|
Band
2
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite
4
Diese Bekehrung erfolgte am 28. November
1898, also noch vor dem Feste der heiligen Barbara, wie
sie versprochen, er war ein großer öffentlicher Sünder,
der seit zweiunddreißig Jahren nicht mehr gebeichtet und
bei seiner Hochzeit die heilige Kommunion, ohne zu
beichten, empfangen hatte. Er war aus der Pfarrei von
Barbara, der an diesem Tag nach überaus reumütiger
Beichte unter lautem Schluchzen die heilige Kommunion
empfing.
(Diese Belehrung bildet gleichsam den
Schlußstein und die Krone von allem. Sie ermuntert zur
Übung der höchsten Tugend, um Christi willen verachtet
zu werden, seine ganze Persönlichkeit Ihm zuliebe zum
Opfer zu bringen, sterben zu lassen. Das ist der größte
Gegensatz zum Weltgeist und bösen Geist. Darin liegt der
klarste und tiefste innere Grund und Beweis für die
Echtheit und der himmlische Ursprung dieser
Offenbarungen, die alle denselben Geist atmen und
stufenweise bis zu dieser letzten Spitze führen. Die
darin enthaltene Prophezeiung vom „Gebunden werden an
Händen und Füßen, angenagelt und begraben werden„ hat
sich erfüllt durch das am 14. August 1900 gefällte
Urteil des bischöflichen Ordinariats zu Mainz. So wird
auch die Verheißung des Sieges sich erfüllen.)
Wenn aber der Christ beim Erwachen sich
an Mich erinnert und denkt, du willst dich mit deinem
Gott vereinigen, ja, dann zieht es ihn hin, er findet
eine Stunde Zeit, ehe er sich hineinwälzt in diesen
Staub, der da in ihren Händen verfliegt. Dieses Mittel
will Ich eingeführt wissen unter den Völkern, unter
Meinem Volk, unter den Christen.“
Jesus: „Das
brauchst du nicht zu wissen. Wenn Ich anpoche an deinem
Leibe, dann komme Ich wieder.“
Meine Kinder, freuet euch! Morgen feiert
die Kirche das Fest Meiner Beschneidung; es ist das
erste Blut, das Ich auf Erden vergossen habe. Freuet
euch, denn wenn Ich sage, daß Ich zufrieden bin, und daß
Ich diesen Frieden, diese heilige Freude in euch
hineinlenke, die euch niemand rauben kann, dann geht hin
und höret Meine Worte, wo sie gepredigt werden und
freuet euch, weil ihr sie auch da hören könnt, wo sie
nicht von der Kanzel her tönen.“
Wenn auch ein Mensch ein Vermögen von
Millionen und Milliarden hätte und unter die Armen
austeilte, so wäre es doch kein Dank und morgen wären
sie wieder unzufrieden. Ich aber bin ein dankbarer Gott
und mit nichts könnt ihr mehr verdienen, als indem ihr
Mir Sühne und Abbitte leistet, und alles andere
geringschätzt. In dieser Zeit, wo sich alles von Mir
abwendet, ist Mir das Gebet das liebste, die Sühne und
Abbitte.“
Darum Mut, Meine Kinder, Mut ihr
Priester, die ihr es glaubt, haltet fest das
Steuerruder; ihr seid der Steuermann im Schifflein
Petri, jeder in seiner Pfarrei – nur mutig mit den
Wellen kämpfen, wenn auch das Schifflein angefüllt ist
mit den Wassern des Unglaubens, aber untergehen wird es
nie. Es wird eine Zeit kommen, wo alle die Gewässer aus
dem Schifflein herausgeschöpft sein werden. Aber das
kostet Kampf. Durch Kampf zum Sieg; durch Sieg zur
Krone.“
Meine Tochter, Ich habe Mitleid mit dir,
daß du doch gar zu schwerfällig bist und gar zu
langsamen Herzens und nicht nachlassen willst mit deinen
Griesgrämereien. Führe Mir dein Kind zu und deine
Schwester, und nicht eher wirst du es Mir zuführen und
deine Schwester, bis du ganz ergeben in Meinen heiligen
Willen und zufrieden bist mit deinem Schicksal und Mich
anerkennst als deinen lieben, zärtlichen Vater, als
deinen Bräutigam. Ist es dir nicht genug, wenn Ich Mich
hinstelle an deine Seite und die Stelle deines
hinfälligen, armseligen Ehegemahls vertreten will?
Armselig sind doch alle Adamskinder, Ich aber der große
Gott!“
Ihr aber könnt ruhig weitergehen; das
habt ihr gesehen an den Geschwistern Meiner Dienerin.
Nicht ersparte Ich ihnen die Leiden. Sie haben zu
kämpfen mit ihrem täglichen Unterhalt, und doch zählen
sie zu den Glücklichsten der Welt. Gehet hin zu den
Reichen, die in den Palästen wohnen und sehet nach, ob
sie zufrieden sind. Und geht hin in die Hütten dieser
Armen und fragt sie, ob sie tauschen mit jenen, die in
den Palästen wohnen. Seht, dies ist der geheime
Kunstgriff Meines Herzens. Ich will die Menschen
belehren darüber, wo man wirklich glücklich ist.“
Ihr aber, geht ruhig dahin, und gerade
durch die Sicherheit, mit der ihr eure Schritte
weiterlenkt, ungeachtet all der Spötteleien, könnt ihr
Seelen retten. Man wird, wenn ihr einmal lange genug
gelitten und man müde geworden ist, euch achten und
schätzen, wie alle Diener Gottes erst sich die Achtung
verdienen mußten. Und sollte sie euch von diesen
Menschen nicht gezollt werden, es kommt eine
Gesellschaft, unter die ihr einst gezählt werdet, die
euch achten. Lebt wohl, Meine Kinder!“
Den ganzen Freitag mußte Barbara zu Bett
liegen und hatte große Schmerzen.
Solche und ähnliche Redensarten und
spöttische Gesichter dazu gehören zu dem täglichen Brot,
das der Herr den dreien reichen läßt, um sie in der
Demut und Geduld zu prüfen und zu üben. Er spendet ihnen
aber solchen Trost und solche Kraft, daß ihnen, die nach
den Worten des Herrn auf Großes sich gefaßt machten,
dies alles wie Kleinigkeiten vorkommt, und sie sich nach
solchen Gelegenheiten gestanden und zuriefen: „Weiter
nichts wie dieses? Das ist leicht zu tragen!“ Die
Spottreden sind ihnen, statt sie zu verwirren, eine süße
Musik in den Ohren und Wonne im Herzen, das sich freut,
für Jesus und Seine Sache etwas ertragen zu können. O
würden die Menschen wissen und empfinden, wie Jesus das
geringste Leiden und Opfer für Ihn lohnt, dann würden
sie nach solchen Gelegenheiten mehr hungern und dürsten,
als die Weltkinder nach Gold, Ehre und Freude.
Jesus:
„Freilich war dies die richtige Antwort; dies sind die
Leiden einer jeden Familie. Der Zeitpunkt ist jetzt
gekommen, wo alles abwärts geht, wo die Familien sich
zersplittern. Aber seht, durch das Band der Liebe sollen
andere wieder mitgehalten, aufgerüttelt und aufgerichtet
werden, und eine bessere Zeit wird und muß erstehen,
aber nur durch die Einführung der öfteren Kommunion.“
(Als der Herr Sich am Donnerstag abend
in der Kirche zeigte, erschien Er Barbara ganz
plötzlich, um ihr zu zeigen, daß Er ihr auch ohne die
drei gewöhnlich vorausgehenden Leidensstürme erscheinen
könne. Nachdem sie unsagbare Tröstungen genossen, so daß
sie glaubte, im Himmel zu sein und sie nur gewünscht
hätte, nicht mehr ins Leben zurückkehren zu müssen, da
bekam sie einen Leidenssturm in der Kirche, die bereits
leer war, und wollte ihr der Herr damit zeigen, daß,
wiewohl Er ohne Leiden gekommen, Er doch Derselbe sei,
Der im Leiden käme).
Maria: „Das
größte Opfer, das du Ihm bringen kannst, ist, wenn du
deinen Willen ganz und gar dem Willen Gottes unterwirfst
und recht schön wartest, bis Er dir auch die Kräfte dazu
gibt und du es Ihm anheimstellst, und für jetzt
zufrieden bist und deine Schwestern nicht betrübt
anschaust und beneidest. Siehe, wenn du dies Opfer
bringst, daß du dich niemals beunruhigst, dann hast du
dasselbe, was deine Schwestern tun. Geh ruhig weiter,
weil du den Auftrag hast, die Worte zu verbreiten, die
Mein Sohn spricht in Seiner kleinen Dienerin. Es ist
noch nicht an der Zeit, daß du anders handeln kannst,
als die Kräfte deiner Natur es dir erlauben, sonst
würdest du vieles versäumen müssen im Dienste Gottes;
denn wisset, wenn der Herr etwas verlangt, dann gibt Er
auch die Kraft dazu. Sei zufrieden und grüßt Mir recht
herzlich alle, die mit euch in Verbindung stehen.“
Du bist Meine Reisende, Ich habe dich
ausgesandt mit Meinem Wort in dieses Hotel (bildlich).
Du sollst ihnen die frohe Botschaft überbringen. Ich
habe dich angewiesen, daß du hier solange logierst, bis
Ich dich wieder fortführe. Wenn Ich will, daß du
arbeiten sollst, werde Ich es dir sagen; wenn Ich dich
aber benutzen will, mußt du dich Mir fügen und nicht die
Aufträge dieses Mietsherrn ausführen; denn Ich bin dein
Herr!“
Barbara:
„Mein Jesus! Ich bitte, sage mir doch auch an N. einen
Gruß.“
Darum, auf zu Christus! Auf zur Heiligen
Familie! Auf zu meinem Beispiel und meiner
Zufriedenheit, und dann verschwinden alle die Klagen,
die Klagen aller derjenigen, die vorgeben, daß sie ein
frommes Leben führen wollen. Sie alle werden dann meine
Hilfe erfahren, wenn sie mich anrufen, die Reichen wie
die Armen.“
Dann bat Barbara, der Herr möge doch
auch Lieschen und Luise und ihrer Nichte einen Strahl
zukommen lassen. Und sogleich gingen drei Strahlen aus
Ihm hervor. Zwei gingen hinter sie, wo ihre beiden
Freundinnen knieten, der dritte aber ging über die
Kirche hinaus und Barbara glaubte doch, ihre Nichte sei
auch in der Kapelle, weil sie es versprochen hatte,
hierherzukommen. Aber nachher hörte Barbara, daß diese
gar nicht zugegen war, weil sie in einer anderen Kirche
kommunizierte und auch dort verblieb. Da erkannte
Barbara, wie wahr und echt alles ist, was ihr gezeigt
wird; denn sie glaubte ihre Nichte sicher in der Kirche.
Barbara: „Ich
danke Dir, o liebe Mutter!“
Dann sang Barbara „Großer Gott...“
|