Barbara Weigand Offenbarungen Band 2        Seite 4

© Copyright by Wolfgang E. Bastian

Index aller Seiten    Aktuelles   Gästebuch   Suche    Forum   Kontakt 
    
   




 
Band 2    Seite 1     Seite 2       Seite 3     Seite 4 

Inhaltsverzeichnis Band 2

208 Fest der Heiligen Barbara 1897

„Kein Mensch auf der ganzen Welt, ... kann und wird eines unglückseligen Todes sterben, wenn er mich im Leben oft angerufen und verehrt hat.“

Barbara war per Telegramm nach N. zu ihrem kranken Bruder gerufen worden, und wie es scheint, aus besonderer liebevoller Vorsehung Gottes. Sie bekam dort ihr Leiden, und der liebe Heiland tröstete so den kranken Bruder. Dieser starb zwar nicht. Als Barbara wieder abreisen wollte, kam ein neuer Bote aus ihrem Heimatdorf und rief sie an das Sterbebett des Bruders ihrer Schwägerin, der beim Holzfällen im Wald durch eine Tanne erschlagen wurde, aber doch noch einige Stunden lebte und die heiligen Sterbesakramente erhielt. Barbara kam gerade hinzu und bereitete ihm und der ganzen Familie großen Trost. Was hier folgt, sind nur einige Bruchstücke. Zuerst sah Barbara den lieben Heiland, Der sie also anredete:

Jesus: „Meine lieben Kinder, freuet euch! Ihr wähntet, es sei ein großes Unglück, die Krankheit deines Bruders. Dem ist aber nicht so. Ich will nur durch diese Krankheit zeigen, wie gut Ich bin, um euch zu befestigen im Glauben, zu bestärken in der Hoffnung und in der Liebe zu Mir, denn diese Krankheit führt nicht zum Tode. Ich will Mich nur in dieser Meiner Dienerin verherrlichen. Darum habe Ich sie hierher in eure Mitte geführt. Freuet euch, daß Ich gerade aus eurer Mitte, Fleisch von eurem Fleisch und Blut von eurem Blut, Mir eine Dienerin erwählte, wodurch die ganze Welt soll getröstet werden und wodurch Ich Meine unendliche Liebe und Güte wieder der Menschheit offenbaren will, denn alle Leiden, die Ich über einen Menschen hienieden kommen lasse, sind ja nur Beweise Meiner unendlichen Liebe, um die Menschen an Mich zu ziehen, sie zu läutern und zu sieben, damit sie dereinst auch würdig seien, die Herrlichkeit mit Mir zu teilen, wozu Ich alle Menschen berufen habe. Darum sage Ich nochmals, freuet euch, daß Ich euch so wunderbar zusammengeführt, was ihr gar nicht geahnt.

Du aber, Meine Dienerin, was die Menschen dir versagen, das will Ich dir ersetzen, dir und den Deinigen, die mit dir verkehren, und sie sollen überreichlich getröstet werden; denn je mehr die Menschen euch verlachen und von sich stoßen, mit um so größerer Aufmerksamkeit und Sorgfalt wird Mein Auge auf euch ruhen und euch in eine andere Gesellschaft einführen. Du wirst sie gleich sehen.“

Dann entschwand der liebe Heiland, und ich sah in weiter Ferne im Lichtglanz, in dem meine Seele bei den Worten meines himmlischen Bräutigams schwamm, die liebe, heilige Katharina und die heilige Barbara auf mich zukommen. Im Übermaß meiner Glückseligkeit konnte ich gar keinen Dank hervorbringen und betrachtete die beiden lieben Heiligen, die in einer solchen Schönheit vor mir standen, daß es nicht geschildert werden kann. Die liebe heilige Katharina trug ein weißes Untergewand und darüber einen roten Mantel, der wie eine Schärpe über die Schulter hing. Auf dem Haupt trug sie eine Krone mit solch funkelnden Edelsteinen besetzt, daß man sich in jedem hätte sehen können. Die heilige Barbara dagegen hatte ein weißes Gewand mit einer ganz himmelblauen Schärpe an und auf dem Haupt trug sie dieselbe Krone wie die heilige Katharina mit denselben Edelsteinen besetzt. Die heilige Barbara sagte:

Heilige Barbara: „Siehst du, meine liebe Schwester, am Ehrentag der heiligen Katharina begleitete ich sie zu dir, und heute, an meinem Ehrentag, an dem ich eingegangen bin in meine Herrlichkeit, begleitet sie mich.“

Mein Herz hüpfte vor Freude, und ich wußte nicht, wie mir war, ich glaubte in jene Räume versetzt zu sein, in denen sie leben. Die heilige Barbara sagte:

Heilige Barbara: „Nur Mut, liebe Schwester, nur nicht mutlos werden, was wir jetzt sind und genießen, sollt ihr alle einst werden und ewig mit uns genießen. Geht nur mutig vorwärts in all den Trübsalen, die der Herr über euch verhängt. Mögen sie kommen von innen oder von außen, nichts darf eure Schritte hemmen, mutig müßt ihr laufen, vorwärts dem Ziele zu, das euch allen gesteckt ist.“

Barbara: „Ihr, meine lieben Schwestern, wie seid ihr doch so wunderschön, woher kommt es aber, da ihr doch beide des Martertodes gestorben seid und eine wie die andere für ihren Herrn gelitten, daß die Farbe eures Gewandes verschieden ist? Heilige Katharina, was bedeutet dein lilienweißes Kleid und dein roter Überwurf?“

Katharina: „Das weiße Kleid ist die Unschuld und die Reinheit meines Herzens, die ich dadurch, daß ich den Martertod für meinen Herrn erduldete, in unbefleckte Reinheit umwandelte, obwohl ich wie alle Menschen mich auch versündigt hatte, mit Fehlern mein Herz befleckt hatte. Aber durch den Martertod, durch das Leiden um Christi willen trat ich in die Taufunschuld ein, und alle Fehler meines Lebens waren ausgetilgt und meine Seele gereinigt und weiß gewaschen wie der Schnee.

Das rote Übergewand, was du siehst, bedeutet die unendliche Liebe meines himmlischen Bräutigams und stellt dir den Mut vor, den Er mir mit dieser Liebe zugleich verlieh, so daß ich vor den Mächtigen der Erde und vor den Gelehrten jener Zeit eine solche Beredsamkeit entfaltete, daß fünfzig Weltweise und heidnische Priester der Liebesgewalt, die aus meinen Worten sprach, nicht widerstehen konnten und mit mir niederfielen und den Gott der Christen anbeteten, und weil ich mit solcher Manneskraft und Mannesmut zusah, wie diese vor mir des Martertodes sterben mußten und dadurch die Liebe zu meinem himmlischen Bräutigam immer heftiger entbrannte, so daß kein Marterwerkzeug imstande war, den Mut zu besiegen.

Die Edelsteine aber, die du siehst in meiner Krone, sind all die verschiedenen Tugendakte, die ich während dieser Marter, die ich um meines himmlischen Bräutigams willen erduldete, geübt hatte, denn ich habe es dir schon gesagt an meinem Namensfeste, daß auch ich ein armes Geschöpf war und mit meiner Natur zu kämpfen hatte. Darum siehst du jetzt auf meinem Haupte diese herrliche Krone.“

Barbara: „Und du, liebe heilige Barbara, sag mir doch auch, was es bedeuten soll, daß du eine himmelblaue Schärpe trägst?“

Heilige Barbara: „Das weiße Gewand, das du siehst, ist dasselbe wie bei meiner Schwester Katharina, aber daß mein Überwurf himmelblau ist, soll dir versinnbildlichen die unendliche Herablassung und die tiefe Demut meines himmlischen Bräutigams, der sich erniedrigte, einem so armseligen Geschöpf, wie ich bin und war, eine solche Gnade zu verleihen, daß, sooft ein Mensch mich anruft in großer Not, besonders in der Sterbestunde, ich ihm sofort zu Hilfe kommen darf.

Und ich sage dir, kein Mensch auf der ganzen Welt, auch wenn er der größte Sünder gewesen wäre, kann und wird eines unglückseligen Todes sterben, wenn er mich im Leben oft angerufen und verehrt hat. Siehst du nun die Güte unseres Gottes und glaubst du wohl, daß es wahr sei, daß der Herr durch dich viele Menschen trösten will.

Sooft nun eine Jungfrau auf dem Weg wandeln wird, den wir gewandelt sind, und sie dann eingeht in ihre Herrlichkeit, wird unsere Krone verschönert und ein neuer Abglanz spiegelt sich in ihr, weil die Zahl der Jungfrauen mit denselben Tugendakten, die sie geübt, vermehrt wurde und der himmlische Bräutigam Sich in ihnen erfreut. Darum freuet euch, denn ihr sollt einstens mit uns vereinigt werden, und obwohl wir das Martyrium durchgemacht, so müßt ihr dasselbe leiden durch die beständigen Widersprüche von euren Mitmenschen.“

Barbara: „O ihr lieben Heiligen, ihr wißt am besten, wie der Herr uns drei so innig vereinigt. So schenket auch meinen beiden Mitschwestern ein kleines Andenken, daß sie sich freuen können.“

Heilige Barbara: „Sage deinen beiden Mitschwestern, das sollen sie haben: Ich verspreche ihnen meinen besonderen Schutz und meine Begleitung, wohin sie ihre Schritte lenken, besonders wenn sie einen Gang zu dir tun in nächtlicher Stunde. Niemals wird ihnen, auch wenn sie spät in der Nacht über die Straße gehen müssen, eine Unzuträglichkeit zustoßen, was doch in dieser Stadt nicht selten ist, wo bereits kein Mensch sicher ist vor einem Überfall gottloser oder mutwilliger Menschen. Und damit ihr aber glaubt und überzeugt werdet, daß es wahr ist, was ich mit dir rede, sollst du auch ein Namenstagsgeschenk erhalten. Was verlangst du von mir?“

Barbara: „Ich verlange nichts als eine unsterbliche Seele, einen großen Sünder, der sonst verlorengehen würde.“

Heilige Barbara: „Du sollst ihn haben, meine Schwester.“

Barbara: „Werde ich es denn auch sehen? Ist dieser Sünder in M. oder in A. oder in meiner Heimat?“

Heilige Barbara: „In M., Du wirst dich freuen und auch der C.N. soll um eures Gebetes willen noch gerettet werden.“

Diese Bekehrung erfolgte am 28. November 1898, also noch vor dem Feste der heiligen Barbara, wie sie versprochen, er war ein großer öffentlicher Sünder, der seit zweiunddreißig Jahren nicht mehr gebeichtet und bei seiner Hochzeit die heilige Kommunion, ohne zu beichten, empfangen hatte. Er war aus der Pfarrei von Barbara, der an diesem Tag nach überaus reumütiger Beichte unter lautem Schluchzen die heilige Kommunion empfing.

Inhaltsverzeichnis Band 2

209 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1897

„Nicht ist es die Sprache und das Werkzeug, das Er benutzt, sondern Sein Wille ist es, den Er der Menschheit erschließen will, Sein Wille.“

Lied: Maria, sei gegrüßet ...

Barbara: „Gepriesen sei die reinste, heiligste unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria. O meine Königin, o meine Mutter, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser Stunde. Ich danke Dir im Namen aller meiner lieben Angehörigen und auch derer, die meiner spotten, die mich für einen Narren halten.“

Maria: „Meine Kinder! Glücklich die Seele, die so auf diesem Weg Meinem göttlichen Sohn nachfolgen kann. Wer möchte sich erdreisten, auch nur im entferntesten es zu wagen, sich neben Meinen göttlichen Sohn zu stellen an Reinheit und Tugend, an Güte und Barmherzigkeit und Wohlwollen. Und doch wird Er zuallerletzt, am Schluß aller Seiner Wohltaten, womit Er die Menschheit überhäuft, hinausgeführt auf Golgotha, und vorher erst als ein Narr verspottet im weißen Spottgewand; Gott, der himmlische Vater Selbst, hat Ihn gesandt vom Himmel.

Er, der eingeborene Sohn, hervorgegangen aus dem Schoß Seines himmlischen Vaters, tritt herein in diese armselige Welt, bietet Sich Selbst denen an, die Ihm den Krieg erklärt haben, denen, die gesagt haben, ich will Dir nicht dienen, und doch bietet Er Sich an, der Wohltäter aller dieser Menschen zu werden, und zum Dank wird Er am Ende Seines Lebens, bevor man Ihn zum Kreuzestod hinausführt, als Narr erklärt. Und du willst dich wundern, wenn du als Narr erklärt wirst?

Freue dich, anstatt zu murren, und ihr alle, die ihr das Glück habt, einen Teil dieser Narrheit tragen zu können, freuet euch, ja freuet euch! Wer sind wohl die Glücklichsten? Diejenigen, die euch verlachen oder diejenigen, die den Geist Gottes, Der da weht, wo Er will, in sich aufnehmen, den Geist, Der Sich eines armseligen Geschöpfes als Werkzeug bedienen kann? Nein, nein, Meine Kinder! Das muß euch nicht stören. Gerade der Baum steht fest, der den Sturm aushalten kann, den der Sturm nicht entwurzeln konnte, und eine Sache, die von Gott kommt, wird kein Sturm entwurzeln.

Armselige Menschen, armselige Sünder wollen es wagen, dem allmächtigen Gott entgegenzutreten, dem göttlichen Sohn. Nicht ist es die Sprache und das Werkzeug, das Er benutzt, sondern Sein Wille ist es, den Er der Menschheit erschließen will, Sein Wille. Niemals, solange die Welt steht, hatte Er an dem Menschengeschlecht so wenig Wohlgefallen wie in dieser Zeit, die wenigen Guten ausgenommen. Ist ja doch das ganze Menschengeschlecht von Gott abgefallen und geht seine eigenen Wege.

Seine Kirche, von allen Seiten verfolgt und bedroht, ist am allermeisten aber in sich selbst zersplittert, und weil so viele faule Glieder sich angesetzt haben an Seinem mystischen Leibe und nach und nach auch die besten Kinder dieser Kirche angesteckt werden und der Mensch immer mehr versenkt ist in die Zeitlichkeit, sich immer mehr verwickelt in das Irdische, darum muß Er Sich an diejenigen wenden, die noch an Ihn glauben, die noch fern von dieser Krankheit sind, von dieser Pest, von diesem Unglauben nämlich, der dieses Jahrhundert beherrscht, und weil der Mensch gar schwach ist, auch die Besten, was sie heute glauben, morgen wieder bezweifeln und verwerfen wollen, müssen sie ein Mittel anwenden, das ihnen Tag für Tag den Weg erleichtern soll.

Nun hat Mein Sohn schon jahrelang durch diese Seine Dienerin Seinen Willen dargelegt, und es wird die Zeit kommen, wo er doch durchgeführt wird, wo alles in Erfüllung gehen wird, was Er dir versprochen, was viele geglaubt und noch glauben, wenn es auch scheint, als sei es eine Unmöglichkeit. Gott braucht alle diejenigen nicht, die Seinem Wink und Seinem Worte entgegen sind.

Glaubt mir, Meine Kinder, alles das, was um euch geschieht, dient nur zu eurem Besten. Ihr könnt dadurch eure Verdienste von Tag zu Tag mehren. Denkt nur daran, was Mein Sohn euch sagen ließ vor einigen Jahren, daß du jetzt angekommen bist auf dem Kalvarienberg und an das Kreuz angenagelt wirst. Habt ihr diese Worte verstanden?

Das alles geht jetzt in Erfüllung. Ans Kreuz wirst du genagelt, man bindet dir Hände und Füße, das heißt, man bewirft dich so mit Spott und überhäuft dich mit Lächerlichkeit, daß du wie vernichtet bist, und zu verschwinden scheint alles, was der Herr in dir gewirkt, und wenn du gestorben bist, dann wird auf deinem Grab der Sieg erstehen über alle deine Feinde, nein, über deine Freunde. Freunde mußt du alle diejenigen nennen, die dich also behandeln; denn du bist ein Sünder. Mein lieber Sohn war der Heiligste, der Gerechteste, der eingeborene Sohn des himmlischen Vaters, und Er mußte am Kreuz sterben. Du aber bist ein sündiger Mensch.

Also, wenn du deinem himmlischen Bräutigam willst ähnlich werden, mußt du sterben, dir sterben, damit aus deinem Grab ein anderer Mensch erstehe. Verstehst du Mich? Du mußt ruhig weitergehen, du mußt sein wie tot, du mußt schweigen und wieder schweigen, und Ich sage dir, daß kein Wort mehr weder für noch gegen dich über deine Lippen kommen darf, bis der Wille Meines Sohnes es dir wieder kundtun wird. Laß alles jetzt über dich ergehen und dich begraben unter den Spottreden derjenigen, die sich über dich belustigen, und wenn der Grabhügel so hoch geworden ist, daß der Geruch nicht mehr ausdünsten kann, der Geruch des alten Menschen, dann wird Mein Sohn Sein Werk aufrichten. Habt ihr Mich verstanden?

Er wird doch tun, was Er in dir angefangen, aber du wirst geläutert sein von aller menschlichen Armseligkeit, daß du an nichts mehr denken wirst als nur, wie du Meinem lieben Sohn gefallen kannst. Betrachte nur, ob es nicht eine große Gnade ist, so über sich weggehen zu können, daß es dir gleichgültig ist, was um dich her vorgeht. Sieh, das alles ist aber nicht Menschenwerk. Das alles ist nur das Werk der Gnade, denn solange der Mensch noch verwirrt wird durch Spott und Hohn, so lange lebt noch der alte Mensch.

Denn dies ist der feinste Teil des Menschen – so daß auch große Geister dies nicht ertragen können – besonders wenn der Mensch Spott ertragen muß in einer Sache, wo er keinen Nutzen für sich sucht und ziehen kann, wo er uneigennützig wirkt. Also merk es dir! Und niemandem außer deinen Verwandten und deinen zwei Freundinnen sollst du etwas davon wissen lassen. Du sollst sterben; sterben soll alles, was der Herr in dir gewirkt, und dich freuen über das, was du zu leiden bekommst.

Ihr aber, Meine Kinder: am Fest der heiligen Barbara hat diese Meine Dienerin die große Gnade erfleht – unter dem Beistand der lieben Schwestern, der heiligen Katharina und der heiligen Barbara, und auf die Fürsprache eurer himmlischen Mutter –, daß eure beiden Verwandten eingezogen sind in die ewige Herrlichkeit: Deine Mutter und die Tante von Anna. Darum danket Ihm, daß Er dies getan und glaubt, daß es dem Herrn unmöglich ist, einer Seele zu widerstehen, die kämpft für Seine Sache.

Und wenn der Mensch noch jahrelang zu leiden hätte, seine Fehler noch abzubüßen hätte, so kann durch eine solche Seele mit jedem Akt der Verdemütigung und der Verspottung, die ihr von allen Seiten zukommt, so viel büßen und abtragen, als die ihr befohlene Seele noch abzubüßen hat, als sie nachgegangen ist ihren Leidenschaften. Mit jedem Akt einer solchen Seele wird ein Fehler getilgt der Seele, der sie diesen Akt schenkt.

Darum begreift doch, warum der Herr so freigebig ist gegen eine solche Seele – und was viele nicht glauben können und wollen – über Seinen Willen hinweggeht und über Seine Gerechtigkeit und einer solchen Seele nicht widerstehen kann, besonders wenn sie verwickelt ist in die Umstände oder verwandt oder befreundet ist in dem Kreis dieser Seiner Lieben. Darum freuet euch, sie haben Besitz genommen von ihrer Herrlichkeit. Ihr aber sollt deswegen nicht nachlassen zu beten, zu leiden und zu opfern. Ihr sollt die Gebete und Opfer anderen übertragen, denen, die euch vorangegangen sind.

Freuet euch auf das hochheilige Weihnachtsfest. Dort, ja dort, werdet ihr eine Freude erleben, nämlich, daß in der ganzen Stadt, ja in der ganzen Diözese, kein Haus solche Bescherungen haben wird wie ihr, und darum auch keine freudigeren Herzen schlagen werden wie die eurigen. Harret aus, Meine Kinder, und geht über all die Worte hinweg, die ihr zu hören bekommt, denn wißt: Dies sind die Demütigungen und Akte, womit ihr Seelen retten und trösten könnt, jene Seelen, die nicht mehr imstande sind, sich selbst zu trösten.“

Barbara: „O liebe Mutter, o schenke mir doch als Angebinde die Seele von N. O meine liebste Mutter mein, o laß sie Dir empfohlen sein. Ich laß Dich nicht, bis daß Du sie hinausführen darfst aus dem Ort der Qual. Siehe, liebe Mutter, um all der Spottreden, womit sie, wie heute der Prediger gesagt, über uns spotten, die Kirche spotten, die Priester spotten, weil wir sooft wiederholen: Gegrüßt seist Du, Maria! Siehe, liebe Mutter, und weil eben diejenigen, die von den Andersgläubigen und ihren eigenen Brüdern diese Spottreden erdulden müssen, dieselben Spottreden uns entgegenschleudern, so opfere ich Dir all die Spottreden mit jenen, womit man Dich verspottet, in Vereinigung mit der heiligen Kirche für diese Seele auf. Ich laß Dich nicht, Du mußt sie mir schenken.

Großmütig gehe ich über all den Spott hinweg, so mußt Du auch großmütig sein. Gegrüßt seist Du, Maria voll der Gnaden! O mein Jesus, ich opfere Dir auf durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau all die Leiden und Bußwerke, die Sie erduldete, und was wir an Marter nicht erdulden, dafür opfern wir Dir all die Herz- und Seelenleiden, die uns entgegentreten, und um dieser Leiden willen, die Deine heilige Mutter unter dem Kreuz erdulden mußte, o schenke sie mir! Gelobt sei Jesus Christus! O mein Gott, ist es nicht der Mühe wert zu wachen, den Schlaf abzubrechen und einer solchen Stunde beizuwohnen, und dann die Herzensfreude mit sich zu nehmen?“

Jesus: „Ja, Meine Kinder, es ist wohl der Mühe wert, Ich werde euer nicht vergessen!“

(Diese Belehrung bildet gleichsam den Schlußstein und die Krone von allem. Sie ermuntert zur Übung der höchsten Tugend, um Christi willen verachtet zu werden, seine ganze Persönlichkeit Ihm zuliebe zum Opfer zu bringen, sterben zu lassen. Das ist der größte Gegensatz zum Weltgeist und bösen Geist. Darin liegt der klarste und tiefste innere Grund und Beweis für die Echtheit und der himmlische Ursprung dieser Offenbarungen, die alle denselben Geist atmen und stufenweise bis zu dieser letzten Spitze führen. Die darin enthaltene Prophezeiung vom „Gebunden werden an Händen und Füßen, angenagelt und begraben werden„ hat sich erfüllt durch das am 14. August 1900 gefällte Urteil des bischöflichen Ordinariats zu Mainz. So wird auch die Verheißung des Sieges sich erfüllen.)

Inhaltsverzeichnis Band 2

210 Freitag vor Weihnachten 1897

„Die Zeit, in der ihr, Meine Kinder, lebt, gleicht in vielem der Zeit, in der Ich hereintrat zum ersten Mal in diese Welt.“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das Glück, das Du meiner Seele zuteil werden lässest in dieser Stunde. Mein Jesus, kann ich noch leben ohne Dich? O wie bist Du doch so gut, wie danke ich Dir für Deine Herablassung zu uns armen Sündern. O könnten wir Dir doch einigen Ersatz leisten für die tausend und abertausend Menschen, die nicht mehr an Dich glauben, die Dich aus ihrem Herzen hinausgestoßen, die Dich vergessen haben. Ich vereinige mich mit allen frommen Christen, die sich mit Fleiß vorbereiten auf das hochheilige Weihnachtsfest.

Ich vertrete aber auch und möchte vertreten alle Menschen auf der ganzen Welt, die nicht mehr an Dich glauben, die Dir keinen Dank mehr wissen für das unaussprechliche Glück, das Du uns gebracht, als Du hereintratest in diese Welt, um uns gleich zu werden, unser Brüderlein zu werden. Ich bitte Dich um Gnade und Barmherzigkeit für mich und meine beiden Mitschwestern und meine Angehörigen, überall, wo sie auch stehen, und für alle, die an Dich glauben, die auch in den Stürmen an Dir festhalten und nicht ablassen vom Glauben an Dich. O mein Jesus, Barmherzigkeit für uns alle. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es naht die heilige Weihnachtszeit, wo Ich zum ersten Mal hereintrat in die dunkle Welt, in die dunkle verhängnisvolle Nacht, welche die Sünde gebracht dem Menschengeschlecht. Dunkel war es, als Ich das Licht der Welt erblickte. Um Mitternacht wollte Ich geboren sein, um Zeugnis zu geben von der Dunkelheit, in der die Welt damals versenkt war durch die Sünde. In der Nacht wollte Ich eintreten. Es war Mitternacht auf Erden, die wenigen Guten ausgenommen, die noch auf einen Erlöser harrten. Die Zeit, in der ihr, Meine Kinder, lebt, gleicht in vielem der Zeit, in der Ich hereintrat zum ersten Mal in diese Welt. Mitternacht ist es in gar vielen Menschen. Und doch bin Ich für sie vom Himmel herabgestiegen, um sie zu retten; sind sie doch alle Meine Brüder, Meine Schwestern!“

Barbara: „Mein Jesus, Du schweigst. Was bedeutet denn dieses, o Herr?“

Jesus: „Weil Ich zunächst dir eine Freude machen will, Meine Tochter!“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus!“

Jesus: „Siehe, wenn du leidest, leide Ich in dir. Und wenn du dich freust, freue Ich Mich in dir. Siehe, am allermeisten aber leide Ich in dir, wenn du dich beeinflussen lässest von den Menschen, von denjenigen, die Ich über dich gestellt habe, wenn dein Geist verwirrt wird und du nicht glauben willst, daß Ich in dir wohne, wenn du zweifelst, dann leide Ich entsetzlich. Denn du mußt wissen, daß, wenn Ich von einem Herzen Besitz genommen habe, dies Herz Mir zu einem Tabernakel dient und Mich dann darin behaglich fühle, wenn dieser Tabernakel rein bleibt von aller falschen Lust, von allem Zwiespalt und Ärgernis.

Denn der Tabernakel ist Meine Wohnung, und da soll kein anderer Geist neben Mir wohnen; und sobald Zwiespalt und Unfriede einzieht, ist das nicht Meine Lust, das ist Meines Geistes nicht würdig, das ist die Lust des bösen Geistes, der einzieht in das Herz.

Siehe, Ich bin der König der Herzen und eine Seele, die Mir ihren Willen zum Opfer gebracht, die Mir ihren Geist mit all seinen Kräften geschenkt, gehört Mir, habe Ich in Besitz genommen, und um keinen Preis möchte Ich Mich aus ihr noch einmal verdrängen lassen. Darum hüte dich vor zu großer Ängstlichkeit.

Wisse, und ihr alle, die ihr Meine Worte hört und lesen werdet, wisset, daß Ich der König der Herzen bin und Besitz nehmen will von Meinen Wohnungen. Wisset, daß Ich diese Wohnungen um einen so teuren Preis erkauft, und weil man Mich von allen Seiten verdrängt, weil die Welt darniederliegt, weil so wenige noch da sind, die an Mich glauben, weil die Seelen, die Ich noch in Besitz nehmen kann, so wenige sind, darum will Ich Mich auf so auffallende Weise zu erkennen geben, darum will Ich Mich den liebsten Kindern Meines Herzens vorstellen wie damals, als Ich hereintrat in diese Welt, in dieser Seele und in noch gar vielen Seelen, wo Ich bekämpft werde.

Man will es nicht glauben, und doch ist es so. Hat man doch auch nicht geglaubt, als Ich auf dieser Erde in sichtbarer Gestalt gewandelt bin. Hat man doch Mich verfolgt, wie Ich unter euch wandelte, bis ans Kreuz. Warum wundert ihr euch, daß man Mich in euch verfolgt?

Freuen will Ich Mich in dir, ja freuen! Freuen will Ich Mich, wenn du über all die Fehler hinweggehst, die du machst, und die deine Armseligkeit dir beibringt. Wenn du dich zu Mir flüchtest und Mir sagst: Mein Jesus, siehe, ich bin gefallen, ich bin ein armer Sünder, verzeihe mir, dann ist die Zeit gekommen, wo Ich Mich freuen kann in dir, in Meinem Tabernakel; denn dann bleibst du in der Demut, wenn du weißt, daß du ein Sünder bist, und du bleibst in der Liebe, wenn du Mir deine Fehler bekennst und sagst: Siehe, mein Jesus, siehe, ich bin gefallen, so bleibst du in der Liebe durch das Bekenntnis, du bist wieder Mein und Ich bin dein.

O wenn die Menschen wüßten, welch große Freude sie Mir dadurch bereiten könnten, wenn sie sich nach allen Fehlern wieder an Mich wenden und sagen: Mein Jesus, sieh, ich bin gefallen. Da ist der Fehler, da ist die Schuld getilgt, und Ich bin wieder sein und er ist Mein. Darum, Meine Kinder, freuet euch, ja freuet euch, daß Ich Mich gewürdigt habe, euch zu erwählen, um der Welt zu zeigen, wie gut Ich bin, wenn auch das, was Ich in euch wirke, bekämpft wird, wenn auch viele Anstoß nehmen an euch und an den Worten, die Ich mit euch rede, weil Ich hie und da zulasse, daß dein Geist sich einmischt, aber dies aus weiser Absicht, um dich zu verdemütigen. Aber Ich will es so, damit die Sache recht bekämpft werde und darum um so siegreicher daraus hervortrete.

Ich lasse es zu, daß selbst dein eigener Beichtvater, den Ich dir gegeben und der dir Trost sein soll, dir manchmal große Angst einflößt, daß er zweifelt, weil das Licht ihm ausgeht, weil er gar so wankelmütig ist. Aber durch dich selbst soll er überführt werden. Du sollst wie eine Mauer stehen zwischen Mir und ihm, und an dieser Mauer soll sein Unglaube scheitern. Er muß wissen, daß er es mit Menschen zu tun hat und nicht mit Engeln. Wenn aber Menschen ein Leben führen können, das dem der Engel gleich ist, wo braucht dann noch der arme Mensch zu zweifeln, daß Ich es nicht bin, Der da wirkt und lebt in einer Seele?

Ich lasse es zu, daß Spott und Hohn euch nicht fehle, um euch zu verdemütigen und um euch zu erfreuen, weil Ich weiß, daß Ich einer Seele, die Mich liebt, keine größere Freude bereiten kann, als wenn sie um Meinetwillen Spott und Hohn erleiden kann, weil sie weiß, daß sie Mir dann am nächsten steht. Solange die Welt etwas hochhält, solange sie entgegenjubelt einem Werk, steht es in großer Gefahr, auch wenn es noch so göttlich scheint, denn der Geist der Welt steht in großem Widerspruch mit dem Geist Jesu Christi.

Und an dieser Freude, die ihr in euch tragt, die euch niemand rauben kann, sollen alle erkennen, daß Ich ausführen werde, was Ich angefangen, denn so wie Ich die Sache durchführte in deiner Familie, was Ich in dir angefangen, was Ich dir versprochen hatte in zeitlicher Hinsicht, wie Ich alles auf glänzende Weise durchführte, wie du es selbst siehst und greifen kannst mit den Händen, so und noch viel herrlicher und siegreicher werde Ich alles durchführen und werden alle, die es erleben werden, einsehen und gestehen: Ja, es ist der Herr gewesen, Der uns alles dies vorausgesagt hat, daß ihr mit Staunen alles überblicken werdet, was Ich euch versprochen habe.

Das Priestertum braucht viele Kräfte, viel Einfluß von allen Seiten, am allermeisten aber von Meinem Herzen, denn es steht in einer Zeit, die an Gottlosigkeit alle Zeiten überragt und überbietet, und der Priester, der nicht von Meinem Geist beeinflußt ist und sich nicht ganz leiten läßt von Meinem Geist, neigt zu dieser gottlosen Welt hin, und es kommt ein Sturm über ihn, eine Prüfung, und geschehen ist es um ihn. Er wird die Prüfung nicht bestehen und noch viele mit sich herunterziehen. Anstatt die Seelen zu retten, ist er gesetzt, die Seelen zu verderben, die Seelen mit sich in den Abgrund zu ziehen.

Darum spreche Ich so viel zu den Priestern, und das ganze Werk in all den Blättern, die ihr schon geschrieben, durchzieht in all den Belehrungen, wie Ich Meinen Geist ausgießen will über diejenigen Priester, die sich recht an Mich anschließen und Meine Worte zur Ausführung bringen wollen. Es ist und bleibt wahr, daß dem armen Menschengeschlecht kein anderes Mittel bleibt als das, das Ich angegeben, das Ich Selbst sein will. Ich Selbst will das Mittel sein, um die Menschen aus der Mitternacht herauszuführen.

Die Morgenröte des schönen Tages soll anbrechen, wo Ich unter den Menschen wieder aufleben will, wo Ich groß werden will unter den Völkern. Und weil die Menschheit so versunken ist in sich selbst, in diesem vergänglichen Staub der Erde, weil sie sich keine Zeit mehr gibt, an Mich zu denken, so hält sie es nicht mehr der Mühe wert, eine Stunde Mir zu opfern. Sie stehen auf, die Christen, und gehen in den Staub, und sie gehen aus dem Staub heraus, um ein wenig auszuruhen und wieder in dem Staub sich weiter zu wälzen, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, und schließlich werden alle Christen, wie die ganze Welt, wie alle anderen Völker – nur Erdmenschen.

Wenn aber der Christ beim Erwachen sich an Mich erinnert und denkt, du willst dich mit deinem Gott vereinigen, ja, dann zieht es ihn hin, er findet eine Stunde Zeit, ehe er sich hineinwälzt in diesen Staub, der da in ihren Händen verfliegt. Dieses Mittel will Ich eingeführt wissen unter den Völkern, unter Meinem Volk, unter den Christen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

211 Vigil von Weihnachten 1897

„Der Mensch hat das Paradies verscherzt, und er muß es wieder zurückverdienen durch den Lebensgang, den auch Ich durchging...“

Lied: Ihr Kindlein kommet, o kommet doch all ...

Barbara: „O hochheilige Nacht, sei mir gegrüßt, die du uns das Heil gebracht. O wer gibt mir Worte, Dich würdig und ehrfurchtsvoll zu begrüßen? O liebes Jesuskindlein, sei mir tausendmal gegrüßt. O Du mein liebes Brüderlein, o hätte ich die Sprache eines Seraphs, um Dich würdig zu preisen. Ich bete an Dein Herzlein, das für mich geschlagen hat. Ich bete an Dein süßestes Mündlein, das geneigt scheint, mich zu küssen. O komm, Du liebes, süßes Jesulein, o komm, o komm in meine Arme. O wie verlangt mein Herz nach Dir.

O liebe Mutter, o gib Es mir, das süße liebe Jesulein. O sieh, ich bereue meine Sünden. Ich weiß, ich habe es nicht verdient, o gib mir das süße, holde Lockenköpfchen.

O heiliger Josef, flehe du deine reinste Braut an! O um meiner Angehörigen willen, o gib Es mir! O sieh, liebe Mutter sieh, wie sie sich vorbereitet haben. O laß Dich erweichen, nicht um meinetwillen, aber um meiner lieben Angehörigen willen, sie alle sind würdiger als ich!“

Maria: „Für jetzt noch nicht, du mußt noch mehr verlangen und sodann erst deine Sünden abbüßen.“

Barbara: „O da ist sie, die hochheilige, die allersüßeste, die hochgebenedeite, die allerlieblichste unseres Geschlechtes. O meine Mutter, o meine Königin, ich bete mit Dir an dieses liebe Kindlein, o gib mir das süße Jesulein! Ich habe gesehen, wie Du mit Deinem heiligen Bräutigam dahingingst, wie Du einsam auf dem Eselchen gesessen bist in Betrachtung versenkt. Ich habe gesehen, wie eine Schar heiliger Engel Euch umringen, Du trugst das liebe Jesulein noch unter Deinem Herzen und warst in Betrachtung versenkt, wo Du eine Herberge finden würdest, wo Du mit Ihm übernachten könntest. Meine liebe Mutter, ich begleitete Dich, und ich fand Dich in diesem armen Stall. Nicht wahr, dieser Stall ist mein Herz? O da ist es so kalt darin, so voll Schmutz und Staub.

O erflehe Du mir Verzeihung, weil ich so viel gezweifelt, weil ich so vielen Ängsten und Zweifeln nachgegeben habe und der Unruhe. Auch ließ ich mich zur Ungeduld verleiten. O erflehe mir Verzeihung, Königin des Himmels und der Erde. Ich wünsche Dir Glück, daß die Allerheiligste Dreifaltigkeit, der himmlische Vater, Dich zur Mutter Seines Sohnes auserkoren hat. Desgleichen auch dir, o heiliger Josef, sei mein innigster Glückwunsch geweiht für all die Gnaden und Vorzüge, die dir der himmlische Vater erteilt hat. Heute nacht feiern wir wiederum die gnadenreiche Geburt unseres Erlösers.

O sieh, wie wir mit inniger Sehnsucht nach Euch blicken und wünschen, daß Ihr Eure Herberge bei uns nehmen wolltet und Euer süßes Kindlein in unseren Herzen geboren werden lasset. O so kommt doch denn sogleich zu uns, mit Freuden wollen wir euch in unseren Herzen aufnehmen.“

Josef: „O ja, Wir ziehen nicht bei euch vorüber, Wir nehmen Platz. Siehe, ich komme mit meiner heiligen Braut. Heute nacht soll bei euch das liebe, süße Kind geboren werden, dem ihr entgegenharrt.“

Barbara: „Ich danke dir, o lieber, heiliger Josef! Meine liebe Mutter, o liebe, süße, himmlische Mutter, o gib mir das süße Jesulein, o gib Es mir! Sie trägt ein weißes Kleid, einen blauen Mantel und einen gelben Schleier, ins Gelbe fällt er, und doch ist er weißlich, weißgelblich ist ihr Schleier. Sie ist so demütig, so beschäftigt mit Ihrem lieben Kind. Sie breitet eben über ein wenig Stroh ein weißes Leintuch und legt das liebe Kind, das Sie eben gewickelt, in diese Krippe. O wie unendlich lieblich, wie unendlich rein, wie heilig ist dieses Wesen. Wo wäre in der ganzen Welt noch eine Mutter, die ich mit Ihr vergleichen könnte. O himmlische Mutter, es sei gepriesen die allerreinste, die heiligste und unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria. Gegrüßet seist Du, Maria!“

Maria: „Ja, freut euch, Meine Kinder, die ihr das Glück habt, der Geburt Meines Sohnes beizuwohnen. Wurde euch nicht das Versprechen gegeben, daß ihr in dieser Heiligen Nacht eine solche Freude erleben werdet, wie sie kein Haus, keine Familie in der ganzen Stadt, ja kein Haus in der ganzen Diözese haben wird und haben soll?“

Barbara: „Liebe Mutter, ich danke Dir für diese unendliche Glückseligkeit, die ich nicht für die ganze Welt eintauschen möchte, nicht um Kaiser- und nicht um Königskrone möchte ich das Glück eintauschen, das ich in dieser Stunde genieße. Ich bete Dich an mit all meinen lieben Geschwistern, mit allen, die im Hause wohnen, die sich freuen, mit mir diese Freude zu teilen. Ich bete Dich an im Namen aller Einwohner dieser Stadt, dieser ganzen Diözese, ja der ganzen Welt. O liebe Mutter, o gib es mir.“

Die liebe Muttergottes legte Es ihr dann in die Arme. Barbara überhäufte Es mit lieben Worten, drückte Es an ihr Herz und war wonnetrunken.

Barbara: „O Du mein König, o Du mein Kaiser, Du König und Kaiser aller Menschen, ich bin es nicht wert, und Du würdigst Dich, in meine Arme zu kommen. O liebe Mutter, o laß Es mir doch noch ein bißchen. O welche Gnade, o meine liebe Mutter, wie soll ich danken? Lege mir doch die Worte in den Mund. Wie soll ich Dir danken für diese glückselige Stunde?“

Und eine Schar heiliger Engel singt Gloria ... Dann verharrte Barbara ungefähr zehn Minuten im Schweigen, sie sah, wie die liebe Mutter Gottes mit dem süßen Kind in die Ferne eilte, und als sie wieder kam, fragte Barbara:

Barbara: „Wo warst du denn aber solange mit Deinem lieben Kind?“

Maria: „Ich habe Mein süßes Kindlein gebracht allen denen, die du mir genannt, Ich war auch in N. bei N.!“

Barbara: „O wie Dir danken? Durch Berg und Tal Dein Lob erschall, mit Herzensfreud, fort mit allem Leid. Singt mit Herzensfreud: Gloria in excelsis Deo.

O welche glückselige, heilige Nacht, o welche glückselige, heilige Nacht! Mein Jesus, warum ist es mir nicht vergönnt, zu allen zu gehen und sie teilnehmen zu lassen an der Süßigkeit, die Du uns bereitet in dieser glückseligen Stunde?“

Und ich sehe eine ganze Schar heiliger Engel.

Jesus: „Meine Kinder! Ihr habt jetzt gesehen und mitgefeiert Meine gnadenreiche Geburt, welche die Welt beglücken sollte und in Wirklichkeit beglückte. Seht, vor einem Jahrzehnt habe Ich dir schon gezeigt, Meine kleine Dienerin – ja, schon über ein Jahrzehnt ist es her – an eben diesem hochheiligen Fest Meiner gnadenreichen Geburt, wie die Sünden und Laster der Menschenkinder, der Unglaube dieser Zeit gleich Gewitterwolken emporsteigen zum Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, wie gleich Gewitterwolken alles anstürmt gegen Meine heilige Kirche und loszubrechen scheinen, diese Gewitterwolken, die sich zusammengezogen, die den Zorn Meines himmlischen Vaters bedeuten sollen, der da losbrechen will, um diejenigen zu züchtigen, die diesen Zorn herausgefordert haben.

Ich, Der Ich Mir so viele Mühe gab, um dieses Menschengeschlecht, das Ich erschaffen habe, zur Glückseligkeit zu bringen, die es nun einmal verloren hatte im Paradies durch die Sünde; Der Ich, geboren aus einer Jungfrau, Fleisch annehmen wollte von eurem Fleisch, um in allem euch gleich zu sein, die Sünde ausgenommen; Der Ich es nicht verschmähte, alle Unannehmlichkeiten, Leiden und Widerwärtigkeiten, Verfolgungen, Demütigungen und Verleumdungen auf Mich zu nehmen und dreiunddreißig Jahre lang mit euch zu teilen: Ich war auch demütig genug, dieses alles auf Mich zu nehmen, und sanftmütig genug, um dies alles zu erdulden, also ein Menschenleben zu führen, wie ihr es auch alle führen müßtet, alle Adamskinder, um der Menschheit zu zeigen, wieviel Gott daran gelegen ist, diese Menschenseelen zu retten, die Seine Ebenbildlichkeit in sich tragen, die ewig mit Ihm herrschen und regieren sollen, wenn der Mensch diesen kurzen Lebensweg gegangen, diese Lebenszeit durchpilgert hat, wie Ich sie auch durchpilgern mußte, um die Menschen zu retten.

Nun, Ich habe dies getan. Ich war nicht zu stolz, Mensch zu werden, Mich neben den Sünder zu stellen, Mich seinen Bruder zu nennen, und dieser arme Mensch, den Ich nun eingeführt habe in die ganze Herrlichkeit, die da ist Meine heilige katholische Kirche, will es nicht glauben, daß Ich noch immer so demütig bin und noch so sanftmütig, daß Ich mit Menschen verkehren kann und verkehren will. Dieser Mensch will es nicht glauben, obschon Ich ihn hineingestellt in dieses Paradies, obschon Ich ihm das Zepter in die Hand gegeben, um Herr zu sein über all die Geschöpfe, die Ich hineingestellt habe in dieses sichtbare Paradies, in Meine heilige katholische Kirche.

Du Priester, du bist es, den Ich meine, du Priester der heiligen katholischen Kirche. Du hast das Evangelium in der Hand und lehrst Meine Kinder, daß Ich der Herr der Herzen bin, daß Ich die Herzen lenke und leite wie Wasserbäche, und daß Ich eine Seele in Besitz nehme durch die heiligmachende Gnade und so in ihr wohne mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Du willst es nicht glauben, Mein Sohn, was du lehrst. Du willst nicht glauben, weil du die Worte Meines Dieners Paulus nicht beherzigst:

‚Prüfet die Geister, und was gut ist behaltet.‘

Ich aber sage dir, Mein Freund, wenn du es nicht glauben willst, dann mußt du es fühlen; aber du wirst es hart fühlen müssen, du wirst, wenn du die Lieblichkeit Meiner Worte ausschlägst, die Härte Meiner Worte fühlen müssen.

Siehe, du willst nicht glauben, daß Ich treue Seelen um den Altar geschart wissen will, die Mir Ersatz und Sühne leisten sollen für den Undank Meiner Kinder, die Mich treulos und schnöde verlassen. Du willst nicht glauben, daß Ich herabsteigen will in diese Herzen und ihr Tröster sein will. Du willst es mit dem kleinen Häuflein nicht halten, also wisse, daß du es mit einem Geist halten mußt, entweder mit dem Geist der Welt oder mit dem Geist Jesu Christi, mit Meinem Geist. Und so du fortfährst, zu spötteln und zu lächeln über das, was Ich mit Meiner Dienerin rede, mußt du wissen, daß du es mit der Welt hältst; denn die Welt tut desgleichen, sie spöttelt und lächelt über dich, weil du Mein Diener bist, weil du ein Diener der heiligen katholischen Kirche bist, und sie wird lachen und spotten, ob du glaubst oder nicht, was du lehrst.

Es ist nun einmal so. Die Welt ist abgewichen vom rechten Weg, und viele gehen zugrunde, der Teufel hält Ernte unter deiner Herde. Wie Ich dir schon oft sagen ließ, viel besser würdest du tun, Mein Freund, wenn du die Sache ernst nehmen würdest und mit dem kleinen Häuflein, das noch zu retten ist und das noch zu dir hält, fortfahren würdest, in der Liebe zu wachsen; denn solange du nicht mit lebendigem Glauben und fester Überzeugung dich hinwendest an den Tabernakel, wo Ich wohne, wirst du zweifeln, wirst du nicht glauben können, daß Ich noch dieselbe Sanftmut und Demut besitze, die Ich besessen, als Ich in sichtbarer Gestalt unter euch erschien. Nun lehrst du aber und glaubst dieses wohl, daß Ich unter euch wohne, noch Derselbe bin so wie damals, als Ich unter euch wandelte, warum sollte es Mir nun nicht vergönnt sein,

daß Ich Mir eine Seele erwähle und durch diese zu dir reden will, daß Ich ihr Meinen Geist gebe, weil sie Mir Gehör geschenkt?

Siehe, ob du es übernehmen wolltest, Jahrzehnte, zwanzig, dreißig Jahre, eine solche Behandlung zu ertragen, wie sie diese ertrug und erträgt, und halten an Mir, ihrem Gott und Herrn? Und wenn du dich ernstlich geprüft hast, dann schlage an deine Brust und sage ein herzliches ‚mea culpa‘! Verstehst du Mich? Meine Schuld ist es, daß ich nicht glauben kann, denn wenn ich glaube, daß es einen Gott gibt, und daß dieser Gott mich aus dem Nichts erschuf, mir den freien Willen gab und diesen freien Willen mir deswegen gab, damit ich die Prüfungen bestehen kann, die Er mir mit diesem freien Willen übergab ... dann würdest du dich wohl besinnen, so zu zweifeln.“

Barbara: „Mein Jesus, ich bitte Dich für meinen hochwürdigen Beichtvater. Er wird wohl damit gemeint sein.“

Jesus: „Nein, Mein Kind, es ist nicht nur dein Beichtvater gemeint, es sind alle die Priester gemeint, die, wie er, nicht glauben, was sie lehren und alles, was ihnen nicht so behagt und paßt, verwerfen wollen. Hier gilt es aber, unsterbliche Seelen zu retten, hier in dieser Zeit, wo Satan wütet im Reiche Christi, in Meiner Kirche, wo er den Glauben bis in die feinsten Fasern hinein untergräbt durch seine Helfershelfer, da müßten Meine Diener viel mehr auf der Hut sein.

Es ist wahr, eine Sache zu prüfen, die etwas auffällig und ungewöhnlich ist, ist oft schwer, aber in einer Sache, die so haarscharf mit dem Evangelium, das Ich Selbst gepredigt und das sie weiter predigen, übereinstimmt, ist nichts zu befürchten, wenn die Seele, durch die es geschieht, auf dem rechten Weg wandelt, mag sie dann stehen, wo sie will; denn es geht dich nichts an, wo Ich eine Seele aussuche, wo Ich sie herausnehme, um sie als Werkzeug zu brauchen, um dir zu beweisen, wie gut Ich bin, wie sanftmütig und demütig Ich bin.

Mir ist keine Hütte zu klein, keine Person zu roh nach außen hin, Ich schaue nur auf das Herz und nicht auf die Manieren. Ich werde zwar durchführen, was Ich angefangen, Ich werde auch Nachsicht haben mit Meinen Dienern, aber diejenigen, die hartnäckig Meinem Willen entgegentreten, die boshafter Weise nicht erkennen wollen, was sie erkennen könnten, werden es doch fühlen müssen.

Ich werde ihnen vieles entziehen, was sie haben könnten, zu ihrem und ihrer Untergebenen Besten. Denn diejenigen, die den Geist aufnehmen in sich, werden in ein solches Licht versetzt sein, in ein solches Glaubenslicht, daß ihnen die Worte wie Balsam vorkommen in all den trüben Stunden, die auf ihrem Lebensweg sie befallen werden. Balsam sind Meine Worte auf das arme Menschenherz, das nun einmal diesen Weg wandeln muß, den Kreuzesweg, weil auch Ich den Kreuzesweg wandeln wollte und mußte, freiwillig gehen wollte. Der Mensch hat das Paradies verscherzt, und er muß es wieder zurückverdienen durch den Lebensgang, den auch Ich durchging, denselben Lebensweg!

Ihr aber, Meine Kinder, sagt all denjenigen, die sich an euch wenden und durch euch an Mich, daß Ich niemals unzufrieden bin mit einer Seele, die Mich sucht, auch wenn sie alle Sünden, die je ein Mensch begangen haben sollte, begangen hätte. Ich will ihr Herz weiß waschen wie frisch gefallener Schnee, sobald sie ihre Sünden vor Meinem Stellvertreter in der Beichte bekennt.

Und sage jener Lehrerin, daß sie sich nicht wundern möge, daß sie noch zweifeln kann, ob Ich ihr verziehen; sie kenne die Liebe und Güte eines Gottes noch nicht, Der sie zu einer hohen Stufe der Vollkommenheit führen will, und darum sie erst geläutert werden muß und soll durch den Schmelztiegel der Finsternis, der Betrübnis, der Ängste, ob sie Gnade gefunden. Ich bin es, Der Ich dich an der Hand führe, und Ich verspreche dir, daß, wenn du Meinen Geist, den Ich über dich ausgieße durch diese Schriften, auf andere überträgst, auf die Kleinodien, die Ich dir anvertraue, auf die unschuldigen Kinder, du mehr als eine Seele retten, Mir zuführen wirst, und am großen Tage, wenn Ich dich erwarte an der Goldenen Pforte, dir alle diejenigen entgegenkommen werden, die durch deine liebevollen Belehrungen und Zurechtweisungen in den Himmel eingegangen sind. Sie alle werden dich am Eingang begrüßen, und du wirst dich so oft freuen und so oft wieder finden, wie du Seelen Mir zugeführt hast; denn eine Seele, die das Glück hat, unschuldige Kinderherzen zu leiten und zu lenken, steht Mir sehr nahe, denn sie tut ja, was Ich getan auf Erden.

Du aber, Meine Freundin, mache, daß du mehr Freundinnen für Mich wirbst. Sie alle sind Mir von Herzen willkommen, denn seht, Meine Kinder, wo der Priester nicht glauben will, also den Geist ausschlägt, Der da weht in dieser Schrift, die dir in die Hände gegeben, da glaube du um so fester; denn die Jugend ist in großer Gefahr, und die Jugend bildet die Zukunft. O wie jammert Mein Herz um die Jugend, um die Zukunft.

Darum, was könnt ihr nicht alles verdienen, ihr, die ihr das Glück habt, die Unschuld unter eurer Leitung zu haben. Ich weiß, Meine liebe Barbara, auch du hättest gerne noch eine andere Freude.“

Barbara: „Ja, mein Jesus, Du siehst alles und weißt alles, ich habe freilich noch etwas. O gib mir doch ein Häuflein Armer Seelen zu der gnadenreichen Geburt der hochheiligen Christnacht, o mache das Fegefeuer leer. Mein Jesus, Du bist zurückgekehrt von dem heiligen Ernst, in den Dich die Sache hineingeleitet. Du bist jetzt wieder liebevoller. O schenke sie mir alle. Ich opfere Dir alle Augenblicke Deines dreiunddreißigjährigen Lebens, die Du verwendet hast, um uns zu retten, Dein bitteres Leiden und Sterben, alle Mühseligkeit, Schmach und Verachtung auf, die Du erduldet, die Leiden Deiner heiligen Mutter und Deines Nährvaters, ihre Verfolgungen, und auch die kleinen Verfolgungen, die ich erleide; es ist aber doch vielmals hart. Ich bringe es Dir dar, weil Du ein so lieber, guter Gott bist, und gar so demütig bist Du, daß Du mit einer so armseligen Person verkehrst, und um dieser Demut willen opfere ich Dir diese kleinen Verfolgungen auf, denn Du nimmst auch vorlieb mit den Kleinen, mit ihren haushohen Opfern, wie man sie nennt, obwohl es nichts ist. Du lächelst? O gib mir Seelen! O freut euch doch mit mir! Ist es denn im Himmel noch schöner? Gegrüßet seist Du, Maria!

O gib mir N. (ein Verwandter, der von einer Tanne erschlagen wurde).

O sieh, die armen Bauersleute, wie sie sich quälen müssen. Sieh, er gehört zu meinen Verwandten. O gib mir alle, die noch zu leiden haben, alle in der ganzen Diözese N. O nimm sie mit! Ich opfere Dir alle heiligen Meßopfer dafür auf, das hochheiligste kostbare Blut, das auf jedem Altare geopfert. Um dieses Blutes willen, und durch Deinen Tod, erlöse die Armen Seelen aus der heißen Glut. Eben tritt Sie heraus, die liebe Mutter Gottes, und eine weitere Schar. Es kommt eine große Zahl. Mein Jesus, wie danke ich Dir. O wie schöne Leute sind das. Warum aber ist N. nicht dabei?“

Maria: „Er hat noch nicht genug gebüßt. Auch N.N. hat noch nicht genug gebüßt.“

Barbara: „O liebe Mutter, o nimm ihn mit. Sieh, er hat den Martertod gelitten in seinen Berufsarbeiten. Schenke mir doch den Vater von N., der, wie Du gesagt, noch leidet, und der seit dreißig Jahren tot ist.“

Maria: „Den sollst du haben. N.N., die kann Ich dir noch nicht geben, die Verdienste reichen noch nicht aus. Du mußt noch mehr leiden und büßen, noch gläubiger werden. Sieh, was die anderen dir versagen, das mußt du selbst dir ersetzen durch den lebendigen Glauben, aber laß dir die Freude nicht nehmen.

Jetzt, Meine Kinder, kniet nieder, Ich will euch segnen, euch und eure Verwandten und Bekannten und alle, die sich an euch wenden mit einer Bitte. Über sie alle soll der Segen träufeln und über ihre Herzen und ihre Familien, denen sie angehören, sie alle will Ich segnen.“

Barbara: „O bleibe doch noch da, ich kann mich nicht von Dir trennen. Du bist ja unendlich gut. Wann kommst Du wieder, o Herr?“

Jesus: „Das brauchst du nicht zu wissen. Wenn Ich anpoche an deinem Leibe, dann komme Ich wieder.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

212 Tag vor Neujahr 1897

„Weil Ich ... viele aufwecken will aus dem Schlafe der Sünde, in dem Ich ihnen dieses Buch in die Hände spiele.“

Lied: Wenn ich, Jesus, dich nur habe ...

Barbara: „O mein allerliebster, allerschönster Bräutigam meiner Seele! O du süßester Gast meiner Seele! Du willst Besitz nehmen von meinem Geist. O nimm ihn hin! Ich übergebe ihn Dir mit all seinen Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Warum sehe ich Dich heute als meinen allerliebsten, allerschönsten Bräutigam mit einem so liebenswürdigen Angesicht? O mein Jesus, o daß ich Dich immer schauen könnte. O daß doch niemals mehr eine Zeit käme, wo ich Deines süßesten Anblickes beraubt würde.O daß Du immer mit Wohlgefallen Dein Auge auf mich wenden könntest. O vergiß die Zeit, wo ich Dich beleidigt und Du nicht mit Wohlgefallen mich anschauen konntest, und laß keine Zeit mehr kommen, wo Du Deine Blicke von mir abwenden mußt. Ich bete Dich an mit meinen beiden Mitschwestern, mit allen meinen lieben Geschwistern, mit allen, die glauben, daß Du mit mir verkehrst. Ist es doch der Vorabend Deiner Beschneidung. Warum zeigst Du Dich nicht als kleines Kind, wie Deine Eltern Dich der Beschneidung übergeben haben?“

Jesus: „Meine Tochter! Du willst wissen, warum du Mich siehst als deinen himmlischen Bräutigam und nicht als kleines Kind. Ja, als kleines Kind könnte Ich dich schon belehren, da aber die Belehrung, die Ich dir heute geben will, mehr paßt für einen erwachsenen Mann, der da besorgt ist um das Wohl seiner Braut, so muß Ich dir als solcher deinem Geistesblick erscheinen.

Siehe, Meine Tochter, schon lange ist es, daß Ich Mich gewürdigt habe, Mich dir mitzuteilen. Es gefiel Mir so. Jedoch braucht niemand zu glauben, daß Mir eine Seele, mit der Ich in auffallender Weise verkehre wie mit dir, lieber wäre, und Ich ihr mehr Gunstbezeigungen zuteil werden ließe als einer anderen, die Mir ebenso treu dient wie diese hier und noch treuer.

Niemand ist von Meinem Herzen ausgeschlossen. Auf dem Haupte eines jeden, der Mir treu dient, ruht Meine liebende, schützende Hand, und Mein zärtlicher Vaterblick ruht auf jedem, der da Mir dient in dieser Welt, mag er sein, wessen Standes er will. Aber Ich kann Mich nicht mit jedem in so auffallender Weise unterhalten wie hier mit dir. Das würde die menschliche Ordnung und Gesellschaft stören.

Ich will aber eines Geschöpfes Mich bedienen, um durch dieses Geschöpf all diejenigen zu trösten und zu belehren, die Mir treu dienen, um allen zu zeigen, wie gut Ich bin, und daß kein Wort gesprochen Mir zuliebe, kein Gebet verrichtet Mir zuliebe – ja, was soll Ich sagen, daß Ich keinen Schritt, kein Leiden, das Mir aufgeopfert worden ist, vergessen habe – umsonst geschehen wäre.

Ich will die Menschen belehren und ihnen zeigen, daß es wirklich wahr ist, daß diejenigen, die Mir treu dienen, einen unendlichen Lohn zu erwarten haben, und weil nun das Menschengeschlecht gar so lau geworden ist und gar so gleichgültig gegen die Pflichten ihrer heiligen Religion, so daß dieses Wort, das Ich auf der Kanzel durch Meine Diener rede – wo Ich ja auch dem Volke sage, wie gut Ich bin, wie Ich Mich sehne, die Menschen zu beglücken – nicht mehr gehört und beachtet wird.

Darum habe Ich dieses Mittel ersonnen, weil Ich durch die Belehrungen, die Ich dir gebe, viele erfreuen und trösten will, viele aufwecken will aus dem Schlafe der Sünde, indem Ich ihnen dieses Buch in die Hände spiele, wo sie sehen und deutlich sehen, daß sie nicht umsonst auf dieser Erde leben, daß es nach dieser Zeit eine andere Zeit gibt, die ewig dauern soll und ewig dauert, und daß diejenigen, die dann mit Mir hienieden die kurze Zeit ihres Lebens gekämpft und gelitten haben, die ganze Ewigkeit hindurch mit Mir herrschen und regieren sollen.

Aber Meine Diener verschmähen es, sich zu überzeugen, daß Ich nun schon über ein Jahrzehnt mit dir rede, Mich dir mitteile, und sie beachteten es auch nicht, als Ich im stillen, verborgenen Kämmerlein deines Herzens mit dir sprach und dir Meinen Willen kundtat.“

Der liebe Heiland zu einer vorausgegangenen Sache:

Jesus: „Man ging darüber hinweg, obwohl Mein Diener es glaubte – halbwegs glaubte, halbwegs nicht glaubte – und doch, weil er Mein Gericht fürchtete, gefiel es Mir, ihn hinwegzunehmen. Er ist eingegangen und schaut nun die Wirklichkeit, was Ich ihm gar manchmal sagen ließ durch dich. Er sieht nun freilich, daß er seine Krone um vieles hätte verschönern können, wenn er Meinen Willen, anstatt ihn zu verbergen, anderen übertragen hätte und die Worte zu beglaubigen gesucht hätte, besonders nachdem er dich harten Prüfungen drei Jahre lang unterzogen hatte.

Als er nun nicht glauben wollte, wenigstens seinen Glauben niemand offenbaren wollte, und anfing, dich zurückzuführen, dich zu prüfen, da gab Ich dir diese äußeren Zeichen. So gefiel es Mir von jener Zeit an, öffentlich mit dir zu reden, vor anderen, vor Zeugen, die Meine Worte beglaubigen sollen. Drei Jahre lang überließ Ich ihm Meine Tochter und übergab sie ihm zu harten Prüfungen. Wäre es ein anderer Geist gewesen als der Meinige, hätte er schon damals scheitern müssen an den Klippen, die ihm entgegenstanden; denn entweder ist es Mein Geist und die Seele erträgt es, weil Mein Geist ein Geist der Sanftmut und der Demut ist, oder es ist der Geist der Finsternis, des Dämons, und dann ist er ein Geist des Stolzes, der nichts ertragen kann, am allerwenigsten Demütigungen, Demütigungen von seiten Meiner Diener, die Meine Stelle an einer solchen Person vertreten. Nun hat sie die drei Jahre bestanden, und Mein Diener hätte sehen müssen, daß es nicht ein Geist der Finsternis oder ein Geist des Stolzes ist, der diese Seele beherrscht.

Deshalb habe Ich sie der Leitung eines anderen unterstellt, und drei weitere Jahre sind bereits vorüber, wo Ich mit ihr öffentlich verkehre, öffentlich durch sie zu ihnen rede, und sie haben es nicht erkannt und nicht angenommen, wenigstens nicht freiwillig und mit gutem Willen, obwohl sie in ihrem Herzen denken und nachsinnen. Darum sollt ihr wissen, Meine Kinder, daß nun eine andere Zeit für euch kommen wird. Ich werde zu euch reden, euch mitteilen Meinen Schmerz und Meine Freude, wie die Zeit sie bringen wird.

Ich werde diese Meine Dienerin heimsuchen mit Leiden aller Art, und glücklich diejenigen, die sich mit ihr in Verbindung setzen, denn sie alle sollen den Schatz mit ihr teilen, sie sollen in Freude und Liebe dieses Tränental durchwandern, so daß ihnen die Leiden, die Ich ihnen sende, keinen Schaden bringen werden. Sie werden durch geduldiges Ausharren ihre Seele retten und nicht zugrunde gehen und bewahrt bleiben, wo rechts und links andere fallen in die Fluten des Unglaubens, der da dieses Jahrhundert überschwemmt hat.“

Barbara: „O Herr, meine Hausleute drängen mich gar sehr und wollen die Miete erhöhen, weil sie sehen, daß Arme bei mir verkehren. Ich will doch nur für Deine Armen sparen und nicht für Leute, die besser leben als ich... Gib ihnen doch die Gnade, daß sie ihr Unrecht einsehen.“

Jesus: „Deine Hausleute werden dich in Ruhe lassen. Wenn sie aber wieder anfragen, dann sei ganz entschieden, denn auch du sollst allen Leiden unterworfen sein, du sollst nicht unangetastet bleiben. In allen Verhältnissen, die das menschliche Leben mit sich bringt, sollst du leiden und büßen und so durch deinen Frieden, den du dabei bewahrst, andern zeigen, daß es doch ein Unterschied sei, Mir dienen und nicht dienen. Du sollst wissen, daß Satan großen Zorn hat und gern den Bund niederreißen möchte, den Ich unter euch dreien gegründet habe, und bald da und bald dort schürt. Auch Lieschen, Meine treue Dienerin, auch du sollst es fühlen.

Es ist Satan, der euch anfällt und nachstellt, um euch auseinander zu reißen. Geht über all die Kleinigkeiten hinweg, die er euch in den Weg legt, denn nur Kleinigkeiten sind es. Denn Meine schützende Hand ruht auf eurem Haupt, und Mein Auge ruht mit Wohlgefallen auf all euren Schritten und Tritten, aber nicht nur auf euch allein, sondern auf allen, die sich mit euch vereinigen, die Hand in Hand mit euch gehen, ganz besonders N. Ein großer Schatz ist Mein Wort für ein gläubiges Christenherz. Es tut der Zeit gar sehr not zu glauben, daß Ich Mich zeige, daß Ich es bin, daß Ich noch die Macht besitze, sichtbar in Meiner Schöpfung einzugreifen, unter Meinen Geschöpfen zu schalten und zu walten nach Belieben.

Es ist nicht mehr möglich, daß Meine Kirche, auch wenn sie noch so eifrige Diener zählt in ihrer Mitte, den Strom aufhalten könne. Die trüben Wasser des Unglaubens haben alles überschwemmt und mit sich fortgerissen, und diejenigen, die einmal weggeschwemmt sind, lassen sich durch das Wort, das sie hören, nicht mehr zurückbringen, die meisten hören es auch nicht mehr, weil sie sich wohl hüten, in die Nähe eines Priesters zu kommen.

Da ist es an der Zeit, daß Ich ein anderes Mittel erdenke: und Ich ersann den Plan, daß Ich den Christen anleiten will, oft zu Meinem heiligen Tisch zu gehen, daß Ich will, daß jungfräuliche Seelen sich zusammenscharen und überall, ja überall in der Welt, wo es kein Priester mehr wagt hinzugehen, weil er schon so oft und so schnöde abgewiesen worden ist, da sollen diese Seelen alles aufbieten, um die Seelen zurückzuführen.

Meine Kinder, freuet euch! Morgen feiert die Kirche das Fest Meiner Beschneidung; es ist das erste Blut, das Ich auf Erden vergossen habe. Freuet euch, denn wenn Ich sage, daß Ich zufrieden bin, und daß Ich diesen Frieden, diese heilige Freude in euch hineinlenke, die euch niemand rauben kann, dann geht hin und höret Meine Worte, wo sie gepredigt werden und freuet euch, weil ihr sie auch da hören könnt, wo sie nicht von der Kanzel her tönen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

213 Tag nach Neujahr 1898

„... und mit nichts könnt ihr mehr verdienen, als indem ihr Mir Sühne und Abbitte leistet, und alles andere geringschätzt.“

N. kränkte sich, weil die Schneiderin ihren Mantel verdorben und dieser Verlust den Armen abging, bis der Herr Sich würdigte, ihr folgendes sagen zu lassen:

Jesus: „Sage deinen Freundinnen, sie möchten doch über all die Kleinigkeiten hinweggehen und sich nicht daran aufhängen; denn durch nichts können sie Mir mehr Freude machen, als wenn sie sich einsetzen für ihre Brüder und an deren Statt Mir Sühne und Abbitte leisten und Mir die Ehre wiedergeben, die Mir die undankbaren Menschen entziehen; Ich, Der Ich doch den Menschen alles gab und ihr größter Wohltäter bin, und wie wenige sind es, die Mir die Ehre geben.

Wenn auch ein Mensch ein Vermögen von Millionen und Milliarden hätte und unter die Armen austeilte, so wäre es doch kein Dank und morgen wären sie wieder unzufrieden. Ich aber bin ein dankbarer Gott und mit nichts könnt ihr mehr verdienen, als indem ihr Mir Sühne und Abbitte leistet, und alles andere geringschätzt. In dieser Zeit, wo sich alles von Mir abwendet, ist Mir das Gebet das liebste, die Sühne und Abbitte.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

214 Fest der Heiligen Drei Könige 1898

„Denn so edel ist dieses Herz geschaffen, diese Seele, daß nichts sie befriedigen kann als nur Gott allein.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in meinem Elend. Aber was ist es denn heute, daß ich ohne alles Gefühl bin und ich mich so krank fühle? Was willst Du mich denn dadurch lehren?“

Jesus: „Meine Tochter! Hier stelle Ich dir die Männer vor, deren Fest heute die Kirche feiert, die Heiligen Drei Könige. Siehst du die Mühe, die diese sich aufluden, um den wahren Gott zu finden, um den verheißenen Erlöser aufzusuchen, und um das Ziel zu erreichen, das den Menschen gesteckt ist; denn mag der Mensch auch noch so versunken sein ins Heidentum, etwas liegt doch in ihm, das Gefühl von einem Leben, das ewig dauern soll, er weiß, daß es ein Fortdauern gibt.

Und der bessere, edler Gesinnte heute, er sucht etwas zu finden, wo er sicherer dieses Ziel erreichen könne, nämlich sein Glück zu sichern. In jedes Menschenherz ist es eingeschrieben, daß diese kurze Spanne Zeit nicht ausreicht, um dieses Herz zu befriedigen, zu erfüllen, denn so edel ist dieses Herz geschaffen, diese Seele, daß nichts sie befriedigen kann als nur Gott allein. Dies hat der Heide erfaßt und sich zurückgezogen, um nachdenken zu können, wie er sich dieses ewig dauernde Leben sichern könne.

Siehe, mit welcher Freude sie Meine heilige Mutter begrüßen! Betrachte den Glauben, der sie hierher geleitet, betrachte die Liebe, mit welcher sie Mich anbeten. Betrachte, wie alle Mir Opfer bringen, wie sie alle Hindernisse beseitigen, über alles hinweggehen, was ihnen hinderlich sein könnte, wie sie nicht rechts und links schauen, was andere tun, wie sie geradeaus gehen, dem Stern folgend, der ihnen voranleuchtet, und wie sie jetzt glücklich sind, nachdem sie an dem Ort angelangt sind, und alle Hindernisse und Leiden hinter sich sehen, nachdem sie Mich in einem so armseligen Ort gefunden und Mich in der Krippe erblickten.

Ich bin es, der den Frieden in ihr Herz gesenkt. Nehmt euch ein Beispiel, ihr Meine Kinder. Nehmt euch diese drei Männer zum Vorbild für euer ganzes zukünftiges Leben.

Seht, als sie Abschied nahmen von der Heimat, als sie sich auf den Weg machten, um Mich zu suchen, da gab es viele, die über sie spotteten. Die besser Gesinnten rieten ihnen ab, der Weg sei zu weit, zu hart und zu unsicher, weil sie aufs Geratewohl hinaus reisten in die weite, weite Welt. Viele schlossen sich an, aber nur für eine Zeitlang. Sobald die Beschwerden anfingen, kehrten sie zurück in ihr altes üppiges Leben und nur diejenigen folgten ihnen, die innig verwandt oder Bedienstete von ihnen waren, sie scheuten nicht die Beschwerden der Reise – und jetzt, wie überglücklich sind sie, wie überreichlich ist ihnen alles belohnt.

Meine Kinder, habt ihr nicht schon nachgedacht über den Glauben dieser Männer? Habt ihr euch nicht schon gefragt, ob ihr in eurem Glauben ihnen nicht nachsteht? Haben sie es auch freilich gewußt aus den Prophetien – sie haben viel gelesen, diese Männer, sie haben sich Mühe gegeben – aber immerhin bleibt noch ein gar dunkler Schleier über ihrem Wissen, aber der Glaube, daß sie ganz sicher zum Ziel kommen werden, daß sie nicht getäuscht seien, flößt ihnen Mut ein. Sie vertrauten auf die Güte jenes Gottes, jenes Geistes, der die Propheten geleitet haben mußte.

Nun aber denkt euch, wieviel da noch zu tun ist, nachdem sie ihr Ziel erreicht haben. Sie sehen die Grausamkeit eines Herodes, sie sehen die eigenen Landsleute dieses glücklichen Kindes, wie sie sich gar nichts daraus machen, wie sie sich nicht einmal bemühen mögen, auch nur einen Schritt zu tun, ja, sich nicht einmal zu würdigen eines Blickes dieses Kindes, und doch ist dieses Kind, das sie anbeten auf dem Schoß einer so armen Mutter, hervorgegangen aus diesem Geschlecht, und niemand kümmert sich um dasselbe.

Hätte dieses nicht den Mut niederbeugen, ihr Vertrauen mindern können, so daß sie Zweifel und Unruhe, die ihnen auch Satan beibringen wollte, hätten nachgeben können? Diese Männer sollen euer Vorbild sein. Ihr drei Jungfrauen, und alle, die sich euch anschließen, sollen belohnt werden, wie auch alle diejenigen belohnt worden sind, die ausgehalten auf dem harten, beschwerlichen Weg. Du bist verzagt, Meine Tochter, wenn du siehst, wie alles nicht so nach deinem Willen geht, wenn du siehst, wie in deiner Umgebung hie und da eine Seele traurig ist, mutlos, sich nicht freuen will, wenn du dich freust. Du mußt die Launen anderer ertragen, wie auch die anderen deine Launen ertragen müssen.

Sieh, das ist der Weg aller Menschen! Es war bei diesen Männern auch nicht anders. Nicht alle in ihrer Umgebung, ja nicht einmal ihre Kinder und Hausgenossen, hatten gleichen Sinn mit ihnen; sie hatten vieles zu leiden um ihres Glaubens willen.“

Barbara: „Mein Jesus! Du schweigst? Sage mir, habe ich Dich denn gar zu sehr betrübt, daß ich heute gar keinen Eifer habe im Gebet, nicht jenes innige Vertrauen wie seither? O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Habe Ich dir nicht gesagt, daß du dich gefaßt machen sollst auf Leiden aller Art? Ich habe dir versprochen, Mich mehr mit deiner Vervollkommnung zu beschäftigen und durch dich andere zu belehren, damit doch niemand verzagt sein soll, mag er stehen, wo er will in seinen Lebensverhältnissen; denn alle Menschen möchte Ich retten!

An den Wendepunkt habe Ich euch gestellt, dieses Geschlecht. Es soll eine andere Zeit kommen für Meine heilige Kirche. Und weil der Mensch so verweichlicht ist, so wenig tun will und tut, muß Ich gar große Nachsicht haben mit diesem Geschlecht, und doch liebe Ich den Menschen geradeso wie damals, als Ich ihn hineinstellte in das Paradies, Ich ihm alles zur Verfügung stellte, alles war ihm untergeordnet.

Nun soll aber dieses Paradies, das verlorengegangen ist, doch noch fortbestehen. Deswegen bin Ich vom Himmel herabgestiegen und habe Mich in dieses Geschlecht hineingestellt. Ich habe Mich bekleidet mit dem Fleisch dieses Menschen, um das Paradies wiederherzustellen, aber nicht wie dort ohne Leiden, ja leidensunfähig. Denn der erste Mensch, wie er aus Meiner Hand hervorging, war keinem Leiden unterworfen, durch die Sünde nur kam dieses Übel in die Welt, und alle Meine Kinder, obgleich Ich sie noch so liebe wie damals im Paradies, sind aber jetzt Leiden und Bedrängnissen aller Art unterworfen, aber nur, um diese zu ertragen und dadurch das Paradies wiederherzustellen.

Deswegen will Ich die Menschheit erinnern, daß Ich unter ihnen wohne, unter ihnen wandle, ja, mit jedem wandle, der da lebt in Meiner Kirche und Mir treu dient. Und weil dies der arme Mensch nicht begreifen will, daß Ich dennoch zufrieden bin mit ihm, wenn er auch seine Armseligkeiten an sich trägt und diese bei jeder Gelegenheit zutage treten, deswegen würdige Ich Mich, mit dir zu reden, Mich dir mitzuteilen, um durch dich andere zu trösten, Meine treuen Kinder. Ja, harret aus in all den Prüfungen, in all den Lagen, in die Ich euch hineingestellt, eines mit dem andern. Magst du, Mein Freund, stehen im Kloster und eine Umgebung haben, die nicht gesinnt ist wie du, du mußt ihre Launen ertragen.

Du mußt dich aber erinnern, daß du an dem Wendepunkt stehst, daß Meine Kirche wieder aufblühen soll, und durch alle ertragenen Leiden, wenn es auch nur die ruhige Hinnahme der üblen Launen eines anderen ist, kannst du beitragen zu dem Ziele.

Du stehst in der Familie, da gibt es allerlei Launen und Leiden zu ertragen. Du mußt sie ertragen und ruhig weitergehen. Du mußt wissen, daß du beitragen sollst zu dem Ziel, du mußt dich erinnern, daß du im Gefolge der Heiligen Drei Könige bist, und mit festem Vertrauen, mit großem Glauben, mit inniger Liebe dich anklammern an den Liebesbund.

Je gottloser die Welt ist, desto eifriger und treuer müßt ihr sein, ihr guten, treuen Kinder, wenn es auch scheint, als sei alles verloren – es ist nichts verloren. Ihr sollt sehen, wie viele sich noch anschließen. Wenn auch scheinbar alles verloren ist, dann ist alles gerettet: Ich meine, eure Sache! Seelen, Seelen verlangt Mein Herz. Durch Gebet, durch Sühne und durch Opfer und durch Ertragen aller Leiden sollen Seelen gerettet werden.“

Barbara: „O Herr, hilf mir doch, alle diese Seelen für Dich zu gewinnen. Bei manchen will es mir scheinen, daß meine Besuche zwecklos sind, weil ich gar keine Änderung des Lebens sehe. Ich empfehle Dir besonders diese N. N. N.“

Jesus: „Mit all denjenigen, die du Mir vorträgst, tue, was du kannst, und wenn dein Wort verhallt ohne einzudringen, dann gehe ruhig weiter. Ist es ja auch Mir so ergangen. Wo der Mensch Mir Hindernisse in den Weg legt, wo sie das Herz nicht reinigen von der Sünde, da kann von Friede keine Rede sein. O da ist so viel Weltensinn, Weltengeist, Liebe zu Vergnügen, Liebe zum Besitz, da möchte man nur alles nach Bequemlichkeit haben, kein Opfer will man Mir bringen, da ist keine Sprache freilich vom Frieden, von Himmelsfrieden.

Von denjenigen, die sich an Mich wenden, an Mich anschließen, die vor den Tabernakel kommen, um Mich zu besuchen, wird niemand von Mir hinweggehen, ohne getröstet zu werden, und für diejenigen, die im Richterstuhl der Buße ihre Sünden abwaschen, ist es nicht notwendig, die Güter dieser Erde zu besitzen, um glücklich zu sein. Gehe in die Hütte der Armen.

Ich will dir nur ein Beispiel sagen: Gehe in die Hütte der armen Frau in deinem Heimatdörfchen, deren Mann gestorben (Die ärmste Frau im Dorf, deren Mann gestorben, er hinterläßt sieben kleine Kinder.), und frage sie, ob sie unglücklich ist. Sie wird sagen, nein, ich bin der glücklichste Mensch, obwohl ich arm bin und so viele Leiden habe, ich bin in meinem Innern der glücklichste Mensch.

Seht, ihr alle, die ihr euch anschließen wollt an den Liebesbund, seid zufrieden mit dem, was Ich euch gegeben; denn um glücklich zu sein, braucht man nicht viel zu besitzen. Du arme Familienmutter, du armer Familienvater, bist du nicht glücklich, wenn Ich dir sage, daß du König bist, du Vater, und Königin bist, du Mutter? Warum denn König und Königin?

Ei, weil du Mein Diener bist und die ganze Ewigkeit mit Mir herrschen sollst über alle diejenigen in diesem Leben, die dich unterdrückten und verfolgten, die dir dein Schicksal nicht erleichterten, über alle diese sollst du herrschen und regieren mit Mir, du sollst mit einem Diadem bekleidet werden. Weißt du, was das ist? Mit einer Würde, die alle deine Feinde und deine Gegner in Schrecken versetzen soll, wenn sie diese zum ersten Mal erblicken werden.

Aber die Welt ist gottlos geworden, an ein anderes Leben glaubt man nicht mehr, und darum dieses Jagen, dieses Rennen nur nach irdischen Glücksgütern. Darum dieser Zwiespalt zwischen Reich und Arm. Ich aber sage euch, glaubt Mir, niemals werde Ich Mir die Ordnung aus der Hand reißen lassen, Ich werde die Ordnung aufrechterhalten, solange die Welt steht. So wie Ich die Welt erschuf, wird sie bleiben, bis Ich sie in ihr Nichts zurücksinken lasse, und so wie Ich die Ordnung herstellte, wird sie bleiben, bis sie aufgehoben sein wird. Es werden Reiche neben Armen und Kranke neben Gesunden sein, solange die Welt steht, und Meine Kirche wird nicht untergehen, auch wenn die ganze Hölle gegen sie losgelassen und erbost ist in ihren Helfershelfern.

Darum Mut, Meine Kinder, Mut ihr Priester, die ihr es glaubt, haltet fest das Steuerruder; ihr seid der Steuermann im Schifflein Petri, jeder in seiner Pfarrei – nur mutig mit den Wellen kämpfen, wenn auch das Schifflein angefüllt ist mit den Wassern des Unglaubens, aber untergehen wird es nie. Es wird eine Zeit kommen, wo alle die Gewässer aus dem Schifflein herausgeschöpft sein werden. Aber das kostet Kampf. Durch Kampf zum Sieg; durch Sieg zur Krone.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

215 Zweiter Freitag im Januar 1898

„Weil die Familie so zerrissen ist, darum ist die Stadt, das Land, die ganze Welt zerrissen.“

Lied: Sei gegrüßt ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus und Maria! Ich danke Dir, mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, daß Du Dich gewürdigt, mich heimzusuchen in dieser Stunde. Mein Herr und Mein Gott, warum sehe ich Dich in so schrecklicher Weise zugerichtet?“

Jesus: „Die Sünden der Fastnacht! Hier in Mainz, im Goldenen Mainz, das Ich so bevorzugt vor vielen anderen Städten, werde Ich so behandelt. Siehe, das sind die Sünden der Fastnacht, die beginnen mit Weihnachten und dauern bis über die Faschingszeit hinaus. Mein Herz blutet, wenn Ich der vielen jungen Leute gedenke, bei denen das Laster seinen Anfang nimmt, die Unzucht, die Geilheit; in diesen Tagen nimmt sie ihren Anfang in so manchen bisher noch unschuldigen Herzen, und Ich sollte nicht trauern über solche unschuldige Kinder, wie sie Meinem Herzen entrissen werden?“

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich bete Dich an, lobe und preise Dich, um Dir einigen Ersatz und Sühne zu leisten. Ich sage Dir Dank für all die Gnaden und Vorzüge, die Du dieser Stadt erwiesen; denn Du mußt in dieser Stadt schon Großes gewirkt haben, weil so viele Heilige darin lebten, und mit großem Wohlgefallen mußte Dein Auge auf die Stadt herabgesehen haben, sonst wäre es ja nicht das Goldene Mainz.“

Jesus: „Das ist so, Meine Tochter, aber wenn es dem Menschen gut geht, dann wird er üppig. Mainz ist abgewichen vom rechten Weg, und nur noch eine kleine Zahl ist es, die Mir treu dient, die sich nicht stört an dem Unfug der Zeit. Helft Mir, Meine Kinder, helft Mir Ersatz und Sühne zu leisten vor Meinem himmlischen Vater. Vereinigt euch mit Mir!

Es war noch viel schlimmer, als es jetzt ist; manche Seele war noch gleichgültiger, als sie jetzt ist, und nur durch das Gebet frommer Seelen und den Eifer Meiner Diener haben sich einige wieder aufgerafft und angeschlossen an Mich. Aber was ist das für so viele, die verlorengehen. Siehe, du bist ein armer Mensch, ein armer Sünder, auch du hast deine Armseligkeiten und wirst sie behalten, solange du lebst, und doch wünschte Ich, daß recht viele den Weg wandeln, den du gehst, weil Ich will, daß das Familienleben wieder geheiligt und zurückgeführt werde, daß Zucht und Ordnung wieder einziehe in die Familie. Weil die Familie so zerrissen ist, darum ist die Stadt, das Land, die ganze Welt zerrissen. Von der Familie geht das Unglück aus durch die ganze Welt und niemand ist, der ihm Einhalt tun kann und Einhalt tut.

Deswegen gieße Ich Meinen Geist aus über eine so unvollkommene Seele, wie du es bist, die Ich gerade in eine Familie hineingestellt, wo sie mit lauter unvollkommenen Menschen verkehren soll und verkehren muß. Deswegen habe Ich gerade über dich Meinen Geist ausgegossen, um die Welt zu belehren, wie gut Ich bin, wie wenig Ich verlange, wie Mein Herz Sich sehnt, die Menschheit wieder zurückzuführen zu der guten, alten Zeit, wo man Mir gedient.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich war die ganze Woche recht armselig, ich weiß es. Ich bitte Dich, o Herr, gib mir Deinen Geist wieder, gib mir Eifer im Gebet. Warum bin ich so kalt, so nachlässig, ich kann nicht, wie ich möchte. Du siehst, welche Mühe ich mir gebe, daß ich trotz der Kälte meines Herzens, trotz dem Widerwillen tue, als wüßte ich, Du seiest mit mir zufrieden. Du kannst nicht zufrieden sein mit mir in diesem Zustand; gib mir wieder die Kraft des Gebetes, die Ergießung des Herzens, wie ich früher mich ergießen konnte nach der heiligen Kommunion: Die Freude des Herzens!

O mein Jesus! Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! Was ist denn, daß ich so auf Abwege komme? Warum sehe ich den Feind? Warum habe ich vor acht Tagen wieder eine Schlange gesehen? O Herr, willst Du mir zeigen, daß ich die Ursache bin von all den Übeln, die kommen, und in die ich jedesmal versetzt werde, wenn ich die Schlange sehe. Es ist dies das zweite Mal so, und jedesmal hat es schlimme Folgen in der Familie gehabt.“

(Am Tag vor dem Dreikönigsfest sah Barbara, als sie in der Kirche betete, eine fürchterliche Schlange suchend umherschleichen, und drei Tage danach zeigten sich schon die Folgen in der Familie.)

Jesus: „Meine Tochter! Dies ist der sicherste Beweis, wie sehr Ich wünsche und verlange, die Mutlosigkeit dem armen Menschen zu nehmen, dem Menschen zu zeigen, wie gut Ich bin, wie Ich wahrhaft nicht ein Gott bin, Der dich verderben will, wahrhaftig nicht will den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Darum erkenne doch, Mein Kind, die Güte deines Gottes!

Siehe, wenn Ich es nicht wäre, könntest du Satan nicht sehen, er würde sich gewiß dir nicht zeigen, um dich vorzubereiten auf schlimme Zeiten. Ich bin es, Der dich vorbereiten will, damit du dich daran erinnerst, wenn Unfriede einkehrt in der Familie, wenn es da und dort nicht klappen will, nicht zusammengeht, damit du siehst und dich daran erinnerst, wessen Geistes Luft dies ist, und nicht allzu verzagt und kleinmütig dich benimmst, sondern großmütigen Herzens sollst du leiden, ertragen und dulden, und damit auch andere sich daran erinnern können, deine Umgebung.

Siehe, wie oft habe Ich es schon gesagt, daß Ich das Kreuz in jede Familie stelle und darin gepflanzt ist, damit alle die Glieder der Familie an ihm hinaufblicken und sich durch diesen Blick heiligen; denn nur da, wo das Kreuz steht in der Familie, nur da wird noch an Mich gedacht und Mir gedient, wenn es noch gute Christen sind, und wo Ich das Kreuz hinwegnehme, sei es nun welcher Art das Kreuz ist, wenn Ich es hinwegrücke, steht es schlimm um die Familie, denn Heilige will Ich bilden, Heilige, und im Kreuz allein ist Heil.

Weil nun aber die ganze Welt darniederliegt im Unglauben und besonders die christliche Familie angesteckt ist vom Unglauben der Zeit, darum ist es gar zu notwendig, das Kreuz in die Familie zu stellen und zu pflanzen und die Menschen zu erinnern, warum Ich es tue, warum Ich das Kreuz in die Familie stelle. Zurück soll die Familie, zurück zu Meinem Herzen.

Wäre es noch die Zeit, wie im Mittelalter – wo man Mir gedient in der ganzen Welt, wo es zwar auch viele Christen gab, die lau und kalt waren, aber ungläubig waren sie nicht – da war es genug, wenn sich hie und da eine Seele zurückzog in stille Klostermauern oder in die Einöde und für die Mitmenschen flehte um Gnade und Barmherzigkeit. Diese Barmherzigkeit konnte Ich dann dem ganzen Menschengeschlecht zuwenden um des Gebetes dieser einen Seele willen. Da genügte freilich das Gebet der Klosterfrauen und der Priester, um Gnade herabzuflehen über die Menschen.

Jetzt aber genügt es nicht mehr allein, wenn sich einzelne heiligen in stiller Klosterzelle, wenn feurige seeleneifrige Priester sich aufopfern für Mein Volk, nein, es genügt nicht mehr, weil die Familie zu gottlos ist, die ganze Welt zu gottlos geworden ist. Die Familie muß sich heiligen, es muß einzelne Familien geben – so wie früher einzelne Seelen sich zurückzogen, um Gott zu dienen, um für ihre Brüder sich einzusetzen –, die eine Ausnahme sind, woran andere sich erbauen können. Sieh, das ist das Geheimnis, woran viele Anstoß nehmen, daß Ich gerade dich in eine Wirtschaft hineingestellt, daß Ich Mir eine Person erwählte mit so vielen Unvollkommenheiten und unter so vielen unvollkommenen Menschen lebend und verkehrend. Denn diejenigen, die viel in den Wirtshäusern sitzen, sind gewiß keine Heiligen. Gerade davon sollen aber die Menschen sehen, wie not es der Zeit tut und wie gut Ich bin, daß Ich alle Menschen retten will und retten möchte und auch mit allen Menschen zufrieden bin, die Mir dienen, daß Ich nicht nach dem Stand, nach dem Ort, nach der Zeit sehe.

Jetzt, wo die Armen von Mir abgefallen sind, wo in die gottlosen Schulen das Gift hineingeträufelt wurde, in die Fabriken, wo sie arbeiten, und diese Klassen von Menschen jetzt nichts anderes mehr kennen, als nur noch zu arbeiten, um sich ein vergnügtes, leichtes Leben zu machen mit dem sauer verdienten Geld, da ist keine andere Rettung mehr möglich, als daß Ich diesem Geschlecht Familien hinstelle, woran sie sehen müssen, daß nur da Glück herrscht und Friede und nur Segen, wo man Mir dient.

Und wo kein Wort des Priesters mehr hineindringt, wo niemand mehr ein gutes Wort anbringen kann, da ist das Beispiel, das noch Eingang findet in ein solch verrostetes, verstocktes Sünderherz. Dies ist das Geheimnis, warum Ich dich in die Familie, in eine Wirtschaft stelle, und mit dir verkehre und durch dich die ganze Menschheit trösten will, wenn sie es nur annehmen würde. Ich habe dir schon einmal gesagt, daß Mir kein Ort zu schlecht, keine Hütte zu armselig, und daß bei Mir kein Ansehen der Person gilt.

Aber Beispiele brauche Ich, Beispiele von christlichen Familien. Wenn Ich eine Familie überhäufe mit Segen, in der man scheinbar nur sündigt – wie es Meine Diener oft auslegen und glauben, daß es unmöglich sei, etwas Gutes in einem Hause zu suchen, wo nur gesündigt wird – dann siehe, Mein Freund, daß alle Stände von Mir kommen, jeder Beruf, den Ich angewiesen einem Menschen, kommt von Mir; auch das Wirtschaftsleben muß bestehen, damit der Arme, den Ich hinausgeschickt in die weite Welt, auch ein Heim finde, sonst müßte er ja verhungern. Also ist das Wirtschaftsleben auch ein Beruf; wie alle Stände hat er auch ein Recht und ist von Mir eingesetzt.

Wenn Ich nun aber gerade über ein solches Haus Meine Hand halte und so segne, daß auch die verrottetsten Sünder sich gern darin aufhalten und ein gutes Beispiel mit sich fortnehmen, so mußt du doch sehen, Mein Freund, daß dies alles nicht umsonst geschieht. Ich will die Menschheit zurückführen. Ich will, um sie zurückzuführen, einen Bund schließen mit ihr; mit einem Band umschlingen will Ich sie, mit einem Liebesband, das ausgeht aus Meinem Herzen.

Wer soll nun aber dieses Liebesband verdeutlichen, verständlich machen, hinaustragen in die weite Welt? Ihr, ihr, Meine Kinder, ihr, Meine Diener, ihr sollt nicht müde werden, den Guten, die noch eure Worte hören, Meine Liebe ans Herz zu legen, Meine Liebe zu den Menschen, ihr sollt sie herbeiführen zu Meinem Tisch.

Du christlicher Mann, siehe, mit welcher Freude du deinen Beruf ausfüllst, wenn in deinem Herzen der Friede wohnt, wenn du weißt, daß Ich mit dir zufrieden bin. O so komm doch auch und nähere dich Meinem Tisch; komm, du Mein Tischgenosse, du Mein Freund, und genieße das Mahl, das Ich dir bereiten will. Komme!

Habe Ich dir auch eine große Bürde aufgetragen, habe Ich dir eine zahlreiche Familie geschenkt, bist du arm und hast mit dem täglichen Unterhalt zu kämpfen, o so wisse doch, daß du dereinst reich, überreich sein sollst, daß du ewig mit Mir am Gastmahl sitzen sollst, wo tausend und abertausend Engel dich umringen und deinen Hofstaat bilden sollen. O die Ewigkeit ist ja so lang, die ganze Ewigkeit sollst du herrschen und triumphieren.

Und wenn dein Tagewerk, das du jetzt mit so saurem Schweiß verrichten sollst und verrichtest, auch sehr mühevoll ist, ewig, ewig sollst du ausruhen davon und mit Mir herrschen und triumphieren, ewig, ewig. Wisse, du lieber, guter Familienvater, daß keines deiner Kinder wird verlorengehen, wenn du Meine Worte befolgst, wenn du glaubst, daß Ich die Macht habe, besonders einzugreifen, wo alles verloren scheint.

Siehe, wenn du die Gewohnheit dir angeeignet, oft dich einzufinden an Meinem Tisch, und deine Kinder und deine Familie anhältst, desgleichen zu tun, dann verspreche Ich dir, daß du mit deiner ganzen Familie, auch wenn sie noch so zahlreich ist, dereinst mit Mir herrschen und regieren sollst, und daß, wenn auch hie und da es vorkommt, daß deine Kinder hinausgehen in die weite Welt und sie abgewichen vom rechten Weg, sie aber wieder zurückkehren werden, ganz gewiß wieder zurückkehren, und keines verlorengeht.

Niemals wird eine Seele verlorengehen, die einen guten Vater, eine gute Mutter hat und die ihr Kind Mir geweiht, die ihr Kind Mir im stillen Herzenskämmerlein geweiht, Mir unter die Obhut gestellt dadurch, daß sie oft zu Meiner Tafel ging, und somit in so nahe Freundschaft zu Mir getreten ist. Deswegen, weil du so vielen zum Vorbild werden sollst, der Familie zum Vorbild, laß Ich alles über dich ergehen, laß Ich es zu, daß du, weil zu verstrickt in allerlei Umstände, kalt und lau wirst, damit du siehst, was du aus dir kannst, und wie viele und allzu große, zeitliche Sorgen das Herz niederdrücken, damit du rechtes Mitleid hast mit jenen Familienvätern und Müttern, die gar zu viele Sorgen der Kinder wegen haben, damit aber auch Meine Diener recht Sorge tragen für Meine Jungfrauen, damit sie recht darauf losarbeiten, daß der jungfräuliche Stand neben dem Ehestand zu Ehren gelange, weil eine Jungfrau, wenn sie eine Jungfrau nach Meinem Herzen ist, alle Lasten des Ehestandes mittragen hilft und tragen helfen soll und somit das Schicksal erleichtern helfen.

Daß du aber Satan sahst, damit will Ich dir andeuten, wer derjenige ist, der Unfriede ausstreut in den Familien, damit alle, die es lesen, und die es erfahren, sich daran erinnern, wenn solche Zeiten in den Familien herrschen. Es muß aber so sein und müssen solche Zeiten kommen, damit diejenigen, die Ich zusammengebunden im Familienleben, sich gegenseitig wieder heiligen und bessern können, was sie in schwacher Stunde versäumt. Schnell soll die Lücke wieder geschlossen werden, wenn der Unfriede eingezogen ist. Es ist nicht immer Sünde, solange die Familie nicht freiwillig, nicht boshaft sich verwickelt und darin verhärtet.“

Barbara: „O Herr, Frau N. ist immer noch sehr betrübt wegen dem großen Unglück, das sie betroffen. Sie meint, Du könntest es im höchsten Fall zugelassen haben, aber Dein Wille sei es doch nicht gewesen, daß ihr Mann so schmerzlich sterben mußte.“

Jesus: „Das ist nun einmal so, der arme Mensch, der ganz im Sinnlichen aufgegangen! Ich tadle sie ja nicht, Meine Dienerin, aber erkenne doch, Meine Tochter, wenn sich zwei ganz verschiedene Glaubensgenossen heiraten, den engsten Bund, den es gibt auf Erden, eingehen, und wenn der Mann so ein ganzer Weltmensch ist und du, Meine Dienerin, wenn du auch deine religiösen Pflichten erfülltest, warst du doch nicht besonders fromm. Du hast zwar deine religiösen Pflichten getan, aber du wolltest doch nebenbei ein gutes Leben, ein gutes, bequemes, ein schönes Familienleben genießen mit deinem Ehegatten.

Nun aber, weil du doch eine gute Christin bist und Ich deinen Mann und dich und dein Kind retten will, wäre es doch nicht anders möglich, als daß Ich dir ein Kreuz auflade, ein schweres Kreuz, um dich so enger mit Mir zu verbinden. Siehe, durch dieses schwere Kreuz kamst du an Meine Dienerin. Du hast nun die Gnade, einen Blick zu werfen in das Innere Meines Herzens, du schaust hinein, sooft du die Worte schreibst, in Mein liebendes Vaterherz. Du siehst, wie sehr Ich verlange, die Seele zu retten, nicht aber dem Menschen diese kurze Spanne Zeit soviel wie möglich vergnüglich zu machen, denn dafür kann Ich ihm – dem Menschen – den schönen Himmel nicht geben.

Meine Tochter, Ich habe Mitleid mit dir, daß du doch gar zu schwerfällig bist und gar zu langsamen Herzens und nicht nachlassen willst mit deinen Griesgrämereien. Führe Mir dein Kind zu und deine Schwester, und nicht eher wirst du es Mir zuführen und deine Schwester, bis du ganz ergeben in Meinen heiligen Willen und zufrieden bist mit deinem Schicksal und Mich anerkennst als deinen lieben, zärtlichen Vater, als deinen Bräutigam. Ist es dir nicht genug, wenn Ich Mich hinstelle an deine Seite und die Stelle deines hinfälligen, armseligen Ehegemahls vertreten will? Armselig sind doch alle Adamskinder, Ich aber der große Gott!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

216 Dritter Freitag im Januar 1898

„Betet nicht mehr um Verlängerung und Verzögerung dieser Strafgerichte, betet vielmehr, daß sie schnell und rasch vollzogen werden“

Lied: Wann wird doch heut mein Jesus kommen ... In der letzten Woche war Barbara innerlich in großer Finsternis und Ängsten, verlorenzugehen. Da sie auch von keinem hiesigen Priester Trost erhielt, so wurde sie drei Tage lang krank. Tag und Nacht weinte und flehte sie zu Gott, Er möge sie doch nicht verlorengehen lassen. Heute, am Fest der heiligen Jungfrau Agnes, mußte sie wieder zu Bett liegen. Der Herr sandte ihr aber die heilige Agnes zum Trost und verlieh ihr einen großen Gebetseifer, und da gegen unsere Erwartung das Leiden früher begann, kamen Lieschen und Luise, weil Barbara sie um 4 Uhr noch in eine Andacht geschickt hatte, zu spät. Der Herr sprach, als wir kamen, bereits leise mit Barbara, und sie war für die Außenwelt ganz erstorben. Wir baten und flehten, der Herr möge doch nicht scheiden, ohne auch laut gesprochen zu haben, bis Barbara plötzlich anfing zu singen.

Barbara: „Mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Wie danke ich Dir für diese neue Art von Leiden. O es sind jetzt gerade sechs Jahre, wo Du mir die Kraft meines Willens genommen, daß ich nicht mehr Herr war über meine Willenskraft; ich konnte nicht mehr, wie ich wollte. Siehe, das ist das große Geheimnis, woran alle die Geister scheitern, wenn sie sehen, daß ich meiner nicht mächtig bin, daß Du es bist, Der Sich meines Willens bemächtigt.“

Jesus: „Meine Tochter! Das ist der Grund, das ist es, was Mich bewegt, noch einmal laut mit dir zu verkehren, und durch dich zu Meinen Kindern zu reden, zu Meinen treuesten Kindern, weil so viele von ihnen nicht begreifen und fassen wollen und können, wie gut Ich bin, daß Ich Mir Seelen auserwähle, in denen Ich auf besondere Weise verkehren und herrschen will, daß Ich die Kraft deines Willens nehme, wenn es Mir beliebt. Darüber wundern sich so viele, und sie legen es sich zurecht nach ihren Begriffen, sie halten es für hysterische Krankheit, für Einbildung, Stolz und Hochmut. Aber ist es denn eines Gottes nicht würdig zu schalten und zu walten mit Seinen Geschöpfen nach Belieben, die Ich erschaffen habe, mit ihnen zu verkehren? War denn nicht Ich es, Der den Willen Meiner heiligen Mutter in sonderbarer Weise in Besitz genommen, die Willenskraft Meiner heiligen Mutter?

Mußte Sie nicht einen besonderen Weg gehen, um Meine Mutter werden zu können? Ist es nicht sonderbar, daß Ich Mich Ihres Willens so bemächtigte, daß der Feind Ihr nichts anhaben konnte? Ich stellte Ihre Willenskraft unter Meinen göttlichen Willen. Vereinigt mit Meinem Willen konnte Sie nur wollen, was Ich will, und tun, was Ich will, und also nicht sündigen, weil Ich Ihren Willen – der bei jedem Menschen frei ist, den Ich den Menschen zur Prüfung gegeben, weil Ich seinen Willen freistellte – Meinem göttlichen Willen unterworfen. Dies ist ja der Grenzstein, womit der Mensch Mir beweisen muß, welchen Pfad er einschlagen will, das ist ja der Prüfstein, woran Ich den Menschen prüfen will. Nun habe Ich aber den Willen Meiner Mutter nicht frei erschaffen. Ich habe ihn beeinflußt, bevor Sie empfangen wurde, daß er ganz Meinem göttlichen Willen unterworfen sein mußte, daß er von jeglicher Neigung frei sein mußte, von jeglichem Willen, von jedem Makel der Sünde, also auch von der Erbsünde, und infolge dieser Beschränktheit Ihres Willens durch Meinen göttlichen Willen konnte Sie nicht sündigen, wirkte aber auch so mit, daß Sie jedem Menschen zum Vorbild sein kann und muß und soll. Sie fragte nicht nach Sonderlichkeiten, Sie strebte nicht danach, Ihr Herz auszufüllen mit zeitlichen Gütern und Wünschen. Nein, Ihr Herz war losgeschält von all dem niedrigen Staub, in den Ich Sie hineingestellt, war losgeschält von der ganzen Schöpfung, in der Sie Sich bewegte und lebte, und Sie hing nur an Ihrem Schöpfer, an Ihrem höchsten Gut.

Nun sind aber die Geschöpfe in der Schöpfung, außer Meiner heiligen Mutter, alle Menschen, wie sie eben sich bewegen, und wie sie sind in dieser Schöpfung, ihrem freien Willen unterworfen. Sie haben ihren freien Willen und können diesen gebrauchen zum Guten wie zum Bösen, wie es ihnen beliebt. Wenn sie aber diesen Willen benutzen und auszunutzen suchen, um Mir damit zu dienen, ihn Meinem göttlichen Willen zu unterwerfen, dann bin Ich verpflichtet, ihrem Verlangen entgegenzukommen. Wenn nun eine Seele diesem Verlangen und Entgegenkommen freien Lauf läßt, diesen Meinen göttlichen Willen merkt und in sich aufnimmt und sich mit all ihren Kräften Mir unterwirft, dann habe Ich das Recht, Mich ihrer zu bemächtigen, nach Belieben mit ihr zu verkehren, wie Ich will.

Ich vergesse dann all den Undank der Seele, den sie Mir früher entgegenbrachte, denn sie hat ja gebüßt und gesühnt durch ihren guten Willen, sie hat Mir ja ihren guten Willen zum Opfer gebracht, und damit sind ihre Schulden und ihr Undank ausgetilgt und ausgelöscht vor Meinen Augen. Sage es doch Meinen Dienern, daß sie keinen Anstoß nehmen sollen an all den Dingen, die in dir vorgehen, daß sie anbeten sollen die allweise und gütige Vaterhand, die all dieses an einem so armseligen Wesen wirkt, um Seine weise Absicht durchzuführen, die Er an jedem einzelnen Geschöpf und am ganzen Menschengeschlecht durchführen will, nämlich um den Menschen durch eben diese Dinge daran zu erinnern, daß er Mir gehört, daß Ich ihn an der Hand führe, um ihn dem ewigen Heil näher zu bringen.

Ihr, Meine Diener, wundert euch, daß Ich solche Finsternis über ihre Seele ausgieße und schreibt dieses einem unreinen Geist zu. Dies alles hat aber seine große und wichtige Bedeutung. Da mein Volk von Tag zu Tag immer weiter von Mir sich entfernt, so daß nichts mehr den Strom aufhalten kann, der da die Seelen mit sich fortreißt, so ist es an der Zeit, wo Meine Strafgerichte unaufhaltsam zur Vollziehung gelangen sollen, die nur noch um des Gebetes frommer Seelen willen und um des Opfers der Altäre willen immer noch sich verzögern.

Wisset aber, daß diese Verzögerung, die Langmut eines Gottes, doch endlich erschöpft wird, und Ich sage euch, Meine treuen Kinder, betet nicht mehr um Verlängerung und Verzögerung dieser Strafgerichte, betet vielmehr, daß sie schnell und rasch vollzogen werden, damit die Seelen, die durch diesen Aufenthalt ewig, ewig verlorengehen, wenn sie auf dem Weg weitergehen, doch durch diese Strafgerichte noch gebessert und gerettet werden.

Wenn nun diese Strafgerichte hereingebrochen sein werden über die ganze Erde, dann wird große Traurigkeit und Schrecken aller Art die ganze Menschheit erfüllen, so daß sie vor Bedrängnis und Schrecken ob der Dinge, die sie sehen, zu sterben glauben und zu vergehen wähnen. Seht, damit sie aber ausharren in all den Trübsalen, deswegen würdige Ich Mich, euch vorzubereiten durch ein ganz unscheinbares Werkzeug, das Ich Mir erwählte in dieser Meiner Dienerin. Sie hat in all der Finsternis, in all der schrecklichen Angst, die nur ihrem Gemüte und ihrer Seele allein bekannt ist, und Mir, nicht aufgehört, Mich anzurufen in ihrer äußersten Bedrängnis und Not. Tag und Nacht erscholl ihre Stimme an Mein Ohr, sie bat und flehte unter Tränen, Ich möchte sie doch nicht verlassen, Ich möchte sie doch nicht verlorengehen lassen.

Seht, wie Ich Mich dann würdige, unverhofft in ihre Seele wieder einzusteigen, ja, ihr sollt wissen, daß Ich in der Tat nie von ihr gewichen war, denn im letzten Winkelchen ihres Herzens, im letzten innersten Kämmerlein, da thronte Meine Majestät in all der Finsternis, trotz all der Trostlosigkeit und Verwirrung, die in ihrer Seele geherrscht. Sobald es Mir gefiel, ließ Ich Mich auch ihrem Blick wieder sehen, ihrem Geistesblick, und in einem Augenblick war all die Trübsal und Bangigkeit verscheucht, in welcher Mein Diener, anstatt sie zu trösten in der Finsternis, sie nur noch vergrößerte.

Seht, damit will Ich euch zeigen, wie ihr, Meine Diener, und ihr alle, Meine Kinder, die ihr Meine Worte leset und verstehet, wie ihr dann tun sollt in all der Trübsal, die über euch kommen wird, die Ich hineinsende in jedes Menschenherz, in jede einzelne Familie, damit ihr dann tun sollt, wie Meine Dienerin tut, wie Ich euch eben gesagt. Ausharren, ruhig ausharren sollt ihr in all der Trübsal, die über euch hereingebrochen sein wird.

Unaufhörlich müßt ihr dann eure Stimme emporsenden zu Meinem Herzen und Tag und Nacht Mich anrufen und wahrhaftig, Ich, euer Gott, werde euch nicht ohne Hilfe lassen. Aber erst dann, wenn Mein Volk gezüchtigt ist, wenn es einsieht, daß es von Mir abgewichen ist, und wieder überall man bekennen wird: ‚Es gibt doch einen Gott. O strafe uns nicht länger in Deinem Zorn!‘ Alsdann werde Ich plötzlich einsteigen, so wie Ich in Meine Dienerin einsteige.

Sage es nur Meinen Dienern N. und N., die Ich dir gestellt zu Führern und die so manches nicht verstehen, weil sie noch zu langsamen Herzens sind, besonders Mein Diener N., der immer noch zu viel zweifelt, der dich auf gar harte Probe stellen will, weil sein Unglaube noch gar zu groß ist, daß es Mir nicht gefällt, wenn Ich eine Seele schlage, auch du noch schlagen willst. Genug muß es dir sein, wenn eine Seele kämpft und ringt, um auf dem steilen Weg vorwärts zu schreiten, wenn sie sich Mühe gibt, nicht mit der großen Masse zu halten, sondern sich anzuschließen an das kleine Häuflein. Ja, sage Ich, alsdann sollst du sie trösten, wenn du siehst, wie sie sich abmüht, und du mußt ihr getreulich vorwärtshelfen in der Trübsal. Aber siehe, so du es nicht tust, will Ich es tun.

Ich aber sage, es kommt die Zeit und die Stunde, wo ihr alles glauben werdet, was Ich durch Meine Dienerin zu euch rede. Dann merkt es euch: Die Seelen verdammen und in Ewigkeit von Mir stoßen ist ein furchtbar hartes Wort für einen Gott, Der sie erschuf, Der Sich würdigte, dreiunddreißig Jahre unter ihnen zu verkehren, Der Sich würdigte, bis zum Ende der Tage unter ihnen zu verweilen aus lauter Liebe und Gütigkeit, wie du selbst glaubst. Mein Freund, du glaubst wohl, daß es wahr ist, daß Ich im stillen Tabernakel wohne. Das glaubst du wohl, weil Ich es dir vor achtzehnhundert Jahren Selbst gesagt habe. So glaube auch, daß Ich alle Kunstgriffe in Bewegung setze, um diese Seelen wieder zurückzuführen, um sie zu Mir zu führen, um sie zu retten.

O werde doch nicht müde, Mein Freund, die Worte zu lesen und zu beherzigen. Denke doch darüber nach, ob es nicht der Mühe wert ist, die Schrift immer zu lesen, den Glauben zu erneuern, zu erforschen, das Gemüt mit neuer Gottesliebe zu entflammen, um in dem Kampf, in den Ich dich hineingestellt, nicht mutlos zu werden, das Schwert nicht aus der Hand zu legen, bis Ich es dir abnehme. Siehe, wenn Ich hie und da ein Opfer hinwegnehme, das gereift war für Mein Herz, das Ich in seinen Besitz einsetze und ihm den Regentenstab in die Hand gebe, um mit Mir die ganze Ewigkeit zu herrschen und zu triumphieren, dann tue Ich es nur, um euch zu zeigen, daß der Kampf, den ihr, Meine Diener, führen müßt, ein heißer ist, und daß Ich euch zeige, daß ihr es seid, die ihr diesen Kampf ausfechten müßt.

Ihr steht auf dem Schlachtfeld, und rechts und links fallen die Seelen; das sind die Soldaten, die Ich euch unterstellt. Ihr seid die Generäle, die Ich gestellt, um anzufeuern die Soldaten, alle die Ich euch unterstellt und die Ich in das Schlachtfeld hineingestellt habe. Ihr sollt ihnen Mut einflößen, ihr seid gestellt, ihnen Mut und Vertrauen zuzusprechen, sie zu stärken in ihrem Elend und in ihrer Schwachheit, ihnen das Brot des Lebens zu reichen, wenn die Kraft schwinden will, sie um euch zu scharen und zu versammeln, wenn der Abend kommt, um ihnen Mut zuzusprechen, um ihren Mut aufzurichten.

Seht, Meine Diener, ihr seid die Generäle eures Feldherrn, des großen Königs, ihr seid hineingestellt in die Schlacht, mitten um euch herum klirren die Schwerter der Worte und Lästerungen, die Pfeile der Sittenlosigkeit, die überall die Glieder, eure Soldaten nämlich, tödlich verwunden und neben euch durchbohren. Darum sammelt das kleine Häuflein, das euch noch übriggeblieben und kämpft, und kämpft ruhig weiter, werdet nicht müde.

Und du, dem Ich den Hirtenstab in die Hand gegeben, du tust recht nachzuhelfen mit neuen Generälen, mit neuen Kämpfern, die du hinausschickst unter Meine Kinder. (Das sagte der Herr in Hinsicht auf die bevorstehende Priesterweihe.) Ja, kämpft, streitet, der Sieg ist euch gewiß. Werdet nicht mutlos, wenn auch der Feind euch zu Boden wirft. Wenn es scheint, als sei alles verloren, ist doch alles gerettet. Offen und frei schleudert euren Feinden die Pfeile Meiner Worte hin. Kümmert euch nicht, ob man euch verfolgt und verleumdet, denn seht, alles, was man euch entgegenschleudert sind nur Stäubchen, die in der Luft verfliegen, die der Wind mit fortträgt, und die niemand verwunden.“

Barbara: „Du zeigst mir die ganze Welt. O mein Jesus, o Herr, es ist ja wahr, daß das Priestertum hart bedrängt ist. Siehe, wie sie sich abmühen, wenn sie auch das, was Du mit mir sprichst, nicht glauben wollen. Es steht ja jedermann frei, solche Dinge zu glauben oder nicht. Aber sieh, wie sie kämpfen und ringen, um die Menschheit wieder zurückzuführen. Woher kommt es, daß alles nichts nützt?“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, das Übel ist allmählich gekommen, und allmählich muß es wieder beseitigt werden. Aber da die Gottlosigkeit so überhand genommen, daß man Mich leugnet, die unschuldigen Kinderherzen Mir entrissen sind, das muß gerächt und gesühnt werden. Um die Schulen wieder Meiner Kirche in die Hand zu geben, um die Kinder in den Religionswahrheiten in erster Linie unterrichtet zu wissen, das kostet noch vielen Kampf in dieser Fortschrittszeit, und darum Entschiedenheit, Meine Diener!

Du aber, Meine Kleine, du weißt es jetzt, warum ich solche Finsternis über dich kommen lasse. Du mußt aber wissen, und Ich sage es dir jetzt schon voraus, daß, wenn die Zeit wieder kommt, du dann wieder den Ängsten und Zweifeln nachgibst, weil Ich es so will; sonst wäre es ja kein Leiden. Wisse aber, daß alle Seelen, die Mir noch gedient vom Anfang bis zum Weltende, alle ohne Ausnahme Sonderlinge sein mußten. Wenn man euch nun sagt, ihr seid Sonderlinge – dann freuet euch – es sei die Zeit nicht mehr, man müsse sich eine solide Frömmigkeit aneignen, an der die anderen Menschen, die nicht nach Heiligkeit und Vollkommenheit streben, keinen Anstoß nehmen – dann freuet euch; freuet euch, daß ihr zu der kleinen Zahl gehört, die Sonderlinge sein wollen.

Nehmt die Legende zur Hand, und ihr werdet finden, daß alle Meine Diener Sonderlinge waren, wie ein Alexius, der am Abend nach seiner Hochzeit sich von seiner Braut trennte und jahrelang unter der Stiege zubrachte und Tag für Tag zusah, wie seine alte Mutter sich abhärmte, und wie sein alter Vater, gebeugt vor Kummer und Gram, um seinen lieben, einzigen Sohn trauerte, und wie seine Braut ein kümmerliches Dasein fristete.

Die Welt – hat sie damals nicht geurteilt, dieser sei ein Sonderling, daß er so getan? Hätte er doch gescheiter getan, vor der Hochzeit davonzugehen, wenn er denn absolut diesen Entschluß ausführen wollte, damit den Seinigen der Kummer erspart bliebe. Und doch war dies alles vor Meinen Augen ein Gottesdienst, der Mir gefiel. Ich ließ es zu und gab ihm ein dieses Verfahren, und er unterwarf seinen Willen Meinem göttlichen Willen.

Seht einen Nikolaus von der Flüe, eine heilige Euphrosina, einen Simon, der Styliter genannt: welche Sonderlinge fand die Welt in diesen Menschen. Wären sie keine Sonderlinge gewesen, dann hätten sie ja die Verachtung der Menschen nicht auf sich gezogen und wären nicht Heilige geworden. Nur der Weg der Verachtung und Verdemütigung um Meinetwillen ist der Weg der Heiligkeit, der zur Vollkommenheit führt.

Sagt es Meinen treuen Kindern, allen, die glauben, daß Ich mit Meiner Dienerin verkehre, sage es besonders deiner Schwester in A., deinen Verwandten in deiner Heimat, all euren Geschwistern und Verwandten: Der Weg durch Verdemütigung ist der sicherste und Mir wohlgefälligste, weil da der Stolz, der in jedem Menschen steckt, niedergehalten und gebüßt wird. Glaubt es nur, alle, die euch entgegenschleudern, ihr seid stolz, die alle haben selbst mit Stolz zu kämpfen; denn ihr alle seid Adamskinder.

Diejenigen aber, die um Meinetwillen herabsteigen in den Abgrund der Verdemütigung und Leiden, sind die Kinder Meines Herzens, die über alles hinweggehen, unaufhaltsam! Deswegen liebe Ich ganz besonders alle, die dem Orden der C. angehören, vorzugsweise vor vielen ihresgleichen, weil sie schon durch ihren Stand zu großen Verdemütigungen herabgestiegen sind, da die Welt, obwohl sie zurückschaudert vor einem Stand, dem sie angehören, den sie gewählt, sich doch nur lustig macht über eine solche Sonderlichkeit.

Denn sie alle sind Sonderlinge, wie sie die Welt nennt, und diesen müßt ihr euch anschließen. Ihr müßt Sonderlinge werden, ihr alle, die ihr euch dem Liebesbund anschließen wollt. Ihr müßt zufrieden sein, euch glücklich fühlen in all dem Elend, das Ich über euch kommen lasse, weil ihr wißt, daß ihr zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehört und deswegen Sonderlinge sein müßt. Zufrieden sein müßt ihr in all der Trübsal, die Ich über euch sende. Und das kennt nicht die gottlose Welt, denn wenn Trübsal über sie hereinbricht, dann verschwindet der frohe Mut und Frohsinn.

Ihr aber könnt ruhig weitergehen; das habt ihr gesehen an den Geschwistern Meiner Dienerin. Nicht ersparte Ich ihnen die Leiden. Sie haben zu kämpfen mit ihrem täglichen Unterhalt, und doch zählen sie zu den Glücklichsten der Welt. Gehet hin zu den Reichen, die in den Palästen wohnen und sehet nach, ob sie zufrieden sind. Und geht hin in die Hütten dieser Armen und fragt sie, ob sie tauschen mit jenen, die in den Palästen wohnen. Seht, dies ist der geheime Kunstgriff Meines Herzens. Ich will die Menschen belehren darüber, wo man wirklich glücklich ist.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

217 Vierter Freitag im Januar 1898

„Nicht demjenigen, der gut anfängt..., sondern dem, der gut vollendet, der ausharrt bis ans Ende, dem wird die Krone der Herrlichkeit zuteil“

Am Morgen, bereits nach der heiligen Kommunion, zeigte Sich der liebe Heiland Barbara und gab ihr so großen Trost und Beruhigung, daß sie nicht nur zu sterben wünschte, sondern es auch für genug des Glückes hielte, wenn sie die ganze Ewigkeit weiter nichts genießen könnte als solchen Trost. Dieser Zustand dauerte gut eine Stunde. Sie wollte noch in eine andere Kirche gehen; sie mußte aber zu Bett liegen. Als sie die Stationen betete, zeigte Er Sich ihr bei der X. Station und sagte:

Jesus: „Versage Mir den Trost nicht, Mir den Freitag zu opfern für die vielen Menschen, die in dieser Stadt wohnen und nicht an Mich denken, die nur aufstehen, um zu arbeiten, um dann genießen zu können, an Mich aber denken sie nicht mehr. Ich komme nur, um Mich in euch zu trösten.“

Jesus sprach noch vom heiligen Alexius. In den Augen der Menschen hätte er klüger getan, wenn er seine Familie getröstet hätte, aber in Seinen Augen sei das Gegenteil Ihm noch viel wohlgefälliger gewesen. Das übrige hat Barbara vergessen. Weil der Herr schon geraume Zeit nur abends kommt, so kamen Lieschen und Luise erst gegen fünf Uhr zu Barbara im guten Glauben, früh genug da zu sein. Aber zu ihrem größten Schmerz hatte Barbara schon ihr Leiden gehabt.

Wir waren ganz betrübt und flehten zum Herrn, bis das ganze Leiden zum zweiten Mal anfing. Das erste Mal war die Heilige Familie bei Barbara, und die liebe Mutter Gottes redete über die Familie, daß alle Belehrungen dieses Monats ihr gegeben seien für die Familie. Wie der liebe Heiland dreißig Jahre in der Familie zugebracht, um die Familie zu heiligen, so habe Er jetzt Barbara auserwählt und in die Familie gestellt, um zu zeigen, wie Er die Familie wieder erneuern wollte und wie Er die Familie segnen würde, in welcher man Ihm diene. Wo nur ein Glied wäre, das Ihm diente, da sollten die übrigen Glieder den Segen spüren.

Jesus: „Fürchte dich nicht, daß du so allein gehen mußt. Ich werde dafür sorgen, daß du in Mir Licht hast. Wenn Ich dich zuweilen prüfe, laß Ich es doch nie so weit kommen, daß du in Verzweiflung kommst.“

Barbara: „Gelobt und gebenedeit seien Jesus, Maria und Josef! Ich danke Dir, o Heilige Familie, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in dieser Stunde, nachdem Du mich schon einmal dieser Gnade gewürdigt hast. Vor allem danke ich Dir, o mein süßer, lieber himmlischer Bräutigam Jesus Christus für den süßen Trost, den Du mir heute nach der heiligen Kommunion und den ganzen Tag über geschenkt hast. Du hast Dich nicht von mir getrennt, obwohl ich mich dem Leibe nach von Dir trennte. O welchen Dank bin ich Dir schuldig. Ich danke Dir, daß Du mich nochmals belehren willst, obwohl Du mich den ganzen Tag belehrt hast. O wüßten doch die Menschen, wie gut Du bist! O alle Herzen möchte ich Dir zuführen. Nimm hin mein Herz und zerteile es in so viele Stücke, wie es Menschenherzen gibt. Gib mir eine Liebe wie die der heiligen Mutter Gottes, damit ich Dich wie Sie lieben könnte. Gib mir die Sprache eines Seraphs, damit ich Dein Lob verkünde. Gelobt seien Jesus, Maria und Josef!“

Jesus: „Meine Tochter! Es ist eine große Gnade und Begünstigung für deine zwei Freundinnen, daß Ich Mich mit Meinen heiligen Eltern würdige, nochmals zu dir zu kommen. Deshalb will Ich dir noch einmal wiederholen, was Ich dir gesagt habe heute früh. Sieh, es ist wahr, es gibt hier in der Stadt Mainz viele fromme Seelen, viele eifrige Priester, viele brave Ordensleute, die sich abmühen, Mein Herz zu versöhnen, die Mir guten Willen entgegenbringen und Mir Ersatz und Sühne leisten möchten für so viele, die in dieser Stadt wohnen, die es nicht mehr tun.

Aber Seelen, die ganz aus sich herausgehen, Seelen, die das liebe ‚Ich‘ vergessen um Meinetwillen, gibt es doch wenige. Und je mehr die Welt das liebe ‚Ich‘ hervorhebt und je mehr die Menschen, in ihrer Eigenliebe verstrickt, nur mehr an sich denken, nur mehr sich und dieses armselige Leben hier auf Erden im Auge haben und behalten, um so notwendiger tut es der Zeit, um so größeren Dienst kann Mir eine Seele erweisen, wenn sie Meiner Stimme folgt, wenn sie Meinem Willen sich unterwirft und über sich hinweggeht.

Als Ich anfing, Mein Wohlgefallen dir kundzutun, als du den dritten Schritt anfingst zu wagen, hattest du den größten Teil deiner Jugendsünden abgebüßt und du hattest nur noch den Schritt zu tun, deine Eigenliebe zu bearbeiten, gegen dich selbst zu gehen, und deswegen rief Ich dir die Worte zu – weil du doch immer noch gar zu sehr an dir hingst, dich gar zu sehr fürchtest vor üblen Nachreden deiner Mitmenschen und vor dem Unwillen deiner Vorgesetzten, den du, falls du ihnen widersprechen würdest oder wenigstens nicht ihrer Meinung huldigen würdest, hervorrufen würdest –: Siehe, all deinen Undank will Ich vergessen, wenn du ganz über dich hinweggehst und tust, was Ich dir sage.

Von jener Zeit an, sage Ich, ruhte Mein Auge mit Wohlgefallen auf dir, und es war die Zeit gekommen, wo Ich dich benutzte zu Meiner Vertrauten, zu Meiner geheimen Genossin, der Ich alle Meine Herzensgeheimnisse offenbaren wollte, mit der Ich teilen will Freud und Leid, wie sie sich darbieten.

Darum mußt du wissen, daß Ich dir zwei Mitschwestern gab, um diesen Schritt mit dir zu tun. Ich habe sie ausgesucht unter vielen tausend Menschen, weil es ebenfalls an der Zeit war, wo Ich mit ihnen verkehren kann und will wie mit dir; denn auch ihnen hatte Ich schon große Leiden vorausgeschickt und sie bedrängt und geschlagen durch allerlei Trübsale. Aber Ich sagte nicht vergebens zu Meiner Dienerin, daß sie noch die Schuhe ablegen müsse.“

Vor einigen Jahren bereits ließ der Herr N. sagen, was weder Barbara noch sie enträtseln konnten bis dahin, was dies bedeute, daß sie noch ihre Schuhe ablegen müsse. Jesus sagte dazu, daß die Schuhe die Eigenliebe sei, woran der Mensch hänge, ohne es zu wissen.

Jesus: „Auch du, Mein Kind N., auch du mußt noch deine Schuhe ablegen, obwohl du tüchtig arbeitest und wacker vorwärts schreitest auf dem betretenen Weg. Die Eigenliebe ist so fein, daß die armen Menschen, auch wenn sie noch so guten Willens sind, es gar nicht merken, woran es ihnen noch fehlt, und da muß Ich ihnen zu Hilfe kommen. Ich muß dies Selbst tun, Ich muß die Eigenliebe ihnen Selbst abschneiden und abtöten. Deswegen führte Ich euch zusammen, damit ihr stark seid, eines Herzens und eines Sinnes, damit die Welt, wenn sie euch belacht und verspottet, wenn sie euch für Narren und für Toren hält, sieht, daß euer Herz nicht erliegt.

Aber seht, Meine lieben Kinder, wie viele gibt es in der Welt, die sich so behandeln lassen wollen, die von Meinen Dienern als Narr wollen erklärt werden? Und doch muß Ich solche haben, wie Ich sie in jedem Jahrhundert hatte, und weil ihr euch nicht so bearbeiten lassen könnt, wie in früheren Zeiten diejenigen taten, mit denen Ich verkehrte, weil die Natur der Menschen schwächer geworden ist, Ich also nicht verlangen kann und will, daß sie sich vor der Zeit zugrunde richten sollen, so muß Ich ihnen von außen her Leiden schicken, die das Herz verdemütigen, so daß der Mensch sich selbst vergißt und immer mehr vergißt und ganz in Mir aufgeht. Ich wollte euch heute, Meine Kinder, eine Belehrung geben über die christliche Familie. Kommt daher mit Mir in das kleine Häuschen, das Ich bewohnte.“

Barbara: „O mein Jesus! Sie sitzen da beisammen bei einer Abendunterhaltung. Wie überselig strahlt der heilige Josef. O wie glücklich, o wie glückliche Menschen!“

Jesus: „Ja, das sind auch Menschen und ganz arme Menschen, arm an zeitlichen Gütern, aber wie überreich!“

Barbara: „Was macht Euch denn so glücklich? Was habt Ihr für ein Gespräch, heiliger Josef? Ja, das liebe Kind! Es ist aber nicht mehr so klein. Es ist schon, als wenn die Knaben in die Schule gehen. Das liebe Kind erzählt Ihnen, wie es einstens eine Zeit geben wird, wo Er in der ganzen Welt verehrt wird, und wo allen christlichen Familien die Heilige Familie vorgestellt wird, in welcher Er lebte, wie Er in allen christlichen Familien verehrt und angerufen wird, wie einmal eine Zeit kommt, in der dies alles zur Sprache kommt, was Er jetzt mit Seinen heiligen Eltern spricht, tut und leidet, und daß dies Beispiel in so manch einer christlichen Familie nachgeahmt wird. Dies hat Er ihnen soeben erklärt, und darum die Verklärung in den Gesichtern, auf dem Angesicht des heiligen Josefs und der lieben Mutter Gottes.

O heiliger Josef! Ich grüße dich durch dein herzallerliebstes Kind, dein Pflegekind. Siehe, ich habe mir vorgenommen, die neun Mittwoche zu deiner Ehre zu halten, damit du meinen Vorgesetzten Licht geben möchtest über meine Verhältnisse, über die Umstände, wie ich mit meinem Herrn verkehre. O ich bitte dich, sprich nur ein einziges Wort zu deinem liebsten Kind, und es wird Licht, die Finsternis wird verscheucht werden. O wie bedauere ich es, daß ich meinen lieben Vorgesetzten so widersprechen muß. Wenn ich fehlen sollte, laß es mich doch einsehen.“

Josef: „Meine Tochter! Freue dich, daß du gewürdigt bist, mit meinem Pflegekind, mit meinem und deinem Herrn und Gott, auf diese Weise zu verkehren. Wisse, daß das Dunkel der Herzen deiner Vorgesetzten nur zu deinem Besten gereicht, denn das, daß sie dir immer widersprechen, daß sie über dich spotten, daß ihr öffentlich auf der Kanzel als Narren erklärt werdet, kann euch nur Nutzen bringen und niemals schaden. Meinem göttlichen Pflegesohn aber gereicht dieses zu um so größerer Ehre, je tapferer ihr einher schreitet, je ruhiger ihr euch dabei benehmt.

All die Worte, die Behandlungen hinzunehmen, dies ist es ja, wodurch Er in die christlichen Familien Eingang finden kann und wird; denn all die Verachtungen und Verspottungen, die euch zuteil werden, sollen vielen Familien zum Heil gereichen.“

Jesus: „Seht nur hin auf die Frau, die Ich euch unlängst zugeführt. Nur durch Verachtung und Verspottung, mit Geduld ertragen, können Seelen gerettet werden, und daran müssen alle diejenigen sehen, die mit euch in Berührung kommen, wie viel noch fehlt, um auch nur einen Schritt auf dem Weg der Vollkommenheit vorwärtszukommen. Ihr müßt ausharren, N. muß ausharren, nicht müde werden, denn nicht demjenigen, der gut anfängt, auch nicht dem, der gut fortschreitet, sondern demjenigen, der gut vollendet, der ausharrt bis ans Ende, dem wird die Krone der Herrlichkeit zuteil, demjenigen, dem Ich etwas übertrug, etwas anvertraut habe, diesen Schatz zu bewahren. Und so lange muß er ihn bewahren, bis Ich ihn vom ihm nehme, ihn hinwegnehme von dieser Erde. Merk dir es, und merkt es euch, ihr alle, die ihr dazu berufen, die Seelen zu erneuern und anzufeuern.“

Barbara: „O Herr, man wundert sich, daß Du früher durch die selige Maria von Agreda so große Anforderungen an Deine Diener gemacht und eine so strenge Sprache führtest, während Du jetzt gar so nachsichtig mit uns bist und weit weniger von uns abverlangst.“

Jesus: „Ihr müßt wissen, daß es jener Zeit freilich sehr not tat, Strenge zu üben, daß Ich Rücksicht nehmen mußte auf das Geschlecht, daß in jener Zeit die Welt noch glaubte, und die Guten sich noch an eine Seele anschlossen wenn Ich mit ihr verkehrte, und dies nicht für eine Sache der Unmöglichkeit hielten. Wo also die Seelen – anstatt zu verleumden – sich an sie anschlossen und sie in den Himmel hinaufhoben, da mußten freilich solche Seelen sich Gewalt antun, um den Stolz niederzuhalten. Darum gaben sie sich Mir hin aus Liebe, und auch weil dieses Lob sie nicht umsonst an sich sehen wollten, gaben sie sich alle Mühe, um auch das zu sein, was sie vor der Welt schienen.

Denn merkt es euch: Als Ich Theresia erweckte, war sie noch keine Heilige; als Ich mit ihr anfangs verkehrte, war sie viel weniger als eine Heilige. Sie war so unvollkommen wie alle anderen Kinder. Sie wurde es nur dadurch, daß sie Meiner Stimme Gehör gab und fort und fort wandelte auf dem Weg, den sie einmal betreten hatte, und man achtete und liebte sie und schätzte sie als eine Heilige und schloß sich ihr an.

Jetzt aber ist es anders geworden. Eine Seele, mit der Ich jetzt verkehren will, die muß ein wahres Martyrium durchkämpfen, um all dem Spott und den lieblosen Reden ihrer Mitmenschen und den Verachtungen von seiten ihrer Vorgesetzten, denen Ich sie unterstellt, widerstehen zu können. Und weil sie gar keine Hilfe hat von den Menschen, ist sie manchmal in sich selbst verfallen und glaubt, auf einem Irrweg zu wandeln, wenn sie rechts und links sich umsieht, ja, wenn sie die spöttischen Gesichter sieht, dann sinkt der Mut, und die Kleingläubigkeit nimmt überhand. Dies ist der große Unterschied, warum Ich auch jetzt zufrieden bin mit einer Seele, die guten Willens ist, die Meine Stimme hört.“

Barbara: „Mein Jesus, ja, ich bin aber gar zu ängstlich, manchmal meine ich, ich sei doch am Ende getäuscht. O ich grüße Dich durch Deine heiligen Eltern Maria und Josef. O laß es mich doch wissen, wenn es Täuschungen sein sollten, weil ich doch nicht so streng lebe. Ich geißele mich nicht, ich habe gar keinen Ort dazu, ich faste auch nicht so streng, wie ich es tun sollte. Kannst Du denn mit mir zufrieden sein?“

Jesus: „Sieh, hier stelle Ich dir diesen Meinen heiligen Nährvater vor! Sagt denn die Geschichte von ihm, daß er strenge Fasten hielt, daß er sich geißelte? Gewiß nicht! Er war treu im Kleinen, er war zufrieden mit all dem, was der Herr ihm auferlegte. Er ertrug, obwohl mit tiefem Schmerz, die Verachtungen und die Verdemütigungen, die er mit ansehen mußte, wie sein göttlicher Pflegesohn, in dem er doch den Herrn des Himmels und der Erde erblickte, behandelt wurde, und er ertrug dies Leiden und diese tiefen Kränkungen mit stillschweigender Geduld. Er schwieg, aber der Kummer verzehrte sein Leben. Glaubst du wohl, er habe nicht durch diesen geheimen Schmerz, den er Mir zuliebe ertrug, Meinetwegen ertrug, die Marter aller übrigen Heiligen aufgewogen? Er wußte, daß Ich der eingeborene Sohn des himmlischen Vaters sei, und er sah Mich arbeiten, er sah Mich leiden still im Herzen, und er trug und teilte die Leiden, die Verachtungen und Verdemütigungen mit Mir.

Seht, Meine Kinder, diesen Meinen Nährvater könnt und müßt ihr nachahmen, weil ihr nicht das Leben der großen Diener und Dienerinnen Gottes nachahmen könnt. Darum ertragt alle die Verdemütigungen und Leiden, Verachtungen und Widersprüche in der Meinung, wie Mein heiliger Nährvater aus Liebe zu Mir, und denkt dabei, wie es Mir zu Herzen ist, unter diesem Geschlecht zu verweilen und den Spott und Hohn der Menschen Tag für Tag in Stille in Meinem Tabernakel ertragen zu müssen, in Meinem eucharistischen Leben, und vereinigt euch mit Mir, damit Ich so Helfershelfer habe, um Seelen retten zu können. Laß sie nur! Gerade diese Ansichten, diese Zweifel bewirken ja eure Glorie, denn sie machen euch Leiden, verursachen euch Schmerzen.

Ihr aber, geht ruhig dahin, und gerade durch die Sicherheit, mit der ihr eure Schritte weiterlenkt, ungeachtet all der Spötteleien, könnt ihr Seelen retten. Man wird, wenn ihr einmal lange genug gelitten und man müde geworden ist, euch achten und schätzen, wie alle Diener Gottes erst sich die Achtung verdienen mußten. Und sollte sie euch von diesen Menschen nicht gezollt werden, es kommt eine Gesellschaft, unter die ihr einst gezählt werdet, die euch achten. Lebt wohl, Meine Kinder!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

218 Vorabend Herz-Jesu-Freitag 3. Februar 1898

„Wisse..., daß die Throne vieler gottloser Fürsten und Könige umgestürzt werden, und auf ihren Trümmern werde Ich Meine Kirche aufrichten.“

Heute, am Vorabend vom Herz-Jesu-Freitag, betete Barbara den Rosenkranz in der Kirche mit anderen und sah plötzlich den lieben Heiland gerade so, wie Er als Mensch lebte, aus dem Tabernakel hervortreten und auf sie zukommen. Er stellte Sich während des Rosenkranzes neben sie hin und sie empfand unaussprechliche Tröstungen und Wonne. Sie legte sich abends zur Ruhe und schlief ein. Aber gegen Mitternacht wurde sie geweckt, und sofort fing ihr Leiden an. Die beiden Mädchen waren schon zur Ruhe gegangen, und nur die Schwägerin kam herbei und schrieb einige Worte auf, soweit es in ihren Kräften stand. Diese Bruchstücke folgen hier:

Jesus: „Meine Tochter, Ich habe dich erwählt, um in dir große Dinge zu wirken. Ich habe dich nicht vergebens in eine Großstadt geführt, um das, was Ich mit dir vorhabe, durchzuführen. Damit Ich ungestörter mit dir verkehren könnte, führte Ich dich von der Heimat weg; denn je verborgener nach außen hin, vor dem gemeinen Volk nämlich, die Sache bleibt, desto mehr kann Ich wirken, weil durch das Gerede der Menschen doch alles verdreht wird. Ich habe dich auch nicht nach A. geführt, um niemand herbeizuführen als Meine Diener. Und wenn sie es auch nicht annehmen, Ich werde doch alles durchführen!

Ich brauche auch N. nicht dazu, aber er beraubt sich vieler Gnaden. Ich habe dir deshalb N. gegeben, damit du dich an ihn wendest; und die Überzeugung, welcher Geist es ist – weil N. sich nicht überzeugen will –, werde Ich dir selber geben. Denn wisse, daß es keine Täuschung war und ist, wenn Ich plötzlich und unvermutet Mich dir vorstelle, wie heute abend während des Rosenkranzgebetes in der Kirche. Dann sollst du, wenn Ich an deinen Leib herantrete mit Leiden, wissen, daß Ich es bin, und daß große Leiden darauf folgen. In all den Finsternissen sollst du ruhig weitergehen, denn im innersten Kämmerlein deines Herzens wohne Ich, und Ich gebe dir immer von Zeit zu Zeit Mein Licht.

Die Welt, die immer mehr abwärts fällt, soll und muß gezüchtigt werden. Der strafende Arm Meiner Gerechtigkeit ist nicht mehr aufzuhalten. Von allen Seiten, von allen Völkern der Erde, steigen die schwarzen Massen des Unglaubens, der Sittenlosigkeit und Gottlosigkeit immer mehr gen Himmel und drohen, den Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit, Der da aufgerichtet ist in Meiner Kirche, umzustürzen; denn ihr sollt wissen, daß nicht Ich allein es bin, Der dort thront im stillen Tabernakel. Der Vater und der Heilige Geist sind mit Mir, und diesen Thron wähnt man umzustürzen, von der Erde ganz zu tilgen. Wisse darum, daß ein solches Strafgericht im Anzug ist, wie die Erde noch nie ein solches gesehen hat, und daß die Throne vieler gottloser Fürsten und Könige umgestürzt werden,

und auf ihren Trümmern werde Ich Meine Kirche aufrichten. Meine Kirche wird wieder neu aufblühen, und von allen Völkern der Erde wird Meine Kirche wieder als solche anerkannt werden. Ihr aber, Meine Kinder, steht zusammen zu einem Bund, vereinigt euch mit jenen, die in stiller Klostermauer zurückgezogen diese heilige Nacht Mir opfern, und mit jenen Weltleuten, die sich Mühe geben, Mir Sühne zu leisten. Es sollte aber noch viel mehr geschehen. In dieser heiligen Nacht, wo so viele Mir ihre Huldigung darbringen, sollst auch du dich mit ihnen vereinigen. Daß Ich in dieser heiligen Nacht unvermutet zu dir komme, soll dir ein Zeichen sein, daß Ich es bin, Der mit dir redet. Ich bin gekommen um Mitternacht, wo doch alle Menschen der Ruhe pflegen, und es soll dir ein Zeichen sein, daß du dir nicht selbst etwas einbildest; denn eine Krankheit hält keine bestimmte Zeit ein.“

Barbara: Jetzt kommen die heilige Agnes, die heilige Katharina und die heilige Barbara, die heilige Elisabeth mit dem heiligen Johannes, dem Evangelisten, und dem heiligen Josef und die liebe Mutter Gottes, während der liebe Heiland entschwand. Die liebe Mutter Gottes blickte Ihr Gefolge an und sagte in ihrem Namen: „Liebe Schwester!“ Dann fuhr Sie fort:

Maria: „Meine liebe Tochter, fürchte dich nicht! Wir werden bei dir sein, in all den Kämpfen werden Wir dich begleiten, in all den Stürmen dir helfen; denn Ich verspreche euch Meinen ganz besonderen Schutz. Meine Tochter, du mußt dich doch sehr in acht nehmen. Du fällst noch in viele Fehler, aber fürchte dich nicht wegen deiner Unvollkommenheiten, denn du mußt wissen, das größte Werk ist, wenn man über alle seine Fehler hinweggeht und danach strebt, den Willen Gottes zu erfüllen; denn die Fehler, die du begehst, können ja durch jedes kleine Werk wieder ausgetilgt werden. Darum ermahne Ich dich, nach jedem begangenen Fehler dir Weihwasser zu nehmen, denn darin liegt eine solche Kraft, weil durch das Gebet der Kirche das kostbare Blut mit diesem Wasser verbunden ist, und durch die Kraft desselben sollst du immer wieder gereinigt werden.“

Den ganzen Freitag mußte Barbara zu Bett liegen und hatte große Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis Band 2

219 Herz-Jesu-Freitag im Februar 1898

„...der Mißgriff, daß man, wenn man das Leben eines Dieners Gottes beschreibt, ihn so darstellt, als sei er kein natürlicher Mensch gewesen.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o fleischgewordenes Wort, gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Hochgelobt und angebetet sei ohne End Jesus Christus im hochheiligsten Sakrament. Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End dem Allerheiligsten Sakrament. Ich möchte Dir Ersatz und Sühne leisten, o Du mein süßer Jesus, Du Bräutigam meiner Seele. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für die unaussprechliche Liebe und Herablassung, daß Du Dich würdigst, ein so armes Geschöpf, eine so boshafte Sünderin heimzusuchen. O wer gibt mir Worte, Dein Lob zu verkünden. O mildestes, o süßestes, o gütigstes Herz meines Jesus.“

Jesus: „Meine Kinder! Ich habe dieses Werkzeug erwählt, um euch zu zeigen die unendliche Liebe und Güte eines Gottes, Der da die Welt ins Dasein gerufen, Der in diese Welt hinein dieses Geschöpf gestellt und ihm alles zur Verfügung stellte, Der dieses Geschöpf zum König der Schöpfung erwählt und ihn hineingestellt, damit er schalte und walte mit allem, was Ich um ihn herumgestellt, was Ich ins Dasein rief.

Aber dieser Mensch benutzte alle diese Wohltaten nur, um Mich zu beleidigen, um Mich zu kränken. Darum wundere dich nicht, wenn man es dir gerade so macht, wenn man dich gerade mit Meiner Liebe und Güte, mit der verschwenderischen Liebe Meines Herzens, die Ich über dich ausgegossen, wenn man mit dieser unendlichen Liebe dich zu kränken und zu beleidigen sucht, indem man dir vorwirft, du seiest nicht die geeignete Person, mit der Gott verkehren könne.

Ja, das ist so! Freilich bist du die Person nicht, die des Verkehrs eines Gottes würdig ist. Aber diejenigen, die dir dieses vorwerfen, und die dieses von dir denken, die bedenken nicht, daß Ich ein Gott der Liebe und der Barmherzigkeit bin; denn sonst würde man sich mehr freuen, wenn man glaubte, du seiest die Person, in der Ich Meine Freude und Wohlgefallen der Menschheit erschließen will, die Ich habe an einer Seele, die sucht, Mir zu dienen.

Seht aber, ihr alle, die ihr so zweifelt, ob Ich nicht die Macht besitze, zu allen Zeiten, in allen Jahrhunderten, geradeso mit Seelen zu verkehren wie mit denen, deren Leben ihr bestaunt und bewundert in Meiner Kirche, mit den Heiligen Gottes, die da eingegangen sind, um zu genießen, was sie hier geglaubt haben. Ihr müßt aber wissen, daß sie dieselben Menschen gewesen sind wie ihr.

Und wenn Ich je was zu tadeln habe in Meiner Kirche, dann ist es der Mißgriff, daß man, wenn man das Leben eines Dieners Gottes beschreibt, ihn so darstellt, als sei er kein natürlicher Mensch gewesen. Ihr, die ihr beauftragt werdet, dasselbe zu tun und dem kommenden Geschlecht Seelen vorzuführen, Seelen, an denen es in Meiner Kirche niemals fehlen soll und wird, saget, daß man sich auch alle Mühe geben wird, dieses Leben so zu schildern, daß alle Menschen sich daran erbauen und ermutigen können.

Denn was ist denn die allzu große Mutlosigkeit so vieler frommen Seelen? Es ist die hohe Erklärung, die wahrhaft himmlische Erscheinung, die man ihnen vorführt in den Heiligen Gottes. Deswegen hat Meine Kirche – und Ich durch sie – es an der Zeit gefunden, Meinen heiligen Nährvater auf den Leuchter zu stellen und der ganzen Kirche, allen lebenden Christen dieser Zeit, als Vorbild hingestellt.

Seht, Meine Kinder, dieses Leben Meines heiligen Nährvaters ist die beste Lebensbeschreibung eines Dieners Gottes, das bis jetzt geschrieben worden ist. Von ihm sagt die Schrift: ‚Er war ein gerechter Mann‘! Von ihm sagt die Kirche, das Evangelium: ‚Er war ein armer Zimmermann‘. Er erfüllte die Arbeiten seines Berufes, er betrachtete und las viel in den heiligen Schriften, er hatte einen unerschütterlichen Glauben und ein großes Gottvertrauen, aber er wirkte niemals Wunder und begehrte auch niemals von Gott ein Wunder.

Er ertrug das ihm auferlegte Kreuz mit heldenmütiger Geduld, er fragte nicht, warum soll ich fliehen, als er den Auftrag erhielt, das Kind in Sicherheit zu bringen. Er fragte nicht, wo soll ich das Brot hernehmen, um meine Familie zu ernähren, könntest Du doch, o himmlischer Vater, für Deinen Sohn Selbst sorgen, da Er ja Dein eingeborener Sohn ist.

Er glaubt, daß hienieden das Paradies nur aufzupflanzen sei im Kreuzesleben, und er weiß und ist überzeugt, daß niemals das Paradies hier auf Erden wieder erscheinen wird, außer in den Familien, wo man das Kreuz in die Mitte stellt und bei allem, was vorkommt, hinaufblickt; wo man das Kreuz mit Geduld trägt, da ist das Arbeiten eine Lust für den Menschen, wie es ja auch im Paradies eine Lust hätte sein sollen und für den ersten Menschen war. Da ist man nicht ungehalten in der Familie, wenn es einmal mangelt, wenn die Kinder schreien nach Brot, weil man weiß, daß keine Familie, auch wenn sie noch so reichlich mit Kindern gesegnet ist, die auf Gott vertraut, die hinaufblickt auf das Kreuz Jesu, Mangel und Not leidet.

Siehe, das Kreuz habe Ich bestiegen, am Kreuz bin Ich gestorben, um den Menschen zu zeigen, den nach Mir kommenden – denn sie alle, die nach Mir kommen, sind ja andere Christusse, die Kinder nämlich der heiligen katholischen Kirche – daß sie alle, die Mir nachfolgen, ein Paradies sollen finden auf Erden, daß sie in all ihrem Kreuz auf Mich schauen sollen, daß sie inmitten aller Trübsal, die Ich über sie kommen lasse, eine solche Freude empfinden sollen, daß sie niemals müde werden, Mich zu lieben. Denn wer Mich liebt, hat das Paradies schon hier auf Erden.

Darum, Meine Kinder, schreitet mutig vorwärts, schaut nicht nach rechts und nicht nach links. Sage N., daß er dafür sorgen muß, daß man es versteht, das Leben eines Dieners Gottes zu beschreiten. Alle Kinder der katholischen Kirche, die Mir treu dienen, die sich Mühe geben, ihren Willen Meinem göttlichen Willen zu unterwerfen, auch wenn sie in euren Augen noch recht unvollkommene Menschen sind, das ist kein Grund, jemand zu verwerfen.

Siehe, Mein Diener, Ich stelle dir zwei Seelen vor. Die eine halte Ich seit frühester Jugend an Meiner Hand; sie ist unter Meiner Hand niemals irre gegangen. Sie hat ein unschuldiges, reines Leben geführt, weil Ich Meine schützende Hand über sie gehalten habe; sie hat mit Unvollkommenheiten nicht so viel zu kämpfen, weil sie noch in keine schwere Sünde gefallen ist. Daneben stelle Ich dir eine zweite Seele, über die Ich Meine schützende Hand nicht so gehalten habe wie über die erste, und die deshalb gefallen ist, und infolge dieses Falles ist sie mit vielen Unvollkommenheiten aller Art behaftet.

Wenn Ich nun als ein gerechter Gott, als ein so gütiger Vater, diese Seele, die nun einmal gefallen ist und infolge dieses Falles viel mehr Unvollkommenheiten an sich trägt als jene, die Ich in der Unschuld erhielt, die aber kämpft und ringt, um Mir zu gefallen, die verlorene Gnade wieder zu verdienen, von Mir stoßen wollte?

Nein, nein, Mein Freund! Siehe, das ist es, was Ich wissen will, wie Ich das Leben eines Dieners Gottes beschrieben wissen will. Alle Menschen sind unvollkommene Geschöpfe, eines wie das andere. Aber nur darauf kommt es an, auf den Kampf, den die Seele führt gegen sich selbst und gegen ihre Leidenschaft, wie sie trotz ihrer Unvollkommenheiten, die sie an sich bemerkt und auch andere an ihr, glaubt an Mich und vertraut, die hört Meine Stimme, und trotz des Lächelns und Spöttelns, das man über sie hereinbrechen läßt, ruhig weitergeht.“

Barbara: „Mein Jesus! Warum kommst Du denn heute in der Nacht und heute Mittag wieder? O ich danke Dir für die unaussprechliche Gnade, die ja ganz unbegreiflich groß ist. Ich wage kaum daran zu denken, wie gut Du bist, daß Du mit einer so armen Sünderin verkehrst. Aber sieh, ich könnte nicht mehr leben, wenn Du Dich zurückziehst. O könnte ich doch dieses Herz herausnehmen, wie Du das bei Deiner lieben Mutter tatest. O mit blutigen Wunden möchte ich meine Untreue beweinen, daß ich gar so unvollkommen bin. Aber ich merke es selbst, je mehr ich von anderen zurückgestoßen werde, desto befestigter werde ich in Dir, und mit Mut und Entschlossenheit laufe ich den Weg, wenn ich denke, daß die Zeit herannaht, wo Du Dich würdigst, zu mir zu kommen, desto fester glaube ich an Dich! O verzeihe mir meine Sünden. O gib uns Seelen. Sieh, Du hast uns zu dritt zusammengestellt. O gib uns doch viele Seelen. O daß doch niemand mehr verlorenginge. O bekehre besonders N. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Ich will niemand das Verdienst des Glaubens rauben; deswegen geht alles ganz unbemerkt vor sich. Glauben müssen alle diejenigen, die Ich euch zuführe. Im Glauben müßt ihr leben, wie Mein heiliger Nährvater, und dem Glauben folgt die Zuversicht, das Vertrauen, und durch den Glauben und das Vertrauen könnt ihr Meinem Herzen alles abgewinnen; denn Mein Herz liebt großmütige Seelen, die ihr Herz weit auftun und weit ausspannen, um Mir Seelen zuzuführen.“

(Lange Bitten für mehrere Verstorbene. „O schenke sie uns!“)

Jesus: „Für jetzt nicht, Meine Kinder! Ihr müßt abwarten bis zum heiligen Ostermorgen; dann wird Meine Hand freigebig sein. Bis dahin habt ihr noch vieles zu leiden und zu büßen, aber werdet nicht mutlos, vertraut nur, vertraut!“

Am Fest des heiligen Ignatius, am 1. Februar 1898, sah Barbara diesen Heiligen in großer Glorie, und es wurde ihr gezeigt, welch großer Segen es ist, daß Gott jeder Kirche heilige Schutzpatrone gegeben und wie Gott an den Festtagen dieser Patrone den Segen den einzelnen Gliedern der Pfarrei zufließen läßt, die sich recht dem Leben der Kirche anschließen. Barbara bat für eine Person, die wegen ihrer schwachen Gesundheit vielem Stellenwechsel unterworfen ist. Dabei sucht sie Gott sehr eifrig und dient Ihm, soviel sie kann, während eine andere, mit der sie befreundet ist, durch ihre Frömmigkeit eine Versorgung von Dauer gefunden hat. Der Herr antwortete:

Jesus: „Sage jener Person, ihr ganzes Leben werde den Wechselfällen unterworfen sein, deshalb aber werde sie, weil sie trotzdem Gott mit Inbrunst sucht, ihrer anderen Freundin, die Er schon hier in diesem Leben durch auffallende Zeichen begnadigte, in der anderen Welt vorgezogen werden. Ihr Leben würde in der Ewigkeit hervorglänzen in der Glorie, obwohl ihre Freundin schon in diesem Leben sich Meiner besonderen Begünstigung erfreut und Ich für deren Unterhalt auf besondere Weise gesorgt habe. Am letzten Gerichtstage werde das alles ausgeglichen.“

Heute nacht durfte Barbara auch einen Blick tun in einen Raum, der von einem herrlichen Lichtglanz erleuchtet war. Diesen konnte sie zwar nicht mit ihren Augen durchdringen, aber vor diesem Lichtglanz sah sie eine unabsehbare Schar von Heiligen nebeneinander anbetend knien.

(Damit die Leser auch in der Art und Weise der Leitung der Seelen die große Güte Gottes erkennen, die mit so viel Nachsicht und Geduld das arme Menschenherz anlockt, ermutigt, anspornt, anregt und unterstützt, mit Mut den Berg hinaufzukommen, sollen hier auch einige der Spottreden folgen, die anfangs zwar der Seele Schrecken einflößen, aber durch die Gnade des Herrn allmählich Süßigkeit ausschwitzen, bis sie der Seele zum Gegenstand wahrer und reiner Freude werden.)

In der ersten Zeit versuchte man alle zu warnen, die mit Barbara umgingen. Dann hieß es, es sei etwas schon nicht in Erfüllung gegangen, wie es auch den Anschein hatte, aber nur, weil man die geheimnisvollen Worte des Herrn nach menschlichem Sinn auslegte. Luise gab man öfters zu verstehen, es sei doch töricht, daß sie sich mit Armen fast allein abgebe. Infolgedessen zogen sich auch alle sonstigen Freundinnen von Luise immer mehr von ihr zurück. Man sagte, sie sei zu leichtgläubig, man könne das, was sie sage, nicht annehmen, man müsse sich vor ihr in acht nehmen, nicht auch hineingezogen zu werden; deshalb mied man sie.

Dann hieß es wieder in einer Predigt, die meist nur von frommen Seelen der Stadt besucht wird: Es seien einige, die hätten sich in einen Gefühlsglauben hineingearbeitet, der nackte Glaube genüge ihnen nicht, sie wollten eine duselige Frömmigkeit üben. Aus den weiteren Bemerkungen konnte jeder leicht erraten, auf wen es abgezielt war. Ein anderes Mal sagte jemand zu Luise: „Wenn Sie wüßten, wie viel man sich über Sie lächerlich macht, insbesondere ein Herr, von dem Sie glauben, daß er gut gesinnt sei.“

Im Männerverein wurden von einem Priester Bemerkungen gemacht, wie: „Heutzutage wollen solche, die sich kaum etwas im Gebet geübt, Visionen haben.“ Er warne sie darum ausdrücklich vor solchen. Sie sollten ohne weiteres alles abweisen, wenn jemand ihnen so was beibringen wolle. Ein anderer Priester sagte auf der Kanzel, als er vom heiligen Stephanus sprach, wie er voll des Heiligen Geistes gewesen: „Auch wir müssen suchen, den Geist Gottes immer mehr in uns aufzunehmen und herrschen zu lassen. Ich muß aber einschalten: Es gibt auch einige, die dünken sich voll des Heiligen Geistes, die bilden sich allerlei ein, das sind aber Narren.“

Eine mit vielen Priestern befreundete Person traf mit mehreren anderen zusammen, worunter auch eine Freundin von Barbara war, und sagte zu derselben: „Die Barbara soll ja Visionen haben, aber damit dringt sie bei den geistlichen Herren nicht durch, von denen nimmt keiner ihre Sache an; im Gegenteil, die machen sich sehr lustig über das Bierhaus, worin sie ist. Einige amüsieren sich abends damit, daß, wenn sie das Bierglas niederstellen, sagen: „Ich muß schnell mal jetzt fort, ich bekomme eine Vision.“ Das ist dieselbe Schwindelgeschichte wie in Wickert bei Frankfurt und in Marpingen. Die Barbara ist nur eine Schwindlerin, eine Betrügerin. Pfui pah, sagen die Herren, wie kann man zu solch einer Brecherei (das Husten und Würgen in ihrem Leiden ist gemeint) auch noch jemand einladen. Niemals wird sie anerkannt, denn mir hat ein Priester gesagt: „Nie werden wir sie annehmen!“

Ein anderes Mal sagte dieselbe Person: „Das sind die drei Freundinnen, die vom Himmel zusammengeschneit wurden; es möchte einem übel werden. Was hat denn Luise überhaupt noch geleistet? Die hat noch nichts wie gebetet! Die sollte erst einmal das leisten, was eine Hausfrau leisten muß, die ihren Kindern – wie ich – ein hübsches Vermögen hinterlassen hat und eine schöne Stellung. Als Barbara von einer Muttergottesandacht morgens heimkehrte, sagte sie: „Sagen Sie mir doch einmal, wo das Frauenzimmer nur morgens so in der Stadt herumläuft. Und was die immer maskiert ist (altmodisch angezogen). Ich bin doch schon sechzig Jahre alt und richte mich immer nach der Mode. Arbeiten tut sie nichts!“

Eine andere Händlerin eines Spezereiwarengeschäftes schimpfte schon öfters im Laden vor vielen Personen über Barbara, wenn sie vorbeiging, und sagte: „Da geht sie, die Schwindlerin. Wenn sie eine Ekstase machen will, dann läuft sie schnell zu Luise. Ich würde es ihr, wenn sie mir je unter die Augen käme, sagen, daß sie eine Schwindlerin sei.“

Wieder eine andere sagte: „Ich könnte mich totlachen, wenn ich sie in der Kirche sehe und mir denke, daß sie erst eben Bier aufgetragen hat, und dann kommt sie und streckt die Hände himmelhoch empor und rutscht unserem Herrgott die Knie ab. Ich kann es gar nicht sehen, wenn die den Kreuzweg hält in der Kirche, wie die sich um die Beichtstühle herumdrückt.“

Wenn alle drei zusammenkommen, erlaubt sich das Dienstmädchen der letzteren folgende Redensarten: „Da sind sie wieder, die drei extra Heiligen, Ihr wollt was Extras sein, aber Ihr seid gar nichts, es steckt gar nichts in Euch.“

Erst gar, wenn Luise zu unliebsamer Stunde, spät am Abend oder nachts, zu Barbara gerufen wird oder heimkehrt: „Mit Eurem Ekstasenkram, es ist nicht mehr zum Aushalten, das kann die machen, wie sie will, das macht die, wie es ihr beliebt, und ich soll unter der ihrem Kram leiden? Früher hat sie sich es immer mittags gemacht, jetzt macht sie es nachts, weil sie mittags keine Zeit hat. Wenn das echt wäre, brauchte es niemand aufzuschreiben. Eilt Euch, daß Sie bald heimkommen. Wenn das Gott wäre, dann täte Er die Leute nicht so ärgern mit dem nachts Herumgelaufe!“

Wenn Luise stenografisch schreibt, sagt sie: „Mit Ihrer Judensprach, Sie geben noch ein halber Jud. Das wäre auch der Mühe wert, das aufzuschreiben, was das (sie meint Barbara damit) weiß, und so viel Wesens zu machen, es möchte einem übel werden. Anstatt die Zeit so zu verschwenden, täte ich in einem guten Buch lesen.

Aber das sage ich Ihnen, tun Sie mir nur die Schmach nicht an, daß Sie mir hier eine Ekstase halten lassen. Augenblicklich täte ich den Bündel packen. Ich will meine Ehre wahren.“

Solche und ähnliche Redensarten und spöttische Gesichter dazu gehören zu dem täglichen Brot, das der Herr den dreien reichen läßt, um sie in der Demut und Geduld zu prüfen und zu üben. Er spendet ihnen aber solchen Trost und solche Kraft, daß ihnen, die nach den Worten des Herrn auf Großes sich gefaßt machten, dies alles wie Kleinigkeiten vorkommt, und sie sich nach solchen Gelegenheiten gestanden und zuriefen: „Weiter nichts wie dieses? Das ist leicht zu tragen!“ Die Spottreden sind ihnen, statt sie zu verwirren, eine süße Musik in den Ohren und Wonne im Herzen, das sich freut, für Jesus und Seine Sache etwas ertragen zu können. O würden die Menschen wissen und empfinden, wie Jesus das geringste Leiden und Opfer für Ihn lohnt, dann würden sie nach solchen Gelegenheiten mehr hungern und dürsten, als die Weltkinder nach Gold, Ehre und Freude.

Inhaltsverzeichnis Band 2

220 Zweiter Freitag im Februar 1898 vor Sexagesima

„Einmal war Ich auf Erden, einmal habe Ich dieses Geschlecht vertreten in Eigener Person, niemals werde Ich mehr kommen in Eigener Person.“

Lied: Wann wird doch mein Heiland kommen ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es ist heute der Tag, wo Meine Kirche ganz besonders sich rüstet, Mein Leiden auf ganz besondere Weise ihren Kindern vorzuführen. Es ist heute der erste Freitag, wo die ersten Christen den Tag feierten und sich vorbereiteten auf den hochheiligen Tag, wo Ich Meine Kirche gegründet und befestigt, wo Ich das heilige Kreuz bestiegen, wo Ich dem Menschengeschlecht zeigte, welchen Wert es hat vor Meinem himmlischen Vater.

Du, Meine Tochter, wunderst dich, daß Ich mit dir verkehren will, während du dich so unvollkommen siehst. Ja, du hast recht. Wahrhaftig, Meine Kinder, je mehr der Mensch einsieht, wie wenig er ist in sich selbst, desto mehr geht er aus sich heraus, wirft sich Mir in die Arme und wandelt, an Meiner Hand geführt, den steilen Weg, den diejenigen wandeln sollen, die Mir treu dienen wollen hienieden auf dieser Welt.

Je mehr du dich vergräbst und hineinarbeitest in das Leben der großen Diener Gottes, desto mehr wunderst du dich über die unendliche Liebe und Güte eines Gottes, Der, wenn Er Sich ein Werkzeug erwählen will, durch das Er große Dinge wirkt, und das Er dem Menschengeschlecht, den übrigen Christen, vorzustellen wünscht als Vorbild und als Muster, das der Mensch, der Christ nämlich, nachzuahmen sich bemühen und bestreben soll.

Je mehr du dich hineinarbeitest in das Leben der großen Diener Gottes, desto mehr strauchelst du an deiner Unvollkommenheit; denn nur mit einer vollkommenen Seele, glaubst du, will der Herr verkehren, und die Kirche lehrt es so. Ja, es ist wahr, nur ein reines Herz kann Gott besitzen, und ein lauteres Auge kann schauen die Liebe, die Güte und die Milde eines Gottes.

Aber sieh, Meine Tochter, der Beruf, für den Ich dich erwählte, und die Bestimmung, die du hast, soll mehr gelten für unvollkommene Seelen, um diese zu ermutigen, am allermeisten aber für Mein Priestertum der katholischen Kirche. Diese will ich überzeugen und überführen, daß es wahr ist, was Meine Kirche schon lange Zeit ihren Kindern anempfiehlt, daß Ich diesen Plan in Meine Kirche hineingelegt habe und nach allen Seiten hin verwirklicht wissen will.

Ich will Meine Diener überzeugen, daß Ich es bin, der die Einführung der öfteren Kommunion verlangt in der ganzen Welt, nicht nur in den Städten, wo es dem Priestertum leichter gemacht ist, weil es dort verschiedene Stände gibt, die sich zur Aufgabe gesetzt, das geistige Wohl Meiner Kinder zu befördern, Ich meine hier, weil es in den Städten auch Priester gibt, die klösterlichen Genossenschaften angehören und somit mehr dem Beichtstuhl obliegen können als jener Priester, den Ich einer Pfarrei vorgesetzt, wo er durch allerlei verzweigte Umstände, Obliegenheiten und Verpflichtungen in seinem Beruf oft verhindert ist, den Beichtstuhl zu hegen und zu pflegen, und somit manchmal kleinmütig wird, weil er glaubt, die fehlerhaften Kinder, die er unter seinen Beichtkindern zählt, nicht so oft zulassen zu können zum Tisch des Herrn.

Seht, Meine Kinder, besonders du, Meine kleine Dienerin, wenn du zitterst und zagst ob deiner Unvollkommenheit, dann mußt du wissen, daß Ich freilich damit nicht zufrieden bin und dich immer und immer ansporne, doch höher aufzusteigen.

Aber du sollst den unvollkommenen Seelen ein Ansporn sein und dem Priestertum ein Vorbild sein, woran sie sehen können, wie wenig Ich verlange, damit sie über all die Zweifel hinweggehen, die sich ihnen entgegenstellen bei dem hohen Gedanken, in ihrer Pfarrei die öftere heilige Kommunion einführen zu wollen, erstens wegen der vielen Unannehmlichkeiten, die ihnen der Beichtstuhl bereiten könnte, weil sie so wenig Zeit dafür finden und haben, zweitens, weil ihr gläubiges Volk ebensowenig Zeit und Gelegenheit hat wegen allzu großer zeitlicher Geschäfte und Hindernisse, und drittens wegen des Ärgernisses, das dann diejenigen, die kein frommes Leben führen wollen in ihrer Pfarrei, an denjenigen nehmen, die so oft zu Meinem Tisch gehen, obwohl sie doch immer noch unvollkommene Menschen sind und als solche angesehen werden.

Mein Freund, sieh, alle deine Bedenken zur Einführung der öfteren Kommunion, alle deine Ängstlichkeiten, die du deswegen hast, will Ich dir zerstreuen. Und deswegen stelle Ich dir diese Meine Dienerin vor in ihrer Unvollkommenheit, in ihrer Armseligkeit.

Siehe, als Ich in ihr den Gedanken wachrief, nach Vollkommenheit streben zu wollen, ja, als sie einmal den Entschluß gefaßt hatte, ihre Heimat zu verlassen und in ein weites, fremdes Land sich zu flüchten, ohne auch nur jemand ein Wort davon zu sagen, als sie sich mit dem Gedanken befaßte, zu fliehen in jene Heidenländer, wo sie Mir dienen könnte, wo sie genötigt und auch gezwungen wäre, ein abgetötetes, bußfertiges Leben zu führen, um so zur Freiheit des Geistes zu gelangen, da kam Ich ihrem Wunsche zuvor.

Ich erweckte in ihr das Verlangen nach der heiligen Kommunion, sie täglich zu empfangen, weil es kein besseres Mittel gibt, das Herz freizumachen von allzu großer Anhänglichkeit an irdische Dinge, und weil dann auch das Herz, wenn es sieht, wie sein Gott Sich nicht scheut, mit ihm täglich zu verkehren in der heiligen Kommunion, von sich selbst dann losreißt und losschält von allzu großer Anhänglichkeit an irdische Dinge.

Siehe, sie folgte dieser Stimme, die Ich jahrelang in ihr wachrief, aber Meine Diener verstanden sie nicht, weil sie sie nicht verstehen wollten. Ich führte sie dann in eine Stadt, wo sie sah, daß das, was Ich in ihr erweckte, wirklich durchzuführen sei, und daß es Orte gibt, wo die Christen dieses Glück bereits genießen und besitzen. Aber Ich tat dieses nur, um ihren Mut zu stählen, um das begonnene Werk in ihr vollenden zu können. Ich sprach ihr Mut zu, Ich verkehrte in auffallender Weise mit ihr, und wer sie gesehen, mußte sich sagen, daß dieses nichts Menschliches und nichts Verstelltes sei, keine Heuchelei. Denn wenn Ich Jahrzehnte ein Werk durchführe, das Ich in einer Seele begonnen, dann muß es jedem einleuchten, daß von Heuchelei und Verstellung keine Rede mehr sein kann. Verstellung und Heuchelei finden nur da statt, wo man etwas für sich sucht, wenn die Eigenliebe vorausgeht und herrscht. Wo aber die Eigenliebe verschwunden ist, da ist von Heuchelei keine Rede mehr.

Nun frage Ich Meine Diener, ob sie nicht schon erfahren haben, daß von Eigenliebe da keine Rede sein kann, wo eine Seele von ihnen nicht geachtet ist; denn eine fromme Seele, die heuchelt und frömmelt nur zum Schein, sucht entweder Ehre vor euch, Meine Diener, oder aber, wenn es eine Heuchelei ist, die zeitliche Güter sucht, dann sucht sie Geld und verstellt sich vor Weltmenschen. Beides ist hier nicht der Fall und ihr habt schon genug erfahren; denn Güter dieser Erde sucht sie nicht. Das könnt ihr sehen, wie sie handelt an ihren wenigen Gütern, die sie besitzt, und daß sie vor euch nicht frömmeln will, habt ihr schon zur Genüge erfahren, da sie von euch keine Ehre und kein Ansehen genießt.

Wohlan nun, Mein Freund, so glaube doch, daß Ich es bin, Der sie hierhergeführt, unter eure Obhut gestellt, damit Ich durch sie durchführen und nur bestätigen möchte, was Ich in euch selbst angefangen. Ich habe euch selbst schon zur Überzeugung geführt, daß das Menschengeschlecht nur zu retten ist durch die Einführung der öfteren Kommunion und das Band der Liebe, das Ich geschlossen habe mit Meinen Völkern dadurch, daß Ich die Völker an Mich verweise, Der Ich ja Tag und Nacht unter ihnen wohne.

Wenn du nun wieder Zweifel bekommst ob deiner Schwäche, dann sollst du wissen, daß du Mir keine größere Freude erweisen kannst, als wenn du eingedenk deiner Schwachheit deinen Blick auf Mich lenktest, dich an Meiner Reinheit und Heiligkeit aufrichtest und deine Schwäche und Armseligkeit vergräbst in Meiner Reinheit und Heiligkeit, weil du weißt, daß du nach Meinem Ebenbild erschaffen bist, und daß du diese Ebenbildlichkeit an dir trägst, und daß du dereinst nach überstandenem Kampf ewig mit Mir herrschen und triumphieren sollst.“

Barbara: „O Herr, ich habe deswegen Angst, und gestern abend ging es mir wieder so, wenn ich lese, wie die Heiligen so strenge Bußwerke geübt, ganze Nächte durchwachten und ihren Leib für nichts mehr achteten. Wenn ich dann mein Leben vergleiche mit diesen großen Dienern Gottes, dann kommt mir die Angst. Ist es möglich, daß Du mit mir zufrieden sein kannst ?“

Jesus: „Meine Tochter! Habe Ich es dir nicht soeben erklärt? Siehe, wenn Ich von dir verlangte, daß du bei Wasser und Brot dein Leben zubringen sollst wie Meine Dienerin Franziska von den fünf Wunden, wenn Ich von dir verlangte, daß du Bußwerke üben sollst wie Franziska Romana, deren Leben du jetzt liest, die sich geißelte und gar strenge Nachtwachen hielt, wenn Ich von dir verlangte wie von einem Alexius, daß du unter der Stiege wohntest, dann wäre dies ein unnützes Verlangen; denn alles dieses könntest du nicht in deinem Stand und deinem Beruf.

Franziska von den fünf Wunden lebte in einer Zeit, wo die Welt zwar auch gottlos – wie immer, gibt es zu allen Zeiten gute und böse Menschen – aber das Volk doch gläubiger war, und Ich sorgte immer wieder, wenn sie wandern mußte von einem Haus ins andere, daß eine fromme Seele sie aufnahm, daß man nicht ängstlich war, wie man mit dieser Seele fertig werde. Wenn man Anstoß nahm an ihrem Leben, zeigte Ich ihr wieder eine andere Türe, wo sie Einlaß fand. Du mußt nicht glauben, daß sie ein Engel gewesen, sie war auch ein Mensch wie du, sie hatte auch ihre Gebrechen und Schwachheiten, aber sie kämpfte und kämpfte und wirkte mit der Gnade Gottes mit, und Ich vollendete in ihr die Heiligkeit nach den Zeitverhältnissen, wie sie die Zeit bedurfte.

Franziska Romana lebte auch in der Welt, sie wirkte freilich mit Meiner Gnade mit. Du mußt aber wissen, daß sie auch die Welt nicht verschmähte und auch kein Engel war. Ihre Tätigkeit entfaltete sie im Familienleben, wo sie ab- und zugab, wie es die Zeitverhältnisse erforderten. Sie genoß manche Zeit auch Lebensmittel, wie sie alle Menschen zu sich nehmen müssen; sie benutzte die Wechselfälle des Lebens, wie sie sich vorfanden, aber sie bewahrte ihren Glauben, einen felsenfesten Glauben, daß sie Mir treu dienen will und in allen ihren Wechselfällen ging sie weiter, ging sie vorwärts, bis sie sich, bis Ich sie emporgeschwungen auf den höchsten Gipfel der Vollkommenheit.

Sieh, so ist das Leben aller Meiner Diener verflossen, im Wechsel mit der Gnade Gottes mitzuwirken und dabei doch der Armseligkeit des Menschen eingedenk. Wenn Ich Außergewöhnliches verlange, dann gebe Ich ihnen auch die Gnade, um die Erfordernisse durchführen zu können. Wenn Ich von dir und von euch drei verlangte, daß ihr Mir auf außergewöhnliche Weise dienet, daß ihr Mir bei Wasser und Brot dienen solltet, daß ihr auf der Erde schlafen sollt, daß ihr auf Wallfahrten gehen sollt barfuß, wie es manchmal jene Diener Gottes taten, dann würde Ich euch auch die Kraft dazu verleihen, die erforderliche Gnade dazu geben, wenn Ich euch diesen Plan vorlegte. So aber verlange Ich das nicht von euch. Ich verlange nur von euch ein stilles, zurückgezogenes Leben, damit ihr den Geist, Der da unter euch weht, Der da sich euch kundgibt, auch höret und versteht. Ich will aber, daß ihr euer Leben solange fristet, wie Ich es von euch verlange.

Ihr sollt euer Leben nicht abkürzen durch allzu große Strenge. Vereinigt, Hand in Hand, getreu sollt ihr die Gebote Gottes, die da zur Genüge den Menschen gegeben sind, beobachten und die kirchlichen Fasten, wenn sie geboten sind, pünktlich beobachten und einhalten. Da wird euer Körper – Ich meine euch alle drei –, der ohnehin durch viele Abtötungen, die ihr Mir schon dargebracht habt, geschwächt ist, und weit mehr noch die Nervenkraft gebrochen ist durch die vielen, vielen Seelenleiden, die Ich über euch kommen ließ, schon genug zu leiden haben.

Aber höret auch, Meine Kinder, du Mein Kind Lieschen, du stellst Meinen Vater dar und sollst Ihn auf besondere Weise anbeten und verehren anstatt der Menschen, die Seiner Erschaffung sich nicht würdig zeigen, anstatt der undankbaren Menschen, über welche Er so erzürnt ist, daß Er die Welt vertilgen möchte.

Siehe, du sollst diesen Zorn dadurch besänftigen, daß du Ihm Dank sagst, Tag für Tag und wenn du des Nachts erwachst, für so viele Menschen, die Seine Hand erschaffen, für das Werk Seiner Erschaffung und das Menschengeschlecht, daß es Ihn nicht reut, die Welt erschaffen zu haben.

Du sollst Ihm Dank sagen, und deswegen verlange Ich von dir, daß du dein Leben nicht umsonst vergrämst und verkürzest, daß Du mit deinen Freundinnen noch lange, lange dein Leben fristest, damit das Werk, das Ich von euch verlange, zum Durchbruch kommt, und damit Meine Diener sehen, wie ihr ruhig weitergeht trotz all ihrem Lächeln und Spötteln, wie Ich mit denjenigen, die Mir treu dienen, so zufrieden bin und sie leite und führe, auch wenn sie es nicht verstehen wollen.

Du Meine Freundin, Meine Luise, du versinnbildlichst Meine Person und hast den Beruf, der Welt Meine Liebe und Güte dadurch zu offenbaren, daß du Meine Worte aufschreibst. Siehe, Ich gab dir den Geist und die Erkenntnis, auch den Verstand, daß du die Worte so schnell schreiben kannst, wie Meine Worte gesprochen werden, wie Ich sie spreche, weil Ich der Welt zeigen will, wie gut Ich bin, die da so sehr abgewichen ist vom rechten Weg, die da nicht mehr glauben will, daß Ich unter ihnen gewohnt, daß Ich gekommen bin, dreiunddreißig Jahre diese Knechtsgestalt zu tragen, der Diener aller zu werden, und daß Ich endlich auf so schmähliche Weise wieder von euch geschieden bin, von diesem Geschlecht.

Diesen Glauben will Ich wieder erneuern; Ich will dem Menschengeschlecht zeigen, daß Ich noch unter ihm wohne und noch verkehre mit ihm wie vor neunzehnhundert Jahren, daß Ich Mich eines Geschöpfes bediene, weil Ich nicht mehr Selbst Fleisch und Blut annehmen kann. Einmal war Ich auf Erden, einmal habe Ich dieses Geschlecht vertreten in Eigener Person, niemals werde Ich mehr kommen in Eigener Person. Ich werde Mich, sooft es nötig sein wird, eines Geschöpfes bedienen, wenn dieses Geschöpf, wenn es auch noch so unvollkommen euch scheint, treu ausharrt in dem einmal gesetzten Plan.

Darum will Ich nicht, daß du mutlos sein sollst, wenn du dich betrachtest, weil du gar so wenig für dich tun kannst. Glaube, vertraue und gehe ruhig weiter, wenn man auch tut, als sei alles umsonst. Kein Wort, das du aufschreibst, wird umsonst sein, am allerwenigsten aber dir! Du wirst sehen, wie dereinst, wenn du durch die Goldene Pforte eingeschritten bist, dieses Buch von dir aufgeschlagen und durch die Worte, die in demselben enthalten, alle deine Fehler und Unvollkommenheiten verstrichen sind und bedeckt durch die Worte, die du hier geschrieben, anstatt der Worte, die Satan im Lebensbuch aufgezeichnet, weil es Meine Worte sind.

Du aber, Meine Kleine Barbara, die du den Geist verehren und anbeten sollst, den Heiligen Geist, siehe, daß Ich dir diesen Heiligen Geist zur besonderen Verehrung gab, muß dir selbst klar sein. Und warum denn? Ein armer Fischer bist du, am Gestade des Meeres der Zeit aufgewachsen, und hast nichts gelernt als alle Kinder, die am Gestade dieses Weltmeeres mit dir aufwuchsen, am Weltmeer der Zeit nämlich. Wo solltest du die Sprache hergeleitet haben, die du hier führst und sprichst, wenn nicht durch Meinen Geist?

Darum merkt es euch, ihr Meine Kinder, welches Kleeblatt ihr bilden sollt: Ihr sollt auf besondere Weise, mehr noch durch die Tat und euer Leben als durch Gebet, die Heiligste Dreifaltigkeit der Welt vorstellen. Ihr sollt wie Sie unverändert, ohne Anfang und ohne Ende, so unverändert fortwandeln den steilen Weg hinan, Tag und Nacht, du Barbara, ungeniert ob all der Wechselfälle, die Ich in dein Lebensschifflein hineinlenke, ruhig weitergehen, wenn die Stunde schlägt, wo Ich anpoche an deinem Leib, mag Ich nun dich hinstellen, wo Ich will, dein Lebensschifflein leiten, wie Ich will, wenn die Stunde schlägt, sollst du dich Meiner Worte erinnern und Mir keine Hindernisse stellen.

Ihr, Meine beiden, Luise und du Lieschen, sollt ebenfalls ruhig weitergehen, wenn niemand auf euch achtet, wenn ihr, anstatt daß euren Ermahnungen Gehör geschenkt wird, zu tauben Ohren redet, ruhig weiter, ruhig weitergehen. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“ Luise: „Mein Jesus, mein Jesus, ach, halte mich doch in Deiner Hand, daß ich doch nur das tue, was zu Deiner größeren Ehre ist; denn ich weiß gar nicht, ob ich die Dame annehmen soll, die mich zu besuchen wünscht, aus Furcht, es könnte meinem Seelenheil schädlich sein.“

Jesus: „Es kann euch nur Nutzen bringen und niemand schaden. Seht, alle, die Ich euch zuführe, suchen Mich, und wenn auch noch mit so vielen Unvollkommenheiten behaftet, was würde aus ihnen werden, wenn Ich sie euch nicht zuführte? Was wäre aus Meiner Dienerin geworden, aus N.? Sie hätte den Verstand verloren, weil sie allzusehr mit allzu großer Anhänglichkeit und Sinnlichkeit an ihrem Ehegemahl hing, und doch habe Ich in ihr eine gute Seele gefunden und wollte ihr nur zuvorkommen, damit sie auch das werde, zu was Ich sie bestimmte.

Seht, Meine Kinder, obwohl noch mit Widerwillen, obwohl sie manchmal ihr Leiden unwillig trägt, bin Ich doch zufrieden mit ihr. Sie sucht Mich, und nach überstandener Prüfungszeit, wenn sie einmal all die Jugendsünden, das bequeme Leben, das sie gesucht, abgestreift und abgebüßt hat, wird sie mit Freuden Mir dienen und eine eifrige und fromme Christin sein und vielen zum Vorbild und Muster werden.

So ist es mit allen, die Ich euch zuführe, wenn ihr manchmal glaubt, nur die Neugierde sei es. Nein, nicht urteilen sollt ihr, Meine Kinder! Alle sind gläubige Christen, und diejenigen, die euch hie und da tadeln und Schmähworte zuwerfen, sind nur Werkzeuge in Meiner Hand, und im letzten Punkte bin Ich es, der euch nur Verdienste sammeln lassen will. Nicht mutlos werden!

Wenn euch gesagt wird, so und so spricht man von euch, dann opfert Mir die Schmähreden auf und freuet euch im stillen, aber hasset die Personen nicht, die das sagen von euch. Und das sage Ich euch, daß ihr niemand abstoßen und niemand zurückstoßen sollt. Ein Band will Ich umschlingen, Ich will, daß alle Menschen an diesem Band sich festhalten, und dieses eine Band ist es, was die Menschheit zurückführen soll und muß. Es ist das Band der Liebe, das Ich geschlossen habe am hochheiligen Fronleichnamsfest, das ausgeht aus Meinem Herzen, und wenn es euch auch scheint, als hätten alle diejenigen euch verlassen, die sich angeschlossen an euch, es ist nicht so, unbemerkt vermehrt sich die Gnade und Liebe in ihnen, die einmal davon gehört und gesehen haben, und ein einziger Akt der Liebe mehr geübt, ist mehr wert als die ganze Welt, die da doch in Nichts zerfällt.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich für meine lieben Geschwister, Du möchtest sie doch trösten; sie warten so mit Schmerzen auf Deine Worte und sind so gläubig. Gib ihnen den Trost, lenke und leite ihre Herzen, daß sie Dich lieben, ihr Kreuz tragen. O ich bitte Dich für alle, die sich uns nahen, daß sie ihr Kreuz tragen lernen.“

Jesus: „Das ist es, was Ich von euch wissen will und allen, die sich anschließen an den Liebesbund, das Kreuz, das Ich in ihre Mitte gestellt, sollen sie gerne tragen.“

Barbara: „Mein lieber Jesus! Dann habe ich auch wohl richtig geantwortet den Leuten, die mir ihr Kreuz klagten, daß sie das Kreuz, das Du in ihre Mitte gestellt, umfassen sollten.“

Jesus: „Freilich war dies die richtige Antwort; dies sind die Leiden einer jeden Familie. Der Zeitpunkt ist jetzt gekommen, wo alles abwärts geht, wo die Familien sich zersplittern. Aber seht, durch das Band der Liebe sollen andere wieder mitgehalten, aufgerüttelt und aufgerichtet werden, und eine bessere Zeit wird und muß erstehen, aber nur durch die Einführung der öfteren Kommunion.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

221 Freitag vor Quinquagesima 1898

„Fürchtet euch aber nicht. Alle diejenigen, die ausharren in dieser schrecklichen Zeit, sie werden Märtyrer.“

Lied: O Sünder, mach dich auf ... Gestern abend war Barbara zum Rosenkranzgebet in die Kirche gegangen. Es wurde ihr plötzlich unwohl, als wenn sie ihr Leiden bekäme; sie mußte sich setzen, alle ihre Glieder wurden empfindungslos. Augenblicklich zeigte Sich ihr der liebe Heiland, dessen beseligende Nähe sie schon vorher gespürt hatte, und winkte ihr mit dem Finger, sie möge Ihm folgen. Er ging über ein Meer, ja es war, als wenn die ganze Welt nur ein Meer sei, und Barbara folgte Ihm, hatte aber große Mühe, mit den Wellen zu kämpfen. Auf einmal drehte Sich Jesus um und sagte:

Jesus: „Die Fluten bedeuten deinen Lebensweg, aber schau nur auf Mich, so kommst du sicher zum Ziel.“

Barbara sah den Herrn mitten unter einem Haufen roher Menschen, wie Er hin- und hergezerrt, gestoßen und geschlagen wurde. Ein Strom von Tränen rann von ihren Augen und ihr Antlitz drückte tiefstes Bedauern und Mitleid aus. Dazu kamen heftige Erstickungsanfälle, daß man hätte glauben mögen, es sei um Barbara geschehen. Dann sah sie Jesus das Kreuz schleppen für die Christen, die Ihn ihr Kreuz allein tragen lassen, indem sie, obwohl sie gute Christen sein wollen, doch auch an den Fastnachtsvergnügen sich beteiligen.

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! Mein Jesus, Du bist heute so traurig, so wehmütig gestimmt. Ja, ich glaube schon, daß ich es errate (Tränen). O mein Jesus, ja wir wollen es freilich tun, wir wollen Dir Sühne leisten.“

Er ist so traurig, so ohnmächtig! Ich sehe Ihn von einem Haufen Büttel umgeben, die alle auf Ihn einschlagen, wie Er hin- und herfällt.

„O liebe Mutter, o heilige Magdalena, o heiliger Josef, o kommt und helft, wir wollen Ihm zu Hilfe kommen. O helft uns doch.“

(Erstickungsanfälle. Barbara seufzt, wimmert und stöhnt vor tiefem Mitleid, daß die beiden Mädchen es in der Küche hörten und herbeiliefen.) Da kommt Er her und schleppt das Kreuz.

„Mein Jesus, wo willst Du hin?“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, die Sünden der Fastnacht sind es, die Mich so zerfleischen. Dasselbe Schauspiel, das unter den Henkersknechten vor sich ging dort in Jerusalem, erneuert sich in diesen Tagen. Wie manche Seele, die bisher noch den guten Weg gewandelt, die Mir noch gedient, wird in diesen Tagen Mir entrissen. Und sooft Mir eine Seele entrissen wird, wiederholt sich dasselbe Schauspiel der Lotterbuben, die Mich zerschlugen, die Mich hin- und herstießen; denn ein Stück Meines mystischen Leibes wird Mir ja herausgerissen. Siehe, wie Ich das schwere Kreuz für sie schleppe.“

Barbara: „Mein Jesus, was willst Du mir sagen mit dem schweren Kreuz? Ich verstehe das wirklich nicht recht!“

Jesus: „Alle diejenigen, die Mir folgen wollen, nachfolgen wollen, müssen den Kreuzweg wandeln und so Mir Sühne leisten für so viele Meiner Kinder, die Mir entrissen sind. Seht hinein in das Leben der Christen, auch in die besseren Familien, die sich noch gute Christen nennen, wie es doch ganz anders geworden ist, seitdem die Welt so abwärtsgeht, wie alles darauf hinarbeitet, um die Strafgerichte, die heraufbeschworen sind, zu befördern. Wie wenig Glauben findet man noch selbst unter den guten, den treuen Katholiken, und wie alle die anderen, die Abtrünnigen, die ausgetreten sind aus dem Schoß Meiner heiligen katholischen Kirche, und ihre eigenen Wege gehen, all die guten Christen noch beschämen. Wie seht ihr da Menschenfurcht, Kleinmut und Verzagtheit?

Diese machen sich breit und dick in ihrer Religionswissenschaft. Meine Kinder aber, Meine treuesten Kinder, wie ducken sie sich vor jedem, der da ein bißchen spricht von Aufklärung und Weltweisheit. Wie fürchtet man sich, etwas zu reden oder zu tun, worüber andere lächeln und spötteln könnten.

Siehe, dies ist die zweite Art Meines Leidens, weswegen du Mich das Kreuz tragen siehst. Die erste Art von Menschen sind jene Christen, die sich ganz der Tollheit, der Unzucht und Lüsternheit und Schamlosigkeit in diesen Tagen hingeben. Die zweite Art von Christen sind diejenigen, um derentwillen du Mich siehst das Kreuz schleppen. Die ersten geißeln Mich, reißen und stoßen Mich hin und her, zerfetzen Meinen heiligen Leib bis auf die Eingeweide, so daß nichts mehr zu sehen ist als die Knochen und das Herz und Eingeweide in Mir.

Die zweite Art von Menschen, von Christen, behandeln Mich durch ihre allzu große Menschenfurcht so schmählich, daß sie Mir das Kreuz aufladen und Mich allein das Kreuz schleppen lassen. Sie stellen Mich allein hin, sie aber frönen der eitlen Menschenfurcht und der Gefallsucht, sie kriechen Meinen Feinden nach, und wenn sie auch noch tun, als glaubten sie an Mich, so ist dieser Glaube aber von der Art, daß Ich wenig damit kann zufrieden sein.

Meine Kinder, ihr sollt nicht zu der Art von Menschenklassen gehören, und alle, die sich beteiligen und von der Wahrheit überzeugt sind, daß Ich es bin, Der euch zu Hilfe kommen will in dieser gottlosen Zeit, sollen mit euch vereint auch so tun wie ihr.

Hinweg mit der schnöden Menschenfurcht, hinweg mit ihr! O daß doch Meine Diener erkennen und begreifen würden in dieser Zeit, was ihnen zum Heile ist. So aber ist es ihnen verborgen, und es werden Tage über sie hereinbrechen, wo sie bis ins Mark und Bein erschüttert werden ob all der Greuel, die sie sehen, die sich vor ihren Augen vollziehen werden.

Dann aber wird es zu spät sein zu glauben, daß Ich nur gekommen bin, um sie zu trösten in jenen schrecklichen Tagen. Ich sage euch, Meine Kinder, fahret fort wie seither, laßt euch nicht einschüchtern von keinerlei Reden, auch nicht von Einflüsterungen Satans, der euch arg zusetzen wird.

Offen und frei bekennt euren Glauben, und haltet fest daran an den Worten, die Ich zu euch rede, daß Ich Mich euch nur offenbaren will, um euch zu trösten, euch und alle, die sich an euch anschließen. Denn so, wie Ich euch immer belehre, wie ihr handeln sollt, wenn Ich Trübsal schicke in die Familie, euch Leiden zuschicke, so soll jedes einzelne Glied tun, wenn die Zeit gekommen sein wird, wo keines mehr das andere trösten und ermuntern kann, und sich verhalten, wie Ich immer sage, daß sich die Glieder der Familie verhalten sollen, denen Ich Leiden zuschicke, auch in den größten Peinen und Leiden, in Krankheit und Not, die Ich über eine Familie kommen lasse, das ja immer nur zum Besten gereicht; und in der Ewigkeit werdet ihr alle erst einsehen, wie glücklich die Familie ist, die Ich oft mit Leiden bedacht.

So soll aber jedes einzelne Glied tun, wenn die ganze Welt erschüttert sein wird, wenn Bruder gegen Bruder gehen wird, wenn die Hirten geschlagen werden und die Schafe sich zerstreuen.

Das ist das Bild einer Familie, wo Ich den Vater und die Mutter hinwegreiße und die Kinder zerstreut in der Welt jedes seine Bahn gehen, seinen Weg wandeln muß. Gut ist es dann, wenn das Kind gelernt hat, von Vater und Mutter belehrt worden ist, wie man das Kreuz tragen muß, wie man sich anklammern muß an denjenigen, Der das Kreuz vorausgetragen. Und im Hinblick auf Ihn wird dann auch das Kind – wenn es fern von der Heimat hinausgestoßen ist in fremde Länder, durch das Schicksal, das über seine Familie hereingebrochen – dennoch nicht abweichen vom rechten Weg und festhalten, weil es ja gelernt hat von Vater und Mutter, den Kreuzweg zu wandeln.

So, Meine Kinder, und nur so werden alle diejenigen, die belehrt worden sind von Mir durch die Worte und die Schriften, die Ich ihnen in die Hände gebe, trotz der Leiden nicht irre werden in all den Stürmen, die da kommen werden – wo die Hirten geschlagen werden, die Herde zerstreut wird in alle vier Winde, jedes Mitglied der großen Gottesfamilie seine eigene Bahn suchen muß und treu festhalten muß an den Belehrungen, die Ich ihnen geben ließ – und Ich werde Meine schützende Hand über sie halten. Sie werden unter Meinem Mantel, unter Meinem Schutzmantel, den Ich über alle jene ausbreiten werde, sicher gehen und befreit bleiben von all den Stößen und Schlägen, die ihnen die Feinde von allen Seiten versetzen werden.

Siehe ein Bild, das Ich dir gezeigt im Anfang, wie Ich behandelt werde von den Sündern, wie es in Wirklichkeit vor sich ging vor neunzehnhundert Jahren in Jerusalem, und wie sich dieses Bild jahraus, jahrein erneuert in den Fastnachtstagen, in der Faschingszeit.

Dasselbe Bild wird sich erneuern an jedem Christen, wenn einmal die Gottlosigkeit so überhandgenommen hat, daß der Zorn Gottes entbrannt und losgelassen ist, dann wird man, wo man auf der Straße einem Christenkind begegnen wird, von dem man weiß, daß es noch Gott dient, daß es noch treu hängt an der heiligen katholischen Kirche, über es herfallen und sich seiner bemächtigen wollen und von allen Seiten auf es einstürmen. Fürchtet euch aber nicht. Alle diejenigen, die ausharren in dieser schrecklichen Zeit, sie werden Märtyrer. Aus ihrer Nachkommenschaft soll ein neues Christentum erstehen, und die Friedenszeit der Kirche soll aus ihrem Samen aufgepflanzt und großgezogen werden.

Euch aber, Meine Kinder, bitte Ich, nicht irre zu werden an all dem Lächeln und Spötteln. Diejenigen werden noch die Schilder ganz anders hängen, die sie jetzt hängen nach allen Winden; wie die Wetterfahne weht, so wehen sie hin und her. Ihr aber sollt eure Gesinnung nicht nach der Wetterfahne ausrichten; ihr sollt euren Blick ein für allemal auf Mich gerichtet halten und einfach geradeaus gehen. Mein Kind, deswegen mußtest du gestern abend dieses Bild sehen.

Siehe, Ich wollte dich überzeugen, daß du nicht imstande bist, auch mit all deiner Einbildungskraft, dir ein Leiden zu verschaffen oder ein Zwiegespräch anzueignen. Ich wollte dir zeigen, daß Ich still und unbemerkt, ohne es vorher anzuzeigen, zu dir Mich begeben kann, und daß du aber dieses Leiden vorausgeschickt erhältst, ehe Ich mit dir rede, ehe Ich Mich mit dir verbinde, damit du die Welt belehren sollst und diejenigen, die Ich retten will, weil sie noch an Mich glauben, daß so die ganze Kirche wird erschüttert werden, wie Ich dich erst schüttle und rüttle, deinen Leib und deine Seele, bevor Ich bei dir einziehe und nicht komme, wie Ich bei anderen Dienern Gottes gekommen bin, und früher auch zu dir, still und unbemerkt.

Du aber stehe fest wie ein Fels und bereite vor, wo du vorbereiten kannst Meine Diener, daß Ich alles dies vorausgesagt habe, daß Ich wirke, wie Ich wirken will in einer Seele, und daß Ich die Macht habe zu tun, was Ich will in einer Seele, und daß Ich eine Seele leiten kann und führen kann, wie Ich will, daß da Mir niemand Vorschriften zu machen hat, daß Ich aber, wo Mein Volk Israel abgewichen ist vom rechten Weg, wo es sich ein goldenes Kalb gemacht, um dasselbe anzubeten, Ich Mein Volk in die Wüste führen muß und zerstreuen muß, und auch seine Heerführer, die zweifeln, die noch Zweifel hegen, ob Ich sie denn wirklich einmal in das gelobte Land einführen werde, daß auch sie Ich schlagen werde und auch sie die Zeit nicht erleben werden, Ich sie nicht in jenes gelobte Land einführen werde, wo sie in Ruhe und Frieden Meine junge Kirche wieder aufblühen sehen.

Diejenigen aber, die es glauben, und die Mein Volk belehren und vorbereiten von Tag zu Tag, sollen es erleben, sie sollen mit einziehen in jene Friedensstadt mit den treuen Kindern, um die Ich das Band des Friedens geschlossen habe. Der Schwester deiner Schwägerin aber kannst du sagen, daß sie die Kümmernisse und Sorgen, die sie jetzt hat, bemessen soll nach all den Ängsten und Leiden, die Ich schon über dich kommen ließ, weil Ich Großes von dir verlange, und daß sie jetzt sehen kann, wie wenig der Mensch aus sich vermag. Sowenig sie mit all ihren Sorgen und Ängsten herbeischaffen kann und Rat schaffen kann und Hilfe, so wenig kannst du, wenn du das Leiden dir hättest erdenken sollen, zuwege bringen können, wenn Ich es nicht gewollt und bewirkt hätte und nicht so verlangt hätte von dir. Sie soll klug sein und nur ruhig abwarten und sich anschließen an den Liebesbund und mit festem Vertrauen warten, bis die rechte Zeit gekommen ist, wo Ich ihr zu Hilfe kommen werde, mehr auf Mich vertrauen, ruhiger mit ihren Schwestern beten und mehr Freude an den Tag legen.“

Barbara: „O Herr, wie ist es doch so bedauernswert, daß ein Bischof das Buch von Boulleret verboten, während ein anderer es approbiert hat.“

Jesus: „Das sind nicht eure Sachen, darum habt ihr euch nicht zu kümmern; das überlasse jenen, von denen Ich dieses verlange, die Ich dazu bestimmt habe. Ihr habt nur zu sorgen für das, was Ich von euch verlange!“

Barbara: „O Herr, N. bittet uns um ein Almosen zu einer Reise nach Rom an das Grab des seligen Canisius.“

Jesus: „Ihr sollt darin nichts mehr tun, ohne eure Vorgesetzten in dieser Beziehung zu befragen. Sie erfüllen den Rat nicht, den Ich ihnen erteilt; sie wollen nur da folgen, wo es ihnen Nutzen und Bequemlichkeit einträgt, und solche Diener kann Ich nicht fördern, die überlasse Ich ihren eigenen Wegen. Solange die Priester nicht abschneiden diese fremden Priester, und dieses Mädchen (Im Bericht von Weihnachten 1896 war davon die Rede.) sich nicht seinem Bischof und Beichtvater, seinem rechtmäßigen Seelsorger unterwirft, wird es nicht anders werden.

Es ist nicht alles echt, was da vorgeht, was dort gewirkt wird, und das muß abgeschnitten werden. Eine Schande will Ich Meiner Kirche wahrhaftig nicht bereiten durch treue Seelen, durch solche Kinder, in denen Ich etwas Besonderes wirken will. Darum muß alles abgeschnitten und in die rechte Bahn eingelenkt werden. Ein Kind der katholischen Kirche hat sich seinem Beichtvater zu unterwerfen oder doch einem Seelenführer, und von da aus geht die rechte Bahn aufwärts.

Wenn von da aus die Seele nicht geleitet wird, so ist alles, was Ich in ihr wirke, nicht von Bedeutung, ist es unnütz für Meine Kirche; denn der Menschengeist ist verbunden mit Meinem Geist, und darum muß dieser Menschengeist beherrscht und gezügelt werden durch die Leitung der Kirche, damit Mein Geist unbehelligt bleibe und wirke in dieser Seele. So ist es bei jener Jungfrau. Ich habe sie Mir erwählt und zum Leiden auserkoren. Sie hat sich aber getrennt von der Kirche und ihren Geist vorherrschen lassen durch ihre Eigenwilligkeit und ihren Widerspruch, den sie gegen ihre Vorgesetzten erhob.

Darum liegt dieser Kirchenbann auf ihr schon volle sieben Jahre, daß sie nicht mehr einverleibt ist in die Gnaden und Segnungen, die da ausströmen aus Meiner Kirche. Und solange diese Jungfrau sich nicht unterordnet unter die Leitung eines Priesters, unter die Leitung eines von ihrem Bischof eingesetzten, rechtmäßigen Priesters, so lange ist das, was in ihr gewirkt wird, unnütz für Meine Kirche. Dieses kannst du jenen Priester wissen lassen, aber kein Geld schicken, weil er als Priester beständig sein Vergnügen im Reisen sucht. Er ist bestimmt, Seelen zu retten, Seelenhirt zu sein und der Seelenleitung sich zu widmen, nicht aber seine Neugierde zu befriedigen.“

Barbara: „O Herr, sorge doch auch für N., daß sie, falls ihr kranker Herr stirbt, eine gute Stelle findet, wo sie die guten Werke fortsetzen kann.“

Jesus: „Ich werde für sie sorgen. Nur nicht so weit voraussorgen, nur ruhig auf Mich vertrauen!“

(Als der Herr Sich am Donnerstag abend in der Kirche zeigte, erschien Er Barbara ganz plötzlich, um ihr zu zeigen, daß Er ihr auch ohne die drei gewöhnlich vorausgehenden Leidensstürme erscheinen könne. Nachdem sie unsagbare Tröstungen genossen, so daß sie glaubte, im Himmel zu sein und sie nur gewünscht hätte, nicht mehr ins Leben zurückkehren zu müssen, da bekam sie einen Leidenssturm in der Kirche, die bereits leer war, und wollte ihr der Herr damit zeigen, daß, wiewohl Er ohne Leiden gekommen, Er doch Derselbe sei, Der im Leiden käme).

Inhaltsverzeichnis Band 2

222 Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1898

„Sie sollen ... beten für die Priester, für das heilige Priestertum, denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.“

Lied: O Maria, voll der Schmerzen ...

Barbara: „Ich danke Dir, o meine liebe himmlische Mutter, für die unaussprechliche Liebe und Herablassung, deren Du mich heute schon gewürdigt hast.“

Seit gestern schenkte der Herr Barbara einen ganz außergewöhnlichen Gebetsgeist; sie verharrte, dem inneren Zuge folgend, gestern den ganzen Tag im Gebet, ohne Nahrung zu sich zu nehmen, außer einer Kleinigkeit am Mittag, von morgens bis abends. Dieser Zustand dauerte an bis nach dem Leiden. Der Herr verließ sie mit Seiner fühlbaren Nähe den ganzen Tag nicht. Luise traf Barbara in einer Kirche und ging mit ihr noch in eine zweite Kirche. Barbara blieb aber im Gebet vertieft.

Barbara: „Meine liebe Mutter, ich verstehe Deine Erscheinung. Ich weiß, daß Du mich aufmuntern und trösten willst; aufmuntern, um den Weg fortzuschreiten, den ich bereits wandele, und trösten willst, weil ich nicht glaube, daß ich ausharren werde; aber ich werde ausharren, wenn Du mir zur Seite stehst, wenn ich neben Dir wandle.“

Maria: „Ja, Meine Kinder, es ist so, wie Meine Tochter hier sagt; du bist es aber nicht allein, die Ich ermuntern und trösten will. Mit dir stehen auf gleichem Fuß so viele Menschen, die Ich ebenfalls mit dir trösten und ermuntern will. Fahret fort, Meine Kinder, und höret die Worte einer wohlmeinenden Mutter, eurer himmlischen Mutter, die alle Ihre Kinder mit gleicher Liebe liebt, die guten wie die bösen. Die die guten mit zärtlicher Mutterliebe ermuntert und tröstet, die bösen, um sie wieder in Ihre Mutterarme zurückzubringen, und weil Sie dieses wünscht, Meine Kinder, weil Sie alle die Kinder, die Sie verlassen, die Sie in ein Meer von Schmerzen und Trostlosigkeit versetzt haben, wieder so gerne zurückkehren sehen möchte ins Vaterhaus, in Ihre Mutterarme, darum hört die Worte, die Ich heute an euch richte:

Ihr seid ja die guten Kinder, mit denen Mein Mutterherz Sich beraten und ermuntern und auch trösten will. Beraten sage Ich, weil ja eine Mutter manchmal wirklich den Rat ihrer guten Kinder vernehmen muß, die ihr dann behilflich sein müssen, die übrigen Kinder, die falsche Wege gehen, herbeizubringen, ihrem Sinn aufzulauern auf ihren schlimmen Wegen, sie bei der Hand zu nehmen und zurückzubringen zum Mutterherzen.

Höret nun, was Ich heute von euch verlange, heute, wo die Menschheit doch wieder anfängt, ernster zu werden, nachzudenken, wenigstens diejenigen noch, die da noch so halbwegs Christen sind. Gehe hin und sage Meiner Tochter und all den Schwestern, den Klosterfrauen N.N., daß sie sich mit euch und ihr mit ihnen und allen guten, treuen Seelen, die da noch sich Mühe geben, die Menschheit mit Gott zu versöhnen, vereinigen sollen, ihr Herz erweitern sollen in Liebe. Sage ihnen, daß Ich, Ihre himmlische Mutter, ihnen dieses sagen ließ, daß sie sich selbst vergessen und nicht kleinlich über ihre Fehler nachdenken sollen, sich jeden Morgen vereinigen mit Mir und jeden Abend eine Abbitte tun sollen vor Meinem göttlichen Sohn; Abbitte, wenn sie glauben, sich versündigt zu haben oder Ihn nicht genug geliebt zu haben.

Dann aber sollen sie zufrieden sein und sich selbst vergessen, weil sie ja die Vertreter der Liebe sind vor Meinem Sohn, die Seraphim der Liebe, die Ihn Tag und Nacht liebend anbeten sollen, und nicht verzagt und kleinmütig wegen ihrer eigenen Schwäche. Liebe soll ihre Schritte beflügeln, wenn sie hintreten vor Meinen Sohn, damit doch das Werk, das bereits angefangen, recht bald vollendet werde, das Liebeswerk, der Liebesbund, den Mein Sohn gründen will unter der armen, verlassenen Menschheit. Sie sollen, mit einem Wort, beten für die Priester, für das heilige Priestertum, denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.

Denn seht doch, Meine lieben Kinder, wie sie sich aufraffen, die Menschen, die da draußen wohnen, zerstreut unter den Gottlosen, wo das Wasser der Gottlosigkeit und des Unglaubens immer höher schwillt und alles mit sich fortreißt, wie die Guten, in denen noch ein Funken Glauben in ihrem Herzen wohnt, sich aufraffen, wenn sie hören von der Liebe ihres Gottes, wenn der Prediger auf der Kanzel die Liebe Gottes preist, die da wohnt im Allerheiligsten Sakrament des Altares, wie sie dann von Liebe begeistert werden und sich anschließen, ihren Worten Gehör geben.

Mein Sohn hat von dem ersten Augenblick an, als Er euch sagte, daß Er den Liebesbund gründen wollte, den Wunsch geäußert, daß in der Welt auf die Gottlosen, die Meine Kirche verfolgen und verschmähen, die nicht beachten ihre Worte, die nur darauf aus sind, das Reich Christi sobald wie möglich zu zerstören, keine Rücksicht zu nehmen sei, daß Meine Diener diese nicht beachten sollen, daß sie sich weder einschüchtern lassen sollen von ihren Drohungen und Gebärden, noch viel weniger aber Menschenfurcht zeigen sollen.

Menschenfurcht, die niedere Menschenfurcht, als wäre es Unsinn zu glauben, daß in der Kirche Gottes Mein lieber Sohn in den Seelen noch wirke, wie Er doch immer und allzeit wirkte, sie dieses geheimnisvolle Wirken Meines Sohnes nicht verschmähen und verachten sollen, sich nicht darüber hinwegsetzen sollen, als brauchten sie es nicht, als bedürften sie nicht des Gebetes frommer Seelen, des Rates und Beistandes Gottes, den Er ihnen geben will durch eben solche Seelen, in denen Er wirkt.

Darum, Meine Kinder, wende Ich Mich heute ganz besonders an alle Meines Geschlechtes, an die Jungfrauen der ganzen Stadt Mainz, an die klösterlichen Genossenschaften der ganzen Stadt Mainz, und du, Meine Tochter, du Oberin vom Kloster N., in deine Hände lege Ich ihn nieder, diesen Plan, den Ich vorhabe mit euch allen, Meinen Töchtern! Ihr seid diejenigen, welche die junge Kirche, die da wieder aufblühen soll, unterstützen, trösten und ihr beistehen sollt durch Rat und Tat. Ihr sollt sie durch eure Gebete zuallererst unterstützen.

Darum sage du es anderen, die des gleichen Amtes walten wie du, die Schwestern zu leiten haben, damit einstimmig wie aus einem Herzen das Gebet zum Himmel emporsteige für das Priestertum, das in so großer Gefahr in dieser Zeit sich befindet, weil es zuviel der Menschenfurcht nachgibt, und viele, viele abfallen und zugrunde gehen, und weil durch den Abfall eines einzigen Priesters nicht nur eine Seele verlorengeht, sondern mit ihm tausend und abertausend von Seelen.

Ich verspreche euch, so ihr Meinem Rat folget, daß in dieser Stadt kein Priester mehr auf Abwege geraten wird und daß, wenn auch noch klein und unscheinbar, die Kirche anfangen wird aufzublühen, weil in ihr immer und allzeit gute Priester regieren werden und regieren sollen. Und unterstützen sollt ihr das Priestertum, indem ihr die vornehme Welt, die da viel mit euch verkehrt, die vornehme Damenwelt, worunter doch auch recht gutmütige, recht edle Seelen sich befinden, zu bearbeiten wißt, weil ihr als die Engel der Liebe diese Liebe überall ausgießen sollt über die Herzen eurer Besucher, damit der allzu große Luxus gedämpft werde in dieser Stadt, und die übertriebenen Ausgaben und Auslagen, die unnötigen, zusammengelegt werden in eine Sparbüchse, und mit diesen Sparpfennigen sollt ihr das Priestertum unterstützen, wenn es etwas plant, ein gutes Werk oder arme Priester zu unterstützen sind.

So wie hier in Mainz gearbeitet werden soll, ganz still und unbemerkt, so soll es auch in anderen Städten, besonders in N., geschehen. N. soll aber wissen, daß alles Große, das gewirkt wird im Reich Christi, nur in der Verachtung und in der Verdemütigung gewirkt wird. Er soll darum sich freuen, wenn er so klein und unvollkommen sich sieht, so zurückgesetzt, so verachtet.

O wie wird einstens, wenn der Schleier sich lüften wird, alles dastehen vor euren Blicken, wie wird euer Auge sich weiden an dem Anblick, der sich entfaltet vor eurem Geistesflug. Verhüllt sind euch die Geheimnisse, ihr kennt sie nicht, weil ihr sie nicht kennen sollt, damit ihr recht viele, viele Verdienste euch sammeln könnt; denn nur das ist euer Verdienst, daß ihr im Glauben wandelt und ruhig weitergeht.

Wenn auch Mein Diener N. sich recht viele Mühe gab und auch ein guter frommer Priester war, aber mit welcher Freudigkeit, mit welchem Trost hätte er die Tage seines Lebens beschließen können, wenn er dem Wunsch Meines Sohnes entgegengekommen wäre. Aus sich herausgehen, sich selbst vergessen, dies ist die Aufgabe eines Priesters, besonders aber eines Ordensmannes, einer Klosterfrau.

Ihr aber, Meine Kinder, ihr sollt nicht müde werden, Mich zu begleiten auf dem schmerzlichen Gang nach Golgotha. Folget Meinem lieben Sohn, vereinigt euch mit Meinem Diener Franziskus. Frau N. und Frau N. lasse Ich grüßen. Frau L. soll wissen und auch Frau N., daß für solche, die treu Meinem Sohn folgen wollen, und die Mein Sohn auf besondere Weise an Sich ziehen will, Er auch auf besondere Weise die Mittel und Wege weiß, wie dieses am besten geschehen kann, und daß es kein Zufall ist, daß Er sie mit euch in Verbindung setzte. Sie werden beide noch Großes wirken und eine Zierde werden für die Stadt Mainz, Zierde und Vorbild für christliche Ehefrauen und Witwen.

Aber sie müssen wissen, daß die Liebe Gottes Weltverachtung lehrt und daß, wenn der Mensch dies nicht selber tun kann, weil er dazu zu schwach ist, Gott Selbst anfängt, es zu tun und dafür sorgt, daß die Welt diese Menschen verachtet.

Also, Meine Tochter, ihr müßt euch nicht wundern, wenn Ich euch sage, daß ihr den allzu großen Verkehr mit solchen, die es nicht gut meinen, die nicht so tief gehen wollen wie ihr, abschneiden müßt, abschneiden jeden unnützen Verkehr mit der Welt, euch anschließen müßt an diejenigen, die nichts suchen als nur Gott allein und die Verachtung und die Verdemütigung. Wenn man euch sagt, ihr seid Simpel, die nicht mehr passen in die Welt, dann freut euch, dann ist die Zeit gekommen, wo ihr Meinem Sohn gefallt und Mir, eurer himmlischen Mutter.

So durchgeht diese heilige Fastenzeit und gebt euch Mühe, das von euch Verlangte zu befördern, damit recht viele das Priestertum fleißig unterstützen durch das Gebet und durch Trostworte, wo es derselben bedarf; denn auch der Priester ist ein schwacher Mensch und hat seine schwache Seite, er braucht Trost und Unterstützung. Und dies kann ihm manchmal eine unscheinbare Frauensperson, wenn sie nur fromm ist und guten Willens, noch recht gut beibringen: daß viele Menschen gerettet werden, wenn ihr wenigstens so viel bewirken könnt durch euer Gebet – auch wenn ihr keine einzige Seele retten könntet, was nicht der Fall ist, denn viele werden gerettet werden –, daß durch das feurige Wort des Priesters diejenigen, die schon angefangen haben, Ihn zu lieben, Ihn noch mehr lieben, Akte der Liebe Gottes mehr erwecken. Schon dann habt ihr viel fertiggebracht. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Barbara: „O liebe Mutter, erflehe mir doch von Deinem lieben Sohn die Gnade, daß das, was N. und N. Ihm opfern durch ihre Abtötungen, ich Ihm ersetzen könne, in dem ich Spott und Hohn der Menschen ertrage; denn siehe, meine Gesundheit erleidet es noch nicht, so gern ich auch möchte.“

Maria: „Das größte Opfer, das du Ihm bringen kannst, ist, wenn du deinen Willen ganz und gar dem Willen Gottes unterwirfst und recht schön wartest, bis Er dir auch die Kräfte dazu gibt und du es Ihm anheimstellst, und für jetzt zufrieden bist und deine Schwestern nicht betrübt anschaust und beneidest. Siehe, wenn du dies Opfer bringst, daß du dich niemals beunruhigst, dann hast du dasselbe, was deine Schwestern tun. Geh ruhig weiter, weil du den Auftrag hast, die Worte zu verbreiten, die Mein Sohn spricht in Seiner kleinen Dienerin. Es ist noch nicht an der Zeit, daß du anders handeln kannst, als die Kräfte deiner Natur es dir erlauben, sonst würdest du vieles versäumen müssen im Dienste Gottes; denn wisset, wenn der Herr etwas verlangt, dann gibt Er auch die Kraft dazu. Sei zufrieden und grüßt Mir recht herzlich alle, die mit euch in Verbindung stehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

223 Herz-Jesu-Freitag im März 1898

„Eine dreifache Krone müßt ihr euch erringen...: Einen Sieg über die Welt, über euer eigenes Fleisch und über die Einflüsterungen Satans.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Lobpreis und Dank sei jetzt und ohne End, dem allerheiligsten, göttlichen Sakrament. Mein Jesus! O du Bräutigam meiner Seele! Wie danke ich Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Wer auf der ganzen Welt ist so glücklich, wie wir uns schätzen, Deine Kinder, Deine Bräute sein zu dürfen. Denn wie Kinder kommen wir zu Dir, um zu hören Deine väterlichen Ermahnungen, Deine süßen Zurechtweisungen, Deine Züchtigungen, wenn wir sie verdienen, aus Deinem honigsüßen Munde. O ja, züchtige uns mit Deinen Worten und in der Tat, spare die Rute nicht, bis wir befolgen Deine liebliche Stimme, alle die Räte, die Du uns gibst.

Ja, ein Bräutigam bist Du uns; denn so liebevoll wie Du kommst, kommt kein Bräutigam zu seiner Braut, so still und unbemerkt, ehe wir es vermuten. Ich danke Dir im Namen meiner beiden Mitschwestern, im Namen aller, die glauben, daß Du mit uns verkehrst, und ich grüße sie alle in Deinem Namen, und in ihrem Namen grüße ich Dich; einen herzlichen Gruß von uns allen! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Seid Mir willkommen und auch von Mir herzlich gegrüßt! Kommt, laßt euch einführen in den Weinkeller Meiner göttlichen Liebe! Kommt, trinket den Wein, den Ich euch darreiche und werdet berauscht von Meiner göttlichen Liebe, und wonnetrunken tretet dann hinaus und teilt auch anderen den Wein aus, den Ich jedem anbiete, jedem, der da gläubigen Herzens zu Mir kommt, der nur guten Willens ist.“

Barbara: „Ja, kommt, laßt verkosten, wie süß der Herr ist! Ich danke Dir, mein Jesus!“ Barbara wurde dann zur innigen Vereinigung mit dem Herrn zugelassen, sie erhebt sich und streckt Ihm anmutig voll sehnsüchtiger Liebe die gefalteten Hände entgegen und schweigt, aber ihre Miene redet. Ganz leise sagt sie:

„Du bist so gut“ und Tränen fließen sanft und mild, voll Wonne.

Jesus: „Versteht ihr diese Sprache, Meine Kinder? Sie ist die Sprache der Liebe! Wenn Ich in deiner Seele bin, dann ist die beste Sprache und das beste Gebet, wenn du dich ganz Mir hingibst, wenn du lauschst Meinen Worten.“

Barbara senkt das Haupt, schließt die Augen und faltet innig die Hände vor der Brust und verharrt einige Minuten in Schweigen.

Jesus: „Wißt Meine Kinder, daß ihr euch nicht irreleiten lassen dürft, weil die Kirche, Meine Diener tun, als glaubten sie nicht. Eine dreifache Krone müßt ihr euch erringen, und diese Krone zu erringen, kostet einen dreifachen Sieg: Einen Sieg über die Welt, über euer eigenes Fleisch und über die Einflüsterungen Satans.

Es gibt in dieser Zeit so viele, die nun wirklich anfangen, Mich zu lieben, die gern Mir dienen wollten, aber nebenbei doch auch geehrt sein wollen, ein bequemes Leben führen wollen und von ihren Mitmenschen nicht verschmäht und verachtet sein wollen. Durch solche Personen aber kommt die wahre und echte Frömmigkeit der von Mir erwählten Seelen in üblen Ruf, da sie zwar gut anfangen, aber der Verachtung und Verspottung – sobald sie anfängt – aus dem Weg gehen, die nicht ausharren und nur eine Zeitlang gut sind, dann aber wieder zurückfallen und nur Schmach und Schande Meiner Kirche einbringen.

Und um Meine Kirche zu läutern und zu sieben von solchen Seelen, muß sie hart vorgehen, die Kirche nämlich. Sie muß alle ihre Wissenschaft und ihre Kunstgriffe einsetzen, um solche Seelen auszuscheiden von wahren und echten Dienern Meines Herzens. Diejenigen aber, die Mir treu dienen und treu dienen wollen, müssen sich dadurch kennzeichnen, daß sie die Verachtung und Verdemütigung von seiten Meiner Diener und von allen Menschen lieben.

Und solche Seelen sind gar dünn gesät in Meinem Reich. Wisset, daß Ich kein Tyrann bin, daß Ich zwar alle Menschen zur Heiligkeit berufen und zur höchsten Stufe der Vollkommenheit führen möchte, weil aber dieses vom Menschen selbst abhängt, ob er Mir treu dienen will, oder ob er auch Mein Wohlgefallen auf sich herabziehen will, oder ob er Mir auch ähnlich werden will, sieh, darin besteht die dreifache Krone, die du dir verdienen sollst und ihr alle, die sich an euch anschließen wollen.

Diese dreifache Krone sollt ihr euch verdienen. Erstens: Treu dienen müssen alle Christen, die in den Himmel eingehen wollen. Sie müssen die Gebote Gottes und der Kirche genau beobachten, sonst können sie nicht eingehen in Mein Reich, und wenn sie dieses nicht getan in ihrem Leben, müssen sie wenigstens durch und um des Gebetes und der Bußwerke vieler frommer Seelen willen, die Ich Mir erwählte, wenigstens noch in ihrem letzten Sterbestündlein durch eine aufrichtige Beichte und Buße und wahre Liebesreue diese Sünden und Fehler gutgemacht haben. Anders, unter anderen Bedingungen, kann ein Mensch nicht gerettet werden.

Zweitens: Die zweite Krone, die ihr euch verdienen müßt, ist, daß ihr auch Mein Wohlgefallen auf euch herabziehen müßt. Ihr müßt mehr tun, als die Gebote Gottes und der Kirche beachten, ihr müßt Mich lieben, ihr müßt Mir zuliebe auf alle irdischen Freuden verzichten, euch von allem trennen, was nicht notwendig ist, unumgänglich notwendig. Darum verlange Ich von euch, daß ihr euch in dieser heiligen Fastenzeit, wo die Gnadenströme wie ein ausgegossener Regen herniederströmen auf das trockene Erdreich der Seelen, ganz Mir weihet, keine unnötigen Besuche machet, aber auch keine annehmet, keine Besuche, die nicht auf Meine Ehre gerichtet sind.

Du aber, Meine Kleine, von dir verlange Ich noch mehr. Du sollst dich um nichts kümmern, was die Familienverhältnisse anbelangt, weder um deine Nichte, noch um die Dienstmädchen, noch um deine Schwägerin, weil Ich will, daß du ganz unabhängig sein sollst von jeglichem Verkehr mit der Welt. Braucht deine Nichte eine Zurechtweisung, oder wünschest du, daß sie eine Kirche oder Predigt besuche, dann hat sie ihre Mutter, die auch eine gute Christin ist und sein soll, die ebensogut wie du danach streben muß, um nicht allein zu sorgen für das, was hienieden und vergänglich ist, sondern auch für das Ewige und darum auch recht gut weiß, was sie zu tun hat für das Seelenheil ihrer Untergebenen und Kinder.

Was die Dienstmädchen anbelangt, so wissen sie ihre Arbeit, und du, wenn du heimkommst, wirst ihnen so gut wie möglich helfen. Im übrigen aber verlange Ich von dir Stillschweigen und nicht unnütze Reden, noch viel weniger unnützes Sorgen um zeitliche Dinge, damit dein Herz ganz auf Mich gerichtet bleibe und Ich ungestört Tag und Nacht mit dir verkehren und in dir wirken kann. Dadurch ziehst du dir Tag für Tag mehr Mein Wohlgefallen zu, und deine Fehler werden getilgt mit jedem Tag.

Drittens: Die dritte Krone müßt ihr euch verdienen und erkämpfen dadurch, daß ihr für Mich leidet. Und da steht an der höchsten Stelle, an der Spitze die Verachtung und Verdemütigung von seiten Meiner Diener. Und nun seht euch um unter denjenigen, die euch nachgehen wollen, ob sie die Verachtung lieben, ob sie auch verzichten können auf alle die Annehmlichkeiten, die nun einmal erlaubter Weise Ich Meinen Kindern zulasse. Wer sich nicht anschließen kann, um diesen strengen Weg zu gehen, muß halt auch verzichten auf die Freuden, die Ich diejenigen genießen lasse, die Ich zu einem engen Bund an euch anschließe.

Aber seht nur, damit ihr nicht irre werdet, wie gut Ich bin, wie Ich euch belehre bis ins kleinste hinein, damit ihr nicht müde werdet, den Weg zu gehen, den ihr noch zu gehen habt bis an euer Lebensende: Viele haben gut angefangen, aber sobald die Verachtung der Menschen an sie herantritt, sobald es dunkel wird in ihren Herzen, sobald Ich Leiden verlange, Abtötung, Kasteiung, sobald Ich Kreuze schicke, treten sie zurück und gehen den gewöhnlichen Weg, und weil sie dann zurückschaudern vor dem ersten Schritt, den sie zu überwinden hätten, so verschwindet denn auch die Gnade, die mit diesem Schritt verbunden ist, und das Licht wird allmählich blasser, es dämmert nur noch ein kleines Flämmchen der Gottesliebe, und dann wähnen sie, es sei doch besser, zu leben wie alle Menschen, die ja doch auch in den Himmel kommen wollten, und sie werden leichtfertiger und leichtsinniger, ein Fehler greift dem anderen unter die Arme, und es geht rückwärts und nicht selten fallen solche Seelen in tiefe schwere Sünden. Und wenn dann eine Seele noch gehalten wird durch vieles Gebet und Tränen, kommt sie wieder zu sich. Manche aber fallen so tief, daß sie nicht mehr aufstehen.

Seht, Meine Kinder, deshalb, deswegen braucht Mich niemand der Ungerechtigkeit zu zeihen. Ich habe dem Menschen freien Willen gegeben, und mit diesem freien Willen soll er wirken, solange es Tag ist. Derjenige nun, der seinen Willen vollkommen unterwirft Meinem göttlichen Willen, der bleibt stehen, er läßt sich nicht einschüchtern und beirren. Derjenige aber, der seinen Willen nur halbwegs unterwirft, bleibt auch nur halbwegs auf dem Weg der Vollkommenheit stehen. Er geht nicht verloren, er geht auch nicht rückwärts, er geht aber auch nicht vorwärts, und Ich bin zufrieden mit ihm, wie Ich dir sagte, als Ich dir Mein Leiden anbot.“

Barbara: „Mein Jesus, so empfehle ich Dir denn alle, die sich an mich anschließen, jeden in seinem Stand und Beruf, daß sie ausharren – mögen sie im Ehestand oder im jungfräulichen Stand, mögen sie Klosterleute oder Priester oder Laien sein. O gib ihnen Kraft und Mut, daß sie vorwärtsschreiten auf dem steilen Weg der Vollkommenheit. Die Eheleute, können denn auch sie diesen Weg ersteigen?“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, das können auch die Eheleute. Siehe, der Ehestand ist ein heiliger Stand, wie der jungfräuliche Stand. Ein heiliger Stand sind der jungfräuliche Stand und der Ehestand in der Welt. Beide sind Mir so wohlgefällig wie der Priesterstand und die Klosterleute, weil der Ehestand zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes geradeso notwendig ist wie Priester, Klosterleute und der jungfräuliche Stand in der Welt.

Aber sieh, Mein Kind, da du Mich doch fragst, wie sich die verschiedenen Stände heiligen können, so will Ich dir es ausführlich sagen. Eine Familie, Eheleute, welche die höchste Stufe der Vollkommenheit erlangen wollen, müssen sich, wenn sie wissen, daß es zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes nicht mehr dienlich ist, wenn sie voraussehen und wissen, daß sie doch keine Kinder mehr gewinnen, dieser Lust sich fortan enthalten und jungfräulich miteinander leben und diesem Vergnügen entsagen; denn dann ist es sinnliche Lust, der sie sich hingeben ohne Zweck, die Mir nicht gefällt und nicht gefallen kann, weil es nur sinnliche Lust ist. Und so tun sie den ersten Schritt weiter auf dem Weg der Vollkommenheit.

Dann müssen sie die Kinder, die Ich ihnen geschenkt, für Mich erziehen. Sie müssen Geduld haben mit ihren Kindern und müssen die Fehler, die sie nicht abgewöhnen können, mit Geduld ertragen. Ist eines ihrer Kinder auf Abwege gekommen, müssen sie so lange ihnen nachgehen mit Ermahnungen und gutem Beispiel, bis es wieder zurückkehrt, aber alles Mir anheimstellen, all die Leiden, die Ich da über die Familie schicke, mit solcher Geduld Mir aufopfern, wie Ich dieses von euch verlange, wie Ich von euch verlange, daß ihr die Verdemütigungen und Verachtungen, die euch von Meinen Dienern und den Weltleuten angetan werden, ertragen sollt, so sollen sie die Verachtungen und Verdemütigungen, die ihnen von ihren Kindern oder Nachbarn und allen im ganzen Dorf oder ganzen Städtchen, wo sie sich befinden, ertragen und ruhig hinnehmen.

Die Ordensleute, die sich anschließen wollen, die diejenigen sein wollen, durch welche die Welt soll gerettet werden – denn Ich will eine Schar bilden, eine Schar heiliger Seelen, die einen mächtigen Damm bilden der gottlosen Welt gegenüber – die müssen ihren anderen Mitbrüdern und Mitschwestern, mit denen sie zusammenwohnen, ein fortwährend anstoßendes Wesen sein. Wisset, daß es nicht immer Sünde ist, wenn andere sich stoßen an uns. Wenn dein Nachbar, deine Mitschwester und dein Mitbruder die Abtötung nicht üben will, die du übst, die Gebetsweise nicht üben will, die du übst, das Leiden nicht mit jener Geduld tragen will, wie du es trägst, da nimmt er Anstoß an dir, weil er sieht, daß du es anders tust als er. Es soll nicht sein, daß alle diese Ärgernisse für den Betreffenden Sünden wären.

Nein, nein, die Seelen, die im Ordensstand über all diese Dinge hinweggehen, die ruhig bleiben, wenn man sagt, sie seien ein Sonderling, sie wollten wahrscheinlich ein anderer Heiliger werden als wie sie, die dann doch ruhig weitergehen, all die Spötteleien und spitzfindigen Reden mit Geduld hinnehmen, die erwerben sich dann die Liebe, das Wohlgefallen.

Seht, Meine Kinder, wenn Meine Diener auch tun, als glaubten sie nicht, die Ehrfurcht, die euch gebührt und die allen gebührt, die Mir treu dienen wollen, braucht euch nicht bekanntzuwerden. Ihr müßt auf all das verzichten und zufrieden sein, in dieser Welt Schmach leiden zu können. Verloren ist kein einziges Wort, kein einziger Akt der Entschiedenheit. Alles trägt seine Frucht, wenn euch auch unbekannt, und genügen muß es euch, daß alles, was Ich in euch wirke, mit Meiner Kirche und ihrer Lehre übereinstimmt.

Und wenn Ich dir etwas befehle, das du tun mußt, wo du scheinbar andere ärgern und kränken mußt, weil du ihnen ihre Fehler vorhälst, da kümmere dich nicht um den Erfolg; denn Ich will, daß Meine Kirche rein gehalten werde von jeder Verkehrtheit. Dieses Mädchen (von dem im Weihnachtsbericht 1896 die Rede war), um dessentwillen du dir manchmal Kummer machst, als sei es doch nicht so, und dein Geist habe sich mit eingemischt, wird noch deine innige Freundin werden, sie wird noch vertraut mit dir werden, wenn auch unbekannt, denn dadurch, daß Ich durch dich den Verkehr mit jenen Priestern abschneide, soll sie zur Besinnung kommen und wieder in die rechte Bahn eingelenkt werden.

Auch ist es Mir sehr mißfällig, daß diese Leute, die Umgebung dieses Mädchens, gar so lieblos sind gegen solche, von denen sie keinen Nutzen und Gewinn und Vorteil für ihr Zeitliches suchen und erwarten können. Wahre Diener Gottes sind nicht abstoßend, gegen niemand, am allerwenigsten in einer Umgebung, wo Ich etwas mehr verlange von einer Seele.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich auch für diesen abgefallenen Priester, daß Du ihn, wie Du versprochen, wieder zurückführest.“

Jesus: „Ich habe ihn Meiner Dienerin gezeigt, als kein Mensch noch wissen konnte, wie weit es mit diesem Mann geht, als er selbst noch sehr guten Willens war: Daß du ihn geschaut hast, Meine kleine Dienerin, ohne Kopfbedeckung, sollte dir versinnbildlichen, daß er die Tonsur verlassen werde, und daß du ihn geschaut hast ohne alle Bekleidung bis auf Hemd und Hose, sollte dir bedeuten, daß er der priesterlichen Würde verlustig würde, daß er nur noch dastehe als armseliger Mensch und nur noch mit einer Hülle bekleidet, die den Anschein gibt, als leiste er noch etwas (als protestantischer Prediger). Ich habe ihn dir so gezeigt, damit dann, wenn die Zeit gekommen ist, wo alles das in Erfüllung gegangen ist, wie jetzt, du wissen sollst, daß alles, was Ich in dir wirke, von wichtiger Bedeutung ist, am allermeisten aber für die Priester.

Und wehe jenem Priester, der sein Heil von sich stößt, denn was Ich angedroht, wird in Erfüllung gehen, und diejenigen, die gar so leichtsinnig in den Tag hineinleben, die sich freilich lieber am Biertisch und bei fröhlicher Gesellschaft gütlich tun, anstatt im Breviergebet und vor dem Kruzifix sich zu üben in Gebet und Betrachtung, sie alle werden den Sturm nicht ertragen können, der da hereinbricht über das Priestertum und die Katholiken.

Ja, ja, sage Ich, wehe ihnen, die da spotten über Meine Worte. Zersplittern werde Ich sie wie den Baum, in den der Blitz hineingefahren, wie den Eichbaum, er wird sich zersplittern, und man wird seine Äste zusammenhauen mit der Axt und im Feuer verbrennen. Dann aber sollst du wissen, daß er (obiger Priester) deinen besonderen Gebeten, Bußübungen und Leiden empfohlen ist, daß Ich ihn dir nicht umsonst gezeigt habe, und so gewiß Ich den ägyptischen Josef, als er die Träume deutete, erhob, ihn erhöhte und zum Sieg führte, so gewiß werde Ich dich zum Sieg führen; er wird nicht verlorengehen.

Wißt ihr nun, welche Aufgabe euch gesetzt ist in diesem Jahr, da Meine Kirche sich besonders abmüht, um die verlorenen Schäflein zurückzuführen zur treuen Herde? Da müßt ihr all eure Kräfte aufbieten durch Gebet, Sühne und Opferleiden.

Du aber, Meine Kleine, harre aus in dem, was du besorgen sollst. Werde nicht müde und trostlos! Je mehr du leidest, desto mehr Seelen werden zu Gott zurückgeführt. Siehe, einen guten Teil hast du schon gewonnen.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für alle diejenigen, die Du Dir erwählt in der ganzen Welt, und ich schließe mich im Geiste an sie an, an alle ihre Opfer und Sühneleiden. Verzeihe mir doch alle meine Sünden und Vergehen meiner Jugend und meines späteren Lebens, und hilf mir doch, die bösen Neigungen abzulegen und daß ich in all den Widerwärtigkeiten, die mir Tag für Tag vorkommen, ausharre.

Mein Jesus, es wird freilich schwer, es ist lang, sieben Wochen, und der Familie gewiß lästig, und sieh, ich spüre es jetzt schon. O halte doch wenigstens in dieser Zeit alle in meiner Umgebung so, daß sie nicht müde werden, sich auch an Dich anzuschließen, dann werden sie ebenso gerne arbeiten, was Du ihnen aufträgst, wie Du von mir verlangst, daß ich mich ganz Dir hingebe und beten und sühnen soll.“

Jesus: „Das alles geht dich nichts an, Meine Tochter! Du mußt dich betrachten als einen Fremdling in diesem Haus, dem Ich nur eine Zeitlang den Aufenthalt gestatte, bis du den Auftrag eines gar hohen, freundlichen, liebenswürdigen Herrn hier besorgt hast. Er ist es, Der sein Ruhebett hier aufgeschlagen; Er ist es, Der dieses Haus Sich erwählte, und die Bewohner dieses Hauses nur als Mietlinge eingesetzt hat, damit sie es verwalten, und alle diejenigen, die Ich dir in diesem Haus zugeführt habe, sollen sie nur recht schön übernachten. Ich bin es, Der sie ihnen zuschickt, und wenn Meine Aufträge besorgt sind, werden Meine Reisenden wieder abziehen. Verstehst du Mich?

Du bist Meine Reisende, Ich habe dich ausgesandt mit Meinem Wort in dieses Hotel (bildlich). Du sollst ihnen die frohe Botschaft überbringen. Ich habe dich angewiesen, daß du hier solange logierst, bis Ich dich wieder fortführe. Wenn Ich will, daß du arbeiten sollst, werde Ich es dir sagen; wenn Ich dich aber benutzen will, mußt du dich Mir fügen und nicht die Aufträge dieses Mietsherrn ausführen; denn Ich bin dein Herr!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

224 Freitag vor dem dritten Fastensonntag 1898

„Eine keusche, eine reine Seele ist Mein Wohlgefallen und Meine Zierde und Meine Glorie, und sie sind Meine Krone.“

Lied: Wo eilst du, Jesus, hin? ...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei Jesus im Allerheiligsten Sakrament des Altares, von nun an bis in Ewigkeit! O süßester, liebenswürdigster, holdseligster Jesus! Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück dieser Woche, für alle Gnaden, die Du der Stadt Mainz erwiesen durch die Jungfrauen- -Exerzitien, ganz besonders für die Gnaden, die Du mir erwiesen, daß ich mich dadurch ganz zu Deinem Eigentum gemacht. Ich habe mich noch einmal durchblättert, o sei zufrieden mit mir. Ich tat, was ich konnte, und danke Dir für alle Liebe und Güte, die Du mir erzeigt. (Barbara legte eine Generalbeichte vom ganzen Leben ab).

Ganz besonders danke ich Dir für die Huld, welche Du mir erweisen willst in dieser heiligen Stunde. So wie Du Dich würdigst, in der hochheiligen Kommunion zu einer jeden Seele zu kommen, wenn sie nur guten Willens ist und gereinigt von jeder schweren Sünde, so und noch viel sicherer und gewisser bist Du jetzt bei mir, weil die Gnaden, die sich über meine Seele ausgießen, die Eindrücke, die Du in meiner Seele hinterläßt, mir in der heiligen Kommunion nicht eingedrückt werden, also ich auch unmöglich aus mir diese Worte erdenken und erfinden könnte, da ich eine ganz ungelehrte Person bin.

Darum ist es für mich ein sicheres Zeichen, daß Du bei mir bist wie in der heiligen Kommunion, denn dort könnte ich immer noch denken, daß ich Dich unwürdig empfangen habe, weil ich manchmal gar so zerstreut bin. Aber jetzt, wo Du meine fünf Sinne so gefangen hältst, so verschließest in Dich durch Deinen allmächtigen Arm, daß alles auf Dich gerichtet sein muß, darum jetzt sicherer bei mir bist als dort nach der heiligen Kommunion. Und dafür danke ich Dir ganz besonders, o Herr, und ich verspreche Dir darum, daß ich, wie ich angefangen, die heilige Fastenzeit zu halten, fortfahren will bis zum Ostermorgen.

Sobald Du mir wieder mehr Zeit gibst, will ich Dir so dienen, vor Dir knien und Ersatz und Sühne leisten, wie ich angefangen die erste Woche. Verzeihe mir, daß ich diese Woche manchmal unterbrochen, weil ich Rücksicht nehmen mußte auf die Kinder, die Du mir zugeführt (zu den Jungfrauen-Exerzitien). Wie freue ich mich, daß sie Dich lieben und noch so reinen Herzens sind. O bewahre sie in der Unschuld, o ich bitte Dich. Sieh, Du hast mir gezeigt an ihrem ersten Kommuniontag, mit welcher Freude Du auf sie zueiltest, es ist Dir die Zeit zu lang geworden, bis der Augenblick herannahte, wo Du Dich mit dieser Nichte vereinigen konntest.

O wie habe ich zugesehen, mit welcher Wonne Du ihr entgegengingst, sie an die Kommunionbank führtest, und im Augenblick, als die Hostie ihr auf die Zunge gelegt wurde, Du sie so zärtlich umarmtest. Ich danke Dir dafür! Diese Woche hast Du sie mir wieder zugeführt, und ich sehe in ihr noch dasselbe unverdorbene Kind und weiß jetzt, warum Du so freudig auf sie zueiltest. Hat sie Dich auch unterdessen schwer beleidigt und gekränkt, nicht wahr, Du hast alles verziehen und wiedergutgemacht? Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, in eure Mitte zu kommen! Wisset, daß diese Stunde für Mich ein Hochgenuß ist, weil Ich weiß, mit welchen Seelen Ich es zu tun habe; Ich durchschaue die innersten Falten eures Herzens und kenne euren guten Willen. Ist dieser auch manchmal etwas zerstreut und im Werk begriffen, so sammelt er sich mit Entschiedenheit wieder, sobald die Versuchung zur Ungeduld, zum Kleinmut und die Umstände zerstreut sind, die darauf gewirkt haben, und der Wille steht auf Mich gerichtet.

Darum höret, Meine Kinder, warum Ich Mich sehne, unter euch zu wohnen in dieser heiligen Stunde. Wenn Ich Mich sehne nach einem Menschenherzen, wenn Ich Tag und Nacht warte, auf der Warte stehe und ausschaue, ob eine Seele kommt und sich Mir nahen will, ob sie von den Gaben empfangen will, die Ich für sie bereithalte, dann ist es diese heilige Stunde, wo Ich am allermeisten Meine Gnaden ausgieße und austeilen kann, viel mehr als in jenen Seelen, die sich da Mir nahen in der heiligen Kommunion oder durch einen Besuch, den sie Mir machen.

Denn hier finde Ich Herzen, die Mir nicht nur ihren Kummer entgegenbringen, ihre Zweifel und ihre Ängste, nein, nein, diese haben sie längst abgelegt, wenn sie Mir entgegentreten, wenn sie sich bereiten auf Meine Ankunft hier in dieser heiligen Stunde, und Ich kann ungestört kommen und Meine Gnaden austeilen unter sie. Meine Kinder, seht, Ich habe schon vieles mit euch gesprochen, schon oft Meinen Kummer mit euch geteilt, Meine Schmerzen euch eröffnet, und warum denn? Weil geteilter Schmerz nur halber Schmerz ist, und weil der Kummer, wenn er einmal ausgesprochen ist, das Herz nicht mehr so bedrückt und belästigt, als wenn er im Herzen allein verschlossen bleibt.

Seht, das ganze Menschengeschlecht macht Mir vielen Kummer, viele Schmerzen, bin Ich ja der Erlöser dieses Geschlechtes, bin Ich ja der Bruder dieser Menschen, habe Ich ja dreiunddreißig Jahre mit ihnen gelebt, also bin Ich noch ihr Bruder; denn Ich lebe noch unter ihnen, und so viele, viele dieser Meiner Brüder gehen geradezu dem ewigen Untergang entgegen. Viele wandeln die breite Straße, ohne sich nach rechts und links umzuschauen, und nichts stört mehr diese Weltmenschen an ihrer Genußsucht, an ihrer Habsucht und Hoffart. Meine Kirche steht wohl noch unter ihnen, aber alles, was sie anwendet, scheint verloren für diese Menschen. Sie hören nicht mehr auf sie.

Und allmählich ist dieser heilige Priesterstand, der noch der einzige ist auf der ganzen weiten Welt unter dem Männergeschlecht, an den Ich Mich noch halten kann und von dem das ewige Weh und Wohl der Völker noch abhängt, allmählich, sage Ich, ist dieses Priestertum so hineingewöhnt in das schlaffe Leben der gottlosen Welt, daß es glaubt, es sei ja doch keine Rettung und man müsse so halb und halb sich fügen in das Schicksal, das nun einmal über das Geschlecht verhängt ist; und die Priester nehmen Anstoß, daß Ich immer und immer wieder Mich an sie wende, so als ob sie die ganze Schuld auf sich lasten hätten, die ganze Schuld des Verderbens. Nein, nein, Meine Diener, ihr müßt diese Sprache wohl verstehen.

Als Ich von Meinem Vater herabgesandt wurde auf diese Erde, als Ich Mich angetragen hatte, Mich dieses Geschlechtes anzunehmen und es wieder auszusöhnen mit Meinem himmlischen Vater, so war damit aber auch der Plan gelegt und die Aufgabe Mir gesetzt, daß Ich auch die ganze Schuld dieses Geschlechtes allein zu tragen hätte, und Mein Vater schien, als kümmerte Er Sich wenig mehr, wie Ich mit diesem Geschlecht zurechtkommen würde. Aller menschlichen Armseligkeiten mußte Ich Mich annehmen und Mich unterwerfen. Ich mußte eine arme Mutter Mir nehmen, einen armen Nährvater an Meiner Seite haben, in einem armen Stalle zur Welt geboren werden. Ich mußte schon, kaum geboren, fliehen vor den gottlosen Menschen und sieben Jahre das Brot der Verbannung essen. Ich mußte mit Meiner Hände Arbeit Mein Brot verdienen bis zu Meinem dreißigsten Jahre.

Mein Vater ließ es Mich nicht fühlen, daß Ich Sein eingeborener Sohn sei. Im Gegenteil, es war, als ob den ganzen Fluch der Sünde Ich abzubüßen hätte schon hienieden in Meinem sterblichen Leben. Erst als die Stunde gekommen war, wo Ich ausgehen sollte aus dieser Welt, da mußte Ich den ganzen Fluch der Sünde und Unrat kosten. Beladen mit der Sünde der ganzen Welt mußte Ich aus diesem Leben scheiden.

Nun seht, Meine Diener, und merkt auf, warum Ich euch immer und immer wieder zurufe, warum Ich euch so streng entgegentrete, manchmal tadelnd, drohend, dann wieder mit Milde und Zärtlichkeit, wie ein Regent, der seine Minister so behandelt. Ihr seid gleichsam die anderen Christusse, ihr seid hinausgesandt von Meinem Vater, um die Sünden der Welt zu sühnen und zu büßen, auf euch zu nehmen die Sünden eurer Brüder, eurer Schwestern.

Seht nun, jetzt, wo das ganze Menschengeschlecht so abgewichen ist vom rechten Weg, daß die Fluten des Unglaubens immer höher und höher steigen und eine neue Sintflut alles Gute von der Erde hinwegzuschwemmen scheint, in diese Sintflut hinein habe Ich Meine Kirche gestellt, die Arche Noah, und in diese Arche hinein habe Ich euch berufen, ihr Meine Priester, Meine Diener, ihr seid die einzigen, die noch in die Arche gehen, denen Ich die Arche angewiesen als Rettungsanker in der Sintflut dieser Zeit.

Ihr habt mit hineingenommen, was Ich euch befehle, und von Tag zu Tag immer mehr befehle, die Frauen und Kinder, die da sind die guten und treuen Söhne und Töchter der heiligen katholischen Kirche. Diese wohnen noch mit euch in der Arche, und mit ihnen sollt ihr das Friedensband knüpfen. Ihr sollt von Zeit zu Zeit eine Taube aussenden, und wenn die Taube zurückkommt mit einem Ölzweig im Schnabel, dann soll es euch das Zeichen sein, daß Ich Frieden geschlossen mit dieser Stadt, mit diesem Land, und daß bald eine Wendung eintreten wird.

Seht nun, Meine Diener, eine solche Taube habe Ich wieder in die Stadt Mainz gesendet. Ihr habt sie hineingesendet, euer Bischof hat es getan, er hat unter Meinen Dienern eine solche Taube ausgesucht und ausgesendet in diese Stadt, damit sie den Frieden bringe den Bewohnern dieser Stadt. Seht nun, warum Ich darauf hinarbeite und alle Tage sagen möchte zu euch und durch Meine Dienerin zu euch, ihr dürft nicht müde werden, Seelen in die Arche Noah zu bringen, einen Bund zu schließen mit treuen Seelen, und was noch zu retten ist, zu retten.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich für all die Jungfrauen dieser Stadt, daß sie heute und morgen noch recht gute Beichten ablegen, und daß doch keine zurückbleiben und entarten. Ich bitte Dich besonders für N. und N. (die einen Protestanten heiratet).“

Jesus: „Die Kinder haben eine gute Mutter, aber wenn sie selbst nicht wollen, überlasse Ich sie ihrem Willen. Der Mensch muß aus freiem Willen handeln, und nur dann kann Ich eine Seele beeinflussen und um des Gebetes und der Leiden treuer Seelen willen mehr beeinflussen. Wenn sie aber alle Gnaden von sich stößt, dann ist aller Einfluß vergebens, weil Ich niemand zwingen will, weil der Wille des Menschen frei erschaffen. Dieses ist das Kennzeichen, daß Ich ein gerechter Gott bin.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich befehle Dir alle die Jungfrauen, die bis Sonntag ihre Osterbeichte verrichten. Freust Du Dich denn auf diesen Tag? Ich freue mich darauf, o Herr!“

Jesus: „Und auch Ich! Warum denn nicht? Ich werde Mir diese Freude nicht entgehen lassen; denn die Jungfrauen sind Meine Lieblinge. Eine keusche, eine reine Seele ist Mein Wohlgefallen und Meine Zierde und Meine Glorie, und sie sind Meine Krone. Die Jungfrauen sind die Edelsteine, mit denen Meine Krone geschmückt ist, die Krone, die Ich Mir verdient durch Mein bitteres Leiden und Sterben. Diese hatte Ich nicht im Alten Bund. Diese hatte Ich erst und trage sie erst seit dem Tag, wo Ich gesagt habe: Es ist vollbracht!

Seit jenem Tag trage Ich eine Krone von außerordentlicher Schönheit, und die erste, die diese Krone zierte, ist und war und bleibt Meine heilige Mutter und nach Ihr alle die vielen, vielen Seelen, die sich auszeichneten durch besondere Herzensreinheit, und diese Meine Krone wird wieder geschmückt, sooft sich Jungfrauen entschließen, diesen Stand zu wählen; und sooft eine Mission oder Exerzitien abgehalten werden, entschließen sich neue jungfräuliche Seelen, und diese werden eingefügt von der Zeit an, wo sie sich entschlossen haben, jungfräulich zu bleiben und im jungfräulichen Stand Mir zu dienen, in Meine Krone. Sollte eine Jungfrau das Unglück haben, wieder auszutreten und abzufallen, o weh, was ein Schmerz für Mein Herz; denn eine Lücke hat es gegeben in Meiner königlichen Krone, ein Edelstein seltener Art ist Mir entfallen und entwischt, und der ganze Himmel trauert ob dieses Verlustes.

Seht, Meine Kinder, was eine jungfräuliche Seele ist, welcher Schatz in Meiner Kirche. Wundert euch darum nicht, daß Ich Mich freue auf solche heilige Zeiten, wie sie jetzt sind. Es werden auch unter den Jünglingen sich einige bekehren und anschließen an den jungfräulichen Stand. Auch Männer und Frauen werden viele beeinflußt werden von ihren Kindern, und es wird ein neues Alleluja gesungen werden in der Stadt Mainz, daß es im Himmel widerhallen wird: Alleluja!“

Dann sang Barbara feierlich das Alleluja und zuletzt mit ausgebreiteten Armen: Hochpreiset meine Seele...

Barbara: „O Herr, ich möchte auch gern Frau N. dazu einladen, wiewohl sie viele Jahre in keiner Kirche war.“

Jesus: „Sage du es nur, und die Verdemütigung, die du hast, ist für dich, und bete für sie, aber gehe nur hin frei und offen; es wurmt doch in ihrem Herzen und auch in ihrem Mann.“

Barbara: „Mein lieber, süßer Jesus! Ich bitte Dich für die Armen Seelen, daß sie doch keinen Mangel leiden; denn durch sie wirst Du ja verherrlicht. Besonders bitte ich Dich für N. N. N.“

Jesus: „Für heute nicht! Aber wenn der glorreiche Auferstehungsmorgen herankommt, dann erweitert eure Herzen. Für jetzt sollt ihr beten und büßen und leiden für die Sünder, damit noch recht viele Seelen gerettet und Mir zugeführt werden. Freundlichen Gruß an N.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte, sage mir doch auch an N. einen Gruß.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

225 Tag vor Josefsfest 1898

„Lebt so, daß eure Nachbarn und eure Gesellschaft sieht, daß ihr anders geworden seid, ein anderer Mensch.“

Lied: O du hochheilig Kreuze ...

Josef: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Ein so freudiges Fest, wie die Kirche in Mainz morgen meinen Todestag feiert, habe ich lange, lange Zeit nicht mehr erlebt. Seht, hat mich doch der himmlische Vater auserwählt und zum Nährvater Seines eingeborenen Sohnes hingestellt, um allen, nicht nur den Männern, den christlichen Männern, sondern auch der heranwachsenden Jugend, den Jünglingen, zum Vorbild, zum Muster und zur Nachfolge zu werden.

Das Herz blutet mir, wenn ich die Jugend betrachte, wie sie ist, jetzt in dieser Zeit. Wie weit ist sie doch abgeirrt vom rechten Weg! Wie wenig gleicht sie mir! War ich doch der Sohn eines reichen, angesehenen Mannes. Ich hatte noch viele Brüder, die mir nicht das beste Beispiel gaben, aber ich folgte dem Ruf der Gnade, denn im Mutterschoß war ich schon geheiligt, weil ich bestimmt war vom Ewigen Vater, dereinst der Nährvater, der jungfräuliche Gemahl der Himmelskönigin zu werden. Doch war ich nicht, wie meine jungfräuliche Gemahlin, ohne Makel der Erbsünde empfangen und geboren; ich hatte in mir doch die Neigung zur Sünde mit in die Welt gebracht.

Obwohl ich im Mutterschoß schon geheiligt war, ist es doch ein großer Unterschied, ein himmelweiter Unterschied, empfangen zu sein, so wie meine jungfräuliche Gemahlin, ohne Makel der Erbsünde. Diese Erbschuld gebiert alle anderen bösen Neigungen im Menschen, und nur dann, wenn der Mensch die heiligmachende Gnade besitzt, ist er in einem gottähnlichen Zustand, aber die Neigungen zur Sünde, zur wirklichen Sünde, hat er immer noch in sich und muß kämpfen gegen sie.

Und weil ich den Gebrauch der Vernunft schon mit dieser Heiligung zugleich eingeprägt bekam, kämpfte ich auch schon, bevor in anderen Kindern sich der Verstand entwickelt, gegen alle die kindlichen, bösen Neigungen, die mir entgegentraten, und schon als Knabe von sieben Jahren hatte ich in mir das Bewußtsein, daß der jungfräuliche Stand bei Gott in großen Ehren stehen müsse, weil eine Jungfrau den Erlöser der Welt gebären sollte. Ich überlegte schon, wie denn dieser jungfräuliche Stand gehalten werden und zu Ehren gebracht werden könne.

Darum, als die Zeit herannahte und ich von meinen Brüdern aus dem Elternhaus vertrieben war, weil ich die Einsamkeit liebte und das Stillschweigen, und ich die Gesellschaft der Menschen, der bösen Menschen, floh, war ich auch die Zielscheibe der Verachtung und des Spotts, nicht nur meiner Geschwister, sondern aller leichtfertigen Menschen. Nicht, als ob ich der Verachtung und den Spottreden hätte ausweichen wollen, nein, nein; von frühester Jugend an erkannte ich schon, was die Verachtung und Zurücksetzung von den Menschen – aus Liebe zu Gott ertragen – so verdienstlich macht für die Ewigkeit.

Aber um allen Gefahren zu entrinnen, um mich ja nicht der Willkür preiszugeben eines schwachen, unbeständigen Willens – denn der arme Mensch ist immer schwach, auch wenn er noch so geheiligt ist, denn dieses ist ja der Prüfstein, woran so viele Menschen scheitern, an ihrem schwachen Willen, weil sie ihn nicht genug stählen und unter den Willen Gottes stellen – darum fürchtete ich mich selbst und floh, floh aus dem Elternhaus und suchte, mir mit meiner Hände Arbeit mein Brot zu verdienen.

Darum meldete ich mich nicht, als der Hohepriester an alle Jünglinge des ganzen Judenlandes den Befehl ergehen ließ: Alle, die Sprößlinge und Abkömmlinge des Hauses David seien, sollten sich vor dem Hohenpriester stellen. Ich aber blieb zurück, weil ich mich nicht vermählen wollte.

Der Hohepriester sah in der Jungfrau, die da so viele Jahre im Tempel gedient hatte, eine überaus heilige, unbefleckte, reine Seele und ahnte im Geiste, welche großen Dinge der Herr mit dieser Jungfrau für das ganze Menschengeschlecht vollziehen wollte. Darum wollte er auch nach Schuldigkeit für sie sorgen, damit nicht dieses reine, unbefleckte Wesen entweiht werden könnte durch einen ungleichen Lebensgefährten; denn so war es ja im Alten Bund: Alle Jungfrauen sollten sich verheiraten, weil man den Messias erwartete, und jene Jungfrau galt für ehrlos, die sich nicht verheiratete, weil sie nicht teilnehmen wollte an dem Werk der Erlösung; denn jede Jungfrau konnte ja bestimmt gewesen sein, den Erlöser zu gebären.

Lieber wollte ich aber verzichten auf die Vaterschaft des Sohnes Gottes, als daß ich meine Jungfräulichkeit hätte preisgeben wollen. Darum zögerte ich bei der Ausschreibung des Hohenpriesters, und als er dann zum zweitenmal, weil er von Gott dazu aufgefordert wurde, ein Ausschreiben an alle Jünglinge ergehen ließ, und somit ich von allen Seiten aufgefordert wurde, mich dem Hohenpriester nicht zu widersetzen, dann erst ging ich, weil ich jetzt den Willen Gottes darin erkannte. Das Weitere wißt ihr ja, und alle Kinder der katholischen Kirche wissen, daß ich auf besondere Weisung Gottes der Ehegemahl geworden bin der allerreinsten Jungfrau Maria.

Nun aber will ich euch sagen, warum ich euch dieses erklärte und warum so große Freude heute im Himmel herrscht und diese Tage, weil noch nie seit Jahrhunderten mein Fest so feierlich begangen wurde in dieser Stadt, wie das morgige Fest sich gestalten wird. Noch heute bin ich ein Vorbild für die Jünglinge, obwohl ich Ehegemahl bin.

So, wie ich mein Leben durchlebte, meine Jugendzeit, so sollen die christlichen Jünglinge an mir ein Beispiel sich nehmen, wenn es besser und anders werden soll in der Weltgeschichte. Seht, so wie die Zeiten jetzt sind, war es noch nie, seitdem der göttliche Erlöser auf Erden erschienen ist, und darum ist es notwendig, daß die einzelnen, die wenigen, die gerettet werden und gerettet werden sollen, weil sie sich noch retten wollen lassen, auf mich schauen.

In solcher Gefahr wie jetzt die Jugend steht, war sie noch nie gestanden, seitdem das Heidentum verschwunden ist in den christlichen Ländern. Denn damals, als die Christen noch unter den Heiden wohnten, da war die Gefahr keine so große, weil die Christen in sich selbst gar gute Wurzeln gefaßt und auf gutem Erdreich standen.

Jetzt aber, wo das Erdreich des Christentums noch viele Disteln und Dornen trägt, reißt das böse Beispiel alles mit sich fort, und die wenigen Weizenkörner, die da stehen unter dem Unkraut, werden vom Unkraut überwuchert, und nur durch ein Wunder kann die Ähre erhalten bleiben und Frucht bringen.

Seht, ihr christlichen Jünglinge, ihr seid diese Ähren, die da aufsprossen unter dem Unkraut des Erdreiches dieses Christentums. Ganz überwuchert ist das Erdreich vom Unglauben, von der Sittenlosigkeit, von den Ausschweifungen, von der Trunksucht, der Ehrabschneidung, der Verleumdung. Man ist nicht mehr sicher, daß da, wo noch ein guter Jüngling steht, er nicht mit fortgerissen wird. O da ist es an der Zeit, sich anzuschließen an gute Genossenschaften, und wer wäre besser dazu geeignet, als dieses euer erstes Vorbild.

Nicht umsonst hat die Kirche in der letzten Zeit mich zum Beschützer und Führer der Kirche Gottes aufgestellt. Ja, das bin ich und das will ich sein. Aber auf, tapfere Jünglinge, folget meinem Beispiel. Geht hinaus in die Welt, ihr alle, die ihr euch diese Woche gründlich kennengelernt, die ihr gute Vorsätze gefaßt, und bringt sie nur zur Ausführung.

Denn es werden Tage kommen, wo ihr euch erinnern müßt an die glücklichen Tage, die ihr diese Woche genossen, wo die Gefahren wieder an euch herantreten und den Glauben euch zu rauben drohen. O die unglückselige Zeit, die jetzt angebrochen ist. Die Morgenröte einer glücklicheren Zeit ist zwar auch schon da, aber erst kommt noch ein starker Wirbelwind, der die Bäume schüttelt und rüttelt, den Baum der Kirche, und alles Faule und Wurmstichige wird abfallen und zertreten werden.

Ihr aber, die ihr fest hängen sollt am Baum der Kirche, die ihr eure Frucht treiben sollt für die Ewigkeit, steht zusammen zu einem Bund. Ich will euer Begleiter sein, euer Schutzherr. Ruft mich nur an zur Zeit der Not, und ihr werdet sichtbar meine Hilfe erfahren. Geht und haltet euch an dem Band, das der Herr mit euch schließen will, und das zu leiten und zu beschützen ich das Glück habe. Geht alle vier Wochen zum Tisch des Herrn und schämt euch nicht, wenn eure Kameraden, die nur noch halbwegs Christen sind, eurer spotten wollen. Geht nur hin und tragt offen und frei, mit erhobener Stirn, den Namen des Herrn unter die Völker, unter euer Volk; denn nur durch Entschiedenheit und feste Willenskraft werdet ihr viele, viele bekehren.

Viele werden sich euch anschließen, wenn sie sehen, daß ihr vom Gerede und Gespött der Welt euch nicht beirren laßt; denn furchtbar droht der Sturm loszubrechen, und die da gerettet werden, die da eintreten in die Arche, um sich retten zu lassen, haben ein ganz besonderes Glück und sind bevorzugte Lieblinge des göttlichen Herzens Jesu, meines geliebten Pflegesohnes.

Diese Diener Gottes, die hier in dieser Stadt wirken (durch Exerzitien für alle Stände), werden viele Seelen retten, aber an ihnen sollen auch alle diejenigen lernen, die mit demselben Amt betraut, die Diener Gottes, Nachfolger des Sohnes Gottes, andere Christusse sind. Sie alle sollen lernen an diesen Männern, wie die Welt zu retten ist: Ja, ja, die Guten ermuntern und aneifern, trösten jene, die da streben nach Vollkommenheit, anstatt sie zu tadeln und verspotten, wie es so manche tun, auch sogar Diener der Kirche; sie sollen wie diese tun, jedem das Seinige gönnen, also auch denjenigen, die streben nach Vollkommenheit, ihnen Recht verschaffen, weil es gar so not tut.

Und daß mir, als ich auf Erden weilte, kein Recht verschafft wurde von den Hohenpriestern, daß mir von eigenen Geschwistern das nicht gegönnt war, was mir eigentlich von Rechts wegen hätte zustehen müssen, kam nur daher, weil eine andere Zeit beginnen sollte, weil der Abschluß geschehen sollte mit dem Alten Bund und der Neue Bund beginnen sollte.

Darum mußte meine Gerechtigkeit und meine Klugheit vor der Welt verborgen bleiben, weil ja ich behüten und bewahren mußte das wahre Brot des Lebens, das Weizenkorn, das da in die Erde gelegt war, und nachdem es aufgewachsen und zur vollen Reife gekommen, hundert- und tausendfältige Frucht bringen sollte, nämlich meinen göttlichen Pflegesohn.

Jetzt aber ist es anders geworden. Der Alte Bund ist abgetan und der Neue steht in voller Blüte in der Welt; aber abgewichen ist der Neue Bund vom rechten Weg, und um ihn wieder zu verschönern, zu verjüngen, braucht es viele starke Kräfte, die zusammenwirken, daß der Plan, der Heilsplan Gottes, zum Durchbruch kommt.“

Barbara: „Heiliger Josef, ich danke dir für all die guten Belehrungen, die du mir gegeben. Was kann es aber nutzen, wie viele hören es, da es ja doch ganz verborgen bleibt?“

Josef: „Nein, meine Tochter, es bleibt nicht verborgen, es kommt schon die Zeit, wo der Schleier gelüftet wird, wenn auch jetzt im stillen das Samenkorn sich entwickelt und entfaltet. Habe ich dir nicht soeben gesagt, daß bei meinen Lebzeiten die Entscheidung zwischen dem Alten und dem Neuen Bund sich auftun sollte. Ich stand an dem Ausgang des Alten Bundes und an der Pforte des Neuen Bundes, und solange ich an diesem Eingang stand, blieb alles still, und unbemerkt ging alles vor sich. Niemand wußte, welch still verborgenes Leben ich führte im stillen Häuschen zu Nazareth, und die Heilige Schrift, weil sie so wenig von mir erzählen kann, sagte einfach, er war ein gerechter Mann.

Das alles hat seine wichtige Bedeutung, auch für dich und für alle, die arbeiten am Heil der Seele. Still und unbemerkt steht ihr an dem Ausgang, an dem Wechsel der Zeit, und an der Pforte einer neuen Blütezeit für die Kirche. Eine neue Blütezeit soll entstehen für die Kirche Jesu Christi, und da muß jetzt im stillen gearbeitet werden, einzelne Glieder der Kirche müssen diese Blütezeit hervorrufen durch ein heiliges, gottinniges Leben.

Darum, ihr Jünglinge und Jungfrauen, geht hinaus in die Welt und streut aus das Samenkorn des Wortes Gottes durch euren Lebenswandel. Lebt so, daß eure Nachbarn und eure Gesellschaft sieht, daß ihr anders geworden seid, ein anderer Mensch; denn ihr seid bestimmt, zu arbeiten an dem großen Werk der Wiedererneuerung des Reiches Jesu Christi. Folgt euren Vorgesetzten, und auch du unterwirf dich deinem Beichtvater und deinem Seelenführer, frage nicht, was soll es noch werden, was ist das für eine Bestimmung, die der Herr mir angewiesen? Der Herr wird für dich sorgen und für alle, die sich dir anschließen. Nehmet täglich euer Kreuz auf euch und folget Jesus nach, Jesus Christus, meinem göttlichen Pflegesohn.“

Barbara: „O lieber heiliger Josef! Gib du doch meiner Schwägerin in den Sinn, wie sie es machen soll, ob sie Mariechen jetzt schon in ein Pensionat tun soll oder doch noch abwarten.“

Josef: „Deine Schwägerin soll das Kind noch eine Zeitlang bei sich behalten und anhalten zur häuslichen Arbeit, soll selbst die Priesterin an ihr vertreten. Und dann, wenn es Zeit ist, werde ich sorgen, daß sie in gute Hände kommt. Es ist für jetzt noch nicht die richtige Zeit, weil sie noch so unverständig ist.“

Barbara: „O lieber heiliger Josef! Ich empfehle dir auch ganz besonders Frau N., die in großer Verlegenheit ist wegen dem Neffen, was sie tun soll, da er niemand gehorcht. Ich empfehle dir auch N., die nicht weiß, ob sie ihr Haus jetzt schon verkaufen soll oder warten soll bis später, und Kreuz mit ihren Kindern hat. Auch empfehle ich dir diese Arme, die nicht weiß, wie sie sich ernähren soll; wiewohl sie früher Gott nicht gedient und der Welt nachlief, ist sie zur Einsicht gekommen. Rechne du ihr den guten Willen an und hilf ihr!“

Josef: „Seht, meine Kinder, wenn die Welt, die Christen, sich nur ein Beispiel nehmen wollten an meinem häuslichen Familienleben, und wenn sie sich begnügen wollten mit dem Glück, das in dem stillen, häuslichen Leben, in einem wahren Christentum besteht, dann wäre das Paradies unter den Christen. Warum erklärte ich denn euch soeben meine Jugendzeit, warum stellt die Kirche in der letzten Zeit die Heilige Familie zum Vorbild aller christlichen Familien hin? Wohl deshalb, daß die Familien daran Reichtum, Ehre und Ansehen suchen sollen? Gewiß nicht! Weil die Familien sich in stiller Zurückgezogenheit heiligen und zufrieden sein sollen, mit einem Wort, begnügsam!

Niemand auf der ganzen Welt ist ärmer, als mein göttlicher Pflegesohn es war, und wie ich und meine allerreinste Braut sein wollten, freiwillig aus Liebe zu Gott. Kommt mit mir in mein stilles Häuschen, das ich bewohnte! Findet ihr da übertriebenen Luxus, große Ängstlichkeit um das tägliche Brot? Wir hatten manche Tage, besonders auf der Flucht nach Ägypten, und auch in jenem fremden Land, nicht satt zu essen, aber hörtet ihr je eine Klage und sind wir je verhungert? Oder waren wir je unglücklich? Seht, die Ewigkeit ist lange genug, um das alles auszugleichen, was dem Armen abgeht an irdischen Gütern.

Und ihr, ihr Reichen, die ihr gesegnet seid mit irdischen Gütern in Hülle und Fülle, die ihr einhergeht in seidenen Kleidern und auf guten, weichen Betten schlaft, deren Tisch gedeckt ist mit feinen Speisen, wo freilich manchmal nur der notwendige Appetit fehlt, ihr wollt noch klagen und die Leiden abgenommen haben, die der Herr euch zuschickt in euren Kindern. Beklagt euch nur nicht, denn ihr alle wollt und sollt gerettet werden. Ihr wollt ja noch sogar Lieblinge sein des Herzens Gottes, und wollt keine Leiden haben und noch dazu einen bequemen Weg gehen. O seht doch auf das stille Häuschen von Nazareth, das ich bewohnte, wie wir glücklich beisammen weilten, wie wir nach getaner Arbeit uns freuten in Jesus, unserem göttlichen Pflegesohn, wie wir dann sangen und beteten, als ob die ganze Welt unser Eigentum wäre, weil wir uns nicht kümmerten um das, was um uns vorging, weil wir alle unnötigen Sorgen von uns fernhielten.

Derjenige, der alle seine Sorgen auf den Herrn wirft, hat nicht nötig zu fragen, was wird aus meinen Kindern werden? Reichtum, Ehre und Ansehen ist nichts, was in den Himmel bringt, wohl aber Zufriedenheit, Frömmigkeit und Ergebung in den göttlichen Willen. Merkt es euch, die ihr gestellt seid und gesegnet mit zeitlichen Gütern, und merkt es euch, ihr Armen, die ihr am Nötigen Mangel leidet. Seht euch um, ob ihr nicht selbst schuld seid, wenn ihr darbt; denn gar oft ist der Arme unzufrieden, weil er es haben will wie diejenigen, die von Gott gesegnet sind mit zeitlichen Gütern, und es ihnen nachtut.

Es ist in dieser Zeit, wo alles in der Wissenschaft fortgeschritten ist, wo überall gesorgt ist, daß die Lebensmittel und der Unterhalt zum Leben nach allen möglichen Richtungen hin versandt und verschickt werden können, nicht mehr notwendig, daß der Arme darbt, aber der allzu große Luxus ist daran schuld, daß er darben muß, die Verschwendung, die Genußsucht.

Darum, auf zu Christus! Auf zur Heiligen Familie! Auf zu meinem Beispiel und meiner Zufriedenheit, und dann verschwinden alle die Klagen, die Klagen aller derjenigen, die vorgeben, daß sie ein frommes Leben führen wollen. Sie alle werden dann meine Hilfe erfahren, wenn sie mich anrufen, die Reichen wie die Armen.“

Inhaltsverzeichnis Band 2

226 Fest des Heiligen Josef 1898

„Weil Er dir den Auftrag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommunion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebesbundes.“

Barbara war in Rochus in einem Hochamt zu Ehren des heiligen Josef. Obwohl das Heilige Sakrament ausgesetzt war, schaute sie doch nichts. Als aber der Priester zur Wandlung kam und die hochheiligste Hostie in die Höhe hob, schaute sie dieselbe in einem Strahlenglanz wie die Sonne am Mittag, wo sie ihren Strahlenglanz am meisten entfaltet nach allen Richtungen hin, und über der heiligen Hostie in dem Strahlenglanz erblickte sie den heiligen Josef, der mit ausgebreiteten Armen über der heiligen Hostie schwebte, wie wenn er seine schützende Hand darüber hielt. Diese glänzende Erscheinung dauerte bis zur Kommunion, bis der Priester die heilige Hostie empfing. Mit dem Genuß der hochheiligsten Hostie war auch der Glanz entschwunden, die Strahlen gingen in den Priester hinein. Barbara verstand diese Erscheinung nicht, bis Sich der Herr würdigte, ihr dieselbe zu erklären. Er sagte ihr, Er wünsche, daß die öftere Kommunion eingeführt werde, und habe dieses deutlich gezeigt durch Begründung des Liebesbundes.

Der heilige Josef sagte ihr dann, wie er im Leben vom himmlischen Vater bestellt worden sei, der Beschützer Seines göttlichen Sohnes zu sein, so sei er jetzt noch der Schutzherr der Kirche, und somit auch der Beschützer allen dessen, was Sein göttlicher Sohn in der Kirche anordne.

Josef: „Und weil Er dir den Auftrag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommunion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebesbundes und somit der Beschützer über alles, was in dir gewirkt wird. Ängstige dich nicht mehr, und gehe ruhig weiter, wenn auch dein Beichtvater und niemand sich dieser Sachen annimmt. Was der Herr durchführen will, führt Er doch durch. Ich werde meine schützende Hand darüber ausgebreitet halten.“

Der heilige Josef sagte auch, daß Barbara den Beruf habe, viel vor dem Allerheiligsten Altarsakrament zu knien, und durch die Schriften werde die Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes immer mehr wachsen. Barbara ging noch in ein anderes Hochamt zu Ehren des heiligen Josef, aber auf dem ganzen Weg kam sie nicht aus sich heraus und konnte niemand antworten. Dort sah sie auch nichts, bis bei der Wandlung die heilige Hostie emporgehoben wurde. Von der Wandlung bis zur Kommunion sah sie dieselbe Sonne wieder. Sie bat den lieben Heiland, Er möge doch auch einen Strahl der göttlichen Liebessonne in ihr Herz hineinleiten, und sogleich ging eine Fülle von Strahlen auf ihr Herz, und sie war wie erfüllt von Liebesglut.

Dann bat Barbara, der Herr möge doch auch Lieschen und Luise und ihrer Nichte einen Strahl zukommen lassen. Und sogleich gingen drei Strahlen aus Ihm hervor. Zwei gingen hinter sie, wo ihre beiden Freundinnen knieten, der dritte aber ging über die Kirche hinaus und Barbara glaubte doch, ihre Nichte sei auch in der Kapelle, weil sie es versprochen hatte, hierherzukommen. Aber nachher hörte Barbara, daß diese gar nicht zugegen war, weil sie in einer anderen Kirche kommunizierte und auch dort verblieb. Da erkannte Barbara, wie wahr und echt alles ist, was ihr gezeigt wird; denn sie glaubte ihre Nichte sicher in der Kirche.

Inhaltsverzeichnis Band 2

227 Mariä Verkündigung 1898

„Daß der Mensch nicht geboren ist, um zu leben, um zu genießen und zu besitzen und dann zu sterben.“

Lieschen und Luise waren von acht bis neun Uhr in einer Predigt. Als sie nach Barbara sahen um neun Uhr, war dieselbe so in der Vereinigung mit Jesus, daß sie für die Außenwelt ganz unempfänglich war. Deshalb riefen sie zu Jesus mit inständigen Bitten so lange, bis Barbara anfing zu singen, wiewohl die drei Stürme nicht vorausgegangen waren, was Lieschen und Luise nicht wußten, da Barbara allein war. Der Herr kam auf das inständige Rufen sofort, ohne die Stürme im Leiden.

Barbara: „Mein Jesus! Warum hältst Du mich diese Tage wie eine Gefangene? Ist es meine Sündenschuld? Oder ist es Deine Liebe und Barmherzigkeit? Gelobt sei Jesus Christus!“

Hier kniet Sie, die allerseligste, die heiligste, die jungfräuliche, süße Jungfrau Maria! (Barbara erhebt sich zu sitzender Stellung und betrachtet mit ehrfurchtsvollster Bewunderung das Bild). O wie eilt der heilige Erzengel Gabriel hinzu! Vor dem Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sehe ich einen Himmelsfürsten stehen. Er hat eine Lilie in der rechten, in der linken Hand eine goldene Krone. Er steht hier vor der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. O welch ein beglückender Anblick, dieser Engel! Ein unzugängliches Licht sehe ich, und vor diesem Engel in diesem Licht das Licht, das ich mit meinen Augen nicht durchschauen kann, weil in ihm die ganze Fülle der Gottheit wohnt.

Es steht dieser Himmelsfürst mit gesenktem Haupt als Zeichen seiner Unterwürfigkeit, als Zeichen der Würde, mit welcher er es zu tun hat in diesem Augenblick, und es scheint, als ob er einen Auftrag bekommt, dessen er sich für nicht würdig befindet, ihn ausführen zu dürfen. Und jetzt?

Barbara: „O mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Würdige Dich, mich eindringen zu lassen in diese Lichtesfülle! Ich bin es nicht wert, es ist vermessen von mir. Zurück muß ich, zurück!

(Jesus zeigte Barbara ihr eigenes Elend, in das sie einen tiefen Einblick bekam.) O ich gehöre unter die Sünder; denn ich bin eine Sünderin, ein armes, schwaches Erdenwürmlein, das nichts kann als Dich beleidigen, das, wenn Du die Gnade mir entziehest, verächtlicher ist als der gottloseste Mensch. Mein Jesus! Würdige Dich, meine Seele zu reinigen.“

Jesus: „Wende dich an Meine heilige Mutter!“

Barbara: „O allersüßeste Jungfrau Maria! Meine Herrin, meine Königin, meine Mutter, aber auch meine Schwester, meine leibliche Schwester! Du hast mir gesagt, daß ich Dich nicht anders grüßen soll, als wie eine Deinesgleichen, eine meinesgleichen.“

Barbara spricht feierlich das „Gegrüßet seist Du, Maria.“

Maria: „Gehe nur, Meine Tochter, im Schmuck der Gnade, im weißen Gewand; weiß ist das Kleid, das Ich dir eben angelegt!“

Barbara: Jetzt kommt mir mein himmlischer Bräutigam entgegen. „Mein Jesus, willst Du mich einführen in die Lichtesfülle, die ich geschaut? O Herr, ich bin es nicht würdig!“

Und ich sehe einen Kreis umstellt mit himmlischen Scharen (Kopf an Kopf in runden Reihen geordnet), die ich nicht überschauen kann. Und es teilt sich die Schar, so daß Barbara durchschauen konnte, wie durch eine Öffnung. Ein unbeschreiblicher Ausdruck von ehrfurchtsvoller Scheu spiegelt sich auf dem Antlitz von Barbara.

„O allerhöchste, o unendliche Majestät! Hier, hier, soll dereinst die Wohnung eines armen Erdenpilgers sein?“

Jesus: „Hier sollst du dereinst wohnen unter diesen Scharen!“

Barbara: „Und ich sehe immer noch den Himmelsfürsten mit geneigtem Haupt dastehen vor der unendlichen Majestät, die ich auszusprechen höchst unwürdig bin. Ich sehe die unendliche Majestät Gottes des Vaters; vor Ihm steht die unendliche Majestät Gottes des Sohnes; von Beiden geht wechselseitig ein Lichtglanz aus und wieder zurück in die Mitte beider Majestäten, und ich erblicke einen Punkt, himmelblau ist dieser Punkt, und es ist mir, als ob in beiden Majestäten sich all dieser unbeschreibliche Glanz sich ergieße.

Es ist der allerreinste Gemahl der Jungfrau, Gott Heiliger Geist, den zu schauen mein Auge nicht gewürdigt wird. Welche Hoheit eines Geschöpfes! (Mariens nämlich) Welche Majestät eines Geschöpfes! O wer gibt mir die Sprache, um auszusprechen den Ruhm, die Herrlichkeit dieses Geschöpfes, um Derentwillen die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit, der ganze Himmel beschäftigt ist, um Sie auszustatten, um Ihr zu huldigen, um Sie zu beglückwünschen. Und jetzt ist der Rat geschlossen!

Mit Wohlgefallen, mit himmlischer Freude, strahlt das Angesicht der unendlichen Majestät Gottes des Vaters, und Es strahlt dieses wider im Herzen dieser Jungfrau, Die ich da unten knien sehe, freudestrahlend. Ja, ein Erguß von Freude spiegelt Sich auf dem Angesicht des allersüßesten Bräutigams meiner Seele, des Sohnes des Vaters, der unendlichen Majestät Gottes des Sohnes.

O ich sehe Gottvater, so erhaben, so majestätisch, so ernst! Wie ein Greis, und doch so väterlich mild, das Zepter in der Hand, ruht Sein Fuß auf einer Kugel; verjüngt ist Sein Angesicht wie das eines Jünglings, und doch gealtert sind die Züge. Aber keine Spur von Zorn! Es ist, als wie wenn alles Ihm gefiele, was Er da gemacht hat.

Ich sehe die unendliche Majestät Gottes des Sohnes, meines geliebten Bräutigams, der Abglanz des Vaters, ganz dieselben Züge, die Ähnlichkeit, wie ich noch keine Person geschaut, der so die Züge seines Vaters geerbt hätte, wie diese Majestäten so fein! Wie soll ich Dich vergleichen, mein Geliebter? Eine Feinheit des Wesens, die zu schildern ich nicht imstande bin. Rosenrot sind Seine Wangen, Seine Schläfen wie Elfenbein, Seine Nase, wie so voll Anmut, so gespitzt, so fein! O ewig soll ich dieses Angesicht schauen dürfen! Ewig, ewig!

Der Bote eilt nun mit seinem Auftrag der Erde zu. Wie Sie erschrickt, Meine Königin, meine Mutter, süße Jungfrau Maria, was erschreckst Du? Warst Du nicht soeben dort in der Versammlung zugegen, schautest Du nicht die hochheiligste Dreifaltigkeit, wie Sie den Plan Sich gegenseitig mitteilte? Und jetzt fürchtest Du Dich?

Maria: „Meine Tochter! Siehe, damit du nicht müde wirst zu glauben, daß der Herr mit dir verkehrt, wurdest du heute gewürdigt, dieses Bild zu schauen. Der arme Mensch hier auf Erden, auf dieser sündenbefleckten Erde, wenn er gewürdigt wird eines Blickes in dieses jenseitige, übernatürliche Leben zu tun, ist und bleibt immer noch Mensch, auch wenn er in den höchsten Himmel verzückt ist, wenn sein Auge die ewige Gottheit, soweit es überhaupt möglich ist, schaut, soweit es einem armseligen Geschöpf überhaupt möglich gemacht wird.

Wenn er dann zurückkommt, ist er immer wieder ein armer Mensch und fürchtet sich, getäuscht zu sein. Darum, wenn dir die Angst kommt, dann erinnere dich an das Fest Meiner Verkündigung, daß auch Ich erschrak, obwohl Ich kurz zuvor, verzückt in die Gottheit, in Mir die unendlichen Liebeswerke Gottes vollziehen sah!

In dem Augenblick, als du schautest, wie sich gegenseitig von Vater und Sohn die Strahlen in einem Punkt zusammen ergossen, den du nicht durchschauen konntest, den du nur als einen blauen Punkt sehen durftest, erfüllte sich in Mir und vollzog sich das Werk der Welterlösung, da nahm das Wort Fleisch an in Meinem Fleisch. Die Strahlen, die ausgingen von Gott Vater und dem Sohn, waren die Liebe Beider, die im Heiligen Geist vereinigt sind, und Sich dann Mir mitteilte und Mich zu Seiner Braut erhob.

Seht, Meine Kinder, so viel ist eine Seele wert, eine Menschenseele, daß es der ganzen Heiligsten Dreifaltigkeit nicht zu geringfügig ist, sie schon hienieden einzuführen in Ihren Heilsplan, sie teilnehmen zu lassen an Ihrem Rate, sie eindringen zu lassen in Ihre Ratsversammlung, und diese Versammlung, diese entzückende Schönheit und schöne Lieblichkeit, soll der arme Mensch die ganze Ewigkeit genießen und besitzen und in ihr wohnen.

Ist es da nicht der Mühe wert, eine Zeitlang im Dunkeln zu wandeln und zu glauben, was der Herr durch Seinen Sohn verkündigen ließ, was der Herr, nachdem der arme Mensch abgefallen war von Seinem Schöpfer, wiederherstellte und gutmachte durch diesen Seinen eingeborenen Sohn, den Er hineingeschickt in Seine sichtbare Schöpfung, und dieses Reich, von dem Er dort ausging, in die Schöpfung hineinbrachte.

Dieses Reich, das da Seine heilige Kirche ist, hat hernieden schon teil an den Geheimnissen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Den Ort, den du dort geschaut, Meine Tochter, die Stadt, die du nicht zu begreifen und zu beschreiben imstande bist, hat sich abgespiegelt und erneuert auf dieser unwirtbaren Erde in der heiligen katholischen Kirche.

Dort im stillen Tabernakel ist derselbe Ort, dieselbe Lieblingsstätte, wie du sie geschaut in den Versammlungen der Seligen, wohin ihr alle nach dieser Pilgerfahrt gelangen sollt, und ganz sicher, so wahr Mein Sohn lebt, so wahr Er auf Erden erschienen und Mensch geworden, werdet ihr dereinst alle dahin gelangen und teilnehmen. Aber seht, damit die Guten schon hier auf Erden einen Teil jener Glückseligkeit schauen und genießen, hat Mein Sohn Seinen Thron und den Thron der ganzen Heiligsten Dreifaltigkeit mit Ihm unter euch aufgeschlagen im stillen Tabernakel.

Gebt euch darum alle Mühe, daß recht viele himmlische Geister, das da sind die jungfräulichen Seelen, diesen Tabernakel umscharen und umstellen, wie du ihn soeben geschaut. Siehe, wie dort die Ehrenwächter stehen um den Thron Gottes, so stehen die Jungfrauen hier auf Erden um den Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit im stillen Tabernakel, nicht allein die Jungfrauen, sondern alle guten, gläubigen Christen, die sich da anschließen an die Jungfrauen.

Merkt euch aber: Es muß die Jungfrau so beschaffen sein, daß sie auch einem Engel, einem himmlischen Geist, ähnlich ist. Sie darf nichts begehren, als nur ihrem Bräutigam zu gefallen, ihr Kleid muß rein sein und unbefleckt, ihre Hände müssen unschuldig sein, gerecht und sich gern erheben im Gebet vor ihrem himmlischen Bräutigam. Darum wünscht Mein Sohn, daß alle die klösterlichen Genossenschaften, die da auf der ganzen Welt zerstreut sind, im Geist recht erneuert werden, nichts Irdisches anstreben, den Weltgeist von sich abstreifen, weil sie in erster Linie die Engel im Fleische sind und sein sollen, diejenigen sein sollen, die den Tabernakel bewachen, die Wacht halten um die Allerheiligste Dreifaltigkeit.

Zweitens wünscht Mein Sohn, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelange inmitten der Welt, damit die Welt, die da so abgewichen ist vom rechten Weg, überall solche Engel sieht im Fleische wandeln, damit sie fortwährend erinnert wird, daß der Mensch nicht geboren ist, um zu leben, um zu genießen und zu besitzen und dann zu sterben.

Du Jungfrau in der Welt, wenn du all den Spott und Hohn, der dir von allen Seiten zukommt, weil du eine Jungfrau bist, mit Geduld erträgst und mit deinem einzigen Sinn und Streben gerichtet bist auf deinen Herrn und Gott, dann wirst du Mein Liebling, Meine Schwester. Denn auch Ich lebte mitten in der Welt unter einem gottlosen Geschlecht, dem Ich fortwährend vor Augen stand und die blitzenden Pfeile auf Mich abschießen ließ. Wirst du ärger verspottet, Meine Tochter, als Ich dereinst verspottet wurde?

War Ich doch die jungfräuliche Mutter des göttlichen Sohnes Selbst, des Sohnes Gottes des Vaters, und mußte Mir sagen lassen: Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn, heißt nicht Seine Mutter Maria? Wie tief schnitten in Mein jungfräuliches Herz solche Spottreden ein, da niemand in der Welt Seine Majestät so erkannte und Seinen Schmerz durchschaute, wenn Er solche Reden hören mußte von Seinem eigenen Volk. Und als Ich Ihm folgte auf Seinem letzten, schmerzlichen Gang, und als man Mir die Nägel vor die Augen hielt und die anderen Marterwerkzeuge und Mir sagte: ‚Diese ist des Galiläers Mutter‘, wie zerschnitten da die Spottreden Mein jungfräuliches Herz.

Meine Kinder, denkt darüber nach! O erinnert euch daran, und bringt die letzten Tage in stiller Trauer zu mit Meinem Mutterherzen, denn gar viele leben in der Welt, die nicht mehr daran denken.

Der Lohn, den ihr dadurch verdient, wird euch hienieden schon zuteil werden. Ihr werdet in so innige Liebesgemeinschaft zu Mir und Meinem Sohn treten, daß es euch gleichgültig ist, was man euch nachsagt, und geht hin, Meine Kinder, verkündigt Meinen Dienern N. und N., daß das Herz Gottes, obwohl sehr betrübt über die treulosen Kinder, doch auch gar getröstet ist in dieser heiligen österlichen Zeit, mehr als sonst in früheren Jahren. Aber N. laß Ich herzlich grüßen und ihn bitten, er möge doch nicht gar so furchtsam sein und nicht alle die Gnaden von sich weisen, die ihm angeboten sind durch Meinen Sohn und Mich, Seine Mutter.

Wird denn der Mensch besser werden, wenn er sich mehr in erzwungener Wissenschaft ergießt, als wenn er sich leiten läßt von übernatürlicher Wissenschaft, vom Geiste des Lichtes? Erzwungene Wissenschaft ist alles das, was der Diener der Kirche sich aneignet, durch große Mühe zusammenführt und studiert und in sich aufnimmt. Solche Wissenschaft kann der Mensch sich aneignen, ohne Meinem Sohn zu gefallen, wenn er seinen ganzen Verstand und die Fähigkeiten seiner Seele dazu verwendet, um recht gelehrt zu werden.

Aber ein himmelweiter Unterschied ist zwischen der Gelehrsamkeit, die aus dem Glauben herausgeleitet ist, und die durch den Glauben die Vernunft beherrschen läßt, und jener erzwungenen. Mit all solcher Gelehrsamkeit werden wenig Seelen gerettet.

Mit einer Gelehrsamkeit aber, auch wenn sie noch so einfältig ist, noch so kindlich spricht, die aber aus dem Glauben herauswächst, einem demütigen, kindlichen Glauben, die dringt ein in die Herzen der Menschen, weil sie begleitet ist mit Liebe und Demut. Und so dringt sie ein in die Herzen und bearbeitet sie, daß sie in Demut und Liebe die Worte aufnehmen, denn alle diejenigen, die da nicht mehr glauben an Meinen Sohn, Der auf der Welt dreiunddreißig Jahre unter ihnen wandelte, sind es nicht auch die Gelehrten, all die Gelehrten, die meisten jedenfalls?

Denn in den Hochschulen, auf den Universitäten und an allen anderen Fortbildungsschulen, wird die Jugend beeinflußt, wird der Verstand der Jugend entwickelt, aus dem dann die Staatsmänner heranwachsen und die gebildete Welt vertreten sein soll. Sie alle sind sehr gelehrt; aber gelehrt ohne Glauben, und diese Gelehrsamkeit teilen sie der Welt zwar mit, aber zum Schaden der unsterblichen Seele.

Dieser Gelehrsamkeit gegenüber muß nun die Gelehrsamkeit der katholischen Kirche treten, aber diese Gelehrsamkeit muß das Gegenmittel anwenden von jenen Gelehrten, sie muß, weil jene den Glauben verwerfen und die Vernunft auf den Thron gesetzt, den Glauben über die Vernunft setzen und vorherrschen lassen, aus dem Glauben heraus leben und predigen und so das arme Volk zurückführen, das nur zurückgeführt werden kann durch einen demütigen, kindlichen, einfältigen Glauben. Die Armen, die da nicht mehr glauben an Meinen Sohn, sind nur die Verführten, und zwar verführt von den gottlosen Reichen, in deren Hände sie gefallen sind.

O dennoch sind die meisten noch zu retten. Um der armen Kleinen willen würdigt Sich Mein Sohn, Sich euch mitzuteilen, um die arme Menschheit zu erretten, nicht die Reichen. Jene haben ihren Lohn schon erhalten. Diesen aber ist Mein Sohn zur Gerechtigkeit verpflichtet, weil sie hernieden das nicht genießen können, was dem Menschen verheißen ist: Nämlich das Glück. Glücklich können sie hernieden nicht sein, also müssen sie, damit die Gerechtigkeit keinen Schaden leidet, in der anderen Welt beglückt werden. Und nun lebt wohl, Meine lieben Kinder!“

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter!“

Inhaltsverzeichnis Band 2

228 Fest der sieben Schmerzen Mariä 1898

„Es muß Menschen geben, die auf besondere Weise anderen Menschen die Gnade verdienen.“

Lied: Christi Mutter stand mit Schmerzen ...

Barbara: „Sei gegrüßt, o schmerzhafte Mutter, o Jungfrau Maria! Ich nehme innigen Anteil an Deinem Leiden. Mutter, drück den Schmerz, und auch die Wunden, die Dein Sohn am Kreuz empfunden, tief in meine Seele ein! Gib mir teil an jedem Schmerz, gib mir teil an jeder Pein! Ich sehe das hochheilige Kreuz aufgerichtet, aber es ist leer. Der hochheiligste Leichnam ruht auf dem Schoße Seiner Mutter. O mein Gott! Wie ich Sie heute nacht geschaut, da Sie auf mich zuging, so sehe ich Sie hier am Kreuz.“

In der ganzen Nacht hatte Barbara große Schmerzen; sie fand keinen Augenblick Ruhe. Die auf Besuch weilende Nichte wußte sich gar nicht zu helfen und bat Gott in der höchsten Not um Hilfe mit lauter Stimme.

Da plötzlich kam Magdalena, kniete neben Ihr und half Ihr die Wunden auswaschen. Die Dornenkrone nimmt sie vom Haupt (namenloser Schmerz drückt sich im Antlitz von Barbara aus, ihr Angesicht ist blutrot, Tränen strömen ihr aus den Augen beim Anblick der schmerzhaften Mutter). Bei jeder Wunde ist es, als ob Ihre heilige Seele Sich in diese Wunde hinein ergießen wollte vor Schmerz und Mitleid, wenn Sie dieselbe betrachtet.

Magdalena, meine Schwester, sie ist nicht wie diese heilige Mutter. Sie ist ganz von Sinnen vor Schmerz und Liebe, ganz zerrissen, schreit laut auf vor Schmerz und Jammer. Aber Sie, Die Hochgebenedeite, die einst so hochbeglückte Mutter dort im Stall zu Bethlehem, wo Sie zum ersten Mal in das holdseligste Antlitz blickt, hineinschaut in die lieben Äuglein, die da die Menschheit beglücken sollten, die Sünder so liebevoll sollten anschauen dreiunddreißig Jahre lang, all die Wonnen, all die Liebe, die Sie in den dreiunddreißig Jahren aus diesen Augen herausgelesen, ist jetzt dahin; erloschen ist sie, und der Schmerz allein bleibt Ihr noch!

„O ihr alle, die ihr vorübergeht, stehet stille und saget, ob ein Schmerz ist, der dem Meinen gleicht! Ihr Töchter Jerusalems, kommt heraus und sehet den König Salomon am Tage Seiner Vermählung. Seht, wie Ihn Seine Mutter gekrönt hat, meinen Jesus! Ich grüße Dich durch das Herz Deiner tiefbetrübten Mutter! Du zeigst Dich mir. Ich danke Dir dafür! Ich danke Dir, mein geliebter Bräutigam! O komm! Mein Herz ist noch so betrübt, es ist noch nicht imstande zu fassen die Liebe, die Du mir erweisen willst, daß Du Selbst zu mir kommst. Sieh, ich bin noch so beschäftigt mit Deiner tiefbetrübten Mutter unter dem Kreuz. Nicht wahr, es ist ja auch heute Herz-Jesu-Freitag. Die Kirche feiert heute ein doppeltes Fest. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Es ist recht, Meine Kinder, wenn ihr die Schmerzen Meiner Mutter erwägt und betrachtet in diesen Tagen, von heute bis zu dem Tage, wo Ich gesiegt über die Welt und Hölle. Ich habe dich dazu auserwählt und teile Mich dir mit, um durch dich der Menschheit zu zeigen, wie unendlich gut Ich bin, wie tief und breit und hoch die Größe Meiner Liebe reicht.

Ja, die Größe Meiner Liebe reicht so weit und spannt sich so weit aus, wie Menschenherzen schlagen, weil sie für alle Menschen gekommen ist, zu suchen und zu retten alles, was verloren war. Aber dabei habe Ich dir doch den Auftrag gegeben, gleich, ehe noch ein Mensch darum wußte, daß du dich an diesem Tage recht beteiligen sollst und Anteil nehmen sollst an den Schmerzen Meiner Mutter. Denn Sie verdient es, Sie, die Einzige, die Meine Liebe erwidern konnte hier auf Erden! Die Einzige, die aber auch den Schmerz fühlen konnte, den der Erlöser der Welt fühlen mußte, um Erlöser der Menschheit werden zu können.

Ich danke euch, Meine Kinder, vor allem für alle die Opfer, die ihr gebracht, für alle die Tränen, die ihr geweint, um Seelen zu retten. Fahret fort und laßt euch nicht einschüchtern vom Gerede der Menschen; denn haben sie Mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen. Die Menschen, die gelebt vor neunzehnhundert Jahren, leben jetzt noch. Der alte Adam ist noch nicht ausgestorben; er lebt, solange die Welt steht, solange es Menschen gibt.

Und darum, weil zwei Geister streiten um den Menschen, und ihn für ihr Reich gewinnen wollen, wird dieser Kampf bestehen zwischen Gut und Bös. Ja, wundert euch nicht, daß selbst diejenigen euch bekämpfen, die euch zur Seite stehen sollen, die dasselbe anstreben wie ihr.

Damals, als Ich unter den Menschen wandelte, gab es viele recht gute, wohlgesinnte Menschen, die Mich liebten und Mir dienten. Aber sobald eine Prüfung an sie herantrat, als sie sahen, wie Ich leide, wie Ich verachtet wurde, wie man Mich von sich stieß, da war es geschehen um ihre Liebe, da stellten sie sich auf die Seite jener, die Mich haßten und riefen mit ihnen: ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!’

Darum kann nur der Mensch, der ausharrt in all den Trübsalen, befähigt werden, Mir Seelen zu gewinnen. Seht, Meine Kinder, es ist eine gar gnadenreiche Zeit, diese heilige österliche Zeit hier in der Stadt Mainz und in all den Städten, wo Meine Diener sich aufopfern, um das Erdreich der Erde zu erneuern, wo Missionen und Exerzitien gehalten werden, Tag für Tag, da wird das Erdreich aufgelockert. Seht, eine so gnadenreiche Zeit, wie sie dieses Jahr ist, habe Ich euch schon einmal gesagt, war lange nicht mehr hier; denn Sünder, die jahrelang nicht mehr gebeichtet, die man lange nicht mehr in der Kirche gesehen, werden aufgerüttelt und fassen gute Vorsätze.

Aber seht, damit ihr wißt zu eurem Trost, und alle die Diener der Kirche es wissen, die sich Mühe geben, Mein Reich aufzurichten, die junge Kirche wieder emporzubringen, daß sie zwar reden durch Meinen Geist, daß es Mein Geist ist, Der ihnen gegeben ist, Der ihnen beisteht, daß sie alle die Herzen so erschüttern können, aber bearbeiten, daß die Gnade Gottes eindringt in die Herzen ihrer Zuhörer, ist nicht ihre Sache, dazu braucht es Meine Gnade, Meines Geistes, brauche Ich solche Seelen, die diese Gnade der Menschheit verdienen.

Sowenig Ich einstens die Menschheit hätte erlösen können, die Gnade hätte verdienen können, ohne daß Ich für sie leiden und sterben wollte, erkaufen hätte Ich sie wohl können, auch ohne daß Ich gelitten hätte einen so schmerzlichen Tod, aber die Sünden tilgen und der Seele so leichten Eingang zum Vater zu verschaffen, dazu hatte es mehr gekostet als nur einen Willensakt oder für eine Zeitlang Mensch zu sein. Diese Gnade mußte Ich verdienen und hart verdienen, durch harte Anstrengungen, durch Vergießung Meines Blutes, ja, durch Vergießung Meines Herzblutes. Ausgepreßt mußte Ich sein, wie eine Traube in der Kelter.

Die Menschheit ist nun erlöst, das Wort des Vaters ist vom Himmel gestiegen und hat den Willen des Vaters allen Menschen verkündet, die Gnade ist verdient, daß alle Menschen können selig werden, wer nur selig werden will. Aber diese Gnade der betreffenden Menschheit, die zu den verschiedenen Zeitverhältnissen lebt, die muß übermittelt und verdient werden durch gleichmäßige Zeitgenossen, die in der Zeit gerade leben.

So mußte die junge Kirche, als sie einmal gestiftet und gegründet war, befeuchtet und befruchtet werden durch das Blut der Märtyrer. Meine Gnade war ausgegossen über die Menschheit, das Kreuz stand aufgerichtet in der Welt, aber diese Gnaden, dieses Leiden, mußten übermittelt werden, damit wieder andere Menschen daran teilnehmen und Eingang in sie finden können, und dafür mußten sich Menschen hergeben, die dieses Leiden anderen zuwenden. Dieses waren die heiligen Märtyrer; sie litten und starben, sie verspritzten ihr Blut für Mich, und somit sagten sie ihren Mitmenschen, der sie umgebenden Menschheit: Sieh, lieber Bruder, liebe Schwester, für den, an den ich glaube, will ich mein Blut verspritzen, mein Leben einsetzen.

Und dieser lebendige Glaube überzeugte dann und überführte die Mitmenschen. Und so und nur so konnte die Welt, Meine Kirche, sich ausbreiten in der Welt. Als aber Meine Kirche gegründet war, ausgebreitet war auf der ganzen Erde, da lebte der alte Adam immer noch. Die Menschen sind schwach, sie fallen ab von einmal gefaßten Vorsätzen, sie sündigen, und es muß immer und zu aller Zeit wieder Menschen geben, die durch ihre Buße, vereinigt mit Meiner Buße, ihren Mitmenschen zu Hilfe kommen, und so wird ein wechselseitiges Hineinleiten in die einzelnen Glieder der Kirche, oder auch der Nichtkirche, stattfinden bis zum Ende der Welt. Es muß Menschen geben, die auf besondere Weise anderen Menschen die Gnade verdienen.

Darum, Meine Diener, steuert nur darauf los, daß ihr recht viele unschuldige Seelen emporzieht in Meiner Kirche. Unschuldige Seelen, sie sind der Augapfel Meines Vaters, sie sind Meine Herzader, durch die Mein Blut hineingeleitet wird in die arme, zerfallene Menschheit. In jener Familie, wo eine Seele steht, die noch mit gläubigem Herzen Mich sucht und Mich liebt, die Mir freiwillig dient, da steht es gut um die Familie, auch wenn eines oder das andere Glied abgewichen ist vom rechten Weg.

Aber die eine Seele, die unter dieser Familie sich befindet, auch wenn es bis hinaus ins vierte Glied ist, weil sie aus Meinem Herzen das Blut herausgeleitet, so kann sie es hineinleiten in alle die Glieder dieser Familie. Meine Kinder! Nun habt ihr auch das Geheimnis, warum Ich manche Seele, für die ihr schon so viel gebetet, gefleht und geweint habt, doch nicht retten konnte.

Seht, Meine Dienerin hier flehte schon so viel für den N., der da neulich gestorben ist, und ihre Schwester Barbara (die heilige Barbara) und Katharina (die Märtyrerin), sie hatten sich ganz für diesen Mann eingesetzt. Im Augenblick des Todes traten sie hin vor Mein Angesicht und flehten, da sie es dir doch versprochen hatten, er werde gerettet werden. Ich aber mußte ihnen zur Antwort geben, daß der ganze Umlauf Meines Blutes abgeschnitten sei, er könnte nicht hineingeleitet werden, weil das ganze Geschlecht gottlos geworden und niemand in der Familie sich befindet, durch welche die Blutsverwandtschaft noch geadelt könnte werden. Es muß also in einer Familie unbedingt eine Seele geben und stehen, die Mein kostbares Blut und Meine Verdienste hineinleitet in die einzelnen Glieder. Dann und nur dann kann es Leben geben wieder in der Familie.

Begreift es wohl und geht mit Mir zurück im Geist in den Alten Bund, und ihr werdet besser begreifen, was Ich euch erklären will. Als die Städte Sodom und Gomorra ganz und gar versunken waren – noch unter das Vieh - und niemand mehr da war, der das kostbare Blut, das Ich einst vergießen sollte am Stamm des heiligen Kreuzes, hätte hineinleiten können in diese Städte – denn im Alten Bund gab es Gerechte wie im Neuen, die der Menschheit die Gnade Gottes verdienen mußten, die im Hinblick auf Meine Verdienste der Menschheit, ihren Mitmenschen die Gnade verdienen mußten – da war Ich genötigt, die paar Menschen, die noch unter diesem Geschlecht weilten, herauszuführen aus dieser Stadt; weil Ich niemals eine Seele kann zugrunde richten, die an Mich glaubt, die Mir dient.

Und wenn Ich strafe, wenn die Verdienste solcher Menschen nicht mehr ausreichen, weil es zu wenige sind, dann muß Ich solche Seelen entweder aus der Welt hinwegnehmen, um die anderen strafen zu können, oder sie bleiben verschont.

O daß doch Meine Diener fortführen mit solchem Eifer, damit wenigstens in denjenigen Familien, in welchen auch nur noch, auch wenn bis hinaus ins vierte Glied eine Seele sich befindet, die noch betet und Mir dient, wenn auch die ganze Familie abgewichen ist vom rechten Weg, doch durch diese eine Seele die Familie noch kann gerettet werden, wenn, sage Ich, die Diener der Kirche fortführen, die Schönheit der Seele zu schildern, die da lebt unter den Menschen in der Gnade Gottes, damit auch andere, laue, kalte, aufgerüttelt und geschüttelt werden und sich mehr anschließen an die guten, treuen Seelen.

Du aber, Meine Tochter (die zu Besuch weilende Nichte von Barbara), wenn du in deine Heimat kommst, dann ermuntere die Deinigen, schildere ihnen das große Glück, das sie besitzen, Glieder einer Familie zu sein, mit denen der Herr verkehrt. Und wenn Trübsale kommen, dann richte sie auf, dann sage ihnen, wie vergänglich dieses Leben ist und wie groß der Lohn, der eurer wartet.

Du aber, erziehe deine Geschwister, erleichtere deiner frommen Mutter die Last der Kindererziehung, stehe ihr zur Seite und gehe an Meiner Hand geleitet durch dieses Leben. Bleibe, wie du bist, Mein Kind, Ich werde dich nicht verlassen, du wirst noch viele, viele Gnaden erleben und eines glückseligen Todes dereinst sterben, wenn du treu an Meiner Seite ausharrst.

Jener Witwe, die so sehr bekümmert ist, ob sie den rechten Weg angetreten, sage aber, sie möge ausharren unter dem Kreuz, das Ich ihr auferlegt. Ich habe sie in diese Familie geführt, damit sie hier ihr Heil wirke, und weil sie den jungfräulichen Stand verschmäht, möge sie jetzt den Witwenstand als Ersatz für den jungfräulichen Stand betrachten und die Kinder gleichmäßig halten, ihre eigenen Kinder ansehen wie die Kinder ihres Mannes, und die ihres Mannes wie die eigenen. Dann verspreche Ich ihr, daß sie glücklich sein wird inmitten der Leiden und Trübsale, die der Witwenstand ihr auferlegt. Hat sie ja doch Vorbilder, an die sie sich anschließen soll, an deine Schwester N., an ihre Nachbarin, die Frau N., die recht heroische Frauen sind in eurer Heimat. Ich lobe sie, weil sie vielen in der Stadt vorangehen mit gutem Beispiel.

O was könnte gerettet werden, wenn alle Meine Diener Meine Worte in sich aufnähmen, die Ich hier an dieser Stätte durch ein so unmündiges Werkzeug an sie richte. Wie viele recht gute Seelen gibt es auf dem Land, unter dem armen Landvolk, das da noch so gläubig ist, weil es ja sein ganzes Leben wie das der Einsiedler zubringen muß.

Was taten denn Meine Einsiedler? Sie arbeiteten und beteten, sie kasteiten ihren Leib durch die Arbeit, durch das armselige Brot, das sie sich mit Handarbeit verdienten. Dieses tut das arme Landvolk, weitaus die meisten, und verdienen ihr Brot mit saurem Schweiß und sind gläubige Christen. Aber weil man ihnen gar so schwer die Bürde macht, sind sie immer so ängstlich, und die Angst hält die Gottesliebe mehr zurück, als bei manchen, die in schwerer Sünde und abgewichen sind, weil Ich ihnen keine Gnade mehr zuwenden konnte.

Die Liebenswürdigkeit Meines Wesens, die Schönheit Meiner Liebe, diese ist es, die Ich den Menschen offenbaren will, die ihr hinaustragen sollt, ihr, Meine Diener, Meine Stellvertreter; hinaustragen sollt ihr die Süßigkeit Meiner Liebe, Meiner Glückseligkeit, Meines Dienstes. Denn glücklich ist die Seele, die Mir dient. Wahrhaftig, Mein Joch ist süß und Meine Bürde ist leicht!“

Barbara: Er geht dahin und trägt Sein Kreuz. Ich sehe Ihn auf einer Straße, die ganz Licht ist, ganz als wenn dieses eine überirdische Stadt wäre, und es schließen sich Ihm Menschen an. Ich sehe aus den Häusern heraus viele Menschen treten, die Ihm nachfolgen. „Mein Jesus, was willst Du mir denn damit sagen? Was bedeutet denn dieses?“

Jesus: „Die Lichtstraße, Meine Tochter, ist die heilige, österliche Zeit. Das Kreuz, das du Mich schleppen siehst, ist Meine heilige katholische Kirche, der mystische Leib Meiner Kirche. Die Leute allen Geschlechtes, die du aus den Häusern heraustreten siehst, sind diejenigen, die sich an den verschiedenen Standespredigten beteiligten. Sie alle schließen sich an, an den mystischen Leib Meiner Kirche, sie schleppen mit ihr das Kreuz. Siehst du, wie sie Mir folgen? Siehst du?“

Barbara: Und ich sehe jetzt, wie diese Lichtstraße sich ausbreitet über die ganze Stadt. O wie herrlich, o wie schön! Ja, es ist, als ob Er mit dem Kreuz Sich erhebt in die Luft, und über der Stadt sehe ich Ihn schweben. O welche Feierlichkeit, sie ist nicht zu beschreiben, die Süßigkeit, die über der Stadt ausgebreitet ist. Es ist der heilige Ostermorgen. Barbara singt dreimal mit erhöhtem Ton überaus feierlich das Alleluja, die Blicke in den Himmel gerichtet, die Arme ausgebreitet. Dann: Deo Gratias. O welch herrlicher Ostermorgen! O hinweg ist alles Leid, hinweg sind die Schmerzen!

O Mutter, Du bist ja wie verklärt, so stehst Du unter dem Kreuz. Im Anfang sah ich Dich mit dem toten Leichnam auf dem Schoß, und jetzt mit ausgespannten Armen, als wenn Du über die Stadt die Freude dahintragen wolltest; Segen spendend stehst Du jetzt über der Stadt unter dem Kreuz. Deine Hände fließen über von Wohlgeruch, der da hineinträufelt in die Stadt, vom Wohlgeruch der Tugend.

Und ich sehe den ganzen Himmel geöffnet, und er vereinigt sich mit den Kreuztragenden. Es ist, als ob die Erde mit dem Himmel sich vereinigt, als ob die streitende Kirche verschwunden und nur noch die triumphierende Kirche lebe und bestünde. O könnte ich doch alle meine lieben Geschwister teilnehmen lassen an dieser Freude, an diesem hochheiligen Ostermorgen.

O glückselige Seelen, die ihr euch beteiligt, gewaschen in dem Blut des Lammes, ihr alle sollt teilnehmen an dem hochheiligen Ostermorgen. Dann sang Barbara mit ausgebreiteten Armen das „Hochpreiset meine Seele den Herrn.“

„Mein Jesus! Ich bitte Dich doch auch, laß all unser Bitten und Beten, Leiden und Sühnen auch den Armen Seelen zugute kommen. Berufe doch recht viele an Deinem heiligen Festtag! O wie sehne ich mich nach der Stunde, wo Du wieder „Alleluja“ von allen Zinnen der Kirche herabsingen läßt. Gib uns N.N., alle, die auf meine Hilfe warten, die der Erlösung am nächsten stehen.“

Dann sang Barbara „Großer Gott...“

Inhaltsverzeichnis Band 2

229 Palmsonntag 1898

„Und solange die Schulen Gott entfremdet sind, wird es noch nicht besser werden.“

Lied: Deinem Heiland ...

Barbara: „O mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Ich bete Dich an, ich grüße, ich lobe und benedeie Dich, ich danke Dir für alle die Gnaden, die Du uns durch Deinen feierlichen Einzug in Jerusalem verdient hast. Denn da hast Du Deine Macht gezeigt vor Deinen Feinden und hast sie fühlen lassen, wie ohnmächtig sie sind. Ich bete Dich an, ich lobe und preise Dich für die falschen Menschen, die da zugegen waren und Deiner nur spotteten. Ich bete Dich aber auch an mit den guten und treuen Seelen, die Dir Hosianna singen.

So rufe ich mit den kleinen Kindern Dir entgegen, und weil Du doch den ganzen Tag lehrend zugebracht hast im Tempel und am Abend wieder aus der Stadt herausgehen mußtest, weil man Dich nicht beherbergen wollte, so komme zu uns, wir wollen Dir Ersatz und Sühne leisten für die Schmach und Verachtung, die man Dir angetan, indem man Dich hinausstieß aus der Stadt.

O komme, Geliebter meines Herzens, komme nicht nur in unsere Herzen, sondern auch in unser Haus. Ziehe ein mit Deinen Jüngern, mit den heiligen Frauen und besonders mit der schmerzhaften Mutter. Und nicht nur diese Nacht, die ganze Woche hindurch wollen wir Dich beherbergen und Dir eine Zuflucht gewähren, wenn Du von Deinen Feinden bedroht wirst, von den gottlosen Menschen. Ich will leiden, sühnen und beten, die ganze Woche hindurch für die Sünder. Ja, unser ganzes Haus, unsere ganze Familie, soll Dir offenstehen.“

Jesus: „Es ist recht so, Meine Kinder, Mich zu entschädigen für den Undank der Juden. Ich habe es schon an einigen Stellen treuen Seelen geoffenbart, wie sehr der Undank der Juden Mein Herz verwundet; denn obwohl Ich Gott war, war Ich doch auch Mensch, und wenn Sich Meine Gottheit zurückzog, ein Mensch wie ihr. Ich fürchtete Mich vor dem Leiden wie ihr. Verachtung und Zurücksetzung tat Mir so weh, wie es noch keinem Menschen, seitdem die Welt besteht, weh getan hat; denn das Gefühl des Leidens des Menschen bezieht sich immer auf seine Natur, auf sein Naturell.

Hat der Mensch ein zartes Gemüt, eine weiche Natur, so ist er empfänglicher als ein Mensch, der roher beschaffen ist in seiner Gemütsart. Nun war Ich auch nicht nur das ganze Naturell Meiner heiligsten Mutter, sondern Ich war von Gott dem Vater auf ganz besondere Weise feinfühlig erschaffen, Mein ganzes Gemüt empfänglich und empfindlich für allen Schmerz sowohl anderer als auch Meiner Eigenen Schmerzen. Ein verächtlicher Blick traf Mich mitten in die Seele und zerschnitt Mir das Herz.

Darum habe Ich schon öfter gesagt, daß, wenn eine Seele sich Mühe gibt, Mich zu lieben für all den Schmerz und die Verachtung, die Ich von den Juden erduldete, Ich dieses so annehmen wollte, als wenn sie zugegen gewesen wäre bei Meinem Leiden und hätte sich vor Mich hingestellt und die Streiche für Mich empfangen, weil Ich in der Seele, die treu zu Mir hält, Mein Ebenbild erblicke und Ich durch diese Ebenbildlichkeit sehr getröstet bin.

Daß Ich Mich durch die Stadt Jerusalem begleiten ließ von einer großen Menge Volkes und Mich so verherrlichen ließ, war so der Wille Meines himmlischen Vaters und Mein Wille, weil Ich Meinen Feinden noch einmal zeigen wollte, daß sie Mir nichts anhaben könnten, wenn Ich nicht Selbst es wollte. Dieses geschah, weil das Vorbild sollte vollendet werden; denn alle die Opfertiere, die im Tempel geschlachtet wurden, wurden vorerst durch die Stadt geführt und dem Volke gezeigt. So mußte auch das wahre Opferlamm, um dem Vorbild alles nachzutun, und damit alles erfüllt werde, was die Propheten vorhergesagt hatten, erst durch die Stadt ziehen und vor allem Volke Sich zeigen, ehe Es zur Schlachtbank geführt wurde. Es hat aber noch eine ganz andere Bedeutung für Meine heilige katholische Kirche.

Seht, Meine Kinder, was die Macht vermag in Menschen, denen Gott etwas übertragen hat. Ich wußte schon damals und von Ewigkeit her alle Zeitverhältnisse. Ich wußte, daß der Neue Bund nicht anders verlaufen werde wie der Alte; denn der Mensch, vom Weibe geboren, ist schwach und fällt, und weil er von der Erde genommen, neigt er sich gar gerne der Erde zu. Obwohl er im Paradies leben könnte, zieht er seine bösen Neigungen dem Paradiesleben vor. Dies wußte euer Erlöser. Darum wollte Er bei diesem feierlichen Einzug in Jerusalem noch einmal Seinen Feinden Seine Macht zeigen und sie einschüchtern, so daß sie unangetastet ihren Messias ziehen ließen und ihm alle Ehre, die ihm das Volk erwies, geschehen ließen, weil Ich dadurch allen Jahrhunderten zum Vorbild werden wollte. Ich sah voraus, daß mit dem Fall der Völker die Feinde sich ihrer bemächtigen werden; denn es soll und muß das Volk Gottes, wenn es abgewichen ist vom rechten Weg, gestraft werden.

Gleichwie Ich nun durch Meine Macht, die Mir der Vater übertragen hatte, Meine Feinde niederhielt, so daß sie alles geschehen ließen, was vor sich ging an dem heutigen Tag, so sollen und müssen zu allen Zeiten diejenigen, denen Ich Meine Macht übertrug, auftreten, wenn das Volk Gottes wieder eingelenkt werden soll in die rechte Bahn. Freilich wird die Strafe vollzogen; die Feinde, die da heraufbeschworen sind, und deren der Herr, Gott der Vater, Sich als Geißel bedient, die brechen los mit ihrer ganzen Wut, um das Volk Gottes zu züchtigen, gleich wie Ich, obwohl Ich am heutigen Tag Meine Macht zeigte, doch dem Leiden nicht entgehen konnte. Ich mußte erst leiden und am Kreuz erhöht werden, bevor Ich siegte über alle Meine Feinde.

Darum erkläre Ich dieses und wollte, daß es alle Priester Meiner katholischen Kirche wüßten und ihnen verständlich gemacht würde, daß sie fortfahren, so wie sie angefangen, mit Mut und Entschlossenheit vor die Häupter zu treten, vor die Häupter des Erdreiches, welche die Völker beherrschen, um ihnen die Strafgerichte vorzuhalten und mit Entschiedenheit die Rechte der katholischen Kirche zu verlangen; daß sie aber auch fortfahren, dem verstockten Sünder nachzugehen, zuzurufen und sich nicht scheuen, wie in dieser heiligen Osterzeit. Mancher Sünder wird doch erschüttert und aufgeschreckt, der da schläft den Schlaf der Sünde. Es ist wahr, daß Meine Diener vor der Zeit sich aufreiben, und Ich lobe ihren Eifer.

Habe Ich ja doch schon längst gesagt, daß die Mauer Meiner Kirche zerbröckelt ist, weil diejenigen, die den Kalk zusammenhalten, den Mörtel, einer nach dem andern ausgefallen sind, das sind die Männer. Wenige Männer sind es, die noch zur Kirche stehen, die noch die Säulen stützen helfen, das da ist das Priestertum. Und solange die Schulen Gott entfremdet sind, wird es noch nicht besser werden.

Die Schule muß wieder der Kirche unterstellt und von der Kirche geleitet werden; dann erst wird es wieder andere Staatsmänner und Männer geben, welche die Säulen stützen helfen! Ihr aber, Meine Kinder, o daß ihr es recht begreifet, wie wichtig es ist, zu glauben, daß Ich der Herr bin, Der Seinen Willen durch euch der Menschheit kundtun will. Niemals hatte Ich Ursache, so viel zu klagen wie jetzt.

Seht, wenn Ich Mich einer Seele offenbarte, dann offenbarte Ich ihr Meine Liebe. Ich ließ sie teilnehmen an Meiner Gesellschaft und erfreute ihr Herz mit immer neuer Lieblichkeit, so daß sie Mich wieder liebte, so wie Ich sie liebe. In letzter Zeit aber, wo so viele Kinder der katholischen Kirche verlorengehen, wo Satan eine solche Macht ausübt, daß er wähnt, es sei jetzt aus mit Meinem Reich, es sei jetzt die Zeit gekommen, wo er mit Mir gleiche Rechte genießen wird, denn, weil er um einer einzigen Sünde willen vom Himmel gestoßen ward, hat er großen Zorn über die ewige Gottheit, die über ihn herrscht – und er begreift nicht, ja bis auf den heutigen Tag begreift er es nicht, daß derselbe Gott, Der ihn um einer einzigen Sünde willen aus dem Himmel stieß, so viele Nachsicht mit Seinen anderen Geschöpfen haben kann – und er wähnt immer noch, es nehme seine Pein einmal ein Ende, indem er die Oberhand gewinne über die Schöpfung.

Weil er dann der Stärkere sei, habe er Gott besiegt und könne mit seiner Macht streiten wider die ewige Gottheit und Ihm das Recht abnehmen und sich auf Seinen Thron schwingen. Da nun aber das einzige Reich, das Ich gestiftet habe hier auf Erden – Meine Kirche nämlich – selbst so fahl und faul geworden ist, daß Satan sein Spiel treiben kann mit den Christen wie mit den Heiden, darum jubelt Satan entsetzlich und brüllt und heult Tag und Nacht, und je mehr er brüllt, desto mehr lockt er in seine Netze.

Er brüllt in Wort und Schrift auf allen öffentlichen Plätzen, in allen Versammlungen, die nicht für Gott sind; ja, er brüllt sogar in den einzelnen Familien, denn da stehen überall solche, die andere Familienmitglieder noch mit hineinziehen in die Netze Satans, und in solcher Zeit sollte Ich Mir keine Mühe geben, Mein Reich wieder herzurichten? Darum komme, Meine Tochter, Ich will dir zeigen, wie der Festzug heute im Himmel begangen wird!“

Barbara setzt sich auf und erhebt hoch das Haupt und betrachtet längere Zeit unverwandt wonnetrunken, was ihr gezeigt wird. Dann singt sie feierlich dreimal mit gefalteten Händen: Hosianna sei Dir in der Höhe. Herr, alles, was Du willst, geschehe.

Barbara: Und ich sehe eine Stadt wie aus lauter Gold gebaut. Ich sehe Ihn auf einem weißen Roß, nicht auf einer Eselin. Auf einem weißen Roß sehe ich einen mächtigen Herrn, ernst und feierlich, doch so lieblich sind Seine Züge. Er hat aber nicht einen Palmzweig, Er hat ein Fähnchen in der Hand. Er zieht durch die Straßen dahin, rechts und links stehen die Menschen, Kopf an Kopf, sie alle fallen vor Ihm nieder und beten Ihn an. „O Herr, ist denn dieses der feierliche Einzug in Jerusalem?“

Jesus: „Meine Tochter! Dieses ist der feierliche Einzug in Jerusalem, aber nicht Meines vergänglichen Lebens. Es ist der feierliche Einzug in Jerusalem, wenn die Gottlosen werden ausgeschieden sein von den Guten und Ich mit Meinen Gerechten einziehen werde in Jerusalem, in die Stadt Gottes. Rechts und links, wie du siehst, werden sie niederfallen und Mich anbeten und Mir danken, daß Ich sie aus so großer Trübsal befreit. Diesen feierlichen Einzug mußte Ich erst verdienen. Ich habe ihn dir nur gezeigt, weil jetzt erst noch die Karwoche kommt, die gar bittere Karwoche, wo Ich so viel getan für den Menschen. Diese bittere Karwoche ist das Leben eines jeden Menschen, eines jeden frommen, gläubigen Christen. Nach dieser Karwoche, nach dem elenden Leben, sollt ihr aber mit Mir einziehen in das himmlische, in das neue himmlische Jerusalem!“

 

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

I

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfling ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im Einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (5.21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit eines Fünfzehnjährigen und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesuch feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943).

II

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt.

Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.

Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.

Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.

Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.

Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen; dazu oft als Ermöglichung sozialer Hilfe für Notleidende.

In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.

Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).

Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

Im September 2001

Pfarrer Pater Monsignore

Alfred Stürmer Anselm Ehmele David Nikolaus Becker

 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß dieCanones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2001

Copyright und Herausgeber:

Barbara Weigand Gesellschaft e.V., D-63820 Elsenfeld-Schippach, St. Pius-Str. 27 und Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

Schriftleitung, Bestellung:

Wolfgang E. Bastian, Postfach: Apostolat 1319 in 50364 Erftstadt

 

Helfen Sie uns bei der Verbreitung dieser Schriften.

Alle Schriften und Broschüren und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert.
Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
unentgeltlich verbreitet werden.
Spendenkonto: Nassauische Sparkasse (BLZ 510 500 15)  Konto: 245092288
SWIFT: NASS DE 55     IBAN: DE 17 5105 0015 0245 0922 88

 

  www.kath-zdw.ch back top 
- - -

 Seiten-Aufrufe in ZDW