Barbara Weigand Offenbarungen Band 2        Seite 3

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Inhaltsverzeichnis Band 2

188 Herz-Jesu-Fest im August 1897

„Solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt“

Lied: Dem Herzen Jesu singe ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Ich grüße und verehre Dich durch das Herz Deiner heiligsten Mutter, in Vereinigung mit meinem lieben Schutzengel und meinen lieben Patronen und allen gerechten Seelen auf Erden, besonders den Ordenspersonen. Weil ich in dieser Woche beten soll für die Ordenspersonen, so will ich Dir alles aufopfern für die Lauen, die Schwachen und Kalten ganz besonders. Ich empfehle Dir auch alle Sünder, die uns empfohlen sind; denn Du willst ja, daß in der Welt ein Bund entstehe, an dem alle Menschen sich beteiligen können. Gib uns viele Seelen, damit der Liebesbund sich ausbreite; denn nur durch die Bekehrung der Sünder wird die Welt erkennen, daß Du es bist, Der den Bund geschlossen hat am Fronleichnamsfest, und so der Eifer sich entfalte unter den Priestern.

Wenige sind es, die glauben, und darum bitte ich Dich, daß Du Deine Gnade um so mehr über sie ausgießest, damit sie das Feuer Deiner göttlichen Liebe übertragen können in die Herzen ihrer Kinder. Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen, daß Du sie davor bewahren möchtest. Ich grüße Dich durch alle die Schutzengel dieser armen Sünder. Ich empfehle Dir auch alle, die in Gefahr sind, eines schnellen Todes zu sterben. Mögest Du doch Dein Herz öffnen und alle darin verbergen. Durch Deine Todesangst erbarme Dich der Sterbenden!

Ich empfehle dir auch alle Armen Seelen, die uns empfohlen sind, und alle empfohlenen Priester, mögen sie abgestorben sein oder nicht; ich empfehle sie ganz besonders Deinem süßen, liebenden, göttlichen Herzen. Erbarme Dich ihrer, laß sie kosten, wie süß Du bist, wie unendlich gut, besonders die Priester in Mainz, und N. und N. und N. Mache, daß sie von Deinem Geist erfüllt arbeiten am Heil der Seelen. Ich empfehle Dir auch die Neugeweihten, für die ich Dir mein Leiden aufopfere.

Woher kommt es, daß ich den ganzen Tag von früh an so viel leiden mußte? O Herr, nein, ich will nichts wissen, ich will mich blindlings Deinem Willen unterwerfen, in allem ganz und gar Deinem Willen fügen. Wenn alles anders ausfallen sollte, als Du es mir sagst, so will ich es hinnehmen, wie Du es fügst, und die Leiden, die darauf folgen, Dir zum Opfer bringen, und solange meinen eigenen Willen peinigen, bis er Deinem Willen gänzlich unterworfen ist und nur will, was Du willst und wie Du willst.“

Jesus: „Meine Kinder! Dies ist es, was Ich euch heute lehren will. Die Welt steuert darauf los, alles über Bord zu werfen, den Glauben zu untergraben und aus der Welt hinauszuschaffen, weil sie in ihrem Vorhaben keinen Glauben mehr brauchen kann; denn die Völker sind gottlos geworden, und Meine Hand lastet schwer auf Meinem Volk. Wenn das Volk Gottes abgewichen ist vom rechten Weg, dann überlasse Ich es seinem Schicksal und Willen, und wenn es seinem Willen überlassen ist, dann folgt es seinem Willen, und ich habe ihm, dem Menschen, seinen freien Willen gegeben, damit er wählen kann zwischen Gut und Böse. Dies ist ja seine Prüfung, zu wählen zwischen Gut und Böse. Habe Ich ja diesen Menschen Mir ähnlich gemacht, habe Ich Meinen Geist ihm aufgeprägt, damit er, wenn er die Prüfungszeit vollendet hat, er mit Mir herrsche und nicht mehr unterworfen sei, nicht mehr unterjocht, nein, nach dieser Prüfungszeit soll der Mensch mit Mir herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Nun habe Ich ihm, damit der andere Geist, den Ich gleich von Meinem Angesicht auf ewig vertilgte, Mir nicht ein Unrecht vorwerfen kann, dem Menschen zu seiner Prüfungszeit den freien Willen gegeben. Mißbraucht nun der Mensch seinen freien Willen, um Mir dadurch zu mißfallen, um Mein Gesetz zu verachten, um Mein Gebot mit Füßen zu treten, so überlasse Ich ihm seinen Willen, und der Mensch sinkt von Tag zu Tag tiefer hinein in das Laster, unter das Tier, und weil Meine Barmherzigkeit größer ist als alles, was der Mensch in seiner Bosheit nur ersinnen und erdenken kann, darum muß Ich den Menschen von Zeit zu Zeit schon hienieden auf Erden Meine Gerechtigkeit fühlen lassen, um ihn wieder auf die rechte Bahn einzulenken, um dem Menschen zu zeigen, daß Ich allein Gott bin.

Nun ist die Zeit gekommen, und es ist nicht mehr ferne, ja die Morgenröte ist schon da, wo die Völker einer harten Züchtigung übergeben sind und wo die Guten mit den Bösen leiden müssen. Deswegen habe Ich schon bei meiner letzten Belehrung gesagt, daß diejenigen, die zu Mir in Treue halten, Meinen Geist in sich aufnehmen werden und so in sich aufnehmen, daß sie ihren Feinden wie von einem Lichtstrahl umgeben vorkommen; denn sie werden mit einem Freimut vor sie hintreten und sich nicht fürchten vor den Gottlosen, so daß jene Gottlosen kleinlaut und schüchtern dieser Person gegenüberstehen, weil sie sehen, wie ohnmächtig sie sind in all ihrer Bosheit. Es wird die Zeit kommen, wo jeder auf eigenen Füßen stehen und feststehen muß, wo der Bruder nicht auf den Bruder schauen kann, die Schwester nicht auf die Schwester, weil die Züchtigung eine gar herbe und bittere sein wird.

Und seht, weil der Glaube so erschüttert ist unter den Menschen, auch unter den Besten, und sie alles ins Natürliche hineinziehen, diese Menschen, so fällt es schwer, etwas Gutes anzubringen, wenn diejenigen, die Ich hinaussende unter das Volk Gottes, nicht selbst tief eingewurzelt sind in der Demut, die das Fundament des Glaubens ist, des Glaubenslebens. Ihr müßt also bei all den Erfahrungen und Prüfungen, womit Ich euch hin- und herschwenke, ruhig weitergehen, eingedenk der Worte, die Ich dir vor vielen Jahren aufgetragen: ‚Du mußt über dich weggehen und tun, was Ich dir sage.‘

Dieses muß das Losungswort aller Mitglieder des Liebesbundes sein bei allen den Erscheinungen, die da zutage treten, bei all den Bemühungen und Opfern, die sie gebracht und bei denen dennoch das Gegenteil zum Ausschlag gekommen ist, und ruhig weitergehen und feststehen im Glauben; denn es wird die Zeit kommen, wo sich einer am anderen anstoßen und ärgern wird, weil die Menschen sich selbst überlassen sind. Und doch soll die Welt gerettet werden, und doch ist dies alles nur ein Beweis Meiner göttlichen Liebe. Nicht verderben will Ich den Menschen, nur retten mit der Zuchtrute. Fahret so fort wie seither, im stillen zu arbeiten an den Seelen, die euch zugeführt werden, und ihr werdet noch Wunder der Gnade erleben.

Es wird die Zeit kommen, wo ihr gleichgültiger, so gleichgültig allem gegenübersteht, daß ihr euch wähnt, im Paradies zu leben inmitten der größten Trübsal, ja, Ich verspreche euch dieses und all denjenigen, die mit euch gleichen Schrittes gehen, die arbeiten an der Vorbereitung des Liebesbundes, daß sie mitten in der Trübsal in solchem Trost schwimmen werden, als ob alles lauter Liebkosungen und Tröstungen für sie sein sollten. Um dies aber in euch und all denjenigen zu bewirken, die Ich bestimmt habe, Mein Volk zu retten, das sind die Priester, die Ordensleute, die christlichen Familien, die Ich in den Liebesbund einreihen will, und die sich einreihen lassen, sollen sie wie Felsen stehen im Meeresgetöse, im Brausen des Meeres. Wenn das Wasser der Trübsal über ihren Häuptern zusammenschlägt, sollen sie ruhig stehen. Kein Haar von ihrem Haupt soll fallen, soll gekrümmt werden von denjenigen, die auf Mich vertrauen.

Darum harret aus! Steht fest im Glauben und im Vertrauen und in der Liebe, ob einer glaubt von denjenigen, denen ihr es mitteilt, oder nicht. Denn es ist ein großer Fehler und ein Kunstgriff Satans, daß er es fertiggebracht im neunzehnten Jahrhundert, selbst die besten Kinder Meiner Kirche zu einer solchen Schwarzgläubigkeit zu bringen, daß sie den Wunderglauben untergraben helfen, durch dessen Macht so viele Kinder, so viele Heilige, gebildet wurden in Meiner Kirche.

Der Wunderglaube zieht sich wie ein goldener Faden vom Beginn Meiner Kirche bis zum neunzehnten Jahrhundert, und jetzt, ja jetzt wollen Geister aufstehen und das Übernatürliche, was bis jetzt der Menschenverstand nicht erfunden, wollen sie erfunden haben. Jene Priester, die da halten zu solch gelehrten, in der Wissenschaft fortgeschrittenen Geistern, sollen es probieren, ob sie mit ihrer Wissenschaft die Sünder bekehren, die Seelen im Heilsleben vorwärtsbringen und die Seelen durch solch nackten Glauben auch nur um ein Fünklein in der Gottesliebe weiterbringen; dann will Ich ihnen beipflichten. Ich aber sage euch, es wird die Zeit kommen, wo sie sich umstellen und sagen: ‚O Herr, sei mir armem Sünder gnädig. Trete ein, o Herr, rette mich. Herr, rette mich, sonst gehe ich zugrunde!‘ Ja, dann, alsdann werden sie glauben, daß Ich Wunder wirken muß.

Dies alles ist aber die Zuchtrute, womit Ich die Menschen und Meine Diener geißele; denn da sie abgewichen sind vom kindlichen Glauben, überlasse Ich sie ihrer eigenen Vernunft, und ohne es zu wissen, übergeben sie sich ihrer Vernünftelei. Was ist aber die Wissenschaft und Gelehrsamkeit aller Menschen, auch der ganzen Welt zusammengenommen, gegen den Glauben und die Wissenschaft eines einzigen Kindes der katholischen Kirche, das kindlich fromm noch glaubt? Darum werdet nicht irre, wenn hie und da manches vorkommt, denn ihr müßt geschult werden, ihr müßt noch lernen. Die Demut ist die Mutter des Glaubens, und der Glaube erfordert vor allem zum Fundament eine tief gegründete Demut.

Deswegen, um die Demut zu begründen in euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes, werde Ich manches über euch kommen lassen, was ihr nicht versteht, und dennoch müßt und sollt ihr glauben; denn Meine ganze heilige Religion, denn Meine ganze heilige Kirche ist ein Asyl, worin die Mitglieder glauben müssen, ohne zu verstehen. Ich wohne unter euch, und ihr versteht es nicht. Ich wohne in euch, in euren Herzen und rede mit euch eine Sprache, und ihr versteht Mich nicht, weil ihr Geschöpfe, armselige Wesen seid, und Ich, euer Schöpfer und Herr, diesen Vorrang vor euch haben muß. Von euch kann Ich nur verlangen, daß ihr Meinen Fügungen demütig euch unterwerfet und Meine Worte glaubt.

Diejenigen aber, die ihr Mir anbefehlet, wenn ihr fortgewandelt in einem tiefen, einfachen kindlichen Glauben, werden gerettet werden, auch wenn es am Rande des Grabes ist. Dieses soll der Lohn sein, den Ich euch geben will und gebe für felsenfesten, entschiedenen, guten Willen. Ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, sollt ihr nur ruhig weitergehen, wenn es auch noch etwas lichter werden wird, aber der volle Tag, das volle Licht, wird erst hereinleuchten, wenn eure Lebensbahn zu Ende ist.

Dann sollt ihr alles in dem Licht schauen, wie Ich es Selbst schaue; dann sollen alle Pläne, die Ich damit gehabt, daß das Licht Ich euch verbarg, daß ihr manches nicht versteht, offen vor euch stehen, und ihr werdet mit Entzücken und aufjubelnd mit allen Engeln und Heiligen einstimmen in den Lobgesang: ‚Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke, vor Dir neigt die Erde sich und bewundert Deine Werke; wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit!‘

Seht, Meine Kinder, dieser Lobgesang, den Ich Selbst einer gottliebenden Seele in den Mund legte, geht dann erst ganz in Erfüllung, wenn ihr eintreten werdet in jenes Licht, das euch hier in diesem Leben immer noch dunkel vorkommt, wenn ihr eingegangen seid in die ewige Herrlichkeit. Auch wenn Ich eine Seele einführe und ihr einen Teil Meiner Allwissenheit zugute halte, weil Ich durch diese Seele andere herbeiführen, andere leiten und ihnen zeigen will, wie gut Ich bin, so ist dieses Licht aber doch nur ein Dunkel; denn ihr alle müßt bekennen, daß ihr schwache, armselige Geschöpfe seid vor Mir, die Meine Hand erschuf und die sich Meinem Willen beugen müssen. Aber sooft dieser Lobgesang angestimmt wird, dann erinnert euch, was Ich gesagt heute abend. In der Ewigkeit, an der Goldenen Pforte, werdet ihr erst erfahren, was dieser Lobgesang bedeutet.

Darum häkelt und zweifelt nicht, wenn euch manches dunkel bleibt; denn auch die gelehrten Geister, die in der Theologie oder Weltweisheit und Wissenschaft bewandert und gelehrt sind und sein wollen, sie alle sind nur vor Meinen Augen ein armer bunter Schmetterling, der sich da schön vorkommt, weil er bunte Farben trägt, die Ich ihm gegeben. So ist jeder, der sich an dieser Weisheit und Wissenschaft ausgebildet glaubt und gefällt, die Ich, Sein Gott und Herr, ihm aber gegeben, weil Ich durch ihn andere belehren will und zeigen will, wie groß der Geist sein müsse, der solches in einem armseligen Menschenherzen erschaffen kann.

Siehe, du armer Gelehrter, der du nicht mehr glauben willst an Wunderdinge, ein bunter Schmetterling bist du, der sich in seinen Farben gefällt und sich tummelt, dem die Kinder nachlaufen und Beifall klatschen und den sie fangen wollen, und den Ich vor ihren Augen vernichte und ins Grab stürze, ins Grab der Verwesung. Siehe auch du, du hochgelehrter Geist, ein Schmetterling bist du, dem Ich die Wissenschaft gegeben, und wenn Ich sie von dir nehme am Rande des Grabes, so sinkst du zurück in den Staub der Erde, von der Ich dich genommen habe. Aber den kindlichen Glauben, den einfachen, kindlichen Glauben, den Ich dich lehren will und zu dem Ich sehnlichst wünsche, daß du zurückkehrst, den wird dir niemand nehmen können; er wird mit dir hingehen vor die Goldene Pforte, vor das große Tor, das abschließt mit der Zeit und einführt in die Ewigkeit. Der kindliche Glaube wird übergehen mit dir ins volle Schauen, ins volle Licht, und du wirst alles, was dir dunkel vorkommt, in vollem Licht und Glanz schauen und begreifen, warum Ich so manches dunkel dir ließ hier in dieser Zeit, in dieser Prüfungszeit; denn du mußt wissen, daß Ich allein Gott bin, daß Ich allein Mir vorbehalte, zu wissen die Wissenschaft der Weisen.

Also geht ruhig weiter, und solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt. Merkt es euch, nicht nur ihr, auch alle die Priester, denen Ich dieses Blatt in die Hand gebe. Merkt es euch nur! Erstens sollt ihr gebildet werden in der Kreuzesschule, damit ihr tragen lernt das Kreuz, das Ich nun einmal auf jedes Menschen Schulter gelegt in der weisen Absicht, die Ich nur Mir allein vorbehalte; denn daß Ich den einen reich, den anderen arm erschuf, daß Ich diesen bestimmt zum Lehren und jenen zum Arbeiten, diesem ein großes Talent und jenem ein schwaches Talent gab, ist alles ein Geheimnis, das Ich Mir allein vorbehalte, und du armer, schwacher Mensch weißt nicht, warum Ich dies tat und sollst es nicht wissen, weil du Mein Geschöpf bist.

Zum zweiten sollen die Mitglieder, denen Ich das Blatt in die Hand spiele, und die es lesen, Mir einen kindlichen Glauben entgegenbringen, glauben, daß Ich die Macht habe, Meine Geschöpfe zu warnen, und daß Ich auch die Liebe und die Macht habe, Meine Geschöpfe zu überzeugen, daß Ich sie liebe und Mich dazu eines armseligen, unwürdigen Geschöpfes bedienen will, dem niemand belegen kann, daß es die Weisheit, die Ich in ihm wirke und über sie ausgieße, aus den Büchern oder aus dem Studium hat. Zum dritten sollt ihr Mir entgegenbringen, ihr Mitglieder des Liebesbundes, eine recht uneigennützige Nächstenliebe.

Es soll euch gleich sein, wer es ist, den ihr Mir zuführt, ob fremd oder bekannt, ob in der Familie oder fernstehend. Allen, allen Menschen müßt ihr ein warmes Herz entgegenbringen, ein mitleidiges Herz, ein gutmütiges Herz, und wo ihr nicht die leiblichen Werke der Barmherzigkeit ausüben könnt, da um so mehr die geistigen zu Hilfe nehmen. Mit einem Wort, das Schifflein, das steuert im Liebesbund, soll sich von den Wellen, wenn sie auch noch so hoch gehen, nicht umstürzen lassen.

Es soll mit den Wellen gehen, ob bergauf oder bergab, immer den Blick auf den Mastbaum gerichtet halten. Der Mastbaum ist der Aufblick zu Gott, zu Mir, ist mit einem Wort die Liebe zu Mir! Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder? Die Liebe, die Liebe will Ich vermehren in euch!“

Barbara: „O mein Jesus! Wie gering ist noch unsere Liebe und wie wenig alles, was wir tun gegen Deine unendliche Liebe; denn Du bist auch gar zu gut mit uns. Doch sieh in unseren Herzen das feurige Verlangen, Dich so zu lieben wie die liebe, heilige Magdalena und so für Dich zu eifern wie die heilige Theresia. Vervielfältigen möchten wir uns für Dich; denn die Zeit reicht uns nicht aus, denn wir wünschten, den ganzen Tag in Deiner Nähe zu sein vor Deinem Tabernakel, um Dich zu lieben und anzubeten, aber auch den ganzen Tag an den Seelen zu arbeiten, daß auch sie Dich lieben. O hilf uns doch, mit doppelter Kraft für Dich tätig zu sein und ersetze aus Deinem lieben Herzen, was wir nicht vermögen!“

Jesus: „Ich verlange gar nichts von euch, als daß ihr ruhig weitergeht in allen Trübsalen und Verhältnissen, wie sie kommen, mit derselben gleichen Liebe alles behandelt, was euch in den Weg tritt, durch Worte des Trostes und der Ermunterung, wo ihr sie anbringen könnt. Desgleichen bitte Ich Meine treue Dienerin N., saget ihr einen herzlichen Gruß, und daß Ich mit ihrem Wirken sehr zufrieden bin. Möge sie doch überall so wirken, wo sie mit einem Priester zusammenkommt, diesen Geist, den sie in den Schriften findet, hineinsenken in seinen Geist, ihm beibringen, wie notwendig ein kindlicher Glaube in jetziger Zeit ist; denn es ist nicht anders und kann nicht anders mehr abgehalten werden, als daß Ich das Volk züchtige, und es bedarf starker Männer, um nicht zu wanken in solchen großen Wirren, wie sie kommen werden.

Ich habe dir wiederholt gesagt, schon lange, daß, wenn die Schwerter klirren, wenn das Wehgeschrei auf der ganzen Welt ertönt, es einen großen Kampf kosten wird, Ich Meine Diener hinaussenden werde als Friedensboten, und daß die Welt durch sie soll gerettet werden, die Kirche zur Blüte gelangen soll. Seht, da brauche Ich starke Männer, starke Seelen, die Meine Kirche unterstützen durch Gebet und Opfer und Sühne, und da habe Ich sie erwählt, fest zu stehen zu solchen Zeiten. Ich erwähle dazu alle, die Ich in den Liebesbund einführe, und die sich einführen lassen. Sie alle sollen wie Felsen stehen im Sturm der Zeiten, im Glauben nicht wanken!“

Barbara: „O Herr, ist die Tante N. von N., die ohne Sakramente starb, gerettet?“

Jesus: „Verdammt ist sie nicht, aber sie soll fühlen, daß sie unter der Hand eines gerechten Richters sich befindet; Ich habe den Menschen nicht erschaffen zu seinem Verderben. Darum ist Meine Barmherzigkeit eine unendlich große, Meine Langmut eine unendlich große, und nur der Mensch geht verloren, der absolut Mich von sich stößt. Viele, viele werden gerettet um des Gebetes und um der Werke so vieler Heiliger willen.

Ihr müßt wissen, daß das neunzehnte Jahrhundert, obwohl gottlos, daß es viele, viele erfreuliche Zeichen an sich trägt, und Ich habe euch wiederholt gesagt, daß kein Jahrhundert so große Heilige hervorbringen wird wie dieses; heldenmütige Seelen gibt es; Ich lobe ihren Eifer; zahlreich sind sie, wenn auch verborgen der gottlosen Welt. Und merkt es euch, alle, die um Meinetwillen Verfolgung leiden, denen man zuruft: ‚Seht diese, seht jene, seht diesen Betbruder, seht jene Betschwester, seht den Pfaffen da, den Simpel‘, sie alle sind diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, um Meines Namens willen, sie alle gehören zu den Auserwählten. Darum freut euch und frohlockt, daß ihr unter diese Zahl gerechnet seid. Wisset, daß euer Lohn unendlich groß ist im Himmel!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

189 Zweiter Freitag im August 1897

„Die Menschen, die Ich zu großer Gnade erheben will, müssen erst tief beschnitten werden“

Lied: Ihr Kräfte der Seelen ...

Barbara: „O mein Jesus! Süßester Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für die Liebe und Herablassung, mit der Du mich heimsuchst. Wie soll ich Dich empfangen, wie Dir mein Herz bereiten? O komme, Geliebter meines Herzens, nimm hin meinen Leib mit seinen Sinnen, meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit allen Neigungen. O liebe Mutter, nimm Du hin alle Kräfte meines Geistes und meines Herzens, alle Sinne meines Leibes, tauche sie ein in das kostbare Blut Jesu Christi, daß sie, gereinigt und geheiligt, würdig werden, Ihm zu dienen, sich ganz Ihm hinzugeben, in Ihm zu wohnen und Er in mir! Bekleide Du mich mit Deinen Tugenden, schmücke mich mit Deiner Liebe, Deiner Demut, Geduld, Herzensreinheit, daß ich Ihm wohlgefällig sei und würdig, Deinem allerliebsten Sohn entgegenzugehen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Tochter, komm mit Mir auf den heiligen Berg, von wo aus du wunderbare Dinge sehen sollst. Meine Tochter, was siehst du hier?“

Barbara: „Eine weitausgedehnte Ebene; eine Ebene... Mein Geist ist zu schwach, um zu beschreiben, was ich hier sehe: Eine unaussprechlich liebliche Gegend, wie ich mich hier ausdrücken will, Friede und Freude herrschen überall, soweit mein Auge reicht!“

Jesus: „Es ist die Wohnung der Seligen, es ist die Wohnung, wo diejenigen sich befinden, die vor euch hingezogen sind in die ewige Herrlichkeit.“

Barbara: „Ich sehe aber doch niemand, mein allerliebster Herr!“

Jesus: „Warte nur ab, du sollst schon noch sehen!“

Barbara: Und jetzt sehe ich die liebe Mutter Gottes, die Königin der Herrlichkeit, die Himmelskönigin, die Königin der ewigen Herrlichkeit, die Königin dieser himmlischen Stadt. Sie ist umgeben mit einer Schar Jungfrauen, unzählbar groß aus allen Nationen und Geschlechtern; Sie trägt ein blendend weißes Gewand, das wie Silber schimmert, ja wie Perlen, wie Glasperlen im Sonnenlicht, so glänzt das Gewand. Sie ist verschleiert rund um das Haupt wie eine Braut. Sie trägt eine Krone über diesem Schleier mit vielen Edelsteinen besetzt. In der Hand hat Sie die Lilie, in der anderen Hand trägt Sie ein Gefäß mit lauter goldenen Ringen angefüllt, ähnlich wie die Ringe der Brautleute, und in der Rückseite dieser Ringe ist überall ein Name eingraviert: Maria. „Mein Jesus! Was bedeutet dieses Gefäß, diese goldene Schale, und was willst Du mir damit sagen mit diesen Ringen, die ich in diesem Gefäß sehe? Sind es die Ringe für jungfräuliche Seelen, die Ihr nachfolgen wollen?“

Jesus: „Nein, Meine Tochter! Du siehst hier Meine Mutter als die königliche Braut der Priester, Meiner Diener! Sie ist jetzt eingegangen in Ihre Herrlichkeit; Sie weilt jetzt nicht mehr unter Meinen Aposteln; Sie kann jetzt nicht mehr dem Auge sichtbar, dem Ohr hörbar, den sinnlichen Gefühlen wahrnehmbar, unter ihnen Sich aufhalten. Und doch will Sie noch unter ihnen weilen, will noch ihre Gefährtin sein wie damals, als Sie noch unter ihnen lebte. Denn Meine Apostel sind noch auf Erden und werden auf Erden weilen, solange die Welt besteht, in Meinen Priestern, im katholischen Priestertum!

Darum wünsche und verlange Ich, daß Meine Diener Sie annehmen als ihre königliche Braut, sich mit Ihr geistigerweise vermählen. Und was ihnen abgeht an natürlichem Gefühl, sollen sie um so inniger in ihrem Herzen, in ihrem Geiste fühlen und umfassen. Sie sollen wissen, daß sie in Ihrer Nähe sich aufhalten, daß sie unsichtbarerweise in Ihrer Nähe sind, vielmehr ihre Braut unsichtbarerweise bei ihnen steht bei Tag und bei Nacht.

Für diejenigen Priester nun, die diese Verlobung eingehen werden, sind diese Ringe bestimmt, und an dem Tage, wo sie sich geistig erweise mit Meiner Mutter vermählen, werde Ich Selbst diesen Ring bei ihrem heiligen Meßopfer, in dem Augenblick, wo Ich in sie eingehe, an ihren Finger stecken. Ich Selbst werde der Hohepriester sein, Der sie mit Ihr vermählt.

Siehe, Meine Tochter, dies ist es, was Ich dir hier zeige. Das schöne Fest naht heran, wo Meine Kirche feiert: Die Aufnahme Meiner Mutter, den Einzug in den Himmel, wo Sie als Königin aller Engel und Heiligen von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gekrönt worden ist.“

Maria: „O seht, Meine Kinder, o kommt und folgt Mir, kommt und seht, wie groß die Schar derer ist, die da Mir folgen in diesen himmlischen Räumen!“

Barbara: Zunächst sind es die Jungfrauen, die Sie begleiten, die Sie umgeben, alle, alle, ohne Ausnahme, jeden Alters, jeden Geschlechtes, mögen sie in stiller Zurückgezogenheit, hinter stillen Klostermauern, oder in der Welt ihre jungfräuliche Krone sich erworben und verdient haben.

Jesus: „Du siehst hier keinen Unterschied. Siehe, was diese Mir durch die Gelübde des Gehorsams und der freiwilligen Armut zum Opfer bringen, das müssen jene durch Geduld Mir ersetzen, durch Geduld und Freigebigkeit in allen Werken der Gottes- und Nächstenliebe. Diese haben freiwillig verzichtet auf alles, was Ich ihnen gegeben und ihnen von Rechts wegen zustand; jene aber besitzen noch, aber sie besitzen nur, um anderen Freude zu machen mit dem, was sie entbehren können; sie genießen nur das Allernotwendigste zum Leben und alles, was sie sich vom Munde absparen, fließt in die Hände der Kirche und der Armen. Darum siehst du hierin, daß Ich gar keine Ausnahme mache.

Eine Jungfrau im ganzen Sinn des Wortes, wenn sie lebt als Jungfrau, mag sie stehen, wo sie will, ist sie Mir gleich lieb; von der Keuschheit nicht zu reden. Denn das Wort Jungfrau bringt dies schon mit sich, weil sie in der Welt gerade so keusch leben muß wie im Kloster. Vom Gehorsam siehst du auch keine Ausnahme; diese sind unterstellt einem Obern oder einer Oberin, und dieser müssen sie gehorchen; jene aber in der Welt müssen sich von allen Seiten so bedrängen und beengen lassen, daß, was an einem Obern ihnen abgeht, Ich ersetzen muß. Sie müssen sich so unbedingt Meinem Willen unterwerfen, Mir gehorsam sein wie der Ordensmann einem Obern; denn sie stehen mitten in der Welt, und diese macht nur Ansprüche an eine jungfräuliche Seele, um sie auszunützen für den Ehestand. Die Jungfrau soll nur Tag und Nacht darauf bedacht sein, das Geld und das Vermögen der Familie zu vermehren, diesem ihrem Oberhaupt, dem Ich sie beigesellt.

Ich aber habe sie in die Familie gestellt, weil Ich durch sie den Eheleuten ein gutes Beispiel geben und zeigen will, was Ich verlange: Daß eine Jungfrau Mir gehört und Ich ihr Herr bin, daß diese Seele Mir dienen soll, Mir unterworfen ist. Und darum muß Ich so unbedingt auftreten und verlangen, daß diese Seele sich unbedingt Meinem Willen unterwirft, Meinem Willen folgen muß, ob es Verdruß gibt oder nicht. Da braucht es viel Geduld für eine solche Seele; denn von allen Seiten wird sie viel beschimpft, gelästert und verfolgt werden. In der Gemeinde gibt es üble Zungen, die ihr Übles nachreden, in der Familie gibt es manche Zwistigkeiten, weil sie geradeaus geht und manchmal nicht paßt in die Familie, weil sie einen anderen Weg geht und auch gehen muß.

Seht, Meine Kinder, darum müßt ihr euch nicht wundern, daß Ich hier keinen Unterschied mache, wenn sie alle Meine Mutter begleiten, wenn all diese jungfräulichen Seelen Hand in Hand gehen, Meiner Mutter folgend. Sie sind die Erstlingsfrüchte Meiner Kirche, sie sind die Blüten, die Blumen im Garten Gottes, die emporsprossen und herrlich sich entfalten sollen; sie sind die Frühlingsblumen Meiner Kirche.

Nun aber siehst du, wo noch eine große Schar folgt und hart sich anschließt an die Jungfrauen, das sind die Witwen, denen nicht mehr nach einem Mann gelüstet, welche die zweite und dritte Ehe ausgeschlagen haben und aus Liebe zu Mir jetzt jungfräulich leben wollen. Diese kommen nach den Jungfrauen und genießen den zweiten Rang nach Meiner Mutter. Jetzt siehst du eine andere Schar aus allen Geschlechtern: Männer, Frauen, ganze Familien, Kinder, wie sie sich anschließen. Das sind jene, in deren Familien der Rosenkranz gepflegt wurde. Siehst du!“

Barbara: „O mein Gott! Ich danke Dir! O lieber Vater, o liebe Mutter, bittet doch Tag und Nacht, daß wir alle zusammen uns auch anschließen. O mein Jesus, Ich danke Dir für diese unaussprechlich große Gnade; es ist das zweite Mal, daß ich sie sehe.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich will dir nur vorübergehend zeigen, und an diesem Bilde, das Ich dir zeige, sollen die Menschen erkennen, wie hoch Ich es veranschlage, wenn das Familienleben geheiligt ist durch gemeinsames Rosenkranzgebet. Siehe, die Familie, in welcher der Rosenkranz gebetet wird, ist eine geheiligte Familie in Meinen Augen, wenn auch ein Glied derselben abweichen sollte, wie es ja bereits in allen Familien vorkommt; denn Ich muß Kreuze schicken.

Das Familienleben hat gar viele Annehmlichkeiten; denn auch in den ärmsten Familien lebt man oft recht glücklich und zufrieden, da muß Ich Kreuze schicken, und eines der größten Kreuze ist, wenn ein Familienmitglied hin und her wankt und der Familie Kummer macht, aber Ich muß zuweilen diese Kreuze schicken. Ich verspreche aber allen Familien, daß in denjenigen Familien, wo das Rosenkranzgebet geübt wird, keines verlorengeht. Deswegen wollte Ich dir deine Familie zeigen, wie sie an diesem Tag Meine Mutter begleitet. Ich will dir nur den Triumphzug zeigen, der am Fest Mariä Himmelfahrt in der triumphierenden Kirche gefeiert wird.“

Barbara: „O Herr, ich danke Dir für die glückliche Erscheinung. O mein Gott, der glückliche Vater!“

Jesus: „Ja, der springt dir immer am meisten in die Augen, weil du so viel für ihn getan, weil er dir so viel Kummer gemacht, und deswegen er dir am meisten dankbar ist unter all deinen Geschwistern, weil du am meisten für ihn getan!“

Barbara: „O könnt’ ich doch hinausgehen in die Welt und all Deinen Kindern sagen, daß man aushalten muß im Gebet, daß nichts verlorengeht, daß jedes, auch das geringste Werk belohnt wird, das man für die Eltern tut. O ich danke Dir, daß Du meine Familie so vereinigt, daß ich denke, ich sehe sie im Himmel, wenn ich dereinst dorthin gelange. O liebe Eltern, ich grüße euch durch das süße Herz Jesu Christi und bitte euch, laßt nicht nach zu bitten und zu flehen, bis wir alle vereinigt Gott loben und preisen.“

Und ich sehe die Familie N. Ja, eine außergewöhnliche Glorie genießt diese Familie ob der Erziehung dieser Kinder. Eine Schar ist um sie und ein Glanz geht aus von dieser Familie und vereinigt sich mit einigen Punkten auf Erden. Es ist dieses der Wirkungskreis, wo die Kinder sich befinden; denn die Gnaden strömen über die Kinder, und weil die Kinder dieser Gnaden und dieses fürbittenden Gebetes sich würdig machen, geht ein beständiger Austausch von Liebe und Gnade auf die Erde und von ihr wieder zurück.

Jesus: „Siehe, das ist ein Vorbild von jenen glücklichen Eltern, die Kinder auf Erden zurücklassen, die aber im Himmel leben, die zwar den Staub der Erde noch berühren, aber deren Wandel im Himmel ist, die allem Irdischen losgesagt, nichts mehr mit der Welt gemein haben, nichts mehr besitzen als nur die Liebe Gottes. O glückliche Eltern, o glückliche Kinder. Siehe, was du bei anderen nicht siehst, ist, weil die Kinder, die der Welt dienen, nur sorgen für die Güter und Freuden dieser Welt, die nur ihre Kinder in der Welt zurücklassen, um wieder für die Welt zu sorgen und die Welt zu zieren, jene aber sorgen für den Himmel, um den Himmel zu zieren, Gottes Ehre zu vermehren, Gott zu verherrlichen.

Darum dieser Austausch von beständiger Gnade und beständiger Liebe hin und her. Dasselbe kannst du auch sehen in deiner Familie; es sind noch mehrere um sie, und das sind die, die eingegangen sind in die Herrlichkeit.

Du mußt wissen, daß dieser Austausch von solchen Seelen, in deren Familie eine solche sich befindet oder mehrere, große Gnaden über die ganze Familie herabzieht, über jedes einzelne Glied bis ins vierte Glied heraus; so lange noch in einem Glied das Blut der Familie strömt, solange strömt dieser Austausch von Gnade und Liebe. So viel ist eine Seele wert, eine Mir geweihte Seele!

Dieser Schatz ist nicht zu ergründen; denn du mußt wissen, jede Seele ist Mir ähnlich, aber eine Seele, die sich ganz Mir geweiht, die Ich ganz in Besitz genommen, die Mir kein Hindernis setzt, hat eine große Ähnlichkeit mit Mir, und hat darum auch große Gütergemeinschaft mit Mir und alle diese Güter, die Ich besitze, teile Ich aus dieser Seele, und diese teilt sie aus zuerst ihren Angehörigen, allen, die ihr nahestehen, allen, die ihr Wohltaten zufließen lassen und durch deren Güter sie lebt.“

Barbara: „Ist der Bruder von der Familie N., der Bruder der Frau, auch dabei?“

Jesus: „Diese stehen für sich, die lebten nicht in dieser Familie bis zu ihrem Tode. Meine Kinder, noch muß Ich euch sagen: Seht, Ich habe euch einen Blick tun lassen in die unendliche Herrlichkeit, die all diejenigen dereinst besitzen werden, die Meiner Mutter nachfolgen, Meine Mutter treu und kindlich verehren und in allen Nöten sich zu Ihr flüchten, und weil deine Mutter ihre Familie so sehr ermunterte und ihre Kinder an Meine Mutter angewiesen, so habe Ich sie euch gezeigt. Es ist aber nicht der ganze Plan, den Ich heute abend mit dir vorhabe.

Ich habe dir im Anfang gezeigt, wie Meine Mutter verschleiert als Priesterbraut in der einen Hand die Lilie, in der anderen, in der linken Hand ein Gefäß trägt, ein goldenes Gefäß, ganz mit Ringen angefüllt. Damit der Hauptgedanke nicht verlorengeht, muß Ich dir beibringen, daß es Mir leid und sehr wehe tut, daß so wenige Priester glauben, und die Worte, die Ich durch dich an sie richte, nicht mehr beherzigen. Würden sie dieselben beherzigen und darüber nachdenken, o wie vieles könnte besser gemacht werden, wie vieles würde anders sein, wie würde die Liebe einziehen in so manches Priesterherz. Der Trauring, den die Eheleute sich einander geben, soll sie fortwährend an die Liebe und Treue erinnern, die sie sich gegenseitig versprochen und gelobt haben. Diese Liebe und Treue soll sie aufrecht halten in all den Schwierigkeiten des Berufes, und wenn sie ein Leid auf vier Schultern tragen, ist es gewiß leichter als auf zwei Schultern.

Siehe, das wollte Ich heute abend mit dir besprechen. Wenn mehr Priester sich anschließen würden und die Worte in sich aufnähmen, die Liebe müßte in den Herzen der Priester sich mehren, die Liebe zu Mir, die Liebe zu ihrem heiligen Beruf; denn sie alle sind ein anderer Christus. Wie viele aber gibt es, die ihre Würde tragen und ansehen als ein Joch, die sie nicht mit Liebe tragen. O wenn doch alle Priester die Schriften nähmen und sie gut studierten, die Liebe müßte einziehen in ihr Herz, die Liebe zu ihrem heiligen Beruf, und diese Liebe, die da in sie eingeht, müßte ihren Beruf erleichtern, daß sie mit Freuden die Last tragen, die Ich ihnen auferlegt, und diese Liebe würde übergehen in so viele Untergebene, und wie manches würde dadurch gebessert!

Mit Honig fängt man mehr Mücken als mit Essig, sagt ein altes Sprichwort. Wenn Ich aber sage, daß sie sich vermählen sollen mit Meiner jungfräulichen Mutter, und sie sich dann bei der Last und Mühe ihres Tagwerkes abgemüht, erschöpft an Geist und Leib, am Abend Ihr sagen: ‚Sieh, meine geliebte Braut, wie ich mich heute abgemüht, komme und ersetze mir, laß mich ausruhen an Deinem Herzen.‘ Wie ganz anders würde es ausschauen auf dieser Erde in Meiner Kirche. Vieles, vieles könnte gerettet werden. Ihr müßt nicht glauben, daß Ich euch Bürden auferlege, die ihr nicht tragen könnt, die ihr zu tragen nicht imstande seid. Aber die Liebe versüßt jedes Leiden. Es steht zwar schlimm in der Welt, die allgemeine Menschenfurcht, die Verzagtheit und der Kleinmut Meiner Diener und Meiner Kinder macht sie aber noch viel schlimmer, diese Zeit.

Mit gutem Willen, mit Liebe, mit Geduld kann der Mensch alles. Er kann Menschenherzen umwandeln, Wölfe in Lämmer verwandeln. Wenn ihr nicht glauben wollt, dann seht auf jene, die es bereits tun. Ist es nicht besser zu glauben, daß Ich die Macht habe, in einer Seele zu wirken, als alles über Bord zu werfen und der Welt nachzusagen, nachzusprechen, wie die Welt den Gelehrten spielen will und nichts annehmen, weil es jenen nicht mehr in dies Fach hineinpaßt. Ihr aber, Meine Kinder, freuet euch und fahret so fort!“

Barbara: „O Herr, N. läßt fragen, ob sie diese Person behalten oder entlassen soll?“

Jesus: „Sie soll sie nur nicht fortschicken, Geduld und Liebe überwindet alles; fehlerhafte Menschen seid ihr alle!“

Barbara: „O Herr, ist N., der 1862 starb, gerettet?“

Jesus: „Verloren ist er nicht, er hat aber noch zu leiden.“

Barbara: „O Herr, soll N. denn den Prozeß weiterführen?“

Jesus: „Sie soll sich nur nicht zu viel in solche Dinge verwickeln; sie soll ihren Geist frei machen, so bald als möglich soll sie diese Dinge beenden und sich nicht unnütze Sorgen machen. Ich habe ihren Lebensweg so zurechtgelegt, damit sie Mir besser dienen kann. Sie soll nicht zu ängstlich sein und sich in das fügen; denn ohne Schmerz, ohne Wunden geht es nicht ab. Die Menschen, die Ich zu großer Gnade erheben will, müssen erst tief beschnitten werden, ausgegraben die unnützen Auswüchse des menschlichen Herzens! Sie ist gut veranlagt und hat ein gutes Herz, aber so in diesem weichlichen Leben hätte sie Mir wenig Freude gemacht, und ihr Kind, das ganz verwöhnt und verzogen worden wäre durch die Liebkosungen ihres Mannes, wäre Mir noch ganz entrissen worden. So aber halte Ich beide gefangen.“

Barbara: „O Herr, soll denn die Tochter heiraten oder ins Kloster gehen?“

Jesus: „Die hat ihren freien Willen, die soll nur wählen. Ich zwinge niemand und lege niemand ein Joch auf, außer Ich verlange seine Einwilligung. Ein freiwilliger Dienst gefällt Mir. Sie kann Mir auch dienen im Ehestand. Besser ist eine brave, fromme Mutter als eine leichtsinnige Klosterfrau.“

Als Barbara vor einigen Tagen für einen verstorbenen Protestanten den Rosenkranz gebetet hatte, erschien ihr dieser und sagte:

„Danke doch meiner Frau für alles, was sie für mich getan hat. Es geht mir schon viel besser. Glückselig der Mann, dem der liebe Gott ein christliches Weib an die Seite gestellt hat. Sie ist der größte Schatz, den er nur besitzen kann; denn als ich meinen Tod nahen fühlte, nahm ich meine Zuflucht zur katholischen Kirche und machte das Versprechen, falls ich gerettet werden sollte, wollte ich zur katholischen Kirche übertreten. Somit starb ich in der Begierde, ein katholischer Christ zu werden, und weil mein gutes Weib schon so viel für mich geweint und getan, und weil ich gestorben bin in der Begierde nach dem katholischen Glauben, so werde ich gar nicht wie ein Andersgläubiger behandelt. Der liebe Gott hat mich sehr befördert. Ich bin zwar noch nicht im Himmel, aber es geht mir viel besser; ich bin sehr zufrieden.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

190 Mariä Himmelfahrt 1897

„Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, ... die bis jetzt euch verborgen ist.“

Lied: Himmelsfürstin ...

Barbara: „O hochgebenedeite, o unbefleckte, süßeste Himmelskönigin, o Jungfrau Maria! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß wir Dich begrüßen können. Ich danke Dir im Namen meiner beiden Mitschwestern, im Namen meiner Angehörigen, aber auch im Namen aller, die Dich lieben, und derer, die Dich nicht lieben. Ich grüße Dich im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.

Gewähre uns die Gnaden, um die wir Dich anflehen in dieser heiligen Stunde, erflehe allen Menschen ein Quentlein jener Gnade, die Dir am heutigen Tag zugeflossen ist, das erste Mal, als Du Deinen Sohn in der Herrlichkeit erblicktest, als sich alle Engel und Heiligen um den Thron Gottes versammelt hatten. O gib all denjenigen, die Dich lieben wollen, die Gnade der Bekehrung, daß wir alle einstimmig, mit Dir vereinigt, Deinen Sohn und Dich, unsere liebe, gute Mutter, lieben, loben und preisen.

Ich empfehle Dir auch alle Sterbenden, die in dieser Nacht vor den strengen Richterstuhl Gottes geführt werden, alle schweren Sünder, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen. O verhüte sie! O könnte ich erflehen, daß alle Menschen gerettet werden! In Vereinigung mit allen Mitgliedern des Liebesbundes bitte ich Dich, laß Gnade widerfahren. O erflehe, daß der Kanal noch immer mehr sprudele durch das Priestertum, daß sie einsehen, wie sehr Dein Sohn wünscht, daß die Priester sich geistigerweise mit Dir vermählen. Stehe ihnen bei, wenn sie in den Beichtstuhl gehen und auf der Kanzel stehen, wenn sie zu Kranken gehen. Lenke und leite ihre Schritte, daß sie keinen sündhaften Gang tun. Ich empfehle sie alle Deinem mütterlichen Herzen, ganz besonders den Heiligen Vater, alle Bischöfe der ganzen Welt, und ganz besonders den Bischof von N. und N., alle Priester, die uns leiten, ganz besonders N., der mir geholfen, daß ich den Weg der Sünde verließ und den guten Pfad betrat, soviel in meinen schwachen Kräften stand.

Und was mir fehlt, wollest Du ersetzen und alle meine Fehler bedecken. Bekleide mich mit Deinem Schutzmantel, erflehe mir eine große Liebe zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zu Dir und allen Menschen, Geduld in Trübsalen und Leiden, eine tief gegründete Demut, Nächstenliebe, Stillschweigen und alle Tugenden, die mir noch fehlen.“

Maria: „Erhebe dich, Meine Tochter, schau und folge mit dem Auge deines Geistes, was dir alles gezeigt werden wird. Glückselig seid ihr, ihr Kinder Meines lieben Sohnes, ja glückselig seid ihr, denn Er ist es, Der euch zusammengeführt und den Liebesbund mit euch geschlossen hat, glückselig seid ihr, weil ihr geglaubt habt; denn alles, was der Herr euch sagen wird, wird in Erfüllung gehen. Folget nur Seiner Lehre, tut nur Seinen Willen, und glückselig werdet ihr eingehen, so wie ihr seht, daß Ich aufgenommen wurde heute in die Gemeinschaft Meines lieben Sohnes.

Denselben Weg werdet ihr finden wie Ich, denselben überglücklichen Gang werdet auch ihr machen, wenn eure Laufbahn auf Erden zu Ende geht.“

Und höher und immer höher schwebt Sie hinauf über diese Gefilde, und der ganze Himmel ist weit geöffnet. Und ich sehe eine Schar, die ich nicht zu beschreiben imstande bin, Ihr entgegeneilen, ihre Königin zu begrüßen; und Sie wird umschlossen von einer lichten Schar, und steigt immer weiter empor, empor... Barbara sang das

Lied: O Du heiligste, Du jungfräulichste, süße Jungfrau Maria, Trost im Leiden, reichster Quell der Freuden, bitte für uns, Maria ...

Maria: „Meine Kinder! Seht, wie glückselig der Augenblick ist, wo unsere Seele hinübergeht über die Gefilde dieser Erde und einzieht in jene Herrlichkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschenherz gedrungen ist. Seht, der Augenblick ist gekommen, wo Ich, allem Leiden enthoben, eingehe, um nichts mehr zu tun, als nur zu genießen und immer und ewig zu genießen und immer und ewig auszuruhen von aller Mühsal, die kurz und schnell vorüber ist. Obwohl Ich lange Zeit auf Erden weilte, so ist es doch nur ein Augenblick gegenüber der nie endenden Ewigkeit.

Seht, Meine Kinder, auch für euch schlägt die glückliche Stunde, wo ihr eingehen werdet in die Stadt Gottes, um nie mehr zurückzukehren. Noch eine kleine Weile, und die Prüfung ist überstanden und der glückliche Augenblick ist da. Seht, euer kleines Leben, wie schnell geht es dahin, und schaut euch um, ob Mein Lebensweg minder gedrückt und leidend war als der eurige. Jedem Erdenkind ist das Ziel gesteckt, es hat seine Aufgabe, und solange die Welt ist, wird niemand ergründen, wie weise und wie lieblich der Herr diese Harmonie eingerichtet, diese Harmonie, die da zusammenwirkend in den Augen Gottes so übereinstimmend ist, so wunderbar geordnet ist, daß Er Sich freut, wenn Er Seine Schöpfung übersieht. Die Sünde ausgenommen, ist alles so wunderbar geordnet in dieser Schöpfung, daß ihr, wenn einmal der Schleier fällt und ihr eingegangen seid, um mit Ihm zu schauen, mit Ihm zu genießen, ihr des Staunens nicht mehr müde werdet und werden könnt durch die ganze Ewigkeit.

Die Sünde allein stört diese Harmonie in der Schöpfung, und diese Harmonie muß doch zusammenfinden und darum überbrückt, überdeckt werden. Es muß Menschen geben in dieser Schöpfung, die das, was die Sünde verdirbt, wiedergutmachen, und das geschieht ganz besonders an höheren Festen. Ja, da wird vieles gutgemacht. Es gibt, Gott sei Dank, doch noch Menschen, die es verstehen, Meinem Sohn Freude zu machen, und herrlich soll der Lohn sein; Ich will es dir zeigen.

Seht, Meine Kinder, alle, die davon Kunde erhalten, welche die Schriften lesen, die Worte, die ihr niederschreibt, sollen in ein neues Licht erhoben werden, in ein neues Glaubenslicht. Das Licht des Glaubens soll in ihrem Herzen heller auflodern als seither. Die unendliche Barmherzigkeit Gottes wird ihnen deutlicher als je zuvor vor ihren Geist treten, und viele, viele gute Vorsätze werden gefaßt, und weil die Menschen, wenn sie hören und sehen, wie Mein Sohn so zufrieden ist mit dem wenigen Guten, das getan wird, wenn sie guten Willen zeigten, dann macht die Seele Fortschritte, dann legt sie die Ängstlichkeit ab, sie probiert es, sie betet mehr, sie ruft Mich an in der Not, sie nimmt zur Barmherzigkeit Gottes ihre Zuflucht, und ein einziges Ave Maria erhebt die Seele im Gnadenleben eine Stufe höher.

Den Armen wird ihr Schicksal erleichtert, wenn sie sehen und hören, wie der Herr die Armut liebt, wie er die Armen den Reichen vorzieht, die da nur genießen und besitzen wollen hier auf Erden und doch wünschten, droben im Himmel obenan zu sein, hier aber Mein Sohn so deutlich Sich ausspricht, die Reichen ermahnt, die Armen tröstet, da geht dem armen Familienvater ein anderes Licht auf in seinem Glaubensleben und der armen Mutter, die da Tag und Nacht sich abmüht und abhärmt in der Sorge um die Familie. Wie ist sie getröstet, wie freut sie sich, wenn sie hört, daß auch sie Mitapostel sein kann, arbeiten kann am Reich Christi. Die Furcht verschwindet, wenn sie die Worte hört, die Mein Sohn spricht, die Menschenfurcht wird abgelegt, und Trost zieht überall ein, und durch dieses Glaubenslicht, das da in den Herzen sich vermehrt, fühlt diese die Kraft in sich aufzutreten und ihren Mitmenschen ein entschiedenes Wort entgegnen zu können.

Ja, sie fürchtet sich nicht mehr und, merkt es euch nur, kein Wort, auch nicht das kleinste, was geschrieben, ist umsonst, auch wenn es noch so unbedeutend ist und euch so vorkommt. Es hat eine übernatürliche Kraft, die ihr erst jenseits versteht. Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, die ihr nicht kennt, die bis jetzt euch verborgen ist. Und so soll auf Erden durch das Senfkörnlein, das da so unscheinbar gelegt wird, manchem ein Licht aufgehen, das ihm zum ewigen Leben hinüberleuchtet.

Und Ich verspreche euch, alle, die ihr Mir empfehlet, alle, die ihr wünscht, gerettet zu sehen, sie sollen gerettet werden! Erweitert euer Herz, verlangt viel! Große, ja großmütige Seelen will der Herr! Breitet euer Netz weit aus, um viele Seelen einzufangen. Ferner sollen durch die uneigennützige Nächstenliebe, die ausgeübt wird von all denjenigen, die Meinem Sohn treu dienen wollen, viele, viele Seelen gerettet werden. Ihr habt gewünscht, Meine Kinder, daß der Himmel geziert werde, daß Ich recht viele mit aufnehme in die ewige Herrlichkeit. Die Bitte soll euch gewährt werden. So viele Augenblicke ihr in dieser Nacht euch versammelt und Meinem Sohn zum Opfer bringt, so viele Seelen sollen eingehen in die ewige Herrlichkeit.“

Barbara: „O ewiger Vater, durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau Maria opfern wir Dir auf alle Gebete, Handlungen und Leiden des heutigen Tages, besonders für die heilige Kirche, für unseren Heiligen Vater, für die Mitglieder des Gebetsapostolats, für jene, die uns ins Gebet empfohlen sind, für diejenigen, die in dieser Nacht sterben, für die Armen Seelen. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe!“ Dann betete Barbara langsam und feierlich das Ave Maria.

Barbara: „O schenke uns N. und N. und N.“

Maria: „Sie alle, sie alle sollt ihr haben um der Freude willen, die Ich am heutigen Tag genossen, als Ich Meinen Einzug feierte in den Himmel, um der Glorie und Herrlichkeit willen, die Mir bei Meinem Sohn zuteil geworden ist in der Gemeinschaft Meines Sohnes, und um des kostbaren Blutes willen, das Mein Sohn am Kreuz für alle Menschen vergossen hat, um der heiligen Meßopfer willen, die Tag für Tag, ja, jede Stunde, in der heiligen Kirche gefeiert werden, die dasselbe Opfer erneuern, wo dasselbe kostbare Blut fließt, wie es am Kreuzesstamme geflossen ist.

Alles dieses will Ich aus dem Schatz der heiligen Kirche diesen Seelen zuwenden. Freigebig darf Ich heute sein wie eine königliche Braut, wie eine königliche Mutter, die hineingreift in die Schatzkammer, wie eine königliche Braut!“

Barbara: „O schenke uns alle Schwestern, die gestorben sind in N. N. N; und schenke uns besonders N. N. und N.“

Maria: „Treibt es nicht allzu bunt! Ihr spannt freilich das Netz weit aus, Meine Kinder!“

Barbara: „Ja, Du bist aber die Königin und die Mutter aller Armen Seelen, und heute an Deinem Ehrentag schlägt Dir Dein lieber Sohn nichts ab! O bitte nur, Du erlangst alles, Du bringst alles fertig.“ Es folgen noch lange Bitten.

Maria: „Ja, Meine Kinder, das ist alles recht, aber seht hinein in die Welt. Ja, freilich hat Mir Mein Sohn heute das Herz geöffnet und zur Verfügung gestellt den ganzen Schatz der Kirche. Aber seht! Zugedeckt und mit vielen Sünden beladen ist er. Wer soll ihn öffnen? Die Sünden der Menschen? Sie schreien um Rache zum Himmel!“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Du, Du sollst ihn öffnen! Du, Du bist der Kanal, aus dem uns alle Gnaden zufließen. Ja, himmlischer Vater, als Dein lieber Sohn mich zu Seiner Braut annahm, da hab’ ich mich so geschämt, daß ich nicht mit Ihm gehen wollte, weil ich mich so armselig, so winzig sah, und als ich die unendliche Majestät meines Gottes schaute, da wäre ich lieber in die Erde versunken als mit Ihm zu gehen. Als mein süßer Jesus meine Verlegenheit sah, da deutete Er auf Seine liebe Mutter und sagte in etwa: ,Diese wird dir alles ersetzen!’ Die liebe Mutter Gottes aber näherte Sich mir und sagte: ,Nimm hin diesen Strauß, die Tugenden Meines liebenden Herzens, und bringe ihn dem himmlischen Vater und sage Ihm, daß du mit diesen Tugenden, mit diesen Blumen, dich bedecken wollest und Er ihn hinnehmen soll zur Genugtuung für deine Sünden und Mich annehmen möge für dich.’

Siehe, meine Mutter, und das hat der himmlische Vater getan, und das sag ich Dir heute abend. Mutter, Du bist allmächtig durch Deine Fürsprache. Wenn Du vor den himmlischen Vater trittst, vor Deinen göttlichen Sohn, da deckst Du alles zu, da sind die Sünden keines Menschen größer als die meinigen. Siehe, so stelle ich Dich vor Deinen göttlichen Sohn. O guter Jesus, sieh nicht auf diese Menschen, sondern auf Diejenige, die vor Dir steht. Durch die Verdienste dieser Deiner Tochter bitte ich Dich, o verzeihe allen Menschen; sie reichen hin, diese Verdienste; o verzeihe nun auch und tilge alle die Sünden, die an diesen Seelen noch haften. Du hast keine Ausrede mehr, Du mußt sie alle mitnehmen. Ich opfere Dir auf alle Ave Maria, die morgen gebetet werden in Lourdes, auf dem Engelsberg und an allen Orten, wo die liebe Mutter Gottes verehrt wird...

Für jedes Ave schenke uns eine Seele. O liebe Mutter, ich laß Dich nicht, Du darfst heute Abend nicht von mir gehen, bis Du mich gesegnet hast. Du weißt, was ich will: Ich will den Segen, den Jakob begehrte und erlangte, als er mit dem Herrn rang, und das war seine Nachkommenschaft, und ich verlange eine große Nachkommenschaft, nicht für mich, sondern für Dich, für alle Ewigkeit. Schenke uns die Seelen von N.N.N. Ich laß Dich nicht vorher gehen!“

Maria: „Recht so, Meine Kinder! Seht, was eine Seele alles fertigbringt !“

Barbara: Und nun gibt es einen Jubel, eine Freude! Und ich sehe eine Schar, o eine so große, unzählige Schar; o ihr Glückseligen! Und wie dankbar sind sie, o wie blicken sie herab auf uns! Lebt wohl, liebe Schwestern, so rufen sie uns zu, auf ewiges Wiedersehen! Eben wird ein Lobgesang angestimmt und voraus zieht Sie.

„O liebe Mutter, so gerne ich Dich noch behalten will, so will ich die Freude nicht länger hinhalten. O vergeßt uns nicht, o ihr lieben Brüder und Schwestern! Wie gerne möchte ich mit euch ziehen, doch nein, ich will noch leben, noch mehr verdienen. Hochpreiset...

„O unendliche Liebe, o unendliche Schönheit, o unendliches Glück, o welch ein Glück! Wann wird sich für uns das Tor öffnen, um nie mehr zu scheiden? O diese Goldene Pforte! O zu klein ist mein Verstand, zu dunkel mein Auge, sie zu beschreiben. O glückselige Stunde, o heilige Nacht! O liebe Mutter, o nimm doch noch N. mit Dir, ich habe ihn ganz vergessen.“

Maria: „Nein, nein, Meine Kinder, jetzt ist das Meinige getan, jetzt seid zufrieden und merkt euch dieses: Geht zurück und tragt ein jedes das Kreuz, das ihm der Herr auf die Schultern gelegt und erinnert euch an diese heilige Nacht und an diese glückliche Stunde, wo ihr einziehen werdet in die heilige Stadt; denn ihr müßt wissen, für euch schlägt diese glückliche Stunde wie für Mich, wo alles Leid vorüber ist und ihr einziehen werdet in diese heilige Stadt, um ewig zu jubeln, ewig zu frohlocken. O sagt es allen Erdenpilgern: Ewig jubeln, ewig frohlocken!“

Lied: Großer Gott ...

Am Fest des heiligen Rochus sah Barbara den Heiligen in großer Herrlichkeit und Jesus sagte ungefähr so:

Jesus: „Der heilige Rochus wurde von allen Menschen verstoßen, so daß er sich in einem Wald aufhalten mußte und sich selbst überlassen war. Jeder Seele, die Mir dient, ist es möglich, denselben Weg zu gehen, dieselbe Herrlichkeit zu erlangen; denn da die Menschen von Gott nichts mehr wissen, so findet die Seele dieselben ihr gegenüber wie leblose Pflanzen und Bäume, ohne Gefühl und ohne Mitleid. Anstatt der wilden Tiere, womit Rochus umgeben war, ist sie umgeben von den wilden Leidenschaften der Menschen, und wenn sie da aushalten will, kostet es einen großen Kampf. Darum glaubt nur, daß ihr dieselbe Herrlichkeit erlangen könnt!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

191 Dritter Freitag im August 1897

„Deshalb laß Ich dir auch so viele Fehler, damit du ja nicht wie ein Pfau dich erhebst“

Lied: Ihr Kräfte der Seelen ...

Jesus: „Meine Tochter! Vor allem muß Ich dir einen kurzen Verweis geben! Du, der Ich dir so große Geheimnisse anvertraue, mit der Ich umgehe wie ein vertrauter Freund mit seinem Freunde, wie ein Vater mit seinem Kind, wie ein guter, alle guten Eigenschaften besitzender Lehrer mit seinem Schüler, ja noch mehr, wie ein Bräutigam mit seiner Braut, und doch ist bei dir alles wie vom Wind hinweggeblasen, wenn Ich dich verlasse. Es ist wahr, und deswegen habe Ich auch Nachsicht mit dir, der Zustand deiner Nerven ist zerrüttet, und Ich weiß wohl, das rechte Maß einzuhalten. Wenn etwas über dich kommt, dann bist du weg, weil deine Kraft dir fehlt, obwohl es niemand an dir wahrnimmt. Aber, aber merke es dir, du sollst besser kämpfen gegen deine bösen Neigungen, nicht den Zügel frei schießen lassen, wenn die Ungeduld dich überwältigt, dein hitziges Temperament mäßigen. Verstehst du Mich?“

Barbara: „Mein Jesus! Habe Nachsicht mit mir und Geduld. Verzeihe mir, o ich bitte Dich darum! Siehe, ich habe es gar nicht bereut, obwohl ich mich gleich an Dich wende, aber ich glaubte, das volle Recht zu besitzen, das müßte so sein. O wie armselig sind wir Menschen. Siehe, das ist es ja, was mich immer so kleinmütig macht, daß ich mich so unvollkommen sehe. In alle Fehler falle ich, in den Kleinmut, in die Ungeduld, in die Lieblosigkeit, in den Zorn, und wie sie nacheinander heißen; Du weißt sie ja noch viel besser als ich. O verzeihe mir! Mein Jesus, Barmherzigkeit mit uns armen Menschen!“

Jesus: „Ja, das ist es, was Mich hält an dir, Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe. Siehe, du mußt nicht so verzagt sein und alles zerschneiden wollen, du mußt darüber hinweggehen über die Dinge, die du nicht ergründen kannst. Du sollst nur andere belehren, in dir selbst aber immer im unklaren bleiben. Deswegen laß Ich dir auch so viele Fehler, damit du ja nicht wie ein Pfau dich erhebst, wenn du Tugenden an dir siehst, die du gar nicht hast; denn Ich gab sie dir, du hast sie nicht aus dir. Darum, wenn du dich erheben willst, mußt du wie der stolze Pfau nur unter dich sehen, auf deine Füße, das heißt auf deinen Leib, der von der Erde genommen ist, und der Stolz vergeht dir.

Du wirst diese Fehler, die Ich immer und immer wieder rügen muß, beibehalten bis zum letzten Augenblick deines Lebens, denn du sollst ein Werkzeug sein in Meiner Hand, wodurch Ich zu anderen rede, nicht zu dir, wenigstens nicht zu dir allein. Du bist erschrocken und kleinmütig geworden, weil du siehst und liest, wie Meine Diener Mir dienten in früheren Zeiten. (Jemand hatte Barbara die „7 Felsen des seligen, heiligen Suso“ zum Lesen gegeben.) Du sollst aber wissen, daß Meine Gerechtigkeit und Meine Barmherzigkeit noch dieselbe ist wie damals. Nur die Zeiten sind verschieden und die Menschen, die in den Zeiten leben, und so muß Ich Mich nach den Verhältnissen der Zeiten richten und nach den Menschen, die in diesen Zeitverhältnissen leben.

Damals, als Mein Diener lebte, war freilich eine andere Zeit, und doch habe Ich Mich bei ihm beklagt gerade so wie bei dir über die Menschen jeden Geschlechtes und jeden Standes. Ich habe dort über Meine Diener mehr Ursache gehabt zu klagen als jetzt; denn es war dies die Zeit, wo durch Meine Diener das Übel ausgesät wurde, das Übel in die Erde gelegt wurde, das keimte und sproßte und emporwuchs, das Übel nämlich der Gottlosigkeit, der Sittenlosigkeit und Leichtfertigkeit. Meine Kirche war zur Zeit, als dieser Diener lebte, üppig, denn sie war sehr reich.

Das war in jener Zeit, wo man sich noch eine Ehre daraus machte, ein Kind in der Familie dem geistlichen Stand zu weihen unter den Großen und Mächtigen der Erde, und diese wählten diesen Stand nur, weil sie wußten, daß sie doch auch zu hohen Ehren und Ämtern gelangen würden, Ehre in Hülle und Fülle genießen sollten, und so geschah es in dieser unglücklichen Zeit, daß mancher Priester wurde, weil er Bischof und Fürst zugleich war, und dieses aber nur, weil er mehr auf die Ehre und Besitz rechnete als auf Gottes Ehre und den Besitz der unsterblichen Seelen.

Darum beklagte Ich Mich damals sehr, sehr über all diese Diener Meiner Kirche. Nun aber in dieser Zeit, in der du jetzt bist, ist es ganz anders geworden. Diejenigen, die jetzt den geistlichen Stand wählen, tun es nicht mehr zeitlicher Absichten wegen. Diese haben fast alle, ja, Ich kann bereits sagen, alle ohne Ausnahme, wenn sie eintreten in das Studium, um die Theologie zu studieren, Ich sage, wenn sie so weit gekommen sind, wo sie nur noch Theologie studieren im Seminar, haben alle nur das Beste im Auge und bereiten sich vor in der besten Absicht, nur treue Diener zu werden.

Aber siehe, wegen der unglücklichen Zeiten, wo der Reiche nicht mehr Geld hergeben will, um sein Kind zum Priester durch seine Mittel heranzubilden, muß größtenteils nur noch der arme Stand das Priestertum vertreten, der arme Arbeiterstand; und ein gut talentiertes Kind, wenn es brav und gut erzogen ist, durch die Mittel anderer zu einem Priester herangebildet wird, da kommt nun freilich auch manches Kind hinein in die Schule, dessen Vater oder Mutter nicht weniger fromm sind.

Herausgenommen aus so vielen Familien werden sie dann, wenn ihre Zeit vorüber ist, wieder hineingestellt in dieses Leben, und so nimmt dann mancher, wenn er auch guten Willens war, vieles wieder an, atmet wieder ein die leichtfertige, glaubenslose Luft, wird leichtsinnig und vergißt sein heiliges Amt, seine Würde. Wenn auch nicht immer, so ist es doch überall gut, wenn Ich Meine Diener von Zeit zu Zeit daran erinnere, daß Ich es bin, Der sie hinaussendet wie Lämmer unter die Wölfe, daß Ich es bin, Der sie hineinstellt in diese Herde als den guten Hirten.

Damals war die Zeit leichtfertig, stolz und genußsüchtig, jedoch war es im Mittelalter eine bessere Zeit als jetzt, sie war nicht gottlos diese Welt, es bedurfte nur der Anregung des Gebetes und des guten Beispiels, und viele von denen, die vom rechten Weg abgewichen waren unter den Christen, kehrten wieder um, und es war doch noch ein allgemeiner Glaube, eine Herde, ein Zusammenhalten, mehr als jetzt.

Jetzt aber haben Meine Diener eine ganz andere Aufgabe; denn gottlos ist die Welt geworden, nicht mehr ungläubig und abergläubisch, sondern gottlos, das heißt, sie wollen sich ganz und gar von ihrem Gott trennen. Ja, viele, viele haben sich ganz getrennt und wollen, weil sie sich getrennt haben, Mein Leben, Mein Dasein ganz und gar verleugnen; Christus ist nicht mehr, hinweg mit Ihm! Er war auch ein Sozialist, wie wir es sind, Er war der erste Sozialist; Er war nur ein gescheiter Mann, weil man sich es nicht ganz und gar verhehlen kann, weil es denn doch zu sehr verbürgt ist, und weil ein denkender Mensch es nicht ganz wegleugnen kann. Aber Meine Gottheit wird geleugnet. Heraus muß Ich aus den Menschenherzen, und man frönt seiner Leidenschaft. Man will nur noch genießen und besitzen, und besitzen, um zu genießen.

Da muß unbedingt eine Schranke gesetzt werden dieser zügellosen Welt, eine Armee gebildet werden, die sich dem wie ein Damm entgegenstellt. Deswegen, wie jammerschade, daß es nicht alle Priester lesen, was Ich mit dir rede. Siehe, wenn die Priester in der Stadt Mainz ihre Augen auftun und nachsehen wollten, ob es denn nicht gut wäre, recht darauf hinzuarbeiten, daß es überall recht viele gläubige Seelen gibt, Seelen, welche sie unterstützen in ihrem Werk, in ihrem Beruf, ob es nicht besser sei, dafür zu arbeiten, als solche Seelen zu verwerfen, zu beschimpfen und vor dem Volk ins Lächerliche zu ziehen.

Möchten sie doch nachsehen, wo ihr Wort nicht mehr hindringen kann, wo eine Seele unter der Eisdecke des Unglaubens steckt, wo sie nichts mehr ausrichten können durch Worte und Belehrungen, durch Nachgehen, wie dort eine gläubige Seele solche ganz unscheinbar noch bearbeiten kann. Wer ist es nun, der dieses fertigbringt in dieser Seele?

Es ist Mein Geist, weil Ich will, daß Hand in Hand mit dem Priestertum der jungfräuliche Stand gehen muß und gehen soll, weil Ich will, daß eine Gebetsarmee gegründet werden soll, wo niemand ausgeschlossen sein soll, der nur will, der sich nur anschließen will.

Seht, in dieser Zeit, wo überall in der Welt die Wasser der Gottlosigkeit und des Unglaubens hineingedrungen sind in alle Schichten des Volkes, da tut es der Zeit sehr not zu glauben, daß Ich noch unter euch wohne, daß Ich noch mit Menschen verkehre, zu den Menschen rede. Du aber, harre aus, bringe Mir nur einen guten Willen entgegen, gebe nicht dem Kleinmut, der Mutlosigkeit nach, unterwirf Mir deinen Willen; mehr verlange Ich nicht von dir. Sei zufrieden, wenn etwas auch nicht nach deinem Wunsch verläuft, sei zufrieden mit weniger. Siehe, Ich verlange ja auch nicht mehr, was Ich verlangte von jenen Dienern, die vor vier- oder fünfhundert Jahren lebten. Ich verlange nicht, daß du dich abhärmst bei Wasser und Brot, daß du ganze Nächte beten sollst. Ich verlange nur von dir deinen guten Willen, ein gläubiges Herz, und daß du die Gebote der Kirche hältst und die Gebote Gottes, und mitwirkst mit Meiner Gnade und Meine Stimme hörst.

Siehe, Meine Stimme hören und verstehen, ist freilich nicht deine Sache, ist freilich nur Meine Gnade. Aber Ich lade niemand eine Last auf, die er nicht tragen kann und nicht tragen will, wenn es so etwas ist, was nicht absolut zur Heiligung der einzelnen Seelen ist; denn Ich muß dem Menschen gar manchmal ein Kreuz aufladen, was er nicht gerne trägt, und Ich lade es doch auf, weil es zur Heiligung des Menschen nötig ist, wenigstens sein soll, und es hängt von dem Menschen ab, wie er sein Kreuz trägt. Wenn er sich nicht damit heiligt, dann ist es seine Schuld.

Aber ein Leiden, wodurch Ich vielen anderen nützen will, wodurch Ich viele andere retten will, kann Ich keinem Menschen aufbürden ohne seine Zustimmung.

Alle die Menschen, die gelebt haben, die Ich berufen, mit Mir zu verkehren, mit denen Ich in Berührung kam und durch deren Mund Ich zu anderen reden wollte, mußten erst eine Prüfung bestehen, Mir ihren Willen zum Opfer bringen, mit anderen Worten, sie mußten Mir ihre Zustimmung geben. So ist es bei dir. Ich verlange nichts von dir als deine Zustimmung, alles andere werde Ich tun. Und solange Seelen dadurch auf bessere Wege kommen, solange Seelen gerettet werden, Seelen in der Liebe zu Mir befördert werden, wie du das von Tag zu Tag merken und sehen kannst, solange hast du nichts zu fürchten, wenn auch niemand sich deiner annehmen würde. Ich habe dir aber einen Führer gegeben, der sich um dein Wohl und Wehe bekümmert; habe keine Angst, auf ihn sollst du hören, er wird dir nicht mehr entrissen werden. Es ist dies Mein treuer Diener N., und wenn du zweifelst, dann frage ihn und gehe ruhig weiter.“

Am Donnerstag nach der heiligen Kommunion sagte der liebe Heiland zu Barbara, weil sie sich wegen ihrer Nichte ängstigte:

Jesus: „Sei nicht so ängstlich und ängstige dich nicht unnötig. Ich bin zufrieden mit dem Kind, es ist nicht so schlimm, wie du meinst, es ist nicht so schlimm. Beunruhige dich auch nicht; Ich fechte schon Meine Sache aus. Glaube nur nicht, daß du getäuscht bist.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

192 Vierter Freitag im August 1897

„Hineinsenden muß Ich die Missionare in dieses heidnische Christentum“

Lied: Soll‘s sein, so sei‘s, wie Gott will ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für Deine unendliche Liebe, Güte und Herablassung zu uns armseligen Geschöpfen! O mein Jesus! Du unendliche Liebe, Güte und Barmherzigkeit, o gib mir doch die Sprache eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligen Mutter, um Dich zu lieben, deine Sprache nachzuahmen; denn ich bin nicht würdig, Deine Dienerin zu sein, die Allergeringste Deiner Geschöpfe. Wie wage ich es, Deiner Majestät nachzureden. Gedenke nicht meines Elendes und meiner Sünden, richte mich nicht nach Deiner Gerechtigkeit. Verzeihe mir alle Fehler, Nachlässigkeiten und Sünden, die ich in dieser Woche begangen, die ich in meinem Beruf begehe.

Sieh, ich bin immer gar zu kurzsichtig, ich habe gar zu wenig Verstand im Geschäft, wie oft werde ich darüber belehrt. Darum ist es unmöglich zu denken, etwas aus mir fertigzubringen in dieser heiligen Stunde; denn alle Leute sehen mir an, wenn ich in der Wirtschaft bin, daß ich dumm bin.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, dies ist für dich der sichere Beweis, daß du aus dir nichts hast und nichts kannst und daß alles, was du hast, du von Mir hast und nicht aus dir ist. Du bist freilich ein armseliges Wesen und wer mit dir spricht, der muß herausfinden, daß du keine hohe Schule genossen, daß du ein armes, unwissendes Dorfmädchen bist, noch aus einer Gegend, wo man noch sehr zurück ist und wo die Leute nicht allzu gescheit und aufgeklärt sind. Darum höre, was Ich dir sage: daß du mit all deinem Grübeln, mit all deiner Wissenschaft, wie es der Priester in Bayern meint, wenn du herausgrübeln solltst, was ich mit dir rede, es nicht fertigbrächtest, auch wenn du alle Bücher der ganzen Welt gelesen, ja nicht einmal zwei Sätze nacheinander zu ordnen, um einen Aufsatz verständlich zu machen

. Jetzt aber, da du keine Bücher gelesen, da du keine hohe Schule genossen, da Ich dich mit Absicht aus einer Familie herausgenommen, die in ihrer ganzen Verwandtschaft keine Seele aufzuweisen hat, die zu den Gebildeten gehört, die alle miteinander ihr Stücklein Brot im Schweiße ihres Angesichts verdienen müssen, muß es die Welt doch erkennen und sehen, besonders Meine Diener. Wisse aber, daß alles so kommen muß, daß du geprüft werden mußt und all diejenigen, die um dich sind.

Ich sage, daß da an Schwindel nicht zu denken ist und ein nachdenkender Mensch das aus sich selbst einsehen muß. Ihr sollt aber wissen, daß es Meine weise Absicht ist und dir zu deiner Verdemütigung gereichen soll, daß die Worte, die Ich zu euch spreche, hie und da abgewiesen werden, besonders in deiner Heimat. Es kommt aber die Zeit, wo sie angenommen werden, wo man mit Wißbegierde die Worte einschlürfen wird, die Ich zu euch rede durch dieses unscheinbare Wesen.

Wisset, daß der Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufgehalten werden kann durch solche Seelen, die Ich Mir erwählt, die Ich an Mich gezogen, die Meiner Stimme Gehör gegeben, die sich behandeln lassen wie eine närrische Person, wie eine Verrückte. Dies sind die Werkzeuge, wodurch der Zorn Meines himmlischen Vaters besänftigt wird, nicht durch jene Gelehrsamkeit der Gebildeten, nicht durch die Geister, die sich da abmühen, die soziale Frage zu lösen, nein, durch solche Seelen, die sich von der Welt für Verrückte halten lassen, für den Auswurf der Menschheit, die man nur noch mit einem spöttischen Lächeln, mit einem mitleidigen Achselzucken ansehen mag und ansieht, die aber, vertrauend auf Meine Worte, Meine Wege wandeln, die Mich aufsuchen in stiller Zurückgezogenheit. Es ist wahr, Ich habe in der Welt viele Liebhaber und viele Seelen, die Mir Opfer bringen, großmütige Seelen, daß kein Jahrhundert solche aufzuzeigen hat wie dieses Jahrhundert.

Geht hinaus in die Welt und sehet euch an den Opfermut der Missionare, den Opfermut der Frauen, des Frauengeschlechtes, das da hinzieht, um die Missionare zu unterstützen. Sie alle sind Heilige und Diener Gottes, wie sie in allen Jahrhunderten hervortraten, und trotzdem will es noch nicht besser werden, trotzdem scheint das Übel immer mehr zuzunehmen in der menschlichen Gesellschaft. Aber, Meine Kinder, das geht nicht in einem Augenblick, das geht nicht in einem Jahr, das geht nicht in zehn, zwanzig, ja dreißig Jahren, das geht nicht in Hunderten von Jahren. Das Übel muß wieder behoben werden, wie es gekommen ist, und es wird wieder behoben werden.

Seht, was die Missionare und die Missionsschwestern im Heidenland sind, wie Ich durch sie das Licht hineinsende in dieses unwissende Volk, so soll und muß im eigenen Vaterland, im Vaterland der Christenheit das Übel behoben werden; denn heidnisch ist die Welt geworden, heidnisch sind die Christen geworden, die Christen aller Länder, in der Wiege des Christentums, im heiligen Rom, in Frankreich, in Deutschland, überall, wirklich überall, sind die Christen zu Heiden geworden, und es muß, wenn die Welt gerettet werden soll, eine Wende geben. Hineinsenden muß Ich die Missionare in dieses heidnische Christentum.

Wer sind denn die Missionare? Missionare sind alle Priester im eigenen Land, in der eigenen Pfarrei, in den Klöstern. Überall, wo ein Priester steht, muß er ein Missionar werden. Hineintragen muß er das Licht wieder in das heidnische Christentum. Das Christentum ist abgewichen vom rechten Weg. Es kennt nur noch besitzen und genießen, und besitzen, um zu genießen. Da brauche Ich nun Seelen, die diese Missionare unterstützen durch Gebet, durch Arbeiten, durch Opferleben, und weil Ich weiß, wie schwach der Mensch ist, wie armselig, wieviel Trost er braucht in der Hitze und Last des Tages, darum muß Ich Mich enger mit denjenigen verbinden, die Ich zu diesem hohen Beruf erwähle.

Es muß und muß überall die öftere Kommunion eingeführt werden. Hinaus bis zum letzten Dörfchen in der ganzen Welt, wo ein Priester steht, wo das Heiligste Sakrament eingesetzt ist, da verlange Ich Seelen, die vom Licht des Glaubens erleuchtet, dieses Licht hinaustragen unter die Christen, unter die heidnisch gewordenen Christen. Das will man freilich nicht glauben, man schützt vor, der Priester habe Mühe genug, Last genug! Du hast eine schwere Bürde! Aber siehe, dein Eigendünkel macht deine Bürde noch schwerer. Würdest du doch nur, Mein Freund, hören und befolgen die Worte, die Ich an dich richte und nicht allzu ängstlich mit einer Nadel alles aufsuchen und in einen Faden einfädeln und eine Kette bilden und diese Kette um den Hals hängen als trügst du Sklavenketten!

Du weißt nicht, daß du ein anderer Christus bist, daß Ich dich hinausgesandt, Meine Schäflein zu weiden, auf gute Weide zu führen. Du weißt nicht, daß Ich im Tabernakel wohne und alle deine Fehler ertrage. Warum willst nicht auch du die Fehler deiner Untergebenen ertragen? Glaubst du denn, Ich könne die Fehler einer Seele, die Ich dir zuführe, die Ich unter deine Leitung stelle, wenn du merkst, daß sie aufrichtigen Willens ist, guten Willens ist und ein aufrichtiges Herz dir entgegenbringt, nicht übersehen, wenn es auch noch so viele wären? Muß Ich ja doch auch deine Fehler übersehen, und du willst so haarscharf kritisieren und urteilen? Warum aber? Weil es deiner Bequemlichkeit nicht zusagt.

Aber, Mein Freund, wisse doch, daß du an dem Ehrenposten stehst, daß du derjenige bist, den Ich an den Wendepunkt gestellt, wo es nicht abwärts gehen soll, sondern wieder aufwärts zur Blüte. Zur Zierde habe Ich dich hingestellt. Du sollst sehen, wie Mein Reich wieder aufblüht, wie das Kreuz siegen soll auf der Zinne der Kirche. Wenn aber das Kreuz siegen muß, Mein Freund, warum willst du das Kreuz fliehen?

Ihr aber, Meine Kinder, fürchtet euch nicht! Fürchtet nicht die Verdemütigungen, die euch von allen Seiten zukommen. Ihr müßt wissen, daß nur durch die Verdemütigungen Meine Gerechtigkeit überbrückt werden kann. Lieben, leiden und versöhnen, das geht Hand in Hand. Lieben, leiden und versöhnen, das ist die große Aufgabe, die Ich euch zugedacht. Darum freut euch und frohlockt, denn groß wird euer Lohn sein, wenn alles überstanden ist. Nur standhaft! Nur vorwärts! Nur mutig dem Ziel entgegen, das Ich euch gesteckt!“

Barbara: „O Herr, N. läßt Dich doch sehr bitten, doch einmal dabei sein zu dürfen. Willst Du es nicht erlauben? Denn siehe, sie will Dir auch dankbar sein und zu jenem Priester gehen, um ihm sodann davon zu berichten.“

Jesus: „Es kann euch nur Leiden herbeiführen, es ist noch nicht an der Zeit. Habt noch Geduld mit eurem allzu großen Eifer, ertragt erst recht geduldig und freudig die Leiden und Verdemütigungen, die Ich euch zuschicke!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

193 Erster Freitag im September 1897

„Damit sie ihren Reichtum benutzen, um Mir Seelen zu gewinnen“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o Jesus, verborgen im Heiligsten Sakrament des Altars und jetzt hier gegenwärtig in dieser Stunde. Ich lobe und preise Dich! O hätte ich die Stimme eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligsten Mutter, damit ich Dich würdig loben und preisen könnte! Ich vereinige mich mit dem ganzen himmlischen Hof, mit Deiner heiligsten Mutter, mit dem heiligen Josef, meinen lieben, heiligen Patronen, mit euch, ihr heiligen Jungfrauen Barbara, Katharina, Elisabeth und Agnes, mit allen frommen Christen auf Erden, den heiligen Ordensleuten, besonders den Missionaren, mit allen frommen Christen in unserer Stadt und in der Diözese N. und N., besonders den Mitgliedern des Liebesbundes und bringe Dir Huldigung dar, o süßes Herz meines Jesus, o allerliebster Jesus, Bräutigam meiner Seele! O wie freue ich mich, daß Du Dich gewürdigt, mich heimzusuchen! O wie fließt meine Seele über vor Jubel, wenn ich Dich so betrachte, o süßer, guter, lieber Jesus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es ist wahr, daß Ich Mich sehne, zu euch zu kommen; denn es ist Meine Freude, bei den Menschenkindern zu sein, und Meine Lust, unter ihnen zu wohnen. Meine Freude aber ist um so größer, wenn Ich eine Seele gefunden habe, die sich ganz Meinem Willen hingibt, die Mir nicht nur ihre Seele mit all ihren Kräften geschenkt, sondern auch ihren Leib Mir zum Opfer bringt, und das hast du getan. Wundere dich nicht, wenn Ich Mich deiner bewältige, wenn Ich Mich plötzlich deines Leibes bemächtige, so daß dir, die du vorher noch in voller Kraft dastehst, auf einmal die Kraft versagt ist und du dich ganz ohnmächtig fühlst. Wisse, von jenem Augenblick an ist deine Seele in Meinem Besitz, und dein Leib, der doch die Magd deiner Seele ist, muß der Seele dienen, muß ihr gehorchen. Du mußt wissen, daß du nichts Besseres tun kannst, als dich Meinem Willen überlassen. Du beklagst dich, daß du nichts beten könnest zu dieser Zeit. Ja, wenn Ich bei dir bin, so ist dies das beste Gebet, wenn du ruhig Meiner Liebe dich hingibst. Die Liebe ist die beste Sprache, und liebende Herzen verstehen sich auch, ohne zu sprechen, weißt du?

Du brauchst Mir keine Worte zu machen, du kannst an Meinem Herzen ruhen, sobald Ich Mich deines Leibes bemächtigt habe. Dann betest du am besten, wenn du Mich liebst, das heißt, wenn du weißt, daß Ich bei dir bin. Und kümmere dich dann nicht um weltliche Dinge, wer wohl auf den Markt gehen wird an deiner Statt, wer das Essen austeilen wird. Dies alles sind Kleinigkeiten, die dich nichts mehr angehen, und wenn du sie Mir zum Opfer bringst, ist dies das beste Gebet, daß du deinen Willen Mir zum Opfer bringst.

Seht, Meine Kinder, der Sommer neigt sich zum Ende. Vieles habe Ich mit euch gesprochen, und nicht umsonst. Wisset, daß das kleine Samenkörnlein, das da ausgestreut wird, überall guten Boden gefunden, und der Liebesbund, wenn er auch bekämpft wird, macht ruhig die Runde, geht ruhig von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land hier im Deutschen Reiche. Einer sagt es dem andern, einer übergibt die Schrift dem anderen, und wer es liest, wenn auch ungläubig, er nimmt sich das Beste heraus. Ihr müßt euch nicht wundern, wenn man die Schrift zurück gibt mit dem Bemerken, sie nicht weiter lesen zu wollen. Dies geschieht nur euretwegen, um euch zu demütigen. Der Keim, der aber ins Herz gelegt wurde durch das Lesen der Schriften, sproßt doch empor.

Und so wird überall der Eifer erneuert, die Liebe zu Mir wird von Tag zu Tag mehr entfacht, der Kleinmut schwindet, und das Gottvertrauen tritt an deren Stelle. Man glaubt, daß Ich noch Derjenige bin, Der Sich kümmert um Seine Geschöpfe, Der die Schicksale eines jeden Menschen in Seiner Hand hat, Der die Herzen lenkt und leitet wie die Wasserbäche. Und dieses Gottvertrauen ist es, was Mich am meisten hinzieht zu Meinen Geschöpfen.

Ja, Ich sage euch, wenn die guten und eifrigen Katholiken sich zusammentun und einmütig ihre Stimme erheben zum Gebet, einmütig mit großem Vertrauen zu Mir rufen werden, der Arm der Gerechtigkeit Meines Vaters, er muß alsdann besänftigt werden. Siehe, zur rechten Zeit bin Ich noch gekommen, zur rechten Zeit hast du Mir noch Gehör geschenkt. Und da du Mich immer und immer wieder erinnerst an die Gerechten, die in der Welt leben, so verlängert sich die Strafrute, der Arm Meiner Gerechtigkeit, es wird ihm immer wieder Einhalt getan durch die vielen Seelen, die noch in der Welt leben, die noch an Mich glauben, auf Mich hoffen und die Mich lieben.

Seht, das heilige Opfer auf euren Altären ist das einzige Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und euch; aber um den strafenden Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten, genügt dieses Opfer allein nicht. Es müssen sich Seelen verbinden mit Mir, die diesen Arm aufhalten. Darum verzagt nicht, Meine Kinder, und sagt immer und immer wieder, was Ich mit euch rede. Verbreitet die Schriften, wo ihr nur könnt! Es fällt überall auf gutes Erdreich, wenn man euch auch Spott entgegenbringt.

Seht, diesen Spott müßt ihr hinnehmen, diese Worte, die euch entgegengeschleudert werden von allen Seiten, als Genugtuung für eure Sünden; denn ihr müßt wissen, daß auch ihr armselige Geschöpfe seid wie alle Menschen. Dann aber, wenn ihr die Verdemütigungen hinnehmt im Geiste der Buße, dann sind die Sünden, die ihr tagtäglich begeht, wieder ausgetilgt, weil ihr in Vereinigung mit Mir Tag für Tag euch einfindet bei jenem heiligen Opfer, das Ich durch Meine Priester Meinem himmlischen Vater darbringe. Somit wird das Herz von Tag zu Tag immer wieder gereinigt, geheiligt und versöhnt mit Mir, und das Wohlgefallen Meines himmlischen Vaters ruht wieder auf euch.

Dieses Wohlgefallen ruht aber auf jeder Seele, welche die Schriften liest, und so tut wie ihr, mag sie sein, wessen Standes, wessen Berufes sie immer will; denn die Gleichgültigkeit und der Kleinmut gehen bei allen Christen immer Hand in Hand. Wenn der Mensch gleichgültig wird, dann überfällt ihn der Kleinmut, sobald Ich ihm ein Leiden schicke, weil er sich dann so unvollkommen sieht, weil er weiß, daß er aus sich nichts hat und in sich nichts hat als Elend und Sünde, und wegen dieser Unvollkommenheit getraut er sich nicht, Mir zu nahen, und so verfällt er in Kleinmut.

Er hat den Mut nicht mehr, Mir sich hinzugeben, von Mir zu erwarten, daß Ich ihm noch helfen werde, und daß das Kreuz, das Ich ihm geschickt, zu seinem Besten dienen soll. Und so läßt er den Mut sinken und fällt tiefer und immer tiefer. Dieses ist das große Kreuz, warum so viele abfallen, so viele Christen, die anfangs gut waren, dann aber in die Lauheit gefallen sind. Und wenn Ich sie heimsuche, um sie wieder an Mich zu ziehen, dann sehen sie sich so unvollkommen und wagen es nicht mehr, Mir diese Unvollkommenheiten einzugestehen, weil ihnen der Mut fehlt, und so stürzen sie sich von einem Laster ins andere. Dies ist es, warum Ich dich herausgezogen aus dieser Klasse von Menschen, und du hast nichts voraus vor allen Menschen als nur, daß du Mir immer Gehör gabst und diese Stimme immer befolgtest.

Siehe, weil Ich nun gerade zu einer unvollkommenen Person komme und diese inmitten ihrer Unvollkommenheit so an Mich zog, daß Ich mit ihr verkehrte wie dereinst mit Meiner heiligen Mutter, als Sie auf Erden weilte, so will Ich die Welt lehren, wie gut Ich bin, um so den Kleinmut der großen Masse von Christen zu zerstören; denn alle Menschen, alle Christen, auch die Besten, sie haben einen allzu kleinen Mut. Großmütige Herzen verlange Ich, großmütige Seelen, die sich blindlings Mir in die Arme werfen, die nach Mir schauen, die Hilfe erwarten von Meinem Herzen in aller Betrübnis, in allem Kreuz und Widerwärtigkeit, die Ich nun einmal über jeden Menschen ergehen lassen muß, die dennoch darüber hinweggehen, die wissen, daß Ich ein guter Vater bin, der das Kind züchtigt, um es um so inniger zu lieben, um das Kind um so inniger an sich zu ziehen und dann um so reichlicher zu belohnen.

Denn wisset, die Herrlichkeit, die Freude, der Sieg, den ihr einstens erlangen werdet, ist so unendlich groß, so unendlich erhaben, daß alle Leiden der Erde zusammengenommen nicht ein einziges Quentlein sind von dem Übermaß der Glückseligkeit, die dereinst eine Seele besitzen und genießen soll, wenn sie alles mit Geduld ertragene Erdenleid einmal überschauen kann.

Du armer Erdenpilger, du sollst ja Mein Tischgenosse sein, du sollst ja am großen ewigen Gastmahl dich erfreuen bei Mir! Darum, Mein Freund N., Ich schicke dir durch Meine Dienerin einen freundlichen Gruß und lasse dir sagen, ob es nicht der Mühe wert sei, ein wenig Prüfungszeit auszuhalten. Siehe, Ich habe dich erwählt mit Meinem Diener N., gleichen Ruhm, gleiche Herrlichkeit dereinst zu ernten; dein Name soll noch oft genannt werden in Meiner Kirche. Darum mußt du aber auch zugeben, daß Ich dich erst verdemütige, daß Ich dich erst stutze und beschneide, die wilden Schößlinge, die da noch aufkommen in dir, damit du ein Baum wirst, unter dessen Schatten viele, viele Kühlung und Labung erhalten sollen. Ich sage, Kühlung und Labung, denn du bist es, den Ich gesetzt habe, unter dessen Leitung viele sich flüchten werden, die da nach dem ewigen Heil streben.

Da sind die Reichen, die du mäßigen sollst, damit sie ihren Reichtum benutzen, um Mir Seelen zu gewinnen. Und der kühle Schatten deiner Leitung soll überallhin sich erstrecken, über alle deine Beichtkinder. Der Arme, den Ich dir unterstellt, er soll Trost und Schutz bei dir finden, daß er seine Armut im rechten Sinne, im rechten Geist erträgt. Labung sollst du sein vielen, vielen Seelen; denn sie alle sollst du hinführen zur rechten Quelle, zu Meinem heiligen Tisch. Ich Selbst will ihre Labung sein. All deine Beichtkinder sollst du einreihen in den Liebesbund, indem du sie lehrest, ihr Kreuz mit jener Geduld zu tragen, wie Ich es getragen wissen will, indem du sie lehrest, dort Kraft zu schöpfen, neuen Mut zu neuen Kämpfen.

Freut euch, Meine Kinder, es kommt das schöne Fest, wo Meine Kirche die Geburt Meiner heiligsten Mutter begeht. Freut euch, denn Ich werde dafür sorgen, daß ihr einen glücklichen Abend genießen werdet.“

Barbara: „O Herr, ist der Vetter von Frl. N. denn gerettet?“

Jesus: „Verloren ist er nicht, aber er streckt die Arme empor, er ist tief, tief im Elend. Sie soll sich dem Liebesbund anschließen, öfter kommunizieren und nicht dem Kleinmut nachgeben. Diese Seele ist viel zu kleinlich. Großmütig soll sie sich anschließen an den Liebesbund, unter dem Schatten dieses Baumes wird sie vorwärts schreiten. Alles, alles will Ich ihr ersetzen, was sie gelitten hat in der Jugendzeit; denn Ich habe es nicht vergessen, wenn auch die Welt es vergessen hat. Ihr Leiden soll ihr überreichlichen Lohn bringen. Sie soll nur von jetzt an ihren Kleinmut ablegen, weil sie meint, Ich werde nicht für sie sorgen, sie brauche gar viel zum Leben; denn wenn Ich sorge für alle Menschen, die da leben in der Schöpfung, warum nicht für Jungfrauen? Du aber, Mein Kind Luise, geh hin zur Frau N. und kümmere dich nicht, wenn du Spottreden erntest, geh aber hin dieser Frau halber.“ Luise: O Herr, ich gehe ja so gerne Deinetwegen überall hin, wo Du mich hinsendest, nur begleite mich doch mit Deinem Geist, daß ich auch das rechte Wort finde, um die Seelen für Dich zu gewinnen, und führe uns nur recht viele Seelen in den Weg.

Jesus: „Meine Liebe wird dich überall begleiten. Sei zufrieden mit dem, was du bereits fertiggebracht hast. Das soll dir ein Beweis sein, daß du noch vieles wirst fertigbringen mit Meiner Gnade; denn du sollst es zur Ausführung bringen. Deswegen habe Ich euch zusammengeführt; denn wie die Welt ist, die nur das braucht, was glänzt und scheint, so brauche Ich dich, weil Du herausgenommen bist aus besseren Familien und darum zu Hohen und Niederen Zugang finden wirst. Wenn man dich auch belächelt und bespöttelt in deiner Abwesenheit, das sind deine Verdienste, die du ernten wirst die ganze Ewigkeit. Der Keim, den du legst in die Herzen, das sind Meine Verdienste. Diese ernte Ich ein für alle Ewigkeit. Sie alle werden dir entgegenkommen und dir zujubeln durch die ganze Ewigkeit!“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich auch für die Verstorbene N.“ (lange Fürbitte).

Ich sehe sie hinter Ihm stehen. Sie steht hinter Ihm. „O mein Jesus! Erbarme Dich ihrer! Ich opfere Dir alle die Schritte und Tritte in den dreiunddreißig Jahren Deines heiligsten Lebens auf, alle Ängste und Nöten, die Du ausgestanden für diese Klosterfrau!“

Jesus: „Meine Kinder! Habt noch Geduld bis zum Fest Mariä Geburt, und diese Nachtruhe, die ihr Mir opfert, soll vielen, vielen Seelen zugute kommen.“

Barbara: „O Herr, darf denn Frau N. auch herzukommen?“

Jesus: „Ich habe nichts dagegen, aber sie müssen sich erst recht üben in der Frömmigkeit; sie müssen Mir das Versprechen geben, täglich der heiligen Messe beizuwohnen und öfter Mich zu empfangen in der heiligen Kommunion. Denn nur dann erst können sie Mitglieder vom Liebesbund werden, die zwei Fräulein nämlich meine Ich, und dann noch sollen sie ihre Zunge mäßigen und bei niemandem etwas davon reden.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

194 Vigil von Mariä Geburt 1897

„Denn viele gibt es, die noch gerne arbeiten, aber wenige, die gerne beten“

Lied: Maria sei gegrüßt ...

Barbara: „Ich grüße Dich, o holdseliges Kind Maria, bei Deinem Eintritt in die Welt. O wie schön! Sag mir doch, was der himmelblaue Hintergrund bedeutet. In seinem Glanz ist das ganze Zimmer umgewandelt. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie silberfarbig, weißlich schimmert es, und der Grund ist himmelblau. Und auf dieser Fläche liegt das Kind Maria. Ich grüße Dich, o Jungfrau Maria, bei Deinem Eintritt in die Welt. O lehre mich, o liebes Kindlein, Dich würdig zu loben! Gelobt sei Jesus Christus!“

Maria: „Meine Kinder! Ich bin gekommen am Fest Meiner heiligen Geburt; denn die Vigil ist eingetreten. Die Kirche beginnt das Fest Meiner Geburt zu feiern, und der Herr wollte euch überraschen, um euch jetzt schon zu belehren, wie ihr dieses Fest feiern sollt. Siehe, du hast geschaut die Morgenröte, die glückselige Morgenröte, denn der Tag ist angebrochen, wo das Licht erscheinen sollte auf dieser finsteren Erde.

So wie du geschaut, so war es an dem Tag, als Ich Meinen Einzug feierte in diese Welt. So umfloß Mich das Licht der ewigen Gottheit; denn obwohl die Gottheit damals bei Meinem Eintritt noch nicht so in Mir wohnte wie damals, als Ich das göttliche Kind empfangen hatte, so wohnte doch schon in Mir die ganze Heiligste Dreifaltigkeit, als Ich das Licht der Welt erblickte; denn Ich war geheiligt schon vor Meiner Geburt, geheiligt schon vor Meiner Empfängnis. Somit hatte Ich die heiligmachende Gnade in Mir und der Mensch, der die heiligmachende Gnade besitzt, ist Gott ähnlich, und Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist wohnen in ihm. Als Ich eintrat in diese Schöpfung, da wohnte die Heiligste Dreifaltigkeit in Mir, und weil Ich bestimmt war, den Erlöser der Welt dereinst zu gebären, darum bin Ich die Morgenröte des vollen Tages, der da anbrechen sollte mit der Geburt Meines Sohnes. Der blaue Hintergrund, den du siehst mit dem silberfarbenen Glanz, bedeutet die tiefe Demut, mit der Ich durch dieses Tränental hindurchwandelte. Der Glanz, den dieser blaue Grund verbreitete, bedeutet das Licht, das die Demut verbreitet. Der Mensch, der wahrhaft demütig ist, hat auch die Grundlagen zu allen Tugenden in sich. Das Gebäude der Vollkommenheit hat einen guten Grund, und darum verbreitet dieser Mensch ein Licht, das jedem wohlgefällt und bei jedem Menschen geliebt ist.

Dieses war auch bei Mir der Fall, weil die Demut die Haupttugend und die Hauptgrundlage Meines ganzen christlichen Lebens war und sein mußte; denn allen Menschen sollte Ich ein Vorbild sein, ein Muster, das da nicht nur wie bei Meinem göttlichen Kind den Menschen zum Beispiel dienen sollte, nein, das da nachgeahmt werden sollte. Mein göttlicher Sohn war ja Gott und Mensch, Ich aber bin kein Gottmensch, Ich bin nur ein Mensch. Darum bin Ich der Menschheit als Muster vorgestellt zur Nachahmung. Merkt es euch! Wollt ihr Meine Diener werden, Meine Nachahmer?“

Barbara: „Ja, liebe Mutter, wir wollen es; wir schätzen uns glücklicher, Deine Dienerinnen zu sein, als Königin oder Kaiserin der ganzen Welt sein zu können.“

Maria: „Dann müßt ihr durch das Tal der Demut gehen, durch das tiefe Tal der Demut, durch die Wasser der Trübsal; denn in den Tälern sammelt sich das Wasser, das von den Bergen herabfließt. In den Tälern bleibt es stehen und lange, nachdem die Regengüsse aufgehört, sind noch in den Tälern Spuren der Gewässer zu finden. Seht, das alles muß euch trösten in der Trübsal, die Mein Sohn über euch wird ergehen lassen. Haltet euch an die Belehrungen, die Ich euch heute abend geben will. Werdet nicht müde, zu wandern durch dieses Tränental. Trübsal und Elend ist der Kreuzweg, und der Kreuzweg, der da durch dieses Tal hindurchzieht, führt nie irre, ihr werdet niemals hinabstürzen über Felsenblöcke und über die Abhänge, weil ihr im Tale wandelt, das heißt in der Demut wandelt.

Seht, jetzt wo man euch einschüchtert von allen Seiten und einengt, habt ihr gut gehen, wenn ihr in der Demut wandelt. Denn seht, ihr geht ja im Tale und ihr wandelt so sicher, denn ihr geht durch das Tal der Demut, da ist keine Gefahr, auf Abwege zu kommen; denn seht, wie herrliche Blumen in diesem Tale blühen: Da blühen die Gottesliebe, die heroische Nächstenliebe.

Seht, wenn ihr dennoch weiterschreitet, ohne euch beirren zu lassen, ohne euch in Furcht und Schrecken versetzen zu lassen, dann ist euer Gebet um so wirksamer, weil um so uneigennütziger. Solange ihr wißt, daß viele eure Schriften lesen und sich daran erbauen und erfreuen, solange habt ihr noch ein wenig Trost und Eigennutz bei den Bemühungen, die ihr Meinem Sohn direkt entgegenbringt.

Denn seht, alles tut ihr unter der Leitung Meines Sohnes. Mein Sohn hat euch zusammengeführt und verlangt von euch, was ihr tut. Aber seht, solange ihr wißt, daß andere sich mit euch freuen, habt ihr noch ein wenig Trost und Eigenliebe. Dies alles wird aber abgeschnitten, der Trost und die Eigenliebe und somit der Stolz, der in euch steckt, und statt dessen müßt ihr euch denken, ihr werdet verspottet und belächelt, wenn auch nicht ins Angesicht, doch ist es so gemeint. Man denkt, weg mit euch Simpel, man behandelt euch wie Simpel, wie einen Narren, der nur seinen Zeitvertreib sucht in seiner Narrheit, der wie ein Narr sich unterhält, ob lachend oder weinend oder singend. Man denkt, der ist ein Narr, laßt ihn nur seine Zeit vertreiben.

Seht, so will man auch euch behandeln, man will euch zusammentreiben. Man sagt, laßt ihnen ruhig ihr Spiel, wenn es ihnen so gefällt. Man kann ihnen nichts nachsagen, sie sind ruhige Leute, sie gehen bescheiden einher, laßt sie nur daran ihre Freude haben, laßt dies gut sein. Aber damit ist es abgetan. Solche Dinge passen nicht in die Welt. Man muß es halten mit der Welt, daß man auch mit ihr durchkommt. Seht, das sind die Spottreden, die allenthalben geführt werden. Aber ihr müßt wissen, daß dies alles so kommen muß, denn die Worte Meines Sohnes sind Worte des ewigen Lebens, Worte der Wahrheit, und Er hat es dir versprochen, und Sein Wort ist wahr. Er hat es dir versprochen, daß du dich nie vor einem weltlichen und geistlichen Gericht wirst zu verantworten haben.

Siehe, wie man es beim Tode Meines Sohnes darauf abgesehen hatte, alles zu vernichten durch alle möglichen Pläne, die man schmiedete, und gerade dadurch ward Er erhöht am Kreuze. So wie dann der Rat zusammentrat und einer aus ihnen das Wort nahm und sagte, es ist besser, Einer sterbe für alle, als daß das ganze Volk zugrunde gehe, so ist es mit euch. Man beratschlagte sich und wurde einig damit, am besten ist es, man löscht den Funken aus, daß er unter der Asche verglimmt, man schließt sie in sich zusammen. Wißt aber, daß die Zeit kommt, wo das Fünklein, das unter der Asche ausgehen sollte, neu auflodern wird zu einer großen Flamme, an dessen Feuerherd viele sich erwärmen werden und die Gottesliebe sich von neuem anfachen und befestigen wird.

Darum, Meine Kinder, seht die herrlichen Blumen, die da blühen und sich verbreiten sollen auf eurem Lebenspfad. Durch diese Art und Weise der Behandlung eurer Vorgesetzten sollen Blumen erblühen, die sonst in eurem Herzen nicht geblüht hätten: Eine heroische Feindesliebe, eine Nächstenliebe, die keinen Unterschied der Person kennt. Ihr sollt und müßt diejenigen, die euch zurücksetzend behandeln, entgegentreten mit Freimut, mit Offenherzigkeit, gerade als wenn sie euch mit Liebe erwarteten, gerade so. Dadurch gewinnt ihr an Tugend, dadurch könnt ihr beweisen, daß ihr die Verachtung verachtet.

Seht, etwas, das nicht von Gott stammt, muß von einem anderen Geiste stammen; denn keine drei Geister gibt es, die auf den Menschen einwirken können. Es gibt nur einen Geist Gottes und einen Geist der Finsternis, die um den Menschen streiten, und dieser Geist muß unbedingt mit dem menschlichen Geist Schritt halten. Also, wenn eure Vorgesetzten euch sagen, diese Person, Meine Dienerin, erdichtet die Dinge, die sie aussagt in dieser Stunde, dann fragt sie, welcher Geist sie beeinflußt und sagt ihnen, daß der Geist unbedingt an einem Geist festhalten müsse, von dem er seine Eingebungen herleite; denn es gibt keine drei Geister. Leite er seine Willenskraft, seine Eingebung, seinen Verstand, vom bösen Geiste her, so müsse er unbedingt auch Früchte zeitigen, die diesem Geiste ähnlich sind, die dieses Geistes würdig sind. Sind aber die Früchte und der Wille dem göttlichen Willen unterworfen, ist das, was der Mensch tut und sagt und danach handelt, vom göttlichen Geiste, so müßt ihr ihn doch an den Früchten erkennen. Einen Zwischengeist gibt es nicht.

Also, was wollt ihr noch wissen, ihr hochgelehrten, gebildeten Geister? Ein Zwischending gibt es nicht. Entweder ist der Mensch, der von Gott mit einem hellen Licht ausgerüstet ist, mit einem hellen Verstand, abgefallen von Gott und benutzt dieses Licht, diesen Verstand, den ihm Gott gegeben, um Ihn zu beleidigen, und so ist er vom bösen Geist beeinflußt, weil er sich in seinen Dienst gestellt durch die Sünde, und Satan weiß wohl, daß er in einem solchen Menschen, der von Gott großes Licht bekommen, mit einem solchen mehr anfangen könne. Darum beeinflußt er die ganze Willenskraft dieses Menschen, um ihn zu allen möglichen Diensten zu verwenden. Durch diesen führt er ein die Irrlehren, die so viel Unheil wirken in Meiner Kirche, die Spaltungen. Durch diesen bewirkt er dann, wenn er dem weiblichen Geschlechte angehört, daß er sich einer solchen Sinneslust hingibt, daß er viele, viele ins ewige Verderben stürzt. Ist es aber Gottes Geist, der durch eine Seele spricht und arbeitet, dann sind die Worte, die sie spricht, göttliche Worte, weil das, was sie redet, sich nur auf Gott bezieht, nicht wie man die Welt verschönern könne, nicht wie man zu Gold und Gut gelangen könne, nein, nein, sondern wie man Seelen gewinnen, wie die unsterblichen Seelen gerettet werden können. Dieses ist es, was eine solche Seele spricht.

Nun wollt ihr, Meine Diener, euch nicht beeinflussen lassen durch diesen Geist? Dann seid unbekümmert, ihr Meine Dienerinnen, seid nur unbekümmert! Der Herr wird Sich Bahn brechen und diejenigen, die Ihn beiseite geschoben, ruhig umgehen, wie Er es ja immer und überall tut bei allen Seinen Werken. Geht ihr nur ruhig durchs Tal der Demut hindurch und zertretet ja nicht die Blümelein, die neben eurem Lebenspfad aufsprossen, zertretet sie nur ja nicht, das heißt, wenn sich eine Gelegenheit darbietet, einen Tugendakt zu üben, dann umgeht sie nur ja nicht, und wo euch eine Verdemütigung winkt, da nehmt sie nur mit gutem Herzen auf, werdet nicht böse, wenn vom Stellvertreter Gottes euch gesagt wird, was ihr nicht gerne hört.

Vor allem sage Ich euch, wahret unter euch die Einheit, nehmt euch in acht, daß nichts das Band der Liebe und des Friedens und der Eintracht unter euch stören könnte, unter euch und allen, die sich mit euch vereinigen. Diejenigen aber, die es wissen wollen, worauf es abgesehen ist, die sollen nur bedenken, daß die Führung Gottes in der Leitung der Seelen wunderbar ist. Wunderbar sind die Wege Gottes, wunderbar sind die Führungen der Menschen. Hört weder auf die Schmeichelworte noch auf die Drohungen. Alles ist einerlei, wenn ihr nur standhaft und ruhig den Weg weitergeht, der euch gezeigt worden ist. Meinem treuen Diener N. aber einen freundlichen Gruß.

Meine Kinder! Noch eine Bitte hätte Ich an euch! Geht hin und fragt noch euren Beichtvater, daß ihr alle diejenigen grüßen dürft von ihrer Mutter, die darum wissen, und in denen das Flämmchen der Gottesliebe nie mehr erloschen ist, seitdem sie Kunde erhalten von der Liebe Meines Sohnes. Denn seht, wie bedrängt die Menschheit überall ist, und alle die mit Leiden Heimgesuchten, die fühlen sich so angeeifert, so getröstet, wenn sie wissen, wie Mein Sohn mit jeder kleinen Gabe so zufrieden ist, wie Ihm jedes kleine aufgeopferte Leiden so angenehm ist, wenn sie es mit Geduld tragen, wie freuen sie sich, ein liebes Wörtchen zu hören von Meinem lieben Sohn; denn nur Er ist imstande, das menschliche Herz zu trösten. Bittet ihn, er möge euch doch erlauben, an all jene, die darum wissen, einen herzlichen, himmlischen Gruß zu senden am heutigen Fest; das soll ihr Feststrauß sein von Ihrer himmlischen Mutter.

Also deine arme Schwester in B., deine anderen Geschwister, deine Schwester hier, die Einwohner dieses Hauses, die Mädchen; herzlichen Gruß durch das allersüßeste Herz Meines göttlichen Sohnes, und Ich lasse ihnen noch sagen, daß Er, falls sie alle ihre bösen Neigungen mit Füßen treten, mit ihnen zufrieden ist, daß sie es nicht zu bereuen haben, in dieses Haus eingetreten zu sein.

Ja, an die Schwestern in N.; an alle, die Mir so viel Freude machen, möchte Ich auch eine Freude überbringen, an die lieben Priester und Pater, die so gläubig sind, auch die Lehrerinnen in Bayern, sie alle sollen einen Strauß von Meiner Mutterliebe haben, einen recht herzlichen Gruß von Mir, der ihnen in all ihren Leiden einen süßen Trost spenden soll, indem sie sich durch diesen Gruß erinnern, mit welchem Leid Mein Lebenspfad getränkt war, wie Ich aber durch das Tal der Demut hindurchschritt, unberührt und unentwegt, so auch sie unentwegt sich immer und immer wieder erinnern, daß Mein Sohn ihnen will zu Hilfe kommen, daß Er sie gerade durch dieses Leiden an Sich ziehen möchte und ihnen an der Goldenen Pforte entgegeneilen wird, um sie einzuführen in den Hochzeitssaal, wo keine Widersprüche mehr sind, wo das gute Werk nicht mehr verleumdet wird, wo kein Spott mehr sein wird, wo die Guten abgesondert von den Bösen sind, wo sie all den Spott, all die Verdemütigungen preisen werden mit Mir durch die ganze Ewigkeit.“

Ich glaube nicht, daß die liebe Mutter Gottes heute nacht nochmals kommt, weil sie jetzt da war. – Auf einmal kam ihr heiliger Schutzengel, stellte sich dicht vor sie hin und sagte: „Ich muß dir melden, daß dein lieber Jesus heute nochmals kommt.“ Als wir um neun Uhr abends zurückkehrten, um nach Barbara zu sehen, fanden wir sie so im Gebet vertieft und unter Tränen zum Herrn laut rufend für die Sünder, daß wir mit ihr kein Wort reden konnten, weil sie einen wahrhaft himmlischen Gebetseifer entfaltete und alle mit sich fortriß, die von den Ihrigen dazukamen, bis der Herr Selbst Sich würdigte, sie gegen 23 Uhr heimzusuchen. Unter anderem sagte der Herr:

Jesus: „Am eigentlichen Schutzengelfest, konnte Ich Mich dir nicht so offenbaren, wie Ich es heute tue; denn Mein Schmerz ist zu groß an solchen Tagen. Sooft die Kirche ein Fest begeht, erneuert sich die Freude, aber auch der Schmerz in Meinem Herzen. Die Freude, weil Ich da immer wieder die wunderbare Ordnung erneuert sehe, die Mein Vater in Seiner ganzen Schöpfung hervorrief; und der Schmerz, weil so viele Menschen – obwohl Gott, der Herr, alles für sie getan – dennoch verloren gehen.“

Um acht Uhr ging Barbara in die Pfarrkirche, um dort einer heiligen Messe beizuwohnen, und nach der Wandlung schaute sie die Kirche bis zum letzten Platz überfüllt mit Engeln in den Bänken kniend. Einzelne anwesende Personen hatten überdies einen Engel neben sich knien, bei einigen war er etwas entfernt.

Der Herr sagte, dies seien die Engel dieser Schützlinge und diejenigen, die so eng mit ihnen verbunden seien, das seien diejenigen, die in der heiligmachenden Gnade leben, die beten in Vereinigung mit ihren Engeln. Die Engel, die in einiger Entfernung stehen, dies bedeutet, daß ihre Schützlinge in der Sünde leben. Aber Ich sage dir, keines von denen, die täglich in die heilige Messe gehen, wird verlorengehen. Die übrigen Engel waren traurig; es waren diejenigen, die den Herrn trauernd anbeten, anstatt ihrer Schützlinge, weil sie gar nichts an ihnen anbringen können. Der Herr sagte:

Jesus: „Wie traurig, daß niemand annehmen will, was Ich aus so guter Absicht durch dich der Menschheit offenbare. Noch nie habe Ich Mich so klar ausgesprochen, wie leicht der Weg zum Himmel ist und wie glücklich diejenigen sind, die ihn gehen, als Ich es jetzt tun will durch dich. Das tue Ich deswegen, weil die Welt so gottlos ist, so abgewichen, damit doch die Guten zusammenstehen und Mir helfen, daß Seelen gerettet werden.“

Barbara fragte, was sie denn tun solle.

Barbara: „Soll ich mir den ganzen Monat Bier, Wein und Fleisch versagen?“

Jesus: „Nein! Bemühe dich, recht oft Mich anzubeten und vor Mir zu knien, zum Ersatz für diejenigen, die es nicht mehr tun, denn viele gibt es, die noch gerne arbeiten, aber wenige, die gerne beten!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

195 Fest Mariä Geburt 1897

„Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu retten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.“

Lied: O du heiligste ...

Barbara: „O mein süßer, lieber, allerliebster Jesus, wie danke ich Dir für Deine unaussprechliche Liebe und Güte. O hätte ich die Sprache eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligen Mutter, daß ich Dir danken und Dich lobpreisen könnte. Tausendmal hast Du all meine Erwartungen übertroffen. Ich glaube, daß alles, was Du zu mir sprichst und in meinem Herzen, in Erfüllung gehen wird, und ich sehe von Tag zu Tag mehr ein, wie Du meine geringe Treue belohnst, obwohl ich mich so undankbar sehe, und obwohl ich mir Mühe gebe, Dir zu folgen. Deswegen habe ich auch Vertrauen zu allen Menschen; denn alle sind nicht geringer als ich, denn, wenn Du Dich zurückziehst, bin ich die schändlichste Sünderin. Darum, nein, Du darfst keinen Sünder verstoßen, Du mußt sie alle retten; denn Dein Herzblut klebt an ihnen!“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, euch so zahlreich versammelt zu sehen. (Es waren dabei die Schwägerin, die Schwester von Barbara mit ihrem Mann, die zwei Mädchen und die kleine Nichte.) Mit Freuden beeile Ich Mich, in eure Mitte zu kommen. Habe Ich euch nicht versprochen, diesen Abend euch eine große Freude zu bereiten?

Ich habe dir gesagt am letzten Freitag – Ich bitte um etwas Ernst – (wegen einer Kleinigkeit fing das kleine Mariechen zu lachen an und reizte auch die Mädchen dazu), Ich habe euch gesagt am letzten Freitag, daß Ich euch eine Freude zu bereiten wissen werde. Habe Ich nicht Wort gehalten? Siehe, es war die Freude Meiner Mutter, die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Meiner heiligsten Mutter, die euch auch diesen Abend eine Freude bereiten wollte und zu euch kam.

Jetzt aber müßt ihr wissen, daß Ich zu euch komme, daß auch Ich Mein Herz euch ausgießen will, Meine Freuden und Meine Leiden. Meine Freuden: Denn ihr müßt wissen, daß um derjenigen willen, die ihren Schlaf abbrechen, die hineilen dort, wo Ich wohne, wo Ich mit Gottheit und Menschheit zugegen bin und angebetet werden will, wie das der Fall ist heute nacht in Dieburg, und auf dem Engelsberg und in Lourdes, wo Meine heilige Mutter reichlicher Ihren Gnadenstrom ausgießen will über Ihre Kinder, was Ich Ihr mit Freuden gewähre, weil Sie Meine Mutter ist...

Seht, an all den heiligen Orten, wo Ich in dieser Nacht von vielen angebetet werde, wo Sühne und Abbitte Mir geleistet wird von den treuen Kindern Meiner Kirche, wird Mir viel Freude gemacht. Wer sind sie, die ihr dort findet? Ach, es sind Meine Lieblinge, die Lieblinge Meines Herzens, die Armen, um derentwillen Ich den Himmel verließ, Ich herabstieg in den Schoß einer armen Jungfrau.

Ja, Ich sagte euch, daß an diesen vielen Orten Mir viel Sühne und Abbitte geleistet wird, weil es die liebsten Kinder Meines Herzens sind, besonders die armen Landleute, die sich das ganze Jahr hindurch abmühen und abhärmen, die im Schweiß ihres Angesichtes ihr Brot verdienen, die dann noch hinziehen in die Wallfahrtskirche, wo Meine Mutter mit Ihrer Gnade ihnen reichlicher zu Hilfe kommt, wo Sie ihre Gnade reichlicher austeilen will als anderswo. Und um deren Gebete willen und um des Gebetes willen, das ihr Mir entgegengebracht heute abend, will auch Ich euch große Gnaden spenden, nicht um eurer Verdienste willen, sondern um der Treue willen, womit ihr eure Fehler überseht, weil auch Ich sie übersehe, und keine Mutlosigkeit zeigt, obwohl ihr wißt, daß ihr armselige Sünder seid wie alle Menschen.

Seht, wenn eine Seele sich vorfindet, die es versteht, das Gebet hineinzuleiten in Mein Herz durch den Kanal, der da Meine heilige Mutter ist..., und wenn ihr sie so Meinem Vater aufopfert, dann muß Ich vergessen, muß Ich all eure Fehler vergessen, dann ist die Zeit der Gnade gekommen, wo Mein Herz austeilt, wo die Gnaden ausfließen, wo Ich die Gnaden ausströmen lasse über die ganze Erde. Und dieses versteht Meine Dienerin gar wohl, aber nur dann, wenn Ich ihr Meine Gnade gebe, wenn Ich ihr Meinen Geist dazu gebe. Darum soll sich niemand rühmen heute abend, außer im Kreuz. Ihr müßt aber wissen, Ich habe euch versprochen an diesem Abend eine große Gnade, damit ihr seht, wie gut Ich bin, wie wahr es ist, daß Ich Meine heilige Mutter ehren will und geehrt wissen will, und daß Ich Sie wirklich ehre im Himmel und auf Erden und deshalb an ihren Festen freigebiger bin als an allen Festen des ganzen Kirchenjahres.

Ich habe euch am Feste Portiunkula – weil auch Meiner Mutter geweiht, obwohl von einem anderen Heiligen erfleht und ihm zu Ehren eingesetzt, ist es doch der Königin der Engel, Meiner Mutter geweiht – eine große Gnade verliehen; ihr wißt es. Ich habe euch am Fest Mariä Himmelfahrt, wo Meine Mutter aufgenommen wurde in den Schoß Gottes, eine große Gnade verliehen.

Ich will für diese Nacht, wo für Meine Kirche der erfreuliche Tag angebrochen ist, wo die Morgenröte des ewigen Heiles für das menschliche Geschlecht angefangen, euch auch eine große Gnade verleihen; du Meine Kleine, was willst du nun von Mir?“

Barbara: „Mein Jesus, ich bitte Dich um so viele Sünder, als sich Wallfahrer in den Kirchen befinden, wo Du heute nacht angebetet wirst, besonders alle Sünder in der Pfarrei I. und zum zweiten alle Sünder, die in unsere Wirtschaft kommen, alle Sünder aus unserer Verwandtschaft bis ins vierte Glied, wo nur eine Seele auf Abwege geraten ist. Du mußt sie uns geben, wenn es auch noch am Rand des Grabes ist. Um Deiner heiligen Mutter willen hast Du es uns versprochen. Du hast mir meinen heiligen Schutzengel gesendet, daß Du heute nacht kommen werdest.“

Jesus: „Wo bleibt aber Meine Gerechtigkeit?“

Barbara: „Deine Gerechtigkeit, sie soll überbrückt werden; denn sieh, allen Spott und alle Verachtung wollen wir ruhig über uns ergehen lassen, es ist auch keine Kleinigkeit, dies in einem Welthaus, in einer Wirtschaft, auf sich zu nehmen. Meine Schwägerin, sie läßt mir freien Lauf, wenn Du Dich anmeldest. Alles hilft dazu, daß Du Dich ausgießen kannst. Um dieser Treue willen mußt Du uns belohnen; keine von all denen, die hier zugegen sind, die wir Dir anempfohlen, darf verlorengehen.“

Jesus: „Meine Kinder, Ich habe dir es ja versprochen!“

Weil nun alle Anwesenden noch fort und fort Namen von Sündern nannten und eine die andere überbot, sagte der Herr:

Jesus: „Nicht gar zu hitzig! Nur Geduld, Meine Kinder! Denn seht, jedes Haar eures Hauptes habe Ich gezählt. Keine Träne ist umsonst; denn alle eure Schritte und Tritte in dem Beruf, den Ich euch nun einmal angewiesen, all eure Mühen, alles, alles soll beitragen zu dem hohen Ziel, das Ich mit euch allen vorhabe. Darum will Ich euch alle Bitten erfüllen, soll keine umsonst sein, keine, wenn ihr nur die Zeit abwartet, bis es Mir gefällt, und Ich werde euch in diesem Leben, weil dies eure Prüfungszeit ist, obwohl Ich euch Leiden schicke, doch auch viele Freuden machen und all jenen, die sich mit euch vereinigen. Denn jedes von euch schaue in sich, ob ihr nicht den himmlischen Frieden und die Freude fühlt.

Seht, das ist Mein Geist, den Ich über euch ausgieße, den ihr alle fühlen und teilen sollt mit Mir. Deswegen sollt ihr überzeugt sein, daß ihr keine eurer Bitten umsonst tun werdet. Denn so wie Ich in dieser Stunde euch teilnehmen lasse an Meiner Freude, ebenso will Ich eure Bitten gewähren. Und dann erst, wenn der Schleier vor euren Augen fällt, werdet ihr sehen, wie treu Ich Wort gehalten, also du, deine Schwägerin, deine Schwester und ihr Mann, die Mädchen, du und ihr beide selbstverständlich; denn ihr seid ja eins. Und das will Ich noch bemerken, daß, wenn Ich einer ein Lob oder einen Tadel spende, dann muß es euch sein, als lobe oder tadle Ich jeden von euch; denn ihr sollt eins sein, eins in der Gesinnung, denn ihr müßt eingegangen sein in Meinem Herzen. Ihr sollt, obwohl verschieden in eurem Stand, eins sein in eurer Gesinnung und eurem Wandel und Wesen.

Darum muß Ich nicht, wenn Ich eine meine, auch die anderen zwei benennen; denn wenn Ich die eine tröste, will Ich selbstverständlich auch die andere trösten, und die Gesinnung Meines Herzens kennt ihr. Ihr müßt euch selbst vergessen, um andere zu trösten, anderen den Frieden zu bringen, und was Meine Aufgabe im Heiligsten Sakrament ist, das ist auch eure Aufgabe, solange ihr auf Erden weilt, solange Ich euch das Leben schenke, daß ihr ganz in Meine Absichten eingeht. Also, ihr lieben Kinder, die Ich erwählt habe, dieses Schauspiel zu sehen, wie gut Gott ist, daß Er Sich einem Geschöpf schenkt, Seinen Geist über dessen Geist ausgießt, wenn sein Geist in Meinen Geist eingegangen ist, ihr sollt wissen und nie zweifeln, daß ihr je eine Bitte Mir vortragen werdet, die euch nicht gewährt wird. Nein, nein!“

Barbara: „Also, o Herr, ist es sicher, daß keine Seele verlorengeht, die unserem Gebet empfohlen ist, also auch die nicht, die scheinbar nicht mehr zu retten sind, weil sie Dich von sich stoßen?“

Jesus: „Auch diese nicht; denn Ich sage euch, solange sich Seelen vorfinden, die Meine Gerechtigkeit überbrücken und diese Gerechtigkeit mit Mir ertragen und Meine Barmherzigkeit erflehen, gehen sie nicht verloren, wird ihr keine Seele verlorengehen, für die sie sich einsetzt. Denn als Abraham mit Mir rang und flehte für Sodom und Gomorrha, habe Ich ihm das Versprechen gegeben, wenn auch nur fünf Gerechte da wären, die Meine Barmherzigkeit anflehen wollten, solle die Stadt gerettet sein. Darum könnt ihr annehmen, wie groß die Barmherzigkeit Gottes ist, und solange es Seelen gibt, die sich dem Arm Meiner Gerechtigkeit entgegenwerfen, solange kann Ich die Welt nicht strafen, solange kann die Seele nicht verlorengehen, für die du bittest. Merk dir es nur, wenn du eine Seele hast in deiner Familie, an der du verzweifeln willst. Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu retten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.

Eine Gewalt muß Ich Mir antun, welche die Menschen nicht begreifen können, und doch tue Ich sie Mir an. Also habt Vertrauen; denn viele, viele sollen gerettet werden. Und wenn ihr auch eingeschüchtert seid, der Kanal sprudelt doch. Ein Rohr laß Ich Mir nicht verstopfen, und durch dieses kleine Rohr und durch dieses kleine Werkzeug wird Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit hinausgetragen werden in die Welt.“

Barbara: „Mein Jesus! Du hast mir viele Arme Seelen versprochen, du hast gesagt, daß Du uns so viele schenken wollest, als wir Augenblicke gewacht. So bitte ich Dich für alle, die unserem Gebet empfohlen sind. O liebe Mutter, Du mußt sie herausziehen, Du mußt sie retten.“ (lange Bitten und Aufopferungen.) Luise: „Mein Jesus! Ich bitte Dich in Vereinigung mit jener Liebe, mit der Du am Kreuz für Deine Feinde gebetet hast, für die Schwester N.“

Jesus: „Sie ist noch nicht befreit!“

Barbara: „O ich bitte Dich für diesen Priester. Barmherzigkeit! Barmherzigkeit für ihn. Ich opfere Dir auf all Dein kostbares Blut. Tauche ihn ein in das kostbare Blut (noch lange Bitten). Und ich sehe einen Abgrund geöffnet. O welches Leid, o welche Qual, ja, welche Sehnsucht! Jetzt begreift man, was all das Irdische nützt; was es nützt, noch so viel gesorgt zu haben für das Zeitliche. O wie verlassen! O Herr, gib ihm das ewige Licht. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich opfere dir alle Verdemütigungen, die ich unter seiner Leitung gelitten, indem ich ganz über mich wegging und doch bei ihm beichten ging, all den Widerwillen, den es mich gekostet, für diese Seele. O gib mir ihn! Gib mir auch Herrn N.“

Jesus: „Er muß noch warten, weil er kein Kind der heiligen, katholischen Kirche war. Ich kann ihn noch nicht freigeben. Und seht jetzt, o seht, wie viele ihr gepackt!“

Barbara: „O gib uns auch die Klosterfrau.“

Jesus: „Die nach höherer Vollkommenheit streben sollten und haben es nicht getan, die verdienen es auch nicht.“

Barbara: „Aber Du, mein Jesus, bist unendlich gut. Du hast gesagt: solange noch eine Seele sich vorfindet, die sich zwischen Mich und den Sünder stellt, so lange wollest Du Barmherzigkeit üben. Beziehe das jetzt auf die übernatürliche Welt und befreie diese Arme Seele; gib sie uns. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! O mein Jesus! Wie dank ich Dir!“ Und jetzt öffnet sich das Tor und viele, viele treten heraus. Hochpreiset ...

„O mein Gott, wie danke ich Dir für all die Gnaden, die Du uns in dieser Nacht gespendet. O bleib nicht zurück, wenn wir auch manchmal uns verfehlen. Mein Jesus Barmherzigkeit! Ich bitte für N., daß er nicht zu den Soldaten muß.“

Jesus: „Er wird nicht Soldat! Jetzt geht hin, ruht euch aus, freut euch morgen mit Meiner heiligen Mutter und bedenket, welche Freude Ich euch heute gemacht.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für Frau N. Ich meine fast, der Teufel spricht aus ihr.“

Jesus: „Das ist auch so. Du mußt dich nicht fürchten vor ihr und vor niemand. Nun sagt aber Meinem Diener P.N., er möge einmal bedenken, ob ein anderer Geist als der Meinige eine solche Freude bewirken könne, wie sie in dieser Nacht unter euch ist, unter euch, Meinen Kindern, stattgefunden hat. Er möge einmal die ganze Geschichte durchgehen, ob etwas imstande ist, eine solche Freude hervorzubringen, wie Ich euch bereitet habe, wenn es nicht Mein Geist sein soll, und warum man diesen Geist einengen will? Könnten viele sich beteiligen, nach und nach würden viele sich bekehren und die Welt würde umgestaltet werden.“

Lied: Großer Gott ...

In derselben Nacht erschien der Schwägerin von Barbara eine Frau im Traum, weinte bitterlich und sagte: „Für alle Seelen habt ihr heute nacht gebetet in der Pfarrei N., nur für mich nicht.“

Die Schwägerin fragte: „Wer bist du denn?“

„Ich bin die Frau.“ Sie war im Hauskleid mit blauer Schürze mit Träger, wie die Kinder tragen, und die Schwägerin forschte nach und hörte anderntags, daß sie so gekleidet war in ihrem Laden. Sie stand deshalb früh auf und ging beichten und kommunizierte für selbige. Als Lieschen mehrere Ablässe ihr aufgeopfert hatte und noch fortfahren wollte, sah sie auf einmal jene wunderschöne Fläche vor sich, unter welcher Form der Herr unsere Seelen früher schon Barbara gezeigt hatte. Als sie dann wieder den Ablaß gewann, sah sie eine Papstmitra und erkannte, daß diese Frau es nicht mehr nötig habe und ihr Ablaß der Kirche gelten solle.

Am Montag nach dem Schutzengelfest war Barbara morgens in der Kirche und wollte von dort in eine andere gehen, um den Segen des Priesters am Schluß der heiligen Messe zu empfangen. Da sagte der Herr in etwa:

Jesus: „Bleib du hier, Ich will dafür sorgen, daß du den Segen des Priesters gerade so erhältst, als wenn du dabei wärest.“

Und Er unterhielt sich in zutraulicher Weise mit ihr, so daß sie vor Freude nicht wußte, ob sie noch auf Erden oder im Himmel sei.

Inhaltsverzeichnis Band 2

196 Fest Kreuzerhöhung 1897

„Je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es.“

Lied: O du hochheilig Kreuze ...

Barbara: „Ich grüße Dich, o mein allerliebster Jesus, durch Deine jungfräuliche Mutter Maria. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt hast, mich heimzusuchen. O verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich in dieser Woche, besonders gestern, begangen habe. Verzeihe mir alle Ungeduld und Aufregung, weil ich so viel zu tun hatte. Warum sehe ich Dich das Kreuz schleppen auf einer so schönen Ebene, auf einer so herrlichen Aue? Und Du schleppst das Kreuz daher, triefend vor Schweiß, Du schaust Dich um, ob recht viele nachkommen. Wirklich, es kommt ein Häuflein. Jedes schleppt aber ein Kreuz, wie ich sehe – o welche lange Reihe! Ich kann keinen Unterschied erkennen; sie alle schleppen ein Kreuz aus allen Schichten der Menschheit. Was willst Du mich damit lehren?“

Jesus: „Die Aue, Meine Tochter, die du siehst, ist die heilige katholische Kirche. Ja, noch nie, seitdem die Welt steht, noch nie, seitdem Ich das Kreuz geheiligt habe, ist das Kreuz so geflohen worden und so zum Nachteil in Meiner Kirche wie jetzt, und doch häuft sich das Kreuz um so mehr, je mehr man dasselbe flieht, und je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es. Darum siehst du viele, die ächzen und stöhnen, du siehst aber auch solche, die ein Kreuz schleppen, als schleppten sie gar keines. Du siehst ihnen nichts an, daß ihre Gesichtszüge verzerrt sind. Heiteren Antlitzes gehen sie einher. Ihr Kreuz drückt sie wie diese, und doch tragen sie dasselbe leicht und fröhlich.

Sieh, das ist der ganze Unterschied unter Meinen Kindern. Ich meine damit nicht jene Christen, die nur noch halbwegs Christen sind, die zwar noch nicht ganz abgefallen, aber doch so leben, daß Ich gar wenig mit ihnen zufrieden sein kann, die den Mantel nach allen Winden hängen. Kommt der Wind von Osten, so hängen sie ihn nach Osten; kommt er von Süden, so hängen sie ihn nach Süden; kommt er von einer anderen Seite, so hängen sie ihn, wohin der Wind bläst, das heißt, sie sprechen heute so und glauben heute so und morgen wieder so. Sind sie bei Gläubigen, so sprechen sie gläubig, sind sie bei Ungläubigen, so sprechen sie ungläubig, und so kann Ich aus ihnen nichts machen, und Meine Barmherzigkeit muß Ich ihnen angedeihen lassen. Ich muß mit ihnen Nachsicht haben wie mit jenen, die von Mir abgefallen sind.

Nein, diese meine Ich nicht! Ich rede heute von denen, die Mir nachfolgen auf dem harten, steinigen Weg, den Ich ihnen vorgezeichnet habe, den Ich ihnen vorausgegangen bin. Ich meine damit jene Ordensleute, die Ich an Mich gezogen, die Ich Mir auserwählt, damit sie Mir Schritt für Schritt nachfolgen auf dem harten Weg des Kreuzes und so fortwährend Mich vertreten auf Erden; denn es muß Menschen geben, die Mich fortwährend in sich nachbilden zu allen Zeiten, wie in den ersten Zeiten der Christenheit es Menschen gab, die an ihrem Leibe ersetzten, was an Meinem Leiden noch fehlte, das heißt, die sich Gewalt antun.

Nun aber gibt es viele in der Welt, die Mir nachfolgen, ja, Ich muß es sagen, es hat noch nie so viele gegeben wie jetzt in diesem Jahrhundert, die den schmalen Weg des Kreuzes wandeln; denn es gab noch nicht so viele Klöster, so viele Priester, weil ja die Welt noch nicht so bevölkert war wie jetzt, und weil ja Meine Kirche in der ganzen Welt verbreitet ist, somit das Kreuz in aller Welt steht, in allen Ländern. Und wo das Kreuz steht, da sind auch solche, die den Kreuzweg wandeln. Von diesen will Ich mit dir reden, von den Kreuzträgern. Jetzt zähle diejenigen, die das Kreuz so tragen, als trügen sie es nicht. Ihre Gesichtszüge sind himmlisch und verklärt, als hätten sie nur lauter Süßigkeiten im Leben.“

Barbara: „Sind es denn zehn unter hundert?“

Jesus: „Nein, Mein Kind, es sind nicht mal zehn von hundert!“

Barbara: „Wie viele sind es denn, o Herr? Ja, ich darf Dich ja nichts fragen, aber Du darfst mir doch sagen, wie viele Dir nachwandeln. Nein, Herr, ich will es nicht wissen, ich brauche es nicht zu wissen!“

Jesus: „Aber siehe, Mein Kind! Dies sind diejenigen, die starke Schultern haben, die mit starker Schulter das tägliche Kreuz tragen, die nicht murren und nicht klagen ob der Bürde und der Last; die Tag für Tag an das Tagewerk gehen, das Ich ihnen vorgesetzt, und die Fehler, die sie dabei machen, schnell wieder gutmachen, weil sie in dem Augenblick, wo sie die Fehler begangen, wieder auf Mich schauen, und wenn sie Mich so bluttriefend, in Schweiß gebadet, sehen, dann tun sie noch einmal einen Blick auf sich selbst, auf ihre Schwachheit. Dann ist es geschehen, dann sind sie einig mit sich; denn sie haben gesehen, wie Ich ihnen zuliebe das Kreuz trage, wie Ich das Kreuz schleppte auf Golgatha, mit Blut und Schweiß bedeckt, und so sagen sie sich dann: Du hast alles mir verziehen, denn ich bin zu Dir gekommen. Ich habe meine Armut, meine Blöße gesehen und habe erkannt, daß ich aus mir nichts bin als Elend und Sünde, und daß Du alles für mich ersetzen willst; denn Du hast für mich gebüßt!

Und so nehmen sie ihr Kreuz und vergessen all ihren Undank, ihre Schwäche und ihre Treulosigkeit, die sie ihrem Erlöser entgegengebracht und gehen heiter und ruhig ihre Wege. Siehe, das sind jene demütigen Seelen, die nicht mehr Ketten tragen, Sklavenketten, nein, die beflügelt sind mit seraphischen Flügeln; denn die Liebe schwingt sie empor über sich selbst, über ihre Schwachheit, über ihr Unvermögen, weil sie wissen, daß Ich ein gar guter Gott bin, der gleich wieder vergißt, sobald Sein Kind einsieht, daß es gefehlt hat. Und vorwärts geht es und vorwärts, und bald haben sie Mich eingeholt, und nun wandeln sie mit Mir, diese lieben, guten Kinder, diese Kreuzträger, sie gehen nicht mehr allein. Ich sagte dir vorhin, Ich hätte viele Christen, die Mir das Kreuz nachtragen, die auf dem schmalen Weg des Kreuzes wandeln, ja, Ich nannte dir die Ordensleute, deren es so viele gibt in jetziger Zeit. In zweiter Linie sind es die Priester, die Mir das Kreuz nachtragen. Siehst du?“

Barbara: „Ja, o Herr, ich sehe, wie hie und da mancher so ausschlägt, so umschaut, als wäre er zornig. Ein anderer, ja viele sehe ich, die zwar ruhig sind, die nicht ausschlagen gegen das Kreuz, aber sie machen noch keine einzige freundliche Miene. Sie tragen das Kreuz nicht gern, gelt? O mein Jesus, Barmherzigkeit! Siehe, die Priester haben auch eine gar schwere Bürde in jetziger Zeit. Ich kann es ihnen nicht verdenken, wenn sie mißmutig dreinschauen, wenn sie nur einen Blick tun auf ihre Untergebenen und die unter ihre Leitung gestellten Kinder und ihre Verhältnisse betrachten, daß niemand ist, der ihnen Gehör schenkt, daß sie keinen Einfluß ausüben auf diejenigen, wo es am allermeisten nützen könnte, bei denen, die ihnen behilflich sein könnten, wie die Staatsbeamten, die Vorsteher der Gemeinde; ja, da muß der Priester den Mut verlieren.“

Jesus: „Das alles hätte nichts zu sagen, das alles ist sehr zu bedauern, und es ist einmal so. Ich habe dir lange genug gesagt, wie die Zeitverhältnisse stehen in der Welt; das sieht jeder selbst ein. Aber wie die Zustände gebessert werden können und wie das Kreuz zum Sieg gelangen soll, davon will Ich reden, darüber will Ich Mich beklagen. Wenn alle Priester der katholischen Kirche einheitlich streben und auf Mich schauen, eingedenk der Würde, die Ich ihnen übertragen, eingedenk dessen, wer sie sind und welche Aufgabe Ich ihnen gegeben, dann müßten sie das Kreuz, das sie so schwer drückt, das sie griesgrämig und kleinmütig tragen, mit Freuden tragen. O wollten doch alle Priester hören auf Meine Stimme! Wie glücklich der Priester, der mit Freuden seines heiligen Amtes waltet. Ich habe noch solche, ja, aber gar zu klein ist die Zahl derjenigen Priester, die Mir das Kreuz nachtragen, wie Ich es getragen wissen will. Du sollst, du darfst es fühlen, Mein Christ, denn sonst könntest du ja Meine Gerechtigkeit nicht überbrücken, sonst könntest du ja für deine Gemeinde, für deine Untergebenen nicht wirken; denn du bist es, Mein Freund, um dessentwillen Ich Meine Schäflein retten will.

Wenn nun aber die Worte und die Beispiele, die du ausübst und sprichst an deine Pfarrkinder oder an deine Ordensbrüder, nicht beachtet werden, weil sie dir dann immer und immer wieder entgegenschleudern: Ja, der soll bei sich anfangen, der ist so und so, und dir alle deine Fehler, die du hast, und die du auch selbst siehst, ins Gesicht schleudern, dann verdemütige dich und wirf einen Blick auf dich, auf dein Elend und sage: ja, es ist so, wie sie von mir sagen; dann aber wirf trotzdem einen Blick auf Mich, Der Ich dir das Kreuz vortrage und gehe darüber hinweg und freue dich in dir, als ob du die Sonne der Gerechtigkeit tragen würdest.

Und wenn deine Untergebenen sehen, daß du dich nicht beirren lässest von ihren Reden, von ihren manchmal ungerechten Vorwürfen, dann und nur dann schreitest du weiter auf dem Weg der Vollkommenheit, dann steigst du empor von Felsen zu Felsen, und deine Untergebenen, wenn sie sehen, wie du ungeniert heiteren Angesichtes weitergehst, ihnen die Worte Gottes vorträgst nach wie vor, dann werden sie dir folgen, und du wirst zum Ziel gelangen, Mir zur Freude, dir zum Trost und deiner ganzen Gemeinde zur Erbauung, und was du durch dein gutes Beispiel fertigbringst, wirst du zwar in diesem Leben nicht ergründen, aber die Freude deines Herzens wird dir die Zuversicht geben, daß du ein Mann bist nach Meinem Herzen. Siehe, so will Ich die Kreuzträger wissen, so will Ich diejenigen sehen, die Mir auf dem schmalen Weg des Kreuzes nachgehen, nachwandeln.“

Barbara: „O mein Jesus! Voriges Jahr hast Du mir am gleichen Fest ein goldenes Kreuz gezeigt, das von der Erde bis zur Spitze der Wolken anstieß, so herrlich und so schön, und dieses Jahr zeigst Du mir eine Schar von Kreuzträgern. Ich verstehe nicht recht, was Du mir damit sagen willst. Voriges Jahr zeigtest du mir, daß durch das Kreuz die Kirche zum Siege gelangen werde, das Kreuz, das ich geschaut, solle bedeuten, daß die Kirche siegen werde und bald eine andere Zeit erstehen werde und es eine Wende geben muß, und dieses Jahr nur Kreuzträger und Du voraus mit dem Kreuz, mit Blut und Schweiß bedeckt.“

Jesus: „Meine Kinder! Ihr versteht Mich nicht! Darum brauchst du nicht ängstlich und unruhig zu sein, wenn Satan dich ängstigt, als habest du die Dinge erdichtet, die Sache zusammengedichtet. In diesem Augenblick, wo Ich bei dir bin und mit dir rede, da kannst du dichten, ja freilich, dichte du! Aber wenn Ich Mich zurückziehe, nicht wahr, dann hört deine Dichtkunst schon auf. Nun ja, du sollst wissen, warum Ich voriges Jahr am Fest Kreuzerhöhung dir ein so schönes Kreuz zeigte. Weil Ich dich und deine Freundinnen und alle, welche die Schriften lesen, daran erinnern und ihnen zeigen wollte, daß Meine Kirche zum Sieg gelangen werde, siegen werde über alle ihre Feinde, siegen werde über alle Völker der Erde, über alle diejenigen, die sie bedrücken und unterdrücken wollen; daß das Kreuz reichen wird von der Erde bis zum Himmel ist das Zeichen, daß die ganze Welt diesen Sieg sehen wird, diesen herrlichen Sieg Meiner Kirche, Meiner einzig geliebten Braut, der heiligen katholischen Kirche, und wenn auch noch Jahre vergehen, bis diese Zeit kommt, aber sie kommt, und der Wendepunkt ist schon da, wo es allgemein aufwärtsgehen soll.

Da brauche Ich nun aber viele Kreuzträger, die dieses Kreuz, bevor es zum Sieg gelangt, zum glänzenden Sieg, Mir nachtragen. Jetzt noch trägt Meine Braut dieses Kreuz, mit Blut und Schweiß bedeckt, ächzend und stöhnend, weil sie es gar zu schwer fühlt, die Last dieses Kreuzes, weil sie beweint und betrauert ihre verirrten Kinder, und solange die Verhältnisse nicht anders werden, solange ihre Kinder nicht hören auf ihre Stimme, so lange muß sie es noch stöhnend und ächzend tragen, dieses Kreuz.

Darum habe Ich dir gezeigt denjenigen, den du vorausgehen siehst: Dieser ist Meine heiligen Kirche, Mein mystischer Leib, der mystische Leib Meiner Kirche, und die Kreuzträger, die ihr folgen, das sind die braven, guten Christen, alle, alle auf der ganzen Welt. Da gehen voraus die Ordensleute, die Priester und Laien, alle, die sich durch die dreifachen Gelübde mit Mir enger verbunden haben. Du hast gesehen, wie so viele es gar griesgrämig Mir nachtragen und nur so wenige mit heiterem Angesicht. Und doch will Ich, daß die Zahl sich mehre von Tag zu Tag, die das Kreuz nicht mehr als eine Bürde ansehen, die Ich ihnen auferlegt, die es nicht mehr tragen als ein schweres Joch. Siehe, Ich habe dir doch gezeigt im vorigen Jahr, daß das Kreuz so herrlich glänzt.

Dieses ist es, was Ich dir dieses Jahr zeigen will, durch was das Kreuz glänzen soll und wie man es anstellen muß, um dem Kreuz den Siegeskranz aufzusetzen, um mit dem Kreuz zu siegen, wodurch das Kreuz zum Ehrenkranz gelangen soll. Das ist die Liebe, die Liebe Meiner Kinder.

Ich will, daß viele Kinder der heiligen katholischen Kirche mit Liebe das Kreuz umfassen, das Ich ihnen auf die Schultern gelegt. Und solange die Ordensleute und die Priester das tägliche Kreuz noch zu schwer finden, solange sie es nicht mit Freuden tragen, was sollen dann die anderen tun, die Ich nicht so eng mit Mir verbunden habe?

Also, solange die Priester nicht allem entsagen, solange sie nicht bei sich anfangen, sich zu bessern, den Weltsinn abzulegen, den Spott und das Unrecht, das man ihnen nachsagt, nicht mit Freuden tragen, sich anschließen an das kleine Häuflein, das da die Verachtung und die Verspottung mit Freuden über sich ergehen läßt, und die es nicht mit der Welt halten wollen, so lange wird es nicht anders, wird die Welt nicht umgestaltet werden.

Die Christen, die da auf jene schauen, die Ich zu Meinen treuesten Kindern erwählt habe, werden ruhig weitergehen und sich ihre Freude suchen im Getriebe der Welt. Also merkt es euch, Meine Kinder! Geht ruhig weiter, laßt euch verspotten und verhöhnen, und freut euch darüber! Freut euch, daß ihr gewürdigt seid, um Meines Namens willen etwas zu leiden. Noch lange nicht, wie Mein Diener Paulus, habt ihr Schläge zu erdulden und Kerkerhaft. Was soll Ich weniger verlangen als ein demütiges, gläubiges Herz, du Ordensmann, du Ordensfrau, du Familienvater, du Familienmutter, du Jungfrau! Ein gläubiges Herz, daß Ich die Macht habe, zu euch zu reden, daß Ich nicht zugeben kann, wie so viele zugrunde gehen, ohne ihnen zu Hilfe zu kommen.

O seht doch, Meine Kinder, Mein Herzblut klebt ja an diesen Seelen, die Ich da verdammen soll. Und wundert euch nicht, daß Ich euch immer und immer wieder auffordere zu glauben, daß Ich mit euch verkehren will. Seht, Mein Herzblut klebt an diesen Seelen, und durch wen soll Ich an sie gelangen, wenn nicht durch euch, durch euch, Meine Diener? Euch habe Ich die Macht gegeben über die Herzen der Menschen. Also, wenn Ich Mir eine Seele erwähle und Mich ihr mitteile, muß Ich sie zuerst zu Meinen Dienern schicken, sie anweisen; muß Ich diesen Meinen Willen kundtun, Meine Wege, Meine Erbarmungen ihnen erschließen. Ihr sagt Mir, wir tun es ja doch. Recht, Mein Freund, du tust es, wenn du es aber mit einem gläubigen, warmen Herzen tätest, wenn du ergriffen wärest von dem Geist der Wirklichkeit, dann würdest du ganz anders reden zu Meinen Kindern, zu Meinen verirrten Schäflein.“

Barbara: „O heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt, das uns die einzige Hoffnung ist! Ich danke Dir, o mein Jesus, für all die Belehrungen, die lieben, süßen Worte, die Du uns heute abend gegeben. O daß doch alle Menschen Dich erkennten, aus ganzem Herzen liebten, aus allen Kräften und über alles Dich loben und ehren möchten. O gib mir doch den Geist des Gebetes, daß der Kleinmut mich nicht abwärts ziehe. Verzeihe mir, wenn ich wanke, ich will nicht mehr rückwärts schauen, nein, nicht rückwärts, sondern immer vorwärts. Und wie danke ich Dir für all die Verdemütigungen, wenn auch niemand es glaubt. Solange Du es mir nicht durch meinen Beichtvater verbietest, so lange will ich gläubig alles annehmen. Sollte es aber sein, daß Du Dich zurückziehen willst, weil es nicht angenommen wird, dann geschehe Dein heiliger Wille.

O Herr, ich bitte Dich für Frau N. Laß sie doch einmal in Deinem göttlichen Licht den Wert des Kreuzes schauen, das Du ihr auferlegt, weil sie Dir doch schon viele Opfer gebracht und trotzdem meint, Du wollest mit diesem Kreuz sie nur strafen; denn als ein so guter Gott, wie Du bist, könntest Du die Dir gebrachten Opfer nicht mit solch schwerem Kreuz vergelten.“

Jesus: „Mein Kind! Das Kreuztragen mußt du erst lernen, das kannst du dir freilich nicht geben. Das hängt freilich von Mir ab, es hängt aber auch von dir ab. Du mußt dich üben. Derjenige, der gelehrt sein will, der vieles wissen will, muß viel studieren. Es hängt von Mir ab, ihm die Kenntnis zu geben, aber er muß sich darum bemühen, er muß probieren und studieren. Frau N. und ihre Familie sind bestimmt, Mir enger auf dem Kreuzweg nachzufolgen, weil sie Mir zuliebe doch schon manche Opfer gebracht. Aber, aber zum engen Anschluß an Mein Kreuz gehört noch vieles mehr. O da müssen sie noch kämpfen und nicht müde werden, nicht zurückschaudern.

Seht, Meine Kinder, dieses Kreuz hab’ Ich in eure Mitte gestellt, daß ihr es Mir nachtragt. Anders wäre es gar nicht gegangen; denn du hingst an deinem Mann, und solange eine sinnliche Liebe zwischen Mir und den Menschen steht, kann die Liebe zu Mir keine reine werden. Du mußt dich immer und immer wieder aufraffen, und dann, wenn du gesonnen bist, Verachtung und Verdemütigung über dich ergehen zu lassen, dann wirst du mit Freuden alles ertragen, du wirst nicht mehr sagen: Ich kann nicht! Dann wirst du nicht mehr trauern. Freilich ist der Weg zum Himmel kein leichter. Gewalt mußt du brauchen, Gewalt, Mein Kind!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

197 Dritter Freitag im September 1897

„Zurückkehren müßt ihr zu einem kindlichen Glauben.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Vater Franziskus, und dir, o gottselige Anna Katharina Emmerich, für die Güte und Herablassung, die ihr mir heute schon zukommen ließet.“ (Barbara fühlte sich so krank, daß sie den ganzen Tag zu Bett sein mußte. Um zwölf Uhr kamen der heilige Vater Franziskus und die gottselige Anna Katharina Emmerich und stellten sich rechts und links an ihr Bett und beteten mit ihr. Um zwei Uhr fanden wir sie noch unter Tränen zum Herrn betend und rufend für die Sünder, so daß wir kein Wort mit ihr reden konnten.)

„Wunderbar und unglaublich ließet ihr euch zu mir herab, aber es ist so, die Welt begreift es nicht, selbst die treuen Kinder der Kirche glauben es nicht, daß wir mit der Geisterwelt in Verbindung stehen, mit euch, ihr lieben Heiligen, und ich danke euch, daß ihr mich immer enger einführt in die Geheimnisse Gottes, daß ihr euch immer enger mit mir vereinigt, verbindet. Mein Jesus! Du König aller Engel und Heiligen, Du, dessen Thron die Seraphim und Cherubim umstehen, ich danke Dir, daß Du ein so armes Würmchen heraushebst aus dem Staub, daß Du ihm die Pläne enthüllst, die Du mit der sündigen Menschheit vorhast. Ich danke Dir für Deine unendliche Liebe und Güte, mit der Du mich immer enger umschließest mit Deinen Freunden, daß ich immer inniger verbunden werde mit denjenigen, die Dich geliebt auf Erden, und daß Du mich um dieser Liebe willen eingeführt hast und mich immer enger einführst in die Vereinigung mit Dir.

Mein Jesus, Du zeigtest mir Deinen Freund Franziskus, Du gabst mir die Gabe der Tränen wie ihm. Ich danke Dir dafür! Du schicktest mir meine Schwester, meine Leidensgefährtin, die gottselige Anna Katharina Emmerich. Ich danke Dir auch dafür!

Du aber, liebe, treue Schwester, bitte für mich, daß ich so wie du, über alles hinweggehe, über die Menschen und die Gedanken und Absichten der Menschen.

Liebe Schwester! Siehe, du warst eine reine Jungfrau. Du hast deinen Bräutigam Jesus nie mit einer schweren Sünde beleidigt. Ich aber kann mich nicht mit dir vergleichen, die ich ihn schon so oft beleidigt habe, ich müßte darum viel strenger büßen als du. Zwar hast du ein viel strengeres Bußleben geführt als ich, aber siehe doch, was in meinen armseligen Kräften stand, habe ich getan, um meinen Jesus kennen und lieben zu lernen. Ich habe mich Ihm geschenkt, soweit es ging, ich bin Ihm gefolgt bis hierher in diese Stadt, ich ließ mich schon manchmal beschneiden.

Ich opfere darum all die harten Worte, die trüben Stunden, die ich wegen meinem Charakter und auch unverdienter Weise ertragen mußte, meinem Jesus auf. Siehe, ich habe schon gar hart gebüßt die Sünden meiner Jugend, darum glaube ich auch, daß Du Dich mit mir vereinigst. Mein Jesus! Was willst Du mir denn sagen mit diesem Deinem Diener Franziskus und meiner Leidensschwester Anna Katharina Emmerich? Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden, und was will Ich anders, als daß es brenne. Was meinte Ich damit, als Ich diese Worte aussprach unter Meinen Aposteln, und die der Heilige Geist durch den Mund Meiner Kirche spricht? Ja, Ich bin gekommen, das Feuer der heiligen Gottesliebe auf die Erde zu senden, und daß es brenne, dies war Mein Wunsch und Mein Verlangen. Dafür, daß es brenne, war Ich dreiunddreißig Jahre auf dieser undankbaren Erde, unter diesem undankbaren Geschlecht. Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden, dies war Meine Sendung vom himmlischen Vater; denn das Menschengeschlecht ist ja ein Ebenbild der Gottheit.

Die Gottheit, die da verdunkelt ist in den Menschenherzen, konnte nur durch Gott wieder erhoben werden zur Gottähnlichkeit. Daß es brenne, dieses Feuer, war der sehnlichste Wunsch Meines liebenden Herzens, und wie freute Ich Mich, wie ging Ich getrost zurück zu Meinem himmlischen Vater, als Ich bereits dies Flämmchen brennen sah in einigen Meiner Jünger. Ich ging hin, Meinen Geist zu senden, um dieses Flämmchen zu nähren und emporzubringen zu einer großen Flamme. Tausende und Millionen ließen sich erwärmen an diesem Feuer, ließen sich verzehren, sie brachten Gut und Blut zum Opfer und starben für Mich eines ehrenvollen Todes, ja des ehrenvollsten Todes, des Martertodes. Ebenso war das Feuer der heiligen Gottesliebe erloschen, als Ich Meinem Diener Franziskus den Auftrag gab, hinauszuziehen und Meine Kirche wieder zu erneuern. Hier steht er, Mein Diener Franziskus, sieh ihn dir an, diesen einfachen, schlichten Mann. Er zählt nicht zu den Gebildeten, zu den Hochgelehrten, er hat nicht studiert, er war nur ein Kaufmannssohn und war in seinem Geschäft unterrichtet von seinem Vater.

Er war auch nicht so veranlagt, die heilige Gottesliebe von Kindesbeinen auf in sich zu nähren, denn er war leichtsinnig und weltlich gesinnt. Wenigstens eine Zeitlang gab er sich einer großen Vergnügungssucht hin, und daß er so viel und so gern Almosen austeilte, gehörte mehr zu einem seiner Charakterzüge, wie die Menschen alle sind, die etwas leichtsinnig angelegt sind. Sie haben dann ein freigebiges Herz gegen alle Menschen, weil sie nicht viel nachdenken. Darum müßt ihr wissen, daß niemand ausgeschlossen ist und niemand zu armselig ist, wenn er nur, sobald Ich Meine Stimme in ihm hören lasse, Mir dann ein williges Gehör schenkt und bricht mit den Banden, die ihn an die Welt fesseln.

Dieser Jüngling war noch rein, jedoch nicht so, daß er noch die ganze Taufunschuld besaß; denn er war etwas abgekommen durch die große Vergnügungssucht, aber ein gutes Herz besaß er noch. Sobald er anfing nachzudenken, seinem guten Engel zu folgen, da kannte er keinen Hinterhalt mehr. Keine Schmeichelworte, nichts nützte mehr, er gab sich dem Geiste hin, erkannte die Traumgesichte und legte sie aus zum Besten für seine Bestimmung, für seinen Beruf. Er betete viel, er ging fleißig in den Unterricht, er hörte das Wort Gottes, und legte sich dieses wieder aus zu seiner Bestimmung, zu seinem Beruf. Dann hatte er einen felsenfesten Glauben in sich aufgenommen. Er kannte kein Grübeln, und sein Glaube hatte keine Haken und Ösen. Nun konnte die Gnade ihn bearbeiten, weil er mitarbeitete, und Ich machte aus ihm, was er jetzt ist.

Seht nun, Meine Kinder, als dieser Mein Freund, in eurer Mitte weilte hier auf Erden, stand es schlimm um Meine Kirche, weil auch damals der Geist sehr abhanden gekommen war und überall die Leichtfertigkeit Eingang gefunden hatte, auch unter den Gläubigsten, auch unter den besten Meiner Kinder, in den Klöstern und überall, wo man noch vorgab, Mir zu dienen, aber bei weitem nicht so gefährlich wie jetzt. Meine lieben Kinder, hört Mich an!

Eine Stimme möchte Ich Meiner Dienerin geben, daß sie gehört werde von Süd bis Ost, von West bis Nord. Ich gab euch auch eine Schwester, Ich stellte sie in eure Mitte, wieder herausgenommen aus der letzten Schicht des Volkes, ein armes Landmädchen, um euch zu zeigen, was Ich gelitten habe auf Erden. Dieses arme, schlichte Landmädchen, Ich redete durch sie und teilte der Christenheit mit Mein ganzes heiliges Leben, Mein Leiden und Sterben, weil es immer mehr abhanden kommt. Und zwar tat Ich dies in diesem neunzehnten Jahrhundert. Siehe hier, dieses ist sie, deine Gefährtin, deine Schwester, die gottselige Anna Katharina Emmerich.“

Anna Katharina: „Liebe Babette, harre aus, du weißt nicht, wie gut der Herr ist, geliebte Schwester im Herrn!“

Barbara: „Liebe Schwester Anna Katharina! Erflehe mir Kraft und Stärke bei meinem himmlischen Bräutigam. Du hattest doch noch die Gnade und den Trost, einige Priester zu sehen, die daran glaubten. Siehe, niemand glaubt jetzt mehr als nur ein einziger Diener der heiligen Kirche.“

Anna Katharina: „Nein, Schwester, nein, du irrst dich, daß du glaubst, es glaube niemand. Es gibt viele Gottesgelehrte, die es glauben. Kümmere dich darum nicht, wende dich an deinen himmlischen Bräutigam und höre Seine Stimme.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich sagte dir, Ich hätte in diesem Jahrhundert nicht ohne besonderen Grund, nicht ohne Meine weise Absicht, der Menschheit Mein Leiden und Sterben vorgeführt, wie noch niemals in der Zeit zuvor. Siehe, in allen Jahrhunderten hatte Ich große Männer, Diener Gottes, in Meiner Kirche aufstehen lassen. Sie sind die Säulen und Grundfesten, worauf das Kirchengebäude ruht; denn sie stützen das Gebäude durch ihr Beispiel und durch ihre Worte und durch ihr Leben und ihren Tod.

Und dennoch, wo jetzt das Gebäude dasteht in seiner ganzen Vollendung, ausgeschmückt mit allerlei verschiedenen Verzierungen und Blumen, versinkt doch die Welt, dieses armselige Geschlecht, immer tiefer und tiefer, und es scheint, als ob dieses schöne Gebäude Meiner Kirche mit all seiner Herrlichkeit von der Erde verschwinden sollte. Dem ist aber nicht so! Harret nur aus, Meine Kinder, und ihr werdet sehen noch einen guten Teil davon, daß dieses Gebäude wieder hergestellt wird in herrlicher Pracht.

Ich habe Meiner Kirche durch diese kleine Dienerin, Anna Katharina Emmerich, die heute noch von vielen verworfen und verfolgt wird – dies aber nur zum Trost für andere, denen es ebenso gehen wird und ebenso geht – Mein ganzes Leben vorgeführt, Mein Leiden und Sterben.

Seht, Meine Kinder, wie töricht es ist zu sagen, es sei nicht wahr, man glaube nicht an eine Emmerich, da doch der Mensch aus sich nichts Gutes hat, also auch nichts Gutes von sich geben kann. Wer wäre es denn anders als Ich Selbst gewesen in diesem armen, unbekannten Mädchen? Darum wundert euch nicht, wenn man euch auch zurücksetzt und verschmäht. Was Ich in ihr gewirkt, wird bleiben in Ewigkeit, und so ist es auch mit dem, was Ich in euch wirke; es war jenes nur die Vorbereitung auf das, was Ich jetzt wirken will. Immer tiefer und tiefer sinkt dieses Geschlecht hinein in den Abgrund des Unglaubens und stürzt sich hinab in die Laster, die der Unglaube erzeugt.

Darum wollte Ich die Menschheit erinnern, was Ich für sie getan, um diesen Boden aufzurütteln, um sie an Mich zu ziehen. Dies alles hat aber wenig gefruchtet. Darum fahre Ich jetzt fort, die Menschheit zu belehren und zu unterrichten, wieder durch ein armes, einfaches Mädchen, damit ihr sehen könnt, ihr Meine Diener, was Mir gelegen ist an dem Menschengeschlecht. Zurückkehren müßt ihr zu einem kindlichen Glauben. Ihr müßt vor allem anfangen an euch selbst, ihr Meine Diener, kindlich und einfach zu glauben, und die Worte, die Ich an euch richte, wohl beherzigen. Nichts ist mehr imstande, diesen Unglauben aufzuhalten, von dem die große Masse angesteckt ist, wenn nicht ihr mit Entschiedenheit euch zu einem kindlichen Glauben wendet, um dann dem Volke die Strafgerichte vorzuhalten, die überall loszubrechen drohen, wenn ihr nicht zusammenhaltet mit der kleinen Zahl Gläubiger, die euch ja sozusagen belehren müssen.

Du aber, Mein Freund P. Bonifaz, dir gebe Ich den Auftrag, deinem Bischof zu sagen, daß es Mein Wille war, diesen Priester, der da auf Abwege geraten ist, nicht aus Mainz ziehen zu lassen. Hätte Mein Diener geglaubt, dem Ich Meine Dienerin unterstellt habe; ja, er hatte geglaubt, aber die Menschenfurcht hielt ihn zurück, und solange noch Menschenfurcht in einer Seele steckt, kann Mein Geist in ihr nicht wirken.

Also, als Ich vor vier Jahren Meiner Dienerin jenen Priester zeigte, stand es noch sehr gut um ihm. Aber nicht allen ist es gegeben, von außen und von innen Verfolgung zu erdulden, keine Anerkennung zu finden, auch da nicht, wo man sie erwarten müßte, und es überkam ihn eine schwache Stunde, und es war um ihn geschehen. Ich habe Mitleid mit diesem Priester; denn er kam nicht, wie andere, aus eigener Schuld auf diese unglückselige Fährte. Ihr, ihr alle, die ihr dazu beitrugt, ihn zu verkennen, ihr alle habt dazu beigetragen zu seinem Unglück.“

Barbara: „O mein Jesus! Du hast mir gezeigt, wie er sich an mich anklammerte. O führe ihn zurück.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich sage dir, alle diejenigen, die so über ihn herfallen und alles Göttliche verwerfen wollen, das Ich in einer Seele wirke, alle, die sich an die Zeitungsschreiber anschließen und mit der gebildeten Welt halten, sie alle stehen auf gleichem Fuß mit diesem verirrten Priester, sie alle sind nahe daran, hinabzugehen in den Abgrund des Unglaubens. Sie sollen sich nur in acht nehmen. Alle diejenigen, die da Steine werfen auf ihren verirrten Bruder, alle diejenigen, die sagen und sprechen und, das noch auf der Kanzel vor den liebsten Kindern Meines Herzens, vor dem armen Volke: ‚Hinweg mit dem Wunderglauben‘, die sollen nur bedenken, daß sie auf gleichem Fuß stehen mit jenem, den sie jetzt betrauern und dem sie so grollen. Die sollen nur nicht grollen, sondern mitleidig ihn behandeln, ihn herbeiziehen und zittern, zittern sollen sie für sich selbst; denn nicht besser wird es ihnen am Tag des Gerichtes ergehen als jenen, die da in einer schwachen Stunde Meinem Feind nachgaben und sich von ihm hinabziehen ließen.

Erzittert ihr, Meine Diener! Ja, erzittert, wenn ihr noch länger den Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit herausfordert. Geht hin in jene Gebiete, wo Meine Diener glauben, wo sie mit gläubigem Herzen dem gläubigen Volk zur Seite stehen, und lernt von ihnen. Brüstet euch nicht, als wolltet ihr es nicht mit jenen halten, die an Wunderdinge glauben; denn Ich werde euch einst Meine Wunder entgegenhalten, die Ich gewirkt auf Erden und die Ich wirkte bis auf diese Stunde unter Meinen gläubigen Kindern.“

Nach dem zweiten Ansturm im Leiden sah Barbara schon den lieben Heiland und Er sagte in etwa:

Jesus: „Ich bin gekommen, um die Armen zu trösten.“ Und Er gab ihr zu verstehen, daß Er noch warte, bis ihre arme Schwester V. herbeigekommen sei. Was obigen Priester betrifft, so wurde Barbara vor einigen Jahren am ersten Freitag im Mai der Auftrag gegeben, sie soll ihm sagen, er möge doch die Verfolgungen und Widersprüche mit Geduld tragen und auf Ihn schauen, Der ihm das Kreuz vorangetragen habe; denn Er habe ihn auserwählt und ihn mit solchen Leiden bedacht, weil Er ihn zu höherer Vollkommenheit bestimmt habe. Einstmals wurden Barbara mehrere Priester gezeigt, die ganz uneigennützig wirken und die in das Herz Jesu eingegangen waren. Darunter war auch obiger Priester, aber er stand noch am Eingang und schaute um.

Darauf wurde Barbara gesagt, sie solle zum hochwürdigsten Herrn Bischof gehen und ihm sagen, daß dem Priester Unrecht geschehe, es wäre nicht so, wie man ihm nachsage. In der Zeit stand Barbara aber noch unter strengem Gehorsam ihres Beichtvaters, der ihr die Gelübde abgenommen hatte, und durfte nichts sagen von inneren Offenbarungen. So schwieg sie still. Da sie aber zum zweiten Mal aufgefordert wurde, sagte sie es ihrem Beichtvater und dieser sagte:

„Diese Dinge gehen uns beide nichts an.“

Vier oder fünf Monate später stand in der Zeitung, daß der Priester aus Mainz weggehe. Nun war es Barbara klar, daß Jesus nicht umsonst gewünscht, Barbara möge jenem Priester Seine Liebe und Güte kundtun, der so besorgt ist für alle leidenden Kinder, am allermeisten für die Priester. Barbara sagte es wieder ihrem Beichtvater und weinte tagelang, Gott möge doch das Unglück verhüten. Es wurden wirklich Schritte dazu getan. Aber die Verleumdung ging dem Mann tief zu Herzen, und er ging übers Meer in ein anderes Land.

In jener Zeit hatte Barbara einen sonderbaren Traum: Sie betete viel für ihn. Plötzlich stand dieser Priester vor ihr ohne Kopfbedeckung, nur bekleidet mit Hemd und Hose, und er bat um Hilfe. Er ergriff ihre Hand ganz kleinmütig und verzweifelnd in einer Stimmung, als wäre ihm ein Unglück begegnet, ohne ein Wort zu sprechen. Barbara schämte sich, doch ging sie mit ihm, weil sie merkte, daß dies nötig sei, und er führte sie in eine Wildnis, wo nichts war als Hügel und Sträucher, wie in einer öden Gegend. Barbara schauderte und sagte, sie gehe heim. Er aber ließ ihre Hand nicht los und ging dann wieder mit ihr zurück. Luise kam gerade dazu und dieser sagte Barbara: Das war vielleicht nur ein Traum. Bald darauf verbreitete sich das Gerücht, daß der Priester, das Klima nicht vertragend, sich wieder in Deutschland befände. Barbara betete viel für den Priester und sagte immer ihrem Beichtvater, er sei unschuldig.

Nun, mein Gott, wie ist es möglich, und doch ist es so, jetzt ist er seiner Würde entkleidet, welche Befürchtung ich nach diesem Traum meiner Freundin aussprach. Unmöglich kann es also ein anderer Geist gewesen sein als der Geist Gottes, der so liebevoll ist gegen Leidende und Unterdrückte, um ihnen die Wege zu bahnen zur höchsten Vollkommenheit, wie Er auf anderer Seite wieder warnt, nicht zu weit zu gehen mit Seinen Dienern in den Prüfungen. Wir aber wollen einstimmig bitten und beten, bis Er diesen Priester wieder zurückführt.

Inhaltsverzeichnis Band 2

198 Vierter Freitag im September 1897

„Arbeiten am Heile der Seelen, auch wenn es ihnen so scheint, als sei alles verloren.“

Lied: Gegrüßt seist du, Maria ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Wie schäme ich mich vor Dir, daß ich so kleinmütig bin und immer so verzagt. Geh hinweg von mir, o Herr, denn ich bin ein sündiger Mensch! Doch nein, komm, o Herr, komme, suche mich heim in meinem Elend! Was hab’ ich im Himmel und was lieb’ ich auf Erden als Dich, o Gott, du Gott meines Herzens und mein Anteil in Ewigkeit. Ja, komm, Vielgeliebter meines Herzens, suche heim Dein armes Kind, Deine arme Dienerin. O ist es möglich, daß Du das arme Herz umstimmen kannst? Wo soll ich mich hinwenden in meinem Elend?“

Jesus: „Meine Tochter! Damit du auch siehst, was du bist aus dir, damit du es weißt, wie armselig und unwürdig du bist und welche große Gnade es ist, die Worte zu vernehmen, die du vernimmst; denn wenn du sie aus dir erdenken sollst, wenn du sie dir erfinden sollst, wo wäre dann die Weisheit, die aus dir fließt in dieser Stunde, denn vor einigen Minuten warst du noch so kleinmütig, so armselig, so mißmutig, ja, der armseligste Mensch auf Erden, und einige Minuten später fließt dein Herz über vor Wonne und Freude und Glückseligkeit. Wer ist es denn, der Wonne und Freude und Glückseligkeit in das Menschenherz einsenkt?

Ist es dein Geist, dann hast du die Wahrheit, wenn du dich einige Augenblicke zurückversetzest; ist es aber ein anderer Geist, so versetze dich mit Mir an jenen Ort, wo die Geister der Finsternis wohnen, wo alles durcheinander ist. Da ist nichts als Aufruhr und Empörung, da will und soll der arme Mensch sich Sinnenlust verschaffen, da will man nichts wissen von Abtötung und Leiden. Der Weg, den jener Geist vorzeigt, er ist breit. Man will nur genießen und besitzen. Nun aber, wenn es jener Geist nicht ist, der dich ja fortwährend anhält und antreibt, der Sinnenlust zu widerstehen, so brauche Ich dir keine weitere Erklärung zu machen.

Denn siehe, es ist die Zeit gekommen, wo das Menschengeschlecht, weil von Mir abgewichen, den Arm Meiner Gerechtigkeit herausgefordert hat, und man tue nur die Augen auf und sehe die Dinge, die da vorgehen in der Welt, und man wird sich nicht wundern, daß Ich die Bitten Meiner Kinder nicht mehr erhören kann, daß Ich strafen muß, auch wenn es Mir wehe tut. Ja, es tut Mir wehe, es tut Mir leid; denn wenn ein Vater sein Kind züchtigt, ist und bleibt er immer noch Vater, wenn es auch scheint, als wolle er nur seinen Zorn ausgießen über sein Kind. Er straft nur, weil er es für gut findet.

Seht, Meine Kinder, ihr tut Mir fortwährend Gewalt an mit vielen treuen Kindern Meines Herzens, um den Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten. Ja, verzögern könnt ihr ihn, verlängern, so daß nicht so plötzlich und mit so großer Allgewalt der Zorn sich ausgieße über Mein Volk. Aber die Menschheit, die nun einmal nicht mehr einsehen will, was ihr not tut, muß gezüchtigt und zurechtgewiesen werden.

Es kommt jetzt der schöne Monat, wo Meine Mutter verherrlicht wird durch die Bitten Ihrer Kinder. Ja, da vereinigt euch mit Ihr, Sie ist die bittende Allmacht, damit doch wenigstens die Guten, die noch auf rechter Bahn wandeln, ausharren, die Gerechten sich emporschwingen zur höchsten Stufe der Vollkommenheit, nicht müde werden, der Bosheit der Menschen entgegenzuwirken durch gutes Tun; durch Milde, Güte und Barmherzigkeit ihren leidenden Brüdern zu Hilfe kommen, nicht müde werden, sich Meinem Arm entgegenzuwerfen.

Seht, die Gebete, die ihr verrichtet in Vereinigung mit Meiner Kirche, in Vereinigung mit Meiner lieben Mutter, sie haben Gewalt über das Herz Gottes. Und inmitten der Trübsale, inmitten des großen Abfalls, der da überall sich Bahn bricht in allen Schichten der Menschheit, in allen Klassen der menschlichen Gesellschaft, sollen dennoch viele, viele wieder gerettet werden durch das Gebet vieler frommer Seelen auf Erden.

Du aber, Meine Kleine, und ihr alle, die ihr an Mich glaubt, die ihr Mir ein gläubiges Herz entgegenbringt, werdet nicht mutlos, wenn die Sonne sich verfinstert, wenn trübe Wolken die Sonne der göttlichen Liebe in eurem Herzen verdunkeln. Dieses ist dein Verdienst. Zum ersten hast du manches abzubüßen Tag für Tag, weil du ein gar armseliges Geschöpf bist. Du mußt die Sünden, die du von Tag zu Tag begehst, immer wieder abbüßen. Darum laß Ich so manches über dich kommen, was dir nicht gefällt und was dir das Leben der Frömmigkeit verleidet. Du sollst aber geradeaus gehen, nicht müde werden, dich vereinigen mit Mir, ob du Trost hast oder ob Trübsal dein Herz bewegt.

Wenn Ich eine Heimsuchung schicke, das alles geht dich nichts an. Ich habe dich freigestellt, du stehst zwar in der Familie, aber doch neben der Familie, du hast deine ganze Familie in deinem Herzen, und das sind dein Bräutigam, Seine heilige Mutter, deine Gefährtinnen, die du dir erwählt, und dein Schutzgeist, den Ich dir gegeben. Sie sind deine Familie, mit ihnen sollst du dich vereinigen.

Wenn Ich dich zurückrufe in diese deine Familie, dann sollst du dich immer gleich zurückziehen und gleichsam austreten aus jener Familie, in die Ich deinen Körper gesetzt habe. Siehe, es schmerzt Mich immer, wenn du gar so kleinmütig dreinschaust, wenn Ich dich so mutlos sehe. Es schmerzt Mich, dich so traurig zu sehen, wenn Ich eine Heimsuchung schicke, wenn du zögern willst, Mir aufzumachen, wenn Ich anpoche, da du doch weißt, daß es Meine Freude ist, mit dir zu verkehren und wenn du Mir dennoch das Stündlein verweigern willst. Sieh hinein in die Welt, sieh hinein in die Menschheit, in die Menschenherzen, sie alle sind für Mich geschaffen. Jedes Menschenherz trägt Mein Ebenbild in sich, und weil es diese Ebenbildlichkeit von sich gestoßen, den Geist Gottes hinausgestoßen und sich dem Dienst eines anderen unterstellt, habe Ich den schönen Himmel verlassen, um diese Ebenbildlichkeit wieder herzustellen.

Und nun schaue die Menschen an und siehe, wie viele es sich zu Herzen nehmen, wie viele es sind, die darüber nachdenken, daß Ich den Himmel verließ, um diese Ebenbildlichkeit wiederherzustellen. Das Band der Gottesliebe ist aufgelöst in der menschlichen Gesellschaft, es ist aufgelöst und soll wieder fester geknüpft werden. Es soll dieses Band wieder enger geschlossen werden, wenn Meine Diener den Auftrag befolgen, den Ich ihnen gab, wenn sie es so machen, wie Ich ihnen sagen ließ, und wenn Meine Kinder, der Stimme ihrer Hirten folgend, sich anschließen und sich von diesem Band umschlingen lassen. Darum mag da kommen, was will, mag Ich so, wie in deiner Familie, die Heimsuchungen schicken und alle Herzen niederdrücken, mutlos und verzagt die Gemüter niederhalten, deine Stimmung soll und muß auf Mich gerichtet sein, weil du ein Vorbild sein sollst für zukünftige Zeiten. Es soll eine Wende eintreten in Meinem Reich. Das Reich Christi auf Erden soll wieder aufblühen. Lang genug hat Satan sein Reich aufgeschlagen in der Welt, seine Herrschaft erweitert und verschönert in Meiner Kirche. Es soll und muß nun der Löwe von Juda wieder siegen.

Darum ist es nicht umsonst, was Ich mit dir rede, und die Aufträge, die Ich dir gebe, sie werden nicht verhallen. Denn so wie Ich dich hineingestellt habe in diese Familie und wie, obwohl Ich mit dir verkehre und so Licht und Freude in dieses Haus gebracht habe, Ich dennoch nicht anstehe und keine Heimsuchung erspart bleibt dieser Familie, so werde Ich tun und müssen Meine Diener tun, wenn die Strafgerichte hereinbrechen über Mein Volk; sie müssen sich an nichts stören, unbeirrt und ungeängstigt fortschreiten, und dem Volke Meinen Willen verkünden, arbeiten am Heile der Seelen, auch wenn es ihnen so scheint, als sei alles verloren.

Es sollen noch viele gerettet werden durch ihren Mut, durch ihren Löwenmut und durch das Gebet frommer Seelen, die Ich in großer Zahl erwecken will, die Ich in großer Zahl heranbilden will, weswegen Ich ja nicht genug sie hineindrängen kann zum Liebesbund, zum Hinzutreten an Meinen heiligen Tisch. Dort sollen sie Kraft schöpfen und sich laben und so das Priestertum unterstützen mit Mut und Gottvertrauen. Siehe, wie Ich so besorgt bin um jedes einzelne Kind der katholischen Kirche, für jeden Menschen, für jedes Geschöpf, das Meine Hand schuf, so aber auch für die gesamte menschliche Gesellschaft.

Wie sehnt sich Mein Herz, alle Menschen zu retten, und je mehr der Verstand verdunkelt wird und somit abweicht vom rechten Weg, so viele aufstehen und sich für einen anderen Christus ausgeben und so Spaltungen und Ärgernisse stiften in der Welt, sovielmal wird die Wunde aufgerissen und erneuert in Meinem liebenden Herzen, und der Schmerz vermehrt sich, je länger die Welt steht und je mehr Meine Kinder sich zersplittern und zerspalten, der mystische Leib, den Ich da gebildet habe in Meiner Schöpfung, der mystische Leib in Meiner Kirche. Je mehr aber der Schmerz sich vermehrt, desto mehr steigert sich auch die Liebe, die Liebe, um die Menschheit zurückzuführen.

Darum harret aus, Meine Kinder, im Gebet, in stiller Zurückgezogenheit. Unbeirrt geht euren Weg, ob man euch glaubt oder nicht. Auf diese Zeit kommt wieder eine andere. Und wenn man euch auch nicht beachtet und die Worte, die Ich mit euch rede, alle umsonst wären, bei Mir ist kein Wort umsonst gesprochen, umsonst geschrieben, kein Schritt umsonst getan.

Meine Engel, die da mit euch schreiben, reden und wirken, werden am Großen Tage euch alles zurückzuzahlen wissen. Darum geht ruhig nach wie vor dahin. Und besinne dich nicht lang, was es wohl sein wird, wenn Ich so anpoche an deinem Leib wie in diesen Tagen.“

Barbara: „O Herr, stehe mir doch bei, wenn ich zu diesen Personen N.N. gehe. Hilf mir doch, sie für Dich zu gewinnen.“

Jesus: „Harret aus, Meine Kinder, ihr werdet noch manche Freude erleben, aber keine sinnlichen Freuden, Freuden, die ihr erst erkämpfen müßt.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

199 Fest des Heiligen Erzengels Michael 1897

„In jeder Seele, die da kämpft und siegt über ihre Leidenschaften, ist die Schlacht geliefert und der Sieg gewonnen.“

Lied: Reine Engel, ungesehen ...

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Erzengel Michael, für die große Gnade, die mir zuteil wird, daß du zu uns gekommen bist. O heiliger Erzengel, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte dich um Verzeihung, daß ich so wenig mich bemüht, dem Herrn zu folgen auf dem schmalen Weg des Kreuzes. Ich habe eine besondere Leidenswoche durchgemacht, ich klage es dir, o heiliger Erzengel; dazu kommen noch innere Leiden, die ich mir selbst nicht erklären kann. Mein Geist liegt darnieder in einer Nacht, die ich nicht zu durchschauen vermag.

O erflehe mir Licht, daß ich nicht müde werde, diese inneren Leiden zu ertragen; denn nicht genug, daß man wie alle Menschen äußere Leiden, harte Arbeiten, Kämpfe mit den Mitmenschen durchzumachen hat, die inneren sind noch viel schwerer. O stehe uns zur Seite, o lieber, heiliger Erzengel Michael, denn gar manchmal ist es nicht möglich weiterzugehen, besonders wo der Himmel verschlossen ist und alles einem unmöglich vorkommt und in uns ein Abgrund ist, der nicht zu überbrücken ist. O ihr heiligen Engel, steht uns zur Seite, damit wir nicht wanken!“

Michael: „Habe Mut, liebe Schwester! Auch ich grüße dich im Namen deines allerliebsten Bräutigams, im Namen Jesu Christi! Ich komme mit Rücksicht auf den heutigen Tag, weil der Herr dich heimgesucht mit Leiden, und weil du in eine Familie hineingestellt bist, so daß der Herr und wir alle Rücksicht nehmen müssen, denn du sollst vielen zum Vorbild werden, besonders der arbeitenden Klasse, die so viel von Gott abgewichen ist, die vorschiebt, als habe man keine Zeit zum Nachdenken, und man müsse dem Zügel freien Lauf schießen lassen in der Unbotmäßigkeit und nur jagen nach irdischem Besitz; an Gott denken, sei nicht möglich. Darum sei die Zeit gekommen, wo man sich Luft verschaffen und durch Ungerechtigkeit aller Art sich Besitz aneignen müsse.

In diese Zeit hinein hat dich der Herr gestellt und darum in diese Familie, so daß niemand eine Ausrede haben kann und haben soll im Hinblick auf dich. Aber du mußt wissen, daß du eine Aufgabe hast, die viele, viele Menschen in Erstaunen versetzen wird. Das Zeitalter, in dem ihr lebt, gehört zu den betrübtesten Zeiten der Kirche, die sie durchzumachen hat in ihrer ganzen Periode und Geschichte; denn niemals, seitdem der Herr am Kreuz gestorben, am Kreuz Sein kostbares Blut vergossen hat und somit die Kirche geboren hat, war sie, Seine jungfräuliche Braut, so betrübt um ihrer Kinder willen, als sie in diesem Zeitalter ist, in dem du stehst.

Und wisse: wie einstens im Himmel in der triumphierenden Schöpfung, wo alles sich empörte gegen den Schöpfer, wo es notwendig war, den Weizen zu sieben zum ersten Mal, mich der Herr erweckte, mir das Schwert in die Hand gab, damit ich kämpfte gegen den Feind, gegen den ersten Feind, der es wagte, gegen Seinen Schöpfer zu streiten, der seinen Willen dem Willen Gottes vorzog, so bist du von Gott in diese Zeit gestellt.

Nun ist die sichtbare Schöpfung geschaffen und in ihr das Reich gegründet, das Reich Gottes auf Erden. So wie der Herr einst im Himmel Anbeter hatte, dienstbare Geister, so hat der Herr auch in Seiner sichtbaren Schöpfung, in Seinem Reich, in dem Er wohnt mit dem Vater und dem Heiligen Geist, Anbeter, Diener. Das Reich ist gegründet und Seine Geschöpfe erhoben sich gegen ihren Schöpfer. Der Kampf in der unsichtbaren Schöpfung ging nur ein einziges Mal vor sich. Der Kampf aber in der sichtbaren Schöpfung wiederholt sich so oft, wie diese armen Wesen von ihrem Schöpfer abgefallen sind und abfallen.

Seht darum die unendliche Güte Gottes, ihr Menschenkinder der sichtbaren Schöpfung, um sie zu läutern, um sie wieder zurückzuführen, um sie an Sich zu ziehen. Diese Periode ist wieder gekommen, wo der Herr mit Seinen Geschöpfen im Streite liegt. Das Reich der Finsternis streitet gegen das Reich des Lichtes in Seinen Geschöpfen.

Wie nun der Herr damals, als dieser erste große Streit vor sich ging im Himmel, Sich eines Seiner Geschöpfe bediente, um Seine übrigen Geschöpfe zu warnen, um sie aufrechtzuerhalten, um den Schwachen zu ermuntern, den Gottlosen zu bestrafen, so bedient Er sich, solange die Welt steht, der Geschöpfe, die ein zweiter Michael sein müssen, um die Guten zu ermuntern, die Lauen aufzurütteln, die Schwachen zu bestärken, die Gottlosen zu strafen. So ist es auch mit dir, mein Kind. Also auch deiner, meine Schwester, bedient Sich der Herr, um Seine Geschöpfe aufmerksam zu machen auf die Liebe ihres Schöpfers. Seht die unendliche Liebe eures Schöpfers, Der retten will, was sich noch retten lassen möchte; denn es ist die Zeit gekommen, wo der Wendepunkt eintreten soll, ja, schon eingetreten ist in der Schöpfung, in der heiligen Kirche. Mutlos und schwach stehen sie da, die Kinder der heiligen Kirche, und besonders in Deutschland!

O wie braucht es da Ermunterung, um festzustehen im Kampfe; denn gerade in Deutschland ist die Kirche am meisten bedroht, weil von allen Seiten sie bedrängt und bedrückt ist, von allen Seiten, vom höchsten Herrscher angefangen bis hinein in das letzte Glied Seiner Kirche, das da abgefallen ist von Seinem Schöpfer, hart bedrängt wird und somit viele, viele schwach werden, ihre Pflicht vernachlässigen und von Tag zu Tag immer mehr mit hineingerissen werden in die Fluten des Unglaubens.

Wißt ihr nun auch, meine Kinder, welche Aufgabe ihr habt? Seht, schlagt nach, und ihr werdet finden, daß diese Zeit, in der ihr steht, von dem Herrn durch Seine Kinder, durch Seine Geschöpfe, lange vorausgesagt ist, lange, lange prophezeit ist, wie sie dereinst kommen wird, damit diejenigen Christen, die in dieser Zeitperiode leben, wo diese schrecklichen Ereignisse vor sich gehen, die ihr erleben müßt, wenn dies alles eintrifft, sich an die Liebe und Güte Gottes erinnern.

Denn nur aus Liebe zu Seinen Kindern hat Er es schon solange vorausgesagt, weil Er ja immer nur allzu nachsichtig ist und Liebe hat zu allen Menschen, von Adam bis zum Weltende alle, alle liebt und alle retten möchte, und ganz besonders aber Mitleid hat mit allen denjenigen, die in diese Zeitperiode hineinfallen, welche die schreckliche Zeitperiode erleben müssen, die jetzt kommt, wo Er dem Arm Seiner göttlichen Gerechtigkeit freien Lauf lassen muß, wo Er Sein Schwert zückt, wo Er dreinschlägt und darum die Guten, die dann leben, hart mitgezüchtigt werden, hart mitleiden müssen mit den Gottlosen, und um dieser Guten willen, und um diese zu erinnern an Seine unendliche Güte und Barmherzigkeit, zeigen will, daß Er es ist und Sein strafender Arm, der diese Ereignisse herbeiführt, und weil Er die Guten aufrechthalten will, und um der Guten willen, die in dieser Zeit leben, die Zeit abkürzt, und viele der Gottlosen, die da abgefallen sind, um ihretwillen retten will.

Ihr, meine Kinder, steht in dieser Periode, und ich habe euch voriges Jahr gesagt, bis mein Fest wieder gefeiert wird, werdet ihr mehr wissen. Daß es nun noch nicht viel anders aussieht wie im vorigen Jahr, muß euch nicht wundern. Das geht allmählich; wie es gekommen ist, so geht es fort, immer tiefer hinein in den Schlamm, tiefer hinein in den Abgrund des Verderbens, und darum wird auch die Züchtigung eine schreckliche sein. Aber die Dinge, die von Tag zu Tag vor sich gehen, sind lauter Vorzeichen von den Schrecknissen, welche die Menschheit befallen.

Euch nun hat der Herr bestimmt, der Menschheit zu sagen und die Menschheit hinzuführen unter die Fahne des Feldherrn, der da in dieser Zeit erscheinen wird, um den Feind zu schlagen, den Feind, der da sein Volk bedrängt, und um die Guten zum Sieg zu führen, zum glorreichen Sieg zu führen.

Wißt ihr, wer der große Monarch ist, der zu Hilfe kommen wird der kleinen Herde in den Tagen der Betrübnis? Es ist Derjenige, der so sehr drängt und treibt, der so sehr bittet und Seine Kinder beschwört, Seine Diener, die Herde Ihm zuzuführen. Es ist der große Monarch, Der unter euch wohnt und den so viele nicht mehr kennen. Dort im stillen Tabernakel wohnt Er, Der große Monarch, der da kommen wird, um Sein Volk zu retten, der Seiner Kirche den Sieg verschaffen wird.

Ihr aber, ihr Diener der katholischen Kirche, ihr seid die Offiziere, ihr seid die Feldherrn, welche die Menschheit, die das Volk Gottes zusammenscharen sollen unter die Fahne des Kreuzes. Das Bindemittel, das Band, hat Er in eure Hand gegeben, ihr habt es nur zu knüpfen, zu knüpfen an die Seelen und somit das Häuflein zu vermehren.

Also wißt ihr nun, meine lieben Kinder, welche Aufgabe ihr habt! Niemand wird sich unterstehen, die Worte zu vernichten, die der Herr durch dieses Sprachrohr spricht zu Seinen Kindern. Ihm steht das Recht zu, zu reden, wann Er will und wie Er will, zu reden mit Seinen Geschöpfen und zu Seinen Geschöpfen. Er tat es im Paradies; dort ging Er persönlich mit Seinen Geschöpfen um.

Das Paradies ist aber auf Erden verschwunden, und es ist nur noch ein ganz kleiner Teil, ein Rest zurückgeblieben, und diesen Rest bewahrt die heilige katholische Kirche. In der heiligen katholischen Kirche hat der Herr das Paradies wieder erneuert und hergestellt. Hineingepflanzt hat Er wieder die Bäume, die da sind die Priester. Der Quell, der in diesem Paradies sich befindet, ist kein anderer als Derjenige, Der dort im stillen Tabernakel wohnt, und die vier Ströme, die da fließen durch dieses Paradies, ist das Hochheiligste Sakrament des Altars.

Durch diese Ströme, die vorgebildet sind im Paradies, soll angezeigt werden, daß die Kirche Christi auf Erden durch alle vier Himmelsgegenden sich hinziehen werde, und daß der Quell der Gnade, der da sprudelt... aus diesem Quell in diese vier Himmelsgegenden soll hineingeleitet werden in die Herzen aller Kinder der katholischen Kirche. Und so wie einstens im Paradies durch diesen Gnadenstrom die Menschen wieder in sich die Gnade und das Gnadenleben herstellen, betauen und befruchten sollen, so werden sie wie Löwen, wie feuersprühende Löwen ihren Feinden entgegentreten mit Mut und Entschlossenheit, wenn sie ausharren in all der Trübsal, und das Reich Christi wird so erneuert werden.

Du aber, liebe Schwester, harre aus und wisse, daß ich ganz besonders meinen Schutz dir angedeihen lassen werde, und durch dich allen denen, die glauben, daß der Herr mit dir verkehrt, die gerettet sein wollen und die sich wollen retten lassen. Lebet wohl, meine Kinder!“

Barbara: „O lieber, heiliger Erzengel! Du stehst ganz im Licht.“ Und ich sah ihn, den heiligen Erzengel Michael, in einem wunderbaren Lichtglanz. Soweit nur mein Auge reicht, ist alles Licht, unbeschreiblich schön. Er steht wie gerüstet, wie wenn er warte auf den Kampf.

„O mein Gott, laß doch nicht zu, daß eines von uns schwach werde, daß wir ermüden. O steh uns zur Seite, denn manchmal ist der Geist gar zu schwach, denn zu kämpfen haben wir mit der Not dieses Lebens. So stehe uns doch bei, lieber, heiliger Erzengel Michael, und all den armen, schwachen Menschen, die glauben, daß die heilige katholische Kirche die einzig wahre ist, besonders aber den Priestern. O stehe doch den Priestern zur Seite!“

Jetzt sehe ich ihn auf- und abschreiten, wie wenn er recht viel zu besorgen hätte.

Michael: „Ja, ich bin der Feldherr der Kirche. Der große Monarch, Der da kommen wird, ist Jesus Christus Selbst, und je mehr die Diener der Kirche darauf lossteuern, um Ihn zum Sieg zu bringen, Sein Heer zu vermehren, Sein Heer auszudehnen in allen Landen, desto größer wird das Reich dieses kommenden, großen Monarchen; je mehr Seine Diener darauf lossteuern, das kleine Häuflein herbeizuziehen, diesem großen Monarchen zuzuführen, desto siegreicher der Kampf, desto herrlicher der Triumph!

Ich bin der Feldherr und werde der Feldherr sein, der diesem großen Monarchen beistehen wird in all den Wirren, in all den Schlachten, die Er erfechten wird. Die Schlachten werden aber geliefert in einzelnen Seelen. Versteht ihr mich? In jeder Seele, die da kämpft und siegt über ihre Leidenschaften, ist die Schlacht geliefert und der Sieg gewonnen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Barbara: „Lieber heiliger Erzengel Michael! Ich danke dir für all die gnadenreichen Belehrungen, die du uns gegeben hast. Ich bitte dich, erflehe uns die Gnade, daß ich doch wieder mehr für die Armen Seelen erflehen kann, o lieber, heiliger Erzengel; denn dadurch, daß der Herr so viel von den Menschen verschmäht ist, wird Ihm die Ehre geraubt, weil die Menschen nur sinnen und trachten, ihr Gut zu vermehren und ihre Sinnenlust zu befriedigen. Steht uns zur Seite, daß wir nicht verlorengehen, daß wir viel tun können für die Armen Seelen, die zwischen uns und euch stehen; denn wir sind die streitende, ihr die triumphierende, jene aber die leidende Kirche, und diese steht zwischen uns und euch. O bitte mit mir für den armen Mann, der am Samstag starb und ein so hartes Schicksal gehabt. Du, mein heiliger Schutzengel, o unsere Königin und Mutter, bittet mit mir für ihn; ich möchte ihn so gern befreien.

Ja, ich will dir helfen. Komme, du armer Tropf, der du dich an mich gewandt in deiner Todesstunde; ich will mich verwenden für dich, ich will das Fegefeuer übernehmen für dich!

Du aber, meine Königin, o stelle Dich neben mich! O wie hart sie büßen müssen. O gedenke, daß er alle Tage in die Kirche ging mit zwei Krücken, nein, ich laß Dich nicht, Du mußt ihn befreien.“ (Lange Opferung, dann betete sie langsam und feierlich das Ave Maria.) „Ich opfere Dir alle heiligen Meßopfer, alle heiligen Kommunionen, alle guten Werke der Ordensleute, derjenigen, die jetzt im Gebet sich befinden, meine eigenen Leiden von dieser Woche. O ich will noch mehr für ihn leiden. Ave Maria!

Ich danke Dir, o Herr, wie bist Du so unendlich gut. O die Armen, wie glücklich sind sie. O sag es doch allen Menschen, die es wissen wollen, wie wenig es braucht, um eine Arme Seele zu befreien, die den Glauben bewahrt und danach gelebt, die wenigstens in den letzten Jahren noch nach den Grundsätzen der heiligen katholischen Kirche gelebt, und wenn sie auch die größten Sünden der ganzen Welt begangen hätte. Alles, alles ist ihr verziehen.

Seht doch, ihr Kinder der katholischen Kirche, wie der Herr die Armen bevorzugt, und ihr Armen seid so unzufrieden. O seht doch, das Joch der Armut! Er hat es ja Selbst getragen, euer Gott, um euch ein Vorbild zu sein. O seht doch, kaum acht Tage, daß er aus dem Leben schied, und schon zieht seine Seele ein in die Herrlichkeit. O lieber Landsmann! Vergiß mich nicht! O mein Gott! O wie unendlich glücklich ist doch eine Seele, die eingegangen ist in die Herrlichkeit. O mein Jesus! Mein himmlischer Bräutigam! O laß mich Dich besitzen, ewig, ewig!“

Jesus: „Zurück, zurück, du mußt noch zurück!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

200 Erster Freitag im Oktober 1897

„Denn auch du bist verbunden mit dem Leib, der dich abwärtszieht, und zittere, ja zittere vor dir selbst!“

Lied: Es glänzt ein Licht ...

Barbara: „Sei mir tausendmal gegrüßt, o meine Königin und Mutter! O Jungfrau Maria, ich grüße Dich im Namen aller Menschen, die Dich nicht grüßen, die Dich so sehr betrüben, ich grüße Dich aber auch im Namen derer, die Dich als ihre Mutter anerkennen, besonders im Namen der Priester, besonders N. und N. und aller, die sich mit mir vereinigen. Erflehe uns einen großen Eifer, daß wir uns mit der heiligen Kirche vereinigen und ihrem Rufe folgen. Ich bitte Dich, Du mögest uns allen, besonders mir und meinen zwei Mitschwestern und N. und auch N. die Nachlassung aller unserer Sünden erflehen, besonders den Eifer, der so sehr in mir nachgelassen hat. O liebe Mutter, wie traurig sieht es aus in meinem Herzen. Wie ist es möglich, daß der Herr des Himmels und der Erde Sich herabläßt, mit mir zu verkehren. Groß, unendlich groß sind die Gnaden, die der Herr einem armen Würmchen schon erwiesen, und doch ist es so undankbar. O liebe Mutter, erflehe mir Verzeihung! Ave Maria.“

Maria: „Meine Kinder! Es ist recht, es ist geziemend und billig, sich zu verdemütigen. Hochfahrende Geister sind überall verhaßt, am allermeisten aber in den Augen Gottes, Meines demütigen Sohnes, und es ist wahr, daß du im Eifer nachlässest, du mußt dich ermannen, du bist ein armseliger Mensch wie alle Adamskinder, und wer fühlt nicht das Joch der Sünde unter den Kindern Adams!

Solange die Seele mit diesem Leib verbunden ist, streiten beständig zwei Geister um sie, und weil die Seele noch irdisch ist, weil mit dem Körper verbunden und der Leib von der Erde abstammt, läßt sie sich gar leicht abwärtsziehen, von ihm unterjochen.

Daher kommt es, daß Seelen, die auf der höchsten Stufe der Vollkommenheit bereits angelangt sind, doch noch tief fallen können, wie ihr seht, daß es wirklich der Fall ist, daß eine Seele fällt in den Schlamm der Sünde. Darum nimm dich wohl in acht; denn auch du bist verbunden mit dem Leib, der dich abwärtszieht, und zittere, ja zittere vor dir selbst!“

Barbara: „Ja, meine Mutter, ich weiß es, und doch bin ich so schwach. Nicht wahr, ich lege mir zu wenig Abtötung auf, ich sollte mehr fasten. Aber sieh, weil ich dann so armselig bin und das Bett hüten muß, bin ich so kleinmütig und verzagt, mir mehr Gewalt anzutun. Ich will es gutmachen und mache es doch immer noch schlimmer. O verzeihe mir!“

Maria: „Ja, das verlangt Mein Sohn auch nicht von dir. Er verlangt nicht von dir, daß du dir, außer dem kirchlichen Fasten, viel Nahrung entziehen sollst, aber geistiges Fasten sollst du dir mehr auferlegen. Siehe, du kümmerst dich gar so viel um Dinge, die nicht gerade nötig sind. Du stehst doch nur neben der Familie und bist keine Familienmutter. Einer Familienmutter steht es zu, sich abzuplagen von morgens bis abends, und wenn es nötig ist, auch noch bis in die Nacht hinein, daß sie sich sorgt, wo etwas zu verbessern ist in der Familie. Das alles liegt der Mutter am Herzen und darf ihr auch am Herzen liegen, und darum tadelt es auch die Heilige Schrift nicht an ihr, denn sie sagt: ‚Eine Ehefrau sorgt für das, was ihres Mannes ist.‘

Wenn sie es in reiner Absicht tut, ist es für sie so gut wie ein Gebet, und es wird ihr auch angerechnet, weil ihr dies als Gebet angerechnet wird, weil sie auch die Sorge für das zeitliche Wohl der Kinder hat; denn es muß ja den Eltern das Wohl der Kinder am Herzen liegen, sowohl in zeitlicher wie ewiger Beziehung, solange es nicht die Schranken der Habsucht und des Geizes überschreitet. Bis dahin darf die Sorge nicht gehen, wohl aber darf sie sorgen für ihre Angehörigen in zeitlicher Beziehung, so wie es recht ist.

Aber bei dir ist dieses nicht der Fall. Merk dir es nur, daß du dich nicht allzu sehr verwickelst in zeitliche Geschäfte, daß du dich losreißest, wenn die Stunde schlägt, wenn die Glocke tönt, wo Mein Sohn zum Gebet ruft, daß du dich nicht verwickelst in Verhältnisse, die dich nichts angehen. Daher kommt es, daß du lauer bist und im Eifer nachlässest.“

Barbara: „O meine Mutter! Ich danke Dir! O verzeihe mir, daß ich so weit abgewichen bin von dem Ziele, das Dein Sohn mir gesteckt, zu streben nach der Vollkommenheit, mich loszureißen von den irdischen Dingen, aber Er sagte mir auch, daß ich vielen ein Vorbild werden soll, wie man mitten in der Welt Ihm dienen könne. Darum will ich mir nicht nachsagen lassen, ich wolle nicht arbeiten; es wird ja unserer Klasse ohnehin immer nachgesagt.“

Maria: „Das alles geht dich nichts an, Meine Tochter! Freilich hat die Welt zu tadeln an allem und an jedem, was Gott erschaffen hat und was unter der Sonne lebt. Besonders aber hat sie zu tadeln an denjenigen, die es nicht mit ihr halten. Aber merk dir es nur: Eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist, eine Verheiratete sorgt für das, was ihres Mannes ist, und das tadelt die Heilige Schrift nicht an ihr. Aber warum betont die Heilige Schrift das, was des Herrn ist? Siehe, Ich sage dir nicht vergebens an diesem Abend, der die Einleitung ist zu dem Mir geweihten Monat, daß du dich losreißen mußt, wenn die Stunde ruft, wenn die Glocke schlägt zum Gebet, und Mein Sohn wünscht, daß du dich losreißest von einigen nichtigen Dingen, von einigen lieblosen Worten, die du hören mußt, oder von einigen unnützen Blicken.

Ich habe dich in diese Familie gestellt und sie gesegnet um deinetwillen, damit du Meinem Sohn gefallen kannst und Ihm dienen kannst. Nicht als ob du Dienstmagd seiest, stehst du hier.

Die Kirche, die so bedrängt ist, die so sehr trauert um so viele ihrer Kinder, will ihre Kinder versammeln, vereinigen und einmütig bitten, den Zorn Gottes zu entwaffnen, die ausgearteten Glieder zu erwärmen, die Abgewichenen vom rechten Weg, die Verirrten zurückzuführen in den Schafstall. Und dann, weil die Kirche weiß, welchen Einfluß Mein Gebet über das Herz des himmlischen Vaters hat, weil sie weiß, welche Macht in Meiner Hand liegt, darum ruft sie Mich an zur Zeit der Not, so vereinigt sie sich mit Mir, um Hilfe zu erflehen in schwerbedrängten Zeiten.

Ihr aber, Meine Kinder, die ihr Meine Stelle vertreten sollt auf Erden, seid die Berufenen, die, wo es not tut, wo es gilt, einschreiten zu müssen, um die Zahl derjenigen zu ersetzen, die sich nicht beteiligen an solchen Andachtsübungen. Ihr sollt zu Hilfe rufen alle die heiligen Schutzengel derjenigen Christen, die sich nicht mehr kümmern um ihre Mutter, die heilige katholische Kirche, und ich sage dir, es wird Mein Sohn in diesem Monat nicht so oft zu dir kommen wie in den früheren Jahren; dagegen sollst du dich aber um so mehr ereifern und dort einfinden, um mit anderen frommen Christen einmütig zu bitten für all die großen Anliegen der heiligen katholischen Kirche.

Bitten sollt ihr für diejenigen, die abgefallen sind von ihrem Glauben, in erster Linie für die Christen, eure Brüder, eure Schwestern. Bitten sollt ihr für diejenigen, die das Licht des Glaubens noch nicht besitzen, noch nicht besessen haben, für die Heiden, für die Ungläubigen, bitten aber auch für die Lauen und Kalten, die sich zwar beteiligen, wo es ihnen gerade einmal paßt, aber keine weitere Mühe sich geben wollen, um sich recht zu erwärmen, um das Feuer der Gottesliebe in sich auflodern zu lassen, für all diese sollt ihr bitten.

Meine Kinder! Seht, es ist gar nicht so schwer, betrübt euch nicht! O ihr alle, die ihr hier zugegen seid, o teilt es auch den anderen mit, allen, die sich mit euch vereinigen, besonders N.N. und der Frau, die im Begriffe steht, in die heilige katholische Kirche überzutreten, allen, die guten Willens sind. O sagt es allen, wie gut der Herr ist, wie wenig Er verlangt, sagt es ihnen, daß, was Ich zu einzelnen Seelen sage, nicht für alle im gleichen Maßstab gemeint ist. Ihr, die ihr Zeit und Gelegenheit habt, die euch Gott berufen hat zum jungfräulichen Stand und euch die Mittel gegeben, diesem Stand gemäß zu leben, ohne jemand hinderlich und auffällig zu sein, ohne bei jemand anzustoßen, euch sei dies gesagt. Ihr müßt ersetzen die vielen Kinder der katholischen Kirche, weil ihr Meine Stelle vertreten müßt. Was Ich auf Erden war, müßt ihr sein, sichtbare Helferinnen der Kirche, sichtbare Stützen der Kirche.

Ihr aber, die ihr ein Familienvater oder eine Familienmutter seid, könnt doch dasselbe tun, und der Herr wird es euch geradeso anrechnen, wenn ihr euch losreißt eine Stunde am Tag, wo ihr nichts versäumt, oder euch Einschränkung auferlegt am Schlaf oder sonst einer Gemächlichkeit, den Tag über aber auch in der Arbeit euch oft an Mich anschließt, oft ein kleines Stoßgebet zu Meiner Ehre verrichtet, dann will Ich eure Stelle vertreten, wo diese Meine Dienerinnen mich verehren im Rosenkranzgebet, wo sie Mich anrufen und Mich verherrlichen.

Dann will Ich eure Stelle vertreten und in eurem Namen für euch bitten, merkt es euch nur, wenn ihr euch an Mich anschließt, wenn ihr bei eurer Arbeit die gute Meinung nicht vergeßt. Es soll durch dieses beständige und wiederholte Gebet, durch diese beständigen Aufforderungen des Heiligen Vaters, des Oberhauptes der Christenheit, der Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufgehalten werden. Und der Heilige Vater, der dies angeordnet, weiß mit großer Zuversicht, was er tut, er weiß, daß er sein Ziel nicht verfehlt, welchen Gewinn er dadurch erzielt durch diesen Mir geweihten Monat.

Aber, ihr alle, die ihr euch beteiligt an diesem Gebet, und ihr alle, an die Ich Meine Worte richte, werdet nicht mutlos; die Beharrlichkeit krönt das Werk. Seht, das muß ja euer Trost sein und euer Licht in all der Finsternis, wenn ihr hinschaut auf die Kirche, eure Mutter. Was tut sie, was hat sie nicht schon getan, mit welchem Eifer läßt sie ihre Kinder beten und fordert sie auf zum Gebet, und es scheint, als ob die Tage immer schlimmer werden, und doch verliert sie den Mut nicht, sie schreitet ruhig weiter, unbekümmert um die Dinge der Zeit, die da vor sich gehen, unbekümmert um den Strom der Zeit, der alles mit sich fortreißt, ruhig watet sie hindurch, ruhig arbeitet sie sich durch den Strom, hoch erhoben das Haupt, als ob die ganze Welt ihr zu Füßen liege.

Das ist die große Zuversicht, die Hoffnung, welche der Kirche gegeben ist. Sie hofft und hofft, daß sie siegen werde über all ihre Feinde und rettet, was sich retten läßt, was gerettet werden will. Sie tut ihre Schuldigkeit und geht ruhig weiter von Jahr zu Jahr, von Jahrhundert zu Jahrhundert.

Darum werdet nicht mutlos. Die Zuversicht, das Vertrauen ist der sicherste Beweis, ob etwas von Gott stammt oder nicht, ob ein Werk gekrönt wird oder nicht. Wer mit großem Vertrauen sich der göttlichen Gerechtigkeit in die Arme wirft, der kann Welten bekehren, Welten unterjochen und sich dienstbar machen. Darum, Meine Kinder, höret Meine Worte, schart euch um die Altäre, nicht als ob Ich ehrgeizig wäre, als ob Ich geehrt sein wollte von euch. Nein, nein, Meine Kinder!

Ich bin noch die demütige Magd des Herrn wie damals, als der Engel Gottes zu Mir sprach: ‚Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir.‘

Dieselbe Demut ist noch in Mir wie damals, aber mit dem Worte, das Ich gesprochen: ‚Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort‘, bin Ich eingetreten in den Kreis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Ich bin Mithelferin zur Ausführung der göttlichen Ratschlüsse, Ich bin die Mutter, die Hausfrau, die Ehegemahlin der göttlichen, heiligen Familie, der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und somit ist alles Mir in die Hand gegeben, zu schalten und walten in der heiligen Kirche Gottes nach Belieben, wie der gute Gatte, der seine Gemahlin wohl kennt, der weiß, was er an ihr besitzt und darum sich nicht kümmert, wenn diese seine Gemahlin etwas tut. Er weiß, daß es recht getan ist, daß sie nur handelt in seinem Sinn, in seinen Plänen. So macht es der himmlische Vater, Mein göttlicher Sohn und der Heilige Geist. Schalten und walten darf Ich in dieser himmlischen Haushaltung ganz nach Belieben, also wie im Himmel so auch auf Erden.

Merkt euch nur, Meine Kinder, Ich bin die Haushälterin, die Schatzmeisterin der heiligen katholischen Kirche. Dies weiß Mein Stellvertreter, und er übergibt Mir das ganze Wohl und Weh dieser seiner ganzen Gottesfamilie in Meine Hände. Ich werde dir am Schluß dieses Monats zeigen, wenn ihr euch recht bemüht, wenn ihr eure Schuldigkeit getan, die Verdienste dieses Monats.

Sagt es doch allen – Ich weiß, ihr seid gebunden –, aber bittet doch euren Beichtvater, er möge dahin wirken bei all seinen Beichtkindern, da er ja doch viele Priester hat, die sich von ihm leiten lassen, daß sie das Volk anleiten; denn kein größeres Werk, kein besseres Werk kann er tun, als wenn er das Volk anleitet zu Meiner Verehrung, weil Ich die ganze Macht der Allerheiligsten Dreifaltigkeit besitze, die ganze Macht in Meiner Hand habe, und weil Sie wünscht, daß Ich geehrt werde, darum geziemt es sich auch, daß Ich die Mittel angebe.“

Barbara: „O liebe Mutter! Wie sollen wir es denn machen, wir möchten Dich ja so gern verherrlichen?“

Maria: „Beteiligt euch recht, wie Ich gesagt. Es ist dies die Einleitung zu diesem Monat, und ihr wißt, Meine Kinder, je enger ihr euch an die Kirche anschließt, desto reichlicher fließt der Segen, desto reichlicher kann Ich austeilen, denn seht, wie Ich mit vollen Händen auf der Warte stehe, wie Ich Mich sehne, austeilen zu können, wie Ich wünsche, daß Meine Kinder dem Ruf der Hirten folgen, der Stimme der Kirche. Seht, Meine Kinder, alles, was die heilige katholische Kirche tut, tut Gott Selbst. Wenn ihr euch nun anschließt an die Gebete der Kirche, so verspreche Ich euch für jeden Rosenkranz einen Sünder und für jedes Ave, das gesprochen wird in diesem Monat in Vereinigung mit der heiligen Kirche, eine Seele aus den Peinen des Fegefeuers zu erlösen. Das zusammen macht ja Millionen aus! Seid ihr so zufrieden, Meine Kinder?“

Barbara: „Ja, liebe Mutter, ja, für unser armseliges Gebet sind wir freilich zufrieden, aber wir möchten alle Menschen retten, die sich retten lassen wollen.“

Maria: „Dies wäre auch Mein Wunsch, wenn alle so gläubig wären, wenn viele gläubige Herzen sich zusammenfänden, könnten viel mehr gerettet werden; denn seht, es ist immer ein Abreißen von der Zeitlichkeit, ein Austreten aus der Welt und ein Eintreten in die übernatürliche Welt, in die Geisterwelt, wenn ihr euch zusammenfindet, um den Rat zu vernehmen, den Ich oder Mein Sohn oder einer Seiner Diener erteilen will. Seht nun, wenn dieser Rat vervielfältigt wird und in Anwendung gebracht wird, so vermehren sich die Gnaden, und um so reichlicher fließt der Gnadenstrom über die Erde; denn der Mensch hängt allzu sehr am Irdischen, er vergißt seinen Schöpfer, seinen Gott und seine unsterbliche Seele und schafft, als ob er ewig lebte, als ob er ewig in dieser Welt, in dieser Schöpfung bleiben werde.

Wenn er nun erinnert wird, daß diese kurze Spanne Zeit doch gar so vergänglich ist und er sorgen möge für seine unsterbliche Seele, die ja doch ewig, ewig fortleben soll, ist das nicht ein gutes Werk? Ja, Meine Kinder, bitte deine Schwägerin, daß sie auch dir in diesem Monat zur Seite stehe. Sie wird Mich verstehen und die Leiden, die Mein Sohn ihr schickt, mit Geduld tragen und die Prüfung gut bestehen.

Siehe, darum ist die Zeit doppelter Gewinn, wo du dennoch dich losreißt, weil viel kostbarer in den Augen Gottes als wie zu der Zeit, wo Er die Familie nicht mit besonderen Leiden heimsuchte. Dies merkt euch, ihr alle, die ihr dazugehört, besonders ihr lieben Familienväter. Sage es allen, daß die Zeit, wo die Familien mit Leiden heimgesucht wurden und die einzelnen dann dennoch ruhig fortfahren, dennoch ruhig sich beteiligen an den Andachtsübungen, tausendmal kostbarer ist als zur Zeit, wo alles gut geht in der Familie, wo keine Leiden sie treffen.

Kostbar ist die Zeit der Leiden für die Menschheit, sie ist der Magnet, der das Auge Gottes herabzieht auf die Menschheit. Dann ruht das Auge Gottes mit Wohlgefallen auf ihr, wenn sie niedergedrückt von Kummer und Leid Ihn aufsucht und dennoch den Mut nicht verliert. Lebt wohl, Meine Kinder, und merkt es euch und denkt recht oft an die Einleitung!“

Barbara: „O liebe Mutter, hilf uns doch diesen Sünder retten!“

Maria: „Geh du hin!“

Barbara: „O liebe Mutter, ich fürchte mich, weil es ein Mann ist!“

Maria: „Das ist töricht von dir! Du mußt dir vorstellen, daß an seiner Seele das Herzblut Meines Sohnes klebt, und daß dein himmlischer Bräutigam auch ein Mann ist, und die Furcht wird dir vergehen. Du wirst mit Entschiedenheit vor ihn hintreten können, und die Furcht, die Angst, die dir bleibt, die muß dir bleiben; denn Seelen retten ist eine schwere Aufgabe, denn eine Seele, die an den Ketten Satans liegt, ist schrecklich in den Augen Gottes. Wende dich zuerst an die Hausgenossen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

201 Fest des Heiligen Franziskus 1897

„Und wenn es auch scheint, als sei alles verloren, ich sage dir, es ist nichts verloren.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Vater Franziskus, daß du mein armseliges Gebet erhört hast. Trete du für mich hin vor Gottes Thron und bitte um Verzeihung für all meine Sünden und Nachlässigkeiten. Wie muß ich mich schämen, daß ich ein so unwürdiges Glied deiner Familie bin. Schon so lange bin ich Ordensmitglied und doch habe ich so wenig Schritte gemacht auf dem Weg zur Vollkommenheit. Kein Wunder, daß der Kleinmut manchmal mich niederdrückt; wo ich mich hinwende, nichts als Elend und Sünde.“

Franziskus: „Meine Tochter! In der Zeit, da ich auf Erden lebte und ich in dieses sterbliche, armselige Fleisch gekleidet war, war ich derselbe Mensch, wie du bist. Auch ich war ein armer Sünder wie alle Kinder Adams, und es ist dieses ein großer Fehler von denjenigen, welche die Lebensabrisse von solchen Personen verzeichnen, die da in der Kirche zum Vorbild erhoben sind in der Weltgeschichte, daß man immer nur ihre großen Taten rühmt, die ja nur Werke göttlicher Liebe sind, denn alle Großtaten, die aufgezeichnet sind von Brüdern und Schwestern, sind nicht ihre Werke, nicht ihr Verdienst.

Viel schöner wäre es, wenn das Leben aufgezeichnet wäre, wie es vor sich ging, so einfach, wie es war, der Menschheit zum Vorbild und zum Muster, damit alle sehen könnten, wie wenig der Herr verlangt. Denn es ist wahr, von dem Augenblick an, als ich mich entschlossen hatte, den schmalen Weg zu gehen, da hatte ich aber auch keine Stunde mehr zu verzeichnen, in der ich noch einmal eine Umschau in der Welt hätte halten wollen. Mein einziges Streben war nur auf die andere Welt gerichtet, wie ich schauen könnte in jene übernatürliche Welt, an der wir alle durch die ganze Ewigkeit Anteil haben und genießen sollen. Aber deswegen hatte ich auch meine Armseligkeiten, auch ich war ein Kind Adams und blieb mit vielen Fehlern befleckt, wenn auch kleinen Fehlern, aber, und dies ist die Hauptsache, ich hing nicht an meinen Fehlern, ich ließ dem Willen Gottes an mir freien Lauf, ich hörte auf die Stimme Gottes. Diese Stimme, die in jedem von euch gerade so spricht wie in mir, sollte befolgt werden.

Und ihr alle könnt denselben Weg wandeln, wie ich ihn gewandelt bin, nicht als ob ihr alles verlassen müßtet, wie ich getan. Ja, ihr müßt es verlassen, aber nicht in dem Sinn, als ob ihr alle bestimmt wäret, in ein Kloster zu gehen, ein abgesondertes Leben zu führen, aber doch sage ich euch: Ihr alle, die ihr mir nachfolgen wollt, ihr könnt es, ja, alles müßt ihr verlassen in geistigem Sinne.

Du stehst in der Familie, du bist nicht bestimmt für ein Kloster, du hast Umgebung. Obwohl du nicht Familienvater und Mutter bist, hast du doch solche um dich, auf die du einwirken kannst, denen du ein gutes Beispiel geben sollst und geben kannst, ohne es zu wissen. Siehe, der Herr verlangt zwar von dir, daß du Ihm eifriger dienest und mehr tust als andere. Er hat dir alles so gelegt, daß du es tun kannst und sollst; denn Er verlangt Seelen, die sich für andere einsetzen, aber doch sage ich dir, vieles kannst du bewirken und vieles auf andere ausüben, wenn du nachgiebig bist und dafür sorgst, daß diejenigen, mit denen du leben mußt, eine freie Stunde haben können. Dies wird dir ebenso angerechnet, als wenn du selbst diese Stunde genießen könntest.

Es ist Arbeit in der Familie, und wenn du dich einsetzest mit all deiner Kraft und dabei dein Herz mit deinem himmlischen Bräutigam beschäftigst, bist du ebenso im Gebet, wie ich es war im grünen Wald, wo ich mich einzig und allein mit dem höchsten Gut beschäftigte, denn die Aufgabe, die ich zu lösen hatte, war eine ganz andere als die deinige. Ich war bestimmt, der Vater einer ganzen Genossenschaft zu werden, der Vater einer großen Familie. Um diesen Plan auszuführen, obwohl mir alles von Gott Selbst diktiert war, brauchte ich doch Seelenstärke und Seelengröße, und ich mußte mich manchmal in stille Einsamkeit zurückziehen, um nachzudenken über das Werk, das ich zu stiften begonnen hatte.

Du Vater, du Mutter, du Klosterfrau, ihr alle, ihr alle könnt mir nachfolgen, nur müßt ihr euch merken, daß die Heiligen nicht in einem Tag heilig geworden sind, daß es die Aufgabe eines ganzen Lebens ist, und wenn ihr euch so unvollkommen seht, dann werdet nicht mutlos, dann fangt wieder an wie am ersten Tag, und so den zweiten und den dritten, immer wieder von neuem anfangen. Wirst du erwischt wegen eines Fehlers, dann verdemütige dich in deinem Herzen und kümmere dich nicht weiter ob des Tadels, der dir wegen deines Fehlers zukommt. Glaube ja nicht, es sei nichts zu machen mit dir, alle Leute sähen es dir an, wie unvollkommen du seiest. Nein, gehe ruhig weiter, und wenn die ganze Welt es dir sagt, du seiest ein großer Sünder, dann raffe dich auf, bekümmere dich nicht so sehr, wende dich deinem Gott hin und sage Ihm jeden Tag: ‚Und ich will doch heilig werden!‘

Glückliche Kinder, die ihr seid, euch hat der Herr berufen, Seine Stimme zu hören und zu verstehen. Ja, der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, diese sind es, die Heilige bilden. Diese drei Haupt- und Grundtugenden sind aber nicht Menschenwerk, sie kann sich der Mensch nicht selbst verdienen. Gott der Herr muß sie ihm geben, und Er gibt sie dir, du mußt nur darum bitten. Darum, lieber Christ, nur bitten, nur anfangen! Siehe, wer anklopft, dem wird aufgetan, wer sucht, der findet, wer bittet, der empfängt. Du mußt anklopfen an der Gnadenpforte, und ihr alle, ihr alle werdet Einlaß finden in diesem liebenden, göttlichen Herzen, denn wenn ihr Einlaß gefunden – und das habt ihr alle, zu denen ich heute abend rede und auch ihr, ihr alle – seid ihr eingeschrieben in das Herz des Lammes Gottes, zählt ihr zu den liebsten Kindern Seines Herzens!

Also, hört mich, glaubt, daß nichts unmöglich sei, daß ihr alles könnt in Dem, Der euch stärkt. Und wenn der Herr Sein Kreuz abstellt vor eurer Tür, um ein bißchen auszuruhen, dann – anstatt Ihn fortzutreiben durch eure Ungeduld, euren Zorn und andere Untaten... – ladet Ihn doch freundlich ein und saget: ‚Ja, das Kreuz will ich tragen, solange und soviel Du willst.‘

Dann wird der Glaube immer tiefer Wurzel fassen in eurem Herzen, ihr werdet das Kreuz tragen, und zwar mit Geduld tragen, und wenn es noch so schwer, ihr werdet es dennoch tragen und so Schritt für Schritt höher steigen auf dem Weg, dem Ziele zu. Und wenn es dann immer steiler wird, wenn zu körperlichen Leiden, zu Armut und Drangsal aller Art auch noch andere Leiden kommen, Prüfungen in euch und um euch, so daß ihr nichts mehr seht als Leiden, wo ihr euch hinwendet, hinwenden wollt, wenn alles finster ist in eurem Herzen, wenn, wie es euch scheint, das Licht der göttlichen Gnade ausgegangen ist und ihr glaubt, irregeleitet zu sein, dann nehmt die Hoffnung zur Hand, dann hofft, daß einmal der Herr unverhofft einsteigen werde in euer Lebensschifflein und das Licht wieder aufgehen werde in euren Herzen, und sollte es auch jahrelang dauern.

Einmal kommt wieder Licht, einmal wird das Kreuz auch wieder abgenommen von dem Herrn, und ihr seid schon auf dem Weg eine große Strecke weiter, ihr habt schon einen weiten Schritt gemacht auf dem Weg der Vollkommenheit, da die Liebe bei all dem, was ich euch gesagt, ohnedies schon dabei ist; denn sie ist die erste Tugend, die dem Menschen gegeben ist.

Wenn er glaubt, daß er einmal eingehen werde in die Herrlichkeit Gottes, dann ist die Liebe schon bei ihm, sie beflügelt seinen Glauben, sie belebt ihn, so daß er auf dem Lebensweg fürwahr wandelt, ohne umzuschauen, ohne zu zögern. Meine Kinder! Es ist wahr, ich habe, als ich auf Erden weilte, ein armes Leben geführt, ein sonderbares Leben. Ich nahm den Bettelsack und ging von Tür zu Tür in meiner eigenen Vaterstadt. Das war auffallend und unerhört, aber ich tat es, weil ich ein Jünger Jesu des Gekreuzigten werden wollte. Ich wollte um jeden Preis meinem Herrn nachfolgen und so die Siegeskrone der Herrlichkeit erringen.

Ihr aber, meine Kinder, ihr könnt alle denselben Weg gehen, ohne den Bettelsack nehmen zu müssen, ohne die Augen der Menschen auf besondere Weise auf euch zu ziehen, der Menschen, die um noch gar vieles schlimmer geworden sind seit den Zeiten, wo ich auf Erden weilte, und die jetzt so weit gekommen sind, daß sie ihren Gott verleugnen, ihren Gott aus der Welt hinausschaffen wollen und darum alle, die es noch mit Ihm halten, verachten, verspotten, bedrücken und unterdrücken. Diese sind die Finsterlinge, die letzten auf Erden, die man mit Kot und Spott bewerfen kann nach Belieben.

Dabei ist die Zeit so üppig geworden, daß man nur noch genießen und besitzen will. Da sind Ärgernisse für jedes Menschenherz in dieser Welt, die so angesteckt und vom Unglauben überflutet ist, und da es gewöhnlich denen gut geht, wenigstens eine Zeitlang, hat der arme Christ, der in dieser Zeit lebt, viele Versuchungen durchzukämpfen.

Aber das Gleichgewicht zu halten, sich nicht zu viel an den irdischen Besitz zu hängen, all das zu sehen, als sähe man es nicht, dazu gehört eine Entschiedenheit, ein tiefer religiöser Glaube, eine tiefe, innige Frömmigkeit, die das Herz fortwährend mit Gott beschäftigt und deswegen dem armen Menschen viele Leiden verschafft. Wenn er nun weder rechts noch links sich abziehen läßt vom rechten Weg und einzig und allein auf seinen Gott hinblickt, Ihm zu gefallen sucht, Ihm Freude machen will durch sein Leben, dann sei versichert, kannst du das ebenso gut, wenn du auch nicht in der Welt glänzest, in der Kirche, sage ich, wenn du auch ganz still und unbemerkt, ohne die Blicke auf dich zu ziehen, dahinwandelst: du kannst dasselbe tun, wie ich es getan, die Kirche stützen.

O fahret fort, meine Kinder, die Kirche zu stützen, die so sehr im Wanken ist, nicht, als ob ihre Grundfesten wankten. Nein, so fest, wie sie jetzt steht, stand sie noch nicht in all den Jahrhunderten. Aber ihr könnt einzelne Glieder der Kirche, die da im Begriff sind, hinweggeschwemmt zu werden vom Strom der Zeit, diese kannst du stützen, und ich wende mich ganz besonders an dich, die du in einem Haus stehst, wo viele verkehren, die zu denen gehören, die im Wanken sind, wovon viele schon abgefallen sind. Wie manchen kannst du noch stützen und unterstützen, und wenn es auch scheint, als sei alles verloren, ich sage dir, es ist nichts verloren. Siehe, bei der armen Bevölkerung, wie die große Masse ist, ist nicht alles selbst verschuldet und darum nicht so strafbar.

Die Menschheit ist abwärts gekommen, weil die Not groß ist in der menschlichen Gesellschaft und die Menschen angewiesen sind aufeinander, sie müssen ihr Brot verdienen, ein jeder bei dem andern und untereinander. Da wird viel verdorben in solcher Gesellschaft, und weil die Strafbarkeit doch meistens jenen zukommt, welche die Urheber sind, diese werden am meisten die Zuchtrute fühlen müssen, die diese Übel so heraufbeschworen, daß einer von dem anderen abhängig ist und darum einer den anderen angesteckt und verdorben, darum, weil die Welt voneinander abhängig ist und dies die Ursache ist, daß so viele von dem Strom des Unglaubens mit fortgerissen werden.

Dies bringt der Zeitgeist mit sich... – die Ursache ist der Unglaube – die dann jahrein, jahraus nicht mehr aus der Werkstätte herauskommen an Sonntagen wie an Wochentagen... da sind die meisten so verfinstert, daß sie nach und nach so verstrickt werden, daß sie nichts mehr wissen von höherem Streben.

Diese Menschen nun, weil nicht durch eigene Schuld so heruntergekommen und in den Unglauben geraten, sind zu retten, sind noch zu retten, und ihr sollt die Aufgabe haben, viele von ihnen zu retten. Und da kannst du beitragen, du, die du stehst in einem Haus wie diesem hier, in einer Wirtschaft; und auch du, Mutter, wenn du entschieden deine Wege gehst, unbekümmert um den Spott und die üblen Nachreden. Du sollst sie mit Geduld ertragen und für jene aufopfern, die sie dir zuschleudern. Und so auch ihr alle, die ihr eintreten werdet und wollt in den Liebesbund, ihr alle sollt beitragen, die Kirche zu stützen, wie ich es getan durch mein Beispiel, meine Entschiedenheit, meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe.

Der Oberin von N. sage, sie möge nur recht darauf hinwirken bei ihren Töchtern, daß sie, wenn sie dort knien vor dem Tabernakel, vor ihrem himmlischen Bräutigam, unbekümmert seien um das, was in ihnen vorgeht, ob es auch recht sei, ob Gott mit Wohlgefallen auf ihre Armseligkeit herabsehe oder nicht. Nein, mit solcher Gewißheit, mit solcher Freiheit des Geistes sollen sie Tag für Tag und Jahr für Jahr vor Ihm knien, als ob von ihnen allein das Wohl und Wehe der Kirche abhinge. Sie sollen versichert sein, daß sie viel beitragen können zum Sieg der Kirche, zum Sieg über all ihre Feinde; denn sie sind die lebendigen Engel, die Tag für Tag den Thron Gottes umschweben sollen, die dienstbaren Geister, die Gottes Thron umstehen, die vor Seinem Angesicht auf den Knien liegen, Ihn anbeten sollen Tag und Nacht, die Seine Befehle ausführen sollen.

Und welches sind denn Seine Befehle? Die Menschheit zurückzuführen zum Tabernakel, dieses wünscht der Herr. Er wünscht, die Christenheit zurückzuführen zum ersten Geist des Christentums, die Christen zu scharen um Seinen Altar, die Christen an Seinen Tisch zu führen. Und weil dieser Befehl nicht beachtet wird von denjenigen, die dazu die Vollmacht haben, oder diese wenigstens noch nicht entschieden eingreifen und einschreiten wollen – ich muß hinzufügen: weil ja auch noch nicht die rechte Zeit gekommen ist – darum müßt ihr diesen Befehl ausführen. Ihr müßt so lange die Bitten wiederholen, bis dieser Befehl des Herrn siegen wird in der Kirche.

Ihr aber, meine Kinder, freuet euch! Werdet nicht müde, euch zu versammeln in heiliger Stunde und dem Herrn Lob und Dank zu sagen für die große Gnade, daß Er Sich würdigt, mit euch zu verkehren. Komme mit mir, meine Tochter, ich will dir zeigen diese glückselige Ewigkeit, in der ich mich befinde, und ihr alle sollt nachfolgen und ihr alle werdet dereinst mit mir genießen und besitzen.“

Und hinauf geht er, hinauf (Barbara folgte ihm mit ihren Blicken). Und ich sehe ihn in seiner Herrlichkeit. Sein Fuß ruht auf einer Wolke, von lauter Lichtglanz umflossen, von einem Glanz umflossen.

Barbara: „O mein Gott, die Sprache ist zu arm! O Seraph, gib mir deine Sprache.“

Ich sehe ihn in einem Lichtglanz eingehüllt, nicht zu beschreiben. „Ja, segne uns, daß wir nicht müde werden, zu streben nach der höchsten Vollkommenheit. O heiliger Vater Franziskus! Siehe, die liebe Mutter Gottes hat mich zu diesem Sünder hingeschickt, aber man hat mich nicht vorgelassen und mir auch nicht erlaubt, wieder zu kommen.“

Franziskus: „Das alles, mein Kind, gehört dazu, und du mußt wissen, daß ein solcher Sünder nicht nur mit einem, sondern zehn, ja hundert Teufeln besessen ist, ein solcher ist ganz und gar ein Spielball Satans. Und um diesen zu bearbeiten, um diese Seele zu gewinnen, da braucht es die ganze Kraft eines Gottes, die ganze Allmacht eines Gottes, die ganze Barmherzigkeit eines Gottes, und diese Barmherzigkeit müßt ihr verdienen, ihr, meine Kinder, durch stilles Ertragen der Leiden und Zurücksetzungen, und wenn du verachtet wirst und man über dich spöttelt, dann freue dich, dann weißt du, daß du Sünder bekehren kannst; denn wenn du höflich empfangen würdest, könntest du keinen Sünder bekehren. Du sollst aber Sünder bekehren, du sollst aber verdienen, und ihr alle sollt mithelfen, bitten und beten, daß Sünder sich bekehren.

Harret aus, meine Kinder, harret aus, denn gerade die Unsicherheit, die Finsternis, die euch manchmal heimsucht, ist das sicherste Zeichen, daß ihr mit Gott verbunden seid, ist das Kennzeichen der Auserwählung, daß, wenn ihr ruhig fortfahrt, ihr mit Gott verbunden seid.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

202 Zweiter Freitag im Oktober 1897

„Das ist ... der gerade Weg zum Himmel, zufrieden mit seinem Stand, geduldig im Leiden, eifrig und gewissenhaft seine Pflichten erfüllen“

Lied: O, ihr Bedrängten ...

Barbara: „Ich danke Dir, o meine liebste Mutter, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in dieser Stunde. Ich danke Dir aber auch, o mein Jesus, daß Du Dich würdigst, zu mir zu kommen in meinem Elend und vergissest all meinen Undank und die Armseligkeit meines Herzens nicht scheuest. Ich weiß nicht, was es bedeuten soll, daß ich gar keinen Eifer mehr habe trotz all der Mühe, die ich mir gebe. Ich bin immer kalt und gefühllos und je heiliger die Zeiten, desto lauer gar oftmals meine Gebete. Bin ich denn abgewichen vom rechten Weg?

O sag mir, was soll ich anfangen, um den Eifer wieder zu erlangen, den ich vor einigen Jahren hatte? Wie froh war ich, wenn ich von einer Kirche zur anderen gehen konnte, und jetzt, wie muß ich mir Gewalt antun, um mich fortzuschleppen, Ich meine, ich habe Zentnersteine an den Füßen. O hilf mir, wenn ich abgekommen vom rechten Weg. Es kann nicht mehr länger so fortgehen. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Maria: „Meine Tochter! Weiß du nicht, daß Mein Sohn vor noch nicht so langer Zeit zu dir sagte, die Flitterwochen seien vorüber, du seiest nicht mehr im Brautstand und seiest jetzt eingetreten in den geistlichen Ehestand? Und im Ehestand, da gibt es viele schwere Kämpfe, da häufen sich die bitteren Stunden immer mehr, je mehr und je länger das Band der Ehe geschlossen ist; denn Eheleute bleiben nicht immer jung, sie werden älter, die Sorgen nehmen zu in der Haushaltung. Und je mehr Kinder die Eheleute gewinnen, desto mehr häufen sich die Sorgen, das Kreuz um dieselben, die Anliegen um die Kinder; denn es ist auf der ganzen Welt kein einziger Ehestand, der nicht, wenn Gott ihnen Kinder geschenkt, das eine oder das andere zu betrauern hätte, und fast in jeder Haushaltung gibt es ausgeartete Kinder, ausgeartete Glieder der Familie, und eines schlägt nicht so aus wie das andere. Siehe, nun willst du dich noch wundern, daß die Leiden zunehmen mit jedem Jahr, daß du Zuwachs von Leiden erhältst; seit du eingetreten bist in den geistlichen Ehestand, kommt mit jedem Jahr etwas anderes hinzu.

Ja, du sollst Kinder gewinnen! Und du bist, indem du die Braut Meines Sohnes bist, die Mutter der Sünder geworden, die Mitmutter, wie Mein Sohn dadurch, daß Er Sich am Kreuz mit Seiner jungfräulichen Braut vermählte, mit der heiligen katholischen Kirche, der Vater aller Kinder dieser Kirche geworden ist, weil Er sie alle gezeugt vom Kreuze herab in Seinem Blut, und diese Seine jungfräuliche Braut, so viele Kinder sie zählt in ihrer Mitte, so viele Kinder sich auf dem ganzen Erdkreis zum heiligen katholischen Glauben bekennen, sovielmal ist Mein Sohn Vater geworden, Vater dieser Kinder.

Nun hat Er aber unter diesen Kindern gar viele, die ausgeartet sind und Ihm Sein Vaterherz betrüben, Ihn tief kränken, weil sie Seinem Haus entlaufen sind, weil sie herumirren in fremden Ländern, in Sandwüsten, und verschmachten vor Durst; denn sie finden keine Wasserquelle mehr, um ihren Durst zu stillen.

Darum wirbt Mein Sohn, um die Zahl derjenigen zu vermehren, die mit Ihm leiden wollen, die, weil enger mit Seiner Kirche, Seiner jungfräulichen Braut verbunden und darum auch enger mit Ihm verbunden sind, solches eingegangen sind, als Er Sich ihnen anbot und sie fragte, ob sie mit Ihm leiden wollten und so in den geistlichen Ehestand eingetreten sind und so auch durch diese besondere Verbindung Seine Mitgenossinnen, Seine Mitgehilfinnen – oder, wenn es ein Mann ist – Seine Mithelfer geworden sind. Diese Menschen nun müssen mit Ihm leiden und durch ihre Leiden die Kirche unterstützen, Seine jungfräuliche Braut, die Kinder Ihm zuführen, die draußen herumirren in den Sandwüsten.

Wundere dich darum nicht, daß du an solchen Zeiten, und gerade an solchen Zeiten, wo die Kirche ihre Kinder auffordert und durch außergewöhnliche Feierlichkeit im Gottesdienst ihre Kinder zusammenruft, leiden mußt, mehr als sonst leiden mußt für die ausgelassenen Christen, für die Ungläubigen, die noch draußen stehen, damit sie herbeigeführt werden, du besondere Leiden hast und gerade zu solchen Zeiten abgehalten wirst, um diesen feierlichen Gottesdiensten beizuwohnen. Dies alles ist ein Kunstgriff Meines Sohnes, um dir Leiden zu bereiten.

O ihr alle, ihr, Meine liebsten Kinder, die Ich euch ganz besonders unter Meinem schützenden Mantel bergen will, kennt ihr doch den Wert der Leiden! Wüßtet ihr doch, mit welchem Wohlgefallen das Auge Gottes auf einer Seele ruht, auf einer Familie ruht, die mit Leiden heimgesucht, mit Kummer und Sorgen beladen, dennoch ruhig ihren Weg geht, dennoch sich entschließt, an all den Übungen teilzunehmen, die zur Erbauung und Ermunterung der Gläubigen alljährlich wiederholt werden. Seht, das ist das wahre Christentum und ist der gerade Weg zum Himmel, zufrieden mit seinem Stand, geduldig im Leiden, eifrig und mit Gewissenhaftigkeit seine Pflichten erfüllen, rastlos Tag für Tag seine Geschäfte besorgen, wie der Tag es bringt, und den Andachtsübungen, welche die Kirche bietet und denen beizuwohnen sie ihre Kinder auffordert, treulich sich anschließen.

Seht, wo da die Schwachheit den Menschen übermannt, wenn der Geist auch hie und da zerstreut wird und die Müdigkeit das Auge schwerfällig macht, werdet nicht mutlos, geht nur hin, schließt euch an, an das vereinte Gebet, tut jedes seine Schuldigkeit an der Sache und ihr sollt sehen, wie gut der Herr ist. Ich stehe in der Mitte, Ich stehe bei jedem einzelnen und vereinige Mein Gebet mit ihm, und darum, weil auf der rechten Seite Ich Selbst stehe und auf der linken Seite eure heiligen Schutzengel, die da euch von Gott gegeben sind, und euer armseliges Gebet mit dem ihren vereinigt vor den Thron Gottes bringen, bleibt der Segen nicht aus.

Dieses Zusammenwirken bestürmt das Herz Gottes so und tut Ihm solche Gewalt an, daß Er, seit das vereinigte Gebet verrichtet wird in der heiligen katholischen Kirche, keine Mißjahre mehr über Seine Kinder kommen lassen kann. Also seht, das ist die erste Frucht, daß die zeitliche Not soll jährlich gedeckt werden.

Und wenn Mein Sohn auch strafen muß und wirklich straft an einzelnen Stellen hie und da durch Feuersbrünste, Überschwemmungen, Erdbeben, so fügt Er es wieder, daß die einzelne Not immer wieder überdeckt wird, indem Er in anderen Ländern um so reichlicher Seinen Segen spendet, damit ja der Hunger gestillt wird in der ganzen weiten Welt. Dies ist die Frucht, die erste Frucht des Gebetes der treuen Kinder der katholischen Kirche.

Der Herr zürnt, weil Sein Volk abgewichen ist, weil es Ihn nicht mehr bekennt, weil man sagt, es gibt keinen Gott! Darum muß Er zeigen, daß Er Gott ist. Und doch wird Ihm solche Gewalt angetan in Seiner heiligen katholischen Kirche, in dieser einzigen Heilsanstalt, die Mein Sohn gestiftet, die Ihm allein treu geblieben ist, während alle anderen außer ihr abgefallen sind, darum ist dies Sein einziges Volk Israel, und in diesem Volk sind solche, die Ihm Gewalt antun, Tag für Tag. Es ist dies das heilige Priestertum der katholischen Kirche, die durch das heilige Opfer, das sie Tag für Tag darbringen, und durch das fortwährende Gebet, das sie im Namen des ganzen Volkes verrichten, Ihm Tag für Tag Gewalt antun; es sind die vielen Ordensleute, alle die vielen treuen Katholiken, die frommen Eheleute, die mit ihnen verbundenen jungfräulichen Seelen in der Welt, besonders aber unter diesen diejenigen, mit denen Sich Mein Sohn durch eine eigene Verbindung vermählte, die mit Ihm leiden müssen und mit Seiner heiligen Kirche. Es gibt deren viele auf Erden in den jetzigen Zeiten, es sind deren mehrere Hunderte in allen Ländern, soweit die Sonne auf- und untergeht, wenn auch unbekannt, vor Gott sind sie bekannt.

Und du, Meine kleine Tochter, du kennst deine Aufgabe nicht und wirst sie nicht kennen, solange du nicht alles abgelegt hast, solange du noch zweifelst und Anstoß nimmst an all den Dingen, die über dich kommen. Du grämst dich und zweifelst, weil du allein dahinwandeln mußt, weil niemand sich deiner annimmt.

Du weißt nicht, daß es zum Leiden gehört, daß es ein Zweig des Leidens ist, des Kreuzes, das du tragen sollst. Ergib dich einmal darin und kümmere dich nicht, ob jemand sich nach dir umsehe oder nicht. Du hast ja einen Führer an deinem Beichtvater, und wenn dieser Beichtvater dich beichten hört, so muß es dir genug sein, und wenn dein Führer dir nicht sagt, daß du auf dem Irrweg bist, mußt du zufrieden sein.

Alles andere rechne dir zum Kreuz und übergib es Mir und lege es auf die Schulter und trage es deinem Bräutigam nach, der vorausgeht mit einem schweren, drückenden Kreuz. Dein Bräutigam ist hier auf Erden die heilige katholische Kirche, mit dieser bist du vermählt, und wenn du deinen unsichtbaren Bräutigam aus den Augen verlierst, dann schaue auf deinen sichtbaren, die heilige Kirche, und du hast allen Grund, nicht mehr zu zweifeln; denn in allem wirst du ein Vorbild haben und ein Beispiel und Muster.

Ihr aber, Meine Kinder, schart euch eng zusammen und schließt euch an die vereinigten Gebete, und wenn die heilige Stunde kommt, wo Mein Sohn euch zusammenruft, so freuet euch. Seht, nicht umsonst kommt Er jetzt bei Nacht, weil Er wünscht, daß alle diejenigen herbeikommen, welche die Erlaubnis haben; denn der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit Meinem Sohn verbunden ist, und diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihrem sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irre geht.

Ihr aber, die ihr die Erlaubnis habt, beiwohnen zu dürfen, benutzt die Gelegenheit dazu, daß ihr euch mit Gott beschäftigt und nicht mit eitlen, unnützen Dingen, die ja doch keinen Wert haben; denn ihr müßt wissen, daß zum Reich Gottes nicht viel Besitztum gehört, und das zeitliche Brot euch immer gegeben wird. Ihr alle, die ihr hier versammelt seid, werdet niemals Mangel leiden, solange euch das Leben von Gott geschenkt wird.

Wißt ihr nun, Meine Kinder, was Ich euch lehren wollte: Die Fortsetzung vom ersten Freitag-Unterricht, daß ihr euch recht anschließt, gemeinschaftlich beten sollt beim Gottesdienst und im stillen Kämmerlein, beten für eure Brüder, die draußen stehen. Vieles, vieles wird durch das Gebet gewonnen werden. Ihr werdet euch noch wundern, aber jetzt sind eure Augen gehalten. Wenn aber einmal die Zeit vorüber ist, einmal schlägt die Stunde, wo der Schleier gelüftet wird. Zurück! Zurück!“

Barbara: „Gegrüßet seist Du, Maria ...“

Jetzt breitet Sie Ihren Mantel aus, und wir alle sind darunter.

„O liebe Mutter, noch mehr führe herbei, ja, alle Kinder der katholischen Kirche, besonders empfehle ich Dir N.N., die ganze Pfarrei N. O laß die Früchte des Gebetes doch bitte auf alle übergehen. Ich opfere Dir meine Leiden, die jetzt viel häufiger werden, nicht nur für die Diözesen N. und N., sondern für die ganze heilige Kirche auf. Ich vereinige mich mit allen Christen auf Erden, die der Herr auserwählt hat, daß sie opfern, leiden und sühnen sollen. Ich opfere Dir auf alle Schritte und Tritte, die Trostlosigkeit, die mich überfällt, weil meine Natur nicht leiden will und sich so sehr wehrt. Ich vereinige alle meine Leiden mit denen aller Christen der ganzen Welt, mit allen heiligen Märtyrern in den Ländern, wo sie verfolgt werden. Führe die heilige katholische Kirche zum Siege.

O liebe Mutter, ich breite meine Arme aus und vereinige sie mit den Armen Deines lieben Sohnes am Kreuze. O laß sie hinüberbringen, wo nicht mehr verdient werden kann. Ganz besonders bitte ich Dich für N., weil diese Familie uns zugeführt ist und er doch als Christ gestorben ist und sie so innigen Anteil nimmt an der Verbreitung Deiner Sache. Ich bitte Dich, schenke uns bis Ende des Monats diesen Herrn. Ich bitte Dich für alle Seelen meiner Pfarrei und alle Armen Seelen des Fegefeuers.

Gegrüßet seist Du Maria ...“

Eine jungfräuliche Seele steigt hinauf, sie hat einen Kranz um von lauter weißen Rosen.

„O Herr, ich bitte Dich auch für N., mildere doch ihre Prüfungen. Sieh, wie dauert mich die Frau, ich möchte ihr helfen.“

Maria: „Sie soll nur ausharren, die Zeit der Prüfung geht vorüber. Nicht immer wird eine treue Seele geprüft, und auch ihr, Meine Kinder, nur ausharren!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

203 Dritter Freitag im Oktober 1897

„Wo Satan alles aufbietet, um Meine Kinder zu verführen, da will auch Ich alles aufbieten, um sie zu retten.“

Lied: Zu dir, o Maria ...

Barbara: „O meine Königin, o meine Mutter, ich danke Dir, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in dieser Stunde. Ich bin Deine Heimsuchung nicht wert! Wie armselig, wie schwach war ich diese Woche, die letzten Tage wieder. Ich habe die ganze Last auf mir, weil meine Schwägerin krank ist, es ist mir so zu viel, in der Wirtschaft zu stehen. O liebe Mutter, erflehe ihr doch eine bessere Gesundheit, erbitte ihr Abhilfe von dem großen Übel, an dem sie leidet; sie würde gewiss Dir und Deinem Sohne dankbar sein. O ich bitte für sie, es wäre auch für mich besser, wenigstens könnte ich doch mehr der Andacht nachgehen, ich könnte Dir besser dienen. Sieh, ich bin so unzufrieden, ich habe gar keinen Verstand für das Geschäft. Ach, erbarme Dich doch, hilf ihr aus der Not!“

Maria: „Meine Tochter, du bist gar unverständig, du weißt nicht, um was du bittest. Du bittest um Abnahme des Kreuzes, der Leiden, und doch ist es das, was dich Mein Sohn schon das ganze Jahr über lehrt, daß Er die Menschheit unter dem Kreuz scharen will, und je mehr der Mensch das Kreuz flieht, desto weiter ist er von Ihm entfernt. Siehe, Mein Sohn hat dich und alle, die in dieser Welt jetzt leben, alle die guten Kinder der katholischen Kirche, an den Wendepunkt gestellt, der für die Kirche von wichtiger Bedeutung ist.

Die Kirche ist das neue israelitische Volk, und wenn im Alten Bund das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, was nun einmal dem Menschen eigen ist, weil er genommen ist aus der Erde, und er sich deshalb immer wieder der Materie, der Erde, zuwendet, und um ihn wieder aufwärts zu bringen und ihn seiner Bestimmung näherzubringen, muß der Herr tun, wie ein besorgter Vater tut, wenn ein Kind auf unrechten Weg geraten ist, der straft und züchtigt und dreinschlägt, um das Kind wieder auf die rechte Bahn einzulenken und das Kind, wenn es die Güte seines Vaters verschmäht, durch die Zuchtrute wieder an sich zu bringen und so das Vaterhaus ihm wieder zur Heimat zu machen.

Die Kinder sind abgewichen vom rechten Weg, die Kinder der katholischen Kirche, und wenn die Kinder des Hauses auf Irrwegen sind, was sollen dann die anderen tun, die noch draußen stehen? Die Zeit ist gekommen, wo Mein Sohn die Kinder wieder ins Vaterhaus zurückbringen will, und allmählich zieht Er die Kinder wieder an Sich aufwärts, und da muß Er beginnen an denjenigen, die noch am Glauben festhalten.

Eine Zeit ist da, in der ihr lebt, wo zwei Geister mächtig gegeneinander streiten. Der Geist der Finsternis glaubt, die Stunde habe geschlagen, wo er seinen Thron aufrichten könne, um sich zu einem Gott emporzuschwingen. Er glaubt, der Himmel, den er sich jetzt schaffen könne, den er einstens verscherzt, sei unter den Erdbewohnern. Er glaubt, der Fürst zu sein über diese Welt und alles, was in dieser Schöpfung lebt und webt, sich zu unterjochen, und dann neben dem Gott, den er verschmäht und verachtet hatte im Himmel, jetzt sich doch zu einem Gott auf Erden emporzuschwingen und neben Ihm zu regieren. Darum wirbt er und wirft weit aus sein Netz, er hat schon viele ins Garn hineingezogen, und Tag für Tag nimmt die Zahl derer zu, die sich unter seine Herrschaft stellen.

Wundert euch darum nicht, daß Mein Sohn ebenso wirbt wie Satan und noch mehr wirbt als Satan. Hat Er ja Sein Herzblut hingegeben, um diese Seelen loszukaufen. Darum ist der Streit ein so mächtiger, ein so allumfassender, wie ihn die Geschichte der ganzen menschlichen Gesellschaft noch nicht aufzuweisen hat von Anfang der Welt bis auf diese Stunde und auch nicht mehr aufzuweisen haben wird, solange die Welt steht; denn so gottlos, wie die Welt jetzt ist, war sie noch nie gewesen, seit sie erschaffen. Man hatte vor der Geburt Meines göttlichen Sohnes immer noch einen Schein von der Gegenwart Gottes unter den Menschen; denn der Widerschein des Paradieses leuchtete durch das ganze Alte Testament hindurch und hielt die Menschen in Furcht vor dem allmächtigen Gott, aber auch vor diesem lieben, gütigen Gott, vor diesem unendlich barmherzigen und gerechten Gott.

Man sollte es nicht glauben, daß jetzt, wo die Güte Gottes unter den Menschen erschienen ist, der Mensch so weit kommen konnte, diese Gottheit zu leugnen, und doch ist es so weit gekommen. Darum, ihr Kinder, harret aus, werdet nicht müde!

Du, Meine Kleine, sieh, die Mutlosigkeit, der Trübsinn deines Geistes ist ein Ausfluß und ein Widerschein vom Reiche Satans, der alles aufbietet, weil er anders dir nicht nahen kann und so wenigstens dir die Freude rauben möchte, die du sonst haben könntest bei all deinen Trübsalen, bei all den Trübsalen deiner Familie. Er hat großen Zorn und möchte dich verderben, weil du das Sprachrohr bist, durch welches Mein Sohn zu Seinen Dienern reden will, zu Seinen Kindern, den Kindern Seiner Kirche.“

Barbara: „O liebe Mutter, Du hast uns die Verheißung gegeben, sooft wir dem Rosenkranzgebet beiwohnen in diesem Monat – der Dir geweiht ist, weil ihn die heilige Kirche nur dazu angeordnet, um die gläubigen Kinder anzuhalten zum Gebet, damit durch dieses Gebet die Gnadenströme reichlicher fließen, damit die Lauen aufgerüttelt, die Sünder zum rechten Weg zurückgeführt werden – hast Du uns für jeden Rosenkranz einen Sünder versprochen. Siehe, meine beiden Mitschwestern, meine Verwandten und alle, die darum wissen, sind sehr eifrig, und alle die Priester, die es wissen, wie eifern sie und all ihre Gläubigen, denen sie predigen und die sie anhalten zum eifrigen Gebet. Ich bitte Dich um die Vermehrung der Gnaden.

Du hast uns gesagt und Dein lieber Sohn, daß wir weit ausspannen sollen unser Netz, daß wir unser Herz erweitern und viel bitten sollen. Sieh, ich bin es zwar nicht wert, denn ich bin eine armselige Sünderin, ja die ärmste, die auf Erden herumgeht, weil ich in der Trübsal so verzagt bin, aber sieh, die anderen sind um so eifriger, meine zwei Mitschwestern, die doch meine Schwestern sind, die ganz aufgegangen in der Liebe Deines Sohnes, um ihretwillen, um N. willen, um der frommen Priester willen, erweitere Dein Herz, liebe Mutter, erflehe uns von Deinem lieben Sohn mehr Gnaden für die Sünder, mehr Gnaden. Ich will nicht mehr bitten um Abwendung zeitlicher Übel. Wenn es Deinem Sohn so gefällt, will ich zufrieden sein, aber erwirke uns mehr Gnaden für die Sünder. Weil Satan so eifert, so wollen auch wir mehr eifern, unsere Gebete verdoppeln und unser Leiden inniger vereinigen mit den Leiden Christi und alles für die Sünder aufopfern. O erflehe uns doch, liebe Mutter, für alle Menschen die Gnade, daß, wer auch nur einmal in diesem Monat dem Rosenkranzgebet beiwohnt, die Gnade der Bekehrung erlange.“

Maria: „Meine Tochter! In Meiner Gewalt steht das nicht allein!“

Barbara: „Ja, liebe Mutter, ich weiß es, ich weiß aber auch, daß Du die fürbittende Allmacht bist, daß, wenn Du ein Wort sprichst zu Deinem lieben Sohn, Er Dir keine Bitte abschlägt, wenn Du bittest, wird Er Dir ganz gewiß die Gnade gewähren.“

Und ich sehe meinen lieben, himmlischen Bräutigam.

„O mein Jesus, verzeihe mir meine Sünden.“

Und Er sitzt auf einem Thron von lauterem Gold und vor Seinen Füßen kniet Sie, die Hochgebenedeite.

„O mein Jesus, in Vereinigung mit Deiner lieben, heiligen Mutter bitte ich Dich um die Gnade, Kraft des Gebetes, das in diesem Monat so zahlreich zum Himmel emporsteigt, daß alle diejenigen, die den Rosenkranz besuchen und mitbeten, die Gnade der Bekehrung erlangen und um eine glückselige Sterbestunde, auch wenn sie die größten Sünder wären, die ihr ganzes Leben in Sünden und Lastern zugebracht, wenn sie aber einmal den Rosenkranz besuchen und mitbeten...“

Und ich sehe den heiligen Franziskus und die heilige Theresia; sie alle knien nieder vor dem Throne...

„Barmherzigkeit, mein Jesus, um dieses Deines Dieners willen, um dieser Deiner Dienerin willen! O heute zeigt sich Theresia. Du hast mit einem Liebespfeil ihr Herz durchbohrt, o durchbohre auch unsere Herzen mit dem Feuer Deiner göttlichen Liebe und gib uns die Gnade, um die wir Dich anflehen. Barmherzigkeit, mein Jesus, sovielmal als Wassertropfen im Meere, Barmherzigkeit, mein Jesus! Sovielmal als Gräslein in den Wiesen, sovielmal als Blätter auf den Bäumen, sovielmal als Sandkörner am Meere, sovielmal als Stäubchen in der Luft, sovielmal als Fischlein im Meer, sovielmal als Schritte je ein Mensch getan, sovielmal als Silben je ein Mensch gesprochen, Du nur Selbst ersinnen und erdenken kannst, durch die Stimme aller Kreaturen in Vereinigung mit allen lieben Engeln und Heiligen. Barmherzigkeit für die Sünder!“ (Noch lange Bitten).

Jesus: „Meine Kinder! Um eures Gebetes willen, um eurer beharrlichen Bitten willen, um der Vereinigung Meiner heiligen Mutter, des heiligen Franziskus und der heiligen Theresia willen, die sich mit euch vereinigten, soll euch die große Bitte gewährt werden: Alle diejenigen, welche dem Rosenkranzgebet beiwohnen, auch wenn sie die größten Sünder der ganzen Welt sind, wenn ihre Sünden zahlreicher sind als Wassertropfen im Meere, wenn sie röter sind als Blut, Ich will sie ihnen nachlassen, aber nur mit der Bedingung, daß sie nicht hingehen aus Scherz, aus Verachtung, sondern daß sie hingehen mit einem demütigen Herzen; alle diese sollen ein reumütiges und demütiges Herz erlangen und in ihrer Sterbestunde einen gnädigen Richter finden in Mir, denn wißt, Meine Kinder, wo Satan alles aufbietet, um Meine Kinder zu verführen, da will auch Ich alles aufbieten, um sie zu retten. Und weil Meine Kirche Meine Mutter so sehr ehrt und so den geheimsten Wunsch Meines Herzens erfüllt hat, soll Mein Gnadenschatz geöffnet werden, und schöpfen sollen sie in reichlicher Fülle.

Alle diejenigen, die aber mit gutem Herzen und mit gutem Willen kommen, auch wenn sie den Tag über vielen zerstreuenden Geschäften nachgehen müssen, sie alle sollen zu den liebsten Kindern Meines Herzens gezählt werden, sie alle sollen beitragen, daß Mein Reich sich ausbreitet hier auf Erden, sie alle sollen wie die ersten Christen gebunden und verbunden werden zu einer Genossenschaft, zu einer Gemeinschaft. Sie sollen alle teilnehmen an den geistlichen Gütern, so wie die ersten Christen teilgenommen an den zeitlichen Gütern. Alle sollen ein Gemeingut werden auf der ganzen weiten Welt, damit die Seelen, die so schwach und so armselig sind, weil sie den Gefahren ausgesetzt, und weil sie in einer so verderbten Welt stehen, mehr gehalten werden durch die frommen Gebete anderer und somit mehr Seelen gerettet werden können.

Fürchtet euch nicht, Meine Kinder, ihr alle, die ihr guten Willens seid, daß ihr dem Verderben anheimfallen könntet! Fürchtet euch nicht! Nein, denn Ich werde mit euch sein. Ich werde der große Monarch sein, der euch alle unter Seinem Schutz bergen wird. All die Gefahren, die Tag für Tag an euch herantreten, sollen euren Seelen keinen Schaden bringen, wenn ihr nur treu haltet an den Geboten Gottes und der Kirche; mehr verlange Ich nicht! Wenn ihr hört auf die Stimme Meiner Diener, die Ich unter euch gestellt, dann seid unbekümmert, und die Angst, die euch begleitet auf eurem Lebensweg, soll euch nur dazu dienen, um euch in der Furcht Gottes zu halten. Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder?

Ihr steht am Wendepunkt. Die Kirche, die da so viel leidet, die da in der ganzen Welt unterdrückt und verfolgt wird, soll zur Blüte gelangen, soll wieder auf den Leuchter gestellt werden, und weil ihre Kinder gottlos geworden sind, darum muß dieses Haus gezüchtigt werden, der Glanz dieses Hauses muß unterdrückt, aber nicht ausgelöscht werden. Er wird nur unterdrückt, damit die Völker ihn nicht sehen, bis die Kinder dieses Hauses wieder zurückgekehrt sind ins Vaterhaus. Dann wird dieses Haus seinen vollen Glanz ausstrahlen, so daß die ganze Welt davon erleuchtet wird und von diesem Glanz geblendet, nicht anders kann, als dieses Vaterhaus zu lieben, zu achten und zu schätzen.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich, führe doch diesen Priester wieder zurück.“

Jesus: „Es soll an ihm festgehalten werden und ihr seid die Berufenen, die ihn wieder zurückbringen werden. Ich will ihm gnädig sein, weil er nicht aus eigener Schuld, obwohl auch er Schuld trägt, auf Abwege geraten ist. Ich werde ihn wieder zurückführen.“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für diese Sünderin!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

204 Vierter Freitag im Oktober 1897

„Was ist alles Geld und Gut, aller Tand und Staub dieser Erde gegen die Anschauung Meines Angesichtes?“

Lied: O du hochheilig Kreuze ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein allerliebster Bräutigam, süßester Bräutigam meiner Seele, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in meinem Elende. Ich bitte Dich um Verzeihung und Nachsicht, weil ich gar so armselig bin. Besonders bitte ich Dich, Du möchtest mein gebrochenes Gemüt wieder aufrichten, habe Nachsicht mit mir. Ich fürchte, ich möchte sonst rückwärtsgehen, doch nicht rückwärts will ich gehen, nur vorwärts, vorwärts! Auf Dich allein will ich mein Auge gerichtet halten. Aber sieh, wenn ich auch die beste Absicht habe, ich kann es nicht recht machen, ich weiß es.“

Jesus: „Meine Tochter! Daran mußt du erkennen die unendliche Liebe und Güte deines himmlischen Bräutigams, der dich einführen will in die Kreuzesschule. Den Weg sollst du gehen, den Er Selbst gewandelt ist. Auch Ich wollte allen Menschen Rechnung tragen, alle Menschen an Mich ziehen, alle Menschen zum Himmel führen. Aber die Menschen verstanden Mich nicht. Ich war der eingeborene Sohn des himmlischen Vaters, der ausgegangen war. Ihr Bruder bin Ich geworden, Ich habe Mich in allem ihnen unterworfen und ihnen gleichgestellt, und doch verstanden sie Mich nicht.

Wie magst du glauben, daß du es allen Menschen recht machen könnest, wo Ich es nicht einmal recht machen konnte. Wie magst du verlangen, daß die Menschen dich verstehen. Das mußt du selbst wissen, daß sie es nicht verstehen können; denn der Mensch, der ausgeht aus der Welt, der ausgegangen ist aus dem Geist der Welt, der sucht, was unten ist, ist nicht einverstanden mit dem, was droben ist, also mußt du den Widerspruch erkennen, der zwischen beiden ist.

Der Weltgeist und der Geist Jesu Christi haben sich bekämpft und werden sich bekämpfen bis zum letzten der Tage. Du sollst wissen, Meine Tochter, daß du viele bekehren sollst, nicht allein durch Worte, sondern auch durch Beispiele. Denn durch Worte zu belehren, dazu könnte Ich jeden nehmen; denn es ist leichter, ein Wort zu guter Stunde zu sprechen, als zu leiden. Du sollst ihnen zeigen, daß es mit leeren Worten, in einer guten Stunde dargebracht, nicht ausreichend sein kann, daß der Mensch, der Mir dienen will – den Ich berufen habe, einstens mit Mir zu herrschen, von Ewigkeit zu Ewigkeit, mit Mir am ewigen Gastmahl zu sitzen – auch den Weg wandeln muß, den Ich gewandelt bin.

Du sollst ihnen zeigen, daß man nicht nach den Launen und der Abhängigkeit der Menschen leben soll, sondern nach oben den Blick richten muß, auch wenn Ich Leiden schicke, auch wenn Ich mit Leiden die Familie heimsuche, daß darum um so mehr der Geist aufwärts blicken muß, von Mir Trost und Hilfe erwarten muß, um so die Leiden, die Ich der Familie schicke, auch anwendbar für die einzelnen Glieder der Familie zu machen, anwendbar sage Ich, denn die Leiden kommen nur dann der Familie zugute, wenn sie auch im rechten Geist getragen werden, im guten Geist aufgenommen werden.

Dann wird der Friede nicht von der Familie weichen und Zwietracht und Spaltung die Herzen nicht entzweien. Und das wollte Ich die Menschen lehren und habe euch schon den ganzen Herbst belehrt, wie das Kreuz soll getragen werden und getragen werden muß, wie der Kreuzweg gegangen werden muß.

Du aber, Meine Tochter, und ihr alle, Meine Kinder, habe Ich euch nicht gesagt, daß ihr im Tale wandelt, und wer im Tale wandelt, kann nicht abwärts stürzen, nicht über Felsabhänge, nicht in Abgründe stürzen, weil er ja im Tale geht, wo es keine Abgründe gibt. Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder? Das Tal ist der ganze Weg der Menschheit. Der Mensch soll immer im Tale wandeln, das heißt in der Demut. Dann mag es regnen oder schneien, es mag stürmen oder toben, er wird nicht irregehen, und wenn alle ihn verlassen und er keinen Ausweg mehr sieht, wenn ihn die dunkle Nacht überfällt auf seiner Wanderung, Ich meine, auf seinem Lebensweg; er wird doch nicht fallen, wenn auch kein Auge, kein Menschenauge, auf ihn sieht, ihn schützt, ihn warnt vor drohender Gefahr; er hat ja keine Gefahr, er wandelt sicher, auch wenn er noch so finster tappt, wenn er keinen Lichtstrahl leuchten sieht, er kann nicht irregehen; nur eines muß er im Sinne behalten, daß er einstens angelangen will am rechten Ziel.

Er muß drei Sterne im Auge behalten, die ihm vom Himmelszelt entgegenleuchten. Diese drei Sterne sind der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Siehe, der Glaube zeigt ihm alles im rechten Licht. Wenn Trübsale kommen, der Glaube sagt ihm, daß die allweise Güte Gottes ihm die Trübsal geschickt, und wenn der Glaube auch auf harte Proben gestellt wird, er muß dennoch weitergehen, er darf nicht zweifeln. Nur ein felsenfester Glaube überwindet alle Hindernisse, die ihm auf dem Lebensweg begegnen. Er übersteigt sie, weil er weiß, daß er sicher zum Ziel kommt, und wenn es auch scheint, als gehe er gerade dem entgegengesetzten Ziele zu. Dies ist der zweite Stern, der ihm leuchtet:

Durch seinen felsenfesten Glauben gewinnt er die sichere Hoffnung, das Gottvertrauen. Und wer ist je zuschanden geworden, der auf Mich vertraut hätte? Nein, nein, Meine Kinder! Niemals wird eine Seele zuschanden werden, die auf Mich vertraut. Und wenn alles sich von dir abwendet, und wenn niemand glaubt, daß Ich mit dir verkehre, du gehst nicht irre. Ich sage nur, du brauchst nicht zu zweifeln. Nur zu deinem Troste sage Ich es dir: Es gibt schon Seelen, die glauben, und Ich spreche Meine Worte nicht in den Wind hinaus. Wenn aber alle Menschen dich verließen und du ganz allein den Weg wandeln müßtest, Ich sage dies nur zum Troste dir, und du im Glauben nicht wankend werden wirst, dann brauchst du keinen menschlichen Zuspruch, du brauchst niemand; Ich allein genüge dir!“

Barbara: „Ja, Herr, Du allein genügst mir, das ist wahr!“

Dann wurde Barbara zu der innigsten Vereinigung mit dem Herrn zugelassen. Die Arme über der Brust gekreuzt, unterhielt sie sich leise mit ihrem Herrn und schien wonnetrunken. In diesem Zustand nahte Sich ihr die Mutter Gottes von der linken Seite, hielt ihr einen Rosenkranz hin und sagte:

Maria: „Siehst du, Ich habe alle deine versäumten Rosenkränze für dich gebetet!“

Barbara war nämlich sehr betrübt, daß sie wegen verschiedener Hindernisse so viele Rosenkränze hatte versäumen müssen. Darauf bezieht sich auch die Belehrung des Herrn. Weil Barbara so sehr am Gebet hängt, ihre Schwägerin aber am Irdischen, am Blühen des Geschäftes, so muß Barbara manche unliebsamen Auseinandersetzungen, manch rauhes Wort einstecken. Barbara antwortete der lieben Mutter Gottes:

Barbara: „Ist es möglich! Ich danke Dir! O Du Glückseligkeit! O kein Auge hat es je gesehen, kein Ohr hat es je gehört, und in keines Menschenherz ist es je gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. O glückselige Stunde! O eilet doch hin, wo Er weilt, wo Er ist im Allerheiligsten Altarsakrament!“

Jesus: „Was ist ein bißchen Zeit gegen solche unendliche Glückseligkeit! Was ist ein Augenblick gegen eine endlose Ewigkeit, eine endlose, ewige Glückseligkeit! Alle die Seelen, die ihr Mir zugeführt in diesem Monat, sie alle werden mit euch Mich preisen und loben durch die ganze Ewigkeit. Was ist ein bißchen Leiden und Schmerzen erdulden und dafür eine endlose Glückseligkeit eintauschen? Was ist alles Geld und Gut, aller Tand und Staub dieser Erde gegen die Anschauung Meines Angesichtes?

Ihr aber, werdet nicht müde zu leiden, zu streiten und zu dulden, einmütig in Eintracht zu leben. O wie sehr bedaure Ich, wenn Zwietracht eure Herzen spaltet, denn Satan geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne.

Vermeidet alles, was den Frieden eures Herzens trüben könnte, ihr Meine liebsten Kinder; denn nicht mehr ist es an der Zeit, wo Ich die Seelen hinausführe in die Wüste, nicht mehr ist es an der Zeit, wo Ich außergewöhnliche Dinge von ihnen verlangen kann. Mitten in der Welt sollt ihr stehen wie Eichenbäume.

Ihr sollt feststehen und Ich will zufrieden sein, und Ich will euch zu Eichenbäumen verpflanzen mitten in dem Sturm der Zeit, im Toben des Unglaubens, der bereits alles wegzuschwemmen sucht; und es bleibt in vielen Herzen nur noch der Widerschein des Glaubens, und sogar diejenigen, die sich die besten Christen nennen, sind angesteckt vom Unglauben; sie glauben nur noch, was ihnen noch paßt, oder wo sie Vorteile daraus ziehen können, aber wo es Opfer kostet, wo der Opfergeist mitspielen soll, treten sie feige zurück.

Ihr aber, Meine Kinder, Ich habe euch zusammengeführt, ihr sollt feststehen wie Eichenbäume, damit ihr das, was Meine Diener in jenen Zeiten, wo sie die Wüste mit Einsiedlern bevölkerten, Mir dargebracht durch Selbstverleugnung, durch Abtötung, durch große Bußwerke, ersetzen sollt durch Standhaftigkeit in dem, was Ich von euch verlange, indem ihr die Gebote Gottes und der Kirche haltet und zur Ausführung bringt Meinen Willen. Und dann will Ich euch über viele setzen, dereinst über viele, die jetzt glauben, Großes zu wirken in der Welt. Du aber, Meine Tochter, freue dich auf den nächsten Freitag, dann wird Meine heilige Mutter dir eine große Freudenbotschaft überbringen. Sie wird dir zeigen, was der Monat Oktober wirklich ist und bedeutet. Dann aber werde Ich dich eine Zeitlang verlassen.“

Barbara: „Mein Jesus, ich bitte Dich, Du wollest die große Gnade auf alle Menschen ausdehnen, für jeden Rosenkranz, im Anschluß an die heilige Messe gebetet, einen Sünder und für jedes Ave eine Arme Seele.“

Jesus: „Für alle Menschen ist dies gesagt, die guten Willens sind; denn so wie an euch die Schwächen zutage treten, so an allen Menschen. Darum verzagt nicht, Meine Kinder. Wenn der Mensch nur seine Fehler einsieht und sie vor Mir eingesteht, dann will Ich zufrieden sein. Geht nur hin und schließt euch an das Verlangen Meiner Kirche an, und wenn sie etwas wünscht, auch ihrem leisesten Wunsch sollt ihr entgegenkommen und ihn ausführen.

Und ihr alle, ihr lebendigen Glieder Meiner Kirche, ihr seid der mystische Leib, Mein Leib, ihr sollt herbeiführen die verirrte Herde, die verirrten Schafe durch euer Gebet, noch mehr durch eure Leiden, durch eure Opfer. Meine Mutter wird euch zeigen, was ihr erlangt durch euer Gebet, am Schluß dieses Monats: Glauben, Glauben, einen unbedingten felsenfesten Glauben, wie Abraham und wie alle die großen Seelen, die euch und der Welt zum Muster vorgestellt sind.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

205 Fünfter Freitag im Oktober 1897

„Ihr müßt die Schmerzen fühlen, weil das tote Glied sie nicht mehr fühlt, also habt ihr das Rätsel, warum Ich euch Leiden schicke.“

Lied: Ihr Kräfte ...

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimgesucht in dieser Stunde. Ich danke Dir im Namen meiner zwei Mitschwestern und aller, die mit mir an Dich glauben, auf Dich hoffen und Dich lieben, im Namen aller, die glauben, daß Du mit mir verkehrst; recht vereint wollen wir Dich anrufen. Die Sinne unseres Leibes, die Kräfte unserer Seelen, alles wollen wir einsetzen, damit Du von den Menschen erkannt, geliebt und gelobt werdest, wenigstens von denen, auf die wir Einfluß haben können.

Ich danke Dir auch im Namen meiner Geschwister, die das Glück nicht haben, dabei sein zu können. Siehe, Du weißt, wie sie Dich lieben, wie sie sich sehnen, Deine Stimme zu hören, die Du redest in einem so armseligen Geschöpf. Ich bitte Dich auch für alle, die es nicht glauben, die mich verfolgen, die mir wehe tun. Verzeihe ihnen, auch ich will ihnen verzeihen. Rechne es ihnen nicht zur Sünde an.

Es braucht niemand zu glauben, daß Du mit mir verkehrst, wenn sie nur glauben, daß Du wahrhaft und wirklich im Allerheiligsten Altarsakrament zugegen bist und unter uns wohnst, und daß es Dir eine Leichtigkeit ist, mit einem armen Sünder zu verkehren; denn Du willst eingehen in die Herzen Deiner Kinder durch die heilige Kommunion. Also, warum wäre es unmöglich, warum stünde es nicht in Deiner Macht, in einem armen Sünder große Dinge zu wirken?

Ich danke Dir also im Namen derjenigen, die Dir nicht danken, sowohl derjenigen, die draußen stehen, als auch derjenigen, die drinnen stehen, aber Dich vergessen. O laß all die Gnaden, Segnungen und Verdienste, die Deine Kinder in diesem Monat verdient durch das Rosenkranzgebet, den armen Sündern zugute kommen. Siehe, alle, die sich hier vereinigt, wollen sich einsetzen; sie sind bereit, über sich hinwegzugehen, damit Du verherrlicht wirst von den Geschöpfen. Laß auch die Verdienste und Gnaden, die in Deiner heiligen Kirche so reichlich fließen, hinüberfließen in die leidende Kirche, und gib, was Du uns versprochen, für jeden Rosenkranz einen armen Sünder, für jedes Ave eine Arme Seele.

Du hast uns diese große Gnade bewilligt durch Deine heilige Mutter, und nicht nur uns allen, sondern auch all denjenigen, die guten Willens sind, also allen Christen, die sich anschließen an das Rosenkranzgebet. Gelobt sei Jesus Christus!“

Maria: „Meine Kinder! Es ist recht und es freut Mich, daß ihr euch so Mühe gegeben habt, um dabei zu sein, um euch anschließen zu können an diese Meine Lieblinge, an diese Meine treuen Kinder. Ja, ihr tut recht zusammenzustehen, denn der Wille Meines Sohnes ist, daß ein Bund gegründet werde, wo alle sich beteiligen können, die noch eifrige Christen sein wollen, und alle die treuen Kinder, die sollen sich zusammenscharen, damit ein Damm errichtet werde dem Unglauben gegenüber. Seelen sollen sich zusammenfinden, die zusammenstehen in eifrigem Gebet, damit die Zeit abgekürzt werde, die Zeit der Trübsal.

Seht, Meine Kinder, wie Ich Mich abgemüht, um euren Wünschen entgegenzukommen, denn es ist der Wille Meines Sohnes, daß diejenigen, die Er am meisten liebt, auch am meisten mit Ihm leiden müssen, um sie zu läutern, um sie zu sieben, damit Er sie zu dem Zweck gebrauchen kann, zu dem Er sie verwenden will, nämlich: Damit sie sich für andere einsetzen und sich selbst vergessen; denn solche Seelen tun der jetzigen Zeit not, not in allen Schichten der menschlichen Gesellschaft.

Meine Tochter! Vor allem wende ich Mich an dich! Du hältst es für ein großes Unglück, daß Mein Sohn dir deinen lieben Mann von der Seite riß, und zwar auf eine so schmerzliche Art. Siehe aber, du sollst zu den treuesten Töchtern gehören, zu den Lieblingstöchtern, die Ich unter Meinem Schutzmantel bergen will, und da muß alles abgeschnitten werden, was dich noch an die Welt heften könnte.

Siehe, dein Mann hat große Gnade gefunden, in der letzten Stunde ist er noch ein Kind der katholischen Kirche geworden, dem Geiste nach. Du hast durch dein gutes Beispiel, das du ihm gegeben, indem du ihm eine treue Gattin warst und an deiner Religion frei und offen festgehalten hast, daß er doch in seinem Herzen die Überzeugung gewann, daß dies die wahre Religion sein müsse. Aber wegen seiner Umgebung, durch die Stellung, die er bekleidete, und bei dem Leichtsinn, womit er angelegt war, wäre er nie dazu gekommen, daß er auch äußerlich ein katholischer Christ geworden wäre.

Darum mußte ein so schmerzlicher Tod über ihn kommen und er so schmerzlich von dir gerissen werden. Als aber der Tod an ihn herantrat, da wandte er sich in seiner großen Not an Mich, und er sprach zu Mir: ‚Gegrüßet seist Du, Maria, o hilf mir in dieser Not!‘ Und so war er ein Kind der katholischen Kirche geworden. Aber du mußt dich noch begnügen. Befreien kann Ich ihn noch nicht. Er hat noch zu leiden, aber doch nicht so, daß ihm das Leiden gar so schrecklich und fürchterlich sei. Er ist von großer Linderung umflossen, weil er mit großer Zuversicht hofft auf die Stunde, wo er Mich und Meinen lieben Sohn wiedersehen wird.

Wisse, daß, wer einmal das liebe Angesicht Meines lieben Sohnes geschaut, von selbst sich verurteilt und die Strafen mit Freuden trägt, die er seiner Sünden und seines Leichtsinns wegen verschuldet hatte. Dieses, diese Freude, die durch alle Qual hindurchleuchtet, nachdem er eingegangen ist in jenes andere Reich, diese Zuversicht versüßt alle Leiden, weil er weiß, wie unendlich gut und liebenswürdig Mein lieber Sohn ist, den er hofft, bald wiederzusehen, weil er, ganz vergeistigt, Ihn mit einer solchen Liebe liebt, daß es ihn mehr schmerzt, Ihn beleidigt zu haben, als alle die Schmerzen und Qualen, die er seiner Sünden wegen zu erdulden hat.

Meine Kinder! Mein lieber Sohn hat euch versprochen, euch an diesem heutigen Abend eine große Freude zu machen durch Mich. Ich bin nun gekommen, euch diese Freude zu übermitteln, zu überbringen. Seht, es ist eine große Gnade, eine unaussprechliche Gnade, die euch im vorigen Jahr bewilligt worden ist, und die dieses Jahr noch vergrößert wurde. Wisset aber, je mehr der Unglaube den Zorn Meines Sohnes, den Zorn Gottes, des himmlischen Vaters herausfordert, je mehr die Sünden der Menschen sich häufen, desto mehr wächst die Liebe Gottes, und der Kanal, durch den Er diese Liebe hinüberleitet, bin Ich, Seine Mutter, Seine Tochter, Seine Braut. Und weil Ich viel verherrlicht und geehrt werde von Meinen Kindern in diesem Monat, darum setze Ich alles ein, um Meine Kinder zu unterstützen, um diesen Kanal sprudeln zu lassen.

Wo Ich eine Seele finde, die nur guten Willens ist, da führe Ich sie herbei, damit sie teilnehme an den Gnaden und Segnungen der katholischen Kirche, die hineingeleitet werden in die einzelnen Glieder. Wenn man euch nun fragt und staunt ob der Güte Gottes, der solche Gunstbezeugungen Seinen armseligen Geschöpfen zuteil werden läßt, und wenn man fragt, wie das gekommen sei und zugehe, dann sagt ihnen, es sei der Wille Meines Sohnes, daß die Christen sich recht anschließen an den Willen der Kirche.

Die Kirche sei die Braut Meines Sohnes, und was sie befehle und wünsche, müsse ihren Gliedern, ihren Kindern, heilig sein. Und weil die Zeiten immer schlimmer werden und der Abfall der Christen immer häufiger, so hat die Kirche angeordnet, daß dieser Monat Mir geweiht werde und die Christen sich zusammenscharen sollen zu einem Häuflein und immer, mit Mir vereinigt, den Himmel bestürmen für diese Glieder der Kirche, damit dieser Abfall gemindert werde und die heilige Kirche siege über ihre Feinde, damit der Eifer sich verstärke in den Priestern und in den treuen Gliedern, und alle, die guten Willens sind, sich recht anschließen, sich recht eifrig beteiligen, dem Ruf der Kirche zu folgen.

Darum will Mein Sohn so reichliche Gnaden spenden all denen, die sich beteiligen. Da, wo die anderen Glieder der Bequemlichkeit frönen oder der Arbeit und dem Gewinn nachgehen, und weil es doch immer ein Opfer ist und ein Sich-Lostrennen von der Arbeit, ist es der Wille Meines Sohnes, daß diejenigen, die sich losreißen und sich recht eifrig anschließen, auch mehr Gnaden, mehr Segnungen erlangen sollen. Wisset, daß mit diesem Gebot es nur nicht abgemacht ist, daß nur der Rosenkranz gebetet wird und die Lippen sich bewegen und der Wille mit einstimmt. Es sind an dieses Gebet ganz verschiedene Tugendakte geknüpft, die derjenige übt, der demselben beiwohnt, und daran knüpft Mein Sohn die Gnaden und auch an das Gebet.

Erstens übt der Mensch einen Akt des Glaubens. Er glaubt, daß nur im Gebet und durch das Gebet Hilfe in schwerer Zeit erlangt und erfleht werden kann. Er glaubt, daß der mächtige Arm Gottes nicht verkürzt ist, daß, wenn die Not am größten ist, Seine Hilfe am nächsten sein wird.

Und weil schon so viele Jahre durch das Gebet Hilfe erwartet und bis jetzt doch noch keine weitere Hilfe eingetreten ist, darum ist es ein Akt des Glaubens, der Meinem Sohn sehr gefällt und dem Vater und dem Heiligen Geist, wenn sie trotzdem fortfahren zu beten, obschon sie keine Hilfe sehen, wenn der Christ hinweggeht über all den trügerischen Schein, als sei alles umsonst, wenn er tut, was in seiner Kraft ist und glaubt, daß zur rechten Zeit doch die Hilfe kommt.

Zweitens übt er einen der größten Akte des Gottvertrauens. Er hofft wider alle Hoffnung. Er sieht, daß er nur Spott und Hohn erntet, er sieht, daß andere sich nicht bessern, und doch ist sein Vertrauen auf den Herrn gegründet, er betet ruhig weiter; und wisset, wo guter Wille ist, bete Ich mit dem Menschen, verbinde Ich Mich mit seinem Schutzengel und ersetze alles, was noch mangelt.

Darum werdet nicht mutlos, wenn auch euer Gebet recht unvollkommen ist, klammert euch an Mich an, denkt oft, daß ihr unter Meinem Schutzmantel geborgen seid und somit mit Mir vereinigt betet. Er übt drittens einen Akt der Demut, weil er nicht achtet auf diese und jene, was diese von ihm sagen und andere von ihm halten. Er geht einfach hin, weil er ja ein Kind der katholischen Kirche ist und zu den Schwachköpfen gehören will. Denn alle, die jetzt noch treu zur katholischen Kirche halten, sind vor den törichten Kindern der Welt Schwachköpfe. Diese wähnen ja, allein weise zu sein. Wißt aber, daß einmal der Tag kommt, wo die eine wahre Weisheit siegen, wo die wahre Demut siegen wird.

Viertens übt derselbe einen Akt des Gehorsams, weil er der Stimme der Kirche folgt, dem Ruf der Kirche, weil er nicht nur die Gebote Gottes hält, sondern auch dem leisesten Wunsch der Kirche entgegenkommt. Es ist nicht ein Gebot, es ist nur ein Wunsch, und weil es nur ein Wunsch ist, so üben alle diejenigen, die sich anschließen, Tag für Tag einen Akt des vollkommenen Gehorsams, und darum ist es in den Augen Meines Sohnes und des himmlischen Vaters ein gar wohlgefälliges Werk.

Wißt ihr nun, Meine Kinder, was damit soll gesagt sein? Daß ihr am Schluß des Monats eine große Freude erleben werdet, damit ihr nicht vielleicht an der Echtheit der Werke und der Verheißungen, die euch gegeben worden sind, zweifelt. Denn viele, viele sollen sich beteiligen, sollen nicht müde werden, sich anzuschließen an die heilige Kirche.“

Barbara: „Ja, meine liebe Mutter, werden denn diese alle, die meine Freundin anspornte überzutreten zum heiligen katholischen Glauben, auch treue Kinder der katholischen Kirche werden? Werden auch wir die Früchte dieses Gebetes sehen, daß so viele Sünder sich bekehren sollen, wie Rosenkränze gebetet worden sind, auch in unserer Umgebung und Gegend? O ich will es nicht wissen, es ist eine neugierige Frage, die ich Dir stelle, aber Du kennst ja Deine Kinder und weißt, daß der Mensch so ist, er möchte immer Früchte sehen und ernten.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, ihr werdet noch Früchte sehen, ihr müßt nur Geduld haben! Ihr müßt erst wissen und die unendliche Schönheit und Liebenswürdigkeit Gottes begreifen. Das Angesicht Gottes zu schauen, und alle Ewigkeit zu genießen und dieses Glück denen zu verschaffen, die ganz und gar abgewichen sind von Gott, die, statt nach dieser Schönheit zu sehen, diese Schönheit verachten, so geflissentlich von ihr abgewendet: eine solche Seele zu gewinnen, einzuführen in die Hand Gottes, zurückzuführen in die Hände Gottes, wie da Mein Sohn Sich Gewalt antun muß, wie da die Engel arbeiten müssen, mit einstehen müssen mit all ihrem Einfluß, und Er muß Geduld haben, Er muß in Geduld abwarten. Warum wollt ihr müde werden und gleich Früchte sehen? Vertraut, ihr werdet noch vieles erleben. Da heißt es feststehen, da müßt ihr Geduld haben.“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Es wird überall so viel gesprochen von Revolution, und die Andersgläubigen stehen uns so feindselig gegenüber. O ist es denn möglich, daß es nicht bald anders wird? O liebe Mutter, soll die Kirche denn ganz und gar ihren Feinden gegenüber unterliegen? Gibt es doch so viele Katholiken, die sich Mühe geben, wenn sie auch schwach und armselig sind.“

Maria: „Meine Kinder! Seht, das ist ja das ganze Verhältnis der heiligen Kirche Gottes zu Meinem Sohn, zu jenem überirdischen Reich, die heilige Kirche ist das Reich Gottes auf Erden, und weil ihre Kinder fahl und faul geworden sind, muß der Laue geschüttelt werden, es müssen ans Tageslicht kommen die Gedanken und die Herzensgesinnungen vieler. Es wird freilich einen großen Abfall geben, und viele, die da mutlos, die da halbwegs nur Christen sind, halten doch zu der großen Masse, die genießen und besitzen wollen. Viele werden abfallen vom Glauben.

Aber seht, um diese zu retten, seid ihr gestellt. Gerettet sollen sie werden, und viele von denen, die euch jetzt verfolgen, sollen hinübergeführt werden; ihr sollt die Brücke sein, durch die sie eingehen in dieses Reich, und wenn die Kirche große Männer in ihrer Mitte zählt, die sie stützen durch ihre Predigten, so sollt ihr diese Worte hinaustragen unter jene Seelen, wo das Wort des Priesters nicht hingelangen kann, ihr sollt es hintragen zu jenen, die nicht hingehen, ihre Worte zu hören. Ihr seid diejenigen, die leiden, dulden und sich einsetzen sollen für jene, und daraus müssen Leiden kommen über euch, vor allem in erster Linie: Verachtung und Verspottung. Ihr müßt für Toren gehalten werden, für Wahnsinnige, damit durch eure Torheit die Weisheit der Weltenkinder vernichtet werde. Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder?

Ihr sollt, indem ihr die Wahrheit in euch tragt, über alles hinweggehen und somit sie übertragen auf jene, damit auch jene Tore werden, auch wenn es am Rand des Grabes ist. Du aber, Meine Kleine, gehe hin, wo Mein Sohn dich hinschicken wird. Laß dich verspotten und verlachen, selbst von jenen, welche die Stelle Meines Sohnes einnehmen. Jetzt aber sollst du sehen, was ihr verdient in diesem Monat.“

Barbara: „O liebe Mutter! Ich gehe ja so gerne hin, wo Dein lieber Sohn es will, wenn es mir auch noch so schwer wird. Ich fürchte mich nur, ich möchte einmal den Mut verlieren, um die Befehle Deines lieben Sohnes auszuführen, und deshalb verberge ich mich unter Deinem Schutzmantel. O laß es nicht zu, und wenn ich wanken sollte, so feuere Du meinen Mut von neuem an.“

Maria: „Das ist ja dein Verdienst, daß du über all die Ängste und Zweifel hinweggehst wie deine Schwester, der es gerade so ergeht. Im Finstern sollt ihr tappen, und es soll euch verborgen bleiben bis an euer Lebensende, wie groß die Gnade ist, indem Gott mit Seinen Menschen verkehrt. Stolz war die erste Sünde, Stolz wird die letzte Sünde sein und darum, um den Stolz fernzuhalten, muß sie im Finstern wandeln, muß das Licht ihr verborgen bleiben. Jetzt aber, Meine Tochter, komme, Ich will dir zeigen, was ihr in diesem Monat verdient.“

Barbara: „Mein Auge überschaut die ganze Welt. Und ich sehe Licht, Licht, Licht. Was ist denn dieses Licht?“

Maria: „Dieses Licht ist die heilige Kirche, und diejenigen, die in diesem Lichte wandeln, sind die treuen Kinder der Kirche, die leben in der Gnade Gottes, vereinigt, verebenbildlicht und verähnlicht Meinem Sohn. Ihr Geist ist das Abbild, der Abglanz Meines Sohnes, und wenn sie auch noch im Fleische wandeln, wenn sie auch noch mit vielen Fehlern behaftet sind, dieser Glanz, den du ausgehen siehst vom Herzen Meines Sohnes im Tabernakel, das sind diejenigen, die Tag für Tag hintreten zu Seinem Tisch, die sich vereinigen mit dem Blut des Lammes im hochheiligen Meßopfer, Tag für Tag, in Vereinigung mit dem Priester, der dasselbe Opfer darbringt, das Er Selbst Seinem himmlischen Vater darbringt.“

Barbara: „Was sind nun die dunklen Gestalten?“

Maria: „Diese sind es, die ihr durch euer Gebet retten werdet. Sie wandeln jetzt noch in der Sünde, sie sind schwarz und dunkel, weil noch vom Feinde gefesselt, weil sie aber schon wandeln im Licht, darum siehst du sie. Diejenigen, die außerhalb der Kirche wandeln, siehst du nicht. Diejenigen, die du siehst, sind lauter Kinder der katholischen Kirche. Für diese nun müßt ihr noch leiden und büßen und opfern, damit auch sie zu Lichtgestalten werden, dieses Leben durchschreiten in Vereinigung mit Mir und Meinem lieben Sohn.“

Barbara: Und nun sehe ich, wie sich einmal da einer aufrafft und auch dort einer, und es ist, als ob es diese Menschen von eben nicht mehr wären, so verklärt ist auf einmal ihr Gesicht. O wie tröstlich! O wie glücklich, ein Kind der katholischen Kirche zu sein!

„O mein Gott, wie danke ich Dir für diese Gnade! O nimm hin mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen, meine Seele mit all ihren Kräften! O ich armseliger Mensch, der ich immer so kleinmütig bin und selbst nicht begreifen kann, wie es möglich ist, einen so guten Gott zu besitzen. O freut euch mit mir! Seht, Tag für Tag wandelt ihr im Licht. Seht, der Herr will all eure Fehler vergessen, wenn ihr nur der heiligen Messe beiwohnt, das kostbare Blut Ihm aufopfert, und so seid ihr gereinigt, abgewaschen im Blute des Lammes, Jesu Christi. O freut euch mit mir! O freuet euch!“

Maria: „Meine Tochter! Du sollst noch eine andere Freude sehen!“

Barbara: „Ja, liebe Mutter, ich war heute abend so umringt bei meinem ersten Rosenkranz von Armen Seelen. Es war mir, als wenn ich in ein Tal hineinschauen könnte, als ob ich in die Unterwelt geführt würde. Da war eine unendliche Schar, die mir alle die Arme entgegenstreckten. O liebe Mutter, es sind die Armen Seelen im Fegefeuer. Es war im Anschluß an das Rosenkranzgebet, als ich so eingeführt wurde in diese unterirdischen Räume. O nimm sie alle mit, Du hast es uns versprochen durch unser Gebet und das Gebet der Kirche. Gegrüßet seist Du, Maria!

Mein Jesus! Sovielmal mein Puls geschlagen hat, vereinige ich mich mit Deinen heiligen Pulsschlägen in den dreiunddreißig Jahren Deines Lebens und seit den neunzehnhundert Jahren in allen Tabernakeln in der ganzen Welt, sovielmal opfere ich mein armseliges Gebet, alle Blutstropfen meines Leibes und aller Menschenherzen, sovielmal opfere ich Dir auf das kostbare Blut, das Du am Kreuz für uns vergossen und in allen heiligen Meßopfern, und sooft wiederhole ich diese Bitte, daß Du diesen Seelen zu Hilfe kommst, als Menschenherzen schlagen, als Tropfen im Meere, als Stäubchen in der Luft. Durch mein Herz und die Herzen aller Menschen lobe und preise ich Dich und bitte ich Dich um Gnade und Barmherzigkeit für die armen Sünder, daß alle Menschen zurückkehren in den Schoß der heiligen Kirche, daß alle Armen Seelen befreit werden und eingehen in die ewige Herrlichkeit. Gegrüßet seist Du, Maria!

Mein Jesus! Ich opfere Dir auf all die Gebete, die Pulsschläge Deiner liebsten, heiligsten Mutter vom ersten Augenblick an, bis Sie Ihre heiligste Seele in Deine Hände zurückgab, sowie aller Deiner Heiligen, besonders des seligen Petrus Canisius. O mein lieber, süßer Jesus! Alle die Liebesakte, die je eine heilige Seele Dir entgegenbrachte, wiederhole ich und möchte sovielmal all diese Liebesakte erneuern, als Menschenherzen schlagen, daß die Armen Seelen im Fegefeuer sich vereinigen dürfen mit Deinen Heiligen im himmlischen Saale.“

Jesus: „Meine Tochter, du verlangst zuviel! Siehe, es sind die Seelen, die Mich gehaßt auf Erden, die gar viel gesündigt, gar lange, lange büßen müssen. Wo bleibt denn da Meine Gerechtigkeit?“

Barbara: „O Herr, ich will mein ganzes Leben einsetzen. Siehe, ich bin selbst ein armer Sünder, o ich weiß es, und alle, die mich kennen, wissen es. Aber siehe, ich werfe mich großmütig in Deine Arme, denn Du liebst großmütige Herzen, ich hänge mich aber nicht an meine Fehler, denn ich weiß, wie gut Du bist und wie gern Du verzeihst. Siehe, könnte ich leben ganz ohne Sünde, wie lieb wäre es mir, alles wollte ich erdulden, alle Schmach und Verachtung, wenn ich nur Dich nicht mehr beleidigen würde. Aber siehe, um des Reueschmerzes willen, den ich diese Stunde habe und jedesmal, wenn ich einen Fehler begehe, erlöse diese Armen Seelen und bekehre die Sünder.“

Jesus: „Für heute noch nicht. Ihr, Meine Kinder, müßt Mir noch mehr Opfer bringen, Opfer! Aber vertraut, ihr werdet die Freude noch erleben und bald erleben.“

Barbara: Und ich sehe die liebe Mutter Gottes mit meinem heiligen Schutzengel eintreten in diese Räume. O ein trauriges Bild! O wie strecken sie die Arme ihrer himmlischen Mutter entgegen. Sie hat den Rosenkranz in der Hand, den Sie ihnen reicht. Und sie schließen sich an.

„O mein Gott, o mein Gott! O nimm sie alle mit! O mein Jesus Barmherzigkeit! O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, ihr tut Mir Gewalt an! Darum seht nur, Meine Diener, daß, obwohl Ich immer und zu jeder Zeit freigebig bin, wenn eine Seele Mich sucht und liebt, Ich aber ganz besonders freigebig bin, wenn eine Seele Mir Liebesgewalt antut. Es ist nicht überall der Fall so, daß Ich verstanden werde. So manche Seele wollte Ich an Mich ziehen, mit ihr verkehren, aber sie verstand Mich nicht und hatte nicht den Mut, die Hindernisse zu überwinden, die ihr in den Weg gelegt werden. Darum müßt ihr wissen, daß eine Seele, die glaubt, die Mich versteht, und die Hindernisse mutig überwindet, Meinem Herzen Gewalt antut, und um eures Glaubens willen und um eures Gebetes willen sollen euch diese Seelen, die ihr Mir anempfohlen, geschenkt werden.“

Barbara hatte gebeten um sehr viele, um sämtliche Verwandte und Bekannte von allen Anwesenden, sämtliche verstorbenen Schwestern von mehreren Klöstern.

Jesus: „Sie sollen an eurer Statt Mich loben und preisen, bis ihr mit ihnen Mich lobt und preist die ganze Ewigkeit.“

Barbara: Und jetzt steigt Sie herauf, die Hochgebenedeite, aus diesen unterirdischen Räumen. Sie alle tragen weiße Kleider und Palmzweige in ihren Händen. O welche Freude! O welch ein Jubel! Es sind das wieder Gestalten, wie ich sie schon einmal gesehen. O die herrliche Pforte! O die glückselige Pforte! Und immer weiter, immer weiter, immer weiter! Sie alle, sie alle; o wie danken sie Ihr. Wie werfen sie sich nieder vor dem Thron des Lammes, vor dem, Der auf dem Throne sitzt.

„O laßt mich mit eingehen, o nehmt mich doch mit. Ich glaube, o Herr, ich glaube!“

Jesus: „Glaubst Du, daß Ich dereinst wiederkommen werde, zu richten die Lebendigen und die Toten?“

Barbara: „Ja, Herr, ich glaube!“

Jesus: „Nur Geduld, sie alle werden mit euch vereinigt und ihr mit ihnen.“

Barbara: „Merkwürdig! Gar niemand kenne ich. Lauter Fremde! Mein Jesus, ich danke Dir! O gib mir Kraft und Mut, um auszuharren in all der Trübsal! Mehr will ich nicht, als leiden, büßen, sühnen müssen. O gib mir nur Starkmut! Ich danke Dir! O Du bist so gut! O welch eine Vereinigung mit Dir!

Nur eine Bitte, mein Jesus: Ich weiß, daß es nicht immer so sein kann. Wenn ich ans Sterben komme, dann laß doch den Feind nichts wider mich vermögen. O wie bist Du so unendlich gut! O wir arme Menschen begreifen es nicht. Gib doch all denjenigen, die sich fest anschließen an die heilige Kirche, daß sie in ihren Versuchungen nicht wanken, um all des Trostes willen, den Du mir heute abend gespendet. Erbarme Dich aller, die so verlassen, so trostlos und allen Lichtes beraubt sind. O laß doch solche nicht fallen, die es gut meinen, gib nicht zu, daß Satan eine Seele betört, die auf gutem Wege ist. O mein Jesus, Barmherzigkeit! O Herr, warum kommst Du denn nicht? Zögere nicht!“

Jesus: „Weil Ich dein Verlangen prüfen will und weil du leiden sollst für die streitende Kirche auf Erden, und für die leidende Kirche sollst du beten und bitten.

Geht hin, Meine Kinder, vergeßt nicht, was Ich euch gesagt habe in dieser heiligen Stunde, daß ihr nicht allzu sehr an eurer Schwachheit sollt hängen bleiben. Ihr sollt wissen, daß ihr Glieder Meines mystischen Leibes seid, und daß dieser mystische Leib zusammengesetzt ist aus lebendigen Gliedern. Habt ihr Mich verstanden? Lebendig sind alle diejenigen, die ihr Herz gereinigt haben von schwerer Sünde, die guten Willen Mir entgegenbringen und Mir treu dienen wollen, wenn sie auch manchmal Fehltritte tun, wenn sie auch fallen, wenn sie sich nur wieder aufraffen, ihre Schwachheit einsehen und an Mich anklammern und tun, wie Ich ihnen sagen ließ.

Dann sind sie die lebendigen Glieder, also der mystische Leib, und dieser muß büßen für das tote Glied, und die lebendigen Glieder müssen Schmerzen fühlen, weil das tote Glied sie nicht mehr fühlt. Habt ihr Mich verstanden? Ihr müßt die Schmerzen fühlen, weil das tote Glied sie nicht mehr fühlt, also habt ihr das Rätsel, warum Ich euch Leiden schicke, und ihr, die ihr den Widerstrahl Meines Herzens in euch tragt, es sollen alle eure Leiden euch versüßt werden in dem Gedanken, daß es nur eine kurze Zeit dauert und ihr von Ewigkeit zu Ewigkeit mit Mir herrschen sollt!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

206 Fest Allerheiligen 1897

„O daß doch alle Meine liebsten Kinder wüssten, welche heilige Gesellschaft sie begleitet.“

Lied: O ihr Freunde Gottes ...

Barbara: „O Jesus, Bräutigam meiner Seele, wie danke ich Dir für das unaussprechliche Glück, das Du uns wieder bereitest in dieser Stunde. Ich erwartete Dich nicht mehr heute abend. Du bist unendlich gut, daß Du so getreu bist, so getreu Wort hältst.“

Jesus: „Meine Kinder! Ich störe euch in der Nachtruhe. Aber sehet, doppelt und dreifach, hundert- und tausendfach soll euch vergolten werden, was ihr Mir opfert; denn wißt, daß Ich Mich an Großmut nicht übertreffen lasse. Es ist immerhin ein Opfersinn, wenn man etwas von seinem Vermögen, oder was man erübrigen kann, wegschenkt.

Was man aber von seinem Eigenwillen wegschenkt, ist ein größeres Opfer als alle anderen Opfer, die der armselige Mensch bringen kann; denn weil Ich dem Menschen den freien Willen gegeben habe, damit er darüber verfügen kann ohne Vorbehalt, Ich habe ihm den Willen gegeben, ganz frei, damit er ihn gebrauche. Wenn nun der Mensch diesen Willen gebraucht, um ihn Meinem Willen zu unterwerfen, dann rechne Ich ihm dieses hoch an.

Meine Diener! Ihr sollt wissen, daß, wenn ihr dieser heiligen Stunde beiwohnt, wo Ich rede durch dieses armselige Geschöpf, das euch gleich ist, mit denselben Armseligkeiten behaftet wie ihr alle, das Ich aber nun einmal erwählt habe, um der Welt zu zeigen, wie unendlich gut Ich bin, so soll, wenn ihr eure Fehler bereut, euch alles verziehen sein, wenn ihr wißt, daß die Worte, die ihr gehört, Meine Worte sind, daß die Stimme also Meine Stimme ist, und Ich will eurer Unvollkommenheiten nicht mehr gedenken. Eine Freudigkeit will Ich in euer Herz einsenken, daß ihr alles Vorgefallene vergessen werdet.

Ja, freuet euch, wo eure Brüder und Schwestern aus dem himmlischen Vaterland euch zurufen: Seht, was ihr seid, waren auch wir einst, und was wir jetzt sind, das werdet ihr dereinst werden! Ja, freuet euch mit euren Brüdern und Schwestern, die euch vorausgewandelt sind, sie sind gewandelt, den dornigen Pfad, den dornigen Weg des Kreuzes, gerade so wie ihr ihn jetzt wandeln müßt; denn diejenigen, die Ich vorher bestimmt habe, habe Ich auch bestimmt, Mir gleichförmig zu werden, also zu leiden mit Mir und für Mich!

Tun sie es freiwillig, dann brauche Ich es nicht zu tun, dann brauche Ich ihnen keine Leiden aufzubürden. Tun sie es nicht freiwillig, dann muß Ich es tun, dann muß Ich sie mit Leiden wohl bedenken. Ich werde Krankheiten einziehen und aufkommen lassen, bald wird dieses, bald jenes auf das Krankenbett geworfen, oder es nagt ein anderer Kummer an ihrem Herzen. Ich lasse es zu, daß ihre Bemühungen und Bestrebungen verkannt werden. Ich lasse es zu, daß sie zertreten werden von ihren Mitmenschen. Den ersten setze Ich in die bitterste Armut ohne Verschulden, dem anderen lasse Ich die Kinder so mißraten, daß er keine Freude an ihnen haben kann, und doch will Ich, daß alle Menschen gerettet werden, und es heißt oft in der Welt: Der will fromm sein, und der Bruder oder die Schwester sind gerade das Gegenteil, also muß nichts dahinterstecken, hinter der Frömmigkeit dieses Mannes oder dieser Frau.

Seht, das sind Kunstgriffe, welche die Menschen nicht verstehen. Oft wird daraus gemutmaßt und gewitzelt, und doch wollen sie in Meine Pläne dareinschwätzen, die Ich mit den treuesten Kindern Meines Herzens vorhabe; denn gerade durch solche Zwischenfälle, von denen die eigentlichen Personen, auf denen Mein Auge ruht, viel zu leiden haben durch Verachtungen und Verspottungen von ihren Mitmenschen, führe Ich Meine Pläne aus. Aber wohl dem, der über all dieses hinweggeht, seine Pflicht erfüllt, und weiter nach wie vor auf Mich schaut. Ich werde es ihm zur rechten Zeit zugute anrechnen. So tue Ich auch in eurer Mitte.

Ich bin es, der dafür sorgen muß und sorgen wird, daß ihr Meine Wege wandelt. Begierlichkeit und Üppigkeit sind immer bei der Hand. Wo die Begierlichkeit gepflegt wird, da wuchert die Üppigkeit von selbst. Der Mensch wird stolz, und Stolz trägt er im Dienste Gottes, und er geht, wo er noch wähnt gut zu sein, auf schlimmen Wegen, es geht abwärts. Darum will Ich vor allem sorgen für jedes einzelne Glied desselben, denn ihr alle seid Glieder, wie ihr hier beisammen seid, daß ihr nicht üppig werdet.

Sooft Ich einkehre mit einem Kreuzlein, müßt ihr euch wacker darunterstellen, ihr müßt es mit starker Schulter tragen, ihr müßt einander stützen, dann werdet ihr das Kreuzlein leichter tragen, ihr fühlt es nicht mehr. Habt ihr nicht gesehen vor einiger Zeit, daß da, wo ihr wähntet, ein schweres Kreuz in eurer Mitte zu sehen, wie Ich es so gefügt, daß ihr es nicht einmal spürtet? Erinnert euch nur zurück an jene Tage, wie gerne und mit welcher Freudigkeit ihr das Kreuz getragen und wie Ich euren Herzen alle Ängste und die Bangigkeit genommen. Ist das nicht ein größeres Glück, daß ihr gemeinsam ein Kreuz tragt, das euch die allweise Vaterhand Gottes auferlegt hat?

Nun aber, Meine Kinder, kommt mit zu euren Brüdern, kommt mit Mir. Ich will euch zeigen, wie herrlich der Lohn ist, der auch eurer wartet. O daß ihr es doch verstündet, was Großes es ist mit dieser heiligen Stunde. Würde Ich, wie Ich in eure Familie komme, in jedes Haus kommen, es wäre die Welt ein Paradies. Das Kreuz, das die Familie schleppt, würde nicht so hart drücken, weil dann, wenn Ich einkehre, Ich ihnen ins Dunkle Licht hineinbrächte; ja Ich sage euch, die Welt würde zu einem Paradies. Darum schätzt das Glück, das Ich euch bereitet. Wenn der Mut sinken will, denket daran, wie Ich komme und euch erzähle von der Glückseligkeit, die ihr dereinst genießen werdet und jetzt schon zu genießen anfangt.

Siehe, Ich habe dir, Meine Dienerin, gezeigt, als Ich dich fragte, ob du Mir Freude machen wolltest, welches große Kreuz Meine Kirche schleppt; denn siehe, obwohl du Mich in Meiner Gestalt erblicktest, so war es doch Meine jungfräuliche Braut, die Kirche, die freilich dir in Meiner Person erschien. Sie ist es, die dieses lange, schwere Kreuz schleppt; sie ist es, der dieses Kreuz die dicken Schweißtropfen auf die Stirne preßt. Das Kreuz, das sie schleppt, sind ihre eigenen Kinder, ihre eigenen Kinder drücken diese Meine jungfräuliche Braut bis in den Boden hinein, und da will Ich nun Meine eifrigen Kinder ermahnen, warnen und bitten, daß sie ihr, dieser ihrer Mutter, das Kreuz helfen schleppen, sich unter das Kreuz stellen, das Meine Kirche schleppt, wie Ich vorhin erklärt, auf welche Weise das Kreuz soll getragen werden. Mit starker Schulter sollen sich, die treuen Kinder, Glied an Glied, Kopf an Kopf stellen und sich zusammenscharen zu einem Häuflein und den Himmel bestürmen, ihre Gebete, ihre Tränen vereinigt zum Throne Meines himmlischen Vaters senden, vereinigt sage Ich, nicht nur unter sich vereinigt, sondern sich auch anschließen an ihre unsichtbaren Brüder und Schwestern, die Tag und Nacht sie umringen.

O daß doch alle Meine liebsten Kinder wüßten, welche heilige Gesellschaft sie begleitet. O daß sie wandelten, würdig dieser Gesellschaft; denn wisset, wo ihr eure Schritte hinsetzt, da geht ihr nicht allein. Glaubt ihr an eine Gemeinschaft der Heiligen, dann glaubt auch an einen Verkehr mit den Heiligen.

Glaubt nur, wenn Ich verlange, daß eines dem anderen helfe unter euch, daß, wem Ich mehr gegeben, seinem armen Mitbruder zu Hilfe kommen soll mit Rat und Tat, glaubt aber auch, daß eure besten Brüder und Schwestern dasselbe tun. Dasselbe Gebot, das Ich euch gegeben, besteht am allervollkommensten in diesem glückseligen Reich. Darum nur weiter, nur munter drauf los!

Schaut hin auf eure Gegner! O ihr Priester des Herrn, wenn euch die Waffe aus der Hand sinken will, wenn ihr ermattet und ermüdet und schlaff geworden seid ob der Mühen und Arbeiten eures Berufes, dann schaut hin auf eure Gegner, auf diejenigen, die es abgesehen haben, die Kirche zu vernichten, sie zu zerschmettern, und ihr braucht nicht mehr zu tun, als jene tun in Teufelsdiensten. Alles, was ihnen vom Lügengeist eingeflüstert wird, das bringen sie zu Papier, und in Wort und Schrift wird es verbreitet und hinausgeschleudert unter das Volk.

Warum wollt ihr also mutlos werden, die ihr in Meinem Dienst steht, die ihr die einzigen seid, von denen noch das Wohl und Wehe der Völker abhängt? Ihr seid die einzigen, welche die Welt ins Geleise bringen werden und bringen sollen, und auch müssen. Ich habe euch gesandt, Ich habe euch eine Fahne aufgepflanzt, unter dieser geht ihr sicher. Schauet nur auf sie und euer Mut wird wieder belebt. Das Schwert, das euch aus der Hand sinken will, es wird wieder sich aufrichten und ihr werdet tapfer darauf loskämpfen. Die Fahne, die Ich unter euch aufgerichtet, die Ich in eure Mitte gestellt, ihr kennt sie: Es ist das heilige Kreuz, an dem euer Herr und Meister gestorben ist. Habt ihr Mich verstanden? Sterben werdet ihr, sterben müßt ihr, sterben sollt ihr an diesem Kreuze, und durch euren Tod soll die Kirche zum Siege gelangen, siegen soll sie über alle ihre Feinde.

Aber ihr, die Ich euch hingestellt in dieses Reich als ein anderer Christus, ihr sollt auch wie ein anderer Christus sterben für Mein Volk, damit Mein Volk gerettet werde. Entweder für Christus oder gegen Ihn. Wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut; wer nicht für Mich ist, der ist gegen Mich. Darum gibt es so viele, und gerade unter euch, Meinen Dienern, kommt es jetzt häufiger vor als je, daß sie flüchten gehen. Sie haben der Fahne geschworen, aber sie brechen den Eid. Warum denn? Weil sie das Kreuz fliehen, weil auf der Fahne geschrieben steht: ‚Kreuz für Kreuz!‘ Darum, ja darum werden so viele mutlos und lassen die Waffen sinken, weil sie nicht kämpfen wollen.“

Barbara: Ich sehe eine Schar Ritter. Sie alle ziehen daher auf Rossen, als zögen sie in die Schlacht. „Was soll denn das bedeuten?“

Jesus: „Das sind lauter Priester, die du siehst, die in den Kampf hinausziehen. Siehe, diese alle ziehen in den Kampf, die nehmen es auf mit den Feinden, mit den Feinden Meiner heiligen Kirche.“

Barbara: „Was sind denn die Rosse? Priester haben doch keine Rosse!“

Jesus: „Ja, Priester haben Rosse! Die Rosse, das ist der Starkmut, der Mut, der starke Mut. Mit diesem Mut treten sie hin vor Mein Volk, verkünden ihnen Meinen Willen. Ein solcher Ritter war der Prediger dieser Woche, ein solcher Ritter ist Mein Diener, und mit ihm all die feurigen Missionare, die hinausziehen in die Welt, die da hineingreifen in die Weltgeschichte, die sich nicht scheuen vor den Großen, vor den Feinden der heiligen Kirche.

Wohl habe Ich ihnen den Mut gegeben, aber ihr Wille ist frei; sie können ihn Mir entziehen oder können mit Mir wirken. Darum sind diejenigen, die so ausziehen in Schrift und Worten, lauter Ritter und sie werden, wenn sie dereinst durch die Goldene Pforte eingegangen sind, mit Mir herrschen, mit Mir auf einem weißen Rosse zum Gericht erscheinen, wenn die Welt wird gerichtet werden, weil sie hienieden Meine Wege gewandelt sind.

Ich war gekommen, um Seelen zu retten, um einzig und allein Seelen zu retten und das Ebenbild Gottes wiederherzustellen in den einzelnen Seelen. Darum freut euch, ihr alle Meine Diener, die ihr wißt, daß ihr eure Schuldigkeit tut. Aber wehe den Abtrünnigen, wehe jenen, die feige werden, welche die Waffen niederlegen und ihren Feinden nachlaufen und übergehen in das Feindeslager. Sie werden dereinst nicht nur von Mir gerichtet, sondern von ebenso vielen Mitbrüdern, wie treu zu der Fahne geblieben sind.

Ihr aber, Meine Kinder, könnt ihr denn diese Ritter, die du siehst, auch unterstützen? Ja, auch ihr könnt teilnehmen an den Schlachten, die diese liefern werden. Ihr könnt sie unterstützen durch Ausharren, durch die Beharrlichkeit in guten Vorsätzen, durch Gebet, durch Opfer und Sühne. Ihr könnt sie unterstützen durch leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit. So oft ihr eines dieser Werke bringen werdet, sooft stellt ihr einem dieser Ritter einen Soldaten ins Feld; denn ihr alle sollt beitragen zum Sieg der Kirche. Meine Kirche muß und soll aufblühen auf der Erde, in der Schöpfung, sie muß auf den Berg gestellt werden, von wo aus die ganze Welt sie schauen soll und von ihr soll gerichtet werden. Und weil die Zeiten schlimm sind, und weil so viele fahnenflüchtig geworden sind, darum brauche Ich viele, viele heilige, fromme Seelen, die in die Fußstapfen ihrer Vorkämpfer eintreten.“

Barbara: „O Herr, ich bin heute abend gar nicht so fröhlich im Gemüt, obwohl meine Seele glücklich ist in Dir. Mein Gemüt fühlt aber gar nicht die Freude, wie ich sie sonst an solchen Festen gefühlt habe. Bin ich schuld? Habe ich Dich beleidigt? O dann verzeihe mir.“

Jesus: „Meine Tochter! Ja, deine Seele freut sich, aber du fühlst die Freude nicht. Siehe, das ist das Bild der heiligen Kirche. Die heilige Kirche, obwohl sie einverleibt ist der triumphierenden Kirche, obwohl sie ein Herz und eine Seele bilden und die triumphierende Kirche ganz und gar mit ihr vereint, mit ihr herrscht und triumphiert, so fühlt sie doch die Freude nicht, und ihr Leib ist niedergebeugt und niedergedrückt, so daß sie die Freude ihrer Seele gar nicht fühlen kann, weil so viele Kinder sich von ihr abgewandt, und wenn sie da aufblicken will und sich mit ihren Kindern freuen will, die sie schon vorausgeschickt, dann schweift ihr Blick umher auf die vielen verirrten Kinder, die ihr den Schweiß auf die Stirn pressen, und ihre Freude ist getrübt. Darum wundert euch nicht, wenn es euch ebenso geht. Tragt das Kreuz gemeinsam, stellt euch Glied an Glied, Kopf an Kopf, stellt euch zusammen zu einem Bund, und Ich in eurer Mitte werde mit euch kämpfen, streiten und siegen.“

Barbara: „Mein Jesus, ich bitte Dich, siehe, bitten darf ich doch für die arme, bedrängte Seele, die meinem Gebet empfohlen wird. O laß sie Hilfe spüren, damit die Menschen, die im Liebesbund sich befinden und sich stellen unter das Kreuz, fühlen, wie gut Du bist, und erleichtere ihnen das Kreuz, damit, indem sie sich mit anderen vereinigen und so vereinigt das Kreuz schleppen, es ihnen leichter wird. Ich bitte Dich für die schwermütige Seele, daß sie sich aufrichten kann.“

Jesus: „Meine Tochter, sage ihr einen freundlichen Gruß von Mir, sie möge es probieren und Mir zuliebe das Kreuz schleppen von morgens bis abends, und dann es hinstellen und Mir sagen: ‚Mein Jesus! Siehe, heute habe ich Dir zuliebe das Kreuz getragen, jetzt hilf mir, daß ich es weiter tragen kann‘, und am anderen Abend soll sie es wieder so machen und das Kreuz wieder abstellen. Ja, Meine Tochter, das Kreuz, das du trägst, wirst du dann nicht mehr fühlen, weil du es Mir zuliebe trägst; denn dieses Kreuz soll dich tragen und soll dich Mir zutragen. Verstehst du Mich?

Der Bruder von N. soll sich nicht allzu sehr kümmern, er soll Mir nur ein reines Herz bewahren, frei von der Selbstliebe, das heißt, er soll, da ihm der Plan mißglückt, sich nicht der Welt zuwenden; denn die Welt ist Selbstliebe. Die Kinder der Welt dienen nur sich selbst und ihrer Lust, und Ich werde für ihn sorgen. Nun aber, Meine Kinder, nehme Ich Abschied von euch! Ich werde in diesem Monat euch nicht mehr besuchen. Ich will aber sehen, was ihr gelernt habt. Ich will einmal eine Prüfung mit euch halten. Diese Prüfung soll dauern bis der Advent beginnt. Will sehen, ob ihr Mir treu dient, ob ihr eure Brüder und Schwestern nicht vergeßt, die so sehnlichst warten auf eure Hilfe. Ich habe euch mächtige Boten gegeben und habe an eure Seite so tapfere Brüder und Schwestern gestellt. Ritter habe Ich euch zugesellt, nämlich Engel und Heilige.

Aber diese eure Brüder und Schwestern können jenen, den Armen Seelen, nichts mehr helfen. Sie können nur euch helfen, nicht aber euren Brüdern und Schwestern, die euch auch vorangegangen sind, die da noch zurückgehalten werden, weil sie Meiner Anschauung noch nicht würdig sind. Darum all eure Arbeiten, alle eure Mühen und Leiden: o bringt sie Mir zum Opfer, und Ich will es so annehmen, als ob ihr kniet vor Meinem Tabernakel. Seid nachsichtig, seid einträchtig, und ich will euch versprechen, alle eure Lieben, von denen ihr so sehr wünscht, daß sie mit euch Mich loben und preisen die ganze Ewigkeit, am Schluß dieses Monats euch zu schenken, sie zu befreien.

Und ihr, Meine Kinder, die Ich euch freigestellt, euch habe Ich kein Hindernis in den Weg gestellt. Vergeßt es nicht, tut leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit, und Ich will euch nicht nur einhundert, sondern Tausende von Seelen schenken in diesem Monat. Die Priester, die sich mit euch vereinigen, sie sollen durch ihr heiliges Meßopfer, durch ihre Mühen und Arbeiten Seelen gewinnen und Fürbitter zu Meinem Thron emporschicken, zehnfach, hundertfach, tausendfach; denn ihr müßt wissen, daß Ich freigebig bin in dieser Zeit, freigebiger als je.

Je mehr Meine Kirche bedrängt und unterdrückt ist, desto freigebiger werde Ich sein. Meine Rechte wird sich vervielfältigen, Ich werde freigebiger sein, sovielmal es verlangt wird von einem Meiner treuen Diener. Ja, Ich verspreche euch, wenn ihr recht zusammensteht und ein Priester seine Treuen versammelt und er in ihrer Mitte in dieser Meinung beten wird, um den Sieg der Kirche zu beschleunigen, sooft werde Ich die Bitte erfüllen, die Mein Diener N. an Mich richtet. Ich werde die Gnade ausdehnen auf das ganze Jahr (für jeden Rosenkranz einen Sünder und für jedes Ave eine Arme Seele), aber nur, wenn ein gemeinsames Gebet stattfindet. Wenn einzelne Seelen bitten, kann es nicht so kräftig sein, wenn es auch eine heilige Seele ist, die bittet; denn Ich will, wo alle gesündigt, daß auch alle bereuen, büßen und sühnen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

207 Fest der Heiligen Katharina im November 1897

„Ein Martyrium muß der Mensch nun einmal durchkämpfen, entweder ein Martyrium des Blutes oder eines des Herzens.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, o Du Bräutigam meiner Seele, Du meine einzige Freude und Ruhe, Du Wonne meines Geistes, Du Inbegriff meines ganzen Lebens und Strebens. Dir zuliebe, mein Jesus, laß ich mich schon dreißig Jahre lang für eine Närrin behandeln. Ja, die Liebe war es, die mich wegtrieb aus meiner Heimat, hierher in diese Stadt. Ohne zu wissen, was Du mit mir vorhattest, folgte ich diesem Rufe und ging ich, wohin Du mich führtest. Dank sei Dir, o Herr, für all die Leiden und Trübsale, denn solche habe ich Dir mehr aufzuzeigen als wonnevolle Tage. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder, unerwartet komme Ich, um euch eine Freude zu machen. Seht, je mehr die Welt euch haßt, je mehr ihr Verachtung und Verspottung zu ertragen habt um Meinetwillen, um so näher und inniger seid ihr verbunden mit Mir, desto enger und inniger wird das Band mit euch geknüpft.

Ja, freut euch mit Mir und mit denjenigen, die Ich euch vorführen will. Weißt du noch, wie Ich dir all diese vorstellte, als Ich dich zu Meiner Braut annahm, welch himmlische Gefährtinnen du mitnahmst, als Ich dich Meinem himmlischen Vater vorstellen wollte?“

Barbara: „Ja, Herr, ich weiß es, ich habe mich heute den ganzen Tag gefreut, und mich heute früh in ihrer Gesellschaft aufgehalten. Ich weiß nicht, warum zu der heiligen Katharina auch noch meine Schwester Barbara kam. Es war doch keine Täuschung, o Herr?“

Jesus: „Nein, Meine Tochter, es war keine Täuschung. Siehe, du mußt wissen: je mehr die Welt Mich vergißt und Mich hinausschafft aus ihrem Herzen, je mehr der Unglaube sich breitmacht in den Seelen , um derentwillen Ich vom Himmel herabkam, für die Ich alles hingegeben, die Mein Ebenbild in sich tragen, für die Ich ans Kreuz hinaufgestiegen bin, und die Ich geboren habe am Kreuz, je mehr sie Mich hinauswerfen aus ihrer Mitte, desto mehr will Ich Mich Meinen treuen Seelen offenbaren. Ja, Meine Diener leiden viel, es sei geklagt, sie haben eine schwere Bürde, aber die Menschenfurcht macht ihnen die Bürde noch viel schwerer.

Darum seid zufrieden mit eurem Schicksal, wenn diejenigen, die Ich euch zum Schutz gegeben, euch verspotten, die wachen sollten; aber anstatt zu wachen, haben sie nichts als zu kritisieren, zu urteilen, blind hinweg wie die ganze Welt. Sie wollen Meine Worte hinaustragen unter die Völker und tragen sie hinaus, aber wie sollen diese Worte Frucht bringen, wenn sie selbst nicht den Glauben haben?

Wie können denn die anderen glauben, wenn sie dasselbe tun, was jene tun, wenn sie nicht glauben wollen an eine höhere Macht, die unter ihnen waltet, die ihnen beistehen will, die ihnen die Mittel an die Hand geben will, wie die Gesellschaft der Menschen, der Guten, noch zusammenzuhalten ist!“

Dann sah Barbara ihre heiligen Gefährtinnen, die ihr die Siegespalme bringen zum Zeichen, daß sie ausharren werde.

Barbara: „Ihr bringt mir den Siegeskranz, die Siegespalme?“

Katharina: „Ja, liebe Schwester!“

Barbara: „Nun, so sagt mir auch, was es bedeutet, daß ich euch durch ein so langes Tal dahinschreiten sehe, wie auf einem blauen Teppich, der einen so wunderschönen Glanz von sich gibt.“

Katharina: „Und das verstehst du nicht? Das Tal, das du uns durchwandeln siehst, ist dein Lebensweg. Wir sind dir vorausgewandelt, und du mußt uns folgen. Du mußt denselben Weg gehen, den wir dereinst gewandelt sind. Und weißt du, was dieser blaue Teppich bedeutet, der wie ein Silberglanz leuchtet, der auf dem Lebensweg gelegt ist, den wir gewandelt sind? Es ist die Demut, welche die blaue Farbe bedeutet, und der Glanz, der weiße Schimmer, ist die unbefleckte Reinheit, mit der wir durch die Demut unserem Ziel entgegengingen. Die Demut ist die Grundlage aller Tugenden, sie ist aber auch die Bewahrerin aller Tugenden und der Deckmantel aller Fehler, die am menschlichen Herzen noch haften und ankleben. Nicht wahr, das verstehst du jetzt doch?

Der arme Mensch hat seine Fehler, die ihm anhaften, solange er auf der Welt ist. Auch wir hatten die unsrigen, auch wir waren keine Göttinnen. Die Demut aber, die uns zum Ziele führte, ist nicht nur die Bewahrerin aller Tugenden, sondern auch der Deckmantel aller Fehler des menschlichen Herzens, weil der arme Mensch, wenn er in der Demut wandelt, obwohl er seine Fehler erkennt und sieht, doch darüber hinweggeht, weil er weiß, daß er ein armer, sündiger Mensch ist und daß Gott verzeiht, wenn nur der Mensch einsieht, daß er ein Sünder ist, und er seine Fehler bereut.

Darum werdet nicht mutlos, wenn man euch verlacht und verspottet. Die Gesellschaft, mit der ihr umgeht, muß euch alles ersetzen. Wenn es die Diener der Kirche verschmähen nachzudenken, ja, wenn sie es nicht einmal der Mühe wert halten, die Unterredungen zu lesen, dann freuet euch mit uns. Als ich vor dem heidnischen Richter stand und er mir mit all den Schmeicheleien entgegenkam, und von Schmeichelworten zu Drohungen überging, und als er mir die Erlaubnis gab, mit fünfzig Weltweisen und mit Priestern zu disputieren, glaubst du wohl, das sei für mich so leicht gewesen? Die Spottreden, die da fielen, trafen auch mein menschliches Herz. Die blitzenden Augen schmetterten auch mein armes schwaches Herz darnieder. Dies war auch keine Kleinigkeit für mich, mein Herz litt auch gar sehr. Wer war es aber, der mir die Kraft verlieh, sie alle zu zerschmettern, sie zu überzeugen, daß ich im Rechte stehe? Es war derselbe Geist, der dich überzeugen soll und überführen wird. So wenig ich aus mir den Weisen, den Gelehrten gegenüberstehen konnte und sie doch besiegte, so wenig kannst du aus dir die Worte hervorbringen, die dein Mund spricht.

Darum freue dich, daß du gewürdigt wirst, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden. Freue dich, daß du neben solche Schwestern gestellt wirst; denn wenn es anders wäre, hättest du nichts zu leiden, und die Krone muß nun einmal verdient werden, entweder blutiger oder unblutiger Weise. Ein Martyrium muß der Mensch nun einmal durchkämpfen, entweder ein Martyrium des Blutes oder eines des Herzens.

Ihr aber, meine Kinder, die euch der Herr herbeigeführt, freuet euch mit ihr, erleichtert ihr das Kreuz, indem ihr mit heiterem Gesicht, mit fröhlichem Angesicht ihr beisteht und so der Welt zeigt, daß ihr den Frieden in euch tragt, der das Kennzeichen der wahren Kinder Gottes ist. Das ist das beste Zeichen, die Ruhe des Herzens.

Laßt sie, die Toren, die euch beobachten, die alles Böse euch andichten und Unwahrheit euch entgegenschleudern. Haben sie es ja doch vor euch, vor achtzehnhundert Jahren, einem anderen auch so angetan.“

Barbara: „O liebe, heilige Katharina, o liebe, heilige Barbara, ihr meine Schwestern, ich grüße euch durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte um ein kleines Andenken für jede von uns. Du hast so vieles geerbt von deinem himmlischen Bräutigam. Du hast mir einen Teil deiner Beredsamkeit geschenkt, ich danke dir. Ich bitte dich, gib uns heute abend auch wieder ein kleines Andenken von deinem Einzug in den Himmel. Du hast so viele Schätze. Du hast Besitz genommen von der Herrlichkeit und herrschest jetzt mit Ihm, also hast du auch Herrschaft, und so verlange ich, o liebe, heilige Katharina, ein Zeichen durch dich vom Herrn, von Jesus, meinem himmlischen Bräutigam, weil niemand es der Mühe wert hält zu erforschen, ob Gott in einer Seele wirkt.“

Katharina: „Das Zeichen hast du heute abend bekommen. Siehe, als du im Namen Jesu und in Kraft des Gehorsams den Geist beschworst, da trat sofort dein himmlischer Bräutigam mit dir in Verbindung und du konntest den Namen des bösen Geistes nicht mehr aussprechen. Siehe, das ist das Zeichen, daß es kein anderer sein kann als dein himmlischer Bräutigam.“

(Vor dem dritten Sturm im Leiden ließ sich Barbara das ganze Bett mit Weihwasser besprengen; denn durch die Reden, die uns zu Ohren gekommen waren, und das Spotten und Verlachen seitens einiger Priester, von dem man uns Mitteilung machte, beängstigt, und im Gehorsam gegen ihren Beichtvater, beschwor sie den Geist mit folgenden Worten: „Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und in Kraft des heiligen Gehorsams beschwöre ich dich im Namen unseres Herrn Jesu Christi, bist du ein guter Geist, so trete näher!“ Und augenblicklich trat der Herr mit ihr in Verbindung, und sie konnte nicht, wie sie wollte, hinzufügen: „Bist du aber der böse Geist, so entferne dich!“)

Katharina: „Für euch aber, meine Kinder, die euch der Herr herbeigeführt, ist es das Zeichen, daß es Jesus ist, der euch heute abend herbeigeführt. Und ihr könnt es daran erkennen, daß ihr so innigen Anteil nehmt an der Freude und dem Leid dieser Dienerin; denn wenn es ein anderer Geist wäre, dann würde es nicht so sein, dann würde in euren Herzen bisweilen Abneigung und Unfriede sich regen. So aber nehmt ihr zu an heiliger Freude und an heiligem Frieden. Geht von Haus zu Haus und fragt andere, ob ihr dasselbe findet. Seht, wo der Geist Gottes weilt, da ist Friede und heilige Freude, da ist kein Zwiespalt zwischen den Herzen, und wenn der Geist der Finsternis es wagt, den Zwiespalt hineinzutragen in die Herzen der Familie, dann dauert es nicht lange, und der Geist des Friedens und der Liebe zieht wieder ein in dieses Haus.

Ja, merkt es euch, liebe Schwestern, der Feind lauert um euer Haus herum, und wo eine Lücke ist, da schlüpft er schnell durch. Nehmt euch in acht, daß das Band nicht zerreißt, denn dies ist die Lücke, wo er hineinschlüpft, und schafft ihn so schnell wie möglich wieder hinaus und bindet die Lücke zu. Niemals wird es dem Feind gelingen, Bosheit auszusäen in diesem Haus, und dies soll das Zeichen sein, daß das, was der Herr durch diese Dienerin wirkt, von hoher und großer Wichtigkeit für spätere Zeiten, für spätere Generationen ist.

N. aber sagt, warum er noch fragt und warum er noch zweifelt, weil der Herr zu dieser Seiner Dienerin gesprochen (im Spätfrühjahr), daß in einigen Monaten der Krieg ausbrechen wird.

Wie lange werdet ihr noch hin- und herwanken und kritisieren an den Worten, die der Herr spricht. Seine Worte sind immer wie damals, als Er auf Erden unter euch wandelte, sie sind für euch und uns alle, die wir sterbliche Menschen sind, rätselhaft und in Gleichnissen gesprochen. Will doch der Herr, daß Seine Diener sich wappnen sollen gegen den inneren Kampf, der entbrannt und entfesselt ist in der ganzen Welt, am allermeisten aber in Deutschland. Deutschlands Kirche ist schwer bedrängt und bedroht, von allen Seiten ist der Feind herbeigezogen und hat das Reich Christi umringt. Wie mit einem Wall ist die Kirche Gottes umschlossen und umlagert, und von allen Seiten werden Pfeile abgeschossen in dieses Reich. Viele werden verwundet und niedergeschossen durch diese giftigen Pfeile, die aus des Feindes Lager hineindringen in das Reich Christi, der heiligen Kirche Gottes.

Nun hat aber der Herr schon oft erklärt und Seine Diener aufgefordert, was Er eigentlich durch dieses Sprachrohr bezwecken will. Er will sie erinnern an ihre Pflichten, Er will ihnen zeigen, welch hohe Würde sie haben und welche Aufgabe sie zu erfüllen haben, und daß sie die Feldherrn des großen Königs sind, die da Krieg führen müssen gegen die Feinde Gottes, gegen die Feinde der heiligen katholischen Kirche. Wer anders wäre es gewesen als euer Herr und Meister, der euch vorbereiten wollte auf diesen Kampf, der jetzt entbrannt ist, und ihr, ihr Priester in der Stadt N., ihr müßt ihn am allermeisten führen.

Darum wäre es am allermeisten notwendig, daß ihr euch mit Glauben und Liebe bewaffnen würdet, daß ihr – anstatt zu kritisieren, etwas zu verurteilen, was ihr nicht einmal untersucht, also auch nicht kennt – euch anschließen und durch Gebet und Sühne und Opfer euch verbinden würdet zu einer Armee; denn der Kampf, der jetzt geführt wird, ist jenem zu vergleichen, der einmal geführt worden im Himmel, und wenn ihr es nicht glaubt, daß jener Streit der furchtbarste war, der je gewesen ist und sein wird, solange die Welt steht, so wartet es nur ab, und ihr werdet sehen, wie viele Seelen durch diesen Streit zugrunde gehen und wie viele mit hineingeschleudert und hineingezogen werden in des Feindes Lager.“

Barbara: „O liebe, heilige Katharina! Ich danke dir und auch dir, meine liebe, gute Schwester Barbara. Ich hätte nicht geglaubt, daß ihr heute zu mir kommt. O mein Gott, wie gut bist Du, daß Du mir solche Gesellschaft gibst. O ihr glückseligen Geister, ihr glückseligen Seelen, heute abend habe ich erst schildern gehört, wie glückselig die Stadt ist, wo ihr wohnt. O laßt nicht zu, daß jemand von uns mit hineingezogen werde. O ihr lieben Schwestern, helft uns doch bitten, daß keines von uns verlorengeht.“

Katharina: „Ihr alle, ihr alle werdet kämpfen den guten Kampf, den auch wir gekämpft. Harre aus, meine Schwester, harre nur aus.“

Barbara: „O nimm hin, o Herr, alles was ich bin und habe, und was ich an Abtötung nicht leisten kann wie Lieschen, das will ich Dir bringen, indem ich all die Schmach und Verachtung, die Verdemütigungen Dir aufopfern und ruhig weitergehen will. Mein Jesus, es ist nicht möglich, daß eine Seele kann verlorengehen, die auf Dich vertraut. Du bist doch kein Tyrann!“

Jesus: „Freuet euch, Ich habe euch die Einleitung gebracht.“

 

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