Barbara Weigand Offenbarungen Band 4        Seite 4

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Inhaltsverzeichnis Band 4

350 Fest der Sieben Schmerzen Mariens 1900

„Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen.“

Lied: Christi Mutter ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. Heute feiert die Kirche ein doppeltes Fest. Ich danke Dir, daß Du kommst in der Gestalt, wie Du der seligen Maria Margareta Alacoque einst erschienen bist, als Du Dein heiligstes Herz der Welt offenbartest. Dies ist ein Zeichen, daß wir dieses Fest noch vor das andere setzen sollen, das Fest des ersten Freitag im Monat. O wie danke ich Dir! Von Herzen freue ich mich mit Dir und Deiner schmerzhaften Mutter, die heute, wie es scheint, zurücksteht und mich lehren will, daß, wer Dich ehrt und liebt, auch ihr Freude macht. O nicht wahr, Du willst, daß die Andacht in St. Quintin recht soll befördert werden? Deswegen kommst Du heute. Ich glaubte doch ganz gewiß, daß Deine schmerzhafte Mutter kommen würde, um mich zu trösten. O Jesus und Maria! Unzertrennlich seid Ihr vereinigt; schmerzhafte Mutter und leidender Heiland. O mein Jesus! Ich danke Dir im Namen aller Menschen, meiner Freundinnen, Geschwister und aller Liebesbundmitglieder. Ich opfere Dir auf all die Schmerzen und Leiden, die ich innerlich und äußerlich in der heiligen Fastenzeit erduldet. Ich verstand nicht, als Du mir sagtest, daß wir Deine heilige Mutter begleiten sollten auf den Kalvarienberg. Jetzt verstehe ich es!“

Jesus: „Meine Kinder! Freuet euch heute, wo die Kirche das Fest Meines Herzens und zugleich das Fest Meiner Schmerzhaften Mutter begeht, welche in Leiden und Freuden nie getrennt sein können. Kein Mensch kann leben, ohne daß in der größten Angst und Betrübnis doch einiger Trost in sein armes, gequältes Herz sich hineinsenkt. Seht, das will die Kirche sinnbilden und Ich füge es und habe es so angeordnet, daß oftmals in diese Feste, die die Kirche mit Betrübnis und Trauer begeht, sich auch mitunter ein gar schönes und freudiges Fest mit einmischt. Das ist es, was Ich euch lehren wollte am heutigen Tag.

Siehe, Ich habe dir am Anfang der Fastenzeit deine Seele gezeigt, in Form einer plumpen Person. Du glaubtest, es seien dies die Unvollkommenheiten und Fehler deiner Seele. Einesteils wollte Ich dich zwar demütigen durch diesen Anblick; Ich wollte dir aber auch zeigen, was du zu leiden hast in dieser heiligen Fastenzeit. Innerlich und äußerlich solltest du stehen wie ein Holzblock, versteinert, ohne innerlichen Aufblick, äußerlich gequält durch Leiden, die Ich deinen Angehörigen zuschicke, und durch deine eigenen körperlichen Leiden, die Ich dir nicht erspart habe. Am heutigen Tage zeigte Ich dir, als du von der Kommunionbank zurückschrittest, wie Meine heilige Mutter deine Seele eintauchte in das grundlose Meer, das du in dir selbst fandest.“

Barbara: „Ja, mein Jesus, ich danke Dir dafür! O wie herrlich und schön war dieser Anblick! Schmerzhafte Mutter, ich danke Dir, Du hast mir diese Gnade erfleht. Wie schaute ich meine Seele, wie eine klare Jungfrau in jugendlicher Blüte. Alles an ihr war geordnet und geglättet. Ich schaute aus wie ein Mädchen um die achtzehn Jahre, jugendfrisch.“

Jesus: „Ja, ja, Ich wollte dir nur zeigen, was die Seele sich alles verdienen kann durch Leiden. Siehe, durch die Leiden der Fastenzeit hast du deine Sünden abgebüßt und alle, die in dieser heiligen Fastenzeit mit der Kirche sich in Trauer und Bußgewänder versenkt, die innerlich und äußerlich nach dem Sinn, wie es die Kirche vorschreibt, die Fastenzeit gehalten, haben ihre Fehler abgebüßt, und sie stehen vor Mir und Meiner Mutter in jugendlicher Schönheit. Sie sind jene Kinder der Kirche, an denen Ich Meine Freude habe. Sie sind eingetaucht und abgewaschen durch Mein kostbares Blut, denn dieses war das unergründliche Meer, das du in dir selbst schautest. Es war Mein eigenes Blut, das da nie zu ergründen und zu erschöpfen ist.

In dieses kostbare Blut sind alle diejenigen eingetaucht, die mit Mir den Weg wandeln, den Ich gewandelt bin. Höret, Meine Kinder, die ernsten Worte, die Ich am heutigen Festtag an euch richte. Laßt euch nicht irre machen von all dem Gerede der Menschen. Und ihr, ihr Diener der Kirche, die ihr gestellt seid, andere zu leiten und zu regieren, werdet nicht irre, täuschet euch nicht mit dem Gedanken, als wäre es genug, die von Mir vorgetragenen Offenbarungen zu beobachten und danach zu handeln. Es ist recht so, Meine Diener, aber wisset, daß es so weit gekommen ist, daß diese geoffenbarten Wahrheiten, die Ich vorgetragen und um derentwillen Ich auf die Welt gekommen bin, um sie Selbst persönlich vorzutragen, nicht mehr geglaubt und vergessen werden, obwohl Ich sie vorher und nachher noch vortragen ließ, durch andere Meiner Geschöpfe.

Deswegen wünsche und verlange Ich aber auch, daß, obwohl Ich vor Mir Vorläufer hatte, die diese Offenbarungen vortrugen, die Ich Selber bekräftigen wollte durch Mein Eigenes Leben, Wirken und Leiden, auch nach Mir andere wieder erstehen und Ich erwecken werde, durch die Ich Meinen Willen der Welt kundtun will, wenn sie abgewichen ist vom rechten Weg. Diese Seelen, die Ich Mir erwähle, müssen in sich das, was Ich durch sie rede, in erster Linie selbst verwirklichen; durch eifriges Streben, Mir zu gefallen und Mir zu dienen, sich vorbereiten auf den hohen Beruf, den Ich an sie ergehen ließ, dann durch Ertragen und Dulden bekräftigen, was Ich in sie niederlege.

Und nun wisset, Meine Diener, dieses Werkzeug habe Ich Mir erwählt, um Meinen Willen durch sie der Welt kundzutun, um die Offenbarungen, die Ich einmal Selbst aussprach und selbst verkündete, durch sie zu bekräftigen. Nichts Neues ist es, was Ich durch sie zu euch rede. Es ist dasselbe, was ihr selbst vortragt von Sonntag zu Sonntag, an allen Festtagen und an allen Zeiten, wie sie die Kirche vorschreibt. Nichts Neues ist es, nein, nur eine Bekräftigung. Wisset aber, daß viele diese Meine Worte und eure Worte, denn eure Worte sind Meine Worte, nicht mehr hören wollen und ein Leben führen, das Mir absolut mißfällt. Die ganze Welt liegt unter einer Eisdecke. Die Wasser des Unglaubens haben die ganze Welt überflutet und alles steht in diesen gottlosen Wassern des Unglaubens. Dieser Unglaube hat bewirkt, daß die Gottesliebe erstorben und ausgelöscht ist in der ganzen sichtbaren Schöpfung.

Und weil die Sonne der göttlichen Liebe in den Herzen der Menschen erstorben ist, hat die Eisdecke des Winters die Wasser des Unglaubens zusammengefroren und diese Eisdecke liegt über der ganzen sichtbaren Schöpfung, nicht nur über den Un- und Irrgläubigen, sondern auch über den gläubigen Christen, auch über Meiner heiligen katholischen Kirche. Viele, viele Christen sind unter dieser Eisdecke erfroren, abgestorben. Sie bewegen sich nicht mehr, weder Hand noch Fuß, um auch nur einen Schritt zu tun, um sich herauszuarbeiten aus dieser Eisdecke und emporzusteigen über diese Decke, um sich wieder erwärmen zu lassen von der Sonne der Gottesliebe. Über diese Eisdecke hinaus haben sich nur jene gearbeitet, die noch feststehen in einem tiefreligiösen Glauben, die guten, gläubigen Christen, die noch festhalten an den Geboten Gottes und der Kirche, die da ihre Leiden mit Geduld tragen und die auch suchen, Mir zu gefallen.

Und nun seht, Meine Diener, welch gefährliches Spiel es ist in jetziger Zeit. Schlagt nach und schauet, ob zu jener Zeit im Mittelalter, wo Mein Diener Heinrich Suso lebte, der die Welt mit vielen Schlingen umgeben sah, dem Ich Meine Liebe offenbarte und bei dem Ich Mich sehr beklagte über die gottlosen Menschen, seht nach, ob die Zeit, in der ihr lebt, nicht jene weit übertrifft, und dann bedenkt, ob es zuviel ist, wenn Ich euch sage, daß ihr zu den Kleinen halten müßt. Auf, Meine Diener! Auf, du Bischof von Mainz! Frage nicht nach rechts und nicht nach links, wie du handeln sollst. Nimm und lies, studiere, was Ich dir Woche um Woche in die Hand gebe und dann frage dich, ist es vielleicht nicht so? Sehe dich um in Meiner Schöpfung, sehe dich um in dieser Diözese, wie es steht mit der Welt, mit den Kindern der katholischen Kirche. Buße, Buße verlange Ich! Buße verlangt Mein Herz!

Wenn Ich eine Theresia erweckte, um den Orden, dem sie angehörte, zu reformieren, wenn Ich dieses arme Weib, diese arme Jungfrau erweckte und ihr den Mut einflößte, daß sie ihren Vorgesetzten sowie ihresgleichen entgegentrat, ihnen Meinen Willen verkündete, warum wollt ihr nicht glauben, daß Ich Mir ein Werkzeug erwählen kann, wenn Ich das arme Volk, das kleine Volk retten will, das da sich abhärmt und abmüht sein ganzes Leben lang, das da schmachtet und darbt und um sein täglich Brot kriecht von morgens bis abends, und weil es aber abgekommen ist vom rechten Weg, alle diese Mühen und Opfer, die es bringt, mit einem Schlag wieder hinauswirft durch die Vergnügungssucht, und den anderen Tag wieder sich abmüht und abhärmt, um sich Vergnügen zu verschaffen, weil es nichts anderes mehr weiß als Vergnügen, das da unter der Eisdecke des Unglaubens liegt, warum sollte Ich nicht eine Seele erwecken, durch die Ich dir sage, Mein Freund, daß Ich dieses Volk retten will? Und wenn Ich dieses Volk retten und wieder auf bessere Wege führen und bringen will, dann muß Ich anfangen bei euch, Meine Freunde, Meine treuen Kinder.

Du, Mein Freund, wenn du nicht einmal glauben willst, daß Ich die Macht habe, durch Seelen zu reden, daß Ich es bin, der einer Seele die Kraft gibt, Jahrzehnte auszuhalten unter solcher Marter, unter Verachtungen und Verdemütigungen, wie kannst du glauben, daß jene Menschen Gottes Wort glauben, die Tag und Nacht stehen unter Geschöpfen, die Satan angehören, die Satan auserwählt hat, um alles für sich zu gewinnen? Der Antichrist ist auf der Welt, merk es dir, Mein Freund! Die Zeit des Antichrist ist gekommen, wo der Bruder gegen den Bruder, der Freund gegen den Freund, die Tochter gegen die Mutter geht, und Ich setze dazu, wo man sagt, wie die Pharisäer Mir vorwarfen in Meinem sterblichen Leben, daß Ich durch Beelzebub Teufel austreibe. Wenn Ich durch Beelzebub Teufel austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus?

Diese Worte möchte Ich euch zurufen, euch allen Meinen Dienern. Wenn ihr nicht durch Opfer und Leiden euch würdig macht, euch Meine Diener zu heißen, ein anderer Christus zu sein, dann kann Ich euch dieselben Worte zurufen.

Seht hier, Meine Dienerin! Erfüllt sie nicht alles? Die Gebote, die Ich gegeben auf Sinai und die Gebote, die Ich durch Meine Braut, die Kirche, geben ließ? Wenn sie nun die Gebote Gottes und der Kirche erfüllt, und Ich ihr die Kraft gebe, durch sie zu reden, durch sie Meinen Willen der Welt kundzutun, warum wollt ihr nicht glauben? Warum seht ihr nicht hier den Finger Gottes an ihr? Warum wollt ihr noch länger zögern und nicht zu ihr halten? Warum behandelt ihr sie wie eine gottlose Person?

Wohlan, es ist recht, die Demut zu wahren in einer Seele, aber man muß doch nicht immer strafen. Wenn der Vater sein Kind, das gefehlt, gestraft hat, und es hat seinen Fehler eingesehen, dann läßt er das Kind fühlen, daß es doch ein gutes Kind ist, und daß er mit ihm auch zufrieden ist, daß er es liebt, wie der Vater ein gutes Kind lieben soll und wird. Warum fürchtet ihr euch, Meine Diener, als sei es eine Schande zuzuhalten denjenigen, den ihr schon so viel gestraft, so viel gedemütigt. Schlagt nach und seht, ob man je eine Seele so behandelte. Denn Ich will, daß viel Gutes soll gewirkt werden, daß auch andere Seelen sich anschließen und anschließen können. Es ist wahr, daß manche Seelen sich einbilden, als hätten sie Offenbarungen. Manches ist nicht echt und ist sehr fraglich. Darum sprach Mein Diener, der heilige Paulus: ‚Prüfet die Geister, und was gut ist behaltet!‘

Dieses Werkzeug habt ihr lange genug geprüft. Darum rafft euch auf, behaltet, was gut ist, und geht mit ihr Hand in Hand. Seht, einen tieflebendigen Glauben verlange Ich, einen Glauben, wie Meine heilige Mutter ihn geübt, Mein heiliger Nährvater und alle heiligen und gerechten Seelen. Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht irre. Dir, Meine Kleine, sage Ich heute, du hast in dieser heiligen Zeit viele innere und äußere Leiden mitgemacht. Ich habe dich geprüft nach allen Richtungen hin in deinen Angehörigen, in deinen Verwandten, weil Ich dein gutes Herz kenne, weil Ich weiß, daß du ein Herz hast ohne Falsch und dir das Wohl deiner Angehörigen über dein eigenes geht. Darum habe Ich dich geprüft nach allen Richtungen hin.

Siehe, dein Schwager wird wieder gesund und seiner Familie noch lange vorstehen, seine Kinder gut erziehen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Er wird nach Ostern sein Geschäft wieder aufnehmen und ein guter, treuer Familienvater sein. Deiner Schwester wird es wieder wohlergehen, aber sage ihr, daß sie nicht vergessen soll, das Liebäugeln mit der Welt abzuschneiden, sie und ihr Ehegatte. Ich will es nicht, daß die Liebesbundmitglieder sich solchen Vergnügungen hingeben, wo der Teufel tanzt und spielt und geigt. Deine Schwester in R. macht dir viel Kummer, weil auch sie krank war. Deine Nichte macht dir den meisten Kummer, weil du glaubst, du habest nicht recht gehandelt. Meine Tochter, sei zufrieden! Siehe, Ich habe dich dorthin gestellt zu jener Person, die zwar viel tut zu Meiner Ehre und Verherrlichung, die aber, wie ihr gestern abend gehört, noch nicht gerecht ist gegen sich selbst. Sie hat noch ein Gebot zu erfüllen, ein schweres Gebot. Sie ist nicht gerecht gegen sich selbst, weil sie nicht alle Pflichten zu erfüllen sucht, die sie zu erfüllen hat, die ein Christ erfüllen muß. Sie glaubt, sich dadurch zu rechtfertigen, daß sie den Stein, den Ich ihr gegeben in Gold und Silber, in Hab und Gut umsetzt und Mir Tempel und Altäre baut. Recht so! Sie tut auch Gutes an ihren Mitmenschen, sie übt Werke der Barmherzigkeit. Recht so!

Aber, Meine Tochter, wenn du beides tust, dann tue auch das Letzte, dann stelle dich auch gleich dem Geringsten Meiner Brüder. Siehe, Meine Tochter, solange du noch in dir glaubst, viel höher zu stehen als der Geringste der Meinigen, achte Ich alle deine Werke für null und nichtig. Du tust, was du tust, um zu glänzen, um von anderen auch geehrt und gelobt zu werden. Siehe, das taten auch die Pharisäer. Solange du das eine hebst und das andere unterdrückst, solange bist du nicht frei von Ungerechtigkeiten, und du mißfällst Mir. Darum, Meine Tochter, harre aus! Sei demütig und sanftmütig dieser herrschsüchtigen Person gegenüber. Durch deine Liebe und Geduld wirst du dich selbst heiligen. Ohne Mühe und Opfer wirst du die Krone der Jungfräulichkeit davontragen und in allernächster Nähe eines der liebsten Kinder Meines Herzens werden. Du hast zwar auch hier viel Gefahr wie überall in der Welt, doch kannst du auch wieder, wie eine Ordensfrau die drei Gelübde mit einflechten in dein Leben.

Du kannst die Armut üben, indem du nichts als das Allernotwendigste dir aneignest an Kleidung und deinen verdienten Lohn dir für dein späteres Alter zurücklegst, damit Ich für dich sorgen kann, auch im Alter; denn niemals werde Ich einem Müßiggänger ein ruhiges Alter verschaffen. Du kannst die Keuschheit üben wie eine Klosterfrau, indem du ein Gelübde machst, deinem himmlischen Bräutigam in der Keuschheit und Jungfräulichkeit zu dienen. Wisse, daß niemand von Versuchungen frei ist, Ich mag ihn hinführen in den Ordensstand oder mitten in die Welt stellen, in eine Wirtschaft oder in ein solches Haus, wie du stehst.

Und erst den Gehorsam, Mein Kind, wie kannst du Gehorsam üben! Siehe, ein Dienstbote, wenn er so ist nach Meinem Herzen, kann mehr der Pflicht des Gehorsams Rechnung tragen als der Ordensmann und die Ordensfrau, weil jene alle gehalten sind durch die Regel zu einem tiefreligiösen Leben, und sie handeln nicht oder doch selten ungerecht. Ein Dienstbote aber steht manchmal unter ungerechten Menschen, die sehr ungerecht handeln an ihren Untergebenen, die oftmals nur ihre Laune ausüben und nach Willkür und Laune die Ihrigen behandeln. Siehe, welche Krone du dir verdienen kannst!

Wie wird dereinst, wenn der Schleier fällt, die Welt schauen, wie wird so manche Ordensfrau dastehen und mit Schmerz sehen, wie der arme Dienstbote ihr vorgezogen ist, Verachtet, hingeschleudert in eine Ecke des Hauses, hinauf unter das Dachkämmerlein, wo im Winter das gute Tröpflein Blut, das noch in ihren Adern rollt, verfriert, im Sommer aber vor Hitze verbrennt, während du Ordensfrau eine schön eingerichtete Zelle bewohnst, in einem guten Bett schlafen kannst. Du kannst dir Recht verschaffen und stehst in gleichen Rechten mit den anderen deiner Mitschwestern.

Und wenn du nicht einen gar verkehrten Obern, eine gar verkehrte Oberin hast, so hast du es gemächlich und herrlich gegen dieses arme Geschöpf, das Ich dir vorstelle. Darum staunet, ihr Ordensfrauen und ihr Ordensmänner, aber seid nicht eifersüchtig, beneidet nicht jene, die Ich euch vorstelle. Ich sage es nur, um der Welt zu zeigen, wie man über dieses Geschöpf hinweggeht, das Ich hineingestellt habe in die Familie. Und wie manche Familie wird durch dieses Geschöpf, durch einen braven Dienstboten gerettet. Wie mancher Vater dankt das Wohlergehen seiner Kinder einer armen Dienstmagd. Wie mancher Herrscher und Gutsbesitzer verdankt die vermehrten Güter einem gut gearteten Knecht, den er in seinem Hause hat, der da mit Treue und Gewissenhaftigkeit seine Pflichten besorgt und seine religiösen Übungen dabei ausübt. Darum, o Welt, wie wirst du einst staunen, wenn der Schleier fällt, wie diese Geschöpfe, die da so hinausgestoßen sind von der gottlosen Welt, dastehen und glänzen mit einer Krone, die herrlicher sein wird als die der Könige und Fürsten, aber auch herrlicher als viele Kronen der Klosterleute und Priester. Versteht Mich wohl! Ich will niemand zu nahe treten und wehe tun, aber Ich will, daß die ganze Welt sich erneuern soll, daß das Christenleben soll erneuert werden. Darum auf, Meine Diener, auf, jeder muß an sich selbst anfangen!

Ich habe vorhin gesagt, wenn Ich das arme Volk retten will, das vom rechten Weg abgewichen ist, das so ungläubig ist, wie könnt ihr verlangen, ihr, Meine Diener, daß dieses Volk wieder zum Glauben gebracht werden soll, wenn ihr selbst nicht tiefgläubig sein wollt, wenn ihr nicht zurückgehen wollt zu dem Glauben des Mittelalters, wenn ihr nicht mit einstehen wollt zu denjenigen, die Ich euch gestellt, die über sich hinweggegangen sind. Ihr müßt über euch hinweggehen, ihr alle Meine Diener.

Siehe, Mein Freund, wenn Ich dir eine Pfarrei angewiesen, wenn Ich dich in einen Orden hineingestellt, wo du Oberer bist, und deine Pfarrangehörigen oder die Untergebenen, die du zu befehligen hast, betrachten dich wie einen ihresgleichen, gehen achselzuckend hinweg, und anstatt daß die Kirche gefüllt wird von der Herde, die du zu leiten hast, wird sie immer leerer; und die Ordensmänner, denen du zu befehlen hast, sie tun, als wärest du einer ihresgleichen, da heißt es, ob gern oder ungern, gezwungen oder freiwillig, die Worte Meiner Dienerin zu beachten, die Ich an euch richte, zum tiefreligiösen Glauben seine Zuflucht nehmen; anders könnt ihr nichts gewinnen.

Du, Mein Freund, der du stehst auf solchem Posten, harre aus. Und wenn deine Kirche sich leeren sollte bis auf zwei Menschen, fahre fort zu predigen, fahre fort, ihnen ihr Unrecht vorzuhalten, ihre Sünden und Laster, und die Tugend zu preisen. Seht, das ist es, warum die Welt nicht mehr hören will. Die Welt will geschmeichelt haben, sie will den breiten Weg gehen, wie man sagt, den Kuhweg, die goldene Straße, die mit Blumen bekränzt ist, und doch auch noch in den Himmel kommen, weil sie wunders meinen, sie hätten genug getan, wenn sie einmal eine Predigt hören oder eine Sonntagsmesse mitnehmen und dann über andere schimpfen und lachen und spotten, die mehr tun, die sich auch Mühe geben, Mir zu gefallen. Solange es nicht anders wird, werde auch Ich nicht anders werden. Die Strafgerichte haben angefangen, und ihr werdet sehen, was noch kommt.

Darum glückselig diejenigen, die den schmalen Weg gewandelt sind bisher, die sich vorgenommen haben, alles aus Liebe zu Mir zu tun und zu leiden, ihr ‚Ich‘ unter die Füße zu nehmen und über sich hinwegzugehen. Glückselig ihr treuen Kinder der Kirche! Steht zusammen zu einem Bund, harret aus unter dem Kreuz, weinet und betet und seufzt für die gottlose Welt. Werdet nicht mutlos! Einmal kommt der Tag, wo alles licht und klar wird. Und nun grüßt Mir recht herzlich Meinen Diener und alle Meine Diener, die es glauben, daß Ich die Macht habe, mit dir zu verkehren, und die sich Mühe geben, diesen Glauben überall zu verbreiten. Grüßt Mir auch recht herzlich alle, die in dieser heiligen Fastenzeit mit Mir gelitten und Meine liebe Mutter begleitet auf den Kalvarienberg, denn wisset, auf einen schmerzlichen Karfreitag folgt ein herrlicher Ostermorgen. Auch ihr werdet ein fröhliches Alleluja mit Mir singen.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes und sagte:

Maria: „Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Geht hin nach St. Quintin und verehrt Meinen lieben Sohn; denn ihr habt tapfer ausgehalten und mit Mir den Kalvarienberg bestiegen, Mich begleitet auf dem Kreuzweg, Meinen lieben Sohn beweint und gelitten für die Sünder. Darum soll das Fest Meiner Schmerzen für euch ein Freudenfest werden. Geht hin nach St. Quintin und verehrt dort das Herz Meines lieben Sohnes, dieses unergründliche Meer der Liebe, daß die Liebe wächst und zunehme in den Herzen der Menschen.

Betet für die Diözese Mainz, damit ihr Bischof sich alle Mühe gebe, dieses sein Licht leuchten zu lassen, das Licht eines tiefreligiösen Glaubens, das er einsaugen kann aus den Schriften, die Mein Sohn ihm jede Woche in die Hand spielen will und wird. Sag er noch Meinem Diener, Meinem Freund, dem Bischof von Mainz, einen herzlichen Gruß, er möge die Flamme der Gottesliebe befördern.

Siehe, Meine Dienerin Theresia mußte zwar auch längere Zeit harte Prüfungen von seiten der Geistlichkeit überstehen, aber in ihren letzten Lebensjahren konnte sie in Ruhe und Frieden Mir dienen, weil man sie nicht mehr drängte und verfolgte. Dieses war notwendig, weil die Reformation des Ordens mit vielen Bußen und Abtötungen errungen werden mußte. Ebenso ist es, wenn das Glaubensleben in der ganzen Christenheit wieder soll erneuert werden, da muß gebüßt, gelitten und gesühnt werden. Aber dazu reicht eine einzige Person nicht aus; Ich kann durch sie nur die Anleitung geben. Und Ich habe, damit sie all die Verfolgungen und alle die Bedrückungen, die man ihr bereitet, übersteht, sie zu dritt zusammengeführt, damit der Stab nicht allsogleich gebrochen sei.

Was Ich wünsche und verlange, habt ihr nun längst gehört. Aber um diese Erneuerung zustande zu bringen, reichen die Bußwerke dieser drei Personen nicht hin, da müssen viele Kräfte zusammenwirken, da muß ein Damm gebildet werden aus vielen Kräften. Und wenn Ich einen Damm bilden will von frommen, eifrigen Christen, da muß der Christ sich Mühe geben, auch Bußwerke zu üben, ein Büßerleben zu führen. Darum höret auf zu zweifeln. Als Meine Dienerin Theresia gestorben war, gab es noch viele in diesem Orden, die ihr auf diesem Weg nachfolgten, aber keine von ihnen hatte zu leiden, was diese Meine Dienerin zu leiden hatte, und diese auch nur wenige Jahre, weil dann die Diener der Kirche, ihre Vorgesetzten einsahen, daß es Mein Wille so sei, daß es der Wille Gottes so sei, wollte Ich sagen, und sie dazuhalfen, das Werk, das Gott angefangen, zu vollführen.

Ich sagte, es kamen nachher noch viele, die sich heiligten, und die Meiner Dienerin Theresia an Heiligkeit gleichstanden, die aber gar nichts mehr zu leiden hatten von ihren Vorgesetzten. Und warum denn? Waren diese vielleicht weniger dem Stolze ausgesetzt wie jene? Nein, Meine Diener, nein, Meine Kinder!

Um der Kirche zu sagen und sie zu belehren zu allen Zeiten, daß es nicht gut ist, immer zu strafen. Die Seele, die auf dem rechten Wege wandelt, soll ruhig ihre Wege wandeln können und dürfen. Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen. Niemand hat das Recht, solche Seelen zu drängen und zu verdammen, kein einziger Vorgesetzter, auch nicht der Beichtvater, auch nicht ihr Bischof. Denn als eine Dienerin Gottes, die heilige M. von Pazzi, einmal mit Mir verkehrte, und Ich verkehrte auch nicht anders mit ihr wie mit dieser Kleinen hier, und sie erkannte, daß es der Wille Gottes sei, daß sie Bußübungen übe, da war niemand mehr dagegen.

Sie hatte die Freiheit von ihren Vorgesetzten und sie hatte nachher eine solche Glückseligkeit, ein solches Schwimmen in Gottes Güte und Liebe, daß sie mehr einem Seraph glich als einem Menschen. Ihr aber, Meine Diener, bewirkt durch das fortwährende Niederhalten und Zuhalten mit den Weltmenschen solchen Personen gegenüber, daß solche Seelen vor Furcht und Angst zurückstehen, und die Liebe und der Glaube leidet viel darunter. Hinweg mit solcher Leitung! Wenn es anders werden soll, sage Ich noch einmal, so müßt ihr den Kleinen zuhalten, den Gedrückten und Betrübten, die trauern um die Sünden anderer, die weinen wegen der Sünden der Menschen. Und nun lebt wohl und grüßt Mir alle recht herzlich, auch deine lieben Geschwister.

Du, Meine kleine Dienerin Luise, und du, meine kleine Dienerin Lieschen, ihr alle seid Mir recht herzlich gegrüßt und all eure Freunde und Bekannte seien Mir herzlich gegrüßt, all eure Geschwister, mögen sie stehen im Kloster oder außerhalb, auch deinen Bruder in A. und seine Familie. O er macht Mir Freude, dieser Familienvater, dein Bruder in S., deine Schwester in R., dein Schwesterlein in A. Alle lasse Ich herzlich grüßen von der schmerzhaften Mutter. Wisset, ein Gruß von der schmerzhaften Mutter ist immer ein doppelter Gruß. Er soll euch hinüberleuchten durch die Leiden dieses Lebens, aber auch, wenn ihr freudig gestimmt seid, trösten und euch erinnern an die Liebe eurer himmlischen Mutter. Einst sollt ihr alle unter Meinem Schutzmantel geborgen mit Mir das göttliche Wort anbeten durch die ganze, lange Ewigkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

351 Gründonnerstag 1900

„Das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ.“

Lied: Düster sank der Abend nieder ...

Barbara: „Ich sehe den Speisesaal, wie sie beisammensitzen. O mein Jesus, wie bist Du so traurig und doch so liebend unter den Deinigen. Wie hängen aller Augen an Deinen Lippen. O liebe Mutter, o heilige Magdalena, ich danke Euch für den gestrigen Abschied. O ich war so ergriffen, ich mußte deswegen gestern den ganzen Tag weinen. Ja, wie mag das ein Abschied gewesen sein. Du weißt, was Ihm bevorsteht, was Ihn erwartet und mußt Ihn hergeben. Ich durfte Ihn mit Euch begleiten bis hinauf auf die Anhöhe, wo Er Eure letzten Umarmungen empfing. O das Gras, an dem Ihr Euch angehalten, ist Zeugnis von dem Schmerz, der Euch niedergeschmettert. Ich habe das innigste Mitleid und vereinige mich mit Euch. Wie bist Du heute so verlassen dort in dem Zimmerchen und die liebe Magdalena bei Dir.“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, euch zusammen zu finden, denn ihr alle gehört zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Ihr seid Meine Lieblinge geworden. Seht, so wie Ich hier rede und wie ihr gekommen seid, Meine Worte zu hören, so versinnbildet dies, wie Ich zum ersten Mal mit Meinen Aposteln versammelt war und wollte, daß für alle Zeiten dieses immer und immer wiederholt werde, was Ich an dem heiligen Abend vor Meinem Leiden verwirklichte. Ich habe hier das größte Wunder gewirkt, das Meine Liebe erdichten und erdenken konnte; denn wißt, als Ich Abschied nehmen sollte von dieser Welt, von all Meinen Lieben, da drängte es Mein Herz. Es konnte nicht scheiden von diesem Geschlecht, das Ich so sehr liebte, ohne Mich ganz ihnen zu schenken. Ich wollte wieder, weil es der Wille Meines Vaters so war und ist, hinaufgehen zu Meinem Vater.

Ich konnte aber dieses Geschlecht nicht verlassen, Meine heilige Mutter, Meine Freunde, Ich sollte sie verlassen. Ja, ja, Ich sollte sie verlassen, aber Mein Herz konnte dies nicht über Sich bringen. Seht, darum freut es Mich, wenn sich Menschen zusammenfinden, die sich an das Gedächtnis des heutigen Abends erinnern, wo Ich das größte Wunder wirkte, das Meine Gottheit wirken konnte in der ganzen Zeit, wo Ich lebte auf Erden. Ich habe Tote erweckt, Blinde sehend gemacht, Lahme gehend, viele Kranke gesund gemacht, so viel es in Meiner Kraft stand. Es wäre Mir möglich gewesen, alles mit einem Schlag zu heben, aber wenn Ich sage in Meiner Kraft stand, dann will Ich euch sagen, so viel es Mir möglich war, Beispiel zu geben den Menschen, denn Ich war ja den Menschen nur zum Vorbild und Beispiel auf Erden. Hätte Ich all die Leiden, die die Menschen quälen und belästigen, gehoben, dann wäre das Paradies auf Erden. Das war aber nicht der Wille Meines himmlischen Vaters.

Aber wo Ich konnte, da griff Ich ein. Ich hielt den Gottlosen ihre Gottlosigkeit vor, den Pharisäern ihr Unrecht; den Reichen befahl Ich, ihren armen Mitbrüdern beizustehen, und durch Mein Eigenes Beispiel belehrte Ich das Volk, als Ich umherwandelte in der Gegend von Palästina. Alle diejenigen, die sich anschlossen und sich mit Mir beschäftigten, halfen Mir, das Volk zu belehren, denn es war so der Wille Meines Vaters, daß sich Mir Menschen anschlossen, die Mich unterhielten, weil Ich ein armer Mensch war, durch die Ich aber auch das Gute wirkte, das Ich wirken wollte. Wo Ich hinging, mußten deswegen solche mit Mir sein, durch die Ich das Gute beförderte. Seht, Meine Kinder, Ich hätte alle Menschen auf einmal glücklich machen können, aber so ist es nicht der Wille Meines Vaters. Das Paradies ist nicht mehr auf Erden, durch die Sünde ist es verschwunden, das Paradies ist weg aus der Welt und muß wieder hergestellt werden und kann nur erneuert werden durch die Liebe zum Kreuz. Darum wollte Ich erst Selbst an das Kreuz hinaufsteigen, um die Menschen zu lehren, daß sie die Sünden abbüßen müssen.

Die Strafen, die Mein Vater durch die erste Sünde über das Menschengeschlecht verfügte, sollten in erster Linie die Menschheit belehren, welch schreckliche Strafen die Sünde nach sich zieht, in zweiter Linie ihnen zeigen, welche Nachsicht Gott mit den Menschen hat, und wie sie die Sünde allmählich abbüßen müssen, und daß die Sünde hinausgeschafft werden muß durch die Menschen selbst, durch Mitwirkung eines jeden Menschen, denn nur die Sünde hat das Kreuz in die Welt gebracht. Durch die Sünde kam der Tod, und dieser bringt alle Übel mit sich, die mit der Sünde verbunden sind. Erst kommen Leiden aller Art und am Schluß der Tod, um das Leiden voll und ganz zu machen. Dadurch wollte Ich die Menschen belehren, welch schreckliches Übel es ist um die Sünde, und daß sie nur von seiten der Menschen abgebüßt und abgelitten werden kann.

Der Mensch selbst muß dieses Sündenelend abstreifen. Ich wollte es nicht heben mit einem Schlag, sonst hätte Ich mit einem Schlag den Menschen ins Paradies versetzen können, aber der Mensch ist Ursache der Sünde und muß deswegen auch die Sünde selbst beseitigen und mit ihr alle die Leiden, die die Sünde im Gefolge hat, denn die Leiden sind die Werkzeuge, wodurch die Sünde abgebüßt wird.

Darum, Meine Kinder, ihr alle, die ihr hier zusammenkommt und Meine Sprache hören und verstehen wollt, merkt es euch, wenn Ich Leiden schicke, in erster Linie Meiner Dienerin. Sie versteht es nicht wie alle Menschen. Ihr alle seid Adamskinder, aber sie soll stehen wie Ich dereinst. Freilich war Ich kein Mensch wie ihr; ihr müßt nicht irre werden. Sie ist ein armes, sündhaftes Geschöpf. In diesem wollte Ich ihr nicht gleich sein, aber da Ich einmal angefangen habe, wie Ich euch schon oft gesagt, so will Ich durch sie das Glaubensleben wecken. Und alle, die Ich mit ihr verbinde, müssen daran arbeiten, das Glaubensleben zu wecken, denn so wenig ein Mensch für sich allein verdammt wird, so wenig kann ein Mensch allein für sich in den Himmel kommen. Ihr alle seid Glieder eines Leibes, Kinder eines Vaters im Himmel. Ihr alle seid berufen, mit euch viele, viele zu retten für den Himmel.

Deswegen kommt hier zusammen und lernt. Wenn Ich euch sage, daß Ich durch diese Meine Dienerin das Glaubensleben wecken will, dann merkt euch, daß Ich ihr kein Leiden erspare, und deswegen sage Ich, sie soll ein Vorbild für euch und alle Menschen sein. Die Finsternisse, die sie in sich hat, machen ihr viel zu schaffen, denn wenn Ich Mich zurückziehe, ist sie wie alle Menschen mutlos. Sie glaubt, die Hölle sei geöffnet unter ihren Füßen, der Himmel sei für sie verloren. So geht es allen Menschen, besonders den guten, treuen Kindern Meiner Kirche, denjenigen, die nachdenken in ihrem Herzen, die auch zu den Demütigen gehören, die erkennen ihr Elend, und weil sie es erkennen, darum fühlen sie sich schwach und armselig, sie werden mutlos und fallen zurück, was Ich verhüten will. Deswegen komme Ich jede Woche, um euch zu sagen: Rafft euch auf, es ist noch nicht die Zeit, wo ihr genießen sollt, aber einst sollt ihr ewig, ewig besitzen und genießen. Darum auf zum Kreuz und zur Liebe zum Kreuz, Meine Kinder!

Seht, Ich habe vorhin gesagt, das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ. Ich habe Mich gleichsam geteilt. Ich habe Mich, um den Willen Meines Vaters zu erfüllen, zurückgezogen von euch. Ja, ja, Ich habe für euch ja auch überfließend genug getan. Fürchtet euch nicht. Wenn es euch angst werden will, so nehmet Zuflucht zu Meinen Verdiensten, denn Ich habe überfließend genug getan. Ich wollte Besitz nehmen von Meiner Herrlichkeit. Ich wollte aber auch zurückbleiben, um euch zu trösten, in eurer Mitte zu weilen.

Darum helfet alle zusammen, daß der Liebesbund errichtet werde in Meiner Schöpfung, daß die Menschen, die Christen anfangen, Mich aufzusuchen, daß das erste Christentum erneuert wird, eher wird es nicht anders werden, die Leiden dieser Zeit, die vielen Krankheiten, das große Elend, das in der Schöpfung ist, sind lauter Strafen, die Mein Vater verhängt über die Menschen zur Strafe für die Sünden, für den Unglauben, die Gottlosigkeit, die Sittenlosigkeit. Denn seht hinaus in die Schöpfung, wo ist der gute, alte Glaube, wo die reine Unschuld der Kinder, wo sind eure Kinder, ihr Eltern? Wo ist die Treue der Ehegatten? Dieses alles ist dazu angelegt, die Heiligen des Himmels aufzufordern, wie es Meine Apostel taten, als Ich auf Erden wandelte, Feuerregen herab zu beschwören über diese gottlose Welt.

Und nun, Meine Kinder, die ihr zu den treuen Katholiken gehört, zu den guten Christen, wenn Ich euch sage, daß es anders werden muß, dann erschreckt nicht, wenn Ich sage, ihr müßt leiden, ihr müßt euch für andere einsetzen. Keines von euch darf sich schämen seines heiligen Glaubens, des Bekenntnisses seines Glaubens. Wenn es anders werden muß, muß Ich bei den liebsten Kindern Meines Herzens anfangen, muß Ich dem Priester sagen, wo es anzufangen ist und wie es anders werden soll und werden kann, wenn es so geübt wird, wie Ich sage. Seht, als Ich das Letzte Abendmahl mit Meinen Jüngern hielt, da war Ich nur mit Meinen liebsten, treuesten Kindern allein, Meinen Aposteln und Meiner lieben, heiligen Mutter und Meiner treuen, lieben Dienerin Magdalena.

Die anderen Jünger kümmerten sich nicht um das, was Ich wirken wollte; sie wußten nichts davon. Erst als Ich hinausging auf den Ölberg und Mein Leiden begann, da flohen Meine Jünger, selbst die wenigen, die Mir noch treu geblieben sind, die Ich mit Mir zu Tisch gesetzt hatte, welche die drei Jahre, wo Ich sie um Mich gesammelt hatte, wo sie Tag für Tag die großen Wunder wirken sahen, sie alle haben Mich erkannt als den wahren Sohn Gottes, und wo sind sie? Wo sind die treuen Diener, auf die Ich die Säulen der Kirche bauen, Mein Reich aufrichten wollte? Sie alle flohen davon. Warum denn, Meine Kinder? Weil sie sahen, wie ihr Herr und Meister schwach wurde, weil sie Ihn leiden sahen. Sie wollten vom Leiden befreit sein, sie wollten das Reich des Messias aufgerichtet wissen und Diener dieses Reiches werden, aber nicht in Armut und drückender Not sich befinden, mit einem Wort, sie wollten nicht leiden, sie wollten das Kreuz fliehen. Sie alle flohen davon bis auf Meine heilige Mutter und Meine Dienerin Magdalena.

Nicht umsonst habe Ich sie durch die Engel durch die Lüfte getragen, das heißt auf den Berg der Beschauung. Merkt es euch, ihr alle, ihr sollt auf den Berg der Beschauung gehen, dort werdet ihr Mich finden. Aber zurück zu dem, was Ich gesprochen habe. Vom Leiden will niemand etwas wissen. Wenn Meine Kirche aber wieder siegen und auf den Gipfel ihres Glanzes gestellt werden soll, von dem sie weggerückt ist, dann müßt ihr alle das Kreuz umfangen, dann müssen die Diener der Kirche das Kreuz mutig umfassen. Es ist wahr, Ich lobe Meine Diener. Ich habe schon oft gesagt an dieser Stätte, daß sie am Wendepunkt stehen, und daß Ich Mich oft vor Meinen himmlischen Bewohnern rühme mit diesen eifrigen Aposteln, die in jetziger Zeit in Meiner Kirche stehen; denn allenthalben wird das Evangelium gepredigt wie noch nie, seitdem Ich auf Erden wandelte. Feurige Diener habe Ich in Meinem Reich stehen, feurige Apostel. Sie fürchten sich auch nicht, hinzutreten und den anderen die Wahrheit zu sagen, denen, die an der Spitze stehen, den Mächtigen der Erde. Das alles ist recht. Aber, Meine Diener, es muß noch viel, viel gebessert werden.

Auf, Mut gefaßt! Hand in Hand müßt ihr gehen mit den treuen Kindern der Kirche, mit den Kleinen und Armen. Seht, wenn das Ziel erstrebt werden soll, das erstrebt werden muß, wenn der Kaufmann sein Geschäft wieder in die Höhe bringen will, muß er alles aufbieten. Er muß darben und schmachten, er muß anderen geben, was er selbst genießen könnte, damit er sich wieder Kunden erwirbt, um so das Geschäft nach und nach in die Höhe zu bringen. In Meinem sterblichen Leben habe Ich oft in Gleichnissen zu euch gesprochen und den Kaufmann vorgeführt, wie er alles hingibt, um die gute Perle zu finden und den Acker zu kaufen und sich anzueignen, der die Perle enthält. So werde Ich immer in Gleichnissen zu euch reden und Meine Kirche vergleichen mit dem guten Kaufmann. Wenn sie wieder in die Höhe gebracht werden soll, müßt ihr Hand in Hand gehen mit den guten treuen Christen.

Ihr dürft euch nicht schämen, wenn man spottet und lächelt über solche, die tiefgläubig sind. Ihr dürft aber auch nicht irre werden, wenn ihr an ihnen Fehler findet und sie nicht so vollkommen seht, wie ihr euch einbildet, daß sie sein sollen. Diejenigen, die so gute, treue Christen sein wollen, mögen sich selbst betrachten. Sage Ich doch auch immer, daß Ich stolz bin mit Meinen Dienern, daß Ich Meinem Vater und Meinen Bewohnern im Himmel sage: ‚Seht doch, wie Meine Diener auf Erden arbeiten, habe Nachsicht mit diesem Geschlecht‘, und längst wäre der Arm Meines Vaters nicht mehr aufzuhalten, wenn Ich nicht tagtäglich hintreten würde zu Ihm und sagte: ‚Vater, habe Nachsicht mit der Welt um Meiner Diener willen. Siehe Meine Diener, wie sie arbeiten und sich abmühen, sieh das feurige Priestertum, wie es sich hinschlachtet und hinopfert.‘

Siehe, wir haben es oft gesagt und längst mitgeteilt, daß da das Geschlecht immer mehr seinem Untergang entgegengeht, weil das Weltende immer näher herbeirückt, das Menschengeschlecht immer schwächer wird und die Kräfte nicht mehr hat wie im Anfang seiner Erschaffung, daß man Nachsicht mit ihnen haben sollte und Wir auch wirklich Nachsicht haben. Siehe, Mein Vater, und doch sage Ich jetzt, daß Ich stolz bin mit diesen Meinen Dienern, wenn sie auch nicht mehr so streng fasten können, weil Ich es nicht mehr verlangen kann.

Darum werdet nicht irre, wenn Ich euch diese Schrift in die Hand gebe, und bildet euch nicht ein, als wollte Ich euch belehren durch ein armes Frauenzimmer. Nein, nein! Aber seid ihr nicht ebenso armselige Menschen und Werkzeuge in Meiner Hand wie dieses Werkzeug? Ihr habt den Beruf, Mein Reich fortzupflanzen, sie aber hat den Beruf, allen Menschen zum Vorbild zu sein, wie man nicht irre werden soll in sich selbst und nicht an anderen, wie man Tag für Tag, Woche um Woche, sich immer wieder neu aufraffen, zu Mir hingehen, Mir seine Schwachheit bekennen soll, seine Sünden dem Priester bekennen und mit freudigem Herzen wieder fortfahren soll, seinen Gott zu lieben und ihm zu dienen.

Seht, durch sie will Ich euch belehren, daß der Christ, der sich eng an die Kirche anschließt, nicht unglücklich ist, auch wenn er noch so arm und so viel mit Leiden heimgesucht ist. Wie sie alles mitfühlt, was Meine heilige Kirche vorstellt, wie zum Beispiel die heilige Fastenzeit, wo sie ihre Kinder zurückführt zu einem ernsten Nachdenken, die heilige Adventszeit, wie sie da mitfühlt und mitleidet und, ohne es zu ahnen und zu wissen, Ich sie in einen Ernst hineinversetze und ihr so viel Leiden schicke, daß sie wähnt, über einen Abgrund zu gehen, so aber auch zu einer anderen Zeit wieder, wo Meine Kirche ihre Kinder in die freudige Stimmung versetzen will, sie auch wieder die Freude dieser Zeit mitfühlt, seht, so will Ich euch belehren, daß ihr alle nicht unglücklich seid, wenn ihr das Leben Meiner Kirche mitleben und mitfühlen wollt. Und das werdet ihr alle, sobald ihr angefangen habt, euch recht an Mich anzuschließen. Schließt euch dem Liebesbund an, bekennt eure Sünden vor dem Priester, geht hinweg über eure Unvollkommenheiten und seid nicht mutlos, werdet nicht irre. Satan geht umher, suchend, wen er verschlingen kann und wo er euch ertappt in einer Mutlosigkeit, da ist er bei der Hand.

Auf! Waffnet euch, Meine Kinder, mit dem Schild des Glaubens, mit dem Panzer der Hoffnung, begründet in euch die Gottesliebe. Was ihr nicht könnt, will Ich euch ersetzen, wenn ihr noch so armselig seid. Wenn ihr euer Tagewerk vollbracht, aber am Abend zu mir kommt mit der Aufopferung, die Ich euch gelehrt habe durch Meine Kleine, soll alles wieder ersetzt sein; wenn auch drückende Tage kommen, sie gehen vorüber.

Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Die paar Tage soll eure Freude eine stille, gedrückte sein, weil es die Karwoche ist. Ihr sollt einesteils mit Mir die Trauer betrachten, in die Meine heilige Mutter versenkt war. O habt recht viel Mitleid mit Meiner heiligen Mutter. Die Tränen, die da geweint werden, still im Herzen oder nach außen hin über die Schmerzen Meiner heiligen Mutter, sind kostbare Perlen, um derentwillen Ich keinen Menschen, auch wenn er der größte Sünder wäre, verlorengehen lasse, sondern ihn retten muß. Derjenige, der eine einzige Träne geweint in seinem Leben, der oft die Schmerzen Meiner Mutter betrachtet hat, kann nicht verlorengehen. So sehr hat Meine Mutter mit Mir gelitten und so viel Trost war das Leiden Meiner Mutter für Mich, daß Ich doch eine Seele hatte auf der ganzen, weiten Welt, die wahrhaft Meine Schmerzen mit Mir teilte, daß Ich um dessentwillen alle retten muß, die Ihre Leiden bedenken. Andernteils aber freuet euch, denn auf so einen schmerzlichen Karfreitag kommt ein freudiger Ostertag.

Du, Meine Dienerin, laß Satan nicht über dich triumphieren. Satan stellt dir nach auf Schritt und Tritt. Wisse, daß du das vierte Kleeblättchen geworden bist und eine herrliche Krone dir verdienen sollst; wisse aber, daß du noch vieles abzubüßen hast, und solange Satan dich ertappen kann über eine noch so kleine Mutlosigkeit, will er dich gleich beim Zopf erwischen. Flüchte dich aber sogleich zu Meiner Dienerin, klage ihr dein Leid und sage ihr, was dich drückt. Beichte deine Sünden dem Priester, aber über deine Mutlosigkeit sprich mit deiner Freundin und gehe darüber hinweg, und du wirst sehen, wie es nach und nach besser wird.

Seht, ihr alle seid ja im Paradies, das Ich schaffen will, im Paradies des Kreuztragens. Ihr werdet sagen, das ist mir ein schönes Paradies. Und doch ist es eines. Der Mensch, der es recht versteht, das Kreuz zu tragen, wandelt wie auf Rosen; er fühlt nicht mehr die Dornen, die ihn stechen, wenn er über die Rosen dahinschreitet. Der süße Wohlgeruch, den die Rosen ausduften, erfüllt ihn so sehr, daß er die Schmerzen nicht mehr fühlt. Und du, Meine Dienerin, sage deinem Verwandten, dem Priester, er möge wohl bedenken, daß er viele, viele retten soll, daß da, wo der eine Priester durch feurigen Eifer Seelen rettet, daß da ein anderer Seelen retten soll durch das Verlangen, das er hegt. Ich will ihm seine körperlichen Leiden, die Ich über ihn kommen ließ, so anrechnen, wie einem Franz von Xaver, der Millionen von Seelen Mir zugeführt durch seine feurigen Predigten, wenn er mit Geduld das Kreuz umfängt, das Ich über ihn kommen ließ. Er soll jenen verkommenen, schlechten Priester retten, der von Mir abgefallen ist.

Er wird nach und nach doch auch wieder besser werden und die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, er soll nicht so abstrakt sein gegen Meine Dienerin. Er soll wissen, daß um ihres Gebetes und ihrer Tränen willen Ich ihm schon vieles zukommen ließ. Er soll das Gebet der Kleinen nicht verschmähen und ihr alle, Meine Diener, sollt das Gebet der Kleinen nicht verschmähen. Einen freundlichen Gruß auch Meinem Diener N. sowie allen deinen Geschwistern. Du aber schließe dich eng an Meine Freundinnen an, an Meine Kinder und an deine Freundin. Teile mit ihr Freud und Leid, tue es wie Ich eben Meiner Dienerin gesagt habe, wenn du in Seelennot gerätst, gehe zu deiner Freundin, rafft euch auf, schließt euch eng zusammen. Und Ich sage dir, ihr, die euch der Herr gestellt hat, die ihr hinausgesendet seid gleich wie Apostel, viele zu belehren, denn ihr seid ja zum Teil Apostel, wenn ihr auch keine Priester seid.

Alle, die andere in der Gerechtigkeit unterweisen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels. Merkt es euch, ihr habt Kinder unter eurer Leitung, Kleinodien unter eurer Fürsorge. Träufelt hinein nicht nur die Weisheit, die Weltkinder angeben, daß ihr sie hineinpfropfen sollt in das Kind, träufelt vielmehr hinein den Keim der Gottesliebe, habet Nachsicht mit den Kindern. Lehret sie, Meine heilige Mutter recht lieben. Seht, das arme Kinderherz, wenn es euch die Zornesglut in die Wangen treibt, so denkt an das verkommene Zeitalter, an die abstrakte, irreligiöse Kindererziehung, an die vielen Eltern der jetzigen Zeit, die ihre Kinder geradezu gegen die Religion erziehen. Darum müßt ihr euch nicht grämen und böse zürnen, wenn ihr seht, wie die Kinder unartig euch gegenübertreten; habt Nachsicht, träufelt hinein die Liebe zu Meiner heiligen Mutter und zu Mir. Besonders wenn die Zeit herankommt, wo sie zur Erstkommunion an Meinen Tisch geführt werden, könnt ihr vieles tun. Ihr könnt dafür sorgen, daß unter euren Kindern hie und da schon der Keim zur Jungfräulichkeit gelegt wird. Tut es!

Seht, wo die Welt so bevölkert ist und die Menschheit abgewichen ist vom rechten Weg, da muß alles dazu beitragen, daß die Menschheit wieder zurückgeführt wird. Der jungfräuliche Stand muß zu Ehren gebracht werden. Da müssen die Familienväter und Mütter arbeiten an ihren Kindern und sich glücklich schätzen, wenn sie eines ihrer Kinder auf die Bahn der Jungfräulichkeit bringen. Sie müssen sie bearbeiten durch Beispiel, Reden und Ermahnungen, daß sie sich zum jungfräulichen Stand entschließen können, dann ist die ganze Familie gerettet. Wäre in allen Familien eine Jungfrau, so wäre es nicht zu viel. Niemals darf mehr geringschätzend von diesem Stand gesprochen werden.

Solange man noch abfällig davon spricht, merkt’s euch, wird es nicht besser. Man soll nicht sagen: ‚Die alten Jungfern, sie haben ihre Eigenheiten.‘ Du hast deine Eigenheiten und ihr alle, die ihr mit der Welt liebäugelt und vorgebt, die wahren Christen zu sein, ihr alle habt eure Fehler. Laßt sie nur, die Jungfrauen, sie sind doch diejenigen, die Ich am meisten liebe, die die Jungfräulichkeit Mir bewahren, wenn sie auch ihre Fehler haben. Seht hinein, wo eine Seele steht, die sich so abmüht um ihre Angehörigen wie eine Jungfrau, die alle miteinander auf den guten Weg zu bringen und zu erhalten sucht.

Darum auf, ihr Meine Kinder, Meine Freunde, ihr Meine Lieblinge! Wenn jetzt der Maimonat kommt, dann erweckt in euren Kindern, was Ich euch schon oft gesagt, die Liebe zu Meiner heiligen Mutter. Fürchte dich nicht, Meine Tochter, du wirst noch einige Jahre das Amt verwalten, wenn auch mit großen Schmerzen und Schwierigkeiten. Wisse, daß du gerade dabei viele, viele retten wirst, aber tue, wie du voriges Jahr getan, belehre deine Kinder und übe mit ihnen den Maimonat. Es gefällt Mir, Meine heilige Mutter wieder recht zu Ehren zu bringen. Freuet euch, der liebliche Maimonat ist nicht mehr fern. Die Osterglocken sind noch nicht recht verhallt, und der Weiße Sonntag, worauf Ich Mich sehr freue, ist noch nicht ganz vorbei, und der liebliche Mai kommt herbei, dann begrüßt Meine Mutter.

O wenn ihr nicht, Meine Kinder, wie voriges Jahr vom Bischof die Erlaubnis bekommt, weil ihr unter die Leitung des Bischofs gestellt seid, dann geht, wie ihr könnt. Wenn er es nicht erlaubt, dann sagt ihm einen freundlichen Gruß von Mir, es wäre ein großer Nachteil für das Erneuern des Glaubenslebens, solange man sich noch fürchte vor der gottlosen Welt, solange man noch denjenigen, die Ich erwecke, Mir treu zu dienen und denen Ich die Bußwerke angebe, die sie üben sollen, Hindernisse legt und man diese nicht billigt, wird es nicht viel besser. Es wird viel langsamer vor sich gehen, denn wißt, daß gerade diejenigen, die spotten, am meisten Gewissensangst haben, wenn sie sehen, wie man schnurstracks drauflosgeht, um verspottet und gedemütigt zu werden. Ich will, daß es Menschen gebe, die öffentlich ihren Glauben zur Schau tragen, die sich nicht fürchten vor der gottlosen Welt, die öffentlich ihren Glauben bekennen. Und gerade das ist es, warum ich sagte, daß sie barfuß gehen müßten, damit andere aufmerksam werden, damit Mein Diener, der Bischof von Mainz, aufmerksam werde.

Schon Jahrzehnte spreche Ich durch Meine Dienerin, daß es so nicht mehr weitergeht, daß Ich den Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufhalten will, und solange es noch Seelen gibt, die sich einstellen, die Meinen Arm aufhalten, kann Ich nicht so strafen. Wenn aber die Menschheit nicht Meine Worte beachtet, wenn man immer wieder den alten Schlendrian geht, wenn man noch so viel predigt und im stillen Gutes wirkt, aber die Menschen nicht gerüttelt und geschüttelt werden dadurch, daß sie einsehen, daß sie unrecht tun, wird es nicht besser. Alles müssen diejenigen aufwenden, die Ich gestellt habe, das Glaubensleben zu erneuern. Die Guten müssen gerüttelt und die Bösen geschüttelt werden. Der Gottlose, der ganz verkommen ist, wenn er sich ausgetobt hat, wird er doch gerettet durch das Gebet der Gerechten, aber dafür müssen sie sich einsetzen. Die Guten, die in Meiner Kirche sind, werden sehen, wie andere tun und werden immer mehr angeeifert. Ein Eifer muß sich entfalten, und darum darf nichts eingeengt werden. Man muß denjenigen freien Lauf gestatten, die Ich antreibe, Bußwerke zu üben und außergewöhnliche Dinge. Dies ist Mein Wille so.

Wenn du es nicht tun willst, dann tue, was dir beliebt. Ich habe jedem Menschen den freien Willen gegeben, Ich habe an die Diener Meiner Kirche Meine Macht abgetreten. Ihr habt Meine Macht übernommen, zu binden und zu lösen, Ich habe euch aber auch euren freien Willen gegeben. Darum überlegt und tut, was ihr denkt, wie es am besten sei. Ich werde euch keine Vorschriften machen. Alles, was Ich euch sage, ist nur ein guter Rat, wie alle evangelischen Räte sind. Die Welt kann doch gerettet werden, aber es wird viel mehr kosten und langsamer vor sich gehen, wenn die guten, treuen Kinder nicht ganz und gar über sich hinweggehen und auf das Gerede der Gottlosen nicht mehr achten, besonders ihr, Meine Diener, Meine Priester, wenn ihr auf keinen Menschen hört, nicht auf den Spott der Gottlosen, noch auf das Gerede derjenigen, die an der Spitze stehen, die euch schaden, die euch zureden, als könnten sie euch schaden. Alles dies muß hinweg. Solange ihr dies noch befürchtet, habt ihr noch nicht alles abgelegt und vieles wird noch vermindert im Fortschreiten Meiner Kirche.

Lebt wohl, Meine Kinder! Bis Samstagabend werdet ihr mit Mir fröhliche Ostern feiern, eine fröhliche Auferstehung, du, Mein Sohn, fahre fort, deine Pflichten als Familienvater zu erfüllen, die Kinder für Mich zu erziehen und schenke Mir, was Ich von dir verlange, alle die Opfer mit freudigem Herzen. Siehe, aus deiner Familie wird ein Sproß hervorgehen, der vielen noch eine Leuchte werden und deinem Hause große Ehre eintragen soll, aber du wirst es nicht mehr erleben. Du wirst längst zu Staub verfallen sein, bis dieses geschieht. Wisse aber, daß du Mir die Kleinodien, deine Kinder zum Opfer bringen und alle für Mich erziehen sollst. Deine erste und größte Aufgabe soll sein, sie tief in ihren religiösen Übungen zu befestigen.

Alles, was du hineinpflanzest, wird in ihnen bleiben, wie alles, was eure gute Mutter in euch gepflanzt und in euch geblieben ist. Fahre fort, dir alle Mühe zu geben mit diesem Kleinen, den Ich zum Priester bestimmt. Scheue keine Opfer und werde nicht irre, wenn du jugendliche, leichtsinnige Fehler an ihm bemerkst. Wisse, daß so alle Menschen sind, daß das Kind nicht heilig auf die Welt kommt, daß es erst heilig werden muß, wie auch du erst heilig werden mußt. Habe Nachsicht mit ihm und deinem Neffen, den Ich dir zugeführt habe. Betrachte ihn wie eines deiner Kinder, sorge für sein zeitliches und ewiges Fortkommen, denn diese Kinder machen Mir viele Freude und sind gut geartet, aber wenn sie hinauskommen in die Welt, wo Satan spielt und tanzt und geigt, läßt der Beste sich mit hineinreißen. Die Jugend ist leichtsinnig. O haltet sie ab, so gut es geht, von dieser allzu großen Vergnügungssucht. Solange sich die Diener Meiner Kirche nicht mit der weltlichen Obrigkeit verbinden, um ihr schnurstracks entgegenzutreten, wird es nicht besser, alles wird mit hineingeschwemmt.

Tue, was Ich dir sage, arbeite, wirke im stillen. Du sollst nicht aus deiner Familie gehen, aber alle sollen sehen, wie Ich das Familienleben segne, das Mir treu dient. Ich habe dich gesegnet im Zeitlichen und Ewigen. Du bist im wahren Glauben und hast ausgeharrt und deshalb, weil du Mir gedient, habe Ich dir das andere darauf gegeben. Und so sorge Ich für alle deine Geschwister; sie werden Mir dienen, und Ich werde ihnen das Nötige geben. Ich werde all denen, die sich anschließen an den Liebesbund, wenn sie es so tun, wie Ich sage, das Nötige geben, aber bei vielen ist die Armut selbst verschuldet, sie wollen sich keine Opfer auferlegen.

Geht hin zu Meinen Dienerinnen, ihr werdet keine Üppigkeit bei ihnen finden. Würden alle tun wie sie, würden sie zufrieden sein und sich einige Sparpfennige zurücklegen können. Einst habe Ich gesagt: ‚Suchet vor allem das Reich Gottes, und alles andere wird euch beigegeben werden.‘ Derjenige, der Mir dient, weiß, wie er es anzustellen hat. Auf, freuet euch! Tut, was in euren Kräften steht, aber wo ihr niemand dazu bringt, eure Worte zu beachten, befestigt in euch das Glaubensleben, es trägt doch seine Frucht.

Tragt Jahr um Jahr das kleine Kreuzlein mit Liebe, das Ich in jedes Menschenherz hineingesenkt, klammert euch daran, es soll euer Paradies auf Erden sein. In Frieden und Ruhe sollt ihr es tragen, dann werdet ihr glücklich sein hier und unendlich glücklich in der Ewigkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

352 Vigil von Ostern 1900

„Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, der muß in erster Linie Meiner heiligen Mutter nachfolgen.“

Barbara: „O heilige glückselige Nacht! O mein Jesus! O auferstandener Sieger! Preisgekrönter Sieger! Nimm hin meine Seele mit allen Kräften, mein Herz mit allen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. O glückselige Stunde! Mein Vielgeliebter, ich kann die Wonne nicht fassen. O mein Jesus, wie glücklich bin ich! O wie bist Du im Genießen. Wer Dich genießt, wie glücklich! Ist es wahr, alles ist dahin, alles ist vorüber, all die Leiden, Tränen, Kämpfe! O du mein armes Herz, wie hast du gekämpft! O mein Jesus!“

Jesus: „Komm mit Mir!“ Ich sehe die liebe Mutter Gottes. Sie fragt nicht nach der Dunkelheit der Nacht, Sie fragt nicht, ob noch jemand Sie begleite. Still und unbemerkt schleicht Sie Sich aus dem Haus. Sie flieht durch die Stadt, mehr schwebend wie gehend, bis hinaus vor die Tore der Stadt. Ich darf Dich begleiten, o meine Königin, o meine Mutter! O glückliche Nacht! O heilige Nacht!

Lied: Ist das der Leib ...

Barbara: „O Du süßer Bräutigam, wir sind versammelt wie Deine heiligen Apostel und Deine heilige Mutter in dem Saale und warten auf Deine Ankunft. O mein lieber, süßer Jesus, o komm, wie Du zu ihnen gekommen, so komme und belehre uns, Deine Kinder.

O wie freue ich mich Deiner Ankunft! O wie bist Du so gut! Ich danke Dir im Namen aller Menschen und freue mich mit allen, die morgen Ostern feiern. Gib allen guten Willen, auch denjenigen, die nicht an Dich glauben. Anstatt derer, die Dich lästern, wollen wir Dich lieben. Siehe, Deine heiligen Apostel und Deine heilige Mutter sind versammelt, anstatt der vielen Juden. Sie alle wollen Dir ersetzen die Schmach und die Verachtung, die Dir zugefügt worden ist. Diese Deine Treuen bleiben zusammen, um ja nicht irre zu werden, weil sie fest an Dich glauben. So sind wir hier versammelt. Wir glauben, daß Du unendlich gut bist. O welche Umarmung! O unendlich schön! O wie all die ehrwürdigen Gestalten, die Ihn begleiten, zittern vor heiliger Freude.

O heilige Ostern, o glückliche Ostern! Auferstehung ist euch geworden. Ihr zieht jetzt ein in die himmlischen Tore. O auch ich möchte mich anschließen! Dort sehe ich die liebe, heilige Magdalena, die drei Marien, die Ihn suchen. Die Liebe treibt sie fort. Wenn ich bedenke, was eine Seele leidet, die Dich liebt in der Zeit, wo Du abwesend bist, dann begreife ich die Sehnsucht und das Verlangen Deiner heiligen Mutter und der heiligen Frauen, der lieben, heiligen Magdalena. O liebe, heilige Magdalena, ich vereinige mich mit dir. Ich will mit dir suchen gehen. Ja, wie mag es dir gewesen sein! Neben Dich, liebe Mutter, kann ich mich nicht stellen, denn Du warst die Reinste, Heiligste, Unschuldigste. Niemals hat der Schatten einer Sünde auf Dir gelastet. Aber neben dich will ich mich stellen, heilige Magdalena, denn eine Sünderin bin ich wie du. Mit dir will ich Ihn suchen, büßen mein ganzes Leben lang. Die heilige Fastenzeit sagt mir wieder, was du gelitten in den paar Tagen, wo Er Sich dir entzog und Abschied von euch genommen. O ihr lieben, heiligen Freunde, die ihr das Glück hattet, Ihn zu sehen, wie mag es euch gewesen sein! O ich habe es mitgefühlt in diesen Tagen. Darum nehme ich den innigsten Anteil an eurer Freude.“

Lied: Freu dich, du Himmelskönigin ...

„Mein Jesus! Ich kann die Freude nicht fassen am heutigen Abend. Wie unendlich gut bist Du! O laß doch alle, die sich im Geist mit mir vereinigen, mitfühlen, wie gut Du bist. Was verlangst Du, daß wir tun? Wir alle sind bereit, Deinen heiligen Willen zu erfüllen, Dir in allernächster Nähe zu folgen. Rede Herr, Deine Dienerin hört!“

Jesus: „Recht so, Meine Kinder! Es freut Mich, in eure Mitte zu kommen in der Zeit, in der ihr lebt, wo so viele Menschen nicht mehr Auferstehung feiern, wo so viele sich nicht erinnern an das große Werk, das Ich vollbracht in diesen Tagen. So viele Menschen, ja weitaus die meisten, leben dahin, ohne auch nur eines Blickes, eines flüchtigen Gedankens Mich zu würdigen. Sie sind vererdet, verhärtet, ganz und gar aufgegangen in sich selbst. Sie haben sich zu ihrem Gott gemacht und beten ihn an. Sie beten sich selbst an und vergöttern sich, indem diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, diese Meine Wohltaten nur mißbrauchen und sich als das Goldene Kalb selbst anbeten. Diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern nicht gesegnet habe, suchen dieses Goldene Kalb, wo sie es finden, einerlei, ob auf gerechtem oder ungerechtem Weg. Sie wissen, es sich anzueignen und hüpfen um dieses Kalb, um sich selbst herum, jahraus und jahrein, bis der Tod kommt und mit einem Schlag dieses Kalb vernichtet. Dann, Meine Kinder, habe Ich die Macht über diese Menschen, und es fängt ein Kampf in Mir an. Die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit treten sich gegenüber und sie kämpfen miteinander. Die Gerechtigkeit befiehlt Mir, diese Menschen zu strafen, sie von Mir zu stoßen, und die Barmherzigkeit sagt Mir:

Siehe, Dein Herzblut klebt an dieser Seele. Alles hast du getan für sie, ans Kreuz bist Du gestiegen für sie. Du hast Deinen heiligen Leib hingemartert und zerschlagen für sie und alles soll verloren sein? Meine Kinder, bedenkt den Kampf, der in Mir entsteht, wenn diese Seelen vor Meinen Richterstuhl gelangt sind.

Helfet Mir! Helfet Mir! Seelen, Seelen will Ich retten Seelen, Seelen sollt ihr retten! Seht diese Geschöpfe, diese Könige der Schöpfung habe Ich erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Sie haben Meinen Geist innewohnen und sollen mit Mir, zudem Ich Mich ihnen gleichgestellt, ihr Bruder geworden bin, herrschen und regieren durch die ganze Ewigkeit. Aber diese Geschöpfe, anstatt Mir dafür zu danken, daß Ich sie erschuf, bringen sie Mich dazu, daß Ich Reue bekommen möchte, diesen Menschen erschaffen zu haben.

Darum auf, Meine Kinder! Eingegangen bin Ich in Meine Herrlichkeit. Ich kann nicht mehr verdienen. Nur du, o Mensch, kannst noch verdienen, solange du dieses sterbliche Fleisch mit dir herumträgst. Du kannst Mir noch Seelen retten. Du kannst deine Brüder Mir noch zuführen. Helft Mir, diesen Kampf kämpfen! Stellt euch neben die Barmherzigkeit und kämpft gegen die Gerechtigkeit! Sagt Meinem Vater: ‚Siehe, anstatt Deines lieben Sohnes stehen wir jetzt vor Dir. Siehe, Dein Sohn kann nicht mehr verdienen, wir sind aber Seine Brüder und Schwestern, uns hat Er jetzt Seine Gewalt übertragen, uns ist Seine Macht überkommen. Wir haben noch Gewalt und Macht in unserer Hand. Siehe Vater, wir haben das kostbare Blut Deines Sohnes in unseren Händen. Du mußt uns die Seelen schenken; Du mußt uns all die Sterbenden schenken, die heute vor Dein Gericht gefordert werden. Barmherzigkeit, Vater! Barmherzigkeit für die Sünder!‘

So sollt ihr Tag für Tag, morgens beim Erwachen, wenn ihr zur heiligen Messe geht, des Tages über, wenn ihr die Kirche besucht, und am Abend, ehe ihr euch zur Ruhe legt, vor Meinen Vater hintreten und Ihm Mein kostbares Blut zum Opfer bringen. Damit ihr aber dies in recht vollkommener Weise tun könnt, will Ich euch heute belehren, welche Klasse von Menschen Mir die liebsten und treuesten waren, die Mich suchten in dieser heiligen Nacht. Siehe, Ich habe dir heute früh schon Andeutung davon gegeben.“

Barbara: „Ja, mein Jesus, drei Klassen von Menschen haben Dich gesucht in dieser Nacht. Wer waren diese?“

Jesus: „Es war Meine heilige Mutter zuallererst, die heilige Magdalena und ihre Freundinnen und Meine Jünger, Meine Apostel Simon Petrus und Johannes. Keinem von den übrigen Menschen fiel es ein, Mich zu suchen. Diese drei Klassen von Menschen waren die Vollkommensten in der ganzen sichtbaren Schöpfung, und doch ist ihr Suchen so verschieden und so lehrreich für euch alle, daß Ich euch darüber eine ganz besondere Aufklärung geben will. Meine heilige Mutter ist doch wohl die Vollkommenste und doch sage Ich euch, daß auch ihr Sie nachahmen könnt, falls ihr euch recht Mühe geben wollt. Nach Ihr ist die liebe, heilige Magdalena, der ihr in allernächster Nähe folgen sollt.“

Barbara: „O Herr, Du hast doch dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übertragen und auf ihm Deine Kirche gebaut. Du hast ihn den Felsen genannt, auf dem Du Deine Kirche bauen willst, und der Liebesjünger war doch an Deiner Seite beim Letzten Abendmahl. Du liebtest sie doch am allerzärtlichsten und doch nennst Du die heilige Magdalena vor Deinen Aposteln. Ich kann dies nicht recht glauben, ich meine, ich wäre getäuscht.“

Jesus: „Ja, Meine Kleine, du mit deinem Ameisenverstand bist freilich getäuscht, weil du nichts verstehst, nicht eher, bis Ich es dir erschließe. Siehe, wohl ist Petrus der Felsen, auf dem Ich Meine Kirche bauen will, wohl ist Mein Liebesjünger Johannes der Reinste, viel reiner und viel heiliger, in der Tugend vollkommener, weil er Mich nie schwer beleidigte wie diese übrigen, diese arme Magdalena, die Ich heute abend euch zur Nachahmung empfehlen will, und doch sage Ich euch, daß sie viel mehr zu bewundern ist und sie Mir mehr Freude macht als alle Apostel zusammen, denn sie liebt Mich mit einer so reinen Liebe, mit einer so ungetrübten Liebe, daß sie nach nichts mehr fragt als nach Mir.

Meine heilige Mutter ist die Erste, die Ich euch heute abend vorführe, die ihr nachahmen sollt. Sie war im Speisesaal versammelt mit den übrigen Aposteln und Meinen geliebten Freunden. Sie ist doch eine ganz jungfräuliche Seele und einer Jungfrau ist es angeboren, daß sie schüchtern und furchtsam ist, besonders zur Nachtzeit, weil sie fürchtet und weil sie weiß, welch kostbares Kleinod sie in sich trägt, und doch fragt Meine heilige Mutter nichts darnach, sie kennt keine Furcht, Sie hat keine. Sie denkt nicht an die, die Mich vor kurzem noch belauerten und gefangennahmen, die alle Meine Jünger verfolgten. Selbst die heiligen Frauen, die sich an Mich angeschlossen, wurden verfolgt und waren nicht sicher; an all dies dachte Meine heilige Mutter nicht. Sie flieht wie ein Geist dahin durch die Dunkelheit der Nacht. Sie schaut nicht nach rechts und links, Sie hat einfach keine Furcht, Sie sieht nur Ihren Jesus. Sie hat in Sich die Stimme vernommen, daß Er kommt, Ihr liebster Sohn, daß Er auferstanden sei und mit den Altvätern Sie jetzt besuchen wolle, um einzuziehen in Seine Herrlichkeit und mit Ihm all die Gerechten des Alten Bundes. Sie zweifelt nicht mehr, Sie denkt nicht hin und her: ‚Ja, könntest Du Dich nicht getäuscht haben? Wird es auch so sein? Und wer wird mich beschützen auf dem Weg?‘

Seht, Meine Kinder, dies ist es, was Ich euch lehren will: Wer vollkommen werden will, wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, den alle Meine Freunde und Freundinnen bestiegen, der muß hören auf die Stimme, die in ihm spricht. Er darf nicht nach rechts und nach links schauen, was diese oder jene sagen und denken. Er hat seinen Jesus, und diesen trägt er in sich, und mit diesem muß er sich beraten. Da braucht er keinen weiteren Berater. Er braucht niemand, der ihn stützt, er hat ja Meine Lehre, die heilige, katholische Kirche, er hört ja am Sonntag das Evangelium und dieses wird ihn nur in seinem Vorhaben bestärken, aber er sieht sich nicht um nach den Menschen, was diese oder jene von ihm halten. Auch wenn es die besten und treuesten Kinder der Kirche wären, höret nicht auf sie, denn sie alle haben es abgesehen, euch irre zu führen. Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will in erster Linie, der muß Meiner heiligen Mutter nachfolgen. Die Dunkelheit der Nacht, durch die Sie dahinschritt, ist euch die Dunkelheit des Weges, der Unglaube. Der Unglaube hat alles verdunkelt, die ganze Schöpfung, auch die Christen. Den Christen ist der Weg sehr verdunkelt worden durch den Unglauben der Zeit. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Mutig schreitet vorwärts. Ihr habt ja euren Jesus. Dieser wohnt ja in euch, in der Zelle eures Herzens sollt ihr Ihn suchen. Wie Meine heilige Mutter hinausschritt vor die Tore der Stadt, so müßt und sollt ihr euch immer und immer wieder in die Zelle eures Herzens zurückziehen, dort werdet ihr Mich finden.

Die zweite Klasse von Menschen ist Meine heilige Magdalena und ihre Freundinnen. Aber seht, obwohl Petrus und Johannes vor diesen drei Frauen schon hingegangen waren, Mich zu suchen dort im Grab, gingen sie aber, nachdem sie gesehen und sich überzeugt hatten, daß das Grab leer sei, ganz schüchtern wieder in die Stadt zurück. Sie gingen zu den übrigen Jüngern und Aposteln und sagten ihnen, obwohl mit freudigem Herzen, aber doch mit einer gewissen Furcht und Angst: ‚Der Herr ist wirklich auferstanden. Er ist nicht mehr da, das Grab ist leer. Wo mag Er wohl sein? Soll Er wirklich auferstanden sein?‘ Und sie besprachen sich miteinander, aber ganz im stillen. Sie getrauten sich nicht recht, sie waren furchtsam.

Nun seht aber diese Frauen, Meine liebe, heilige Magdalena! Wisset, Meine Kinder, Ich habe sie durch Engelshände hinauftragen lassen auf den Berg der Beschauung. Dieses hat sie verdient durch ihre reine, ungeteilte Liebe, fern von aller Menschenfurcht. Sie ist die einzige unter allen Meinen Freundinnen nach Meiner heiligen Mutter, die Mich so vollkommen liebte wie keiner Meiner Apostel. Obwohl sie eine große Sünderin war und ist, und Mich lange Jahre verschmähte und verachtete durch ihr sündhaftes Leben, ist sie durch ihr Büßerleben und ihre große reine und ungeteilte Liebe zu Mir vor alle Menschen gestiegen, aufgestiegen nach Meiner heiligen Mutter, als die Erste unter allen damals lebenden Menschen. Als sie hinkam und das Grab leer fand, machte sie es nicht wie Meine beiden Jünger, wie ein Petrus, dem Ich die Schlüssel des Himmelreiches übergab, wie ein Johannes, der an Meiner Brust ruhte beim Abendmahl. Sie war nicht zufrieden zu wissen, daß das Grab leer sei, sie trat heraus aus dem Grab, und sie sah und hörte nichts mehr als ihren lieben Jesus.

Sie sucht, sie fragt die Engel, ob sie nicht wissen, wo der Herr hingekommen sei. Sie ist töricht vor Liebe, sie geht umher, sie hat vergessen, daß ihre Freundinnen noch bei ihr sind. Aber diese gehen weiter, sie überlassen Meine liebe Magdalena ihrem Schmerz. Sie kümmert sich auch nicht mehr um ihre beiden Freundinnen, sie hat noch nicht genug gesehen. Die Freundinnen gehen zurück, Meine Apostel gehen zurück, sie aber bleibt, sie sucht nach ihrem Jesus. Seht, dieses Verlangen, diese Liebe hat sie würdig gemacht, von Engelshänden durch die Lüfte getragen zu werden, damit Ich mit ihr ungeteilt verkehren könne. Dies ist die zweite Klasse von Menschen, die keine Furcht kennen, die sich nicht beengen und beängstigen lassen, die über all die Skrupel und Zweifel hinweggehen, die nicht, wie Meine beiden Jünger, Meine Apostel, sich damit begnügen, daß sie wissen, daß das Grab leer ist, und wieder zurückgehen zu der Versammlung, zu den anderen Menschen. Nein, Meine Kinder, nicht zurück sollt ihr gehen zu den übrigen Menschen. So machen es gar viele Christen, die den Weg der Vollkommenheit angefangen haben. Sie gehen und suchen Jesus, sie suchen Mich mit allem Fleiß und Ernst, aber wenn dann die Skrupel und Ängste und Zweifel kommen, dann gehen sie zurück, weil sie diesen Weg gar zu beschwerlich finden. All ihr Verlangen ist dahin, sie wollen nicht mehr weiter.

Der Weg ist ihnen zu hart und steil, und weil sie nun auch noch von den übrigen Menschen Spott und Hohn für alle ihre Mühe ernten sollen, gehen sie zurück wieder zu der Versammlung, zu den übrigen Menschen. Sie sagen sich: ‚Diese alle wollen auch in den Himmel und wollen auch gute Christen sein. Wir machen es wie diese und jene. Diese sind verheiratet und leben so dahin und doch sind sie auch gute Christen. Jene sind im ledigen Stand, aber sie machen es nicht wie wir; sie führen nebenbei ein ganz gemütliches und gemächliches Leben, und so kann ich auch tun. Ich gehe wieder zurück zu der Versammlung.‘

Meine lieben Kinder! Dies ist es, warum Ich schon Jahre und jahrelang mit Meiner Dienerin spreche, weil Ich diese zweite Klasse von Christen befördern will. Es muß und muß viele Magdalenen geben, die alle Hindernisse übersteigen, die sich nicht einengen lassen von Menschenfurcht, die nicht nach rechts und links schauen, die zurücklassen, wer zurückgehen will, die, wer sich an sie angeschlossen und doch den Weg zu steil findet, wieder gehen lassen und vorwärts schreiten, die nicht ruhen und rasten, bis sie wieder ihren Jesus gefunden.

Seht nun auch den Lohn der heiligen Magdalena. Die Liebe, die Tränen, die sie weint, die Liebe, die sie Mir entgegenbringt, bewegen Mein Herz so sehr, daß Ich Mich ihr nahen muß, und seht, wie überglücklich Magdalena jetzt zurückkehrt. Sie kehrt jetzt zurück zur Versammlung, aber nicht ohne Mich, sie hat Mich erst gefunden.

So macht es! Geht hin und vereinigt euch mit ihr. Geht über alle Hindernisse hinweg, über alles, was die Welt euch in den Weg legt, was der böse Feind euch beibringt an Zweifel und Ängsten. Wisset, was euch beängstigt, ist nicht Mein Geist. Es ist der Geist der Finsternis. Je mehr die Gottlosigkeit überhand nimmt und der Unglaube sich ausbreitet in Meiner Schöpfung, desto mehr werden die Guten beeinflußt, desto härter und schwerer ist der Kampf der Kinder der Kirche. Ihr müßt wie Meine heilige Mutter die Finsternisse der Nacht nicht scheuen, sondern durchgehen durch all die Finsternis, nicht denken, wo der Feind lauern mag. Ihr müßt wie Meine heilige Magdalena nicht eher ruhen und rasten, nicht eher zurückgehen, bis ihr Mich wieder gefunden, wenn ihr Mich verloren, wenn Ich Mich in euch zurückgezogen. Seht, die paar Tage, wo Ich Mich Meiner Dienerin entzogen, waren ihr eine Ewigkeit, und sie konnte nicht eher wieder zur Versammlung zurückgehen, bis sie Mich erst gesehen hatte, wieder gefunden hatte.

Harret aus, Meine Kinder, in all den Prüfungen dieses Lebens. Harret aus, auch wenn die ganze Welt sich euch entgegenstellt! Fürchtet nichts! Ihr müßt den Berg der Beschauung erklimmen, hinaufsteigen auf den Berg der lieben, heiligen Magdalena. Seht, wie sie nichts mehr bedarf. Sie ist abgesondert von den übrigen Menschen. Glaubt ihr wohl, daß es keinen Kampf mehr gekostet? Glaubt ihr wohl, ihre Natur habe ihre Rechte nicht beansprucht? Und doch hat sie alles überwunden, sie hat gesiegt, glorreich, herrlich und siegreich gesiegt.

Von euch verlangt niemand, daß ihr euch ausschließen sollt von den Menschen, aber deswegen merkt euch diese heutigen Worte. Mitten in der Welt sollt ihr stehen und sollt doch wie Meine heilige Mutter den Weg wandeln auf den Berg der Vollkommenheit, und doch sollt ihr mitten in der Welt, mitten unter den Geschöpfen in der Dunkelheit der Nacht des Unglaubens, wie Meine liebe, heilige Magdalena Mich suchen, wenn Finsternis euer Herz befängt, Ängste und Zweifel euch quälen, wenn, weil ihr mitten in der Welt steht, ihr gefallen seid, ihr Fehler begangen habt, nicht müde werden, Mich um Verzeihung zu bitten, nicht irre werden, sondern denken: ‚Mein Jesus, ich will Dich suchen, und ich lasse nicht eher ab, ich gehe nicht eher zurück zur Versammlung, bis ich Dich wieder gefunden.‘

Vorwärts und immer weiter vorwärts! Freuet euch, denn heute ist Ostern! Gesiegt habe Ich, siegen werdet auch ihr einst, glorreich und herrlich auferstehen!“

Barbara: „O Herr, schenke mir diesen Sünder.“

Jesus: „Wenn du dich einsetzen willst, Meine Tochter, wenn du all die Ängste und Zweifel, die dir kommen, mutig mit Füßen trittst, fest glaubst, daß du alles erlangen kannst; wenn du schnurstracks auf Mich losgehst, dann verspreche Ich dir, daß alle gerettet werden sollen. Wisse, daß Ich das vertrauensvolle Gebet niemals unerhört lassen kann. Eine Seele, die es versteht, Mich am rechten Fleck anzupacken, die hat Mich überwunden, und Ich muß Mich ihr zu Diensten stellen. Nicht wahr, es ist kleinlich für einen Gott, so zu tun, aber es ist so Meine Weise. Unendlich bin Ich in der Liebe, unerfaßbar im Verzeihen und im Vergeben. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Alle Furcht leget ab, macht es, wie Ich euch gesagt heute abend. Meine liebe Magdalena, sie war ohne Furcht, sie fragt die Engel, sie sucht, sie meint, Ich sei der Gärtner. Sie sucht und fragt, bis sie Mich findet und mit einem einzigen Wort, mit ihrem Namen, womit Ich sie nannte, erkennt sie Mich. Seht, Meine Kinder, ihr müßt nur immer wissen, welchen Namen Ich trage. Jesus heißt Heiland und Erlöser.

Sagt einfach Meinem Vater: ‚Siehe, Dein Sohn Jesus hat es mir versprochen, und Sein Wort ist wahr, und ich bitte nicht allein, um was ich Dich bitte. Es bitten noch diese und jene mit mir und Du hast gesagt durch Deinen lieben Sohn: Wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen.‘

Wenn ihr es versteht, diese Worte immer beim Vater vorzutragen, verspreche Ich euch, daß keine Bitte unerfüllt bleibt, daß keiner der Eurigen, die ihr liebt, verlorengeht. Tue, wie du dir vorgenommen und sei nicht zu ängstlich, lege die Ängstlichkeit ab, die allzu große Furcht. Wisse, daß nichts so sehr den Fortschritt hindert wie die allzu große Ängstlichkeit, die bis ins Kleinste hineingeht: Quiselei! Es gibt viele fromme Seelen. Ich habe euch diesen Abend nicht umsonst diese Lehren gegeben. Merkt es euch! Die meisten, die gar zu sehr alles zerschneiden und begrübeln wollen in sich selbst, sind noch stolz und lassen sich durch ihren Stolz mit fortreißen und vom Stolze kommen sie zu einem solchen Kleinmut, weil sie sich nicht vollkommen sehen. Sie möchten mit einem Schlag vollkommen sein.

Ihr sollt aber bedenken, daß diese Aufgabe die Aufgabe eures ganzen Lebens ist, solange der Puls schlägt. Darum laßt das Untersuchen; die Skrupel gefallen Mir nicht, wenn eine Seele guten Willen hat, ihre Sünden bereut und dann noch immer zweifelt. Hinweg mit der Menschenfurcht, den Zweifeln und Ängsten. Einen freudigen Geber liebt der Herr, einen freudigen Geber! Schenkt Mir euer Herz! Schenke Mir dein Herz, Meine Tochter! Schenk Mir dein Herz! Ich habe dir eben gesagt, führe aus, was du mit deiner Freundin tun willst.

Frau N. soll nicht so ängstlich sein um ihres Kindes willen. Sie soll nur ruhig die Zeit abwarten, bis ihre Tochter Profeß ablegen wird. Sie soll ihr nicht so viel schreiben, denn es zieht immer wieder Heimweh nach sich. Um all der guten Werke willen, die sie tut, wird sie ihre Kinder alle auf gutem Weg erhalten, wenn Ich auch hie und da nicht alle ihre Pläne erfülle und so ausführe, wie sie geplant, soll sie auch dann zufrieden sein; denn sie soll vielen zum Vorbild werden, besonders besseren Familien leuchten durch ein Tugendbeispiel nach allen Richtungen hin. Deswegen, wenn ihr alles gelingen würde, dann könnte sie ja kein Beispiel in der Geduld geben. Ihr aber, Meine Kinder, ihr wollt ja, daß Ich euch heute abend auch eine Freude mache.“

Barbara: (Lange Aufopferung) „Ich danke Dir! O ihr lieben, heiligen Schutzengel, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu. Steigt hinab in Begleitung der lieben Mutter Gottes. Es ist, wie wenn die liebe Mutter Gottes ein Tor aufschließt.“

Barbara singt das Magnifikat und sieht die lieben Armen Seelen vorbeiziehen und erwidert deren dankbaren Gruß durch beständiges Verneigen des Hauptes.

Jesus: „Grüßet Mir recht herzlich, die sich im Geist mit euch vereinigen und euch anschließen, ganz besonders die kleine, kranke Schwester, die vereinigt ist mit euch, weil durch ihr Gebet und Sühnungsleiden auch viele Seelen gerettet werden. Und nun lebt wohl, Meine Kinder! Freuet euch mit den Lieben, die eingegangen, Mich zu verherrlichen, und geht morgen recht freudig und fromm zu Meinem Tische. Ich werde euch allen und euren Dienstmädchen eine glückliche Osterkommunion schenken, eine große Freude bereiten. Grüße Mir auch deine Anna, euer Dienstmädchen, sie soll ja ausführen, was sie vor hat, sich ganz Mir weihen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

353 Freitag vor dem Weißen Sonntag im April 1900

„Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten.“

Barbara: „Ich bete Dich an, o liebster Jesus, preisgekrönter König! Wie lieblich und unaussprechlich schön bist Du heute. Komm, o geliebter Bräutigam, komm in dieses bedrängte Herz. Wie sehnt sich meine Seele nach Dir! Heute bist Du ja ausnehmend schön, o mein Bräutigam, mein Herr und mein Gott! Wie Thomas, Dein Apostel, falle ich nieder und bete Dich an. O mein Jesus, mein Bräutigam, nicht aber wie dieser ungläubige Apostel.

Ich habe geglaubt, aber siehe, die Not ist gar zu groß. Du weißt, daß Ich nicht schuld bin. Die Bedrängnis, die mich überflutete, ist es. O habe Nachsicht mit deinem armseligen Geschöpf. Ich weiß wohl, Tausende hättest Du erwählen können aus den Menschenkindern. Ja, wenn Du dem Straßenräuber die Gnade geschenkt, die Du mir gegeben, er wäre Dir dankbarer und hätte Dir mehr gedient, Dich mehr geliebt. O verzeihe meinen Undank, meine Treulosigkeit, daß ich mich so erdrücken lasse.

Siehe, im innersten meiner Seele seufze ich um Befreiung von diesem Druck, und ich kann ihn nicht abwälzen. Es stürmt auf mich ein. Du hast mich so erschaffen, daß, wenn meine Geschwister leiden, auch ich leide. O verzeihe mir. Ja, ich sehe freilich, daß Du mir verziehen hast. O wie bist Du so gut! O mein Herr und mein Gott!“ Barbara sang das Alleluja und auch das Magnifikat.

„O ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Wie bist Du so unendlich schön! Meine Seele jauchzt auf vor Freude. Sie findet keine Worte, Dir zu danken, Dich zu loben und anzubeten! O kommt herbei, ihr Menschenkinder, betet an mit mir Denjenigen, der unsere Schuld hinweggenommen, daß wir frei und unabhängig sind von der Last, welche Adamsschuld auf uns gelegt. O wie ist Er unendlich gut. Gib mir die Sprache eines Seraphs, daß ich Deine unendliche Liebe preisen kann, Bräutigam meiner Seele!

O liebe heilige Mutter Gottes, nun bist Du nicht mehr schmerzhafte Mutter, sondern Königin. Freue Dich, o Maria! O mein Jesus! Wie unendlich schön, strahlend von himmlischer Schönheit! Deine Wunden glänzen wie die Sonne und werfen Strahlen über die Menschheit hin. O mein Jesus! Kommt herbei, ihr Menschenkinder, betet an den verklärten Leib! So wohnst Du im Tabernakel!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Ich will, daß dieser Gruß fortan unter euch das Losungswort sei. Deswegen sage Ich jedesmal diesen Gruß, wenn Ich komme, Meine Kinder! Glorreich und triumphierend siehst du Mich heute, um euch einige Belehrungen zu geben, warum Ich so oft Meinen Jüngern erschien, nachdem Ich Tod und Hölle besiegt und überwunden hatte. Glorreich und triumphierend siehst du Mich auch, weil Freude Mein Herz durchzieht, denn Ich will, daß das Glaubensleben geweckt werden soll in der ganzen sichtbaren Schöpfung.

Darum muß Ich anfangen an Meinen liebsten Kindern, den Kindern der katholischen Kirche, und um das Glaubensleben zu erneuern und zu wecken, muß Ich Meine Kinder einladen, sich oft Mir zu nahen, weil Ich Selbst nur imstande bin, dies zu tun. Ich Selbst muß Mich Meinen Kindern mitteilen, um in ihnen dies Leben zu erneuern, die Liebe anzufachen, den Glauben zu befestigen und sie in der Hoffnung tief, tief zu begründen und zu bestärken.

Triumphierend siehst du Mich auch, weil morgen die Kinder ihre Beichte ablegen vor der ersten heiligen Kommunion, und Ich Mich sehne nach diesem Tag, nach dem herrlichsten Tag des Triumphes Meiner Liebe, denn der erste Kommuniontag der Kinder ist ein Triumph Meiner Liebe. Meine Liebe triumphiert da in so vielen Kinderherzen, weil das Kinderherz allein noch empfänglich ist für Meine Liebe, denn es ist noch unverdorben und unschuldig, wenigstens noch nicht boshaft, und wehe dem Vater, der Mutter, deren Kind boshaft geworden ist, denn dort ist die Mutter, der Vater schuld. Dieses ist es, warum Ich heute dir verklärt erscheine. Verklärt siehst du Meine Wundmale, und Meinen heiligen Leib siehst du glänzen wie die Sonne. Aber auch ganz besonders will Ich Mich dir so zeigen, um euch zu befestigen, zu bestärken.

Wisset, Meine Kinder, es ist noch vieles vor euch, was euch erschrecken und in Mutlosigkeit versetzen wird. Ihr habt noch einen langen Schritt zu tun, bis der zweite Schritt getan ist, womit der dritte einbegriffen ist, nämlich den des unbegrenzten Gottvertrauens; denn von allen Menschen verachtet und verspottet, hinausgestoßen, da wankt das arme Kinderherz, da schwankt es hin und her, Ich aber will dies Vertrauen in euch befestigen.

Die Welt liegt im argen, die ganze Welt ist vom Satan überlistet. Niemand ahnt, wie weit es gekommen ist, auch die guten treuen Kinder ahnen nicht, daß sie mitten in Satans Reich leben, daß sie die Luft einatmen, die verpestete Luft des Unglaubens, den Satan ausgestreut in der ganzen Schöpfung durch seine Helfershelfer. Wißt, daß ihr steht an der Pforte der Hölle, denn damals, als Ich Meiner Kirche die Verheißung gab, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, da sah Mein Blick hinaus in die ferne Zukunft. Ich schaute in eure Zukunft. Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten, das Reich Jesu Christi auszurotten in Meiner Schöpfung. Satan ist sehr bemüht, den Menschen zu verderben, seitdem er in den Abgrund hinabgestoßen ist und wähnt immer noch, da er dieses schwache Geschöpf schaute, als es diesen ersten Sündenfall getan und er diesen Menschen überlistet hatte, er werde ganz gewiß sein Reich aufrichten, triumphieren über die Gottheit und so zuletzt lachen.

Denn er spottet über Gott den Herrn, daß Er ein solches Geschöpf ins Dasein rief, daß Er eine Welt erschuf und in diese Welt Sich ein Geschöpf gesetzt, das Ihn zwar verherrlichen sollte, aber Seine Verherrlichung umkehrte und Ihn verachtete und verspottete durch die erste Sünde. Weil er nun den ersten Menschen besiegte, glaubt er seiner Sache ganz gewiß, daß eine Zeit kommt, wo er dieses ganze Menschengeschlecht besiegen werde, und darum glaubt er, dieses arme Geschöpf ganz in seine Gewalt zu bekommen, je mehr es der Gottlosigkeit zueilt und seiner Leidenschaft nachgibt, die es dadurch, daß es von der Erde genommen ist, an sich kleben hat, diese schwache Seite, weil es einen Leib hat, der immer wieder der Sinnlichkeit zuneigt. Satan, der dieses wohl merkt, glaubt ganz gewiß zu siegen, er glaubt sich gerechtfertigt.

Meine lieben Kinder! Ihr steht an dieser Höllenpforte, ihr seid diejenigen, die mitten in dieser Welt stehen, in der Satan sein Reich nun aufgerichtet hat. Überall stehen seine Boten und blasen in die Posaune durch die Vergnügungssucht. Die Posaune, die sie in den Händen tragen, ist die Vergnügungssucht. Da blasen sie hinein Tag um Tag, Woche um Woche, jahraus, jahrein. Es werden Feste erfunden, wo alles sich beteiligt, wo alle Geister sich beschäftigen, um alles zu überlisten, und zum guten Ton gehört es, daß auch die besten Kinder der Kirche sich beteiligen, denn derjenige, dem sie die Feste feiern, war auch ein Katholik, ein Christ, und er hat etwas gestiftet, was der Welt zum Nutzen gereicht. Darum muß man solche Feste genießen und recht dazu helfen, daß sie verschönert und üppig gefeiert werden können.

Versteht ihr nun, wenn Ich sage, daß ihr alle an der Höllenpforte steht? Wenn ihr nun, Meine Kinder, nicht sollt überwältigt werden, dann muß Ich Selbst in euch die Gnade befestigen, die euch halten soll. Ich Selbst will euch emporheben über die verpestete Luft des Unglaubens. Wisset nun, damit Ich zum Schluß Meiner Erklärung komme, vierzig Tage weilte Ich noch unter Meinen Aposteln, nachdem Ich von den Toten auferstanden war. Dreiunddreißig Jahre hatte Ich gelebt unter diesem Geschlecht, und wer mit Mir in Verbindung kam, der schaute etwas Außergewöhnliches in Mir, ja, wer tiefer erleuchtet war und wem es Mein Vater offenbaren wollte, der wußte, daß Ich der eingeborene Sohn, der verheißene Messias war und sein mußte.

Ich hatte Mir zwölf Apostel gewählt unter diesem Geschlecht, die drei Jahre mit Mir umhergingen, und denen Ich Meine Gottheit klar und deutlich zeigte durch Meine Wunder. Ich bestätigte und besiegelte alle Meine Wunder noch durch die Auferstehung und seht, Meine Kinder, was hat dies alles genutzt? Ich habe euch in der hochheiligen Osternacht gezeigt, wie die Apostel, von denen Ich einen bestimmt hatte zum Felsenmann, den anderen an Meiner Brust ruhen ließ, sich furchtsam wieder zurückzogen zu den übrigen Aposteln und Freunden und sich nicht getrauten. Nur Eine, Meine heilige Mutter, und eine andere, die heilige Magdalena, sie allein hatten den Glauben so fest in sich bewahrt, daß nichts in der Welt sie erschüttern konnte. Sie glaubten, daß Ich wahrhaft auferstehen und wiederkommen werde, daß Ich die Macht habe, Mich ihnen wieder zu zeigen. Alle übrigen waren furchtsam und wißt ihr, warum Ich Mich vierzig Tage noch unter ihnen aufhielt? Weil sie alle sonst wieder abgewichen wären vom rechten Weg, sie hätten vom Unglauben, von der gottlosen Welt sich wieder hineinschwemmen lassen, alles Gute, das sie gesehen und gehört, wäre ihnen wie ein Traum nach und nach wieder verschmolzen, zerronnen. So ist aber das Geschlecht und wird es bleiben bis zum Ende der Tage.

Seht, Ich erschien, wie Ich euch sagte, in der hochheiligen Osternacht, in Meiner Auferstehungsnacht, dieser Meiner treuen Dienerin, dann Meinen Jüngern, später Meinen Aposteln. Überall zeigte Ich Mich, um sie zu befestigen im Glauben, um das, was sie gesehen und gehört hatten, wieder aufzufrischen, sie immer wieder zu belehren und daran zu erinnern, doch festzuhalten, damit Mein Reich, das Ich mit so teurem Preis erkauft, aufgerichtet werden könne unter Meinen Geschöpfen, und dazu war noch nötig, daß Ich alle, die Ich bestimmt hatte, dieses Reich fortzuleben und zu verwirklichen, was Ich begonnen hatte, mit Mir hinaufnahm auf den Ölberg, um vor aller Augen in den Himmel hinaufzufahren. Sie alle mußten sehen, wie Ich vor ihren Blicken hinauffuhr, hinauf in den Himmel, wo Mir und euch allen die Wohnungen bereitet sind, die Mein Vater bereithält.

Meine Kinder! So ist es aber auch mit dem, was Ich hier wirke. Seht euch um unter euren Mitmenschen; Ich will nicht sagen, unter der gottlosen Welt. Nein, nein, Meine Kinder! Seht euch doch um unter euresgleichen, unter den guten, treuen Kindern der Kirche, ob es nicht einer außergewöhnlichen Sendung bedarf, damit sie erhalten bleiben in dem, was in sie hineingelegt ist durch die Taufe, abgesehen von den vielen Irrgläubigen, worunter auch manche recht gut veranlagt sind und den Katholiken zur Beschämung dastehen. Doch habe Ich keine Freude an ihnen, nein, nein, weil sie nicht zu Meinem auserwählten Volk gehören. Wie auf allen Menschen die Schuld Adams lastet, so lastet auf allen Irrgläubigen die Schuld ihrer Verführer, jener Irrlehrer, die das arme Volk verführten, und Mein Blick und der Meines Vaters ruht nicht auf ihnen.

Was sie tun, muß ihnen belohnt werden. Deswegen kann sie der Vater nicht verdammen, aber wer von jenen nicht stirbt mit dem festen Verlangen, der einzig wahren Kirche anzugehören, der von Mir gestifteten Kirche, der kann nie und niemals zu der Seligkeit gelangen, zu der alle Menschen berufen sind. Sie kommen an einen anderen Ort, aber nur, wenn sie gute Werke getan haben, und niemals sehen sie den Ort, ja einmal sehen sie ihn beim Letzten Gericht und bei ihrem besonderen Gericht, da darf jeder Mensch, wer er auch sein mag, einen Blick tun in die Seligkeit eines jeden einzelnen Menschen, somit darf der Irrgläubige auch einen Blick tun in die Glückseligkeit der guten gläubigen Christen. Im übrigen aber haben sie bei weitem nicht die Glückseligkeit zu genießen, die der Katholik, der in der alleinseligmachenden Kirche lebt, die ganze Ewigkeit genießen soll.

Nun aber, wenn Ich so strafen muß, weil es Meine Gerechtigkeit verlangt, denn alle Sekten gehen aus von den Kindern der wahren Kirche, von der römisch-katholischen Kirche, sie waren alle einmal gute Katholiken und sind erst, weil sie Satan nachgaben, ihre Leidenschaften nicht beherrschten, entweder der Sinnlichkeit nachgaben oder dem Stolz, abgefallen und abgewichen vom rechten Weg und haben sich eine eigene Religion geschaffen, die ihnen paßte. Wenn Ich nun, sage Ich, diejenigen so strafen muß und so strafe, die nicht einmal schuld sind, daß sie dieser Irrlehre angehören, die nur die Schuld tragen, die jener Verführer auf sich geladen und alle die Nachkommen mittragen müssen, die dieser Verführer auf sich lud, welche Schmach dann für Mein Herz, wenn Ich sehen muß, wie sehr Mein Volk abirrt vom rechten Weg, dieses auserwählte Volk, dieses Volk, das Ich so überschüttete mit Wohltaten und Gnaden, daß, wenn Ich anfangen wollte, eine Lamentation zu beginnen, Ich nicht zu Ende kommen würde, Mich zu beklagen über dieses Mein auserwähltes Volk.

Wisset, daß Ich ein gerechter Gott bin, daß Ich jeden belohne und bestrafe nach Verdienst, daß Ich aber auch einst, wenn Ich zu Gericht sitzen werde, wenn Ich kommen werde, um die Welt zu vernichten durch Feuer, und wenn Ich die Posaune aussende, um alle vor Mein Gericht zu fordern, und diejenigen vor Mich hintreten, die in Irrlehren sich befinden und auch gut gelebt und so nach der Lehre ihrer Stifter, nach der gegründeten Religion, der sie angehörten, gelebt haben und sehen, welchem Urteil sie anheimfallen, daß sie nie und niemals gelangen können zu der Gnade und an den Ort, den die guten, treuen Christen einnehmen, dann sollen diese Mir nicht Vorwürfe machen. Glaubt ihr wohl, als Gott lasse Ich Mir dieses gefallen?

Nein, Meine Kinder! Entweder – oder! Ich bin ein gerechter Gott, und als gerechter Gott belohne und bestrafe Ich nach Verdienst. Diese Irrgläubigen, die draußen stehen, außerhalb der Kirche, und doch manchen Katholiken beschämen, sollen am letzten Gerichtstage nicht vor Mich hintreten und sagen: ‚Herr, wenn ich die Gnade gehabt, die diese haben, dann hätte ich Dir besser gedient als sie.‘

Darum: Entweder – oder! Ihr Christen, die ihr glaubt, die treuen Kinder der Kirche zu sein, berechtigt zu sein, zunächst zu stehen an Meinem Herzen, an Meinem Gottesherzen, und hier nur zu genießen und zu besitzen und dort auch genießen und besitzen, niemals, Meine Kinder. Entweder – oder!

Ich habe dies schon einige Male gesagt: Ein Liebäugeln mit der Welt gibt es nicht mehr. Darum merkt euch die Sprache, die Ich hier rede. Sie klingt überaus liebenswürdig, sie artet aber auch aus in eine ernste Sprache, in eine Donnerstimme, denn es ist notwendig, eine Donnerstimme hinauszutönen in die Welt, um die Christen zu mahnen und zu warnen.

Höret Meine Worte, ihr Kinder der katholischen Kirche. Ihr seid in die Zeit hineingestellt, von der Ich gesagt habe: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen! Ihr steht an der Pforte der Hölle. Laßt euch nicht beeinflussen von dieser Pforte, bewahrt und hütet euch, die Nase hineinzustecken, damit ihr nicht den Geruch bekommt von dieser Höllenpforte. Bleibet zurück von dieser verpesteten Luft. Ich habe gezeigt in dieser Woche auf eurem Rheinstrom (Eine Gruppe Studenten des katholischen Studentenvereins war mit zwanzig Teilnehmern mit Nachen nach Rüdesheim übergesetzt worden; mitten auf dem Strom stieß dieser mit einem anderen Nachen in tiefer Dunkelheit zusammen. Zweiundzwanzig Menschen rangen mit dem Tod. Nur ein Theologiestudent M. aus Geisenheim rettete sich schwimmend ans Ufer. Zwei kleinere Gedenktafeln, eine in der Wallfahrtskirche Marienthal im Rheingau; die andere ist als Votivtafel auf dem Rochusberg angebracht), was Ich verlange von den guten, treuen Kindern der Kirche, den Katholiken. Geht hin und seht den Jammer, den Ich gebracht über die Familien, die es betroffen, und nehmt euch ein Beispiel an den Priestern, ihr, die ihr euch dem Priesterstand weihen wollt, ihr guten Eltern, die ihr wähnt, gute Kinder erzogen zu haben, die Gott dienen wollen, Gott angehören wollen, ihr erlaubt euch Vergnügen, die nicht für euch passen. Ich will nicht, daß Meine Kinder schmachten und trauern sollen, traurig einhergehen, den Kopf hängen lassen bis auf die Füße.

Ihr werdet lesen, als Ich auf Erden weilte, daß Ich immer heiter und vergnügt einherging, wenigstens nicht, als ob Ich ein unglücklicher Mensch wäre. Ich beteiligte Mich an Hochzeiten. Wenn nach getaner Arbeit Meine Apostel und die heiligen, frommen Frauen ein Gastmahl veranstalteten, ging Ich mit hin und freute Mich mit ihnen; Ich teilte Leid und Freud mit Meinen Geschöpfen, aber schlagt nach und leset, wie gemessen diese Freude war, wie da nicht in die Nacht hinein ein Vergnügen dauerte, wie wir uns so mäßig als nur möglich verhielten und wie auch dabei nur die Frömmigkeit geadelt und gehoben wurde.

Soll Ich da nicht zürnen, wenn die Christen eurer Tage sich so betragen, daß ihnen der Tag schon wieder zu lange wird, bis wieder die Nacht anbricht, um wieder einem Vergnügen nachzujagen, wenn alles hineilt, um sich zu zerstreuen, ja, wenn selbst diejenigen, die vorgeben, der Stimme Meines Statthalters in Rom zu folgen, die, weil sie Geld haben, dieser Einladung folgen, aber selbst diese Wallfahrt noch nicht einmal in der Weise unternehmen, wie sie Mein Statthalter vorschreibt, wie sie bestimmt ist, denn die Wallfahrt soll und muß nur bestimmt sein für die Welt, um die Erde zu erneuern.

Ich habe dir gezeigt voriges Jahr, als Mein Statthalter die ganze Welt Meinem Herzen aufband, wie diese Erde anfing zu grünen. Dieses Grünen sollte nur versinnbildet sein voriges Jahr, in diesem Jahr aber erst stattfinden. Die ganze Welt, die guten, treuen Kinder der Kirche, sollten sich scharen, Glied an Glied, um das Oberhaupt der Kirche. Sie sollten von ihm den Segen empfangen und neu gekräftigt und gestärkt in ihrem Glauben wieder zurückkehren in ihre Heimat und allen ihren Untergebenen, denn es sind ja nur die Reichen und die Besitzenden, die eingeladen sind, nach Rom zu kommen, und für die Armen, die ein Verlangen haben hinzugehen, ist es so gemäßigt, daß viele auch hingehen können, deswegen sage Ich, sollten diese in ihre Heimat zurückkehren und ihren Untergebenen und Nachbarn und der ganzen Stadt und dem Dorf, dem sie angehören, ein Beispiel geben, daß ihr Glaubensleben erneuert ist, daß sie von jetzt an eifrige Christen sein wollen.

Weh denen, die nur hingehen, und anstatt ein gutes Beispiel zu geben, die Welt noch ärgern, denn wisset, daß es nur darauf abgesehen war von Meinem Statthalter, die Reichen um sich zu rufen, damit sie mit frommer Bußgesinnung vor ihn hintreten und in frommer Bußgesinnung die Tage zubringen in Rom und dann mit dieser Bußgesinnung zurückkehren, damit nicht die Armen, welche die Kraft und das Geld und die Mittel nicht haben fortzugehen, die sich abhungern müssen, um ihre Familien zu ernähren, nicht sagen können: ‚Ja, so würde ich auch wallfahrten gehen, die Geldprotzen haben gut wallfahrten gehen.‘

Seht, dieses Unheil geschieht dadurch, daß man Wallfahrten mitmacht, die Mein Statthalter in Rom befiehlt, nur um sein Vergnügen zu suchen, die Städte zu sehen, weil man zu Haus nicht genug zu finden weiß, weil man noch die großen Städte besehen will, und mit dem Vergnügen nimmt man die Laster mit nach Haus und manches gute Herz kommt schlechter zurück als es fortging. Meine Kinder, merkt es euch! Dieses ist die Ursache, warum Ich immer wiederkomme. Vierzig Tage weilte Ich unter Meinen Aposteln, um sie zu befestigen im Glauben. Welche Nachsicht Ich habe als Gott, könnt ihr daran ersehen, wie gütig Ich verfuhr mit Meinem Apostel. Weil dieser ungläubige Thomas nichts sieht, der doch von den übrigen Aposteln hörte, daß Ich auferstanden war, und der doch Meine Wunder mit angesehen, der Mich oft im stillen bewunderte, weil Ich Mich nicht gewürdigt habe, ihm zu erscheinen, glaubt er nicht, er glaubt einfach nicht.

Welch ein Schmerz für Mein liebend Gottesherz! Seht aber auch, welche Nachsicht und Geduld Ich mit den Menschen habe. Hört ihr Mich zürnen? Hört ihr Mich tadeln, zurechtweisen? All dieses nicht! Ich komme, wo er dabei ist, und aus aller Mitte heraus rufe Ich ihn, und sage: ‚Mein Freund, Thomas, jetzt komme und lege deine Hand in Meine Seite und reiche deine Finger her und lege sie in Meine Hand, in die Male der Nägel, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.‘

Merkt euch, Meine Kinder, dieser Thomas lebt heute noch. Ich meine damit nicht die anderen, sondern diejenigen, die unter euch sind, die mit euch verkehren, euch alle meine Ich, ihr alle seid Thomasse. Ihr geht hinweg und fort ist aller guter Sinn. Ihr fangt an zu zweifeln, sobald eine Trübsal kommt, eine Prüfung kommt, sobald Satan an euch herantritt mit Versuchungen, dann seid ihr der ungläubige Thomas. Aber wißt, wenn die ganze Welt soll erneuert werden, dann müssen die einzelnen Glieder anfangen, sich selbst zu erneuern. Ihr müßt feststehen in eurem Glauben. All die großen Diener Gottes, die vor Meinem Thron stehen, haben alle ein absonderliches Leben geführt, sie waren alle Sonderlinge, sie haben nicht nach rechts und nicht nach links geschaut, nicht halb und halb mit der Welt geliebäugelt. Entweder – oder! Schnurstracks auf Mich losgehen! Ihr müßt alles abschneiden, was hinführt auf Irrpfädchen. Den geraden Weg, der auf Mich losgeht, müßt ihr wandeln. Mich immer zum Vorbild nehmen.

Ich gehe euch immer voraus mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken. Deine ganze Mission hast du gesehen, als Ich dich fragte, ob du Mir folgen wollest, und als Ich dir sagte: ‚Wenn du Mir dienst wie bisher, kommst du auch in den Himmel, wenn du Mir aber Freude machen willst, dann gehe den Weg, den Ich dir jetzt zeige.‘ Da schautest du Mich mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken. Merkt es euch, ihr guten, treuen Kinder der Kirche!

Schaut auf euer Vorbild, das seht ihr immer an der Spitze der kleinen Schar, mit dem Kreuz auf dem Rücken, die Schweißtropfen auf der Stirne. Geht Ihm nach, nicht nach rechts und nicht nach links. Ja, ja, ihr dürft euch auch etwas ausspannen hie und da, an einen Wallfahrtsort gehen und euch da Erholung gönnen, aber nicht zusammensitzen und prassen, essen und trinken und zechen und spielen und tanzen, wie so viele gute Katholiken tun und noch wunders meinen, wie gute, treue Kinder der Kirche sie wären. Dies alles muß wegfallen. Ich muß anfangen an den treuen Kindern Meines Herzens, ein strenges Evangelium muß Ich predigen, damit die Heiden, die Un- und Irrgläubigen es sehen und sagen: ‚Seht die Christen, seht, wie sie einander lieben, wie sie von all dem nichts wissen wollen, was wir tun.‘ Dann wird es anfangen zu grünen und zu sprossen, und Mein Reich wird aufgerichtet werden in Meiner Schöpfung.“

Barbara: „O Herr, soll N. diesen zeitraubenden Verkehr abbrechen?“

Jesus: „Ja, ja, und auch du, Meine Kleine, und du, Meine Kleine, und du, Meine Tochter, stehe fest in deinem Kreuz. Siehe, du hast noch manches an dir, was abgestreift werden muß. Du bist noch allzu vergnügungssüchtig. Du mußt sehen, daß Ich dies nicht will. Siehe, Ich bin der Herr über Leben und Tod. Ich kann dir deinen Ehemann hinwegnehmen und kann dir ihn lassen. Wenn Ich ihn dir schenke, mußt du Mir versprechen, daß du nichts mehr willst, als Ich es will; daß du dein Vergnügen in deiner Familie suchen willst. Ihr dürft euch erholen in Gottes freier Natur; aber alles andere abschneiden. Ich will, daß niemand sagen kann: ‚Ja, so sind die Betschwestern, die Kirchenläufer.‘ Abbrechen mit allen anderen Personen, die dich zur Sünde verleiten, zu allzu vielem Reden, und ihr alle abbrechen mit allen Personen, die euch zur Sünde verleiten; ganz still dahingehen, unter euch bleiben, wo es keinen Nutzen bringt; abbrechen, schnurstracks weitergehen. Durch euer Beispiel müßt ihr mehr belehren als wie durch Worte.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich für diese Kranke.“

Jesus: „Sie gehört zu denen, die Mir Sühne leisten müssen. Sie wird unter ihrem Kreuz ausharren, das sehe Ich voraus, und deswegen spürt sie keine Linderung. Sie soll sich in ihr Schicksal ergeben und wissen, daß um ihres Leidens willen viele Seelen sollen gerettet werden. Ihr alle aber steht zusammen zu einem Bund, laßt euch nicht beeinflussen, weder von denen, die vorgeben, gute Katholiken zu sein, noch von denen, die euch verfolgen und verleumden. Grüßt Mir alle recht herzlich und bemüht euch, den Maimonat recht christlich zu feiern.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

354 Vigil von Herz-Jesu-Freitag Mai 1900

„Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben.“

Barbara: „Ich danke Dir, mein süßester Bräutigam, für all die Liebe, die Du uns erweisest. Ich danke Dir anstatt derjenigen, die nicht mehr an Dich glauben, die alle Deine Wohltaten Tag für Tag hinnehmen und nicht daran denken, daß Du sie ihnen spendest, und auch derjenigen, die zwar an Dich glauben und daran denken, Dir vieles zu schulden, die aber vor lauter Haschen nach zeitlichen Gütern vergessen, Dir zu danken, besonders, wenn Du ihnen Leiden schickst, wenn sie auch daran denken in glücklichen Tagen, aber auch für die Leiden müssen wir Dir danken. Siehe Herr, wir sind versammelt hier, Du hast uns zum dritten zusammengeführt, wahrhaftig nicht, damit wir Lorbeerkränze pflücken, wohl aber viel Schmach und Spott. Du sorgst dafür, daß das liebe ‚Ich‘ zurücktritt. Wie hast Du uns heute Abend wieder gedemütigt durch diesen Prediger, im Beisein so vieler Menschen. O wie danke ich Dir dafür! Ich habe zwar schon so vieles gelitten und schon jahrelang mich bestrebt, Dir zu gefallen. In meiner Jugend habe ich Dich immer gebeten, Du möchtest mich auf den wahren Weg der Heiligkeit führen, aber doch einen möglichst leichten Weg. Ich fürchtete mich vor dem Heiligwerden.

Wenn ich gelesen, was die Heiligen für große Werke geübt, da dachte ich, die müssen viel gelitten haben, und das wollte meine Natur nicht. Deswegen bat ich Dich, mich einen leichten Weg zu führen. Ich sehe aber, daß es nicht anders geht. Ich muß unter das Kreuz. Nur her damit! Nur her mit der Krone von Dornen! Heute abend hast Du sie mir auf die Stirne gedrückt, die Krone der Schmach. Der Prediger in Eibingen hat gesagt, die Krone der Jungfrauen ist die Krone der Schmach hier in diesem Leben. Gib sie mir! O wie danke ich Dir dafür! Jetzt verstehe ich, warum Du das vorletzte Mal gesagt, wir sollten uns vorbereiten auf Leiden. Im ersten Moment war es ein großer Schmerz, aber wie süß zu leiden, für Dich verachtet, verlacht und verspottet zu werden. Nimm hin diese königliche Schmach, denn ich habe sie ja für Dich gelitten.“

Lied: Hochpreiset meine Seele den Herrn ...

Jesus: „Seid Mir von Herzen gegrüßt, ihr, Meine liebsten Kinder! Die Schmach, die ihr Meinetwegen erduldet, trägt euch viele Edelsteine in eure Krone ein. Seht, wo sind denn diejenigen, die Mir nachfolgen auf diesem Weg der Schmach, der Verachtung? Seht nur Meine Diener, die Priester der katholischen Kirche, die Mein Reich fortpflanzen auf dieser Erde, auf die Ich Meine Kirche gebaut, die Meine Säulen sind, auf welchen das ganze Gebäude ruht und ruhen soll, seht, sage Ich, auf sie, warum sie denn sich so sehr fürchten vor dem Gerede der Menschen?

Warum habt ihr heute abend wieder diese öffentliche Beschimpfung gehört? Weil sie das Kreuz fliehen wollen, das Kreuz, das den Heiden eine Torheit ist, den Juden ein Ärgernis. Solange Meine Diener sich fürchten vor dem Gerede der Menschen, solange sie alles Übernatürliche, das Ich in allen Meinen Dienern wirken wollte und von jeher gewirkt habe, streitig machen wollen, ins Lächerliche ziehen vor der großen Masse, so lange sind sie schwache Petrusse, die das Gerede einer armen Magd fürchten. Wenn sie an einem Ort stehen, wo Ich Mir eine treue Seele erwählte, durch die Ich der Welt zeigen will Meine unendliche Liebe und Barmherzigkeit, dann fürchten sie sich, dann setzt sich alles in Bewegung, um einer solchen Seele alles zu verleiden. Und doch ist es von jeher nicht anders gewesen, als daß einmal die Wahrheit an die Öffentlichkeit hinausgedrungen wäre. Diejenigen, die dann zu Meiner Fahne stehen, halten aus, denn die Herzen, die Gedanken vieler müssen offenbar werden. Und zu solchen Zeiten kann Ich Meine liebsten Kinder prüfen, da bewährt sich das echte Gold, da bewähren sich aber auch Meine Diener in ihrer Treue. Jetzt will Ich sehen, welche von ihnen das Kreuz, das Ich dir gezeigt vor einigen Jahren an Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung, das von der Erde bis zum Himmel reichte, übergolden werden. Sie sind die Berufenen, die dieses Kreuz übergolden sollen, darum aber auch die Berufenen, zuerst sich unter das Kreuz zu stellen, unter Mein Kreuz, unter das Kreuz der Schmach und Verachtung sich zu stellen.

Und solange sie dieses Kreuz nur auf halber Schulter tragen wollen und sich nicht ganz darunter stellen, solange sie sich wehren gegen den Spott und Hohn, den man ihnen zuschleudert auf allen Gebieten der Gottlosigkeit und sie nicht auch noch den Spott und Hohn dazunehmen, der ihnen wegen ihres Dienstes und wegen ihres tiefreligiösen Glaubens bereitet wird, tragen sie nur halb das Kreuz.

Es hat, seitdem Meine heilige Mutter lebte, viele Seelen gegeben, die Mir nachfolgten, vielmehr den Weg wandelten, den Meine heilige Mutter wandelte. Fraget aber Meine Mutter, auf welchem Weg Sie Sich geheiligt hat, ob Sie Sich auch fürchtete vor dem Gerede der Menschen, ob Sie da, wo man Ihr zuflüsterte: ‚Siehe, was man wieder über Deinen Sohn gesprochen, wie die Pharisäer Ihn wieder beurteilt, Er sei des Zimmermanns Sohn‘, ob Sie da Sich schämte, ob Sie diesen Menschen ausgewichen? Nein, nein, Meine Kinder, von dem ersten Augenblick an, als Sie Sich vorgenommen hatte, die Jungfräulichkeit zu bewahren, eine reine Jungfrau zu bleiben, trat Sie in die innigste Vereinigung mit der Heiligsten Dreifaltigkeit. Oft zog Sie Sich zurück und verkehrte mit Ihr in einer Weise, wie alle frommen Seelen mit Gott verkehrten, und wie auch ihr mit Ihm verkehren müßt. Viele sind Ihr nachgefolgt auf diesem Weg des tiefinnigen Glaubens. Wenn eine Seele, die vorgibt, Mir zu gefallen, Mir zu dienen, aber alsdann, wenn Ich etwas anderes von ihr verlange als das, was ihrer Natur zusagt, und sie Mir dann nicht huldigt und Meinen Willen nicht erfüllt, so kann Ich sie nicht gebrauchen zu dem Zweck, zu dem Ich einige Seelen berufen habe.

Nicht alle Menschen sind berufen, auch nicht alle, die einen besonderen Weg gehen wollen, aber doch habe Ich von jeher Mir Seelen erwählt, durch die Ich besondere Dinge wirken wollte; Meine heilige Mutter war die Erste. Obwohl Sie nicht sprach, wie Ich das Werkzeug Mir erwählte, so sprach Sie aber unter Meinen Aposteln auf dieselbe Weise. Der Heilige Geist sprach durch Sie mit Meinen Aposteln; und warum glaubt ihr wohl, daß Ich Meine Mutter, das Teuerste, das Ich hier auf Erden besaß, noch so lange Jahre in dieser Verbannung leben ließ? Gewiß hätte Ich Sie mit Mir hinaufnehmen mögen in Meine ewige Herrlichkeit, um Sie baldmöglichst von diesem Erdenleben zu befreien, aber Ich wollte nicht. Sie mußte ausüben, was Ich jetzt ausübe durch diese Seele, ein Apostolat mußte Sie ausüben. Meine Jünger, Meine Apostel, die Ich hinaussenden wollte in die Welt, brauchten eine Stütze, sie brauchten Gebet, sie brauchten auch einen guten Rat, und diesen wollte Ich durch Meine heilige Mutter ihnen spenden, ihnen nicht entziehen.

Darum, Meine Kinder, blieb Sie noch so lange auf Erden, bis dieses Mein Reich etwas tiefer begründet war, bis das Samenkorn, das hineingelegt war in Meine junge Kirche, aufgesproßt war und bereits innen angefangen hatte zu treiben.

Seht nun, Meine Kinder, das Kreuz will man fliehen, und doch bin Ich gekommen, der Welt durch dieses Werkzeug zu sagen, was ihr not tut, wie zu allen Zeiten, wenn die Welt entchristlicht war, in den bereits zweitausend Jahren, seitdem Meine Kirche besteht. Denn die alte Kirche ist verschwunden, die alttestamentliche Kirche, wo der wahre Gott angebetet wurde in Jerusalem im Tempel. Der Tempel ist verschwunden, und ein neuer ist entstanden an dessen Stelle, der Tempel, in dem Ich wohne Tag und Nacht in Meiner heiligen, katholischen Kirche. Seitdem nun dieser Tempel steht, haben sich viele in demselben geheiligt, und Mein Auge ruht mit Wohlgefallen, ja mit einzigem Wohlgefallen, auf diesem Tempel. Meine einzige Freude habe Ich an diesem Meinem Weinberg, den Ich Mir gepflanzt und gezogen habe.

Aber, obwohl Ich immer mit Wohlgefallen in demselben wohne und Meine Freude an diesem Weinberg habe, kommt es doch vor, daß die Üppigkeit dieses Weinbergs verschmolzen, vergangen ist, ausgesogen ist durch die Nachlässigkeit der Winzer. Die Reben treiben nichts mehr als wilde Schößlinge und der Saft der Trauben, die da wachsen sollen aus diesen Reben, fließt nur noch ganz spärlich.

Darum habe Ich zu allen Zeiten dafür gesorgt, daß dieser Weinstock wieder üppiger werde, daß ihm wieder neue Nahrung zugeführt werde und seine Reben reichlichere Früchte tragen und hervorbringen können. Deswegen habe Ich von jeher Menschen erweckt, durch die Ich der Welt Meinen Willen kundtat, durch die Ich die übrigen Menschen warnen, strafen, aber auch liebkosen und trösten wollte, damit sie dann mit größerem Eifer wieder zurückkehren an Mein Vaterherz. Zur Zeit eines heiligen Franziskus war die Welt erkaltet, aber so gottlos war sie nicht, wie sie jetzt ist. Ein heiliger Dominikus und ein heiliger Franziskus waren berufen, dieses Glaubensleben wieder aufzuwecken. Weil damals Meine Kirche reich war und durch die Üppigkeit vieler Meiner Diener, die da lebten wie die Weltmenschen, Meine Kirche in große Nachteile geriet, darum erweckte Ich diesen Franziskus, der der Welt zeigen sollte, wo es ihr fehle, daß die Welt die Armut lieben müsse; nicht die Welt, nein, Meine Kinder, denn die Welt ist nicht Mein, Meine Kirche, sage Ich. Meiner Kirche sollte Franziskus sagen, wo es ihr fehle, daß sie zu üppig sei, daß sie zu üppig lebe, daß man zurückkehren müsse zu einem einfacheren Leben, zu einem armen Leben. Das sollte Mein Diener Franziskus der Welt zeigen und sollte deswegen die Armut zu seiner Braut nehmen, um Meiner Kirche zu zeigen, wo sie gefehlt hat, und Tausende und Abertausende schlossen sich ihm an in den drei verschiedenen Orden, die er stiftete.

Seht nun, Meine Kinder, als aber die Welt gottlos wurde und immer gottloser wird, da sprach Ich durch ein anderes Geschöpf, durch eine Margareta Maria Alacoque. Ich offenbarte durch sie Meiner Kirche, wie sie es anzustellen hat, um die guten, treuen Kinder Meiner Kirche wieder zu wecken und Mir zuzuführen, denn als die Welt anfing, an allem zu lockern, als Ich hineinschaute in Meine Kirche und das Christenleben beobachtete, als Ich sah, wie das heilige Sakrament der Ehe mißbraucht wurde, als Ich die Zerrüttung der Familien schaute, da machte Ich durch diese Meine Dienerin Meine Kirche aufmerksam und gab ihr zwölf Verheißungen, die Ich all denjenigen schenken und zugeben will, die Mein Herz verehren. Ich sagte den Christen, daß alle diejenigen, die das Bild Meines Herzens in ihren Häusern aufstellen und verehren, Meines ganz besonderen Schutzes sich erfreuen werden. Aber die Welt glaubte nicht. Meine Kirche, Meine Diener glaubten es nicht. Es brauchte lange Zeit. Ja, ja, es brauchte eine Zeit bis auf die eurige und noch gibt es viele, die es heute noch bezweifeln. Heute noch wird allzu wenig Mein Herz verehrt.

Deswegen, Meine Kinder, wiederhole Ich noch einmal, was Ich euch schon gesagt habe im vorigen Jahr und früher, daß Ich mit Meinem Statthalter in Rom ebenso verkehre wie mit Meiner Dienerin. Ihm habe Ich es gesagt und Meine Diener haben die Aufgabe, das Volk hierüber zu unterrichten und ihr wißt es nun.

Hier aber spreche Ich, wie Ich zu Franziskus sprach und durch Franziskus die Welt belehrte, die Armut zu lieben. Wie Ich aber damals diese Armut, damit sie auch geliebt werde, selbst fordern mußte, so auch jetzt. Ich meine damit, Ich mußte Meiner Kirche alles entziehen, damit sie arm werde. Wißt ihr, entzogen hätte sie sich freiwillig diese Gabe nicht, und es gehört ihr auch der Besitz, der ihr geschenkt ist. Aber wißt, seitdem Franziskus diesen Orden gegründet, habe Ich durch diese Meine Diener der Kirche gesagt: ‚Die Christen sind nur wahre Christen, wenn sie die Schmach der Armut lieben. Nicht in Üppigkeit, nicht im Haschen nach irdischem Besitz geht der Weg zum Himmel. Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben und allzusehr nach Reichtum verlangen.‘

Und weil niemand diese Sprache verstehen wollte und es darum abwärts ging und abwärts ging bis auf eure Zeit, obwohl es seit jener Zeit viele große Heilige und Diener Gottes gegeben und Meine Kirche blühte und blühte, daß Ich mit großer Freude an ihr Mich ergötzte, kam es aber in letzter Zeit wieder sehr auf eine abschüssige Bahn mit Meiner Kirche, mit Meinem Reich. Die Kinder Meines Reiches sind schlüpfrige Wege gegangen und nicht mehr wie zu Franziskus’ Zeit ist die eurige Zeit, nicht erkaltet, nein, gottlos ist sie geworden.

Viele Christen wissen nicht mehr, daß Ich ihr Gott bin, daß Ich dreiunddreißig Jahre unter euch gewandelt bin, deswegen dieser allzu große Streit in Meiner Kirche, in Meiner Schöpfung, das Haschen nach Besitz, das Ringen und Kämpfen nach irdischem Besitz und Gütern, damit das Himmelreich auf Erden sich gestalte. Jeder will, weil er nicht mehr glaubt an ein Jenseits, sich den Himmel auf Erden verschaffen. Solange es dem Menschen gut geht, lebt er dahin und glaubt noch ein wenig, sobald er aber diesen seinen Glauben durch Treue bewähren soll, dann ist es aus mit seiner Treue. Daher die vielen Selbstmorde, die vielen unglücklichen Ehen, weil überall das Kreuz geflohen und gehaßt wird. In den Ehestand hinein wollen alle sich begeben, und wenn der Mann noch so viele Kinder hat, sie alle suchen das Glück im Ehestand und dann, wenn sie es nicht finden, dann ist es aus mit dem Glück, mit dem Frieden, und der Unfriede ist überall eingekehrt, weil man nur leichtsinnig in den Ehestand hineingeht, weil die Verachtung des jungfräulichen Standes überall gescheut wird.

Seht, Meine Kinder, dieses ist es, was Ich Meiner Kirche sagen will durch Meine Dienerin hier. Der jungfräuliche Stand ist verachtet von allen Schichten der menschlichen Gesellschaft. Ihr aber, Meine Diener, habt die Aufgabe, diesen Stand zur Blüte zu bringen. Seht hinein in die Gesellschaft, wie sie zerrissen ist, wie viele Selbstmorde vorkommen, wie viele unglückliche Menschen dahinstreichen, sich und anderen zur Last, weil sie nicht mehr verstehen, das Kreuz zu lieben, zu tragen, das Kreuz der Verachtung zu tragen. Wenn ihr nun, Meine Diener, ihr Priester der heiligen, katholischen Kirche, selbst nicht die Verachtung tragen wollt, wenn ihr selbst das Kreuz nicht umfassen wollt, wie könnt ihr dann andere das Kreuz tragen lehren? Ihr selbst, Meine Diener, müßt vorausgehen mit dem Kreuz, ihr müßt Meinem Volk zuerst zeigen, daß es euch Ernst ist, Meine Diener zu sein, und wenn ihr Meine Diener seid, dann müßt ihr das Kreuz tragen. Seid ihr denn mehr als der Herr?

Deswegen habe Ich euch schon vor längerer Zeit gesagt, das Kreuz, das Ich dir gezeigt, das von der Erde bis zum Himmel reichte, ist das große Elend, das in der menschlichen Gesellschaft sich ausbreitet, das aber nicht mehr anders zu heilen ist, als daß dieses große Elend übergoldet werde durch die Liebe zum Kreuz. Ihr, Meine Diener, ihr Diener der katholischen Kirche, seid die einzigen in der ganzen Schöpfung, die dieses Kreuz, dieses Elend übergolden können mit der Liebe, die ihr das Volk zum Kreuztragen lehren sollt. Solange man in Meiner Kirche nicht alles vermeidet, was den Glauben einiger erschüttern könnte, so lange liebäugelt ihr noch mit der Welt und tragt ihr noch auf zwei Schultern. Ihr wollt es nicht mit der Welt verderben und doch noch Meine Diener sein!

Auf, du Bischof von Mainz, umfasse das Kreuz! Siehe hier dieses Werkzeug, das beschimpft wird von einem Jahr zum andern, wie oft hast du es schon beschimpft, wie oft ihm schon die Dornenkrone auf die Stirne gedrückt. Wenn sie aus sich selbst wäre, Mein Freund, wenn sie, was in ihr gewirkt wird, in sich selbst wirken wollte, wäre sie längst dahin. Sie hätte längst dir gezeigt, wer sie ist. Wenn du aber glaubst, Mein Freund, daß Satan hier nicht im Spiel sein kann – denn würde wohl Satan gegen sich selbst arbeiten? –, dann glaube wohl, daß es Mein Geist sein muß, der in ihr spricht und arbeitet. Wenn du selbst sagen mußt, daß niemand sagen kann ‚Herr Jesus‘, außer im Heiligen Geiste, dann wisse, daß es an der Zeit ist zu glauben und tief zu glauben. Ihr aber, Meine Kinder, freut euch, denn je mehr ihr Meine Krone tragt hier auf Erden, desto üppiger gestaltet sich eure Krone in der Ewigkeit. Du, Meine Kleine, folge Mir Schritt für Schritt. Schaue auf deinen Bräutigam, mit der Dornenkrone geht Er dir voraus, folge du Ihm, folge Ihm.

Du, Meine Tochter, Ich habe Freude an deiner Familie, weil sie Mir dient. Du hast gute, brave Kinder! Wisse aber, daß eine Zeit kommen wird, wo auch du geprüft wirst in deinen Kindern. Harre aus, trage, was Ich dir zuschicken werde. Mir nach und freue dich, daß du auch in der Prüfung ausharren kannst. Wisse, das Gold ist nur dann erst echt, wenn es im Schmelztiegel geprüft ist. Harre aus, bearbeite deine Kinder, deinen Ehegatten, und gehe allen in eurer ganzen Gemeinde mit gutem Beispiel voran. Du sollst der Welt, deiner Nachbarschaft zeigen, daß du auch zufrieden bist, wenn der Herr dir Kreuz aufladen sollte, weder murren noch klagen, denn wisse, auch du wirst geprüft, ihr alle, Meine Kinder! Du, Meine Tochter, werde nicht irre! Jetzt bewährt es sich, ob du glaubst, denn wisse, daß Ich diesen Glauben auch belohnen werde!“

Barbara: „O Herr, soll ich meine Schwester besuchen?“

Jesus: „Siehe, als Ich auf Erden wandelte, da besuchte Ich all die treuen Freunde, die mit Meiner Mutter verwandt waren. Gehe du hin, mach deinen Schwestern die Freude; weil es dir zuwider ist, darum sollst du hingehen, sollst dieses Opfer bringen. Führt aber auch aus, was ihr euch vorgenommen habt bis nächsten Sonntag. Je mehr man euch widerspricht, um so inniger schließt euch an all die Wallfahrtsgänge an, die die Kirche erlaubt, denn dort kann euch niemand widersprechen. Kümmert euch aber nicht um andere. Seid wie Pflastersteine, die nichts verspüren.“

Barbara: „O Herr, schenke auch meiner Schwester N. diese Gnaden, um die sie Dich jahrelang bittet.“

Jesus: „Alles, um was sie Mich bittet, will Ich ihr gewähren. Sie soll nur die Zeit abwarten, bis es Mir gefällt, es ihr auch zu zeigen. Sie möchte nur immer ein bißchen auch davon sehen, doch weil sie so gar zu eigennützig ist, will Ich sie noch zuwarten lassen. Meine Tochter, warte es ab. Dort an der goldenen Pforte, dort sollst du alles schauen, für jetzt aber im Glauben leben. Du meinst, ob es auch echt sei? Ja, ja, so gibt es viele Menschen, die gern glauben möchten, wenn Ich es ihnen vor die Nase stellte, damit sie es mit dem fleischlichen Auge sehen könnten. Ja, ja, Meine Tochter, wartet es nur ab, der Glaube allein ist euer Verdienst, der Glaube allein ist euer Verdienst!“

Barbara: „O Herr, bessere N. die Gesundheit.“

Jesus: „Will sie eine Jüngerin des Gekreuzigten werden? Wenn sie das werden will, was soll Ich ihr dann noch tun? Will sie die Schmach nicht tragen, dieses kleine Wörtlein? Ja, Meine Tochter, du machst Mir Freude in all den Gebeten, die da die Männer verrichten, die da so gläubig aus innerstem Herzensgrund beten, denn das ganze Jahr wird nicht so tiefgläubig gebetet wie an diesem Tag von den Männern dieser Stadt. Dieser Lohn bleibt dir nicht aus. Aber sage ihr doch, ein bißchen mehr Geduld. Ich werde sie segnen, gewiß, aber der Weg zum Himmel muß noch verdient werden!“

Inhaltsverzeichnis Band 4

355 Zweiter Freitag im Mai 1900

„Daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen.“

Barbara: „Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End, dem süßen Herzen Jesu im Heiligsten Sakrament! Hochgelobt und gebenedeit sei Jesus Christus im Heiligsten Sakrament des Altars, und Maria, Seine jungfräuliche Mutter, sei gelobt und gepriesen von uns und allen Kreaturen, von nun an bis in Ewigkeit! O wie freut sich meine Seele! Wie hochbeglückt ist ein Mensch, der das Glück mit mir teilt. Meine Seele ist zu klein, um das Glück zu fassen, das Du mir bereitet. O ihr neun Chöre der Engel, ihr Heiligen im himmlischen Hof, all ihr Gerechten auf Erden, kommt herbei und seht, wie gut der Herr ist, wie lieb Seine heilige Mutter ist. O mein Jesus, gib mir eine Stimme, die hinaustönt in die ganze Welt, um das Lob Deiner heiligen Mutter zu verkünden. O wie gut ist Sie, o wie schön ist Sie! O ganz schön bist Du und kein Makel ist an Dir!“

Der Herr nahte Sich Barbara in großem Liebreiz und streckte ihr die Hand entgegen. Barbara wird gewürdigt, ihre Hand in die Hand Jesu zu legen und hält die göttliche Hand wonnestrahlend.

Barbara: „Ich bin ein gar zu unwürdiges Geschöpf, und Du würdigst Dich, diese innigste Verbindung mit mir einzugehen, mit einem Wesen, das nichts kann als Dich beleidigen. O Herr, verzeihe mir allen Undank und alle Treulosigkeit, die ich mir in meinem ganzen Leben zu schulden kommen ließ. O wie reut es mich, jemals einen Augenblick Dir entzogen zu haben. O Herr, sieh an die heißen Tränen über den Undank, den ich in meinem Leben Dir bereitet habe. O gewiß Herr, niemals mehr will ich Dich beleidigen, aber sieh, wie armselig ich bin. Heute, wenn Du mich hinaufziehst zu Dir, wenn Du die innigste Verbindung mit mir eingegangen und mir all Deine Schätze geöffnet, wenn Du mich hineinziehst in Dein göttliches Herz, ist die schwere Zeit vorüber, kaum habe ich die Wonne eingeschlürft, die Du mir zu verkosten gabst, bin ich schon wieder dasselbe armselige Wesen, das ich vorher war. O verzeihe mir!

O Dein Blick, er zermalmt mich! O mein Jesus, o wie lieb bist Du! O freut euch mit mir! Heute ist diesem Haus Heil widerfahren! Kinder, Kinder sind wir geworden, nicht mehr Knechte, nicht mehr Mägde, nein, nein, Kinder des Hauses sind wir geworden. Sein Haus ist es geworden und wir dürfen wohnen in diesem Seinem Haus! O freut euch, o freut euch der Wonne, zu wissen, daß dies Herz mich nicht verkannt, daß der Schmerz, der mich zerrissen, auch in Seine Brust gerannt. O mein Bräutigam, mein Jesus!“

Barbara streckt Ihm die Hände sehnsüchtig entgegen.

Weil es noch früh am Morgen war, so zögerten Lieschen und Luise lange und kamen erst, als der Herr schon einige Zeit mit Barbara verkehrt hatte, weshalb der Herr ihnen einen Verweis gab.

Jesus: „Meine Kinder! Gelobt sei Jesus Christus! Wie es euch ergeht, wenn ihr die Zeit der Gnade nicht benutzt, dieses vorhergehende, auffallende Zeichen, so ist es ein warnendes Beispiel in erster Linie Meinen Dienern, den Priestern hier in dieser Stadt.

Seht, wenn ihr die Zeit der Gnade nicht benutzt, die Ich euch angeboten habe, so ergeht es euch gerade so, denn ihr alle wißt, wie gut Ich bin. Ihr habt schon oft Meine Liebe, Güte und Sorgfalt zu den Menschen erfahren; ihr habt schon oft an Meiner Brust gelegen und die Liebe eingeatmet, die aus Meinem Herzen strömt, und doch wollt ihr anderen Dingen nachlaufen. Ja, ja, es ist recht, wenn ihr auch recht eifrig seid im Anhören von heiligen Messen, denn dort bin Ich ja, dort vollbringe Ich das größte Werk, das Ich auf Erden vollbringen kann, dort erinnere Ich Tag für Tag, Stunde um Stunde, die Menschen an Mein bitteres Leiden und lade sie ein, teilzunehmen an Meinem Leiden und die Gnadenströme, die da ausfließen aus Meinem Herzen, in sich aufzunehmen.

Aber seht, Meine Kinder, hier will Ich ja etwas Ähnliches ausüben, eine ähnliche Erinnerung an Mein bitteres Leiden, an die Liebe, die Ich habe zu Meinen Geschöpfen. Darum wißt, ihr Meine Kinder, die Ich euch erwählt habe, dieses Werk durch euch auszuführen, die Ich euch zu dritt zusammengeführt, damit ihr all die Stürme und Leiden und Verfolgungen, die Meiner Kleinen bereitet werden von den Dienern der katholischen Kirche, ertragen könnt, damit ihr feststeht zu einem Bund, denn wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich schon mitten unter ihnen; wenn aber zwei oder drei um Meines Namens willen Verfolgung leiden, was soll Ich erst dann sagen? Da bin Ich nicht nur mitten unter ihnen, nein, nein, da bin Ich mitten in ihnen.

Ich Selbst will sie stärken zum Kampfe gegen die Mächte der Finsternis, hier aber nicht allein gegen die Mächte der Finsternis, sondern auch gegen die Gewalten, die Ich Selbst in Meine Diener niedergelegt habe, die zwar einen Teil eurer Prüfungen ausmachen sollen, die aber auch von solchen euch bereitet werden, die bösen, bösen Willen haben. Es gibt solche unter Meinen Dienern, die wirklich bösen Willen haben, zu Meinem Schmerz muß Ich es sagen.

Darum merkt es euch, Meine Kinder, wenn die Zeit gekommen ist, wo ihr wißt, daß Ich Meine Dienerin gern besuchen möchte, dann schauet nicht auf euren Gewinn, seid nicht so selbstsüchtig. Wißt, daß Meine kleine Dienerin sich auch Entbehrungen und Entsagungen in Hülle und Fülle auferlegen muß. Wißt, daß sie ebenso gern dort beiwohnen möchte, wohin euer Schritt gelenkt wird, wie ihr, sie muß aber allen ihren Freuden und Tröstungen entsagen, wenn Ich komme. Sie muß, weil Ich so will, und ihr müßt euch ihr anbequemen. Ihr müßt teilnehmen an ihrem Leiden. Seht, so geht es allen Menschen, Meine Kinder. Allen Menschen biete Ich Meine Gnade an, und Ich habe aufgerichtet den Born der Gnade. Zum allerersten fließt der Born der Gnade in Meinem irdischen Paradies. Ihr wißt, wo dieses ist. Das irdische Paradies, das noch sichtbar auf Erden ist, ist Meine heilige, katholische Kirche. In ihr fließt der vierströmige Kanal durch die ganze Schöpfung. Im Allerheiligsten Sakrament ist dieser Born der Gnade, der versinnbildet war in dem früheren Paradies, das von der Erde verschwunden ist. Aber dieses Paradies habe Ich doch wieder aufgerichtet im Neuen Bund, wo Ich Selbst Mich vereinigte mit Meiner Braut, der heiligen, katholischen Kirche und durch die ganze Welt diesen vierströmigen Kanal dahinsprudeln lasse.

Alle, die da kommen und schöpfen aus dieser Quelle, sollen gerettet werden, sollen teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse in diesem irdischen Paradies. Dieses Paradies ist aber auch Meine liebe, heilige Mutter. Durch Sie will Ich ausströmen lassen den Born aller Gnaden, durch Sie leite Ich über die ganze Menschheit dahin all die Gnaden, die Ich und Sie mit Mir verdient für die arme, sündige Menschheit.

Seht nun, Meine Kinder, wie nur diejenigen, die da tiefgläubig sind, sich nicht anwehen lassen von dem Unglauben der Zeit, die dahinschreiten über diese sündige Erde, mit dem Kreuz beladen; denn nur dadurch wird das Paradies aufrechterhalten auf Erden, daß es recht viele gibt, die es verstehen, den Weg zu wandeln, auf welchem Ich das Paradies auf Erden erkämpfen und erschaffen mußte. Ich Selbst mußte dies Paradies dreiunddreißig Jahre lang erkämpfen. Ich Selbst habe es erschaffen dort, als Ich hinausschrie in die ganze Welt: ‚Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!‘ Und nun, Meine Kinder, habe Ich es euch gesagt. Nun sollt ihr wissen, was Ich halte von dem Bischof von Mainz und was Ich ihm durch Meine Dienerin sagen lasse. Er ist nicht nur ein Diener Meiner heiligen Mutter, sondern er ist den Bund eingegangen, den Ich ihm angeboten habe. Er ist der geheimnisvolle Gemahl Meiner heiligen Mutter geworden, und deswegen lasse Ich ihm sagen, daß er nur eine kleine Weile, nur einen kurzen Augenblick den Brautstand erleben wird mit Ihr, und zwar eine Wonne von Ihr genießen wird wie keiner seiner Vorgänger. Im innersten Grunde seines Herzens wird er diese Worte wohl verstehen.

Dann aber soll er nicht irre werden. Er soll bedenken, daß die Braut bald Hausmutter, Hausfrau wird, die nichts mehr von den lieben, süßen Tagen des Brautstandes verspüren wird, die dann von Sorgen und Plagen gequält, vom frühen Morgen bis zum Abend ächzend und stöhnend das Kreuz trägt, das der Ehegatte ihr auferlegt trotz all seiner Liebe und Treue; denn sie soll ihm Jahr für Jahr Kinder gewinnen, und das bereitet dieser Braut ein schweres, schweres Kreuz. Sie fühlt die Last Tag und Nacht, wenn sie auch noch so sehr von ihrem Bräutigam liebkost wird, aber sie wird die Last jahraus, jahrein nicht mehr los. Dies sei ihm gesagt zum Trost, wenn die Tage kommen, wo er ächzend und stöhnend das Kreuz trägt, das Ich ihm auf die Schulter gelegt.

Er soll bedenken, daß er eine Braut, ein Bräutigam ist, und daß er in geheimnisvollem Bund lebt mit Meiner heiligen Mutter. Und wenn andere sich von ihm abwenden, wenn sie seine Bürde zu hart finden, dann möge er bedenken, daß es der Anfang ist zum Sieg, nämlich, das Kreuz soll in Meiner heiligen, katholischen Kirche vergoldet werden durch die Liebe Meiner Diener. Sie sollen das Kreuz umfassen und mit ihrer Liebe vergolden. Wenn sie in erster Linie das Kreuz vergolden, das heißt, die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen, dann hat das Paradies auf Erden schon einen guten Zaun erhalten; denn sie sind die Pfähle, die den Zaun zusammenhalten, die Pfähle, die da tief eingeschlagen sind in das Erdreich Meiner heiligen katholischen Kirche.

Den Zaun müssen all die treuen, frommen Seelen bilden, die angekettet und angenagelt sind an die Pfähle, an das katholische Priestertum. Diese müssen all den Spott und Hohn, all die Leiden und Verachtungen mit Geduld und Ergebung tragen und hinnehmen, auch selbst wenn sie von denjenigen ausgehen, die Ich zu Pfählen hingestellt habe, und doch müssen sie fortwährend in Verbindung mit ihnen bleiben. Sie müssen alles ertragen und erdulden, aber auch tun, was diese Pfähle sie lehren und selbst vorpredigen, aber auch selbst tun sollen, Ich sage tun sollen; tun sie es aber nicht, dann wendet das Wort um, das Ich einst gesprochen in Meinem sterblichen Leben: Tuet nicht nach ihren Werken, tuet nach ihren Worten, wie Ich einst gesagt habe von den Pharisäern, die zwar die Worte der Heiligen Schrift auslegen, die aber ganz anders handeln, als die Heilige Schrift ihnen gebot.

Seht, so sollt ihr Seelen alle tun, die Ich euch bestimmt habe zu helfen, um den Zaun um Mein Paradies auf Erden aufzurichten, die Ich euch angenagelt habe an das Priestertum der katholischen Kirche, die Ich zu Pfählen hingestellt habe: ‚Tuet nicht nach ihren Werken, tuet nach ihren Worten‘, denn viele Priester der katholischen Kirche geben dadurch großes Ärgernis, daß sie es so gern mit der Welt halten möchten, daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen. Sieh, du Mein Freund, du sollst das Tor sein in dieses Paradies hier in dieser Stadt. So wie Ich die Priester zu Pfählen hingestellt, so stelle Ich dich hin als Tor, als den Eingang in das Paradies hier auf Erden.

Ihr aber, Meine Kinder, und all die treuen Seelen dieser Stadt, ihr sollt euch annageln lassen an das Priestertum, an diese Pfähle, damit Mein Reich wieder aufblühe, damit es die Oberhand gewinne in dieser Stadt. Seht, was ist denn eigentlich die Ursache, daß der Liberalismus und der Sozialismus so die Oberhand nimmt, obwohl diese Stadt eine Bischofsstadt ist und das Christentum in Blüte stand wie keines im ganzen Deutschen Reich, denn keine Stadt rühmt sich, eine Goldene zu heißen wie diese Stadt hier. Aber dieses Goldene Mainz ist ein bleiernes geworden, es hat sich gesenkt bis auf die tiefste, tiefste Erde herab. Warum denn? Weil die Diener der Kirche zuviel nachgeben, weil sie nicht mit Entschiedenheit das Kreuz umklammern, das Kreuz mit ihrer Liebe vergolden wollten.

Seht, Meine Kinder, siehe, Mein Freund, du bist bestimmt, dieses Kreuz zu übergolden, das deine Vorfahren zu vergolden vernachlässigten. Alle, die in dieser Stadt wohnen, müssen wissen, daß die katholische Kirche dieser Stadt gehört und diese Stadt der katholischen Kirche. Sie ist und bleibt eine Tochter, und zwar soll sie die erste Tochter Roms sein. Darum stehet ein für eure Rechte, wo es gilt. Laßt nicht ein Tüpfelchen vom ‚i‘ nach, wo ihr zurückstehen sollt, wo man euch Anerbieten macht, wo die Kirche, Meine Kirche, zurückgedrängt werden soll, und wenn es euer Leben kosten sollte, müßt ihr einstehen für die Rechte Meiner Kirche. Ihr müßt kämpfen wie Meine Dienerinnen hier kämpfen um das, was Ich von ihnen verlange.

Seht, ihr müßt euch nicht wundern, wenn Ich in geheimnisvoller Sprache zu Meiner Dienerin rede, denn Ich sage euch, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht eingehen in das Reich Gottes, und wenn ihr nicht zu den Kleinen haltet, die Ich euch gestellt habe, werdet ihr nicht eingehen in das Paradies, das Ich aufrichten will in dieser Stadt. Ich rede heute nur zu den Dienern dieser Stadt, zu den Priestern in Mainz. Einen Bund will Ich schließen mit euch, und derjenige, der es wagt zu spotten und zu höhnen über diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, der wird sehen, daß er das Kreuz nicht übergolden hilft. Ich werde ihm die Gnade entziehen, die er jetzt noch so fest zu halten glaubt. Denn wie Ich heute euch gezeigt habe, daß Ich komme zu einer Stunde, wo es niemand vermutet, und wenn es Mir gefällt, und daß, wenn Ich die Gnade anbiete, man sie ergreifen soll und muß, ebenso Meine Diener, hat alles seine Zeit, ganz besonders aber die Gnade. Nicht umsonst hat Meine Kirche und Ich in ihr besondere Zeiten gegründet, besondere Jahre gestiftet, die man Jubeljahre, Gnadenjahre nennt. So ist es aber auch mit Gnadenzeiten, wenn Ich sie anbiete in einer Stadt oder in einer Gemeinde.

Ganz besonders hört auf zu spotten und zu höhnen gegen diejenigen, die Ich durch besondere Gnaden an Mich ziehe, ihr, die Ich euch gestellt habe, die Leitung anderer zu übernehmen, besonders ihr, die ihr das junge Priestertum fortpflanzen helft, denn Ich habe hier in Mainz diejenigen gelobt, welche die Pflanzschule des Priestertums leiten, Ich werde sie aber auch tadeln und strenge, strenge tadeln, wenn sie, anstatt das innere Leben zu befördern, Haß und Abscheu einpflanzen in dieses junge Priestertum gegen solche, die Ich auf diesem Weg führe und leite. Glaubt ihr vielleicht, Meine Freunde, eine Seele, die ihr mit solchen niederträchtigen Namen bezeichnet, hat den Kampf, den sie gekämpft, bis sie eine Quisel, eine Betschwester, eine Betfunzel, und wie ihr sie heißt, geworden ist, umsonst durchgekämpft? Hast du, Mein Freund, so viel gekämpft, wie diese Seele hier gekämpft hat?

Schämt euch, ihr Priester der katholischen Kirche, mit ähnlichen Namen diejenigen zu bezeichnen, die in euren Augen verächtlich sind, weil sie nicht eurer Laune zusagen. Wißt, daß ihr einer besonderen Gnade gefolgt seid, und daß Ich alle diejenigen, die Ich mit dem Priestertum begnadige, ganz besonders überhäufe mit Meiner Gnade, daß Ich aber auch in gerader Linie wie euch diejenigen begnadigen muß, die Mir auf diesem Weg folgen, die zu Meinen Auserwählten gehören, die Ich aber mit noch viel tieferen Gnaden und mit noch viel tiefgehenderen Erleuchtungen heimsuchen muß, bis Ich sie auf diesen Weg gebracht habe.

Ihr, seid nicht berufen und befugt, diejenigen so zu verschmähen, besonders zu schmähen und zu verachten in Gegenwart von anderen Personen, die diese Gnade nicht besitzen. Wenn es nicht anders wird in dieser Stadt, werde Ich wohl Meine Gnade wieder zurückziehen. Meine Dienerin wird zwar nicht rückwärtsgehen, Ich werde sie halten in Meiner Gnade, aber euch wird sie entzogen werden. Ich werde sie eurer Leitung entziehen, weil ihr euch schämt, es zu tun zu haben mit tiefgläubigen Seelen.

Geht hin und sagt Meinem Freund einen herzlichen Gruß von Mir. Wenn er wünscht, daß diese Stadt wieder zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehren soll, dann soll er sich die Worte wohl überlegen, die Ich ihm heute sagen lasse. Er soll nicht denken, daß eine Seele getäuscht ist, die so geschmäht, verachtet und verfolgt wird wie diese hier in dieser Stadt, so daß sie öffentlich vor allen Leuten beschämt und verspottet wird. Wenn er sich länger noch überzeugen will von der Gewißheit, ob Ich es bin, dann soll er seine Leitung freiwillig Meiner Hand übergeben. Er soll, in anderen Worten, Meine Hand walten lassen über Meinen Dienerinnen. Ich Selbst bin euer Führer. Wenn er nun wissen will, ob dieses wahr ist, dann soll er Mir die Leitung überlassen, denn da, wo der Priester zweifelt, ob eine Seele vom Geist der Lüge getäuscht sei oder von Meinem Geist geleitet, denn von dem Geist eines Menschen ist hier keine Sprache. Es gibt nur zwei Geister, die auf den Menschen einwirken. Ich habe dieses schon einmal erklärt in früherer Zeit. Er soll nachschlagen, er wird es schon finden, und soll bedenken, daß der Geist des Menschen eingehaucht ist von Meinem Geist, und der Mensch hat nichts aus sich selbst heraus. Er ist entweder freiwillig und durch die Todsünde ein Lügengeist geworden und steht unter dem Einfluß Satans, und solange er in der Todsünde lebt, ist der Geist Satans in ihm, und er vollführt die Werke Satans, oder aber der Mensch lebt in Meinem Geiste, den Ich ihm eingehaucht durch die Taufe und den Ich ihm eingegeben, nachdem er gesündigt hat, durch das Sakrament der Buße, und in dem Ich wohne durch Meine Gnade. Es ist also entweder der Geist Gottes in ihm oder der Geist Satans, und es ist nicht wahr, es ist eine Lüge, so groß wie nur die Welt sie je erfinden und erdichten könnte, daß eine Seele, ein ungelehrtes Dorfmädchen, aus sich heraus all die Worte erdichten kann, die Ich in ihm oder durch sie rede. Und dann, Mein Freund, wenn du noch länger zögerst und dich vergewissern willst, ob Ich es bin, der in ihr redet, dann sage Ich dir: Wehe, wehe der Stadt Mainz!

Ich will Mein Volk retten, Ich will, daß diese Stadt den Namen wieder tragen wird und soll, den sie verloren hat. Ich will, daß das Goldene Mainz wieder hergestellt werden soll als die erste Stadt Meiner Kirche und alle, die da noch länger widerstehen Meiner Gnade, halten zu der Welt, halten zu Satan und seinen Helfershelfern. Geht hinaus an die Loge, an die Pforte der Hölle und seht, wie es diese machen, eure Gegner, wie diese arbeiten, ob diese sich schämen, Satans Diener zu sein, und ihr, ihr wollt euch schämen, Diener des Kreuzes Jesu Christi zu sein? Diese Meine Dienerinnen sind Liebhaber des Kreuzes, Meines Kreuzes, und alle, die Ich an sie ankette, alle, die Ich ihnen zuführe, müssen Liebhaber Meines Kreuzes werden, und wollen sie nicht freiwillig, so müssen sie es werden; dann werde Ich sie so lange mit Kreuz beladen, bis sie das Kreuz mit Liebe umfangen, umfassen und mit Liebe Mir nachtragen. Liebhaber des Kreuzes muß Ich bilden, und wollt ihr Liebhaber des Kreuzes sein, dann umfasset das Kreuz und schmälert das Kreuz und den Kreuzweg nicht mehr, den Ich verbreiten will, denn er ist gar zu schmal, weil ihr ihn so schmal macht; er soll erweitert werden, damit viele darauf wandeln können, und solange ihr auf der Kanzel steht und die Liebhaber des Kreuzes schmäht und solange ihr den Pfad nicht erweitert und er ein Schlängelein bleibt, auf dem nur hie und da ein Persönchen wandeln kann, wird es nicht besser.“

Barbara: „Mein Jesus, Du bist heute so zornig, Du warst doch vorhin so lieb!“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder, Meine Kleine, Ich war lieb vorhin. Siehe, dies ist das Zeichen, auf dem der ganze Weg, wie Ich die Meinigen führe, vorgebildet ist. Erst biete Ich ihnen Meine Gnade an, Ich locke und ziehe sie an, Ich gebe ihnen Zuckerbrötchen, Ich zeige Mich ihnen in der ganzen Liebe Meines Herzens. Ich lasse sie die Gnadenschätze verschlucken und verkosten anfangs, dann aber, wenn sie stark geworden sind, gebe Ich ihnen harte Brotkrusten und zeige ihnen, daß sie etwas gelernt haben. Ich prüfe sie. So tue Ich auch Meinen Dienern hier in dieser Stadt. Ich habe sie angelockt mit Zuckerbrötchen, Ich habe ihnen liebe, süße Worte gegeben, gute Worte, weil es so nicht mehr gehen kann.

Es muß anders werden in Meiner Kirche, sie muß zur Blüte gelangen, sie muß emporsteigen. Meine Braut, sie muß auf den Berg gestellt werden, auf dem alle Menschen sie sehen können. Darum muß Ich eine ernste Sprache reden, darum komme Ich mit Brotkrusten. Wollt ihr, oder wollt ihr nicht? Ich will euch prüfen! Seid ihr stark geworden? Ihr seid schon lange genug auf diesem Zuckerweg gewandelt. Ich will sehen, ob ihr was gelernt habt. Wollt ihr nicht? Gut, Ich lasse euch die Wahl. Ihr seid gestellt an den Wendepunkt. Eure Namen sollen fortan glänzen durch die lange Ewigkeit in dem Lebensbuch. In der Geschichte Meiner Kirche sollen eure Namen eingetragen sein mit goldenen Buchstaben. Wißt, das Gold bedeutet die Liebe. Diese Liebe muß aber mit dem Kreuz geschrieben sein. Dieses Gold, diese goldenen Buchstaben müssen aber mit dem Kreuz geschrieben sein. Wollt ihr, daß eure Namen glänzen durch die ganze Ewigkeit, dann müßt ihr dieses Kreuz nehmen und damit eure Namen selbst eintragen in das Buch der Kirchengeschichte, dann müßt ihr euch verdient machen in der Kirche, zu den Kleinen halten, mithelfen, dazuhelfen, ihnen vorausgehen, nicht hintennach, und noch spötteln über sie, über die, die euch vorgehen.

Nein, nein, Meine Diener, deswegen rede Ich heute eine so ernste Sprache. Du, Meine Kleine, brauchst dich nicht zu beirren, es geht dich nichts an. Ich bin mit dir zufrieden. Du hast diesen Monat Mai schon viele Freude gehabt, nicht wahr? Du fühlst in dir, daß es gewiß ist, daß der Herr in dir wohnt. Merk es dir, wenn es wieder anders wird, aber wisse, daß der Herr dann auch noch in dir wohnt, daß du Ihm aber verdienen sollst. Jetzt läßt Er dir noch eine so kleine Maikur.

Die Leute gehen hinaus, machen sich Vergnügen und halten eine Maikur, um ihre Gesundheit zu kräftigen, noch mehr aber, ihrer Lust zu frönen. Ihr, Meine Kinder, sollt auch eine kleine Maikur haben, ihr sollt sie auch halten. Ich gönne sie euch von ganzem Herzen. Deswegen helfe Ich mit dazu und Meine heilige Mutter, daß ihr eine kleine Maikur halten könnt. Du aber, Meine Tochter N., du sollst auch eine Maikur haben. Du sollst dich nicht allzusehr grämen. Ich habe dich mit Kreuz beladen, weil du gar zu verwöhnt bist. Du sollst Mich lieben lernen. Ich will dich heranziehen, weil Ich in deiner Familie einen guten Keim gefunden habe. Aber siehe, wie verweltlicht deine Familie ist, schaue hinein, wie viel da noch fehlt. Deshalb mußt du Mir verdienen. Du selbst mußt die Gnaden für sie verdienen. Harre aus unter deinem Kreuz und bringe Mir deine Tochter entgegen. Siehe, solange dieses verwöhnte Kind sich nicht anschließt an dich und die Worte beachtet, die Ich hier spreche, so lange kann Ich dir das Kreuz nicht abnehmen. Aber zürne Mir nicht mehr. Ich liebe dich, und deine ganze Familie möchte Ich retten, aber wie viel fehlt da noch. Sage deiner Schwester, wie da noch so flach der Glaube ist, wie wenig Mir das gefallen kann.

O es kann Mir nicht gefallen ein solcher Glaube. Wo bleibt da das Leben aus dem Glauben bei einem so verflachten Glauben. Ja, glauben denn diese Menschen, sie lieben nur so oberflächlich und leben nur so dahin und Ich muß ihnen das Paradies nachwerfen? Nein, nein, Meine Kinder! Hier heißt es kämpfen und leben aus dem Glauben. Dort ist der Lohn, hier der Kampf!

Du, Meine Kleine, Meine Dienerin, du fühlst die Maifreude, ja, ja, wie dieses ganze Haus hier. O wie freut es Mich, wenn sie am Abend sich versammeln und Meiner Mutter schöne Marienlieder singen. Die ganze Umgebung fühlt sich himmelwärts gezogen. Ihr wundert euch, daß eure Wirtschaft leer wird. Wißt ihr, daß ein innerliches Grauen alle diejenigen befällt, die nicht in der Gnade Gottes leben. Darum fürchten sie und zittern, wenn sie diesen Gesang vernehmen, der sie an die Ewigkeit und an das unsterbliche Leben erinnert, sie aber auch an das Glück erinnert, das diejenigen genießen, die Gott treu dienen.

Seht, so wie es hier in diesem Hause ist, wie anfangs zwar sich die Gottlosen zurückziehen und diese Wirtschaft verlassen und dorthin gehen, wo dem Teufel gedient wird, Ich aber doch dieses Haus so segne, daß es keinen Schaden leidet, so wird die ganze Stadt geleitet und geführt werden. Diejenigen, die sich zurückziehen von euch, wenn ihr recht zuhaltet der kleinen Schar, werden euch wahrhaftig keinen Schaden bringen, denn sie sind diejenigen, die Ich abschütteln will vom Baum Meiner Kirche. Die übrigen aber werden sich erbauen. Die ganze Umgebung wird sich erbauen und ein neues Leben wird erstehen in dieser Stadt. So soll und muß es werden in der ganzen Welt. Überall, wo treue Seelen stehen, soll dieses Leben gefördert und geschützt werden. Es soll und muß der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt werden, es soll und muß der Ehestand geheiligt werden, es soll und muß das Leben im Ordens- und im Priesterstand geübt werden aus dem Glauben, ein neues Glaubensleben muß überall, überall in der Welt erstehen. Mit diesem Jubeljahr soll ein neues Glaubensjahr erstehen und geschaffen werden.“

Barbara: „O Herr, soll diese unglückliche Frau sich scheiden lassen?“

Jesus: „Besser tut sie, wenn sie sich nicht scheiden läßt. Es ist besser, wenn eine Seele das Kreuz, das Ich ihr auf die Schultern gelegt, das sie sich selbst zwar gewählt, denn mit dem Ehestand, den eine Seele sich nach reiflicher Überlegung gewählt, hat sie es sich ja doch selbst und freiwillig gewählt, noch vielmehr eine Seele, die es ohne Überlegung wählt, die hat dann erst recht das Kreuz freiwillig gewählt und dieses Kreuz, das sie sich nun selbst gewählt, das Ich aber geheiligt habe durch das Sakrament der Ehe, ist besser, wenn sie es trägt bis an ihr Lebensende.

Wenn sie dann unter der Last auch zusammenzubrechen meint, hat sie den Vorteil, daß jene Seele, mit der Ich sie verbunden habe, doch nicht ewig verlorengeht. Denn überall, wo solche Ehescheidungen vorkommen, wo die Seele sich freiwillig von dem anderen Teil trennt, steht jener Teil in großer Gefahr, verlorenzugehen und dieser Teil auch, wenn er noch so fromm ist und Mir dient, denn in erster Linie sind die Kreuze, die Leiden, die Ich Selbst den Menschen auferlege, die sichersten und besten, denn sie verhüten allen Stolz. Eine Seele nun, die einmal stark geworden ist, die Ich ganz an der Hand führe und leite, die alles hinnimmt, der es nicht mehr genügt, die Leiden zu tragen, die Ich ihr auferlegt habe, diese soll weitergreifen und sich selbst Leiden verschaffen, damit sie recht viel verdienen kann. Sage dieses Meiner Dienerin. Es ist besser und verdienstlicher für sie und den Ehemann, wenn sie bei ihm bleibt. So kann sie den Ehegatten retten von der ewigen Verdammnis.“

Jetzt kam die liebe Mutter Gottes.

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter, für die Liebe und Herablassung im Namen aller Menschen auf Erden, besonders in Vereinigung mit den lieben, treuen Seelen, die so sehr sich Mühe gaben, Dich den Mai durch recht zu verehren. O erfreue sie doch mit einem Trost.“

Maria: „Sage nur allen, die sich an euch anschließen, welche die Schriften lesen und die daraus großen Nutzen ziehen, aber auch jenen, die die Schriften lesen und daraus keinen Nutzen ziehen, weil sie nur lesen, um zu kritisieren und zu politisieren, die alles zerschneiden möchten, weil sie mehr Politik treiben, als daß sie sich dem Glauben unterwerfen wollen, einen herzlichen Gruß, allen jenen, die Mir Freude machen, diesen aber einen warnenden Gruß. Sie möchten abstehen von all dem Frevel.

Wißt, ihr Gelehrten, und ihr, die ihr nicht gelehrt, aber zu oberflächlich seid, um etwas zu erfassen, weil ihr allzuviel verstrickt seid in das irdische Treiben, nach Geld und Gut, euch wird das alles wenig nützen, all eure Schätze, all eure Gelehrsamkeit aus den Büchern, wenig werdet ihr Nutzen haben für die Ewigkeit, denn dort gilt nur, was echt ist. Ihr aber, Meine Kleinen, die ihr die Schriften leset und die ihr euch anschließet, auch ohne es zu lesen, an den Liebesbund, ihr macht Mir und Meinem lieben Sohn große Freude. Euch alle lasse Ich herzlich grüßen, besonders die geprüften Seelen, die noch so kämpfen und ringen um das Gold der Liebe.

Es gibt viele, und Ich will euch einige nennen. Es gibt viele in den Klöstern, welche die Schriften lesen, die aber auch noch geprüft werden mit Trockenheit und Armseligkeiten, weil sie noch vieles abstreifen müssen, bis sie eingegangen sind in die reine, ungetrübte Liebe, in jene Liebe, der es einerlei ist, ob sie ächzt und seufzt unter der Last des Kreuzes, unter Trockenheit und Verachtung, oder ob sie schwimmt in Liebeswonne, diese alle lasse Ich freundlich grüßen, aber auch jene armen Dienstmädchen, die noch so viel kämpfen und ringen und noch so vieles leiden müssen um meines Namens willen. Sagt ihnen ganz besonders einen freundlichen Gruß von ihrer himmlischen Mutter. Sie sind die liebsten Kinder, die Ich hier auf Erden habe, sie stehen noch in mancher Beziehung vor jenen, die sich ganz Meinem Sohn geweiht, weil an ihnen jedermann die Schuhe abputzt, weil sie hinausgestoßen sind und hinausgeschleudert werden, mitunter auch noch von der abscheulichen groben Herrschaft, der sie dienen. Welche Rechenschaft für solche Menschen, die ein solches Geschöpf hinausstoßen, ein solches armes Geschöpf! Darum, Meine Kinder, kommt an Mein Herz, kommt, ihr seid ja Meine Schwestern, denn auch Ich war eine Magd des Herrn. Aber eines muß Ich tadeln an so vielen frommen, braven Dienstmädchen, daß sie so viel reden über diejenigen, die sie geißeln.

Seht, Meine Kinder, ihr müßt schweigen, das Kreuz mit Liebe umfangen und jenen, denen ihr dient, mit Liebe und Geduld entgegenkommen, dann werdet ihr mit Flügeln euch emporschwingen zu dem lieben, süßen Gottesherzen. Ihr alle aber, ihr Meine Kinder, die Ich euch herbeigeführt, singet Mir liebe Liedchen in diesem Monat. Ich habe dir gesagt am Mittwoch: ‚Singe, singe meine Tochter, singe‘, weil es Mir so sehr gefällt, wenn Meine Kinder sich freuen. Darum, wenn ihr hinauszieht über die Fluren, so singt aus Herzensgrund, wenn ihr hingeht in die Maiandacht, singt aus Herzensgrund, und wenn ihr am Abend nach getaner Pflicht euch versammelt hier in diesem Zimmerchen, und ihr mit euren Kindern, o singt aus Herzensgrund ein liebes Liedchen, und auch du, Meine Tochter, mit deinem Ehegatten und mit deinen Kleinen, denn sie machen mir wirklich Freude.

Du mußt auch noch deine Leute ermuntern in deiner Heimat. Dadurch, daß deine Anna fortgegangen ist, ist vieles eingeschlafen. Deine Anna aber grüße Mir recht herzlich. Sie soll vorwärtsschreiten und nicht rückwärts, sie soll ausharren, denn Ich führe sie an der Hand; auch jenes Mädchen, das Ich ihr zugeführt, lasse Ich grüßen, sie soll nur kämpfen. Allen den Seelen, die da so vorgeben, innen zu sehr geplagt und geängstigt zu sein, fehlt es noch an der wahren tiefgegründeten Demut. Merkt es euch, ihr Seelen, ihr alle wollt mit himmlischen Flügeln euch emporschwingen, wie ein Seraph euch stehen sehen an der höchsten Stufe. Nein, nein, Meine Kinder, ihr müßt Schritt für Schritt gehen. Ihr müßt Kinder werden und merkt es euch, ein Kind weiß nichts von Stolz. Wenn man ihm etwas sagt, schaut es lieb empor zu der Mutter und glaubt, was die Mutter sagt, und wenn sie sagt: ‚Mein Kind, komme her, komme in meine Arme‘, dann läuft es, wenn es auch noch fällt. Es liegt auf dem Boden, steht wieder auf und läuft wieder.

So sollt ihr es machen, ihr kleinen Seelen, die ihr noch so geängstigt seid. Seht, Verzweiflung und Angst gefällt Meinem Sohn nicht. Es ist immer Stolz, wenn der Beichtvater gesagt hat: ‚Sei ruhig‘, und das Beichtkind sich nicht beruhigen will. Erst tiefbegründet beichten, merk dir es, wenn du aber eine tiefe Beichte abgelegt über dein ganzes Leben, über die Sünden, die du erkennst, dann lasse dich leiten von deinem Seelenführer, und wenn dieser sagt: ‚Du kannst ruhig sein‘, dann mußt du den Stolz herausreißen aus deinem Herzen, und wenn du noch kleinmütig und verfinstert bist, dann ertrage dies für deine Sünden und denke, nach dieser Zeit kommt eine andere Zeit, und mit einem Schlag kommt die Zeit, wo es anders wird; denn da ist es gefehlt an der Demut, Meine Tochter, und es wird bald anders werden.“

Barbara: „O liebe Mutter, stehe N. bei in diesem Prozeß.“

Maria: „Ich werde dir beistehen, Meine Tochter! Harre aus in all den Leiden, die Mein Sohn über dich ergehen läßt. Wisse, daß du in deinem Leben nie so inbrünstig gebetet hättest wie jetzt, wenn diese Leiden nicht über dich gekommen wären, daß du aber doch noch ein wenig mit schuld bist, weil du zu nachsichtig warst gegen deine Tochter. Auch diese möchte Mein Sohn retten. Darum sei zufrieden und harre aus, rette deine Tochter und alle deine Geschwister, die gar zu verstrickt sind in die Welt und noch so wenig Glauben haben.“

Barbara: „O Herr, schenke auch N., um was sie Dich bittet.“

Jesus: „Wenn sie tut, was Ich eben gesagt habe. Ihr sollt ja den Zaun bilden, ihr alle, die Ich euch erwählt habe, Mir in nächster Nähe nachzufolgen, ihr sollt angenagelt werden an das Kreuz. Darum weg mit dem Stolz, mit dem Liebäugeln mit sich selbst. Du brauchst nicht zu wissen, ob du so oder so bist, wenn du nur weißt, ob du deine Schuldigkeit tust, ob du Schmach und Verachtung ertragen, ob du zurückgesetzt sein willst; das muß dir alles ersetzen, was dir abgeht. Lege diesen Maßstab an, dann wirst du bald finden, wo es gefehlt hat, wenn es da irgendwo fehlt, steht es noch nicht so ganz klar. Ihr alle sollt euch annageln lassen an das Kreuz der Schmach und Verachtung; denn die Dornenkrone der Jungfrauen ist die Schmach und Verachtung, und die der Eheleute ist, daß sie sich eng anschließen an den Liebesbund und alles ertragen und mit Freuden die Leiden erdulden, die Ich ihnen zuschicke. Gelobt sei Jesus Christus!“

Barbara: „O liebe Mutter! Du bist ja so liebevoll, so herzlich! Wie gerne möchten wir Dir wie voriges Jahr die Freude machen. O wie würde Dir und Deinem Sohne Sühne geleistet an dem Ort, wo sich die Mainzer so versündigen, durch das Gebet und Deine liebevolle Begleitung, denn immer gingen die heiligen Engel und Du Selbst mit uns. O liebe Mutter, dürften wir doch den Weg wieder machen. Im Mai wird es nicht gehen. So nimm jeden Abend unseren Gesang aus Herzensgrund entgegen.“

Maria: „Der Herr hat aber Seine Gewalt abgetreten und der Bischof von Mainz hat zu entscheiden, ihm müßt ihr gehorchen!“

Barbara: „Ja, ihm müssen wir gehorchen. Du gibst uns den Segen. Kniet alle nieder!“

Maria: „Sie bietet auch die Hand deinem Kind, aber es zieht die Hand zurück. Sage ihm, es soll dich begleiten nach Mainz. Ein einziges Häkelchen: Seinen Eigensinn brechen, dann wäre alles gut.“

Anmerkung: Ein Priester aus ihrer Heimat schrieb in großer Not an Barbara, weil einer seiner Verwandten plötzlich verschwunden war. Der Herr zeigte Barbara diesen Mann, wie er unter der Oberfläche eines Wassers fortschwamm, ohne sichtbar zu sein und sagte, er habe sich in Geistesverwirrung das Leben genommen, sei aber nicht auf ewig verloren. Wirklich erhielt Barbara einen zweiten Brief, daß der Unglückliche gelandet worden sei, und zwar habe er sich an Kopf und Füßen schwere Steine gebunden, damit er nicht gefunden werden könne.

Inhaltsverzeichnis Band 4

356 Dritter Freitag im Mai 1900

„Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen.“

Lied: All ihr bedrängten Leut ...

Barbara: „O süße Mutter Maria, wie unaussprechlich ist das Glück, das Du mir zuteil werden läßt.“ (Barbara betrachtete staunend, was ihr gezeigt wird.)

Es ist ein Eingang, zu vergleichen wie im Dom, wo das Missionskreuz steht, und wie die Nische im Seminar, wo die Mutter Gottes steht. O wie unbegreiflich schön muß der Ort sein! Ich darf nur den Eingang sehen und die liebe Mutter Gottes.

„Ich danke Dir, mein Jesus, für diese unaussprechliche Liebe. Dort wohnt sie; dieses ist die goldene Pforte, durch welche auch wir dereinst eingehen werden. (Barbara betet feierlich das Ave Maria.) Ich danke Dir, o große Königin des Himmels und der Erde, daß Du Dich würdigst, mich einen Blick tun zu lassen an den Ort, wo Du wohnst. O mein Jesus, ich kann es nicht aussprechen und erklären. Ich danke Dir im Namen aller Menschen, besonders in Vereinigung mit allen frommen Seelen, die sich Mühe geben, Deine heilige Mutter zu verehren in diesem Maimonat. O liebe, heilige Mutter Maria! Du hast doch ein bißchen Freude an den guten, treuen Kindern der heiligen, katholischen Kirche, besonders an denen, die sich Mühe geben, Dir nachzuahmen in Deinen Tugenden, das ist Dir doch das Liebste. O liebe Mutter, erflehe mir Verzeihung, daß ich so nachlässig bin, ich kann nicht mehr, mein Gemüt ist so abgespannt. Gelobt sei Jesus Christus!“

Maria: „Meine Kinder, es freut Mich, euch besuchen zu können in diesem Mir geweihten Monat. Ich weiß, die Sehnsucht aller Meiner lieben Kinder ist zu groß, länger kann Ich Mich nicht zurückhalten. Ich wollte warten bis zum letzten Freitag im Mai, in diesem schönen Monat, aber weil ihr alle euch sehnt, ein liebes Wörtchen zu hören von eurer Mutter, bin Ich in eure Mitte gekommen. Meine Kinder! Der Maimonat wird in der katholischen Kirche zu einem herrlichen Monat ausgerüstet, zu dem schönsten im ganzen Jahr, nicht nur, weil man sich mehr um die Altäre schart, Meinen Sohn inniger anzubeten, sondern auch, weil sich die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche in diesem Monat ganz besonders Mühe geben, Ihm zu gefallen. Sie üben auch mehr Tugendakte als sonst im ganzen Jahr.

Dies ist eine solche Freude für Meinen lieben Sohn, daß Er Sich zurückversetzt glaubt in Sein sterbliches Leben, wo Er Sich alle Mühe gab, Mir Freude zu machen. So sieht Er jetzt in Seinen Kindern dieses tun. Er sieht in ihnen Sich Selbst und freut Sich mit ihnen und durch sie mit Mir ... (Hier hat die Schreiberin wegen Straßenlärms zwei Sätze überhört.)

Schon seit einigen Jahren ist dieser Monat, welcher der Blütenmonat ist, wo die Erde sich ganz anders gestaltet, immer sehr rauh und kalt, und doch sprossen unter dieser rauhen Hülle und Decke gar liebliche Blümlein hervor.

Seht, dies ist das Sinnbild der katholischen Kirche, wie unter dieser Eisdecke des Unglaubens, die auf der ganzen Welt liegt, und die diese Strafgerichte heraufbeschworen, so daß es unheimlich ist in der ganzen Schöpfung, doch unter dieser Eisdecke hie und da gar liebliche Blümlein hervorsprossen und Tugendakte geübt werden von den frommen, treuen, braven Kindern der katholischen Kirche. Wie freuen sie sich alle, wie singen sie aus Herzensgrund Mir zu Ehren, Meinem Sohn zu gefallen, überall wo der Liebesbund sich ausbreitet und wo Mitglieder des Liebesbundes stehen, aber viel üppiger, viel freudiger als sonst, weil Ich ganz besonders ihnen diese Freude bereiten will.

Ich Selbst will sie belohnen. Es ist wahr, die treuen Kinder, die sich mitunter alle Mühe geben, Mich recht nachzuahmen und Mir nachzufolgen, sind hart bedrängt. Der Arm Meines Sohnes liegt schwer auf Meinem Volk. Es muß diese Strafgerichte fühlen. Ich kann nichts erlangen, solange nicht allgemeine Gebete und Bittgesänge veranstaltet werden, wo das arme Landvolk sich zusammenschart, das ja doch am allerhärtesten bedrängt ist, und in Bittprozessionen den Himmel bestürmt und beschwört, reicht Meine Fürbitte und das fürbittende Gebet der treuen Kinder nicht hin. Es müssen die Christen alle, alt und jung, groß und klein, arm und reich zusammen flehen, den Himmel bestürmen, um das Herz Gottes zu erweichen.“

Barbara: „Meine liebe Mutter, Du zeigst Dich mir so überaus glücklich, in einer so herrlichen Verklärung. Ist dies die Stadt, in der Du wohnst? Ist dies die Pforte, durch die wir eingehen sollen, so bitte ich Dich, laß doch nicht zu, daß etwas gemindert werde von dem, was wir uns vorgenommen haben zu tun, damit doch recht viele sich anschließen und viele arme Sünder durch das vereinigte Gebet der guten, treuen Christen gerettet werden.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, dies ist es, warum du heute diese glorreiche Pforte geschaut, den Ort, wo du nicht hinschauen darfst. Nur am Eingang hast du Mich gesehen. Damit will Mein Sohn dich belehren, daß alle diejenigen, die sich anschließen an euch, einst mit euch eingehen werden durch diese goldene Pforte, und Ich Selbst werde euch an dieser Pforte abholen.

Aber so wie die Welt fortschreitet, wie Satans Reich aufgerichtet wird und Satans Helfershelfer sich alle Mühe geben, um ihren Lieblingen immer wieder etwas Neues anzubieten, um sie ja in diesem Saatmehl des Lasters festzuhalten, damit sie von Abgrund zu Abgrund hinabtaumeln bis zum letzten aller Abgründe, aus dem sie nie mehr befreit werden wollen, so müssen die guten treuen Kinder der katholischen Kirche sich alle Mühe geben, immer etwas anzuregen und aufzufrischen, in sich selbst und an anderen zu arbeiten, um das religiöse Leben leicht und bequem zu machen, die Tugend zu versüßen durch allerlei Annehmlichkeiten. Seht, das ist keine Ausschweifung.

Das ist die Tugend versüßt und verschönert. Wie die Mitglieder dieser Familie durch ihren Eifer, den sie bekunden, sich selbst immer ermuntern und das Gute leicht und angenehm machen und finden, indem sie sich, wenn auch noch so müde und abgespannt, doch immer wieder aufraffen und durch das abwechselnde Gebet mit den Liedchen, die sie einflechten, wenn auch noch so müde und schläfrig, doch immer wieder den Geist auffrischen, so soll das ganze Leben der Christen geübt, gepflegt und gehoben werden und alle Kinder der katholischen Kirche sollen ablegen die Kleinmut. Sie sollen wissen, wie gut der Herr ist.

Deswegen will Er Sich Selbst ihnen mitteilen und will dadurch, daß Er die Anregung der öfteren Kommunion bewirkt in der ganzen katholischen Welt, das Leben aller Christen süß und leicht machen. Er will, daß der jungfräuliche Stand gehoben wird, damit viele sich zusammentun, denn die Eheleute haben mehr Sorge und Last mit den Kindern und haben mehr für das Zeitliche zu sorgen als die Jungfrauen. Diese aber, die ganz für Gott leben und nicht so sehr sich in das alltägliche Leben vergraben sollen, sollen dann den Kleinmut ablegen, nachdem sie sich aufgerafft und eine gute Beichte abgelegt haben und fern von allem Kleinmut sich anschließen an den Liebesbund, und der Herr will dafür sorgen, indem er sich Tag für Tag ihnen selbst zur Speise gibt, daß sie in sich selbst gute Anregungen in Hülle und Fülle finden und so das Leben der Christen zu einem Paradies sich umgestalten soll, weil sie alle Leiden vergessen und sich immer und immer wieder in Gott erfreuen, in Gott ihrem Heiland.

Du, Meine Kleine, darfst jetzt nicht verdrießlich sein, weil allerlei Unannehmlichkeiten über dich kommen. Willst du ein Mitglied des Liebesbundes sein, dann mußt du erst noch vieles büßen und sühnen gerade durch Leiden. Weil du Mir nicht selbst Leiden bringst, muß Ich sie dir aufladen. Du hast einen guten, braven Ehegatten, den Ich dir zugeführt. Du mußt aber wissen, daß auch er sein Steckenpferdchen hat, seine Launen und Fehler, und jetzt will Ich sehen, was du gelernt hast. Lange, lange schon stehst du in der Schule und hast das ABC gelernt. Jetzt will Ich Prüfung halten mit dir. Du mußt Nachsicht haben mit deinem Ehegatten und mit deinen Kindern und frohen Mutes den Weg gehen und ihnen das Leben nicht versauern durch Bitterkeiten. Geduld mußt du üben, Geduld. Du wirst überall das Kreuz finden, wo du hingehst, aber jetzt, da es einmal wieder so ist, nehme dieses. Es geht auch wieder vorüber. Ihr aber, Meine Kinder, sollt vielen zum Vorbild sein. Darum muß alles in euch geordnet sein durch die Liebe. Ihr habt für nichts zu sorgen als für das, was des Herrn ist.

Du, Meine Tochter, mußt dich eng anschließen. Wisse, wenn du eine Krone verdienen sollst für die Jungfrauen der Stadt Mainz, hier in dieser Stadt, wo so viele Jungfrauen leben, aber nicht aus Liebe zu Gott diesen Stand gewählt, diesen sollst du vorleuchten, du, die du aus Liebe zu Meinem Sohn diesen Stand erwählt hast, wenigstens jetzt gewählt hast, da du ja eine Braut Meines Sohnes geworden bist.

Du sollst aber auch wie eine Klosterfrau dir eine Zelle erbauen in deinem eigenen Herzen und alles hinausschaffen, was in dieser Zelle dir hinderlich ist, damit du dich auch rühren und bewegen kannst, alles Überflüssige hinausschaffen aus der Zelle deines Herzens. Hinweg mit all dem Kram, mit all dem Zeug, das dir so hinderlich ist. Du kannst dich nicht frei in der Gottesliebe bewegen, Meine Tochter, solange du noch hängst an all den Kleinigkeiten. Gehe darüber hinweg, Meine Tochter.

Wisse, Mein Sohn hat dir Seine Hand angeboten und gereicht, an dieser gehst du sicher. Lege ab all die Grübeleien, die Kleinigkeiten, an denen du hängst. Niemals wirst du darben müssen, niemals wird es dir übel gehen. Fahre fort zu wirken, wie du bisher getan und laß alles Schauen beiseite. Siehe, das ist ein Gegenstand, den du hinausschaffen mußt aus deinem Herzen. Ferner sollst du nicht hören auf das Gerede der Freundinnen. Hinweg mit allen, die dir hinderlich sind. Lieber alles hinweg, lieber ganz allein den Weg gehen, als daß du dich beeinflussen lässest von ihnen. Mein Sohn hat wohl gesagt, daß du ihnen ein Vorbild sein solltest und sie nicht abstoßen sollst. Ja, ja, solange du sie an dich ziehen und auf bessere Wege bringen kannst. Sobald sie es nicht tun, mußt du gehen, wie Meine Freundinnen tun, mußt du dich von ihnen lossagen. Solange sie kommen und sich erbauen wollen, darfst du mit ihnen verkehren und Freundschaft pflegen. Alles übrige mußt du abschneiden, wie Ich es verlange von allen Meinen Dienerinnen, wo sie stehen in der Welt.

Meine Kinder, wenn die Priester noch zweifeln sollten, daß alles, was hier gewirkt wird, göttlichen Ursprungs ist, dann sollen sie sich nur umsehen in der Stadt und in der Welt, ob es nicht an der Zeit ist, wo man alles verlassen muß, um nicht selbst zugrunde zu gehen. O wieviel Unheil, wieviel Gottlosigkeit ist in der Welt, und die guten, treuen Kinder stehen in dieser Welt, atmen diese Luft ein. O rafft euch doch auf, schließt euch an, fragt nicht nach rechts und links.

Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen, weil sie mit der Welt liebäugeln, und eine allgemeine Umkehr zu einem tiefgläubigen Leben wäre bei gar vielen notwendig. Nur der erfaßt es, der selbst es übt. Darum auf, Meine Kinder! Auf, Meine Diener! Wollt ihr ganz besonders Meines Schutzes euch versichern, dann tuet, was Mein Sohn hier angibt, dann erneuert ein jeder in sich Tag für Tag dieses Leben.

Dem jungen Priester aber in Mainz sage einen freundlichen Gruß von Seiner Herrin, die bald, bald seine geheimnisvolle, unsichtbare Braut werden will. Er möge nicht verzagen in all den Trübsalen, die seine Familie und ihn selbst getroffen. Er möge bedenken, daß die Unlust und die Zerstreuungen im Gebet ihm nicht zur Sünde angerechnet seien, solange er Meinem Sohn auch guten Willen entgegenbringt und unter Meinem Schutzmantel geborgen ist. Er möge wissen, daß die Zerfahrenheit, wie er sich ausdrückt, nicht von ihm herkommt, gar von seiner schlechten Willensrichtung.

Nein, nein, es ist seine abgespannte Natur, die Krankheit seiner Nerven, und es wird nicht anders werden, bis er einmal mehr sich erholen und ausruhen kann. Statt die Osterferien sich ein wenig auszuruhen, hat der arme Mensch diesen Kummer durchgemacht. So geht es bei gar vielen, und wenn sie nicht auf übernatürliche Art getröstet werden, gehen sie abwärts, weil sie glauben, sie seien doch auf unrechter Bahn, und Satan, der dieses merkt, nutzt diese Mutlosigkeit aus zum Verderben der Menschen, wie bei dem Verunglückten, der da so unglücklich zugrunde gegangen ist. Satan nutzte sie aus zu seinem Verderben. Wenn es auch nicht immer so der Fall ist bei frommen Christen, wirkt es doch sehr nachteilig, wenn niemand da ist, der sie aufrichtet und auf die rechte Bahn einlenkt. Mut, Mein Sohn, Mut! Nur noch kurze Zeit und du wirst der Bräutigam deiner himmlischen Mutter!

Ihr aber, Meine Kinder, geht die nächste Woche, wo Meine Kirche das allgemeine Bittgebet veranstaltet in der ganzen Welt, hinaus in die freie Gottesnatur. Geht zusammen in derselben Kleidung, so wie ihr an das Heilige Kreuz gewallfahrt seid, damit euch niemand es wehren könne. Solange ihr die Erlaubnis nicht habt, dürft ihr keinen Anstoß erregen. So aber, wenn ihr euch so zusammentut, kann es euch niemand wehren, und ihr braucht niemand zu fragen. Andere gehen auf Vergnügungsreisen, macht ihr euch eine Erholungsreise, indem ihr hinauszieht und in Begleitung der heiligen Engel und in Meiner und in Meines Sohnes Gesellschaft das Lob Gottes verkündet.

Betet, Meine Kinder! Betet für die Sünder, betet für die Sünder dieser Stadt Mainz, denn die Gottlosigkeit hat ihr Haupt frech erhoben, und weil der Liberalismus überall das Haupt hoch trägt, und weil diese Stadt unter der Regentschaft eines ganz verkehrten Oberhauptes steht, das jetzt alles aufbietet, um diese goldene Stadt, welche die erste Tochter Roms gewesen vor Zeiten, gern hinüberziehen möchte in sein Lager. Darum all diese Aufzüge in letzter Zeit, um den Liberalismus zu bestärken, damit er nur ja alles ihm genehmige, und je mehr dieses Oberhaupt Eingang findet in diese Stadt, desto mehr weicht Mein Geist zurück, und diese goldene Stadt wird bleiern.

Darum sagt es allen Meinen Dienern, daß sie sich nicht schämen sollen, zu den Kleinen zu halten, daß sie freien Lauf lassen sollen all jenen Seelen, die nach echter Tugend und Frömmigkeit streben. Wißt, daß der böse Geist keine Mühe spart, um alles in sein Garn zu locken durch die Vergnügungssucht, und Mainz hat, so wie es den Vorzug hatte vor allen deutschen Städten in jener Zeit, wo es das Goldene Mainz genannt wurde, jetzt aber auch den Vorzug vor allen deutschen Städten in der Vergnügungssucht, denn man sagt in allen Städten, die viel reicher sind und viel üppigere Feste halten könnten: ‚Die Mainzer verstehen es, Feste zu feiern.‘ Meine Diener, ein warnendes Zeichen für euch! Je mehr das Mainzer Volk versteht, Feste zu feiern, desto mehr habt ihr zu zittern um euren heiligen, katholischen Glauben und eure Existenz. Wißt, je mehr dieser Geist der Vergnügungssucht fortschreitet, desto mehr dürft ihr euch zusammenknoten, desto leerer werden eure Kirchen, und der Bischofsstuhl weicht zurück von seinem Glanz.

Je mehr ihr zu den Kleinen haltet und glaubt, daß es an der Zeit ist, wo man keine Rücksicht mehr zu haben braucht und darf mit der gottlosen Welt, die doch verloren ist, desto mehr sollt ihr wissen, daß die Zeit gekommen ist, wo der Herr gebetet hat für die Seinigen, als Er sprach: ‚Vater, die Du Mir gegeben hast, Ich will, daß sie alle eins seien, wie auch Wir Eins sind.‘ Seht, damals hat Mein Sohn gebetet für euch. Wer waren denn diese, für die Er gebetet? Es waren Seine zwölf armen Fischer, die Ihm treu geblieben waren, und Seine Jünger und die frommen Frauen und zwei Reiche waren dabei, Nikodemus und Josef von Arimathäa.

Ein Zeichen für euch Priester der katholischen Kirche, wie wenig ihr gewinnen könnt, wenn ihr den Reichen nachgeht, denjenigen, die an der Spitze stehen. Geradeaus müßt ihr gehen und retten, was noch zu retten ist. Soll der Glanz der Kirche wieder ausgebreitet und erhöht werden, müßt ihr alle insgesamt zusammenstehen, euch selbst anregen durch gute Entschlüsse und all die guten Anregungen treu befolgen. Wo andere hinausziehen und sich Vergnügen verschaffen und vorgeben, sich von der Arbeit auszuruhen, seht, da müßt ihr euch Vergnügen verschaffen, indem ihr frei und offen euren Glauben bekennt, all die guten Anregungen in euch und durch euch befolgt.

Geht hin, Meine Kinder, und grüßt Mir alle, die sich euch anschließen; all die Kinder, die sich da so Mühe geben, Mein Lob zu singen, werden niemals abweichen vom rechten Weg. Sagt es darum all jenen, die sich Mühe geben, die Kinder um sich zu versammeln und mit ihnen den Maimonat zu feiern, daß sie kein größeres Werk tun können als das, welches sie tun, mögen sie nun Jungfrauen sein oder Hausmütter, die in ihren Familien die Kinder um sich versammeln, oder Lehrerinnen, die da ihre Kinder bearbeiten und ihnen Liebe zu Mir einflößen und beizubringen suchen. Alle diese lasse Ich herzlich grüßen.

Sage N., alles hat seine wichtige Bedeutung. Kein Ort ist unbedeutend, kein Weg, auf dem die Seelen geführt werden, ist ohne Bedeutung. Nur müssen es die Seelen anerkennen. Wie können sich all diejenigen, die es einsehen und glauben, daß nichts geschieht ohne Zulassung Gottes, freuen, wie können sie überall zufrieden leben und sich erfreuen, und wenn die Zeit gekommen ist, sehen sie es alle ein.

Auch du wirst einsehen, wie gut Mein Sohn ist und es mit dir gut meinte, Meine Tochter. Du mußt noch vieles ablegen und anders werden. Du mußt dich nicht grämen, weil dir manches nicht so geht, wie du es haben willst. Freue dich. Siehe, all die Leiden, die dir zugeschickt werden, sind nur Prüfsteine, womit das Gold geläutert wird. Ich habe in dir ein gutes Keimchen gefunden schon von frühester Jugend an, eine gute Seele. Du hast dieses Keimchen aber unbenutzt gelassen.

Darum mußt du geläutert, gesiebt und gefegt werden. Und ihr alle, die ihr nicht wißt, woher es kommt, daß der Herr euch Leiden schickt, erkennt sie an, beugt euren Nacken, wenn ihr nicht den Mut habt, freiwillige Leiden auf euch zu nehmen, wie diese Meine Dienerinnen hier, die Spott und Hohn hinnehmen und ruhig weitergehen, so tragt wenigstens die Leiden, die Mein Sohn euch auferlegt.

So und nur so kann Mein Sohn die Welt retten, nur so kann die Welt gerettet werden, das Paradies wieder aufblühen und Meine Kirche wieder auf den Leuchter gestellt werden.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

357 Fest Christi Himmelfahrt 1900

Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde.

Lied: Heute ist gefahren ... Den ganzen Monat Mai versammelten sich die Mädchen, die Tochter und Barbara, um nach beendigter Arbeit vor Mitternacht meist der lieben Mutter Gottes eine Stunde lang Loblieder zu singen. Die Gäste, durch den Gesang an den Aufbruch erinnert, verließen das Lokal, und die Schwägerin gesellte sich dann auch noch dazu.

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das Glück, das Du mir und allen, die sich persönlich oder im Geist mit uns vereinigen, in diesem schönen Maimonat bereitet hast. O wie glücklich waren wir schon in diesem Monat. Könnte ich allen Menschen den Frieden des Herzens einflößen, wie Du ihn über uns ausgegossen hast! O ich danke Dir für all die Gnaden, die Du meinen Angehörigen und mir erwiesen, besonders durch die glücklichen Mitternachtsstunden. Gelt, mein Jesus, es hat Dich doch gefreut, wenn alle, obwohl so müde und abgeschafft, sich versammeln, um Deine heilige Mutter zu verehren. O daß alle Menschen das Glück erfaßten, das in unserer heiligen Religion liegt, das Paradies wäre auf Erden. Barmherzigkeit für die arme, sündige Welt, die nicht erkennt, wie gut Du bist! O liebe Mutter, ersetze Du, was fehlt, wenn es manchmal recht unvollkommen war. Hat uns doch Dein Sohn gelehrt, daß wir Deine Tugenden Ihm entgegenbringen sollen. O so mache es auch im Monat Mai. Bringe Du Ihm Deine Tugenden, die uns fehlen, entgegen und ersetze, was uns mangelt durch Deine überreichen Verdienste.“

Maria: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder, es freut Mich, euch wieder besuchen zu können. Ehe Mein Sohn Sich würdigt, zu euch herabzusteigen, möchte Ich doch ein recht liebes Wörtchen zu euch sprechen.

Seht, Meine Kinder, so einsam und verlassen muß Ich vom Ölberg zurückgehen mit den Aposteln und Jüngern, die sich an Meinen lieben Sohn hatten angeschlossen. Einsam und verlassen war die ganze Welt für Mich. Die Freude, Meinen Sohn emporsteigen zu sehen in die himmlischen Gefilde, in Seine ewige Heimat, hinterließ zwar auch in Mir die Spuren einer unaussprechlichen Freude. Ich freute Mich mit Ihm und der ganzen himmlischen Heerschar, die Ihn abgeholt und vor den Thron Seines himmlischen Vaters begleiteten. Aber seht, Meine Kinder, Ich, Seine heilige Mutter, muß doch wieder zurück in diese öde, armselige, verlassene Welt. O denkt euch den Schmerz: Zurück von Meinem Sohn, zurück in dieses Tränental. Und noch so lange Jahre sind Mir beschieden, fern von der Heimat, von Meinem lieben Kind zu verweilen. Und doch mußte Ich zurück. Und doch hat es auch für Mich wieder Seine angenehme Seite.

Seht, Meine Kinder, dies muß euer Trost sein in all den Trübsalen und Bedrängnissen, wenn Mein Sohn Sich in euch zurückzieht, wenn bald die Zeit vorüber ist, wo die heilige katholische Kirche ihren Festesjubel äußert.“

Barbara: „O liebe Mutter, wie schön, wunderschön ist die Zeit.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, wie wunderschön ist die Zeit, in der ihr lebt. Von der Auferstehung Meines Sohnes an bis zum letzten Fest, das die Kirche Meinem Sohne zu Ehren vorführt, zu Ehren Seiner heiligsten Menschheit, ist ein Freudenfest, ein einziges Fest des Jubels und Frohlockens unter den Kindern der katholischen Kirche, aber noch vielmehr unter den Kindern der triumphierenden Kirche.

Die streitende Kirche hier auf Erden, zu der ihr gehört, fühlt nur den Widerschein dieser Feste, den Widerstrahl. Jene aber feiern unaufhaltsam, unaufhörlich Tag für Tag, von der Morgenstunde des heiligen Osterfestes an bis hinaus zum letzten Fest, das die Kirche dem heiligsten Herzen Meines lieben Sohnes zu Ehren eingesetzt hat. Unaufhörlich tönen Tag und Nacht die Freudenund Jubelgesänge in der triumphierenden Kirche, denn jene erkennen erst, welcher Jubel, welche Freude es ist, ein Kind der katholischen Kirche zu sein, ein Kind der katholischen Kirche gewesen zu sein.

Kein Mensch, kein Kind, das geboren wird in der ganzen sichtbaren Schöpfung, hat dieses Glück, auch wenn es noch so gut seine Jahre verlebt und ganz unbewußt fern von der heiligen, katholischen Kirche sich in einer anderen Religion befindet. Weil es aber doch nicht ahnt, daß es im Irrtum sein könnte, wird es auch von Meinem Sohn aufgenommen in die himmlische Heimat, doch ist es weit entfernt von dem Glück, das ein Kind der heiligen, katholischen Kirche genießt, denn der Himmel, der Ort, der geschaffen ist für die wahren Brüder und Schwestern Meines Sohnes, ist nicht zu beschreiben, ist nicht zu ergründen. Kein Auge hat es je gesehen, kein Ohr hat es je gehört, und in keines Menschen Brust ist es hinabgestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.

In diesem festen Glauben ruhen Tag und Nacht die Kinder der katholischen Kirche. Jetzt erst sehen und begreifen sie, welch großes Glück es ist, daß ein Gott vom Himmel herabstieg und dreiunddreißig Jahre Mensch gewesen ist, um die Menschheit wieder mit Gott zu versöhnen und ihr das Glück zu verschaffen, wozu die Menschen erschaffen sind. Diejenigen, die nun bei Ihm wohnen, sehen und genießen dieses Glück, und darum freuen sie sich. Tag und Nacht ertönt der Jubel- und Preisgesang, bis die Zeit vorüber ist, wenn auch dann Tag und Nacht noch fort, aber in dieser Zeit ist die Freude so überströmend, daß es eine Wonne ist, auch nur im Entferntesten es zu ahnen, wie ihr es ahnt, Meine Kinder.

Daher, Meine Kinder, kommt das Gefühl, das ihr Erdenpilger zu gewissen Zeiten habt. Besonders diejenigen, die Mein Sohn anlocken möchte, um sie auf gute Wege zu bringen, läßt Er eine Zeitlang einen Vorgeschmack jener himmlischen Genüsse fühlen, deren sie einmal teilhaftig werden sollen, oder diejenigen, die Freude fühlen, das Hereinleuchten von jenen himmlischen Gefilden. Ihr seid Kinder der Heiligen, also Brüder und Schwestern der Heiligen. Wenn jene Freude so überströmend ist, so ist es, wie wenn in einer Familie ein großes Freudenfest gefeiert wird und eines der lieben Angehörigen weilt draußen in der Fremde, fern vom Vaterhaus, und die Mutter, der Vater, die lieben Geschwister erinnern sich an das Mitglied, das Kind, den Bruder, die Schwester, die draußen wohnt in der Ferne, und sie wissen nicht, wie sie es anstellen sollen, damit auch dieses liebe Mitglied eine kleine Freude, einen kleinen Vorgeschmack von der Freude habe, die sie beisammen genießen, und sie schicken diesem Kind ein wenig von den Überresten des Gastmahls, das sie genießen.

Seht, so ist es mit der überströmenden Freude der Himmelsbewohner. Einen Vorgeschmack habt ihr, und das ist das fürbittende Gebet der Jungfrauen, Meiner lieben Töchter, die alle sich mit Mir vereinigen und für euch bitten, damit ihr doch wenigstens etwas fühlet von der Freude, damit ihr gestärkt und gestählt werdet zu neuem Mut, zum Kampfe um die Krone. Harret aus, Meine lieben Jungfrauen, harret aus! Nur noch eine kurze Zeit und alles ist vorüber und ihr zieht hinaus auf den Ölberg, das heißt, ihr werdet auf ein Krankenlager geworfen oder auch gar nicht. Der Tod kommt schnell und unerwartet, aber die Ölbergangst müßt ihr durchmachen wie Mein lieber Sohn.“

Barbara: Und nun geht Er hinauf über die Gefilde, und noch einmal schaut Er zurück über die Menge, die vor Ihm steht. Und aufwärts und aufwärts schaut Er und Er erhebt die Hand und segnet die ganze Schöpfung nach allen vier Himmelsrichtungen hin, nach Nord und Süd und Ost und West, weil sie alle Ihm gehören sollen. Überall soll Sein Reich aufgepflanzt und aufgerichtet werden, sollen Seine Brüder und Schwestern wohnen. (Nun kam der liebe Heiland.) „Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Das Fest ist bereits wieder zu Ende gegangen, wo Ich Meine Kinder erinnern möchte von Jahr zu Jahr an den Abschied, den Ich nahm von dieser Erde, von Meiner sichtbaren Schöpfung. Verlassen haben Meine Füße diese Erde, um zu wandeln in den himmlischen Gefilden und nur noch sichtbar der gläubigen Seele, die da ein Kind geworden ist. Seht, Meine Kinder, Ich sage, ein Kind geworden ist. Eine Seele, die Mich schauen will, die Mich noch in Meinem sterblichen Leben erblicken will, muß ein Kind werden, denn obwohl Ich eingegangen bin in Meine Herrlichkeit und mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren bin, habe Ich doch die Macht zu tun, was Ich will, wie es Mir gefällt. Ich habe die Macht, wo es notwendig ist und wo es Mir beliebt, in sichtbarer Gestalt Meinen Geschöpfen zu erscheinen, Mich ihnen zu vergegenwärtigen, wie Ich mit ihnen lebte auf Erden. Ich sage, wenn es Mir beliebt und wenn es notwendig ist.

Notwendig ist es zu allen Zeiten, wo Meine Kinder anfangen, Mich zu vergessen, Mich hinauszustoßen aus ihrem Gedächtnis. Und weil jetzt wieder die Zeit gekommen ist, wo so viele Menschen darauf ausgehen, Mich aus ihrem Gedächtnis zu wischen, weil so viele sagen: ‚Es gibt keinen Gott, und wenn es je einen Erlöser gegeben, einen Messias, wenn es wahr ist, daß ein Messias auf Erden war, so war er nur ein gescheiter Mensch wie alle übrigen Menschen‘, so ist es freilich notwendig, daß Ich Mich Meinen Geschöpfen wieder zeige und durch sie die guten, treuen Kinder Meiner Kirche aufrüttele und aufschrecke und ihnen mit Liebe alle Meine Süßigkeiten zu verkosten gebe und ihnen zu verstehen gebe, wie sie es anzustellen haben, damit Mir Ersatz und Sühne geleistet wird für die undankbare Welt und so durch das fürbittende Gebet Meiner Kinder die Menschheit nach und nach wieder auf bessere Gesinnungen und bessere Wege gebracht werde. Darum sagte Ich, einer kindlichen Seele zeigte Ich Mich. Kinder müßt ihr werden.

Ihr Meine Lieben, seht euch nur um in dieser Stadt, nicht wahr, es ist unter den guten, treuen Christen eine ganz freudige Bewegung. Ja, ja, Meine Kinder, die Ursache ist, weil man anfängt zu glauben, daß Ich die Macht habe, zu Meinen Geschöpfen herabzusteigen, und daß Ich aber auch erkannt sein will und daß, wo Ich Mich würdige herabzusteigen, dies nicht ohne besonderen Einfluß auf die ganze Umgebung bleibt. Also, in erster Linie werden die Gnaden über die Stadt Mainz dahinfließen, sie wird den größten Nutzen ziehen, wenn recht viele zusammenstehen, zu dem guten alten Glauben wieder zurückkehren, mit anderen Worten, wenn sie wieder Kinder werden.

Ja, ja, Meine Diener, ihr habt recht, Kinder müßt ihr werden, Kinder, obwohl gelehrt, einfältigen Sinnes in demütigem Glauben Kinder werden. Ihr aber, ihr gläubigen Christen, kindlich demütig müßt ihr werden. Seht hin auf alle jene, die einmal sich euch angeschlossen, dann aber das nicht tun wollten, was Ich von ihnen verlangte, wie Ich dann überall Meine Gnaden zurückziehe.

Seht, was aus solchen Seelen wird. So wird es in der ganzen Welt gehen. Wenn die gläubigen Christen zusammenstehen, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Schöpfung, ihr glücklichen Kinder der katholischen Kirche, wenn ihr glaubt, daß Ich euch zu Hilfe kommen will, daß es Mir ernst ist, euch herauszuziehen aus dem tiefen, tiefen Unglück, in das ihr euch selbst hineingerannt, wohl nicht ihr allein, alles half da zusammen, so will Ich euch retten. Mein Volk ist abgewichen vom rechten Weg, es ist stolz geworden, es wollte ein Mann sein und hat die Kinderschuhe ausgezogen. Darum, weil es stolz einherstolzieren wollte, habe Ich Meine Gnade von ihm abgezogen, und es fiel und es fiel.

Aber jetzt ist die Zeit gekommen, Meine Kinder, wo ihr wieder kindlich werdet, ihr Kinder der katholischen Kirche, Kinder werdet ihr. Und jetzt ist die Zeit gekommen, wo Ich euch wieder emporheben will. Ja, ja, geht nach Rom und seht ein Kind. Seht ein Kind in Papst Leo XIII.; ein Kind ist er, obwohl ein Greis von 90 Jahren. Geht hin, wo ihr eine treue Seele findet. Ein Kind seht ihr, auch wenn sie noch so gelehrt ist. Kinder müßt ihr werden, ihr katholischen Christen, tiefgläubig.

Alles, was Ich euch sage und zu was Ich euch berufe, müßt ihr erfüllen, damit die Welt sieht, daß an euch nichts zu machen ist und so von euch sich abgestoßen fühlt, aber mit Schrecken und Schaudern, und so viele noch gerettet werden, denn diejenigen, die noch halb und halb zu der Welt halten und halb noch zu Meiner Fahne stehen, sie alle müssen gerettet werden durch euer Gebet, durch eure Energie, ihr Liebesbundmitglieder.

Darum ihr Priester, ihr Ordensleute, ihr guten Christen in der Welt, zusammen müßt ihr stehen, ein Herz und eine Seele müßt ihr werden. Wenn die Kirche, wenn das Priestertum etwas befiehlt, wenn eine Kirche, ein Kloster soll gebaut werden, wenn eine Stiftung soll gegründet werden, gebt euren Beitrag. Wenn ein Aufruf an euch ergeht von der Kanzel, steht zusammen, Mann an Mann, Kopf an Kopf, stellt euch unter das Kreuz, helft der Kirche die Bürde tragen. So wird Mein Reich aufgerichtet und der Weg erhellt, der zum Sieg führt. Und je mehr geschafft und getan wird, desto heller wird die Straße, desto belebter, und bald, bald wird die Zeit kommen, wo Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen soll und wird. Hört nicht auf das Gebrüll der Löwen, auf das Geschrei jener, die aus der Hölle stammen. Ich habe noch nicht lange zu euch gesagt, daß ihr an der Höllenpforte steht. Ihr steht in der Zeit, wo die Pforten der Hölle geöffnet sind und alles und alles mit hineingeschoben wird und daß Tausende und Abertausende dieser Höllenpforte zueilen.

Seht all das Toben und Schreien in der Schöpfung, das die Freimaurer erregen und der Liberalismus ausführt und die Helfershelfer Satans, seht, wie sie zusammenstehen und brüllen und schreien in Wort und Schrift und Tun, so müßt ihr zusammenstehen, ihr Kinder der katholischen Kirche. Wehrt euch, wehrt euch, es ist an der Zeit. So wenig jene danach fragen, ob etwas wahr oder unwahr sei, wenn sie nur Seelen fangen, wenn sie es nur fertigbringen, eine Seele wieder in ihre Klauen zu bringen, so wenig sollt ihr nach den Gottlosen fragen. Da werden Festlichkeiten veranstaltet, jeden Sonntag eine andere, da werden Ausflüge gemacht, um nur die Jugend zu verderben, sie mit hineinzuziehen.

Seht, wie sie schreien, diese Völker, diese Helfershelfer Satans, weil man anfängt, ein Gesetz zu machen, daß die Unsittlichkeit soll eingedämmt werden in der Jugend, damit sie in Schranken gehalten wird. Seht diese Helfershelfer Satans, die es wohl erkannt, daß sie die Zukunft besitzen, wenn sie die Jugend besitzen, und wenn die Jugend in der Unsittlichkeit vorgeschritten ist, sie am Ziele sind. Und diese Jugend soll die Welt beherrschen. Weit ist es gekommen; unverschämt ist die Höllenpforte aufgerissen, unverschämt sind die Helfershelfer Satans geworden. Darum Mut gefaßt, zusammenstehen zu einem Häuflein, nicht euch schämen, wenn man witzelt und spöttelt, denn jene spotten doch. Ihr aber sollt alles befolgen, was Mein Geist euch einflößt. Ich werde reichlich dafür sorgen, daß ihr Muße erhalten werdet, um euren Glauben zu bekennen. Geht in jeder Woche einmal mit euren Angehörigen, solange es geht, wenn ihr ohne Anstoß in der Familie abkommen könnt, hinaus über die Fluren und zeigt der Welt, wie glücklich die Seele ist, die ein unschuldiges, unverdorbenes Leben hinter sich hat, eine reine Jugend. Zeigt der Welt, wie glücklich diejenigen sind, die da die Welt verschmähen, die ihren Fuß nicht dorthin setzen, wo Satan spielt und tanzt und geigt. Meine Kinder, wie freut sich der Himmel, wie sind die Engelein beschäftigt, wenn ihr dahinzieht wie in dieser Woche. Seht, die übergroße Freude, die eure Schritte beseelte, das verursachten die heiligen Engel, die euch begleiteten, und Meine heilige Mutter und eure lieben Freundinnen, die unsichtbar mit euch zogen. Und wenn ihr auch ermüdet und ermattet die Knochen nur schleppend vorwärts bringen konntet, war doch im Herzen die übergroße Freude, die euch beseelte und die Müdigkeit nicht fühlen ließ.

Meine Kinder, so ist das Leben eines guten, treuen Christen. Jeder gute, treue Christ, der da steckt im Kreuz bis über die Ohren, glaubt, der Himmel habe sich verschworen gegen ihn. Keuchend und müde schleppt er sich fort, und doch ist in seinem Herzen etwas, das ihn aufrecht hält, das alle Leiden ihm versüßt. Dies ist das Leben eines Christen. Die Leiden, die Ich hineinschicke in eine Familie, sind nur die Leitseile, woran Ich sie halte und woran sie sich halten sollen, das Leitseil, das sie hinaufzieht zur himmlischen Heimat. Im Herzen da wohne Ich doch, und alle Meine lieben Engel und Heiligen vereinigen sich mit der Familie und helfen das Kreuz tragen. Buße und Abtötung sind der Weg zum Himmel. Buße und Abtötung müssen euch nicht ermüden und erschlaffen, denn das ist es, was Ich verlange. Wenn ihr bei einer Wallfahrt dahingeht in der Sonnenhitze, singend und betend und glaubt, nicht mehr weiter zu können, dies ist alles nur sinnbildlich, weil ihr das Leben aller guten Christen versinnbilden sollt. Geht nur vorwärts und schließt euch an, ihr Liebesbundmitglieder!

Dein Bruder in A. hat noch vieles zu leiden. Er soll wissen, daß, wenn er tapfer gekämpft und ausgehalten, wenn er das, was er sich vorgenommen, tapfer ausgeführt hat, Ich ihm verspreche, daß eine Zeit kommt, wo er so dahingeht über diese Gotteserde, als wäre er nicht mehr auf ihr, daß er schon hienieden den Lohn ernten soll für alle Mühe und Opfer, die er Mir jetzt bringt. Nur noch ein wenig Geduld, Mein Sohn. Du hast ein heiliges Kind in deiner Familie. Bald werde Ich es von dir nehmen und dann wird es das ewige Alleluja singen und für dich singen, Mein Sohn. Es wird den Segen dir erflehen. Harre aus, nur noch eine kurze Weile und du wirst einen Priester am Altare erblicken und deine Freude wird vollkommen sein. Harre aus, du wirst noch mehr erleben.

Du aber gehe hin und sage Meiner Dienerin einen freundlichen Gruß von Mir sowie von Meiner heiligen Mutter. Harret aus, harret aus. Sie soll gar bald die Krone ernten, die sie sich jetzt verdient, sie soll recht sorgen, daß ihre Krone verziert werde mit reichlichen Edelsteinen. Du aber, Meine Tochter, harre aus! Auf Schritt und Tritt mußt du dich bemühen, deine Krone zu verdienen. Du machst noch kleine Schrittchen. Du sollst aber eine Zierde der Stadt Mainz werden für die reichen Damen, denn auch die reichen Damen sollen ein anderes Leben beginnen.

O das Leben vieler Reichen, welch ein Schmerz für Mein Herz! Wenn diese Stadt das Goldene Mainz soll werden, wenn sie wieder ihren ursprünglichen Namen erobern soll, dann müssen die Reichen ein anderes Leben beginnen. Wehe euch, ihr Reichen der Stadt Mainz, die ihr die Güter, die Ich euch geschenkt, nur dazu verwendet, die Armen zu bedrücken, sie auszunutzen, um euch ein vergnügtes Leben zu machen. Wehe jenen Reichen, die hier leben, die in Hülle und Fülle besitzen, aber sich nur bemühen, das arme Volk auszunützen. Sie sind längst ausgestrichen aus Meinem Herzen, sie gehen auf der Bahn des Lasters und stehen an der Pforte, wo sie hinausgestoßen werden aus Meinem Herzen. Die Zeit kommt, die Mühlen Gottes mahlen langsam, aber sicher.

Kümmert euch nicht um jene, ihr lieben Angehörigen der katholischen Kirche, ihr guten, treuen Kinder der Kirche, die ihr zu den Reichen zählt, zu jenen rede Ich, wovon du ein Mitglied bist. Dich habe Ich herbeigeführt, damit du andere, deinesgleichen bearbeiten sollst. Wisse, daß es freilich hart ist, Mein Joch auf sich zu nehmen, daß es anfangs hart scheint. Aber wisse, daß Mein Joch dennoch süß ist und Meine Bürde leicht. Aber dann müßt ihr hinschauen auf jene, die dieses schon kosten, auf Meine kleine Dienerin, die auch die Welt genießen könnte. Schau in ihr Herz, ob da etwas ist, was noch an der Welt hängt, was noch fehlt an ihrer Freude. Ist sie nicht viel glücklicher als ihr alle, die ihr noch so halb und halb recht schön geputzt sein wollt, recht schöne Tage mitmachen wollt, und dann nebenbei Mir dienen und Meine Kinder sein wollt und öfters zu Meinem Tische kommt, aber am Nachmittag ein recht vergnügtes Leben führen wollt.

Nein, nein, Meine Kinder, fangt an, höret Meine Stimme, fangt an zu kosten, wie süß der Herr ist. Freilich kostet dieses Kampf, Meine Kinder, aber bedenket, welchen Kampf Ich durchkämpfen mußte. Von der Krippe bis hinauf auf Golgotha ans Kreuz findet ihr blutige Spuren. Mein Weg ist ein harter Weg und doch schlürft Meine Brust, Mein Geist, Tag und Nacht die Wonne Meines Herzens in himmlischen Gefilden, aber Mein Herz ist deswegen nicht ausgenommen, die Leiden zu fühlen; Es fühlte die Schmach und Verachtung von allen Seiten, die Ihm angetan wurde, Es fühlte den Schimpf und Spott, den Druck der Armut. Und doch wählte Ich dieses Leben, um euch zu zeigen, ihr Reichen, wie der Weg zum Himmel gegangen werden muß, und ihr Armen, um euch zu trösten, damit ihr sehen sollt, wie leicht euer Weg ist, der so Tag und Nacht geschmälert ist durch die Abtötung und allzu große Anstrengung, weil ihr euer Brot mit so vieler Mühe und saurem Schweiß verdienen müßt und darum wenig genießen könnt.

Seht hin auf den Gottessohn und freuet euch, denn ihr habt nicht zurückzugehen, ihr dürft nur vorwärtsgehen. Seht jene, die Ich hineingestellt in die Familie der Reichen, die müssen zurückgehen auf den Weg, den ihr geht. Darum freuet euch, ihr Armen, freuet euch. Freuet euch aber auch ihr Reichen, wenn ihr die Kraft besitzet, zurückzugehen und den Armen euch anzuschließen.

Und du, Meine Tochter, dich habe Ich erwählt, du sollst diesen Reichen zeigen, daß man diesen Weg gehen kann, wenn es dich auch Mühe kostet, so gar kein Vergnügen mitzumachen, das der Jugend verschafft wird. Klein ist noch die Zahl, klein und unscheinbar, aber Ich verspreche euch, wenn ihr Hand in Hand geht mit dem Priestertum und diese mit euch, wenn das gute gläubige Volk hineilt vor die Altäre und sich recht oft an Meinem heiligen Tisch einfindet, allmählich der Geist des Vergnügens abnimmt, je mehr ihr fortschreitet im Guten, auf dem rechten Weg, und je mehr die Zahl der unschuldigen Seelen zunimmt.

O seht euch nur um vor einem Jahrzehnt, wie wenige Jungfrauen in dieser Stadt noch waren, die wahrhaft Jungfrauen konnten genannt werden. Wenn eine Jungfrau die Welt lange genug genossen, dann blieb sie Jungfrau, weil sie die Welt satt war, aber jetzt fängt man an, jungfräulich zu leben aus Liebe zu Mir. Woher kommt es, Meine Kinder? Ja, ja, Ich bin es, der diesen Keim legt in dieser Stadt, und fahret fort, und es wird nicht lange mehr dauern, noch ein Jahrzehnt, und das Goldene Mainz wird dastehen in herrlicher Blüte. Nur auf, Meine Kinder, nicht hören auf das Gebrüll der Freimaurer, auf die schlechten Schriften der Liberalisten und Sozialisten. Ihr Männer in der Stadt, auf zu einem Bund, fest zusammenstehen. Kinder müßt ihr werden. Wie das Kind hinaufschaut zu seinen Eltern und glaubt, was ihm der Vater sagt, und hört auf die Ermahnung seiner Mutter, so sollt ihr hören auf die Ermahnungen, die Ich Selbst euch zukommen lasse, durch ein ganz unmündiges Werkzeug. Liebe zum Kreuz, Kreuztragen sollt ihr lernen. Alle die Leiden, die Ich in eure Familien hineinschicke, sie sollen euch nicht entmutigen.

Sagt auch Meiner Dienerin N., jetzt soll es sich bewähren, was sie tat. Wenn sie jetzt noch umwirft und Mir zürnen will, weil Ich ihre Wünsche nicht befriedigte, dann ist ihr Gold zu Blei geworden, denn sie gibt vor, Mich zu lieben. Hängt denn dieses arme Herz so gar zu sehr an dieser Erdscholle? Auf, Meine Tochter, stelle dich unter das Kreuz! Bist du denn an diese Welt geheftet oder hoffst du auf eine zukünftige?

Ja, ja, ihr alle, ihr Kinder der katholischen Kirche, seid ihr denn von dieser Welt? Eure Bestimmung ist, dereinst mit Mir zu herrschen und zu triumphieren durch die ganze Ewigkeit. Ist es da vielleicht zuviel von Mir verlangt, wenn Ich euch Leiden schicke, um euch von dieser Erdscholle loszureißen? Auf, Meine Kinder, und stellt euch unter das Kreuz! Leidet und beweist Mir, ob ihr wahre Christen seid oder nicht. Wandelt den Weg, den Ich dereinst gewandelt bin, denn nur eine kurze Strecke, und ihr seid auf dem Ölberg, und fort und fort geht es über die Gefilde hinauf in die himmlische Heimat, von wo aus ihr die ganze Ewigkeit euch freuen könnt und mit Mir herrschet und triumphieret.

Du aber, Meine Tochter, gehe hin nach N. Überall, wo du eine treue Seele findest, wo du ein gutes Wörtchen anbringen kannst, gehe hin. Mein Geist wird dich begleiten, Meine heilige Mutter und dein heiliger Schutzengel auch. Gehe hin und sage deinen Schwestern einen freundlichen Gruß. Sie sollen alle sich unterwerfen dem Liebesbund, sie sollen es nicht zu kleinlich finden, und N. soll nicht mehr sagen: ‚Wenn es echt ist.‘ Es gefällt Mir nicht, solange jemand häkelt und zweifelt, ob es echt sei. Wo das Leben eines Christen übereinstimmt mit dem, was Ich wirke, da braucht man nicht zu fragen, ob es echt sei.

Meine Kinder, geht hin und freuet euch, der schöne Monat Mai geht jetzt zu Ende. Freut euch, Meine Kinder, und harret aus. Die fromme Übung, die ihr angefangen und fortgesetzt, vollendet sie und traget hinüber in den Monat Juni und vereinigt euch mit Meinem Gottesherzen. Dort im Monat Juni werde Ich euch besuchen. Darum freuet euch und geht hin und sagt allen einen herzlichen Gruß! Du, Meine Tochter, wenn dein Herz verzagt wird, geh hin und suche dir Trost bei Meinen Dienerinnen. Geh mit hinaus in die freie Gottesnatur. Du wirst sehen, wie deine Gesundheit gekräftigt wird mit jedem Tag, wo du anfängst, Opfer zu bringen.

Du aber, Meine Tochter, dir habe Ich schon vieles im voraus gegeben. Du arbeitest viel in Meinem Dienst. Harre aus. Fliehe, fliehe, denn du sollst nur mit der Fußspitze die Erde berühren. Dein Wandel soll im Himmel sein. Bearbeite die Dienstboten; viele sind hier in dieser Stadt, die dem Sozialismus angehören, obwohl sie fromme und treue Dienstboten sein wollen, aber sie zählen zu den Sozialisten, weil sie nur das beobachten, was ihnen schmeichelt, was sie gern hören. Sie wollen über und über reich belohnt sein von der Herrschaft, aber die Lasten des Dienstbotenstandes nicht tragen, die andere Seite nicht nehmen, die Ich dem Dienstbotenstand auferlegt habe, mit anderen Worten, sie wollen nur Geld verdienen und dabei das Leben der Herrschaft führen.

Seht, das geht nicht! Geht hinein in diese Familie und lernt Zufriedenheit. Wenn euch die Herrschaft so entlohnt, daß ihr bestehen und euch einen Sparpfennig zurücklegen könnt, dann seid zufrieden. Wißt, daß Ich gekommen bin, um zu dienen und nicht um bedient zu werden, und ihr sollt Meine Stelle vertreten auf Erden. Ihr Dienstboten der Stadt Mainz müßt dazu helfen, daß dieses Mainz das Goldene wird, daß die Herrschaft mit euch zufrieden sein kann, und ihr, ihr Herrschaften, habt die Aufgabe, Klöster und Kirchen zu bauen, wo es notwendig ist, damit das arme Volk mit Freuden hineingeht in das Gotteshaus und dort sich eine Erholung verschafft, anstatt auf dem Tanzboden.

Du aber, Bischof von Mainz, hast die Aufgabe, mit allem Mut und Entschlossenheit dich einzusetzen für die gute Sache, für Recht und Gerechtigkeit, damit die Sitten gewahrt, die Unzucht abgestellt, das arme Volk emporgebracht werde. Scheue keine Mühe und keine Opfer, damit es fertiggebracht werde. Hört nicht auf das Geschrei derjenigen, welche die Gesetze verhöhnen, die angefangen haben, die Sitten wieder zu ordnen. Führet dieses doch ja durch. Ich bitte dich, Mein Freund, tue, was du dir vorgenommen hast, und der Segen des Himmels wird dir nicht fehlen. Ich verspreche es dir, daß Meine Hand mit dir sein wird, und daß diese Stadt, wenn sie befolgt, wie Ich es angegeben, wenn die Reichen Kinder werden und sich vereinigen mit den Armen, wie Ich hier angefangen habe es zu tun, und die Armen zufrieden mit ihrem Stand, mit dem, was Ich über sie verhängte, wenn sie zur Arbeit geboren sind, wenn ihr Armen arbeitet mit freudigem Herzen, daß ihr dann die Stadt bauen helft, daß sie wieder zum Goldenen Mainz wird. Seht, wie die Freude und der Friede nur wohnt im reinen Herzen, im reinen und freudigen Gewissen.

Seht, wie die Kinder nur gedeihen und ihren Eltern Freude machen, die auch in Meinem Herzen gewurzelt sind, das heißt, die von Kindesbeinen an schon Mich lieben und kennenlernten, die, anstatt hingeführt zu werden in die Theater und auf öffentliche Plätze und Schauspiele, wo dem Teufel gedient wird, in die Kirche geführt werden und auf solche Plätze, wo sie nur Gutes sehen und hören, wo Mein Lob verkündet wird. Diese sind es, die das Goldene Mainz bauen helfen.

Darum auf, Meine Kinder! Vor allem wünsche Ich, daß recht bald, überall hier in Mainz, ein religiöses Leben aufblühe, daß die Sitte, wie sie in diesem Haus geübt wird, in recht vielen Häusern geübt werde, eine heilige Freude und Begeisterung, wie sie in diesem Monat stattfand in allen guten Familien, die darum wissen, daß Ich den Liebesbund gründen will, und so es mit jedem Jahr besser wird. Dann wird sich die Erde desto freudiger gestalten, wenn der Liebesbund allmählich mehr verbreitet sein wird, auch über die Diözese Mainz hinaus, wenn mehr die Schriften gelesen werden und die Welt und die Christen, die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche, sehen, wie gut Ich bin.

Die Christen werden ihr Kreuz mit Geduld tragen, weil sie wissen, daß Ich es bin, der es ihnen geschickt, die unschuldigen Seelen werden eine andere Freude suchen, als wie die Vergnügen der Welt. Seht nur Meine Treuen hier in diesem Haus, sind sie nicht die Glücklichsten? Wer hat mehr Freude als sie? Wer ist es, der ihnen diese Freude verschafft? Ich bin es, Meine Kinder. Darum auf, ihr Töchter dieser Stadt, zieht euch zurück von den übergroßen Satansvergnügen. O weh dieser Stadt, wehe!“

Barbara: (Lange Aufopferungen für die Armen Seelen.)

„O da kommt eine ganze Prozession mit lauter Fähnchen.“

Jesus: „Das sind lauter Seelen, die seit der Osternacht durch euer Gebet befreit worden sind, weil dies eine so freudenreiche Zeit ist. Darum haben sie alle Fähnchen, das versinnbildet, daß sie erfleht sind in der Osterzeit. Wenn das Kirchenjahr in eine andere Zeit vorrückt, siehst du sie in einem ganz anderen Licht erscheinen.“

Barbara: „Unbegreiflich bist Du, o Gott der Heerscharen, in Deiner Majestät, Güte und Barmherzigkeit zu den Geschöpfen.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, dies alles müßt ihr euch verdienen durch einen tieflebendigen Glauben. Der Glaube ist die Wurzel, die euch hinführt, der wächst und wächst bis hinein in die himmlischen Gefilde. Der Glaube geht ins Schauen über, aber eingegraben in die tiefste Tiefe ist die Wurzel des Glaubens, die Demut. Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde.

Der Stamm ist die heilige Gottesliebe, die die Blätter und Blüten hinaustreibt und die einen reichen Schatten um sich werfen. Alle, die sich darunterstellen, werden angezogen und gekühlt durch die heilige Gottesliebe, durch die Tugendwerke, die diese Seelen ausströmen, betaut und beduftet. Darum freut euch und macht, daß euer Stamm recht hoch emporwächst bis in die himmlischen Gefilde, das heißt, ihr sollt die heilige Gottesliebe Tag für Tag, Stunde um Stunde erneuern, oft einen Akt der heiligen Gottesliebe erwecken, wenn ihr dahinzieht über die Fluren. Singt Ihm recht liebe Liedchen bei eurem Tagewerk, erinnert euch, was Ich euch gesagt habe, und in euren Leiden und Trübsalen, wenn der Herr Sich zurückzieht, so wißt ihr, daß Er wiederkommt. Dann harret aus und seufzt nach Ihm, bis Er wiederkommt. So wird euer Baum immer höher wachsen und sich weiter und weiter entfalten und viele werden von der Freudigkeit in der Tugend angezogen werden.“

Barbara sieht die Erlösten vorüberziehen und erwidert deren dankbaren Gruß durch Kopfneigungen.

Lied: Großer Gott ...

Inhaltsverzeichnis Band 4

358 Vigil von Herz-Jesu-Freitag am 31. Mai 1900

„Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.“

Barbara: „O meine Königin und Mutter, Du bringst mir einen Trauerflor. So wird wohl meine kleine Nichte in A. sterben.“

Maria: „Gelobt sei Jesus Christus, Meine Kinder! Zum Schluß des Maimonats, wo ihr Mir so viele Freude gemacht, freut es Mich, in eure Mitte zu kommen. Ich hatte schon beim Beginn dieses Monats diesen Tag Mir erwählt, aber weil ihr gar so sehr verlangt nach Mir und euch gesehnt, habe Ich Mich beeilt, euch schon früher zu besuchen. Aber den letzten Tag dieses schönen Monats kann Ich nicht vorübergehen lassen, ohne euch die Freude zu machen, in eure Mitte zu kommen.

Seht, Meine Kinder, wenn Mein Sohn der ganzen Welt versprochen, allen, die gläubig eintreten in den Schoß der heiligen, katholischen Kirche, allen Kindern Seiner Kirche, daß der Vater, Er und der Heilige Geist kommen und Wohnung nehmen werden in der Seele des Gerechten, dann, Meine Kinder, glaubt ihr etwa, daß Ich zurückstehe, glaubt ihr etwa, Ich allein, die Ich die Braut des Heiligen Geistes, die Tochter des himmlischen Vaters und die Mutter des eingeborenen Sohnes bin, also im Rate Gottes sitze, die Welt mitregiere und das Wohl und Wehe Meiner Kinder im Auge habe bis zum Ende der Welt, dann würde Ich eine Stätte nicht besuchen, die Mein Sohn Sich erwählte, welche da ist die Seele eines jeden Gerechten? Nein, Meine Kinder, das ist undenkbar!

Darum freut euch! Kommt an Mein Mutterherz! Ich will euch trösten. Ich will eure Stärke, euer Trost sein in all den Bedrängnissen dieses Lebens! Vor allem sage ich euch, daß es Mich herzlich gefreut hat und den ganzen Himmel mit Mir, daß ihr den Maimonat so wacker ausgehalten. Darum möchte Ich auch euren Mädchen einen freundlichen Gruß entbieten. Seht, so war das Leben aller christlichen Familien der Vorzeit in dieser Stadt. Wie in diesem Monat diese Familie es hielt, so war es in dem alten, Goldenen Mainz, als es diesen Namen noch in Wirklichkeit verdiente. Jetzt verdient es ihn nicht mehr.

Darum hat Mein Sohn Seine Hand zurückgezogen und hat die Stadt gestraft. Deswegen hat der Unglaube und die Sittenlosigkeit so viel Eingang gefunden und so viele Familien mit fortgerissen, mit hineingeschwemmt, weil das Gold verblaßt ist. Nun aber hat wenigstens ein Dach dieser Stadt dieses Keimchen wieder gewonnen, woran das Glück geknüpft ist und sein soll. So wie die ganze Familie teilnahm an dem Glück in diesem Monat, wie sie alles Leid und allen Kummer, aber auch all die Fehler vergaßen, die sonst so üppig und gern wuchern, wie die Ungeduld und Unzufriedenheit fernblieben von diesem Haus, wie alles gebannt war und der böse Geist keinen Eingang finden konnte in diese Türe, weil Meine schützende Hand alles abwehrte, so verspreche Ich dieser Stadt, allen den guten, gläubigen Christen, allen, die ohne Menschenfurcht und ohne Scheu, ohne Rücksicht auf diese und jene, offen und frei ihren Glauben bekennen und zur Schau tragen, denselben Frieden, wie Ich ihn in diesem Haus hergestellt, in diesem mir geweihten Monat. Wisset, Meine Kinder, ihr sollt das Fundament legen zu einer christlichen Familie, zu einem christlichen Familienleben. Ihr, obwohl ihr nur einzelne Personen seid, müßt so treu Hand in Hand zusammengehen, so einig in der Gesinnung, wie die Heiligste Dreifaltigkeit es ist im Himmel. Was das eine wünscht, muß das andere bekräftigen, wenn es zur Ehre Meines geliebten Sohnes gereicht.

Du aber, Meine Tochter, du stehst in der Familie und die Mitglieder dieser Familie müssen verwirklichen, was ihr drei versinnbilden sollt. Die Einigkeit und der Friede soll dieses Haus beleben und verschönern, so daß alle, die ein- und ausgehen, und es sind doch deren viele, weil es ein Geschäftshaus ist, sehen sollen: Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.

Die Armen sollen hinweggehen und Zufriedenheit lernen, denn nicht in Geld und Gut besteht der Friede, nicht in Überfluß; dort aber will Mein Sohn überall so viel Segen spenden, wo Ihm gedient wird, wo dieses Leben erneuert wird, so wie Mein Sohn es hier in diesem Haus, in dieser Familie erneuerte. Es gab eine Zeit, wo auch sie an allem Mangel litten, wo keine Üppigkeit in dieser Familie war, wo man recht gut wußte, wie hart das Brot der Armut zu essen ist, wie sauer es verdient werden mußte. Aber, Meine Kinder, fraget, wie es angestellt werden muß, damit auch der Friede einziehen kann in die Familien?

Seht, Häuslichkeit und Sparsamkeit müssen Hand in Hand gehen. Die allzu große Vergnügungssucht, die unnötigen Ausgaben, die gemacht werden, tragen bei zu dem Ruin der Familie und müssen vermieden werden. Und dieses ist, was in Mainz begründet werden soll, in dieser luxuriösen Stadt. Je weiter der Liebesbund sich ausbreitet, je enger sie sich zusammenscharen die guten, treuen Kinder dieser Stadt, desto bälder wird der Friede einziehen, desto sicherer aber auch wird die Kirche, das religiöse Leben, aufblühen. Darum danke ich auch den Priestern dieser Stadt für all die Bemühungen, die sie sich gaben, um diesen Monat recht innig fromm mit den Gläubigen zu durchleben. So ist es recht, so verlangt es Mein Sohn, nicht schmähen, nicht tadeln, wo es nicht nötig ist.

Lernet von Meinen Aposteln, die Mich umgaben in den Jahren, wo Ich noch auf Erden weilte. Sie wußten gar wohl, was sie von Mir lernten, was Ich ihnen immer tief einprägte, die Liebe nämlich, die Herzensgüte, die heilige Einfalt, womit man alles umfassen muß, was einmal anfängt zu keimen und zu grünen im Reiche Meines Sohnes, denn der Mensch, der sich Mühe gibt, auch wenn er noch so viele Fehler an sich hat, kann doch in den Augen Gottes Ihm wohlgefällig sein. So machten es die Apostel, so belehrte Ich sie. Das hatte Ich gelernt von Meinem lieben Sohn, als Ich Ihn auf Seinen Wanderungen begleitete und Ich Seinen Reden lauschte, weil Ich jedes Wort, das Er sprach und das Ich vernahm von anderen, die für Ihn sprachen, in Mir beherzigte und still erwog und zur Zeit, wo es nötig war nach der Auffahrt Meines Sohnes, immer und immer wieder den Aposteln mitteilte.

Wenn einmal in einem Herzen, sagte Ich ihnen, auch nur ein Dämmerlichtchen vom Glauben, von Religiosität anfängt durchzuleuchten, dann umfaßt dieses Keimchen mit aller Zärtlichkeit der Liebe, die euch zu Gebote steht. Ertragt die Fehler, die der Mensch noch an sich hat; wenn er guten Willens ist, dann legt er nach und nach die Fehler ab. Und sollte er die Fehler nicht ablegen, wenn es keine Todsünden sind, wenn der Mensch gläubig ist und sich Mühe gibt, dann seid doch zufrieden und zieht ihn heran.

Seht, Meine Diener, diese Lehre möchte Ich zum Schlusse des Maimonats noch geben, wo ihr Mir durch die herrlichen Vorträge in der Mir geweihten Kirche so viele Freude gemacht, wodurch ihr so viele Herzen angelockt zum Streben nach dem Guten. Probiert es nur ein Jahr fortzufahren und zu arbeiten mit den Kleinen, wie euer Bischof es euch vortut und vorzeigt. Er ist ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er hat einen eisernen Willen, euch mit gutem Beispiel wirklich voranzuleuchten. Folget ihm und bestrebet euch nur einmal, ein ganzes Jahr tiefgläubig voranzuschreiten, Kinder zu werden, alles zu übersehen, was man euch nachredet, denn die gottlose Welt hat es darauf abgesehen, euch zugrunde zu richten, denn wenn sie den Hirten geschlagen, dann zerstreut und zerstiebt die Herde. Wenn sie darum euch Verleumdungen zuschleudert, die euch das Blut gerinnen machen, geht darüber hinweg; haltet zu den Kleinen.

Ich sage es noch einmal, und stellt euch diese Meine Dienerinnen vor, wie sie taten in den Jahren, wo sie von allen Seiten verfolgt und bekämpft wurden. Geht ruhig weiter, damit das kleine Volk sieht, daß der Friede nur allein zu suchen ist in einem tiefreligiösen Leben. Wenn sie sehen, daß es euch ernst ist, ein tiefgläubiges Leben zu führen, dann wächst der Mut. Man spottet nicht mehr über diejenigen, die mehr tun als alle Christen. Man fängt an nachzugehen, zu spekulieren, wie es diese und jene machen. Und wenn man nur einmal in der Religion spekuliert, dann ist es schon gewonnen. Seht hin auf all diejenigen, die sich eng an euch anschließen, wenn sie auch noch so viele und große Fehler an sich haben, aber sie haben einen guten Willen, und Ich sage euch, ihr Diener der Stadt Mainz, alle, die sich Mühe geben, auch wenn sie noch so viele Fehler haben und gemacht haben, denn es ist und bleibt immer wahr, daß, wenn eine Seele sich Mühe gibt, Gott zu dienen, sie von allen Seiten angefeindet wird und ihre Fehler zehnfach vergrößert werden, dies aber doch eure treuesten Kinder sind, sie alle zu eurer treuen Herde gehören. Ihr Priester dieser Stadt, ihr sollt ja vielen zum Vorbild werden. Darum hört die Stimme Meines Sohnes. Wenn das Samenkorn, das gelegt ist, einmal anfängt zu grünen und zu treiben und dann andere sehen, daß es doch besser ist, das religiöse Leben, tiefgläubige Leben der ersten Christen zu erneuern in der Gemeinde, dann wird man überall euch nachahmen, und das Glaubensleben wird überall anders beginnen, es wird üppiger sich entfalten.

Es hat ja der Statthalter in Rom euch die beste Anleitung dazu gegeben. Hier in dieser Stadt, wo Mein Sohn schon so viel mit euch gesprochen, hat Er, was Leo XIII. jetzt bestätigt, hier begonnen, denn bereits ein Jahrzehnt spricht Er schon durch diese Seine Dienerin und mahnt euch, das gläubige Volk zur öfteren Kommunion heranzuziehen, das Leben der ersten Christen zu erneuern, ermahnt euch, das gläubige Volk recht zu ermuntern im Kreuztragen. Denn je mehr die Welt abgewichen, die Christen abgewichen sind vom rechten Weg, desto mehr wird die Welt gestraft mit Leiden, und auch die Gerechten bleiben nicht damit verschont, weil durch sie andere gerettet werden müssen, und am allermeisten müssen die Gerechten leiden zu solchen Zeiten, wo das Volk Gottes abgewichen ist vom rechten Weg.

Und nun komme Ich zum andern, was Ich euch noch sagen wollte, um euch zu ermuntern und anzueifern. Ich habe euch schon das letzte Mal gesagt, daß Ich den Arm Meines Sohnes nicht mehr aufzuhalten vermag. Das alles, was ihr seht, die vielen traurigen Verhältnisse in der Natur, in der Familie, in Stadt und Land, sind lauter Strafen, womit der himmlische Vater die Welt heimsucht. Es sind Heimsuchungen Gottes: die vielen zerrütteten Familien, die vielen unzufriedenen Familien, weil gottlos geworden, aber auch unzufriedene Familien, wo man noch Gott dient, wo man noch Seine Religion hochhält. Das sind lauter Strafen Gottes, weil der Herr die Welt schrecklich strafen muß wegen ihrer Gottlosigkeit. Nun aber können diese Strafgerichte, wenn auch nicht ganz abgehalten, so doch sehr vermindert werden, und sie werden vermindert, Meine Kinder, durch das eifrige Gebet und fromme Gebet so vieler Seelen, die in Vereinigung mit dem heiligen Meßopfer Tag für Tag sich einsetzen für die gottlose Welt, wenn auch unbewußt.

Seht, dies ist es, was Ich euch belehren will, damit ihr, ihr Armen, ihr Gedrückten, ihr, die ihr mit Leiden geplagt seid, nicht mutlos werdet. Ihr seid die Werkzeuge, weswegen der Herr, der himmlische Vater, nicht so straft wie in jenen Gegenden, wo keine Christen leben oder wenigstens noch gar so wenig, in den Heidenländern, wo so große Not ist, wo so viele Überschwemmungen und allerlei Hungersnot und Strafgerichte eintreffen.

Dieses schöne Europa, eure Heimat, dieses Deutschland, ist so sehr beglückt; schon jahrzehntelang weiß es nichts mehr von einer Hungersnot. Der Arme braucht nicht zu darben, wenn er nur einigermaßen rührige Hände hat und ein sparsamer Familienvater ist, und alle und alle müssen und sollten Gott danken für das Wohlergehen. Aber statt dessen ist nichts als Unfriede auch unter denjenigen, denen es gut geht.

Unter diesem Volk nun will der Herr den Liebesbund gründen. Er will, daß mehr Zufriedenheit einziehe in allen Familien, und eine Stadt muß den Anfang machen. Darum auf, ihr Ordensleute, ihr Klosterfrauen, wo ihr auch steht, auf, schließt euch Meinen liebsten Kindern an, denn obwohl ihr die rechtmäßigen Bräute Meines Sohnes seid und euch rühmen könnt, im Haus des Herrn zu wohnen, wisset aber, daß diese Meine Dienerinnen Meine Schwestern sind, denn sie wohnen mit Mir in der Familie. Ich Selbst war ja Familienmutter. Weil Ich allen christlichen Familien, solange die Welt besteht, zum Vorbild sein sollte, so wollte Ich in der Familie leben. So wollte es Mein Sohn und der himmlische Vater. Ich sollte aber auch die Schwester der jungfräulichen Seelen in der Welt sein.

Darum sage Ich noch einmal: Auf, ihr Klosterfrauen, schließt euch an den Liebesbund an und erneuert eure Gelübde, erneuert die heilige Armut, die Keuschheit und den Gehorsam, damit ihr den Arm Meines Sohnes aufhalten helft. Schließt euch an, ihr jungfräulichen Seelen, ihr Familienväter und Mütter dieser Stadt an den Liebesbund. Geht recht oft hin zum Tisch des Herrn und holt euch neue Kraft zu neuem Kampf gegen die Feinde des Heils, gegen die Geister der Finsternis. Schließt euch an den Liebesbund an, ihr Priester dieser Stadt und überall, wo ihr steht, Mut und Kraft euch zu holen dort am Herzen Meines Sohnes.

Denn die Männer, die da die Ehrenwache bilden um das heiligste Herz Meines Sohnes, sollen die Blüte und Zierde eurer Gemeinde werden, sie sollen den Zaun bilden, der an euch sich anschließen soll. Ihr sollt die Pfähle sein und die Männer dieser Stadt der Zaun, damit ein Damm und ein Wall gebildet werde um alle christlichen Familien dieser Stadt, damit das Leben der Sittlichkeit wieder aufblühen könne. Denn wenn die Männer sich einsetzen für gute Sitten, dann habt ihr gewonnen, dann wird es bald besser werden mit der Jugend, es wird das religiöse Leben wieder Einzug finden in die Familien und so Tag für Tag, wenn auch langsam, das Goldene Mainz wieder erstehen. Die Priester außerhalb aber sollen tun, wie Mein Sohn hier lehrt. Schämt euch nicht, mit den Kleinen zu halten.

Sage N. einen recht herzlichen Gruß von Seiner allerreinsten Braut. Ich bin es, die ihn antreibt, die öftere Kommunion zu befördern, die ihn liebt, weil Ich die allerreinste Braut des Heiligen Geistes bin und Ich das Wehen dieses Geistes befördere. Er möge sich nicht einschränken in seinen guten Plänen; er möge aber auch, wo er ein gutes Keimchen findet, ein gläubiges Gemüt in anderen seiner Brüder, eifern, daß er mehr gewinne. Besonders möge er den Bischof beeinflussen. O ihr deutschen Bischöfe geht voraus. Man sagt, die kalten Deutschen. Macht nun einmal, daß dieses Wörtchen umgewandelt werde, daß man einmal sagen kann: ‚Die liebewarmen Deutschen!‘

In eure Hand ist es gelegt, dieses Deutschland umzuschaffen. Ihr steht an dem Wendepunkt, ihr habt das Ruder in der Hand, ihr Priester Deutschlands, denn euer Volk ist noch weit besser zu bearbeiten als die Völker vieler eurer Nachbarländer, wie Frankreich, Italien und all die umliegenden Länder, denn in Deutschland kennt das katholische Volk noch seinen Sonntag, es kennt noch seine Priester und schließt sich an sein Priestertum an, was in anderen Ländern, auch wenn sie noch so begeistert sind und Gott dienen wollen, sehr geschwächt ist.

Darum auf, ihr Priester in Deutschland, liebewarm soll es werden, ein warmer Wind soll wehen durch alle deutschen Gauen, das Flämmchen der Gottesliebe überall anblasen und anfachen, denn Deutschland ist vor allen die erste Tochter Roms, wenn sie auch noch viel geschmälert und zurückgesetzt ist. Ihr müßt euch diese Krone und diesen Ruhm erst verdienen bei dem Statthalter in Rom. Rom, der Statthalter Meines Sohnes, hält freilich mehr zu seinem Frankreich, weil er angeschmiedet und angekettet ist an diese seine Tochter, wie er sie nennt.

Nun liegt es in eurer Hand, daß ihr seine Tochter werden könnt. Freilich, nicht wahr, denkt ihr, was können wir tun, da ja das Oberhaupt in Deutschland gar nicht unserer Kirche angehört? Und doch und doch, ihr Priester in Deutschland, auch Frankreich hat kein Oberhaupt, was der Kirche zulächelt, was dem Statthalter in Rom zulächelt. Dies alles ist und steht noch aus früheren Zeiten. Darum müßt ihr euch diesen Ruhm jetzt verdienen durch eure Treue und Gewissenhaftigkeit im Kleinen. Ihr müßt das Volk zusammenscharen zum Liebesbund. Und wenn der Nachfolger, der bald in Kraft treten wird, dem Mein Sohn ja schon versprochen hat, daß er ein Freund eines Bischofs werden wird, wenn er sehen wird, welche Mühe sich die Bischöfe Deutschlands geben, und weil jener Statthalter das Werk, das Pius IX. und Leo XIII. begonnen, zur Vollendung und zum Sieg führen soll, wird er auch hinschauen, wo er Kräfte findet und wird seine Kräfte hochhalten. Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht müde, alles auszuführen, was Mein Sohn von euch verlangt. Frei von allen unnötigen Sorgen, frei von jeder Selbstsucht. Sorgt nicht für die Zukunft allzusehr, all eure Sorgen werfet auf den Herrn und tuet, was des Herrn ist, dann wird alles übrige euch zugeworfen. Ihr aber, ihr Mitglieder dieses Hauses und dieser Familie, macht Meinem Sohn Freude in diesem Monat, wie ihr es Mir getan, denn wenn Er versprach, daß Er die Häuser derjenigen segnen werde, wo Sein Bild aufgestellt ist, wie wird Er erst dann diejenigen Häuser segnen, wo Ihm auch gedient und Freude gemacht wird.“

Barbara: „Wie man den Leuten Geld leiht auf Kredit, so schenke uns heute schon viele Arme Seelen, denn morgen verehren viele Männer, Deine Helden, Deine Ehrenwächter, Dein heiligstes Herz. Das ist der Fleck, wo ich Dich packe, anpacke.“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, mehr muß Ich tun. Ich muß freilich über Meine Gerechtigkeit hinweggehen, um eure Fürbitten zu erfüllen, aber Ich tue es, weil Ich Mir viel verspreche von eurer Treue. Wollt ihr Mir auch treu bleiben, Meine Kinder? Besonders ihr, ihr jungen, das junge, liebe Mariechen, die Anna und Settchen? Wollt ihr Mir treu bleiben, wollt ihr Meine Bräute werden? Wollt ihr vielen zum Vorbild werden? (Alle beteuerten es.) Ja, ja, Meine Kinder, Ich bin großmütig im Verzeihen, gutmütig im Befreien. O gerne, gerne!“

Barbara: Eben geht die Mutter Gottes hin mit den heiligen Schutzengeln. „Schenke uns N., N. und N.“

Maria: „Alle, die ihr Mir zuerst genannt.“

Barbara: „N.N.“

Maria: „Die sollst du haben, aber den Ertrunkenen kann Ich noch nicht schenken und auch nicht die anderen Ertrunkenen, da müßt ihr mehr beten und bitten und leiden.“

Barbara: Ich sehe viele Täubchen auffliegen, das sind lauter Arme Seelen. N. hat ein ganz besonderes Krönchen auf.

Maria: „Die ihr Mir zuerst genannt, sind auch dabei, aber die zuletzt Verstorbenen kann Ich euch noch nicht schenken.“

Jesus: „Meine Kinder! Wenn zuweilen böse Gedanken sich in euch erheben, wenn ihr zweifeln wollt an der Echtheit, dann erinnert euch, daß ihr nur verdienen könnt durch einen tieflebendigen Glauben, daß ihr mit jedem Akt des Glaubens, den ihr erweckt, mit jedem Tag euer Verdienst steigert.

Seht, das Glaubensleben der ersten Christen soll erneuert werden. Und wenn dieses erneuert werden soll, dann müßt ihr leben wie die ersten Christen. Diesen aber erging es gerade wie euch. Sie waren Heiden und Juden und hatten ein ganz anderes Leben geführt und sollen jetzt in ein ganz neues Leben umgeschaffen werden. Da kamen ihnen oft Zweifel und Ängste, ob denn dieser gekreuzigte Nazarener, dieser Jesus, wohl ein Gott sein könne, ob man denn da nicht getäuscht sei, einem solchen zu folgen, der von der ganzen Welt gehaßt und verspottet wurde. Da konnte nur der Glaube siegen.

Seht, Meine Kinder, ihr seid bestimmt, das Glaubensleben der ersten Christen zu erneuern und zu führen, zufrieden zu sein mit dem, was der Himmel euch beschieden. Seid ihr in guten Verhältnissen, dann teilt euer Brot mit dem armen Mitbruder, wie ihr es tut. Seid ihr arm und müßt euer Brot verdienen mit der Hand, dann seid zufrieden mit all den Leiden, die der Herr euch zuschickt und sorgt nicht allzu ängstlich. Er wird für euch sorgen, ihr werdet oft ganz wunderbare Hilfe erfahren, aber das Leben der ersten Christen müßt ihr ganz besonders in euch erneuern, das Glaubensleben. Darum, nur durch das Verdienst eines tieflebendigen Glaubens, den sie immer erneuerten, sooft Satan ihnen dies vorhielt, ob Er denn ein Gott gewesen sei, da Er am Kreuz gestorben sei, siegten sie, und so müßt auch ihr diesen Glauben in euch erneuern.

Es ist und bleibt wahr, daß Ich, sooft die Welt abgewichen ist vom rechten Weg, durch Menschen wieder Mein Volk in die rechte Bahn einlenken wollte. Es ist so im Ratschluß Gottes bestimmt. Denn gleich wie Ich, um die Menschheit zu erlösen, nicht durch einen Willensakt sie erlösen, sondern Mensch werden wollte, um durch Mich als Mensch die Menschen zu belehren und den Willen Meines Vaters der Welt kundzutun, so will Ich, solange die Welt steht und es Menschen gibt, durch Menschen die Welt belehren und die Menschen wieder an Mich ziehen.

Darum freut euch, Meine Kinder, daß ihr berufen seid, der Welt wieder zu zeigen, daß Ich wirklich und wahrhaft im Allerheiligsten Sakrament wohne, aber nicht nur im Allerheiligsten Sakrament, denn dort bin Ich nur, weil Ich in den Menschen wohnen will, und durch dieses heilige Sakrament gehe Ich ein in die Menschenherzen und durch dieses Heilige Sakrament habe Ich Mir dieses Werkzeug erwählt, um euch im Glauben zu bestärken, zu beleben und zu befestigen. Merkt es euch! Geht hin, Meine Kinder! Sooft Zweifel und Ängste kommen, wißt, daß dies von Satan ist. Geht darüber hinweg wie die ersten Christen. Freut euch, Meine Kinder, denn Ich freue Mich mit euch. Und wenn Ich sage, freuet euch, dann soll eure Freude vollkommen sein. Morgen ist der erste Freitag, geht hin und macht Mir alle die Freude, Mich in euch wirken zu lassen. Höret Meine Stimme und ihr werdet es nicht bereuen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

359 Vigil vor Pfingsten 1900

„Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!“

Lied: Ausgegangen ist ...

Barbara: „Sie ist die allerreinste Braut des Heiligen Geistes, Sie ist die allerreinste Braut der Priester! O meine Mutter, o meine geliebte Königin, heute ist doch Pfingstnacht und Du kommst? O erflehe uns die Gnade der Beharrlichkeit in all den Verhältnissen, wie sie uns noch bevorstehen.

O Mutter, o erhabene Königin des Himmels und der Erde, groß sind die Gefahren, in denen wir stehen und armselig sind wir wie alle Menschen. O erflehe mir Verzeihung meiner Sünden. Es liegt heute wie ein Alptraum auf mir. O Mutter, ich glaube, deswegen will auch Dein Sohn nicht zu mir kommen. O mein Gott, alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich von Grund des Herzens, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen. O mein Jesus, verzeihe mir! O komm, Heiliger Geist und erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.

O mein Jesus, ich bete Dich an im Allerheiligsten Sakrament und wie Du hier gegenwärtig bist. Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, besonders derer, die nicht an Dich glauben, in Vereinigung mit allen heiligen und gerechten Seelen, die sich Mühe geben, Deine Ehre zu befördern, besonders allen Jungfrauen in der Welt. Wir alle wollen Dir Ersatz und Sühne leisten. Hilf uns, o Herr, daß der Liebesbund sich ausbreite über die ganze Erde, denn alle gläubigen Christen, die noch an Deine Gegenwart im Hochheiligsten Altarsakrament glauben und sich Mühe geben, ihre Leiden mit Geduld zu ertragen, sind Mitglieder des Liebesbundes.“

Jesus: „So ist es recht, Meine Kinder! Im Namen aller Menschen saget Mir Dank, im Namen aller, die Mich hinausgestoßen, und anstatt aller, die Mich und Meinen Namen von der Welt vertilgen möchten, denn so viele Gottesleugner, als es jetzt gibt in der Schöpfung, hat es noch nie gegeben seit Erschaffung der Welt. Im Alten Bund gab es zwei Klassen von Menschen: Heiden und Juden. Die Heiden leugneten keinen Gott, sie beteten Götter an, wie sie sich dachten, wie ihre bösen Neigungen sie ihnen eingaben. Weil das Geschöpf noch nicht so lange aus des Schöpfers Hand hervorgegangen war, hatte es den Antrieb noch allzusehr in sich, daß es noch ein höheres Wesen gibt, dem man Dank schuldig sei. Der Heide suchte zwar, sein Herz zu entschädigen, indem er sich Götter einbildete und machte und diesen göttliche Ehre erwies.

Weil das Menschengeschlecht erschaffen ist zu Meiner Ehre und Verherrlichung und es bereits instinktmäßig in ihm liegt wie in dem Tier, daß es Mich verherrlichen soll, darum hat der Heide Mich nicht geleugnet. Er wußte nur nicht, welchen Gott er anbetete. Aber das Judentum hat Mich nie geleugnet, und wenn es einen Gotteslästerer gab, der war von Anfang bis zum Ende, wo noch ein Jude stand, gekennzeichnet, und alle haßten ihn und wichen scheu von ihm zurück. So war es im Alten Testament.

Und jetzt im Neuen Testament gibt es so viele Menschen, die nach ihren Begriffen sich ihre Religion bilden, abgesehen von den vielen Millionen Heiden, die Mich noch nicht kennen. Auch jetzt sollten nur zwei Klassen von Menschen bestehen, aber aus dem Christentum heraus – von so vielen Religionslehrern, die andere Religionen stifteten, will Ich gar nicht reden – sind all die verschiedenen Zweige entstanden, die sich ihre Religion nach ihren Einbildungen machten. Ich rede von den Christen. Schon oft habe Ich euch gesagt, so viele Gottesleugner, wie es jetzt gibt in eurer Zeit, hat es noch nicht gegeben, seit die Schöpfung besteht. Wenn es auch viele nicht aussprechen offen vor anderen, aber im Herzen gibt es bereits Millionen, die Mich leugnen, die nicht mehr an das Dasein Gottes glauben. Betrachtet nur ihr Leben.

Darum, Meine Kinder, muß Ich einen Verein, einen Damm bilden, und diejenigen, die noch an ein Dasein Gottes glauben, zusammenscharen zu einem Bund, in den Liebesbund, denn ihr alle steht in der Gefahr, zugrunde zu gehen, keines ist ausgenommen, weil ihr Geschöpfe seid mit Fleisch und Blut und unter Geschöpfen leben müßt. Weil die Gefahr so groß ist und der Unglaube alles verfinstert und mit sich hineingeschwemmt hat, und deshalb die Strafen allmählich immer weiter um sich greifen, dringt die Finsternis auch hinein in die besten Kinder der katholischen Kirche und der Geist eines jeden Christen verfinstert sich. Merkt es euch!

Ich habe es schon oft gesagt und sage es auch heute abend wieder, daß all die Zweifel und Beängstigungen, die unerklärlichen Leiden, die das Herz belästigen, so daß man in allen Kreisen kein freudiges Aufjubeln mehr merken kann, wenigstens nicht anhaltend, und jedes Herz von Zeit zu Zeit, auch wenn es sich Mir ganz geweiht und hingegeben und es sich selbst nicht erklären kann, warum es wieder in solche Zustände zurückfällt, wo es glaubt, es sei auf einem Irrweg, wo es in ganz verzweifelte Gedanken kommt, seht, das sind die Strafgerichte, die auf der Menschheit lasten. Die ganze Menschheit liegt unter einer Eisdecke, und ihr alle müßt die Strafe fühlen, die Zuchtrute, die Mein Vater über der Menschheit schwingt. Und es ist sehr gefährlich, und wird mit jedem Tag gefährlicher, unter diesen Menschen zu leben. Es ist darum keine Sünde zu verlangen, aufgelöst zu werden, weil die Gefahren zu groß sind. Es freut Mich, wenn es noch Seelen gibt, die so losgeschält sind von dieser Erde, daß sie sich sehnen, aus diesem Körper auszugehen, um der Gefahr zu entrinnen.

Ja, ja, Meine Kinder, ihr habt recht zu seufzen, denn alle Himmelsbewohner, alle Engel und Heiligen, stehen mit Bewunderung und Staunen da und schauen den Gerechten zu, ob sie den Kampf gut zu Ende führen. Meine Kinder, nun wißt, was Ich euch heute abend lehren und sagen will:

Einen Damm möchte Ich gegen diesen Unglauben errichten, um es allen möglich zu machen auszuharren, die sich an den Liebesbund anschließen, denn das ist der Damm. Angefangen habe Ich schon vor mehreren hundert Jahren, diesen Damm zu bilden, als Ich jener Klosterfrau Mein heiligstes Herz zeigte, Mein menschliches Herz, als Ich ihr die Verheißungen gab. Das alles war nur der Anfang zu dem, was Ich jetzt von der Menschheit mit großem Verlangen erstrebe. Dort, als Ich die Verheißungen gab, wollte Ich das Glaubensleben erfrischen, vielmehr, Ich wollte die Schwachen aufmuntern und ihnen zu Hilfe kommen, weil der arme Mensch doch gar sehr hinneigt zur sinnlichen Ergötzlichkeit. Er möchte, wenn er auch noch gut ist, doch auch sich ergötzen und erfreuen.

Das Herz ist einmal zur Freude geschaffen, weil es aus dem Paradiese stammt. Im Paradies war nur Freude und Friede, und dies fühlt das arme Herz heute noch, es will sich freuen. Darum wollte Ich dem Menschen, dem Christen, eine leichte Übung verschaffen, die ihn auch mit heiliger Freude erfüllt, wobei er auch Genuß hat und nicht jenen trockenen, kalten Glauben, jenen nackten Glauben, wie man vor einigen Jahren sagte, man müsse das Volk an den nackten Glauben halten. Meine Kinder seht, als Ich jener Klosterfrau erschien, wollte Ich anfangen, diesen Plan zu durchbrechen in Meiner heiligen Kirche. Ich wollte Meinen Kindern den nackten Glauben nicht gar so nackt belassen. Ich wollte es ihnen versüßen, dieses Glaubensleben. Darum ließ Ich sie hineinschauen in Mein liebes Herz und durch dieses menschliche Herz in Mein Gottesherz, um in diesem Herzen die Liebe ihnen zu zeigen, die für dieses Menschengeschlecht geschlagen, um aber auch allen Guten eine leichte Übung an die Hand zu geben, damit sie sich in kurzer Zeit zur höchsten Stufe der Heiligkeit emporschwingen können.

Seht nun, Meine Kinder, damals als Ich anfing, dieses der Welt kundzutun, da stand es noch nicht so schlimm wie jetzt, denn es geht abwärts und abwärts, auch mitten unter dem Christenleben, mitten in Meiner Kirche. Die Strafen, die Mein Vater verhängte, das Edikt, das Er ergehen ließ in jener Zeit, wo die Kirche in voller Blüte dastand, wo alle Verfolgungen aufhörten, wo die Kirche sich in Hülle und Fülle entfaltete auf dem ganzen weiten Erdenrund und sie deshalb üppig wurde, wie Ich euch schon öfter gesagt, da beschloß Mein Vater Sein Strafedikt, und dieses Strafgericht liegt bis heute noch auf Meiner Kirche. Ich vertrete das Mittleramt zwischen Meiner Kirche und Meinem Vater und dem Heiligen Geist. Ich stehe zwischen beiden als Mittler und muß diese Strafe, soweit als Ich Mensch bin, mit euch, Meinen Kindern, fühlen.

Darum verlangte Ich damals, daß in Meiner Kirche Mein menschliches Herz soll anerkannt, verehrt, geliebt und angebetet werden, was bis dahin noch nicht öffentlich getan wurde. Wenn es auch hie und da von einer heiligen Seele geschehen ist, so wurde es aber doch im öffentlichen Leben im allgemeinen nicht verehrt. Von dort an aber verlangte Ich, daß Mein menschliches Herz angebetet und verehrt werde, weil dieses menschliche Herz um der Sünden der Menschen willen vieles leiden und büßen muß seit der Zeit, wo Irrlehrer entstanden mitten in Meiner Kirche. Aus diesem Geschlecht, das da Mein auserwähltes Geschlecht ist, gingen die vielen, vielen Abtrünnigen hervor, und zwar aus Meinem Herzen heraus traten sie und bildeten sich eine eigene Religion und zerschnitten und zerfetzten Mein Herz bis ins innerste Mark hinein, bis in Mein Herzblut hinein.

Meine Kinder! Glaubt ihr wohl, daß ein Gott leiden könne? Nicht wahr, euer Verstand kann das nicht begreifen. Wißt aber, daß es ein fortwährendes Wunder Meiner Allmacht ist, daß Ich unter euch wohne als Mensch, als Gottmensch, um euch zu beweisen, wie Ich die Menschen liebe. Damals als Ich dieses Sakrament einsetzte, wußte Ich schon voraus, was Mir gerade von diesem Geschlecht in den Jahrhunderten und Jahrtausenden angetan werde, was alles Ich zu erleiden hätte, und trotzdem setzte Ich dieses Sakrament ein, um euch fortwährend zu erinnern, wie groß Meine Liebe zu dem Menschengeschlecht ist. Und doch sage Ich euch, daß Ich, obwohl Ich dieses wußte und auch voraussah, daß eine Zeit kommen werde, wenn einmal Meine Glieder nicht mehr verfolgt werden von anderen Geschöpfen, von ihren Mitmenschen, sie anfangen werden, sich in sich selbst zu zerfleischen und Mich zu zerfleischen, Mein göttliches Herz, trotzdem, sage Ich, daß Ich dies alles voraussah, wirkte Ich doch dies Wunder Meiner Allmacht aus purer Liebe, aus reiner Liebe, aus heißer, sehnsüchtiger Liebe, um euch alle zu retten, um euch fortwährend zu beweisen, wie Ich euch liebe.

Glaubt ihr jetzt, daß Ich leide, leide im Allerheiligsten Sakrament und in jeder Seele, die Mich liebt, gerade so wie Ich litt dort, als Ich Mein Kreuz den Kalvarienberg hinauftrug, hinaufschleppen mußte, um an diesem Kreuz zu sterben? Fortwährend wird Mein heiliges Herz zerfleischt, fortwährend werden die Nägel Mir hineingetrieben bis ins innerste Mark hinein durch all die gottlosen Diener Meiner Kirche, die, je mehr sie sich anhäufen und abfallen als Judasse, die, weil sie aus Meinem Herzen sich herausreißen, Mich doppelt schmerzen, denn alle Priester sind Mein menschliches Herz, sie sind eingegraben und eingewachsen in Mein menschliches Herz, das Ich trage im Allerheiligsten Sakrament, und sooft ein Priester so weit kommt, daß er abfällt, und wenn er auch nicht jedesmal ganz und gar noch zu einer anderen Religion übergeht, wenn er auch noch bleibt in der Religion als katholischer Christ, ist er doch aus Meinem Herzen herausgetreten und hat Mir einen solchen Schmerz und eine solche tiefe Wunde verursacht, daß, wenn ein Mensch den Schmerz fühlen könnte, auch nur einen einzigen Augenblick, er des plötzlichen Todes sterben müßte vor lauter Schmerz.

Seht, Meine Kinder, dies ist die Ursache, warum Ich komme und durch dieses Werkzeug zu euch rede, um euch zu beweisen, wie Ich liebe, wie göttlich groß Meine Liebe ist; denn wäre es keine göttliche Liebe, Ich könnte es nicht ertragen, und Ich muß es ertragen. Nun wißt ihr aber auch, Meine Kinder, woher es kommt, daß keiner sich mehr zurechtfinden kann, daß man immer und immer wieder sucht, und daß man, weil so viele Zweifel und Ängste in jedem Menschenherzen aufsteigen, man dann anfängt, wieder zu zweifeln und zu kritisieren. Ja, weil ihr unter der Strafrute leben müßt, die Mein Vater schwingt über diesem Geschlecht. Ihr müßt Tag und Nacht die Strafrute fühlen, euer Geist wird verfinstert, wenn auch hie und da ein Lichtstrahl durchdringt, weil ihr vieles leidet und duldet und deswegen viele Bevorzugung habt und ihr die Feste Meiner Kirche mit Freuden begeht.

Und ihr, ihr jungen Kinder, die Ich euch anziehen will und euch so gern in Meine Arme schließe, und wenn Ich euch die heilige Freude noch länger genießen lasse, wißt, daß ihr euch auch bald unter das Kreuz stellen und leiden müßt. Ihr müßt allesamt eucharistische Kreuzträger werden. Ihr alle müßt die Strafrute fühlen, und Ich als Mittler zwischen Gott und den Menschen, als Mittler zwischen Meiner Kirche und Gott dem Vater, Ich muß Mich an Meine Kinder wenden, und an wen soll Ich Mich wenden, wenn nicht an die, die noch glauben?

Darum sagt es Meinen Dienern, dort fing Ich an vor zweihundert Jahren, Mein menschliches Herz zu offenbaren und der Menschheit zu sagen, daß Ich geliebt werden will. Aber Ich sagte damals noch nicht, warum Ich geliebt werden will, weil es die Menschheit noch nicht verstanden hätte, denn nach der Zeitperiode und den Zeitverhältnissen muß Ich Meiner Kirche alle Meine Geheimnisse erschließen. Und es gibt Geheimnisse bis zum Ende der Welt, die Meine Kinder nicht eher verstehen, bis sie dieselben erlebt haben und bereits durch sie durchgegangen sind und dann verstehen, wie groß der Geist ist, der in Meiner Kirche lebt, der Heilige Geist, der so viele Geheimnisse in Sich hat, daß alle Menschengeister von Anfang bis zum Weltende sich die Geheimnisse nicht erschließen und auslegen können.

Du armer Menschengeist, du willst kritisieren und willst deinen Geist nicht unterwerfen dem Heiligen Geist, Der da weht, wohin Er will, Der ein Geschöpf Sich aussuchen kann, was Er will. Ich sage dir, wer sich nicht unterwirft und nicht anschließt an das, was Ich wirke, geht zugrunde, denn Ich habe euch schon gesagt und Meine heilige Mutter, Ich habe schon gesagt durch Kinder in früheren Jahren in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, daß der Arm Gottes schwer auf dem Volke liegt. Ich habe wieder gesagt durch Meine Mutter, der Arm Gottes liegt schwer auf dem Volk, und Ich vermag ihn nicht mehr aufzuhalten. So sagte Ich durch Meine Mutter, die Mein Mittleramt mit vertritt. Ich stehe als Mittler zwischen Meiner Kirche und Gott dem Vater, und Ich muß Helfershelfer haben, wie Satan Helfershelfer sucht.

Stellt euch Mann an Mann, reiht euch unter die Fahne des Kreuzes, des Liebesbundes, ihr alle, ihr treuen Kinder der katholischen Kirche. Helft Mir, die Lücke auszufüllen, die Mein Herz zerfleischt, welche die gottlosen Priester mir verursachen, die da abgefallen sind und sich eigene Religionen gründen ...

Von jener Zeit an, wo Irrlehrer entstanden in Meiner Kirche, die durchweg fast alle aus dem Priestertum herausgewachsen sind, haben die Wunden Meines Herzens angefangen zu bluten und bluten mit jedem Jahrhundert mehr, aber noch nie so wie in eurem Jahrhundert, in der jetzigen Zeit, wo so viele, viele abfallen vom wahren Glauben, wo so viele Judasse unter den Christen sind, wie es noch nie so viele gegeben.

Denn die Strafe geht Hand in Hand, Schritt für Schritt mit dem Verbrechen. Je mehr Verbrechen die Menschheit begeht, und besonders das Priestertum und der gläubige Christ, die Christen, desto sicherer und energischer ist die Strafe, die Mein Vater über das Menschengeschlecht verhängt.

Allein und ganz allein in Meiner Kirche ist Heil! Durch Meine Kirche kann die Welt noch verschont bleiben; denn ein einziger, gerechter Mann kann ein ganzes Land verschonen durch sein Gebet. Wenn nun ein einziger Gerechter so viel vermag, was vermag dann Meine heilige Kirche? Weil Ich nun so viel von Meiner heiligen Kirche erwarte, darum will Ich aber auch, daß sie rein und geläutert sei, daß sie dastehe wie die Sonne am hellen Mittag, daß sie einen Glanz verbreitet, der alles durchdringt in der ganzen Welt, in der ganzen Schöpfung. Darum wisset, dieser Glanz muß bestehen aus einzelnen Gliedern, denn jeder Strahl und jedes Strählchen, das ausgeht von Meiner Kirche, welche die Sonne der Welt ist, ist ein Christenherz, und je mehr Christenherzen sich finden, die solche Strahlen ausstrahlen, desto heller scheint die Sonne der Kirche und desto durchdringender ist sie.

Wisset jetzt, warum Ich wünsche, daß der Liebesbund von Tag zu Tag wachse, daß man sich nicht schämt, offen und frei sich zum Liebesbund zu bekennen, mag man Priester oder Laie sein, auf dem päpstlichen Stuhl oder auf dem bischöflichen sitzen, Abt oder Äbtissin sein, offen und frei sich bekennen als Liebesbundmitglied, nicht spötteln und lachen über gläubige Seelen, wie es gar zu leicht geschieht, auch in Klostermauern, weil der Glaube zu sehr verflacht und überall die Religion abhanden gekommen. Man sucht noch seine Bequemlichkeit, auch wenn man eine ganz gute Klosterfrau ist, man will das Kreuz sehr weit von sich entfernen, freilich lebt man keusch und gehorsam und übt Tugend, man hütet sich davor, die Gebote Gottes und der Kirche nicht zu halten, man will ja selbst in den Himmel kommen, aber mehr zu tun als dieses, sich für andere einsetzen, das will man nicht.

Seht, Meine Kinder, das will Ich jetzt von Meiner Kirche! Von Meinen treuen Kindern in Meiner Kirche verlange Ich jetzt ein strammes Christentum, denn Ich muß es Meinem Vater gegenüber vorzeigen. Ich habe es geschworen, daß Ich das Menschengeschlecht retten will. Ich habe es am Kreuz geschworen und besiegelt am Kreuzholz mit Meinem Blute. Und nun ist es an euch, daß ihr diesen Schwur fortwährend besiegelt mit euren Leiden und eurem Blut. Was Meinem Leiden und Meinem Verdienst abgeht, das müßt ihr durch eure Leiden ersetzen. Leiden müßt ihr, leiden müßt ihr, Ich will es euch noch einmal sagen. Ich kann es euch nicht ersparen. Wenn ihr euch umseht unter denen, die sich eingereiht haben in den Liebesbund und seht, wie Ich sie mit Leiden belade Tag für Tag, wie sie zu kämpfen haben mit der Not, mit Krankheit und Elend, so wißt, es gibt gar viele, die sich keine eigene Leiden auferlegen, weil sie zu schwach sind. Darum muß Ich mit Leiden kommen, weil diese Mir büßen und sühnen helfen und andere herbeiziehen sollen durch ihre Leiden.

Am Ende des Lebens, wenn ihr vor Gericht steht und ihr Aug in Aug seht mit Mir und euer Auge mit Meinem Auge die Menschenherzen durchschaut, dann werdet ihr sehen, wie viele Seelen durch die Leiden der Liebesbundmitglieder und durch ihr Gebet gerettet worden sind.

Darum, Meine Kinder, wißt ihr jetzt, was Ich euch sagen will. Ich habe es schon begonnen vor zweihundert Jahren, als Ich anfing, der Menschheit Mein göttliches Herz zu offenbaren durch eine Klosterfrau, Margareta Maria Alacoque. Damals machte Ich zwölf große Verheißungen und besondere Verheißungen für diejenigen, die Mich besonders lieben wollen, die auf dem Weg der Vollkommenheit Mir nachfolgen wollen. Diesen versprach Ich ganz besondere Gnaden. Ihr müßt nur nachschlagen und lesen. Damals aber entwickelte Ich Meine Pläne nicht.

Jetzt aber, wo die Menschheit immer tiefer und tiefer sinkt in den Schlamm des Lasters und Mein Christenvolk so abgewichen ist, daß es keinen anderen Frieden mehr kennt als die höchsten Feste in irdischen Genüssen zuzubringen, wo Ich so unendlich vieles gelitten, wo Mein Leiden soll vorgeführt werden, wo der gläubige Christ soll Vergnügen über Vergnügen haben, indem er die Ereignisse Meines Lebens sich vorführt, wie es die Alten taten, eure Vorfahren, jetzt aber, wo man hinauszieht und das Erdreich tränkt mit Verbrechen, stehe Ich auf der Warte und schaue, wo Ich Seelen finde, die mit Mir leiden, die Mir die Verbrechen sühnen helfen. Versteht ihr nun, warum Ich den Liebesbund gründen will, warum Ich einen Damm errichten muß, um Meine Kirche zum Sieg zu bringen? Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!

Darum geht hin, Meine Töchter, geht hin und sagt euren Freundinnen, arbeitet so weiter, wie du, Meine Tochter, getan und freuet euch. Schämt euch nicht, offen und frei zu bekennen, daß ihr Liebesbundmitglieder seid. Sagt euren Priestern, wenn sie nicht glauben, werden sie es noch fühlen, immer mehr noch fühlen, was Ich mit der Menschheit vorhabe. Sie sind diejenigen, die Mein Herz bilden, Mein menschliches Herz. In dem Herzen geht alles vor, Leid und Freud. Das Leid, das den Menschen trifft, trifft das Herz, und der ganze Körper muß leiden, wenn das Herz leidet. Fühlt das Herz auch keinen Schlag und vergießt es auch kein Blut, es fühlt doch den Schmerz wie Dolchstiche. Warum? Weil das Herz der edelste Teil des Menschen ist.

Du, Priestertum, bist der edelste Teil Meiner Kirche. Darum muß alles Leid und Freud durch dich hinausgehen, weil das Blut, das strömt im Menschen, in allen Teilen der Adern des Menschen, durch das Herz hindurchgeht. So wenn der Mensch eine Freude hat, hat er sie im Herzen drin, und du Priester, sollst Freud und Leid teilen mit deinen Kindern. Darum, solange du das nicht tust und dich nicht anschließest an das gläubige Volk, reißest du tiefe Wunden Meinem Herzen, weil du Mein Herz bist. Du bist im Leibe der Kirche Mein Herz.

Darum, ihr Priester, höret Meine Stimme. Haltet zu dem tiefgläubigen Volk und bildet den Damm, den Ich bilden will. Schart zusammen das tiefgläubige Volk, wo ihr noch ein Flämmchen der Gottesliebe findet, facht es an, statt auf die Kanzel zu gehen und zu schimpfen über jene Seelen, die tiefer gehen als andere, die das verflachte Leben beiseite schieben und darum Zeit finden, zu beten und Mich in der Kirche aufzusuchen, anstatt zu jenen zu halten, die der Welt nachlaufen. Steht ihr auf der Kanzel, wie ihr getan in den Maibetrachtungen, da habt ihr recht getan. So müßt ihr tun, damit die guten, gläubigen Kinder sehen, daß es doch etwas sein muß, daß der Herr durch eine solche Seele reden muß, denn das Wort der Priester stimmt überein mit dem, was Ich rede durch solche Seelen. Und die eine sagt es der anderen, und der eine Mann sagt es dem anderen, und so entsteht der Damm, der gebildet werden soll, und Meine Kirche soll zum Siege geführt werden durch euch. Ihr steht am Wendepunkt, ihr seid die Schnitter, die Meine Garben schneiden und einheimsen sollen in Meine himmlische Scheune. Ihr sollt die Tugendblümchen, die anfangen zu grünen und zu blühen, recht betauen und befruchten durch euren Eifer, mit einem Wort, allen guten Christen vorangehen.“

Barbara: „Mein Jesus, Du bist so aufgebracht, es ist doch Pfingstnacht, wo Du mir immer so große Freude bereitet hast. Das Pfingstfest ist doch ein so großes Freudenfest. Du hast mir gesagt, dass da die Kirche gegründet worden sei und es darum das vollendete Freudenfest für uns ist. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Freilich ist dies das vollendete Freudenfest. Wo sind aber diejenigen, die dieses Freudenfest mitfeiern? Pfingsten ist das Fest Meines Geistes, wo der Heilige Geist ausgegossen ist über die Menschheit, und der Christ, statt diesen Geist in sich aufzunehmen, an sich herantreten zu lassen, Seine Stimme zu hören, macht um so mehr Lärm in diesen Tagen, um diesen Geist zu übertönen und mit Füßen zu treten. Und seht, Meine Kinder, wie in Mainz und um Mainz herum dieser Geist mit Füßen getreten wird. Darum bin Ich zornig. Wehe Mir, wehe Meinem menschlichen Herzen in der Eucharistie. An diesem Tag, diesem Pfingstfest, wo Mein Geist überall Eingang finden sollte in den Christenherzen, wird Er statt dessen mit Füßen getreten. Darum, Meine Kinder, darum bitte Ich euch, habt Mitleid mit Mir, mit Meinem menschlichen Herzen. Seht den Schmerz, den der Heilige Geist nicht fühlt, Dieser kann ihn nicht fühlen, Er ist ja ein Geist, Ich aber muß ihn fühlen im Allerheiligsten Sakrament. Dort muß Mein menschliches Herz den Schmerz fühlen, den Mein Geist dadurch fühlt, daß Er mit Füßen getreten wird, und wie manche Seele, wie manche Jungfrau, die bisher noch unverdorben war, wie manches Kind, das zum ersten Mal in diesem Jahr Mich aufgenommen in sein Herz, geht hin auf solche Feste, und der Geist schwindet, es verliert Unschuld und Tugend und geht den Weg der Sünde und des Lasters.

Darum, Meine Kinder, danket Mir um so mehr, danket aber auch derjenigen, die in eurer Familie steht, die Ich Mir erwählt habe als Werkzeug, um durch sie hinauszutragen in die ganze Welt, wie gut Ich bin. Was Ich wirkte durch jene Klosterfrau, das will Ich hier vollenden. Soweit ist es gekommen, daß Ich Mich zeigen muß. Daran könnt ihr erkennen, was ein Gott tut. Dort ging Ich in die stille Klostermauer, weil es noch lange nicht so schlimm stand in Meiner Kirche und im allgemeinen noch gut war. Damals hätte man Mich nicht verstanden, wiewohl Ich viele gläubige Seelen gefunden und die Gefahr nicht so groß war. Jetzt aber, wo die Gefahr am größten ist, wo so viele mit hineingerissen sind und Tag für Tag auch unter den besten Kindern Meiner Kirche hineingerissen werden, erwähle Ich Mir eine Seele inmitten der Welt, mitten auf der Straße, mitten auf der großen Heeresstraße der Welt, wo alle sie sehen können.

Nicht mehr hinein in die Klostermauer will Ich gehen, weil dort die Welt es nicht beachten würde. Auch die besten Diener der Kirche, sie glauben es nicht, weil man sagen würde: ‚Ja, ja, das ist eine hysterische Klosterfrau, die zuviel nachdenkt und betet, und weil es ihr Geschäft ist, und Tag und Nacht sie nichts anderes tut, so kommt sie auf solche Ideen.‘ Darum geht man über solche Phantasien hinweg. Deswegen erwähle Ich eine Person an der Heeresstraße, um durch sie euch eine Strafpredigt zu halten. Tut ihr, was Ich euch sage, dann seid ihr gerettet. Tut ihr es nicht, dann werde Ich die Welt doch retten und ihr, ihr werdet alle zugrunde gehen. Darum haltet zusammen, freuet euch, daß ihr die Berufenen seid, teilzunehmen an den Gnaden, wie Ich sie hier wirke, daß ihr die Werkzeuge seid, um Meine Pläne ausführen zu helfen, um Mein menschliches Herz trösten zu können, um leiden zu können mit Meinem menschlichen Herzen. Freuet euch. Bringet eure Tage nicht in Grämereien und Kleinigkeiten zu. Sage deiner Schwägerin, sie möge sich an keine Kleinigkeit hängen, daß Ich sie berufen habe, ein so großes Werk durchzuführen, daß Ich sie als Hinterlage benutze, daß Ich sie deshalb an die Heerstrasse gestellt habe. Nicht umsonst habe Ich dies alles so gefügt und zugelassen.

Die Weltmenschen sollen erkennen, daß Ich sie retten will, wie Ich sie liebe und hochschätze, daß Ich um ihretwillen und gerade um ihretwillen Mir ein Werkzeug an die Heeresstraße gestellt habe. Wie einen Pranger stelle Ich sie hin, um einem jeden, der vorübergeht zu zeigen: Ja seht, so weit beuge Ich Mich herunter zu euch als euer Gott! Und wenn sie vorübergehen und hinaufschauen, denken viele: ‚Ich muß zurückgehen, ich muß auf die Stimme meines Erlösers hören, der durch diesen Pranger zu mir spricht!‘ Und viele, viele Menschen sollen gerettet werden.

Darum, Meine Kinder, freuet euch auf morgen! Aber Ich verspreche euch, daß Ich euch die Leiden nicht ersparen kann. Ihr müßt gehen wie unter einem gedrückten Dach, das nicht höher ist als um durchzukommen, aber nicht um gerade zu gehen. Ihr müßt beständig geduckt gehen und bedrückt vor lauter Leiden. Dies ist der strafende Arm, der über der Menschheit lastet. Und je mehr die Freudenfeste vorüber sind und Meine Kirche wieder in einen anderen Kreis eintritt, wo Mein Leiden versinnbildet wird, desto drückender werden die Leiden Meiner Kinder. Ich sage es euch im voraus, damit ihr euch einrichten könnt. Ihr alle sollt teilnehmen an den Leiden, aber auch am Siege Meiner Kirche.

Du, Meine Tochter, du arbeitest viel in Meinem Reich. Mancher Priester soll sich ein Beispiel nehmen an dir. Er soll sehen, was eine jungfräuliche Seele vermag, und erkennen, warum Ich den jungfräulichen Stand zu Ehren bringen will; denn eine Jungfrau tut, was des Herrn ist, während eine Verheiratete tut, was ihres Mannes ist. Eine Jungfrau sorgt für Mich und für den Himmel.

Der Ehestand ist eingesetzt, die Erde zu bevölkern und den Himmel zu zieren durch neue Sprößlinge, aber er hat bei weitem nicht den Segen und die Gnade, die der jungfräuliche Stand in sich schließt, denn eine einzige Jungfrau kann im Reiche Gottes auf Erden mehr wirken als eine ganze Gemeinde von Eheleuten, denn der Ehestand, wo er auch ist und sich befindet, sorgt viel mehr nur für die zeitlichen Interessen. Er ist ja da, nebst dem er Kinder erzeugt, die Bewohner des Himmels zu mehren, und doch auch wieder um das Erdreich zu erhalten. Er teilt gleichsam seine Liebe zwischen der Erde und dem Himmel. Er sorgt, um die Güter der Erde zu vermehren, und sorgt dann auch, wenn er gut und fromm ist, den Himmel zu vermehren durch seine Kinder, während eine Jungfrau ganz allein sorgt, den Himmel zu zieren, mit Tugenden den Himmel zu bereichern und überall einzugreifen. Sie sorgt und arbeitet mit in der Kirche wie in einer Familie. Ja, ja, Meine Kinder, bedenkt es wohl!

Du, Meine Tochter, deine Mutter soll wohl bedenken, daß Meine Dienerin viel beigetragen hat zu deiner Erziehung durch Gebet und Opfer, und daß sie dir so viel zu deinem zeitlichen und ewigen Glück verholfen, mehr noch, Mein Kind, wie deine eigene Mutter. Darum darf sie nicht alles so übel aufnehmen, wenn sie ein übereiltes Wort spricht, sie muß Geduld tragen und bedenken, welch großen Schatz Ich ihr anvertraut, wenn sie auch nicht dasteht wie eine Himmelsblume, wie ein Engel ohne Fleisch, sie hat ihre Fehler, weil sie ein Geschöpf ist und weil alle Menschen ihre Fehler haben; auch alle Meine Diener haben ihre Fehler.

Darum Geduld, Meine Kinder, Geduld. Das zweite Zeichen, woran eine Seele erkennen kann, ob sie auf dem Weg der Vollkommenheit sich befindet, ist, daß sie die Lasten mit anderen trägt. Die Lasten müßt ihr mit euren Mitmenschen tragen. Wenn euch ein übereiltes Wort entschlüpft, wenn ihr zornig werdet, was ja menschlich ist, dann zürnt einmal. Sagt eure Meinung heraus mit der Wahrheit, aber dann beiseite gelegt und die Last getragen.

Hinweg mit all dem Kram und den Kleinigkeiten. So muß es getragen werden, ihr Liebesbundmitglieder. Habt Nachsicht miteinander, ihr Eheleute miteinander, ihr Jungfrauen miteinander, wo ihr steht, habt Nachsicht und Geduld. So muß es werden. Und je mehr Mitglieder sich anschließen, desto eher und bälder wird der Tag kommen, wo der Sieg der Kirche gefördert wird. Lebt wohl. Ich grüße euch noch einmal im Namen der Braut des Heiligen Geistes, der allein die wahre Freude verleiht!“

Barbara: „Mein Jesus, heile mir doch die Hand.“

Jesus: „Meine Tochter, eine Kleinigkeit, die Kraft zum Schreiben bekommst du schon, hab ein wenig Geduld und Nachsicht. In letzter Zeit warst du vielmals gehetzt wie ein Wild und konntest dich nicht ausruhen. Es wird wieder besser, wenn du wieder wallfahrten gehst mit deinen Freundinnen in Gottes Natur. Für jetzt zur Zeit, wo der Geist so sehr verunehrt wird, müßt ihr leiden.“

Barbara: Ich sehe, wie die liebe Mutter Gottes weint wegen des Festes in W., weil so viele Jungen verführt werden und der Heilige Geist muß so viele jugendliche Herzen verlassen.

Lied: Hochpreiset ...

Inhaltsverzeichnis Band 4

360 Vigil vom Fronleichnamsfest 1900

„Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit.“

Lied: Laßt Christen ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das große Glück, das Du mir heute abend bereitet. Ich bitte Dich um Verzeihung für alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich wieder begangen habe. O lieber, heiliger Antonius bitte, daß der Herr mir meine Sünden vergesse, um all der Liebe willen, die ich zu dir getragen und deine Altäre gezieret, weil du unser Kirchenpatron bist. Ich danke dir, daß du dich mir gezeigt nach der heiligen Kommunion. Ich weiß aber kein Wort mehr, das du mir gesagt; vor lauter Beschäftigung mit der Vorbereitung für Fronleichnam habe ich alles vergessen. O komm, vielgeliebter Bruder, und sage es mir jetzt.“

Antonius: „Gelobt sei Jesus Christus! Du hast Recht getan, liebe Schwester! Seht, was ihr jetzt seid, war ich dereinst, und was ich jetzt bin, sollt ihr noch werden. Darum gebt euch alle Mühe. Schaut nicht nach rechts und nicht nach links, denn wenn es je der Welt not getan, daß feurige, eifrige Seelen sich vorfinden in der Christenheit, so tut es ihr jetzt not. Tut, was euch der Herr sagt, befolgt Seine Worte. Als du vom Herrn gerufen wurdest, dich in Seinen Dienst zu stellen und ich mich dir im Traume zeigte, da ahntest du nicht, daß dieser Traum in Wirklichkeit vor sich gehen werde. Siehe, dies ist das Zeichen, wie innig wir mit euch verbunden sind.

Alle jene Seelen, die der Herr auf besondere Wege führen will und führt, durch die Er der Menschheit Seine Liebe und Güte und Barmherzigkeit zuwenden will, hat Er auf ähnliche Weise heimgesucht, bevor sie wirklich dem Herrn nachgefolgt sind, wo sie manchmal noch den Weg der Sünde wandelten. Siehe, weil du ein Kind meiner Familie warst, denn jeder von uns, der einer Gemeinde zugeteilt ist von Gott und den Auftrag von Ihm erhalten hat, daß er dieser Gemeinde seinen ganz besonderen Schutz möge angedeihen lassen, hat dann die Aufgabe wie ein Familienvater. Ein Familienvater freut sich, wenn seine Kinder gedeihen an Leib und Seele, wenn sein Hauswesen vorwärts geht und zur Blüte gelangt. Er trauert aber auch, wenn eines seiner Kinder auf Irrwege geht und er sieht, wie dieses Kind ihm könnte verlorengehen, seiner Familie Schmach und Schande bereiten.

So geht es jedem von uns, dem die Aufgabe von Gott zugekommen ist, daß er der besondere Beschützer einer Kirchengemeinde ist. Weil ich schon erkannte, noch ehe du es ahntest, welch große Dinge der Herr mit dir vorhabe, daß Er dich bestimmt habe, Seine Gnadenschätze anderen Geschöpfen zu vermitteln, in sie hinüberzuleiten durch dich, darum beeilte ich mich, dir deinen Lebensweg zu zeigen, und du hast gefolgt bis jetzt. Bleibe treu deinem Berufe, und du wirst die Krone des Lebens empfangen.

Ihr aber, meine Schwestern, wüßtet ihr doch und könntet ihr es verstehen und begreifen, wie unendlich die Liebe eines Gottes ist, wie Er alles aufbietet, um Seinen Geschöpfen wohlzutun. Aber seht, wie Seine Geschöpfe Ihm vergelten! Noch nie war der Himmel so betrübt über die undankbare Welt wie in jetziger Zeit. Anstatt uns zu freuen, wenn ein Fest unseres geliebten Herrn gefeiert wird, müssen wir in Trauer uns versenken, weil so viele Menschen, ja so viele Christen sich nicht mehr erinnern der Wohltaten ihrer Erlösung, denn alle die Feste, wie sie kommen im ganzen Kirchenjahr, erinnern an das Fest unserer Erlösung, alle Feste unseres Herrn. Und wie der Herr sorgt, daß sogar uns, Seinen Geschöpfen, Seinen Dienern, eigene Feste eingesetzt und gefeiert werden in Seiner Kirche, so muß der Dank von Tag zu Tag sich steigern in denjenigen, die nur darin die unendliche Liebe und Güte eines Gottes erkennen.

Darum sind wir traurig, wenn wir sehen müssen, wie die Welt alles aufbietet, um alle guten Keime aus der Christenheit herauszuarbeiten, wie kein guter Christ mehr sich freuen kann, ohne nicht auch sich ärgern zu müssen über die gottlose Welt. Fürchtet nichts, gehet dahin, wo der Herr euch ruft. Höret Seine Stimme! Wisset, als ich auf Erden noch wandelte, hat man mich auch nicht beachtet. Man hat in jener Zeit an einer Seele, die auf dem Wege gewandelt, wie ihn die Kirche vorschreibt, die den Weg des Lasters nicht ging, sondern sich Mühe gab, ihre Fehler zu verbessern und sich Tugenden einzupflanzen, so gehandelt, daß sie, wenn auch nicht gerade geschätzt, aber doch nicht verspottet und nicht verachtet wurde, wenigstens dann nicht mehr, wenn man einmal erkannt hatte, daß mit dieser Seele etwas anderes zu tun sei. Doch wisset, daß auch ich lange Zeit nicht geachtet war, sondern zurückgesetzt, wenn auch nicht gerade böswillig. Dies ließ der Herr so zu meiner Prüfung und Heiligung zu. Es war aber auch in damaliger Zeit gut, daß es so gewesen, denn die Christen, weil noch gläubiger und kindlicher, hätten eine Seele, wenn sie sich nicht zu verbergen gesucht hätte, fast angebetet, wie es mir ja auch erging, als ich einmal öffentlich auf den Leuchter gestellt war und überall hingerufen wurde zu predigen, und meine Oberen offen und frei erklärten, daß ich ein Diener Gottes sei.

Da lief man zehn bis zwanzig Stunden des Weges, um meine Predigt zu hören. Ja, hätte ich da noch einen Funken Selbstliebe in mir gehabt, ich wäre tief gefallen, weil mich die Menschen fast auf den Händen trugen. Dies ist nun anders geworden. Die Menschen sind anders geworden in ihren Naturen, Charakteren und Seelenzuständen. In ihren Naturen, weil die Naturen aller Menschen, ohne Ausnahme, nicht mehr so kräftig sind wie in der Zeit, als ich lebte auf Erden.

Deswegen hat der Herr schon so viel durch diese meine Schwester gesprochen, daß Er nicht mehr verlangen könne, daß die Menschen bei Wasser und Brot fasten, wie es ein Diener Gottes tat zu meiner Zeit, wenigstens hie und da, daß es aber auch nicht mehr notwendig sei, Wunder zu wirken, um einen Diener Gottes zu kennzeichnen. Als Nikolaus von der Flüe lebte, da mußte der Herr Wunder wirken, um Seine Diener zu kennzeichnen, weil zu jener Zeit fast alle Christen gut gelebt haben, sich bemühten, Gott zu gefallen, wenigstens in solchen Gegenden, wo noch der Glaube recht lebendig und kindlich war. Wenn da der Herr etwas Besonderes wirken wollte in einer Seele, da wirkte Er auffallende Wunder.

Wenn nun jetzt in der Zeit, in der ihr lebt, die Menschen daran erkennen wollen, ob etwas von Gott ist, oder ob es Menschenwerk ist, dann dürfen sie den Maßstab nicht an die Natur des Menschen anlegen, dann müssen sie, jeder, der das Recht hat, den Maßstab anzulegen, diesen Maßstab erst an sich selbst anlegen. Er soll seine Natur selbst prüfen, ob sie geeignet sei, bei Wasser und Brot jahrelang fasten zu können, ob erlaubt sei, sein Leben zu verkürzen, sich hinzuordnen. Deswegen, weil die Welt dafür sorgt, daß jetzt eine Seele gekennzeichnet sei auf ganz andere Art, darum sind auch die Bußwerke ganz andere. Die Seele, die allen Spott und Hohn hinnimmt aus Liebe zu Gott, die alle Leiden erträgt, die Gott ihr auferlegt, mag es eines ihrer Angehörigen betreffen in der Familie, der Familienvater oder die Mutter, die ihre Leiden mit Geduld trägt und ruhig weitergeht, ob es stürmt oder schneit, diese ist gekennzeichnet als ein guter Christ. Wenn aber der Herr eine Seele auserwählt, um durch sie zu anderen zu reden und anderen Seinen Willen kundzutun, dann hat die Welt schon längst gesorgt, daß der Herr keine außerordentlichen Wunder mehr zu wirken braucht.

Siehst du, meine Schwester, deswegen habe ich dir gezeigt, daß einzig und allein die Seele, in welcher der Herr auf außerordentliche Weise wirken will, an den Tabernakel sich halten muß. Dort muß sie hineilen, sie muß hören die Stimme ihres Geliebten in ihrem Herzen, nicht achten auf das Gerede der Menschen, selbst wenn es von denjenigen kommt, die über sie gestellt sind, welche die Aufgabe haben, andere zu leiten, die Herzen anderer zu leiten. Auch mir ging es so. Meine Brüder verklagten mich bei meinen Obern, als sei ich eine scheinheilige Person, als wollte ich Frömmelei treiben, weil ich jeden Augenblick benutzte, um vor den Tabernakel zu gehen, weil ich, wenn ich an der Arbeit war, mich immer so viel wie möglich von anderen zurückzog, sobald es wieder ging, um mit meinem Gott zu verkehren.

Darum wurde ich von einigen gehaßt, von anderen gleichgültig angesehen als Sonderling, als wollte ich mehr sein als sie, mich einschmeicheln bei meinen Obern, und wie die Fehler vorkommen in Genossenschaften, wo viele beisammen wohnen und wo jeder nach Heiligkeit oder doch nach Frömmigkeit strebt. Du hast gesehen, wie sie zu meinen Obern liefen und mich verklagten, daß ich schon wieder müßig gehe, schon wieder in die Kirche gelaufen sei. Das war dein ganzer Lebensweg.

Meine Schwestern fahret fort. Ihr, die der Herr euch berief, und die ihr so gestellt seid, daß ihr dem Herrn treuer dienen könnt, möget ihr sein mitten in der Welt oder in den Klostermauern, ihr Jungfrauen. Alle, die auf das Geschrei der Menschen hören, bringen es nicht weit. Sage N. in N., die da eine Verdemütigung erlitten, sie möge sich freuen und wohl bedenken, daß es ein großer Schaden für sie gewesen wäre. Sie kann ihre Krone um vieles verschönern und ihren Thron herrlicher zieren auf diesem demütigen Weg. Was nützt all der Tand, all die Schmeichelreden von denjenigen, die da ihren Obern schmeicheln wollen, wie es doch denjenigen oft vorkommt, die der Herr berufen hat, an der Spitze zu stehen. Sie aber kann diese Zeit gut ausnützen, sie kann mit ihrem lieben Jesus verkehren, und das soll sie auch tun. Sage ihr einen freundlichen Gruß.

Ihr aber, ihr Kinder, fahret fort auf dem betretenen Weg. Laßt euch nie und nimmer irre machen, besonders du, Maria. Viele, viele sind im Himmel, die deinen Namen tragen. Wisse, daß deine Namenspatronin den jungfräulichen Stand geboren. Sie war die Erste unter den Jungfrauen, und viele sind seither Ihr nachgefolgt. Fahre fort! Betrete nie, ich bitte dich, mein Kind, jene Orte, wo der Seele nachgestellt wird von Satan. Siehe hier in dieser reinen Luft des Glaubenslebens, wie es in deiner Familie überall ausgeatmet wird, deine lieben Angehörigen atmen alle ein tiefes Glaubensleben aus und üben es aus, und du stehst in dieser Luft, hier hast du keine Gefahr, denn diejenigen, die in deine Nähe kommen, erkennst du schon an der Farbe. Alle, die nicht so sprechen, wie deine lieben Angehörigen, sind nicht von der Farbe, zu der du dich bekennst. Darum hast du keine große Gefahr. Du mußt immer auf der Hut sein, daß Satan sich nicht einschleichen kann durch böse Gedanken und Vorstellungen.

Ihr aber, ihr Kinder, die euch der Herr hierher geführt, harret aus, solange ihr in dieser Familie bleiben könnt, damit ihr noch recht lange und viel von dem Glaubensleben in euch aufnehmet, das hier ausgeübt wird. Sagt aber auch der Frau dieses Hauses einen recht herzlichen Gruß von mir. Sie soll ausführen, was sie sich vorgenommen. Sie hat versprochen, solange an dem Kloster gebaut würde, mir zu Ehren beizutragen zu dem Klosterbau; denn in diesem Kloster werde ich viel geehrt und habe darum auch ganz besondere Mittel und Wege, um diejenigen wieder zu ehren, die mich ehren in dieser Kapelle. Ich werde es all denjenigen zu gute tun, die beitragen zu dem Klosterbau, denn später wird dieses Haus, das jetzt aufgerichtet wird, eine große Zierde werden für die Stadt Mainz, und viele, viele werden daraus hervorgehen, die ein heiligmäßiges Leben führen und vielen zum Vorbild werden durch ihr ernstes Tugendleben.“

Barbara: „O lieber, heiliger Antonius, ist denn ein Beitrag zu diesem Haus gerade so gut wie eine Priesterstiftung?“

Antonius: „Gerade so, weil ja dieses derselbe Zweck ist. Eine Priesterstiftung ist für Priester, die arm sind, sie zu unterhalten, damit sie studieren können. Ein Klosterbau ist, um arme Söhne aufzunehmen, arme Jünglinge oder Jungfrauen, damit sie ein gottgeweihtes Leben führen und, wie es hier ist, auch noch Priester werden können; es ist also ein und dasselbe. Darum tragt nach Herzenslust dazu bei, mit Herzensfreude, und wo ihr könnt, bringt ein gutes Wörtchen an, damit der Bau gelinge und damit die Mönche nicht mehr zu gedrückt sind, denn alles kommt der Stadt und den Bewohnern dieser Stadt und weit darüber hinaus zugute.“

Barbara: „Hat N. Berufung zum jungfräulichen Stand?“

Antonius: „Jedes Menschenkind, das sich bekämpfen will, kann sich einen Stand wählen, wie es will. Dies liegt nur an dem Menschen selbst. Man sagt: ‚Ja, ich bin nicht dazu bestimmt.‘ Mein Kind, du und jedes andere kann sich dazu bestimmen, wenn es nur ernstlich will. Der jungfräuliche Stand ist eine große Tugend, ein evangelischer Rat, vom Herrn Selbst gegeben, und der arme Mensch, der da im Paradies gefallen und deswegen die sinnliche Begierde vom Paradies aus an sich trägt vom ersten Menschen, wer diese Begierde in sich niederkämpft aus Liebe zu Gott, der ist bestimmt, Jungfrau zu bleiben und es wird sein Lohn um so mehr steigen, je mehr er zu kämpfen hat. Man sagt: ‚Ja, ich bin nicht bestimmt zu dem jungfräulichen Stand, ich habe so viele Versuchungen.‘ Ja, Versuchungen sind noch keine Sünde, und das, was mit großer Mühe und hartem Kampf erkämpft wird, ist auch um höheren Preis erkauft und darum auch wertvoller in den Augen Gottes und für den betreffenden Menschen von größerem Verdienst.

Wenn sie kämpfen wollte, diese Jungfrau, dann sage ihr aber, daß sie in erster Linie sich die Demut zum Fundament legen muß. Sie muß demütig werden und nicht auf ihre Mitmenschen stolz herabsehen und sie ihren Reichtum, in den sie der Herr hineingestellt, fühlen lassen. O diese Familie gehört zu den Glücklichen, die mit Reichtum doch auch noch die Religion verbinden. Darum wissen diese Kinder nicht zu schätzen, was sie in ihrer Familie besitzen, nämlich den tieflebendigen Glauben, der noch ein Erbstück ist von ihren Vorgängern. Denn in dieser Familie standen schon große Diener Gottes, aber die Zeit ist längst vorüber, wo diese gelebt, und allmählich verzweigt sich die Familie und der Stammbaum verliert sich nach und nach. Aber er soll sich nicht verlieren und dafür soll deine Kusine sorgen, weil der andere Stammbaum etwas fehlgeschlagen, nämlich von deiner Familie, obwohl auch diese nicht ganz böse sind, aber doch wäre hier vieles zu wünschen von den Mitgliedern dieser Familie.“

Barbara: „O Herr, Du lässest diese kranke Schwester aber vieles leiden.“

Jesus: „Ihre Leiden sind Leiden der Buße und Sühne für die gefallene Menschheit. Die Zeit, in der die Christen sich erholen und in Mir sich erfreuen sollten, denn wo die Kirche alles aufbietet, um ihren Kindern Freude zu machen, bietet die Welt alles auf, um die Kinder der Kirche loszureißen, alles herauszuarbeiten, sie ganz für sich zu gewinnen. Sie spielt und tanzt und geigt Tag und Nacht in einem fort, um ja alles Gute in den Seelen zu verderben und zu ersticken. Dieses bereitet Meinem Herzen einen unaussprechlichen Schmerz und einen unaussprechlichen Kampf. Ich kämpfe, sage Ich euch, Meine Kinder, Ich kämpfe im stillen Tabernakel, ob Ich es nicht zulassen soll, daß das Licht des Glaubens hinweggenommen werde diesem verkehrten Geschlecht, und deswegen arbeite Ich an den guten, treuen Seelen und Ich kann ihnen keine Mühe ersparen, keine Leiden.

Leiden müßt ihr, ihr guten treuen Seelen. Sage dieser Schwester, sie soll viele, viele Seelen retten in dieser Stadt. Die Finsternis wird von Tag zu Tag dichter, denn seht euch um in dieser Stadt und in der Umgegend, wo überall die Festlichkeiten stattfinden, ob man da noch denkt an eine Sonntagspflicht, an die Familienpflichten, die der Vater und die Mutter haben. Alles wird vernachlässigt. Die Kinder gehen ihre Wege. Der Vater geht seine Wege und die Mutter ihre, wenn auch nicht gerade wie der Vater, sie kann es nicht mehr halten, und sie läuft über zur Fahne Satans, weil sie aus lauter Verzweiflung überläuft. Und diese Familien muß Ich Tag für Tag mit ansehen und Ich kämpfe in Meinem stillen Tabernakel, ob Ich denn noch bleiben will unter diesem Geschlecht.

Darum auf, Meine Kinder, auf! Ihr seid die Berufenen, ihr, ihr! Um euretwillen soll das Licht des Glaubens erhalten bleiben. Seht, wie die Oberhäupter sich verbinden mit den Liberalisten, wie sie alles aufbieten, um das Volk am rechten Fleck anzupacken, damit auf so feine Weise der Glaube hinausgeschafft wird aus der Schöpfung, aus diesem Lande, der Glaube an die heilige Eucharistie, denn nur das Christenvolk hat Mich ja in seiner Mitte, alle anderen Glaubensgenossenschaften wissen ja nichts von Meiner Gegenwart, wenn sie auch noch an einen Gott glauben. Und unter diesem Geschlecht, das da so bearbeitet wird, stehe Ich jetzt als ein unbekannter Gott, denn je mehr da gespielt und getanzt wird, desto mehr vergißt man Mich im Heiligsten Sakrament des Tabernakels.

Ihr, Meine Kinder, sollt die Ehrenwache bilden. Um euretwillen will Ich bleiben, und wenn es eure Vorgesetzten jetzt noch nicht glauben wollen, ja, ja, sie glauben es, werdet nicht irre! Es ist, wie Ich euch schon lange gesagt. Weil die Welt gar zu gottlos geworden ist, will man alles vermeiden, was auffällig ist. Von euch wird nichts verlangt als wie die Beharrlichkeit, ein tieflebendiger Glaube, eine unerschütterliche Hoffnung, ein felsenfestes Gottvertrauen und ein festes Zusammenhalten zum Liebesbund.

Saget Meiner Dienerin N., sie soll diesen Schritt tun, sich euch anschließen, damit andere es sehen und herbeikommen. Und eurem Bischof sagt einen herzlichen Gruß. Er möge es doch über sich bringen und nichts danach fragen, euch nicht einzudämmen, wenn man auch spöttelt und witzelt, man tut dies doch. Sagt ihm, wo die Sonn- und Feiertage so schrecklich entheiligt werden durch Verbrechen, daß die Erde getränkt ist mit Verbrechen, wie in den Zeiten der ersten Christen mit Christenblut und durch die Verbrechen der Heiden, so soll jetzt durch die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche die Erde wieder entsündigt und geheiligt werden, indem sie sich zusammenscharen und frei und offen ihren Glauben bekennend, singend und betend durch die Fluren ziehen, sich vereinigend mit den Engeln und Heiligen des Himmels, die sich ja auch zu ihnen gesellen und vereinigend mit ihnen Gott preisen und mit den lieben Vöglein und unvernünftigen Tieren, um Gottes Lob zu preisen und zu singen, wo andere hinausziehen, um Satans Lob zu singen.

Weil aber an den Sonntagen dieses nicht geht, wenigstens nicht in Städten, darum verlange Ich, daß sie es tun dürfen ohne Rückhalt, soviel ihnen die Zeit erlaubt an Wochentagen. Lebt wohl, Meine Kinder!

Deinen Brüdern in S. und A. sage ein herzlicher Gruß. Sie sollen bedenken, daß sie Liebesbundmitglieder sind, und daß sie angefangen haben, Mich zu lieben, und daß dieses ein Prüfstein für sie beide ist, aber auch ein Vorschub, um sie in ihren Vorsätzen und Vorhaben zu bestärken, damit sie solche leichter ausführen können. Ich aber wünschte, daß es so viele Familienväter und Mütter gäbe in der Christenheit. Und noch will Ich euch sagen, wenn solche Tage sind, wo ihr zu Meiner Ehre schreibt oder arbeitet, dann müßt ihr auf den Nutzen sehen, der anderen zugute kommt und nicht auf euren Nutzen. Ich kann es und mag es nicht leiden, wenn eine Seele betrübt ist, wenn Ich etwas anderes von ihr verlange.

Seht, wenn ein armes Dienstmädchen gar nicht in die Kirche kann, weil es für seine Herrschaft arbeiten muß, dann gefällt Mir diese seine Arbeit gerade so gut, als wenn es in der Kirche kniete oder alle frommen Übungen mitmachen wollte, weil dieses sein Beruf ist. Oder wenn eine Hausfrau ihre Familienangelegenheiten in Ordnung bringt aus Liebe zu Mir, so gefällt Mir dies gerade so gut, als wenn sie in der Kirche kniete. So seid ihr, wenn ihr diese Dienste besorgt und noch viel mehr. Ihr müßt auf den Nutzen sehen, der daraus hervorgeht.

Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit, gerade so, wie wenn ein Fest in der Kirche gefeiert wird, Ich jedesmal neue Freude empfinde, und wenn eine Seele Mein kostbares Blut sich aneignet durch eine würdige Kommunion oder eine gültige Beichte und Ich Mich jedesmal neu erfreue und vor Meinem himmlischen Vater Mich gleichsam brüste und stolz bin, so könnt ihr stolz sein jedesmal, weil immer eine neue Freude euch zukommt. Wenn eine Seele sich erbaut an den Schriften und ein Tugendakt mehr erweckt wird von einer Seele, soll dieses im Himmel euch eine neue Freude sein.“

Barbara: „O Herr, ein Trostwörtlein für Deine Dienerin.“

Jesus: „Wisse, Meine Tochter, es sind dies noch lauter Nachwehen von dem Weltgeist, weil jetzt die Stadt Mainz so üppig sich wieder entfaltet in ihrer Prunksucht, und die reichen Damen überall zu strahlen und zu glänzen suchen und mitfeiern und groß tun, da ist noch ein kleines Hineinleuchten von der Weltliebe in dein armes, schwaches Herz, und dies trägt viel dazu bei, aber sieh, dies ist der Kampf, den du jetzt kämpfest in diesen Tagen. Später wirst du bis zum Herbst ganz andere Dinge erleben. Du wirst viel gesünder werden und du sollst sehen, wie Ich dir den Kampf, den du jetzt kämpfest, belohne und das kleine Flämmchen der Gottesliebe in dir entfache, so daß du das alles nicht mehr magst und siehst und hörst nichts mehr. Du wirst so durch die Stadt gehen, als ob du unter lauter Engeln gehst und nicht mehr rechts und links denken, ob diese und jene spotten. Das mußt du dir verdienen. Wisse denn, dein gutes Herz packt es noch. Du bist Mein und bleibst Mein in alle Ewigkeit, aber jetzt mußt du noch büßen für die Weltliebe, die so üppig in dir gewuchert hat.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

361 Fronleichnamsprozession 1900

„Sieg den Guten!“

Der Herr zeigte Barbara zuerst einen furchtbaren Geisterkampf, der fast eine Stunde währte. Die Heiligen der Stadt Mainz vereinigten sich mit den Guten und umringten den Herrn bittend und ihre Verdienste opfernd, daß Er doch den Guten den Sieg verleihe. Barbara hörte dreimal den Wehruf über diese Stadt. Der Schutzengel von Barbara trug die Tränen von Barbara in die Opferschale. Endlich hörte sie den dreimaligen Siegesruf: ‚Sieg den Guten!‘ Der Herr trug Barbara auf, zu ihrem Bischof zu gehen und ihn zu bitten, daß er die Wallfahrten, und zwar barfuß, wieder erlaube. Wenn er es tue, verspreche Er ihm, daß binnen zehn Jahren das Goldene Mainz wieder erblühe, denn wenn die Lauen sähen, daß die Priester dazu ständen, würden auch sie sich aufraffen.

Der verstorbene Bruder von Barbara und seine Tochter traten aus der Heiligenschar zu Barbara hin. Ersterer redete Barbara an und sagte:

Bruder: „Sage doch meiner Frau, wenn ihr begriffet, welche Herrlichkeit eurer wartet, so würdet ihr euch nicht an Kleinigkeiten dieser Erde hängen. Ich danke dir für alles, was du an meiner Familie getan hast.“

Die kleine Nichte ging nur an Barbara vorüber und pfeilschnell eilte sie auf ihre noch lebende Schwester zu, die einige Schritte hinter Barbara ging. Kaum eine Minute danach fing diese an, laut vorzubeten, wohl durch den Einfluß ihres himmlischen Besuches angeregt.

Am Herz-Jesu-Fest, als Barbara die heilige Kommunion empfing, begleiteten viele Heilige den Herrn. Der Herr trug einen blumendurchwirkten Mantel. Die liebe Mutter Gottes warf Barbara einen vom gleichen Stoffe um und sagte, sie solle erst später erfahren, was dieser bedeute.  


Inhaltsverzeichnis Band 4

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

I

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5,21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943). II

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.

Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.

Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.

Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.

Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.

In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.

Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).

Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

Im September 2001

Pfarrer                    Pater                     Msgr.
Alfred Stürmer         Anselm Ehmele       David Nikolaus Becker

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Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Statuten des Liebesbundes

Die Mitglieder des Liebesbundes versprechen:

1. Daß sie mutig und standhaft, offen und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche, sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte derselben, insoweit sie dazu berufen sind.

2. Daß sie den öfteren, ja täglichen Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des hl. Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleißig üben und das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen.

3. Da sie, sofern es ihnen die Lage gestatttet, an allen öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen, Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu betätigen.

4. Daß sie im übrigen ein stilles, zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeist, besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig entsagen wollen.

5. Daß sie endlich ein Opferleben führen wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von Schmach und Verachtung.

6. Die Mitglieder beten täglich die Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt, und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde, von wo aus sie überallhin leuchten soll.

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Weihe an das göttliche Herz Jesu

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den Er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei folgenden Gebetes bedienen:

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Hl. Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen.“

Wer zeitweise verhindert ist, die folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden und sühnen nach Meinung des Liebesbundes;“ und am Abend: „Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach Meinung des Liebesbundes.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

Aufopferungsgebet am Morgen

„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt. Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“

Inhaltsverzeichnis Band 4

Aufopferungsgebet am Abend

„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.“

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur

Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur

Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker, Vic. gen.


 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2002

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Umfasst sieben Bände „Offenbarungen an Barbara Weigand“ und daneben weitere Bücher.

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