Barbara: „Ich
danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück,
daß Du mich heimsuchst. Heute feiert die Kirche ein
doppeltes Fest. Ich danke Dir, daß Du kommst in der
Gestalt, wie Du der seligen Maria Margareta Alacoque
einst erschienen bist, als Du Dein heiligstes Herz der
Welt offenbartest. Dies ist ein Zeichen, daß wir dieses
Fest noch vor das andere setzen sollen, das Fest des
ersten Freitag im Monat. O wie danke ich Dir! Von Herzen
freue ich mich mit Dir und Deiner schmerzhaften Mutter,
die heute, wie es scheint, zurücksteht und mich lehren
will, daß, wer Dich ehrt und liebt, auch ihr Freude
macht. O nicht wahr, Du willst, daß die Andacht in St.
Quintin recht soll befördert werden? Deswegen kommst Du
heute. Ich glaubte doch ganz gewiß, daß Deine
schmerzhafte Mutter kommen würde, um mich zu trösten. O
Jesus und Maria! Unzertrennlich seid Ihr vereinigt;
schmerzhafte Mutter und leidender Heiland. O mein Jesus!
Ich danke Dir im Namen aller Menschen, meiner
Freundinnen, Geschwister und aller Liebesbundmitglieder.
Ich opfere Dir auf all die Schmerzen und Leiden, die ich
innerlich und äußerlich in der heiligen Fastenzeit
erduldet. Ich verstand nicht, als Du mir sagtest, daß
wir Deine heilige Mutter begleiten sollten auf den
Kalvarienberg. Jetzt verstehe ich es!“
Jesus: „Meine
Kinder! Freuet euch heute, wo die Kirche das Fest Meines
Herzens und zugleich das Fest Meiner Schmerzhaften
Mutter begeht, welche in Leiden und Freuden nie getrennt
sein können. Kein Mensch kann leben, ohne daß in der
größten Angst und Betrübnis doch einiger Trost in sein
armes, gequältes Herz sich hineinsenkt. Seht, das will
die Kirche sinnbilden und Ich füge es und habe es so
angeordnet, daß oftmals in diese Feste, die die Kirche
mit Betrübnis und Trauer begeht, sich auch mitunter ein
gar schönes und freudiges Fest mit einmischt. Das ist
es, was Ich euch lehren wollte am heutigen Tag.
Siehe, Ich habe dir am Anfang der
Fastenzeit deine Seele gezeigt, in Form einer plumpen
Person. Du glaubtest, es seien dies die
Unvollkommenheiten und Fehler deiner Seele. Einesteils
wollte Ich dich zwar demütigen durch diesen Anblick; Ich
wollte dir aber auch zeigen, was du zu leiden hast in
dieser heiligen Fastenzeit. Innerlich und äußerlich
solltest du stehen wie ein Holzblock, versteinert, ohne
innerlichen Aufblick, äußerlich gequält durch Leiden,
die Ich deinen Angehörigen zuschicke, und durch deine
eigenen körperlichen Leiden, die Ich dir nicht erspart
habe. Am heutigen Tage zeigte Ich dir, als du von der
Kommunionbank zurückschrittest, wie Meine heilige Mutter
deine Seele eintauchte in das grundlose Meer, das du in
dir selbst fandest.“
Barbara: „Ja,
mein Jesus, ich danke Dir dafür! O wie herrlich und
schön war dieser Anblick! Schmerzhafte Mutter, ich danke
Dir, Du hast mir diese Gnade erfleht. Wie schaute ich
meine Seele, wie eine klare Jungfrau in jugendlicher
Blüte. Alles an ihr war geordnet und geglättet. Ich
schaute aus wie ein Mädchen um die achtzehn Jahre,
jugendfrisch.“
Jesus: „Ja,
ja, Ich wollte dir nur zeigen, was die Seele sich alles
verdienen kann durch Leiden. Siehe, durch die Leiden der
Fastenzeit hast du deine Sünden abgebüßt und alle, die
in dieser heiligen Fastenzeit mit der Kirche sich in
Trauer und Bußgewänder versenkt, die innerlich und
äußerlich nach dem Sinn, wie es die Kirche vorschreibt,
die Fastenzeit gehalten, haben ihre Fehler abgebüßt, und
sie stehen vor Mir und Meiner Mutter in jugendlicher
Schönheit. Sie sind jene Kinder der Kirche, an denen Ich
Meine Freude habe. Sie sind eingetaucht und abgewaschen
durch Mein kostbares Blut, denn dieses war das
unergründliche Meer, das du in dir selbst schautest. Es
war Mein eigenes Blut, das da nie zu ergründen und zu
erschöpfen ist.
In dieses kostbare Blut sind alle
diejenigen eingetaucht, die mit Mir den Weg wandeln, den
Ich gewandelt bin. Höret, Meine Kinder, die ernsten
Worte, die Ich am heutigen Festtag an euch richte. Laßt
euch nicht irre machen von all dem Gerede der Menschen.
Und ihr, ihr Diener der Kirche, die ihr gestellt seid,
andere zu leiten und zu regieren, werdet nicht irre,
täuschet euch nicht mit dem Gedanken, als wäre es genug,
die von Mir vorgetragenen Offenbarungen zu beobachten
und danach zu handeln. Es ist recht so, Meine Diener,
aber wisset, daß es so weit gekommen ist, daß diese
geoffenbarten Wahrheiten, die Ich vorgetragen und um
derentwillen Ich auf die Welt gekommen bin, um sie
Selbst persönlich vorzutragen, nicht mehr geglaubt und
vergessen werden, obwohl Ich sie vorher und nachher noch
vortragen ließ, durch andere Meiner Geschöpfe.
Deswegen wünsche und verlange Ich aber
auch, daß, obwohl Ich vor Mir Vorläufer hatte, die diese
Offenbarungen vortrugen, die Ich Selber bekräftigen
wollte durch Mein Eigenes Leben, Wirken und Leiden, auch
nach Mir andere wieder erstehen und Ich erwecken werde,
durch die Ich Meinen Willen der Welt kundtun will, wenn
sie abgewichen ist vom rechten Weg. Diese Seelen, die
Ich Mir erwähle, müssen in sich das, was Ich durch sie
rede, in erster Linie selbst verwirklichen; durch
eifriges Streben, Mir zu gefallen und Mir zu dienen,
sich vorbereiten auf den hohen Beruf, den Ich an sie
ergehen ließ, dann durch Ertragen und Dulden
bekräftigen, was Ich in sie niederlege.
Und nun wisset, Meine Diener, dieses
Werkzeug habe Ich Mir erwählt, um Meinen Willen durch
sie der Welt kundzutun, um die Offenbarungen, die Ich
einmal Selbst aussprach und selbst verkündete, durch sie
zu bekräftigen. Nichts Neues ist es, was Ich durch sie
zu euch rede. Es ist dasselbe, was ihr selbst vortragt
von Sonntag zu Sonntag, an allen Festtagen und an allen
Zeiten, wie sie die Kirche vorschreibt. Nichts Neues ist
es, nein, nur eine Bekräftigung. Wisset aber, daß viele
diese Meine Worte und eure Worte, denn eure Worte sind
Meine Worte, nicht mehr hören wollen und ein Leben
führen, das Mir absolut mißfällt. Die ganze Welt liegt
unter einer Eisdecke. Die Wasser des Unglaubens haben
die ganze Welt überflutet und alles steht in diesen
gottlosen Wassern des Unglaubens. Dieser Unglaube hat
bewirkt, daß die Gottesliebe erstorben und ausgelöscht
ist in der ganzen sichtbaren Schöpfung.
Und weil die Sonne der göttlichen Liebe
in den Herzen der Menschen erstorben ist, hat die
Eisdecke des Winters die Wasser des Unglaubens
zusammengefroren und diese Eisdecke liegt über der
ganzen sichtbaren Schöpfung, nicht nur über den Un- und
Irrgläubigen, sondern auch über den gläubigen Christen,
auch über Meiner heiligen katholischen Kirche. Viele,
viele Christen sind unter dieser Eisdecke erfroren,
abgestorben. Sie bewegen sich nicht mehr, weder Hand
noch Fuß, um auch nur einen Schritt zu tun, um sich
herauszuarbeiten aus dieser Eisdecke und emporzusteigen
über diese Decke, um sich wieder erwärmen zu lassen von
der Sonne der Gottesliebe. Über diese Eisdecke hinaus
haben sich nur jene gearbeitet, die noch feststehen in
einem tiefreligiösen Glauben, die guten, gläubigen
Christen, die noch festhalten an den Geboten Gottes und
der Kirche, die da ihre Leiden mit Geduld tragen und die
auch suchen, Mir zu gefallen.
Und nun seht, Meine Diener, welch
gefährliches Spiel es ist in jetziger Zeit. Schlagt nach
und schauet, ob zu jener Zeit im Mittelalter, wo Mein
Diener Heinrich Suso lebte, der die Welt mit vielen
Schlingen umgeben sah, dem Ich Meine Liebe offenbarte
und bei dem Ich Mich sehr beklagte über die gottlosen
Menschen, seht nach, ob die Zeit, in der ihr lebt, nicht
jene weit übertrifft, und dann bedenkt, ob es zuviel
ist, wenn Ich euch sage, daß ihr zu den Kleinen halten
müßt. Auf, Meine Diener! Auf, du Bischof von Mainz!
Frage nicht nach rechts und nicht nach links, wie du
handeln sollst. Nimm und lies, studiere, was Ich dir
Woche um Woche in die Hand gebe und dann frage dich, ist
es vielleicht nicht so? Sehe dich um in Meiner
Schöpfung, sehe dich um in dieser Diözese, wie es steht
mit der Welt, mit den Kindern der katholischen Kirche.
Buße, Buße verlange Ich! Buße verlangt Mein Herz!
Wenn Ich eine Theresia erweckte, um den
Orden, dem sie angehörte, zu reformieren, wenn Ich
dieses arme Weib, diese arme Jungfrau erweckte und ihr
den Mut einflößte, daß sie ihren Vorgesetzten sowie
ihresgleichen entgegentrat, ihnen Meinen Willen
verkündete, warum wollt ihr nicht glauben, daß Ich Mir
ein Werkzeug erwählen kann, wenn Ich das arme Volk, das
kleine Volk retten will, das da sich abhärmt und abmüht
sein ganzes Leben lang, das da schmachtet und darbt und
um sein täglich Brot kriecht von morgens bis abends, und
weil es aber abgekommen ist vom rechten Weg, alle diese
Mühen und Opfer, die es bringt, mit einem Schlag wieder
hinauswirft durch die Vergnügungssucht, und den anderen
Tag wieder sich abmüht und abhärmt, um sich Vergnügen zu
verschaffen, weil es nichts anderes mehr weiß als
Vergnügen, das da unter der Eisdecke des Unglaubens
liegt, warum sollte Ich nicht eine Seele erwecken, durch
die Ich dir sage, Mein Freund, daß Ich dieses Volk
retten will? Und wenn Ich dieses Volk retten und wieder
auf bessere Wege führen und bringen will, dann muß Ich
anfangen bei euch, Meine Freunde, Meine treuen Kinder.
Du, Mein Freund, wenn du nicht einmal
glauben willst, daß Ich die Macht habe, durch Seelen zu
reden, daß Ich es bin, der einer Seele die Kraft gibt,
Jahrzehnte auszuhalten unter solcher Marter, unter
Verachtungen und Verdemütigungen, wie kannst du glauben,
daß jene Menschen Gottes Wort glauben, die Tag und Nacht
stehen unter Geschöpfen, die Satan angehören, die Satan
auserwählt hat, um alles für sich zu gewinnen? Der
Antichrist ist auf der Welt, merk es dir, Mein Freund!
Die Zeit des Antichrist ist gekommen, wo der Bruder
gegen den Bruder, der Freund gegen den Freund, die
Tochter gegen die Mutter geht, und Ich setze dazu, wo
man sagt, wie die Pharisäer Mir vorwarfen in Meinem
sterblichen Leben, daß Ich durch Beelzebub Teufel
austreibe. Wenn Ich durch Beelzebub Teufel austreibe,
durch wen treiben sie eure Kinder aus?
Diese Worte möchte Ich euch zurufen,
euch allen Meinen Dienern. Wenn ihr nicht durch Opfer
und Leiden euch würdig macht, euch Meine Diener zu
heißen, ein anderer Christus zu sein, dann kann Ich euch
dieselben Worte zurufen.
Seht hier, Meine Dienerin! Erfüllt sie
nicht alles? Die Gebote, die Ich gegeben auf Sinai und
die Gebote, die Ich durch Meine Braut, die Kirche, geben
ließ? Wenn sie nun die Gebote Gottes und der Kirche
erfüllt, und Ich ihr die Kraft gebe, durch sie zu reden,
durch sie Meinen Willen der Welt kundzutun, warum wollt
ihr nicht glauben? Warum seht ihr nicht hier den Finger
Gottes an ihr? Warum wollt ihr noch länger zögern und
nicht zu ihr halten? Warum behandelt ihr sie wie eine
gottlose Person?
Wohlan, es ist recht, die Demut zu
wahren in einer Seele, aber man muß doch nicht immer
strafen. Wenn der Vater sein Kind, das gefehlt, gestraft
hat, und es hat seinen Fehler eingesehen, dann läßt er
das Kind fühlen, daß es doch ein gutes Kind ist, und daß
er mit ihm auch zufrieden ist, daß er es liebt, wie der
Vater ein gutes Kind lieben soll und wird. Warum
fürchtet ihr euch, Meine Diener, als sei es eine Schande
zuzuhalten denjenigen, den ihr schon so viel gestraft,
so viel gedemütigt. Schlagt nach und seht, ob man je
eine Seele so behandelte. Denn Ich will, daß viel Gutes
soll gewirkt werden, daß auch andere Seelen sich
anschließen und anschließen können. Es ist wahr, daß
manche Seelen sich einbilden, als hätten sie
Offenbarungen. Manches ist nicht echt und ist sehr
fraglich. Darum sprach Mein Diener, der heilige Paulus:
‚Prüfet die Geister, und was gut ist behaltet!‘
Dieses Werkzeug habt ihr lange genug
geprüft. Darum rafft euch auf, behaltet, was gut ist,
und geht mit ihr Hand in Hand. Seht, einen
tieflebendigen Glauben verlange Ich, einen Glauben, wie
Meine heilige Mutter ihn geübt, Mein heiliger Nährvater
und alle heiligen und gerechten Seelen. Ihr aber, Meine
Kinder, werdet nicht irre. Dir, Meine Kleine, sage Ich
heute, du hast in dieser heiligen Zeit viele innere und
äußere Leiden mitgemacht. Ich habe dich geprüft nach
allen Richtungen hin in deinen Angehörigen, in deinen
Verwandten, weil Ich dein gutes Herz kenne, weil Ich
weiß, daß du ein Herz hast ohne Falsch und dir das Wohl
deiner Angehörigen über dein eigenes geht. Darum habe
Ich dich geprüft nach allen Richtungen hin.
Siehe, dein Schwager wird wieder gesund
und seiner Familie noch lange vorstehen, seine Kinder
gut erziehen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Er wird
nach Ostern sein Geschäft wieder aufnehmen und ein
guter, treuer Familienvater sein. Deiner Schwester wird
es wieder wohlergehen, aber sage ihr, daß sie nicht
vergessen soll, das Liebäugeln mit der Welt
abzuschneiden, sie und ihr Ehegatte. Ich will es nicht,
daß die Liebesbundmitglieder sich solchen Vergnügungen
hingeben, wo der Teufel tanzt und spielt und geigt.
Deine Schwester in R. macht dir viel Kummer, weil auch
sie krank war. Deine Nichte macht dir den meisten
Kummer, weil du glaubst, du habest nicht recht
gehandelt. Meine Tochter, sei zufrieden! Siehe, Ich habe
dich dorthin gestellt zu jener Person, die zwar viel tut
zu Meiner Ehre und Verherrlichung, die aber, wie ihr
gestern abend gehört, noch nicht gerecht ist gegen sich
selbst. Sie hat noch ein Gebot zu erfüllen, ein schweres
Gebot. Sie ist nicht gerecht gegen sich selbst, weil sie
nicht alle Pflichten zu erfüllen sucht, die sie zu
erfüllen hat, die ein Christ erfüllen muß. Sie glaubt,
sich dadurch zu rechtfertigen, daß sie den Stein, den
Ich ihr gegeben in Gold und Silber, in Hab und Gut
umsetzt und Mir Tempel und Altäre baut. Recht so! Sie
tut auch Gutes an ihren Mitmenschen, sie übt Werke der
Barmherzigkeit. Recht so!
Aber, Meine Tochter, wenn du beides
tust, dann tue auch das Letzte, dann stelle dich auch
gleich dem Geringsten Meiner Brüder. Siehe, Meine
Tochter, solange du noch in dir glaubst, viel höher zu
stehen als der Geringste der Meinigen, achte Ich alle
deine Werke für null und nichtig. Du tust, was du tust,
um zu glänzen, um von anderen auch geehrt und gelobt zu
werden. Siehe, das taten auch die Pharisäer. Solange du
das eine hebst und das andere unterdrückst, solange bist
du nicht frei von Ungerechtigkeiten, und du mißfällst
Mir. Darum, Meine Tochter, harre aus! Sei demütig und
sanftmütig dieser herrschsüchtigen Person gegenüber.
Durch deine Liebe und Geduld wirst du dich selbst
heiligen. Ohne Mühe und Opfer wirst du die Krone der
Jungfräulichkeit davontragen und in allernächster Nähe
eines der liebsten Kinder Meines Herzens werden. Du hast
zwar auch hier viel Gefahr wie überall in der Welt, doch
kannst du auch wieder, wie eine Ordensfrau die drei
Gelübde mit einflechten in dein Leben.
Du kannst die Armut üben, indem du
nichts als das Allernotwendigste dir aneignest an
Kleidung und deinen verdienten Lohn dir für dein
späteres Alter zurücklegst, damit Ich für dich sorgen
kann, auch im Alter; denn niemals werde Ich einem
Müßiggänger ein ruhiges Alter verschaffen. Du kannst die
Keuschheit üben wie eine Klosterfrau, indem du ein
Gelübde machst, deinem himmlischen Bräutigam in der
Keuschheit und Jungfräulichkeit zu dienen. Wisse, daß
niemand von Versuchungen frei ist, Ich mag ihn hinführen
in den Ordensstand oder mitten in die Welt stellen, in
eine Wirtschaft oder in ein solches Haus, wie du stehst.
Und erst den Gehorsam, Mein Kind, wie
kannst du Gehorsam üben! Siehe, ein Dienstbote, wenn er
so ist nach Meinem Herzen, kann mehr der Pflicht des
Gehorsams Rechnung tragen als der Ordensmann und die
Ordensfrau, weil jene alle gehalten sind durch die Regel
zu einem tiefreligiösen Leben, und sie handeln nicht
oder doch selten ungerecht. Ein Dienstbote aber steht
manchmal unter ungerechten Menschen, die sehr ungerecht
handeln an ihren Untergebenen, die oftmals nur ihre
Laune ausüben und nach Willkür und Laune die Ihrigen
behandeln. Siehe, welche Krone du dir verdienen kannst!
Wie wird dereinst, wenn der Schleier
fällt, die Welt schauen, wie wird so manche Ordensfrau
dastehen und mit Schmerz sehen, wie der arme Dienstbote
ihr vorgezogen ist, Verachtet, hingeschleudert in eine
Ecke des Hauses, hinauf unter das Dachkämmerlein, wo im
Winter das gute Tröpflein Blut, das noch in ihren Adern
rollt, verfriert, im Sommer aber vor Hitze verbrennt,
während du Ordensfrau eine schön eingerichtete Zelle
bewohnst, in einem guten Bett schlafen kannst. Du kannst
dir Recht verschaffen und stehst in gleichen Rechten mit
den anderen deiner Mitschwestern.
Und wenn du nicht einen gar verkehrten
Obern, eine gar verkehrte Oberin hast, so hast du es
gemächlich und herrlich gegen dieses arme Geschöpf, das
Ich dir vorstelle. Darum staunet, ihr Ordensfrauen und
ihr Ordensmänner, aber seid nicht eifersüchtig, beneidet
nicht jene, die Ich euch vorstelle. Ich sage es nur, um
der Welt zu zeigen, wie man über dieses Geschöpf
hinweggeht, das Ich hineingestellt habe in die Familie.
Und wie manche Familie wird durch dieses Geschöpf, durch
einen braven Dienstboten gerettet. Wie mancher Vater
dankt das Wohlergehen seiner Kinder einer armen
Dienstmagd. Wie mancher Herrscher und Gutsbesitzer
verdankt die vermehrten Güter einem gut gearteten
Knecht, den er in seinem Hause hat, der da mit Treue und
Gewissenhaftigkeit seine Pflichten besorgt und seine
religiösen Übungen dabei ausübt. Darum, o Welt, wie
wirst du einst staunen, wenn der Schleier fällt, wie
diese Geschöpfe, die da so hinausgestoßen sind von der
gottlosen Welt, dastehen und glänzen mit einer Krone,
die herrlicher sein wird als die der Könige und Fürsten,
aber auch herrlicher als viele Kronen der Klosterleute
und Priester. Versteht Mich wohl! Ich will niemand zu
nahe treten und wehe tun, aber Ich will, daß die ganze
Welt sich erneuern soll, daß das Christenleben soll
erneuert werden. Darum auf, Meine Diener, auf, jeder muß
an sich selbst anfangen!
Ich habe vorhin gesagt, wenn Ich das
arme Volk retten will, das vom rechten Weg abgewichen
ist, das so ungläubig ist, wie könnt ihr verlangen, ihr,
Meine Diener, daß dieses Volk wieder zum Glauben
gebracht werden soll, wenn ihr selbst nicht tiefgläubig
sein wollt, wenn ihr nicht zurückgehen wollt zu dem
Glauben des Mittelalters, wenn ihr nicht mit einstehen
wollt zu denjenigen, die Ich euch gestellt, die über
sich hinweggegangen sind. Ihr müßt über euch
hinweggehen, ihr alle Meine Diener.
Siehe, Mein Freund, wenn Ich dir eine
Pfarrei angewiesen, wenn Ich dich in einen Orden
hineingestellt, wo du Oberer bist, und deine
Pfarrangehörigen oder die Untergebenen, die du zu
befehligen hast, betrachten dich wie einen
ihresgleichen, gehen achselzuckend hinweg, und anstatt
daß die Kirche gefüllt wird von der Herde, die du zu
leiten hast, wird sie immer leerer; und die
Ordensmänner, denen du zu befehlen hast, sie tun, als
wärest du einer ihresgleichen, da heißt es, ob gern oder
ungern, gezwungen oder freiwillig, die Worte Meiner
Dienerin zu beachten, die Ich an euch richte, zum
tiefreligiösen Glauben seine Zuflucht nehmen; anders
könnt ihr nichts gewinnen.
Du, Mein Freund, der du stehst auf
solchem Posten, harre aus. Und wenn deine Kirche sich
leeren sollte bis auf zwei Menschen, fahre fort zu
predigen, fahre fort, ihnen ihr Unrecht vorzuhalten,
ihre Sünden und Laster, und die Tugend zu preisen. Seht,
das ist es, warum die Welt nicht mehr hören will. Die
Welt will geschmeichelt haben, sie will den breiten Weg
gehen, wie man sagt, den Kuhweg, die goldene Straße, die
mit Blumen bekränzt ist, und doch auch noch in den
Himmel kommen, weil sie wunders meinen, sie hätten genug
getan, wenn sie einmal eine Predigt hören oder eine
Sonntagsmesse mitnehmen und dann über andere schimpfen
und lachen und spotten, die mehr tun, die sich auch Mühe
geben, Mir zu gefallen. Solange es nicht anders wird,
werde auch Ich nicht anders werden. Die Strafgerichte
haben angefangen, und ihr werdet sehen, was noch kommt.
Darum glückselig diejenigen, die den
schmalen Weg gewandelt sind bisher, die sich vorgenommen
haben, alles aus Liebe zu Mir zu tun und zu leiden, ihr
‚Ich‘ unter die Füße zu nehmen und über sich
hinwegzugehen. Glückselig ihr treuen Kinder der Kirche!
Steht zusammen zu einem Bund, harret aus unter dem
Kreuz, weinet und betet und seufzt für die gottlose
Welt. Werdet nicht mutlos! Einmal kommt der Tag, wo
alles licht und klar wird. Und nun grüßt Mir recht
herzlich Meinen Diener und alle Meine Diener, die es
glauben, daß Ich die Macht habe, mit dir zu verkehren,
und die sich Mühe geben, diesen Glauben überall zu
verbreiten. Grüßt Mir auch recht herzlich alle, die in
dieser heiligen Fastenzeit mit Mir gelitten und Meine
liebe Mutter begleitet auf den Kalvarienberg, denn
wisset, auf einen schmerzlichen Karfreitag folgt ein
herrlicher Ostermorgen. Auch ihr werdet ein fröhliches
Alleluja mit Mir singen.“
Dann kam die liebe Mutter Gottes und
sagte:
Maria:
„Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Geht hin nach
St. Quintin und verehrt Meinen lieben Sohn; denn ihr
habt tapfer ausgehalten und mit Mir den Kalvarienberg
bestiegen, Mich begleitet auf dem Kreuzweg, Meinen
lieben Sohn beweint und gelitten für die Sünder. Darum
soll das Fest Meiner Schmerzen für euch ein Freudenfest
werden. Geht hin nach St. Quintin und verehrt dort das
Herz Meines lieben Sohnes, dieses unergründliche Meer
der Liebe, daß die Liebe wächst und zunehme in den
Herzen der Menschen.
Betet für die Diözese Mainz, damit ihr
Bischof sich alle Mühe gebe, dieses sein Licht leuchten
zu lassen, das Licht eines tiefreligiösen Glaubens, das
er einsaugen kann aus den Schriften, die Mein Sohn ihm
jede Woche in die Hand spielen will und wird. Sag er
noch Meinem Diener, Meinem Freund, dem Bischof von
Mainz, einen herzlichen Gruß, er möge die Flamme der
Gottesliebe befördern.
Siehe, Meine Dienerin Theresia mußte
zwar auch längere Zeit harte Prüfungen von seiten der
Geistlichkeit überstehen, aber in ihren letzten
Lebensjahren konnte sie in Ruhe und Frieden Mir dienen,
weil man sie nicht mehr drängte und verfolgte. Dieses
war notwendig, weil die Reformation des Ordens mit
vielen Bußen und Abtötungen errungen werden mußte.
Ebenso ist es, wenn das Glaubensleben in der ganzen
Christenheit wieder soll erneuert werden, da muß gebüßt,
gelitten und gesühnt werden. Aber dazu reicht eine
einzige Person nicht aus; Ich kann durch sie nur die
Anleitung geben. Und Ich habe, damit sie all die
Verfolgungen und alle die Bedrückungen, die man ihr
bereitet, übersteht, sie zu dritt zusammengeführt, damit
der Stab nicht allsogleich gebrochen sei.
Was Ich wünsche und verlange, habt ihr
nun längst gehört. Aber um diese Erneuerung zustande zu
bringen, reichen die Bußwerke dieser drei Personen nicht
hin, da müssen viele Kräfte zusammenwirken, da muß ein
Damm gebildet werden aus vielen Kräften. Und wenn Ich
einen Damm bilden will von frommen, eifrigen Christen,
da muß der Christ sich Mühe geben, auch Bußwerke zu
üben, ein Büßerleben zu führen. Darum höret auf zu
zweifeln. Als Meine Dienerin Theresia gestorben war, gab
es noch viele in diesem Orden, die ihr auf diesem Weg
nachfolgten, aber keine von ihnen hatte zu leiden, was
diese Meine Dienerin zu leiden hatte, und diese auch nur
wenige Jahre, weil dann die Diener der Kirche, ihre
Vorgesetzten einsahen, daß es Mein Wille so sei, daß es
der Wille Gottes so sei, wollte Ich sagen, und sie
dazuhalfen, das Werk, das Gott angefangen, zu
vollführen.
Ich sagte, es kamen nachher noch viele,
die sich heiligten, und die Meiner Dienerin Theresia an
Heiligkeit gleichstanden, die aber gar nichts mehr zu
leiden hatten von ihren Vorgesetzten. Und warum denn?
Waren diese vielleicht weniger dem Stolze ausgesetzt wie
jene? Nein, Meine Diener, nein, Meine Kinder!
Um der Kirche zu sagen und sie zu
belehren zu allen Zeiten, daß es nicht gut ist, immer zu
strafen. Die Seele, die auf dem rechten Wege wandelt,
soll ruhig ihre Wege wandeln können und dürfen. Sie soll
dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu
Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder
zu Beschauungen. Niemand hat das Recht, solche Seelen zu
drängen und zu verdammen, kein einziger Vorgesetzter,
auch nicht der Beichtvater, auch nicht ihr Bischof. Denn
als eine Dienerin Gottes, die heilige M. von Pazzi,
einmal mit Mir verkehrte, und Ich verkehrte auch nicht
anders mit ihr wie mit dieser Kleinen hier, und sie
erkannte, daß es der Wille Gottes sei, daß sie
Bußübungen übe, da war niemand mehr dagegen.
Sie hatte die Freiheit von ihren
Vorgesetzten und sie hatte nachher eine solche
Glückseligkeit, ein solches Schwimmen in Gottes Güte und
Liebe, daß sie mehr einem Seraph glich als einem
Menschen. Ihr aber, Meine Diener, bewirkt durch das
fortwährende Niederhalten und Zuhalten mit den
Weltmenschen solchen Personen gegenüber, daß solche
Seelen vor Furcht und Angst zurückstehen, und die Liebe
und der Glaube leidet viel darunter. Hinweg mit solcher
Leitung! Wenn es anders werden soll, sage Ich noch
einmal, so müßt ihr den Kleinen zuhalten, den Gedrückten
und Betrübten, die trauern um die Sünden anderer, die
weinen wegen der Sünden der Menschen. Und nun lebt wohl
und grüßt Mir alle recht herzlich, auch deine lieben
Geschwister.
Du, Meine kleine Dienerin Luise, und du,
meine kleine Dienerin Lieschen, ihr alle seid Mir recht
herzlich gegrüßt und all eure Freunde und Bekannte seien
Mir herzlich gegrüßt, all eure Geschwister, mögen sie
stehen im Kloster oder außerhalb, auch deinen Bruder in
A. und seine Familie. O er macht Mir Freude, dieser
Familienvater, dein Bruder in S., deine Schwester in R.,
dein Schwesterlein in A. Alle lasse Ich herzlich grüßen
von der schmerzhaften Mutter. Wisset, ein Gruß von der
schmerzhaften Mutter ist immer ein doppelter Gruß. Er
soll euch hinüberleuchten durch die Leiden dieses
Lebens, aber auch, wenn ihr freudig gestimmt seid,
trösten und euch erinnern an die Liebe eurer himmlischen
Mutter. Einst sollt ihr alle unter Meinem Schutzmantel
geborgen mit Mir das göttliche Wort anbeten durch die
ganze, lange Ewigkeit.“
Barbara: „Ich
sehe den Speisesaal, wie sie beisammensitzen. O mein
Jesus, wie bist Du so traurig und doch so liebend unter
den Deinigen. Wie hängen aller Augen an Deinen Lippen. O
liebe Mutter, o heilige Magdalena, ich danke Euch für
den gestrigen Abschied. O ich war so ergriffen, ich
mußte deswegen gestern den ganzen Tag weinen. Ja, wie
mag das ein Abschied gewesen sein. Du weißt, was Ihm
bevorsteht, was Ihn erwartet und mußt Ihn hergeben. Ich
durfte Ihn mit Euch begleiten bis hinauf auf die Anhöhe,
wo Er Eure letzten Umarmungen empfing. O das Gras, an
dem Ihr Euch angehalten, ist Zeugnis von dem Schmerz,
der Euch niedergeschmettert. Ich habe das innigste
Mitleid und vereinige mich mit Euch. Wie bist Du heute
so verlassen dort in dem Zimmerchen und die liebe
Magdalena bei Dir.“
Jesus: „Meine
Kinder! Es freut Mich, euch zusammen zu finden, denn ihr
alle gehört zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Ihr
seid Meine Lieblinge geworden. Seht, so wie Ich hier
rede und wie ihr gekommen seid, Meine Worte zu hören, so
versinnbildet dies, wie Ich zum ersten Mal mit Meinen
Aposteln versammelt war und wollte, daß für alle Zeiten
dieses immer und immer wiederholt werde, was Ich an dem
heiligen Abend vor Meinem Leiden verwirklichte. Ich habe
hier das größte Wunder gewirkt, das Meine Liebe
erdichten und erdenken konnte; denn wißt, als Ich
Abschied nehmen sollte von dieser Welt, von all Meinen
Lieben, da drängte es Mein Herz. Es konnte nicht
scheiden von diesem Geschlecht, das Ich so sehr liebte,
ohne Mich ganz ihnen zu schenken. Ich wollte wieder,
weil es der Wille Meines Vaters so war und ist,
hinaufgehen zu Meinem Vater.
Ich konnte aber dieses Geschlecht nicht
verlassen, Meine heilige Mutter, Meine Freunde, Ich
sollte sie verlassen. Ja, ja, Ich sollte sie verlassen,
aber Mein Herz konnte dies nicht über Sich bringen.
Seht, darum freut es Mich, wenn sich Menschen
zusammenfinden, die sich an das Gedächtnis des heutigen
Abends erinnern, wo Ich das größte Wunder wirkte, das
Meine Gottheit wirken konnte in der ganzen Zeit, wo Ich
lebte auf Erden. Ich habe Tote erweckt, Blinde sehend
gemacht, Lahme gehend, viele Kranke gesund gemacht, so
viel es in Meiner Kraft stand. Es wäre Mir möglich
gewesen, alles mit einem Schlag zu heben, aber wenn Ich
sage in Meiner Kraft stand, dann will Ich euch sagen, so
viel es Mir möglich war, Beispiel zu geben den Menschen,
denn Ich war ja den Menschen nur zum Vorbild und
Beispiel auf Erden. Hätte Ich all die Leiden, die die
Menschen quälen und belästigen, gehoben, dann wäre das
Paradies auf Erden. Das war aber nicht der Wille Meines
himmlischen Vaters.
Aber wo Ich konnte, da griff Ich ein.
Ich hielt den Gottlosen ihre Gottlosigkeit vor, den
Pharisäern ihr Unrecht; den Reichen befahl Ich, ihren
armen Mitbrüdern beizustehen, und durch Mein Eigenes
Beispiel belehrte Ich das Volk, als Ich umherwandelte in
der Gegend von Palästina. Alle diejenigen, die sich
anschlossen und sich mit Mir beschäftigten, halfen Mir,
das Volk zu belehren, denn es war so der Wille Meines
Vaters, daß sich Mir Menschen anschlossen, die Mich
unterhielten, weil Ich ein armer Mensch war, durch die
Ich aber auch das Gute wirkte, das Ich wirken wollte. Wo
Ich hinging, mußten deswegen solche mit Mir sein, durch
die Ich das Gute beförderte. Seht, Meine Kinder, Ich
hätte alle Menschen auf einmal glücklich machen können,
aber so ist es nicht der Wille Meines Vaters. Das
Paradies ist nicht mehr auf Erden, durch die Sünde ist
es verschwunden, das Paradies ist weg aus der Welt und
muß wieder hergestellt werden und kann nur erneuert
werden durch die Liebe zum Kreuz. Darum wollte Ich erst
Selbst an das Kreuz hinaufsteigen, um die Menschen zu
lehren, daß sie die Sünden abbüßen müssen.
Die Strafen, die Mein Vater durch die
erste Sünde über das Menschengeschlecht verfügte,
sollten in erster Linie die Menschheit belehren, welch
schreckliche Strafen die Sünde nach sich zieht, in
zweiter Linie ihnen zeigen, welche Nachsicht Gott mit
den Menschen hat, und wie sie die Sünde allmählich
abbüßen müssen, und daß die Sünde hinausgeschafft werden
muß durch die Menschen selbst, durch Mitwirkung eines
jeden Menschen, denn nur die Sünde hat das Kreuz in die
Welt gebracht. Durch die Sünde kam der Tod, und dieser
bringt alle Übel mit sich, die mit der Sünde verbunden
sind. Erst kommen Leiden aller Art und am Schluß der
Tod, um das Leiden voll und ganz zu machen. Dadurch
wollte Ich die Menschen belehren, welch schreckliches
Übel es ist um die Sünde, und daß sie nur von seiten der
Menschen abgebüßt und abgelitten werden kann.
Der Mensch selbst muß dieses Sündenelend
abstreifen. Ich wollte es nicht heben mit einem Schlag,
sonst hätte Ich mit einem Schlag den Menschen ins
Paradies versetzen können, aber der Mensch ist Ursache
der Sünde und muß deswegen auch die Sünde selbst
beseitigen und mit ihr alle die Leiden, die die Sünde im
Gefolge hat, denn die Leiden sind die Werkzeuge, wodurch
die Sünde abgebüßt wird.
Darum, Meine Kinder, ihr alle, die ihr
hier zusammenkommt und Meine Sprache hören und verstehen
wollt, merkt es euch, wenn Ich Leiden schicke, in erster
Linie Meiner Dienerin. Sie versteht es nicht wie alle
Menschen. Ihr alle seid Adamskinder, aber sie soll
stehen wie Ich dereinst. Freilich war Ich kein Mensch
wie ihr; ihr müßt nicht irre werden. Sie ist ein armes,
sündhaftes Geschöpf. In diesem wollte Ich ihr nicht
gleich sein, aber da Ich einmal angefangen habe, wie Ich
euch schon oft gesagt, so will Ich durch sie das
Glaubensleben wecken. Und alle, die Ich mit ihr
verbinde, müssen daran arbeiten, das Glaubensleben zu
wecken, denn so wenig ein Mensch für sich allein
verdammt wird, so wenig kann ein Mensch allein für sich
in den Himmel kommen. Ihr alle seid Glieder eines
Leibes, Kinder eines Vaters im Himmel. Ihr alle seid
berufen, mit euch viele, viele zu retten für den Himmel.
Deswegen kommt hier zusammen und lernt.
Wenn Ich euch sage, daß Ich durch diese Meine Dienerin
das Glaubensleben wecken will, dann merkt euch, daß Ich
ihr kein Leiden erspare, und deswegen sage Ich, sie soll
ein Vorbild für euch und alle Menschen sein. Die
Finsternisse, die sie in sich hat, machen ihr viel zu
schaffen, denn wenn Ich Mich zurückziehe, ist sie wie
alle Menschen mutlos. Sie glaubt, die Hölle sei geöffnet
unter ihren Füßen, der Himmel sei für sie verloren. So
geht es allen Menschen, besonders den guten, treuen
Kindern Meiner Kirche, denjenigen, die nachdenken in
ihrem Herzen, die auch zu den Demütigen gehören, die
erkennen ihr Elend, und weil sie es erkennen, darum
fühlen sie sich schwach und armselig, sie werden mutlos
und fallen zurück, was Ich verhüten will. Deswegen komme
Ich jede Woche, um euch zu sagen: Rafft euch auf, es ist
noch nicht die Zeit, wo ihr genießen sollt, aber einst
sollt ihr ewig, ewig besitzen und genießen. Darum auf
zum Kreuz und zur Liebe zum Kreuz, Meine Kinder!
Seht, Ich habe vorhin gesagt, das größte
Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich
wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch
zurückließ. Ich habe Mich gleichsam geteilt. Ich habe
Mich, um den Willen Meines Vaters zu erfüllen,
zurückgezogen von euch. Ja, ja, Ich habe für euch ja
auch überfließend genug getan. Fürchtet euch nicht. Wenn
es euch angst werden will, so nehmet Zuflucht zu Meinen
Verdiensten, denn Ich habe überfließend genug getan. Ich
wollte Besitz nehmen von Meiner Herrlichkeit. Ich wollte
aber auch zurückbleiben, um euch zu trösten, in eurer
Mitte zu weilen.
Darum helfet alle zusammen, daß der
Liebesbund errichtet werde in Meiner Schöpfung, daß die
Menschen, die Christen anfangen, Mich aufzusuchen, daß
das erste Christentum erneuert wird, eher wird es nicht
anders werden, die Leiden dieser Zeit, die vielen
Krankheiten, das große Elend, das in der Schöpfung ist,
sind lauter Strafen, die Mein Vater verhängt über die
Menschen zur Strafe für die Sünden, für den Unglauben,
die Gottlosigkeit, die Sittenlosigkeit. Denn seht hinaus
in die Schöpfung, wo ist der gute, alte Glaube, wo die
reine Unschuld der Kinder, wo sind eure Kinder, ihr
Eltern? Wo ist die Treue der Ehegatten? Dieses alles ist
dazu angelegt, die Heiligen des Himmels aufzufordern,
wie es Meine Apostel taten, als Ich auf Erden wandelte,
Feuerregen herab zu beschwören über diese gottlose Welt.
Und nun, Meine Kinder, die ihr zu den
treuen Katholiken gehört, zu den guten Christen, wenn
Ich euch sage, daß es anders werden muß, dann erschreckt
nicht, wenn Ich sage, ihr müßt leiden, ihr müßt euch für
andere einsetzen. Keines von euch darf sich schämen
seines heiligen Glaubens, des Bekenntnisses seines
Glaubens. Wenn es anders werden muß, muß Ich bei den
liebsten Kindern Meines Herzens anfangen, muß Ich dem
Priester sagen, wo es anzufangen ist und wie es anders
werden soll und werden kann, wenn es so geübt wird, wie
Ich sage. Seht, als Ich das Letzte Abendmahl mit Meinen
Jüngern hielt, da war Ich nur mit Meinen liebsten,
treuesten Kindern allein, Meinen Aposteln und Meiner
lieben, heiligen Mutter und Meiner treuen, lieben
Dienerin Magdalena.
Die anderen Jünger kümmerten sich nicht
um das, was Ich wirken wollte; sie wußten nichts davon.
Erst als Ich hinausging auf den Ölberg und Mein Leiden
begann, da flohen Meine Jünger, selbst die wenigen, die
Mir noch treu geblieben sind, die Ich mit Mir zu Tisch
gesetzt hatte, welche die drei Jahre, wo Ich sie um Mich
gesammelt hatte, wo sie Tag für Tag die großen Wunder
wirken sahen, sie alle haben Mich erkannt als den wahren
Sohn Gottes, und wo sind sie? Wo sind die treuen Diener,
auf die Ich die Säulen der Kirche bauen, Mein Reich
aufrichten wollte? Sie alle flohen davon. Warum denn,
Meine Kinder? Weil sie sahen, wie ihr Herr und Meister
schwach wurde, weil sie Ihn leiden sahen. Sie wollten
vom Leiden befreit sein, sie wollten das Reich des
Messias aufgerichtet wissen und Diener dieses Reiches
werden, aber nicht in Armut und drückender Not sich
befinden, mit einem Wort, sie wollten nicht leiden, sie
wollten das Kreuz fliehen. Sie alle flohen davon bis auf
Meine heilige Mutter und Meine Dienerin Magdalena.
Nicht umsonst habe Ich sie durch die
Engel durch die Lüfte getragen, das heißt auf den Berg
der Beschauung. Merkt es euch, ihr alle, ihr sollt auf
den Berg der Beschauung gehen, dort werdet ihr Mich
finden. Aber zurück zu dem, was Ich gesprochen habe. Vom
Leiden will niemand etwas wissen. Wenn Meine Kirche aber
wieder siegen und auf den Gipfel ihres Glanzes gestellt
werden soll, von dem sie weggerückt ist, dann müßt ihr
alle das Kreuz umfangen, dann müssen die Diener der
Kirche das Kreuz mutig umfassen. Es ist wahr, Ich lobe
Meine Diener. Ich habe schon oft gesagt an dieser
Stätte, daß sie am Wendepunkt stehen, und daß Ich Mich
oft vor Meinen himmlischen Bewohnern rühme mit diesen
eifrigen Aposteln, die in jetziger Zeit in Meiner Kirche
stehen; denn allenthalben wird das Evangelium gepredigt
wie noch nie, seitdem Ich auf Erden wandelte. Feurige
Diener habe Ich in Meinem Reich stehen, feurige Apostel.
Sie fürchten sich auch nicht, hinzutreten und den
anderen die Wahrheit zu sagen, denen, die an der Spitze
stehen, den Mächtigen der Erde. Das alles ist recht.
Aber, Meine Diener, es muß noch viel, viel gebessert
werden.
Auf, Mut gefaßt! Hand in Hand müßt ihr
gehen mit den treuen Kindern der Kirche, mit den Kleinen
und Armen. Seht, wenn das Ziel erstrebt werden soll, das
erstrebt werden muß, wenn der Kaufmann sein Geschäft
wieder in die Höhe bringen will, muß er alles aufbieten.
Er muß darben und schmachten, er muß anderen geben, was
er selbst genießen könnte, damit er sich wieder Kunden
erwirbt, um so das Geschäft nach und nach in die Höhe zu
bringen. In Meinem sterblichen Leben habe Ich oft in
Gleichnissen zu euch gesprochen und den Kaufmann
vorgeführt, wie er alles hingibt, um die gute Perle zu
finden und den Acker zu kaufen und sich anzueignen, der
die Perle enthält. So werde Ich immer in Gleichnissen zu
euch reden und Meine Kirche vergleichen mit dem guten
Kaufmann. Wenn sie wieder in die Höhe gebracht werden
soll, müßt ihr Hand in Hand gehen mit den guten treuen
Christen.
Ihr dürft euch nicht schämen, wenn man
spottet und lächelt über solche, die tiefgläubig sind.
Ihr dürft aber auch nicht irre werden, wenn ihr an ihnen
Fehler findet und sie nicht so vollkommen seht, wie ihr
euch einbildet, daß sie sein sollen. Diejenigen, die so
gute, treue Christen sein wollen, mögen sich selbst
betrachten. Sage Ich doch auch immer, daß Ich stolz bin
mit Meinen Dienern, daß Ich Meinem Vater und Meinen
Bewohnern im Himmel sage: ‚Seht doch, wie Meine Diener
auf Erden arbeiten, habe Nachsicht mit diesem
Geschlecht‘, und längst wäre der Arm Meines Vaters nicht
mehr aufzuhalten, wenn Ich nicht tagtäglich hintreten
würde zu Ihm und sagte: ‚Vater, habe Nachsicht mit der
Welt um Meiner Diener willen. Siehe Meine Diener, wie
sie arbeiten und sich abmühen, sieh das feurige
Priestertum, wie es sich hinschlachtet und hinopfert.‘
Siehe, wir haben es oft gesagt und
längst mitgeteilt, daß da das Geschlecht immer mehr
seinem Untergang entgegengeht, weil das Weltende immer
näher herbeirückt, das Menschengeschlecht immer
schwächer wird und die Kräfte nicht mehr hat wie im
Anfang seiner Erschaffung, daß man Nachsicht mit ihnen
haben sollte und Wir auch wirklich Nachsicht haben.
Siehe, Mein Vater, und doch sage Ich jetzt, daß Ich
stolz bin mit diesen Meinen Dienern, wenn sie auch nicht
mehr so streng fasten können, weil Ich es nicht mehr
verlangen kann.
Darum werdet nicht irre, wenn Ich euch
diese Schrift in die Hand gebe, und bildet euch nicht
ein, als wollte Ich euch belehren durch ein armes
Frauenzimmer. Nein, nein! Aber seid ihr nicht ebenso
armselige Menschen und Werkzeuge in Meiner Hand wie
dieses Werkzeug? Ihr habt den Beruf, Mein Reich
fortzupflanzen, sie aber hat den Beruf, allen Menschen
zum Vorbild zu sein, wie man nicht irre werden soll in
sich selbst und nicht an anderen, wie man Tag für Tag,
Woche um Woche, sich immer wieder neu aufraffen, zu Mir
hingehen, Mir seine Schwachheit bekennen soll, seine
Sünden dem Priester bekennen und mit freudigem Herzen
wieder fortfahren soll, seinen Gott zu lieben und ihm zu
dienen.
Seht, durch sie will Ich euch belehren,
daß der Christ, der sich eng an die Kirche anschließt,
nicht unglücklich ist, auch wenn er noch so arm und so
viel mit Leiden heimgesucht ist. Wie sie alles mitfühlt,
was Meine heilige Kirche vorstellt, wie zum Beispiel die
heilige Fastenzeit, wo sie ihre Kinder zurückführt zu
einem ernsten Nachdenken, die heilige Adventszeit, wie
sie da mitfühlt und mitleidet und, ohne es zu ahnen und
zu wissen, Ich sie in einen Ernst hineinversetze und ihr
so viel Leiden schicke, daß sie wähnt, über einen
Abgrund zu gehen, so aber auch zu einer anderen Zeit
wieder, wo Meine Kirche ihre Kinder in die freudige
Stimmung versetzen will, sie auch wieder die Freude
dieser Zeit mitfühlt, seht, so will Ich euch belehren,
daß ihr alle nicht unglücklich seid, wenn ihr das Leben
Meiner Kirche mitleben und mitfühlen wollt. Und das
werdet ihr alle, sobald ihr angefangen habt, euch recht
an Mich anzuschließen. Schließt euch dem Liebesbund an,
bekennt eure Sünden vor dem Priester, geht hinweg über
eure Unvollkommenheiten und seid nicht mutlos, werdet
nicht irre. Satan geht umher, suchend, wen er
verschlingen kann und wo er euch ertappt in einer
Mutlosigkeit, da ist er bei der Hand.
Auf! Waffnet euch, Meine Kinder, mit dem
Schild des Glaubens, mit dem Panzer der Hoffnung,
begründet in euch die Gottesliebe. Was ihr nicht könnt,
will Ich euch ersetzen, wenn ihr noch so armselig seid.
Wenn ihr euer Tagewerk vollbracht, aber am Abend zu mir
kommt mit der Aufopferung, die Ich euch gelehrt habe
durch Meine Kleine, soll alles wieder ersetzt sein; wenn
auch drückende Tage kommen, sie gehen vorüber.
Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch!
Die paar Tage soll eure Freude eine stille, gedrückte
sein, weil es die Karwoche ist. Ihr sollt einesteils mit
Mir die Trauer betrachten, in die Meine heilige Mutter
versenkt war. O habt recht viel Mitleid mit Meiner
heiligen Mutter. Die Tränen, die da geweint werden,
still im Herzen oder nach außen hin über die Schmerzen
Meiner heiligen Mutter, sind kostbare Perlen, um
derentwillen Ich keinen Menschen, auch wenn er der
größte Sünder wäre, verlorengehen lasse, sondern ihn
retten muß. Derjenige, der eine einzige Träne geweint in
seinem Leben, der oft die Schmerzen Meiner Mutter
betrachtet hat, kann nicht verlorengehen. So sehr hat
Meine Mutter mit Mir gelitten und so viel Trost war das
Leiden Meiner Mutter für Mich, daß Ich doch eine Seele
hatte auf der ganzen, weiten Welt, die wahrhaft Meine
Schmerzen mit Mir teilte, daß Ich um dessentwillen alle
retten muß, die Ihre Leiden bedenken. Andernteils aber
freuet euch, denn auf so einen schmerzlichen Karfreitag
kommt ein freudiger Ostertag.
Du, Meine Dienerin, laß Satan nicht über
dich triumphieren. Satan stellt dir nach auf Schritt und
Tritt. Wisse, daß du das vierte Kleeblättchen geworden
bist und eine herrliche Krone dir verdienen sollst;
wisse aber, daß du noch vieles abzubüßen hast, und
solange Satan dich ertappen kann über eine noch so
kleine Mutlosigkeit, will er dich gleich beim Zopf
erwischen. Flüchte dich aber sogleich zu Meiner
Dienerin, klage ihr dein Leid und sage ihr, was dich
drückt. Beichte deine Sünden dem Priester, aber über
deine Mutlosigkeit sprich mit deiner Freundin und gehe
darüber hinweg, und du wirst sehen, wie es nach und nach
besser wird.
Seht, ihr alle seid ja im Paradies, das
Ich schaffen will, im Paradies des Kreuztragens. Ihr
werdet sagen, das ist mir ein schönes Paradies. Und doch
ist es eines. Der Mensch, der es recht versteht, das
Kreuz zu tragen, wandelt wie auf Rosen; er fühlt nicht
mehr die Dornen, die ihn stechen, wenn er über die Rosen
dahinschreitet. Der süße Wohlgeruch, den die Rosen
ausduften, erfüllt ihn so sehr, daß er die Schmerzen
nicht mehr fühlt. Und du, Meine Dienerin, sage deinem
Verwandten, dem Priester, er möge wohl bedenken, daß er
viele, viele retten soll, daß da, wo der eine Priester
durch feurigen Eifer Seelen rettet, daß da ein anderer
Seelen retten soll durch das Verlangen, das er hegt. Ich
will ihm seine körperlichen Leiden, die Ich über ihn
kommen ließ, so anrechnen, wie einem Franz von Xaver,
der Millionen von Seelen Mir zugeführt durch seine
feurigen Predigten, wenn er mit Geduld das Kreuz
umfängt, das Ich über ihn kommen ließ. Er soll jenen
verkommenen, schlechten Priester retten, der von Mir
abgefallen ist.
Er wird nach und nach doch auch wieder
besser werden und die Last des Kreuzes nicht mehr
fühlen. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, er
soll nicht so abstrakt sein gegen Meine Dienerin. Er
soll wissen, daß um ihres Gebetes und ihrer Tränen
willen Ich ihm schon vieles zukommen ließ. Er soll das
Gebet der Kleinen nicht verschmähen und ihr alle, Meine
Diener, sollt das Gebet der Kleinen nicht verschmähen.
Einen freundlichen Gruß auch Meinem Diener N. sowie
allen deinen Geschwistern. Du aber schließe dich eng an
Meine Freundinnen an, an Meine Kinder und an deine
Freundin. Teile mit ihr Freud und Leid, tue es wie Ich
eben Meiner Dienerin gesagt habe, wenn du in Seelennot
gerätst, gehe zu deiner Freundin, rafft euch auf,
schließt euch eng zusammen. Und Ich sage dir, ihr, die
euch der Herr gestellt hat, die ihr hinausgesendet seid
gleich wie Apostel, viele zu belehren, denn ihr seid ja
zum Teil Apostel, wenn ihr auch keine Priester seid.
Alle, die andere in der Gerechtigkeit
unterweisen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels.
Merkt es euch, ihr habt Kinder unter eurer Leitung,
Kleinodien unter eurer Fürsorge. Träufelt hinein nicht
nur die Weisheit, die Weltkinder angeben, daß ihr sie
hineinpfropfen sollt in das Kind, träufelt vielmehr
hinein den Keim der Gottesliebe, habet Nachsicht mit den
Kindern. Lehret sie, Meine heilige Mutter recht lieben.
Seht, das arme Kinderherz, wenn es euch die Zornesglut
in die Wangen treibt, so denkt an das verkommene
Zeitalter, an die abstrakte, irreligiöse
Kindererziehung, an die vielen Eltern der jetzigen Zeit,
die ihre Kinder geradezu gegen die Religion erziehen.
Darum müßt ihr euch nicht grämen und böse zürnen, wenn
ihr seht, wie die Kinder unartig euch gegenübertreten;
habt Nachsicht, träufelt hinein die Liebe zu Meiner
heiligen Mutter und zu Mir. Besonders wenn die Zeit
herankommt, wo sie zur Erstkommunion an Meinen Tisch
geführt werden, könnt ihr vieles tun. Ihr könnt dafür
sorgen, daß unter euren Kindern hie und da schon der
Keim zur Jungfräulichkeit gelegt wird. Tut es!
Seht, wo die Welt so bevölkert ist und
die Menschheit abgewichen ist vom rechten Weg, da muß
alles dazu beitragen, daß die Menschheit wieder
zurückgeführt wird. Der jungfräuliche Stand muß zu Ehren
gebracht werden. Da müssen die Familienväter und Mütter
arbeiten an ihren Kindern und sich glücklich schätzen,
wenn sie eines ihrer Kinder auf die Bahn der
Jungfräulichkeit bringen. Sie müssen sie bearbeiten
durch Beispiel, Reden und Ermahnungen, daß sie sich zum
jungfräulichen Stand entschließen können, dann ist die
ganze Familie gerettet. Wäre in allen Familien eine
Jungfrau, so wäre es nicht zu viel. Niemals darf mehr
geringschätzend von diesem Stand gesprochen werden.
Solange man noch abfällig davon spricht,
merkt’s euch, wird es nicht besser. Man soll nicht
sagen: ‚Die alten Jungfern, sie haben ihre Eigenheiten.‘
Du hast deine Eigenheiten und ihr alle, die ihr mit der
Welt liebäugelt und vorgebt, die wahren Christen zu
sein, ihr alle habt eure Fehler. Laßt sie nur, die
Jungfrauen, sie sind doch diejenigen, die Ich am meisten
liebe, die die Jungfräulichkeit Mir bewahren, wenn sie
auch ihre Fehler haben. Seht hinein, wo eine Seele
steht, die sich so abmüht um ihre Angehörigen wie eine
Jungfrau, die alle miteinander auf den guten Weg zu
bringen und zu erhalten sucht.
Darum auf, ihr Meine Kinder, Meine
Freunde, ihr Meine Lieblinge! Wenn jetzt der Maimonat
kommt, dann erweckt in euren Kindern, was Ich euch schon
oft gesagt, die Liebe zu Meiner heiligen Mutter. Fürchte
dich nicht, Meine Tochter, du wirst noch einige Jahre
das Amt verwalten, wenn auch mit großen Schmerzen und
Schwierigkeiten. Wisse, daß du gerade dabei viele, viele
retten wirst, aber tue, wie du voriges Jahr getan,
belehre deine Kinder und übe mit ihnen den Maimonat. Es
gefällt Mir, Meine heilige Mutter wieder recht zu Ehren
zu bringen. Freuet euch, der liebliche Maimonat ist
nicht mehr fern. Die Osterglocken sind noch nicht recht
verhallt, und der Weiße Sonntag, worauf Ich Mich sehr
freue, ist noch nicht ganz vorbei, und der liebliche Mai
kommt herbei, dann begrüßt Meine Mutter.
O wenn ihr nicht, Meine Kinder, wie
voriges Jahr vom Bischof die Erlaubnis bekommt, weil ihr
unter die Leitung des Bischofs gestellt seid, dann geht,
wie ihr könnt. Wenn er es nicht erlaubt, dann sagt ihm
einen freundlichen Gruß von Mir, es wäre ein großer
Nachteil für das Erneuern des Glaubenslebens, solange
man sich noch fürchte vor der gottlosen Welt, solange
man noch denjenigen, die Ich erwecke, Mir treu zu dienen
und denen Ich die Bußwerke angebe, die sie üben sollen,
Hindernisse legt und man diese nicht billigt, wird es
nicht viel besser. Es wird viel langsamer vor sich
gehen, denn wißt, daß gerade diejenigen, die spotten, am
meisten Gewissensangst haben, wenn sie sehen, wie man
schnurstracks drauflosgeht, um verspottet und gedemütigt
zu werden. Ich will, daß es Menschen gebe, die
öffentlich ihren Glauben zur Schau tragen, die sich
nicht fürchten vor der gottlosen Welt, die öffentlich
ihren Glauben bekennen. Und gerade das ist es, warum ich
sagte, daß sie barfuß gehen müßten, damit andere
aufmerksam werden, damit Mein Diener, der Bischof von
Mainz, aufmerksam werde.
Schon Jahrzehnte spreche Ich durch Meine
Dienerin, daß es so nicht mehr weitergeht, daß Ich den
Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufhalten will, und
solange es noch Seelen gibt, die sich einstellen, die
Meinen Arm aufhalten, kann Ich nicht so strafen. Wenn
aber die Menschheit nicht Meine Worte beachtet, wenn man
immer wieder den alten Schlendrian geht, wenn man noch
so viel predigt und im stillen Gutes wirkt, aber die
Menschen nicht gerüttelt und geschüttelt werden dadurch,
daß sie einsehen, daß sie unrecht tun, wird es nicht
besser. Alles müssen diejenigen aufwenden, die Ich
gestellt habe, das Glaubensleben zu erneuern. Die Guten
müssen gerüttelt und die Bösen geschüttelt werden. Der
Gottlose, der ganz verkommen ist, wenn er sich ausgetobt
hat, wird er doch gerettet durch das Gebet der
Gerechten, aber dafür müssen sie sich einsetzen. Die
Guten, die in Meiner Kirche sind, werden sehen, wie
andere tun und werden immer mehr angeeifert. Ein Eifer
muß sich entfalten, und darum darf nichts eingeengt
werden. Man muß denjenigen freien Lauf gestatten, die
Ich antreibe, Bußwerke zu üben und außergewöhnliche
Dinge. Dies ist Mein Wille so.
Wenn du es nicht tun willst, dann tue,
was dir beliebt. Ich habe jedem Menschen den freien
Willen gegeben, Ich habe an die Diener Meiner Kirche
Meine Macht abgetreten. Ihr habt Meine Macht übernommen,
zu binden und zu lösen, Ich habe euch aber auch euren
freien Willen gegeben. Darum überlegt und tut, was ihr
denkt, wie es am besten sei. Ich werde euch keine
Vorschriften machen. Alles, was Ich euch sage, ist nur
ein guter Rat, wie alle evangelischen Räte sind. Die
Welt kann doch gerettet werden, aber es wird viel mehr
kosten und langsamer vor sich gehen, wenn die guten,
treuen Kinder nicht ganz und gar über sich hinweggehen
und auf das Gerede der Gottlosen nicht mehr achten,
besonders ihr, Meine Diener, Meine Priester, wenn ihr
auf keinen Menschen hört, nicht auf den Spott der
Gottlosen, noch auf das Gerede derjenigen, die an der
Spitze stehen, die euch schaden, die euch zureden, als
könnten sie euch schaden. Alles dies muß hinweg. Solange
ihr dies noch befürchtet, habt ihr noch nicht alles
abgelegt und vieles wird noch vermindert im
Fortschreiten Meiner Kirche.
Lebt wohl, Meine Kinder! Bis
Samstagabend werdet ihr mit Mir fröhliche Ostern feiern,
eine fröhliche Auferstehung, du, Mein Sohn, fahre fort,
deine Pflichten als Familienvater zu erfüllen, die
Kinder für Mich zu erziehen und schenke Mir, was Ich von
dir verlange, alle die Opfer mit freudigem Herzen.
Siehe, aus deiner Familie wird ein Sproß hervorgehen,
der vielen noch eine Leuchte werden und deinem Hause
große Ehre eintragen soll, aber du wirst es nicht mehr
erleben. Du wirst längst zu Staub verfallen sein, bis
dieses geschieht. Wisse aber, daß du Mir die Kleinodien,
deine Kinder zum Opfer bringen und alle für Mich
erziehen sollst. Deine erste und größte Aufgabe soll
sein, sie tief in ihren religiösen Übungen zu
befestigen.
Alles, was du hineinpflanzest, wird in
ihnen bleiben, wie alles, was eure gute Mutter in euch
gepflanzt und in euch geblieben ist. Fahre fort, dir
alle Mühe zu geben mit diesem Kleinen, den Ich zum
Priester bestimmt. Scheue keine Opfer und werde nicht
irre, wenn du jugendliche, leichtsinnige Fehler an ihm
bemerkst. Wisse, daß so alle Menschen sind, daß das Kind
nicht heilig auf die Welt kommt, daß es erst heilig
werden muß, wie auch du erst heilig werden mußt. Habe
Nachsicht mit ihm und deinem Neffen, den Ich dir
zugeführt habe. Betrachte ihn wie eines deiner Kinder,
sorge für sein zeitliches und ewiges Fortkommen, denn
diese Kinder machen Mir viele Freude und sind gut
geartet, aber wenn sie hinauskommen in die Welt, wo
Satan spielt und tanzt und geigt, läßt der Beste sich
mit hineinreißen. Die Jugend ist leichtsinnig. O haltet
sie ab, so gut es geht, von dieser allzu großen
Vergnügungssucht. Solange sich die Diener Meiner Kirche
nicht mit der weltlichen Obrigkeit verbinden, um ihr
schnurstracks entgegenzutreten, wird es nicht besser,
alles wird mit hineingeschwemmt.
Tue, was Ich dir sage, arbeite, wirke im
stillen. Du sollst nicht aus deiner Familie gehen, aber
alle sollen sehen, wie Ich das Familienleben segne, das
Mir treu dient. Ich habe dich gesegnet im Zeitlichen und
Ewigen. Du bist im wahren Glauben und hast ausgeharrt
und deshalb, weil du Mir gedient, habe Ich dir das
andere darauf gegeben. Und so sorge Ich für alle deine
Geschwister; sie werden Mir dienen, und Ich werde ihnen
das Nötige geben. Ich werde all denen, die sich
anschließen an den Liebesbund, wenn sie es so tun, wie
Ich sage, das Nötige geben, aber bei vielen ist die
Armut selbst verschuldet, sie wollen sich keine Opfer
auferlegen.
Geht hin zu Meinen Dienerinnen, ihr
werdet keine Üppigkeit bei ihnen finden. Würden alle tun
wie sie, würden sie zufrieden sein und sich einige
Sparpfennige zurücklegen können. Einst habe Ich gesagt:
‚Suchet vor allem das Reich Gottes, und alles andere
wird euch beigegeben werden.‘ Derjenige, der Mir dient,
weiß, wie er es anzustellen hat. Auf, freuet euch! Tut,
was in euren Kräften steht, aber wo ihr niemand dazu
bringt, eure Worte zu beachten, befestigt in euch das
Glaubensleben, es trägt doch seine Frucht.
Tragt Jahr um Jahr das kleine Kreuzlein
mit Liebe, das Ich in jedes Menschenherz hineingesenkt,
klammert euch daran, es soll euer Paradies auf Erden
sein. In Frieden und Ruhe sollt ihr es tragen, dann
werdet ihr glücklich sein hier und unendlich glücklich
in der Ewigkeit.“
Barbara: „O
heilige glückselige Nacht! O mein Jesus! O
auferstandener Sieger! Preisgekrönter Sieger! Nimm hin
meine Seele mit allen Kräften, mein Herz mit allen
Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. O glückselige
Stunde! Mein Vielgeliebter, ich kann die Wonne nicht
fassen. O mein Jesus, wie glücklich bin ich! O wie bist
Du im Genießen. Wer Dich genießt, wie glücklich! Ist es
wahr, alles ist dahin, alles ist vorüber, all die
Leiden, Tränen, Kämpfe! O du mein armes Herz, wie hast
du gekämpft! O mein Jesus!“
Jesus: „Komm
mit Mir!“ Ich sehe die liebe Mutter Gottes. Sie fragt
nicht nach der Dunkelheit der Nacht, Sie fragt nicht, ob
noch jemand Sie begleite. Still und unbemerkt schleicht
Sie Sich aus dem Haus. Sie flieht durch die Stadt, mehr
schwebend wie gehend, bis hinaus vor die Tore der Stadt.
Ich darf Dich begleiten, o meine Königin, o meine
Mutter! O glückliche Nacht! O heilige Nacht!
Lied: Ist das der Leib ...
Barbara: „O
Du süßer Bräutigam, wir sind versammelt wie Deine
heiligen Apostel und Deine heilige Mutter in dem Saale
und warten auf Deine Ankunft. O mein lieber, süßer
Jesus, o komm, wie Du zu ihnen gekommen, so komme und
belehre uns, Deine Kinder.
O wie freue ich mich Deiner Ankunft! O
wie bist Du so gut! Ich danke Dir im Namen aller
Menschen und freue mich mit allen, die morgen Ostern
feiern. Gib allen guten Willen, auch denjenigen, die
nicht an Dich glauben. Anstatt derer, die Dich lästern,
wollen wir Dich lieben. Siehe, Deine heiligen Apostel
und Deine heilige Mutter sind versammelt, anstatt der
vielen Juden. Sie alle wollen Dir ersetzen die Schmach
und die Verachtung, die Dir zugefügt worden ist. Diese
Deine Treuen bleiben zusammen, um ja nicht irre zu
werden, weil sie fest an Dich glauben. So sind wir hier
versammelt. Wir glauben, daß Du unendlich gut bist. O
welche Umarmung! O unendlich schön! O wie all die
ehrwürdigen Gestalten, die Ihn begleiten, zittern vor
heiliger Freude.
O heilige Ostern, o glückliche Ostern!
Auferstehung ist euch geworden. Ihr zieht jetzt ein in
die himmlischen Tore. O auch ich möchte mich
anschließen! Dort sehe ich die liebe, heilige Magdalena,
die drei Marien, die Ihn suchen. Die Liebe treibt sie
fort. Wenn ich bedenke, was eine Seele leidet, die Dich
liebt in der Zeit, wo Du abwesend bist, dann begreife
ich die Sehnsucht und das Verlangen Deiner heiligen
Mutter und der heiligen Frauen, der lieben, heiligen
Magdalena. O liebe, heilige Magdalena, ich vereinige
mich mit dir. Ich will mit dir suchen gehen. Ja, wie mag
es dir gewesen sein! Neben Dich, liebe Mutter, kann ich
mich nicht stellen, denn Du warst die Reinste,
Heiligste, Unschuldigste. Niemals hat der Schatten einer
Sünde auf Dir gelastet. Aber neben dich will ich mich
stellen, heilige Magdalena, denn eine Sünderin bin ich
wie du. Mit dir will ich Ihn suchen, büßen mein ganzes
Leben lang. Die heilige Fastenzeit sagt mir wieder, was
du gelitten in den paar Tagen, wo Er Sich dir entzog und
Abschied von euch genommen. O ihr lieben, heiligen
Freunde, die ihr das Glück hattet, Ihn zu sehen, wie mag
es euch gewesen sein! O ich habe es mitgefühlt in diesen
Tagen. Darum nehme ich den innigsten Anteil an eurer
Freude.“
Lied: Freu dich, du Himmelskönigin ...
„Mein Jesus! Ich kann die Freude nicht
fassen am heutigen Abend. Wie unendlich gut bist Du! O
laß doch alle, die sich im Geist mit mir vereinigen,
mitfühlen, wie gut Du bist. Was verlangst Du, daß wir
tun? Wir alle sind bereit, Deinen heiligen Willen zu
erfüllen, Dir in allernächster Nähe zu folgen. Rede
Herr, Deine Dienerin hört!“
Jesus: „Recht
so, Meine Kinder! Es freut Mich, in eure Mitte zu kommen
in der Zeit, in der ihr lebt, wo so viele Menschen nicht
mehr Auferstehung feiern, wo so viele sich nicht
erinnern an das große Werk, das Ich vollbracht in diesen
Tagen. So viele Menschen, ja weitaus die meisten, leben
dahin, ohne auch nur eines Blickes, eines flüchtigen
Gedankens Mich zu würdigen. Sie sind vererdet,
verhärtet, ganz und gar aufgegangen in sich selbst. Sie
haben sich zu ihrem Gott gemacht und beten ihn an. Sie
beten sich selbst an und vergöttern sich, indem
diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe,
diese Meine Wohltaten nur mißbrauchen und sich als das
Goldene Kalb selbst anbeten. Diejenigen, die Ich mit
zeitlichen Gütern nicht gesegnet habe, suchen dieses
Goldene Kalb, wo sie es finden, einerlei, ob auf
gerechtem oder ungerechtem Weg. Sie wissen, es sich
anzueignen und hüpfen um dieses Kalb, um sich selbst
herum, jahraus und jahrein, bis der Tod kommt und mit
einem Schlag dieses Kalb vernichtet. Dann, Meine Kinder,
habe Ich die Macht über diese Menschen, und es fängt ein
Kampf in Mir an. Die Gerechtigkeit und die
Barmherzigkeit treten sich gegenüber und sie kämpfen
miteinander. Die Gerechtigkeit befiehlt Mir, diese
Menschen zu strafen, sie von Mir zu stoßen, und die
Barmherzigkeit sagt Mir:
Siehe, Dein Herzblut klebt an dieser
Seele. Alles hast du getan für sie, ans Kreuz bist Du
gestiegen für sie. Du hast Deinen heiligen Leib
hingemartert und zerschlagen für sie und alles soll
verloren sein? Meine Kinder, bedenkt den Kampf, der in
Mir entsteht, wenn diese Seelen vor Meinen Richterstuhl
gelangt sind.
Helfet Mir! Helfet Mir! Seelen, Seelen
will Ich retten Seelen, Seelen sollt ihr retten! Seht
diese Geschöpfe, diese Könige der Schöpfung habe Ich
erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Sie haben
Meinen Geist innewohnen und sollen mit Mir, zudem Ich
Mich ihnen gleichgestellt, ihr Bruder geworden bin,
herrschen und regieren durch die ganze Ewigkeit. Aber
diese Geschöpfe, anstatt Mir dafür zu danken, daß Ich
sie erschuf, bringen sie Mich dazu, daß Ich Reue
bekommen möchte, diesen Menschen erschaffen zu haben.
Darum auf, Meine Kinder! Eingegangen bin
Ich in Meine Herrlichkeit. Ich kann nicht mehr
verdienen. Nur du, o Mensch, kannst noch verdienen,
solange du dieses sterbliche Fleisch mit dir
herumträgst. Du kannst Mir noch Seelen retten. Du kannst
deine Brüder Mir noch zuführen. Helft Mir, diesen Kampf
kämpfen! Stellt euch neben die Barmherzigkeit und kämpft
gegen die Gerechtigkeit! Sagt Meinem Vater: ‚Siehe,
anstatt Deines lieben Sohnes stehen wir jetzt vor Dir.
Siehe, Dein Sohn kann nicht mehr verdienen, wir sind
aber Seine Brüder und Schwestern, uns hat Er jetzt Seine
Gewalt übertragen, uns ist Seine Macht überkommen. Wir
haben noch Gewalt und Macht in unserer Hand. Siehe
Vater, wir haben das kostbare Blut Deines Sohnes in
unseren Händen. Du mußt uns die Seelen schenken; Du mußt
uns all die Sterbenden schenken, die heute vor Dein
Gericht gefordert werden. Barmherzigkeit, Vater!
Barmherzigkeit für die Sünder!‘
So sollt ihr Tag für Tag, morgens beim
Erwachen, wenn ihr zur heiligen Messe geht, des Tages
über, wenn ihr die Kirche besucht, und am Abend, ehe ihr
euch zur Ruhe legt, vor Meinen Vater hintreten und Ihm
Mein kostbares Blut zum Opfer bringen. Damit ihr aber
dies in recht vollkommener Weise tun könnt, will Ich
euch heute belehren, welche Klasse von Menschen Mir die
liebsten und treuesten waren, die Mich suchten in dieser
heiligen Nacht. Siehe, Ich habe dir heute früh schon
Andeutung davon gegeben.“
Barbara: „Ja,
mein Jesus, drei Klassen von Menschen haben Dich gesucht
in dieser Nacht. Wer waren diese?“
Jesus: „Es
war Meine heilige Mutter zuallererst, die heilige
Magdalena und ihre Freundinnen und Meine Jünger, Meine
Apostel Simon Petrus und Johannes. Keinem von den
übrigen Menschen fiel es ein, Mich zu suchen. Diese drei
Klassen von Menschen waren die Vollkommensten in der
ganzen sichtbaren Schöpfung, und doch ist ihr Suchen so
verschieden und so lehrreich für euch alle, daß Ich euch
darüber eine ganz besondere Aufklärung geben will. Meine
heilige Mutter ist doch wohl die Vollkommenste und doch
sage Ich euch, daß auch ihr Sie nachahmen könnt, falls
ihr euch recht Mühe geben wollt. Nach Ihr ist die liebe,
heilige Magdalena, der ihr in allernächster Nähe folgen
sollt.“
Barbara: „O
Herr, Du hast doch dem Petrus die Schlüssel des
Himmelreiches übertragen und auf ihm Deine Kirche
gebaut. Du hast ihn den Felsen genannt, auf dem Du Deine
Kirche bauen willst, und der Liebesjünger war doch an
Deiner Seite beim Letzten Abendmahl. Du liebtest sie
doch am allerzärtlichsten und doch nennst Du die heilige
Magdalena vor Deinen Aposteln. Ich kann dies nicht recht
glauben, ich meine, ich wäre getäuscht.“
Jesus: „Ja,
Meine Kleine, du mit deinem Ameisenverstand bist
freilich getäuscht, weil du nichts verstehst, nicht
eher, bis Ich es dir erschließe. Siehe, wohl ist Petrus
der Felsen, auf dem Ich Meine Kirche bauen will, wohl
ist Mein Liebesjünger Johannes der Reinste, viel reiner
und viel heiliger, in der Tugend vollkommener, weil er
Mich nie schwer beleidigte wie diese übrigen, diese arme
Magdalena, die Ich heute abend euch zur Nachahmung
empfehlen will, und doch sage Ich euch, daß sie viel
mehr zu bewundern ist und sie Mir mehr Freude macht als
alle Apostel zusammen, denn sie liebt Mich mit einer so
reinen Liebe, mit einer so ungetrübten Liebe, daß sie
nach nichts mehr fragt als nach Mir.
Meine heilige Mutter ist die Erste, die
Ich euch heute abend vorführe, die ihr nachahmen sollt.
Sie war im Speisesaal versammelt mit den übrigen
Aposteln und Meinen geliebten Freunden. Sie ist doch
eine ganz jungfräuliche Seele und einer Jungfrau ist es
angeboren, daß sie schüchtern und furchtsam ist,
besonders zur Nachtzeit, weil sie fürchtet und weil sie
weiß, welch kostbares Kleinod sie in sich trägt, und
doch fragt Meine heilige Mutter nichts darnach, sie
kennt keine Furcht, Sie hat keine. Sie denkt nicht an
die, die Mich vor kurzem noch belauerten und
gefangennahmen, die alle Meine Jünger verfolgten. Selbst
die heiligen Frauen, die sich an Mich angeschlossen,
wurden verfolgt und waren nicht sicher; an all dies
dachte Meine heilige Mutter nicht. Sie flieht wie ein
Geist dahin durch die Dunkelheit der Nacht. Sie schaut
nicht nach rechts und links, Sie hat einfach keine
Furcht, Sie sieht nur Ihren Jesus. Sie hat in Sich die
Stimme vernommen, daß Er kommt, Ihr liebster Sohn, daß
Er auferstanden sei und mit den Altvätern Sie jetzt
besuchen wolle, um einzuziehen in Seine Herrlichkeit und
mit Ihm all die Gerechten des Alten Bundes. Sie zweifelt
nicht mehr, Sie denkt nicht hin und her: ‚Ja, könntest
Du Dich nicht getäuscht haben? Wird es auch so sein? Und
wer wird mich beschützen auf dem Weg?‘
Seht, Meine Kinder, dies ist es, was Ich
euch lehren will: Wer vollkommen werden will, wer den
Berg der Vollkommenheit besteigen will, den alle Meine
Freunde und Freundinnen bestiegen, der muß hören auf die
Stimme, die in ihm spricht. Er darf nicht nach rechts
und nach links schauen, was diese oder jene sagen und
denken. Er hat seinen Jesus, und diesen trägt er in
sich, und mit diesem muß er sich beraten. Da braucht er
keinen weiteren Berater. Er braucht niemand, der ihn
stützt, er hat ja Meine Lehre, die heilige, katholische
Kirche, er hört ja am Sonntag das Evangelium und dieses
wird ihn nur in seinem Vorhaben bestärken, aber er sieht
sich nicht um nach den Menschen, was diese oder jene von
ihm halten. Auch wenn es die besten und treuesten Kinder
der Kirche wären, höret nicht auf sie, denn sie alle
haben es abgesehen, euch irre zu führen. Wer den Berg
der Vollkommenheit besteigen will in erster Linie, der
muß Meiner heiligen Mutter nachfolgen. Die Dunkelheit
der Nacht, durch die Sie dahinschritt, ist euch die
Dunkelheit des Weges, der Unglaube. Der Unglaube hat
alles verdunkelt, die ganze Schöpfung, auch die
Christen. Den Christen ist der Weg sehr verdunkelt
worden durch den Unglauben der Zeit. Fürchtet nichts,
Meine Kinder! Mutig schreitet vorwärts. Ihr habt ja
euren Jesus. Dieser wohnt ja in euch, in der Zelle eures
Herzens sollt ihr Ihn suchen. Wie Meine heilige Mutter
hinausschritt vor die Tore der Stadt, so müßt und sollt
ihr euch immer und immer wieder in die Zelle eures
Herzens zurückziehen, dort werdet ihr Mich finden.
Die zweite Klasse von Menschen ist Meine
heilige Magdalena und ihre Freundinnen. Aber seht,
obwohl Petrus und Johannes vor diesen drei Frauen schon
hingegangen waren, Mich zu suchen dort im Grab, gingen
sie aber, nachdem sie gesehen und sich überzeugt hatten,
daß das Grab leer sei, ganz schüchtern wieder in die
Stadt zurück. Sie gingen zu den übrigen Jüngern und
Aposteln und sagten ihnen, obwohl mit freudigem Herzen,
aber doch mit einer gewissen Furcht und Angst: ‚Der Herr
ist wirklich auferstanden. Er ist nicht mehr da, das
Grab ist leer. Wo mag Er wohl sein? Soll Er wirklich
auferstanden sein?‘ Und sie besprachen sich miteinander,
aber ganz im stillen. Sie getrauten sich nicht recht,
sie waren furchtsam.
Nun seht aber diese Frauen, Meine liebe,
heilige Magdalena! Wisset, Meine Kinder, Ich habe sie
durch Engelshände hinauftragen lassen auf den Berg der
Beschauung. Dieses hat sie verdient durch ihre reine,
ungeteilte Liebe, fern von aller Menschenfurcht. Sie ist
die einzige unter allen Meinen Freundinnen nach Meiner
heiligen Mutter, die Mich so vollkommen liebte wie
keiner Meiner Apostel. Obwohl sie eine große Sünderin
war und ist, und Mich lange Jahre verschmähte und
verachtete durch ihr sündhaftes Leben, ist sie durch ihr
Büßerleben und ihre große reine und ungeteilte Liebe zu
Mir vor alle Menschen gestiegen, aufgestiegen nach
Meiner heiligen Mutter, als die Erste unter allen damals
lebenden Menschen. Als sie hinkam und das Grab leer
fand, machte sie es nicht wie Meine beiden Jünger, wie
ein Petrus, dem Ich die Schlüssel des Himmelreiches
übergab, wie ein Johannes, der an Meiner Brust ruhte
beim Abendmahl. Sie war nicht zufrieden zu wissen, daß
das Grab leer sei, sie trat heraus aus dem Grab, und sie
sah und hörte nichts mehr als ihren lieben Jesus.
Sie sucht, sie fragt die Engel, ob sie
nicht wissen, wo der Herr hingekommen sei. Sie ist
töricht vor Liebe, sie geht umher, sie hat vergessen,
daß ihre Freundinnen noch bei ihr sind. Aber diese gehen
weiter, sie überlassen Meine liebe Magdalena ihrem
Schmerz. Sie kümmert sich auch nicht mehr um ihre beiden
Freundinnen, sie hat noch nicht genug gesehen. Die
Freundinnen gehen zurück, Meine Apostel gehen zurück,
sie aber bleibt, sie sucht nach ihrem Jesus. Seht,
dieses Verlangen, diese Liebe hat sie würdig gemacht,
von Engelshänden durch die Lüfte getragen zu werden,
damit Ich mit ihr ungeteilt verkehren könne. Dies ist
die zweite Klasse von Menschen, die keine Furcht kennen,
die sich nicht beengen und beängstigen lassen, die über
all die Skrupel und Zweifel hinweggehen, die nicht, wie
Meine beiden Jünger, Meine Apostel, sich damit begnügen,
daß sie wissen, daß das Grab leer ist, und wieder
zurückgehen zu der Versammlung, zu den anderen Menschen.
Nein, Meine Kinder, nicht zurück sollt ihr gehen zu den
übrigen Menschen. So machen es gar viele Christen, die
den Weg der Vollkommenheit angefangen haben. Sie gehen
und suchen Jesus, sie suchen Mich mit allem Fleiß und
Ernst, aber wenn dann die Skrupel und Ängste und Zweifel
kommen, dann gehen sie zurück, weil sie diesen Weg gar
zu beschwerlich finden. All ihr Verlangen ist dahin, sie
wollen nicht mehr weiter.
Der Weg ist ihnen zu hart und steil, und
weil sie nun auch noch von den übrigen Menschen Spott
und Hohn für alle ihre Mühe ernten sollen, gehen sie
zurück wieder zu der Versammlung, zu den übrigen
Menschen. Sie sagen sich: ‚Diese alle wollen auch in den
Himmel und wollen auch gute Christen sein. Wir machen es
wie diese und jene. Diese sind verheiratet und leben so
dahin und doch sind sie auch gute Christen. Jene sind im
ledigen Stand, aber sie machen es nicht wie wir; sie
führen nebenbei ein ganz gemütliches und gemächliches
Leben, und so kann ich auch tun. Ich gehe wieder zurück
zu der Versammlung.‘
Meine lieben Kinder! Dies ist es, warum
Ich schon Jahre und jahrelang mit Meiner Dienerin
spreche, weil Ich diese zweite Klasse von Christen
befördern will. Es muß und muß viele Magdalenen geben,
die alle Hindernisse übersteigen, die sich nicht
einengen lassen von Menschenfurcht, die nicht nach
rechts und links schauen, die zurücklassen, wer
zurückgehen will, die, wer sich an sie angeschlossen und
doch den Weg zu steil findet, wieder gehen lassen und
vorwärts schreiten, die nicht ruhen und rasten, bis sie
wieder ihren Jesus gefunden.
Seht nun auch den Lohn der heiligen
Magdalena. Die Liebe, die Tränen, die sie weint, die
Liebe, die sie Mir entgegenbringt, bewegen Mein Herz so
sehr, daß Ich Mich ihr nahen muß, und seht, wie
überglücklich Magdalena jetzt zurückkehrt. Sie kehrt
jetzt zurück zur Versammlung, aber nicht ohne Mich, sie
hat Mich erst gefunden.
So macht es! Geht hin und vereinigt euch
mit ihr. Geht über alle Hindernisse hinweg, über alles,
was die Welt euch in den Weg legt, was der böse Feind
euch beibringt an Zweifel und Ängsten. Wisset, was euch
beängstigt, ist nicht Mein Geist. Es ist der Geist der
Finsternis. Je mehr die Gottlosigkeit überhand nimmt und
der Unglaube sich ausbreitet in Meiner Schöpfung, desto
mehr werden die Guten beeinflußt, desto härter und
schwerer ist der Kampf der Kinder der Kirche. Ihr müßt
wie Meine heilige Mutter die Finsternisse der Nacht
nicht scheuen, sondern durchgehen durch all die
Finsternis, nicht denken, wo der Feind lauern mag. Ihr
müßt wie Meine heilige Magdalena nicht eher ruhen und
rasten, nicht eher zurückgehen, bis ihr Mich wieder
gefunden, wenn ihr Mich verloren, wenn Ich Mich in euch
zurückgezogen. Seht, die paar Tage, wo Ich Mich Meiner
Dienerin entzogen, waren ihr eine Ewigkeit, und sie
konnte nicht eher wieder zur Versammlung zurückgehen,
bis sie Mich erst gesehen hatte, wieder gefunden hatte.
Harret aus, Meine Kinder, in all den
Prüfungen dieses Lebens. Harret aus, auch wenn die ganze
Welt sich euch entgegenstellt! Fürchtet nichts! Ihr müßt
den Berg der Beschauung erklimmen, hinaufsteigen auf den
Berg der lieben, heiligen Magdalena. Seht, wie sie
nichts mehr bedarf. Sie ist abgesondert von den übrigen
Menschen. Glaubt ihr wohl, daß es keinen Kampf mehr
gekostet? Glaubt ihr wohl, ihre Natur habe ihre Rechte
nicht beansprucht? Und doch hat sie alles überwunden,
sie hat gesiegt, glorreich, herrlich und siegreich
gesiegt.
Von euch verlangt niemand, daß ihr euch
ausschließen sollt von den Menschen, aber deswegen merkt
euch diese heutigen Worte. Mitten in der Welt sollt ihr
stehen und sollt doch wie Meine heilige Mutter den Weg
wandeln auf den Berg der Vollkommenheit, und doch sollt
ihr mitten in der Welt, mitten unter den Geschöpfen in
der Dunkelheit der Nacht des Unglaubens, wie Meine
liebe, heilige Magdalena Mich suchen, wenn Finsternis
euer Herz befängt, Ängste und Zweifel euch quälen, wenn,
weil ihr mitten in der Welt steht, ihr gefallen seid,
ihr Fehler begangen habt, nicht müde werden, Mich um
Verzeihung zu bitten, nicht irre werden, sondern denken:
‚Mein Jesus, ich will Dich suchen, und ich lasse nicht
eher ab, ich gehe nicht eher zurück zur Versammlung, bis
ich Dich wieder gefunden.‘
Vorwärts und immer weiter vorwärts!
Freuet euch, denn heute ist Ostern! Gesiegt habe Ich,
siegen werdet auch ihr einst, glorreich und herrlich
auferstehen!“
Barbara: „O
Herr, schenke mir diesen Sünder.“
Jesus: „Wenn
du dich einsetzen willst, Meine Tochter, wenn du all die
Ängste und Zweifel, die dir kommen, mutig mit Füßen
trittst, fest glaubst, daß du alles erlangen kannst;
wenn du schnurstracks auf Mich losgehst, dann verspreche
Ich dir, daß alle gerettet werden sollen. Wisse, daß Ich
das vertrauensvolle Gebet niemals unerhört lassen kann.
Eine Seele, die es versteht, Mich am rechten Fleck
anzupacken, die hat Mich überwunden, und Ich muß Mich
ihr zu Diensten stellen. Nicht wahr, es ist kleinlich
für einen Gott, so zu tun, aber es ist so Meine Weise.
Unendlich bin Ich in der Liebe, unerfaßbar im Verzeihen
und im Vergeben. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Alle
Furcht leget ab, macht es, wie Ich euch gesagt heute
abend. Meine liebe Magdalena, sie war ohne Furcht, sie
fragt die Engel, sie sucht, sie meint, Ich sei der
Gärtner. Sie sucht und fragt, bis sie Mich findet und
mit einem einzigen Wort, mit ihrem Namen, womit Ich sie
nannte, erkennt sie Mich. Seht, Meine Kinder, ihr müßt
nur immer wissen, welchen Namen Ich trage. Jesus heißt
Heiland und Erlöser.
Sagt einfach Meinem Vater: ‚Siehe, Dein
Sohn Jesus hat es mir versprochen, und Sein Wort ist
wahr, und ich bitte nicht allein, um was ich Dich bitte.
Es bitten noch diese und jene mit mir und Du hast gesagt
durch Deinen lieben Sohn: Wo zwei oder drei in Meinem
Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen.‘
Wenn ihr es versteht, diese Worte immer
beim Vater vorzutragen, verspreche Ich euch, daß keine
Bitte unerfüllt bleibt, daß keiner der Eurigen, die ihr
liebt, verlorengeht. Tue, wie du dir vorgenommen und sei
nicht zu ängstlich, lege die Ängstlichkeit ab, die allzu
große Furcht. Wisse, daß nichts so sehr den Fortschritt
hindert wie die allzu große Ängstlichkeit, die bis ins
Kleinste hineingeht: Quiselei! Es gibt viele fromme
Seelen. Ich habe euch diesen Abend nicht umsonst diese
Lehren gegeben. Merkt es euch! Die meisten, die gar zu
sehr alles zerschneiden und begrübeln wollen in sich
selbst, sind noch stolz und lassen sich durch ihren
Stolz mit fortreißen und vom Stolze kommen sie zu einem
solchen Kleinmut, weil sie sich nicht vollkommen sehen.
Sie möchten mit einem Schlag vollkommen sein.
Ihr sollt aber bedenken, daß diese
Aufgabe die Aufgabe eures ganzen Lebens ist, solange der
Puls schlägt. Darum laßt das Untersuchen; die Skrupel
gefallen Mir nicht, wenn eine Seele guten Willen hat,
ihre Sünden bereut und dann noch immer zweifelt. Hinweg
mit der Menschenfurcht, den Zweifeln und Ängsten. Einen
freudigen Geber liebt der Herr, einen freudigen Geber!
Schenkt Mir euer Herz! Schenke Mir dein Herz, Meine
Tochter! Schenk Mir dein Herz! Ich habe dir eben gesagt,
führe aus, was du mit deiner Freundin tun willst.
Frau N. soll nicht so ängstlich sein um
ihres Kindes willen. Sie soll nur ruhig die Zeit
abwarten, bis ihre Tochter Profeß ablegen wird. Sie soll
ihr nicht so viel schreiben, denn es zieht immer wieder
Heimweh nach sich. Um all der guten Werke willen, die
sie tut, wird sie ihre Kinder alle auf gutem Weg
erhalten, wenn Ich auch hie und da nicht alle ihre Pläne
erfülle und so ausführe, wie sie geplant, soll sie auch
dann zufrieden sein; denn sie soll vielen zum Vorbild
werden, besonders besseren Familien leuchten durch ein
Tugendbeispiel nach allen Richtungen hin. Deswegen, wenn
ihr alles gelingen würde, dann könnte sie ja kein
Beispiel in der Geduld geben. Ihr aber, Meine Kinder,
ihr wollt ja, daß Ich euch heute abend auch eine Freude
mache.“
Barbara:
(Lange Aufopferung) „Ich danke Dir! O ihr lieben,
heiligen Schutzengel, ich grüße euch durch das süßeste
Herz Jesu. Steigt hinab in Begleitung der lieben Mutter
Gottes. Es ist, wie wenn die liebe Mutter Gottes ein Tor
aufschließt.“
Barbara singt das Magnifikat und sieht
die lieben Armen Seelen vorbeiziehen und erwidert deren
dankbaren Gruß durch beständiges Verneigen des Hauptes.
Jesus:
„Grüßet Mir recht herzlich, die sich im Geist mit euch
vereinigen und euch anschließen, ganz besonders die
kleine, kranke Schwester, die vereinigt ist mit euch,
weil durch ihr Gebet und Sühnungsleiden auch viele
Seelen gerettet werden. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!
Freuet euch mit den Lieben, die eingegangen, Mich zu
verherrlichen, und geht morgen recht freudig und fromm
zu Meinem Tische. Ich werde euch allen und euren
Dienstmädchen eine glückliche Osterkommunion schenken,
eine große Freude bereiten. Grüße Mir auch deine Anna,
euer Dienstmädchen, sie soll ja ausführen, was sie vor
hat, sich ganz Mir weihen.“
Barbara: „Ich
bete Dich an, o liebster Jesus, preisgekrönter König!
Wie lieblich und unaussprechlich schön bist Du heute.
Komm, o geliebter Bräutigam, komm in dieses bedrängte
Herz. Wie sehnt sich meine Seele nach Dir! Heute bist Du
ja ausnehmend schön, o mein Bräutigam, mein Herr und
mein Gott! Wie Thomas, Dein Apostel, falle ich nieder
und bete Dich an. O mein Jesus, mein Bräutigam, nicht
aber wie dieser ungläubige Apostel.
Ich habe geglaubt, aber siehe, die Not
ist gar zu groß. Du weißt, daß Ich nicht schuld bin. Die
Bedrängnis, die mich überflutete, ist es. O habe
Nachsicht mit deinem armseligen Geschöpf. Ich weiß wohl,
Tausende hättest Du erwählen können aus den
Menschenkindern. Ja, wenn Du dem Straßenräuber die Gnade
geschenkt, die Du mir gegeben, er wäre Dir dankbarer und
hätte Dir mehr gedient, Dich mehr geliebt. O verzeihe
meinen Undank, meine Treulosigkeit, daß ich mich so
erdrücken lasse.
Siehe, im innersten meiner Seele seufze
ich um Befreiung von diesem Druck, und ich kann ihn
nicht abwälzen. Es stürmt auf mich ein. Du hast mich so
erschaffen, daß, wenn meine Geschwister leiden, auch ich
leide. O verzeihe mir. Ja, ich sehe freilich, daß Du mir
verziehen hast. O wie bist Du so gut! O mein Herr und
mein Gott!“ Barbara sang das Alleluja und auch das
Magnifikat.
„O ich bete Dich an aus dem Abgrund
meines Nichts. Wie bist Du so unendlich schön! Meine
Seele jauchzt auf vor Freude. Sie findet keine Worte,
Dir zu danken, Dich zu loben und anzubeten! O kommt
herbei, ihr Menschenkinder, betet an mit mir Denjenigen,
der unsere Schuld hinweggenommen, daß wir frei und
unabhängig sind von der Last, welche Adamsschuld auf uns
gelegt. O wie ist Er unendlich gut. Gib mir die Sprache
eines Seraphs, daß ich Deine unendliche Liebe preisen
kann, Bräutigam meiner Seele!
O liebe heilige Mutter Gottes, nun bist
Du nicht mehr schmerzhafte Mutter, sondern Königin.
Freue Dich, o Maria! O mein Jesus! Wie unendlich schön,
strahlend von himmlischer Schönheit! Deine Wunden
glänzen wie die Sonne und werfen Strahlen über die
Menschheit hin. O mein Jesus! Kommt herbei, ihr
Menschenkinder, betet an den verklärten Leib! So wohnst
Du im Tabernakel!“
Jesus:
„Gelobt sei Jesus Christus! Ich will, daß dieser Gruß
fortan unter euch das Losungswort sei. Deswegen sage Ich
jedesmal diesen Gruß, wenn Ich komme, Meine Kinder!
Glorreich und triumphierend siehst du Mich heute, um
euch einige Belehrungen zu geben, warum Ich so oft
Meinen Jüngern erschien, nachdem Ich Tod und Hölle
besiegt und überwunden hatte. Glorreich und
triumphierend siehst du Mich auch, weil Freude Mein Herz
durchzieht, denn Ich will, daß das Glaubensleben geweckt
werden soll in der ganzen sichtbaren Schöpfung.
Darum muß Ich anfangen an Meinen
liebsten Kindern, den Kindern der katholischen Kirche,
und um das Glaubensleben zu erneuern und zu wecken, muß
Ich Meine Kinder einladen, sich oft Mir zu nahen, weil
Ich Selbst nur imstande bin, dies zu tun. Ich Selbst muß
Mich Meinen Kindern mitteilen, um in ihnen dies Leben zu
erneuern, die Liebe anzufachen, den Glauben zu
befestigen und sie in der Hoffnung tief, tief zu
begründen und zu bestärken.
Triumphierend siehst du Mich auch, weil
morgen die Kinder ihre Beichte ablegen vor der ersten
heiligen Kommunion, und Ich Mich sehne nach diesem Tag,
nach dem herrlichsten Tag des Triumphes Meiner Liebe,
denn der erste Kommuniontag der Kinder ist ein Triumph
Meiner Liebe. Meine Liebe triumphiert da in so vielen
Kinderherzen, weil das Kinderherz allein noch
empfänglich ist für Meine Liebe, denn es ist noch
unverdorben und unschuldig, wenigstens noch nicht
boshaft, und wehe dem Vater, der Mutter, deren Kind
boshaft geworden ist, denn dort ist die Mutter, der
Vater schuld. Dieses ist es, warum Ich heute dir
verklärt erscheine. Verklärt siehst du Meine Wundmale,
und Meinen heiligen Leib siehst du glänzen wie die
Sonne. Aber auch ganz besonders will Ich Mich dir so
zeigen, um euch zu befestigen, zu bestärken.
Wisset, Meine Kinder, es ist noch vieles
vor euch, was euch erschrecken und in Mutlosigkeit
versetzen wird. Ihr habt noch einen langen Schritt zu
tun, bis der zweite Schritt getan ist, womit der dritte
einbegriffen ist, nämlich den des unbegrenzten
Gottvertrauens; denn von allen Menschen verachtet und
verspottet, hinausgestoßen, da wankt das arme
Kinderherz, da schwankt es hin und her, Ich aber will
dies Vertrauen in euch befestigen.
Die Welt liegt im argen, die ganze Welt
ist vom Satan überlistet. Niemand ahnt, wie weit es
gekommen ist, auch die guten treuen Kinder ahnen nicht,
daß sie mitten in Satans Reich leben, daß sie die Luft
einatmen, die verpestete Luft des Unglaubens, den Satan
ausgestreut in der ganzen Schöpfung durch seine
Helfershelfer. Wißt, daß ihr steht an der Pforte der
Hölle, denn damals, als Ich Meiner Kirche die Verheißung
gab, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen
sollen, da sah Mein Blick hinaus in die ferne Zukunft.
Ich schaute in eure Zukunft. Ihr seid die unglücklichen
Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn
die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans,
die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu
vernichten, das Reich Jesu Christi auszurotten in Meiner
Schöpfung. Satan ist sehr bemüht, den Menschen zu
verderben, seitdem er in den Abgrund hinabgestoßen ist
und wähnt immer noch, da er dieses schwache Geschöpf
schaute, als es diesen ersten Sündenfall getan und er
diesen Menschen überlistet hatte, er werde ganz gewiß
sein Reich aufrichten, triumphieren über die Gottheit
und so zuletzt lachen.
Denn er spottet über Gott den Herrn, daß
Er ein solches Geschöpf ins Dasein rief, daß Er eine
Welt erschuf und in diese Welt Sich ein Geschöpf
gesetzt, das Ihn zwar verherrlichen sollte, aber Seine
Verherrlichung umkehrte und Ihn verachtete und
verspottete durch die erste Sünde. Weil er nun den
ersten Menschen besiegte, glaubt er seiner Sache ganz
gewiß, daß eine Zeit kommt, wo er dieses ganze
Menschengeschlecht besiegen werde, und darum glaubt er,
dieses arme Geschöpf ganz in seine Gewalt zu bekommen,
je mehr es der Gottlosigkeit zueilt und seiner
Leidenschaft nachgibt, die es dadurch, daß es von der
Erde genommen ist, an sich kleben hat, diese schwache
Seite, weil es einen Leib hat, der immer wieder der
Sinnlichkeit zuneigt. Satan, der dieses wohl merkt,
glaubt ganz gewiß zu siegen, er glaubt sich
gerechtfertigt.
Meine lieben Kinder! Ihr steht an dieser
Höllenpforte, ihr seid diejenigen, die mitten in dieser
Welt stehen, in der Satan sein Reich nun aufgerichtet
hat. Überall stehen seine Boten und blasen in die
Posaune durch die Vergnügungssucht. Die Posaune, die sie
in den Händen tragen, ist die Vergnügungssucht. Da
blasen sie hinein Tag um Tag, Woche um Woche, jahraus,
jahrein. Es werden Feste erfunden, wo alles sich
beteiligt, wo alle Geister sich beschäftigen, um alles
zu überlisten, und zum guten Ton gehört es, daß auch die
besten Kinder der Kirche sich beteiligen, denn
derjenige, dem sie die Feste feiern, war auch ein
Katholik, ein Christ, und er hat etwas gestiftet, was
der Welt zum Nutzen gereicht. Darum muß man solche Feste
genießen und recht dazu helfen, daß sie verschönert und
üppig gefeiert werden können.
Versteht ihr nun, wenn Ich sage, daß ihr
alle an der Höllenpforte steht? Wenn ihr nun, Meine
Kinder, nicht sollt überwältigt werden, dann muß Ich
Selbst in euch die Gnade befestigen, die euch halten
soll. Ich Selbst will euch emporheben über die
verpestete Luft des Unglaubens. Wisset nun, damit Ich
zum Schluß Meiner Erklärung komme, vierzig Tage weilte
Ich noch unter Meinen Aposteln, nachdem Ich von den
Toten auferstanden war. Dreiunddreißig Jahre hatte Ich
gelebt unter diesem Geschlecht, und wer mit Mir in
Verbindung kam, der schaute etwas Außergewöhnliches in
Mir, ja, wer tiefer erleuchtet war und wem es Mein Vater
offenbaren wollte, der wußte, daß Ich der eingeborene
Sohn, der verheißene Messias war und sein mußte.
Ich hatte Mir zwölf Apostel gewählt
unter diesem Geschlecht, die drei Jahre mit Mir
umhergingen, und denen Ich Meine Gottheit klar und
deutlich zeigte durch Meine Wunder. Ich bestätigte und
besiegelte alle Meine Wunder noch durch die Auferstehung
und seht, Meine Kinder, was hat dies alles genutzt? Ich
habe euch in der hochheiligen Osternacht gezeigt, wie
die Apostel, von denen Ich einen bestimmt hatte zum
Felsenmann, den anderen an Meiner Brust ruhen ließ, sich
furchtsam wieder zurückzogen zu den übrigen Aposteln und
Freunden und sich nicht getrauten. Nur Eine, Meine
heilige Mutter, und eine andere, die heilige Magdalena,
sie allein hatten den Glauben so fest in sich bewahrt,
daß nichts in der Welt sie erschüttern konnte. Sie
glaubten, daß Ich wahrhaft auferstehen und wiederkommen
werde, daß Ich die Macht habe, Mich ihnen wieder zu
zeigen. Alle übrigen waren furchtsam und wißt ihr, warum
Ich Mich vierzig Tage noch unter ihnen aufhielt? Weil
sie alle sonst wieder abgewichen wären vom rechten Weg,
sie hätten vom Unglauben, von der gottlosen Welt sich
wieder hineinschwemmen lassen, alles Gute, das sie
gesehen und gehört, wäre ihnen wie ein Traum nach und
nach wieder verschmolzen, zerronnen. So ist aber das
Geschlecht und wird es bleiben bis zum Ende der Tage.
Seht, Ich erschien, wie Ich euch sagte,
in der hochheiligen Osternacht, in Meiner
Auferstehungsnacht, dieser Meiner treuen Dienerin, dann
Meinen Jüngern, später Meinen Aposteln. Überall zeigte
Ich Mich, um sie zu befestigen im Glauben, um das, was
sie gesehen und gehört hatten, wieder aufzufrischen, sie
immer wieder zu belehren und daran zu erinnern, doch
festzuhalten, damit Mein Reich, das Ich mit so teurem
Preis erkauft, aufgerichtet werden könne unter Meinen
Geschöpfen, und dazu war noch nötig, daß Ich alle, die
Ich bestimmt hatte, dieses Reich fortzuleben und zu
verwirklichen, was Ich begonnen hatte, mit Mir
hinaufnahm auf den Ölberg, um vor aller Augen in den
Himmel hinaufzufahren. Sie alle mußten sehen, wie Ich
vor ihren Blicken hinauffuhr, hinauf in den Himmel, wo
Mir und euch allen die Wohnungen bereitet sind, die Mein
Vater bereithält.
Meine Kinder! So ist es aber auch mit
dem, was Ich hier wirke. Seht euch um unter euren
Mitmenschen; Ich will nicht sagen, unter der gottlosen
Welt. Nein, nein, Meine Kinder! Seht euch doch um unter
euresgleichen, unter den guten, treuen Kindern der
Kirche, ob es nicht einer außergewöhnlichen Sendung
bedarf, damit sie erhalten bleiben in dem, was in sie
hineingelegt ist durch die Taufe, abgesehen von den
vielen Irrgläubigen, worunter auch manche recht gut
veranlagt sind und den Katholiken zur Beschämung
dastehen. Doch habe Ich keine Freude an ihnen, nein,
nein, weil sie nicht zu Meinem auserwählten Volk
gehören. Wie auf allen Menschen die Schuld Adams lastet,
so lastet auf allen Irrgläubigen die Schuld ihrer
Verführer, jener Irrlehrer, die das arme Volk
verführten, und Mein Blick und der Meines Vaters ruht
nicht auf ihnen.
Was sie tun, muß ihnen belohnt werden.
Deswegen kann sie der Vater nicht verdammen, aber wer
von jenen nicht stirbt mit dem festen Verlangen, der
einzig wahren Kirche anzugehören, der von Mir
gestifteten Kirche, der kann nie und niemals zu der
Seligkeit gelangen, zu der alle Menschen berufen sind.
Sie kommen an einen anderen Ort, aber nur, wenn sie gute
Werke getan haben, und niemals sehen sie den Ort, ja
einmal sehen sie ihn beim Letzten Gericht und bei ihrem
besonderen Gericht, da darf jeder Mensch, wer er auch
sein mag, einen Blick tun in die Seligkeit eines jeden
einzelnen Menschen, somit darf der Irrgläubige auch
einen Blick tun in die Glückseligkeit der guten
gläubigen Christen. Im übrigen aber haben sie bei weitem
nicht die Glückseligkeit zu genießen, die der Katholik,
der in der alleinseligmachenden Kirche lebt, die ganze
Ewigkeit genießen soll.
Nun aber, wenn Ich so strafen muß, weil
es Meine Gerechtigkeit verlangt, denn alle Sekten gehen
aus von den Kindern der wahren Kirche, von der
römisch-katholischen Kirche, sie waren alle einmal gute
Katholiken und sind erst, weil sie Satan nachgaben, ihre
Leidenschaften nicht beherrschten, entweder der
Sinnlichkeit nachgaben oder dem Stolz, abgefallen und
abgewichen vom rechten Weg und haben sich eine eigene
Religion geschaffen, die ihnen paßte. Wenn Ich nun, sage
Ich, diejenigen so strafen muß und so strafe, die nicht
einmal schuld sind, daß sie dieser Irrlehre angehören,
die nur die Schuld tragen, die jener Verführer auf sich
geladen und alle die Nachkommen mittragen müssen, die
dieser Verführer auf sich lud, welche Schmach dann für
Mein Herz, wenn Ich sehen muß, wie sehr Mein Volk abirrt
vom rechten Weg, dieses auserwählte Volk, dieses Volk,
das Ich so überschüttete mit Wohltaten und Gnaden, daß,
wenn Ich anfangen wollte, eine Lamentation zu beginnen,
Ich nicht zu Ende kommen würde, Mich zu beklagen über
dieses Mein auserwähltes Volk.
Wisset, daß Ich ein gerechter Gott bin,
daß Ich jeden belohne und bestrafe nach Verdienst, daß
Ich aber auch einst, wenn Ich zu Gericht sitzen werde,
wenn Ich kommen werde, um die Welt zu vernichten durch
Feuer, und wenn Ich die Posaune aussende, um alle vor
Mein Gericht zu fordern, und diejenigen vor Mich
hintreten, die in Irrlehren sich befinden und auch gut
gelebt und so nach der Lehre ihrer Stifter, nach der
gegründeten Religion, der sie angehörten, gelebt haben
und sehen, welchem Urteil sie anheimfallen, daß sie nie
und niemals gelangen können zu der Gnade und an den Ort,
den die guten, treuen Christen einnehmen, dann sollen
diese Mir nicht Vorwürfe machen. Glaubt ihr wohl, als
Gott lasse Ich Mir dieses gefallen?
Nein, Meine Kinder! Entweder – oder! Ich
bin ein gerechter Gott, und als gerechter Gott belohne
und bestrafe Ich nach Verdienst. Diese Irrgläubigen, die
draußen stehen, außerhalb der Kirche, und doch manchen
Katholiken beschämen, sollen am letzten Gerichtstage
nicht vor Mich hintreten und sagen: ‚Herr, wenn ich die
Gnade gehabt, die diese haben, dann hätte ich Dir besser
gedient als sie.‘
Darum: Entweder – oder! Ihr Christen,
die ihr glaubt, die treuen Kinder der Kirche zu sein,
berechtigt zu sein, zunächst zu stehen an Meinem Herzen,
an Meinem Gottesherzen, und hier nur zu genießen und zu
besitzen und dort auch genießen und besitzen, niemals,
Meine Kinder. Entweder – oder!
Ich habe dies schon einige Male gesagt:
Ein Liebäugeln mit der Welt gibt es nicht mehr. Darum
merkt euch die Sprache, die Ich hier rede. Sie klingt
überaus liebenswürdig, sie artet aber auch aus in eine
ernste Sprache, in eine Donnerstimme, denn es ist
notwendig, eine Donnerstimme hinauszutönen in die Welt,
um die Christen zu mahnen und zu warnen.
Höret Meine Worte, ihr Kinder der
katholischen Kirche. Ihr seid in die Zeit
hineingestellt, von der Ich gesagt habe: Die Pforten der
Hölle werden sie nicht überwältigen! Ihr steht an der
Pforte der Hölle. Laßt euch nicht beeinflussen von
dieser Pforte, bewahrt und hütet euch, die Nase
hineinzustecken, damit ihr nicht den Geruch bekommt von
dieser Höllenpforte. Bleibet zurück von dieser
verpesteten Luft. Ich habe gezeigt in dieser Woche auf
eurem Rheinstrom (Eine Gruppe Studenten des katholischen
Studentenvereins war mit zwanzig Teilnehmern mit Nachen
nach Rüdesheim übergesetzt worden; mitten auf dem Strom
stieß dieser mit einem anderen Nachen in tiefer
Dunkelheit zusammen. Zweiundzwanzig Menschen rangen mit
dem Tod. Nur ein Theologiestudent M. aus Geisenheim
rettete sich schwimmend ans Ufer. Zwei kleinere
Gedenktafeln, eine in der Wallfahrtskirche Marienthal im
Rheingau; die andere ist als Votivtafel auf dem
Rochusberg angebracht), was Ich verlange von den guten,
treuen Kindern der Kirche, den Katholiken. Geht hin und
seht den Jammer, den Ich gebracht über die Familien, die
es betroffen, und nehmt euch ein Beispiel an den
Priestern, ihr, die ihr euch dem Priesterstand weihen
wollt, ihr guten Eltern, die ihr wähnt, gute Kinder
erzogen zu haben, die Gott dienen wollen, Gott angehören
wollen, ihr erlaubt euch Vergnügen, die nicht für euch
passen. Ich will nicht, daß Meine Kinder schmachten und
trauern sollen, traurig einhergehen, den Kopf hängen
lassen bis auf die Füße.
Ihr werdet lesen, als Ich auf Erden
weilte, daß Ich immer heiter und vergnügt einherging,
wenigstens nicht, als ob Ich ein unglücklicher Mensch
wäre. Ich beteiligte Mich an Hochzeiten. Wenn nach
getaner Arbeit Meine Apostel und die heiligen, frommen
Frauen ein Gastmahl veranstalteten, ging Ich mit hin und
freute Mich mit ihnen; Ich teilte Leid und Freud mit
Meinen Geschöpfen, aber schlagt nach und leset, wie
gemessen diese Freude war, wie da nicht in die Nacht
hinein ein Vergnügen dauerte, wie wir uns so mäßig als
nur möglich verhielten und wie auch dabei nur die
Frömmigkeit geadelt und gehoben wurde.
Soll Ich da nicht zürnen, wenn die
Christen eurer Tage sich so betragen, daß ihnen der Tag
schon wieder zu lange wird, bis wieder die Nacht
anbricht, um wieder einem Vergnügen nachzujagen, wenn
alles hineilt, um sich zu zerstreuen, ja, wenn selbst
diejenigen, die vorgeben, der Stimme Meines Statthalters
in Rom zu folgen, die, weil sie Geld haben, dieser
Einladung folgen, aber selbst diese Wallfahrt noch nicht
einmal in der Weise unternehmen, wie sie Mein
Statthalter vorschreibt, wie sie bestimmt ist, denn die
Wallfahrt soll und muß nur bestimmt sein für die Welt,
um die Erde zu erneuern.
Ich habe dir gezeigt voriges Jahr, als
Mein Statthalter die ganze Welt Meinem Herzen aufband,
wie diese Erde anfing zu grünen. Dieses Grünen sollte
nur versinnbildet sein voriges Jahr, in diesem Jahr aber
erst stattfinden. Die ganze Welt, die guten, treuen
Kinder der Kirche, sollten sich scharen, Glied an Glied,
um das Oberhaupt der Kirche. Sie sollten von ihm den
Segen empfangen und neu gekräftigt und gestärkt in ihrem
Glauben wieder zurückkehren in ihre Heimat und allen
ihren Untergebenen, denn es sind ja nur die Reichen und
die Besitzenden, die eingeladen sind, nach Rom zu
kommen, und für die Armen, die ein Verlangen haben
hinzugehen, ist es so gemäßigt, daß viele auch hingehen
können, deswegen sage Ich, sollten diese in ihre Heimat
zurückkehren und ihren Untergebenen und Nachbarn und der
ganzen Stadt und dem Dorf, dem sie angehören, ein
Beispiel geben, daß ihr Glaubensleben erneuert ist, daß
sie von jetzt an eifrige Christen sein wollen.
Weh denen, die nur hingehen, und anstatt
ein gutes Beispiel zu geben, die Welt noch ärgern, denn
wisset, daß es nur darauf abgesehen war von Meinem
Statthalter, die Reichen um sich zu rufen, damit sie mit
frommer Bußgesinnung vor ihn hintreten und in frommer
Bußgesinnung die Tage zubringen in Rom und dann mit
dieser Bußgesinnung zurückkehren, damit nicht die Armen,
welche die Kraft und das Geld und die Mittel nicht haben
fortzugehen, die sich abhungern müssen, um ihre Familien
zu ernähren, nicht sagen können: ‚Ja, so würde ich auch
wallfahrten gehen, die Geldprotzen haben gut wallfahrten
gehen.‘
Seht, dieses Unheil geschieht dadurch,
daß man Wallfahrten mitmacht, die Mein Statthalter in
Rom befiehlt, nur um sein Vergnügen zu suchen, die
Städte zu sehen, weil man zu Haus nicht genug zu finden
weiß, weil man noch die großen Städte besehen will, und
mit dem Vergnügen nimmt man die Laster mit nach Haus und
manches gute Herz kommt schlechter zurück als es
fortging. Meine Kinder, merkt es euch! Dieses ist die
Ursache, warum Ich immer wiederkomme. Vierzig Tage
weilte Ich unter Meinen Aposteln, um sie zu befestigen
im Glauben. Welche Nachsicht Ich habe als Gott, könnt
ihr daran ersehen, wie gütig Ich verfuhr mit Meinem
Apostel. Weil dieser ungläubige Thomas nichts sieht, der
doch von den übrigen Aposteln hörte, daß Ich
auferstanden war, und der doch Meine Wunder mit
angesehen, der Mich oft im stillen bewunderte, weil Ich
Mich nicht gewürdigt habe, ihm zu erscheinen, glaubt er
nicht, er glaubt einfach nicht.
Welch ein Schmerz für Mein liebend
Gottesherz! Seht aber auch, welche Nachsicht und Geduld
Ich mit den Menschen habe. Hört ihr Mich zürnen? Hört
ihr Mich tadeln, zurechtweisen? All dieses nicht! Ich
komme, wo er dabei ist, und aus aller Mitte heraus rufe
Ich ihn, und sage: ‚Mein Freund, Thomas, jetzt komme und
lege deine Hand in Meine Seite und reiche deine Finger
her und lege sie in Meine Hand, in die Male der Nägel,
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.‘
Merkt euch, Meine Kinder, dieser Thomas
lebt heute noch. Ich meine damit nicht die anderen,
sondern diejenigen, die unter euch sind, die mit euch
verkehren, euch alle meine Ich, ihr alle seid Thomasse.
Ihr geht hinweg und fort ist aller guter Sinn. Ihr fangt
an zu zweifeln, sobald eine Trübsal kommt, eine Prüfung
kommt, sobald Satan an euch herantritt mit Versuchungen,
dann seid ihr der ungläubige Thomas. Aber wißt, wenn die
ganze Welt soll erneuert werden, dann müssen die
einzelnen Glieder anfangen, sich selbst zu erneuern. Ihr
müßt feststehen in eurem Glauben. All die großen Diener
Gottes, die vor Meinem Thron stehen, haben alle ein
absonderliches Leben geführt, sie waren alle
Sonderlinge, sie haben nicht nach rechts und nicht nach
links geschaut, nicht halb und halb mit der Welt
geliebäugelt. Entweder – oder! Schnurstracks auf Mich
losgehen! Ihr müßt alles abschneiden, was hinführt auf
Irrpfädchen. Den geraden Weg, der auf Mich losgeht, müßt
ihr wandeln. Mich immer zum Vorbild nehmen.
Ich gehe euch immer voraus mit dem
schweren Kreuz auf dem Rücken. Deine ganze Mission hast
du gesehen, als Ich dich fragte, ob du Mir folgen
wollest, und als Ich dir sagte: ‚Wenn du Mir dienst wie
bisher, kommst du auch in den Himmel, wenn du Mir aber
Freude machen willst, dann gehe den Weg, den Ich dir
jetzt zeige.‘ Da schautest du Mich mit dem schweren
Kreuz auf dem Rücken. Merkt es euch, ihr guten, treuen
Kinder der Kirche!
Schaut auf euer Vorbild, das seht ihr
immer an der Spitze der kleinen Schar, mit dem Kreuz auf
dem Rücken, die Schweißtropfen auf der Stirne. Geht Ihm
nach, nicht nach rechts und nicht nach links. Ja, ja,
ihr dürft euch auch etwas ausspannen hie und da, an
einen Wallfahrtsort gehen und euch da Erholung gönnen,
aber nicht zusammensitzen und prassen, essen und trinken
und zechen und spielen und tanzen, wie so viele gute
Katholiken tun und noch wunders meinen, wie gute, treue
Kinder der Kirche sie wären. Dies alles muß wegfallen.
Ich muß anfangen an den treuen Kindern Meines Herzens,
ein strenges Evangelium muß Ich predigen, damit die
Heiden, die Un- und Irrgläubigen es sehen und sagen:
‚Seht die Christen, seht, wie sie einander lieben, wie
sie von all dem nichts wissen wollen, was wir tun.‘ Dann
wird es anfangen zu grünen und zu sprossen, und Mein
Reich wird aufgerichtet werden in Meiner Schöpfung.“
Barbara: „O
Herr, soll N. diesen zeitraubenden Verkehr abbrechen?“
Jesus: „Ja,
ja, und auch du, Meine Kleine, und du, Meine Kleine, und
du, Meine Tochter, stehe fest in deinem Kreuz. Siehe, du
hast noch manches an dir, was abgestreift werden muß. Du
bist noch allzu vergnügungssüchtig. Du mußt sehen, daß
Ich dies nicht will. Siehe, Ich bin der Herr über Leben
und Tod. Ich kann dir deinen Ehemann hinwegnehmen und
kann dir ihn lassen. Wenn Ich ihn dir schenke, mußt du
Mir versprechen, daß du nichts mehr willst, als Ich es
will; daß du dein Vergnügen in deiner Familie suchen
willst. Ihr dürft euch erholen in Gottes freier Natur;
aber alles andere abschneiden. Ich will, daß niemand
sagen kann: ‚Ja, so sind die Betschwestern, die
Kirchenläufer.‘ Abbrechen mit allen anderen Personen,
die dich zur Sünde verleiten, zu allzu vielem Reden, und
ihr alle abbrechen mit allen Personen, die euch zur
Sünde verleiten; ganz still dahingehen, unter euch
bleiben, wo es keinen Nutzen bringt; abbrechen,
schnurstracks weitergehen. Durch euer Beispiel müßt ihr
mehr belehren als wie durch Worte.“
Barbara: „O
Herr, ich bitte Dich für diese Kranke.“
Jesus: „Sie
gehört zu denen, die Mir Sühne leisten müssen. Sie wird
unter ihrem Kreuz ausharren, das sehe Ich voraus, und
deswegen spürt sie keine Linderung. Sie soll sich in ihr
Schicksal ergeben und wissen, daß um ihres Leidens
willen viele Seelen sollen gerettet werden. Ihr alle
aber steht zusammen zu einem Bund, laßt euch nicht
beeinflussen, weder von denen, die vorgeben, gute
Katholiken zu sein, noch von denen, die euch verfolgen
und verleumden. Grüßt Mir alle recht herzlich und bemüht
euch, den Maimonat recht christlich zu feiern.“
Barbara: „Ich
danke Dir, mein süßester Bräutigam, für all die Liebe,
die Du uns erweisest. Ich danke Dir anstatt derjenigen,
die nicht mehr an Dich glauben, die alle Deine Wohltaten
Tag für Tag hinnehmen und nicht daran denken, daß Du sie
ihnen spendest, und auch derjenigen, die zwar an Dich
glauben und daran denken, Dir vieles zu schulden, die
aber vor lauter Haschen nach zeitlichen Gütern
vergessen, Dir zu danken, besonders, wenn Du ihnen
Leiden schickst, wenn sie auch daran denken in
glücklichen Tagen, aber auch für die Leiden müssen wir
Dir danken. Siehe Herr, wir sind versammelt hier, Du
hast uns zum dritten zusammengeführt, wahrhaftig nicht,
damit wir Lorbeerkränze pflücken, wohl aber viel Schmach
und Spott. Du sorgst dafür, daß das liebe ‚Ich‘
zurücktritt. Wie hast Du uns heute Abend wieder
gedemütigt durch diesen Prediger, im Beisein so vieler
Menschen. O wie danke ich Dir dafür! Ich habe zwar schon
so vieles gelitten und schon jahrelang mich bestrebt,
Dir zu gefallen. In meiner Jugend habe ich Dich immer
gebeten, Du möchtest mich auf den wahren Weg der
Heiligkeit führen, aber doch einen möglichst leichten
Weg. Ich fürchtete mich vor dem Heiligwerden.
Wenn ich gelesen, was die Heiligen für
große Werke geübt, da dachte ich, die müssen viel
gelitten haben, und das wollte meine Natur nicht.
Deswegen bat ich Dich, mich einen leichten Weg zu
führen. Ich sehe aber, daß es nicht anders geht. Ich muß
unter das Kreuz. Nur her damit! Nur her mit der Krone
von Dornen! Heute abend hast Du sie mir auf die Stirne
gedrückt, die Krone der Schmach. Der Prediger in
Eibingen hat gesagt, die Krone der Jungfrauen ist die
Krone der Schmach hier in diesem Leben. Gib sie mir! O
wie danke ich Dir dafür! Jetzt verstehe ich, warum Du
das vorletzte Mal gesagt, wir sollten uns vorbereiten
auf Leiden. Im ersten Moment war es ein großer Schmerz,
aber wie süß zu leiden, für Dich verachtet, verlacht und
verspottet zu werden. Nimm hin diese königliche Schmach,
denn ich habe sie ja für Dich gelitten.“
Lied: Hochpreiset meine Seele den Herrn
...
Jesus: „Seid
Mir von Herzen gegrüßt, ihr, Meine liebsten Kinder! Die
Schmach, die ihr Meinetwegen erduldet, trägt euch viele
Edelsteine in eure Krone ein. Seht, wo sind denn
diejenigen, die Mir nachfolgen auf diesem Weg der
Schmach, der Verachtung? Seht nur Meine Diener, die
Priester der katholischen Kirche, die Mein Reich
fortpflanzen auf dieser Erde, auf die Ich Meine Kirche
gebaut, die Meine Säulen sind, auf welchen das ganze
Gebäude ruht und ruhen soll, seht, sage Ich, auf sie,
warum sie denn sich so sehr fürchten vor dem Gerede der
Menschen?
Warum habt ihr heute abend wieder diese
öffentliche Beschimpfung gehört? Weil sie das Kreuz
fliehen wollen, das Kreuz, das den Heiden eine Torheit
ist, den Juden ein Ärgernis. Solange Meine Diener sich
fürchten vor dem Gerede der Menschen, solange sie alles
Übernatürliche, das Ich in allen Meinen Dienern wirken
wollte und von jeher gewirkt habe, streitig machen
wollen, ins Lächerliche ziehen vor der großen Masse, so
lange sind sie schwache Petrusse, die das Gerede einer
armen Magd fürchten. Wenn sie an einem Ort stehen, wo
Ich Mir eine treue Seele erwählte, durch die Ich der
Welt zeigen will Meine unendliche Liebe und
Barmherzigkeit, dann fürchten sie sich, dann setzt sich
alles in Bewegung, um einer solchen Seele alles zu
verleiden. Und doch ist es von jeher nicht anders
gewesen, als daß einmal die Wahrheit an die
Öffentlichkeit hinausgedrungen wäre. Diejenigen, die
dann zu Meiner Fahne stehen, halten aus, denn die
Herzen, die Gedanken vieler müssen offenbar werden. Und
zu solchen Zeiten kann Ich Meine liebsten Kinder prüfen,
da bewährt sich das echte Gold, da bewähren sich aber
auch Meine Diener in ihrer Treue. Jetzt will Ich sehen,
welche von ihnen das Kreuz, das Ich dir gezeigt vor
einigen Jahren an Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung, das
von der Erde bis zum Himmel reichte, übergolden werden.
Sie sind die Berufenen, die dieses Kreuz übergolden
sollen, darum aber auch die Berufenen, zuerst sich unter
das Kreuz zu stellen, unter Mein Kreuz, unter das Kreuz
der Schmach und Verachtung sich zu stellen.
Und solange sie dieses Kreuz nur auf
halber Schulter tragen wollen und sich nicht ganz
darunter stellen, solange sie sich wehren gegen den
Spott und Hohn, den man ihnen zuschleudert auf allen
Gebieten der Gottlosigkeit und sie nicht auch noch den
Spott und Hohn dazunehmen, der ihnen wegen ihres
Dienstes und wegen ihres tiefreligiösen Glaubens
bereitet wird, tragen sie nur halb das Kreuz.
Es hat, seitdem Meine heilige Mutter
lebte, viele Seelen gegeben, die Mir nachfolgten,
vielmehr den Weg wandelten, den Meine heilige Mutter
wandelte. Fraget aber Meine Mutter, auf welchem Weg Sie
Sich geheiligt hat, ob Sie Sich auch fürchtete vor dem
Gerede der Menschen, ob Sie da, wo man Ihr zuflüsterte:
‚Siehe, was man wieder über Deinen Sohn gesprochen, wie
die Pharisäer Ihn wieder beurteilt, Er sei des
Zimmermanns Sohn‘, ob Sie da Sich schämte, ob Sie diesen
Menschen ausgewichen? Nein, nein, Meine Kinder, von dem
ersten Augenblick an, als Sie Sich vorgenommen hatte,
die Jungfräulichkeit zu bewahren, eine reine Jungfrau zu
bleiben, trat Sie in die innigste Vereinigung mit der
Heiligsten Dreifaltigkeit. Oft zog Sie Sich zurück und
verkehrte mit Ihr in einer Weise, wie alle frommen
Seelen mit Gott verkehrten, und wie auch ihr mit Ihm
verkehren müßt. Viele sind Ihr nachgefolgt auf diesem
Weg des tiefinnigen Glaubens. Wenn eine Seele, die
vorgibt, Mir zu gefallen, Mir zu dienen, aber alsdann,
wenn Ich etwas anderes von ihr verlange als das, was
ihrer Natur zusagt, und sie Mir dann nicht huldigt und
Meinen Willen nicht erfüllt, so kann Ich sie nicht
gebrauchen zu dem Zweck, zu dem Ich einige Seelen
berufen habe.
Nicht alle Menschen sind berufen, auch
nicht alle, die einen besonderen Weg gehen wollen, aber
doch habe Ich von jeher Mir Seelen erwählt, durch die
Ich besondere Dinge wirken wollte; Meine heilige Mutter
war die Erste. Obwohl Sie nicht sprach, wie Ich das
Werkzeug Mir erwählte, so sprach Sie aber unter Meinen
Aposteln auf dieselbe Weise. Der Heilige Geist sprach
durch Sie mit Meinen Aposteln; und warum glaubt ihr
wohl, daß Ich Meine Mutter, das Teuerste, das Ich hier
auf Erden besaß, noch so lange Jahre in dieser
Verbannung leben ließ? Gewiß hätte Ich Sie mit Mir
hinaufnehmen mögen in Meine ewige Herrlichkeit, um Sie
baldmöglichst von diesem Erdenleben zu befreien, aber
Ich wollte nicht. Sie mußte ausüben, was Ich jetzt
ausübe durch diese Seele, ein Apostolat mußte Sie
ausüben. Meine Jünger, Meine Apostel, die Ich
hinaussenden wollte in die Welt, brauchten eine Stütze,
sie brauchten Gebet, sie brauchten auch einen guten Rat,
und diesen wollte Ich durch Meine heilige Mutter ihnen
spenden, ihnen nicht entziehen.
Darum, Meine Kinder, blieb Sie noch so
lange auf Erden, bis dieses Mein Reich etwas tiefer
begründet war, bis das Samenkorn, das hineingelegt war
in Meine junge Kirche, aufgesproßt war und bereits innen
angefangen hatte zu treiben.
Seht nun, Meine Kinder, das Kreuz will
man fliehen, und doch bin Ich gekommen, der Welt durch
dieses Werkzeug zu sagen, was ihr not tut, wie zu allen
Zeiten, wenn die Welt entchristlicht war, in den bereits
zweitausend Jahren, seitdem Meine Kirche besteht. Denn
die alte Kirche ist verschwunden, die alttestamentliche
Kirche, wo der wahre Gott angebetet wurde in Jerusalem
im Tempel. Der Tempel ist verschwunden, und ein neuer
ist entstanden an dessen Stelle, der Tempel, in dem Ich
wohne Tag und Nacht in Meiner heiligen, katholischen
Kirche. Seitdem nun dieser Tempel steht, haben sich
viele in demselben geheiligt, und Mein Auge ruht mit
Wohlgefallen, ja mit einzigem Wohlgefallen, auf diesem
Tempel. Meine einzige Freude habe Ich an diesem Meinem
Weinberg, den Ich Mir gepflanzt und gezogen habe.
Aber, obwohl Ich immer mit Wohlgefallen
in demselben wohne und Meine Freude an diesem Weinberg
habe, kommt es doch vor, daß die Üppigkeit dieses
Weinbergs verschmolzen, vergangen ist, ausgesogen ist
durch die Nachlässigkeit der Winzer. Die Reben treiben
nichts mehr als wilde Schößlinge und der Saft der
Trauben, die da wachsen sollen aus diesen Reben, fließt
nur noch ganz spärlich.
Darum habe Ich zu allen Zeiten dafür
gesorgt, daß dieser Weinstock wieder üppiger werde, daß
ihm wieder neue Nahrung zugeführt werde und seine Reben
reichlichere Früchte tragen und hervorbringen können.
Deswegen habe Ich von jeher Menschen erweckt, durch die
Ich der Welt Meinen Willen kundtat, durch die Ich die
übrigen Menschen warnen, strafen, aber auch liebkosen
und trösten wollte, damit sie dann mit größerem Eifer
wieder zurückkehren an Mein Vaterherz. Zur Zeit eines
heiligen Franziskus war die Welt erkaltet, aber so
gottlos war sie nicht, wie sie jetzt ist. Ein heiliger
Dominikus und ein heiliger Franziskus waren berufen,
dieses Glaubensleben wieder aufzuwecken. Weil damals
Meine Kirche reich war und durch die Üppigkeit vieler
Meiner Diener, die da lebten wie die Weltmenschen, Meine
Kirche in große Nachteile geriet, darum erweckte Ich
diesen Franziskus, der der Welt zeigen sollte, wo es ihr
fehle, daß die Welt die Armut lieben müsse; nicht die
Welt, nein, Meine Kinder, denn die Welt ist nicht Mein,
Meine Kirche, sage Ich. Meiner Kirche sollte Franziskus
sagen, wo es ihr fehle, daß sie zu üppig sei, daß sie zu
üppig lebe, daß man zurückkehren müsse zu einem
einfacheren Leben, zu einem armen Leben. Das sollte Mein
Diener Franziskus der Welt zeigen und sollte deswegen
die Armut zu seiner Braut nehmen, um Meiner Kirche zu
zeigen, wo sie gefehlt hat, und Tausende und
Abertausende schlossen sich ihm an in den drei
verschiedenen Orden, die er stiftete.
Seht nun, Meine Kinder, als aber die
Welt gottlos wurde und immer gottloser wird, da sprach
Ich durch ein anderes Geschöpf,
durch eine Margareta Maria Alacoque. Ich offenbarte durch sie Meiner Kirche,
wie sie es anzustellen hat, um die guten, treuen Kinder
Meiner Kirche wieder zu wecken und Mir zuzuführen, denn
als die Welt anfing, an allem zu lockern, als Ich
hineinschaute in Meine Kirche und das Christenleben
beobachtete, als Ich sah, wie das heilige Sakrament der
Ehe mißbraucht wurde, als Ich die Zerrüttung der
Familien schaute, da machte Ich durch diese Meine
Dienerin Meine Kirche aufmerksam und gab ihr zwölf
Verheißungen, die Ich all denjenigen schenken und
zugeben will, die Mein Herz verehren. Ich sagte den
Christen, daß alle diejenigen, die das Bild Meines
Herzens in ihren Häusern aufstellen und verehren, Meines
ganz besonderen Schutzes sich erfreuen werden. Aber die
Welt glaubte nicht. Meine Kirche, Meine Diener glaubten
es nicht. Es brauchte lange Zeit. Ja, ja, es brauchte
eine Zeit bis auf die eurige und noch gibt es viele, die
es heute noch bezweifeln. Heute noch wird allzu wenig
Mein Herz verehrt.
Deswegen, Meine Kinder, wiederhole Ich
noch einmal, was Ich euch schon gesagt habe im vorigen
Jahr und früher, daß Ich mit Meinem Statthalter in Rom
ebenso verkehre wie mit Meiner Dienerin. Ihm habe Ich es
gesagt und Meine Diener haben die Aufgabe, das Volk
hierüber zu unterrichten und ihr wißt es nun.
Hier aber spreche Ich, wie Ich zu
Franziskus sprach und durch Franziskus die Welt
belehrte, die Armut zu lieben. Wie Ich aber damals diese
Armut, damit sie auch geliebt werde, selbst fordern
mußte, so auch jetzt. Ich meine damit, Ich mußte Meiner
Kirche alles entziehen, damit sie arm werde. Wißt ihr,
entzogen hätte sie sich freiwillig diese Gabe nicht, und
es gehört ihr auch der Besitz, der ihr geschenkt ist.
Aber wißt, seitdem Franziskus diesen Orden gegründet,
habe Ich durch diese Meine Diener der Kirche gesagt:
‚Die Christen sind nur wahre Christen, wenn sie die
Schmach der Armut lieben. Nicht in Üppigkeit, nicht im
Haschen nach irdischem Besitz geht der Weg zum Himmel.
Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn
wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu
üppig leben und allzusehr nach Reichtum verlangen.‘
Und weil niemand diese Sprache verstehen
wollte und es darum abwärts ging und abwärts ging bis
auf eure Zeit, obwohl es seit jener Zeit viele große
Heilige und Diener Gottes gegeben und Meine Kirche
blühte und blühte, daß Ich mit großer Freude an ihr Mich
ergötzte, kam es aber in letzter Zeit wieder sehr auf
eine abschüssige Bahn mit Meiner Kirche, mit Meinem
Reich. Die Kinder Meines Reiches sind schlüpfrige Wege
gegangen und nicht mehr wie zu Franziskus’ Zeit ist die
eurige Zeit, nicht erkaltet, nein, gottlos ist sie
geworden.
Viele Christen wissen nicht mehr, daß
Ich ihr Gott bin, daß Ich dreiunddreißig Jahre unter
euch gewandelt bin, deswegen dieser allzu große Streit
in Meiner Kirche, in Meiner Schöpfung, das Haschen nach
Besitz, das Ringen und Kämpfen nach irdischem Besitz und
Gütern, damit das Himmelreich auf Erden sich gestalte.
Jeder will, weil er nicht mehr glaubt an ein Jenseits,
sich den Himmel auf Erden verschaffen. Solange es dem
Menschen gut geht, lebt er dahin und glaubt noch ein
wenig, sobald er aber diesen seinen Glauben durch Treue
bewähren soll, dann ist es aus mit seiner Treue. Daher
die vielen Selbstmorde, die vielen unglücklichen Ehen,
weil überall das Kreuz geflohen und gehaßt wird. In den
Ehestand hinein wollen alle sich begeben, und wenn der
Mann noch so viele Kinder hat, sie alle suchen das Glück
im Ehestand und dann, wenn sie es nicht finden, dann ist
es aus mit dem Glück, mit dem Frieden, und der Unfriede
ist überall eingekehrt, weil man nur leichtsinnig in den
Ehestand hineingeht, weil die Verachtung des
jungfräulichen Standes überall gescheut wird.
Seht, Meine Kinder, dieses ist es, was
Ich Meiner Kirche sagen will durch Meine Dienerin hier.
Der jungfräuliche Stand ist verachtet von allen
Schichten der menschlichen Gesellschaft. Ihr aber, Meine
Diener, habt die Aufgabe, diesen Stand zur Blüte zu
bringen. Seht hinein in die Gesellschaft, wie sie
zerrissen ist, wie viele Selbstmorde vorkommen, wie
viele unglückliche Menschen dahinstreichen, sich und
anderen zur Last, weil sie nicht mehr verstehen, das
Kreuz zu lieben, zu tragen, das Kreuz der Verachtung zu
tragen. Wenn ihr nun, Meine Diener, ihr Priester der
heiligen, katholischen Kirche, selbst nicht die
Verachtung tragen wollt, wenn ihr selbst das Kreuz nicht
umfassen wollt, wie könnt ihr dann andere das Kreuz
tragen lehren? Ihr selbst, Meine Diener, müßt
vorausgehen mit dem Kreuz, ihr müßt Meinem Volk zuerst
zeigen, daß es euch Ernst ist, Meine Diener zu sein, und
wenn ihr Meine Diener seid, dann müßt ihr das Kreuz
tragen. Seid ihr denn mehr als der Herr?
Deswegen habe Ich euch schon vor
längerer Zeit gesagt, das Kreuz, das Ich dir gezeigt,
das von der Erde bis zum Himmel reichte, ist das große
Elend, das in der menschlichen Gesellschaft sich
ausbreitet, das aber nicht mehr anders zu heilen ist,
als daß dieses große Elend übergoldet werde durch die
Liebe zum Kreuz. Ihr, Meine Diener, ihr Diener der
katholischen Kirche, seid die einzigen in der ganzen
Schöpfung, die dieses Kreuz, dieses Elend übergolden
können mit der Liebe, die ihr das Volk zum Kreuztragen
lehren sollt. Solange man in Meiner Kirche nicht alles
vermeidet, was den Glauben einiger erschüttern könnte,
so lange liebäugelt ihr noch mit der Welt und tragt ihr
noch auf zwei Schultern. Ihr wollt es nicht mit der Welt
verderben und doch noch Meine Diener sein!
Auf, du Bischof von Mainz, umfasse das
Kreuz! Siehe hier dieses Werkzeug, das beschimpft wird
von einem Jahr zum andern, wie oft hast du es schon
beschimpft, wie oft ihm schon die Dornenkrone auf die
Stirne gedrückt. Wenn sie aus sich selbst wäre, Mein
Freund, wenn sie, was in ihr gewirkt wird, in sich
selbst wirken wollte, wäre sie längst dahin. Sie hätte
längst dir gezeigt, wer sie ist. Wenn du aber glaubst,
Mein Freund, daß Satan hier nicht im Spiel sein kann –
denn würde wohl Satan gegen sich selbst arbeiten? –,
dann glaube wohl, daß es Mein Geist sein muß, der in ihr
spricht und arbeitet. Wenn du selbst sagen mußt, daß
niemand sagen kann ‚Herr Jesus‘, außer im Heiligen
Geiste, dann wisse, daß es an der Zeit ist zu glauben
und tief zu glauben. Ihr aber, Meine Kinder, freut euch,
denn je mehr ihr Meine Krone tragt hier auf Erden, desto
üppiger gestaltet sich eure Krone in der Ewigkeit. Du,
Meine Kleine, folge Mir Schritt für Schritt. Schaue auf
deinen Bräutigam, mit der Dornenkrone geht Er dir
voraus, folge du Ihm, folge Ihm.
Du, Meine Tochter, Ich habe Freude an
deiner Familie, weil sie Mir dient. Du hast gute, brave
Kinder! Wisse aber, daß eine Zeit kommen wird, wo auch
du geprüft wirst in deinen Kindern. Harre aus, trage,
was Ich dir zuschicken werde. Mir nach und freue dich,
daß du auch in der Prüfung ausharren kannst. Wisse, das
Gold ist nur dann erst echt, wenn es im Schmelztiegel
geprüft ist. Harre aus, bearbeite deine Kinder, deinen
Ehegatten, und gehe allen in eurer ganzen Gemeinde mit
gutem Beispiel voran. Du sollst der Welt, deiner
Nachbarschaft zeigen, daß du auch zufrieden bist, wenn
der Herr dir Kreuz aufladen sollte, weder murren noch
klagen, denn wisse, auch du wirst geprüft, ihr alle,
Meine Kinder! Du, Meine Tochter, werde nicht irre! Jetzt
bewährt es sich, ob du glaubst, denn wisse, daß Ich
diesen Glauben auch belohnen werde!“
Barbara: „O
Herr, soll ich meine Schwester besuchen?“
Jesus:
„Siehe, als Ich auf Erden wandelte, da besuchte Ich all
die treuen Freunde, die mit Meiner Mutter verwandt
waren. Gehe du hin, mach deinen Schwestern die Freude;
weil es dir zuwider ist, darum sollst du hingehen,
sollst dieses Opfer bringen. Führt aber auch aus, was
ihr euch vorgenommen habt bis nächsten Sonntag. Je mehr
man euch widerspricht, um so inniger schließt euch an
all die Wallfahrtsgänge an, die die Kirche erlaubt, denn
dort kann euch niemand widersprechen. Kümmert euch aber
nicht um andere. Seid wie Pflastersteine, die nichts
verspüren.“
Barbara: „O
Herr, schenke auch meiner Schwester N. diese Gnaden, um
die sie Dich jahrelang bittet.“
Jesus:
„Alles, um was sie Mich bittet, will Ich ihr gewähren.
Sie soll nur die Zeit abwarten, bis es Mir gefällt, es
ihr auch zu zeigen. Sie möchte nur immer ein bißchen
auch davon sehen, doch weil sie so gar zu eigennützig
ist, will Ich sie noch zuwarten lassen. Meine Tochter,
warte es ab. Dort an der goldenen Pforte, dort sollst du
alles schauen, für jetzt aber im Glauben leben. Du
meinst, ob es auch echt sei? Ja, ja, so gibt es viele
Menschen, die gern glauben möchten, wenn Ich es ihnen
vor die Nase stellte, damit sie es mit dem fleischlichen
Auge sehen könnten. Ja, ja, Meine Tochter, wartet es nur
ab, der Glaube allein ist euer Verdienst, der Glaube
allein ist euer Verdienst!“
Barbara: „O
Herr, bessere N. die Gesundheit.“
Jesus: „Will
sie eine Jüngerin des Gekreuzigten werden? Wenn sie das
werden will, was soll Ich ihr dann noch tun? Will sie
die Schmach nicht tragen, dieses kleine Wörtlein? Ja,
Meine Tochter, du machst Mir Freude in all den Gebeten,
die da die Männer verrichten, die da so gläubig aus
innerstem Herzensgrund beten, denn das ganze Jahr wird
nicht so tiefgläubig gebetet wie an diesem Tag von den
Männern dieser Stadt. Dieser Lohn bleibt dir nicht aus.
Aber sage ihr doch, ein bißchen mehr Geduld. Ich werde
sie segnen, gewiß, aber der Weg zum Himmel muß noch
verdient werden!“
Barbara:
„Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End, dem süßen
Herzen Jesu im Heiligsten Sakrament! Hochgelobt und
gebenedeit sei Jesus Christus im Heiligsten Sakrament
des Altars, und Maria, Seine jungfräuliche Mutter, sei
gelobt und gepriesen von uns und allen Kreaturen, von
nun an bis in Ewigkeit! O wie freut sich meine Seele!
Wie hochbeglückt ist ein Mensch, der das Glück mit mir
teilt. Meine Seele ist zu klein, um das Glück zu fassen,
das Du mir bereitet. O ihr neun Chöre der Engel, ihr
Heiligen im himmlischen Hof, all ihr Gerechten auf
Erden, kommt herbei und seht, wie gut der Herr ist, wie
lieb Seine heilige Mutter ist. O mein Jesus, gib mir
eine Stimme, die hinaustönt in die ganze Welt, um das
Lob Deiner heiligen Mutter zu verkünden. O wie gut ist
Sie, o wie schön ist Sie! O ganz schön bist Du und kein
Makel ist an Dir!“
Der Herr nahte Sich Barbara in großem
Liebreiz und streckte ihr die Hand entgegen. Barbara
wird gewürdigt, ihre Hand in die Hand Jesu zu legen und
hält die göttliche Hand wonnestrahlend.
Barbara: „Ich
bin ein gar zu unwürdiges Geschöpf, und Du würdigst
Dich, diese innigste Verbindung mit mir einzugehen, mit
einem Wesen, das nichts kann als Dich beleidigen. O
Herr, verzeihe mir allen Undank und alle Treulosigkeit,
die ich mir in meinem ganzen Leben zu schulden kommen
ließ. O wie reut es mich, jemals einen Augenblick Dir
entzogen zu haben. O Herr, sieh an die heißen Tränen
über den Undank, den ich in meinem Leben Dir bereitet
habe. O gewiß Herr, niemals mehr will ich Dich
beleidigen, aber sieh, wie armselig ich bin. Heute, wenn
Du mich hinaufziehst zu Dir, wenn Du die innigste
Verbindung mit mir eingegangen und mir all Deine Schätze
geöffnet, wenn Du mich hineinziehst in Dein göttliches
Herz, ist die schwere Zeit vorüber, kaum habe ich die
Wonne eingeschlürft, die Du mir zu verkosten gabst, bin
ich schon wieder dasselbe armselige Wesen, das ich
vorher war. O verzeihe mir!
O Dein Blick, er zermalmt mich! O mein
Jesus, o wie lieb bist Du! O freut euch mit mir! Heute
ist diesem Haus Heil widerfahren! Kinder, Kinder sind
wir geworden, nicht mehr Knechte, nicht mehr Mägde,
nein, nein, Kinder des Hauses sind wir geworden. Sein
Haus ist es geworden und wir dürfen wohnen in diesem
Seinem Haus! O freut euch, o freut euch der Wonne, zu
wissen, daß dies Herz mich nicht verkannt, daß der
Schmerz, der mich zerrissen, auch in Seine Brust
gerannt. O mein Bräutigam, mein Jesus!“
Barbara streckt Ihm die Hände
sehnsüchtig entgegen.
Weil es noch früh am Morgen war, so
zögerten Lieschen und Luise lange und kamen erst, als
der Herr schon einige Zeit mit Barbara verkehrt hatte,
weshalb der Herr ihnen einen Verweis gab.
Jesus: „Meine
Kinder! Gelobt sei Jesus Christus! Wie es euch ergeht,
wenn ihr die Zeit der Gnade nicht benutzt, dieses
vorhergehende, auffallende Zeichen, so ist es ein
warnendes Beispiel in erster Linie Meinen Dienern, den
Priestern hier in dieser Stadt.
Seht, wenn ihr die Zeit der Gnade nicht
benutzt, die Ich euch angeboten habe, so ergeht es euch
gerade so, denn ihr alle wißt, wie gut Ich bin. Ihr habt
schon oft Meine Liebe, Güte und Sorgfalt zu den Menschen
erfahren; ihr habt schon oft an Meiner Brust gelegen und
die Liebe eingeatmet, die aus Meinem Herzen strömt, und
doch wollt ihr anderen Dingen nachlaufen. Ja, ja, es ist
recht, wenn ihr auch recht eifrig seid im Anhören von
heiligen Messen, denn dort bin Ich ja, dort vollbringe
Ich das größte Werk, das Ich auf Erden vollbringen kann,
dort erinnere Ich Tag für Tag, Stunde um Stunde, die
Menschen an Mein bitteres Leiden und lade sie ein,
teilzunehmen an Meinem Leiden und die Gnadenströme, die
da ausfließen aus Meinem Herzen, in sich aufzunehmen.
Aber seht, Meine Kinder, hier will Ich
ja etwas Ähnliches ausüben, eine ähnliche Erinnerung an
Mein bitteres Leiden, an die Liebe, die Ich habe zu
Meinen Geschöpfen. Darum wißt, ihr Meine Kinder, die Ich
euch erwählt habe, dieses Werk durch euch auszuführen,
die Ich euch zu dritt zusammengeführt, damit ihr all die
Stürme und Leiden und Verfolgungen, die Meiner Kleinen
bereitet werden von den Dienern der katholischen Kirche,
ertragen könnt, damit ihr feststeht zu einem Bund, denn
wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da
bin Ich schon mitten unter ihnen; wenn aber zwei oder
drei um Meines Namens willen Verfolgung leiden, was soll
Ich erst dann sagen? Da bin Ich nicht nur mitten unter
ihnen, nein, nein, da bin Ich mitten in ihnen.
Ich Selbst will sie stärken zum Kampfe
gegen die Mächte der Finsternis, hier aber nicht allein
gegen die Mächte der Finsternis, sondern auch gegen die
Gewalten, die Ich Selbst in Meine Diener niedergelegt
habe, die zwar einen Teil eurer Prüfungen ausmachen
sollen, die aber auch von solchen euch bereitet werden,
die bösen, bösen Willen haben. Es gibt solche unter
Meinen Dienern, die wirklich bösen Willen haben, zu
Meinem Schmerz muß Ich es sagen.
Darum merkt es euch, Meine Kinder, wenn
die Zeit gekommen ist, wo ihr wißt, daß Ich Meine
Dienerin gern besuchen möchte, dann schauet nicht auf
euren Gewinn, seid nicht so selbstsüchtig. Wißt, daß
Meine kleine Dienerin sich auch Entbehrungen und
Entsagungen in Hülle und Fülle auferlegen muß. Wißt, daß
sie ebenso gern dort beiwohnen möchte, wohin euer
Schritt gelenkt wird, wie ihr, sie muß aber allen ihren
Freuden und Tröstungen entsagen, wenn Ich komme. Sie
muß, weil Ich so will, und ihr müßt euch ihr anbequemen.
Ihr müßt teilnehmen an ihrem Leiden. Seht, so geht es
allen Menschen, Meine Kinder. Allen Menschen biete Ich
Meine Gnade an, und Ich habe aufgerichtet den Born der
Gnade. Zum allerersten fließt der Born der Gnade in
Meinem irdischen Paradies. Ihr wißt, wo dieses ist. Das
irdische Paradies, das noch sichtbar auf Erden ist, ist
Meine heilige, katholische Kirche. In ihr fließt der
vierströmige Kanal durch die ganze Schöpfung. Im
Allerheiligsten Sakrament ist dieser Born der Gnade, der
versinnbildet war in dem früheren Paradies, das von der
Erde verschwunden ist. Aber dieses Paradies habe Ich
doch wieder aufgerichtet im Neuen Bund, wo Ich Selbst
Mich vereinigte mit Meiner Braut, der heiligen,
katholischen Kirche und durch die ganze Welt diesen
vierströmigen Kanal dahinsprudeln lasse.
Alle, die da kommen und schöpfen aus
dieser Quelle, sollen gerettet werden, sollen teilnehmen
an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse in
diesem irdischen Paradies. Dieses Paradies ist aber auch
Meine liebe, heilige Mutter. Durch Sie will Ich
ausströmen lassen den Born aller Gnaden, durch Sie leite
Ich über die ganze Menschheit dahin all die Gnaden, die
Ich und Sie mit Mir verdient für die arme, sündige
Menschheit.
Seht nun, Meine Kinder, wie nur
diejenigen, die da tiefgläubig sind, sich nicht anwehen
lassen von dem Unglauben der Zeit, die dahinschreiten
über diese sündige Erde, mit dem Kreuz beladen; denn nur
dadurch wird das Paradies aufrechterhalten auf Erden,
daß es recht viele gibt, die es verstehen, den Weg zu
wandeln, auf welchem Ich das Paradies auf Erden
erkämpfen und erschaffen mußte. Ich Selbst mußte dies
Paradies dreiunddreißig Jahre lang erkämpfen. Ich Selbst
habe es erschaffen dort, als Ich hinausschrie in die
ganze Welt: ‚Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände
empfehle Ich Meinen Geist!‘ Und nun, Meine Kinder, habe
Ich es euch gesagt. Nun sollt ihr wissen, was Ich halte
von dem Bischof von Mainz und was Ich ihm durch Meine
Dienerin sagen lasse. Er ist nicht nur ein Diener Meiner
heiligen Mutter, sondern er ist den Bund eingegangen,
den Ich ihm angeboten habe. Er ist der geheimnisvolle
Gemahl Meiner heiligen Mutter geworden, und deswegen
lasse Ich ihm sagen, daß er nur eine kleine Weile, nur
einen kurzen Augenblick den Brautstand erleben wird mit
Ihr, und zwar eine Wonne von Ihr genießen wird wie
keiner seiner Vorgänger. Im innersten Grunde seines
Herzens wird er diese Worte wohl verstehen.
Dann aber soll er nicht irre werden. Er
soll bedenken, daß die Braut bald Hausmutter, Hausfrau
wird, die nichts mehr von den lieben, süßen Tagen des
Brautstandes verspüren wird, die dann von Sorgen und
Plagen gequält, vom frühen Morgen bis zum Abend ächzend
und stöhnend das Kreuz trägt, das der Ehegatte ihr
auferlegt trotz all seiner Liebe und Treue; denn sie
soll ihm Jahr für Jahr Kinder gewinnen, und das bereitet
dieser Braut ein schweres, schweres Kreuz. Sie fühlt die
Last Tag und Nacht, wenn sie auch noch so sehr von ihrem
Bräutigam liebkost wird, aber sie wird die Last jahraus,
jahrein nicht mehr los. Dies sei ihm gesagt zum Trost,
wenn die Tage kommen, wo er ächzend und stöhnend das
Kreuz trägt, das Ich ihm auf die Schulter gelegt.
Er soll bedenken, daß er eine Braut, ein
Bräutigam ist, und daß er in geheimnisvollem Bund lebt
mit Meiner heiligen Mutter. Und wenn andere sich von ihm
abwenden, wenn sie seine Bürde zu hart finden, dann möge
er bedenken, daß es der Anfang ist zum Sieg, nämlich,
das Kreuz soll in Meiner heiligen, katholischen Kirche
vergoldet werden durch die Liebe Meiner Diener. Sie
sollen das Kreuz umfassen und mit ihrer Liebe vergolden.
Wenn sie in erster Linie das Kreuz vergolden, das heißt,
die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen, dann hat das
Paradies auf Erden schon einen guten Zaun erhalten; denn
sie sind die Pfähle, die den Zaun zusammenhalten, die
Pfähle, die da tief eingeschlagen sind in das Erdreich
Meiner heiligen katholischen Kirche.
Den Zaun müssen all die treuen, frommen
Seelen bilden, die angekettet und angenagelt sind an die
Pfähle, an das katholische Priestertum. Diese müssen all
den Spott und Hohn, all die Leiden und Verachtungen mit
Geduld und Ergebung tragen und hinnehmen, auch selbst
wenn sie von denjenigen ausgehen, die Ich zu Pfählen
hingestellt habe, und doch müssen sie fortwährend in
Verbindung mit ihnen bleiben. Sie müssen alles ertragen
und erdulden, aber auch tun, was diese Pfähle sie lehren
und selbst vorpredigen, aber auch selbst tun sollen, Ich
sage tun sollen; tun sie es aber nicht, dann wendet das
Wort um, das Ich einst gesprochen in Meinem sterblichen
Leben: Tuet nicht nach ihren Werken, tuet nach ihren
Worten, wie Ich einst gesagt habe von den Pharisäern,
die zwar die Worte der Heiligen Schrift auslegen, die
aber ganz anders handeln, als die Heilige Schrift ihnen
gebot.
Seht, so sollt ihr Seelen alle tun, die
Ich euch bestimmt habe zu helfen, um den Zaun um Mein
Paradies auf Erden aufzurichten, die Ich euch angenagelt
habe an das Priestertum der katholischen Kirche, die Ich
zu Pfählen hingestellt habe: ‚Tuet nicht nach ihren
Werken, tuet nach ihren Worten‘, denn viele Priester der
katholischen Kirche geben dadurch großes Ärgernis, daß
sie es so gern mit der Welt halten möchten, daß sie zwar
Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort
an sich selbst in Erfüllung bringen. Sieh, du Mein
Freund, du sollst das Tor sein in dieses Paradies hier
in dieser Stadt. So wie Ich die Priester zu Pfählen
hingestellt, so stelle Ich dich hin als Tor, als den
Eingang in das Paradies hier auf Erden.
Ihr aber, Meine Kinder, und all die
treuen Seelen dieser Stadt, ihr sollt euch annageln
lassen an das Priestertum, an diese Pfähle, damit Mein
Reich wieder aufblühe, damit es die Oberhand gewinne in
dieser Stadt. Seht, was ist denn eigentlich die Ursache,
daß der Liberalismus und der Sozialismus so die Oberhand
nimmt, obwohl diese Stadt eine Bischofsstadt ist und das
Christentum in Blüte stand wie keines im ganzen
Deutschen Reich, denn keine Stadt rühmt sich, eine
Goldene zu heißen wie diese Stadt hier. Aber dieses
Goldene Mainz ist ein bleiernes geworden, es hat sich
gesenkt bis auf die tiefste, tiefste Erde herab. Warum
denn? Weil die Diener der Kirche zuviel nachgeben, weil
sie nicht mit Entschiedenheit das Kreuz umklammern, das
Kreuz mit ihrer Liebe vergolden wollten.
Seht, Meine Kinder, siehe, Mein Freund,
du bist bestimmt, dieses Kreuz zu übergolden, das deine
Vorfahren zu vergolden vernachlässigten. Alle, die in
dieser Stadt wohnen, müssen wissen, daß die katholische
Kirche dieser Stadt gehört und diese Stadt der
katholischen Kirche. Sie ist und bleibt eine Tochter,
und zwar soll sie die erste Tochter Roms sein. Darum
stehet ein für eure Rechte, wo es gilt. Laßt nicht ein
Tüpfelchen vom ‚i‘ nach, wo ihr zurückstehen sollt, wo
man euch Anerbieten macht, wo die Kirche, Meine Kirche,
zurückgedrängt werden soll, und wenn es euer Leben
kosten sollte, müßt ihr einstehen für die Rechte Meiner
Kirche. Ihr müßt kämpfen wie Meine Dienerinnen hier
kämpfen um das, was Ich von ihnen verlange.
Seht, ihr müßt euch nicht wundern, wenn
Ich in geheimnisvoller Sprache zu Meiner Dienerin rede,
denn Ich sage euch, wenn ihr nicht werdet wie die
Kinder, werdet ihr nicht eingehen in das Reich Gottes,
und wenn ihr nicht zu den Kleinen haltet, die Ich euch
gestellt habe, werdet ihr nicht eingehen in das
Paradies, das Ich aufrichten will in dieser Stadt. Ich
rede heute nur zu den Dienern dieser Stadt, zu den
Priestern in Mainz. Einen Bund will Ich schließen mit
euch, und derjenige, der es wagt zu spotten und zu
höhnen über diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, der
wird sehen, daß er das Kreuz nicht übergolden hilft. Ich
werde ihm die Gnade entziehen, die er jetzt noch so fest
zu halten glaubt. Denn wie Ich heute euch gezeigt habe,
daß Ich komme zu einer Stunde, wo es niemand vermutet,
und wenn es Mir gefällt, und daß, wenn Ich die Gnade
anbiete, man sie ergreifen soll und muß, ebenso Meine
Diener, hat alles seine Zeit, ganz besonders aber die
Gnade. Nicht umsonst hat Meine Kirche und Ich in ihr
besondere Zeiten gegründet, besondere Jahre gestiftet,
die man Jubeljahre, Gnadenjahre nennt. So ist es aber
auch mit Gnadenzeiten, wenn Ich sie anbiete in einer
Stadt oder in einer Gemeinde.
Ganz besonders hört auf zu spotten und
zu höhnen gegen diejenigen, die Ich durch besondere
Gnaden an Mich ziehe, ihr, die Ich euch gestellt habe,
die Leitung anderer zu übernehmen, besonders ihr, die
ihr das junge Priestertum fortpflanzen helft, denn Ich
habe hier in Mainz diejenigen gelobt, welche die
Pflanzschule des Priestertums leiten, Ich werde sie aber
auch tadeln und strenge, strenge tadeln, wenn sie,
anstatt das innere Leben zu befördern, Haß und Abscheu
einpflanzen in dieses junge Priestertum gegen solche,
die Ich auf diesem Weg führe und leite. Glaubt ihr
vielleicht, Meine Freunde, eine Seele, die ihr mit
solchen niederträchtigen Namen bezeichnet, hat den
Kampf, den sie gekämpft, bis sie eine Quisel, eine
Betschwester, eine Betfunzel, und wie ihr sie heißt,
geworden ist, umsonst durchgekämpft? Hast du, Mein
Freund, so viel gekämpft, wie diese Seele hier gekämpft
hat?
Schämt euch, ihr Priester der
katholischen Kirche, mit ähnlichen Namen diejenigen zu
bezeichnen, die in euren Augen verächtlich sind, weil
sie nicht eurer Laune zusagen. Wißt, daß ihr einer
besonderen Gnade gefolgt seid, und daß Ich alle
diejenigen, die Ich mit dem Priestertum begnadige, ganz
besonders überhäufe mit Meiner Gnade, daß Ich aber auch
in gerader Linie wie euch diejenigen begnadigen muß, die
Mir auf diesem Weg folgen, die zu Meinen Auserwählten
gehören, die Ich aber mit noch viel tieferen Gnaden und
mit noch viel tiefgehenderen Erleuchtungen heimsuchen
muß, bis Ich sie auf diesen Weg gebracht habe.
Ihr, seid nicht berufen und befugt,
diejenigen so zu verschmähen, besonders zu schmähen und
zu verachten in Gegenwart von anderen Personen, die
diese Gnade nicht besitzen. Wenn es nicht anders wird in
dieser Stadt, werde Ich wohl Meine Gnade wieder
zurückziehen. Meine Dienerin wird zwar nicht
rückwärtsgehen, Ich werde sie halten in Meiner Gnade,
aber euch wird sie entzogen werden. Ich werde sie eurer
Leitung entziehen, weil ihr euch schämt, es zu tun zu
haben mit tiefgläubigen Seelen.
Geht hin und sagt Meinem Freund einen
herzlichen Gruß von Mir. Wenn er wünscht, daß diese
Stadt wieder zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehren
soll, dann soll er sich die Worte wohl überlegen, die
Ich ihm heute sagen lasse. Er soll nicht denken, daß
eine Seele getäuscht ist, die so geschmäht, verachtet
und verfolgt wird wie diese hier in dieser Stadt, so daß
sie öffentlich vor allen Leuten beschämt und verspottet
wird. Wenn er sich länger noch überzeugen will von der
Gewißheit, ob Ich es bin, dann soll er seine Leitung
freiwillig Meiner Hand übergeben. Er soll, in anderen
Worten, Meine Hand walten lassen über Meinen
Dienerinnen. Ich Selbst bin euer Führer. Wenn er nun
wissen will, ob dieses wahr ist, dann soll er Mir die
Leitung überlassen, denn da, wo der Priester zweifelt,
ob eine Seele vom Geist der Lüge getäuscht sei oder von
Meinem Geist geleitet, denn von dem Geist eines Menschen
ist hier keine Sprache. Es gibt nur zwei Geister, die
auf den Menschen einwirken. Ich habe dieses schon einmal
erklärt in früherer Zeit. Er soll nachschlagen, er wird
es schon finden, und soll bedenken, daß der Geist des
Menschen eingehaucht ist von Meinem Geist, und der
Mensch hat nichts aus sich selbst heraus. Er ist
entweder freiwillig und durch die Todsünde ein
Lügengeist geworden und steht unter dem Einfluß Satans,
und solange er in der Todsünde lebt, ist der Geist
Satans in ihm, und er vollführt die Werke Satans, oder
aber der Mensch lebt in Meinem Geiste, den Ich ihm
eingehaucht durch die Taufe und den Ich ihm eingegeben,
nachdem er gesündigt hat, durch das Sakrament der Buße,
und in dem Ich wohne durch Meine Gnade. Es ist also
entweder der Geist Gottes in ihm oder der Geist Satans,
und es ist nicht wahr, es ist eine Lüge, so groß wie nur
die Welt sie je erfinden und erdichten könnte, daß eine
Seele, ein ungelehrtes Dorfmädchen, aus sich heraus all
die Worte erdichten kann, die Ich in ihm oder durch sie
rede. Und dann, Mein Freund, wenn du noch länger zögerst
und dich vergewissern willst, ob Ich es bin, der in ihr
redet, dann sage Ich dir: Wehe, wehe der Stadt Mainz!
Ich will Mein Volk retten, Ich will, daß
diese Stadt den Namen wieder tragen wird und soll, den
sie verloren hat. Ich will, daß das Goldene Mainz wieder
hergestellt werden soll als die erste Stadt Meiner
Kirche und alle, die da noch länger widerstehen Meiner
Gnade, halten zu der Welt, halten zu Satan und seinen
Helfershelfern. Geht hinaus an die Loge, an die Pforte
der Hölle und seht, wie es diese machen, eure Gegner,
wie diese arbeiten, ob diese sich schämen, Satans Diener
zu sein, und ihr, ihr wollt euch schämen, Diener des
Kreuzes Jesu Christi zu sein? Diese Meine Dienerinnen
sind Liebhaber des Kreuzes, Meines Kreuzes, und alle,
die Ich an sie ankette, alle, die Ich ihnen zuführe,
müssen Liebhaber Meines Kreuzes werden, und wollen sie
nicht freiwillig, so müssen sie es werden; dann werde
Ich sie so lange mit Kreuz beladen, bis sie das Kreuz
mit Liebe umfangen, umfassen und mit Liebe Mir
nachtragen. Liebhaber des Kreuzes muß Ich bilden, und
wollt ihr Liebhaber des Kreuzes sein, dann umfasset das
Kreuz und schmälert das Kreuz und den Kreuzweg nicht
mehr, den Ich verbreiten will, denn er ist gar zu
schmal, weil ihr ihn so schmal macht; er soll erweitert
werden, damit viele darauf wandeln können, und solange
ihr auf der Kanzel steht und die Liebhaber des Kreuzes
schmäht und solange ihr den Pfad nicht erweitert und er
ein Schlängelein bleibt, auf dem nur hie und da ein
Persönchen wandeln kann, wird es nicht besser.“
Barbara:
„Mein Jesus, Du bist heute so zornig, Du warst doch
vorhin so lieb!“
Jesus: „Ja,
ja, Meine Kinder, Meine Kleine, Ich war lieb vorhin.
Siehe, dies ist das Zeichen, auf dem der ganze Weg, wie
Ich die Meinigen führe, vorgebildet ist. Erst biete Ich
ihnen Meine Gnade an, Ich locke und ziehe sie an, Ich
gebe ihnen Zuckerbrötchen, Ich zeige Mich ihnen in der
ganzen Liebe Meines Herzens. Ich lasse sie die
Gnadenschätze verschlucken und verkosten anfangs, dann
aber, wenn sie stark geworden sind, gebe Ich ihnen harte
Brotkrusten und zeige ihnen, daß sie etwas gelernt
haben. Ich prüfe sie. So tue Ich auch Meinen Dienern
hier in dieser Stadt. Ich habe sie angelockt mit
Zuckerbrötchen, Ich habe ihnen liebe, süße Worte
gegeben, gute Worte, weil es so nicht mehr gehen kann.
Es muß anders werden in Meiner Kirche,
sie muß zur Blüte gelangen, sie muß emporsteigen. Meine
Braut, sie muß auf den Berg gestellt werden, auf dem
alle Menschen sie sehen können. Darum muß Ich eine
ernste Sprache reden, darum komme Ich mit Brotkrusten.
Wollt ihr, oder wollt ihr nicht? Ich will euch prüfen!
Seid ihr stark geworden? Ihr seid schon lange genug auf
diesem Zuckerweg gewandelt. Ich will sehen, ob ihr was
gelernt habt. Wollt ihr nicht? Gut, Ich lasse euch die
Wahl. Ihr seid gestellt an den Wendepunkt. Eure Namen
sollen fortan glänzen durch die lange Ewigkeit in dem
Lebensbuch. In der Geschichte Meiner Kirche sollen eure
Namen eingetragen sein mit goldenen Buchstaben. Wißt,
das Gold bedeutet die Liebe. Diese Liebe muß aber mit
dem Kreuz geschrieben sein. Dieses Gold, diese goldenen
Buchstaben müssen aber mit dem Kreuz geschrieben sein.
Wollt ihr, daß eure Namen glänzen durch die ganze
Ewigkeit, dann müßt ihr dieses Kreuz nehmen und damit
eure Namen selbst eintragen in das Buch der
Kirchengeschichte, dann müßt ihr euch verdient machen in
der Kirche, zu den Kleinen halten, mithelfen,
dazuhelfen, ihnen vorausgehen, nicht hintennach, und
noch spötteln über sie, über die, die euch vorgehen.
Nein, nein, Meine Diener, deswegen rede
Ich heute eine so ernste Sprache. Du, Meine Kleine,
brauchst dich nicht zu beirren, es geht dich nichts an.
Ich bin mit dir zufrieden. Du hast diesen Monat Mai
schon viele Freude gehabt, nicht wahr? Du fühlst in dir,
daß es gewiß ist, daß der Herr in dir wohnt. Merk es
dir, wenn es wieder anders wird, aber wisse, daß der
Herr dann auch noch in dir wohnt, daß du Ihm aber
verdienen sollst. Jetzt läßt Er dir noch eine so kleine
Maikur.
Die Leute gehen hinaus, machen sich
Vergnügen und halten eine Maikur, um ihre Gesundheit zu
kräftigen, noch mehr aber, ihrer Lust zu frönen. Ihr,
Meine Kinder, sollt auch eine kleine Maikur haben, ihr
sollt sie auch halten. Ich gönne sie euch von ganzem
Herzen. Deswegen helfe Ich mit dazu und Meine heilige
Mutter, daß ihr eine kleine Maikur halten könnt. Du
aber, Meine Tochter N., du sollst auch eine Maikur
haben. Du sollst dich nicht allzusehr grämen. Ich habe
dich mit Kreuz beladen, weil du gar zu verwöhnt bist. Du
sollst Mich lieben lernen. Ich will dich heranziehen,
weil Ich in deiner Familie einen guten Keim gefunden
habe. Aber siehe, wie verweltlicht deine Familie ist,
schaue hinein, wie viel da noch fehlt. Deshalb mußt du
Mir verdienen. Du selbst mußt die Gnaden für sie
verdienen. Harre aus unter deinem Kreuz und bringe Mir
deine Tochter entgegen. Siehe, solange dieses verwöhnte
Kind sich nicht anschließt an dich und die Worte
beachtet, die Ich hier spreche, so lange kann Ich dir
das Kreuz nicht abnehmen. Aber zürne Mir nicht mehr. Ich
liebe dich, und deine ganze Familie möchte Ich retten,
aber wie viel fehlt da noch. Sage deiner Schwester, wie
da noch so flach der Glaube ist, wie wenig Mir das
gefallen kann.
O es kann Mir nicht gefallen ein solcher
Glaube. Wo bleibt da das Leben aus dem Glauben bei einem
so verflachten Glauben. Ja, glauben denn diese Menschen,
sie lieben nur so oberflächlich und leben nur so dahin
und Ich muß ihnen das Paradies nachwerfen? Nein, nein,
Meine Kinder! Hier heißt es kämpfen und leben aus dem
Glauben. Dort ist der Lohn, hier der Kampf!
Du, Meine Kleine, Meine Dienerin, du
fühlst die Maifreude, ja, ja, wie dieses ganze Haus
hier. O wie freut es Mich, wenn sie am Abend sich
versammeln und Meiner Mutter schöne Marienlieder singen.
Die ganze Umgebung fühlt sich himmelwärts gezogen. Ihr
wundert euch, daß eure Wirtschaft leer wird. Wißt ihr,
daß ein innerliches Grauen alle diejenigen befällt, die
nicht in der Gnade Gottes leben. Darum fürchten sie und
zittern, wenn sie diesen Gesang vernehmen, der sie an
die Ewigkeit und an das unsterbliche Leben erinnert, sie
aber auch an das Glück erinnert, das diejenigen
genießen, die Gott treu dienen.
Seht, so wie es hier in diesem Hause
ist, wie anfangs zwar sich die Gottlosen zurückziehen
und diese Wirtschaft verlassen und dorthin gehen, wo dem
Teufel gedient wird, Ich aber doch dieses Haus so segne,
daß es keinen Schaden leidet, so wird die ganze Stadt
geleitet und geführt werden. Diejenigen, die sich
zurückziehen von euch, wenn ihr recht zuhaltet der
kleinen Schar, werden euch wahrhaftig keinen Schaden
bringen, denn sie sind diejenigen, die Ich abschütteln
will vom Baum Meiner Kirche. Die übrigen aber werden
sich erbauen. Die ganze Umgebung wird sich erbauen und
ein neues Leben wird erstehen in dieser Stadt. So soll
und muß es werden in der ganzen Welt. Überall, wo treue
Seelen stehen, soll dieses Leben gefördert und geschützt
werden. Es soll und muß der jungfräuliche Stand gehoben
und gepflegt werden, es soll und muß der Ehestand
geheiligt werden, es soll und muß das Leben im Ordens-
und im Priesterstand geübt werden aus dem Glauben, ein
neues Glaubensleben muß überall, überall in der Welt
erstehen. Mit diesem Jubeljahr soll ein neues
Glaubensjahr erstehen und geschaffen werden.“
Barbara: „O
Herr, soll diese unglückliche Frau sich scheiden
lassen?“
Jesus:
„Besser tut sie, wenn sie sich nicht scheiden läßt. Es
ist besser, wenn eine Seele das Kreuz, das Ich ihr auf
die Schultern gelegt, das sie sich selbst zwar gewählt,
denn mit dem Ehestand, den eine Seele sich nach
reiflicher Überlegung gewählt, hat sie es sich ja doch
selbst und freiwillig gewählt, noch vielmehr eine Seele,
die es ohne Überlegung wählt, die hat dann erst recht
das Kreuz freiwillig gewählt und dieses Kreuz, das sie
sich nun selbst gewählt, das Ich aber geheiligt habe
durch das Sakrament der Ehe, ist besser, wenn sie es
trägt bis an ihr Lebensende.
Wenn sie dann unter der Last auch
zusammenzubrechen meint, hat sie den Vorteil, daß jene
Seele, mit der Ich sie verbunden habe, doch nicht ewig
verlorengeht. Denn überall, wo solche Ehescheidungen
vorkommen, wo die Seele sich freiwillig von dem anderen
Teil trennt, steht jener Teil in großer Gefahr,
verlorenzugehen und dieser Teil auch, wenn er noch so
fromm ist und Mir dient, denn in erster Linie sind die
Kreuze, die Leiden, die Ich Selbst den Menschen
auferlege, die sichersten und besten, denn sie verhüten
allen Stolz. Eine Seele nun, die einmal stark geworden
ist, die Ich ganz an der Hand führe und leite, die alles
hinnimmt, der es nicht mehr genügt, die Leiden zu
tragen, die Ich ihr auferlegt habe, diese soll
weitergreifen und sich selbst Leiden verschaffen, damit
sie recht viel verdienen kann. Sage dieses Meiner
Dienerin. Es ist besser und verdienstlicher für sie und
den Ehemann, wenn sie bei ihm bleibt. So kann sie den
Ehegatten retten von der ewigen Verdammnis.“
Jetzt kam die liebe Mutter Gottes.
Barbara: „Ich
danke Dir, o liebe Mutter, für die Liebe und
Herablassung im Namen aller Menschen auf Erden,
besonders in Vereinigung mit den lieben, treuen Seelen,
die so sehr sich Mühe gaben, Dich den Mai durch recht zu
verehren. O erfreue sie doch mit einem Trost.“
Maria: „Sage
nur allen, die sich an euch anschließen, welche die
Schriften lesen und die daraus großen Nutzen ziehen,
aber auch jenen, die die Schriften lesen und daraus
keinen Nutzen ziehen, weil sie nur lesen, um zu
kritisieren und zu politisieren, die alles zerschneiden
möchten, weil sie mehr Politik treiben, als daß sie sich
dem Glauben unterwerfen wollen, einen herzlichen Gruß,
allen jenen, die Mir Freude machen, diesen aber einen
warnenden Gruß. Sie möchten abstehen von all dem Frevel.
Wißt, ihr Gelehrten, und ihr, die ihr
nicht gelehrt, aber zu oberflächlich seid, um etwas zu
erfassen, weil ihr allzuviel verstrickt seid in das
irdische Treiben, nach Geld und Gut, euch wird das alles
wenig nützen, all eure Schätze, all eure Gelehrsamkeit
aus den Büchern, wenig werdet ihr Nutzen haben für die
Ewigkeit, denn dort gilt nur, was echt ist. Ihr aber,
Meine Kleinen, die ihr die Schriften leset und die ihr
euch anschließet, auch ohne es zu lesen, an den
Liebesbund, ihr macht Mir und Meinem lieben Sohn große
Freude. Euch alle lasse Ich herzlich grüßen, besonders
die geprüften Seelen, die noch so kämpfen und ringen um
das Gold der Liebe.
Es gibt viele, und Ich will euch einige
nennen. Es gibt viele in den Klöstern, welche die
Schriften lesen, die aber auch noch geprüft werden mit
Trockenheit und Armseligkeiten, weil sie noch vieles
abstreifen müssen, bis sie eingegangen sind in die
reine, ungetrübte Liebe, in jene Liebe, der es einerlei
ist, ob sie ächzt und seufzt unter der Last des Kreuzes,
unter Trockenheit und Verachtung, oder ob sie schwimmt
in Liebeswonne, diese alle lasse Ich freundlich grüßen,
aber auch jene armen Dienstmädchen, die noch so viel
kämpfen und ringen und noch so vieles leiden müssen um
meines Namens willen. Sagt ihnen ganz besonders einen
freundlichen Gruß von ihrer himmlischen Mutter. Sie sind
die liebsten Kinder, die Ich hier auf Erden habe, sie
stehen noch in mancher Beziehung vor jenen, die sich
ganz Meinem Sohn geweiht, weil an ihnen jedermann die
Schuhe abputzt, weil sie hinausgestoßen sind und
hinausgeschleudert werden, mitunter auch noch von der
abscheulichen groben Herrschaft, der sie dienen. Welche
Rechenschaft für solche Menschen, die ein solches
Geschöpf hinausstoßen, ein solches armes Geschöpf!
Darum, Meine Kinder, kommt an Mein Herz, kommt, ihr seid
ja Meine Schwestern, denn auch Ich war eine Magd des
Herrn. Aber eines muß Ich tadeln an so vielen frommen,
braven Dienstmädchen, daß sie so viel reden über
diejenigen, die sie geißeln.
Seht, Meine Kinder, ihr müßt schweigen,
das Kreuz mit Liebe umfangen und jenen, denen ihr dient,
mit Liebe und Geduld entgegenkommen, dann werdet ihr mit
Flügeln euch emporschwingen zu dem lieben, süßen
Gottesherzen. Ihr alle aber, ihr Meine Kinder, die Ich
euch herbeigeführt, singet Mir liebe Liedchen in diesem
Monat. Ich habe dir gesagt am Mittwoch: ‚Singe, singe
meine Tochter, singe‘, weil es Mir so sehr gefällt, wenn
Meine Kinder sich freuen. Darum, wenn ihr hinauszieht
über die Fluren, so singt aus Herzensgrund, wenn ihr
hingeht in die Maiandacht, singt aus Herzensgrund, und
wenn ihr am Abend nach getaner Pflicht euch versammelt
hier in diesem Zimmerchen, und ihr mit euren Kindern, o
singt aus Herzensgrund ein liebes Liedchen, und auch du,
Meine Tochter, mit deinem Ehegatten und mit deinen
Kleinen, denn sie machen mir wirklich Freude.
Du mußt auch noch deine Leute ermuntern
in deiner Heimat. Dadurch, daß deine Anna fortgegangen
ist, ist vieles eingeschlafen. Deine Anna aber grüße Mir
recht herzlich. Sie soll vorwärtsschreiten und nicht
rückwärts, sie soll ausharren, denn Ich führe sie an der
Hand; auch jenes Mädchen, das Ich ihr zugeführt, lasse
Ich grüßen, sie soll nur kämpfen. Allen den Seelen, die
da so vorgeben, innen zu sehr geplagt und geängstigt zu
sein, fehlt es noch an der wahren tiefgegründeten Demut.
Merkt es euch, ihr Seelen, ihr alle wollt mit
himmlischen Flügeln euch emporschwingen, wie ein Seraph
euch stehen sehen an der höchsten Stufe. Nein, nein,
Meine Kinder, ihr müßt Schritt für Schritt gehen. Ihr
müßt Kinder werden und merkt es euch, ein Kind weiß
nichts von Stolz. Wenn man ihm etwas sagt, schaut es
lieb empor zu der Mutter und glaubt, was die Mutter
sagt, und wenn sie sagt: ‚Mein Kind, komme her, komme in
meine Arme‘, dann läuft es, wenn es auch noch fällt. Es
liegt auf dem Boden, steht wieder auf und läuft wieder.
So sollt ihr es machen, ihr kleinen
Seelen, die ihr noch so geängstigt seid. Seht,
Verzweiflung und Angst gefällt Meinem Sohn nicht. Es ist
immer Stolz, wenn der Beichtvater gesagt hat: ‚Sei
ruhig‘, und das Beichtkind sich nicht beruhigen will.
Erst tiefbegründet beichten, merk dir es, wenn du aber
eine tiefe Beichte abgelegt über dein ganzes Leben, über
die Sünden, die du erkennst, dann lasse dich leiten von
deinem Seelenführer, und wenn dieser sagt: ‚Du kannst
ruhig sein‘, dann mußt du den Stolz herausreißen aus
deinem Herzen, und wenn du noch kleinmütig und
verfinstert bist, dann ertrage dies für deine Sünden und
denke, nach dieser Zeit kommt eine andere Zeit, und mit
einem Schlag kommt die Zeit, wo es anders wird; denn da
ist es gefehlt an der Demut, Meine Tochter, und es wird
bald anders werden.“
Barbara: „O
liebe Mutter, stehe N. bei in diesem Prozeß.“
Maria: „Ich
werde dir beistehen, Meine Tochter! Harre aus in all den
Leiden, die Mein Sohn über dich ergehen läßt. Wisse, daß
du in deinem Leben nie so inbrünstig gebetet hättest wie
jetzt, wenn diese Leiden nicht über dich gekommen wären,
daß du aber doch noch ein wenig mit schuld bist, weil du
zu nachsichtig warst gegen deine Tochter. Auch diese
möchte Mein Sohn retten. Darum sei zufrieden und harre
aus, rette deine Tochter und alle deine Geschwister, die
gar zu verstrickt sind in die Welt und noch so wenig
Glauben haben.“
Barbara: „O
Herr, schenke auch N., um was sie Dich bittet.“
Jesus: „Wenn
sie tut, was Ich eben gesagt habe. Ihr sollt ja den Zaun
bilden, ihr alle, die Ich euch erwählt habe, Mir in
nächster Nähe nachzufolgen, ihr sollt angenagelt werden
an das Kreuz. Darum weg mit dem Stolz, mit dem
Liebäugeln mit sich selbst. Du brauchst nicht zu wissen,
ob du so oder so bist, wenn du nur weißt, ob du deine
Schuldigkeit tust, ob du Schmach und Verachtung
ertragen, ob du zurückgesetzt sein willst; das muß dir
alles ersetzen, was dir abgeht. Lege diesen Maßstab an,
dann wirst du bald finden, wo es gefehlt hat, wenn es da
irgendwo fehlt, steht es noch nicht so ganz klar. Ihr
alle sollt euch annageln lassen an das Kreuz der Schmach
und Verachtung; denn die Dornenkrone der Jungfrauen ist
die Schmach und Verachtung, und die der Eheleute ist,
daß sie sich eng anschließen an den Liebesbund und alles
ertragen und mit Freuden die Leiden erdulden, die Ich
ihnen zuschicke. Gelobt sei Jesus Christus!“
Barbara: „O
liebe Mutter! Du bist ja so
liebevoll, so herzlich! Wie gerne möchten wir Dir wie
voriges Jahr die Freude machen. O wie würde Dir und
Deinem Sohne Sühne geleistet an dem Ort, wo sich die
Mainzer so versündigen, durch das Gebet und Deine
liebevolle Begleitung, denn immer gingen die heiligen
Engel und Du Selbst mit uns. O liebe Mutter, dürften wir
doch den Weg wieder machen. Im Mai wird es nicht gehen.
So nimm jeden Abend unseren Gesang aus Herzensgrund
entgegen.“
Maria: „Der
Herr hat aber Seine Gewalt abgetreten und der Bischof
von Mainz hat zu entscheiden, ihm müßt ihr gehorchen!“
Barbara: „Ja,
ihm müssen wir gehorchen. Du gibst uns den Segen. Kniet
alle nieder!“
Maria: „Sie
bietet auch die Hand deinem Kind, aber es zieht die Hand
zurück. Sage ihm, es soll dich begleiten nach Mainz. Ein
einziges Häkelchen: Seinen Eigensinn brechen, dann wäre
alles gut.“
Anmerkung: Ein Priester aus ihrer Heimat
schrieb in großer Not an Barbara, weil einer seiner
Verwandten plötzlich verschwunden war. Der Herr zeigte
Barbara diesen Mann, wie er unter der Oberfläche eines
Wassers fortschwamm, ohne sichtbar zu sein und sagte, er
habe sich in Geistesverwirrung das Leben genommen, sei
aber nicht auf ewig verloren. Wirklich erhielt Barbara
einen zweiten Brief, daß der Unglückliche gelandet
worden sei, und zwar habe er sich an Kopf und Füßen
schwere Steine gebunden, damit er nicht gefunden werden
könne.
Barbara: „O
süße Mutter Maria, wie unaussprechlich ist das Glück,
das Du mir zuteil werden läßt.“ (Barbara betrachtete
staunend, was ihr gezeigt wird.)
Es ist ein Eingang, zu vergleichen wie
im Dom, wo das Missionskreuz steht, und wie die Nische
im Seminar, wo die Mutter Gottes steht. O wie
unbegreiflich schön muß der Ort sein! Ich darf nur den
Eingang sehen und die liebe Mutter Gottes.
„Ich danke Dir, mein Jesus, für diese
unaussprechliche Liebe. Dort wohnt sie; dieses ist die
goldene Pforte, durch welche auch wir dereinst eingehen
werden. (Barbara betet feierlich das Ave Maria.) Ich
danke Dir, o große Königin des Himmels und der Erde, daß
Du Dich würdigst, mich einen Blick tun zu lassen an den
Ort, wo Du wohnst. O mein Jesus, ich kann es nicht
aussprechen und erklären. Ich danke Dir im Namen aller
Menschen, besonders in Vereinigung mit allen frommen
Seelen, die sich Mühe geben, Deine heilige Mutter zu
verehren in diesem Maimonat. O liebe, heilige Mutter
Maria! Du hast doch ein bißchen Freude an den guten,
treuen Kindern der heiligen, katholischen Kirche,
besonders an denen, die sich Mühe geben, Dir nachzuahmen
in Deinen Tugenden, das ist Dir doch das Liebste. O
liebe Mutter, erflehe mir Verzeihung, daß ich so
nachlässig bin, ich kann nicht mehr, mein Gemüt ist so
abgespannt. Gelobt sei Jesus Christus!“
Maria: „Meine
Kinder, es freut Mich, euch besuchen zu können in diesem
Mir geweihten Monat. Ich weiß, die Sehnsucht aller
Meiner lieben Kinder ist zu groß, länger kann Ich Mich
nicht zurückhalten. Ich wollte warten bis zum letzten
Freitag im Mai, in diesem schönen Monat, aber weil ihr
alle euch sehnt, ein liebes Wörtchen zu hören von eurer
Mutter, bin Ich in eure Mitte gekommen. Meine Kinder!
Der Maimonat wird in der katholischen Kirche zu einem
herrlichen Monat ausgerüstet, zu dem schönsten im ganzen
Jahr, nicht nur, weil man sich mehr um die Altäre
schart, Meinen Sohn inniger anzubeten, sondern auch,
weil sich die guten, treuen Kinder der katholischen
Kirche in diesem Monat ganz besonders Mühe geben, Ihm zu
gefallen. Sie üben auch mehr Tugendakte als sonst im
ganzen Jahr.
Dies ist eine solche Freude für Meinen
lieben Sohn, daß Er Sich zurückversetzt glaubt in Sein
sterbliches Leben, wo Er Sich alle Mühe gab, Mir Freude
zu machen. So sieht Er jetzt in Seinen Kindern dieses
tun. Er sieht in ihnen Sich Selbst und freut Sich mit
ihnen und durch sie mit Mir ... (Hier hat die
Schreiberin wegen Straßenlärms zwei Sätze überhört.)
Schon seit einigen Jahren ist dieser
Monat, welcher der Blütenmonat ist, wo die Erde sich
ganz anders gestaltet, immer sehr rauh und kalt, und
doch sprossen unter dieser rauhen Hülle und Decke gar
liebliche Blümlein hervor.
Seht, dies ist das Sinnbild der
katholischen Kirche, wie unter dieser Eisdecke des
Unglaubens, die auf der ganzen Welt liegt, und die diese
Strafgerichte heraufbeschworen, so daß es unheimlich ist
in der ganzen Schöpfung, doch unter dieser Eisdecke hie
und da gar liebliche Blümlein hervorsprossen und
Tugendakte geübt werden von den frommen, treuen, braven
Kindern der katholischen Kirche. Wie freuen sie sich
alle, wie singen sie aus Herzensgrund Mir zu Ehren,
Meinem Sohn zu gefallen, überall wo der Liebesbund sich
ausbreitet und wo Mitglieder des Liebesbundes stehen,
aber viel üppiger, viel freudiger als sonst, weil Ich
ganz besonders ihnen diese Freude bereiten will.
Ich Selbst will sie belohnen. Es ist
wahr, die treuen Kinder, die sich mitunter alle Mühe
geben, Mich recht nachzuahmen und Mir nachzufolgen, sind
hart bedrängt. Der Arm Meines Sohnes liegt schwer auf
Meinem Volk. Es muß diese Strafgerichte fühlen. Ich kann
nichts erlangen, solange nicht allgemeine Gebete und
Bittgesänge veranstaltet werden, wo das arme Landvolk
sich zusammenschart, das ja doch am allerhärtesten
bedrängt ist, und in Bittprozessionen den Himmel
bestürmt und beschwört, reicht Meine Fürbitte und das
fürbittende Gebet der treuen Kinder nicht hin. Es müssen
die Christen alle, alt und jung, groß und klein, arm und
reich zusammen flehen, den Himmel bestürmen, um das Herz
Gottes zu erweichen.“
Barbara:
„Meine liebe Mutter, Du zeigst Dich mir so überaus
glücklich, in einer so herrlichen Verklärung. Ist dies
die Stadt, in der Du wohnst? Ist dies die Pforte, durch
die wir eingehen sollen, so bitte ich Dich, laß doch
nicht zu, daß etwas gemindert werde von dem, was wir uns
vorgenommen haben zu tun, damit doch recht viele sich
anschließen und viele arme Sünder durch das vereinigte
Gebet der guten, treuen Christen gerettet werden.“
Maria: „Ja,
ja, Meine Kinder, dies ist es, warum du heute diese
glorreiche Pforte geschaut, den Ort, wo du nicht
hinschauen darfst. Nur am Eingang hast du Mich gesehen.
Damit will Mein Sohn dich belehren, daß alle diejenigen,
die sich anschließen an euch, einst mit euch eingehen
werden durch diese goldene Pforte, und Ich Selbst werde
euch an dieser Pforte abholen.
Aber so wie die Welt fortschreitet, wie
Satans Reich aufgerichtet wird und Satans Helfershelfer
sich alle Mühe geben, um ihren Lieblingen immer wieder
etwas Neues anzubieten, um sie ja in diesem Saatmehl des
Lasters festzuhalten, damit sie von Abgrund zu Abgrund
hinabtaumeln bis zum letzten aller Abgründe, aus dem sie
nie mehr befreit werden wollen, so müssen die guten
treuen Kinder der katholischen Kirche sich alle Mühe
geben, immer etwas anzuregen und aufzufrischen, in sich
selbst und an anderen zu arbeiten, um das religiöse
Leben leicht und bequem zu machen, die Tugend zu
versüßen durch allerlei Annehmlichkeiten. Seht, das ist
keine Ausschweifung.
Das ist die Tugend versüßt und
verschönert. Wie die Mitglieder dieser Familie durch
ihren Eifer, den sie bekunden, sich selbst immer
ermuntern und das Gute leicht und angenehm machen und
finden, indem sie sich, wenn auch noch so müde und
abgespannt, doch immer wieder aufraffen und durch das
abwechselnde Gebet mit den Liedchen, die sie
einflechten, wenn auch noch so müde und schläfrig, doch
immer wieder den Geist auffrischen, so soll das ganze
Leben der Christen geübt, gepflegt und gehoben werden
und alle Kinder der katholischen Kirche sollen ablegen
die Kleinmut. Sie sollen wissen, wie gut der Herr ist.
Deswegen will Er Sich Selbst ihnen
mitteilen und will dadurch, daß Er die Anregung der
öfteren Kommunion bewirkt in der ganzen katholischen
Welt, das Leben aller Christen süß und leicht machen. Er
will, daß der jungfräuliche Stand gehoben wird, damit
viele sich zusammentun, denn die Eheleute haben mehr
Sorge und Last mit den Kindern und haben mehr für das
Zeitliche zu sorgen als die Jungfrauen. Diese aber, die
ganz für Gott leben und nicht so sehr sich in das
alltägliche Leben vergraben sollen, sollen dann den
Kleinmut ablegen, nachdem sie sich aufgerafft und eine
gute Beichte abgelegt haben und fern von allem Kleinmut
sich anschließen an den Liebesbund, und der Herr will
dafür sorgen, indem er sich Tag für Tag ihnen selbst zur
Speise gibt, daß sie in sich selbst gute Anregungen in
Hülle und Fülle finden und so das Leben der Christen zu
einem Paradies sich umgestalten soll, weil sie alle
Leiden vergessen und sich immer und immer wieder in Gott
erfreuen, in Gott ihrem Heiland.
Du, Meine Kleine, darfst jetzt nicht
verdrießlich sein, weil allerlei Unannehmlichkeiten über
dich kommen. Willst du ein Mitglied des Liebesbundes
sein, dann mußt du erst noch vieles büßen und sühnen
gerade durch Leiden. Weil du Mir nicht selbst Leiden
bringst, muß Ich sie dir aufladen. Du hast einen guten,
braven Ehegatten, den Ich dir zugeführt. Du mußt aber
wissen, daß auch er sein Steckenpferdchen hat, seine
Launen und Fehler, und jetzt will Ich sehen, was du
gelernt hast. Lange, lange schon stehst du in der Schule
und hast das ABC gelernt. Jetzt will Ich Prüfung halten
mit dir. Du mußt Nachsicht haben mit deinem Ehegatten
und mit deinen Kindern und frohen Mutes den Weg gehen
und ihnen das Leben nicht versauern durch Bitterkeiten.
Geduld mußt du üben, Geduld. Du wirst überall das Kreuz
finden, wo du hingehst, aber jetzt, da es einmal wieder
so ist, nehme dieses. Es geht auch wieder vorüber. Ihr
aber, Meine Kinder, sollt vielen zum Vorbild sein. Darum
muß alles in euch geordnet sein durch die Liebe. Ihr
habt für nichts zu sorgen als für das, was des Herrn
ist.
Du, Meine Tochter, mußt dich eng
anschließen. Wisse, wenn du eine Krone verdienen sollst
für die Jungfrauen der Stadt Mainz, hier in dieser
Stadt, wo so viele Jungfrauen leben, aber nicht aus
Liebe zu Gott diesen Stand gewählt, diesen sollst du
vorleuchten, du, die du aus Liebe zu Meinem Sohn diesen
Stand erwählt hast, wenigstens jetzt gewählt hast, da du
ja eine Braut Meines Sohnes geworden bist.
Du sollst aber auch wie eine Klosterfrau
dir eine Zelle erbauen in deinem eigenen Herzen und
alles hinausschaffen, was in dieser Zelle dir hinderlich
ist, damit du dich auch rühren und bewegen kannst, alles
Überflüssige hinausschaffen aus der Zelle deines
Herzens. Hinweg mit all dem Kram, mit all dem Zeug, das
dir so hinderlich ist. Du kannst dich nicht frei in der
Gottesliebe bewegen, Meine Tochter, solange du noch
hängst an all den Kleinigkeiten. Gehe darüber hinweg,
Meine Tochter.
Wisse, Mein Sohn hat dir Seine Hand
angeboten und gereicht, an dieser gehst du sicher. Lege
ab all die Grübeleien, die Kleinigkeiten, an denen du
hängst. Niemals wirst du darben müssen, niemals wird es
dir übel gehen. Fahre fort zu wirken, wie du bisher
getan und laß alles Schauen beiseite. Siehe, das ist ein
Gegenstand, den du hinausschaffen mußt aus deinem
Herzen. Ferner sollst du nicht hören auf das Gerede der
Freundinnen. Hinweg mit allen, die dir hinderlich sind.
Lieber alles hinweg, lieber ganz allein den Weg gehen,
als daß du dich beeinflussen lässest von ihnen. Mein
Sohn hat wohl gesagt, daß du ihnen ein Vorbild sein
solltest und sie nicht abstoßen sollst. Ja, ja, solange
du sie an dich ziehen und auf bessere Wege bringen
kannst. Sobald sie es nicht tun, mußt du gehen, wie
Meine Freundinnen tun, mußt du dich von ihnen lossagen.
Solange sie kommen und sich erbauen wollen, darfst du
mit ihnen verkehren und Freundschaft pflegen. Alles
übrige mußt du abschneiden, wie Ich es verlange von
allen Meinen Dienerinnen, wo sie stehen in der Welt.
Meine Kinder, wenn die Priester noch
zweifeln sollten, daß alles, was hier gewirkt wird,
göttlichen Ursprungs ist, dann sollen sie sich nur
umsehen in der Stadt und in der Welt, ob es nicht an der
Zeit ist, wo man alles verlassen muß, um nicht selbst
zugrunde zu gehen. O wieviel Unheil, wieviel
Gottlosigkeit ist in der Welt, und die guten, treuen
Kinder stehen in dieser Welt, atmen diese Luft ein. O
rafft euch doch auf, schließt euch an, fragt nicht nach
rechts und links.
Auch du Priester, stehst in derselben
Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die
Wege, die sie gehen sollen, weil sie mit der Welt
liebäugeln, und eine allgemeine Umkehr zu einem
tiefgläubigen Leben wäre bei gar vielen notwendig. Nur
der erfaßt es, der selbst es übt. Darum auf, Meine
Kinder! Auf, Meine Diener! Wollt ihr ganz besonders
Meines Schutzes euch versichern, dann tuet, was Mein
Sohn hier angibt, dann erneuert ein jeder in sich Tag
für Tag dieses Leben.
Dem jungen Priester aber in Mainz sage
einen freundlichen Gruß von Seiner Herrin, die bald,
bald seine geheimnisvolle, unsichtbare Braut werden
will. Er möge nicht verzagen in all den Trübsalen, die
seine Familie und ihn selbst getroffen. Er möge
bedenken, daß die Unlust und die Zerstreuungen im Gebet
ihm nicht zur Sünde angerechnet seien, solange er Meinem
Sohn auch guten Willen entgegenbringt und unter Meinem
Schutzmantel geborgen ist. Er möge wissen, daß die
Zerfahrenheit, wie er sich ausdrückt, nicht von ihm
herkommt, gar von seiner schlechten Willensrichtung.
Nein, nein, es ist seine abgespannte
Natur, die Krankheit seiner Nerven, und es wird nicht
anders werden, bis er einmal mehr sich erholen und
ausruhen kann. Statt die Osterferien sich ein wenig
auszuruhen, hat der arme Mensch diesen Kummer
durchgemacht. So geht es bei gar vielen, und wenn sie
nicht auf übernatürliche Art getröstet werden, gehen sie
abwärts, weil sie glauben, sie seien doch auf unrechter
Bahn, und Satan, der dieses merkt, nutzt diese
Mutlosigkeit aus zum Verderben der Menschen, wie bei dem
Verunglückten, der da so unglücklich zugrunde gegangen
ist. Satan nutzte sie aus zu seinem Verderben. Wenn es
auch nicht immer so der Fall ist bei frommen Christen,
wirkt es doch sehr nachteilig, wenn niemand da ist, der
sie aufrichtet und auf die rechte Bahn einlenkt. Mut,
Mein Sohn, Mut! Nur noch kurze Zeit und du wirst der
Bräutigam deiner himmlischen Mutter!
Ihr aber, Meine Kinder, geht die nächste
Woche, wo Meine Kirche das allgemeine Bittgebet
veranstaltet in der ganzen Welt, hinaus in die freie
Gottesnatur. Geht zusammen in derselben Kleidung, so wie
ihr an das Heilige Kreuz gewallfahrt seid, damit euch
niemand es wehren könne. Solange ihr die Erlaubnis nicht
habt, dürft ihr keinen Anstoß erregen. So aber, wenn ihr
euch so zusammentut, kann es euch niemand wehren, und
ihr braucht niemand zu fragen. Andere gehen auf
Vergnügungsreisen, macht ihr euch eine Erholungsreise,
indem ihr hinauszieht und in Begleitung der heiligen
Engel und in Meiner und in Meines Sohnes Gesellschaft
das Lob Gottes verkündet.
Betet, Meine Kinder! Betet für die
Sünder, betet für die Sünder dieser Stadt Mainz, denn
die Gottlosigkeit hat ihr Haupt frech erhoben, und weil
der Liberalismus überall das Haupt hoch trägt, und weil
diese Stadt unter der Regentschaft eines ganz verkehrten
Oberhauptes steht, das jetzt alles aufbietet, um diese
goldene Stadt, welche die erste Tochter Roms gewesen vor
Zeiten, gern hinüberziehen möchte in sein Lager. Darum
all diese Aufzüge in letzter Zeit, um den Liberalismus
zu bestärken, damit er nur ja alles ihm genehmige, und
je mehr dieses Oberhaupt Eingang findet in diese Stadt,
desto mehr weicht Mein Geist zurück, und diese goldene
Stadt wird bleiern.
Darum sagt es allen Meinen Dienern, daß
sie sich nicht schämen sollen, zu den Kleinen zu halten,
daß sie freien Lauf lassen sollen all jenen Seelen, die
nach echter Tugend und Frömmigkeit streben. Wißt, daß
der böse Geist keine Mühe spart, um alles in sein Garn
zu locken durch die Vergnügungssucht, und Mainz hat, so
wie es den Vorzug hatte vor allen deutschen Städten in
jener Zeit, wo es das Goldene Mainz genannt wurde, jetzt
aber auch den Vorzug vor allen deutschen Städten in der
Vergnügungssucht, denn man sagt in allen Städten, die
viel reicher sind und viel üppigere Feste halten
könnten: ‚Die Mainzer verstehen es, Feste zu feiern.‘
Meine Diener, ein warnendes Zeichen für euch! Je mehr
das Mainzer Volk versteht, Feste zu feiern, desto mehr
habt ihr zu zittern um euren heiligen, katholischen
Glauben und eure Existenz. Wißt, je mehr dieser Geist
der Vergnügungssucht fortschreitet, desto mehr dürft ihr
euch zusammenknoten, desto leerer werden eure Kirchen,
und der Bischofsstuhl weicht zurück von seinem Glanz.
Je mehr ihr zu den Kleinen haltet und
glaubt, daß es an der Zeit ist, wo man keine Rücksicht
mehr zu haben braucht und darf mit der gottlosen Welt,
die doch verloren ist, desto mehr sollt ihr wissen, daß
die Zeit gekommen ist, wo der Herr gebetet hat für die
Seinigen, als Er sprach: ‚Vater, die Du Mir gegeben
hast, Ich will, daß sie alle eins seien, wie auch Wir
Eins sind.‘ Seht, damals hat Mein Sohn gebetet für euch.
Wer waren denn diese, für die Er gebetet? Es waren Seine
zwölf armen Fischer, die Ihm treu geblieben waren, und
Seine Jünger und die frommen Frauen und zwei Reiche
waren dabei, Nikodemus und Josef von Arimathäa.
Ein Zeichen für euch Priester der
katholischen Kirche, wie wenig ihr gewinnen könnt, wenn
ihr den Reichen nachgeht, denjenigen, die an der Spitze
stehen. Geradeaus müßt ihr gehen und retten, was noch zu
retten ist. Soll der Glanz der Kirche wieder
ausgebreitet und erhöht werden, müßt ihr alle insgesamt
zusammenstehen, euch selbst anregen durch gute
Entschlüsse und all die guten Anregungen treu befolgen.
Wo andere hinausziehen und sich Vergnügen verschaffen
und vorgeben, sich von der Arbeit auszuruhen, seht, da
müßt ihr euch Vergnügen verschaffen, indem ihr frei und
offen euren Glauben bekennt, all die guten Anregungen in
euch und durch euch befolgt.
Geht hin, Meine Kinder, und grüßt Mir
alle, die sich euch anschließen; all die Kinder, die
sich da so Mühe geben, Mein Lob zu singen, werden
niemals abweichen vom rechten Weg. Sagt es darum all
jenen, die sich Mühe geben, die Kinder um sich zu
versammeln und mit ihnen den Maimonat zu feiern, daß sie
kein größeres Werk tun können als das, welches sie tun,
mögen sie nun Jungfrauen sein oder Hausmütter, die in
ihren Familien die Kinder um sich versammeln, oder
Lehrerinnen, die da ihre Kinder bearbeiten und ihnen
Liebe zu Mir einflößen und beizubringen suchen. Alle
diese lasse Ich herzlich grüßen.
Sage N., alles hat seine wichtige
Bedeutung. Kein Ort ist unbedeutend, kein Weg, auf dem
die Seelen geführt werden, ist ohne Bedeutung. Nur
müssen es die Seelen anerkennen. Wie können sich all
diejenigen, die es einsehen und glauben, daß nichts
geschieht ohne Zulassung Gottes, freuen, wie können sie
überall zufrieden leben und sich erfreuen, und wenn die
Zeit gekommen ist, sehen sie es alle ein.
Auch du wirst einsehen, wie gut Mein
Sohn ist und es mit dir gut meinte, Meine Tochter. Du
mußt noch vieles ablegen und anders werden. Du mußt dich
nicht grämen, weil dir manches nicht so geht, wie du es
haben willst. Freue dich. Siehe, all die Leiden, die dir
zugeschickt werden, sind nur Prüfsteine, womit das Gold
geläutert wird. Ich habe in dir ein gutes Keimchen
gefunden schon von frühester Jugend an, eine gute Seele.
Du hast dieses Keimchen aber unbenutzt gelassen.
Darum mußt du geläutert, gesiebt und
gefegt werden. Und ihr alle, die ihr nicht wißt, woher
es kommt, daß der Herr euch Leiden schickt, erkennt sie
an, beugt euren Nacken, wenn ihr nicht den Mut habt,
freiwillige Leiden auf euch zu nehmen, wie diese Meine
Dienerinnen hier, die Spott und Hohn hinnehmen und ruhig
weitergehen, so tragt wenigstens die Leiden, die Mein
Sohn euch auferlegt.
So und nur so kann Mein Sohn die Welt
retten, nur so kann die Welt gerettet werden, das
Paradies wieder aufblühen und Meine Kirche wieder auf
den Leuchter gestellt werden.“
Lied: Heute ist gefahren ... Den ganzen
Monat Mai versammelten sich die Mädchen, die Tochter und
Barbara, um nach beendigter Arbeit vor Mitternacht meist
der lieben Mutter Gottes eine Stunde lang Loblieder zu
singen. Die Gäste, durch den Gesang an den Aufbruch
erinnert, verließen das Lokal, und die Schwägerin
gesellte sich dann auch noch dazu.
Barbara: „Ich
danke Dir, mein Jesus, für das Glück, das Du mir und
allen, die sich persönlich oder im Geist mit uns
vereinigen, in diesem schönen Maimonat bereitet hast. O
wie glücklich waren wir schon in diesem Monat. Könnte
ich allen Menschen den Frieden des Herzens einflößen,
wie Du ihn über uns ausgegossen hast! O ich danke Dir
für all die Gnaden, die Du meinen Angehörigen und mir
erwiesen, besonders durch die glücklichen
Mitternachtsstunden. Gelt, mein Jesus, es hat Dich doch
gefreut, wenn alle, obwohl so müde und abgeschafft, sich
versammeln, um Deine heilige Mutter zu verehren. O daß
alle Menschen das Glück erfaßten, das in unserer
heiligen Religion liegt, das Paradies wäre auf Erden.
Barmherzigkeit für die arme, sündige Welt, die nicht
erkennt, wie gut Du bist! O liebe Mutter, ersetze Du,
was fehlt, wenn es manchmal recht unvollkommen war. Hat
uns doch Dein Sohn gelehrt, daß wir Deine Tugenden Ihm
entgegenbringen sollen. O so mache es auch im Monat Mai.
Bringe Du Ihm Deine Tugenden, die uns fehlen, entgegen
und ersetze, was uns mangelt durch Deine überreichen
Verdienste.“
Maria:
„Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder, es freut Mich,
euch wieder besuchen zu können. Ehe Mein Sohn Sich
würdigt, zu euch herabzusteigen, möchte Ich doch ein
recht liebes Wörtchen zu euch sprechen.
Seht, Meine Kinder, so einsam und
verlassen muß Ich vom Ölberg zurückgehen mit den
Aposteln und Jüngern, die sich an Meinen lieben Sohn
hatten angeschlossen. Einsam und verlassen war die ganze
Welt für Mich. Die Freude, Meinen Sohn emporsteigen zu
sehen in die himmlischen Gefilde, in Seine ewige Heimat,
hinterließ zwar auch in Mir die Spuren einer
unaussprechlichen Freude. Ich freute Mich mit Ihm und
der ganzen himmlischen Heerschar, die Ihn abgeholt und
vor den Thron Seines himmlischen Vaters begleiteten.
Aber seht, Meine Kinder, Ich, Seine heilige Mutter, muß
doch wieder zurück in diese öde, armselige, verlassene
Welt. O denkt euch den Schmerz: Zurück von Meinem Sohn,
zurück in dieses Tränental. Und noch so lange Jahre sind
Mir beschieden, fern von der Heimat, von Meinem lieben
Kind zu verweilen. Und doch mußte Ich zurück. Und doch
hat es auch für Mich wieder Seine angenehme Seite.
Seht, Meine Kinder, dies muß euer Trost
sein in all den Trübsalen und Bedrängnissen, wenn Mein
Sohn Sich in euch zurückzieht, wenn bald die Zeit
vorüber ist, wo die heilige katholische Kirche ihren
Festesjubel äußert.“
Barbara: „O
liebe Mutter, wie schön, wunderschön ist die Zeit.“
Maria: „Ja,
ja, Meine Kinder, wie wunderschön ist die Zeit, in der
ihr lebt. Von der Auferstehung Meines Sohnes an bis zum
letzten Fest, das die Kirche Meinem Sohne zu Ehren
vorführt, zu Ehren Seiner heiligsten Menschheit, ist ein
Freudenfest, ein einziges Fest des Jubels und
Frohlockens unter den Kindern der katholischen Kirche,
aber noch vielmehr unter den Kindern der triumphierenden
Kirche.
Die streitende Kirche hier auf Erden, zu
der ihr gehört, fühlt nur den Widerschein dieser Feste,
den Widerstrahl. Jene aber feiern unaufhaltsam,
unaufhörlich Tag für Tag, von der Morgenstunde des
heiligen Osterfestes an bis hinaus zum letzten Fest, das
die Kirche dem heiligsten Herzen Meines lieben Sohnes zu
Ehren eingesetzt hat. Unaufhörlich tönen Tag und Nacht
die Freudenund Jubelgesänge in der triumphierenden
Kirche, denn jene erkennen erst, welcher Jubel, welche
Freude es ist, ein Kind der katholischen Kirche zu sein,
ein Kind der katholischen Kirche gewesen zu sein.
Kein Mensch, kein Kind, das geboren wird
in der ganzen sichtbaren Schöpfung, hat dieses Glück,
auch wenn es noch so gut seine Jahre verlebt und ganz
unbewußt fern von der heiligen, katholischen Kirche sich
in einer anderen Religion befindet. Weil es aber doch
nicht ahnt, daß es im Irrtum sein könnte, wird es auch
von Meinem Sohn aufgenommen in die himmlische Heimat,
doch ist es weit entfernt von dem Glück, das ein Kind
der heiligen, katholischen Kirche genießt, denn der
Himmel, der Ort, der geschaffen ist für die wahren
Brüder und Schwestern Meines Sohnes, ist nicht zu
beschreiben, ist nicht zu ergründen. Kein Auge hat es je
gesehen, kein Ohr hat es je gehört, und in keines
Menschen Brust ist es hinabgestiegen, was Gott denen
bereitet hat, die Ihn lieben.
In diesem festen Glauben ruhen Tag und
Nacht die Kinder der katholischen Kirche. Jetzt erst
sehen und begreifen sie, welch großes Glück es ist, daß
ein Gott vom Himmel herabstieg und dreiunddreißig Jahre
Mensch gewesen ist, um die Menschheit wieder mit Gott zu
versöhnen und ihr das Glück zu verschaffen, wozu die
Menschen erschaffen sind. Diejenigen, die nun bei Ihm
wohnen, sehen und genießen dieses Glück, und darum
freuen sie sich. Tag und Nacht ertönt der Jubel- und
Preisgesang, bis die Zeit vorüber ist, wenn auch dann
Tag und Nacht noch fort, aber in dieser Zeit ist die
Freude so überströmend, daß es eine Wonne ist, auch nur
im Entferntesten es zu ahnen, wie ihr es ahnt, Meine
Kinder.
Daher, Meine Kinder, kommt das Gefühl,
das ihr Erdenpilger zu gewissen Zeiten habt. Besonders
diejenigen, die Mein Sohn anlocken möchte, um sie auf
gute Wege zu bringen, läßt Er eine Zeitlang einen
Vorgeschmack jener himmlischen Genüsse fühlen, deren sie
einmal teilhaftig werden sollen, oder diejenigen, die
Freude fühlen, das Hereinleuchten von jenen himmlischen
Gefilden. Ihr seid Kinder der Heiligen, also Brüder und
Schwestern der Heiligen. Wenn jene Freude so
überströmend ist, so ist es, wie wenn in einer Familie
ein großes Freudenfest gefeiert wird und eines der
lieben Angehörigen weilt draußen in der Fremde, fern vom
Vaterhaus, und die Mutter, der Vater, die lieben
Geschwister erinnern sich an das Mitglied, das Kind, den
Bruder, die Schwester, die draußen wohnt in der Ferne,
und sie wissen nicht, wie sie es anstellen sollen, damit
auch dieses liebe Mitglied eine kleine Freude, einen
kleinen Vorgeschmack von der Freude habe, die sie
beisammen genießen, und sie schicken diesem Kind ein
wenig von den Überresten des Gastmahls, das sie
genießen.
Seht, so ist es mit der überströmenden
Freude der Himmelsbewohner. Einen Vorgeschmack habt ihr,
und das ist das fürbittende Gebet der Jungfrauen, Meiner
lieben Töchter, die alle sich mit Mir vereinigen und für
euch bitten, damit ihr doch wenigstens etwas fühlet von
der Freude, damit ihr gestärkt und gestählt werdet zu
neuem Mut, zum Kampfe um die Krone. Harret aus, Meine
lieben Jungfrauen, harret aus! Nur noch eine kurze Zeit
und alles ist vorüber und ihr zieht hinaus auf den
Ölberg, das heißt, ihr werdet auf ein Krankenlager
geworfen oder auch gar nicht. Der Tod kommt schnell und
unerwartet, aber die Ölbergangst müßt ihr durchmachen
wie Mein lieber Sohn.“
Barbara: Und
nun geht Er hinauf über die Gefilde, und noch einmal
schaut Er zurück über die Menge, die vor Ihm steht. Und
aufwärts und aufwärts schaut Er und Er erhebt die Hand
und segnet die ganze Schöpfung nach allen vier
Himmelsrichtungen hin, nach Nord und Süd und Ost und
West, weil sie alle Ihm gehören sollen. Überall soll
Sein Reich aufgepflanzt und aufgerichtet werden, sollen
Seine Brüder und Schwestern wohnen. (Nun kam der liebe
Heiland.) „Gelobt sei Jesus Christus!“
Jesus:
„Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Das Fest ist
bereits wieder zu Ende gegangen, wo Ich Meine Kinder
erinnern möchte von Jahr zu Jahr an den Abschied, den
Ich nahm von dieser Erde, von Meiner sichtbaren
Schöpfung. Verlassen haben Meine Füße diese Erde, um zu
wandeln in den himmlischen Gefilden und nur noch
sichtbar der gläubigen Seele, die da ein Kind geworden
ist. Seht, Meine Kinder, Ich sage, ein Kind geworden
ist. Eine Seele, die Mich schauen will, die Mich noch in
Meinem sterblichen Leben erblicken will, muß ein Kind
werden, denn obwohl Ich eingegangen bin in Meine
Herrlichkeit und mit Leib und Seele in den Himmel
aufgefahren bin, habe Ich doch die Macht zu tun, was Ich
will, wie es Mir gefällt. Ich habe die Macht, wo es
notwendig ist und wo es Mir beliebt, in sichtbarer
Gestalt Meinen Geschöpfen zu erscheinen, Mich ihnen zu
vergegenwärtigen, wie Ich mit ihnen lebte auf Erden. Ich
sage, wenn es Mir beliebt und wenn es notwendig ist.
Notwendig ist es zu allen Zeiten, wo
Meine Kinder anfangen, Mich zu vergessen, Mich
hinauszustoßen aus ihrem Gedächtnis. Und weil jetzt
wieder die Zeit gekommen ist, wo so viele Menschen
darauf ausgehen, Mich aus ihrem Gedächtnis zu wischen,
weil so viele sagen: ‚Es gibt keinen Gott, und wenn es
je einen Erlöser gegeben, einen Messias, wenn es wahr
ist, daß ein Messias auf Erden war, so war er nur ein
gescheiter Mensch wie alle übrigen Menschen‘, so ist es
freilich notwendig, daß Ich Mich Meinen Geschöpfen
wieder zeige und durch sie die guten, treuen Kinder
Meiner Kirche aufrüttele und aufschrecke und ihnen mit
Liebe alle Meine Süßigkeiten zu verkosten gebe und ihnen
zu verstehen gebe, wie sie es anzustellen haben, damit
Mir Ersatz und Sühne geleistet wird für die undankbare
Welt und so durch das fürbittende Gebet Meiner Kinder
die Menschheit nach und nach wieder auf bessere
Gesinnungen und bessere Wege gebracht werde. Darum sagte
Ich, einer kindlichen Seele zeigte Ich Mich. Kinder müßt
ihr werden.
Ihr Meine Lieben, seht euch nur um in
dieser Stadt, nicht wahr, es ist unter den guten, treuen
Christen eine ganz freudige Bewegung. Ja, ja, Meine
Kinder, die Ursache ist, weil man anfängt zu glauben,
daß Ich die Macht habe, zu Meinen Geschöpfen
herabzusteigen, und daß Ich aber auch erkannt sein will
und daß, wo Ich Mich würdige herabzusteigen, dies nicht
ohne besonderen Einfluß auf die ganze Umgebung bleibt.
Also, in erster Linie werden die Gnaden über die Stadt
Mainz dahinfließen, sie wird den größten Nutzen ziehen,
wenn recht viele zusammenstehen, zu dem guten alten
Glauben wieder zurückkehren, mit anderen Worten, wenn
sie wieder Kinder werden.
Ja, ja, Meine Diener, ihr habt recht,
Kinder müßt ihr werden, Kinder, obwohl gelehrt,
einfältigen Sinnes in demütigem Glauben Kinder werden.
Ihr aber, ihr gläubigen Christen, kindlich demütig müßt
ihr werden. Seht hin auf alle jene, die einmal sich euch
angeschlossen, dann aber das nicht tun wollten, was Ich
von ihnen verlangte, wie Ich dann überall Meine Gnaden
zurückziehe.
Seht, was aus solchen Seelen wird. So
wird es in der ganzen Welt gehen. Wenn die gläubigen
Christen zusammenstehen, wenn der Liebesbund sich
ausbreitet in der Schöpfung, ihr glücklichen Kinder der
katholischen Kirche, wenn ihr glaubt, daß Ich euch zu
Hilfe kommen will, daß es Mir ernst ist, euch
herauszuziehen aus dem tiefen, tiefen Unglück, in das
ihr euch selbst hineingerannt, wohl nicht ihr allein,
alles half da zusammen, so will Ich euch retten. Mein
Volk ist abgewichen vom rechten Weg, es ist stolz
geworden, es wollte ein Mann sein und hat die
Kinderschuhe ausgezogen. Darum, weil es stolz
einherstolzieren wollte, habe Ich Meine Gnade von ihm
abgezogen, und es fiel und es fiel.
Aber jetzt ist die Zeit gekommen, Meine
Kinder, wo ihr wieder kindlich werdet, ihr Kinder der
katholischen Kirche, Kinder werdet ihr. Und jetzt ist
die Zeit gekommen, wo Ich euch wieder emporheben will.
Ja, ja, geht nach Rom und seht ein Kind. Seht ein Kind
in Papst Leo XIII.; ein Kind ist er, obwohl ein Greis
von 90 Jahren. Geht hin, wo ihr eine treue Seele findet.
Ein Kind seht ihr, auch wenn sie noch so gelehrt ist.
Kinder müßt ihr werden, ihr katholischen Christen,
tiefgläubig.
Alles, was Ich euch sage und zu was Ich
euch berufe, müßt ihr erfüllen, damit die Welt sieht,
daß an euch nichts zu machen ist und so von euch sich
abgestoßen fühlt, aber mit Schrecken und Schaudern, und
so viele noch gerettet werden, denn diejenigen, die noch
halb und halb zu der Welt halten und halb noch zu Meiner
Fahne stehen, sie alle müssen gerettet werden durch euer
Gebet, durch eure Energie, ihr Liebesbundmitglieder.
Darum ihr Priester, ihr Ordensleute, ihr
guten Christen in der Welt, zusammen müßt ihr stehen,
ein Herz und eine Seele müßt ihr werden. Wenn die
Kirche, wenn das Priestertum etwas befiehlt, wenn eine
Kirche, ein Kloster soll gebaut werden, wenn eine
Stiftung soll gegründet werden, gebt euren Beitrag. Wenn
ein Aufruf an euch ergeht von der Kanzel, steht
zusammen, Mann an Mann, Kopf an Kopf, stellt euch unter
das Kreuz, helft der Kirche die Bürde tragen. So wird
Mein Reich aufgerichtet und der Weg erhellt, der zum
Sieg führt. Und je mehr geschafft und getan wird, desto
heller wird die Straße, desto belebter, und bald, bald
wird die Zeit kommen, wo Meine Kirche wieder zur Blüte
gelangen soll und wird. Hört nicht auf das Gebrüll der
Löwen, auf das Geschrei jener, die aus der Hölle
stammen. Ich habe noch nicht lange zu euch gesagt, daß
ihr an der Höllenpforte steht. Ihr steht in der Zeit, wo
die Pforten der Hölle geöffnet sind und alles und alles
mit hineingeschoben wird und daß Tausende und
Abertausende dieser Höllenpforte zueilen.
Seht all das Toben und Schreien in der
Schöpfung, das die Freimaurer erregen und der
Liberalismus ausführt und die Helfershelfer Satans,
seht, wie sie zusammenstehen und brüllen und schreien in
Wort und Schrift und Tun, so müßt ihr zusammenstehen,
ihr Kinder der katholischen Kirche. Wehrt euch, wehrt
euch, es ist an der Zeit. So wenig jene danach fragen,
ob etwas wahr oder unwahr sei, wenn sie nur Seelen
fangen, wenn sie es nur fertigbringen, eine Seele wieder
in ihre Klauen zu bringen, so wenig sollt ihr nach den
Gottlosen fragen. Da werden Festlichkeiten veranstaltet,
jeden Sonntag eine andere, da werden Ausflüge gemacht,
um nur die Jugend zu verderben, sie mit hineinzuziehen.
Seht, wie sie schreien, diese Völker,
diese Helfershelfer Satans, weil man anfängt, ein Gesetz
zu machen, daß die Unsittlichkeit soll eingedämmt werden
in der Jugend, damit sie in Schranken gehalten wird.
Seht diese Helfershelfer Satans, die es wohl erkannt,
daß sie die Zukunft besitzen, wenn sie die Jugend
besitzen, und wenn die Jugend in der Unsittlichkeit
vorgeschritten ist, sie am Ziele sind. Und diese Jugend
soll die Welt beherrschen. Weit ist es gekommen;
unverschämt ist die Höllenpforte aufgerissen,
unverschämt sind die Helfershelfer Satans geworden.
Darum Mut gefaßt, zusammenstehen zu einem Häuflein,
nicht euch schämen, wenn man witzelt und spöttelt, denn
jene spotten doch. Ihr aber sollt alles befolgen, was
Mein Geist euch einflößt. Ich werde reichlich dafür
sorgen, daß ihr Muße erhalten werdet, um euren Glauben
zu bekennen. Geht in jeder Woche einmal mit euren
Angehörigen, solange es geht, wenn ihr ohne Anstoß in
der Familie abkommen könnt, hinaus über die Fluren und
zeigt der Welt, wie glücklich die Seele ist, die ein
unschuldiges, unverdorbenes Leben hinter sich hat, eine
reine Jugend. Zeigt der Welt, wie glücklich diejenigen
sind, die da die Welt verschmähen, die ihren Fuß nicht
dorthin setzen, wo Satan spielt und tanzt und geigt.
Meine Kinder, wie freut sich der Himmel, wie sind die
Engelein beschäftigt, wenn ihr dahinzieht wie in dieser
Woche. Seht, die übergroße Freude, die eure Schritte
beseelte, das verursachten die heiligen Engel, die euch
begleiteten, und Meine heilige Mutter und eure lieben
Freundinnen, die unsichtbar mit euch zogen. Und wenn ihr
auch ermüdet und ermattet die Knochen nur schleppend
vorwärts bringen konntet, war doch im Herzen die
übergroße Freude, die euch beseelte und die Müdigkeit
nicht fühlen ließ.
Meine Kinder, so ist das Leben eines
guten, treuen Christen. Jeder gute, treue Christ, der da
steckt im Kreuz bis über die Ohren, glaubt, der Himmel
habe sich verschworen gegen ihn. Keuchend und müde
schleppt er sich fort, und doch ist in seinem Herzen
etwas, das ihn aufrecht hält, das alle Leiden ihm
versüßt. Dies ist das Leben eines Christen. Die Leiden,
die Ich hineinschicke in eine Familie, sind nur die
Leitseile, woran Ich sie halte und woran sie sich halten
sollen, das Leitseil, das sie hinaufzieht zur
himmlischen Heimat. Im Herzen da wohne Ich doch, und
alle Meine lieben Engel und Heiligen vereinigen sich mit
der Familie und helfen das Kreuz tragen. Buße und
Abtötung sind der Weg zum Himmel. Buße und Abtötung
müssen euch nicht ermüden und erschlaffen, denn das ist
es, was Ich verlange. Wenn ihr bei einer Wallfahrt
dahingeht in der Sonnenhitze, singend und betend und
glaubt, nicht mehr weiter zu können, dies ist alles nur
sinnbildlich, weil ihr das Leben aller guten Christen
versinnbilden sollt. Geht nur vorwärts und schließt euch
an, ihr Liebesbundmitglieder!
Dein Bruder in A. hat noch vieles zu
leiden. Er soll wissen, daß, wenn er tapfer gekämpft und
ausgehalten, wenn er das, was er sich vorgenommen,
tapfer ausgeführt hat, Ich ihm verspreche, daß eine Zeit
kommt, wo er so dahingeht über diese Gotteserde, als
wäre er nicht mehr auf ihr, daß er schon hienieden den
Lohn ernten soll für alle Mühe und Opfer, die er Mir
jetzt bringt. Nur noch ein wenig Geduld, Mein Sohn. Du
hast ein heiliges Kind in deiner Familie. Bald werde Ich
es von dir nehmen und dann wird es das ewige Alleluja
singen und für dich singen, Mein Sohn. Es wird den Segen
dir erflehen. Harre aus, nur noch eine kurze Weile und
du wirst einen Priester am Altare erblicken und deine
Freude wird vollkommen sein. Harre aus, du wirst noch
mehr erleben.
Du aber gehe hin und sage Meiner
Dienerin einen freundlichen Gruß von Mir sowie von
Meiner heiligen Mutter. Harret aus, harret aus. Sie soll
gar bald die Krone ernten, die sie sich jetzt verdient,
sie soll recht sorgen, daß ihre Krone verziert werde mit
reichlichen Edelsteinen. Du aber, Meine Tochter, harre
aus! Auf Schritt und Tritt mußt du dich bemühen, deine
Krone zu verdienen. Du machst noch kleine Schrittchen.
Du sollst aber eine Zierde der Stadt Mainz werden für
die reichen Damen, denn auch die reichen Damen sollen
ein anderes Leben beginnen.
O das Leben vieler Reichen, welch ein
Schmerz für Mein Herz! Wenn diese Stadt das Goldene
Mainz soll werden, wenn sie wieder ihren ursprünglichen
Namen erobern soll, dann müssen die Reichen ein anderes
Leben beginnen. Wehe euch, ihr Reichen der Stadt Mainz,
die ihr die Güter, die Ich euch geschenkt, nur dazu
verwendet, die Armen zu bedrücken, sie auszunutzen, um
euch ein vergnügtes Leben zu machen. Wehe jenen Reichen,
die hier leben, die in Hülle und Fülle besitzen, aber
sich nur bemühen, das arme Volk auszunützen. Sie sind
längst ausgestrichen aus Meinem Herzen, sie gehen auf
der Bahn des Lasters und stehen an der Pforte, wo sie
hinausgestoßen werden aus Meinem Herzen. Die Zeit kommt,
die Mühlen Gottes mahlen langsam, aber sicher.
Kümmert euch nicht um jene, ihr lieben
Angehörigen der katholischen Kirche, ihr guten, treuen
Kinder der Kirche, die ihr zu den Reichen zählt, zu
jenen rede Ich, wovon du ein Mitglied bist. Dich habe
Ich herbeigeführt, damit du andere, deinesgleichen
bearbeiten sollst. Wisse, daß es freilich hart ist, Mein
Joch auf sich zu nehmen, daß es anfangs hart scheint.
Aber wisse, daß Mein Joch dennoch süß ist und Meine
Bürde leicht. Aber dann müßt ihr hinschauen auf jene,
die dieses schon kosten, auf Meine kleine Dienerin, die
auch die Welt genießen könnte. Schau in ihr Herz, ob da
etwas ist, was noch an der Welt hängt, was noch fehlt an
ihrer Freude. Ist sie nicht viel glücklicher als ihr
alle, die ihr noch so halb und halb recht schön geputzt
sein wollt, recht schöne Tage mitmachen wollt, und dann
nebenbei Mir dienen und Meine Kinder sein wollt und
öfters zu Meinem Tische kommt, aber am Nachmittag ein
recht vergnügtes Leben führen wollt.
Nein, nein, Meine Kinder, fangt an,
höret Meine Stimme, fangt an zu kosten, wie süß der Herr
ist. Freilich kostet dieses Kampf, Meine Kinder, aber
bedenket, welchen Kampf Ich durchkämpfen mußte. Von der
Krippe bis hinauf auf Golgotha ans Kreuz findet ihr
blutige Spuren. Mein Weg ist ein harter Weg und doch
schlürft Meine Brust, Mein Geist, Tag und Nacht die
Wonne Meines Herzens in himmlischen Gefilden, aber Mein
Herz ist deswegen nicht ausgenommen, die Leiden zu
fühlen; Es fühlte die Schmach und Verachtung von allen
Seiten, die Ihm angetan wurde, Es fühlte den Schimpf und
Spott, den Druck der Armut. Und doch wählte Ich dieses
Leben, um euch zu zeigen, ihr Reichen, wie der Weg zum
Himmel gegangen werden muß, und ihr Armen, um euch zu
trösten, damit ihr sehen sollt, wie leicht euer Weg ist,
der so Tag und Nacht geschmälert ist durch die Abtötung
und allzu große Anstrengung, weil ihr euer Brot mit so
vieler Mühe und saurem Schweiß verdienen müßt und darum
wenig genießen könnt.
Seht hin auf den Gottessohn und freuet
euch, denn ihr habt nicht zurückzugehen, ihr dürft nur
vorwärtsgehen. Seht jene, die Ich hineingestellt in die
Familie der Reichen, die müssen zurückgehen auf den Weg,
den ihr geht. Darum freuet euch, ihr Armen, freuet euch.
Freuet euch aber auch ihr Reichen, wenn ihr die Kraft
besitzet, zurückzugehen und den Armen euch
anzuschließen.
Und du, Meine Tochter, dich habe Ich
erwählt, du sollst diesen Reichen zeigen, daß man diesen
Weg gehen kann, wenn es dich auch Mühe kostet, so gar
kein Vergnügen mitzumachen, das der Jugend verschafft
wird. Klein ist noch die Zahl, klein und unscheinbar,
aber Ich verspreche euch, wenn ihr Hand in Hand geht mit
dem Priestertum und diese mit euch, wenn das gute
gläubige Volk hineilt vor die Altäre und sich recht oft
an Meinem heiligen Tisch einfindet, allmählich der Geist
des Vergnügens abnimmt, je mehr ihr fortschreitet im
Guten, auf dem rechten Weg, und je mehr die Zahl der
unschuldigen Seelen zunimmt.
O seht euch nur um vor einem Jahrzehnt,
wie wenige Jungfrauen in dieser Stadt noch waren, die
wahrhaft Jungfrauen konnten genannt werden. Wenn eine
Jungfrau die Welt lange genug genossen, dann blieb sie
Jungfrau, weil sie die Welt satt war, aber jetzt fängt
man an, jungfräulich zu leben aus Liebe zu Mir. Woher
kommt es, Meine Kinder? Ja, ja, Ich bin es, der diesen
Keim legt in dieser Stadt, und fahret fort, und es wird
nicht lange mehr dauern, noch ein Jahrzehnt, und das
Goldene Mainz wird dastehen in herrlicher Blüte. Nur
auf, Meine Kinder, nicht hören auf das Gebrüll der
Freimaurer, auf die schlechten Schriften der
Liberalisten und Sozialisten. Ihr Männer in der Stadt,
auf zu einem Bund, fest zusammenstehen. Kinder müßt ihr
werden. Wie das Kind hinaufschaut zu seinen Eltern und
glaubt, was ihm der Vater sagt, und hört auf die
Ermahnung seiner Mutter, so sollt ihr hören auf die
Ermahnungen, die Ich Selbst euch zukommen lasse, durch
ein ganz unmündiges Werkzeug. Liebe zum Kreuz,
Kreuztragen sollt ihr lernen. Alle die Leiden, die Ich
in eure Familien hineinschicke, sie sollen euch nicht
entmutigen.
Sagt auch Meiner Dienerin N., jetzt soll
es sich bewähren, was sie tat. Wenn sie jetzt noch
umwirft und Mir zürnen will, weil Ich ihre Wünsche nicht
befriedigte, dann ist ihr Gold zu Blei geworden, denn
sie gibt vor, Mich zu lieben. Hängt denn dieses arme
Herz so gar zu sehr an dieser Erdscholle? Auf, Meine
Tochter, stelle dich unter das Kreuz! Bist du denn an
diese Welt geheftet oder hoffst du auf eine zukünftige?
Ja, ja, ihr alle, ihr Kinder der
katholischen Kirche, seid ihr denn von dieser Welt? Eure
Bestimmung ist, dereinst mit Mir zu herrschen und zu
triumphieren durch die ganze Ewigkeit. Ist es da
vielleicht zuviel von Mir verlangt, wenn Ich euch Leiden
schicke, um euch von dieser Erdscholle loszureißen? Auf,
Meine Kinder, und stellt euch unter das Kreuz! Leidet
und beweist Mir, ob ihr wahre Christen seid oder nicht.
Wandelt den Weg, den Ich dereinst gewandelt bin, denn
nur eine kurze Strecke, und ihr seid auf dem Ölberg, und
fort und fort geht es über die Gefilde hinauf in die
himmlische Heimat, von wo aus ihr die ganze Ewigkeit
euch freuen könnt und mit Mir herrschet und
triumphieret.
Du aber, Meine Tochter, gehe hin nach N.
Überall, wo du eine treue Seele findest, wo du ein gutes
Wörtchen anbringen kannst, gehe hin. Mein Geist wird
dich begleiten, Meine heilige Mutter und dein heiliger
Schutzengel auch. Gehe hin und sage deinen Schwestern
einen freundlichen Gruß. Sie sollen alle sich
unterwerfen dem Liebesbund, sie sollen es nicht zu
kleinlich finden, und N. soll nicht mehr sagen: ‚Wenn es
echt ist.‘ Es gefällt Mir nicht, solange jemand häkelt
und zweifelt, ob es echt sei. Wo das Leben eines
Christen übereinstimmt mit dem, was Ich wirke, da
braucht man nicht zu fragen, ob es echt sei.
Meine Kinder, geht hin und freuet euch,
der schöne Monat Mai geht jetzt zu Ende. Freut euch,
Meine Kinder, und harret aus. Die fromme Übung, die ihr
angefangen und fortgesetzt, vollendet sie und traget
hinüber in den Monat Juni und vereinigt euch mit Meinem
Gottesherzen. Dort im Monat Juni werde Ich euch
besuchen. Darum freuet euch und geht hin und sagt allen
einen herzlichen Gruß! Du, Meine Tochter, wenn dein Herz
verzagt wird, geh hin und suche dir Trost bei Meinen
Dienerinnen. Geh mit hinaus in die freie Gottesnatur. Du
wirst sehen, wie deine Gesundheit gekräftigt wird mit
jedem Tag, wo du anfängst, Opfer zu bringen.
Du aber, Meine Tochter, dir habe Ich
schon vieles im voraus gegeben. Du arbeitest viel in
Meinem Dienst. Harre aus. Fliehe, fliehe, denn du sollst
nur mit der Fußspitze die Erde berühren. Dein Wandel
soll im Himmel sein. Bearbeite die Dienstboten; viele
sind hier in dieser Stadt, die dem Sozialismus
angehören, obwohl sie fromme und treue Dienstboten sein
wollen, aber sie zählen zu den Sozialisten, weil sie nur
das beobachten, was ihnen schmeichelt, was sie gern
hören. Sie wollen über und über reich belohnt sein von
der Herrschaft, aber die Lasten des Dienstbotenstandes
nicht tragen, die andere Seite nicht nehmen, die Ich dem
Dienstbotenstand auferlegt habe, mit anderen Worten, sie
wollen nur Geld verdienen und dabei das Leben der
Herrschaft führen.
Seht, das geht nicht! Geht hinein in
diese Familie und lernt Zufriedenheit. Wenn euch die
Herrschaft so entlohnt, daß ihr bestehen und euch einen
Sparpfennig zurücklegen könnt, dann seid zufrieden.
Wißt, daß Ich gekommen bin, um zu dienen und nicht um
bedient zu werden, und ihr sollt Meine Stelle vertreten
auf Erden. Ihr Dienstboten der Stadt Mainz müßt dazu
helfen, daß dieses Mainz das Goldene wird, daß die
Herrschaft mit euch zufrieden sein kann, und ihr, ihr
Herrschaften, habt die Aufgabe, Klöster und Kirchen zu
bauen, wo es notwendig ist, damit das arme Volk mit
Freuden hineingeht in das Gotteshaus und dort sich eine
Erholung verschafft, anstatt auf dem Tanzboden.
Du aber, Bischof von Mainz, hast die
Aufgabe, mit allem Mut und Entschlossenheit dich
einzusetzen für die gute Sache, für Recht und
Gerechtigkeit, damit die Sitten gewahrt, die Unzucht
abgestellt, das arme Volk emporgebracht werde. Scheue
keine Mühe und keine Opfer, damit es fertiggebracht
werde. Hört nicht auf das Geschrei derjenigen, welche
die Gesetze verhöhnen, die angefangen haben, die Sitten
wieder zu ordnen. Führet dieses doch ja durch. Ich bitte
dich, Mein Freund, tue, was du dir vorgenommen hast, und
der Segen des Himmels wird dir nicht fehlen. Ich
verspreche es dir, daß Meine Hand mit dir sein wird, und
daß diese Stadt, wenn sie befolgt, wie Ich es angegeben,
wenn die Reichen Kinder werden und sich vereinigen mit
den Armen, wie Ich hier angefangen habe es zu tun, und
die Armen zufrieden mit ihrem Stand, mit dem, was Ich
über sie verhängte, wenn sie zur Arbeit geboren sind,
wenn ihr Armen arbeitet mit freudigem Herzen, daß ihr
dann die Stadt bauen helft, daß sie wieder zum Goldenen
Mainz wird. Seht, wie die Freude und der Friede nur
wohnt im reinen Herzen, im reinen und freudigen
Gewissen.
Seht, wie die Kinder nur gedeihen und
ihren Eltern Freude machen, die auch in Meinem Herzen
gewurzelt sind, das heißt, die von Kindesbeinen an schon
Mich lieben und kennenlernten, die, anstatt hingeführt
zu werden in die Theater und auf öffentliche Plätze und
Schauspiele, wo dem Teufel gedient wird, in die Kirche
geführt werden und auf solche Plätze, wo sie nur Gutes
sehen und hören, wo Mein Lob verkündet wird. Diese sind
es, die das Goldene Mainz bauen helfen.
Darum auf, Meine Kinder! Vor allem
wünsche Ich, daß recht bald, überall hier in Mainz, ein
religiöses Leben aufblühe, daß die Sitte, wie sie in
diesem Haus geübt wird, in recht vielen Häusern geübt
werde, eine heilige Freude und Begeisterung, wie sie in
diesem Monat stattfand in allen guten Familien, die
darum wissen, daß Ich den Liebesbund gründen will, und
so es mit jedem Jahr besser wird. Dann wird sich die
Erde desto freudiger gestalten, wenn der Liebesbund
allmählich mehr verbreitet sein wird, auch über die
Diözese Mainz hinaus, wenn mehr die Schriften gelesen
werden und die Welt und die Christen, die guten, treuen
Kinder der katholischen Kirche, sehen, wie gut Ich bin.
Die Christen werden ihr Kreuz mit Geduld
tragen, weil sie wissen, daß Ich es bin, der es ihnen
geschickt, die unschuldigen Seelen werden eine andere
Freude suchen, als wie die Vergnügen der Welt. Seht nur
Meine Treuen hier in diesem Haus, sind sie nicht die
Glücklichsten? Wer hat mehr Freude als sie? Wer ist es,
der ihnen diese Freude verschafft? Ich bin es, Meine
Kinder. Darum auf, ihr Töchter dieser Stadt, zieht euch
zurück von den übergroßen Satansvergnügen. O weh dieser
Stadt, wehe!“
Barbara:
(Lange Aufopferungen für die Armen Seelen.)
„O da kommt eine ganze Prozession mit
lauter Fähnchen.“
Jesus: „Das
sind lauter Seelen, die seit der Osternacht durch euer
Gebet befreit worden sind, weil dies eine so
freudenreiche Zeit ist. Darum haben sie alle Fähnchen,
das versinnbildet, daß sie erfleht sind in der
Osterzeit. Wenn das Kirchenjahr in eine andere Zeit
vorrückt, siehst du sie in einem ganz anderen Licht
erscheinen.“
Barbara:
„Unbegreiflich bist Du, o Gott der Heerscharen, in
Deiner Majestät, Güte und Barmherzigkeit zu den
Geschöpfen.“
Maria: „Ja,
ja, Meine Kinder, dies alles müßt ihr euch verdienen
durch einen tieflebendigen Glauben. Der Glaube ist die
Wurzel, die euch hinführt, der wächst und wächst bis
hinein in die himmlischen Gefilde. Der Glaube geht ins
Schauen über, aber eingegraben in die tiefste Tiefe ist
die Wurzel des Glaubens, die Demut. Die Demut muß die
Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der
Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die
himmlischen Gefilde.
Der Stamm ist die heilige Gottesliebe,
die die Blätter und Blüten hinaustreibt und die einen
reichen Schatten um sich werfen. Alle, die sich
darunterstellen, werden angezogen und gekühlt durch die
heilige Gottesliebe, durch die Tugendwerke, die diese
Seelen ausströmen, betaut und beduftet. Darum freut euch
und macht, daß euer Stamm recht hoch emporwächst bis in
die himmlischen Gefilde, das heißt, ihr sollt die
heilige Gottesliebe Tag für Tag, Stunde um Stunde
erneuern, oft einen Akt der heiligen Gottesliebe
erwecken, wenn ihr dahinzieht über die Fluren. Singt Ihm
recht liebe Liedchen bei eurem Tagewerk, erinnert euch,
was Ich euch gesagt habe, und in euren Leiden und
Trübsalen, wenn der Herr Sich zurückzieht, so wißt ihr,
daß Er wiederkommt. Dann harret aus und seufzt nach Ihm,
bis Er wiederkommt. So wird euer Baum immer höher
wachsen und sich weiter und weiter entfalten und viele
werden von der Freudigkeit in der Tugend angezogen
werden.“
Barbara sieht die Erlösten vorüberziehen
und erwidert deren dankbaren Gruß durch Kopfneigungen.
Barbara: „O
meine Königin und Mutter, Du bringst mir einen
Trauerflor. So wird wohl meine kleine Nichte in A.
sterben.“
Maria:
„Gelobt sei Jesus Christus, Meine Kinder! Zum Schluß des
Maimonats, wo ihr Mir so viele Freude gemacht, freut es
Mich, in eure Mitte zu kommen. Ich hatte schon beim
Beginn dieses Monats diesen Tag Mir erwählt, aber weil
ihr gar so sehr verlangt nach Mir und euch gesehnt, habe
Ich Mich beeilt, euch schon früher zu besuchen. Aber den
letzten Tag dieses schönen Monats kann Ich nicht
vorübergehen lassen, ohne euch die Freude zu machen, in
eure Mitte zu kommen.
Seht, Meine Kinder, wenn Mein Sohn der
ganzen Welt versprochen, allen, die gläubig eintreten in
den Schoß der heiligen, katholischen Kirche, allen
Kindern Seiner Kirche, daß der Vater, Er und der Heilige
Geist kommen und Wohnung nehmen werden in der Seele des
Gerechten, dann, Meine Kinder, glaubt ihr etwa, daß Ich
zurückstehe, glaubt ihr etwa, Ich allein, die Ich die
Braut des Heiligen Geistes, die Tochter des himmlischen
Vaters und die Mutter des eingeborenen Sohnes bin, also
im Rate Gottes sitze, die Welt mitregiere und das Wohl
und Wehe Meiner Kinder im Auge habe bis zum Ende der
Welt, dann würde Ich eine Stätte nicht besuchen, die
Mein Sohn Sich erwählte, welche da ist die Seele eines
jeden Gerechten? Nein, Meine Kinder, das ist undenkbar!
Darum freut euch! Kommt an Mein
Mutterherz! Ich will euch trösten. Ich will eure Stärke,
euer Trost sein in all den Bedrängnissen dieses Lebens!
Vor allem sage ich euch, daß es Mich herzlich gefreut
hat und den ganzen Himmel mit Mir, daß ihr den Maimonat
so wacker ausgehalten. Darum möchte Ich auch euren
Mädchen einen freundlichen Gruß entbieten. Seht, so war
das Leben aller christlichen Familien der Vorzeit in
dieser Stadt. Wie in diesem Monat diese Familie es
hielt, so war es in dem alten, Goldenen Mainz, als es
diesen Namen noch in Wirklichkeit verdiente. Jetzt
verdient es ihn nicht mehr.
Darum hat Mein Sohn Seine Hand
zurückgezogen und hat die Stadt gestraft. Deswegen hat
der Unglaube und die Sittenlosigkeit so viel Eingang
gefunden und so viele Familien mit fortgerissen, mit
hineingeschwemmt, weil das Gold verblaßt ist. Nun aber
hat wenigstens ein Dach dieser Stadt dieses Keimchen
wieder gewonnen, woran das Glück geknüpft ist und sein
soll. So wie die ganze Familie teilnahm an dem Glück in
diesem Monat, wie sie alles Leid und allen Kummer, aber
auch all die Fehler vergaßen, die sonst so üppig und
gern wuchern, wie die Ungeduld und Unzufriedenheit
fernblieben von diesem Haus, wie alles gebannt war und
der böse Geist keinen Eingang finden konnte in diese
Türe, weil Meine schützende Hand alles abwehrte, so
verspreche Ich dieser Stadt, allen den guten, gläubigen
Christen, allen, die ohne Menschenfurcht und ohne Scheu,
ohne Rücksicht auf diese und jene, offen und frei ihren
Glauben bekennen und zur Schau tragen, denselben
Frieden, wie Ich ihn in diesem Haus hergestellt, in
diesem mir geweihten Monat. Wisset, Meine Kinder, ihr
sollt das Fundament legen zu einer christlichen Familie,
zu einem christlichen Familienleben. Ihr, obwohl ihr nur
einzelne Personen seid, müßt so treu Hand in Hand
zusammengehen, so einig in der Gesinnung, wie die
Heiligste Dreifaltigkeit es ist im Himmel. Was das eine
wünscht, muß das andere bekräftigen, wenn es zur Ehre
Meines geliebten Sohnes gereicht.
Du aber, Meine Tochter, du stehst in der
Familie und die Mitglieder dieser Familie müssen
verwirklichen, was ihr drei versinnbilden sollt. Die
Einigkeit und der Friede soll dieses Haus beleben und
verschönern, so daß alle, die ein- und ausgehen, und es
sind doch deren viele, weil es ein Geschäftshaus ist,
sehen sollen: Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede,
wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.
Die Armen sollen hinweggehen und
Zufriedenheit lernen, denn nicht in Geld und Gut besteht
der Friede, nicht in Überfluß; dort aber will Mein Sohn
überall so viel Segen spenden, wo Ihm gedient wird, wo
dieses Leben erneuert wird, so wie Mein Sohn es hier in
diesem Haus, in dieser Familie erneuerte. Es gab eine
Zeit, wo auch sie an allem Mangel litten, wo keine
Üppigkeit in dieser Familie war, wo man recht gut wußte,
wie hart das Brot der Armut zu essen ist, wie sauer es
verdient werden mußte. Aber, Meine Kinder, fraget, wie
es angestellt werden muß, damit auch der Friede
einziehen kann in die Familien?
Seht, Häuslichkeit und Sparsamkeit
müssen Hand in Hand gehen. Die allzu große
Vergnügungssucht, die unnötigen Ausgaben, die gemacht
werden, tragen bei zu dem Ruin der Familie und müssen
vermieden werden. Und dieses ist, was in Mainz begründet
werden soll, in dieser luxuriösen Stadt. Je weiter der
Liebesbund sich ausbreitet, je enger sie sich
zusammenscharen die guten, treuen Kinder dieser Stadt,
desto bälder wird der Friede einziehen, desto sicherer
aber auch wird die Kirche, das religiöse Leben,
aufblühen. Darum danke ich auch den Priestern dieser
Stadt für all die Bemühungen, die sie sich gaben, um
diesen Monat recht innig fromm mit den Gläubigen zu
durchleben. So ist es recht, so verlangt es Mein Sohn,
nicht schmähen, nicht tadeln, wo es nicht nötig ist.
Lernet von Meinen Aposteln, die Mich
umgaben in den Jahren, wo Ich noch auf Erden weilte. Sie
wußten gar wohl, was sie von Mir lernten, was Ich ihnen
immer tief einprägte, die Liebe nämlich, die
Herzensgüte, die heilige Einfalt, womit man alles
umfassen muß, was einmal anfängt zu keimen und zu grünen
im Reiche Meines Sohnes, denn der Mensch, der sich Mühe
gibt, auch wenn er noch so viele Fehler an sich hat,
kann doch in den Augen Gottes Ihm wohlgefällig sein. So
machten es die Apostel, so belehrte Ich sie. Das hatte
Ich gelernt von Meinem lieben Sohn, als Ich Ihn auf
Seinen Wanderungen begleitete und Ich Seinen Reden
lauschte, weil Ich jedes Wort, das Er sprach und das Ich
vernahm von anderen, die für Ihn sprachen, in Mir
beherzigte und still erwog und zur Zeit, wo es nötig war
nach der Auffahrt Meines Sohnes, immer und immer wieder
den Aposteln mitteilte.
Wenn einmal in einem Herzen, sagte Ich
ihnen, auch nur ein Dämmerlichtchen vom Glauben, von
Religiosität anfängt durchzuleuchten, dann umfaßt dieses
Keimchen mit aller Zärtlichkeit der Liebe, die euch zu
Gebote steht. Ertragt die Fehler, die der Mensch noch an
sich hat; wenn er guten Willens ist, dann legt er nach
und nach die Fehler ab. Und sollte er die Fehler nicht
ablegen, wenn es keine Todsünden sind, wenn der Mensch
gläubig ist und sich Mühe gibt, dann seid doch zufrieden
und zieht ihn heran.
Seht, Meine Diener, diese Lehre möchte
Ich zum Schlusse des Maimonats noch geben, wo ihr Mir
durch die herrlichen Vorträge in der Mir geweihten
Kirche so viele Freude gemacht, wodurch ihr so viele
Herzen angelockt zum Streben nach dem Guten. Probiert es
nur ein Jahr fortzufahren und zu arbeiten mit den
Kleinen, wie euer Bischof es euch vortut und vorzeigt.
Er ist ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er hat einen
eisernen Willen, euch mit gutem Beispiel wirklich
voranzuleuchten. Folget ihm und bestrebet euch nur
einmal, ein ganzes Jahr tiefgläubig voranzuschreiten,
Kinder zu werden, alles zu übersehen, was man euch
nachredet, denn die gottlose Welt hat es darauf
abgesehen, euch zugrunde zu richten, denn wenn sie den
Hirten geschlagen, dann zerstreut und zerstiebt die
Herde. Wenn sie darum euch Verleumdungen zuschleudert,
die euch das Blut gerinnen machen, geht darüber hinweg;
haltet zu den Kleinen.
Ich sage es noch einmal, und stellt euch
diese Meine Dienerinnen vor, wie sie taten in den
Jahren, wo sie von allen Seiten verfolgt und bekämpft
wurden. Geht ruhig weiter, damit das kleine Volk sieht,
daß der Friede nur allein zu suchen ist in einem
tiefreligiösen Leben. Wenn sie sehen, daß es euch ernst
ist, ein tiefgläubiges Leben zu führen, dann wächst der
Mut. Man spottet nicht mehr über diejenigen, die mehr
tun als alle Christen. Man fängt an nachzugehen, zu
spekulieren, wie es diese und jene machen. Und wenn man
nur einmal in der Religion spekuliert, dann ist es schon
gewonnen. Seht hin auf all diejenigen, die sich eng an
euch anschließen, wenn sie auch noch so viele und große
Fehler an sich haben, aber sie haben einen guten Willen,
und Ich sage euch, ihr Diener der Stadt Mainz, alle, die
sich Mühe geben, auch wenn sie noch so viele Fehler
haben und gemacht haben, denn es ist und bleibt immer
wahr, daß, wenn eine Seele sich Mühe gibt, Gott zu
dienen, sie von allen Seiten angefeindet wird und ihre
Fehler zehnfach vergrößert werden, dies aber doch eure
treuesten Kinder sind, sie alle zu eurer treuen Herde
gehören. Ihr Priester dieser Stadt, ihr sollt ja vielen
zum Vorbild werden. Darum hört die Stimme Meines Sohnes.
Wenn das Samenkorn, das gelegt ist, einmal anfängt zu
grünen und zu treiben und dann andere sehen, daß es doch
besser ist, das religiöse Leben, tiefgläubige Leben der
ersten Christen zu erneuern in der Gemeinde, dann wird
man überall euch nachahmen, und das Glaubensleben wird
überall anders beginnen, es wird üppiger sich entfalten.
Es hat ja der Statthalter in Rom euch
die beste Anleitung dazu gegeben. Hier in dieser Stadt,
wo Mein Sohn schon so viel mit euch gesprochen, hat Er,
was Leo XIII. jetzt bestätigt, hier begonnen, denn
bereits ein Jahrzehnt spricht Er schon durch diese Seine
Dienerin und mahnt euch, das gläubige Volk zur öfteren
Kommunion heranzuziehen, das Leben der ersten Christen
zu erneuern, ermahnt euch, das gläubige Volk recht zu
ermuntern im Kreuztragen. Denn je mehr die Welt
abgewichen, die Christen abgewichen sind vom rechten
Weg, desto mehr wird die Welt gestraft mit Leiden, und
auch die Gerechten bleiben nicht damit verschont, weil
durch sie andere gerettet werden müssen, und am
allermeisten müssen die Gerechten leiden zu solchen
Zeiten, wo das Volk Gottes abgewichen ist vom rechten
Weg.
Und nun komme Ich zum andern, was Ich
euch noch sagen wollte, um euch zu ermuntern und
anzueifern. Ich habe euch schon das letzte Mal gesagt,
daß Ich den Arm Meines Sohnes nicht mehr aufzuhalten
vermag. Das alles, was ihr seht, die vielen traurigen
Verhältnisse in der Natur, in der Familie, in Stadt und
Land, sind lauter Strafen, womit der himmlische Vater
die Welt heimsucht. Es sind Heimsuchungen Gottes: die
vielen zerrütteten Familien, die vielen unzufriedenen
Familien, weil gottlos geworden, aber auch unzufriedene
Familien, wo man noch Gott dient, wo man noch Seine
Religion hochhält. Das sind lauter Strafen Gottes, weil
der Herr die Welt schrecklich strafen muß wegen ihrer
Gottlosigkeit. Nun aber können diese Strafgerichte, wenn
auch nicht ganz abgehalten, so doch sehr vermindert
werden, und sie werden vermindert, Meine Kinder, durch
das eifrige Gebet und fromme Gebet so vieler Seelen, die
in Vereinigung mit dem heiligen Meßopfer Tag für Tag
sich einsetzen für die gottlose Welt, wenn auch
unbewußt.
Seht, dies ist es, was Ich euch belehren
will, damit ihr, ihr Armen, ihr Gedrückten, ihr, die ihr
mit Leiden geplagt seid, nicht mutlos werdet. Ihr seid
die Werkzeuge, weswegen der Herr, der himmlische Vater,
nicht so straft wie in jenen Gegenden, wo keine Christen
leben oder wenigstens noch gar so wenig, in den
Heidenländern, wo so große Not ist, wo so viele
Überschwemmungen und allerlei Hungersnot und
Strafgerichte eintreffen.
Dieses schöne Europa, eure Heimat,
dieses Deutschland, ist so sehr beglückt; schon
jahrzehntelang weiß es nichts mehr von einer Hungersnot.
Der Arme braucht nicht zu darben, wenn er nur
einigermaßen rührige Hände hat und ein sparsamer
Familienvater ist, und alle und alle müssen und sollten
Gott danken für das Wohlergehen. Aber statt dessen ist
nichts als Unfriede auch unter denjenigen, denen es gut
geht.
Unter diesem Volk nun will der Herr den
Liebesbund gründen. Er will, daß mehr Zufriedenheit
einziehe in allen Familien, und eine Stadt muß den
Anfang machen. Darum auf, ihr Ordensleute, ihr
Klosterfrauen, wo ihr auch steht, auf, schließt euch
Meinen liebsten Kindern an, denn obwohl ihr die
rechtmäßigen Bräute Meines Sohnes seid und euch rühmen
könnt, im Haus des Herrn zu wohnen, wisset aber, daß
diese Meine Dienerinnen Meine Schwestern sind, denn sie
wohnen mit Mir in der Familie. Ich Selbst war ja
Familienmutter. Weil Ich allen christlichen Familien,
solange die Welt besteht, zum Vorbild sein sollte, so
wollte Ich in der Familie leben. So wollte es Mein Sohn
und der himmlische Vater. Ich sollte aber auch die
Schwester der jungfräulichen Seelen in der Welt sein.
Darum sage Ich noch einmal: Auf, ihr
Klosterfrauen, schließt euch an den Liebesbund an und
erneuert eure Gelübde, erneuert die heilige Armut, die
Keuschheit und den Gehorsam, damit ihr den Arm Meines
Sohnes aufhalten helft. Schließt euch an, ihr
jungfräulichen Seelen, ihr Familienväter und Mütter
dieser Stadt an den Liebesbund. Geht recht oft hin zum
Tisch des Herrn und holt euch neue Kraft zu neuem Kampf
gegen die Feinde des Heils, gegen die Geister der
Finsternis. Schließt euch an den Liebesbund an, ihr
Priester dieser Stadt und überall, wo ihr steht, Mut und
Kraft euch zu holen dort am Herzen Meines Sohnes.
Denn die Männer, die da die Ehrenwache
bilden um das heiligste Herz Meines Sohnes, sollen die
Blüte und Zierde eurer Gemeinde werden, sie sollen den
Zaun bilden, der an euch sich anschließen soll. Ihr
sollt die Pfähle sein und die Männer dieser Stadt der
Zaun, damit ein Damm und ein Wall gebildet werde um alle
christlichen Familien dieser Stadt, damit das Leben der
Sittlichkeit wieder aufblühen könne. Denn wenn die
Männer sich einsetzen für gute Sitten, dann habt ihr
gewonnen, dann wird es bald besser werden mit der
Jugend, es wird das religiöse Leben wieder Einzug finden
in die Familien und so Tag für Tag, wenn auch langsam,
das Goldene Mainz wieder erstehen. Die Priester
außerhalb aber sollen tun, wie Mein Sohn hier lehrt.
Schämt euch nicht, mit den Kleinen zu halten.
Sage N. einen recht herzlichen Gruß von
Seiner allerreinsten Braut. Ich bin es, die ihn
antreibt, die öftere Kommunion zu befördern, die ihn
liebt, weil Ich die allerreinste Braut des Heiligen
Geistes bin und Ich das Wehen dieses Geistes befördere.
Er möge sich nicht einschränken in seinen guten Plänen;
er möge aber auch, wo er ein gutes Keimchen findet, ein
gläubiges Gemüt in anderen seiner Brüder, eifern, daß er
mehr gewinne. Besonders möge er den Bischof
beeinflussen. O ihr deutschen Bischöfe geht voraus. Man
sagt, die kalten Deutschen. Macht nun einmal, daß dieses
Wörtchen umgewandelt werde, daß man einmal sagen kann:
‚Die liebewarmen Deutschen!‘
In eure Hand ist es gelegt, dieses
Deutschland umzuschaffen. Ihr steht an dem Wendepunkt,
ihr habt das Ruder in der Hand, ihr Priester
Deutschlands, denn euer Volk ist noch weit besser zu
bearbeiten als die Völker vieler eurer Nachbarländer,
wie Frankreich, Italien und all die umliegenden Länder,
denn in Deutschland kennt das katholische Volk noch
seinen Sonntag, es kennt noch seine Priester und
schließt sich an sein Priestertum an, was in anderen
Ländern, auch wenn sie noch so begeistert sind und Gott
dienen wollen, sehr geschwächt ist.
Darum auf, ihr Priester in Deutschland,
liebewarm soll es werden, ein warmer Wind soll wehen
durch alle deutschen Gauen, das Flämmchen der
Gottesliebe überall anblasen und anfachen, denn
Deutschland ist vor allen die erste Tochter Roms, wenn
sie auch noch viel geschmälert und zurückgesetzt ist.
Ihr müßt euch diese Krone und diesen Ruhm erst verdienen
bei dem Statthalter in Rom. Rom, der Statthalter Meines
Sohnes, hält freilich mehr zu seinem Frankreich, weil er
angeschmiedet und angekettet ist an diese seine Tochter,
wie er sie nennt.
Nun liegt es in eurer Hand, daß ihr
seine Tochter werden könnt. Freilich, nicht wahr, denkt
ihr, was können wir tun, da ja das Oberhaupt in
Deutschland gar nicht unserer Kirche angehört? Und doch
und doch, ihr Priester in Deutschland, auch Frankreich
hat kein Oberhaupt, was der Kirche zulächelt, was dem
Statthalter in Rom zulächelt. Dies alles ist und steht
noch aus früheren Zeiten. Darum müßt ihr euch diesen
Ruhm jetzt verdienen durch eure Treue und
Gewissenhaftigkeit im Kleinen. Ihr müßt das Volk
zusammenscharen zum Liebesbund. Und wenn der Nachfolger,
der bald in Kraft treten wird, dem Mein Sohn ja schon
versprochen hat, daß er ein Freund eines Bischofs werden
wird, wenn er sehen wird, welche Mühe sich die Bischöfe
Deutschlands geben, und weil jener Statthalter das Werk,
das Pius IX. und Leo XIII. begonnen, zur Vollendung und
zum Sieg führen soll, wird er auch hinschauen, wo er
Kräfte findet und wird seine Kräfte hochhalten. Ihr
aber, Meine Kinder, werdet nicht müde, alles
auszuführen, was Mein Sohn von euch verlangt. Frei von
allen unnötigen Sorgen, frei von jeder Selbstsucht.
Sorgt nicht für die Zukunft allzusehr, all eure Sorgen
werfet auf den Herrn und tuet, was des Herrn ist, dann
wird alles übrige euch zugeworfen. Ihr aber, ihr
Mitglieder dieses Hauses und dieser Familie, macht
Meinem Sohn Freude in diesem Monat, wie ihr es Mir
getan, denn wenn Er versprach, daß Er die Häuser
derjenigen segnen werde, wo Sein Bild aufgestellt ist,
wie wird Er erst dann diejenigen Häuser segnen, wo Ihm
auch gedient und Freude gemacht wird.“
Barbara: „Wie
man den Leuten Geld leiht auf Kredit, so schenke uns
heute schon viele Arme Seelen, denn morgen verehren
viele Männer, Deine Helden, Deine Ehrenwächter, Dein
heiligstes Herz. Das ist der Fleck, wo ich Dich packe,
anpacke.“
Jesus: „Meine
Kinder! Ja, mehr muß Ich tun. Ich muß freilich über
Meine Gerechtigkeit hinweggehen, um eure Fürbitten zu
erfüllen, aber Ich tue es, weil Ich Mir viel verspreche
von eurer Treue. Wollt ihr Mir auch treu bleiben, Meine
Kinder? Besonders ihr, ihr jungen, das junge, liebe
Mariechen, die Anna und Settchen? Wollt ihr Mir treu
bleiben, wollt ihr Meine Bräute werden? Wollt ihr vielen
zum Vorbild werden? (Alle beteuerten es.) Ja, ja, Meine
Kinder, Ich bin großmütig im Verzeihen, gutmütig im
Befreien. O gerne, gerne!“
Barbara: Eben
geht die Mutter Gottes hin mit den heiligen
Schutzengeln. „Schenke uns N., N. und N.“
Maria: „Alle,
die ihr Mir zuerst genannt.“
Barbara:
„N.N.“
Maria: „Die
sollst du haben, aber den Ertrunkenen kann Ich noch
nicht schenken und auch nicht die anderen Ertrunkenen,
da müßt ihr mehr beten und bitten und leiden.“
Barbara: Ich
sehe viele Täubchen auffliegen, das sind lauter Arme
Seelen. N. hat ein ganz besonderes Krönchen auf.
Maria: „Die
ihr Mir zuerst genannt, sind auch dabei, aber die
zuletzt Verstorbenen kann Ich euch noch nicht schenken.“
Jesus: „Meine
Kinder! Wenn zuweilen böse Gedanken sich in euch
erheben, wenn ihr zweifeln wollt an der Echtheit, dann
erinnert euch, daß ihr nur verdienen könnt durch einen
tieflebendigen Glauben, daß ihr mit jedem Akt des
Glaubens, den ihr erweckt, mit jedem Tag euer Verdienst
steigert.
Seht, das Glaubensleben der ersten
Christen soll erneuert werden. Und wenn dieses erneuert
werden soll, dann müßt ihr leben wie die ersten
Christen. Diesen aber erging es gerade wie euch. Sie
waren Heiden und Juden und hatten ein ganz anderes Leben
geführt und sollen jetzt in ein ganz neues Leben
umgeschaffen werden. Da kamen ihnen oft Zweifel und
Ängste, ob denn dieser gekreuzigte Nazarener, dieser
Jesus, wohl ein Gott sein könne, ob man denn da nicht
getäuscht sei, einem solchen zu folgen, der von der
ganzen Welt gehaßt und verspottet wurde. Da konnte nur
der Glaube siegen.
Seht, Meine Kinder, ihr seid bestimmt,
das Glaubensleben der ersten Christen zu erneuern und zu
führen, zufrieden zu sein mit dem, was der Himmel euch
beschieden. Seid ihr in guten Verhältnissen, dann teilt
euer Brot mit dem armen Mitbruder, wie ihr es tut. Seid
ihr arm und müßt euer Brot verdienen mit der Hand, dann
seid zufrieden mit all den Leiden, die der Herr euch
zuschickt und sorgt nicht allzu ängstlich. Er wird für
euch sorgen, ihr werdet oft ganz wunderbare Hilfe
erfahren, aber das Leben der ersten Christen müßt ihr
ganz besonders in euch erneuern, das Glaubensleben.
Darum, nur durch das Verdienst eines tieflebendigen
Glaubens, den sie immer erneuerten, sooft Satan ihnen
dies vorhielt, ob Er denn ein Gott gewesen sei, da Er am
Kreuz gestorben sei, siegten sie, und so müßt auch ihr
diesen Glauben in euch erneuern.
Es ist und bleibt wahr, daß Ich, sooft
die Welt abgewichen ist vom rechten Weg, durch Menschen
wieder Mein Volk in die rechte Bahn einlenken wollte. Es
ist so im Ratschluß Gottes bestimmt. Denn gleich wie
Ich, um die Menschheit zu erlösen, nicht durch einen
Willensakt sie erlösen, sondern Mensch werden wollte, um
durch Mich als Mensch die Menschen zu belehren und den
Willen Meines Vaters der Welt kundzutun, so will Ich,
solange die Welt steht und es Menschen gibt, durch
Menschen die Welt belehren und die Menschen wieder an
Mich ziehen.
Darum freut euch, Meine Kinder, daß ihr
berufen seid, der Welt wieder zu zeigen, daß Ich
wirklich und wahrhaft im Allerheiligsten Sakrament
wohne, aber nicht nur im Allerheiligsten Sakrament, denn
dort bin Ich nur, weil Ich in den Menschen wohnen will,
und durch dieses heilige Sakrament gehe Ich ein in die
Menschenherzen und durch dieses Heilige Sakrament habe
Ich Mir dieses Werkzeug erwählt, um euch im Glauben zu
bestärken, zu beleben und zu befestigen. Merkt es euch!
Geht hin, Meine Kinder! Sooft Zweifel und Ängste kommen,
wißt, daß dies von Satan ist. Geht darüber hinweg wie
die ersten Christen. Freut euch, Meine Kinder, denn Ich
freue Mich mit euch. Und wenn Ich sage, freuet euch,
dann soll eure Freude vollkommen sein. Morgen ist der
erste Freitag, geht hin und macht Mir alle die Freude,
Mich in euch wirken zu lassen. Höret Meine Stimme und
ihr werdet es nicht bereuen.“
Barbara: „Sie
ist die allerreinste Braut des Heiligen Geistes, Sie ist
die allerreinste Braut der Priester! O meine Mutter, o
meine geliebte Königin, heute ist doch Pfingstnacht und
Du kommst? O erflehe uns die Gnade der Beharrlichkeit in
all den Verhältnissen, wie sie uns noch bevorstehen.
O Mutter, o erhabene Königin des Himmels
und der Erde, groß sind die Gefahren, in denen wir
stehen und armselig sind wir wie alle Menschen. O
erflehe mir Verzeihung meiner Sünden. Es liegt heute wie
ein Alptraum auf mir. O Mutter, ich glaube, deswegen
will auch Dein Sohn nicht zu mir kommen. O mein Gott,
alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich von Grund
des Herzens, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut
beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine
Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu
beleidigen. O mein Jesus, verzeihe mir! O komm, Heiliger
Geist und erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und
entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.
O mein Jesus, ich bete Dich an im
Allerheiligsten Sakrament und wie Du hier gegenwärtig
bist. Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, besonders
derer, die nicht an Dich glauben, in Vereinigung mit
allen heiligen und gerechten Seelen, die sich Mühe
geben, Deine Ehre zu befördern, besonders allen
Jungfrauen in der Welt. Wir alle wollen Dir Ersatz und
Sühne leisten. Hilf uns, o Herr, daß der Liebesbund sich
ausbreite über die ganze Erde, denn alle gläubigen
Christen, die noch an Deine Gegenwart im Hochheiligsten
Altarsakrament glauben und sich Mühe geben, ihre Leiden
mit Geduld zu ertragen, sind Mitglieder des
Liebesbundes.“
Jesus: „So
ist es recht, Meine Kinder! Im Namen aller Menschen
saget Mir Dank, im Namen aller, die Mich hinausgestoßen,
und anstatt aller, die Mich und Meinen Namen von der
Welt vertilgen möchten, denn so viele Gottesleugner, als
es jetzt gibt in der Schöpfung, hat es noch nie gegeben
seit Erschaffung der Welt. Im Alten Bund gab es zwei
Klassen von Menschen: Heiden und Juden. Die Heiden
leugneten keinen Gott, sie beteten Götter an, wie sie
sich dachten, wie ihre bösen Neigungen sie ihnen
eingaben. Weil das Geschöpf noch nicht so lange aus des
Schöpfers Hand hervorgegangen war, hatte es den Antrieb
noch allzusehr in sich, daß es noch ein höheres Wesen
gibt, dem man Dank schuldig sei. Der Heide suchte zwar,
sein Herz zu entschädigen, indem er sich Götter
einbildete und machte und diesen göttliche Ehre erwies.
Weil das Menschengeschlecht erschaffen
ist zu Meiner Ehre und Verherrlichung und es bereits
instinktmäßig in ihm liegt wie in dem Tier, daß es Mich
verherrlichen soll, darum hat der Heide Mich nicht
geleugnet. Er wußte nur nicht, welchen Gott er anbetete.
Aber das Judentum hat Mich nie geleugnet, und wenn es
einen Gotteslästerer gab, der war von Anfang bis zum
Ende, wo noch ein Jude stand, gekennzeichnet, und alle
haßten ihn und wichen scheu von ihm zurück. So war es im
Alten Testament.
Und jetzt im Neuen Testament gibt es so
viele Menschen, die nach ihren Begriffen sich ihre
Religion bilden, abgesehen von den vielen Millionen
Heiden, die Mich noch nicht kennen. Auch jetzt sollten
nur zwei Klassen von Menschen bestehen, aber aus dem
Christentum heraus – von so vielen Religionslehrern, die
andere Religionen stifteten, will Ich gar nicht reden –
sind all die verschiedenen Zweige entstanden, die sich
ihre Religion nach ihren Einbildungen machten. Ich rede
von den Christen. Schon oft habe Ich euch gesagt, so
viele Gottesleugner, wie es jetzt gibt in eurer Zeit,
hat es noch nicht gegeben, seit die Schöpfung besteht.
Wenn es auch viele nicht aussprechen offen vor anderen,
aber im Herzen gibt es bereits Millionen, die Mich
leugnen, die nicht mehr an das Dasein Gottes glauben.
Betrachtet nur ihr Leben.
Darum, Meine Kinder, muß Ich einen
Verein, einen Damm bilden, und diejenigen, die noch an
ein Dasein Gottes glauben, zusammenscharen zu einem
Bund, in den Liebesbund, denn ihr alle steht in der
Gefahr, zugrunde zu gehen, keines ist ausgenommen, weil
ihr Geschöpfe seid mit Fleisch und Blut und unter
Geschöpfen leben müßt. Weil die Gefahr so groß ist und
der Unglaube alles verfinstert und mit sich
hineingeschwemmt hat, und deshalb die Strafen allmählich
immer weiter um sich greifen, dringt die Finsternis auch
hinein in die besten Kinder der katholischen Kirche und
der Geist eines jeden Christen verfinstert sich. Merkt
es euch!
Ich habe es schon oft gesagt und sage es
auch heute abend wieder, daß all die Zweifel und
Beängstigungen, die unerklärlichen Leiden, die das Herz
belästigen, so daß man in allen Kreisen kein freudiges
Aufjubeln mehr merken kann, wenigstens nicht anhaltend,
und jedes Herz von Zeit zu Zeit, auch wenn es sich Mir
ganz geweiht und hingegeben und es sich selbst nicht
erklären kann, warum es wieder in solche Zustände
zurückfällt, wo es glaubt, es sei auf einem Irrweg, wo
es in ganz verzweifelte Gedanken kommt, seht, das sind
die Strafgerichte, die auf der Menschheit lasten. Die
ganze Menschheit liegt unter einer Eisdecke, und ihr
alle müßt die Strafe fühlen, die Zuchtrute, die Mein
Vater über der Menschheit schwingt. Und es ist sehr
gefährlich, und wird mit jedem Tag gefährlicher, unter
diesen Menschen zu leben. Es ist darum keine Sünde zu
verlangen, aufgelöst zu werden, weil die Gefahren zu
groß sind. Es freut Mich, wenn es noch Seelen gibt, die
so losgeschält sind von dieser Erde, daß sie sich
sehnen, aus diesem Körper auszugehen, um der Gefahr zu
entrinnen.
Ja, ja, Meine Kinder, ihr habt recht zu
seufzen, denn alle Himmelsbewohner, alle Engel und
Heiligen, stehen mit Bewunderung und Staunen da und
schauen den Gerechten zu, ob sie den Kampf gut zu Ende
führen. Meine Kinder, nun wißt, was Ich euch heute abend
lehren und sagen will:
Einen Damm möchte Ich gegen diesen
Unglauben errichten, um es allen möglich zu machen
auszuharren, die sich an den Liebesbund anschließen,
denn das ist der Damm. Angefangen habe Ich schon vor
mehreren hundert Jahren, diesen Damm zu bilden, als Ich
jener Klosterfrau Mein heiligstes Herz zeigte, Mein
menschliches Herz, als Ich ihr die Verheißungen gab. Das
alles war nur der Anfang zu dem, was Ich jetzt von der
Menschheit mit großem Verlangen erstrebe. Dort, als Ich
die Verheißungen gab, wollte Ich das Glaubensleben
erfrischen, vielmehr, Ich wollte die Schwachen
aufmuntern und ihnen zu Hilfe kommen, weil der arme
Mensch doch gar sehr hinneigt zur sinnlichen
Ergötzlichkeit. Er möchte, wenn er auch noch gut ist,
doch auch sich ergötzen und erfreuen.
Das Herz ist einmal zur Freude
geschaffen, weil es aus dem Paradiese stammt. Im
Paradies war nur Freude und Friede, und dies fühlt das
arme Herz heute noch, es will sich freuen. Darum wollte
Ich dem Menschen, dem Christen, eine leichte Übung
verschaffen, die ihn auch mit heiliger Freude erfüllt,
wobei er auch Genuß hat und nicht jenen trockenen,
kalten Glauben, jenen nackten Glauben, wie man vor
einigen Jahren sagte, man müsse das Volk an den nackten
Glauben halten. Meine Kinder seht, als Ich jener
Klosterfrau erschien, wollte Ich anfangen, diesen Plan
zu durchbrechen in Meiner heiligen Kirche. Ich wollte
Meinen Kindern den nackten Glauben nicht gar so nackt
belassen. Ich wollte es ihnen versüßen, dieses
Glaubensleben. Darum ließ Ich sie hineinschauen in Mein
liebes Herz und durch dieses menschliche Herz in Mein
Gottesherz, um in diesem Herzen die Liebe ihnen zu
zeigen, die für dieses Menschengeschlecht geschlagen, um
aber auch allen Guten eine leichte Übung an die Hand zu
geben, damit sie sich in kurzer Zeit zur höchsten Stufe
der Heiligkeit emporschwingen können.
Seht nun, Meine Kinder, damals als Ich
anfing, dieses der Welt kundzutun, da stand es noch
nicht so schlimm wie jetzt, denn es geht abwärts und
abwärts, auch mitten unter dem Christenleben, mitten in
Meiner Kirche. Die Strafen, die Mein Vater verhängte,
das Edikt, das Er ergehen ließ in jener Zeit, wo die
Kirche in voller Blüte dastand, wo alle Verfolgungen
aufhörten, wo die Kirche sich in Hülle und Fülle
entfaltete auf dem ganzen weiten Erdenrund und sie
deshalb üppig wurde, wie Ich euch schon öfter gesagt, da
beschloß Mein Vater Sein Strafedikt, und dieses
Strafgericht liegt bis heute noch auf Meiner Kirche. Ich
vertrete das Mittleramt zwischen Meiner Kirche und
Meinem Vater und dem Heiligen Geist. Ich stehe zwischen
beiden als Mittler und muß diese Strafe, soweit als Ich
Mensch bin, mit euch, Meinen Kindern, fühlen.
Darum verlangte Ich damals, daß in
Meiner Kirche Mein menschliches Herz soll anerkannt,
verehrt, geliebt und angebetet werden, was bis dahin
noch nicht öffentlich getan wurde. Wenn es auch hie und
da von einer heiligen Seele geschehen ist, so wurde es
aber doch im öffentlichen Leben im allgemeinen nicht
verehrt. Von dort an aber verlangte Ich, daß Mein
menschliches Herz angebetet und verehrt werde, weil
dieses menschliche Herz um der Sünden der Menschen
willen vieles leiden und büßen muß seit der Zeit, wo
Irrlehrer entstanden mitten in Meiner Kirche. Aus diesem
Geschlecht, das da Mein auserwähltes Geschlecht ist,
gingen die vielen, vielen Abtrünnigen hervor, und zwar
aus Meinem Herzen heraus traten sie und bildeten sich
eine eigene Religion und zerschnitten und zerfetzten
Mein Herz bis ins innerste Mark hinein, bis in Mein
Herzblut hinein.
Meine Kinder! Glaubt ihr wohl, daß ein
Gott leiden könne? Nicht wahr, euer Verstand kann das
nicht begreifen. Wißt aber, daß es ein fortwährendes
Wunder Meiner Allmacht ist, daß Ich unter euch wohne als
Mensch, als Gottmensch, um euch zu beweisen, wie Ich die
Menschen liebe. Damals als Ich dieses Sakrament
einsetzte, wußte Ich schon voraus, was Mir gerade von
diesem Geschlecht in den Jahrhunderten und Jahrtausenden
angetan werde, was alles Ich zu erleiden hätte, und
trotzdem setzte Ich dieses Sakrament ein, um euch
fortwährend zu erinnern, wie groß Meine Liebe zu dem
Menschengeschlecht ist. Und doch sage Ich euch, daß Ich,
obwohl Ich dieses wußte und auch voraussah, daß eine
Zeit kommen werde, wenn einmal Meine Glieder nicht mehr
verfolgt werden von anderen Geschöpfen, von ihren
Mitmenschen, sie anfangen werden, sich in sich selbst zu
zerfleischen und Mich zu zerfleischen, Mein göttliches
Herz, trotzdem, sage Ich, daß Ich dies alles voraussah,
wirkte Ich doch dies Wunder Meiner Allmacht aus purer
Liebe, aus reiner Liebe, aus heißer, sehnsüchtiger
Liebe, um euch alle zu retten, um euch fortwährend zu
beweisen, wie Ich euch liebe.
Glaubt ihr jetzt, daß Ich leide, leide
im Allerheiligsten Sakrament und in jeder Seele, die
Mich liebt, gerade so wie Ich litt dort, als Ich Mein
Kreuz den Kalvarienberg hinauftrug, hinaufschleppen
mußte, um an diesem Kreuz zu sterben? Fortwährend wird
Mein heiliges Herz zerfleischt, fortwährend werden die
Nägel Mir hineingetrieben bis ins innerste Mark hinein
durch all die gottlosen Diener Meiner Kirche, die, je
mehr sie sich anhäufen und abfallen als Judasse, die,
weil sie aus Meinem Herzen sich herausreißen, Mich
doppelt schmerzen, denn alle Priester sind Mein
menschliches Herz, sie sind eingegraben und eingewachsen
in Mein menschliches Herz, das Ich trage im
Allerheiligsten Sakrament, und sooft ein Priester so
weit kommt, daß er abfällt, und wenn er auch nicht
jedesmal ganz und gar noch zu einer anderen Religion
übergeht, wenn er auch noch bleibt in der Religion als
katholischer Christ, ist er doch aus Meinem Herzen
herausgetreten und hat Mir einen solchen Schmerz und
eine solche tiefe Wunde verursacht, daß, wenn ein Mensch
den Schmerz fühlen könnte, auch nur einen einzigen
Augenblick, er des plötzlichen Todes sterben müßte vor
lauter Schmerz.
Seht, Meine Kinder, dies ist die
Ursache, warum Ich komme und durch dieses Werkzeug zu
euch rede, um euch zu beweisen, wie Ich liebe, wie
göttlich groß Meine Liebe ist; denn wäre es keine
göttliche Liebe, Ich könnte es nicht ertragen, und Ich
muß es ertragen. Nun wißt ihr aber auch, Meine Kinder,
woher es kommt, daß keiner sich mehr zurechtfinden kann,
daß man immer und immer wieder sucht, und daß man, weil
so viele Zweifel und Ängste in jedem Menschenherzen
aufsteigen, man dann anfängt, wieder zu zweifeln und zu
kritisieren. Ja, weil ihr unter der Strafrute leben
müßt, die Mein Vater schwingt über diesem Geschlecht.
Ihr müßt Tag und Nacht die Strafrute fühlen, euer Geist
wird verfinstert, wenn auch hie und da ein Lichtstrahl
durchdringt, weil ihr vieles leidet und duldet und
deswegen viele Bevorzugung habt und ihr die Feste Meiner
Kirche mit Freuden begeht.
Und ihr, ihr jungen Kinder, die Ich euch
anziehen will und euch so gern in Meine Arme schließe,
und wenn Ich euch die heilige Freude noch länger
genießen lasse, wißt, daß ihr euch auch bald unter das
Kreuz stellen und leiden müßt. Ihr müßt allesamt
eucharistische Kreuzträger werden. Ihr alle müßt die
Strafrute fühlen, und Ich als Mittler zwischen Gott und
den Menschen, als Mittler zwischen Meiner Kirche und
Gott dem Vater, Ich muß Mich an Meine Kinder wenden, und
an wen soll Ich Mich wenden, wenn nicht an die, die noch
glauben?
Darum sagt es Meinen Dienern, dort fing
Ich an vor zweihundert Jahren, Mein menschliches Herz zu
offenbaren und der Menschheit zu sagen, daß Ich geliebt
werden will. Aber Ich sagte damals noch nicht, warum Ich
geliebt werden will, weil es die Menschheit noch nicht
verstanden hätte, denn nach der Zeitperiode und den
Zeitverhältnissen muß Ich Meiner Kirche alle Meine
Geheimnisse erschließen. Und es gibt Geheimnisse bis zum
Ende der Welt, die Meine Kinder nicht eher verstehen,
bis sie dieselben erlebt haben und bereits durch sie
durchgegangen sind und dann verstehen, wie groß der
Geist ist, der in Meiner Kirche lebt, der Heilige Geist,
der so viele Geheimnisse in Sich hat, daß alle
Menschengeister von Anfang bis zum Weltende sich die
Geheimnisse nicht erschließen und auslegen können.
Du armer Menschengeist, du willst
kritisieren und willst deinen Geist nicht unterwerfen
dem Heiligen Geist, Der da weht, wohin Er will, Der ein
Geschöpf Sich aussuchen kann, was Er will. Ich sage dir,
wer sich nicht unterwirft und nicht anschließt an das,
was Ich wirke, geht zugrunde, denn Ich habe euch schon
gesagt und Meine heilige Mutter, Ich habe schon gesagt
durch Kinder in früheren Jahren in der ersten Hälfte des
letzten Jahrhunderts, daß der Arm Gottes schwer auf dem
Volke liegt. Ich habe wieder gesagt durch Meine Mutter,
der Arm Gottes liegt schwer auf dem Volk, und Ich vermag
ihn nicht mehr aufzuhalten. So sagte Ich durch Meine
Mutter, die Mein Mittleramt mit vertritt. Ich stehe als
Mittler zwischen Meiner Kirche und Gott dem Vater, und
Ich muß Helfershelfer haben, wie Satan Helfershelfer
sucht.
Stellt euch Mann an Mann, reiht euch
unter die Fahne des Kreuzes, des Liebesbundes, ihr alle,
ihr treuen Kinder der katholischen Kirche. Helft Mir,
die Lücke auszufüllen, die Mein Herz zerfleischt, welche
die gottlosen Priester mir verursachen, die da
abgefallen sind und sich eigene Religionen gründen ...
Von jener Zeit an, wo Irrlehrer
entstanden in Meiner Kirche, die durchweg fast alle aus
dem Priestertum herausgewachsen sind, haben die Wunden
Meines Herzens angefangen zu bluten und bluten mit jedem
Jahrhundert mehr, aber noch nie so wie in eurem
Jahrhundert, in der jetzigen Zeit, wo so viele, viele
abfallen vom wahren Glauben, wo so viele Judasse unter
den Christen sind, wie es noch nie so viele gegeben.
Denn die Strafe geht Hand in Hand,
Schritt für Schritt mit dem Verbrechen. Je mehr
Verbrechen die Menschheit begeht, und besonders das
Priestertum und der gläubige Christ, die Christen, desto
sicherer und energischer ist die Strafe, die Mein Vater
über das Menschengeschlecht verhängt.
Allein und ganz allein in Meiner Kirche
ist Heil! Durch Meine Kirche kann die Welt noch
verschont bleiben; denn ein einziger, gerechter Mann
kann ein ganzes Land verschonen durch sein Gebet. Wenn
nun ein einziger Gerechter so viel vermag, was vermag
dann Meine heilige Kirche? Weil Ich nun so viel von
Meiner heiligen Kirche erwarte, darum will Ich aber
auch, daß sie rein und geläutert sei, daß sie dastehe
wie die Sonne am hellen Mittag, daß sie einen Glanz
verbreitet, der alles durchdringt in der ganzen Welt, in
der ganzen Schöpfung. Darum wisset, dieser Glanz muß
bestehen aus einzelnen Gliedern, denn jeder Strahl und
jedes Strählchen, das ausgeht von Meiner Kirche, welche
die Sonne der Welt ist, ist ein Christenherz, und je
mehr Christenherzen sich finden, die solche Strahlen
ausstrahlen, desto heller scheint die Sonne der Kirche
und desto durchdringender ist sie.
Wisset jetzt, warum Ich wünsche, daß der
Liebesbund von Tag zu Tag wachse, daß man sich nicht
schämt, offen und frei sich zum Liebesbund zu bekennen,
mag man Priester oder Laie sein, auf dem päpstlichen
Stuhl oder auf dem bischöflichen sitzen, Abt oder
Äbtissin sein, offen und frei sich bekennen als
Liebesbundmitglied, nicht spötteln und lachen über
gläubige Seelen, wie es gar zu leicht geschieht, auch in
Klostermauern, weil der Glaube zu sehr verflacht und
überall die Religion abhanden gekommen. Man sucht noch
seine Bequemlichkeit, auch wenn man eine ganz gute
Klosterfrau ist, man will das Kreuz sehr weit von sich
entfernen, freilich lebt man keusch und gehorsam und übt
Tugend, man hütet sich davor, die Gebote Gottes und der
Kirche nicht zu halten, man will ja selbst in den Himmel
kommen, aber mehr zu tun als dieses, sich für andere
einsetzen, das will man nicht.
Seht, Meine Kinder, das will Ich jetzt
von Meiner Kirche! Von Meinen treuen Kindern in Meiner
Kirche verlange Ich jetzt ein strammes Christentum, denn
Ich muß es Meinem Vater gegenüber vorzeigen. Ich habe es
geschworen, daß Ich das Menschengeschlecht retten will.
Ich habe es am Kreuz geschworen und besiegelt am
Kreuzholz mit Meinem Blute. Und nun ist es an euch, daß
ihr diesen Schwur fortwährend besiegelt mit euren Leiden
und eurem Blut. Was Meinem Leiden und Meinem Verdienst
abgeht, das müßt ihr durch eure Leiden ersetzen. Leiden
müßt ihr, leiden müßt ihr, Ich will es euch noch einmal
sagen. Ich kann es euch nicht ersparen. Wenn ihr euch
umseht unter denen, die sich eingereiht haben in den
Liebesbund und seht, wie Ich sie mit Leiden belade Tag
für Tag, wie sie zu kämpfen haben mit der Not, mit
Krankheit und Elend, so wißt, es gibt gar viele, die
sich keine eigene Leiden auferlegen, weil sie zu schwach
sind. Darum muß Ich mit Leiden kommen, weil diese Mir
büßen und sühnen helfen und andere herbeiziehen sollen
durch ihre Leiden.
Am Ende des Lebens, wenn ihr vor Gericht
steht und ihr Aug in Aug seht mit Mir und euer Auge mit
Meinem Auge die Menschenherzen durchschaut, dann werdet
ihr sehen, wie viele Seelen durch die Leiden der
Liebesbundmitglieder und durch ihr Gebet gerettet worden
sind.
Darum, Meine Kinder, wißt ihr jetzt, was
Ich euch sagen will. Ich habe es schon begonnen vor
zweihundert Jahren, als Ich anfing, der Menschheit Mein
göttliches Herz zu offenbaren durch eine Klosterfrau,
Margareta Maria Alacoque. Damals machte Ich zwölf große
Verheißungen und besondere Verheißungen für diejenigen,
die Mich besonders lieben wollen, die auf dem Weg der
Vollkommenheit Mir nachfolgen wollen. Diesen versprach
Ich ganz besondere Gnaden. Ihr müßt nur nachschlagen und
lesen. Damals aber entwickelte Ich Meine Pläne nicht.
Jetzt aber, wo die Menschheit immer
tiefer und tiefer sinkt in den Schlamm des Lasters und
Mein Christenvolk so abgewichen ist, daß es keinen
anderen Frieden mehr kennt als die höchsten Feste in
irdischen Genüssen zuzubringen, wo Ich so unendlich
vieles gelitten, wo Mein Leiden soll vorgeführt werden,
wo der gläubige Christ soll Vergnügen über Vergnügen
haben, indem er die Ereignisse Meines Lebens sich
vorführt, wie es die Alten taten, eure Vorfahren, jetzt
aber, wo man hinauszieht und das Erdreich tränkt mit
Verbrechen, stehe Ich auf der Warte und schaue, wo Ich
Seelen finde, die mit Mir leiden, die Mir die Verbrechen
sühnen helfen. Versteht ihr nun, warum Ich den
Liebesbund gründen will, warum Ich einen Damm errichten
muß, um Meine Kirche zum Sieg zu bringen? Beter brauche
Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange
Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den
gläubigen Christen!
Darum geht hin, Meine Töchter, geht hin
und sagt euren Freundinnen, arbeitet so weiter, wie du,
Meine Tochter, getan und freuet euch. Schämt euch nicht,
offen und frei zu bekennen, daß ihr Liebesbundmitglieder
seid. Sagt euren Priestern, wenn sie nicht glauben,
werden sie es noch fühlen, immer mehr noch fühlen, was
Ich mit der Menschheit vorhabe. Sie sind diejenigen, die
Mein Herz bilden, Mein menschliches Herz. In dem Herzen
geht alles vor, Leid und Freud. Das Leid, das den
Menschen trifft, trifft das Herz, und der ganze Körper
muß leiden, wenn das Herz leidet. Fühlt das Herz auch
keinen Schlag und vergießt es auch kein Blut, es fühlt
doch den Schmerz wie Dolchstiche. Warum? Weil das Herz
der edelste Teil des Menschen ist.
Du, Priestertum, bist der edelste Teil
Meiner Kirche. Darum muß alles Leid und Freud durch dich
hinausgehen, weil das Blut, das strömt im Menschen, in
allen Teilen der Adern des Menschen, durch das Herz
hindurchgeht. So wenn der Mensch eine Freude hat, hat er
sie im Herzen drin, und du Priester, sollst Freud und
Leid teilen mit deinen Kindern. Darum, solange du das
nicht tust und dich nicht anschließest an das gläubige
Volk, reißest du tiefe Wunden Meinem Herzen, weil du
Mein Herz bist. Du bist im Leibe der Kirche Mein Herz.
Darum, ihr Priester, höret Meine Stimme.
Haltet zu dem tiefgläubigen Volk und bildet den Damm,
den Ich bilden will. Schart zusammen das tiefgläubige
Volk, wo ihr noch ein Flämmchen der Gottesliebe findet,
facht es an, statt auf die Kanzel zu gehen und zu
schimpfen über jene Seelen, die tiefer gehen als andere,
die das verflachte Leben beiseite schieben und darum
Zeit finden, zu beten und Mich in der Kirche
aufzusuchen, anstatt zu jenen zu halten, die der Welt
nachlaufen. Steht ihr auf der Kanzel, wie ihr getan in
den Maibetrachtungen, da habt ihr recht getan. So müßt
ihr tun, damit die guten, gläubigen Kinder sehen, daß es
doch etwas sein muß, daß der Herr durch eine solche
Seele reden muß, denn das Wort der Priester stimmt
überein mit dem, was Ich rede durch solche Seelen. Und
die eine sagt es der anderen, und der eine Mann sagt es
dem anderen, und so entsteht der Damm, der gebildet
werden soll, und Meine Kirche soll zum Siege geführt
werden durch euch. Ihr steht am Wendepunkt, ihr seid die
Schnitter, die Meine Garben schneiden und einheimsen
sollen in Meine himmlische Scheune. Ihr sollt die
Tugendblümchen, die anfangen zu grünen und zu blühen,
recht betauen und befruchten durch euren Eifer, mit
einem Wort, allen guten Christen vorangehen.“
Barbara:
„Mein Jesus, Du bist so aufgebracht, es ist doch
Pfingstnacht, wo Du mir immer so große Freude bereitet
hast. Das Pfingstfest ist doch ein so großes
Freudenfest. Du hast mir gesagt, dass da die Kirche
gegründet worden sei und es darum das vollendete
Freudenfest für uns ist. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“
Jesus:
„Freilich ist dies das vollendete Freudenfest. Wo sind
aber diejenigen, die dieses Freudenfest mitfeiern?
Pfingsten ist das Fest Meines Geistes, wo der Heilige
Geist ausgegossen ist über die Menschheit, und der
Christ, statt diesen Geist in sich aufzunehmen, an sich
herantreten zu lassen, Seine Stimme zu hören, macht um
so mehr Lärm in diesen Tagen, um diesen Geist zu
übertönen und mit Füßen zu treten. Und seht, Meine
Kinder, wie in Mainz und um Mainz herum dieser Geist mit
Füßen getreten wird. Darum bin Ich zornig. Wehe Mir,
wehe Meinem menschlichen Herzen in der Eucharistie. An
diesem Tag, diesem Pfingstfest, wo Mein Geist überall
Eingang finden sollte in den Christenherzen, wird Er
statt dessen mit Füßen getreten. Darum, Meine Kinder,
darum bitte Ich euch, habt Mitleid mit Mir, mit Meinem
menschlichen Herzen. Seht den Schmerz, den der Heilige
Geist nicht fühlt, Dieser kann ihn nicht fühlen, Er ist
ja ein Geist, Ich aber muß ihn fühlen im Allerheiligsten
Sakrament. Dort muß Mein menschliches Herz den Schmerz
fühlen, den Mein Geist dadurch fühlt, daß Er mit Füßen
getreten wird, und wie manche Seele, wie manche
Jungfrau, die bisher noch unverdorben war, wie manches
Kind, das zum ersten Mal in diesem Jahr Mich aufgenommen
in sein Herz, geht hin auf solche Feste, und der Geist
schwindet, es verliert Unschuld und Tugend und geht den
Weg der Sünde und des Lasters.
Darum, Meine Kinder, danket Mir um so
mehr, danket aber auch derjenigen, die in eurer Familie
steht, die Ich Mir erwählt habe als Werkzeug, um durch
sie hinauszutragen in die ganze Welt, wie gut Ich bin.
Was Ich wirkte durch jene Klosterfrau, das will Ich hier
vollenden. Soweit ist es gekommen, daß Ich Mich zeigen
muß. Daran könnt ihr erkennen, was ein Gott tut. Dort
ging Ich in die stille Klostermauer, weil es noch lange
nicht so schlimm stand in Meiner Kirche und im
allgemeinen noch gut war. Damals hätte man Mich nicht
verstanden, wiewohl Ich viele gläubige Seelen gefunden
und die Gefahr nicht so groß war. Jetzt aber, wo die
Gefahr am größten ist, wo so viele mit hineingerissen
sind und Tag für Tag auch unter den besten Kindern
Meiner Kirche hineingerissen werden, erwähle Ich Mir
eine Seele inmitten der Welt, mitten auf der Straße,
mitten auf der großen Heeresstraße der Welt, wo alle sie
sehen können.
Nicht mehr hinein in die Klostermauer
will Ich gehen, weil dort die Welt es nicht beachten
würde. Auch die besten Diener der Kirche, sie glauben es
nicht, weil man sagen würde: ‚Ja, ja, das ist eine
hysterische Klosterfrau, die zuviel nachdenkt und betet,
und weil es ihr Geschäft ist, und Tag und Nacht sie
nichts anderes tut, so kommt sie auf solche Ideen.‘
Darum geht man über solche Phantasien hinweg. Deswegen
erwähle Ich eine Person an der Heeresstraße, um durch
sie euch eine Strafpredigt zu halten. Tut ihr, was Ich
euch sage, dann seid ihr gerettet. Tut ihr es nicht,
dann werde Ich die Welt doch retten und ihr, ihr werdet
alle zugrunde gehen. Darum haltet zusammen, freuet euch,
daß ihr die Berufenen seid, teilzunehmen an den Gnaden,
wie Ich sie hier wirke, daß ihr die Werkzeuge seid, um
Meine Pläne ausführen zu helfen, um Mein menschliches
Herz trösten zu können, um leiden zu können mit Meinem
menschlichen Herzen. Freuet euch. Bringet eure Tage
nicht in Grämereien und Kleinigkeiten zu. Sage deiner
Schwägerin, sie möge sich an keine Kleinigkeit hängen,
daß Ich sie berufen habe, ein so großes Werk
durchzuführen, daß Ich sie als Hinterlage benutze, daß
Ich sie deshalb an die Heerstrasse gestellt habe. Nicht
umsonst habe Ich dies alles so gefügt und zugelassen.
Die Weltmenschen sollen erkennen, daß
Ich sie retten will, wie Ich sie liebe und hochschätze,
daß Ich um ihretwillen und gerade um ihretwillen Mir ein
Werkzeug an die Heeresstraße gestellt habe. Wie einen
Pranger stelle Ich sie hin, um einem jeden, der
vorübergeht zu zeigen: Ja seht, so weit beuge Ich Mich
herunter zu euch als euer Gott! Und wenn sie
vorübergehen und hinaufschauen, denken viele: ‚Ich muß
zurückgehen, ich muß auf die Stimme meines Erlösers
hören, der durch diesen Pranger zu mir spricht!‘ Und
viele, viele Menschen sollen gerettet werden.
Darum, Meine Kinder, freuet euch auf
morgen! Aber Ich verspreche euch, daß Ich euch die
Leiden nicht ersparen kann. Ihr müßt gehen wie unter
einem gedrückten Dach, das nicht höher ist als um
durchzukommen, aber nicht um gerade zu gehen. Ihr müßt
beständig geduckt gehen und bedrückt vor lauter Leiden.
Dies ist der strafende Arm, der über der Menschheit
lastet. Und je mehr die Freudenfeste vorüber sind und
Meine Kirche wieder in einen anderen Kreis eintritt, wo
Mein Leiden versinnbildet wird, desto drückender werden
die Leiden Meiner Kinder. Ich sage es euch im voraus,
damit ihr euch einrichten könnt. Ihr alle sollt
teilnehmen an den Leiden, aber auch am Siege Meiner
Kirche.
Du, Meine Tochter, du arbeitest viel in
Meinem Reich. Mancher Priester soll sich ein Beispiel
nehmen an dir. Er soll sehen, was eine jungfräuliche
Seele vermag, und erkennen, warum Ich den jungfräulichen
Stand zu Ehren bringen will; denn eine Jungfrau tut, was
des Herrn ist, während eine Verheiratete tut, was ihres
Mannes ist. Eine Jungfrau sorgt für Mich und für den
Himmel.
Der Ehestand ist eingesetzt, die Erde zu
bevölkern und den Himmel zu zieren durch neue
Sprößlinge, aber er hat bei weitem nicht den Segen und
die Gnade, die der jungfräuliche Stand in sich schließt,
denn eine einzige Jungfrau kann im Reiche Gottes auf
Erden mehr wirken als eine ganze Gemeinde von Eheleuten,
denn der Ehestand, wo er auch ist und sich befindet,
sorgt viel mehr nur für die zeitlichen Interessen. Er
ist ja da, nebst dem er Kinder erzeugt, die Bewohner des
Himmels zu mehren, und doch auch wieder um das Erdreich
zu erhalten. Er teilt gleichsam seine Liebe zwischen der
Erde und dem Himmel. Er sorgt, um die Güter der Erde zu
vermehren, und sorgt dann auch, wenn er gut und fromm
ist, den Himmel zu vermehren durch seine Kinder, während
eine Jungfrau ganz allein sorgt, den Himmel zu zieren,
mit Tugenden den Himmel zu bereichern und überall
einzugreifen. Sie sorgt und arbeitet mit in der Kirche
wie in einer Familie. Ja, ja, Meine Kinder, bedenkt es
wohl!
Du, Meine Tochter, deine Mutter soll
wohl bedenken, daß Meine Dienerin viel beigetragen hat
zu deiner Erziehung durch Gebet und Opfer, und daß sie
dir so viel zu deinem zeitlichen und ewigen Glück
verholfen, mehr noch, Mein Kind, wie deine eigene
Mutter. Darum darf sie nicht alles so übel aufnehmen,
wenn sie ein übereiltes Wort spricht, sie muß Geduld
tragen und bedenken, welch großen Schatz Ich ihr
anvertraut, wenn sie auch nicht dasteht wie eine
Himmelsblume, wie ein Engel ohne Fleisch, sie hat ihre
Fehler, weil sie ein Geschöpf ist und weil alle Menschen
ihre Fehler haben; auch alle Meine Diener haben ihre
Fehler.
Darum Geduld, Meine Kinder, Geduld. Das
zweite Zeichen, woran eine Seele erkennen kann, ob sie
auf dem Weg der Vollkommenheit sich befindet, ist, daß
sie die Lasten mit anderen trägt. Die Lasten müßt ihr
mit euren Mitmenschen tragen. Wenn euch ein übereiltes
Wort entschlüpft, wenn ihr zornig werdet, was ja
menschlich ist, dann zürnt einmal. Sagt eure Meinung
heraus mit der Wahrheit, aber dann beiseite gelegt und
die Last getragen.
Hinweg mit all dem Kram und den
Kleinigkeiten. So muß es getragen werden, ihr
Liebesbundmitglieder. Habt Nachsicht miteinander, ihr
Eheleute miteinander, ihr Jungfrauen miteinander, wo ihr
steht, habt Nachsicht und Geduld. So muß es werden. Und
je mehr Mitglieder sich anschließen, desto eher und
bälder wird der Tag kommen, wo der Sieg der Kirche
gefördert wird. Lebt wohl. Ich grüße euch noch einmal im
Namen der Braut des Heiligen Geistes, der allein die
wahre Freude verleiht!“
Barbara:
„Mein Jesus, heile mir doch die Hand.“
Jesus: „Meine
Tochter, eine Kleinigkeit, die Kraft zum Schreiben
bekommst du schon, hab ein wenig Geduld und Nachsicht.
In letzter Zeit warst du vielmals gehetzt wie ein Wild
und konntest dich nicht ausruhen. Es wird wieder besser,
wenn du wieder wallfahrten gehst mit deinen Freundinnen
in Gottes Natur. Für jetzt zur Zeit, wo der Geist so
sehr verunehrt wird, müßt ihr leiden.“
Barbara: Ich
sehe, wie die liebe Mutter Gottes weint wegen des Festes
in W., weil so viele Jungen verführt werden und der
Heilige Geist muß so viele jugendliche Herzen verlassen.
Barbara:
„Mein Jesus, ich danke Dir für das große Glück, das Du
mir heute abend bereitet. Ich bitte Dich um Verzeihung
für alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich wieder
begangen habe. O lieber, heiliger Antonius bitte, daß
der Herr mir meine Sünden vergesse, um all der Liebe
willen, die ich zu dir getragen und deine Altäre
gezieret, weil du unser Kirchenpatron bist. Ich danke
dir, daß du dich mir gezeigt nach der heiligen
Kommunion. Ich weiß aber kein Wort mehr, das du mir
gesagt; vor lauter Beschäftigung mit der Vorbereitung
für Fronleichnam habe ich alles vergessen. O komm,
vielgeliebter Bruder, und sage es mir jetzt.“
Antonius:
„Gelobt sei Jesus Christus! Du hast Recht getan, liebe
Schwester! Seht, was ihr jetzt seid, war ich dereinst,
und was ich jetzt bin, sollt ihr noch werden. Darum gebt
euch alle Mühe. Schaut nicht nach rechts und nicht nach
links, denn wenn es je der Welt not getan, daß feurige,
eifrige Seelen sich vorfinden in der Christenheit, so
tut es ihr jetzt not. Tut, was euch der Herr sagt,
befolgt Seine Worte. Als du vom Herrn gerufen wurdest,
dich in Seinen Dienst zu stellen und ich mich dir im
Traume zeigte, da ahntest du nicht, daß dieser Traum in
Wirklichkeit vor sich gehen werde. Siehe, dies ist das
Zeichen, wie innig wir mit euch verbunden sind.
Alle jene Seelen, die der Herr auf
besondere Wege führen will und führt, durch die Er der
Menschheit Seine Liebe und Güte und Barmherzigkeit
zuwenden will, hat Er auf ähnliche Weise heimgesucht,
bevor sie wirklich dem Herrn nachgefolgt sind, wo sie
manchmal noch den Weg der Sünde wandelten. Siehe, weil
du ein Kind meiner Familie warst, denn jeder von uns,
der einer Gemeinde zugeteilt ist von Gott und den
Auftrag von Ihm erhalten hat, daß er dieser Gemeinde
seinen ganz besonderen Schutz möge angedeihen lassen,
hat dann die Aufgabe wie ein Familienvater. Ein
Familienvater freut sich, wenn seine Kinder gedeihen an
Leib und Seele, wenn sein Hauswesen vorwärts geht und
zur Blüte gelangt. Er trauert aber auch, wenn eines
seiner Kinder auf Irrwege geht und er sieht, wie dieses
Kind ihm könnte verlorengehen, seiner Familie Schmach
und Schande bereiten.
So geht es jedem von uns, dem die
Aufgabe von Gott zugekommen ist, daß er der besondere
Beschützer einer Kirchengemeinde ist. Weil ich schon
erkannte, noch ehe du es ahntest, welch große Dinge der
Herr mit dir vorhabe, daß Er dich bestimmt habe, Seine
Gnadenschätze anderen Geschöpfen zu vermitteln, in sie
hinüberzuleiten durch dich, darum beeilte ich mich, dir
deinen Lebensweg zu zeigen, und du hast gefolgt bis
jetzt. Bleibe treu deinem Berufe, und du wirst die Krone
des Lebens empfangen.
Ihr aber, meine Schwestern, wüßtet ihr
doch und könntet ihr es verstehen und begreifen, wie
unendlich die Liebe eines Gottes ist, wie Er alles
aufbietet, um Seinen Geschöpfen wohlzutun. Aber seht,
wie Seine Geschöpfe Ihm vergelten! Noch nie war der
Himmel so betrübt über die undankbare Welt wie in
jetziger Zeit. Anstatt uns zu freuen, wenn ein Fest
unseres geliebten Herrn gefeiert wird, müssen wir in
Trauer uns versenken, weil so viele Menschen, ja so
viele Christen sich nicht mehr erinnern der Wohltaten
ihrer Erlösung, denn alle die Feste, wie sie kommen im
ganzen Kirchenjahr, erinnern an das Fest unserer
Erlösung, alle Feste unseres Herrn. Und wie der Herr
sorgt, daß sogar uns, Seinen Geschöpfen, Seinen Dienern,
eigene Feste eingesetzt und gefeiert werden in Seiner
Kirche, so muß der Dank von Tag zu Tag sich steigern in
denjenigen, die nur darin die unendliche Liebe und Güte
eines Gottes erkennen.
Darum sind wir traurig, wenn wir sehen
müssen, wie die Welt alles aufbietet, um alle guten
Keime aus der Christenheit herauszuarbeiten, wie kein
guter Christ mehr sich freuen kann, ohne nicht auch sich
ärgern zu müssen über die gottlose Welt. Fürchtet
nichts, gehet dahin, wo der Herr euch ruft. Höret Seine
Stimme! Wisset, als ich auf Erden noch wandelte, hat man
mich auch nicht beachtet. Man hat in jener Zeit an einer
Seele, die auf dem Wege gewandelt, wie ihn die Kirche
vorschreibt, die den Weg des Lasters nicht ging, sondern
sich Mühe gab, ihre Fehler zu verbessern und sich
Tugenden einzupflanzen, so gehandelt, daß sie, wenn auch
nicht gerade geschätzt, aber doch nicht verspottet und
nicht verachtet wurde, wenigstens dann nicht mehr, wenn
man einmal erkannt hatte, daß mit dieser Seele etwas
anderes zu tun sei. Doch wisset, daß auch ich lange Zeit
nicht geachtet war, sondern zurückgesetzt, wenn auch
nicht gerade böswillig. Dies ließ der Herr so zu meiner
Prüfung und Heiligung zu. Es war aber auch in damaliger
Zeit gut, daß es so gewesen, denn die Christen, weil
noch gläubiger und kindlicher, hätten eine Seele, wenn
sie sich nicht zu verbergen gesucht hätte, fast
angebetet, wie es mir ja auch erging, als ich einmal
öffentlich auf den Leuchter gestellt war und überall
hingerufen wurde zu predigen, und meine Oberen offen und
frei erklärten, daß ich ein Diener Gottes sei.
Da lief man zehn bis zwanzig Stunden des
Weges, um meine Predigt zu hören. Ja, hätte ich da noch
einen Funken Selbstliebe in mir gehabt, ich wäre tief
gefallen, weil mich die Menschen fast auf den Händen
trugen. Dies ist nun anders geworden. Die Menschen sind
anders geworden in ihren Naturen, Charakteren und
Seelenzuständen. In ihren Naturen, weil die Naturen
aller Menschen, ohne Ausnahme, nicht mehr so kräftig
sind wie in der Zeit, als ich lebte auf Erden.
Deswegen hat der Herr schon so viel
durch diese meine Schwester gesprochen, daß Er nicht
mehr verlangen könne, daß die Menschen bei Wasser und
Brot fasten, wie es ein Diener Gottes tat zu meiner
Zeit, wenigstens hie und da, daß es aber auch nicht mehr
notwendig sei, Wunder zu wirken, um einen Diener Gottes
zu kennzeichnen. Als Nikolaus von der Flüe lebte, da
mußte der Herr Wunder wirken, um Seine Diener zu
kennzeichnen, weil zu jener Zeit fast alle Christen gut
gelebt haben, sich bemühten, Gott zu gefallen,
wenigstens in solchen Gegenden, wo noch der Glaube recht
lebendig und kindlich war. Wenn da der Herr etwas
Besonderes wirken wollte in einer Seele, da wirkte Er
auffallende Wunder.
Wenn nun jetzt in der Zeit, in der ihr
lebt, die Menschen daran erkennen wollen, ob etwas von
Gott ist, oder ob es Menschenwerk ist, dann dürfen sie
den Maßstab nicht an die Natur des Menschen anlegen,
dann müssen sie, jeder, der das Recht hat, den Maßstab
anzulegen, diesen Maßstab erst an sich selbst anlegen.
Er soll seine Natur selbst prüfen, ob sie geeignet sei,
bei Wasser und Brot jahrelang fasten zu können, ob
erlaubt sei, sein Leben zu verkürzen, sich hinzuordnen.
Deswegen, weil die Welt dafür sorgt, daß jetzt eine
Seele gekennzeichnet sei auf ganz andere Art, darum sind
auch die Bußwerke ganz andere. Die Seele, die allen
Spott und Hohn hinnimmt aus Liebe zu Gott, die alle
Leiden erträgt, die Gott ihr auferlegt, mag es eines
ihrer Angehörigen betreffen in der Familie, der
Familienvater oder die Mutter, die ihre Leiden mit
Geduld trägt und ruhig weitergeht, ob es stürmt oder
schneit, diese ist gekennzeichnet als ein guter Christ.
Wenn aber der Herr eine Seele auserwählt, um durch sie
zu anderen zu reden und anderen Seinen Willen kundzutun,
dann hat die Welt schon längst gesorgt, daß der Herr
keine außerordentlichen Wunder mehr zu wirken braucht.
Siehst du, meine Schwester, deswegen
habe ich dir gezeigt, daß einzig und allein die Seele,
in welcher der Herr auf außerordentliche Weise wirken
will, an den Tabernakel sich halten muß. Dort muß sie
hineilen, sie muß hören die Stimme ihres Geliebten in
ihrem Herzen, nicht achten auf das Gerede der Menschen,
selbst wenn es von denjenigen kommt, die über sie
gestellt sind, welche die Aufgabe haben, andere zu
leiten, die Herzen anderer zu leiten. Auch mir ging es
so. Meine Brüder verklagten mich bei meinen Obern, als
sei ich eine scheinheilige Person, als wollte ich
Frömmelei treiben, weil ich jeden Augenblick benutzte,
um vor den Tabernakel zu gehen, weil ich, wenn ich an
der Arbeit war, mich immer so viel wie möglich von
anderen zurückzog, sobald es wieder ging, um mit meinem
Gott zu verkehren.
Darum wurde ich von einigen gehaßt, von
anderen gleichgültig angesehen als Sonderling, als
wollte ich mehr sein als sie, mich einschmeicheln bei
meinen Obern, und wie die Fehler vorkommen in
Genossenschaften, wo viele beisammen wohnen und wo jeder
nach Heiligkeit oder doch nach Frömmigkeit strebt. Du
hast gesehen, wie sie zu meinen Obern liefen und mich
verklagten, daß ich schon wieder müßig gehe, schon
wieder in die Kirche gelaufen sei. Das war dein ganzer
Lebensweg.
Meine Schwestern fahret fort. Ihr, die
der Herr euch berief, und die ihr so gestellt seid, daß
ihr dem Herrn treuer dienen könnt, möget ihr sein mitten
in der Welt oder in den Klostermauern, ihr Jungfrauen.
Alle, die auf das Geschrei der Menschen hören, bringen
es nicht weit. Sage N. in N., die da eine Verdemütigung
erlitten, sie möge sich freuen und wohl bedenken, daß es
ein großer Schaden für sie gewesen wäre. Sie kann ihre
Krone um vieles verschönern und ihren Thron herrlicher
zieren auf diesem demütigen Weg. Was nützt all der Tand,
all die Schmeichelreden von denjenigen, die da ihren
Obern schmeicheln wollen, wie es doch denjenigen oft
vorkommt, die der Herr berufen hat, an der Spitze zu
stehen. Sie aber kann diese Zeit gut ausnützen, sie kann
mit ihrem lieben Jesus verkehren, und das soll sie auch
tun. Sage ihr einen freundlichen Gruß.
Ihr aber, ihr Kinder, fahret fort auf
dem betretenen Weg. Laßt euch nie und nimmer irre
machen, besonders du, Maria. Viele, viele sind im
Himmel, die deinen Namen tragen. Wisse, daß deine
Namenspatronin den jungfräulichen Stand geboren. Sie war
die Erste unter den Jungfrauen, und viele sind seither
Ihr nachgefolgt. Fahre fort! Betrete nie, ich bitte
dich, mein Kind, jene Orte, wo der Seele nachgestellt
wird von Satan. Siehe hier in dieser reinen Luft des
Glaubenslebens, wie es in deiner Familie überall
ausgeatmet wird, deine lieben Angehörigen atmen alle ein
tiefes Glaubensleben aus und üben es aus, und du stehst
in dieser Luft, hier hast du keine Gefahr, denn
diejenigen, die in deine Nähe kommen, erkennst du schon
an der Farbe. Alle, die nicht so sprechen, wie deine
lieben Angehörigen, sind nicht von der Farbe, zu der du
dich bekennst. Darum hast du keine große Gefahr. Du mußt
immer auf der Hut sein, daß Satan sich nicht
einschleichen kann durch böse Gedanken und
Vorstellungen.
Ihr aber, ihr Kinder, die euch der Herr
hierher geführt, harret aus, solange ihr in dieser
Familie bleiben könnt, damit ihr noch recht lange und
viel von dem Glaubensleben in euch aufnehmet, das hier
ausgeübt wird. Sagt aber auch der Frau dieses Hauses
einen recht herzlichen Gruß von mir. Sie soll ausführen,
was sie sich vorgenommen. Sie hat versprochen, solange
an dem Kloster gebaut würde, mir zu Ehren beizutragen zu
dem Klosterbau; denn in diesem Kloster werde ich viel
geehrt und habe darum auch ganz besondere Mittel und
Wege, um diejenigen wieder zu ehren, die mich ehren in
dieser Kapelle. Ich werde es all denjenigen zu gute tun,
die beitragen zu dem Klosterbau, denn später wird dieses
Haus, das jetzt aufgerichtet wird, eine große Zierde
werden für die Stadt Mainz, und viele, viele werden
daraus hervorgehen, die ein heiligmäßiges Leben führen
und vielen zum Vorbild werden durch ihr ernstes
Tugendleben.“
Barbara: „O
lieber, heiliger Antonius, ist denn ein Beitrag zu
diesem Haus gerade so gut wie eine Priesterstiftung?“
Antonius:
„Gerade so, weil ja dieses derselbe Zweck ist. Eine
Priesterstiftung ist für Priester, die arm sind, sie zu
unterhalten, damit sie studieren können. Ein Klosterbau
ist, um arme Söhne aufzunehmen, arme Jünglinge oder
Jungfrauen, damit sie ein gottgeweihtes Leben führen
und, wie es hier ist, auch noch Priester werden können;
es ist also ein und dasselbe. Darum tragt nach
Herzenslust dazu bei, mit Herzensfreude, und wo ihr
könnt, bringt ein gutes Wörtchen an, damit der Bau
gelinge und damit die Mönche nicht mehr zu gedrückt
sind, denn alles kommt der Stadt und den Bewohnern
dieser Stadt und weit darüber hinaus zugute.“
Barbara: „Hat
N. Berufung zum jungfräulichen Stand?“
Antonius:
„Jedes Menschenkind, das sich bekämpfen will, kann sich
einen Stand wählen, wie es will. Dies liegt nur an dem
Menschen selbst. Man sagt: ‚Ja, ich bin nicht dazu
bestimmt.‘ Mein Kind, du und jedes andere kann sich dazu
bestimmen, wenn es nur ernstlich will. Der jungfräuliche
Stand ist eine große Tugend, ein evangelischer Rat, vom
Herrn Selbst gegeben, und der arme Mensch, der da im
Paradies gefallen und deswegen die sinnliche Begierde
vom Paradies aus an sich trägt vom ersten Menschen, wer
diese Begierde in sich niederkämpft aus Liebe zu Gott,
der ist bestimmt, Jungfrau zu bleiben und es wird sein
Lohn um so mehr steigen, je mehr er zu kämpfen hat. Man
sagt: ‚Ja, ich bin nicht bestimmt zu dem jungfräulichen
Stand, ich habe so viele Versuchungen.‘ Ja, Versuchungen
sind noch keine Sünde, und das, was mit großer Mühe und
hartem Kampf erkämpft wird, ist auch um höheren Preis
erkauft und darum auch wertvoller in den Augen Gottes
und für den betreffenden Menschen von größerem
Verdienst.
Wenn sie kämpfen wollte, diese Jungfrau,
dann sage ihr aber, daß sie in erster Linie sich die
Demut zum Fundament legen muß. Sie muß demütig werden
und nicht auf ihre Mitmenschen stolz herabsehen und sie
ihren Reichtum, in den sie der Herr hineingestellt,
fühlen lassen. O diese Familie gehört zu den
Glücklichen, die mit Reichtum doch auch noch die
Religion verbinden. Darum wissen diese Kinder nicht zu
schätzen, was sie in ihrer Familie besitzen, nämlich den
tieflebendigen Glauben, der noch ein Erbstück ist von
ihren Vorgängern. Denn in dieser Familie standen schon
große Diener Gottes, aber die Zeit ist längst vorüber,
wo diese gelebt, und allmählich verzweigt sich die
Familie und der Stammbaum verliert sich nach und nach.
Aber er soll sich nicht verlieren und dafür soll deine
Kusine sorgen, weil der andere Stammbaum etwas
fehlgeschlagen, nämlich von deiner Familie, obwohl auch
diese nicht ganz böse sind, aber doch wäre hier vieles
zu wünschen von den Mitgliedern dieser Familie.“
Barbara: „O
Herr, Du lässest diese kranke Schwester aber vieles
leiden.“
Jesus: „Ihre
Leiden sind Leiden der Buße und Sühne für die gefallene
Menschheit. Die Zeit, in der die Christen sich erholen
und in Mir sich erfreuen sollten, denn wo die Kirche
alles aufbietet, um ihren Kindern Freude zu machen,
bietet die Welt alles auf, um die Kinder der Kirche
loszureißen, alles herauszuarbeiten, sie ganz für sich
zu gewinnen. Sie spielt und tanzt und geigt Tag und
Nacht in einem fort, um ja alles Gute in den Seelen zu
verderben und zu ersticken. Dieses bereitet Meinem
Herzen einen unaussprechlichen Schmerz und einen
unaussprechlichen Kampf. Ich kämpfe, sage Ich euch,
Meine Kinder, Ich kämpfe im stillen Tabernakel, ob Ich
es nicht zulassen soll, daß das Licht des Glaubens
hinweggenommen werde diesem verkehrten Geschlecht, und
deswegen arbeite Ich an den guten, treuen Seelen und Ich
kann ihnen keine Mühe ersparen, keine Leiden.
Leiden müßt ihr, ihr guten treuen
Seelen. Sage dieser Schwester, sie soll viele, viele
Seelen retten in dieser Stadt. Die Finsternis wird von
Tag zu Tag dichter, denn seht euch um in dieser Stadt
und in der Umgegend, wo überall die Festlichkeiten
stattfinden, ob man da noch denkt an eine
Sonntagspflicht, an die Familienpflichten, die der Vater
und die Mutter haben. Alles wird vernachlässigt. Die
Kinder gehen ihre Wege. Der Vater geht seine Wege und
die Mutter ihre, wenn auch nicht gerade wie der Vater,
sie kann es nicht mehr halten, und sie läuft über zur
Fahne Satans, weil sie aus lauter Verzweiflung
überläuft. Und diese Familien muß Ich Tag für Tag mit
ansehen und Ich kämpfe in Meinem stillen Tabernakel, ob
Ich denn noch bleiben will unter diesem Geschlecht.
Darum auf, Meine Kinder, auf! Ihr seid
die Berufenen, ihr, ihr! Um euretwillen soll das Licht
des Glaubens erhalten bleiben. Seht, wie die Oberhäupter
sich verbinden mit den Liberalisten, wie sie alles
aufbieten, um das Volk am rechten Fleck anzupacken,
damit auf so feine Weise der Glaube hinausgeschafft wird
aus der Schöpfung, aus diesem Lande, der Glaube an die
heilige Eucharistie, denn nur das Christenvolk hat Mich
ja in seiner Mitte, alle anderen
Glaubensgenossenschaften wissen ja nichts von Meiner
Gegenwart, wenn sie auch noch an einen Gott glauben. Und
unter diesem Geschlecht, das da so bearbeitet wird,
stehe Ich jetzt als ein unbekannter Gott, denn je mehr
da gespielt und getanzt wird, desto mehr vergißt man
Mich im Heiligsten Sakrament des Tabernakels.
Ihr, Meine Kinder, sollt die Ehrenwache
bilden. Um euretwillen will Ich bleiben, und wenn es
eure Vorgesetzten jetzt noch nicht glauben wollen, ja,
ja, sie glauben es, werdet nicht irre! Es ist, wie Ich
euch schon lange gesagt. Weil die Welt gar zu gottlos
geworden ist, will man alles vermeiden, was auffällig
ist. Von euch wird nichts verlangt als wie die
Beharrlichkeit, ein tieflebendiger Glaube, eine
unerschütterliche Hoffnung, ein felsenfestes
Gottvertrauen und ein festes Zusammenhalten zum
Liebesbund.
Saget Meiner Dienerin N., sie soll
diesen Schritt tun, sich euch anschließen, damit andere
es sehen und herbeikommen. Und eurem Bischof sagt einen
herzlichen Gruß. Er möge es doch über sich bringen und
nichts danach fragen, euch nicht einzudämmen, wenn man
auch spöttelt und witzelt, man tut dies doch. Sagt ihm,
wo die Sonn- und Feiertage so schrecklich entheiligt
werden durch Verbrechen, daß die Erde getränkt ist mit
Verbrechen, wie in den Zeiten der ersten Christen mit
Christenblut und durch die Verbrechen der Heiden, so
soll jetzt durch die guten, treuen Kinder der
katholischen Kirche die Erde wieder entsündigt und
geheiligt werden, indem sie sich zusammenscharen und
frei und offen ihren Glauben bekennend, singend und
betend durch die Fluren ziehen, sich vereinigend mit den
Engeln und Heiligen des Himmels, die sich ja auch zu
ihnen gesellen und vereinigend mit ihnen Gott preisen
und mit den lieben Vöglein und unvernünftigen Tieren, um
Gottes Lob zu preisen und zu singen, wo andere
hinausziehen, um Satans Lob zu singen.
Weil aber an den Sonntagen dieses nicht
geht, wenigstens nicht in Städten, darum verlange Ich,
daß sie es tun dürfen ohne Rückhalt, soviel ihnen die
Zeit erlaubt an Wochentagen. Lebt wohl, Meine Kinder!
Deinen Brüdern in S. und A. sage ein
herzlicher Gruß. Sie sollen bedenken, daß sie
Liebesbundmitglieder sind, und daß sie angefangen haben,
Mich zu lieben, und daß dieses ein Prüfstein für sie
beide ist, aber auch ein Vorschub, um sie in ihren
Vorsätzen und Vorhaben zu bestärken, damit sie solche
leichter ausführen können. Ich aber wünschte, daß es so
viele Familienväter und Mütter gäbe in der Christenheit.
Und noch will Ich euch sagen, wenn solche Tage sind, wo
ihr zu Meiner Ehre schreibt oder arbeitet, dann müßt ihr
auf den Nutzen sehen, der anderen zugute kommt und nicht
auf euren Nutzen. Ich kann es und mag es nicht leiden,
wenn eine Seele betrübt ist, wenn Ich etwas anderes von
ihr verlange.
Seht, wenn ein armes Dienstmädchen gar
nicht in die Kirche kann, weil es für seine Herrschaft
arbeiten muß, dann gefällt Mir diese seine Arbeit gerade
so gut, als wenn es in der Kirche kniete oder alle
frommen Übungen mitmachen wollte, weil dieses sein Beruf
ist. Oder wenn eine Hausfrau ihre
Familienangelegenheiten in Ordnung bringt aus Liebe zu
Mir, so gefällt Mir dies gerade so gut, als wenn sie in
der Kirche kniete. So seid ihr, wenn ihr diese Dienste
besorgt und noch viel mehr. Ihr müßt auf den Nutzen
sehen, der daraus hervorgeht.
Denn solange ein Mensch sich erbaut an
den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt
wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch
nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine
neue Freude zukommen in der Ewigkeit, gerade so, wie
wenn ein Fest in der Kirche gefeiert wird, Ich jedesmal
neue Freude empfinde, und wenn eine Seele Mein kostbares
Blut sich aneignet durch eine würdige Kommunion oder
eine gültige Beichte und Ich Mich jedesmal neu erfreue
und vor Meinem himmlischen Vater Mich gleichsam brüste
und stolz bin, so könnt ihr stolz sein jedesmal, weil
immer eine neue Freude euch zukommt. Wenn eine Seele
sich erbaut an den Schriften und ein Tugendakt mehr
erweckt wird von einer Seele, soll dieses im Himmel euch
eine neue Freude sein.“
Barbara: „O
Herr, ein Trostwörtlein für Deine Dienerin.“
Jesus:
„Wisse, Meine Tochter, es sind dies noch lauter
Nachwehen von dem Weltgeist, weil jetzt die Stadt Mainz
so üppig sich wieder entfaltet in ihrer Prunksucht, und
die reichen Damen überall zu strahlen und zu glänzen
suchen und mitfeiern und groß tun, da ist noch ein
kleines Hineinleuchten von der Weltliebe in dein armes,
schwaches Herz, und dies trägt viel dazu bei, aber sieh,
dies ist der Kampf, den du jetzt kämpfest in diesen
Tagen. Später wirst du bis zum Herbst ganz andere Dinge
erleben. Du wirst viel gesünder werden und du sollst
sehen, wie Ich dir den Kampf, den du jetzt kämpfest,
belohne und das kleine Flämmchen der Gottesliebe in dir
entfache, so daß du das alles nicht mehr magst und
siehst und hörst nichts mehr. Du wirst so durch die
Stadt gehen, als ob du unter lauter Engeln gehst und
nicht mehr rechts und links denken, ob diese und jene
spotten. Das mußt du dir verdienen. Wisse denn, dein
gutes Herz packt es noch. Du bist Mein und bleibst Mein
in alle Ewigkeit, aber jetzt mußt du noch büßen für die
Weltliebe, die so üppig in dir gewuchert hat.“
Der verstorbene Bruder von Barbara und
seine Tochter traten aus der Heiligenschar zu Barbara
hin. Ersterer redete Barbara an und sagte:
Bruder: „Sage
doch meiner Frau, wenn ihr begriffet, welche
Herrlichkeit eurer wartet, so würdet ihr euch nicht an
Kleinigkeiten dieser Erde hängen. Ich danke dir für
alles, was du an meiner Familie getan hast.“
Die kleine Nichte ging nur an Barbara
vorüber und pfeilschnell eilte sie auf ihre noch lebende
Schwester zu, die einige Schritte hinter Barbara ging.
Kaum eine Minute danach fing diese an, laut vorzubeten,
wohl durch den Einfluß ihres himmlischen Besuches
angeregt.
Am Herz-Jesu-Fest, als Barbara die
heilige Kommunion empfing, begleiteten viele Heilige den
Herrn. Der Herr trug einen blumendurchwirkten Mantel.
Die liebe Mutter Gottes warf Barbara einen vom gleichen
Stoffe um und sagte, sie solle erst später erfahren, was
dieser bedeute.
Privatoffenbarungen gehören nach
katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die
Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das
Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch
solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die
Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen.
Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und
Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient;
das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens
wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So
wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen
Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch
ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen
erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen
Auftrag in den Raum der Kirche und der
gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind,
wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der
heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco
kennen.
Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei
echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind,
die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt
erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je
die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und
Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung,
der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder
Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und
zeitbedingten Verengungen auch bei echten
Privatoffenbarungen zu rechnen.
Vom Ganzen des Glaubens losgelöste
Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte
Initiativen und schwärmerische Einbildungen und
punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und –
so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre
Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs
gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren
Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten:
„Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5,21).
Neben vielen und oft schwierigen Fragen
an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der
Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste
Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung
leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen
der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist
dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des
menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern
oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte
Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die
Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die
Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur
glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung.
Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr
muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung
neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für
das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des
Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und
einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für
die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der
Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X.
konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der
Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen
Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater
Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der
Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des
Menschen aufleuchten lassen.
Spätestens hier zeigt sich der
„prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung.
Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder
Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung
jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält.
So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau,
die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu
stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu
„Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine
Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und
jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem
Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch
ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute
zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der
tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem
Auszubildenden und der glaubensentschiedene
Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen
Gottesreiches in unserer Welt.
Dann aber gibt es noch – neben dem
Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und
Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes
stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den
prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung.
Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung
zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene
Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen
Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von
den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar,
durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und
dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie
Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen
der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in
der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen
Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943). II
Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über
Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe
für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren
Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien
stichwortartig genannt:
Barbara Weigand wächst in einer ruhigen
und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.
Die kränkliche Mutter, die zusätzliche
Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters
und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu
einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit
starker Bodenhaftung.
Trotz der Aussicht auf eine gute Partie
ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.
Fast unbegreifliche körperliche Leistung
vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen
Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach
Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach
schwere Haus- und Feldarbeit.
Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt
sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in
Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft
ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer
nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu
ihrem Tode, in Schippach.
Opfer, Buße und Sühne für die eigenen
und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale
Hilfe für Notleidende.
In Barbara Weigand wächst immer größere
Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt
ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für
Lebende und Verstorbene.
Zeitlebens charakterisiert innigste
Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei
fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am
einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit
bereits ausspricht.
Bei allen böswilligen Verdächtigungen
und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort
der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um
meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle
mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt,
euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).
Die alles bestimmende Mitte des
begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr
Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um
die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem
fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen
Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen
Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen
Wechselfällen widerstehende große Berufung.
Nachdem die häufige heilige Kommunion
längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in
einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden
eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe
und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara
Weigand für die innere Reform und missionarische
Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet
neue Aktualität zu bekommen.
Die zahlreichen Visionen, Auditionen und
Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen
jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen
Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und
lies!“
Im September 2001
Pfarrer Pater Msgr.
Alfred Stürmer Anselm
Ehmele David Nikolaus Becker
1. Daß sie mutig und standhaft, offen
und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch
treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche,
sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte
derselben, insoweit sie dazu berufen sind.
2. Daß sie den öfteren, ja täglichen
Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des hl.
Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleißig üben und
das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur
möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen.
3. Da sie, sofern es ihnen die Lage
gestatttet, an allen öffentlichen Kundgebungen des
katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen,
Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig
teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu
betätigen.
4. Daß sie im übrigen ein stilles,
zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeist,
besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig
entsagen wollen.
5. Daß sie endlich ein Opferleben führen
wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen
Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des
täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von
Schmach und Verachtung.
6. Die Mitglieder beten täglich die
Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und
suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu
durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre
Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich
einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige
Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt,
und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde,
von wo aus sie überallhin leuchten soll.
Wer in den Liebesbund aufgenommen werden
will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der
hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn
aufzunehmen in den Bund der Liebe, den Er mit der
Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei
folgenden Gebetes bedienen:
„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer
Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft
gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der
ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden
Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener
bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit
denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich
verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner
allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes
getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Hl. Maria, Du meine
Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines
Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl.
Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes,
bittet für mich! Amen.“
Wer zeitweise verhindert ist, die
folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche
statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden
und sühnen nach Meinung des Liebesbundes;“ und am Abend:
„Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach
Meinung des Liebesbundes.“
„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich
opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und
Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner
Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In
Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz
meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz
den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich
verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem
meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens.
Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine
Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich
auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und
Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so
vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde,
bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer
hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen, unsere
Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen
für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine
Herde und ein Hirt. Daß Du die Feinde Deiner heiligen
Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“
„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein
armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände
der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter,
bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und
es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und
vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem
unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner
Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und
den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen
und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen
Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche,
besonders des heiligen Vaters, für die Bekehrung der
Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost
der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller
meiner lieben Angehörigen. Amen.“
Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl.
No. 728 Eccl. Imprimatur
Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug.
Mattevi, Vic. glis. Imprimatur
Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker,
Vic. gen.
Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII
und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß
diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die
zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit
beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in
irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen
und apostolischen Kirche vorzugreifen.
Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N.
58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und
2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober
1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht.
Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne
Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen,
Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.
Alle Bände dieses Werkes dürfen nur
unentgeltlich verbreitet werden.