in Erfüllung gehen.

Aber du solltest die Gnaden nicht allein genießen; denn viele Seiner Kinder müssen noch darben, und auch ihnen sollten dieselben Gnaden zuteil werden wie auch dir, und deshalb hat Er dich nach Mainz geführt, und der Wunsch, den du schon lange Meinem lieben Sohn geäußert hattest, ging in Erfüllung. Du wurdest hineingesetzt auf fette Weide. Nicht wahr, Meine Tochter, du genießst diese Weide und mußt also in dir überzeugt sein und darfst nie mehr einem Gedanken Raum geben, nie mehr einen Zweifel aufkommen lassen, daß es ein anderer Geist könne gewesen sein, als der Geist Meines Sohnes.

Nun bist du aber bestimmt, auch den anderen dasselbe Glück zu verschaffen, die es noch nicht genießen, indem du es immer wieder Meinen Dienern sagst, und das hast du getan. Und weil die Diener in der Stadt Mainz es nicht der Mühe wert finden nachzusehen, ob dieses Leiden eine Bequemlichkeit für dich ist oder nicht, darum siehst du diese Woche die Stadt Mainz in Dunkelheit, weil dein Leiden der Stadt Mainz nicht zum Nutzen und zum Trost gereicht, und somit auch ihr nicht die Gnaden zukommen, die diejenigen haben sollten, die mit Glauben und Vertrauen an den Gnaden Meines Sohnes teilnehmen, Der in dir spricht, und dadurch zur Liebe Gottes mächtig aufgerüttelt und angespornt werden sollen.“

Barbara: „Also leide ich für Mainz umsonst? Mainz hat keinen Anteil daran? Und ich habe die Diözese Mainz immer meiner Diözese vorgesetzt. O wie viel habe ich gebetet für die Pfarrei I., daß sich die Leute in Schippach ärgerten, daß ich Mainz immer bevorzugt habe darin.“

Maria: „Ja, das ist so, Meine Tochter! Die Gnaden, die den Menschen aus deinen Leiden und aus deinen Bitten könnten zugewendet werden, können ihnen nicht zugewendet werden – wie die Leiden Christi der triumphierenden Kirche und Meine Leiden, die Ich ertrug während Meines Erdenlebens. Jene können allen ohne Unterschied zugänglich werden, aber du bist noch ein Mensch von Fleisch und Blut. Siehe, so ist es mit den Leiden der Jungfrau A. und der Frau von Boullevet und allen Seelen, die außergewöhnliche Leiden erdulden müssen für andere, weil sie noch im Fleisch und Blut sind, damit die ausgedorrten Glieder, die Lauen und Schwachen, eine Stütze haben.

Weil sie so schwach sind zum Leiden, darum muß es Gläubige geben, die sich einsetzen für solche, die nicht leiden wollen. Und diese Leiden können nur denjenigen zugewendet werden, die sich daran beteiligen.

Wenn also Meine Diener es nicht glauben, dann führt Mein Sohn solche herbei, die es glauben, und die außerhalb stehen. Denen werden dann die Verdienste zugewendet und jenen, die von ihnen deinem Gebet empfohlen werden. Jetzt weißt du, warum du leiden mußt, weil einer Meiner Diener dir einen Sünder empfahl; denn er ist gläubig, und wäre er in der Stadt Mainz, so würde er es sich wohl zu Nutzen machen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

135 Dritter Donnerstag im Advent 1896

„Damit niemand sagen könne, es hätte ihm an Gnaden gefehlt.“

Lied: Maria, sei gegrüßt...

Maria: „Komm, Meine Tochter, komm mit Mir in das Haus Meiner Eltern. Und nun schaue, was du hier siehst.“

Barbara: Ich sehe die liebe, heilige Mutter Anna, wie sie und die ganze Dienerschaft, die Mägde, beschäftigt sind, um alles herzurichten auf die nahe Geburt des göttlichen Jesuskindes. O eine herrliche Wiege, eine kostbare Wiege, wie die der Grafen und Fürsten nicht kostbarer sein kann, ein ganz schneeweißes Bettchen ist hergerichtet. Das soll die Geburtsstätte sein, wo das göttliche Kind die Welt erblicken soll. Die Wände sind geziert mit Teppichen, mit Blumen ist das Zimmer ausgeschmückt. Alles dies zur Vorbereitung für den lieben, göttlichen Knaben, der erwartet wird. Es ist die Vorbereitung für die Erwartung des göttlichen Kindes, es ist das Fest, das morgen gefeiert wird in der ganzen katholischen Kirche.

Maria: „Aber Gottes Gedanken sind nicht eure Gedanken, Gottes Wege sind nicht eure Wege. Siehst du, Meine Tochter, wie gerade in diesen Tagen, wo alles hergerichtet ist, wo Ich Mein göttliches Kind erwarten wollte, der Kaiser den Befehl erteilte, der niemand ausschließt: Alle müssen kommen und sich anmelden. Wie ungefähr jetzt, wenn die Soldaten, die abgegangen sind zur Reserve, sich melden müssen. Da gibt es keine Ausrede, da muß jedermann selbst erscheinen. So war es damals. Jedermann mußte sich anmelden.

Und weil Mein Gemahl der Gehorsamste war, der je unter dem Befehl des Kaisers war, so mußte Ich Mich entschließen und ihn begleiten, weil doch er der erste Zeuge der Geburt des göttlichen Kindes sein sollte. Mein göttliches Kind wurde empfangen auf himmlische Art, doch wollte Er geboren sein auf menschliche Weise, nicht auf himmlische Weise. Er wollte beim ersten Eintritt in die Welt ein Mensch sein wie alle Menschen, wollte keine Ausnahme machen, als nur von der Sünde, um allen Menschen voranzuleuchten als Vorbild, als Muster, um allen Menschen ein Beispiel zu geben, damit niemand sagen könne, es hätte ihm an Gnaden gefehlt. Ich wollte einen ganz menschlichen Weg gehen, um so alle Gnaden, die Ich der Menschheit zuwenden wollte, gleichsam erst zu verdienen.“

Barbara: Und nun sehe ich den lieben, heiligen Josef und die liebe Mutter Gottes auf der Reise nach Bethlehem. O wie einfach, wie himmlisch ist dieser Zug! Wie leuchtet die heilige Jungfrau, wie von Licht umflossen. Wie geht der heilige Josef nebenher, wie überglücklich, bei all den Mühsalen und Beschwerden; denn er geht ja neben dem höchsten Schatz, den Himmel und Erde nicht bergen können, einher. Wie singen Sie abwechselnd Lobgesänge. Jetzt sprechen Sie wieder von dem lieben, göttlichen Kind, das Sie bald beglücken werde.

Maria: „Siehe, Meine Tochter, so ist der Weg aller Menschen. Man plant sich etwas aus, man steckt sich ein Ziel, und um dieses zu erreichen geht man los. Aber die Wege Gottes sind ganz andere Wege, als die der Menschen. Darum werden so viele Menschen irre an ihrem Lebenspfad, weil sie glauben, den verkehrten Weg eingeschlagen zu haben. Sie werden mutlos und glauben immer, den und den Weg zu gehen, wäre besser oder sei besser gewesen. So geht es auch den Priestern. So ist der Priester unzufrieden mit seinem Schicksal, wenn ihm etwas nicht gelingt, wenn er glaubt, seine Wirksamkeit sei umsonst. Er gibt sich übler Laune hin, wenn die ihm anvertrauten Seelen seine Worte nicht beachten und auf dem lasterhaften Weg weitergehen, den sie bisher gewandelt sind. Dies ist noch der beste Priester, der dieses tut, der noch trauert und mutlos ist, wenn man seine Worte nicht beachtet.

Es gibt aber auch noch andere, die andere Gedanken beabsichtigen, die nicht mit den Gedanken Gottes übereinstimmen, die ihre Bequemlichkeit da suchen, wo sie sie nicht suchen sollten, denen alle Mühe zuviel ist, wenn Ich etwas mittelbar oder unmittelbar von ihnen verlange. Ja, dann ist es aus mit ihrem Frieden, dann werden sie unwillig, verwünschen den Weg, den sie eingeschlagen haben, und doch ist es der Wille Gottes, daß sie diesen Weg, das Kreuz, haben sollen, daß man ihre Worte nicht beachten will. Wie mancher Meiner Diener, der jetzt vor dem Angesicht Gottes ist, ging denselben Weg. Man achtete seine Worte nicht, und doch ist sein Verdienst gerade so vollkommen, als ob er viel gewirkt, als ob er alle Seelen dem Herrn zugeführt. Dies ist der Weg, den ihr wandeln sollt, ihr Meine Diener. Dies ist das Kreuz, das ihr tragen sollt, daß euch die Menschen nicht hören wollen. Kämpft nur! Kämpft nur wacker darauf los, mit dem Kreuz in der Hand, mit dem Gebet auf den Lippen, mit dem Opfermut im Herzen. Auch ihr werdet siegen, auch ihr werdet das Glück finden, das Wir gefunden auf unserer Reise trotz unserer Beschwerlichkeiten. O seht doch, o seht doch, wie glücklich! Wir sind am Ziel, o seht doch, ob einer so viel Verachtung, Leiden und Spott zu erdulden hat wie Wir auf dieser Reise.

O harret doch aus, Meine Diener! Auch du Pelikan-Schreiber! Ich will Fürsprache einlegen für dich, du armer Priester. Ich verspreche dir, daß alles gut enden wird. Fahre nur fort zu schreiben und zu glauben; fahre nur fort, dich behandeln zu lassen wie einen Dummkopf von jenen hochgelehrten Geistern, die zwar auch Diener Meines Sohnes sind, die aber viel klüger wären, wenn sie mehr die Weisheit Meiner Kleinen nachahmten, als die Weisheit der Kinder dieser Welt. Siehe, diejenigen sind Meine liebsten Kinder, die Meinem Sohn nachfolgen, die auch den Weg gehen, den Mein Sohn gewandelt ist. Und welchen Weg ging Mein Sohn? Er war verachtet und verfolgt von all den Schriftgelehrten und Pharisäern, von den Großen und Mächtigen der Erde. Die hielten Ihn für einen Narren, für einen Simpel und behandelten Ihn so.

Freue dich darüber, Mein Sohn, freue dich! Denn siehe, es ist der Wille Meines Sohnes, daß ihr Mich nicht nur als eure Mutter betrachten sollt, sondern auch als eure Braut, ihr Priester! Und siehe, Mein Sohn, wann hält die Braut am innigsten zu ihrem Bräutigam? Wann ist sie am zärtlichsten? Nicht wahr, wenn sie ihren Gebieter in Traurigkeit versenkt sieht, in Elend, Kummer und Kreuz aller Art. Darum ermanne dich! Gehe über all die kleinen Dinge weg, die dich niederschmettern. Du kannst durch die heilige Freude, die du an den Tag legst, den Kindern der katholischen Kirche mehr nützen. Du kannst in aller Trübsal und in allem Kummer Meinem Sohn und Mir viel Freude machen und dadurch das Unrecht gutmachen, das du Meinem Sohn zugefügt, weil du Seine Worte nicht beachtet hast.

Du wirst sehen, daß die Zeit kommt, daß du überzeugt sein wirst, daß du deinen Feinden nachgegangen bist. Wenn jene es auch gut mit dir zu meinen vorgeben, kann ich Mich doch nicht so sehr freuen; denn die Klugheit und Gelehrsamkeit der Weisen nützt nicht viel den Kleinen, Schwachen, Unmündigen. Und die Kleinen und Schwachen sollten gestärkt werden, die Wankenden aufgerichtet, die Guten ermuntert werden, in ihrem Eifer belebt, und das ist es, was Ich und Mein Sohn verlangen. Laß dich nicht entmutigen! Ich will Verzeihung erflehen, und das muß dir genügen. Darum sei getröstet und glaube Mir! Die heilige Freude, die du Meinem Sohn entgegenbringst in deinen Schriften, soll Ihm Genugtuung sein für das, was du gefehlt.

Sei getröstet und beruhigt und glaube, denn Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der heiligen Hoffnung, die allerreinste Braut des Heiligen Geistes. Ich trage Sorge für die Meinigen. Sie werden es fühlen, die an Mich glauben, die auf Mich ihr Vertrauen setzen; denn Ich habe Seine Macht in der Hand, Ich kann Seinen strafenden Arm zurückhalten, Ich kann Seinen Zorn aufhalten, und wenn sich mit Mir die Priester vereinigen, dann ist der Zorn Gottes entwaffnet, denn Ich bin ja ihre reinste Braut, sie sind Meine Bräutigame, sie sind ein anderer Christus. Und wenn sie alle einstimmig sind, um nur das Wohl des Volkes zu fördern und den Glauben zu beleben, den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist und Ich, ihre jungfräuliche Gemahlin, dann wird gewiß eine andere Zeit kommen. Darum harret aus, Meine Söhne, ihr Priester der katholischen Kirche, ermahnt eure Brüder, warnt, straft, wo es nötig ist, damit die Einheit befestigt werde.“

Barbara: „O liebe Mutter! Bitte Deinen lieben Sohn, doch morgen zu einer Zeit zu kommen, wo N. beiwohnen kann.“

Maria: „Morgen komme Ich mit Meinem lieben Sohn. Wir werden dann schon wieder zu euch kommen zur rechten Zeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

136 Dritter Freitag im Dezember 1896

„Aber seht, Meine Kinder, der Erlöser ist unter euch, Er ist dort im Tabernakel, aber Er ist verdeckt, verstaubt, zugedeckt, und doch ist Er da.“

Lied: O Jesu...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, daß Du gekommen bist! O nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Alles, o mein Jesus, alles, was ich bin und habe, ist ja Dein. O verzeihe mir, daß ich den ganzen Advent so lau war, o mein Jesus, obwohl Du mich niedergeworfen hast auf das Krankenlager, um Sühne für alle diejenigen zu leisten, die den Advent nicht heiligen, und ich habe so schlecht mein Werk vollbracht. O verzeihe mir!“

Jesus: „Ich verzeihe dir, Meine Tochter! Und Ich habe dir schon mehrmals gesagt, wenn Ich vergesse, warum nicht auch du? Ich bin wahrhaftig nicht gekommen, die Menschen zu verderben, sondern sie zu retten. Siehe, die Kirche feiert heute das Fest der Erwartung, Meiner Erwartung. Siehe, viertausend Jahre waren verflossen, und mit Sehnsucht harrten die Altväter, die Gerechten des Alten Bundes, ganz besonders Meine Mutter, Meine Eltern, Meine Verwandten und alle diejenigen, die von der glückseligen Stunde wußten, wo die Welt sollte erlöst werden. Die Zeit war gekommen, und Meine heilige Mutter ersehnte die Stunde, wo Ich das Licht der Welt erblicken sollte. Siehe, wie damals, so hält heute die Welt nach dem Erlöser Ausschau; denn alles ist verderbt. Siehe, welches Unheil angerichtet wurde durch den Sozialismus, der hervorgegangen ist aus dem Liberalismus und dem Freimaurertum, und alles ist verderbt wie damals, als Ich als Erlöser geboren wurde. Ja, ja, die Völker brauchen wieder einen Erlöser.

Aber seht, Meine Kinder, der Erlöser ist unter euch, Er ist dort im Tabernakel, aber Er ist verdeckt, verstaubt, zugedeckt, und doch ist Er da. Damals war es eine arme Krippe, die Ihn barg, jetzt ist es auch eine arme Krippe; aber dort im Tabernakel sucht den Erlöser. Ja, ja, Ich lebe unter euch, nicht mehr braucht Er geboren zu werden wie damals. So viele Menschen, so viele Christenherzen schlagen auf der ganzen Welt, sovielmal will Ich geboren werden in dieser heiligen Zeit durch die heilige Kommunion. Darum, Meine Kinder, ihr seid der zweite Erlöser, euch habe Ich unter dieses Geschlecht gestellt, ihr sollt Mir Meine Kinder herbeiführen. Wie damals die Engel die Weisen aus fernem Land herbeigeführt haben, so sollt ihr Mir alle zuführen, reich und arm, gelehrt und ungelehrt. Und wenn sie eure Worte auch nicht annehmen, wenn sie euch auch hinausstoßen oder nicht aufnehmen, das alles muß euch eins sein wie auch Mir, als Ich dreiunddreißig Jahre von der Krippe bis zum Kreuz unter euch verbrachte.

Seht ihr, Meine Diener, wo war denn Mein Willkommen? Wo sind die Ohren, die Meinen Worten lauschen? Sind es die Könige, die Mächtigen der Erde, die Gebildeten? Nein, nein, es sind die Armen, diese wollte Ich retten, um der Armen willen bin Ich gekommen und um der Sünder willen. So sollt ihr hinaustreten unter die Völker und ihnen Meine Worte verkünden, ob die Mächtigen euch zuhören oder nicht. Um der Armen willen sollt ihr hinaustreten, die verführte Menschheit soll zurückgeführt werden. Seht, ob Meine Worte Anklang fanden. Kommt mit Mir und betrachtet die dreiunddreißig Jahre, welche Ich unter euch wandelte; denn ihr seid die Gesalbten, ein anderer Christus. Ihr sollt Mein Volk zurückführen auf den rechten Weg, auf den Paradiesweg, der verloren ist.

Aber das Paradies ist noch auf Erden, wenn es auch scheint, als ob es nicht mehr vorhanden wäre. O ja, das Paradies ist noch auf Erden in Meiner Kirche. Und diejenigen sind es, die es verkosten, die mit demütigem und reinem Herzen vor Mir wandeln, wie diejenigen, die einstens darin wandelten, nur mit dem Unterschiede, daß diese es in der Unschuld besaßen und jene im Leiden, zwar jetzt noch im Leiden, aber dann in nie endender Freude. Aber Ich will euch eure Leiden so versüßen, daß es euch vorkommt, als wandeltet ihr im Paradiese. Ihr sollt euch daran erinnern, daß ihr zu dem ewig, ewig nie versiegenden Paradiese gelangen sollt. In dieses Paradies habe Ich euch hineingestellt, daß ihr es wieder erneuern sollt, herstellen sollt ihr es.

Durch den Unglauben, durch den Sozialismus, ist es ganz geschwunden; die Schulen sind verdorben. Was an Mich erinnert, ist hinausgeschafft, und wer soll das Übel beheben? Ihr, Meine Diener, ihr sollt hintreten vor die Mächtigen der Erde. Ihr sollt ihnen sagen, daß kein anderer Weg ist als der des Kreuzes. Und ihr Mächtigen der Erde, wenn ihr die Stimme Meiner Diener nicht hören wollt, wenn ihr sie mit Spott und Schmach zurückweist, sollt wissen, daß eine Zeit kommen werde, wo ihr ihnen nachgehen werdet. Sie sollen nicht mit Furcht und Zittern sehen, wie Reiche stürzen, wie ein Volk um das andere zerfallen wird; denn eure Häupter sollen zerschmettert werden am Fels Petri. Und wer ist der Fels Petri? Ihr seid es, ihr gläubigen Kinder der katholischen Kirche. Ihr aber, Meine Diener, seid die Ecksteine und an euch sollen sich viele, viele die Häupter zerschellen, viele, nicht nur die Mächtigen der Erde, sondern auch die Ungläubigen und alle jene, die Mein Volk verführten. Ihr aber, Meine Diener, kommt herbei zu Meinem Herzen, hier an die Krippe im Tabernakel, da will ich eure Stärke und Stütze sein, da will Ich euch alles sein.“

Barbara: „O Herr, es ist doch heute das Fest der Erwartung und bis Freitag schon Weihnachten, warum redest Du gar so ernst mit mir? Warum sehe ich Dich denn heute als meinen liebenden Bräutigam? O ich arme, ich große Sünderin.“

Jesus: „Weißt du nicht, was Ich dir voriges Jahr, Samstag vor Weihnachten sagte, wo du Mir noch immer Lamentationen vorbrachtest? Sagte Ich dir nicht, wie lange du noch ein Kind bleiben wolltest? Du solltest männlicher werden! Siehe, du bist etwas männlicher geworden, du bist nicht mehr so kleinlaut. Ich sage dir aber, du brauchst noch mehr Mannesmut; denn nicht alle Meine Diener wollen glauben, daß Ich durch dich rede, und doch sollen es alle glauben. Denn Ich will der Welt zeigen, daß es ein Hereinleuchten gibt, aus der triumphierenden Kirche in die streitende. Ich will sie überzeugen, daß sie nicht allein kämpfen; denn obwohl alle, die da leben, den Sieg Meiner Kirche, den vollkommenen Sieg nicht erleben werden – obwohl alle sehen werden die Früchte ihrer Wirksamkeit –, so wird doch eine Zeit kommen, wo sie mit eigenen Augen sehen werden, daß es einen Umschwung zum Besseren gibt, wo sie sehen werden den Sieg der Wirksamkeit dieser Meiner lebenden Diener in diesem Jahrhundert. Darum, ihr Meine Diener, ihr braucht die ganze Kraft eures Willens, ihr braucht die ganze Entschiedenheit eures Geistes, die ihr einsetzen müßt, mit Meinem Geist vereinigt, und Ihm unterworfen. Was Ich von euch verlange ist: Ihr müßt euch vollkommen Meinem Willen fügen, und lange Jahrhunderte werden rühmen eure Tätigkeit, die ihr ausgekämpft mit Mir, und herrschen und triumphieren sollt ihr in Ewigkeit. Gehe hin und sage es deinen Brüdern!“

Barbara: Und jetzt sehe ich die liebe Mutter Gottes. „O meine Königin und Du, meine liebe Mutter!“

Maria: „Ja, Meine Tochter! Es ist bald Weihnachten! Siehe, Ich freue Mich mit dir; denn du sollst wissen, daß Ich dich und alle diejenigen segne, die mit dir verkehren, daß Ich sie in Mein mütterliches Herz einschließe. Es werden viele Seelen durch euch bekehrt werden, auch auf der Mission in N., wo N. hingeht. O seht doch, wie notwendig das Gebet der Gläubigen ist. O seht doch, wie notwendig es ist, gläubige Seelen heranzubilden. O seht, wo sollt ihr die Kraft hernehmen zu eurem wichtigen Amt, in das Ich euch gestellt? Seht, dort ist die Quelle im Tabernakel, dort führt Meine Seelen hin. Es fällt schwer, ja, ja, Ich glaube dir, Mein Diener, es ist so, wie du sagst. Es ist die Zeit eingetreten, wo der Halm in die Ähre schießt, der Unglaube, der bisher in der Erde steckte, er schießt jetzt empor. Jenes Geschlecht ist bereits am Abgang und dieses Geschlecht, wo man anfing, Mir die Schulen zu entfremden, es schießt in die Ähre.

Und dieses Geschlecht ist es auch, aus dem die Staatsmänner und die Familienväter genommen werden. Sie alle sind hineingeschwemmt in den Strom der Zeit, und ihr seid die einzigen, die den Strom noch aufhalten sollen. Ja, ja, ihr seid doch nicht allein. Seht, Meine Diener, deswegen verlangt Mein Sohn, daß ihr Mich nicht nur als eure Mutter betrachten sollt; nein, ihr sollt Mich betrachten als eure Gemahlin. Hat nicht der Herr gesagt, als Er den Menschen erschuf, es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein sei, Ich will ihm eine Gehilfin machen? Versteht es doch endlich! Seid ihr ja doch Menschen von Fleisch und Blut und ihr bedürft einer Gehilfin; denn ihr seid die Diener Meines Sohnes, die Diener Seiner Kirche; so nehmt Mich doch an als eure Gehilfin! Bin Ich ja doch das Herz des Hauses, das Herz der Kirche. Ich will euch in allem beistehen, Ich will euch alles ersetzen, wo eure Armseligkeit als Menschen nicht ausreichen mag.

Seht die Sünder! Empfehlt sie Meinem Mutterherzen, wenn ihr euch im Beichtstuhl abgeplagt, wenn ihr auch gleichsam vor leeren Bänken predigt, wenn ihr all eure Worte verhallen hört an tauben Ohren auf der Kanzel. O seht doch, es kommt die Zeit, wo sie doch noch Früchte bringen, und wenn es am Rande des Grabes ist, es ist doch noch eine Seele, die noch mit euch hält. Ich habe nicht umsonst gesagt, daß sie Meine Stellvertreterinnen sein sollen. Das sind jene jungfräulichen Seelen, die fort und fort leben sollen in Mir und Ich in ihnen.

Darum will Ich, dem Willen Meines Sohnes gemäß, daß Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelange; denn es ist nicht möglich, daß die Klöster alle jungfräulichen Seelen aufnehmen können, die sich melden. Jungfrauen sind es, die eure Worte hören und in die Familien hineintragen durch ihre Leiden und Opfer; denn sie haben ihr Martyrium in der Welt nicht nur in der Familie oder alleinstehend für sich, im Dorf oder in der Stadt, nein, im ganzen Land sind sie Verschmähte, sind sie nachgesetzt den anderen Ständen, aber Ich will, daß sie auch geehrt werden sollen wie die anderen Stände. In dieser Zeit, wo der Unglaube alles überschwemmt, ist es unbedingt nötig, dem Übel Einhalt zu gebieten, einen Damm zu bilden; und diesen Damm seid ihr nicht imstande allein zu errichten, ihr müßt viele, viele Mithelfer und Mithelferinnen haben!

Und nun freue dich! Sieh, wie sich die Worte Meines Sohnes bewahrheiten, es werden noch mehr kommen, aber andere werden herbeikommen aus der Ferne, denn Mein Sohn hat es dir versprochen. Doch mußt du noch vieles, vieles leiden, aber sei jetzt unbekümmert; denn Mein Sohn hat es dir schon früher gesagt, daß du nichts bist als ein Sprachrohr, und wenn sie dich beschimpfen, so beschimpfen sie nur ein Sprachrohr, und daß du nur der Briefbote bist, den Er hineingeschickt in die Welt. Er hat es dir gesagt im Kämmerlein deines Herzens, wie du dich beklagtest bei Ihm unter Tränen; du sollst der Briefträger sein, und es soll dir wie Ihm eins sein, ob diejenigen, denen du die Botschaft bringst, sie gut aufnehmen oder nicht, sich ärgern, ein freundliches Gesicht oder ein ernstes machen. So mache es auch jetzt und denke, du wärest ein Briefträger und ein Sprachrohr. Ein Briefbote ist unbekümmert um das, was er abgibt, was sie für Gesichter machen, und ob sie schiefe Gesichter machen oder freundliche, denn sie betrügen sich nur selbst; denn ein Sprachrohr versteht nichts. Merke dir das!

Und solange es dir noch nicht einerlei ist, wie man es aufnimmt, was du ihnen hinterbringen sollst, so lange bist du noch nicht genug gereinigt. Merke dir das! Und frage Meine Diener, ob ein ungelehrtes Dorfmädchen aus dem Spessart, aus der untersten Klasse der Menschen, solche Reden zu halten imstande ist, und sei ruhig ob der Antwort, die du bekommst.“

Lied: Hochpreiset meine Seele

Barbara: „O seht die vielen himmlischen Geister, die sich mit uns vereinigen. O mein Jesus! O meine Mutter! O ihr himmlischen Geister! O betet Ihn an in allen Tabernakeln der ganzen Welt, wo Er nicht angebetet wird. O ihr Engel und Heiligen, besonders ihr Chöre der Seraphim!“

Jesus: „Ja, ja, es war ein Seraph!“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr! Ich verstand es nicht, ich verstehe es immer nicht, bis Du es mir verdeutlichst.“

Jesus: „Es war ein Seraph, der sich dir vorstellte, der dein Schutzengel ist!“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr! O mein Jesus! Wie bist Du so unendlich gut.“

Jesus: „Sage ihm aber doch, er möge die Schriften gut aufbewahren und zu seiner Zeit abdrucken lassen. Denn die Worte, die Ich mit euch rede, sollen aufbewahrt werden für andere Zeiten; denn die Menschen sollen sehen, wie gut Ich bin. Ich bin der wahrhaftige Gott! Ich will, daß Mein Volk Mich mehr ehre und zu Mir komme. O ihr, Meine Diener, versteht Mich wohl, wie bin Ich bedrängt! O seht doch, wie Ich Anteil nehme an allen euren Leiden und Kämpfen! Mir Selber habe Ich nichts erspart, so kann Ich auch euch die Leiden nicht ersparen. Lebt wohl, Meine Kinder, besonders du N..“

Inhaltsverzeichnis Band 1

137 Dritter Sonntag im Advent 1896

„Die Seele dann eine solche Verklärung ausstrahlt, daß der Körper eingeht in die Seele, er wird vergeistigt, er wird himmlisch.“

Ein ausländischer Priester, den der Herr uns ohne unser Zutun zuführte, erzählte uns gar viel von einer sehr begnadeten Jungfrau, welche durch Ekstase und Wundmale ausgezeichnet sei. Insbesondere lud er uns dringend ein, uns Weihnachten dort bei dieser Person einzufinden, weil sich bei ihr großartige Wunder zutrügen. Der liebe Heiland sagte, wir sollen hingehen, aber zu einem ganz anderen Zweck, als wir ahnten. Dieselbe entbehrt nämlich schon über sechs Jahre jeden priesterlichen Beistand, weil die Eltern derselben sich weigerten, einem Befehl ihres hochwürdigsten Bischofs nachzukommen, der sie einer Prüfung unterziehen wollte. Der Herr aber wollte, daß sie sich wieder ihrem Bischof und Seelsorger unterwerfe und ließ durch Barbara dies dem ausländischen Priester sagen, der so Großes auf sie hielt und mit ihr so eng verbunden war, daß er hierin gar keine Gefahr für die Jungfrau erblickte.

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara ihren und die Schutzengel ihrer Verbündeten, wie sie sich um sie herum knieten, den Herrn, Der durch die heilige Kommunion in sie eingegangen war, anzubeten. Jesus Selbst sah sie in ihrem Herzen in großer Majestät auf einem Thron sitzen. Und die himmlischen Geister sprachen, indem sie sich tief verneigten: „O Herr, wir bitten Dich gemeinsam, sage dieser Deiner Dienerin, was sie tun soll.“ (Alle drei waren nämlich unschlüssig, der Einladung eines fremden Priesters zu folgen, nach N. zu gehen zu Jungfrau N., wo sich in der Heiligen Nacht so große Wunderwerke vollziehen würden, indem sich das Jesuskind in der heiligen Hostie zeige.) Der Herr erhob Seine Hand und sagte:

Jesus: „Es ist Mein Wille, daß ihr hingeht. Vereinigt euch mit den Heiligen Drei Königen und nehmt die Unpäßlichkeit mit in Kauf. Es sollen euch viele Zweifel gelöst werden, ihr werdet in vielem aufgeklärt werden. Ich will, daß ihr Mittwoch reist.“

Am Tage darauf sagte der Herr wieder:

Jesus: „Ihr sollt den Weg der Heiligen Drei Könige gehen. Fürchtet euch nicht, es geht nicht ohne Hindernisse.“

Wir reisten auf die Worte des Herrn hin ab, wurden aber von den Eltern der Begnadeten sehr unfreundlich empfangen und mußten uns grobe Reden anhören und erleben, daß sie uns erklärten, sie gestatten es nicht, daß wir die Heilige Nacht dort zubrächten, ihre Verwandten gingen vor, sie seien Herr über ihr Kind und brauchten keine Fremden zu dulden. Wir reisten, von der Mutter sehr zur Eile gedrängt, am Tag vor Weihnachten wieder ab und kamen nach Mitternacht an. In Ulm erreichten wir nur durch die Hilfe des heiligen Josef noch den Schnellzug, wo wir in allerletzter Minute durch die Güte des Zugführers in einer besseren Wagenklasse mitfahren durften.

Diesen Schmerz versüßte uns Jesus reichlich auf Weihnachten. Mehrere Verwandte von Barbara waren von Schippach und Rück angekommen, die Weihnachtsfreude zu teilen, und der Herr ließ sich stellenweise in eine so vertraute Unterhaltung mit allen Anwesenden ein, die Ihm alle liebe Worte mit Hirteneinfalt zuriefen und die Er erwiderte, daß ich oft nicht zu schreiben imstande war, ob der großen Zärtlichkeit unseres höchsten Herrn.

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! O Du liebes, o Du süßes, o Du holdseliges Kindlein von Bethlehem! In Demut falle ich Dir zu Füßen und bitte Dich um Verzeihung, daß ich so aufgeregt war, weil die Familie uns nicht zulassen wollte, und Du uns doch hinaufgeführt, daß wir dort die Heilige Nacht zubrächten und uns aber doch die Gnade nicht gewährtest. Ich bitte Dich, verzeihe mir. Wir wissen ja doch nicht, ob es so ist wie wir urteilen.

O du holdseligstes Lockenköpfchen, ich grüße Dich aus Herzensgrund durch Maria, Deiner heiligen Mutter, durch all die heiligen Engel. O sei uns tausendmal gegrüßt in Vereinigung mit den Hirten, die Deine Krippe umstehen. Sieh, Du süßes, liebstes Kind, nimm uns doch auf wie die Hirten. Wie sie nichts scheuten und nicht nachfragten, ob andere auch mitgehen wollten, so wollen auch wir es tun, o wie hast Du sie so überreich belohnt!“

Jesus: „Ja seht, Meine Kinder, das ist es, was Ich euch heute lehren wollte, deswegen führte Ich euch nach N. zu Meiner Dienerin. Ihr sollt nicht irre werden an dem Gebaren dieser Familie, wenn ihr es mit dieser Jungfrau vergleichet, die ganz den entgegengesetzten Charakter hat wie diese anderen alle. Ihr müßt wissen, daß Ich diese eine Jungfrau aus dieser Familie zu Mir berief, daß Ich sie in frühester Jugend bekannt gemacht mit Mir und mit Mir vereinigt, daß sie schon von zartestem Alter an ein ganz kindliches Leben mit Mir führte. Am Tag ihrer Erstkommunion zog Ich sie ganz in Mich herein in den Himmel, denn Ich wollte allen Erdenpilgern das große Glück zeigen, das sie genießen sollen, wenn sie die Aufgabe gelöst, die ihnen auf Erden aufgetragen wurde. Ein jeder Erdenpilger ist ein solches Kind, er mag sein, wo er will. Wenn er nur ein Christ ist, so ist er ein himmlisches Gnadenkind.

Obwohl der Mensch aus der Materie genommen ist und hineingestellt ist als König der Schöpfung, obwohl er in sich ein ganzes Paradies trägt, so wie Ich in Meiner Kirche das Paradies wieder erneuern wollte, so trägt jedes Kind, mag es sein, wer es will, wenn es lebt nach dem Geist der Religion, nach dem Geiste der katholischen Kirche, das Paradies in sich.

Ja, ja, und das vergessen die Menschen. Sie glauben es nicht, weil sie sich zu sehr niederdrücken lassen durch die irdischen Dinge, weil sie sich verstricken lassen durch zeitliche Sorgen, die ihre Herzen niederdrücken, da Ich sie doch nur hineingestellt als König. Sie sind hineingestellt als König, als Herrscher über die Geschöpfe; versteht ihr Mich, Meine Kinder? Sie sollen herrschen, sie sind nicht da, um sich diesem Staube gleichförmig zu machen, sie sind nur geschaffen für eine höhere Schöpfung, für höhere Regionen, in denen sie einst ewig herrschen und triumphieren sollen.

Darum habe Ich diese Jungfrau herausgestellt aus einer Familie, die ganz das Gegenteil ist von ihr, ihrem Charakter, Ansichten und Streben, um der Welt zu zeigen, daß nur Ich allein es bin, der Ich sie an Mich gezogen, daß nur Meine Gnade es ist, die das aus ihr gemacht hat, was sie jetzt ist. Sie hat nicht das Verdienst davon. Es ist nur insoweit ihr Verdienst, als sie leidet aus Liebe zu Mir. Und diese Familie hat nur dann ein Verdienst, wenn sie in rechtmäßiger Weise wandelt; sie sollen mit Meiner Gnade nicht spielen.

Sage es, daß diese Familie nicht recht handelt und das Gut nicht recht verwaltet, das Ich ihr anvertraut, sage aber auch Meinem Freund B., daß er diesen Fehler rügen soll an dieser Familie und er dazu die Pflicht hat und Ich es ihm befehle, und daß Ich diesen Fehler auch an ihm rüge, weil er, um der Familie nicht zu mißfallen, nicht ein Wort zu euren Gunsten gesprochen hat, was er unbedingt hätte tun müssen. Mein Wille war es, daß ihr, da Ich euch die Heilige Nacht dort hinaufgeführt, dort auch hättet zubringen sollen, um die Freude voll und ganz zu machen. Deshalb habe Ich euch auch gesagt, daß ihr am Mittwoch bereits abreisen solltet, weil ihr die Gnade gehabt hättet, in aller Ruhe voll und ganz zu genießen. Nun aber habe Ich sie hintangesetzt und euch wieder fortgeführt, und Ich war es auch, Der euch niederhielt, damit nicht die Aufwallung euch fortriß. Ich war mit eurem guten Willen zufrieden, den Ich belohnte, indem Ich euch wieder glücklich nach Hause führte.“

Der Herr bezieht sich darauf, daß während der langen Fahrt der Rückreise keine von uns sich getraute, über das Vorgefallene Äußerungen zu tun. Wir dankten Gott in der Trübsal und waren innerlich sehr getröstet; denn der Herr klärte Barbara erst in der Weihnachtskommunion auf.

Barbara: „O mein Jesus! Welch ein Schmerz für uns, Dich nicht haben sehen zu dürfen als kleines Kindlein in der heiligen Hostie.“

Jesus: „Hört weiter, Meine Kinder! Ich habe euch gesagt, daß Ich durch jene Jungfrau die Menschheit belehren will, zu welcher Glückseligkeit und in welche Gesellschaft Ich dereinst Meine Kinder einführen will. Seht, diese Jungfrau, in diesen Zuständen hat sie die Eigenschaften wie alle die Bewohner, die Ich zu Meiner Verherrlichung um Mich scharte. Die Menschheit soll an ihr sehen, daß es eine glückselige Ewigkeit gibt, daß, sowie die Seele in eine solche Verklärung übergeht, die Seele dann eine solche Verklärung ausstrahlt, daß der Körper eingeht in die Seele, er wird vergeistigt, er wird himmlisch. Er hat die Eigenschaft, wie eine Sonne alles zu durchdringen, die ganze Schöpfung, alles, was Ich erschaffen habe – dieser Leib, wenn er einst eingegangen ist in jenes glückselige Reich, das Ich geschaffen habe nur für jene, die hier auf Erden gesetzmäßig gekämpft haben.

Nun aber, Meine Tochter, bist du das Werkzeug, das Ich ausersehen habe, um Meine streitende Kirche zu vertreten. Jene soll leiden für die lauen und kalten Priester, die so vielfach dazu beitragen, daß Mein Reich so sehr zusammenschmilzt auf Erden, da der Unglaube anschwellt zu einem Strom, der die ganze Welt überflutet und alles mit sich fortschwemmt außer denen, die sich anklammern an Mein Reich, das Ich gestiftet in Meiner Kirche. Ich sage, jene Jungfrau soll durch die Verlassenheit von den Priestern büßen, was durch die Priester gefehlt wird.

Es kommt aber die Zeit, wo sie zur Einsicht kommen in Meiner Kirche. An was sollen denn die armen Erdenpilger sich erheben, die Armen, die Verachteten und Verlassenen, wenn sie nicht mehr glauben dürfen, daß es Wunder gibt? Dann brauchen sie sich auch nicht mehr zu plagen und abzuhärmen, dann tun sie recht, die Umwälzung herbeizuführen, dann hat man recht, wenn man sich gleichstellen will mit jedem andern.

Wie oft mußte Ich nicht durch Wunder eingreifen, um Mein armes Volk zu belehren; wie oft muß Ich nicht Meiner armen, bedrängten Menschheit helfen durch Wunder! Und deshalb habe Ich dich gestellt, um die Menschheit wieder zu beleben, um die Menschheit wieder zurückzuführen zum Glauben, der von allen Seiten zu schwinden droht.“

Barbara: Und ich sehe das liebe Jesuskind mit einem Lichtkranz umgeben. „O mein Jesus! O Du süßes, holdes Lockenköpfchen! Sag, was bedeutet das Kerzenmeer um Dich?“

Jesus: „Meine Tochter! Dies Kerzenmeer, das du siehst, das sind alle die gläubigen Seelen, die zu Mir kommen, die Mich an Meiner Krippe anbeten, das sind die Kerzen, die Tag und Nacht brennen um Meine Krippe herum. O geht in eure Heimat! Ich war es, Der euch herbeigeführt, um euch diese Weihnachtsfreude zu machen. Sagt euren Kindern, wie gut Ich bin, daß, wie Ich zunahm an Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen, so sollen auch sie zunehmen im Guten, euch zur Freude, der Menschheit zur Zierde.

Denn sie alle sind bestimmt, im kindlichen Glauben zu wandeln, die Zierde der Menschheit zu werden. Ich verspreche euch, daß keines auf Irrwege gelangen wird, daß alle den Glauben bewahren. Keines von ihnen soll gegen das häßliche Laster sich versündigen, das unter euch Christen nicht einmal genannt werden soll. Und nun geht hin und bringt Mir dar ein herzliches ,Te Deum Laudamus’.“

Lied: Großer Gott, wir loben dich...

Barbara: „O wie glücklich! Wie singt der Himmel mit uns, wie singen die himmlischen Geister mit uns Erdenpilgern! O laßt uns hingehen nach Bethlehem! O Kindlein von Bethlehem, wir lieben Dich sehr! O süßer Jesus, welch ein Schmerz, Dich nicht haben schauen zu dürfen. O zeige Dich uns auch hier, wie Du Dich in A. zeigtest.“

Jesus: „Ein tiefer kindlicher Glaube soll euch genügen.“

Lieschen: „O mein Jesus, hilf mir doch einmal, daß die zwei Kinder meines Bruders katholisch getauft werden.“

Jesus: „Gehe hin und sorge dafür, und sei ganz ruhig, Ich werde mit dir sein. Du sollst nicht unverrichteter Sache fortgehen und nicht eher aus dem Städtchen gehen.“

Luise: „O Herr, ich empfehle Dir auch N. Gib ihr doch die Gnade, alle ihre Kinder zu Deiner Ehre und Verherrlichung zu erziehen.“

Jesus: „Sie wird ein recht Knäblein bekommen.“

Barbara: „O Herr, laß es Dir später ein Priester werden.“

Jesus: „Ja, das wäre Mir recht, das wünsche Ich ja, aus dieser Familie verlange Ich einen Priester. Um euretwillen sollen viele, viele Seelen gerettet werden. Ich werde euch geben, so viele Mein Vaterherz, Mein Gottesherz, Mein Richterherz, euch armseligen Geschöpfen geben kann. Jedes Wort, das Ich sage, hat seine eigene Bedeutung; denn Ich bin der Vater aller Menschen. Damit ist viel gesagt. Ich werde alle so mit Meiner Gnade bestürmen, die ihr Mir im Gebete empfehlt, daß die Gnade siegen wird. Aber Ich bin es, Der allein weiß, was für jedes Kind der richtige Beruf ist.

Somit muß Ich wissen, wer Priester werden kann und soll und wer Familienvater werden kann und soll. Wenn er diesen seinen Beruf gut macht, werde Ich ihn belohnen, und wer Mir nicht treu dienen und nicht mitwirken will, diesem werde Ich Richter sein, und nur dann werde ich nicht Richter sein, wenn er ersetzt durch Liebe und Treue in dem Beruf, den er sich gewählt, was er darin gefehlt. Darum, wenn ihr Mich bestürmt für einen Sünder, und wenn ihr Mir Sünder empfehlet und Ich ihn euch nicht gebe, und wenn es Jahre und Jahre dauert, und es vergehen Jahrzehnte oder mehr als zwanzig Jahre, einmal schlägt die Stunde, wo Ich euch gewähren werde den Sünder, der fortwährend in euren Gebeten Mir vorgestellt wird, und wenn es auch am Rande des Grabes ist. Du aber, Meine Luise, dich habe Ich bestimmt, die Völker zu belehren. Du sollst dir alle Mühe geben, die Worte, die Ich spreche durch dieses Sprachrohr, der Menschheit zu vermitteln.

Wehe jenen Priestern, die nicht glauben, wehe jenen, die es nicht annehmen, wehe jenen, die den Wunderglauben hinauswerfen wollen. Es wird die Zeit kommen, wo Mein Arm sie züchtigen wird. Ich habe sie gesetzt zum Fall und zur Auferstehung vieler. Sie sind die Gesalbten, die Ich hineingestellt in die Schöpfung. Sie sind die Kanäle, durch die Ich Mein Reich bewässere und betaue und begieße. Sie sollen den Gnadenstrom im Allerheiligsten Altarsakrament nicht aufhalten, sondern ihn in reichlichem Maße über Meine Kinder ausgießen, Meine Kinder betauen mit diesem Himmelsmanna. Sage es allen Meinen Dienern!

Und sagt all euren Verwandten und Bekannten in weiter Ferne, sie alle sollen Meinem Herzen teuer sein, sie alle sollen die Weihnachtsfreude fühlen, durch euch will Ich sie in weiter Ferne grüßen und alle deine Verwandten in Amerika. Und auch du, Mein Freund, auch deine Familie soll Anteil nehmen. Sie müssen mit gläubigem Herzen sich Mir nahen. Auch sie sollen Anteil nehmen an der Weihnachtsfreude. Friede soll sein allen denjenigen, die eines guten Willens sind. O kommt doch alle an Mein Herz, ihr Meine lieben Kinder!“

Luise: „O Herr, N. wäre gern von einer inneren Plage befreit.“

Jesus: „Sage ihr doch, sie möge sich recht in das Band einschließen, ja sag es ihr und allen deinen Schwestern im Kloster, daß sie alle in Meinem Herzen wohnen. Und auch deine Familie Barbara, in der du hier stehst, eure beiden Mädchen Anna und Settchen und deine Nichte Maria, sollen dir nur besser folgen. Siehe, Mein Kind, wie lieb Ich dich habe. Siehe, wie gern Ich Mich mit dir vereinige! Meine Kinder, o kommt doch alle an Mein Herz, an dieses himmlische Gastmahl. O seht doch, wie sehr Ich nach euch verlange. Ich will euch alles, alles ersetzen, wenn ihr eure Schuldigkeit tut.

Seht, Ich habe euch schon gesagt, nur dann erst bin Ich von euch getrennt, wenn das Herz mit Verstocktheit und Überlegung sagt, ,ich weiß, wenn ich dieses tue, dann vertreibe ich Meinen Gott aus meinem Herzen’, und er es dennoch tut und boshaft tut; ,wenn ich dies tue, dann bin ich von meinem Gott geschieden’. Nur dann muß Ich dieses Herz verlassen. Sage es doch deinen lieben Brüdern; deinem Bruder Josef, Heinrich und allen, wie sehr Ich verlange, daß sie an Meinem Tisch erscheinen, daß sie ihr Herz abwaschen in Meinem heiligen Blut. Naht euch doch dem Richterstuhl, dort sitzt Mein Stellvertreter, schaut nicht auf die Person. Er hat Meine Gewalt übertragen bekommen, er hat die Schlüssel des Himmelreichs in der Hand, er hat die Binde- und Lösegewalt. Schaut nicht auf die menschlichen Gebrechen.

Sage deinem Bruder I., er soll nicht irre werden an Meinem Stellvertreter. Er ist ein Mann nach Meinem Herzen, er ist Mein Stellvertreter, den Ich ihm gesetzt, er soll dort hingehen, er soll nicht auf äußere Dinge sehen. Meine Diener sind wie alle Menschen, sie haben aber Meine Gewalt übertragen bekommen, und Ich muß allen, die es wagen, sich ihnen zu widersetzen, in großer Strenge entgegentreten, und nicht ihr seid es, die da richten sollen. Ihr habt niemand zu richten. Sagt es allen, die es wissen sollen.“

Luise: „O Herr, N. fürchtet, du seiest nicht mit ihr zufrieden, weil sie wegen ihrer Schwäche nicht alles in der Regel mitmachen kann.“

Jesus: „Niemand lege Ich Bürden auf, die er nicht tragen kann, denn Mein Joch ist süß und Meine Bürde ist leicht. Sage ihr, daß in ihrem Beruf alles inbegriffen ist, daß Ich ganz zufrieden bin mit ihr. Möchten doch alle Klosterfrauen so wie sie wirken, dann würde es um vieles besser stehen. Zu ihrem Trost sage Ich dies, nicht aber, daß sie immer wieder zweifelt und meint, es sei eine schmeichelhafte Rede. Denn Mein Wort ist Wahrheit, und was Ich gesagt, das bleibt bestehen, und nicht nur für heute, sondern für ewige Zeiten.“

Barbara: „Kniet alle nieder, Jesus will euch jetzt segnen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

138 Vigil vom Fest der Beschneidung 1896

„Demut und Gehorsam soll es sein, was Meine heilige Kirche durch alle Jahrhunderte hindurch bis zum Ende der Tage am meisten üben soll.“

Lied: Wenn ich an dich, o Jesu mein...

Jesus: „Komm, Meine Tochter! Ich will dich einführen in das Geheimnis, das Meine Kirche zu feiern beginnt, in das Geheimnis Meiner Beschneidung.“

Barbara: Und ich sehe die liebe Mutter, die Königin aller Heiligen, und auf ihren Knien hält Sie das liebe kleine Lockenköpfchen, das liebe kleine Jesuskind. Hinter Ihr steht der heilige Josef und schaut mit Schmerz und mit Sehnsucht nach dem lieben Kind. Die Mutter und der heilige Josef, Sie sind in stille Trauer versenkt, weil Sie jetzt schon wissen, daß Ihr liebes Kind die Erlösung beginnen wird, und daß Er Sein erstes Blut vergießt für die sündige Menschheit. Und doch auch erfüllt Freude Ihr Herz, weil Sie wissen, daß Er gekommen war, um zu dienen, um gehorsam zu sein bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze.

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, hätte Ich Mich diesen Schmerzen unterziehen müssen? Gewiß nicht! Denn Ich war ja zwar in Knechtsgestalt gekommen, Ich war zwar ein Mensch wie alle Menschenkinder, aber doch nicht beladen mit der Sünde; die Sünde war ausgenommen von Mir, und die Beschneidung war nur ein Sold der Sünde. Sie sollte nur an Sündern vollzogen werden. Aber weil Ich einmal gekommen war, Mich den Sündern gleichzustellen, so wollte Ich auch gleich sein in allem, aber auch, weil Ich gekommen war, um der Menschheit ein Beispiel zu geben, und nur ein Beispiel. Was war denn nun der Hauptwesenszug Meines Herzens?

War es nicht der Gehorsam? Gehorsam wollte Ich sein, als Ich nun einmal den Schoß Meines himmlischen Vaters verlassen hatte, gehorsam Seinem heiligen Willen in allem, wo Er Sich Mir darbot. Und das ist es, was Ich dich lehren will und durch dich die ganze Menschheit. Demut und Gehorsam trieb Mich in die Krippe, Demut und Gehorsam trieb Mich in den Tempel, vielmehr vor den Priester, um Mich dem Gesetz der Beschneidung zu unterwerfen. Demut und Gehorsam soll es sein, was Meine heilige Kirche durch alle Jahrhunderte hindurch bis zum Ende der Tage am meisten üben soll und üben muß, weil sie Meine Braut ist.

Deswegen werdet nicht irre, Meine Kinder, wenn ihr in jetziger Zeit Dinge erleben müßt und Dinge mit ansehen müßt, worüber die Natur sich erschüttert, der Verstand nicht mehr weiß, woran er ist, und selbst gelehrte Geister sich zersplittern unter sich. Die Geschichten, die in dieser Zeit vorgekommen sind, lagen zwar nicht in Meiner weisen Absicht, doch lasse Ich sie zu, um Meiner Kirche Gelegenheit zu bieten, sich zu verdemütigen. Verdemütigungen sind es, die in der letzten Zeit Meine Kirche von allen Seiten bestürmen und bedrängen, die ihr zwar bitter wehe tun, aber sie sind gut für sie. Wenn Ich eine einzelne Seele bestimmt habe zu hoher Vollkommenheit und durch ein gutes Beispiel voranzuleuchten, so führe Ich sie auf den Weg tiefer, tiefer Verdemütigung, und wenn sie dieselbe nicht aufsuchen will, so muß Ich sie herbeiführen.

Nun ist aber Meine Kirche, Meine Braut, die Mutter aller Christen auf Erden. Sie will Ich zum Sieg führen und auf den Gipfel der Vollkommenheit, auf dem sie noch nie gestanden, seit die Welt steht. Darum wundert euch nicht, Meine Diener, wenn Ich Dinge herbeiführe, die euch zu großer Verdemütigung gereichen. Werdet nicht irre, wenn ihr, einer den anderen, anstoßen müßt, wenn man Anstoß unter sich nimmt.

Es kommt die Zeit, wo all die Zweifel gelöst sind, wo ihr mit klaren Augen schaut, wie es sein soll, was Ich gewollt, wozu die Dinge sind, die euch jetzt die Köpfe verwirren. Verhaltet euch so, wie sich jede einzelne Seele verhalten muß, die in ähnlicher Lage steht; Ich sage, wenn sie in ähnliche Lage versetzt ist, wie ihr jetzt seid mit der Vaughan-Frage, mit der Freimaurer-Frage, mit all den Dingen, den vielen Dingen, die Meinen Dienern, den Gelehrten, sehr unangenehm durch den Kopf fahren. Wisset, daß sie nur geschehen sind zu eurer Verdemütigung. Lasset euch nicht beirren, verhaltet euch ruhig, nehmt sie hin!

Seht hier, Meine kleine Dienerin! Welche Verdemütigungen habe Ich ihr nicht schon bereitet, und werde Ich ihr fort und fort noch bereiten. Ist es nicht eine Verdemütigung, daß Ich sie nach N. führte und ihr versprach, Ich werde sie dort belehren? Ja, ja, Meine Kinder, Ich habe euch belehrt! Und Er lächelte, und sagte dies mit einem so ironischen Ton, daß wir alle herzlich lachen mußten. Hört, Meine Kinder, Ich habe euch gesagt, ihr sollt hingehen zum Trost der Jungfrau und um eure Zweifel zu beheben, und seht, die Jungfrau, die Ich euch zeigen wollte, ist wirklich das, was sie euch scheint, eine reine, unschuldige Seele, hervorgegangen aus Meiner Schöpferhand, hineingestellt in diese Familie.

Ich habe sie behämmert mit dem Leidenshammer, Ich habe viel Wunderbares in ihr schon gewirkt. Nun ist sie aber in eine Familie gestellt, die sich in Meine Pläne einmischt. Die Jungfrau an sich hat auch viel Eigensinn und durchkreuzt Meine Pläne durch ihren Eigensinn. Seht, das ist nun einmal so, daß alle Menschen etwas Eigenartiges an sich haben, einen Fehler, den Ich mit Geduld ertragen muß; sonst müßte Ich das ganze Menschengeschlecht verderben. Durch diesen Eigensinn hat sich Meine Dienerin, die Ich Mir zur Braut erwählte, getrennt von Meinen Dienern. Sie ist nun seit vielen Jahren ausgeschlossen und nimmt nicht mehr Anteil an den Erweisen Meiner Gnaden, die Ich Meinen Kindern zuströmen lasse durch Meine Diener.

Die Welt, und besonders Meine Diener müssen wissen, daß Ich in dir rede, obwohl sie nicht glauben und anerkennen wollen, daß auch sie noch Belehrung bedürfen, weil sie Meine Gewalt übertragen bekommen haben, weil sie Belehrung schöpfen aus dem Geist Gottes, dem Heiligen Geist, den Ich ihnen geschenkt. Es ist aber eben nun Mein Wille, durch diesen Geist in einem so armseligen Geschöpf zu reden, wie du es bist, um ihre Liebe aufs neue um so heftiger anzufachen, damit sie Mich, ihr Haupt, um so mehr lieben und mit um so freudigerem Herzen Mir dienen.

Hört nun, Meine Kinder! Ich habe die Kirche gegründet und habe Mein Reich befestigt auf Erden in Meiner Kirche. Als Ich unter euch wandelte, war das Reich Gottes unter euch erschienen; dieses Reich Gottes war Ich Selbst. Nun aber bin Ich eingegangen in das Reich Meines Vaters, und das Reich Gottes soll fortbestehen und unter euch sein und ist noch unter euch wie damals, als Ich lebte auf Erden. Erstens ist es unter euch im Tabernakel, weil Ich dort noch gerade so lebe wie zur Zeit, als Ich im Fleische wandelte. Zweitens lebe Ich noch durch ein anderes Reich unter euch. Und dieses Reich ist Meine heilige Kirche, ist Mein geheimnisvoller, mystischer Leib, der gebildet ist und zusammengefügt aus den Millionen Christen, die auf der Welt leben. Das Herz dieses Leibes ist das Priestertum, die Glieder sind all die einzelnen Gläubigen in der Kirche.

Nun, was ist Mein Wille? So wie Ich die Menschen zusammengefügt und geschaffen habe, kann der Mensch nicht leben, wenn die Glieder an seinem Leib absterben, wenn das Blut, das aus dem Herzen ausströmt, nicht mehr in das Herz zurückfließen kann, nicht mehr die Glieder durchbluten kann und sie absterben. So wie das Glied eines jeden Menschen mit seinem Herzen verbunden sein muß, so ist es auch unumgänglich notwendig, daß der Mensch verbunden ist mit dem Herzen, dem Priester nämlich. Wie das Blut im Körper sich durch die Adern ergießt und fort und fort strömt in alle Glieder und das Herz den Menschen belebt und ihm die Kraft verleiht, auch als Mensch zu leben und sich zu bewegen, so nur kann der Christ, der in Verbindung steht mit seinem Priester – dem Herz der Kirche –, Leben und Gnade und Heil erlangen. Und die Gnaden, die Ich in ihm wirke, können nur dann verwertet werden in Meiner Kirche und werden nur dann Geltung finden, wenn sie ausgespendet werden durch Meine Diener, und wenn sie in Meine Diener eingesogen werden aus den einzelnen Gliedern. Meine Diener sind die Kanäle, durch welche die Gnaden überströmen auch in andere Glieder.

Wenn Ich nun eine Seele bestimmte, der Menschheit zum Vorbild zu werden, wie Ich dies bei jener Jungfrau in Wirklichkeit vor hatte und noch vorhabe, so verlange Ich unbedingt, daß sie mit der Kirche Hand in Hand geht. Ich will sie also retten. Sie ist abgewichen vom rechten Weg, sie soll aber gerettet werden durch euch, Meine Kinder.

Ich will aber, daß der Weg den jungen Priestern abgeschnitten werde. Es ist nicht Meine Absicht, auf diesem Weg die Jungfrau in Meine Kirche einzuführen. Sie muß und soll zurechtgewiesen werden von anderer Seite. Denn gar leicht ist der Mensch hinabgezogen, weil der Mensch nur auf den Schein sieht, der halt doch gar so trügerisch ist. Tut sie es, Ich biete Meine Hilfe ihr an, wie Ich jedem Menschen Meine Gnade anbiete, tut sie es, wird sie gerettet sein. Ihr aber, Meine Diener, werdet nicht irre, wenn solche Dinge vorkommen.

Die Wahrheit bricht sich Bahn, die Wahrheit dringt durch, und wer in der Wahrheit wandelt, läßt sich nicht beirren. Ihr aber, Meine Kinder, harret aus, beginnt das neue Jahr mit reiner Liebe. Seht, wie gut Ich bin, wie Ich jedem Menschen Meine Hilfe anbiete, und grämt euch nicht mit dem Gedanken, der euch so niederdrückt. Die Zeit heilt die Wunde wieder. Ich werde euch noch manchmal Dinge auferlegen, die ihr nicht versteht. Seid nur immer ein williges Werkzeug in Meiner Hand; denn Seelen, Seelen will Ich retten durch euch!“

Wir baten noch für die verstorbene Generaloberin N., und sie wurde uns nach langen Bitten gewährt. Die liebe Mutter Gottes führte sie ein.

Inhaltsverzeichnis Band 1

139 Fünfter Januar 1897

Jesus: „Ich habe euch nicht nach A. geschickt, um die Leute zu richten, das alles müßt ihr Mir überlassen. Ich habe gesagt, ihr sollt den dunklen Weg der Heiligen Drei Könige gehen. Ich habe euch belehrt, wenn ihr es auch nicht versteht, und Ich habe euch wieder zurückgeführt, ohne etwas gesehen zu haben, denn Ihr sollt Mich suchen wie die Heiligen Drei Könige. Wie diese Mich gefunden haben auf dem Schoß Meiner Mutter, so sollt ihr Mich finden und habt ihr Mich gefunden auf dem Schoß eurer Mutter, der katholischen Kirche. Dort werdet ihr Mich immer finden, und dort habt ihr Mich gefunden, und Ich habe euch fortgeführt, ohne daß ihr etwas gesehen habt, weil Ich nicht will, daß ihr die Sachen, die sich dort ereignen, anstreben sollt; denn Ich führe euch einen ganz anderen Weg.“

  Inhaltsverzeichnis Band 1

140 Fest der Heiligen Drei Könige 1897

„Weil so viele sich nicht selbst vergessen können.“

Barbara opferte ihre heilige Kommunion für Jungfrau N. auf und beklagte sich, weil ihr Leben mit so dunklen Sachen belastet sei. Da sah sie Jesus in ihrem Herzen auf einem Thron sitzen, und Er sagte:

Jesus: „Der Herr S. ist ein sehr eifriger, liebeglühender Mann, aber er soll sich vorbereiten auf eine große Trockenheit.

Der feurige Eifer wird zurücktreten und der Trockenheit Platz machen. Er erfüllt aber seinen Beruf und wird die Sache durchkämpfen. Aber H. N. bleibt hängen, seine priesterliche Tätigkeit ist sehr viel gehemmt durch die Sachen. Statt daß er alle seine Kräfte darauf verwendet, vergeudet er seine Zeit, und das darf ein Priester auch nicht. N. ist sehr erleuchtet, Ich habe große Freude an ihm, und nur das eine fehlt ihm noch: Er kann die Liebe und die Gnade, die Ich über ihn ausgieße, noch nicht genießen, weil er noch zu sehr an sich selbst hängt, und daher kommt es, daß er seinen Willen dem göttlichen vorschiebt und daß er in dem Licht, in dem er wandelt, sich nicht freuen kann. Er sieht es nicht, weil er immer der Meinung ist, anders wäre es besser.

Und doch ist es so Mein Wille. Er soll nur das kleine Riegelchen wegschieben und seinen Willen dem Willen Gottes unterwerfen. Obwohl Mir alle Mitglieder dieses Ordens treu dienen und Mir große Freude machen, gibt es doch viele, die nicht zu der Vollkommenheit gelangen, zu der sie gelangen könnten durch den Geist, der in dem Orden weht, weil so viele sich nicht selbst vergessen können.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

141 Dreikönigsfest 1897

„Mit diesem Licht werden alle diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen.“

Lied: Drei Könige aus dem Morgenland...

Barbara: Ich sehe die liebe Mutter Gottes mit dem lieben, goldigen Jesuskind. Neben Ihr steht der heilige Josef. Heute glänzt sein Angesicht vor Freude. Wonnetrunken schaut er herab auf seine heilige Gemahlin und auf das liebe Kind. Eine ganze Schar steht um die Krippe herum. In allen Gesichtern lese ich große, große Freude. Sie alle sind wie verklärt und überirdisch, sie sind nicht wie gewöhnliche Menschen.

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich bin das Licht der Welt. Das verklärte Angesicht, das du siehst in allen, die da die Krippe umstehen, das ist, weil in ihnen das Licht aufgegangen ist. Das Licht, das sie schauen, hat sich ihrem Geist mitgeteilt, und ihr Geist spiegelt sich in dem Körper, und der Körper wird vergeistigt. Siehst du, das ist der reine, kindliche Glaube, der die Gemüter beseelt. Kindlich war der Glaube dieser Männer, kindlich ist der Glaube Meiner heiligen Mutter und Meines heiligen Nährvaters, und alle, die sich Mir nahen wollen und alle, die Mich erkennen wollen, müssen diesen heiligsten Personen gleichen.

Heute feiert Meine Kirche ein gar hochwichtiges Fest, das Fest Meiner Erscheinung. Heute will die Kirche ihren Kindern vorstellen, daß Ich gekommen war für alle Menschen, nicht nur für die Kinder des Hauses Israel, sondern für alle, die draußen stehen, die Mich noch nicht kennen. So sollen aber jedes Jahr, sooft das Fest Meiner Erscheinung in Meiner Kirche gefeiert wird, Meine Kinder sich erinnern, daß Ich gekommen bin, für alle Menschen das Licht der Welt zu sein.

So wie Ich gekommen bin, um Licht zu bringen auf die Erde, so will Ich aber auch, daß alle diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, Meine Geheimnisse der Menschheit zu erschließen, Licht werden sollen. Licht sollen sie sein, Licht, auf dem Leuchter sollen sie stehen und der Welt voranleuchten, der Welt durch ihr Beispiel und durch ihren Lebenswandel zeigen, daß es ein Licht gibt für alle Menschen, daß alle Menschen berufen sind teilzunehmen an diesem Licht. O wie glücklich sind diejenigen, die es erfassen, zu wandeln im Licht, die noch denken in ihrem Herzen, wozu sie erschaffen sind.

Wie habe Ich allen Menschen ein Beispiel gegeben von der Krippe bis zum Kreuz! Siehe, diese Männer, nachdem sie Mir ihre Gaben dargebracht, nachdem sie ihre Anbetung verrichtet, kehrten sie wieder um in ihre Heimat, aber nicht mehr in die alte Heimat, nein, in eine neue Heimat, ganz von Meinem Geist beseelt, ganz von Meinem Licht durchflossen und durchleuchtet. Sie führten ein Leben zwar nicht anders in ihrer Umgebung, sie bewegten sich noch in demselben Kreis wie früher, aber doch ganz anders der Sitte nach wie früher.

Der Geist ist neu geschaffen und fängt an, mit Gott zu leben, Gott zu erkennen, Ihn zu lieben, und Ihm zu dienen, und alles, was sie umgibt, nimmt wahr, daß hier eine höhere Hand waltet als bisher, und obwohl viele es nicht begreifen, weil Ich noch nicht hinaufgefahren war zu Meinem himmlischen Vater, und Mein Geist der Welt noch nicht geschenkt war, so waren doch alle, die das Leben dieser Männer sahen, so gesinnt und umgewandelt, daß sie – als Mein Geist der Welt geschenkt wurde – sich anschlossen an die christliche Gemeinde. Dies war die Bearbeitung derjenigen, die Meinen Geist in sich aufgenommen hatten. Konnten sie auch nicht die Menschen Gott zuführen, hatten sie die Herzen auch noch nicht in ihrer Gewalt, so hatten sie doch vieles, vieles dazu beigetragen für die Empfänglichkeit dieser Herzen.

Dies ist die Aufgabe eines jeden von euch, Meine Lieben. Wo ihr hingeht, Meine lieben Kinder, wo ihr euch bewegt, sollen eure Mitmenschen sehen, daß ein anderer Geist in euch lebt. Für jeden, der sich euch naht, sollt ihr ein warmes, gefühlvolles Herz haben, und soviel in euren Kräften steht, sollt ihr die Menschen erquicken durch eure Güte, damit sie sehen, wie gut Derjenige ist, der euch belebt, dessen Geist in euch ist und lebt. Dies soll das äußere Zeichen sein von dem Bunde, den Ich mit euch schließen will.

Denn er soll sich nennen: ‚Der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu.‘ Diejenigen, die sich festhalten an diesem Bund, werden niemals Gefahr laufen, auf Abwege zu kommen, denn einer soll den anderen aufrichten, niemals soll der eigene Wille vorherrschend sein, und sobald einer merkt, daß der andere seinen Eigenwillen vorschieben will, ist er verpflichtet, den Fehler zu rügen und den anderen dadurch zurückzuführen.

Ihr habt gesehen, was eigenwillige Menschen tun und wie sehr sie Mir mißfallen, an jenen Menschen, zu denen Ich euch geführt habe. Sie verderben und verdecken alles Gute durch ihren Eigenwillen. Jetzt aber geht darüber hinweg. Was Ich verlangte, ist geschehen und hört, was Ich von euch verlange für die Zukunft:

Wer sich anschließt an den Liebesbund, den Ich mit euch geschlossen am heiligen Fronleichnamsfest, der ausgeht aus dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, soll das besondere Vorrecht besitzen, daß er mit heiliger Freude alles ertragen wird, was Ich in Meiner weisen Vorsehung ihm zugedacht habe, daß es nützlich und gut für seine Seele sein kann. Er soll eine klare Einsicht erlangen in die allgütige und allweise Vorsehung Gottes, und sobald ein Kreuz über ihn oder seine Familie kommt, sogleich erkennen das Walten Meiner göttlichen Hand, und obwohl die Wunde blutet, wird er doch die Hand küssen, weil er weiß, daß Ich es bin, daß Ich alles weiß, was für ihn am besten ist.

Meine Diener wollen ein besonderes Zeichen. Ja, das soll das äußere Zeichen sein: Die Bruderliebe, die Gottesliebe und die Nächstenliebe, die Liebe zu Mir im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Es wird in seiner Seele ein Licht aufgehen, das Licht wird wachsen bis zum vollen Tag. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? In Vereinigung und in Verbindung mit diesem Licht werden alle diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen, gleich welchem Stand sie angehören. Den Eheleuten will ich den Frieden geben in ihren Familien, den Jungfrauen will Ich die Gnade geben, alle Leiden, alle Verdemütigungen, die sie zu ertragen haben, mit Liebe und Geduld zu ertragen. Den Priestern will Ich beistehen in ganz besonderer Liebe, weil sie ja doppelt an Mich gekettet sind durch ihre Liebe und das Gebet und durch das Gebet so vieler, vieler Seelen, mit denen sie im Bunde sind. Ja, den Priestern wird es am meisten nützen, wenn sie sich anschließen an den Liebesbund.

Wer bedarf mehr der Stütze und des Gebetes als ein Priester, weil auch er ein armer, schwacher Mensch ist und weil er auf dem Leuchter steht und das Licht der Welt sein soll. Wenn nun das Licht verdunkelt ist durch die Sünde und durch die Leidenschaft, deren er sich hingibt, weil er doch auch ein schwacher Mensch ist, wie kann er dann ein Licht für andere sein? Darum ist es für den Priester doppelt wichtig, sich in das Gebet vieler, vieler zu empfehlen, nicht auf seine eigene Kraft allein zu vertrauen und nicht auf seine priesterliche Gewalt, die er übertragen bekommen hat für andere. Ja, diese bleibt ihm, sie ist ihm nur gegeben für andere, damit er andere leite und zum Himmel führe. Wo bleibt aber er? Die priesterliche Gewalt kann ihm für seine Seele wenig nützen, wenn seine Seele nicht in Ordnung ist. Ja schaden kann sie ihm noch, wenn seine Seele in Unordnung ist, um so mehr, als Seelen verlorengehen durch seine Nachlässigkeit.

Darum, o ihr alle Meine Diener, wandelt in der Demut, wandelt in der Liebe, wandelt in einem reinen, kindlichen Glauben und klammert euch an das Band, das Ich um euch schlingen will und um euch geschlungen habe, an das Band der Liebe, das ausgeht aus Meinem Herzen im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dieses Liebesband wird euch alles lehren. Dieses Liebesband wird euch Nachsicht lehren mit allen Menschen, wie mit euren Mitbrüdern, ihr werdet euch angetrieben fühlen, einer den anderen zu unterstützen, dem anderen nachzugehen, wenn er abgewichen sein sollte vom rechten Weg.

Dieses Liebesband wird euch lehren, alle Leiden mit Geduld zu ertragen, die euer Beruf euch auferlegt, besonders ihr, Meine Diener, die ihr euch Mir geweiht durch die Gelübde der heiligen Ordensregel, ihr Lieblinge Meines Herzens, die Ich euch besonders gestellt auf den Leuchter, der Welt voranzuleuchten durch ein gutes Beispiel, durch die Armut, den Gehorsam, die Keuschheit. Engelrein soll euer Leben dahinfließen. Ihr besonders seid berufen, euch selbst zu vergessen und nur daran zu denken, was Mein Wille von euch verlangt, und Meinem Willen alles zu unterwerfen, Meinem Willen all euer Sein, Denken, Tun und Haben. O seid doch zufrieden mit allem, was Ich über euch verfüge. Seid glücklich, wenn Ich glücklich bin, Ich sage, wenn Ich zufrieden bin mit euch! Und wann bin Ich zufrieden mit euch?

Wenn ihr Mir ein freudiges, opferwilliges Herz entgegenbringt, wenn ihr durch die Straßen wandelt, wenn ihr hinausgesandt werdet, euer Stücklein Brot zu erbetteln, für euch und für andere das Brot zu verdienen, o tut es doch mit einem freudigen Herzen! Seht, wenn die Menschen euch belächeln, wenn sie achselzuckend an euch vorübergehen, o seht doch, wie glücklich ihr seid, um Meinetwillen einen Spott ertragen zu können. Wenn ihr gestellt seid, im Bußgericht die Stunden zuzubringen, wenn das Leben euch auszugehen scheint ob all der Mühen und Leiden, seht doch, wie glücklich ihr seid. So viele Seelen sich euch nahen und sich in euch ergießen, sovielmal wird das Licht erneuert, sovielmal wird das Licht hinausgesendet in diese armselige Welt. Ihr seid es, die ihr das Licht anfacht und anblast in den Herzen vieler, vieler Menschen. Was kümmert und grämt ihr euch, wenn ihr nicht in der Betrachtung die Tage verbringen könnt. Ja, es ist recht, wem Ich die Zeit dazu gebe, zu betrachten und zu beschauen, seinen Geist in Mich zu ergießen, der soll es tun und nicht die Tage in Müßiggang und Trägheit verbringen. Wen Ich aber gestellt habe, das tätige Leben zu üben im heiligen Ordensstand, der soll sich keine weiteren Sorgen machen. Glücklich die Seele, die es erfaßt. Ich werde ihm entgegenkommen an jenem großen Tag, wo das Licht ihm leuchten wird durch die ganze Ewigkeit und ihm sagen: ,Komm, du guter und getreuer Knecht, weil du über weniges getreu warst, will Ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn!’“

Barbara: „O Herr, ist es Dir wohlgefällig, wenn N. sich mit fünf Stunden Schlaf begnügt, um mehr beten und betrachten zu können?“

Jesus: „Übermäßige Strenge ist Mir nicht gar so wohlgefällig, weil der Mensch seine Kraft bemessen muß nach der Beschaffenheit seines Körpers und auch der Gesundheit. Dieser Mein Diener soll noch viel wirken für Meine Ehre und Verherrlichung. Er soll sich begnügen mit dem, was er bisher getan, und sobald sein Körper ein Bedürfnis verlangt, soll er es tun und soll nicht anstehen; denn der Geist und der Körper sind miteinander verbunden.“

Barbara: „N. läßt dich fragen, o Herr, ob er die heilige Messe zu lang liest?“

Jesus: „Mit seiner Andacht braucht er sich nach niemand zu richten. Wenn er getadelt wird von seinesgleichen, dann soll er bedenken, daß nicht alle denselben Geist haben, daß der Geist, den Ich ausgegossen habe über ihn, nicht jedem mitgeteilt ist. Doch soll er auch Rücksicht nehmen auf die Kleinen und Schwachen und alle, die seiner heiligen Messe beiwohnen.

Denn da sind allerlei Menschen, und der eine ist weniger zur Andacht gestimmt als der andere, und der Priester steht auf dem Leuchter, auf den alle schauen. Seine Andacht kann er für sich halten, doch soll er die heilige Messe halten, so wie es die Kirche verlangt, er soll sich nach der allgemeinen Regel der Kirche richten.“

Barbara: „O Herr, soll er erst das Buch vom heiligen Dominikus und vom heiligen Fereri schreiben und dann erst über die heilige Kommunion?“

Jesus: „Es ist recht so, es ist beides gut!“

Barbara: „O Herr, meine Schwester N. in N. fürchtet sich vor einem Schlaganfall!“

Jesus: „Sie steht in Meiner Hand, sie soll das Mir überlassen.“

Barbara: „O Herr, soll der Gebetsbund schon jetzt ausgebreitet werden?“

Jesus: „Je eher, je besser. Die Zeiten sind schlimm, die Zeiten sind gefährlich und werden von Tag zu Tag gefährlicher für die Menschheit. Und je eher der Gebetsbund sich ausbreitet – denn dies ist der Damm, den Ich ausbreiten will in Meiner Kirche –, je schneller wird dem Übel Einhalt geboten werden. Seht nur, Meine Kinder, Ich will euch ein Beispiel geben und sagen, warum Ich gerade zu dieser Meiner Dienerin komme, um durch sie so wichtige Worte zu sprechen, die Ich wirklich rede zu Meiner Dienerin. Seht, in einem verborgenen Winkel steht sie in einer Weltstadt, in einer Gastwirtschaft, von der man gewöhnlich nichts Gutes ahnt und spricht. Von Wirtschaften wird unter Meinen Dienern gewöhnlich nichts Gutes gesprochen. Gerade deshalb will Ich, daß sie in dieser Wirtschaft stehen soll, um die Menschheit zu belehren, daß Ich Meine Geheimnisse überall erschließen kann und erschließen will, wo Ich ein williges Ohr finde. Sie steht in einer Wirtschaft, wo viele Menschen verkehren, Gläubige und viele, viele Ungläubige; denn die Menschen, die viel in einer Wirtschaft sitzen, haben meist wenig Glauben.

Wenn nun Meine Dienerin nicht alle bekehren kann, so müßt ihr aber nur zu der Polizei gehen und hören, welche aus der Stadt Mainz diejenige Wirtschaft ist, wo sie am wenigsten zu tun haben, und sie werden euch sagen, daß es die Wirtschaft ist, wo Meine armselige Dienerin steht.

Seht nun, wenn Meine Dienerin auch nicht alle Menschen bekehren kann, so ist doch ein solcher Respekt ausgebreitet über alle, die hier verkehren, daß kein Geist, auch nicht der schlechteste, es wagt auszubrechen, weil Mein Geist auch den größten Sünder abhält, daß er nicht ausarten kann. Er ist sich dessen ganz unbewußt, er kann es nicht, er kann es einfach nicht. So ist es in der ganzen Welt. So viele sich anschließen an den Bund, so wie es in diesem Hause ist, so soll es überall sein, so soll es in dem Dorf, in der Stadt, in dem Reich werden. Wo viele Mitglieder sind, die den Damm bilden, von dem Ich dauernd spreche, an dem die Wasser des Unglaubens abprallen werden, da wird sich die Welt umgestalten, und unbewußt wird sich ein anderer Geist in der Menschheit erneuern. Natürlich geht das nicht in einem Tag und auch nicht in einem Jahr, aber Ich sage dir, je schneller dieser Gebetsbund ausgebreitet sein wird, desto sicherer ist er der Schild, an dem die Feinde abprallen.

Dieser Damm ist die Zielscheibe des Spottes vieler, woran aber auch der Unglaube abprallen soll. Fest und entschieden sollen sie hinaustreten in die freie, gottlose Welt, sie alle, Meine Diener und Dienerinnen, die sich anschließen werden: Eheleute, Jünglinge, Jungfrauen, Priester und Laien, Bischöfe und Prälaten, sie alle sollen sich anschließen und den Damm bilden, und der Unglaube wird weichen. Ja, der Bischof, der an der Spitze Meiner Gemeinde steht, soll hintreten vor die hohen Häupter und soll ihnen die Wahrheit sagen. Er soll wissen, daß er zum Eckstein geworden ist, an dem die Häupter der Feinde zerschellen werden.

Ihr aber, Meine Kinder, harret aus, besonders du, Meine Dienerin, die du nicht weißt, was kommen wird, wenn Ich anpoche an deinem Leibe. Es ist freilich, daß du den anderen Tag schon nicht mehr weißt, was Ich mit dir gesprochen, weil die Worte, die du sprichst, du an andere richtest. Es wäre freilich besser, wenn du die Worte zuweilen lesen könntest, damit du dich wieder erinnerst, was Ich mit dir gesprochen. Aber Ich sage dir: Harre aus, denn es kommt der Tag, wo alles dir vergolten wird.“

Am Tag nach dem Dreikönigsfest, als Barbara sich immer noch ängstigte und zum Herrn sagte, wie es doch möglich sei, daß Er mit einem so armseligen Wesen wie sie verkehre, da sagte Jesus:

Jesus: „Wenn Ich doch Meine Herrlichkeit verberge unter der Gestalt der heiligen Hostie der Menschen halber, warum sollte Ich denn nicht mit einem Menschen verkehren, um derentwillen Ich vom Himmel herabgekommen bin? Du mußt den Wert einer Seele betrachten und bedenken, daß in jeder Seele die Gottheit erglänzt und bedenken, daß Ich nur auf die Erde gestiegen, um Meinen Vater in den Menschen zu verherrlichen.

An wen soll Ich Mich nun wenden? Soll Ich Mich an jene Sorte Menschen wenden, die Mir tagtäglich den Todesstoß versetzen, die gar nicht einmal an Mich glauben, die fortwährend rufen: Fort mit Christus! Die zweite Sorte Menschen glaubt zwar an Mich, geht aber über Mein Leben so gleichgültig hinweg, als ob es gar nicht gewesen wäre. Die dritte Sorte endlich glaubt an Mich und klammert sich an Mich mit kindlicher Liebe. Wie sollte Ich nicht mit jenen verkehren dürfen? Bedenke doch Meine große Güte. Wenn aber erst eine Seele auch noch für Mich leidet und sich verspotten und verachten läßt, so bin Ich ihr einen Ersatz schuldig. Warum also sollte es nicht wahr sein, daß Ich mit dir verkehre?“

Inhaltsverzeichnis Band 1

142 Zweiter Sonntag im Januar 1897

„Weil ja der Mensch, je mehr er der Sünde frönt, um so mehr die Neigung hat, die Religion ins Lächerliche zu ziehen.“

Lied: Wenn ich, Jesus, dich nur habe

Barbara: „Mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! O verzeihe mir, daß ich mich heute so gar nicht Deinem Willen fügen wollte. Ich wollte so gerne in die Ordensversammlung gehen, um die Predigt zu hören. Wie bin ich doch gar so armselig, daß ich mich so sträube gegen Deinen Willen.“

Jesus: „Ja, das bist du, Meine Tochter! Ich habe dir schon einmal gesagt, daß, wenn Ich anpoche an deinem Leibe, du wissen sollst, wer es ist, und daß du deinen Willen beugen sollst, und Ich habe gestern schon angefangen, an deinem Leibe anzupochen, um dich vorzubereiten, damit du sehen könntest daran, daß du heute nicht deinem Willen nachgeben sollst. Du bist ein eigensinniges Ding!

Siehe, es ist jetzt die Zeit gekommen, wo das Volk wieder, besonders hier in Mainz, sich allen Lastern hingibt. Von dem Tag Meiner Geburt an fängt der Teufel an, hier zu arbeiten durch die karnevalistischen Sitzungen, durch die Belustigungen, durch die Teufelsspiele, die da geübt werden. O wie dunkel ist es in dieser Stadt! Von Weihnachten bis in die Fastenzeit hinein gibt man sich solchen Teufelsübungen hin, wodurch die Jugend verführt, wodurch dem Laster gefrönt wird, wo man die Wochentage dazu benutzt, um neue Pläne zu schmieden, wie man die Religion untergraben und verspotten kann, wie man die Religion ins Lächerliche ziehen kann; weil ja der Mensch, je mehr er der Sünde frönt, um so mehr die Neigung hat, die Religion ins Lächerliche zu ziehen. Denn der sinnliche Mensch braucht keine Religion. Wundere dich nicht, wenn Ich euch Leiden auferlege, ihr treuen Kinder Meines Herzens.

Seid zufrieden, wenn es dunkel ist in euren Herzen, wenn ihr nicht wißt, was das für Leiden sind, die euren Geist niederdrücken. Seht, es ist das Hereinleuchten Meines Geistes, Der gar so betrübt ist in dieser gottlosen Welt, Mein Geist, Der unter euch wohnt, Der unter euch wirken will, und je mehr Er hinausgestoßen wird aus den Herzen Seiner Kinder, desto mehr sucht Er Ersatz an Herzen Seiner treuen Kinder, an treuen Seelen.

Die Priester müssen den Schmerz mit Mir teilen, da sie zusehen müssen, wie Mein Volk sich hineinwirft in dieses Teufelsnetz, das die Welt ausspannt, um alle Kinder einzufangen, die Mir noch treu anhangen, ja, sie müssen teilen mit Mir den Kummer, weil sie sehen, daß alle ihre Worte in den Wind hinausgesprochen sind, sie müssen teilen mit Mir den Schmerz, wenn sie sehen, wie diejenigen, die sonst gute Christen sind, in diesen Tagen sich betragen wie die Heiden und wie die Gottlosen unter den Menschen. Sie müssen den Schmerz mit Mir teilen, wenn sie im Beichtstuhl sitzen und anhören, wie gleichgültig man es dahersagt, seine Unschuld verloren zu haben.

Ihr aber, Meine Kinder, ihr sollt den Schmerz mit Mir teilen und eure Leiden Mir aufopfern zur Sühne für so viele Kinder der katholischen Kirche, die nur noch dem Namen nach Christen sind. Du weißt nicht, wenn Ich anpoche an deinem Leib, was das zu bedeuten hat und willst dich wehren deswegen. Aber siehe, Leiden und Sühne verlange Ich, Leiden und Sühne. Du sollst ersetzen, was an Meinem Leiden fehlt; denn Ich bin eingegangen in Meine Herrlichkeit. Obwohl Ich noch unter euch wohne, bin Ich doch jetzt leidensunfähig und wohne noch in Meinem Leibe in geheimnisvoller Weise unter euch. Ihr aber, Meine Kinder, seid nicht leidensunfähig, ihr tragt den Körper mit euch herum, und dieser ist es, der Mir ersetzen soll, was an Meinem Leiden noch fehlt für viele Meiner Kinder. Ihr sollt Mir die Glieder heilen, die erstarrt sind an Meinem mystischen Leib, ihr sollt Mir die Glieder ersetzen, die abgestorben sind. O klagt nicht, leidet gern mit heiliger Freude.“

Barbara: „O mein Jesus! Ja sieh, ich muß aber so viel unterlassen, ich habe gar keinen Eifer so wie früher, ich gebe mir so viel Mühe und bringe nichts zustande, weil ich bald dies und bald jenes zu krächzen habe. Dann muß ich auch Rücksicht auf die Familie nehmen, weil ich doch sonst viel Zeit verbrauche. O ich bin ganz unglücklich, daß ich so wenig tun kann zu Deiner Ehre. Kannst Du denn so wirklich mit mir zufrieden sein?“

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, dieses ist es ja, was Ich dich lehren will. Derjenige Mensch, den Ich das nicht fühlen lasse, weicht ab; ohne es zu merken, kommt er auf Irrwege. Wenn der Mensch dann noch sich selbst überlassen ist, so geht er schnurstracks auf dem Weg des Hochmuts weiter und fällt in einen schauerlichen Abgrund, den Abgrund des Stolzes. Das können mitunter fromme Seelen sein, die Mir lange gedient haben, die aber immer nur sich selbst suchen und auch einen verborgenen Eigenwillen in sich herumtragen. Wenn Ich nicht rasch mit ihnen zu Werke gehe und ihnen schnurstracks entgegentrete, fallen sie in den Abgrund des Stolzes, in den schon so viele gefallen sind, Meine Engel obenan.

Deswegen lies in den Büchern der Heiligen, ob Ich nicht alle Seelen, die Ich zu hoher Vollkommenheit leiten wollte, auf diesen Weg führte, daß Ich ihnen die Frömmigkeit zuweilen verleidete und Mich in ihnen zurückzog, damit sie sahen, daß das, was Ich in ihnen wirke, nicht ihr Verdienst sei. Siehe, auch du mußt erkennen, daß die Gnaden, die Ich dir gebe, die Ich über dich ausgegossen, nicht dein Verdienst sind, und daß du nicht einmal ein Wort aussprechen kannst, das von Mir handelt, wenn Ich dir nicht die Gnade dazu gebe, nicht einmal einen guten Gedanken fassen kannst, wenn Ich Mich zurückziehe. Daher diese Trockenheit und Dunkelheit in dir, wenn Ich Mich zurückziehe. Merke dir das!“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus! O Herr, N. bietet sich Dir an als eucharistisches Opfer. Willst Du es annehmen?“

Jesus: „Ja, ja, es ist recht so, sage ihm einen herzlichen Gruß von Mir. Sage ihm aber, daß er sich vorbereiten möge auf große Leiden und Kämpfe, die seiner warten. Er soll wissen, daß es nicht immer so bleiben wird in seinem Herzen, wie es jetzt ist. Es wird eine Zeit kommen, wo der Eifer in ihm erlöschen wird, wo er nur mit großer Mühe sich erinnern wird, was er angefangen, was er Mir gelobt hat; denn die Dinge, die im geistigen Leben vorkommen, verwirren auch den besten Menschen. Denn ihr alle, Meine Kinder, müßt wissen, daß dies der Kampf ist um den Preis, den Siegespreis zu erringen. Niemand wird gekrönt, der nicht gesetzmäßig gekämpft hat. Seht, alles, was um euch vorgeht, das sollte niemand genieren. Jeder soll in sich hineinblicken, ob in seinem Innern die Liebe wohne, die Liebe zu Gott und zu seinem Mitmenschen. Dies allein soll die Richtschnur sein, die euch sagen wird, ob Gottes Geist in euch wohnt oder der Geist der Welt.

Ihr dürft nicht schauen auf die Dinge, die um euch vorgehen, die euch in die Irre führen können. Ferner müßt ihr nicht sehen auf das, was in euch vorgeht, ob ihr euch lau oder kalt fühlt, ob ihr euch angetrieben fühlt, ein laues Leben zu führen, weil der Gebetsgeist in euch erloschen ist. Seht, das alles muß euch nicht kümmern, gerade dann müßt ihr fortschreiten wie früher, als der Eifer in euch wohnte, denn in tiefster Seele, im letzten Kämmerlein des Herzens bin Ich doch und lauere nur, ob all der Dinge, wie ihr sie behandelt, ob es euch Ernst ist, Mir zu dienen. Dies ist der Prüfstein, woran Ich die Meinigen erkennen will, nicht in süßen Worten.“

Barbara: „O Herr, Du scheinst doch jene Jungfrau zu beglaubigen durch wunderbare Dinge, das verwirrt mich ganz.“

Jesus: „Ich habe euch gesagt durch Meine Dienerin, daß ihr diese Jungfrau nicht länger beachtet, daß ihr nicht mehr von ihr sprechen und euch nicht um die Dinge kümmern sollt, die dort vor sich gehen. Das alles überlaßt Mir. Eure Pflicht, die Ich von euch verlangte, ist nun geschehen, und Ich sage euch: Ich spreche Meine Worte nicht umsonst, daß ihr die Dinge, die außerhalb von euch liegen, und die euch verwirren wollen, einfach sollt beiseite legen, ihr sollt tun und glauben, was Meine Kirche lehrt und was Ich in stiller Zurückgezogenheit und Verborgenheit mit euch rede; denn der Geist, Der zu euch spricht, ist nicht der Geist dieser Jungfrau. Niemand kann sagen ‚Herr Jesus‘, außer im Heiligen Geist, und prüft die Geister, und was gut ist, behaltet. Seht, die Welt schlingert immer tiefer und tiefer hinein in den Abgrund des Unglaubens.

Ich muß außergewöhnliche Dinge wirken in Meiner Kirche, um den Glauben zu beleben und um der Menschheit zu zeigen, daß Ich nicht umsonst unter ihnen wandelte, daß Ich nicht umsonst unter ihnen gelitten habe; denn man will Mich hinausschaffen aus der Schöpfung. O harret aus! Leidet und duldet und betet für diejenigen, die es nicht mehr tun; denn an jeder Seele hängt Mein Herzblut!“

Barbara: „O Herr, willst Du Dir nicht den Sohn von N. zum Priester nehmen?“

Jesus: „Er wird kein Priester, denn die Priester aus solchen Familien sind nicht nach Meinem Herzen. Das Kind nimmt die Eigenschaft des Vaters an, es erwacht früher oder später in ihm dieselbe Neigung, derselbe Leichtsinn. O die armen, armen Familienväter! Wie ist die Zeit zu bedauern und zu beklagen! Mit welchem Schmerz durchschaue Ich hier die Familien in Mainz! Woher kommt es, daß so viele Selbstmorde, so viele Greuel verübt werden Tag für Tag, wenn nicht daher, daß das Familienleben ganz und gar zerrissen ist. Die Verbindung zwischen Mir und den Menschen findet nicht mehr statt; denn in jedem katholischen Christenherzen will Ich wohnen. Christ heißt soviel wie mit Mir verbunden sein, und wie viele, viele Familien sind nicht mehr mit Mir verbunden, weil sie sich getrennt von Meinem Geist, sie hören nicht mehr auf Mein Wort, das Ich sprechen lasse durch Meine Diener. O wie braucht es hier in M. noch Kräfte, um dem Übel Einhalt zu tun, Gebetskräfte!

Ja, Ich habe viele und eifrige Priester. Ich habe auch viele, die Mir recht treu dienen, aber das Übel ist stark geworden, es ist chronisch geworden, das Leiden. Doch, Meine Kinder, verzagt nicht, werdet nicht irre, fahret fort, Tag für Tag vor Mir zu wandeln, euch zu opfern für jene, die es nicht tun, die lau und kalt einhergehen, die ihr Herz abgewendet haben von Mir. Je großmütiger ihr euch einsetzt für andere, desto liebreicher will Ich euch aufnehmen und eure Fehler vergessen, und eure Tugendakte, die ihr übt, sei es durch Gebet, durch Almosen oder durch Abtötung, sie alle will Ich aufnehmen, um Seelen zu retten. Denn Seelen, Seelen verlangt Mein Herzblut, und solange Ich das Lebenslicht eines Herzens noch nicht ausgelöscht habe, so lange kann es noch gerettet werden. Habt guten Mut, geht Hand in Hand, schaut auf niemand. Fraget nicht, ob die Zeit da ist, geht, wenn Ich im Herzenskämmerlein euch rufe, vor Meinen Tabernakel. Wenn Ich euch rufe, dann kommt und leistet Abbitte und Sühne für jene, die es nicht tun.

Der Bund, der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu, wovon Ich dir gesagt habe, soll der Mittelpunkt sein zur Besserung der menschlichen Gesellschaft; denn die besten Kinder der Kirche werden daran teilnehmen. Sie werden eingehen in diesen Bund; denn Ich will, daß viele Kräfte zusammenstreben zu einem Ziel, zur Verbesserung des Geistes. Darum sage Ich immer wieder und wieder zu Meinen Dienern und zu euch, die ihr immer so mit eurer Schwachheit zu tun habt, vergeßt euch selbst und denkt an Mich. Wenn Ich vergesse, warum nicht auch ihr? Vergeßt eure Armseligkeit, und Ich will zufrieden sein. Denkt an das große Ziel, das ihr erstreben sollt, und wie viele, viele Menschen es gibt, die ihr letztes Ziel und Ende vergessen.

Wenn Ich sage, daß Ich all denjenigen, die in den Bund eintreten, ein besonderes Vorrecht geben will, die heilige Freude nämlich; was will Ich damit anderes sagen, als daß sie vergessen sollen ihre eigenen Schwächen und Fehler, nicht um stolz zu sein, nein, um mit um so größerem Verlangen zu Mir zu kommen und Mir die großen Anliegen im Herzen vorzutragen und zu erleichtern, indem sie mit sich selbst zufrieden sind, weil Ich mit ihnen zufrieden bin, weil Ich sie im Herzen trage, weil sie sich selbst vergessen können. Das kommt ihren Mitmenschen zugut.“

Barbara: „O Herr, ich weiß nicht, wie ich N. raten soll. Ich fürchte, sie wird mir viel Zeit rauben, wenn ich ihr rate herzukommen.“

Jesus: „Laß sie nur kommen, du mußt nicht auf alle die Kleinigkeiten sehen. Ich habe dir neulich schon gesagt und euch allen, die eurem Bund sich anschließen, daß ihr allen denjenigen, die sich nahen, mit Liebe entgegenkommt, daß jeder, der mit euch verkehrt, sehen muß, welcher Geist in euch lebt. Ihr sollt niemand abstoßen, wenn es auch bisweilen lästig ist; ihr müßt immer auf Mein Beispiel sehen, vorausgesetzt, daß guter Wille dabei ist. Jene Seelen, die sich euch nahen, die eine andere Absicht haben als die, Mich zu suchen, denen seid ihr nicht verpflichtet. Aber diejenigen, die sich nahen mit gutem Willen, werden nicht leer ausgehen.

Grüßt mir alle herzlich, die sich mit euch verbinden und vereinigen wollen. Sagt insbesondere Meinem Diener Pater Bonifaz einen herzlichen Gruß. Sage ihm, er möge fortfahren in seinem gefaßten Plan und möge sich alle Mühe geben, um über all die Dinge hinwegzugehen. Er möge nur N. folgen, dann wird er sehen, welche gute Folgen es für ihn haben wird, so daß seine Umgebung von ihm lernen wird. Er soll in seiner Demut nicht gar so tief gehen; denn eine gar so tiefe Demut ist auch ein wenig Stolz.

Sage es nur, Ich bin Derjenige, Der mit den Kleinen gerne verkehrt, mit denjenigen, die in ihrem Herzen den Kindern gleichen, die über alles hinweggehen, die leicht glauben, die leicht erfreut sind, über jedes Spielzeug sich leicht erfreuen können. So sollen Meine Diener werden. Kinder sollen sie werden, die leicht erfreut sind, wenn sie auch noch etwas Gutes finden an einem Untergebenen.

So sollt ihr über alles hinweggehen und zeigen, daß ihr alle Unbilden vergessen könnt. Sage es ihm, er wird es verstehen, wie Ich es meine. Ihr, Meine Kinder, freut euch in Mir, werdet nicht mutlos, wenn Ich Mich in euch zurückziehe, wenn Zeiten kommen, wo Mein Herz so betrübt ist wie jetzt, wo ihr mit Mir leiden müßt, wo ihr mit Mir leiden sollt bis nach Fastnacht. Dann werden auch wieder fröhliche Zeiten kommen, da Mein Herz ein wenig aufatmet, weil das weltlich gesinnte Volk anfängt, ein wenig nachdenklicher zu werden. Seht, welche Nachsicht Ich mit den Kindern der Welt haben muß, doch will Ich sie retten. Ja, ja, Ich will sie retten!“

Am Morgen nach der Wandlung:

Jesus: „Ich habe euch nach A. gesandt, um die Priester zu warnen, denn die Jungfrau soll sich ihrer Kirche unterwerfen. Ich will, daß du dich nicht weiter beunruhigst, sondern über alles hinweggehst. Denn ohne Unannehmlichkeiten kann so etwas nicht abgehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

143 Zweiter Freitag im Januar 1897

„Ich bin ein Gott der Wahrheit, und Wahrheit und Lüge können nicht zusammen in einem Herzen wohnen.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr, daß Du gekommen bist, mich heimzusuchen in meinem Elend. O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Zu sehr liegt mein Herz darnieder, als daß ich singen könnte. O mein Heiland, in was für verwickelte Sachen werde ich da mit hineingezogen? Ich habe ja nur Dich gesucht und finde jetzt solch verstrickte Dinge. O erbarme Dich meiner und kläre doch den Fall mit dieser Jungfrau. O mein Herr! Warum hast Du uns denn nach A. geführt? Willst Du mir dadurch beweisen, daß ich getäuscht bin? Ich bitte Dich um derjenigen willen, die mit uns verwickelt sind, sage uns doch, was das Rechte ist, damit niemand länger in Irrtum geführt werde. O mein Jesus! Es ist doch Kreuz genug in der Welt. Spaltung und Ärgernis sind auch inmitten der besten Kinder der katholischen Kirche. Man weiß nicht mehr, woran man sich halten soll.

Was der eine für gut befindet, will der andere vernichten, hält es für sündhaft, für schlecht und volksverderblich. Wo soll man sich da noch hinwenden, um den rechten Ausweg zu finden? Wer hat uns zu dem fremden Priester geführt? Wir nicht, also hast Du es getan. Du hast sie mit uns in Verbindung gebracht. Wer hat uns nach A. geführt, da wir die Jungfrau nicht einmal zu sehen wünschten? Man sagt, der Teufel sei in mir und rede neben Dir. Ist denn das möglich? O gib uns doch Aufschluß! Ich bin bereit, alles zu widerrufen, was ich von dieser Jungfrau gesagt, wenn es Dein Geist nicht ist.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe dir gestern gesagt, daß du unbekümmert sein sollst über all die Dinge, die da vorgehen auf der Welt. Ich habe dir schon vor langer Zeit gesagt, daß das die erste Strafe ist, die Ich hereinbrechen lasse über das Menschengeschlecht, weil es abgewichen ist vom rechten Weg: Das große Zerwürfnis in Meiner Kirche selbst, daß die besten Meiner Kinder sich zerfleischen unter sich, die Priester unter sich, die Guten unter sich, das Volk unter sich, und das selbst unter denjenigen, die Ich Mir erwählte, die Ich Meinen Kindern vorstellen will, daß Ich wirklich unter euch wohne.

Ich habe dir gesagt, und Ich sage dir noch einmal, daß selbst unter diesen sich allerlei einschleicht, was Meines Geistes nicht ist. Ich habe jene Jungfrau erwählt und in frühester Kindheit sie an Mich gezogen, Ich habe sie auf das Schmerzenslager geworfen, Ich habe sie eingeführt in Meine Geheimnisse, um durch sie der Welt die triumphierende Kirche vorzuführen. Ich habe sie in Verbindung gesetzt mit Meiner triumphierenden Kirche, aber ihr Geist hat sich eingemischt mit der Zeit, und der Geist des Stolzes, der in jedem Glied Meiner Kirche, in jedem Fleisch steckt, ist nicht genug zu bekämpfen, wenn der Mensch ihm Vorschub leistet, oder wenn ihm Vorschub geleistet wird von irgendeiner anderen Seite her. Dann wird das Übel stärker in dem Menschen und der Mensch kommt allmählich auf Abwege, ehe er es vermutet.

Und nun kann Ich aber doch eine Seele, die auf Abwege geraten ist, aber dies nicht durch sich allein, sondern durch Einwirkung anderer, auch nicht bestrafen und nicht sagen, sie ist verdammt und sie ist nicht mehr zu retten, noch kann Ich das, was Unrecht an ihr ist, für Recht annehmen und Meinem Volk vorstellen. Nein, nein, Ich bin ein Gott der Wahrheit, und Wahrheit und Lüge können nicht zusammen in einem Herzen wohnen. Die Jungfrau soll eingeführt werden in Meine Kirche. Es haben sich Mißgriffe eingeschlichen, Mißtöne, die nicht von Mir herrühren, die ein anderer Geist wirkt, und Meine Diener, die dies nicht glauben wollen, sollen erst einmal der Wahrheit Zeugnis geben. Sie sollen als treue Diener Meines Herzens bedenken, daß sie doch, obwohl ihr Eifer nicht zu tadeln, obwohl sie seeleneifrige Diener Meiner Kirche sind und Ich ihren Eifer loben muß, auch einmal Rundschau halten in ihrem eigenen Herzen und sehen, ob ihr Eifer für die Jungfrau A. nicht ein allzu übertriebener Eifer ist, ob nicht, indem sie wähnen, Mich zu suchen dort bei der Jungfrau, sie nicht vielmehr sich selbst suchen, ihre Eigenliebe.

Sie sollen sich einmal eine Entsagung auferlegen und somit der Wahrheit Zeugnis geben, daß sie nur Mich allein suchen, jener Jungfrau aber zu wissen tun, warum sie nicht mehr kommen, sie hinweisen auf ihre Seelsorger, die Ich ihr an die Seite gestellt, unter deren Obhut sie sich befindet. Ihr aber, Meine Diener, sollt wissen, daß Ich über jedes Meiner Kinder wache, daß Ich ein Auge habe, ein Vaterauge, das sieht auf die Guten und auf die Bösen, das Nachsicht haben muß mit jedem Seiner Kinder.

Bedenket, Meine Diener, so viele gelehrte Geister gibt es, die doch gute und fromme und brave Diener sind in Meinem Reich, die nicht einmal begreifen wollen und glauben und annehmen, was Ich durch ein unerfahrenes Geschöpf rede, durch ein unwissendes Mädchen rede, und dieses im Geist übe, wo doch ein jeder Mensch glauben muß, daß Ich im Geiste zum Geiste rede, und daß dieses gar nicht gegen die Vernunft ist und vernunftwidrig sein muß, die aber dennoch daran herumdeuteln.

Ja, sage Meinen Dienern, die dir vorwerfen, der Teufel sei in dir und rede neben Mir, sage es ihnen, wie viele es denn glauben und annehmen, daß Ich solche Dinge wirke, wie sie in A. gewirkt werden. Vor allem soll die Jungfrau sich ihren Vorgesetzten unterwerfen. Dies verlange Ich als ein Gott der Einigkeit und des Friedens. Wenn dann Meine Diener sich dennoch sträuben und die Jungfrau nicht annehmen wollen, dann erst ist es an der Zeit, daß ihr euch einmischt, und es wird dann auch niemand mehr Anstoß nehmen an dem, was dort geschieht.“

Barbara: „O Herr, die ganze Welt ist ja so erschüttert, so viele Dinge gehen vor, die man nicht begreift, auch die besten Katholiken werden irre. Wo soll das hinführen?“

Jesus: „Daran müßt ihr nicht irre werden. Ihr sollt geradeaus gehen, nicht rechts und nicht links schauen, und solange sich niemand um euch kümmert, ruhig weiterfahren wie seither. Sobald es aber einem Meiner Diener gefällt, dich aufzusuchen, sich zu überzeugen von der Wahrheit, dann sollst du dich ruhig hingeben und nicht tun wie jene Jungfrau. Nur dann bleibt echt, was Ich wirken will. Ich habe euch zusammengeführt, weil es gar zu notwendig ist, daß einer den anderen unterstütze, und weil Ich die Kirche vor Irrtum und Schaden bewahren will. Nach und nach schleicht sich das Übel ein und schließlich, wenn auch lange Zeit verborgen, kommt es ans Tageslicht, und vieles wird dann verdorben unter den Schwachen. Meine Kirche weiß schon, ihre Kinder zu behandeln.

Du aber verbringe deine Tage, anstatt zu grübeln und dich abzuhärmen, in Danksagung zu und in Vorbereitung auf neue Gnaden; denn siehe, wie Meine schützende Hand über dir ist und wie Sie dich führt und leitet. Ich werde dich nicht aus der Hand geben, denn da, wo du bist, kannst du nicht irregehen. Ich habe dich auf fette Weide gestellt und das Schäflein, das hier weidet, kann sich Tag für Tag sättigen, es kann an der Quelle, die da sprudelt fort und fort, ihren Durst stillen nach Gerechtigkeit und Liebe. O möchten doch alle, die es lesen, erkennen, wie unendlich gut Ich bin, und sich anschließen an den Bund, den Ich mit euch geschlossen habe. Sie sollen Meine Worte bedenken und sehen, wie wenig Ich verlange, wie treu Mein Vaterauge wacht über alle Seine Kinder, wie Ich diejenigen, die auf Abwege geraten sind, zurückführen will zu Meiner treuen Herde, wie Ich jedem Mein Herz offenhalte, damit es hineinschlüpfe durch diese kleine Pforte. Ihr müßt wissen, daß Ich nur zu treuen Seelen, zu gläubigen Herzen rede.

Das, was Ich mit euch rede, gilt nicht der ungläubigen Welt, gilt nicht jenen Herzen, die abgewichen, die ausgetreten sind aus Meinem Schafstall. Diese könnten Meine Worte, die so viel Güte und Nachsicht in sich bergen, nicht einmal begreifen. Ihr aber, Meine Kinder, ihr könnt sie wohl begreifen, die ihr Tag für Tag hineinschaut in das Licht, die ihr schöpft aus der Quelle, die nie mehr, nie mehr für euch versiegen wird, bis Ich euch einführen werde vom Glauben zum Schauen in unendliche Glückseligkeit. Nur sollt ihr Mir jene, die draußen stehen, durch euer Gebet, durch euer Sühne- und Opferleben zurückführen.

Meinen Dienern aber sage Ich, daß sie nicht irre werden sollen an dem, was sie gelesen, was sie so spitzfindig herauslesen aus den Offenbarungen, die Ich ihnen durch euch übersenden ließ über jene Jungfrau, an der sie mit besonderer Vorliebe hängen. Sie sollen wissen, daß Ich sie bestimmt habe, viele, viele Schäflein zu weiden und auf gute Weide zu führen, und daß deswegen ihr Herz muß geläutert werden, gereinigt und gesiebt von jenen Leidenschaften, die allen Menschen ankleben, und auch sie sollen sich an die Brust schlagen und sollen sprechen: ,Mea culpa’, und mit dem Zöllner: ,Ich bin ein armer Sünder’. Und jenes Kind Meines mystischen Leibes, das wähnt, nicht mehr der Gefahr ausgesetzt zu sein, das wähnt, es sei so hoch auf dem Gipfel der Vollkommenheit, daß es nicht könne zurückfallen in den Kot einer niederen Leidenschaft, ist schon getäuscht und ist schon gefallen.“

Barbara: „O Herr, warum sagte Jungfrau A., daß sie mich nicht kenne?“

Jesus: „Weil sie einen anderen Weg geht als du, sie braucht dich auch nicht zu kennen, wenn Ich dich nur kenne.“

Barbara: „O Herr, ist sie denn nicht im Kirchenbann?“

Jesus: „Sie hat ihrem Bischof und ihren Seelsorgern den Gehorsam verweigert mit dem Vorwand, sie könne sich nicht entschließen, sie könne nicht aus dem Haus.“

Barbara: „O Herr, Du scheinst doch ihr Benehmen als richtig zu beglaubigen, weil Du ihr doch täglich die heilige Kommunion reichst?“

Jesus: „Das war nicht recht von ihr, und von dort an mischte sich ein anderer Geist mit ein. Sie soll sich ihren Priestern unterwerfen und dann zusehen, was da kommt, dann werden auch andere glauben, die Ich ihr zuführen werde.“

Luise: „O Herr, willst Du denn meine stenographischen Übungen auch als Gebet aufnehmen, da ich damit so viele Zeit verbrauche?“

Jesus: „Ich bin ja zufrieden mit dir. Ich habe dich noch nie getadelt, und du weißt ja wohl, weswegen Ich dich Meiner Dienerin zur Seite gestellt. Die Menschheit braucht Belehrung. Alle die Dinge, die da vorkommen, die euch beunruhigen und beängstigen, setzt euch darüber hinweg. Es sind das kleine Kreuze, die euren Weg verdunkeln, die euch aber nicht aufhalten. Sie alle opfert Mir auf und geht ruhig weiter, damit die Welt sieht und sich erbaut an eurer Standhaftigkeit. Du aber, Meine Dienerin, Ich habe dir schon oft gesagt, daß nur von deiner Beharrlichkeit der Sieg abhängt, daß Meine Diener nur dann es glauben werden, wenn du ausharrst bis ans Ende. Also fasse Mut, und du wirst die Krone des Lebens empfangen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

144 Dritter Mittwoch im Januar 1897

„Daß die Sünder, die Mich gleichsam von sich gestoßen, Mich und Meine Gerechtigkeit auch furchtbar herausfordern.“

Als Barbara am Mittwoch der Frühmesse beiwohnte, sah sie den lieben Heiland in einem blühenden Garten, der ringsum mit einem grünen Zaun umgeben war, freudig erregt und recht behaglich auf und ab wandeln.

Barbara: „Mein lieber Jesus, bin ich denn nicht getäuscht?“

Jesus: „Nein, Meine Tochter, du bist nicht getäuscht; denn jede gerechte Seele ist Mir ein solcher Lustgarten, und weißt du, was der grüne Zaun bedeutet? Das ist der lebendige Glaube, der Mich im Garten hält und der immer grün sein soll, und der lebendige Glaube ist es auch, der in der gerechten Seele immer wieder neue Blumen und Pflanzen erzeugt durch die Tugenden und guten Werke, die eine solche Seele verrichten wird.“

Am anderen Tag sagte Barbara nach der heiligen Kommunion zu Jesus:

Barbara: „Es scheint mir, daß ich gar keine solche gerechte Seele bin, wie Du mir gestern gezeigt, weil die Sünder, um die ich Dich schon so oft angefleht, sich noch nicht bekehrt haben.“

Jesus: „Du mußt wissen, daß die Sünder, die Mich gleichsam von sich gestoßen, Mich und Meine Gerechtigkeit auch furchtbar herausfordern. Wo bleibt nun Meine Gerechtigkeit, wenn Ich auch diese gleich befördern würde und wollte alles vergessen? Aber das kann Ich dir versichern, daß viele Sünder gerettet werden durch das Gebet frommer Seelen.“

Und Jesus zeigte Barbara den Tod von Lieschen, das heißt, ihren Einzug in den Himmel, und wie eine große Schar Leute ihr folgten, und Jesus sagte:

Jesus: „Die alle hat Lieschen gerettet. Niemand, auch die größten Heiligen wußten nicht, was durch ihr Gebet geschieht, und so geht es Lieschen. Sie wird von oben herabsehen, was ihr Gebet bewirkt.“

Jesus zeigte Barbara auch eine Jungfrau, die kürzlich gestorben, und die um ihr Gebet bat.

Jesus: „Diese Seele hat sonst nicht viel abzubüßen, aber eine Seele, die täglich kommuniziert, darf es sich nicht so bequem machen. Die Zeit, welche sie zubringt vor Mir, wo sie mit Mir verkehrt, soll sie sich nicht so bequem setzen; deshalb muß sie noch leiden.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

145 Dritter Freitag im Januar 1897

„Denn nur gerechte Seelen sind es, die noch die Welt erhalten können, die noch verlängern werden den Bestand der Welt.“

Lied: O süßester Jesus mein...

Barbara: „Mein Jesus, warum sehe ich Dich und Deine heilige Mutter vor Dir in einem Bußgewand?“

Jesus: „Meine Tochter! Du siehst Meine heilige Mutter in dem aschgrauen Gewand, um euch zu erinnern, was Mein Herz verlangt von euch: Buße und Sühne! O seht in die Welt, o seht euch um hier in der Stadt Mainz, wem gedient wird, und besonders gedient wird in diesen Tagen. Seht, ihr sollt ja nicht alleinstehen, die Mein Herz beschwichtigen sollen, ihr sollt euch vereinigen mit Meiner lieben Mutter. O wie liegt Sie vor Mir und wie sucht Sie, Mein Herz zu trösten. Aber nicht genug! Über und über strömt Mein Herz vor Bitterkeit, wenn Ich sehe, wie die Christen, die Ich erkauft habe mit Meinem Herzblut, die Ich genährt habe an Meinem Tisch, die Ich hingestellt habe an die Quelle des lebendigen Wassers, wie sie jetzt sich laben an den Trögen der Schweine.

Wie ist Mein Herz in Bitterkeit versenkt, wenn es sich umsieht hier in dieser Stadt. Glückselig die Landleute, die Mir in der Einfalt ihres Herzens dienen, die nichts wissen von diesen Teufelsübungen, die Meinen Zorn herausfordern, der genug herausgefordert ist durch den Unglauben, der die ganze Welt überschwemmt. Wenn aber zu dem Unglauben, der gepredigt wird in jeder Schenke, auch im letzten, kleinsten Dörfchen, auch noch die Sittenlosigkeit sich gesellt, dann ist es aus mit Meiner Herrschaft, dann kann Ich abziehen.

O Mein Volk, o höre doch die Worte, die Ich zu dir spreche durch Meine Dienerin. O kehrt doch um, ihr Völker. Seht doch, wie gut Ich bin! Ihr, Meine treuen Kinder, die Ich an Mich gezogen, die Ich berufen, an Meinem Tisch zu sitzen und mit Mir Gastmahl zu halten, ja seht, ein Gastmahl ist es für Mein Herz, wenn Ich mit euch verkehren kann, wenn Ich euch Mein Herz erschließen kann.“

Barbara: „O Du großer Gott! O Du unendlicher Gott! (Unter bitteren Tränen!) O ein Gastmahl ist es für Dich! Ist es denn möglich, daß Du Dich so herabläßt zu uns armen Sündern, um mit uns zu reden? O nimm hin meine Tränen, die ich mit Dir teile über die gottlose Welt, über die Kinder hier in Mainz, die sich schon beteiligen an den Teufelsübungen. Jedes Jahr munterst Du mich auf, daß ich Dir soll Sühne leisten, und ohne es zu wissen, kann ich mich nicht von Dir trennen in der Kirche seit dem Dreikönigsfest, und heute erst ist es mir eingefallen, warum dies so ist. O ich danke Dir für Deine unendliche Liebe, die Du mir Tag für Tag erweisest.“

Jesus: „Trockne nur deine Tränen, Meine Tochter, und höre, was Ich dir vorhin sagte: Siehe, ein Gastmahl ist es für Mich, wie wenn ein guter Freund sich ein Vergnügen machen will, und dann führt er seine Freunde zusammen, setzt ihnen gute Speisen und Getränke vor, um sich bei ihnen nach Herzenslust aussprechen zu können, um den Drang seines Herzens befriedigen zu können, entweder um ihnen eine Freude, die er teilen möchte, mitzuteilen, oder auch nach einem großen Verlust oder ein bitteres Weh ihnen zu klagen, und um diesen Verlust vergessen zu können. Um dieses Wehes wegen lädt er seine Freunde ein, sich durch dieses Gastmahl in seinen Freunden zu erfreuen. Siehe, das ist es, warum Ich euch zu Mir geladen, das ist die Art und Weise, wie Ich mit euch verkehre. Ich lade euch zu Mir an Meinen Tisch ein, entweder, um Meinen Schmerz euch mitzuteilen, den Ich fühle über den Undank so vieler Kinder Meines Herzens, oder um euch die Schönheit und die Freude mitzuteilen, wenn die Kirche ein Fest begeht, das Mir zu Ehren gefeiert wird, oder sonst eines Lieblings Meines Herzens, der schon eingegangen ist in Meine Herrlichkeit.

Nun sehet, wie gut Ich bin! Obwohl der Himmel Mein Eigentum ist und die Erde der Schemel Meiner Füße, so finde Ich es nicht zu kleinlich, mit Meinen Geschöpfen zu verkehren, Mich mit ihnen zu unterhalten, Mich in ihnen zu erfreuen, ihnen Meinen Schmerz zu offenbaren, damit sie ihn mit Mir teilen. Denn wisset, was eine Seele wert ist, sie ist so viel wert wie der Himmel, wie die ganze ewige Glückseligkeit wert ist, denn in der ewigen Glückseligkeit wohnt ja die Gottheit in der ganzen Fülle, und diese soll ja das Geschöpf sein eigen nennen und in alle Ewigkeit genießen; Ich sage dir, in der ganzen Fülle der Gottheit. Ja, ja, das Geschöpf soll sie genießen, es soll sie zum Eigentum besitzen, das heißt, es soll in die Fülle der Gottheit eingehen und in alle Ewigkeit sich in ihr erfreuen.

O geht hinaus, sagt Meinen Dienern, wie sehr Mein Herz verlangt, daß die Menschen Mich erkennen, Mich, den unendlichen, gütigen Gott, wie sehr Mein Herz verlangt, die Menschen zu retten, in den Menschen Meine Wohnung aufzuschlagen. Ich habe dir nicht umsonst am Mittwoch im Dom den schönen Garten gezeigt, in dem Ich lustwandelnd einherging. Ich habe dir nicht umsonst gesagt, daß der Garten eine jede gerechte Seele ist; in einer jeden gerechten Seele finde Ich Meine Lust und Freude, in ihr will Ich Mich vergnügen und trösten über den Undank der Welt. Ich habe die Welt erschaffen und das Geschöpf in die Welt gesetzt, den Menschen, damit er Meine Schöpfung genießen soll. Wo bleibt aber der Tribut für all das, was Ich getan?

Siehe, Millionen und Millionen Menschen kennen Mich nicht mehr und Tausende und Millionen sind gar von Mir getrennt; in ihnen kann Ich nicht lustwandeln, in ihnen wandelt ein anderer. Darum versteht doch, Meine Diener, warum Ich so dringe und dränge um die Einführung der oftmaligen heiligen Kommunion; denn nur gerechte Seelen sind es, die noch die Welt erhalten können, die noch verlängern werden den Bestand der Welt, gerechte Seelen sind es. Ich habe gesagt zu Abraham, als er mit Mir rang und Mich anflehte um die Städte Sodom und Gomorrha, als Ich ihm den Plan vorlegte, die Städte zu vernichten: Wenn nur noch fünf Gerechte in der Stadt wären, so wollte Ich um ihretwillen die Menschheit verschonen, so würde Ich die Strafrute zurücknehmen. Seht doch, die Strafrute ist gerichtet, Mein himmlischer Vater ist längstens müde, und nur der Blick auf Seinen Sohn und nur der Blick auf Seine allerreinste Tochter, Meine heilige Mutter, und nur der Blick auf die allerreinste Braut Seines Sohnes, die heilige katholische Kirche, hält Seinen Zorn noch auf. Versteht ihr Mich, Meine Diener? Ihr seid die Bevorzugten, auf die der Vater noch schaut. Stimmt ihr dem anderen zu, dann, o weh der Welt!

Stimmt ihr nicht zu, dann ist die Welt gerettet! Darum stimmt ein in den Bund, den Ich schließen will und der sich ‚Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu‘ nennen soll, dessen Mitglieder sich verpflichten müssen, die oftmalige Kommunion zu fördern, dessen Mitglieder sich verpflichten müssen, oftmalig und höchst würdig sich Meinem Tisch zu nahen, denen Ich aber auch besonderen Segen versprechen will, der soll ihr Herz und ihr Gemüt erfüllen. Den Familienvätern und Müttern will Ich besondere Gnaden geben für die Erziehung ihrer Kinder; sie sollen in ihren Familien Freude an ihren Kindern erleben, und ein besonderer Trost soll sie begleiten, wenn sie eingehen in die ewige Ruhe. Friede und die heilige Freude sollen alle genießen, die sich beteiligen, die dies Band umschlingen wird.“

Barbara: „O Herr, was sollen wir denn tun? Sollen wir denn diejenigen, die sich anschließen, in ein Register schreiben?“

Jesus: „Es ist noch nicht Zeit, ein Register zu führen; da müssen sich noch mehr Priester beteiligen. Es muß solche geben, die sich auch annehmen um die Sache, die glauben und überzeugt sind, daß Ich mit euch rede, daß Ich es bin.“

Barbara: „Soll ich denn meinen Plan ausführen und N. etwas davon mitteilen?“

Jesus: „Ja, du kannst dir halt eine Verdemütigung holen, er wird es nicht annehmen. Werdet aber nicht irre an Meinen Dienern. Die Zeiten sind schlimm, und deswegen überall die Vorsicht. Beklage dich nicht und betrübe dich nicht, wenn sie tun, als ob sie alles nicht glaubten. Etwas bleibt immer hängen an demjenigen, der es liest, auch wenn er nicht glauben will, er muß es einfach glauben; es sei denn, es wäre ein gottloser Mensch, der alles kritisiert.“

Barbara: „O Herr, sollen die Schwestern in B. die Erstkommunion ihrer Kinder im Haus feiern, wie es zwar der Bischof erlaubt, aber einige Herren nicht gern sehen?“

Jesus: „Besser ist es, sich ihren Vorgesetzten nicht zu widersetzen, weil es besser ist, den Schwächeren nachzugeben, um Ärgernisse zu verhüten. Freilich würde es ihnen mehr Vergnügen machen, aber laßt dies Vergnügen anderen zukommen. Dann habt ihr doppeltes Verdienst, und Ich will euch die Freude ersetzen am Gehorsam.“

Barbara: „O Herr, hilf auch jener Witwe, daß ihr Bruder sich bekehre und ihre Existenz erhalten bleibt.“

Jesus: „Sie soll nur ausharren. Wenn es Zeit ist, wird Meine Hand einschreiten. Kreuze sind immer gut, und Ich weiß die rechte Zeit und die geeignete Zeit, wenn Ich die Kreuze hinwegnehmen und abändern soll. Es ist nicht immer gut, den Menschen gleich zu gewähren, um was sie bitten. Es ist gut, wenn der Mensch auch einsichtig ist, das heißt, wenn er soweit ist, die Gnade zu erkennen und Mir ein dankbares Herz entgegenbringt. Denn gar so oft vergißt der Mensch die Dankbarkeit zu Mir.“

Diese Frau hat der Herr durch die Fürbitte des heiligen Josef von vier schweren, drückenden Familienkreuzen noch bis zum Schluß des Jahres 1897 so wunderbar und auffallend befreit, daß sie, wie sie sagte, aufjubeln möchte vor Freude über die Güte des Herrn und es jedem offen und frei bekennt: Mir hat nur Gott allein geholfen durch inbrünstiges Gebet!

Inhaltsverzeichnis Band 1

146 Bekehrung des Heiligen Apostels Paulus 1897

„Wer in den Bund eintreten will, der soll sich auf Leiden und Kämpfe gefaßt machen.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste...

Barbara: „O heiliger Paulus! Ich danke dir für die Liebe und Herablassung, mit der du mich heimsuchst am Feste deiner Bekehrung. Ich dachte nicht, daß heute dein Fest sei, ich wußte es nicht einmal, aber ich werde daran erinnert, ob ich will oder nicht. O heiliger Paulus, was willst du mich denn heute lehren?“

Paulus: „Siehe, meine Tochter, ich habe von mir gesagt, daß ich an meinem Leibe ersetzen werde, was an dem Leiden Jesu Christi noch fehle. Ich wollte damit der Welt, der Kirche sagen, daß – da mein Herr und Meister eingegangen ist in Seine Herrlichkeit – somit Sein Leib nicht mehr die Fähigkeit besitzt zum Leiden, daß Er aber dennoch in Seiner Kirche fortleben will, das heißt, Sein Leib will fortbestehen, solange die Kirche steht. Die Glieder Seiner Kirche sind nun der mystische Leib, und ich war eines der ersten Glieder dieser Kirche; ich wollte damit der Kirche sagen, und damit allen, die bis zum Ende der Welt darin leben sollen, daß es zu allen Zeiten Glieder geben muß an dem mystischen Leib der Kirche, die ersetzen müssen durch leiden und sühnen und opfern, was an dem Leiden Christi noch fehlt, weil die Menschheit soll gerettet werden, weil viele, viele Seelen sollen gerettet werden.

Die Menschheit ist zwar erlöst durch Sein bitteres Leiden, aber weil es so viele Menschen gibt, die es sich nicht mehr zu Nutzen machen, an denen das kostbare Blut verlorengeht, wenn nicht Glieder Seines mystischen Leibes sich vorfinden, die sich einsetzen für jene, die nicht leiden wollen, darum mußt du leiden, meine Tochter. Du sollst leiden für die Bekehrung der Sünder, du sollst leiden für jene Menschen, die nicht leiden wollen.“

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Apostel Paulus, und bitte dich, wenn ich manchmal nachlässig werde, wenn ich von Angst und Versuchung überwältigt den Mut verliere, erfleht ihr mir Kraft und Stärke, ihr Heiligen Gottes alle, besonders ihr heiligen Apostel, die ihr Jesus am nächsten steht.

O bittet für uns arme Sünder! O heiliger Apostel Paulus, wir glauben, daß der Herr es ist, Der mit uns redet. Aber warum, o sag uns doch, ich habe schon so oft erfahren, daß wir mit der triumphierenden Kirche verbunden sind, aber warum kümmern sich die Priester nicht darum?“

Paulus: „Meine Kinder! Ihr müßt nicht irre werden. Es ist euch dies schon so oft gesagt worden. Die Zeiten sind nun einmal so, die Kirche muß so handeln, sie muß Vorsicht üben. Ihr müßt nicht glauben, wenn sie tun, als ob sie über euren einfältigen, kindlichen Glauben lächelten. Die Kirche weiß und die Priester glauben, daß es ein Hereinleuchten gibt von der triumphierenden Kirche in die streitende Kirche, sonst wäre sie längst dahingeschwunden, wenn sie nicht den Beistand der triumphierenden Kirche verspürte. Aber seht, das zwanzigste Jahrhundert naht heran, und es soll mit ihm ein neues Geschlecht erstehen, ein anderes Geschlecht, und mit ihm die Kirche neu aufblühen.

Aber es muß erst ein gewaltiger Sturm, ein gewaltiges Schütteln, an dieser Kirche vorübergehen. Dieser Sturm hat bereits begonnen, er hat bereits angefangen und alle Gemüter sind davon ergriffen. Ein jeder Mensch, der noch nachdenkt in seinem Herzen, steht mit Furcht und Zittern da ob der Dinge, die er zu erwarten hat, ganz besonders aber das katholische Priestertum. Es steht da, zwar nicht mit Furcht und Zittern, es steht da, unbeugsam in seiner priesterlichen Gewalt, sich selbst bewußt, daß es die Kraft Jesu Christi in sich trägt durch dieses Priestertum, aber ob der Dinge, die da vor sich gehen, müssen sie eine Haltung annehmen, als ob sie kalt und gleichgültig wären gegen alles Übernatürliche.

Meine Kinder, ihr aber geht ruhig weiter und sagt dem Priestertum, was der Herr verlangt, sagt ihnen, was der Herr spricht, sagt ihnen, wenn einer der Boten zu euch kommt und mit euch spricht, wie ich heute zu euch gekommen bin, ja, sagt es ihnen. Seht, nicht umsonst geschieht das, was ihr erfahrt, weshalb der Herr zu euch kommt. Seht, warum ich heute zu euch gekommen bin. Als ich die Christen und Christus Selbst verfolgte, rief mir der Herr auf dem Weg nach Damaskus zu: ,Saulus, Saulus, warum verfolgst du Mich?’ Ich war erschüttert ob dieser Stimme, ich wußte nicht, was sie bedeute, ich war niedergeschmettert, sagt die Schrift von mir, ja, ja, ich war niedergeschmettert; denn es war der Augenblick der Gnade gekommen. Zum ersten Mal in meinem Leben war es, wo die Stimme ertönte in mir. Ich wußte, daß ich seither noch nie so eine Stimme gehört, und ich ward ängstlich und nachdenkend und fragte: ,Herr, was willst Du, das ich tun soll?’

Somit wollte ich dem Herrn bezeugen, daß ich Seine Stimme nicht übertönen wolle und übertönen könne, denn es war eine gewaltige Stimme, obwohl sie im Inneren meines Herzens vor sich ging. Und was sagte der Herr zu mir? ‚Geh hinein in die Stadt zu Ananias und tue, was er dir sagen wird.‘ Es schickte mich der Herr zu den Priestern, den Priestern sollte ich sagen, was mir begegnete, sollte ich ihnen die Stimme offenbaren und ihnen zu wissen tun, was der Herr mit mir gesprochen hatte, und durch diesen Priester sollte ich erfahren, was ich ferner zu tun habe. Niemals, niemals wird das echt bleiben und sein, wird aus dem Herzen Gottes kommen und ins Herz Gottes wieder Eingang finden, wenn es nicht durch das Priestertum hindurchgeleitet ist. Die Stimme, die spricht zu dem Menschengeschlecht, die es anleitet zu etwas Gutem, sie soll den Priestern hinterbracht werden, zuerst durch sie hindurchgeleitet werden, durch des Priesters Wort soll die Stimme geleitet sein, durch des Priesters Mund. Dies wollte ich dich lehren.

Werdet nicht irre, wenn die Priester sich kalt und gleichgültig euch gegenüberstellen, sagt ihnen nur, was der Herr verlangt, sagt ihnen nur, was heute Sein Apostel mit euch geredet. Es werden harte Tage kommen, furchtbar für das Volk Gottes; denn das Volk Gottes ist auf Abwege geraten, und es soll und muß geläutert werden. Die Guten sollen von den Bösen ausgeschieden werden, und schwere und harte Drangsale werden das Volk Gottes treffen.

Ihr aber, ihr meine Brüder, seid diejenigen, zu denen der Herr spricht, zu euch schickt der Herr diese Dienerin Gottes, wie Er mich einst zu euch geschickt hat. Steht fest, steht unerschütterlich fest im Kampfe, schleudert feuersprühend das Wort des Herrn euren Feinden hin, sagt ihnen die Gebote Gottes und der Kirche, haltet ihnen vor die Strafgerichte, die sie selbst herausgefordert, damit doch wenigstens die Schwachen und die Wankenden gerettet werden, die noch nicht ganz in den Abgrund des Verderbens hinabgezogen sind.

Denn ein furchtbar gähnender Abgrund tut sich auf und hinein stürzen all diejenigen, die sich abgewendet von Seinem Wort, die nicht hören auf Sein Wort, das Er spricht durch euch, Seine Diener. Rafft euch auf, ihr alle, die ihr noch gleichgültig gegenübersteht den Dingen, die da kommen sollen, ihr alle, die ihr halb zweifelnd, halb glaubend den Kopf schüttelt. Es ist wahr: Das Volk Gottes soll gesiebt werden, und die Gedanken und Gesinnungen vieler Herzen sollen offenbar werden. Ihr aber, meine Kinder, harret aus, dankt tagtäglich dem Herrn, der euch bevorzugte, die geliebten Bräute des Herrn zu sein, ein Gefäß der Auserwählung zu sein.

Werdet nicht irre, wenn trübe Tage kommen, wenn euer Geist verdunkelt ist, wenn eure Glieder euch nicht mehr zu tragen vermögen. Denn wisset, daß ihr vertretet den mystischen Leib des Herrn, und an diesem mystischen Leib sind heutzutage, in der Zeit, in der ihr lebt, gar viele, viele abgestorbene Glieder, und darob trauert der Herr, und ihr seid die Bevorzugten, diese Trauer mit Ihm teilen zu dürfen. Opfert eure Leiden tagtäglich auf, wenn ihr das Fleisch und Blut des Herrn empfangt und sagt es allen Priestern, die sich mit euch vereinigen, daß sie dasselbe tun. Sie sollen wissen, wer in den Bund eintreten will, der soll sich auf Leiden und Kämpfe gefaßt machen; denn ihr müßt wissen, Satan geht herum wie ein brüllender Löwe, suchend, wen er verschlingen könne. Ganz besonders ihr seid es, denen er nachtrachtet.

Ihr habt mit drei Feinden zu kämpfen, mit denen jeder Mensch zu kämpfen hat; aber ihr noch mehr. Und die zwei Priester, die so niedergedrückt sind, sagt ihnen, sie sollen sich aufraffen, sie sollen darüber weggehen und tun, was der Herr verlangt und ihnen befohlen hat und abwarten, was Er weiter befehlen wird.

Denn es ist der Feind alles Guten, er ist schrecklich mächtig und hat große Gewalt und große Macht in dieser Zeit, denn der Herr hat es ihm erlaubt, weil viele, viele Heilige aus dieser Zeit hervorgehen werden, und weil der Sieg um so glorreicher sein wird, je fürchterlicher der Feind getobt haben wird, zähneknirschend, vor Wut bersten wird er, wenn der Siegestag herannaht, wo die Guten stehen werden mit der Siegesfahne über dem höllischen Drachen. Die Kirche Gottes wird alsdann neu aufblühen in herrlicher Pracht und diejenigen, die gerettet sind, die dieses erleben, werden mit Triumph die Tage genießen, die sie noch zu verbringen haben.

Lebt wohl, meine Kinder, harret aus, ihr habt mächtige Beistände. Sagt es allen meinen Dienern. Der heutige Tag soll ein Beweis sein, daß die triumphierende Kirche sich mit euch um so enger verbindet, je mächtiger die Feinde wüten. Je schrecklicher der Sturm euch umtobt, desto hilfreicher werden wir alle euch zur Seite stehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

147 Letzter Samstag im Januar 1897

„Aber noch viel trauriger ist der Augenblick, wo Ich jetzt unter dem Kreuze Meines Sohnes stehe, unter dem eucharistischen Kreuze.“

Lied: Christi Mutter...

Barbara: „O meine liebste Mutter, ich danke Dir, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in meinem Elend.“

Maria: „Meine Kinder! Ich bin gekommen, um Mich euch mitzuteilen, um euch zu sagen, wie sehr der Herr verlangt nach eurer Mithilfe. Er braucht eure Mithilfe, nicht als ob Er derselben bedürftig wäre für Sich. Nein, aber Sein liebeflammendes Herz, Sein liebeglühendes Herz vergeht vor Leid und Schmerz ob der vielen Sünden, womit Sein Herz, Sein liebevolles Herz zerfleischt wird in diesen Tagen.

Seht, Meine Kinder, traurig war der Augenblick für Mich, als Ich unter dem Kreuze Meines Sohnes stand, aber noch viel trauriger ist der Augenblick, wo Ich jetzt unter dem Kreuze Meines Sohnes stehe, unter dem eucharistischen Kreuze. Dort im Allerheiligsten Sakrament des Altares wohnt die Liebe, und ach, wohnt Sie nicht dort, um nur Sich Selbst zu verzehren?

Wo sind Seine Kinder, die sich um Ihn scharen sollten? O ja, ihr seid diejenigen, die sich um Ihn scharen sollen, ihr sollt Ihm ersetzen, was Seine treulosen Kinder Ihm verweigern. O seht hinein in dieses liebende Herz, seht, für euch steht es offen, ihr könnt hineinschlüpfen. O ja, tretet ein, Meine Kinder, und unterhaltet euch mit Ihm, um Ihn den Schmerz vergessen zu machen. Hat Er nicht erst neulich mit euch gesprochen, daß es Ihm eine trauliche Stunde sei, mit euch Sich zu unterhalten? O gönnt Ihm diese Freude, Meine Kinder!“

Barbara: „Aber, meine liebe Mutter, wir sind so armselig, vom Morgen bis zum Abend ist bei mir nichts zu sehen wie Elend und Erbärmlichkeit. Ich würde mich schämen, einem Menschen meine elenden Gebete anzubieten, und nun soll ich doch der Majestät Deines Sohnes sie darbringen. O ersetze Du und vervollkommne sie, damit doch wenigstens Dein lieber Sohn zufrieden sein kann.“

Maria: „Werdet nicht mutlos, Meine Kinder! So sind alle Menschen. Wenn ihr eingegangen sein werdet in jenes Reich, zu dem ihr einst gelangen sollt, dann wird freilich kein Elend mehr sein, keine Unvollkommenheit. Solange der Mensch hinieden lebt, ist er immer armselig und unvollkommen. Seht, gerade in den Kämpfen und Versuchungen bewährt es sich, ob es treue Liebhaber sind, oder ist nicht gerade dies die Schule, worin Er die Seinigen liebt, und sagt an, ist es nicht viel härter zu leiden und dabei allen Trostes beraubt zu sein, als zu lieben und getröstet zu sein von Meinem Sohn? Gewiß, meine Mutter, so werdet ihr Mir sagen.

Seht, Meine Kinder, eben deshalb, weil es der Natur so schwerfällt, weil die Natur nichts hat zu dieser Zeit, darum bewährt sich eben dann die reine Liebe, die ungeteilte Liebe und wird von Meinem Sohn mit solchem Wohlgefallen entgegengenommen, daß Er Sich jedes Mal Glück wünscht, wenn Er eine Seele trifft, die mit Heldenmut über all die Kämpfe und Trockenzeiten hinweggeht, die Ihm dennoch treu bleibt und Ihn aufsucht trotz all der Finsternis, trotz aller Beschwernisse, die ihr bereitet sind. Dies sind diejenigen, welche die Welt retten sollen, die Seelen, die uneigennützig einstehen für Seine Rechte, die Seine Rechte zu wahren und zu verteidigen suchen. Seht, was ist das große Verderben der Welt in dieser jetzigen Zeit? Ist es nicht das, weil die Weltmenschen keinen Geschmack an Gott finden, weil sie es langweilig finden, an Gott zu denken, zu beten?

Darum stürzen sie sich hinein in alle möglichen Vergnügen, darum ergötzen sie sich an den Trögen der Schweine. Wenn nun eine Seele, die auch demselben Schicksal unterworfen ist wie alle Adamskinder, weil sie doch auch ein armseliger Mensch ist und als solcher der Mühseligkeit, den Beschwernissen, ihrer eigenen Schwachheit unterworfen ist, keinen Geschmack findet im Verkehr mit Gott, aber dennoch mit ihrem Gott verkehrt, Ihn zu lieben sich bemüht, o sehet, dies ist das Kleinod, die kostbare Perle, die die Seele gefunden hat, und worauf der Herr mit einem solchen Wohlgefallen sieht und schaut, daß Er um dieser Seele willen alle Schmerzen vergißt, welche die undankbare Welt Ihm bereitet. Er vergißt die Torheiten der Menschen.

Und wenn sich dann diese Seelen noch hineinwerfen, Ihm entgegenwerfen, um den Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten suchen, und bitten für die Brüder und Schwestern, die draußen stehen, die sich tummeln an den Trögen der Schweine, in den Vergnügungen, in allen Lastern, die die Welt ihnen bietet, Ich sage, wenn sie sich hineinwerfen für diese Brüder, dann ist Sein Zorn entwaffnet. Darum, Meine Kinder, vergesset euch, und alle die teilnehmen wollen an den Freuden, die Mein Sohn allen denjenigen schenken will, die eintreten in den Liebesbund, den Er schließen will unter Seinen treuesten Kindern, die sollen es doch wissen und sollen sich anklammern. O seht, von euch hängt das Wohl und Wehe der Menschheit ab. Achtet nicht auf eure Schwächen, schaut nicht auf diese oder jene, was sie von euch sagen, seid unbekümmert um andere, was sie von euch denken, was diese oder jene sagen.

Würden sie wissen, was ihr wißt, sie würden eifriger sein als ihr und über all die Kleinigkeiten hinwegzugehen suchen. Tue es nur all deinen Geschwistern kund, was der Herr verlangt, besonders aber tröste deine Freundin, die so sehr bekümmert ist um ihre Schwägerin, sage ihr, daß sie nicht sterben wird, daß sie soll das Leben geschenkt bekommen durch Meine Fürsprache, daß sie aber auch dann verpflichtet ist, um so uneigennütziger Mir zu dienen, und daß sie in Meine Fußstapfen eintreten soll, in Verbindung mit ihrem Bruder und ihrer ganzen Familie und allen Angehörigen und ihrer ganzen Umgebung, durch ein gutes Beispiel voranleuchten soll, was Ich auch verlange von all deinen Verwandten, deinem Bruder in A., deiner Schwester in B., deinem Bruder in S. und deinen Verwandten hier in dieser Stadt, und desgleichen auch von deinen Geschwistern, Meine gute Luise. Du Lieschen, du armes Kind, du hast das große Unglück, in deiner Familie Andersgläubige zu wissen. Kümmere dich nicht allzu sehr darum, denn du bist nicht schuld, und sie sollen gerettet werden um deines Gebetes willen. Übe Nachsicht mit ihnen, aber kümmere dich nicht zu sehr um sie. Es wird eine Zeit kommen, wo schwere Prüfungen sie treffen, alsdann werden sie zur Einsicht kommen.

Ihr aber, Meine Kinder, bereitet euch vor auf das Fest des heiligen Märtyrers Ignatius, das morgen die Kirche in dieser Pfarrei feiert. Erinnere dich daran, wie viel Gutes du von diesem deinem Schutzpatron erhalten hast. Werde nicht mutlos, wenn du zerfleischt wirst von den Zähnen der Menschen; denn man wird noch vieles dir nachsagen, bis es zum Durchbruch kommt. Aber harret aus, Meine Kinder! Nur derjenige wird gekrönt, der gesetzmäßig gekämpft hat. Und nun, grüße alle Meine Kinder, alle die Mich lieben und ehren als ihre Mutter, besonders die Priesterfreunde N. N.“

Luise: „O liebe Mutter, soll ich die Hefte der N. N. schicken oder dem Priester N. N.?“

Maria: „Schicke sie nur dem Priester.“

Luise: „O liebe Mutter, hilf mir, das Stenographieren schnell zu erlernen, daß ich nicht so viel Zeit damit verliere.“

Maria: „Sei nur zufrieden, daß du die nötige Gesundheit und Kraft und Stärke mit jedem Tag mehr bekommst, und opfere all deine Mühen auf für die Bekehrung der Sünder. Diese sollen deine Leiden sein. Und denke an deine Mitschwestern, ihr sollt Hand in Hand zusammen gehen, nichts darf sich unter euch einschleichen, das an eine Verdrießlichkeit grenzen könnte. Leiden und Widerwärtigkeiten sollen euch nicht erspart bleiben; denn dies sind die Leiden, die Gott euch schickt zur Läuterung eurer Seelen, zur Bekämpfung der bösen Neigungen und Leidenschaften, und damit ihr lernt, den Weg wandeln, den der Herr euch als Ziel gesteckt, denn ihr sollt den Weg des Kreuzes gehen. Ihr seid noch viel, viel zu verzagt! Mutig und beherzt sollt ihr mit emporgehobenem Haupt einhergehen wie andere treue Diener Meines Herzens, die je gelebt, jetzt noch leben und noch leben werden.“

Barbara: „O liebe Mutter, erlange uns doch die Gnade, in dieser Nacht Deine schützende Hand über uns auszubreiten wegen der Fastnachtvergnügen, deren Vorbereitungen begonnen haben.“

Maria: „Ich werde Meine schützende Hand über dieses Haus ausstrecken, daß keine schwere Sünde darin begangen wird.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

148 Erster Donnerstag im Februar 1897

„Niemals kann eine Seele den steilen Weg zum Himmel auf eigene Rechnung machen.“

Lied: Wann wird doch mein Jesus kommen...

Jesus: „Meine Tochter! Den Weg zu wandeln, der zum Himmel führt, den Ich vorausgegangen bin, wäre jedem Menschen angenehm und ihn würden alle Menschen gehen – mit Ausnahme derjenigen, die den Himmel absolut verleugnen –, wenn er immer mit Trost bestreut wäre, wenn darauf immer die Freude winkte. Ja, dann hätte Ich Nachfolger in Hülle und Fülle, dann würde die ganze Welt Mir nachlaufen und weniger Menschen als jetzt gingen verloren. Weil Ich aber gesagt habe: ‚Wer Mir nachfolgen will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach‘, da finde Ich freilich weniger Liebhaber – und so geht es auch dir.

Ich habe dir schon gesagt, daß du dich freuen sollst, wenn Ich Mir einmal eine vergnügte Stunde machen will in dir oder in euch. Ich sagte vor noch nicht langer Zeit, daß es für Mich immer eine glückliche Stunde sei, wenn Ich unter euch verweilen kann. Denn da, wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen. Noch viel mehr aber bin Ich unter jenen, wenn eine Seele für Mich leidet, den Kelch der Bitterkeit mit Mir teilt. Dieser Leidenskelch, den du trinkst, ist nicht der, den du kurz zuvor auszuhalten hattest, ehe Ich zu dir gekommen bin und mit dir redete. Denn das sollte dir nur ein Vorbote sein, daß du dem Herrn die Türe öffnen sollst, daß du Ihn mit Freuden in Empfang nehmen sollst.

Der Leidenskelch, den du mit Mir teilst und teilen sollst, und auch alle diejenigen teilen, die mit dir den gleichen Weg gehen wollen – den Weg des Kreuzes nämlich –, ist der, daß du mit Mir die Bitterkeit Meiner Todesangst am Ölberg und die Bitterkeit Meiner dreistündigen Todesangst am Kreuz verkostest.

Mein ganzes Leben war ein Kreuzweg, doch hatte Ich fortwährend großen Trost in Mir, weil Mein Geist in der Gottheit ruhte. Obwohl Meine Füße den Staub der Erde berührten, obwohl Ich Mensch war wie alle anderen Menschen, denn anders hätte Ich die Gottheit nicht zu versöhnen vermocht, so war Ich Gottmensch, und Mein Geist ruhte beständig in der Gottheit, in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Als Ich aber den Willen Meines Vaters ganz erfüllen wollte, als Ich den Kelch zu trinken begann, den Er Mir bot, da zog Ich Meinen göttlichen Geist zurück in die Gottheit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und Ich litt mehr, als ein Mensch jemals zu leiden vermocht hätte. Mein Geist war nunmehr ein menschlicher Geist, den jeder Mensch in sich birgt. Ich wollte es so leiden, wie jeder Mensch leidet, verlassen von der Gottheit.

Darum dachte Ich, wie Menschen denken, redete, wie Menschen reden, und litt, wie Menschen leiden. Meine Gedanken verwirrten Sich, Mein Geist schwebte in der ganzen Schöpfung umher. Er sah die Greuel, die Sünden auf Erden, alle ihre Bosheit und Armseligkeit, und Ich dachte Mir, bist Du nicht ein Tor, Sich solchen Leiden zu überlassen, für solche Menschen Dich einzusetzen? Mein Geist war verwirrt, Er fiel von einer Zeit in die andere, ein Gedanke verdrängte den anderen, und Ich überdachte alle die Marter, die Meiner warteten, und Ich fragte Mich: Kannst Du dieses alles erleiden, kannst Du Dich hingeben solch unaussprechlicher Marter?

Mein Geist durchschaute alle Jahrhunderte und sah, wie wenig Menschen Mir folgen würden, an wie vielen Menschen Mein Leiden verlorenginge, und Ich konnte nicht mehr. Die Finsternis überwältigte Mich, es sträubte sich das Gefühl gegen die Vernunft. Das Gefühl wollte frei sein von den Leiden, aber Ich sagte Mir: Du bist Mensch geworden, um zu leiden, und Du mußt leiden, und Du sollst leiden, gehe und suche Dir Hilfe, gehe und suche Dir Trost. Und Ich ging zu Meinen Jüngern und suchte Mir Trost bei ihnen und fand ihn nicht. Ich zog Mich wieder zurück, und Ich fing wieder an, innerlich zu leiden und zu kämpfen.

Seht, Meine Kinder, damit wollte Ich die Leiden aller derjenigen erdulden, die Mir folgen auf dem Weg des Kreuzes, die Meine treuesten, liebsten Kinder sein sollen, denn nur diese müssen fühlen die Finsternisse des Geistes, nur diese fühlen die Seelenpeinen, nicht aber jene Kinder der Welt, deren Geist zerstreut ist, die an alles denken, nur nicht an das Heil ihrer unsterblichen Seele; jene fühlen nicht, was Seelenpein vermag. Ihr aber, ihr Meine liebsten Kinder, ihr sollt wissen, was es bedeutet, den Weg des Kreuzes zu gehen, ihr sollt wissen, daß der Weg zum Himmel ein steiler Weg, und daß die Pforte dorthin eng und schmal ist, zu der Meine Auserwählten hineinschlüpfen. Darum wundert euch nicht, wenn Tage kommen, an denen ihr nicht wißt, woran ihr euch halten sollt.

Du aber, Meine Tochter, du arme, schwache Dienerin Meines Herzens, du verstehst noch gar so schlecht Meine Sprache, gar winzig klein bist du noch, du möchtest getröstet sein und dabei Mich lieben, du möchtest den Kreuzweg gehen, und der soll mit Rosen bestreut sein. Verstehst du denn gar nicht, was Ich dir gesagt habe, daß du den eucharistischen Kreuzweg gehen sollst? Siehe, habe Ich nicht alles in Erfüllung gehen lassen von Meinem Diener N., der Meine Ehre befördert, der die Liebe und Verehrung zum Allerheiligsten Altarsakrament befördern soll? Du aber sollst zeigen, wie dieser Weg zu gehen ist. Nicht alle sind berufen, einen Weg zu gehen, wie du ihn gehst, aber alle sind berufen, denselben Weg zu gehen, wie Ich ihn durch dich lehre, wenn auch nicht in derselben Art und Weise, wie du ihn zeigst.

Innerlich und äußerlich den Weg gehen, den du gehst: Verachtet und verspottet von den anderen Menschen, hinausgestoßen von den Herzen der Menschen, für Sonderlinge gelten, weil sie es nicht mit der Welt halten wollen, dies kann Ich nicht von allen verlangen. Aber dies verlange Ich von allen, die Mir nachfolgen, die Mich lieben wollen, daß sie Mich aufsuchen vor Meinem Tabernakel, wenn Ich sie rufe, mag es in ihrem Herzen bestellt sein, wie es will, mag Ich Mich in ihrem Herzen zurückziehen oder sie trösten oder nicht, das alles soll sie nicht genieren. Je mehr Ich sie an Mich ziehe, desto mehr werde Ich mit Seelenleiden kommen. Sie werden sich verlassen fühlen, um die Ölbergangst mit Mir zu teilen; denn nur dies macht ihr Verdienst aus, alles andere ist nichts und gilt nichts vor Mir. Nur derjenige ist ein wahrer Liebhaber, der im Schmelzofen sich bewährt hat.

Darum wundere dich nicht, wenn niemand mehr fragt nach dem, was deine Freundin geschrieben und was Ich durch dich geredet habe. Ich habe dir gesagt, daß du angelangt bist auf dem Kalvarienberg, und daß du ans Kreuz sollst geschlagen werden. Dann wird das Samenkorn in die Erde gelegt und wird sterben. Ja, es wird sterben, um neu aufzusprossen und emporzuwachsen zu einem herrlichen Baum; denn viele, viele Kämpfe werden nachkommen, bis das Samenkorn aufsprossen kann, bis es eingepflanzt ist in die Erde, die in üppiger Fülle dem Samenkorn die Kraft zuführen wird. Viele Meiner Diener wollen nichts wissen von dem, was Ich von ihnen verlange, denn, Meine Kinder, ihr müßt wissen, daß N. nur der Vorläufer ist, der den Weg Mir bereiten muß in der ganzen Welt, und Ich habe ihm gesagt, daß der Sturm gegen seine Schriften so lange dauern wird, bis in der letzten Kirche, wo Ich wohne im Allerheiligsten Sakrament des Altares, die Anbetung eingeführt ist. Dann aber, wenn dies geschehen ist, dann werde Ich kommen und werde Meinen Dienern zeigen, daß es wahr ist, was Ich durch dich geredet habe.

Wundere dich nicht, wenn Leiden kommen, wenn du innerlich verlassen bist, und erinnere dich doch daran, daß du den eucharistischen Weg gehst. Wundere dich nicht, wenn äußere Leiden kommen, wenn du Krankheiten zu durchkämpfen hast, die du nicht verstehst. Ich bin es, der die rechte Zeit einhält, damit du Mich nur nicht vergißt. Sagt aber Meinen Dienern N. und N., daß sie nicht irre werden, grüßet herzlich Meine Diener! O es kostet Kampf, ja, es kommt die Zeit wieder, wo sie es einsehen, aber Ich möchte sie gereinigt wissen von sinnlicher Anhänglichkeit, von sinnlicher Begierde. Sie wissen noch nicht, wie fein das Gift ist, das der Teufel in jedes Menschenherz hineinzuträufeln weiß, in die Herzen aller Menschen, und wie schnell der Keim wuchert.

Sie verstehen nicht, warum Ich so hart und derb mit ihnen gesprochen habe. Ich will aber, daß sie Meines Geistes Kinder sein sollen, daß sie geläutert und gesiebt werden. Satan soll nichts an ihnen haben. Denn Männer, die hinaustreten vor Mein Volk und ihm unerschüttert die Wahrheit entgegenschleudern sollen, ob sie gefällt oder nicht, solche Diener brauche Ich, die nicht rechts und nicht links schauen, was diese oder jene sagen, die hören auf Meine Stimme, die Ich durch dich, du armes Sprachrohr rede, und solche werden angefeindet und werden verschrien. Ich will darum, daß sie lauter stehen, lauter und rein wie ein Kind, denn nur reine Seelen werden Gott schauen, werden Meine Geheimnisse verstehen.

Und mit diesem Mädchen, das laßt! Was zu tun ist, was Ich von euch verlangt habe, das ist geschehen. Gräme dich nicht, weil du diesen Schritt hast tun müssen, Meine Tochter. Ihr müßt wissen, daß alle Meine Kinder sind, und Ich will alle retten. Diese Seele soll nur in sich selbst hineinschauen, und sie wird finden, was Ich von ihr verlange. Niemals kann eine Seele den steilen Weg zum Himmel auf eigene Rechnung machen, daß sie denkt, alles, was sie in ihrem Eigendünkel tut, sei immer recht. Sie ist schon sechs Jahre getrennt von der Kirche und empfängt nicht mehr die Osterkommunion. Sie soll sich ihrer Kirche unterwerfen, und dann will Ich ihr Vater sein und sie Mein Kind. Ich will aber jetzt nicht mehr, daß ihr noch weiter fragt, damit ihr befreit werdet von unnützen und lästigen Gedanken. Du hast deinen Beichtvater und hast diesem zu folgen, und jene soll sich einen Beichtvater wählen und soll ihm folgen, und obwohl dein früherer Beichtvater die Dinge, die Ich in dir wirke, nicht annehmen wollte, nahm er sich aber doch deiner Seele an, und es war kein Zwiespalt zwischen Mir und ihm, weil Ich Mich direkt an Meine Diener halte und halten muß, denn Ich habe ihnen Meine Gewalt übertragen und muß solange zurückstehen, bis Meine Diener es anerkennen, und solange diese Seele getrennt ist von der Kirche, kann Mein Geist mit ihr nicht vereint sein.“

Barbara: „O Herr, ist denn der protestantische Prediger, der abgefallen war und für den N. sich eingesetzt hat, verlorengegangen?“

Jesus: „Verloren ist er nicht, aber er hat viel, viel zu leiden, und die Gebete, die sie für ihn verrichtet, können ihm nicht zugewendet werden; er leidet, bis es Meiner Gerechtigkeit gefällt, ihn zu befreien. Ihr aber, Meine Kinder, steht zusammen, haltet euch an den Liebesbund, den Ich schließen will in Meiner Kirche. Befördert in euren Kindern, die ihr das Glück habt zu belehren – in eurer Umgebung, überall, wo ihr euren Fuß hinsetzt –, befördert Meinen Willen, denn Ich habe gesagt, daß diejenigen, die Mitglieder des Bundes werden wollen, es sich zur Aufgabe und Pflicht machen sollen, die oftmalige heilige Kommunion zu üben und selbst zu tun, auch wenn es ihnen im Herzen nicht immer danach ist, so sollen sie sich erinnern an die Belehrung, die Ich gegeben über die Trockenheit und Zerrissenheit des Geistes, und solange es die Sünde nicht ist, die Todsünde, welche die Seele allein von Mir trennt, so lange will Ich zufrieden sein, wenn sie nur guten Willen haben, wenn man Mich nicht beleidigen will.

O Ich verlange ja nach Seelen, die sich oft mit Mir vereinigen, denn diese sind es, die die Welt retten. Der Glaube soll hinausgeschafft werden aus der Schöpfung, überall schmiedet man Pläne und seht, wie Ich geduldig bin und zuwarte; und zuwarte mit Meiner Strafrute und warum denn? Ihr seid es, die ihr Spott und Hohn ertragt, ihr, die ihr das Lächeln und Spötteln selbst von denjenigen aufnehmt, die Ich euch gesetzt zu Stellvertretern Gottes. Ihr seid es, die den strafenden Arm der göttlichen Gerechtigkeit zurückhalten, und das seid ihr alle, die ihr einsteht in den Liebesbund.

O ihr, Meine Kinder, die ihr in stiller Zurückgezogenheit vor der Welt Mir dient, hinter der Klostermauer, o seid nicht allzu stolz, wenn ihr hört, daß Ich in der Welt Seelen aufsuche, mit denen Ich verkehren will, Seelen, in denen Ich Meinen Geist ausgießen will. Nein, demütigt euch und schließt euch an, an den Liebesbund; denn wisset, die große Masse ist ja die Welt, und wenn Ich in der Welt Seelen suche, um mit ihnen zu verkehren, so stehe Ich doch nicht zurück, um mit euch zu verkehren; denn ihr seid Seelen, die Mir sicher sind, dagegen nicht in der Welt, wo so viele Seelen verlorengehen, wo Satan Tag für Tag Ernte hält. Darum müßt ihr nicht glauben, daß es unmöglich sei, daß Ich solche Dinge unter Weltmenschen wirken will, denn um so größer ist das Verdienst, je mehr der Glaube sich unterwerfen muß. Der Glaube setzt ja überall die Demut voraus. Glauben heißt doch, das für wahr halten, was man mit Händen nicht greifen kann und mit Augen nicht sehen, also muß sich die Seele erst demütigen und dann glauben.

So macht es auch ihr, Meine Lieblinge, die ihr euch in den Klöstern befindet, die ihr euch zurückgezogen, um in stiller Abgeschiedenheit Mir zu dienen. Demütigt euch und glaubt, daß Ich mit dieser Dienerin rede, und daß Ich durch sie zu euch rede. Werdet nicht mutlos, wenn trübe Tage kommen, denn die Belehrungen, die Ich Meiner Dienerin gebe über die Trostlosigkeit und Trockenheit des Geistes, sind für euch. Denn eure Tage sind gar wenige sonnige, sondern meist trübe und frostige Tage, weil ihr ganz besonders den Weg des Kreuzes geht. Darum nehmt die Belehrung und schreibt sie euch ab, und wenn solche Tage kommen, so leset sie und sehet, wie gut Ich bin, was Ich durch sie bezwecken will. Ihr sollt leiden, um Mir Seelen zu gewinnen, und ihr sollt leiden ohne allen Trost, um Verdienste zu sammeln, denn nur dann seid ihr Meine Lieblinge, wenn ihr geradeaus geht, nichts vernachlässigt, trotz allen Widerstrebens der Natur.

Sage dies ganz besonders Pater Bonifaz, und sage ihm einen herzlichen Gruß von Mir. Er möge nur noch arbeiten an sich, und es wird nicht mehr gar ferne die Zeit sein, wo er die ganze Süßigkeit Meines Geistes kosten wird, aber nur dann erst, wenn das letzte Fäserchen seines Willens Mir gehört, das heißt, wenn er seinen Willen ganz und gar Mir unterworfen hat, Meinem Willen. Dann wird auch die Zeit gekommen sein, wo Ich ihn erhöhen will am Kreuz, wo Ich ihn auf den Leuchter stellen will.“

Am Feste des heiligen Ignatius, Märtyrer, sagte bei der heiligen Wandlung der Heilige, den Barbara in großer Glorie schaute:

Heiliger: „Sage es allen, die darum wissen, besonders den Priestern, daß sie sich vorbereiten auf einen großen Sturm, steht fest, denn viele, viele werden fallen.“

Dann sah Barbara uns drei, wie der ganze Leib in Flammen stand, die alle aufwärts strebten, und sie hörte dabei:

Heiliger: „Das bedeutet das fortwährende Streben nach dem Himmlischen, dadurch ist das Herz von göttlicher Liebe so durchglüht, daß es den ganzen Menschen wie ein Feuermeer verzehrt.“

Am Tage darauf sah sie einen Zug mit brennenden Lichtern in der Hand, an der Spitze erkannte sie den heiligen Märtyrer Ignatius, und viele Menschen folgten ihm. Diesem Zug schlossen auch wir uns an und Barbara hörte die Worte:

Heiliger: „Das sind diejenigen, die im Lichte wandeln, die triumphierende Kirche zieht voraus und ihr, die ihr noch der streitenden Kirche angehört, sollt diesem Lichte folgen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

149 Herz-Jesu-Freitag im Februar 1897

„Unter der Zuchtrute erst werdet ihr bekennen: Ja Vater, ich will Dir folgen, wie Du willst.“

Lied: Wann wird doch mein Jesus kommen...

Barbara: „O mein Jesus! O gütigster, süßester, liebreichster Bräutigam meiner Seele! O nähere Dich doch einmal. O ist es denn möglich, daß Du Dich herablässest zu mir armen Sünderin? O komm doch an mein Herz, wie ich ruhen durfte, bevor Du mir das Leiden gabst, in der heiligen Kommunion, wo Du an meinem Herzen ruhtest oder wie ich an Deinem.“

Jesus: „Nun, so komme denn, Meine Tochter! Meine Kinder seht, das ist die Sprache der Liebe, die Ich rede, die der Liebende versteht. Wenn Ich bei dir bin, dann hast du den Himmel auf der Erde und alles, was Glückseligkeit in sich birgt, den Himmel mit all seiner Vollkommenheit, die Erde mit allem, was Schätzenswertes sie hat in ihrer heiligen katholischen Kirche, die Vereinigung durch die heilige Kommunion. Ja, da bin Ich eins geworden mit dir und du mit Mir.“

Barbara: „O Heiligste Dreifaltigkeit, o einzige Einheit! Vereinigt mit Dir, o ewige Gottheit, vereinigt mit mir armen Sünderin! O Herr, ist es möglich? O ewige Liebe! O ewig alte und ewig neue Schönheit. Maria, Du Himmelskönigin, Du Unbefleckt Empfangene, komme, lobe und preise statt meiner den Herrn! O komme und stelle Dich neben mich. Zu arm und zu klein ist dieses mein Herz, um die Liebe zu fassen, die es erfüllt. O Cherub, du hoher Himmelsfürst, du Seraph, o kommt, ihr alle, meine lieben Patrone, die mir der Herr gegeben, vereinigt euch mit mir, denn zu arm ist die Sprache, die ich rede, Ihn zu lieben, Ihm zu beweisen, daß ich Ihn zu lieben verlange, zu armselig mein Herz, um Ihm zu danken.

Nein, Herr, ich getraue mich nicht zu fragen, warum Du manchmal zuläßt, warum sich manchmal Dinge zutragen, die nicht übereinstimmen mit dem, was ich sage. Du bist der Herr des Himmels und der Erde und König aller Könige, und ich armes Würmchen, ich Stäubchen der Erde, darf es wagen, mit Dir zu verkehren, ja, Du Selbst kommst zu mir, Du verschmähst es nicht, nicht nur Dich uns zu nahen, sondern Dich zu empfangen, in Dich mich umzugestalten, eins zu werden mit Dir! O unendliche Liebe, wie wenig habe ich Dich geliebt. O unendliche Herablassung meines Gottes! O wie glücklich! O freuet euch mit mir, ihr meine beiden Mitschwestern, und wünscht mir Glück zu dieser Stunde; denn seit langen, langen Jahren, hatte ich nicht mehr das Glück, so mit Dir zu verkehren. Ich sage Dir Dank im Namen aller, die glauben, daß Du mit mir redest. Sie glauben an Dich und glauben, daß Du mit uns verkehrst in der heiligen Kommunion.“

Jesus: „Meine Kinder, sagt es auch allen diesen Meinen Dienern, daß Ich wirklich und wahrhaft mit dir verkehre. Dies sollen sie daran erkennen, daß nichts von dem, was Ich mit dir rede, abweicht von der Lehre der heiligen Kirche, und daß der Zweck, warum Ich auf so auffallende Weise zu dir komme, kein anderer ist, als sie zu überzeugen, wie gut Ich bin, daß keine Seele vergebens zu Mir aufseufzt, vergebens zu Mir fleht, daß Ich die Seufzer, die Meine Kinder zu Mir emporschicken, mögen sie noch so leise im stillen Herzenskämmerlein zu Mir abgesandt werden, höre und nicht überhöre. Sage ihnen, daß die Zeit gekommen ist, wo Ich auf sichtbare Weise Meinen Kindern zeigen muß, daß es Mich jammert, sie nicht befriedigen zu können, so viele Glieder Meines Leibes, die lebendige Glieder sind und bereit, Mich aufzunehmen und bereit wären, Mir die toten Glieder Meines mystischen Leibes zu ersetzen, soviel ihnen in ihrer Schwachheit möglich ist.

Aber, da Meine Diener es nicht einsehen wollen, wie sehr es Mein Herz verlangt, die Seelen zu befriedigen, die nach Mir verlangen, ihnen den Herzenskummer zu stillen, so schiebt sich das hinaus und Jahrzehnte vergehen, ja Jahrzehnte. Es war Sitte in der ersten Zeit Meiner Kirche, da war Mir der Eintritt nicht versperrt; es kam aber eine andere Zeit. Und jetzt ist die Zeit gekommen, wo Meine Kirche wieder aufblühen soll in der Welt, es muß also unbedingt Meine Kirche wieder das Zeitalter der ersten Christen ergreifen. Dann und nur dann wird sie wieder aufblühen wie in der ersten christlichen Zeit, und dann und nur dann wird das neue Heidentum weichen. Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht mutlos, du arme Kleine!

Es ist wahr, für andere sich einzusetzen, dazu kostet es Manneskraft und Mannesmut, und das fehlt unter den Männern. Darum komme Ich zu dir, du Schwache! Du sollst den Männern zeigen, daß du Mannesmut besitzest, du sollst nicht müde werden, wenn die Kraft dir versiegen wird. Es ist wahr, ein Sterben, ein so oftmaliges Sterben ist hart, aber siehst du, wie Ich dich belohnen kann. Ist es nicht der Mühe wert zu sterben, um Mich zu genießen? Siehst du, nicht eher wirst du Mich besitzen, als bis du gestorben bist. Es ist wahr, es ist hart, wenn der Geist alles getan, was Ich in ihm gewirkt, und Ich ihm Dinge zuschicke, die er nicht versteht, ja, dann könnte er verwirrt werden. Aber dein Leib wie dein Geist müssen Mannesmut und Manneskraft und Seelengröße besitzen. Deshalb prüfe Ich dich so lange, bis du dir so wenig daraus machst wie aus den Fortschritten all der Dinge, und es muß dir alles gleichgültig sein und erst dann, wenn dir alles und alles gleichgültig ist, dann werde Ich dir all deine Wünsche erfüllen.

Sage N. und allen Meinen Dienern, sie sollen sich hie und da ein wenig aufheitern an irgend etwas, o sage es, Ich weiß es und erkenne es an, weil die Zeiten überschwemmt sind vom Unglauben. Werdet nicht mutlos über Dinge, die vor sich gehen, tragt hoch das Haupt, Ich werde euch nicht verlassen. Höret nur die Stimme, die Ich spreche durch Meine Dienerin, denn Ich verlange nicht zuviel, Ich will nur den Mut in euch beleben. Es soll auf diese Zeit eine andere folgen, und unbedingt muß Ich verlangen, als ein Gott der Gerechtigkeit, daß die Völker gezüchtigt werden. Ich muß als Gott die Völker züchtigen, und wenn Ich ein Volk züchtigen will, dann entziehe Ich ihm Meine Gnade, und es ist gestraft, und wenn Ich Mein Volk sinken lassen will, dann lasse Ich das Priestertum zuerst sinken, und alles ist gestraft, und wenn Ich Mich Meines Volkes erbarmen will, dann sende Ich eifrige Diener Meines Herzens, feurige Priester, die von Meinem Geist beseelt sind, und Mein Volk muß gerettet werden. O höret, Meine Völker, Ich bin ein Gott der Liebe, Ich will Mein Volk retten, denn Mein Herzblut klebt an ihm. Und seht und höret, Meine Brüder, wenn Ich Mein Volk retten will, so muß Ich bei euch anfangen, in euch hinein muß Ich Meinen feurigen Geist senden, wie Ich ihn sandte am ersten Pfingstfest unter die Apostel.

Diesen Meinen Geist sollt ihr in euch aufnehmen, und wie Meine Apostel es taten, die Strafgerichte hineinschleudern vor Mein Volk. Meine Apostel hielten es ihnen nicht geheim, daß sie Mich hinausgestoßen. Du Israel, riefen sie ihnen zu, du hast es getan, sie sagten direkt, du hast deinen Messias ans Kreuz geschlagen, du hast deinen Gott hinausgeworfen, und dies war es, was die Völker erschütterte. Und so sollt auch ihr tun. Auch ihr sollt hinaustreten vor Mein Volk und ihm sagen: Du mein Volk hast es getan, du hast die Strafgerichte Gottes heraufbeschworen, und es wartet der Herr mit seiner strengen Gerechtigkeit, dich zu züchtigen. Wähle, hier liegen zwei Wege vor dir, entweder sollst du hinabfahren in den Abgrund der Hölle, oder du sollst gerettet werden, du Volk Gottes!

Es ist Satan und eure niedere Natur, die sich wehrt und sträubt, und es wird noch lange dauern, bis ihr die Sprache versteht, die Ich zu euch rede durch Meine Dienerin. Es kommt aber die Zeit, wo ihr sie verstehen werdet, und wenn ihr nicht hören wollt, so müßt ihr fühlen, und dann werdet ihr sie verstehen wie das Kind, das nur unter der Zuchtrute des Vaters bekennt: Ja Vater, ich will Dir folgen! So werdet ihr tun, unter der Zuchtrute erst werdet ihr bekennen: Ja Vater, ich will Dir folgen, wie Du willst, ich habe Deine Gewalt bekommen, und ich will sie ausüben, wie Du willst.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

150 Zweiter Freitag im Februar 1897

„Nicht die gelehrte Welt ist es, die Ich noch retten will.“

Lied: Jesus, Jesus, komm zu mir...

Barbara: „O Herr, ich danke Dir für Deine unendliche Güte und Herablassung. O ich bin diese Begünstigung nicht wert, weil ich mich so wenig bestrebe, Dir zu gefallen, weil ich so undankbar war in den letzten Tagen und manchmal so widerwillig leide, so daß ich nur zu tun habe, daß ich nicht ausbreche in unnützes Klagen und Jammern, und wie lange ist es her, daß ich Dich nicht empfangen habe in der heiligen Kommunion?“

Jesus: „Ja sieh, Meine Tochter, das ist es, weil du die Sprache der Liebe noch gar zu wenig verstehst. Wenn du leidest, dienst du Mir, wenn Ich aber zu dir komme und dich tröste und dich liebkose, dann diene Ich dir! Willst du denn gar nicht Mir dienen? Willst du denn deinen Geliebten das Kreuz allein tragen sehen? Willst du es Ihm nicht etwas erleichtern? Soll Er denn ganz allein das Kreuz schleppen? O seht doch, welches Kreuz die Sünder Ihm aufgeladen, das sie von Tag zu Tag Ihm schwerer machen. Siehst du nicht hinein in dieses zerrissene Herz, wie sie Es zerfleischen, wie sie Es zerreißen, wie sie Ihm das Herzblut heraussaugen, die Sünder! Siehe, Ich komme jetzt schon zwei Freitage in viel liebenderer Form als sonst, mit Meiner ganzen Zärtlichkeit Meines dich liebenden Herzens überströme Ich dich. Weißt du denn nicht, warum?

Barbara: „Mein Herr, ich verstehe es nicht. Ich dachte heute, als ich Dich sah, als Du Dich mir vorstelltest als ein gar so liebender Bräutigam, daß du mir Ersatz leisten wollest für die heilige Kommunion, die ich nicht empfangen konnte.“

Jesus: „Recht so, Meine Tochter! Das hast du erraten. Du mußt wissen, daß Ich Mich an Großmut von niemand übertreffen lasse, am wenigsten von dir, du arme Kleine. Du jammerst und windest dich und weißt nicht, warum du allen Mut verlierst, warum du nicht den Mut hast, in die Kirche zu gehen wie früher, wo du Mir von Kirche zu Kirche nachliefst.

Ja, Ich will es einmal so, es ist Meine Freude, dich im stillen Kämmerlein zu wissen, abgesondert von der Kirche, an der du so hängst, du kannst dich nicht am Familienleben beteiligen, denen du zur Last bist, du kannst dich auch nicht beteiligen am Leben Meiner Kirche und deiner beiden Freundinnen, die Mir nachlaufen können. Ich will: Du sollst hier im stillen Kämmerlein für Mich leiden, in der Einsamkeit, weil du Mich trösten sollst, und alle deine Gedanken Mir schenken sollst. Du sollst Mir Balsam auf die Wunde träufeln, welche die gottlosen Kinder der Kirche Mir zufügen durch die schändlichen Vergnügungen der Faschingszeit.

O seht, Meine Kinder, o seht hinein in dies liebende Herz, o weint, ja weint blutige Tränen mit Mir. O seht, wie Mein Völklein, das Ich dieses Jahr hinführen will zu Meinem heiligen Tisch, die liebe Jugend, in der Mein Geist noch wohnen will, weil sie das Böse doch noch nicht so verstehen und bei dem, was sie tun, immer noch viel Unverstand und Leichtsinn ist, und Ich muß es erdulden. Aber seht, wie das kleine Völklein Mir entrissen wird, wie es Mir entfremdet und hineingeleitet wird in die gottlose Welt, wo der Glaube zertreten, wo die Unschuld geraubt und hinausgeworfen wird aus den jugendlichen Herzen, und wo es hineingestoßen wird in alle Laster und gleichsteht dem Mann, der vorgerückt ist an Jahren, dem es gleichsteht an Laster und Vergnügungssucht.

Dieses ist es, was Mein Herz zerfleischt, und warum du leiden sollst in dieser Zeit für die liebe Jugend, die Kinder. Denn diejenigen, die schon hinüber sind, die den Schritt schon getan haben ins Laster, sie sind vergessen. Ich will ihnen ja noch nacheilen, Ich eile ihnen immer nach, aber sie sind ja doch verloren. Viele, viele hören Meine Stimme doch nicht mehr, aber die liebe Jugend, die noch zurückzuführen wäre, wenn die gottlosen Eltern nicht selbst noch den Kindern den Todesstoß versetzen.“

Barbara: Und ich sehe eine tiefe Wunde, die hineingeht in das Herz, in die Mitte Seines Herzens, und es strömt das Blut heraus, und es wird die Straße benetzt von Seinem Blute.

Jesus: „Es ist, weil durch diesen Teufelsunfug die liebe Jugend, wenn sie sich auch nicht so beteiligen kann, doch auf den Straßen herumläuft, weil sie sich selbst überlassen ist, weil die Eltern, statt ihre Kinder im stillen Haus zu behalten, die Kinder sich selbst überlassen, die Kinder auf der Straße herumtummeln lassen, während sie den Vergnügungen nachgehen.

O Mainz, Meine geliebte Tochter, wie habe Ich dir angeboten alle Schätze Meiner Gnade und Liebe. Du aber stößt Mich von dir, Du nimmst Mich nicht auf, du nimmst nicht auf die süßen Worte deines Freundes. Du trägst hoch das Haupt und hältst es unter deiner Würde, du forderst deine und Meine Diener auf, anstatt die Schönheiten Meiner Kirche zu besprechen, anstatt das Glück derjenigen zu preisen, die Mich lieben, und die Mir dienen, forderst du Meine Diener auf der Kanzel auf, von Dingen zu reden, die Mein Herz nicht erfreuen. Glaubst du denn, diejenigen, die euch zuhören, seien aufgepfropfte Gelehrte, sie hätten die Hochschule besucht, daß ihr ihnen von solchen Dingen reden könnt, die sie gar nicht verstehen?

Diejenigen, die eure Zuhörer sind, die eure Kanzeln umstehen, sind doch die liebsten Kinder Meines Herzens, es sind die Armen, die Unterdrückten, die gläubigen Katholiken, die es noch verstehen, zu Mir ihre Zuflucht zu nehmen, die noch glauben, daß Ich in Meiner Kirche wohne und wunderbar in ihr wohne. Warum redet ihr solche Dinge vor Meinem Volk und wollt diejenigen tadeln, geheim und versteckt, die euch die Wahrheit sagen in Schrift und Wort? Es soll an das Tageslicht kommen, wessen Geistes Kinder Meine Diener sind. Diejenigen, die es so halb und halb mit der gelehrten Welt halten wollen, die meist gottlos ist, und halb und halb auch ihre Pflicht erfüllen, die teilen sich in zwei Teile, und Mein armes Volk versteht gar gut die Sprache, was nicht vom Herzen geht, was Meines Geistes Licht nicht ist. Glaubt ihr, dem Übel damit Einhalt tun zu können mit gelehrten Phrasen? Nie und nimmermehr!

Sage aber Meinem Diener, Meinem Freund, wie er nachfragen kann, woher der Spott kommt und warum Ich euch aufmuntere, über das Achselzucken und Spötteln hinwegzugehen. Er möge einmal unter der Kanzel stehen, wo Meine Diener reden hier in der Stadt Mainz, und die Schriften verfolgen, die Mein gläubiges Volk aufmuntern sollen. Dann wird er nicht mehr fragen, woher der Spott. Glaubt er, es ist Mir kein Schmerz gewesen, als der Bischof dieser Stadt Meiner Dienerin einen Arzt schickte, um sie zu untersuchen und dieser, der noch dazu ein Weltmann ist, doch seine Pflicht erfüllte; und nachdem er seine Pflicht getan, dieser Mein Diener es nicht einmal der Mühe wert hält, und um den Spott zu vergrößern gegen Meine Dienerin, nicht einmal den Arzt befragen mag. Dies ist es, was Mir sehr wehe tut und weswegen in der Stadt Mainz auch Meine Sprache nicht verstanden wird unter den Gelehrten. Ihr aber, ihr liebsten Diener Meines Herzens, haltet ihr zu dem kleinen Volk. Nicht die gelehrte Welt ist es, die Ich noch retten will. Nein, es ist das arme, gedrückte Volk, das Ich retten will, das Mich erbarmt. Mich erbarmt das Volk!

Und wenn Ich Meinen Dienern zeigen will, daß Ich es bin, indem Ich ein armes, ungelerntes Mädchen auf dem Land berief, um durch sie Meine Geheimnisse den Gelehrten vorzutragen, so ist es aber ein viel größerer Beweis Meiner Liebe und ein Zeichen, das sie aufmuntern soll zu retten, was sie noch retten können, daß Ich zu einer so armen Kleinen komme. Dieses Geschlecht soll gerettet werden! Ihr alle, Meine Diener, tut es nicht, wie man es tut hier in der Stadt Mainz, atmet den Geist ein, Der zu euch spricht und auch die Sprache, Die Ich hier rede. Feurig sollt ihr reden auf den Kanzeln und nicht phlegmatisch und mit gelehrten Phrasen, wo die Leute sich anschauen, weil sie den Mann nicht verstehen und der Prediger es selbst herausfindet, daß er von dem Volk nicht verstanden wird, und er zuletzt selbst verwirrt wird. Seht das ist die Frucht all derjenigen, die ihren eigenen Geist unterschieben wollen und zuviel auf die gebildete Welt schauen.“

Barbara: „O mein Jesus, habe ich denn so zu leiden bis Fastnacht? Kann ich nicht in die Kirche? Ich bin manchmal so mutlos, wenn man hört, wie auf der Kanzel alles zum Gespött gemacht wird, und wenn auch noch der Glaube aus dem Gefühl herauswachsen soll, o Herr, das verleidet einem die Frömmigkeit, denn der Weg zum Himmel ist steil, und ein jeder Mensch braucht viel Licht und Kraft und besonders noch, wenn man so einen Weg geht wie ich, der so abgesondert ist von allem, was aufmuntern kann. O hilf mir, o verlaß mich nicht! O ich traue mir keinen Tag mehr! Wird mir der Mut nicht sinken, werde ich ausharren? Ich will ja gerne leiden für Dich, aber ich bin gar so ängstlich. Hilf mir doch, daß ich wieder in die Kirche gehen kann wie andere Leute, wenn es Dein heiliger Wille ist. Ich bin gar so ängstlich, hilf mir doch!“

Jesus: „Dies ist es, womit du verdienen sollst: Im Finstern wandeln, Mich lieben ohne Liebe, an Mich glauben ohne alles Licht, das ist der wahre Glaube. Der Glaube ist, etwas für wahr halten, was Gott geoffenbart hat und zu glauben befiehlt, was man also nicht begreift, was man mit Augen nicht sehen und mit Händen nicht greifen kann. Glauben sollst du ohne Licht, und lieben sollst du ohne Liebe! Verstehst du Mich? Ja, du sollst lieben wie der Prediger am Mittwoch gesagt hat, es gebe einen Gefühlsglauben; das ist kein Mißverständnis. Aber eine Liebe gibt es ohne Gefühl, und das ist es, was dich so betrübt. Die Liebe kann doch Liebe sein, wenn du sie auch nicht fühlst, wenn es dir auch scheint, daß alles verloren ist und Ich sei himmelweit von dir entfernt, so kannst du Mich doch noch lieben.

Siehe, die Sprache, die Ich zu dir rede, gilt nicht dir allein. Sie gilt Meinen Dienern und ganz besonders Meinen Dienern, weil sie Mich viel lieben müssen ohne Gefühl. Siehe, die armen Ordensleute haben ihr Leben lang jahraus, jahrein wie du in diesen Tagen, wo du ins Zimmer eingesperrt bist, nichts wie die Zelle und die Klostermauern und nichts, woran sie sich ermuntern können, und Tag und Nacht ist ihr Leben ein Opferleben für Mich und ihre Mitmenschen, sei es in Werken christlicher Nächstenliebe zum Nutzen der verkommenen Menschheit, sei es am Heil der unsterblichen Seelen, wie dies bei Ordensmännern der Fall ist. Wo sollen sie sich erholen? Wo sich aufmuntern?

Und geh hinaus in die Familien, wo Vater und Mutter Tag und Nacht beschäftigt sind, um das liebe Brot für die armen Kinder, die Ich ihnen in Hülle und Fülle oftmals geschenkt habe, zu verdienen. Wenn dann der Hunger der Kinder gestillt ist und das Notwendigste angeschafft ist, um die Blöße zu bedecken, dann ist der ganze Vorrat verzehrt, und der arme Vater und die arme, kränkliche Mutter, sie muß zufrieden sein und kann das ganze Jahr nicht an sich denken. Ja, siehst du, das heißt lieben ohne Gefühl. Von denjenigen nun, die dieses Leben ertragen mit stiller Anbetung Meines Willens, von allen Klassen der Menschen, die Ich dir eben vorgezeigt, verlange Ich nicht, daß sie stundenlang in Beschauung zubringen und Mir vorsagen, wie sehr sie verlangen, Mich zu lieben. Nein, nein, Ich durchschaue das Leben, Ich durchschaue die Familien, Mein Auge ruht Tag und Nacht über den Klostermauern und sieht, wie die einzelnen Glieder abgespannt und abgemüht und abgehärmt dahinwandeln, und es genügt Mir.

O sie alle sind die liebsten Kinder Meines Herzens, sie alle möchte Ich an Mein liebendes Herz drücken, sie sollen hören die Sprache, die Ich zu dir rede, daß Ich den leisesten Seufzer höre, der zu Mir abgesandt wird, und daß Ich hineinschaue in die Häuser, wo Mir gedient wird und auch in die Familien, wo gedarbt wird jahrein und jahraus, und sie alle werden vorgestellt werden am großen Tag. Viele, viele Meiner Diener, die nur die Gerechten spielen und viele, viele Frommen, die mit der Welt liebäugeln und dann noch sich einbilden, nachdem sie alles in Hülle und Fülle genossen und Mir so nebenbei noch dienen, zu den Ersten Meines Reiches gezählt zu werden, nein, allen diesen werde Ich vorstellen die zahlreichen Familien, die gedarbt, die Mir gedient, die Meine Sprache verstanden. Diese werde Ich vorführen Meinen Dienern, sollten sie auch die höchsten Würdenträger sein:

Der arme Klosterbruder, die arme Pförtnerin in der schlichtesten Zelle, die nur auf dem Markt herumgegangen, um das Gemüse einzusammeln und manchmal dieses Leben gar zu elend findet, wenn sie hie und da grob abgewiesen wird von einem harten Weltmenschen und bespöttelt hie und da. Ich sage dir, du hoher Kirchenfürst, der du in Meinem Reiche stehst und vieles zu wirken glaubst und auch vieles zu wirken scheinst, Ich sage dir, dieser Klosterbruder, diese Klosterschwester werden am großen Tage vor dir stehen, und du wirst dich vor ihnen schämen müssen; denn er verstand die Sprache Meiner Liebe, du aber nicht. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

151 Dritter Freitag im Februar 1897

„Dies ist ein verborgenes Gift, das da hineingeträufelt wird in die Herzen Meiner Kinder.“

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Mein Jesus, ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt hast, zu mir armen Sünderin zu kommen. Ich bin zwar Deiner nicht würdig, aber doch sehr bedürftig. O wie armselig, wie unbeständig ist mein Wille, wie fürchte ich mich vor dem Leiden, obwohl ich weiß, was darauf folgt. Aber siehe, mein Leib ist so armselig, daß er trotzdem das Leiden fliehen würde, wenn er könnte, wenn er nicht wüßte, daß es Dein heiliger Wille wäre. O verzeihe mir!

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe dir schon so oft gesagt, daß Ich komme, um euch zu belehren, und durch euch die ganze Menschheit. Ich will dir aber auch heute zu deinem und zum Trost aller derjenigen, die Ich mit ähnlichen Leiden heimsuche, wenn auch nicht so auffallend wie die deinen, sagen, und durch dich all diejenigen, die Ich durch Kreuz und Leiden an Mich heranziehen möchte, trösten. Darum will Ich euch heute eine ganz besondere Belehrung geben, warum Ich dieses auffallende Leiden dir gegeben habe. Vor allem ist es das Zeichen, wie Ich dir schon gesagt, woran Meine Diener erkennen sollen, daß Ich es bin, weil ja unmöglich eine Seele, und noch dazu ein so armseliger Mensch wie du es bist, imstande ist, in solchem Leiden auch nur einen Gedanken zu fassen, noch weniger sich mit etwas, außer seinem Leiden, zu befassen und noch viel weniger mit etwas, was ganz über seinen Willen und über seine Kräfte hinausgeht.

Ich habe dir gesagt, daß Ich es bin, denn unmöglich kann ein armseliges Menschenkind, das den gewöhnlichen Weg geht und nichts anderes tut, sich so etwas Hohes und das, was darüber hinausgeht, selbst ersinnen. Das ist es aber nicht, worüber Ich dich heute belehren will, denn Ich habe dir gesagt, daß Ich dir heute eine ganz besondere Belehrung geben will über die Leiden, um dich und deine Mitschwestern und alle, die sich im Geist mit dir vereinigen, ganz besonders aber Meine Diener, die glauben, daß Ich mit dir rede, zu trösten und zu belehren.

Siehe, als Ich hinaufgestiegen war zu Meinem Vater, da war Meine Kirche, Meine jungfräuliche Braut, zwar geboren, aber sie stand ganz einsam und verlassen und war von wenigen gesehen und von wenigen beachtet und von noch viel wenigeren erkannt. Denn unscheinbar stand sie in der großen, weiten Welt, demütig und sanftmütig wie Ich, ihr Herr und ihr Haupt. Sie sollte aber anerkannt werden von den Völkern, sie sollte gesehen werden und so hinaufsteigen auf den Berg, wo sie jetzt steht, wo die ganze Welt sie sehen und sich an ihr erbauen muß, oder, wenn sie es nicht tut, ihr Haupt an ihr zerschellen.

Darum mußte eine Zeit blutiger Verfolgungen kommen. Meine Kinder, die Kinder Meiner jungfräulichen Braut, die sie nach und nach gebar, sollten sich vermehren wie die Sterne des Himmels. Darum mußten viele, viele eines grausamen und gewaltsamen Todes sterben, viele Kinder dieser jungfräulichen Braut, und aus dem Samen des Blutes, von dem die Erde getränkt war, sollte Meine Kirche emporblühen zu einem herrlichen Baum. Dies verlangte Ich so, und es mußte so kommen, um diejenigen, die unter der Gewalt der Liebe sterben mußten, um so schneller Mir zuzuführen, um so schneller konnten sie Besitz nehmen bei Mir, in Meinem glückseligen Reich, in der triumphierenden Kirche.

So wie die Kirche auf Erden aufgebaut und gepflanzt und gepflegt werden sollte, so sollte auch die triumphierende Kirche wachsen, denn nur in dem Maß, wie die streitende Kirche auf Erden wuchs, sollte auch Meine triumphierende Kirche im Himmel wachsen, zur Freude Meines himmlischen Vaters und des Heiligen Geistes, aus dessen Schoß sie hervorgingen. Versteht ihr jetzt, ihr Meine Diener, die ihr vielleicht bis heute noch nicht begriffen, warum Ich es zuließ, daß so grausame Verfolgungen über Meine Kirche hereinbrachen, warum das blutige Martyrium so viele Meiner Kinder hinwegraffte?

Ihr kennt die Liebe eines Gottes nicht, der unter euch erschienen war; Sein liebendes Herz umfaßte mit unendlicher Liebe Seine jungfräuliche Braut. So und unendlich tausendmal mehr liebte es das Herz des himmlischen Vaters, und damit es Ihn ja nicht gereue, die Menschen erschaffen zu haben, deshalb verlangte Mein Herz, recht bald die ersten Früchte Meines bitteren Leidens verwirklicht zu sehen, deshalb verlangte es zu Seiner Freude und zur Freude des himmlischen Vaters, Ihm recht bald viele Abbilder vorführen zu können, woran Sein Herz Sich erfreuen könnte, woran Sich Mein himmlischer Vater spiegeln könnte, und darum die blutige Verfolgung, die Ihm nicht nur Tausende und Abertausende zuführte, sondern Millionen zählten sie an Zahl, und so wuchs mit dem gleichen Schritt wie die streitende Kirche auf Erden, auch die triumphierende Kirche im Himmel, die leidende Kirche ausgenommen, die noch zwischen beiden schwebt.

Von dieser will Ich heute nicht mit dir reden, sondern dir nur erklären, was das Leiden bedeutet, um die Menschheit zu belehren, die so gerne das Leiden abschütteln möchte und in der niemand sich mehr vorfindet, selbst unter Meinen treuesten Kindern, die willig und gern, wie Ich einst, das Kreuz tragen möchten.

Seht, Meine Kinder, dies ist der erste Zeitabschnitt Meiner Kirche, es sollte – und das müßt ihr wissen – diese blutige Verfolgung kommen, aber die Liebe war der Grund, die Liebe zu Meinem himmlischen Vater und die Liebe zu Meiner heiligen Braut, der Kirche, um sie um so schneller emporzuschwingen auf den Berg, auf dem sie jetzt steht. Nur dadurch, daß sie diese blutige Verfolgung erduldete, wurde die ganze Welt aufmerksam, denn noch nie seit Erschaffung der Welt, haben die Völker geschaut, was sie jetzt schauten: Menschen, die ihr Blut und Leben einsetzen für etwas, was sie für wahr halten, für ihren Glauben.

Die blutige Verfolgung hatte längst aufgehört, eine andere Zeit war gekommen, die Welt war gläubig und man hatte nichts mehr zu fürchten als hie und da einen stolzen Diener Meiner Kirche, der es wagte, im Innern Meiner Kirche eine Spaltung hervorzurufen, aber die guten, treuen Kinder Meiner Kirche ließen sich von solchen nicht beeinflussen, und so lebte alles in Ruhe und Frieden. Ungestört konnte man Mir dienen, und wer es wagen wollte, nach höherer Vollkommenheit zu streben, der verließ die Welt, zog sich in die Einöde zurück, und Ich verkehrte ohne Mühe und Opfer mit ihm und Ich brauchte nicht erst anzupochen an seinem Leib, denn er war abgeschieden von der Welt, und die ganze Welt sah auf ein solches Beispiel und erbaute sich an ihm und erkannte in ihm einen großen Diener Gottes und glaubte, daß Ich mit ihm verkehre und ließ sich von ihm belehren. Und so ist die ganze Geschichte Meiner Kirche von Heiligen erfüllt bis auf diese Tage.

Nun ist aber die Zeit anders geworden. Das neunzehnte Jahrhundert steckt im Unglauben und selbst Meine Kirche ist überall in Gefahr, und zwar in großer Gefahr, weil man selbst das Heiligste, was man bis jetzt geachtet und geschätzt, und was von den frömmsten und besten Kindern, ja selbst von Meinen Dienern, geglaubt wird, herunterzieht und belächelt, und sogar noch auf die Kanzel bringt und das Volk auffordert, nicht mehr zu glauben wie im Mittelalter, und weil man nunmehr Schriften und Zeitungen verbreitet, die das Volk zum Unglauben auffordern, aber es sind nicht mehr solche Schriften, wie sie in früheren Zeiten geglaubt und verbreitet worden sind, und über die man jetzt lächelt und darüber spöttelt.

Dies ist ein verborgenes Gift, das da hineingeträufelt wird in die Herzen Meiner Kinder. Dieses Gift wirkt nicht auf einmal, aber allmählich, und die besten Meiner Kinder lachen und spotten über solche Dinge, die heilig von jeher gehalten worden sind in Meiner Kirche. Diejenigen aber, die noch ganz einfältigen Herzens sind, es sei geklagt vor Meinem Volk, ja, ja, Ich muß es beklagen, Ich finde sie nur noch unter dem ganz armen Volk wie damals, als Ich in die Krippe hinabgestiegen bin, dies sind diejenigen, die wie die Heiligen Drei Könige, die armen Hirten, Meine arme Mutter und Mein armer Nährvater an der Krippe knien und Meine Armut und Demut lieben, nur diese stehen kopfschüttelnd da und wollen solche Phrasen nicht begreifen, die man ihnen vorsagt, weil sie noch guten Willens sind und glauben, daß Ich in der Krippe lag. Denn, wenn Ich mit der gelehrten Welt hätte in Einklang stehen wollen, wäre Ich nicht in die Krippe hinabgestiegen. Ich bin aber in die Krippe hinabgestiegen, weil Mein armes Volk gerettet werden sollte.

Fahret hin, ihr gebildeten, hochfahrenden Geister, ihr stolzen Herzen, fahret hin! Ihr haltet es mit jenen, die euch das Gift hineinträufeln wollen in eure Herzen, und wenn ihr selbst Meine liebsten Diener seid, die anderen Meine Worte vortragen sollen; Ich muß eine solche ernste Sprache reden, Meine Diener, weil Ich nicht länger zusehen kann, wie Mein armes Volk verwirrt wird und ihr selbst sollt noch sehen, mit wem ihr es zu tun gehabt habt, und wenn dem Zeitgeist kein Einhalt geboten wird, werdet ihr bald die Folgen sehen.

Ich sage, deswegen ist nun das Zeitalter gekommen, wo Ich Mich vorerst anmelden muß bei Meinen liebsten Kindern durch Leiden und Kämpfe und Trübsale jeder Art. Dadurch sollen diejenigen, zu denen Ich kommen will, wissen, daß Ich es bin, daß Ich sie läutern möchte im Schmelzofen der Liebe. Darum sollt ihr daran erkennen, wenn Ich verkehre mit einer Seele, welcher Geist es ist, wenn Ich die Seele durch Leiden jeglicher Art prüfe, durch innere und äußere Leiden. Werdet nicht mutlos, ihr Meine Kinder! Ertraget die Leiden, die Ich euch schicke, denn nicht alle seid ihr berufen, zu leiden wie Meine Dienerin; wohl aber seid ihr berufen, und Ich werde dafür sorgen, daß ihr Leiden in Hülle und Fülle haben werdet, Leiden in jeglicher Art, innerlich und auch äußerlich.

Seid ihr Priester, so soll es euch – wenn ihr Meinem Wort glauben wollt, daß Ich durch Meine Dienerin rede – nicht fehlen an Witz- und Spottreden anderer, an Leiden der Seele, an Trockenzeiten und Finsternissen, die nicht immer Strafe sind, ja die ihr gar nicht als solche betrachten dürft. Ihr sollt im Gegenteil überzeugt sein, daß alles, was in euch vorgeht, nicht durch eure Schuld geschieht, denn eine heilige Freude soll euch doch begleiten bei aller Trockenheit, denn sie kommt gar oft von der Abspannung, die euer Beruf mit sich bringt. Und dies soll aber euer Trost sein, daß all dies nur die Vorboten sind von Meiner überschwenglichen Herrlichkeit, die gar bald euch zuteil werden soll.

Wenn Ich mit Meiner Dienerin nur dann erst verkehren will, wenn ihr Leib abgemattet ist und fast dahingestorben durch große körperliche Leiden, so sollt ihr wissen, daß dies das Zeichen ist, daß Ich die Menschheit retten will, denn nur dann kann sie gerettet werden, nur dann kann Ich mit ihr verkehren, wenn sie aus dem Schlamm herausgearbeitet ist. Seht, nur dann erst, wenn alles Sinnliche und Irdische herausgearbeitet, geprüft und erprobt ist, verkehre Ich mit Meiner Dienerin. So soll die Menschheit zu einem neuen Leben erstehen, aber erst dann, wenn sie durch harte Leiden und Prüfungen herausgegangen aus dem Schlamm des Unglaubens, dann, wenn ihr Geist und Sinn wieder Meinem Wort lauschen wird, das Ich durch euch, Meine Diener, die liebsten Kinder Meines Herzens, an die Völker richten werde.

Darum will Ich, daß die Worte, die Ich mit euch rede, aufbewahrt, abgedruckt und verbreitet werden sollen. Denn man soll in späteren Zeiten sehen, wie gut Ich bin, wie alles, was Ich tue, Ich immer recht tue, wie wahr das Wort ist, das Ich einst gesprochen: Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen!“

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Muß ich denn noch lange so reden? O sage mir doch, wie lange wird es noch dauern? Siehe, ich bin ängstlich, weil ich glaube, einmal zu sterben in diesem Leiden, weil ich glaube, daß mein Körper zu sehr abnimmt an Kräften. O mein Jesus, würdige Dich doch, mir darüber Aufschluß zu geben.“

Jesus: „Für heute nicht, Meine Tochter! Sei zufrieden, wenn du weißt, daß Ich Mich durch dich trösten will. Du sollst Mir Balsam auf Mein wundes Herz legen durch deine Leiden; du sollst Mir Seelen retten, Mir Seelen zuführen, und du wirst es tun, wenn du es auch nicht siehst, wenn du es auch nicht glaubst und nicht verstehst. Einmal kommt die Zeit, wo du alles überschauen wirst, dann wird deine Freude eine um so größere sein, eine um so herrlichere, und das gilt nicht dir allein, sondern auch deinen beiden Mitschwestern und allen Meinen Dienern, die glauben, daß Ich mit dir verkehre, die keinen Anstoß nehmen an dir; denn Ich weiß, die Menschheit ist so, sie möchte alles mit Händen greifen und mit Augen sehen können.

Darum, wenn Ich manchmal in Gleichnissen rede oder aber versteckt, so verstehen sie Meine Sprache nicht, sie wundern sich, wie so viele es taten, gar viele, als Ich unter ihnen wandelte, die Mir Schritt für Schritt lange Zeit folgten. Sobald sie aber Meine Worte nicht verstanden, wandten sie Mir den Rücken zu und sprachen: Diese Sprache ist hart, wer kann sie hören?

So machen es auch Meine Diener. Weil sie nicht alles verstehen wollen, sagen sie, es ist ein buntes Durcheinander, wer kann sie verstehen? Und doch ist alles so klar und so verständlich. Man müßte nur wissen, daß es die Sprache eines Gottes ist, der an Verstand und Weisheit die Geister dieser Welt so weit übertrifft, wie der Verstand einer Ameise von den gelehrten Philosophen übertroffen wird, und noch viel tausendmal mehr.

O würdet ihr euch eingestehen, wie wenig ihr euch messen könnt mit Meiner Weisheit, dann wüßtet ihr, daß all euer Verstand sich in Mir verliert. Aber ihr, Meine Diener, seht, wenn ihr nicht glauben wollt, dann probiert es einmal, unterwerft euch mit Entschiedenheit, gebt einmal euren Verstand gefangen, wie es all diejenigen taten, die Mich als kleines Kind schauten, und die Ich so überreich belohnte. Seht, dies kleine Kind bin Ich immer noch in all denjenigen, in denen Ich wirke.

Zu den Kleinen lasse Ich Mich herab, mit ihnen will Ich verkehren, und wenn ihr werdet wie sie, dann werdet ihr es begreifen, wenn auch ihr Kinder werdet; und eine heilige Freude wird einziehen in euer Herz, und ihr werdet Mich liebend umfangen, und nicht mehr schleppen werdet ihr die Bürde, die Ich auf eure Schultern gelegt. Mit heiliger Freude werdet ihr eure Schritte beflügeln, und mit heiliger Freude werdet ihr unter Mein Volk treten und ihm Meine Worte entgegenrufen, und Mein Volk wird den Geist verstehen, Der in euch spricht, und so und nur so wird der Glaube lebendig werden.

Ihr sollt es sehen, probiert es einmal, wenn ihr es nicht versteht, denn probieren geht über studieren. Ihr aber, ihr Meine Kinder, ihr liebsten Kinder Meines Herzens, werdet nicht müde, ja, freuet euch. Stört euch nicht an all dem, was um euch vorgeht. Auf diese Zeit folgt wieder eine andere. Tut nur, was in euren Kräften steht und geht ruhig weiter!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

152 Vierter Freitag im Februar 1897

„Und alle, die sich an den Liebesbund anschließen wollen, die sich eng mit Mir verbinden wollen, muß Ich in die Kreuzesschule schicken.“

Lied: Jesu, Jesu, komm zu mir...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! Mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt, zu mir armen Sünderin zu kommen. Ich bitte Dich um Verzeihung wegen aller Nachlässigkeiten und Sünden, die ich leider in dieser Woche begangen. Ich danke Dir, daß Du mir Licht gegeben. O wie bin ich so glücklich, wenn ich Dich sehen, Dich besitzen und Dich genießen kann. Wie ist mir die Zeit so schrecklich, wenn ich in so finsterer Nacht leben muß, wie bedaure ich all die Seelen, die dies fühlen müssen. Mein Jesus, o wäre es doch möglich, daß Dein Licht mir immer leuchten wollte. O wie gerne wollte ich alles leiden, wenn Du nur bei mir bist, wie ist mir dann alles so leicht! O ihr meine beiden Mitschwestern, o danket mit mir dem Herrn, denn auch euch soll es zugute kommen, wenn Sein Licht mir leuchtet, wenn Sein Geist mich beherrscht.“

Jesus: „Meine Tochter! Darum mußt du sehen, welchen Führer du vor dir hast. Habe Ich dir nicht nach Weihnachten gesagt, daß du jetzt mit Mir leiden mußt und fühlen mußt, was Mein Herz bedrängt, die Bedrängnisse Meines Gemütes, Meines Herzens im Allerheiligsten Altarsakrament. Du weißt längst schon, daß du den eucharistischen Kreuzweg mit Mir gehen sollst; einen geheimnisvollen Weg sollst du mit Mir gehen, mit Mir verbunden.

Diesen Weg verstehen nur wenige, auch nicht die liebsten Kinder Meines Herzens, die Ich noch nicht eingeschult habe in die Kreuzesschule. In die Kreuzesschule kann Ich nur diejenigen schicken, die sich auch willig darein geben, die sich bereit erklären, in die Kreuzesschule zu gehen. Es ist zwar notwendig, daß alle diejenigen, die zu Mir in das Reich Gottes eingehen wollen, den schmalen Weg gehen müssen, denn alle Katholiken und alle Menschen müssen den Kreuzweg gehen, alle Christen und alle Kinder der katholischen Kirche müssen den schmalen Weg gehen, und doch gibt es noch etwas, eine eigene Schule, in die nicht alle eintreten können, die in das Reich Gottes gelangen wollen.

Den Eingetretenen in diese Schule stelle Ich erst Bedingungen, weil es mit vielen Kosten verbunden ist. Sie müssen erst ihren Willen Mir zum Opfer bringen, ihren Willen ganz und gar Meinem Willen unterwerfen, ganz und gar tun, was Ich will, und nicht anders wollen, als Ich es will. Zweitens müssen sie auf jegliche Freude verzichten, auch wenn es die schönste ist, die Seelenfreude, die geistige Freude; auch diese müssen sie Mir hie und da zum Opfer bringen, wenn Ich es verlange, was Ich nicht von allen Menschen, von allen Kindern der katholischen Kirche zu gleicher Zeit verlangen kann. Dies ist nur ein Vorrecht für die Kinder, die in die Kreuzesschule gehen. In diese Schule habe Ich dich geführt und auch deine beiden Freundinnen und alle, die sich an den Liebesbund anschließen wollen, die sich eng mit Mir verbinden wollen, muß Ich in die Kreuzesschule schicken, damit sie dort lernen, mit Mir den eucharistischen Kreuzweg zu gehen.

Nun war aber Mein Herz von Weihnachten an bis jetzt, also die letzten beiden Monate, hier in Mainz in der heiligen Eucharistie tief gekränkt und tief beschwert; es lag unter einem Felsen, es lag unter einem Stein, unter welchen es Seine Kinder gelegt, gezwängt hatten. Das Herz ist der Sitz und der Thron des Heiligen Geistes, und dies Herz wurde in diesen Monaten von diesen Menschen benutzt, um dem Geist Gottes zu widerstreben. Wenn auch sonst das Jahr über viel gegen den Geist Gottes gesündigt wird, so doch ganz besonders in der Faschingszeit, hier in Mainz, dann werden alle Sinne der Menschen mißbraucht, besonders aber das Herz, das Ich so edel geschaffen habe, weil darin Meine Wohnung sein soll, und das nur benützt wird, um gegen den Geist Gottes anzukämpfen. Habe Ich dir nicht gesagt, daß du mit Mir leiden sollst? Dann meinst du, sterben zu müssen, du sollst aber wissen, daß du nicht eher sterben wirst, bis die Zeit erfüllt sein wird, die Ich dir versprochen habe, und so, wie du jetzt siehst, wie alles, was Ich dir neulich gesagt, sich erfüllt, so wird auch alles in Erfüllung gehen, was Ich dir früher gesagt habe.

Ihr aber, ihr liebsten Kinder Meines Herzens, in euch will Ich Mich vergnügen, in euch will Ich Meinen Trost suchen, wenn Ich hinausgestoßen werde aus den Herzen der Kinder, der Kinder der Welt. Werdet doch nicht müde, Mir zu dienen, Mich zu lieben, auch in den schwersten Stunden.

Seht, wenn Ich euch diene, wenn Ich euch tröste, dann bin nicht Ich getröstet, und Ich habe doch den Menschen erschaffen zu Meiner Verherrlichung. Laßt euch nicht irremachen und seht euch nicht um, ob dieser oder jener etwas dagegen tut, ob dieser oder jener etwas darauf gibt, auf all eure Mühe. Ich sage dir, kein Wort sollst du umsonst aufschreiben, kein Wort, das durch dieses Sprachrohr an dein Ohr dringen wird, welches in der Ewigkeit dir nicht mit goldenen Buchstaben vorgehalten werden wird. Denn, wenn Ich den Trunk kalten Wassers von einem Meiner Brüder gereicht, aus Liebe zu Mir, nicht ohne Lohn lasse, wie viel weniger werde Ich unbelohnt lassen alles, was Mir zuliebe getan wird. So hoch wie die geistigen Werke der Barmherzigkeit über den leiblichen Werken stehen, so hoch steht die geistige Arbeit über der, womit der Mensch nur sein Brot verdient. Aus den Worten, die du niederschreibst, Meine Tochter, sollen viele, viele gute Entschlüsse und Vorsätze gefaßt werden, und viele werden auch gefaßt werden!

Jeder Meiner Diener, der sie lesen wird, wird sie nicht lesen, ohne geistigen Nutzen für seine Seele, denn er muß sich eingestehen, daß er ein Buch des heiligen Evangeliums liest; nicht als ob das Evangelium, das Meine Kirche aufbewahrt, nicht genügte, und als ob Ich hier Meiner Kirche ein neues Evangelium in die Hand geben wolle, nein, nein! Aber jeder Meiner Diener wird das Evangelium darin finden, das heißt, Mein Wort, Meinen Geist, den Ich ausgieße über Meine Dienerin, und er wird sich angetrieben fühlen, dieses Buch, das er in der Hand hält und das ihm mit seiner Gewalt ist übergeben worden, mehr zu schätzen und mehr zu lieben. Er wird sehen, daß es die Worte Desjenigen sind, Der einst die Fluren Palästinas durchwandelte, überall Wohltaten spendete, tröstete und half, auch wenn Er tadelte.

Werdet nicht müde, Meine Diener, und empört euch nicht, wenn Ich streng rede. Ihr müßt wissen, daß Ich doch der liebende Vater, der zärtliche Freund, der überaus wohlwollende Bruder bin, Der Ich unter Meinen Jüngern war, Der Vater, Der bald Seine Kinder züchtigt und zurechtweist, Der bald wieder mit Freundesworten ihnen zuredete und als wohlwollender Bruder ihnen zur Seite stand, wenn sie sich verlassen fühlten.

Wohlan, Ich weiß gar wohl, welche Mühe du auszustehen hast, du Meine geliebte Braut, mit den ausgearteten Kindern, und Ich habe das größte Mitleid mit dir (Priestertum). Siehe, wie Ich dir zur Seite stehe. Da du aber die Zeitperiode einmal durchkämpfen mußt, du Meine geliebte Braut, und dieses nicht anders geschehen kann, als daß die Zuchtrute geschwungen werden muß und die Zuchtrute du selber mitfühlen mußt, weil ja die Mutter das zartfühlendste Herz hat für das Kind, und du, Meine Braut, bist doch die Mutter aller Menschen auf Erden, also die Mutter dieser entarteten Kinder, die jetzt leben, so bist du es also, die du am tiefsten die strafende Hand des Vaters fühlst, und du verstehst es nicht. Du verstehst es nicht, du Meine Braut, warum du so tief gekränkt wirst, warum du von allen Seiten so eingeengt bist, warum man dich vertilgen möchte. Merke dir es doch, du bist ja die Mutter dieser entarteten Kinder, du sollst die Zuchtrute fühlen, damit die Kinder gerettet werden.

Wie kann Ich aber die Kinder retten, wenn nicht du die Arme ausbreitest und sie alle unter deine Fittiche nehmen willst? Du bist die Henne, die Ich hinausschicke unter die Völker, durch die Ich Meine Kinder an Mich locken will, auch jene Kinder, die sich der Gefahr aussetzen, absichtlich sich in die Hände ihrer Feinde zu begeben. Glaubst du wohl, daß Ich da anders verfahren könnte, als Ich jetzt verfahre mit dir, und doch bist und bleibst du Meine vielgeliebte Braut, du Tochter Sions, du heilige Sions, du heiliges Priestertum Meiner Kirche. Du bist es, du bist Meine geliebte Braut, die unter den Völkern steht, während Ich die Zuchtrute schwinge.

Aber siehe, du Meine Braut, Ich kann dich nicht verschonen. Werde Mir nicht böse, zürne Mir nicht, du Heilige Sions, du heiliges Priestertum, wenn deine Kinder dir den Rücken zukehren und dich verlachen und verspotten, dann denke, daß Ich dich hinausgesandt unter sie, um den Schmerz mit Mir zu teilen. Denn wem gilt denn der Spott? Gewiß nicht dir! Nein, Mir, Meine geliebte Braut! Denn siehe, nicht dein Herzblut klebt an ihm, an diesem Kinde, das dich verspottet, das dich nur mißbraucht, nein, Mein Herzblut klebt an ihm. Betrachte dich, Mein Sohn (Priester), ob Ich zu viel verlange von dir, wenn Ich dir sage, daß Ich dich nach überstandenem Leiden aufnehmen will in Meine unendliche Herrlichkeit, daß Ich dich neben Mich setzen will auf einen Thron, von dem aus du mit Mir die Stämme Israels, das heißt alle Völker der Erde, richten und regieren sollst.

Dieses ist es, was Ich von euch verlange, und damit ihr nicht müde werdet, sollt ihr die Worte Meiner Dienerin, dieses Sprachrohrs, hören, denn liebend und segnend und wohltuend ging Ich einher. Einmal kommt die Zeit für dich, o Priester, wo alles sich anders gestalten wird, all die Opfer und Mühen sollen dir überreichlich belohnt werden. Du aber, Mein Sohn N., laß dich nicht beirren, fahre fort in deinem Eifer, Meine Worte deinen Brüdern zu übermitteln. Denn jetzt ist die Zeit der Aussaat, dann kommt die Zeit, wo das Samenkorn, das ihr in die Erde gelegt, emporschießen soll, und nicht nur zehn-, zwanzig-, dreißig-, vierzig-, nein, hundertfältige Frucht soll es bringen. Ihr werdet zwar nicht die Schnitter sein, wohl aber sollt ihr der Sämann sein, und unbekümmert sollt ihr sein um das, was die Welt tut, ob sie eure Worte gut aufnimmt oder nicht, ob eure Worte auf felsigen Boden oder in Hecken und Sträucher fallen; hie und da fällt doch ein Wort auf guten Boden und dann, wenn einmal das Unkraut ausgerottet sein wird, wird eure Frucht in üppiger Fülle emporwachsen, denn es ist auf fetten Boden gelegt, und ihr werdet die Früchte sehen und ernten von dort aus, wo keine Tränen mehr fließen.

Du aber, Meine Tochter, unscheinbar und klein sollst du bleiben, klein auch in dem Sinn, daß Meine Diener dich für überspannt halten, für eine närrische Person, die es wagen will, Meine Kirche zu reformieren. Auch dies soll dir gleich sein. Ich habe es dir versprochen und anders ging es nicht, wie von dem Standpunkt aus, in den Ich dich gesetzt habe. Ich habe gesagt, daß alles ausgeführt wird, was Ich ausführen will, du jedoch in stiller Verborgenheit bleiben wirst, und daß du dich weder vor einem weltlichen noch vor einem geistlichen Gericht zu verantworten haben wirst.

Darum wundere dich nicht, daß der Bischof von Mainz der Sache nicht besser auf den Grund geht, denn Ich will ohne Aufsehen, in stiller Verborgenheit – einem Nazareth gleich – hier wirken. Dreißig Jahre wußte die Welt nicht, daß ein Messias unter ihr weilte; nur einige Meiner liebsten Kinder wußten es. So muß alles, was von Mir kommt, unscheinbar bleiben; verborgen, wie das kleine Veilchen in den Wäldern, vor sich gehen. Wenn einmal die Zeit erfüllt sein wird, dann werde Ich schon die Mittel zu ergreifen wissen, die notwendig sind für die weitere Entwicklung Meiner Pläne.

Meine Kinder, die kommenden Tage sollt ihr des Druckes entledigt sein, ihr sollt nicht mehr mitfühlen wie bisher, wie Mein Herz leidet und bedrängt ist im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Ich will euch mit heiliger Freude erfüllen, damit wenigstens ihr, Meine liebsten Kinder, vor Mir erscheint, und Ich Mich in euch trösten kann. Gedenket nicht der Abscheulichkeiten, der Tollheiten der Weltkinder, und kommt und leistet Mir Sühne und Abbitte und Ich will vergessen den Undank der Menschen. Und so tretet nur ein in die neue Periode, in die Meine Kirche jetzt tritt, wo sie Meiner Leiden gedenkt, vereint euch mit Meiner lieben Mutter, und geht ruhig weiter!“

____________

 

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

 

I

 

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5,21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943).

 

II

 

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

 

  • Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.
  • Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.
  • Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.
  • Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.
  • Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.
  • Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.
  • In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.
  • Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.
  • Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).
  • Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

 

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

 

September 2001

 

 

Pfarrer Pater Monsignore

Alfred Stürmer Anselm Ehmele David Nikolaus Becker

 

 


 

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2001

Copyright und Herausgeber:

Barbara Weigand Gesellschaft e.V., D-63820 Elsenfeld-Schippach, St. Pius-Str. 27 und Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

Schriftleitung, Bestellung:

Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

 

Helfen Sie uns bei der Verbreitung dieser Schriften.

Alle Schriften und Broschüren und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert.
Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
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