Barbara Weigand Offenbarungen Band 7        Seite 2

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Inhaltsverzeichnis Band 7

940 Herz-Jesu-Fest am 18. Juni 1909

„Darin lasse Ich jedem Menschen seinen freien Willen. Sie kann es tun oder nicht. Dafür sind die Ärzte da. Besser ist es, wenn sie es nicht tut.“

Jesus: „Ihr sollt heute soviel wie möglich vor Meinem Angesicht sein, um Mich zu trösten.

(Bei der Prozession mittags, wo die Mütter ihre Kinder zu Hunderten weiß gekleidet bringen): Es wird Mir wenig Verherrlichung geboten, alles ist mehr äußerlich. Man denkt nur an den Putz und Staat der Kinder und freut sich in sich, aber an Meine Ehre wird wenig gedacht. An einer stillen Wallfahrt einiger weniger Personen habe Ich mehr Verherrlichung, als von dem ganzen anderen äußeren Pomp. Weil ihr in dieser Woche von außen her getröstet werdet, so brauche Ich nicht so oft zu kommen. Hier in dieser Stadt sind die Greuel des Nachts so entsetzlich, daß, wenn Meine Barmherzigkeit nicht so unendlich groß wäre und sich damit das Gebet frommer Seelen vereinigte, der Zorn Meines Vaters losbrechen müßte. Wie ist Mein Herz so bedrängt. Darum, außer Essenszeit, leistet Mir den ganzen Tag Gesellschaft.“

Barbara: Bei der heiligen Kommunion wurde mir mitgeteilt, daß eine fromme Dienerin des Herrn, die in einem Kloster gedient, nur durch das Fegefeuer hindurchgezogen in den Himmel eingegangen ist.

Bei der heutigen Wallfahrt, wo sich die liebe Mutter Gottes so überaus gütig zeigte, bat Luise:

Luise: „O liebe Mutter, wenn Du uns einmal eine Freude machen willst, nicht aus Neugierde, um etwas zu wissen, sondern nur, um für die Ewigkeit gewürdigt zu werden, und damit wir und andere den richtigen Weg klar erkennen, so sage uns, wie die fromme Dienerin belohnt wurde und diese zwei meiner Bekannten und welcher Unterschied zwischen ihrer Seligkeit ist.“

Maria: „Die arme, fromme Dienerin ist in den Chor der Heiligen gekommen, wo sich die von der Kirche approbierten Heiligen befinden, die von der Kirche heilig gesprochen sind, und die schon hier auf Erden viel geehrt worden sind wegen ihres Tugendlebens und solcher, die gleich nach ihrem Tode oder doch nicht lange nachher, heilig gesprochen wurden. Sie geht mancher Klosterfrau voraus, denn sie ist eine stille, verborgene Heilige gewesen. Die andere Dame ist im letzten Plätzchen im Himmel, und die andere ist in der Mitte zwischen dieser und der frommen Dienerin. Von jener ist es so weit bis zu dieser, wie von dieser zu der frommen Dienerin. Wie oft muß jene fragen, bis sie das erfährt, was die fromme Dienerin vom lieben Gott gesagt bekommt.“

(Die beiden Bekannten von Luise waren reich und fromm. Beide waren ledig. Die eine gab noch nicht den zwölften Teil ihres Vermögens Gott, sondern alles den Protestanten. Die andere war frömmer gläubig und gab die Hälfte ihres Vermögens Gott. Die arme Dienerin gab von den sauer verdienten viertausend Mark, dreitausend Mark für gute Werke und tausend Mark ihren Verwandten zum Studium der Neffen, die Priester werden. Sie war still, unbeachtet, gering, unangesehen, im Leben beschäftigt mit Gemüseputzen und Kommissionen machen, aber ihr Herz, immer mit der Ehre Gottes beschäftigt, glühte vor Liebe zu Gott. Sie stellte das Öl für zwei Lämpchen der Mutter Gottes und eiferte beständig bei Verwandten und Bekannten für Gottes Ehre und für den Eifer in Seinem Dienst.)

Barbara: „Soll N. sich operieren lassen?“

Jesus: „Es steht ihr frei. Darin lasse Ich jedem Menschen seinen freien Willen. Sie kann es tun oder nicht. Dafür sind die Ärzte da. Besser ist es, wenn sie es nicht tut. Wo hörte man denn in früheren Zeiten von Operationen? Die Leute gaben sich einfach Meinem Willen hin, wie Ich es gemacht. Sie soll so leben, als ob sie alle Tage sterben müßte und dann braucht sie sich nicht zu fürchten vor der Zukunft.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

941 Am 20. bis 30. Juni 1909

„Nach eurem Glauben und nach eurer Hoffnung und eurem Vertrauen werdet ihr alles erhalten.“

Barbara: Bei der Wallfahrt am 20. Juni 1909 zu den Vierzehn heiligen Nothelfern durfte Barbara während des Hochamtes bei der Wandlung in einen wunderschönen Raum hineinschauen. Der Fußboden war dunkelgrün, nicht wie vor Jahren mattgrün. Der liebe Heiland war in einem Halbkreis umgeben von den Vierzehn heiligen Nothelfern und hinter diesen der ganze himmlische Hof. Vor dem lieben Heiland und den vierzehn Heiligen stand Pater Felix Lieber und N. Letzterer deutete Pater Felix Lieber, er möge sich nach M. wenden. Es gab dann ein langes Hin und Her, wie ein geistiger Kampf, bis zur heiligen Kommunion. Als es zur heiligen Kommunion schellte, riefen die vierzehn Heiligen singend: „Pater Felix wird siegen“, und der ganze Himmel antwortete: „Pater Felix bleibt Sieger!“ So mehrmals wechselten sie einander ab.

Jesus am 23. Juni 1909: „Sage N., sie brauche keine Angst zu haben um das Seelenheil ihres Bruders. Es steht nicht schlecht mit ihm, wenn auch sein Stand und Beruf nicht zulassen, daß er so viel in die Kirche gehen kann. Bei sämtlichen Kindern in der Familie, wo sie eine so gute Erziehung genossen, da bleibt das in den Kindern, da steht es nicht schlecht. Die Krankheit ist nur eine Prüfung und geht vorüber. Das Dienstmädchen soll sie nehmen, das gibt eine gute Christin. Sie soll sich recht um ihr Seelenheil annehmen und um ihren Unterricht.

Sage N., sie soll sich beruhigen über den plötzlichen Todesfall, worüber sie sich so entsetzt. N. ist gut angekommen. Ich lasse hie und da so etwas zu, um zu zeigen, daß kein Mensch sicher ist vor dem Augenblick seines Todes. Jeden Augenblick kann man vor Mein Gericht gezogen werden.

Jeden Tag soll sie ihr ganzes Haus in Mein Herz empfehlen und all die Unannehmlichkeiten soll sie aufopfern zur Sühne für die Bekehrung der Fremden, weil alle, die aus ihrem Haus hinausgehen, etwas Gutes mitnehmen, und wenn es auch erst vor dem Tod seine Wirkung hat. Man muß mit den Charakteren Geduld haben, die so verschieden sind. Auch Ich muß Geduld haben mit den frommen Seelen und ihre Charaktere ertragen und tue es auch. So müßt ihr es machen.

Sage Pater Felix, wo er merkt, daß seine Würde in Gefahr kommt mit jungen Personen, soll er vorsichtig sein. Sage ihm, er soll seine Kräfte mehr schonen, daß er sich nicht so schnell aufreibt. Er soll sich darüber hinwegsetzen, wenn seine gute Absicht nicht geht, wie er es geplant hat, und warten bis die Zeit kommt.

Sage N., er soll sich keine Sorge machen wegen seinem Übel. Das gab Ich ihm zur Sühne für so viele, welche die Wallfahrt machten ohne die rechte Absicht zu haben, sondern aus Neugierde, um zu sehen und zu hören.“

Barbara ging am 27. Juni 1909 mit ihrer Pfarrprozession nach Marienthal. An diesem Tage waren dort viele Prozessionen zusammengeströmt, um wegen grober Verunehrung des Allerheiligsten Sakramentes Sühneprozession zu halten. Bei der heiligen Wandlung wurde das Geistesauge von Barbara geöffnet, und sie durfte in den Himmel schauen und die Freude der Himmelsbewohner schauen über diese Sühneprozession.

Jesus: „Nach eurem Glauben und nach eurer Hoffnung und eurem Vertrauen werdet ihr alles erhalten. Pater Felix muß nur energisch vorgehen und nichts scheuen und nicht ruhen, bis es nach Rom durchgedrungen ist. Ihr seht ja, wie not es tut, wie sonst ja der Unglaube überall vordringt. Die Guten müssen sich zusammenscharen, und durch den Glauben einzelner Seelen muß der Glaube wieder zum Sieg gebracht werden. Der Liebesbund muß das zustande bringen, denn er umfaßt gerade die tiefgläubigen Seelen. Hier geht der Liebesbund nicht durch, weil kein Priester dabeisteht. In Aachen konnte er tiefe Wurzeln fassen durch Pater Ludwig. Dieser gute Keim ist noch da, weil die Gläubigen sich sagen können: ‚Es war ein Priester dabei!‘ Wenn ihr hinkommt, macht eine Wallfahrt zusammen und ermuntert alle. Hier glauben die Leute, sie seien von der Kirche abgefallen, weil kein Priester dabeisteht. Gut wäre es, wenn ihr für die hiesige Gegend einen Priester suchet, der sich hervortut wie Pater Felix und sich einsetzt. Dieser muß mit Entschiedenheit sagen: ‚Ja, es ist so!‘ Dann wird es einen Aufschwung geben. Versäumt keine öffentliche Prozession zum Bekenntnis des Glaubens.“

Bei der heiligen Wandlung am 30. Juni 1909 sagte der Herr:

Jesus: „Wenn sie es hier nicht tun, so soll Pater Felix sich nur direkt nach Rom wenden. Heute ist der letzte Tag des Meinem Herzen geweihten Monats. Opfere Mir jetzt noch einmal alles auf, alles, was ihr in diesem Monat getan, zur Sühne für die Beleidigungen, die Meinem Herzen zugefügt worden sind. All das Mangelhafte will Ich ersetzen. Tretet ein in den Monat, der Meinem kostbaren Blut geweiht ist und beteiligt euch recht an dem Ewigen Gebet. Wenn auch das Gebet manchmal unvollkommen und schlecht ist, fürchtet nicht, Ich will euch alles ersetzen. Kümmert euch um nichts, wie es geht. Die Hauptsache ist, daß ihr in euch feststeht. Ob es genehmigt wird oder nicht, das ist nicht eure Sache.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

942 Am 8. Juli 1909

„Bei Mir gilt wohl ein Ansehen der Verdienste, nicht aber ein Ansehen der Person.“

Barbara: Heute vor acht Tagen bekam ich einen choleraähnlichen Anfall und dazu so schreckliches Fieber, daß der Magen keine Speise annahm. Ich war so krank, daß ich ans Sterben denken mußte. Heute trieb mich jedoch das Verlangen fort, doch einmal die heilige Kommunion zu empfangen. Nach derselben redete mich der Herr in mir an, und sagte:

Jesus: „Nicht das Sitzen auf feuchtem Boden in Marienthal, auch nicht das Waschen auf dem Rhein haben dir diese Krankheit gebracht, sondern einzig und allein Meine Liebe. Du sollst leiden für jene, die alle Meine dargebotenen Gnaden mißachten und verschmähen.

Sage Meinem Diener Pater Felix, er möge sich nicht einschüchtern lassen, weil er keiner Antwort gewürdigt werde, sondern immer wieder um Genehmigung anklopfen und für den Liebesbund bitten. Vor Verachtung und Zurücksetzung soll er nicht zittern, denn ruhig all dies hinnehmen sei die höchste Stufe der Demut und ein Beweis, daß ein solcher Mensch alle Stufen zur Vollkommenheit erklimmen will.

Nach den Verhältnissen der Zeit, in der die Christen lebten, seien auch die Mittel, die angewandt werden müssen, sehr verschieden. Wie in ruhigen, gläubigen Zeiten der fromme Christ sein inneres Leben verbergen müsse, um dem Lob auszuweichen, so könne in so glaubenslosen Zeiten, wo alles zum Abfall von seinem Gott hinneige, der Christ nichts Verdienstlicheres tun, als sein gutes Denken und Handeln öffentlich zu zeigen. Man wird in der Ewigkeit einmal einsehen, welchen Schaden deine Vorgesetzten in der Stadt und Diözese angerichtet, daß sie in der öffentlichen Meinung die Frömmigkeit so ins Lächerliche ziehen.

Der erste und zweite Bischof, die Ich schon zu Mir nahm, wie bereuen sie ihre verächtliche Handlungsweise. Der dritte Bischof, dem du jetzt unterstellt bist, wenn er sich nicht ändert, wird seine Menschenfurcht tief bereuen. Wie hoch steht Pater Ludwig, den sie als leichtgläubigen Dummkopf so verächtlich behandelten, über ihnen, nicht nur, weil Pater Ludwig viel mehr verließ an zeitlichen Gütern, Ehre und Ansehen aus Liebe zu Mir als diese beiden, sondern weil er, obschon er sich als Priester und Ordensmann heiligte, sich auch der Tugend befleißigen wollte, vor welcher die meisten zurückschrecken, nämlich den demütigen, verachteten Weg zu gehen, den Ich einst gehen mußte. Bei Mir gilt wohl ein Ansehen der Verdienste, nicht aber ein Ansehen der Person.“

Barbara: Und der Herr zeigte mir Pater Ludwig. Seine Stirne leuchtete wie eine Sonne und in ihren Strahlen war es, als entsende jeder Strahl neues Licht und neuen Glanz. Er war ganz in der Nähe des Herrn und empfing immer neues Licht von dem Herrn. Seine beiden Vorgesetzten waren weit, weit entfernt von Pater Ludwig, zwar ausgezeichnet von den übrigen Seligen als Bischöfe, aber ohne die Auszeichnung, die Pater Ludwig hatte.

Ich fragte den Herrn, was denn der Glanz bedeute und die Strahlen, die von Pater Ludwigs Stirne ausgehen. Da sagte der Herr:

Jesus: „Pater Ludwig hat seinen Verstand dem Glauben unterworfen und brachte denselben zum Opfer, denn das Menschengeschlecht ist am Absterben. Seine Organe sind schwach und leicht ausgenützt. Und weil Pater Ludwig seinen Verstand für Mich geopfert hat und so verachtet war, von allen verlassen im letzten Winkel jenes Hauses sterben mußte, wird er jetzt durch die ganze Ewigkeit allen Seligen sichtbar, besonders aber denjenigen, die ihn als deinen Seelenführer so schmählich behandelten, auf ganz besondere Weise durch den Glanz seiner Stirne verherrlicht. Dies soll sich Pater Felix merken und fortfahren, Meinen Namen zu verherrlichen. Ich will, daß der Liebesbund sich ausbreite in der ganzen Welt.“

Barbara: Ich fragte dann, ob die Dame N. nach Lourdes mitgehen soll, die mich ersuchte.

Jesus: „Wenn sie will, dann soll sie gehen, aber nicht reisen nach dem Adel ihrer Geburt, wie ihre Verwandten reisen, sondern wie eine einfache, gewöhnliche Pilgerin.“

Barbara: Auch bat ich für Frau T.N.

Jesus: „Sie soll alle Beängstigungen beiseite legen und ihren Ehegatten ersuchen, mit ihr zu reisen nach Art einfacher Pilger, alles unnötige Luxuriöse weglassen, das Herz öffnen für Seine Liebe und Gnade, damit er und sein ganzes Haus das auch werden, wozu Ich ihn bestimmt habe, nämlich ein leuchtendes Vorbild für diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe. Und Ich verspreche ihm, wenn er sein Herz Mir zuwendet, daß er noch mit seiner treuen Gattin die goldene Hochzeit feiern wird.

Wenn jemand aber zweifeln will, ob das, was Ich mit dir rede, eine Erfindung sei, dann möge er prüfen, welcher Vorteil denn dazu triebe. Der Schwindler und der Heuchler suchen doch einen Vorteil. Ich bin es, der Seine Kinder wohl kennt und Der um des fürbittenden Gebetes der frommen Vorfahren dieser Familie willen, die Familie krönen will. Er wird mit Pater Felix noch Zeugnis ablegen für die Wahrheit, daß Ich es bin, Der mit dir redet. Du gehst nach Aachen und nach Köln, damit ihr euch gegenseitig erbaut und in Liebe aufrichtet, denn es ist sehr nötig in der heutigen Zeit.“

Barbara: Mitten in der schlaflosen Nacht sah ich Pater Felix auf einem See wie das Meer, und mitten in dem Wasser war er gestanden, mitten drin in den Fluten, und er hatte nichts als ein Pfeilchen (sein Glaube), und daran klammerte er sich an.

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943 Am 16. Juli 1909

„Alle, die mit lebendigem Glauben sich im Liebesbund betätigen, fest auf Meinen Schutz vertrauen, soll kein Haar gekrümmt werden, sollte auch alles in Trümmer gehen.“

Jesus: „Sage Meinem treuen Diener, daß er vor nichts zurückschrecke. Wenn keine Antwort kommt, soll er persönlich zum Bischof von Mainz gehen und sich freuen, für seinen Herrn und Gott sich als einfältigen, dummen Menschen behandeln zu lassen. Er soll, wie Ich dir vorige Woche gezeigt, wo er ganz allein mit den Meeresfluten kämpfte, seinen heiligen Glauben reden lassen, ihnen sagen, es gezieme sich nicht von Gottesgelehrten, die kleinen, tiefgläubigen Seelen so zu verachten und mit Spott zu überhäufen.

Dies habe Ich erduldet von den Schriftgelehrten und Pharisäern aus Liebe zu den Menschen. Jetzt aber, wenn die Führer des Volkes dies Beispiel der Pharisäer nachahmen, gilt dies nicht dem armen Opfer, sondern Mir Selbst, denn alles, was ihr dem Geringsten Meiner Kinder tut, das gilt Mir. Ich bin es, der die guten Gläubigen zusammenscharen will. Und alle, die Mir entgegentreten, werden wenig ausrichten. Alle Macht und Gewalt, die sie dafür einsetzen, und säßen sie auf dem Stuhle Petri, wird den Glanz noch verdunkeln, anstatt ihn zu erhöhen. Und wie in Mainz, so wird es überall sein, wo der Priester das tiefgläubige Leben verspottet. Ihre Worte werden verschallen an tauben Ohren und all ihre Bemühungen werden fruchtlos bleiben.

Schmach und Verachtung war Mein Lebensgang von der Krippe bis zum Kreuz. Schmach und Verachtung darf Mein Jünger nicht fliehen, sonst kenne Ich ihn nicht. Wie Ich dir aber früher schon mitgeteilt habe, das bekräftige Ich heute erneut: Alle, die mit lebendigem Glauben sich im Liebesbund betätigen, fest auf Meinen Schutz vertrauen, soll kein Haar gekrümmt werden, sollte auch alles in Trümmer gehen. Zwar wird ihnen die Angst nicht erspart bleiben, aber Meine Hand wird sie schützen gegen alle ihre Feinde. Die Statuten seien so abgefaßt, daß nichts mehr zuzufügen sei, als nur noch bei § 5: Schmach und Verachtung geduldig tragen.“

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944 Am 20. bis 22. Juli 1909

„Zu keiner Zeit habe Ich noch so viele Meiner Geheimnisse geoffenbart wie durch dich.“

Barbara am 20. Juli 1909: Ich flehte recht beängstigt den heiligen Antonius an für Pater Felix. Auf einmal wurde eine solche Freude in mein Herz gesenkt, und der heilige Antonius gab mir zu verstehen, daß all die Pfeile, die gegen Pater Felix geschleudert werden, an ihm abprallen und er nicht erliege, sondern alles mit fröhlichem Mut ertrage.

Während des Rosenkranzgebetes am 21. Juli 1909 sah ich den lieben Heiland, und unendlich freundlich blickte Er Seinen Diener Pater Felix an, vor dem Er gerade erschienen war. Es war, wie wenn Er Seine Liebe nicht mehr zurückhalten könne und wie ein Türchen sprang Sein Herz auf und ein gewaltiger Strahl schoß aus Seinem Herzen auf Pater Felix, der ganz in den Strahl eingehüllt war. Und es war, wie wenn der Strahl zu Wasser werde und ein See stehe rund um Ihn herum, an dessen Ufer sich Täubchen setzten. Und der See war umringt mit Täubchen, und sie tranken daraus und labten sich. Und der Herr stellte Sich zwischen Barbara und Pater Felix und hielt schützend Seine Hand über den Liebesbund.

Jesus am 22. Juli 1909: „Sage Meinem Sohn, er habe gestern gut gesprochen, er möge jetzt nicht mehr nachdenken über das, was er gesprochen, und Mir Dank sagen für die Kraft und den Mut, den Ich in sein Herz hineingelegt, denn Ich bin es gewesen, der dies alles in sein Herz hineingelegt und aus ihm hinausgesprochen habe. Denn es ist nötig, daß die Finsternisse und die vorherrschenden Leidenschaften, die hier die Herzen umstricken und gefesselt halten, einmal widerlegt sind.“

Barbara: Bei dem Gebetssturm sah ich während des Gebets eine große, dicke Schlange, die unter dem Tisch der zur Beratung versammelten Priester herumzischte und noch vieles kleines Ungeziefer, das um die Schlange herum war. Ich erkannte, daß Satan alles aufbietet, um die Vorurteile in den Herzen der Versammelten festzuhalten. Beim zweiten Rosenkranz zeigte mir der Herr die Aufgabe des Liebesbundes. Er ließ mich jenes Kreuz wieder sehen, das mir der Herr einmal gezeigt hat vor vielen Jahren, das so lang war wie die ganze Welt, und der es trug, sah so zermartert aus, daß ich von dem Anblick unwillkürlich zusammenbrach, einer Ohnmacht nahe, und weinen mußte.

Vor Jahren sah ich die Mitglieder des Liebesbundes unter dem Kreuz, alle mit einem Glöcklein in der Hand, das bedeuten sollte, daß der Liebesbund solle veröffentlicht werden. Heute zeigte der Herr mir die ganze Länge dieses Kreuzes, welches schien, wie wenn es durch die ganze Welt ginge, dicht besetzt mit Gläubigen, die sich alle darunter stellten und das Kreuz tragen halfen. Sie alle hielten ein rotes und weißes Fähnlein in der Hand.

Jesus: „Der Kreuzträger ist nichts anderes als Meine heilige Kirche. So schleppt sie ihr Kreuz in der ganzen Welt vor Kummer und Gram, und nur durch die Beihilfe Meiner treuen Kinder wird sie siegen und wieder auf den Glanzpunkt zurückgestellt werden, von dem sie abgerückt ist.“

Barbara: Bei dem dritten Rosenkranz sah ich, wie ein großer Zug Armer Seelen seinen Einzug in den Himmel hielt, alle mit einem Fähnchen in der Hand. Als Barbara zögerte wegen der Reise nach Aachen, sagte der Herr:

Jesus: „Zu keiner Zeit habe Ich noch so viele Meiner Geheimnisse geoffenbart wie durch dich, und du willst zögern, die Reliquien zu sehen, die mit Mir in so enger Verbindung waren?“

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945 Heiligtumsfahrt nach Aachen am 25. Juli 1909

„Den kindlich-demütigen Glauben, den haben sie alle den Segnungen und den Ausstrahlungen der Reliquien zu verdanken.“

Jesus: „Du wunderst dich und weinst, weil in Mainz das Vorzeigen der Religion nicht mehr so stattfindet, wie es früher war. Jetzt kannst du den Unterschied sehen zwischen Mainz und Aachen. Mainz könnte gerade noch so sein, wenn das von der Obrigkeit so gehalten worden wäre wie hier in Aachen. Mache dir ein Bild zwischen Mainz und Umgegend und hier. Das ist die Gnade, die von den Reliquien ausgeht, weil hier das Priestertum die Reliquien so heilig hielt, daß der Schatz nicht verschleudert werden konnte. Es gab aber eine Zeit, wo in Mainz darin sehr gefehlt wurde.

Ich habe hier in Aachen an diesem Volk Meine Freude. Es ist in der Stadt Aachen und Bevölkerung der Umgegend ein tiefgläubiger Sinn, wenn auch manches zu beklagen ist. Den kindlich-demütigen Glauben, den haben sie alle den Segnungen und den Ausstrahlungen der Reliquien zu verdanken. Das sind die echten Reliquien, die mit Mir in Berührung gekommen sind. Nur eines fehlt noch hier, und das ist: Der Hüter dieser Heiligtümer müßte ein Bischof sein. Es ist Mein Wunsch, daß hier ein Bischof steht an den Heiligtümern, und Ich will, daß im Volk das Andenken von den Reliquien bleibt. Sage Pater Felix, er soll bis vor die höchste Obrigkeit gehen, vor Bischöfen und Papst nicht zurückschrecken.“

Barbara: Als das Kleid der lieben Mutter Gottes gezeigt wurde, sah ich die liebe Mutter Gottes, und Sie hatte Pater Felix an der Hand und führte ihn Ihrem Sohne an die Altarstufen zu und stellte ihn hin.

Jesus: „Er soll Mich verherrlichen vor der höchsten Obrigkeit und auch nicht zurückschrecken vor Bischöfen und Papst. In diesen Tagen verherrlicht Mich nicht nur die streitende Kirche, sondern auch die triumphierende Kirche vereinigt sich mit der streitenden Kirche. In diesen Tagen wird Mir Ersatz und Sühne geleistet für all die Verunehrungen, die Mir zugefügt werden.“

Barbara: Es tat sich dann Meinem Geistesauge eine Herrlichkeit auf, die nicht zu beschreiben ist. Ich sah Pater Felix mitten in einem Gefolge von vielen, vielen Menschen. Sie gingen hindurch und entschwanden in der triumphierenden Kirche.

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946 Am 27. und 30. Juli 1909

Am Grab von Pater Ludwig weinte Barbara sehr. Plötzlich betete sie mit freudiger Stimme das Magnificat. Sie sah Engel auf- und niedersteigen, Gebete hinauf- und Gnaden herabtragen. Und sie sah, als wenn über dem ganzen Liebesbund eine Ruhe und ein Frieden läge, als wenn die Sonne eine Landschaft beleuchtet und alles in Ruhe und Frieden daliegt. Das ist wohl ein Bild von dem Liebesbund, wenn er einmal durchgekämpft ist, oder daß sich jetzt schon alles in Ruhe und Frieden abwickelt. Der Herr Inspektor des Kirchhofs sagte, daß täglich Leute an das Grab von Pater Ludwig kämen, um zu beten.

Barbara am 30. Juli 1909: Während der heiligen Messe von Pater Felix kamen beim Offertorium der heilige Franziskus und Pater Ludwig und stellten sich rechts und links an Seine Seite. Bei der heiligen Wandlung ging ein Strahl vom Hochheiligsten Sakrament aus und beleuchtete einen Weg, worauf Pater Felix stand, mit zwei Waffen in der Hand. Er mußte sich rechts und links durchfechten, und auf einmal war er außerhalb des Weges.

Jesus: „Ich habe ihm zwei Waffen gegeben, Mut und Entschlossenheit, damit wird er sich durchfechten. Danket Mir, daß Ich euch diesen Priester zugeführt und unterstützt ihn fleißig durch euer Gebet.“

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947 Portiunculafest am 2. August 1909

„Du und ihr alle sollt Mich trösten, und das geschieht, wenn die Natur sich zwingen muß zu Meinem Dienst.“

Bei und nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Vergesset alles, denket von jedem Menschen nur Gutes, haltet die Augen auf Mich gerichtet, denn es freut Mich, wenn Ich recht viele Meiner leidenden Kinder glücklich machen kann.“

Barbara: Auf dem Altar war ein herrlicher Thron aufgerichtet. In demselben sah ich Den, Der diese Worte an mich gerichtet. Hinter dem Thron war ein trauriges und auch wieder sehr tröstendes Schauspiel zu sehen. Eine unabsehbare Menge streckte den andächtig Betenden die Arme flehentlich bittend entgegen. Es war für mich ein Trost, denn die Nächsten bei dem Thron des Herrn waren schon so gereinigt, daß ich nicht unterscheiden konnte, ob es himmlische Geister oder Arme Seelen sein könnten. Es überkam mich aber ein solcher Eifer, daß ich auf mein Gesicht hätte fallen mögen vor Ehrfurcht vor der göttlichen Majestät, und daß die sechsstündige Andacht mir vorkam wie nur eine Stunde.

Jesus: „Pater Felix soll nicht nachlassen, immer wieder anfragen, und wenn die Mainzer Kirche ihr Urteil nicht zurücknimmt, soll er in eigener Person sich an den Heiligen Vater wenden. Denn es ist Mein Wille, daß die Guten sich zusammenscharen. Ihr sollt einstehen für das gläubige Volk und Pater Felix für den Klerus. Auch ihm muß Bahn gebrochen werden, daß der Liebesbund gedeihen kann. Hinweg mit der Menschenfurcht! Pater Felix soll bedenken, welch herrliche Krone seiner wartet. Ob Meine Geschöpfe ihr Blut und Leben Mir opfern unter dem Beile der Henker oder in heiliger Liebesglut auf die Weise verzehren, wie Ich es von Pater Ludwig und jetzt von Pater Felix verlange, ist ein und dasselbe. Die Märtyrerkrone wartet auf den mutigen Kämpfer.“

Barbara: Als ich mich fast nicht mehr erkannte, denn alle meine Glieder waren andere geworden, die Glut der Liebe sah nichts mehr als ihren Herrn und Gott auf dem Altare, fragte ich ganz verwundert:

„Mein Gott, was ist es doch, daß ich heute gar keine Zerstreuung bekomme? Sonst habe ich immer so große Last beim Gebet, bis ich mich sammeln kann?“

Da sagte der Herr freundlich lächelnd:

Jesus: „Es ist das der Eigennutz der Armen Seelen; die lassen Mir keine Ruhe. Du hast sie gestern gebeten, sie möchten dir die Andachtsglut erflehen, wie du sie in früheren Zeiten hattest, und diese Bitte habe Ich dir und ihnen gewährt. Wisse aber, daß Ich zurücktreten muß, wenn Ich dir diese Gunst erweise, denn du und ihr alle sollt Mich trösten, und das geschieht, wenn die Natur sich zwingen muß zu Meinem Dienst. Heute geht wieder eine unabsehbare Schar ein in Mein liebendes Gottesherz. Haltet euch recht daran am Beten, denn wie lange freuen sich schon die Armen Seelen auf diesen Tag.“

Barbara: Am Abend sah ich wieder eine unabsehbare weite Fläche wie das Meer, viele, viele Hände streckten sich flehend und bittend empor: „Helfe mir, helfe mir!“ Eine Nachbarsfrau kam und sagte: „Siehe, ich bin auch noch hier und N. und N., die schon lange gestorben.“

Jesus: „Arbeitet nur an eurer Vervollkommnung, daß ihr in allem mit Meinem Willen übereinstimmt.“

Barbara: Als ich für eine Freundin bat, sagte der Herr:

Jesus: „Ich muß besonders wohltätig sein, wenn man für Seine Wohltäter bittet, und muß darauf so besonders Rücksicht nehmen, weil Ich es Selbst so schmerzlich empfinde, daß das Menschengeschlecht so undankbar gegen Mich ist. Die Armen Seelen haben durch ihr Gebet erfleht, daß ihr Tag nicht unterbrochen wurde durch die Festlichkeit des Empfangs des römischen Kardinals V., und daß der Zug sich verspätete. Du erfährst heute noch die Zahl, wie viele in der ganzen Welt erlöst worden sind.“

Barbara: Abends beim Te Deum war es, wie wenn ein warmer Südwind kommt. Die liebe Mutter Gottes kam, und ich sah den lieben Heiland auf dem Thron sitzen wie morgens. Hinter Ihm tat sich eine unabsehbare Fläche auf wie morgens, wo die Armen Seelen alle ihre Hände emporstreckten. In dem Meer war alles voller Hände, bei den letzten sah ich noch die Spitzen. Die ersten waren so geläutert, ihre Arme schneeweiß. Auf einmal war alles wie umgewandelt, der See war weg. Der heilige Erzengel Michael kam und führte die Prozession an. Bei jeder Seele war ihr Schutzengel. Alle verneigten sich gegen die Beter und dankten.

N. und N. und N. stellten sich vorüberziehend mir vor und sagten:

N.,N.,N. (†): „Ich bin auch dabei!“

N. (†): „Sage meiner Tochter, ich danke ihr und meiner Freundin. Zweihunderttausend Seelen sind erlöst worden.“

Barbara: „Ich glaubte, du seiest heute früh schon erlöst worden. Wie ist das?“

N. (†): „In dem Augenblick, in dem die Seele den Ablaß zugewendet bekommt, geht sie in den Himmel ein. Aber wie auf der Erde, wenn ein großes Fest gefeiert wird, vereinigen zum Schluß sich alle nochmals und veranstalten eine herrliche Prozession aus Dankbarkeit für das Gute, was geflossen ist. So geschieht es auch in der triumphierenden Kirche im Himmel. Die streitende Kirche ist nur die Vorbereitung und die triumphierende Kirche die Vollendung. Deswegen siehst du immer, wie die Prozession in den Himmel einzieht, und da müssen sich die Betreffenden einfinden. Strebet jetzt nach der vollkommenen Gleichförmigkeit eures Willens mit dem Willen Gottes. Wenn ihr alles getan und es geht doch anders, so ersetzt die Gleichförmigkeit alles und trägt zur Heiligkeit vieles bei.“

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948 Eucharistischer Kongreß am 7. August 1909

Barbara: Heute früh nach der heiligen Kommunion teilte mir der Herr mit, wie Er Sein Wohlgefallen habe bei solchen Veranstaltungen wie beim Eucharistischen Kongreß in Köln, wo das gläubige Volk sich so zusammenschare, weil dies Sein Verlangen sei, daß die guten und gläubigen Christen sich zum Gebet zusammenscharen. Ich sah, als wenn ganz Köln in einer Feuersäule aufgegangen wäre, unter einer Feuerdecke läge. Den Dom sah ich, als wenn der Himmel sich mit der Erde verbunden hätte. Vom Himmel aus ging ein überirdisches Licht über den Dom. Auch alle Kirchen der Stadt, besonders da, wo das Heiligste Sakrament ausgesetzt war, waren mit demselben Licht erfüllt.

Der Herr teilte mir mit, daß morgen (8. August) alle Heiligen, deren Reliquien hier ruhen, und alle, die in der Stadt Köln gelebt und sich geheiligt, unsichtbarerweise sich beteiligen, und unter diesen Heiligen sei ein großes Fest, weil es ein neuer Aufschwung sei für das Gute. Ich sah Pater Ludwig in neuem Gewand, auf violettblauem Untergrund strahlte es hellen, silberweißen Glanz aus. Auf der Brust hatte er ein Schild (Agraffe) mit dem Namen Maria, der weithin leuchtete und einen Strahl ausssandte wie der Dom und die Kirchen selbst.

Pater Ludwig sagte, das hätte er sich verdient durch die Verdemütigungen und Leiden. Er danke seiner Schwester ewig, ihr sei es zu verdanken, daß er zu einer solchen Glorie gelangt sei, denn wenn er nicht die Verdemütigungen hätte erleiden dürfen und seinem Herrn so ähnlich geworden wäre auf dem Weg, den Er für uns hätte gehen müssen, hätte er die Glorie nicht erlangt.

P. Ludwig (†): „Das ist jetzt die Würde, die dir früher unter einem Bilde gezeigt wurde, so daß du glaubtest, ich erlange noch eine solche Würdenstelle im Orden. Damals wurde dir die Glorie gezeigt, die ich erlangt habe, weil ich dein Seelenführer geworden bin. Sage Pater Felix, er soll nichts scheuen, keine Verdemütigung, und wenn die Natur sich manchmal wehrt, er soll nichts danach fragen, darüber hinweggehen. Es sei so notwendig in jetziger Zeit, daß Seelen sich einsetzen für andere. Auf anderem Wege ginge es nicht. Unter der arbeitenden Klasse sei eine so große Unwissenheit, obwohl sie alles wissen und sehen könnten. Weil sie von Kindheit an hinausgestoßen wären in die Fabriken, käme der Glaube nicht recht in die Kinder hinein. So wären viele gottlos ohne ihre Schuld. Diese sollten gerettet werden durch die Verdienste solcher, die über sich weggehen, welche die Schmach suchen und den Weg, den Er gewandelt ist. Das wollten aber wenig Menschen verstehen und üben.

Pater Felix soll sich nichts daraus machen, wenn er deswegen ein einfacher Ordensmann bliebe. Er soll aber auch, wenn er Anerkennung findet und es durchdringt und man ihm die Stelle eines Oberen gibt, dies gerade so ruhig hinnehmen wie das andere, nichts anderes wollen, als wie Gott es ihm hinlegt und sich keine Gedanken machen über das Gerede der Menschen und deren Urteil. Er soll alles aufbieten und sich nach Rom wenden, und selbst dann, wenn er weiter nichts erreichen würde wie in Mainz, so bekommt er seinen Lohn von Gott. Gott läßt die Verzögerung nur zu, daß er verdienen und sich vervollkommnen kann. Er soll bedenken, was für ein großer Lohn auf ihn wartet. Er soll nichts suchen als Gottes Ehre und Seelen zu retten.“

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949 Am 11. August 1909

„Daß das, was Ich in dir wirke, nur die Fortsetzung sei von den Gnaden und Segnungen, die Ich in Paray-le-Monial durch jene arme, unscheinbare Klosterfrau Meinen Kindern eröffnen wollte.“

Jesus: „Sage dem Priester, der wissen will von dir, was Ich ihm für einen Streich in N. gespielt: Ich will, daß er nicht mehr zweifle, ob die Offenbarungen, die in deinen Schriften niedergelegt sind, echt seien. Wegen seiner Zweifel verlangt er, daß du seine Gedanken beantwortest, wie die Juden taten bei der Kreuzigung: ‚Wenn du Christus bist, dann weissage uns, wer dich geschlagen hat.‘

Jener Priester soll wissen, daß das, was Ich in dir wirke, nur die Fortsetzung sei von den Gnaden und Segnungen, die Ich in Paray-le-Monial durch jene arme, unscheinbare Klosterfrau Meinen Kindern eröffnen wollte. Durch jene Klosterfrau gefiel es Mir, Meinen Kindern die Gnadenschätze der Liebe und Barmherzigkeit zu eröffnen, die in Meinem liebeglühenden Herzen verborgen sind. Jetzt aber will Ich, daß die Schätze gehoben und in die armen, geplagten Menschenherzen hineingeleitet werden. Die Kanäle aber, durch welche diese Leitung geschieht, sind Meine Diener.

Darum verlangt Mein Herz vor allem, daß die Kanäle gereinigt seien von dem Schlamm des Unglaubens. Und es ist wahr, was der Diener Gottes voriges Jahr dir gesagt hat: ‚Der Heiland verlangt in ihren Schriften eine Reform unter uns Priestern.‘ Soll der Baum Meiner Kirche wieder reichlichere Früchte tragen, dann muß vor allem das Unkraut entfernt werden, das sich in und um den Baum herum angesetzt hat. Und da ist zuvorderst, daß das Priestertum vor allem kindlich, demütig glaubt. Das Salz muß vor allem geschmackvoll sein.

Sage jenem Priester, er soll sich ermannen und Mitarbeiter mit Pater Felix für den Liebesbund werden; denn sollten Meine Diener ruhig bleiben, wenn sie sehen, daß die ganze Hölle mit ihren tausend und abertausend Helfershelfern alles aufbietet, um Mein Reich von der Erde wegzufegen? Jetzt ist die Zeit gekommen wo, wie Ich dir immer sagte, feurige Priester, mutig entschlossene Männer auftreten und die Rechte Meiner Kirche verteidigen müssen. Pater Felix aber soll mutig und unerschrocken bei dem Bischof von Mainz einen Beweis verlangen für das Urteil vom Jahre 1900, einen Beweis, ob man mit gutem Gewissen weiter behaupten könne, daß die Belehrungen in den Schriften, die, wie Seine Eminenz Kardinal Fischer N.N. geantwortet, so weittragend seien, daß ihr Studium längere Zeit in Anspruch nehme, weiter nichts sei als das Hirngespinst eines hysterischen Weibes. Dann soll Pater Felix fragen, was die Mainzer Kirche dann hält von Droste-Vischering, von Katharina von Siena, ja, von dem großen Kirchenlehrer Alphons von Liguori, von Thomas von Aquin, die alle ekstatische, jetzt freilich hysterische Zustände hatten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

950 Am 25. August 1909

„Nicht fragen: Ist es vernünftig, so oder so zu handeln, sondern: Was sagt der Geist Gottes?“

Barbara: Ich wollte nicht aufschreiben, was mir am Mittwoch, dem 18. August, auf dem Rochusberge bei Bingen, wo die letzte Woche eine große Wallfahrt war, mitgeteilt wurde. Aber da Ew. Hochwürden befehlen, alles niederzuschreiben, will ich aus Ehrfurcht gegen den heiligen Gehorsam es tun. Ich war in so dichter Finsternis und meine Seele eingetaucht in dunkle Nacht, als dort auf diesem heiligen Berg, wo so viele Heilige schon gelebt haben, unerwartet ein Lichtstrahl meine Seele erfüllte, und ich verstand, daß es der Geist des heiligen Pilgers St. Rochus war, der diese Gnade mir von Gott erfleht hatte. Ich verstand jedes Wort, das meiner Seele eingedrückt wurde, und obschon fünf Tage verflossen, blieben sie mir im Gedächtnis, was für mich das untrügliche Zeichen ist, daß ich es nicht verschweigen darf.

St. Rochus: „Fürchte dich nicht, du könntest getäuscht sein, weil du nicht für alle das Gewünschte erlangen kannst. So waren die Menschen immer, aber in dem Zeitalter des zwanzigsten Jahrhunderts geht der Unglaube mit der Verweichlichung und Verzärtelung der Natur so sehr Hand in Hand, daß auch unter den besseren Christen von Selbstverleugnung und Entsagung keine Rede sein kann. Darum kein Verständnis für alles Höhere und Übernatürliche. Und doch war auch mein Weg kein anderer als der eurige. Ich war kein Ordensmann und suchte, mich auf demselben Weg zu heiligen wie ihr. Ich war beständig ein Wallfahrer, ein Pilger, und als ich in meiner Heimat mich zurückziehen wollte, wurde ich von allen verfolgt und gehaßt. Niemand wollte etwas von mir wissen, weil ich in ihre Absichten nicht mehr paßte. So starb ich einsam und verlassen, bis es Gott gefiel, mich zu verherrlichen.

Darum laßt euch nicht irremachen, weil eure Vorgesetzten in der Stadt Mainz dich hysterisch hinstellen, um jeden, der sich anschließen will, als Dummkopf ins Lächerliche zu ziehen. Noch mehr als zu der Zeit, in der ich lebte, braucht jetzt die Christenheit solche, die nach der Natur und dem sinnlichen Menschen nichts fragen. Diese müssen, wie zu allen Zeiten, der Sauerteig im Christentum sein. Wie die ersten Christen des Martertodes sterben und so der Same neuer Christen werden mußten, so jetzt im zwanzigsten Jahrhundert.“

Jesus: „Ihr sollt sehen, daß sich alles erfüllt, wenn auch nicht immer nach euren Begriffen. Ja, wenn Ich nur bloß ein Mensch wäre hier, hätte Ich nicht die Geduld mit Meinen Auserwählten. Ich bin aber der barmherzige Gott. Noch vieles ist abzuschneiden und auszubrennen an euch, bis das Wohlgefallen Meines himmlischen Vaters auf euch ruhen kann. Und dies geschieht, indem Ich Mich eurem Willen nicht immer anpasse oder zögere. Sage aber auch Meinem Freund Pater Felix, er solle niemals die Vernunft fragen, sondern den Geist, den Ich über ihn ausgegossen, und besonders sich daran erinnern, wenn er einmal eingetaucht sei in den Schmelztiegel, wo er glauben wird, die Hölle sei sein Anteil, was Ich ihm hiermit sagen ließ. Nicht fragen: Ist es vernünftig, so oder so zu handeln, sondern: Was sagt der Geist Gottes?“

Inhaltsverzeichnis Band 7

951 Am 29. August 1909

Soeben bekam ich im Dom während der sakramentalen Betstunde die Anregung, es sei an der Zeit, daß Ew. Hochwürden sich durch ein Schreiben an Herrn Pfarrer N. in N. wende und diesen Priester aufmerksam mache, daß es sehr zu tadeln sei, Anstoß zu geben, daß gewisse Leute es vielleicht darauf absehen, eine Verwirrung herbeizuführen und Briefe schreiben. Wie die Artikel, die im „Piusblatt“ veröffentlicht wurden und ohne jeglichen Grund als Ketzerei hingestellt, ohne zu bedenken, was bei dem Eucharistischen Kongreß in den geschlossenen Versammlungen im Gürzenich sehr betont wurde: Die Priester sollten sich hüten, die Andachtsübungen, die aus dem Volke sich heraus bildeten, vernichten und zerstören zu wollen. Dies sei aber in Aachen und Mainz der Fall.

Aber bei Dingen, wie seinerzeit ein gelehrter Professor Dr. Schell in Würzburg geschrieben, der die Lehre der Kirche in manchen Punkten abschwächen wollte, und in letzter Zeit ein Seminarist N. in Rottenburg, der, als er seine Gedanken über Betrachtungspunkte aufschreiben sollte, seine Kritik losließ über den Papst und die Bischöfe und alles anzweifelte, was die katholische Kirche lehrt, da setze man ein von berufener Seite, nicht da, wo nur einfache gläubige Seelen sich aneifern zum Gebet und den Werken der Barmherzigkeit.

Ew. Hochwürden möge die Führer der Kirche in N. warnen, denn gegen das Gebetsleben anzukämpfen in der heiligen, katholischen Kirche sei sehr verderblich und könne viel Unheil anrichten, weil die Auch-Katholiken dann in ihrer Lauheit gestärkt, die eifrigen aber leicht zur Mutlosigkeit hinneigen und sie, die Priester dann selbst, wie hier in Mainz jetzt, die Früchte sehen müssen.

Ja, wie ist es so weit gekommen in unserer Stadt, weil von auswärts Briefe kommen, worin die Lauheit der Mainzer Katholiken getadelt wird. So weit kommt es, wenn von oben herab das Gebet getadelt und unterdrückt wird. Hochwürdiger Vater, tun Sie es, auch wenn Sie sich weiter nichts holen können als Spott und Hohn, einen Edelstein für die Ewigkeit.

Inhaltsverzeichnis Band 7

952 Am 1. September 1909

„Vereinige dich alle Tage mit der triumphierenden Kirche im Himmel, und du wirst erlangen, was du wünschst.“

Barbara: Als ich gestern nach der heiligen Kommunion den Herrn bat, mir doch den Gebetsgeist, der den vertrauten Umgang mit Ihm (wie ich glaubte) herbeigeführt, noch einmal zurückgeben möge, wie ich ihn vor zehn und fünfzehn Jahren hatte, damit ich mich auf das Fest der Geburt Seiner heiligen Mutter gut vorbereiten könne, erwiderte mir der Herr:

Jesus: „Vereinige dich alle Tage mit der triumphierenden Kirche im Himmel, und du wirst erlangen, was du wünschst. Heute, am ersten Tag deiner Novene, vereinige dich mit dem Chor der Seraphim und all den lieben Heiligen, die in dem Ersten, Zweiten und Dritten Orden des seraphischen Franziskus sich geheiligt haben. Denn dieser, weil er auf Erden eine so feurige Liebe zu Mir getragen, daß er von den Menschen ein ‚Seraph‘ genannt wurde, ist dem Chor der Seraphim eingereiht.“

Barbara: Heute, am 1. September 1909, gingen wir (acht Personen) nach Marienborn. Während des Gebetes hatte ich eine Vision. Der Herr zeigte Sich auf dem Altare gegenwärtig. Er war sehr zärtlich und zeigte großes Wohlgefallen, in dieser Kirche zu wohnen, weil der Priester dieser Pfarr- und Wallfahrtskirche sich so große Mühe gibt, die Wallfahrtskirche neu zu restaurieren und die Wallfahrt, die durch die Nachlässigkeit seines Vorgängers sehr zurückgegangen war, wieder neu zu beleben.

Der Herr teilte mir mit, daß Er diesen Priester herrlich dafür belohnen werde. Herrlicheres habe ich aber noch nicht gesehen als den Anblick, den ich genießen durfte, als der Herr mir zeigte, wie wahr es ist, was mir gestern mitgeteilt wurde, nämlich, daß im Himmel von Mariä Himmelfahrt an bis Mariä Geburt ein ununterbrochenes Fest gefeiert wird, bei dem abwechselnd die neun Chöre der Engel mit all den lieben Heiligen, die dem betreffenden Chor zugeteilt sind, besondere Loblieder ihrer Königin darbringen. Als meine Begleiterinnen, lauter brave Jungfrauen, das Lied sangen: „Gegrüßet seist du Königin“, da ward meine Seele erhoben in die himmlischen Räume. O wenn es wahr ist, was uns gesagt wird, dann ist es auch wahr, daß Gott, der Herr, uns bisweilen einen Blick tun läßt in jene glückselige Gemeinschaft der Heiligen, denn wir sind ja ihre jüngeren Geschwister; dann aber war dies fürwahr ein Blick.

Heute ist es der Chor der Cherubim, der die Himmelskönigin besonders verherrlicht. Beim Anstimmen dieses Liedes erhob sich ein Chor, und es war, wie wenn alle mit Musikinstrumenten mit einstimmten, so herrlich, daß ich bereits das Bewußtsein verlor. Als das „Großer Gott ...“ gesungen wurde und bei der zweiten Strophe „Alles, was dich preisen kann ...“ der ganze himmlische Chor mit einstimmte, da konnte der Herr nicht mehr widerstehen. Seine Brust öffnete Sich wie ein Tabernakel und ein Pfeil schoß auf uns. Zu gleicher Zeit fing in Seinem Herzen ein Instrument zu spielen an, das wie durch Hammerschläge in Bewegung gesetzt wurde. Ich zählte die Hämmer, und es waren acht. Gerade so viele Pilgerinnen waren es, die hier knieten.

Jesus: „Siehe, diese Herzen schlagen in gleicher Gesinnung mit dem Meinigen. Darum ist Mein Herz so erfreut, daß Ich bewirke, daß die Pulsschläge, die in gleicher Gesinnung mit den Schlägen Meines Herzens schlagen, den Himmelsbewohnern wie eine herrliche Musik vorkommt. Darum bitte deinen Seelenführer, dir zu erlauben, all die Seelen aufzumuntern, daß ein Hofstaat auf Erden gebildet werde, wie Ich dir gezeigt, daß ein solcher im Himmel ist. Denn die Schmach und Verunehrung, die Meiner Mutter angetan wird durch den Protestantismus, der die Geburt Meiner Mutter als die eines gewöhnlichen Menschenkindes bezeichnet, und die Verachtung so vieler lauer Katholiken, soll von diesem Hofstaat gutgemacht und gesühnt werden. Darum laßt nicht ab und betrachtet euch als solche, die nicht der Erde angehören.

Du hast gesehen, wie hoch Ich es anschlage und wie Ich euch alles ersetze, damit ihr ungestört Mir nachgehen könnt. Ertraget gern die Strapazen, die solche Festzeiten euch auferlegen, und bringt Mir die Entbehrungen zum Opfer, die Ich euch herrlich belohnen werde. Um Wunder zu wirken und Kranke zu heilen, habe Ich dir keinen Auftrag gegeben, wohl aber, daß Ich die Menschen an Meine Liebe und übergroße Barmherzigkeit wieder einmal erinnern möchte. Dies sage N.N.“

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953 Am 6. und 7. September 1909

„Nichts ist mehr verpönt als Verachtung und Verdemütigung.“

Als Barbara am 6. September 1909 der lieben Mutter Gottes bei der Wallfahrt nach Marienthal den Gruß von Pater Felix übermittelte, sagte Sie:

Maria: „Ich danke Meinem Diener für den Gruß. Sage ihm auch einen herzlichen Gruß von Mir, und Ich verspreche ihm, daß in allen Lagen und Dingen, wo er sich nicht zu raten weiß, Ich ihm zu Hilfe komme und ihm allzeit Trost erbitte.“

Nach der heiligen Kommunion am 7. September 1909 sagte der Herr:

Jesus: „Frage Mich nicht mehr, warum so manches nicht in Erfüllung geht. Niemals würde der Mensch aus sich selbst sich so tief demütigen, wie Ich Mich demütigen lassen mußte, Ich, euer Schöpfer, der Urheber aller Meiner Geschöpfe. Früher, wo die Gefahr nicht so allgemein gewesen ist, leitete Ich Meine Kinder nach dem Zeitalter und den Zeitverhältnissen, worin die Kirche sich bewegt. Jetzt aber, wo die Kirche so im Niedergang ist durch den Geist des Unglaubens und der Sittenlosigkeit, wo alles nur den Hochmut erzeugt, der so groß ist wie nie, denn all die Laster sind nur die Ausgeburt von dem ungewöhnlichen Stolz, der die Menschheit erfaßt hat, deshalb muß ich andere Mittel ergreifen und Mich nach den Zeitverhältnissen richten, worin sich die Menschen bewegen; denn nichts ist mehr verpönt als Verachtung und Verdemütigung.

Das Zeichen könnt ihr sehen. Denn wo hat es seit zweitausend Jahren so viele Priester gegeben, die, wenn etwas ihnen nicht paßt, ihrer Würde den Rücken kehren, und wo habt ihr je gehört, wie in dem letzten Jahr, daß geistliche Personen sich den Tod angetan? Nie habt ihr gehört, daß sogar das gottgeweihte weibliche Geschlecht so weit gesunken ist, daß es bei einer Kleinigkeit den Tod sucht, wie ihr selbst erfahren habt.

Darum ist das Allernützlichste, was Mich am meisten verherrlicht, nicht, daß Ich alles in Erfüllung gehen lasse, was Ich gesagt habe, sondern Ich scherze mit Meinen Auserwählten gleichsam, als ob Ich auch noch dazu stehe, wie es die Welt macht. Das ist aber gerade Meine unendliche Liebe und Güte, damit ihr recht viel verdienen könnt, und damit die Welt einen Gegensatz hat gegenüber der Strömung der heutigen Weltanschauung, weil man sogar unter den guten Katholiken anfängt und sagt, man müsse mit dem Zeitgeist gehen, es sei nicht alles sündhaft; deshalb schicke Ich euch solche Verdemütigungen.

Pater Felix soll nicht irre werden, wenn er dasselbe erfährt wie ihr. Damit kann er noch Seelen retten und euch viele Verdienste schenken. Und wenn euch euer Lebensweg manchmal schwer wird, weil ihr von anderen so hinausgestoßen seid, und wenn der Trost und die Freude, die ihr anderen bringen wollt, ins Gegenteil umschlägt und nicht nach eurem Wunsch in Erfüllung geht, da geht es euch gar oft wie Mir in Meinem Leben, wo Ich den Menschen Gutes getan und ein anderer sagte: ‚Das ist nicht von Gott, das ist der Teufel.‘ Und alle dann sagten: ‚Das ist nicht von Gott!‘

So geht es euch, und ihr meint, ihr seid von Mir verlassen. Dann erinnert euch, wie viele Freude Ich euch andererseits mache. Wer ist es, daß Ich alles so füge, daß ihr die höchsten Feierlichkeiten, die in Meiner Kirche stattfinden, ausnützen könnt und euch so gute Leute zuführe, die für euch sorgen, daß ihr alles so benutzen könnt? Das ist Mein allmächtiger Arm und Meine unendliche Liebe, die euch erfaßt und an Sich zieht; das sind die Umarmungen von Mir, wenn Ich euch an solchen Festlichkeiten teilnehmen ließ. Also seid nicht undankbar und zweifelt nicht, wenn Ich euch manchmal eine Verdemütigung schicke. Sei nicht so ängstlich mit allem, was du nicht verstehst.“

Maria: „An Meinem Festtage gebe Ich allen eine besondere Gnade zum Lohn für das, was sie Mir zu Ehren tun. Es gefällt mir sehr gut von den Seelen, die Mich ehren wollen wie im Himmel und Meinen himmlischen Hofstaat auf Erden bilden wollen. Wenn ihr zusammen Mein Lob verkündet, so seid ihr nicht allein, da bin Ich dabei und der himmlische Vater, Mein göttlicher Sohn und der Heilige Geist. Je mehr die Menschheit zurückgeht im Glauben, je mehr die Welt aufgeht in Sittenlosigkeit, desto mehr sollen die Guten Mir dienen und Mein Leben nachbilden, damit die Welt im Gleichgewicht bleibt durch die großartigen Feste, die gefeiert werden, und Gottes Zorn nicht losbrechen muß.

Das zwanzigste Jahrhundert ist das Jahrhundert der Gottlosigkeit und der Sünde, aber auch der Freude und des Glückes für die guten, treuen Kinder der Kirche, weil jetzt das Heiligste Sakrament so verehrt wird und die Menschheit das große Glück hat, daß, wer nur will und guten Willen hat, sich mit Meinem lieben Sohn vereinigen kann. Das ist eine so große Gnade und bringt der Welt so viel Nutzen, daß ihr auf der Welt es nicht glauben könnt. Und weil du viel dafür hast leiden müssen, so werdet ihr staunen, was das für eine große Gnade ist, daß ihr darin habt arbeiten dürfen, daß der Menschheit die heilige Kommunion zugeflossen ist.

Sage Pater Felix, er soll sich freuen, daß er darin mitarbeiten darf und an die Spitze gestellt ist. Das ist eine große Ehre, nicht für die Welt, aber für den Himmel. Der Himmel ist auch mit ihm. Er soll nicht nachlassen und wacker seinem Ziel entgegensteuern.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

954 Am 8. September 1909

„Deine Aufgabe ist nicht, Wunder zu wirken. Die Welt soll zurückgeleitet werden in das Mittelalter, in ein tiefreligiöses Glaubensleben.“

Barbara: Beim Engelamt heute morgen sagte ich zum heiligen Schutzengel:

„Heute ist der Schluß der Novene, und ihr alle, ihr heiligen Engel, dürft heute das Freudenfest feiern, weil die triumphierende und die streitende Kirche verbunden ist durch die heiligen Engel, und der niederste Grad der Engel hat heute im besonderen den Feiertag.“

Jetzt lehrt mich doch auch beten und erbittet mir einen Strahl von dem Glück, das ihr genießt, und bittet für alle Liebesbundmitglieder. Mein heiliger Schutzengel ging fort und holte einen anderen Engel der höchsten Grade herbei, der zu mir sagte:

Schutzengel: „Ich bin jetzt dein Schutzengel (seitdem dir die Mission von Gott aufgetragen worden ist, für die Verehrung des Heiligsten Sakramentes zu arbeiten). Warum verehrst du mich nicht?“

Barbara: „Ich muß dich um Verzeihung bitten. Ich habe gedacht, es könne gar nicht möglich sein, daß du, einer der höchsten Engel, mein Schutzengel sein könntest. Lehre du mich doch, wie ich es machen soll.“

Auf einmal stand ich mitten unter den heiligen Engeln. Ich schämte mich ungemein, denn wie ein Holzblock, wie ein Stein stand ich mitten unter ihnen. Auf einmal ging es auf wie eine Türe. Aber da hinein durften meine Augen nicht schauen. Eine Schar kam heraus und trug etwas, das war so köstlich und schön, es war nicht wie eine Wiege und nicht wie eine Tragbahre. Diese Engel trugen die liebe Mutter Gottes als neugeborenes Kind herum. Es war eine Glückseligkeit, eine Freude, ein Gesang und eine Musik, nicht zu beschreiben.

Während dem ganzen Hochamt durfte ich dabei sein, bis es zur heiligen Wandlung schellte. Es wurde ein Zeichen gegeben, und die Engel stellten die Tragbahre hin und knieten sich hin und beteten an. Ich sagte alle Anliegen der Liebesbundmitglieder und bestürmte die liebe Mutter Gottes, mir die Bitten zu gewähren um der vielen Verherrlichung willen, die Sie hier und überall empfinge und um der Freude willen, die im Himmel herrscht, weil die Kirche sich so Mühe gibt, daß das Fest so erhöht wird und der Himmel zeigt, daß er seine Freude daran hat. Ich hielt recht an für Pater Felix und uns, daß wir nichts mehr verlangen und unseren Willen unter den Willen Gottes beugen. Er möge Pater Felix Kraft geben und ihm heute etwas zukommen lassen, weil er sich mit Ihr vermählt, und Sie möge wie eine Königin tun, die zu Ihrem Geburtsfest Ihren Nächsten ein Geschenk gibt. Einer von den Engeln kam und hatte ein goldenes Kästchen und sagte:

Engel: „Mache es auf!“

Barbara: Ich machte es auf, und es war darin wie ein Zettel, auf welchem stand: „Demut, Herzensreinheit, Sanftmut!“

Engel: „Mache es wieder zu, und bringe es deinem Seelenführer; damit kann er zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen. Und damit es ihm nicht mehr entgeht, soll die heilige Wachsamkeit darüber wachen und jeden Abend soll er prüfen, ob er das Schatzkästlein auch bewahrt hat.“

Barbara: Ich hatte eine so große Freude, und mein Herz war so ausgefüllt von Gott, daß ich nicht zu mir kommen konnte.

Jesus: „Siehst du jetzt, daß es so ist, was Ich dir heute früh schon gesagt?“

Barbara: „O Herr, warum kann ich das nicht immer? Jetzt meine ich nicht, daß es möglich sein kann, daß man alles für Täuschung hält. Was ist es, daß ich heute doch so überzeugt bin?“

Jesus: „Deine Aufgabe ist nicht, Wunder zu wirken. Die Welt soll zurückgeleitet werden in das Mittelalter, in ein tiefreligiöses Glaubensleben. Deshalb teile Ich Mich so mit an den Kirchenfesten. Die Kirche ist ein Abbild vom Himmel und in dir bestätige Ich, daß alles wahr ist. Morgen ist alles wieder ganz anders. Darum sei nicht so kleinmütig. So wie wir dich heute eingeführt haben, so werden wir dich einführen und euch alle, wenn der Leib abfällt, und dann kommen wir und holen euch heim. Damit alle sehen, wie das Leben der Christen sein soll und wo die christliche Familie ihre Freude haben soll, deshalb offenbare Ich dir immer besondere Gnaden an den Festen. An den Wallfahrtsorten, wie hier, wird allen denen, die sie besuchen, jeder Schritt und Tritt eingetragen in das Buch des Lebens. Es ist eine Verminderung der sündhaften Schritte und Tritte. Die Sünde wird dadurch gesühnt. Es muß Menschen geben, die Sühne leisten. Paulus hat gesagt: ‚Ich ersetze an meinem Leibe, was an den Leiden Christi noch fehlt.‘ So muß es bleiben, solange die Welt steht. Ich habe zwar die Welt erlöst, aber die Menschen versperren den Weg wieder. Deshalb will Ich, daß der Liebesbund durchdringt, daß es Menschen gibt, welche die Wege wieder aufräumen.

Die Verachtung und Verdemütigung ist verpönt unter denen, die es lehren. Sie lehren zwar das geistliche Leben, machen es aber wie hier in Mainz, die in der Praxis alles bekämpfen. Deshalb sagen die Guten: ‚Ja, diese machen es so, wie sie lehren, und werden als Narren verschrien; deshalb nutzt alles nichts.‘ Solange sie nicht Hand in Hand gehen mit dem Geist der Schriften, nützt sie alles nichts. Es ist gerade, wie Ich den Juden antwortete, als sie Mir vorwarfen, du hast den Teufel: ‚Das Reich, das in sich selbst uneins ist, zerfällt.‘ Solange sie diesen Geist nicht vernichten und sagen: ‚Ihr seid Narren‘, solange kann nichts helfen.

Sagt ihnen, wie Ich den Juden sagte: ‚Ein Reich, das in sich selbst geteilt ist, zerfällt in Trümmer.‘ Wenn, wie sie sagen, dieser Geist von Krankheit kommt, wird die Welt irre. Deshalb sinkt Mainz immer tiefer.“

Barbara: „O erfleh doch besseres Wetter, liebe Mutter Gottes, daß viele herbeikommen können!“

Maria: „Unterwirf deinen Willen dem Willen Meines Sohnes. Eine einzige Gertrudis, Theresia und Katharina von Siena kann so viel Meinen Sohn verherrlichen, als eine große Schar leichtfertiger Menschen, die nur halb und halb Gott dienen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

955 Brief Barbara an P. Felix v. 13. September 1909

„Hochwürdiger Vater! Gestern abend kamen wir von Marienthal zurück, und ich beeile mich, den Ausdruck meiner Dankbarkeit, den ich wegen Gottes verschwenderischer Freigebigkeit an einem so sündhaften Geschöpf schulde, sogleich Ihnen darzubringen. Dank, ja tausendmal ‚Vergelt‘ s Gott‘ möchte ich Ihnen, hochwürdiger Vater, zurufen, da Sie meiner Seele so große Sicherheit und Beruhigung verschaffen dadurch, daß Sie das Wehen des Geistes nicht hemmen, im Gegenteil, durch den Gehorsam mir die Angst beseitigen, mit der meine Seele belegt ist durch die jahrelangen Widersprüche meiner Vorgesetzten hier in Mainz.

Es war eine große Gnade für eine gläubige Seele, die Aachener Heiligtumsfahrt mitfeiern zu dürfen, weil da so vieles hinweist auf das irdische Leben unseres liebevollen Erlösers. Größer noch war die Gnade, dem Kongreß in Köln beiwohnen zu können, weil man dort den eucharistischen Gott so geehrt und verherrlicht sah, und wo man gleichsam den Triumphzug der siegreichen, triumphierenden Kirche, wie er im Himmel stattfinden kann, hier in der streitenden Kirche verkörpert sah. Aber alles dies übertreffen die Tage, die wir hier in Marienthal zubrachten.

Wir behandelten allerdings den Esel (Körper) etwas hart. Mit unserem heiligen Vater Franziskus und Bruder Leo setzten wir uns an die Wasserquelle, die Kruste Brot zu erweichen. Doch viel reicher besetzt als bei jenen war unsere Tafel, denn wir hatten auch Wurst, Käse und Obst als Delikatessen. Aber da auch das Nachtlager unbequem war, kamen meine zwei Freundinnen Lieschen und Luise krank heim und liegen zu Bett.

Aber wie herrlich waren die Predigten der beiden Franziskaner- Patres! Pater Guardian aus Fulda hielt die Predigten vormittags und Pater Bernhard nachmittags. Herrliches Wetter, so daß jeden Abend, einmal ausgenommen, Lichterprozession stattfand. An den beiden letzten Abenden waren die Schmerzhafte Mutter Gottes auf dem Waldhügel und auf dem anderen Hügel die Himmelskönigin so verherrlicht durch bengalisches Licht und die Feuerkörper, die das Tal von rechts nach links und umgekehrt beleuchteten.

Die Madonna stand wie in himmlischer Verklärung vor den in der Ferne zuschauenden Menschen. Bischof Kornen sagte in seiner Predigt, er sei zu Tränen gerührt gewesen. Die vielen Menschen, die man aber im Dunkel der Nacht nicht gesehen, sondern nur das Licht in der Hand, habe ihn an die ergreifende Karsamstagsfeier erinnert: Lumen Christi. Und Pater Paulus sagte in seiner Vormittagspredigt: ‚Mich ergriff eine große Rührung bei Betrachtung der vielen Lichter auf der Bergkuppel, und der Gedanke preßte mir die Tränen aus: Siehe, dieses Licht bedeutet die von der Gnade Gottes durchleuchtete Seele! Der Mensch aber, der in der Todsünde lebt, gleicht denen, die da oben die Kerzen tragen. Man sieht sie nicht. Ihre Seele ist finster, weil es Nacht ist. So finster ist die von Gott getrennte Seele.‘

Dank Ihnen, hochwürdiger Vater, denn durch Ihre Zugabe wird unser Verdienst nur gesteigert und erhöht. Ich, ja wir alle, haben viel für Sie gebetet, und bei meinem Eintritt in die Gnadenkapelle galt mein erster Gruß, Ihren Gruß der lieben Mutter Gottes zu entbieten. ‚Grüße auch du Meinen Sohn und Priesterbräutigam‘, so schallte es zurück in meinem Innern. Die große Gnade, die ich an Mariä Geburt ausnahmsweise hatte (denn ich hatte nur zweimal außergewöhnliche Mitteilungen), wird Ihnen Luise berichten, und ich hätte Ihnen nur die gestrigen Vorgänge noch zu ergänzen. Während des Hochamtes schaute ich wieder in geheimnisvoller Weise die liebe Mutter Gottes, und ich erkannte dann nachmittags, als das Gnadenbild herausgebracht wurde aus der Kirche und auf der Stelle zur Verehrung stand, wo ich die liebe Mutter Gottes am Vormittag stehen sah, daß der liebe Gott dadurch zeigen will, wie wohlgefällig Ihm solche Festlichkeiten sind, denn die Erscheinung hatte Bezug auf das Krönungsfest des Gnadenbildes.

Schon bei der Opferung erschien die liebe Mutter Gottes. Als Sie so dastand vor den Priestern, wurde Sie auf einmal ganz verändert. (Der Bischof von Limburg zelebrierte.) Es war, als wenn unsichtbar jemand Ihr ein neues Gewand anlegte. Unaussprechlich (nur zu schauen, nicht zu beschreiben) war der Anblick, als die Umkleidung vollendet war. Krone, Szepter und Gewand hatten die gleiche Farbe, ganz dunkelbraun, wie ein kostbar poliertes Zimmergerät, aber ganz durchwirkt von Gold und funkelnden Edelsteinen. Und ich hörte die Worte:

Maria: ‚Siehe, dies ist der königliche Schmuck der königlichen Braut der Priester. Sage Meinem Sohn, der die geistige Vermählung mit Mir einging, mit diesem Schmuck soll er bekleidet werden, wenn er eingeht in die ewige Herrlichkeit. Je mehr er sich auf Erden bemühen wird, seiner königlichen Braut ähnlich zu werden, desto inniger wird er und alle Priester, die ihm nachfolgen, im Himmel mit Mir verbunden sein. Damit aber sein Eifer nicht erlahme, soll er jeden Abend, ehe er zur Ruhe geht, noch einmal in sein Schatzkästlein, das Ich ihm zum Feste meiner Geburt zusenden ließ, hineinschauen und nachsehen, ob er die Tugenden den Tag über fleißig geübt, die Ich ihm darin angab, nachsehen, ob die Demut, die Herzensreinheit und die Sanftmut fleißig geübt worden. Findet er, daß sie Schaden gelitten, dann möge er den Zaun der heiligen Wachsamkeit sorgfältig ausbessern, damit der böse Feind keine Lücke mehr findet, wo er in sein Schatzkästlein eindringen kann.‘

Barbara: Während der Nachmittagsandacht, als das Gnadenbild gerade auf die Stelle niedergestellt war, wo ich die liebe Mutter Gottes am Morgen gesehen hatte und meine Seele vor Freude aufjubelte, weil ich bestätigt fand, was ich morgens dachte: Der liebe Gott wolle zeigen, wie Er Wohlgefallen hat, wenn die Kirche solch feierliche Feste veranstaltet, weil da das gläubige Volk zusammenströmt und die geraubte Ehre Gottes einigermaßen wieder zurückerstattet wird. Da war es, wo mein Geist wieder eingeführt wurde, um in beschauender Liebe am Herzen Gottes zu ruhen.

Der Herr zeigte mir da, wie alles so wahr ist, was Er in bezug auf Tröstungen, die Er durch mich anderen zukommen lassen will, gesagt hat, wie Er aber von uns sinnlichen Menschen, die immer nur irdischen Trost suchen, nie verstanden werde. Wenn Er, wie Er mir gezeigt, bei Frau N. einen Strahl herabsende auf die betreffende Dame, sei dies der väterliche Blick Seiner Liebe und solle bedeuten, daß Er durch geduldiges Ertragen der Leiden mehr verherrlicht werde, als wenn Er Wunder wirke.

Weiter sagte der Herr:

Jesus: ‚Grüße Mir Pater Felix und sage ihm, das Glöcklein, das er läute, gebe helle Töne von sich. Viele Priester verständen diese Töne und läuteten mit ihm. Er möge nur fleißig fortfahren und auch in Mainz bald wieder das Glöcklein ertönen lassen.‘

Ich weiß nicht, was der Herr meint mit dem Glöcklein, aber ich glaube, daß durch Ihre Entschiedenheit, mit der Sie vorgehen, mancher Priester geweckt wird. Die Predigten in Marienthal waren ganz nach dem Sinn des Herrn, nach dem Geist, der in den Schriften spricht. Der Hochwürdigste Bischof Kornen sagte sogar in seiner Predigt: ‚So wie Gott, der Herr, erst angefragt habe bei Maria und Ihre Einwilligung erst verlangt habe, als Sie Mutter Gottes werden sollte, so frage Er jede Seele erst um ihre Einwilligung, die Er bestimmt habe zur innigsten Liebesvereinigung mit Ihm und ein besonderes Werk mit ihr durchführen wolle. Diese Seele müsse dann aber auch glauben, wie Maria geglaubt habe, von der Elisabeth gesagt habe: ‚Selig bist du, weil du geglaubt hast!‘ Die Seele müsse den Blick Gottes auch verstehen und alle Prüfungen und Leiden über sich ergehen lassen.’ Dies tröstete mich sehr.

In tiefster Ehrfurcht

gez. Barbara Weigand“

Inhaltsverzeichnis Band 7

956 Am 16. September 1909

„In der Ewigkeit vergelte Ich es denen, die Mich so verherrlicht haben.“

Maria: „Daß Ich Mich am Sonntag braun zeigte, war nur Mein Dank an den Orden, der Mich verherrlicht hat und in dessen Gewand Ich Mich dir zeigen wollte, und weil durch Pater Felix auch schon einige Priester dieses Ordens das Gelübde eingegangen haben mit Mir, und Mich als Braut angenommen, ist Mir eine große Verherrlichung erwiesen, und Ich zeige Mich dankbar dafür. So wie die Menschen, um die gegenseitige Liebe inniger zu knüpfen, sich ein und dasselbe Kleidungsstück anschaffen, um dadurch ihre enge Verbindung zu zeigen, so machte Ich es hier, indem Ich die Farbe des Ordens annahm. In der Ewigkeit vergelte Ich es denen, die Mich so verherrlicht haben.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

957 Brief Barbara vom 22. September 1909

An Lieschen und Luise aus Augsburg:

„Meine Schwester ist eine gekreuzigte Braut Christi und hat nur noch die Pforte des Todes zu durchschreiten. Sie hat alles Irdische abgelegt und darum auch kein Verlangen, etwas zu hören von den vergänglichen Dingen dieser Welt. Sie fragte nach nichts, sondern sie wandte sich zuerst an meine beiden Brüder und sagte:

‚Meine lieben Brüder! Erziehet eure Kinder, daß wir uns doch im Himmel einmal zusammenfinden. Schaut, es ist gar nichts auf der Welt. Sorget für das Ewige!‘ Dann wandte sie sich an mich und fragte, wie es mir gehe und wie die Sache jetzt in Mainz aufgenommen werde. Ich mußte ihr dann erzählen, und damit die Brüder keine Langeweile bekämen, schickte sie dieselben mit einer Klosterfrau weg, die Neubauten und Neueinrichtungen zu besichtigen, und so konnten wir ungestört uns austauschen. Zum Schluß sagte sie:

‚Liebe Schwester! Laß dir auch nichts durchgehen. Harre aus bis zum letzten Atemzug deines Lebens. Du wirst sehen, welch herrlicher Lohn deiner wartet. Laß kommen, was will, und sei ruhig. Unterwerfe dich gehorsam und sage dir immer: Verachtung und Verdemütigung aus Liebe zu Gott ertragen, kann nicht der Weg sein, der in die Hölle führt. Doch alle verstehen es nicht, auch in den Klöstern nicht. Du bist doch noch glücklicher als ich. Du kannst dich aussprechen bei deinen Freundinnen, ich aber muß alles für mich behalten hier.‘

Groß war darum ihre Freude, von dem Geliebten ihres Herzens reden zu hören. Dies machte sie alle Leiden vergessen. Aber auf einmal brach sie zusammen. Man sah ihr an, wie sie alle Kraft zusammenraffte, um sich aufrecht halten zu können. Und wir verließen sie mit der festen Überzeugung, daß wir uns hier auf Erden nicht mehr sehen. Aber wäre es nicht gar zu weit, so gingen wir zusammen einmal zu ihr. Man hat das Gefühl und den Eindruck, daß man es mit einer in der Taufunschuld lebenden Seele zu tun hat. Sie hat die Tugenden an sich, die der Pater in Marienthal aufgezählt hat, die eine Seele haben muß, welche Christus nachfolgen will. Sie ist eine jener Seelen, die auf so leichtem Weg in den Himmel kommen, weil sie glaubt, sie habe drüben einmal nichts aufzuweisen, und weil sie es aufrichtig meint mit Gott, mit allen Menschen und mit sich selbst. Ich erwarte von Mariechen Antwort, und es kann sein, daß ich bald, vielleicht auch erst nach dem Rosenkranzfeste komme, weil dieses Fest hier viel feierlicher gehalten wird als in Mainz, mit großer Prozession.

Mit herzlichem Gruße eure Mitschwester in Jesu Christo

gez. Barbara.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

958 Rosenkranzfest am 3. Oktober 1909

„Mit Mut und Entschlossenheit müssen Volk und Priester um die Freiheit der Kirche kämpfen.“

Barbara: In den Umarmungen der göttlichen Liebe verbrachte Meine Seele den ganzen gestrigen Tag und kam fast nicht aus der Kirche, bis sie abends um sieben Uhr geschlossen wurde. N.N. schloß ich ganz in das Herz Jesu ein und bat flehentlich um ein Trostwort für ihn. Ich erfuhr dann, daß er mit Mut und Entschlossenheit weiter kämpfen müsse, und alle Mitglieder des Liebesbundes sollen ihn mit Gebet unterstützen. Es sei zwar bequem zu schweigen, aber dabei ging das Verdienst eines mutigen Kampfes für ihn und auch uns verloren, und bei den meisten Mitgliedern trete eine Erschlaffung im geistlichen Leben ein, was unbedingt verhindert werden müsse. Mutig die Sache verteidigen, ohne sich jedoch der Kirche zu widersetzen.

Vor einigen Tagen sagte mir unser Herr Kaplan, dem ich auch eine Mitteilung machte:

Kaplan: „Die Mainzer Kirche müßte nur einmal bei uns hier Erkundigungen einziehen. Wir könnten den Herren schon sagen, welch tätiges, arbeitsames Leben Sie immer geführt haben.“

Barbara: Wann also wurde bei mir die Hysterie geboren? Der Herr teilte mir noch mit:

Jesus: „So wie ihr seht, daß Ich Mich alle Jahre erweichen lasse, trotz der Bosheit Meiner undankbaren Kinder, die Früchte der Erde in solcher Fülle wachsen zu lassen, daß keiner zu darben braucht, der sich bemüht, sein Brot sich zu verdienen, auch wenn es scheint, es sei alles verloren, so geht das geistliche Leben in Meiner Kirche allmählich wieder besseren Zeiten entgegen. Nur dürfen Meine Kinder die Arme nicht sinken lassen. Mit Mut und Entschlossenheit müssen Volk und Priester um die Freiheit der Kirche kämpfen. Damit ihre Arbeit Gedeihen erlange, müssen aber viele Sühn- und Schlachtopfer der göttlichen Gerechtigkeit dargebracht werden.

Sühnopfer sind alle jene öffentlichen Kundgebungen seines Glaubens, wie dies geschieht bei Prozessionen und Wallfahrten. Schlachtopfer sind alle jene Seelen, die zur Ausbreitung des Liebesbundes sich einsetzen, Spott und Hohn so erlangen wie andere Ehre und Ansehen. Denn wie in den ersten Zeiten der Kirche Märtyrerblut den Boden der Kirche betauen und befruchten mußte, um Gedeihen hervorzurufen, so muß das Erdreich der Kirche, die dem Neuheidentum entrissen werden soll, betaut und befruchtet werden, daß viele unblutige Märtyrer gebildet und erzogen werden. Das ist die Aufgabe des Liebesbundes. Diese Sprache verständen freilich sehr wenig Menschen. Aber diejenigen, denen Er die Gnade gegeben habe, diese Sprache, wie sie niedergelegt sei in den Schriften, auch zu verstehen, müßten daran glauben und, soweit ihr Stand und Beruf es gestattet, darnach zu leben sich bemühen, trotz aller Widersprüche der Welt und der eigenen sinnlichen Natur. Diese seien Seine auserwählten Schlachtopfer, da sei niemand ausgeschlossen; Weltleute, Priester und Ordensleute, alle für eins und eins für alle zu beten, damit alle gerettet werden.“

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959 Fest des heiligen Franziskus am 4. Oktober 1909

Barbara: Heute nach der heiligen Kommunion ward meine Seele von sieben bis achteinhalb Uhr in höheren Regionen erhoben und durfte eine Zeitlang die Glorie der Mitglieder des heiligen Franziskus schauen. Wie schon öfters sah ich wieder das Trio der heiligen Franziskus, Antonius, Pater Ludwig, und als ich nachdachte, ob es nicht Täuschung sei, daß ich mir vielleicht nur mit Vorliebe einbilde, Pater Ludwig habe dieselbe Seligkeit wie Franziskus und Antonius, da wandte sich Pater Ludwig an mich und sagte:

P. Ludwig (†): „Du fürchtest getäuscht zu sein, aber siehe, was meine beiden Brüder an Heiligkeit voraus haben, das mußte ich mir verdienen durch stilles Ertragen all der Verachtungen und Verdemütigungen, die mir von der Zeit an zuteil wurden, wo ich dein Seelenführer geworden war. Ich hatte mich überzeugt, ob Gottes Geist es sei oder ein anderer, und als ich wußte, daß Gottes Geist hier walte, zog ich andere herbei. Aber es dauerte nicht lange, da war ich allein und allen eine Zielscheibe des Gespöttes. Ich ging darüber hinweg und handelte ruhig nach dem göttlichen Willen weiter. Als dieses meine Brüder sahen, wurde ich als eigensinnig und ungehorsam zurückgesetzt und als der Letzte des ganzen Konvents behandelt. Ich hatte niemand, bei dem ich mich hätte aussprechen können.“

Barbara: „War denn nicht Pater Hugo dir treu?“

P. Ludwig (†): „Ja, Pater Hugo blieb mir treu. Dafür mußte auch er dieselbe Behandlung erfahren wie ich, und wir wurden getrennt. Dies stille Dulden, und daß man in Mainz so ungerecht handelte bei der Untersuchung, drückte derart auf mein für Leiden so empfängliches Gemüt ein, daß der Schlaf wich und völlige Appetitlosigkeit eintrat, und als ich merkte, was geschehen werde, denn ich fühlte, wie das Gedächtnis schwand, da legte ich jeden Morgen mein Haupt in das Herz meiner himmlischen Mutter und königlichen Braut und jeden Abend warf ich mich in Ihre mütterlichen Arme und flehte Sie an, mir beizustehen, daß ich in meinem Elend nicht untergehe.

Deswegen hatte ich, als meine Sinne einmal umnachtet waren, nur noch das eine Wort: Wann kommt die liebe Mutter Gottes? Und als ich dann, nicht wie meine beiden Brüder Franziskus und Antonius, umgeben von ihren Ordensbrüdern, sondern einsam und verlassen im letzten Dachkämmerlein, wo meine Schwester Luise mich fand, sterben mußte, da waren auch, was noch mangelte an Heiligkeit, die Lücken ausgefüllt in meiner Krone. Meine himmlische Braut und Gebieterin hatte an der Stelle, wo das Wörtlein ‚heilig gelebt‘ fehlte, hingesetzt: ‚Verachtung und Verdemütigung ertragen aus Liebe zu Gott.‘

Und beim Einzug in den Himmel wurde ich an Ihrer Hand meinem Vater Franziskus und Bruder Antonius zugeführt. Dies teile meinen Geschwistern mit, und sage ihnen: Nichts ist so sicher, um sein Heil sicherzustellen, als verachtet und gedemütigt zu werden, weil das der Weg sei, den der Herr durch Sein Beispiel uns gezeigt und gelehrt habe. Pater Felix soll sich dies wohl merken. Er soll nicht zurückschrecken, sondern immer den Schild des Glaubens denjenigen vorhalten, die giftige Pfeile auf ihn losschießen.

Du aber, meine Tochter, hast gesehen bei dem Einblick in die Familie deiner Geschwister, daß überall der Friede und die Eintracht wohnt, und daß der Weltgeist noch nicht Eingang gefunden. Darum freue dich. Dies ist ja die gute Frucht, die du pflücken kannst an dem Kreuzesbaum, unter den der Herr dich gestellt. Daß du so oft ein Trio gezeigt bekommst, kann dich nur trösten. Damit will der Herr zeigen, daß die Guten zusammenhalten sollen, um sich einander zu trösten und zu bestärken in den Kämpfen, die ihr durchzumachen habt. Darum bewahret die aufrichtige Liebe und Freundschaft auf Erden, damit ihr im Himmel gleichen Lohn empfangen könnt.“

Barbara: Die Predigt hatte begonnen, und ich wurde herausgerissen aus der Umarmung Gottes.

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960 Am 13. bis 19. Oktober 1909

„Wer für Mich sorgt, für den werde auch Ich sorgen, und wenn Ich es fügen werde, daß ein solcher zu leiden hätte, dann täte Ich es nur zu eurem Besten, zur Vermehrung der himmlischen Glorie.“

Jesus am 13. Oktober 1909: „Eheleute, welche die Verpflichtung übernehmen, das Menschengeschlecht weiter fortzupflanzen, übernehmen damit auch die Verpflichtung, für dieselben zu sorgen. Darum steht es jeder Jungfrau frei, über ihr zeitliches Gut nach Belieben zu verfügen.“

Auf die Frage, ob es angenehm ist, daß die drei Jungfrauen N.,N.,N. ihren Entschluß ausführen, antwortete der Herr:

Jesus: „Wer Haus und Hof und alles verläßt um Meinetwillen, dem werde Ich es hundertfältig zurückerstatten und das ewige Leben dazu. Diese Verheißung gilt nicht nur denjenigen, die im Ordensstand sich Mir geweiht, sondern all jenen Seelen, die Mein Wort befolgen, das Ich damals gesprochen. Diejenigen, die ihre zeitlichen Güter hingeben, damit Ich verherrlicht werde, tun dasselbe, was eine Ordensperson tut: Sie entsagt und lebt in freiwilliger Armut. Und wenn eine Seele ihr ganzes Leben im Dienste anderer zugebracht, wie dies bei den meisten jungfräulichen Seelen der Fall ist, dann führt sie ein Leben des Gehorsams, denn sie darf keinen eigenen Willen haben.

Und wer in der Welt lebt, aber aus Liebe zu Mir auf die sinnlichen Genüsse des Ehestandes verzichtet, der erhält auch den Lohn der Ordensperson, die ihren Leib Mir geweiht und zum Opfer gebracht hat. Weil aber an den ersparten Pfennigen eines Dienstboten so viele Tränen, so viel Schweiß und so viele Opfer hängen, so ist ihre Opfergabe überaus wertvoll in Meinen Augen, und Ich will ihnen auch gleichen Lohn geben wie jenen, die sich Mir im heiligen Ordensstand weihen, wenn sie ein tugendhaftes, sittenreines Leben führen. Dies sage jenen Jungfrauen.“

Jesus am 18. Oktober 1909: „Jede Seele, die Mich sucht, ist Mein Liebling! Sage N. (die zögerte, ein gutes Werk auszuführen): Bin Ich nicht der beste Bezahler? Sie soll ihr Geld nur behalten, es wird bald die Zeit kommen, wo sie es anderen abtreten muß. Habt ihr Menschen so wenig Ehrfurcht vor Meiner göttlichen Majestät, daß ihr es wagt, bei jeder Kleinigkeit Meine göttliche Allwissenheit in Anspruch nehmen zu wollen? Jetzt will ich einmal sehen, ob ihr selbstlos seid.“

Jesus am 19. Oktober 1909: „Wer für Mich sorgt, für den werde auch Ich sorgen, und wenn Ich es fügen werde, daß ein solcher zu leiden hätte, dann täte Ich es nur zu eurem Besten, zur Vermehrung der himmlischen Glorie. Was braucht eine Seele sich zu ängstigen, die Mir ihr Vermögen schenkt? Bin Ich nicht der beste Bezahler? Sollte es vorkommen, daß Leiden und Prüfungen kommen, dann habe Ich Meine weise Absicht dabei, weil Ich sie in der Ewigkeit noch mehr verherrlichen will. Wie hätten denn die Heiligen sich so hoch hinaufgeschwungen, wenn sie so hin und her überlegt hätten?“

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961 Am 20. Oktober 1909

„Siehe, welchen Schaden sich diejenigen zufügen, die sich im geistlichen Leben keine Mühe geben, entschlossen und großmütig alles zu erfassen, was ihnen Gelegenheit zur Selbstverleugnung bietet.“

Jesus: „Aus Liebe zu Gott sich gehorsam dem Willen seiner Obern unterwerfen, ist besser, als seiner Unentschlossenheit nachgeben und sich den Schwierigkeiten entziehen wollen. Was hat denn ein heiliger Vinzenz von Paul getan, der sich an Galeerenketten hat anschmieden lassen und lange Zeit unter diesen armen Verbrechern zugebracht hat?

Siehe, welchen Schaden sich diejenigen zufügen, die sich im geistlichen Leben keine Mühe geben, entschlossen und großmütig alles zu erfassen, was ihnen Gelegenheit zur Selbstverleugnung bietet. Ein solcher Mensch bleibt immer in seiner Kleinheit und kommt nie heraus. Ich lobe Mir darum Pater Felix, der entschieden und großmütig sich Mir in die Arme wirft. Darum soll Mein Segen ihn begleiten. Aber auch du sollst dich freuen, daß du eingewilligt hast und all die Demütigungen, ohne mutlos zu werden, über dich ergehen ließest. Den Lohn dafür gab Ich dir schon in diesem Leben in den wackeren Seelenführern Pater Ludwig und Pater Felix.

Pater Ludwig ist eingegangen in die ewige Herrlichkeit. Pater Felix aber soll und wird Mich noch verherrlichen hier auf Erden. Diese Gnade hat N. sich verscherzt, und er und der ganze Orden muß den Segen entbehren, den Ich über jene ausgieße, die, wie dein Schwesterlein in Augsburg dir sagte, entschlossen zugreifen und sich vor keiner Mühe und keiner Verdemütigung fürchten.“

Barbara: Weil der heilige Wendelin als Patron der Landleute verehrt wird, machte ich gestern für meinen bedrängten Neffen, da meine zwei Mitschwestern krank waren, ganz allein eine Wallfahrt zu einer eineinhalb Stunden von Mainz entfernt im Wald gelegenen Kapelle. Vor der Stadt rief ich die lieben Heiligen an: Wendelinus, Antonius, den heiligen Erzengel Michael, meinen heiligen Schutzengel und vor allem die liebe Mutter Gottes, daß sie mich begleiten und eine glühende Andacht erflehen möchten. Als ich nun im Wald vor einer Muttergottesstatue mein Anliegen vortrug und die zwei bedrängten Familien in ihr Mutterherz einschloß, brach ich in Tränen aus.

„O Mutter, nimm mir diese Last ab; siehe, es geht nicht mehr! Das große Werk, den Kirchenbau, hat Dein lieber Sohn mir aufgetragen. Wenn ich glaube, daß Er es ist, Der in mir wirkt, dann muß ich auch tun, was Er mir befiehlt, und nun versetzt Er meinen Freund dorthin, wo wieder neue und große Opfer und Geldspenden aufzubringen sind. O Mutter, flöße allen Mitgliedern des Liebesbundes ein, daß sie gern ein Opfer bringen für Dich und Deinen Sohn.“

Als ich so mit Vertrauen mein Herz zu Ihr erhob, sah ich Ihren Blick auf mir ruhen. Liebevoll neigte Sie Sich herab und sagte einige kurze, aber sehr tröstende Worte für Pater Felix und für uns alle, die sich Mühe geben, nicht nur Liebesbundmitglieder zu sein, sondern es auch durch die Tat beweisen.

Maria: „Meine Tochter, beunruhige dich nicht. Was Mein Sohn von dir verlangt, hast du auch Beweise genug, daß Er Mittel und Wege schafft, daß es durchgeführt wird. Durch den Kirchenbau in deiner Heimat will Er Sich ein Denkmal setzen zur Erinnerung an all das, was Er durch dich der bedrängten Menschheit übermitteln wollte. Es soll ein lebendiges Zeichen sein, daß Er Seine Freude habe an einer Seele, die nach Ihm verlangt. Mußtest du doch jahrelang leiden, daß die öftere, heilige Kommunion durchgeführt werden konnte, denn es gab Widersprüche. Darum soll das Geld, das von den Wohltätern zur Erbauung der Antoniuskirche gespendet wird, auch dorthin geschickt werden, weil Mein Sohn Sich dort verherrlichen will.

Meinem Sohn Pater Felix aber sage, daß Ich ihm jetzt als seiner königlichen Braut noch viel näher stehe. Er sei in diese Einsamkeit versetzt, wo die Gnadenkirche mir als Himmelskönigin geweiht sei, weil da sein Herz ungestörter mit Mir sich unterhalten und er sich oft Meiner Gegenwart erfreuen könne. Und ich verspreche ihm, daß seine Wirksamkeit so gesegnet werde, daß der Wallfahrtsort wieder aufblühe, so daß durch die Opfergaben der frommen Pilger er allen zeitlichen Sorgen enthoben werde. Für jetzt aber, um die nötigen Bauunkosten zu decken, würden alle Liebesbundmitglieder sich eine Ehre daraus machen, es tun zu können, denn die Welt soll einsehen, daß die Statuten des Liebesbundes von den Mitgliedern auch gehalten werden. Sage Pater Felix, ein herrlicher Lohn erwarte ihn.“

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962 Am 24. Oktober 1909

Barbara war an das Sterbebett eines Liebesbundmitgliedes gerufen worden, die fünf Jahre bettlägerig war. Nach ihrem Tode sagte der Herr:

Jesus: „Sie ist bereits eingegangen in Meine Herrlichkeit. Durch ihr langes Kranksein hat sie ihre Sünden abgebüßt und läßt dir danken für die Freude, die du ihr im letzten Augenblick noch bereitet hast. Es ist ihr sehr zugute gekommen, eine so gläubige Seele gewesen zu sein. Darum soll es dich nicht verdrießen, wenn du zu einem Sterbenden gerufen wirst, weil, wer fest glaubt an das, was Ich in dir gewirkt, mit einer solchen Zuversicht erfüllt ist, daß er nicht verlorengehen kann. Das ist im letzten Augenblick so wichtig.“

Barbara: „O Herr, Du bürdest mir immer mehr auf; ich kann das nicht leisten.“

Jesus: „Ich spreche dich nicht los, Ich nehme Mein Wort nicht zurück. Du sollst wie Pater Felix allen alles werden.“

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963 Am 28. und 31. Oktober 1909

„Die äußere Ordnung aber muß von innen kommen, deshalb müssen sie die Herzen regieren. Keine äußere Ordnung ist möglich, ohne daß die innere erhalten wird, denn sie muß die äußere Ordnung vorbereiten.“

Jesus: „Sage Pater Felix, daß er dafür sorgt, daß es an die Kirchenfürsten kommt, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo sie hintreten müssen vor die Großen der Erde und müssen ihnen Meine Strafgerichte vorhalten, und daß mit dem Sturz der Altäre auch der Sturz der Throne folgt. Sie sollen sich so entschieden wehren gegen das Vorgehen des weltlichen Staates, daß sie bereit sind, Blut und Leben einzusetzen für die Rechte der Kirche; denn sie sind ebenso gut gesetzt von Gott, die Menschheit mit zu regieren wie die Staatsmänner, welche für die äußere Ordnung zu sorgen haben. Die äußere Ordnung aber muß von innen kommen, deshalb müssen sie die Herzen regieren. Keine äußere Ordnung ist möglich, ohne daß die innere erhalten wird, denn sie muß die äußere Ordnung vorbereiten.

Deshalb müssen sie ihr Recht behaupten und einstehen für die Rechte und das Vermögen der Kirche; denn es handelt sich um das Eigentum der ganzen katholischen Kirche. Sie müssen protestieren beim höchsten Gericht, beim Kaiser, daß er dafür sorge, daß sie zu ihrem Recht gelangen, denn sie haben dieselben Rechte wie alle Untertanen als Vertreter der Katholiken und als Vertreter der inneren Staatsordnung in den Herzen der Menschen. So gut wie die Regierung im Äußeren sein muß, so gut muß die Regierung auch im Innern sein. Wenn das nicht befolgt wird und der Kaiser nicht Hand in Hand geht mit ihnen und der Presse Einhalt gebietet, die das ganze Volk aufhetzt, um die Revolution einzuführen, so wird man ein Geschlecht erleben wie im Heidentum, wo nichts mehr gilt, kein Gesetz und kein Gebot. Nur auf diesem Wege kann dem Übel noch vorgebeugt werden und ist noch etwas zu erzielen. Deshalb habe Ich aufgefordert zum Gebet und Zusammenschluß aller noch guten und getreuen Kinder der katholischen Kirche und feurige Priester verlangt. Das ist der ganze Zweck des Liebesbundes und der Grund, warum Ich so lange gesprochen habe. Die Katholiken sollen mit offener Stirn ihren Glauben bekennen durch Wallfahrten und Bittgänge und jetzt um so mehr, trotz der Kämpfe, die unvermeidlich sind.

Ich kann nicht anders, Ich muß die Menschheit Meine Zuchtrute fühlen lassen. Je mehr aber die guten, gläubigen Christen sich vereinigen im Gebet und ersetzen, was die anderen verabsäumen, desto besser geht die Prüfungszeit vorüber, wie Ich immer gesagt habe. Ein jeder Kirchenfürst, der an der Spitze steht, der die Regierung einer Diözese zu vertreten hat, und ein jeder Priester, der einer Gemeinde vorzustehen hat, ist gleich dem Landesfürsten und muß sich sagen und auch den weltlichen Behörden gegenüber darauf bestehen:

‚Ich stehe im gleichen Rang mit dir. Du bist vom Volk erwählt, um die Rechte des Volkes zu wahren und zu schützen und von Gott dazu eingesetzt, ich aber bin von Gott und Seinem Stellvertreter, dem Papst in Rom, gewählt, um die Seelen zu beschützen und so das Amt vorzubereiten, das die weltlichen Oberhäupter bekleiden, denn ohne die innere Ordnung der Menschen ist die äußere Ordnung nicht denkbar.‘

Darum müssen Meine Diener protestieren gegen das Verfahren, welches die Regierung der Presse erlaubt gegenüber der katholischen Kirche, und in sich gewillt sein, Blut und Leben einzusetzen, um die Rechte der Kirche zu wahren und zu beschützen. So muß auch jeder Kaplan, der eine Gemeinde zu bewahren hat, gewillt sein, Blut und Leben zu verlieren. Alle müssen mit solcher Entschiedenheit dastehen, daß die Feinde sprachlos sind, und Volk und Priester müssen zusammenstehen und ihre Wege weitergehen, indem sie öffentlich ihren Glauben bekennen und öffentliche Kundgebungen des Glaubens veranstalten. So müssen sie sich durcharbeiten.“

Als wir am Vorabend vor Allerheiligen (31. Oktober 1909) uns auf den Befehl des Herrn im Gebete versammelt hatten, um drei Rosenkränze zu beten, sah Barbara den lieben Heiland in einer Nische von Heiligen. Kopf an Kopf bildeten sie um Ihn eine Nische, dicht gedrängt, und über Seinem Haupt schaute auch Pater Ludwig hervor.

Jesus: „Ich habe große Freude an dem vereinigten Gebet von treuen Seelen. Nur das Gebet der treuen Seelen kann noch viel abhalten von dem Kampf.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

964 Allerseelentag am 2. November 1909

„Diese müssen, weil sie die ganze Lebenszeit Mich verachtet und von sich gestoßen, nun – so verlangt es Meine Gerechtigkeit – in dieser verzweifelten Verlassenheit ihre Frevel abbüßen bis zum Jüngsten Tag.“

Barbara: Als ich mich heute nach der heiligen Kommunion beklagte über die Kälte und Gleichgültigkeit, womit ich alle meine frommen Übungen verrichte, zeigte mir der Herr ein großes, weites Flammenmeer und Tausende und Abertausende in diesen Flammen, die bittend die Hände um Erbarmen flehend emporstreckten. Voll Mitleid seufzte ich auf und sagte: O ihr lieben Armen Seelen, wie gerne möchte ich euch allen helfen und auch alle in den Himmel einziehen sehen, wenn es möglich wäre. Da hörte ich eine Stimme, die sprach:

Jesus: „Wo bliebe da Meine Gerechtigkeit?“

Barbara: Ich sagte, mich an den in mir gegenwärtigen Herrn wendend:

„Ja, ich weiß wohl, daß Deine Gerechtigkeit diese nicht gleichmäßig behandeln kann. Aber laß doch um all des Guten willen, das heute auf der weiten Welt für die Ärmsten Deiner Kinder dargebracht wird, allen einen Trost zukommen, und gib mir doch, ich bitte Dich darum, mehr Eifer, damit ich viel für sie tun kann in diesen Tagen.“

Und dabei rief ich alle Heiligen um ihre Fürbitte an um die Gnade eines tieflebendigen Glaubens und großen Eifer, der alle Mühen leicht macht und alle Schwierigkeiten überwinden helfe. Dies müssen die lieben Heiligen getan haben, denn der Herr, den ich mir gegenwärtig schaute, sagte zu mir:

Jesus: „Meine Tochter! Komm, Ich will dir die Leiden der Armen Seelen zeigen, um deinen Eifer anzuspornen. Du sollst sehen und erkennen, welche Sühne die Gerechtigkeit Gottes verlangt.“

Barbara: Meine Seele folgte dem Herrn. Ich schaute einen kesselartigen Winkel, in welchem dichtgedrängt eine Menge Menschen eingezwängt war. Sie rangen mit Verzweiflung, um sich herauszuringen, aber rings um sie her waren furchtbare Abgründe, in die sie stürzen mußten, wenn sie jenem schauerlichen Ort entkommen wollten. Niemand kümmerte sich um sie, und kein Licht und kein Trost schien die Qualen dieser Seelen zu erleichtern. Darum bat ich den Herrn mir doch zu sagen, ob dieser Ort die Hölle sei.

Jesus: „Es ist nicht die Hölle, wo die Verdammten wohnen. Es ist der Ort, wo diejenigen ihre Strafen abbüßen, die auf Erden Mich nicht als ihren Gott anerkannt, ja, die Mich gehaßt und von sich gestoßen, dann aber um des fürbittenden Gebetes anderer willen im letzten Augenblick gerettet wurden. Diese müssen, weil sie die ganze Lebenszeit Mich verachtet und von sich gestoßen, nun – so verlangt es Meine Gerechtigkeit – in dieser verzweifelten Verlassenheit ihre Frevel abbüßen bis zum Jüngsten Tag.“

Barbara: Ferner zeigte mir der Herr, wie jede von den sieben Hauptsünden einer eigenen Strafe unterworfen ist:

  • Der Zornwütige, wie er gepeinigt wird, indem er die beständigen Wutausbrüche der Teufel mit ansehen und die Angst aushalten muß, daß sie ihre Wut an ihm auslassen werden;

  • Der Geizige, wie sie harte Steine zernagten, um ihren Hunger zu stillen, weil sie auf Erden so hartherzig gegen bedürftige Mitmenschen waren;

  • Neidische sah ich ganz in der Nähe von Teufeln, die beständig nach den armen Opfern herüberschielten, und diese Armen Seelen müssen beständig diese neidischen Blicke auf sich gerichtet sehen.

  • Am schrecklichsten aber leiden die Unreinen. Die sah ich am meisten gepeinigt, weil ihre Blöße allen anderen Armen Seelen sichtbar ist und alle erkennen, daß die Seele ein unkeusches Leben geführt hat. Keines ihrer Glieder ist mehr am anderen, alle sind getrennt und der Leib hat einen besonderen Schandfleck, der allen übrigen sichtbar ist.

  • Die Habsüchtigen sah ich, wie die Teufel beständig begierig die Arme ausstreckten, um diese Ärmsten mit der Angst zu quälen, als würden sie derselben noch habhaft werden und an sich reißen. Ihr Begehrungsvermögen leidet eine besondere Pein.

Die übrigen weiß ich nicht mehr, aber als ich zurückkam, machte ich den Vorsatz, in Zukunft mir alle Mühe zu geben und oft, ja alle Tage, an diesen Allerseelentag mich zu erinnern, damit die Leiden dieser Welt keinen Eindruck mehr auf mein Gemüt machen, und diesen ganzen Monat recht viel für die Armen Seelen zu beten und alles für sie aufzuopfern.

Jesus: „Sage N., sie möge Mir Dank sagen, daß ihre Verwandten sich ihrer schämen wollen. Sie soll wissen, daß einmal die Zeit kommt, wo alle zusammen sehr froh wären, in ihrer Nähe weilen zu dürfen, aber nur mit Beschämung werden sie zu ihr hinsehen dürfen. Wer sich Meiner treuen Kinder auf Erden schämen will, den werde Ich dereinst beschämen durch die ganze lange Ewigkeit hindurch!“

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965 Patrozinium St. Quintin am 10. November 1909

„Die Welt soll an dem Gotteshaus erkennen, daß eine Jungfrau für das sorgt, was des Herrn ist.“

Barbara: Nach dem feierlichen Hochamt wurde das Te Deum gesungen. Während dieser Zeit hörte ich die Stimme des Herrn, die zu mir sprach:

Jesus: „Von Meinen Auserwählten verlange Ich eine besondere Liebe und Treue, mehr als von gewöhnlichen Christen. In dieser Liebe und Treue zeichneten sich die heiligen Märtyrer aus, indem sie Blut und Leben hingaben zu Meiner Ehre und Verherrlichung, und indem sie so Zeugnis für ihren Glauben ablegten, gaben sie ihren Mitmenschen das herrlichste und nachahmungswürdigste Beispiel. Jetzt, wo Meine Kirche in der ganzen Welt ausgebreitet ist, verlange Ich von Meinen Auserwählten andere Opfer. Und da alle Liebesbundmitglieder zu Meinen Auserwählten gehören sollen, verlange Ich auch besondere Treue und besondere Opfer von denselben.

Das Werk, das du aber liest von der französischen Jungfrau P. Jaricot, belehrt dich, daß es dasselbe ist, was Ich von den Liebesbundmitglieder verlange: ein reges, treues Christenleben, ein eifriges Bemühen, Mir Freude zu machen und Seelen zu retten für den Himmel. Dazu verwandte sie ihr ganzes Leben und alle ihre zeitlichen Güter. Dazu gab Ich auch dir den Auftrag, Mir eine Kirche zu bauen in deiner Heimat, weil Ich Mich durch dieses Werk verherrlichen will.

Ich habe dir gesagt, daß der jungfräuliche Stand wieder mehr gehoben und gepflegt werde in Meiner Kirche. Nun will Ich der Welt auch zeigen, wie zeitgemäß dieses Mein Verlangen ist. Eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist. Deshalb wird das Gotteshaus, das Ich zu bauen verlange, vom Geld jungfräulicher Seelen sein, an dem sich obiger Ausspruch bewähren soll. Die Welt soll auch wissen, daß Ich ein großes Wohlgefallen habe an diesem Gotteshaus, das nur durch die Opferwilligkeit Meiner treuesten Kinder errichtet wird. Das Geld, welches arme Dienstmädchen mit so großer Freude hingeben zu Meiner Ehre, und welches die Mühen und Ersparnisse ihres ganzen Lebens sind, freut Mich am meisten. Überaus groß wird ihr Lohn sein. Die Welt soll an dem Gotteshaus erkennen, daß eine Jungfrau für das sorgt, was des Herrn ist.“

Barbara: Als ich aus der Kirche zurückkam, begegnete mir Luise und sagte:

Luise: „Was meinst du, gestern abend brachte N.N., ein Dienstmädchen, eine Summe Geld für die Kirche.“

Barbara: Da erkannte ich, warum der Herr Sich so lieb geäußert hatte eine Stunde vorher. Es war Seine Danksagung.

Inhaltsverzeichnis Band 7

966 Am 16. bis 18. November 1909

„Wenn es manche gibt, die so glorreich schon in der Welt verherrlicht werden, dann ist es ganz sicher, daß ihnen dies in der Ewigkeit abgeht.“

Jesus am 16. November 1909: „Sage Luise, daß sie sich nicht beunruhige über das Gerede der Menschen. Ihr wollt doch Meine Jüngerinnen sein, darum müßt ihr auch Verachtung leiden. Das ist der größte Beweis Meiner Liebe, daß Ich euch erwählt habe, diese Verdemütigungen zu erleiden, weil ihr dies alles doch um Meinetwillen leidet, so wie Ich gelitten habe, um die Ehre Meines himmlischen Vaters herzustellen und die Menschen glücklich zu machen. Das ist das Kennzeichen aller Diener Gottes, in der Verachtung zu leben und zu sterben wie Ich. Wenn es manche gibt, die so glorreich schon in der Welt verherrlicht werden, dann ist es ganz sicher, daß ihnen dies in der Ewigkeit abgeht.“

Barbara am 18. November 1909: Der Herr ließ mich Seine Nähe kosten. Alle Leiden im Körper waren verschwunden. Ich war so glücklich, daß ich nichts hörte und sah. Ich konnte mich nicht rühren und bewegen. Ich war in Ihm in einem Strahlenglanz eingehüllt. Ich sagte zum Herrn:

„Wie Dein Leib mich jetzt inne hat, so müssen die Verdammten in der Hölle vom Feuerleib umschlungen sein. Ach, laß doch keines von den Liebesbundmitgliedern zugrunde gehen.“

Der Herr zeigte mir mich selbst zuerst, ganz weiß innerlich und äußerlich. Auch meine zwei Mitschwestern standen vor mir, gerade so wie ich gereinigt und ganz weiß. Wir standen wie auf einem Dreieck. Als ich so für die Rettung der Seelen flehte, sagte der Herr:

Jesus: „Ja, das könnt ihr, die Welt mit eurer Liebe umspannen, wenn ihr das Gebetchen recht oft wiederholt: ‚O Herz Jesu, gib uns Seelen‘, und die anderen Ausrufungen, wie ihr sie auf euren Wallfahrten macht. Da ist die ganze Welt miteinbegriffen. Es tut Mir so wohl, wenn ihr so betet.

Sage allen Liebesbundmitgliedern, sie sollten sich recht aufraffen und ihre hohe Aufgabe recht erfassen, damit Ich auf diese Seelen, die mitten in der Welt stehen und vom Feuer der Leidenschaft und dem Unglauben so umgeben sind, denn gleichsam unter Wölfen müssen sie leben, wie die Welt jetzt ist, mit Wohlgefallen herabschauen kann und Meinen himmlischen Vater damit besänftigen kann, indem Ich Ihn hinweise auf die einzelnen Seelen, die, in der Welt lebend, sich so Mühe antun müssen, um den Glauben in sich lebendig zu bewahren und zu erhalten. Ich hätte längst schon zugeschlagen, denn der Himmel kann nicht mehr zusehen. Aber das hält Mich immer wieder zurück. Zwar kann Ich mit all der Liebe und Güte, wie ihr es meint, den strafenden Arm nicht ganz zurückhalten, aber doch könnt ihr erreichen, daß die Strafgerichte beschleunigt werden, und daß noch viele gerettet werden. All ihr treuen Seelen des Liebesbundes, laßt nur nichts in euch aufkommen, daß etwas anderes ist als Ich, und daß Ich euch zusammengeführt und berufen habe, daß eines das andere in der Liebe zu Gott unterstützen muß.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

967 Am 19. November 1909

„Siehe diese treuen Seelen, die Mir noch kindlich treu dienen in der Einfalt ihres Herzens. Das sind diejenigen, um derentwillen Ich die Welt verschone.“

Barbara: Beim Schluß der siebenhundertjährigen Gedächtnisfeier des heiligen Franziskus, die am 19. November endete, wurde mein Geist während der Andacht eingeführt in die Reihen der Seligen. Ich schaute einen Lichtglanz, wie er nur von den himmlischen Gefilden ausströmen kann, der nur ein Ausstrahl der himmlischen Glorie sein muß. In diesem Licht wurde mein Geist mit fortgezogen, und es war so ein himmlisches Schauen, daß mir die Sinne schwanden. Die Wonne zu beschreiben ist unmöglich. Nur derjenige kann es verstehen, der es erfährt.

In dieser himmlischen Beschauung sah ich eine unabsehbare Menge unaussprechlich glücklicher Menschen. An der Spitze war der heilige Franziskus mit dem Kreuz in der Hand, als ob er seine Freude über den Triumph seines Werkes bekunden und alle auffordern wollte, sich mit ihm zu erfreuen. Dies war eine so große Menge, daß man hätte meinen können, es wäre die ganze lebende Menschheit beisammen. Es waren alle Heiligen aller drei Orden der siebenhundert vergangenen Jahre beisammen. Das glückliche Schauen dauerte an, bis zum Schluß der Segen gegeben wurde.

Als das Te Deum gesungen wurde, war es, als wenn alles sich um einen Kreis gruppierte, in dessen Mitte Franziskus stand, und ich sah, wie alle ihm ihren Dank aussprachen und ihn beglückwünschten wegen des Werkes, das er gegründet und worin sie ihre Glückseligkeit gefunden. In den Reihen sah ich auch Pater Ludwig. Währenddessen hörte ich die Stimme des Herrn, die zu mir sprach:

Jesus: „So wie diese alle jetzt Meinem Diener Franziskus danken, so werden einmal alle Mitglieder des Liebesbundes, wenn ihr eingegangen seid in Meine Herrlichkeit, auch dir und deinen zwei Freundinnen danken, daß ihr euch nicht zurückschrecken ließet bei all den vielen Verdemütigungen und Verleumdungen, die euch zuteil wurden. Sie werden alle euch umstellen, euch beglückwünschen und ihr werdet euch zusammen freuen.“

Pater Ludwig trat hervor und sagte:

P. Ludwig (†): „Sage deinem Seelenführer, daß er mit dem Kreuz in der Hand sich rechts und links durchschlagen soll durch die Feinde. Er solle seinen Gegnern entgegenhalten: „Pater Ludwig mußte sterben, weil er der Hintergrund sein sollte, ich aber will der Vordergrund sein und deswegen schießet alle Pfeile auf mich ab, was ihr noch einzuwenden habt.“

Barbara: Als ich nach Hause kam und zum Abendessen bereit saß, sah ich ein helles Licht, und eine solche Süßigkeit und Lieblichkeit erfaßte mich, daß ich nichts mehr fühlte. Ich sah die heilige Elisabeth, und wie die heilige Barbara, Katharina und andere einen Kreis um sie bildeten, und ich sah, wie die heilige Elisabeth ihren Festtag gefeiert hat. Während der Andacht sagte der Herr:

Jesus: „Siehe diese treuen Seelen, die Mir noch kindlich treu dienen in der Einfalt ihres Herzens. Das sind diejenigen, um derentwillen Ich die Welt verschone.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

968 Am 24. November 1909

„Das sei das sicherste Kennzeichen, daß der Liebesbund das Werk Gottes ist, weil er seinen Weg über Kalvaria nehmen müsse.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion würdigte Sich der Herr, mir die Antwort auf einen Brief zu geben, von dem ich erst um neun Uhr mit der Post Kenntnis erhielt.

Luise am Vorabend: „Vergiß nicht, den Herrn morgen früh um ein tröstendes Wörtlein anzubetteln für unsere vielen Freundinnen, die Donnerstag Namenstag feiern.“

Barbara unwillig: „Nein, mute mir nicht zu, den Herrn Himmels und der Erde wegen jeder Kleinigkeit zu fragen, oder glaubst du, ich könne etwas erdichten?“

Heute früh sagte ich zum Herrn, anknüpfend an die Rede von gestern abend:

Barbara: „O Herr, ich glaube, daß Du jetzt bei mir bist, aber wie töricht, wenn ich glauben wollte, Deine Majestät um ein Trostwörtlein für alle Kätchen zu bitten, die Namenstag feiern. Ich denke, wir alle müssen uns bewähren im Kampf, und das wollen wir auch. Gib uns dazu nur Deine Gnade und Kraft und Stärke, damit wir ausharren bis ans Ende.“

Damit wollte ich schließen und aufschauen, wie weit der Priester mit der heiligen Messe sei. Da fühlte ich aber, wie der Herr Sich zu meiner Seele hinneigte und zog mich sanft in Sich hinein und fing ein liebliches Zwiegespräch mit mir an.

Jesus: „Meine Tochter, du getraust dich nicht zu bitten um ein liebes Wörtlein für Meine liebsten Kinder? O ja, so bitte nur!“

Barbara zutraulich: „O Herr, ich habe schon so viel geweint und Dich bestürmt um Arbeit für den Familienvater N., und Du erhörst weder mein Flehen noch das Bitten jener Familie. Sie muß ja zugrunde gehen.“

Jesus: „Nur Geduld, zur rechten Zeit kommt die Hilfe von selbst.“

Barbara: „O Herr, die frommen Seelen in Holland und all die lieben Seelen, die Namenstag feiern, gib ihnen doch ein gar liebes Wörtchen.“

Jesus: „Sage nur allen, daß sie feststehen. Leiden ist das Kennzeichen Meiner Auserwählten, und wenn ein anderer Weg zu finden sei, der sicher in den Himmel zur ewigen Belohnung führte, dann wäre Ich Selbst ihn gegangen und Meine heiligen Eltern mit Mir. Weil aber der Mensch dies nicht begreifen will, wird er mutlos und braucht andere, die ihn aufrichten und unterstützen. Dazu soll nun der Liebesbund dienen, damit Meine treuesten Kinder sich gegenseitig ermuntern und aufrichten. Alle, die dagegen arbeiten, vernichten Meine Pläne. Denn alle, die Ich euch zuführe und mit Glauben und Vertrauen annehmen, was Ich mit dir rede, sind in dem Streben nach Vollkommenheit auf derselben Stufe wie die, mit denen Ich Mich würdige zu reden.

Ich will den Liebesbund gründen, um die guten, treuen Kinder zu sammeln zu gemeinsamem Streben. Denn wer festhält daran, bleibt verschont vor Verirrungen. Sein Glaube bleibt immer in Jugendfrische, und wenn alles sich zersplittert, werden sie feststehen. Darum sage Pater Felix, er möge handeln nach der Weise von Caspar Bufalo (selig), ruhig Meine Ehre befördern und das Heil der Seelen, sich nicht kümmern um die Kritik derjenigen, die sich mehr nach dem modernen Zeitgeist richten wollen. Bufalo habe so segensreich gewirkt, weil er nur auf Mein Wohlgefallen schaute, nicht auf das Urteil seiner Gegner. Vielen war sein Eifer nur ein Stachel zu Eifersucht, und man verklagte ihn bei drei Päpsten, unter deren Regierung Mein Diener gelebt. Seine Gegner sind verschwunden, obgleich er vor Kummer und Gram frühzeitig sein Leben verzehrte. Der Name jener wird kaum noch genannt, aber dieser Mein Diener wird durch die ganze Ewigkeit glänzen im Glorienschein seiner Heiligkeit. Ihn soll Pater Felix nachahmen und sich freuen, daß er um Meines Namens willen Schmach und Verachtung erdulden darf.

Den Seelen aber, die sich unter seine Leitung gestellt (und das sind alle Mitglieder des Liebesbundes), sage nur, daß sie ruhig all das Toben und Schreien derer, die entweder wie die Juden glaubten, Gott einen Gefallen zu erweisen, wenn sie Mich mundtot machen, oder aus Bosheit so auch hier den Liebesbund vernichten wollen, über sich ergehen lassen und treu die Gebote Gottes und der Kirche erfüllen.

Denn das ist ja der Vorrang und Vorzug des Liebesbundes, daß sie leiden sollen. Meine Kirche steht zwar herrlich in der Welt, in ihrem inneren Heiligtum rein und unversehrt, aber das Mauerwerk, das heißt, die Bausteine sind zerbröckelt, so daß überall Sturm und Regengüsse eindringen und die innere Schönheit zu vernichten drohen. Da braucht Meine Kirche in dieser letzten Zeit Männer wie einen Bufalo, die mit Mut und Entschlossenheit vorgehen, diese Mauern aufzurichten. Sie braucht aber auch viele, die dazu das Material liefern, solche, die den Mörtel treten.

Darum sage N. und Meinem Röhrlein und allen, die morgen mit ihr Namenstag feiern, die größte Freude, die sie mir machen können, sei die, daß sie ihre heiligen Patrone recht nachahmen in ihrem Mut und sich bereiterklären, auszuharren auf dem begonnenen Weg. Das sei das sicherste Kennzeichen, daß der Liebesbund das Werk Gottes ist, weil er seinen Weg über Kalvaria nehmen müsse. Dies sei Mein Gruß an sie. Pater Felix aber soll mutig Mein Werk verteidigen trotz aller Widersprüche.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

969 Am 25. November 1909

„In den Schriften Barbaras findet sich nichts, was neue Offenbarung sein könnte, da man solches auch in den Büchern der Heiligen lesen kann.“

Jesus: „Dein Seelenführer soll seinem Freund noch folgendes zu wissen tun: Ich danke Gott und Ihnen für Ihre Antwort und Zurechtweisung, denn sie befestigt mich noch stärker und bestätigt den Ausspruch der Heiligen Schrift: ‚Der Herr hat das Schwache erwählt, um das Starke zu beschämen.‘ Sie schreiben: ‚In den Schriften Barbaras findet sich nichts, was neue Offenbarung sein könnte, da man solches auch in den Büchern der Heiligen lesen kann.‘ Also, sie finden nichts gegen die Lehre der heiligen katholischen Kirche.

Ferner, daß Sie schreiben, daß das Ganze nur zusammengetragen sei aus Büchern und Predigten, ist für mich ein weiterer Beweis dafür, daß Gott es ist, der durch Barbara spricht. Nehmen Sie an, wie lange wir Gottesgelehrte studiert haben, bis wir eine Predigt vortragen konnten. Nehme ich nun an, es wäre der Geist Barbaras, wenn sie von der Arbeit weggerufen, nach vorausgegangenen furchtbaren Leiden, von dem einer ihrer Ärzte sagte, daß ein Mensch so etwas nicht lange aushält, nach diesen Krisen stundenlange Reden hält, wie Sie ja auch annehmen, dann wäre es ein großer Geist. Dann schlagen wir uns wieder selbst ins Angesicht, denn wir lehren: Niemand kann sagen ‚Herr Jesus‘, außer im Heiligen Geiste.

Ist es aber nicht zu leugnen, daß in den zweitausend Jahren, wo die katholische Kirche gegründet worden, es noch nie so viele Priester gab, die zur Schmach und Schande unserer heiligen Kirche nicht nur ihren Priesterstand, sondern sogar ihren heiligen Glauben verließen, dann wundere ich mich nicht, wenn der Priester von Christus, seinem Herrn und Gott, dessen Stelle jeder Priester vertreten soll, nicht nur Beweise seiner Liebe und Lob empfängt, sondern wo es nötig ist, auch getadelt werden muß. Der große Abfall der Priester in unseren Tagen ist der beste Beweis dafür. Soll die Mauer der Kirche, welches ist die Männerwelt, wieder neu aufgebaut werden, dann muß jeder Eckstein, das heißt, der Priester vor allem, ein Mann des tieflebendigen Glaubens sein, dem die moderne Zeitrichtung ferne liegt.

Jenem Hochgelehrten aber, den sein Freund um sein Gutachten gefragt, möge er sagen: Es sei leichter, das Messer der Kritik zu handhaben, als diese geduldig über sich ergehen zu lassen. Dies habe er, als er im Priesterseminar in Mainz sich aufgehalten habe, an Professor Schieler gesehen, der lieber seinem Beruf und seinem heiligen Glauben den Rücken kehrte, als die Kritik seiner Umgebung länger zu ertragen. Er möge Nachschau halten, ob er nicht etwas gutzumachen habe.“

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970 Sonntag am 28. November 1909

„So soll Meine Stimme, die Ich durch dich rede, nicht nur von einem Teil der Menschen, sondern von allen gehört werden. Also gilt sie auch den Priestern.“

Barbara: Weil einer unserer Priesterfreunde durch einen Kritiker sehr angefeindet wurde, beklagte ich mich bei dem Herrn. Ich machte mir Luft in einem Strom von Tränen beim Gedanken, daß es einem anderen gerade so ergehen könne wie Pater Ludwig. Ich wollte nicht getröstet sein, im Gegenteil, wie ein trotziges, eigensinniges Kind beklagte ich mich über mein Schicksal und sagte mir: Es geschieht dir recht. Hättest du getan, wie N. immer sagte: ‚Geh den Kuhweg!‘

Wie glücklich sind doch die Leute, die so ruhig und unbehelligt und ohne Widerspruch durch das Leben gehen. Warum habe ich geglaubt und mich solchen Widersprüchen ausgesetzt? Da fühlte ich, wie eine unsichtbare Gewalt mich an Sich zog. Mit den Augen des Geistes sah ich den Herrn vor mir. Er zog mich an Sich und sagte:

Jesus: „Nur noch ein paar Jährchen, dann ist es vorüber.“

Barbara: Dann zeigte Er seitwärts, und ich erblickte eine wunderschöne, mit allerlei Verzierungen geschmückte Krone; dann rückwärts hinter Ihm, einen unaussprechlich, jeder Beschreibung spottend, schönen Ort, und die Worte hörte ich:

Jesus: „Siehe, diese Krone und dieser Ort sind für dich und alle bestimmt, die mit dir um Meinetwillen leiden.“

Barbara: Und Er entschwand. Dies war in der Christus-Kirche, und als ich zum natürlichen Zustand zurückkam und die Kirche ganz leer war, eilte ich, um den Küster nicht am Türschließen zu hindern, in den Dom. Da erst konnte ich nachdenken über das soeben Vorgefallene. Aber derselbe Schmerz wie in der Christus-Kirche überwältigte mein Gemüt, denn ich sagte mir: Welch ein Trost liegt in dem Geschauten. Aber wozu? Wo kann die bedrängte Seele sich noch aufrichten, da die Priester alles für Einbildung, Selbsttäuschung, teuflische Einflüsse hinstellen. Ich kämpfte lange, bis meine Glaubenstreue die Oberhand gewann. Diese und ähnliche Gedanken teilte ich einem Priesterfreund mit. Nach Beendigung des Briefes wollte ich ihn erst gar nicht abschicken, denn ich sagte mir: Da findet die Kritik wieder neue Nahrung und man sagt: „Ja seht, die Demut solcher Seelen!“

Anderntags bei der heiligen Wandlung bat ich den Herrn, um Seines kostbaren Blutes willen mich zu erleuchten, was ich tun solle. Da hörte ich eine Stimme:

Jesus: „Die Posaune, die einmal vor dem Weltgericht geblasen wird, unterscheidet sich von denen, die während des Bestehens der Welt geblasen werden dadurch, daß letztere nur nach der Richtung hin blasen wollen, wo nach Belieben dieselben gehört werden sollen. Die Posaune am Jüngsten Gericht aber wird nach allen vier Winden hin geblasen werden, weil sie überall gehört werden soll. So soll Meine Stimme, die Ich durch dich rede, nicht nur von einem Teil der Menschen, sondern von allen gehört werden. Also gilt sie auch den Priestern. Und gerade daran ist die Echtheit oder Unechtheit zu erkennen, wenn die Seele ohne Rücksicht auf sich selbst auch denen die Wahrheit sagt, von denen sie weiß, daß sie nur Widersprüche, Leiden und Verfolgungen zu erwarten hat. Wo das Gegenteil sich vorfindet, kann von Meinem Geiste keine Rede sein. Also fort mit dem Brief.“

Barbara: Auf den Tadel jenes Gelehrten: Die Priester, die nicht der Sache von Barbara zustimmen, würden von ihr scharf getadelt, die anderen gelobt, sagte der Herr:

Jesus: „Wenn ein irdischer König seinen Beamten lobt und auszeichnet, der nicht nur seine Pflicht tut, sondern sich auch Mühe gibt, die geheimen Wünsche seines Königs zu erspähen, um ihm Freude zu machen, warum sollte Ich nicht denjenigen Meiner Diener, der nicht nur treu die Pflichten seines Berufes erfüllt, sondern auch demütig anerkennt, daß Ich auch heute noch, wie immer, Macht habe, Mich nach Belieben eines Werkzeuges zu bedienen und Mir durch ihre Anerkennung Freude bereiten wollen, mehr lieben als jene, die stolz sich über alles hinwegsetzen. Ein Priester, der heute an solche Dinge, die von jeher in Meiner Kirche geglaubt und geübt wurden, glaubt und sich solcher Seelen annehmen will, muß sich vornehmen, wie sein Herr und Meister den Weg der Verachtung des Kreuzweges zu gehen.

Dein Seelenführer soll sich Luft machen, damit es ihm nicht ergeht wie Pater Ludwig. Er soll seinen Gegnern nur antworten und nicht den stummen Hund spielen, sondern kräftig bellen. Auch andere sollen es mit ihm tun, denn der moderne Geist muß ausgetrieben werden. Viele sind angesteckt.“

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971 Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember 1909

„Siehe, das Werk, das Ich dir auftrug, ist so groß, daß es zurückreicht bis ins Paradies hinein.“

Barbara: Als ich heute von der heiligen Kommunion zurückgekehrt und bald darauf in der Stephans-Kirche die Glocke zum Rorateamt läutete, wollte ich gehen. Aber da sprach ganz deutlich der Herr in mir:

Jesus: „Heute bleibe, wo du bist. Ich habe dir vieles zu sagen, und eine Unterhaltung mit dir für Meine treuen Kinder wirst du Mir wohl gönnen.“

Barbara: „Wie Du willst, o Herr. Ich wollte Dich nicht stören. Wenn Du reden willst, kannst Du es auch in jenen Kirchen. Dort ist der Gottesdienst feierlich, und ich halte den feierlichen Segen von Dir sehr hoch.“

Jesus: „Ich werde dich segnen. Du sollst den Segen von deiner Pfarrkirche und von der Stephans-Kirche so erlangen, als wärest du persönlich zugegen.“

Barbara: Nun war ich zufrieden, und der Herr fing an, so überzeugend zu reden, daß ich nichts mehr gewahr wurde über eine volle Stunde. Die unbequeme Stellung, in die der Körper versank, merkte ich nicht, bis ich zu mir kam. Der Herr knüpfte an die besonderen Bitten, die ich Ihm vortrug und auf die Er tröstend und beruhigend antwortete, Belehrungen. Als ich aber sagte:

„O Herr, wie kannst Du heute so gut und liebevoll sein gegen mich, da ich in letzter Zeit so kalt gegen Dich bin, glaubte ich doch, ich sei auf dem Weg zur Hölle“, da gab Er mir die Antwort:

Jesus: „Nun ja, warum machst du dir keine frommen Gefühle und Gedanken? Dies liegt ja doch in deiner Phantasie, wie viele annehmen.“

Barbara: „Ja, Herr, ich sehe heute wieder, wie wenig der arme Mensch tun kann, wenn Du ihn verläßt. Wie unglücklich bin ich die ganze Woche gewesen, und jetzt?“

Mein Herz schmolz in dem Seinen. Ich konnte die ewige Liebe wieder lieben wie in früheren, glücklicheren Tagen.

Jesus: „Siehe, das ist der Lohn schon hier auf Erden für diejenigen, die glauben, daß Ich es bin, der mit dir redet, daß sie auch teilnehmen an der Freude, die Ich ausgieße vom stillen Tabernakel aus über Meine Kinder. Denn der opferfreudige Glaube ist eine Belohnung, die Ich ausgieße über alle Mitglieder des Liebesbundes, für alle jene aber, die das Wehen Meines Geistes nicht verstehen wollen, eine Strafe, die ihren Verstand verdunkelt, so daß sie zu der Gnade, die Geister zu unterscheiden, nicht gelangen können.

Siehe, das Werk, das Ich dir auftrug, ist so groß, daß es zurückreicht bis ins Paradies hinein. Ich will der Menschheit zeigen, wie vertraut Ich damals schon mit dem Menschen umging, so auch heute noch in Meiner wahren heiligen, katholischen Kirche. Warum hat man noch nicht gehört, daß Ich an einem Juden, Heiden oder Irrgläubigen solche Dinge wirke? Und wollte jemand etwas dergleichen nachäffen außerhalb Meiner Kirche, so ist es ein Zerrbild ohne Vernunft und Verstand.

Darum soll für Meinen Diener Pater Felix dieses das Zeichen sein, daß Ich seinen guten Willen belohnen will. Unter vielen seiner Amtsbrüder habe Ich ihn auserwählt zu deinem Seelenführer und ihm wie seinem Vorgänger, Pater Ludwig, die Gabe zur Unterscheidung der Geister verliehen, was hoch angeschlagen werden muß bei der Seelenleitung.

Zu Meiner Freude habe Ich den Menschen erschaffen und ihn Mir gleichgestellt, weshalb Ich mit ihm verkehrte im Paradies in so vertrauter Weise bis zum Sündenfall. Als er das Paradies verscherzt hatte, trieb Meine Liebe Mich doch zu ihm hin. Es erbarmte Mich der Mensch, Mein Ebenbild, so ins Elend verstoßen zu sehen, obgleich durch seine eigene Schuld, und Ich erwählte Mir solche, durch die Ich das Fühlen Meiner Nähe mit ihnen aufrechthalten wollte. Dies waren im Alten Bund die Propheten und andere heilige Seelen. Dieser vertraute Umgang ist aber im Neuen Bund, nachdem das Vorbild verschwand, weil die Wirklichkeit erschien, nicht wie viele sagen wollen, mit den Offenbarungen, die Ich Meinen Aposteln mitteilte, abgeschlossen. Nein, sie werden fortbestehen, solange Ich in Meiner Kirche und in ihr der Heilige Geist fortleben wird. Dieser Geist wird sich nie binden lassen.

Wie es den Juden ging, als Ich unter ihnen erschien, so geht es auch vielen deiner Vorgesetzten und Zeitgenossen; sie glauben nicht, weil du wie Ich des armen Zimmermanns Sohn bist. Ich will aber, daß sie glauben. Und Ich sage ihnen, daß die gewandtesten Prediger nichts bessern an der sittenlosen Welt, wenn sie das, was sie vortragen, nicht selbst aus voller Überzeugung in sich selbst festhalten. Wenn aber ein Priester nicht glauben kann, daß es wahr sein könne, daß Ich es bin, der dir den Auftrag gab zu sagen: Ich verlange die Einführung der öfteren, heiligen Kommunion, und weil ich diese Wohltat Meinen treuen Kindern zugänglich machen wollte, Ich Mich oft und oft mit dir unterhielt gerade nach dem Empfang der heiligen Kommunion, wenn also ein Priester nicht glauben will, daß dies wirklich Wahrheit ist, wird er fest und aus voller Überzeugung glauben, daß er die Macht besitzt, als ein armer, sündiger Mensch täglich die göttliche Allmacht und Majestät auf Sein Wort hin in die kleine Brotsgestalt zu beschwören?

Soll die Menschheit wieder auf die rechte Bahn gelenkt werden, dann muß der Geist anerkannt werden, der in deinen Schriften redet. Gleichwie, als Ich auf Erden erschienen war, nur die Armen, die Ungebildeten sich an Mich anschlossen und Ich durch sie das Reich Gottes auf Erden aufrichtete, so will Ich fort durch alle Zeiten nur durch unmündige Werkzeuge der Welt zeigen, daß nur da Mein Reich sein kann, wo Ich in den Menschen ähnliches wirke wie bei der Gründung Meiner Kirche.

Ich verlange die Hebung des jungfräulichen Standes, weil der ursprüngliche Adel des Ehestandes abhanden gekommen, und weil Ich längst voraussehe, daß eure Zeit dem Heidentum zugeführt werden soll durch die Entsittlichung der Jugend.

Darum Meine zweite Bitte: Ich verlange die Hebung des jungfräulichen Standes. Und damit Meine Diener einsehen, daß es wahr ist, was die Schrift sagt: ‚Eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist‘, und sich an den Mitgliedern des Liebesbundes auch bewährt, sorge Ich dafür, daß sie Beweise liefern. Da wo deine Wiege stand, will Ich Mir ein Denkmal setzen, das der Welt zeigen soll, daß Ich Mir immer das Unscheinbarste und Geringste auserwähle, um Meine Pläne durchzuführen. Und weil unter Meinen Dienern viele sind, denen der Glaube an übernatürliche Gnadenwirkungen als nicht zeitgemäß erscheint, ja oft zum Ekel ist und sie mit allen Mitteln geheim und öffentlich alles zu unterdrücken und zu vernichten suchen, ohne zu beachten, ob Gottes Geist es sein könne oder nicht, darum verlange Ich eine Erneuerung des Glaubenslebens unter den Priestern.“

Barbara: Als ich bat für die Bedrängten, sagte der Herr:

Jesus: „Die Mitglieder des Liebesbundes müssen ihre Augen höher richten als nach diesen vergänglichen Dingen, nicht mutlos werden, wenn die Bitte nicht gewährt wird.

Als Ich auf Erden weilte, war viel Elend unter den Menschen, und doch waren es wenige, die Ich von ihren Leiden befreite, weil das nicht Meine Aufgabe war und nur zur Bestätigung Meiner göttlichen Sendung dienen sollte. So auch hier. Der Liebesbund hat die Aufgabe, Seelen für den Himmel zu gewinnen durch geduldiges Ertragen all dessen, was andere Menschen für ein Unglück ansehen, und durch die Geduld und das opferfreudige Glaubensleben solcher werden viele ja noch im letzten Augenblick gerettet.“

Barbara: Nach dieser Unterhaltung, die meiner Seele so eingeprägt ward, daß ich, ohne mich zu besinnen, wortgetreu aufschreiben konnte, sagte der Herr:

Jesus: „Und jetzt tretet herzu und begrüßt eure Schwester, dieses Erdenkind hier.“

Barbara: Der Herr hatte sich umgewendet, und es war, als gehe ein Tor auf, und mein Blick schweifte in einen herrlichen Raum, der ganz gedrängt voll mit Jungfrauen war. Eine trat hervor und reichte mir ein kleines, kostbares Schächtelchen hin. Ich öffnete, und darin war nichts als ein Zettel mit den Worten beschrieben: „Harre aus bis zu deinem Ende.“ Es war meine liebe heilige Patronin, und ich verstand so viel, daß meine Lage nicht besser wird, daß es so bleiben wird. So schrieb mir auch heute ein Ordensmann: „An Ihnen bewahrheitet sich, was Ihr Name bedeutet: Sie werden als Fremde und als unbequem behandelt.“ Während der Unterhaltung unterbrach der Herr einmal meine Bedenken und Zweifel und fragte:

Jesus: „Glaubst du denn, diejenigen, die jetzt glücklich bei Mir im Himmel sind, seien andere Menschen gewesen? Ja, wie manche die Lebensbeschreibung Meiner treuen Kinder hinstellen, schon, aber das ist ganz unrichtig. Diese alle, alle waren Menschen wie ihr auch. Aber die Beharrlichkeit im Guten, die sie trotz ihrer Armseligkeit anstrebten, hat sie zu dem gemacht, was sie jetzt sind.“

Barbara: Als ich für einen Priester betete, der lange in Afrika als Missionar arbeitete und seit einiger Zeit zur Erholung hier weilt, sagte der Herr:

Jesus: „Sage Meinem Diener, er möge heiter und getrost nur wieder zurückkehren zu jenen Völkern, die Mich noch so wenig kennen. Und wenn er nur ein einziges Kind taufen könnte, das ohne ihn ungetauft gestorben wäre, so hat er mehr getan, als wenn er die ganze Welt vor zeitlichem Unglück befreien könnte, denn er hat eine Seele gerettet für den Himmel, somit auch seine eigene.“

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972 Am 19. und 23. Dezember 1909

„Die heilige Kirche lehrt es, daß Ich in dir bin, also glaube. Nur ein Zehntel aller Christen stehen jetzt noch treu zu Mir.“

Nach der heiligen Kommunion am 19. Dezember 1909 sagte der Herr:

Jesus: „Ich bin jetzt in dir nach der Lehre der Kirche. Frage Mich nicht, ob du nicht selbst mit dir redest, wenn Ich Mich dir mitteilen will. Die heilige Kirche lehrt es, daß Ich in dir bin, also glaube. Nur ein Zehntel aller Christen stehen jetzt noch treu zu Mir. Die übrigen sind Mir im Innern fremd, wenn sie auch noch äußerlich gewohnheitsmäßig mitmachen. Darum kann Ich den guten, treuen Kindern die Leiden nicht ersparen, damit sie Mir Seelen retten helfen. Sie sollen daher die Leiden als ein Zeichen Meiner Liebe ansehen. Deine beiden Neffen aber werden gute Priester werden.“

Barbara am 23. Dezember 1909: Bei der heiligen Wandlung durfte ich einen Blick tun in das Reich der triumphierenden Kirche. Da schaute mein Geistesauge ein gar buntes Treiben. Der ganze Himmel beteiligte sich, einen Christbaum zu zieren, der so groß war, daß ich die Höhe nicht erspähen konnte. Der Sockel dieses kostbaren Baumes war der Herr Selbst. Aber wie? Als Ecce Homo!

Ich bekam die Erklärung, daß Er im Heiligsten Altarssakrament von gar vielen Seiner Kinder zu einem wahren Ecce Homo herabgewürdigt wird durch den Spott und Hohn, nicht nur der Ungläubigen, sondern sogar von denjenigen, die Er zu Seinem Dienst berufen habe. Die Englein aber, die so fleißig hin- und herflogen um den Christbaum, bedeuteten die guten treuen Seelen, Kinder Seiner Kirche, die sich Mühe geben, Ihn oft und würdig zu empfangen in der heiligen Kommunion, ihre Leiden mit Geduld tragen und sich oft vor den Tabernakel, dieser bethlehemitischen Krippe begeben, um Ihn zu trösten und Ihm für den Undank so vieler Ersatz und Sühne zu leisten.

Ich sah nach der heiligen Wandlung meine Nichte Anna wie eine blühend herangewachsene Jungfrau. Sie sagte:

Anna (†): „Betrübe dich nicht über all die Kreuze. Schau, ich bin schon sechzehn Jahre im Himmel, und es ist mir, als ob ich nur durchgeflogen sei. O wie schön ist es im Himmel! O wie schön ist es im Himmel! Freuet euch über die Kreuze, denn sie dienen nur dazu, euch recht hoch hinaufzubringen. Ich bin im Chor der heiligen Barbara. Auch Josef ist nah bei Gott. An den Festtagen kommen wir Verwandten zusammen und freuen uns miteinander. O wie herrlich ist das!“

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973 Weihnachten 1909

„Geht still verborgen und ruhig eure Wege, aber laßt euch nicht verwirren; der Weg geht über den Kalvarienberg, aber er führt in die himmlische Herrlichkeit.“

Barbara: Am Vorabend nach acht Uhr beteten wir gemeinsam, um uns zur Ankunft des lieben Jesuskindes zu rüsten. Alsbald trat das bekannte Leiden ein, aber nur ein Sturm ging vorüber, und der Herr kam. Barbara sang: „O heilige Nacht, o glückselige Nacht.“ Der Himmel ist auf der Welt. Himmel und Erde sind vereinigt, die streitende Kirche auf Erden vereinigt mit der triumphierenden Kirche im Himmel.

„Ich danke Dir, o mein allersüßester Jesu, Du Bräutigam meines Herzens. O gib mir die Sprache eines Seraphs, damit ich Dich würdig lobe und preise. Heute schon bereitest Du mich den ganzen Tag vor auf das große Glück, das mir zuteil werden soll. Ich verstand es nicht. O verzeih mir! Wie armselig ist der Mensch. Leiden, ja leiden, das will die Natur nicht. Da sträubt sie sich und wehrt sich. Verzeih mir! Am Ölberg hast Du es ja auch gespürt. Kommt herbei, ihr lieben, heiligen Schutzengel aller Liebesbundmitglieder. Nehmt ihr teil anstatt eurer Schützlinge an dem großen Glück, das wir genießen.

O Du holdseliges Jesulein, o herzallerliebstes Kindelein! O nimm hin mein armes sündhaftes Herz, es ist Dein! Wie gut bist Du! Sieh all die Leiden während des ganzen Advents. O ich verstehe es nicht. Wie oft hast Du es mir gesagt, und immer vergesse ich es und kann es nicht begreifen. Und doch ist es so. Wo sind sie jetzt, die Leiden, die Finsternisse, die Ängste, die Verwirrung? Alles ist weg, alles verschwunden.

O ihr neun Chöre der Engel, ihr Heiligen: Barbara, Hildegard, Cäcilia, Agnes, all ihr heiligen Jungfrauen, o welch ein Glück, o welch eine Freude! O könnte ich doch die ganze Welt umfassen. O seht doch, wie glücklich sind wir. O seht den Himmel auf Erden in meinem Herzen. O ihr lieben Englein, preiset mit mir das herzallerliebste Jesulein. O komm in meine Arme, o komm!“

Barbara sang das Te Deum. Sie empfing mit größter Wonne das holdselige Jesuskindlein in ihre sehnsüchtig Ihm entgegengestreckten Arme und hielt es lange wonnetrunken, wiegend auf ihren Händen. Sie reichte es dann Lieschen und Luise und alle trugen Ihm die Freunde mit all ihren Anliegen vor und baten es auch, diese überall zu besuchen, worauf es geraume Zeit forteilte, von Englein umgeben, währenddessen wir fortwährend Loblieder sangen. O was ein Jubel, was eine Freude!

Eine Schar musizierender Engel stehen um das Kind herum. „Stille Nacht, Heilige Nacht ...“ „Gegrüßet seist du, Maria ...“ Wie ein Blitz eilt es nach allen Seiten, nach allen Orten, wo Liebesbundmitglieder stehen. Jetzt kommt es zurück.

Jesus: „Meine Kinder! Seht ihr, wie gut Ich bin. Ich halte Wort, ob gelegen oder ungelegen. Du, Meine Kleine, hast ‚A‘ gesagt, jetzt mußt du auch ‚B‘ sagen. Du hast Mir deinen Willen gegeben, nun sei auch zufrieden. Ob deine Natur sich wehrt oder nicht, ist ganz einerlei. Seht, diese Stunde ist für Mich eine Erholungsstunde, die wirst du Mir wohl gönnen. Vorbereitet habe Ich dich darauf den ganzen Advent. Die viertausend Jahre der Vorbereitung sind vorüber und nun sollst du schauen die gnadenreiche Nacht. So einsam wie im stillen Stall zu Bethlehem steigt der Sohn Gottes herab in dieses arme Kämmerlein. Hier wie dort suche Ich Mir einige Anbeter, die Mich begrüßen. Ihr aber, Meine Kinder, seid diejenigen, die Ich Mir erwählt, um andere zu trösten.

Die Mitglieder des Liebesbundes, die so zerstreut in der Welt sind, machen Mir viele, viele Freude, und Ich vergesse all den Undank so vieler Menschen, ja Tausend und Millionen von Menschen. Mit euch vereinigt sich die Kirche, auch die Ordensleute und Priester, obwohl sie gegen euch arbeiten und gegen den Liebesbund. Der Liebesbund ist aber herausgewachsen aus Meinem Herzen und führt zu Meinem Herzen zurück. Darum, wenn auch jetzt noch bekämpft, wird einst die Zeit kommen, wo alle Mir danken werden für eure Standhaftigkeit, daß Ich euch immer wieder die Kraft verlieh, auszuharren.

Mein treuer Diener Pater Felix soll die Krone sein im Liebesbund. Er soll nur die Verachtung auf sich nehmen, die Zielscheibe des Spottes einige Zeit sein. Es kommt die Zeit, wo alle, die jetzt achselzuckend an ihm vorübergehen, voll Bewunderung an ihm hinaufschauen sollen. Die Opfer Meiner Kinder will Ich jenen reichlich entschädigen. Ich bin es, der ihre Herzen losschält von all dem Irdischen. Was ist alles Gold und aller Tand der Welt, alle Ehre und Reichtum gegen einen einzigen Augenblick? Deine Anna hat es dir gesagt dieser Tage.

Freuet euch, Meine Kinder, alle, alle in den vier Enden der Welt, freuet euch! Ihr alle seid die liebsten Kinder Meines Herzens. Leistet Mir Ersatz und Sühne. Geht still verborgen und ruhig eure Wege, aber laßt euch nicht verwirren; der Weg geht über den Kalvarienberg, aber er führt in die himmlische Herrlichkeit. Dort mündet er am goldenen Tor, an der goldenen Pforte. Jubeln wird man noch, freuen wird man sich, in der ganzen Welt wird man es erzählen, was Ich Großes wirken wollte durch ein unscheinbares Menschenkind.

Ich will das Glaubensleben erneuern, Ich will den Menschen zeigen, daß Ich wirklich unter ihnen wohne im Heiligsten Sakrament, im Neuen Bund in Meiner Kirche. Bethlehem, du erster Stall, du warst der erste Hochaltar. Meine heilige Mutter und Mein heiliger Nährvater waren die ersten Nebenaltäre. Die lieben Englein musizierten beim Hochamt, als Ich zum ersten Mal geboren wurde und eintrat in die konsekrierte Hostie, vielmehr, als Ich heraustrat aus der konsekrierten Hostie, aus Meiner heiligen Mutter. Dieses ist es, was Ich der Menschheit zeigen will.

O armes, tief gesunkenes Erdenelend. Alles seufzt und stöhnt und windet sich wie ein zertretener Wurm. Ja kommt, Meine Kinder, kommt, nehmt teil an Meiner Freude. Ich bin ja mitten unter euch! Kommt, und ihr alle habt die Freude der Hirten, der Weisen, der lieben Englein. Fragt nicht mehr: Bin ich auf dem rechten Weg? Grämt euch nicht, wenn es dunkel ist in euren Herzen. Meine Kinder, wenn der arme Körper gebeugt ist unter der Last der Jahre und der Leiden, fragt doch nicht: Wie werde ich ankommen, bin ich auf dem rechten Weg? Geht doch schnurstracks hindurch durch all die Finsternisse. Seht, die vier Wochen Meiner Kleinen hier, wo nur ein winziger Strahl war, den hie und da Ich durchblicken ließ, um sie wieder zu ermuntern, sind vorüber. Wer könnte die Freude ihr geben, die jetzt ihr Herz durchströmt, ja, nicht ihr Herz ist es, Mein Herz in ihrem Herzen ist es, das sie belebt. Hier, hier ist der Tabernakel, hier throne Ich, hier bin Ich, und so throne Ich in euren Herzen.

Ihr seid der Tabernakel, nicht in dem hölzernen Tabernakel ist Meine Wohnung allein, aber um in euer Herz zu gelangen, deswegen bin Ich im Tabernakel. Darum kommt, Meine Kinder, an diesen drei Tagen (Aussetzung des Allerheiligsten Sakramentes). Kommt, leistet Mir Abbitte und Sühne für die, welche fernbleiben, und doch will Ich alle in Meine Arme schließen und an Mein Herz drücken. O wie viele fahren zur Hölle! Ich bin nicht schuld! Das letzte Tröpflein Herzblut habe Ich hingegeben für sie. Tag für Tag opfere Ich Mich für sie. Darum werdet nicht müde, opfert euch mit Mir, alles, alles bis zur letzten Faser eures Herzens, bis zum letzten Hauch.

Siehe, gestern habe Ich dir gezeigt, wie ein Hauch, so kann Ich das Leben ausblasen. Ein ungeschickter Tritt, ein unvorhergesehenes Ereignis, und das Leben ist dahin. (Barbara war in einer engen Gasse von einem breiten Rollfuhrwerk wider die Mauer gedrückt und noch ein Ruck des Wagens hätte genügt, sie zu erdrücken. Alles schrie zusammen, und der Fuhrmann hielt das Pferd zurück, so daß sie befreit werden konnte.)

Ich wollte dir nur zeigen, daß es wahr ist, was Ich dir gesagt. Ausharren mußt du, bis die Zeit herum ist. Ich habe dich gesetzt, um durch dich Meinen Kindern immer wieder neue Anweisungen, Belehrungen, Freuden und Trost zu bereiten. Saget ihnen allen einen herzlichen Gruß. Keine soll sich betrüben, keine soll sich beklagen über das Kreuzlein, das Ich ihm zugedacht, denn das schwere Kreuz, das Ich getragen habe, trägt jetzt Meine Braut, die heilige katholische Kirche, und jedes von euch trägt einen Splitter davon. Darum tragt es freudig, tragt es gerne. Mit diesem Kreuzlein, vereinigt mit Meinem Kreuz und dem Meiner Braut, der heiligen Kirche, deren Glieder ihr seid, müssen Meine Kinder wieder zurückgeführt werden, die lauen, kalten Seelen. Viele, viele könnt ihr retten durch anhaltendes Gebet, Opfer und Leiden. Und sagt es Meinen Kindern, die so freigebig ihr Scherflein geben, besonders die so uneigennützig sich hingeben. Du liebe Kleine, wie angenehm ist Mir das Opfer, das so uneigennützig gegeben ist. O die Opfer der Armen, aber auch die Opfer der Reichen, wie erfreuen sie Mich.

N. soll sich anschließen, recht eng anschließen, alles ablegen, alle Menschenfurcht und denken (wenn sie sich schämen will), sie ginge unter der Dornenkrone ihres geliebten Bräutigams. Ich bin ihr Bräutigam. Für was zögert sie denn, für was ängstigt sie sich? Sie hat nichts mehr zu fürchten, als ruhig weiterzugehen und ihr letztes Stündlein mit Freuden zu erwarten.

Auch N. und N. und N., auch diese und alle Meine treuen Kinder, o wüßtet ihr doch, wie Ich euch liebe! Auch dein armes Schwesterlein in Augsburg, das gute, brave Kind, all die frommen und braven Priester, o sie alle, sie sollen ohne Hinterhäkelchen glauben. Sage ihnen, daß Ich sie ausersehen habe, die Demut der Kleinen nachzuahmen und die Großmut der Kleinen. Sie sollen doch bedenken, wer bei Meinen Lebzeiten diejenigen waren, in die Meine Worte eingehen konnten. Waren es die Gelehrten, waren es die Hochgestellten in der Welt? Nein, nein, Meine armen Jünger, Meine Apostel, die armen, guten Seelen waren es, die Meine Worte aufnehmen konnten.

Und warum? Weil sie kindlich demütig glaubten, ohne Hinterhäkelchen. Und nicht eher wird es anders, nicht eher werden eure Worte durchdringen in der Welt, bis ihr alle den tieflebendigen Glauben Meiner Dienerinnen nachgeahmt habt. Keiner von euch wird ja etwas zustande bringen, und wenn er noch so gelehrt ist, wenn nicht der tieflebendige, kindliche Glaube vorerst in ihm begründet ist, wenn er nicht die Einfalt der Taube und die Klugheit der Schlange in sich zu vereinigen weiß.

Vortreten, vortreten, weiter vortreten vor die Großen der Erde sollt ihr, Meine Diener, nichts scheuen; denn so wie der Liebesbund sich durcharbeitet, so wird Meine Kirche sich durcharbeiten durch die ganze Welt, und wie Meine Kirche gegründet wurde, so wird sie sich wieder emporarbeiten auf den Höhepunkt ihres Glanzes und ihrer Herrlichkeit, von dem sie weggerückt ist. Ihr aber, Meine Diener, ihr müßt es verstehen, ihr müßt tun wie Meine Kleine hier, wie Ich schon oft und oft gesagt. Nichts kann sie trösten in all dem Spott und Hohn, der auf sie geworfen wird, als Mein Leben. Und nichts kann euch trösten und unterstützen, ihr müßt den Weg gehen, den Ich gewandelt bin, und Meine Braut muß den Weg gehen, den Ich gegangen bin. Ihr werdet, wie Ich euch vorausgesagt, die Völker wieder unterjochen. Könige und Kaiser können nicht mit Schwert und Szepter erreichen, was ihr erreichen könnt, was du, du einfacher Priester erreichen kannst in deiner Herde, denn dir habe Ich die Gewalt gegeben über die Herzen der Menschen und diese Herzen sollt ihr verwahren für Mich. Das könnt ihr nur durch die Demut des Kreuzes. Ihr müßt das Kreuz übergolden durch die Liebe und müßt am Fuß des Kreuzes niedergekniet sein in den Staub der Erde; dann erst könnt ihr das Kreuz vergolden, eure Untergebenen verstehen eure Worte, eure Priesterworte werden eindringen.

Betrachtet die heiligen Priester, wie einen Pfarrer von Ars, diesen einfachen Priester. Sie waren keine hochgelehrten Männer, aber sie hatten einen kindlichen, demütigen Glauben. Und das verlange Ich jetzt von Meinen Priestern, ein kindlich, demütiges Glaubensleben, singen und beten und wallfahren gehen mit Meinen Kleinen, das ist an der Zeit. Ich habe gesagt im Jahre 1897, daß Ich das Wallfahrengehen verlange, daß Meine Kinder wieder mehr hierzu angehalten werden müssen. Weil der Glaube so sehr geschwunden ist, muß der Glaube öffentlich, offen und frei bekannt werden vor der Welt. Die Feiglinge müssen verschwinden. Meine Kinder müssen ihren Feinden gegenüber wie Löwen einhergehen und wie Adler sich mit Gesang emporschwingen, daß die Lüfte erschallen, daß die Englein sich mit ihnen vereinigen und so hindurchziehen durch die Welt, damit die Welt sieht, daß der Glaube der einzige Weg ist, die Welt wieder zu retten, Meine Kinder Mir zuzuführen.

Und was Ich dort gesagt, verlange Ich hier. Meine Priester sollen ihre Pfarrgemeinden hinführen an die Gnadenorte, sich nicht schämen mitzusingen, mitzubeten, anzueifern jung und alt, und so dem Volke wieder Liebe beibringen zu seiner heiligen Kirche. Das Herz verlangt Freude, und der Mensch ist für die Freude geschaffen, denn er ist ja ein Kind Gottes, und ein Kind Gottes ist kein finsteres Wesen. Es ist ein freudiges Wesen, das sich emporschwingt zur Freude, zur einzig wahren Freude, zur höchsten Freude im Himmel. Und weil der Mensch erschaffen ist zur Freude wie die Engel, das weiß auch Satan, darum benutzt er jetzt die Zeit, wo die Welt so abgekommen ist vom Glauben, um die falsche Freude den Menschen beizubringen. Darum bläst Satan ins Horn und verkündet überall an allen Straßenecken: ‚Kinder kommt, hier ist Freude, hier ist die wahre Freude!‘

Darum, Meine Diener, wollt ihr das Volk von der falschen Freude wegbringen, so müßt ihr euch unter das Volk stellen, anstatt es zu Theatern, Konzerten, zu fröhlichen Familienabenden zu führen. Es ist ja alles recht ...

Im Frühjahr, wenn die Blümlein sprießen, wenn der Meiner Mutter geweihte Monat kommt, führt Meine Kinder an Gnadenorte. Freuet euch mit ihnen, singt mit ihnen, führt sie wieder zurück. Und das befolget, und so nach und nach wird das Volk wieder hineingeführt.

Sage N., Entschiedenheit gehört zum Dienste Gottes. Es gibt Kleine und Große, es gibt Kinder und Greise, und sie alle wachsen in Meinem Garten. Laßt sie wachsen. N. bringt Mir manches Opfer, wohl habe Ich es ihr gegeben. Ich bin mit ihr zufrieden, und weil sie es nicht anders tut, darum muß sie auch zufrieden sein, so wie Ich es mit ihr mache. Wer viel Opfer bringt, dem schenke auch Ich viel. Sie soll Mir ihren Willen schenken und Mir ihren Willen zum Opfer bringen, dann wird sie eine ganz andere Freude in sich aufnehmen.

Grüße sie Mir, auch N.N. Grüßt Mir auch die Klosterfrau in N. und all die lieben Schwesterlein in N. Schwester N. und N. und all die lieben Seelen. Grüße auch deine Schwester in N. und N. Sie sollen alle ihre Sorgen an Mein Herz lehnen und ruhig das Kreuzlein tragen, treu zum Liebesbund stehen. Ihr seid die Jünger. Ihr sollt sein, was die zweiundsiebzig Jünger waren, die Ich hinaussandte in die Welt. Meine Apostel waren die Bischöfe. Zweiundsiebzig Jünger habe Ich Mir auserwählt, um das Volk zu vertreten. Diese zweiundsiebzig Jünger sind jetzt die Liebesbundmitglieder. Sie sollen, so viel es ihnen nur möglich ist, in der Welt nach Vollkommenheit streben, und wie die Ordensleute im Kloster ihre Regeln halten, so soll der Liebesbund seine Regel halten, jeder an seinem Posten sein Kreuzlein tragen und feststehen im Glauben und in der Liebe und wissen, was Ich ihm versprochen habe.

Denn wie der heilige Franziskus seinen Brüdern sagte: ‚Großes haben wir versprochen, aber noch Größeres werden wir erlangen!‘ Dasselbe habe Ich dem Liebesbund versprochen: ‚Großes habt ihr versprochen, noch Größeres, viel tausendmal Größeres werdet ihr erlangen!‘

Darum harret aus unter eurem Kreuzlein, wie die Klosterleute unter ihrem Kreuzlein. Sage N., wer keinen recht tieflebendigen Glauben hat, dem kann Ich auch nicht raten. Ein Liebesbundmitglied muß erst auch ein rechtes Liebesbundmitglied sein und werden wollen. Es muß schon einen tieflebendigen Glauben besitzen, sonst wäre es kein Liebesbundmitglied, denn alle, die Ich herbeiführe, gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Versteht es nur!“

Barbara: „Ich sehe Pater Ludwig, Anna und Josef. O ich darf jetzt in den Himmel sehen. O was eine Musik, was ein Jubel, welch eine Freude! O mein Jesus! O ihr lieben, heiligen Jungfrauen, ihr lieben, heiligen Schutzengel, alle miteinander! O ein Glanz, ein unbeschreiblicher Glanz! Alles Gold der Erde, alle Edelsteine, alle Diamanten in der ganzen Welt sind nichts im Vergleich zu dieser Schönheit. Und die liebe Mutter Gottes, ein Kleid trägt Sie heute, ganz himmelblau und doch weiß der Schimmer. Ich kann es nicht beschreiben. Und eine Krone trägt Sie, die funkelt wie Sterne, wie die feinsten Diamanten. Und das schöne, wunderschöne Angesicht! Ich bin ein armer Sünder, ich bin es nicht wert. Mein Jesus, Du hast mir Dein Herz geschenkt, ich danke Dir deswegen.

Jesus: „Ja, es ist wahr, auch diese waren Menschen, gerade dieselben Menschen wie ihr, und was dort wahr ist, ist auch jetzt wahr. Tragt den Spott und Hohn. Ihr habt doch den besten Teil erwählt. Wer zuletzt lacht, lacht am besten!“

Inhaltsverzeichnis Band 7

974 Fest des heiligen Johannes am 27. Dezember 1909

„Denn wo Opfersinn gepaart ist mit Gottes- und Nächstenliebe, ist kein Zweifel mehr zu lösen.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn für Pater Felix um Kraft und Stärke und erhielt die Antwort:

Jesus: „Er soll eine Leuchte werden und durch seinen Eifer auch andere Priester erbauen und mit fortreißen und darauf hinarbeiten, daß die Priester erkennen, daß der Geist, der die Liebesbundmitglieder beseelt, vom Geiste Gottes geleitet ist. Denn wo Opfersinn gepaart ist mit Gottes- und Nächstenliebe, ist kein Zweifel mehr zu lösen. Gerade dadurch, daß sich Pater Felix vor der Mainzer Geistlichkeit gezeigt, daß ihre Verachtung und Verdemütigung ihm erwünschte Speise sei, gewann er ihnen Ehrfurcht ab. Sie schämten sich, daß sie als Feiglinge ihm gegenüberstehen.“

Barbara: Der Herr zeigte mir ferner: Es müsse jetzt durchdrücken, was Er in den Schriften angegeben habe, daß eine Gebetsarmee soll gegründet werden, ein Damm, der dem Unglauben unserer Zeit sich gegenüberstellt. Die ganze Christenheit soll dieser Damm umfassen, angefangen von demjenigen, der auf dem Stuhle Petri sitzt, bis herab zum Stallknecht, von der Äbtissin bis zur armen Ehefrau. Keiner soll es verschmähen, sich mit dem Letzten der Menschheit im Gebet zu vereinigen.

In der letzten Stunde des vierzigstündigen Gebetes vereinigte sich die triumphierende Kirche mit der Streitenden. Der himmlische Gesang war so entzückend, daß es in der ganzen Welt widerzuhallen schien.

In der Weihnachtsnacht sah ich, ehe der Herr herabstieg zu uns, einen geheimnisvollen Vorgang, den ich zwar nicht beschreiben kann und doch bin ich überzeugt, daß ich richtig schreibe: Es war, als wenn uns allen drei das Herz bloßgelegt würde von unseren heiligen Schutzengeln, und der Herr nahm alles hinweg, was Ihm an denselben mißfiel. Vorher sah ich die Unvollkommenheiten und plötzlich war alles verschwunden. Und dann die so süße Ruhe in Ihm, dieser so heilige Friede, ein Vorgeschmack von unserem dereinstigen Glück.

Jesus: „Sage dem Priester N., er soll in seiner Praxis das beschauliche Leben seiner Mutter recht verwerten. Sie ist gut angekommen. Sage N. (die sich so sehr grämte, daß ihre Nichte einen Protestanten heiratet), wozu sie ihr Leben für andere verbittern wolle. Sie hat ihre Schuldigkeit getan. Jeder hat sich selbst zu verantworten; aber Ich bekomme die anderen schon. Ihr sollt bedenken, daß ihr das Leben der Kirche mitleben müßt. Ihr müßt euch mit ihr freuen, so wie Ich Mich freue, wenn ihr Freude habt. Sage N., nachdem sie sich großmütig über Verwandte und Bekannte hinübergeschwungen, wird sie doch nicht an einer Kleinigkeit hängenbleiben.

Sage N., Meinem Diener und Freund, er möge die Ehrungen, die ihm zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum zukommen, und zwar mit Recht, hinnehmen im Hinblick auf die Ehrungen, die ihm in der himmlischen Glorie zuteil werden. Denn dies ist nur ein kleines Vorspiel für die Ehrungen, die ihn im Himmel erwarten. Er soll alle Ehrungen ruhig annehmen, sie aber auf Mich zurückführen. Denn Ich bin es, der die Herzen bearbeitet hat, denn seine Mitbrüder ehren ihn auch als Vertreter ihres Glaubens, den sie in ihm geehrt sehen. Noch weit mehr werde Ich ihn ehren in der Herrlichkeit des Himmels. Diese Ehren habe Ich ihm zugedacht und voriges Jahr beschlossen, als er offen und frei für den Liebesbund eingetreten ist, denn er hat vieles beigetragen, den Mut der Herren zu kühlen, sowohl hier als auch in Köln. Die Sache wäre sonst ganz anders verlaufen. So möge er den Tag mit Freuden begehen.

Sage Meiner Tochter, sie möge doch bedenken, daß es nur Meine göttliche Liebe ist, die ihr das Leiden und alles zufügt. Sie möge sich doch trösten mit dem Gedanken, einmal mit ihrem Mann nahe bei Meinem Thron zu stehen und für die ganze, lange Ewigkeit ihren Mann gerettet zu wissen und noch viele Seelen dazu, wie Ich ihr versprochen. Das muß sie doch ermutigen, denn der Mensch kann nichts Größeres auf Erden tun und Mich nicht mehr verherrlichen als durch geduldiges Leiden. Das verherrlicht Mich am meisten und rettet die meisten Seelen. Auf diese Seelen soll sie hinblicken, um sich immer wieder zur Geduld zu ermutigen.

Sage N., die beiden Frauen, die ihrer Entbindung entgegensehen, sollten keine Angst haben. Sie sollen aber ihre Kinder gut für Gott erziehen.

Sage N., die Zeit belehrt jeden, was er zu tun hat. Es ist jetzt die Zeit, wo jeder seinen Glauben selbst verteidigen muß und darum auch das Werk.

Sage N., wie oft Ich ihn geschützt habe in all den Widerwärtigkeiten und Gefahren, und in der dicksten Finsternis habe Ich immer an seiner Seite gestanden. Er soll bedenken, daß er das alles vorausgewußt, daß das so kommen mußte. Er soll feststehen und sich von niemand beeinflussen lassen. Er möge immer auf Mich schauen und im Glauben handeln, als könnte er ganz allein die Kirche retten. In all dem Wirrwarr und den Widerwärtigkeiten, die ihm vorkommen, soll er sich hinstellen wie ein heiliger Franziskus, als könnte er ganz allein die Kirche retten. Und um dieses sein Ziel zu vervollkommnen, muß er alles über sich ergehen lassen. Es kommt schon auch zum guten Ausgang. Da muß viel gekämpft und gebetet werden.

Sage N., sie möge sich nicht beunruhigen, wenn Ich Mich nicht direkt an sie wende. Alles, was Ich tue, geht auch sie an. All die Gnaden, die Ich der Familie zuwende, ist auch ihr Anteil. Sie soll sich in allem Meinem göttlichen Willen unterwerfen und sich nicht beunruhigen, wenn sie auch nicht so kann, wie sie möchte. Das alles, was sie hindert, ist ja Gottesdienst. Sage N., sie soll, statt untröstlich zu sein, sich freuen, daß die zwei Engel am Throne Gottes für sie bitten und sie soll nur warten und zusehen, was eine Mutter die Kindererziehung kostet.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

975 Am 16. und 24. Januar 1910

„Ich will, daß ihr keinen Brief fortschickt, ohne daß ihr dreimal den Namen JESUS an die Spitze setzt. Denn im Himmel soll dies das Abzeichen der Liebesbundmitglieder sein.“

Barbara: Am Namen-Jesu-Fest zeigte Sich der Herr in überaus liebenswürdiger Weise. Über Seinem Haupte und rechts und links strahlte dreimal der Name JESU und der Herr sagte:

Jesus: „Ich will, daß ihr keinen Brief fortschickt, ohne daß ihr dreimal den Namen JESUS an die Spitze setzt. Denn im Himmel soll dies das Abzeichen der Liebesbundmitglieder sein. Wenn ihr euch begegnet, sollt ihr euch mit dem Gruß grüßen: ‚Gelobt sei Jesus Christus!‘ Und wirket darauf hin, daß in der Litanei vom Heiligsten Altarsakrament immer Mein Name JESUS zugefügt werde – erbarme dich unser, o Jesus. Wenn Mein Name ausgesprochen wird, ist es eine Freude für Mich und für euch ein großes Verdienst.“

Jesus am 24. Januar 1910: „Besser ist es, ein bißchen Schmach und Verachtung leiden um Meinetwillen, als Tote erwecken, denn das ist Mein Werk, das andere aber ist euer Verdienst.“

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976 Fest des heiligen Ignatius am 1. Februar 1910

„Immer hat der Herr solche Seelen erweckt, auf die Er Seinen Zorn legte. Und um der Geduld und Liebe willen, mit der sie alles über sich ergehen lassen, läßt Er Gnade der sündigen Menschheit widerfahren.“

Barbara: Am Vorabend fühlte ich schon eine Umwandlung, so daß ich mich erstaunt fragte, was dieser freudige Umschwung in mir bedeute. Als ich aber der Betstunde in St. Ignaz beiwohnte, erfuhr ich innerlich, es sei ein Vorgefühl der Festesfreude unseres heiligen Kirchenpatrons.

Morgens gingen wir, meine Nichte und ich, dort in der Pfarrkirche zu Ehren dieses Heiligen zur heiligen Kommunion. O wüßten doch die Menschen zu schätzen das Glück, welches darin liegt, Sein Leben durchzuleben mit unserer heiligen, katholischen Kirche. Es ist keine Gefühlsschwärmerei, wie mir öfter gesagt wurde. O welches Glück liegt darin, aus dem Glauben zu leben, denn alle, die uns hierin vorausgeeilt sind, mußten aus dem Glauben leben wie wir und ihr Blut vergießen.

Als ich in die Kirche eintrat und mein Blick dem Bild des heiligen Ignatius begegnete, sagte eine innere Stimme:

Ignatius: „Meine Tochter, du hast deine Aufgabe bald vollendet und kannst getrost die Krone erwarten, die dir zuteil werden soll. Siehe, weil ich wußte, was deiner wartet, wollte ich dich vorbereiten an dem Tag, wo du unter meinen Schutz gestellt wurdest. Damals sagte ich dir: Wie ich mich um Christi willen zerfleischen ließ durch die Zähne wilder Tiere, so sollst du dich zerfleischen lassen durch die Zähne der Menschen.

Heute rufe ich dir zu: Freue dich, meine Tochter, daß du dies alles leiden durftest. Was du und diejenigen, die der Herr mit dir verbunden hat, gelitten, ist vorüber. Die Saat ist ausgesät, geht auf und trägt ihre Frucht. Denn so wie es immer war, will der Herr, wenn Sein Volk Ihn verlassen hat und Er zur Strafe dafür sie den Gelüsten ihres Herzens überläßt, daß Seine guten, treuen Kinder Seinen Zorn wieder besänftigen sollen durch geduldiges Ertragen jeglicher Trübsal und Leiden. Nun stehst du bereits fünfundzwanzig Jahre unter meiner Obhut. Du hast mir keine Unehre gemacht. Und nun sage ich dir, und was dir gilt, sage ich auch deinen beiden Mitschwestern, durch die Verbindung, die der Herr mit euch einging, sind jene eins mit dir geworden. Ihr habt nur noch eine Aufgabe, nämlich alles zu tun und zu leiden, um unsterbliche Seelen zu retten.

Ich sagte vorhin: Immer hat der Herr solche Seelen erweckt, auf die Er Seinen Zorn legte. Und um der Geduld und Liebe willen, mit der sie alles über sich ergehen lassen, läßt Er Gnade der sündigen Menschheit widerfahren. Und sage deinem Seelenführer, er habe recht gehandelt. Er möge sich nicht umsehen nach guten Freunden, die mit dem Zeitgeist liebäugeln wollen, jenen aber zum Trost sagen, die sich ihm anschließen, daß ihr Fuß nie wanken werde, daß der Priester, der glauben kann, was der Herr durch dich ihnen sagen läßt, niemals von einer Versuchung erfahren solle, die heute so viele Priester zum Abfall von ihrem heiligen Glauben bringt. Es liegt viel daran, weil in der letzten Zeit das tiefgläubige Leben so bekämpft wird. Dein Seelenführer soll stehen wie ein Fels und bedenken, wenn einige die Achsel zucken, daß dies lange noch keine Armee sei.

Ja, ja, alle, die in deinen Schriften lesen und somit erfahren, was der Herr darin niedergelegt, sollen sich alle Mühe geben, den heiligen Willen Gottes zu erfüllen, denn sie sollen der Same zu einem neuen, tieflebendigen Glaubensleben sein. Kein Akt der Gottes- und Nächstenliebe ist umsonst, wenn sie die gute Meinung haben, damit beizutragen, die heilige Kirche zu unterstützen in den vielen Kämpfen, die ihr bereitet werden. Keinen anderen Sieg gibt es als den, in dem auch wir siegen mußten.“

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977 Herz-Jesu-Freitag am 4. Februar 1910

„Weil die Welt alles aufbietet, Mir die Jugend zu entreißen, darum ist der Glaube in den jugendlichen Herzen nicht begründet.“

Heute bot ich mich dem Herrn an, zu verzichten auf Seine lieben Belehrungen und in dichter Finsternis die Tage zuzubringen, damit Er getröstet sei und nicht ich. Da gab der Herr zur Antwort:

Jesus: „Nicht so, Meine Tochter! Nicht dich will Ich trösten, aber durch dich zu Meinen treuen Kindern reden, denn Mein Herz ist sehr betrübt. Gehe und sage zu allen Meinen treuen Kindern, daß Ich gleichsam in einem Schwächezustand Mich befinde in euren Tabernakeln, wo Ich wohne, und daß Ich sehnsüchtig ausschaue nach Meinen treuen Kindern. In diesen Tagen, wo die Hölle Mir wieder so viele unschuldige Seelen entreißt, bedarf Ich des Trostes Meiner treuen Kinder. Sage ihnen, daß sie kommen sollen.

Ich lobe den Priester in C. (der wegen der Entheiligung des Heiligsten Sakramentes bei einem Versehgang am Sonntag, statt eines Hochamtes, eine stille heilige Messe las und dann, statt der Predigt, laut Protest einlegte und eine Sühneandacht verkündete und dabei laut schluchzte und weinte, ebenso bei der Sühneandacht). Sein lautes Schluchzen vor Meiner Gegenwart im Heiligsten Sakrament, öffentlich vor seiner Gemeinde, hat bei dieser mehr gewirkt als die Predigten einer vierzigtägigen Mission, denn das Volk hat gesehen, daß er glaubt, was er sie lehrt. Was sich aber in der kleinen Landgemeinde zugetragen, wiederholt sich täglich und stündlich, besonders zu solchen Zeiten wie die kommenden Tage. Dafür verlange Ich, daß ihr Mich tröstet. Wenn ihr sehet, wie in den Straßen die aus der Hölle stammenden und von der Hölle inspirierten Menschen sich bewegen, sollt ihr eure Augen niederschlagen aus Liebe zu Mir und an Meine große Betrübnis denken über den Verlust so vieler Seelen durch die Vergnügungen der Fastnacht. Ich verlange aber nicht, daß ihr fasten sollt.

Sage Pater Felix, er möge dem Pater in N. schreiben, Ich wolle ihn groß belohnen und in der Ewigkeit tausendfach entschädigen, wenn er seinen Einfluß aufböte, um die Priester, die in seinem Hause einkehren, doch recht anzueifern, dem Volk mit einem guten Beispiel im Glauben an die wirkliche Gegenwart Meiner göttlichen und menschlichen Person im Hochheiligsten Sakrament offen zu zeigen wie jener Priester in C. Denn was sich in diesen Tagen dort abspielt, das erneuert sich täglich und stündlich in der Welt. Weil die Welt alles aufbietet, Mir die Jugend zu entreißen, darum ist der Glaube in den jugendlichen Herzen nicht begründet. Die Tränen dieses Priesters aber haben mehr gewirkt in seiner Gemeinde als eine vierzigtägige Mission.“

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978 Am 6. bis 24. Februar 1910

„Nur die halten stand, die gehalten sind von Mir.“

Jesus am 6. Februar 1910: „Ich spreche Meinen Dank aus allen treuen Liebesbundmitgliedern, die so opferfreudig ihr Scherflein beigetragen haben. Sage ihnen, daß sie mehr getan haben als ein Almosen gegeben, denn sie haben Meinen innigsten Herzenswunsch erfüllt, weil Ich ein Denkmal errichten möchte für die große Gunstbezeugung der öfteren, heiligen Kommunion, die Ich der Menschheit erwiesen.“

Am Fest des heiligen Valentin am 14. Februar 1910 sandte mir der Herr sandte nach der heiligen Wandlung meinen verstorbenen Bruder, der zu mir sagte:

Bruder (†): „Liebe Schwester! Herzlich danke ich dir, daß du mir gefolgt hast und es gemacht, wie du mir versprochen. Dir verdanke ich mein ganzes Glück, daß ich jetzt schon im Himmel bin und so bald zu der Seligkeit gelangt bin, denn verdient habe ich es für mich nicht, daß ich so schnell hätte in den Himmel gelangen können. Das ist so groß veranschlagt vor Gott, wenn Eltern gute Kinder hinterlassen, weil der Ehestand eingesetzt ist von Gott, daß der Himmel soll bevölkert werden, und das Kind habe nicht ich erzogen und nicht meine Frau, sondern du. Seine Mutter konnte sich nicht um ihr Kind kümmern. Und weil mein Kind so brav ist und sucht, nur Gott zu gefallen, das kommt den Eltern zugute, und das kam mir und meiner Frau sehr zugute. Wir haben an all den Gnaden, die sie sich verdient und an all den Akten der Gottesliebe, die sie erweckt, Anteil, und der Rückstrahl fällt auf uns.“

Jesus am 14. Februar 1910: „Meine Tochter! Gräme dich nicht, daß es jetzt so gemacht ist. Das Ganze kommt nicht von Köln, es kommt von Mainz. Sie haben sich nur an das Urteil vom Jahre 1900 angelehnt, wie sie es alle machen. Die Herren von außen haben keine Verantwortung darauf, weil das alles von Mainz ausgehen muß. Die Menschheit ist jetzt so schwach, daß keiner ein Lächeln oder Spötteln vertragen kann; zudem ist das mittelalterliche Leben aus dem Herzen der Kirche hinausgewichen, und wenn niemand hintendransteht, wo sie fürchten müssen, daß es nachteilig für sie ist, dann lehnen sie alles ab, sie stellen sich ablehnend. Das alles hat nur Mainz auf sich. Deswegen bringen sie auch nichts fertig. Alles Predigen ist umsonst. Nur die halten stand, die gehalten sind von Mir. Von anderer Seite hört ihr noch, daß sie nichts fertigbringen. Das ist die Strafe dafür, weil sie Mein Werk so schädigen und es nicht annehmen.“

Jesus am 24. Februar 1910: „Mein ist die Rache! Das alles fügt sich wieder. Ich werde schon sorgen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

979 Am 27. Februar und 13. März 1910

„Am allersichersten tust du, wenn du beständig dein Auge auf Mich richtest.“

Barbara: Ich bat den Herrn, mich nicht verlorengehen zu lassen, wenn es wirklich eine Täuschung oder Krankheit wäre, wie sie sagen. Da sagte der Herr:

Jesus: „Erinnere dich an Paulina Jaricot, an Clara Moes, wie es diesen beiden ergangen ist, welchen Weg Ich sie geführt, ob es nicht deinem Leben ähnlich ist. Am allersichersten tust du, wenn du beständig dein Auge auf Mich richtest. Jeden Schritt und Tritt, den du tust, jedes Ungemach, das dich überfällt, das von deinen Vorgesetzten oder Mitmenschen dir zustößt, wirst du in Mir finden, in Mir, deinem Erlöser. Dann hast du immer Trost. Denke nur nach!“

Barbara: „O Herr, wenn sich die ganze Welt und selbst meine beiden Freundinnen von mir abwenden würden, dann verstoße Du mich nicht.“

Jesus: „Ich will sehen, ob deine beiden Freundinnen die Prüfung bestehen. Die Prüfung ist, daß Ich von euch verlange die vollkommene Ergebung in den göttlichen Willen, euren Willen vollkommen unterwerfen Meinem Willen, und wenn das geschehen ist und die Prüfung gut bestanden ist, bleibt der Lohn nicht aus. Weil die Menschheit so von Mir abgefallen, müssen die Guten es mitfühlen. Das ist die Strafe, daß das Gebet der Gerechten keinen Anklang mehr findet. Eine Zeitlang hast du keinen Trost.“

Barbara: Am Sonntag, an dem die Jungfrauen die Osterkommunion empfingen, erschien mir unser verstorbener Küster und sagte:

Küster (†): „Sage meinen Kindern, ich gehe heute in den Himmel ein. Sie sollen sich nur immer erinnern, was ich ihnen auf dem Sterbebett gesagt habe, wenn ihnen eine Versuchung kommt. Ich werde auch jetzt noch viel mehr wie im Leben für ihr Fortkommen sorgen.“

Barbara: Am Sonntag, wo die Frauen die Osterkommunion empfingen, sah ich, als die letzte die Kommunionbank verließ, den Herrn entsetzlich entstellt, todesschwach und bleich vor mir stehen.

Jesus am 13. März 1910: „Ich gebe dir das Versprechen, daß die Kirche fertig wird.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

980 Brief Barbara an P. Felix vom 14. März 1910

„Die Mich trösten sollen und mit Mir wachen, denn Mein Herz möchte brechen beim Anblick der ausgiebigen Ernte, die Tag für Tag die Hölle hält.“

„Ew. Hochwürden! Die Fastenzeit voriges Jahr war auch sehr traurig, weil wir die einseitige Untersuchung wieder, wie alle vorhergehenden, durchzumachen hatten, aber es war immer noch einiger Trost, einige Teilnahme von vielen frommen und gelehrten Männern dabei. Denn dies beweisen die Briefe, die von allen Seiten uns entgegengebracht wurden. Und welcher Trost lag für uns Ärmste darin, daß Sie, Hochwürden, sich anboten, unser Führer zu sein und dies so großmütig unseren Vorgesetzten gegenüber auch bewiesen. Da war das arme Herz immer noch in etwa gehoben und konnte hoffen, daß die gute Absicht und das nur in der reinsten Liebe zu Gott aufstrebende Herz doch endlich einmal zur Ruhe kommen könnte. Dies alles fällt aber weg in der diesjährigen Fastenzeit durch den Urteilsspruch von C. Nun schweigt alles und beugt sich vor dem Machtwort der Kirche. Auch mir geht es so. Ich denke an das Wort des Heilandes: ‚Wer euch hört, der hört Mich!‘

Ich bin ein zertretener Wurm, der, ob er sich auch windet unter den Füßen desjenigen, der ihm den Tritt versetzt, sich nicht erheben kann, um weiterzukriechen. So fühlte ich mich die ganze Zeit. Gott allein weiß, was ich erdulde, aber das Schwerste ist, weil Er Selbst mich ganz meinem Elend überläßt. Und so kommt es, daß ich an mir selbst irre werde und glaube, was so viele meiner Vorgesetzten behaupten: Ich sei betrogen. Fast kann ich mich nicht mehr halten, denn meine Gesundheit ist sehr angegriffen; in diesem Zustand ging ich heute zur heiligen Kommunion. O ich tue es, um nicht zu erliegen, denn Liebe habe ich keine mehr, da ich ja glauben muß, der liebe Gott habe mich verstoßen. Als ich von der Kommunionbank zurückkam, wandte ich mich an den Herrn und sagte: O Herr, wenn es auch scheint, als sei mein Herz ein Stein, ich kann nicht mehr Dich lieben, und wenn ich auch um Hilfe schreie, es ist, als sei es wahr, was die Vertreter der Mainzer Kirche sagen: ich sei betrogen. Darum kann ich Dir nichts anbieten, keine fürbittenden Gebete, keine Anliegen Deiner um Hilfe schreienden Kinder, aber was ich leide unter solchen Verhältnissen, das nehme an, o mein Gott, und vereinige es mit Deinen und Deiner Braut, der heiligen katholischen Kirche, Leiden.

Da wurde es ruhig. Mein Herz fühlte für einige Augenblicke Seine beglückende Nähe, und Er sprach:

Jesus: ‚Meine Tochter! Ich wollte den Liebesbund nicht gründen, daß Ich die Mitglieder immer und immer nur mit Tröstungen überhäufe, sondern sie sollen Mich trösten. Und dies tun sie, wenn sie den bitteren Kelch der Leiden austrinken. In den schrecklichen Zeiten, in denen ihr jetzt lebt, und die Ich euch und durch euch der ganzen Menschheit ankündigte in deinen Schriften, schaute Ich Mich nach Apostel um, Petrus, Jakobus und Johannes, die Mich trösten sollen und mit Mir wachen, denn Mein Herz möchte brechen beim Anblick der ausgiebigen Ernte, die Tag für Tag die Hölle hält. Aber der Mensch hat seinen freien Willen, diesen hemmt die Gerechtigkeit Gottes nicht.

Aber Werkzeuge sucht sie sich, die sie zwingt, Nachsicht und Erbarmen zu haben. Und das sind alle diejenigen, die dasselbe tun, was Ich auf Erden tat, besonders in den letzten Tagen Meines Lebens: Leiden, wie Ich litt, ohne jeglichen Trost, ohne Anerkennung, nur die Ehre Gottes suchen und das Heil der Seelen, ihre aufrichtige Liebe nur mit Undank und Haß erwidern sehen.

So geht es jetzt allen guten Kindern Meiner Kirche, besonders den Priestern. Und für sie sollt ihr euch einsetzen, ihr Mitglieder des Liebesbundes, wenn man auch erklärt, man erkenne das gute Streben desselben nicht an. Geht ruhig weiter wie seither, betet, duldet, opfert, wie Ich tat, als Ich die Kirche gründete, und wie es geschehen muß bis zum Ende der Welt, wenn sie fortbestehen soll. Wie Ich die Kirche gründen wollte nur unter Leiden und Opfern, so muß sie erhalten werden unter Leiden, Kämpfen und Opfern. Darum sage es Pater Felix, nicht irre werden, wenn alles schwankt und wankt. Viele will Ich sehen in jetziger Zeit, die nicht getröstet sein wollen, sondern die Mich trösten wollen.‘

gez. Barbara Weigand“

Inhaltsverzeichnis Band 7

981 Karfreitag am 25. März 1910

„Der Priester, der das Kreuz umklammert und der am Fuße des Kreuzes steht, auf dem ruht der Sieg. Betende Priester will Ich, betende Priester!“

Jesus: „Laß dich nur ja nicht beeinflussen von denen, die sagen, ihr sollt euch trennen. Du siehst, wie Ich alle die bekomme, die so gegen das Werk gewütet haben wie N. und einen nach dem anderen. Sage Pater Felix, das Gerede der Menschen müsse ihm gerade so sein, wie einem gläubigen Christen das Gerede der Ungläubigen ist und umgekehrt. Beide gehen ihre Wege und niemand kann ihnen ihre Freiheit nehmen. So gut wie der Ungläubige seine Freiheit hat, so gut hat sie auch der Gläubige. Pater Felix soll sich daran erinnern, wenn er vor der höchsten Obrigkeit ist. ‚Ich habe meinen freien Willen, meinen Glauben offen zu bekennen, ob ihr glaubt oder nicht!‘ In der Ewigkeit soll er neben Pater Ludwig gestellt sein. Das muß aber verdient sein. Haltet euch über all das nicht auf.“

Barbara: „O Herr, gib doch nicht zu, daß der Glaube uns ganz genommen wird in unserem Vaterlande.“

Jesus: „Nein, um des Gebetes der Liebesbundmitglieder willen und um des Gebetes Meiner treuen Ordenskinder willen und der frommen, wahrhaft frommen Priester willen, kann Ich es nicht zulassen, aber sage Pater Felix, wenn ein Bischof seine Diözese und ein Pfarrer seine Pfarrei retten will vor dem Verfall des Glaubens, muß er sich mit lebendigem Glauben an Mein Herz wenden und mit felsenfestem Vertrauen hoffen, daß Ich seine Diözese und seine Pfarrei nicht verlassen kann, und wenn er in beiden sich doch täuschen könnte, soll er mit solcher Liebe Mein Herz umfangen und sagen: ‚Und wenn ich mich in meinem Glauben getäuscht habe und meine Hoffnung vergeblich sein soll und wenn beides schwindet, kann die Liebe nicht schwinden. Um meiner Liebe willen mußt du meine Diözese erhalten.‚ Das heißt, Ich verlange ein tiefgläubiges Priestertum. Wenn die Gelehrsamkeit das Volk rettete, müßte die Kirche schon viel mehr blühen und voran sein, denn mehr als jetzt gepredigt wird, ist noch nie gepredigt worden.

Also, viel beten! Der Priester, der das Kreuz umklammert und der am Fuße des Kreuzes steht, auf dem ruht der Sieg. Betende Priester will Ich, betende Priester! Weder die Wissenschaft noch die Gelehrsamkeit bekehrt das Volk, auch wenn man einen Glanz nach außenhin verbreiten will. Damit ist der Sieg nicht zu befördern, aber mit demütigen, betenden Priestern. Das Salz der Erde muß wieder tiefgläubig werden und sich zum Gebet wenden.

Siehe, wie Ich trösten kann. Übertrifft das nicht alle Leiden der Fastenzeit, und wie oft habe Ich dir gesagt, daß Ich Mein Volk erinnern will, wie glücklich die Seele ist, welche die Kirchenfeste mitlebt. Darum erinnere dich daran, wenn wieder andere Zeiten kommen. Erwäge, was dein Erlöser getan hat, und wie ist es Ihm ergangen? Willst du denn einen anderen Weg gehen? Wer hat die Dunkelheit jetzt weggenommen? Und wer gibt dir den Trost und die Süßigkeit, die du jetzt hast? Sowenig wie das Christentum emporkommen konnte dadurch, daß Reiche dazugetreten sind, wo andere denken konnten, der ist reich und wird ein Christ, denn nur durch das Blut der Märtyrer und das demütige, tiefgläubige Leben der ersten Christen, die ihr Blut vergossen haben, ist das Christentum so schnell ausgebreitet worden, so wenig wird durch den äußeren Glanz, wenn sie noch so viele Priester und gelehrte Prediger erziehen, die Kirche zum Sieg gelangen, wenn nicht das tieflebendige Glaubensleben und das Gebet gepflegt wird. Der Sieg der Kirche muß verdient werden durch die treuen Kinder. Diese müssen die Kirche emporbringen, gerade wie zur ersten Zeit.

Sage deinen beiden Freundinnen, nur ruhig weitergehen wie seither! Sage N.N., daß sie bedenken soll, daß sie Liebesbundmitglied ist. Es geschieht nichts von ungefähr; das alles ist von Mir gewollt. Der Liebesbund muß sich gründen durch Verachtung und Verdemütigung. Ich habe ihr dieses zukommen lassen, um ihr Verdienst zu vermehren. Niemals teilt Gott Seine Gnade aus, wenn Ihm nicht Opfer entgegengebracht werden. So wie Ich die Welt erlösen wollte durch das allerschrecklichste Opfer des Kreuzestodes, so ist es nicht anders möglich. Die Gerechtigkeit Gottes verlangt zu jeder Zeit Sühne für die Verbrechen der Menschen, und in solchen Zeiten, wie sie jetzt sind, verlangt sie außergewöhnliche Opfer. Da muß es Seelen geben, die außergewöhnliche Werke tun. Darum habe Ich den Liebesbund gegründet, weil Priester und Ordensleute, die mehr abgeschlossen von der Welt leben, nicht genügen. Es muß mitten aus der Welt Seelen geben, die mitten in der gottlosen Welt ein Gott wohlgefälliges Leben führen wie diejenigen, die in der Abgeschiedenheit leben, und die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und opfern. Darum lasse Ich es alle diejenigen fühlen, die gegen den Liebesbund arbeiten und suche sie heim wie N.N., weil sie Meinem Willen entgegenarbeiten.

Sage Luise, daß sie sich nicht den Frieden des Herzens rauben lasse durch Satans List, der ihr beständig zusetzen will, als sei ihr gutes Streben umsonst gewesen. Die Widersprüche, die ihr Meinetwegen leidet, ist der sicherste Beweis, daß ihr Meinen Fußspuren nachwandelt. Nicht der Traurigkeit sich hingeben, denn alles, was zu dieser hinführt, ist nicht von Mir, sondern Satans List. Sie soll Mir alle Tage ihres Lebens Dank sagen dafür, daß sie Anteil nehmen darf bei allem ihrem Wohltun und guten Streben an Meiner Verkennung. Jetzt ist keine Zeit der Ruhe und des Friedens in Meiner Kirche. Darum können Meine treuen Kinder nicht in süßen Umarmungen in Mir ruhen wie im Mittelalter, sondern wie die ersten Christen muß sich jede treue Seele selbst durchringen. Daher die bitteren Ölbergstunden bei Meinen treuen Kindern. Sage N., sie soll ohne Zögern jedesmal, wenn sie ein Kind geboren, es Mir auf dem Muttergottesaltar zum Opfer bringen, und dann soll sie unbekümmert sein, daß die Mutter Gottes es ihr auch versorgt.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

982 Weißer Sonntag in Schippach am 3. April 1910

„Hier ist eine Freude unter den Armen Seelen und nur daran erkennst du sie, daß die Kleider noch nicht rein sind.“

Jesus: „An allem, was du hier wahrnimmst siehst du, daß Ich wirklich noch immer Freude habe an diesem Völklein. Darum habe Ich auch beschlossen, Mir hier ein Asyl zu errichten, damit Ich Mich hier erfreuen kann und in der ganzen Umgegend der tieflebendige Glaube, wie er hier geübt wird, erhalten bleibe. Darum will Ich alle diejenigen, die durch ihre Mithilfe dazu beitragen, daß das Werk, der Gedenkstein, den Ich errichten will zu Meiner Ehre, ein würdiges Gotteshaus werde, auf ganz besondere Weise segnen in ihrem Streben nach Vollkommenheit. Sie werden eine Stufe ersteigen, die sie sonst nicht ersteigen würden, wenn sie sich nicht daran beteiligt hätten.“

Barbara: Ich sah dann, wie die Kirche sich füllte mit verstorbenen „Lichtgestalten“. Es waren dabei noch dunkle Gestalten, aber doch sehr freudig. Die Freudigkeit und der Trost war bei allen ein und dasselbe, obwohl die einen lichthell und die anderen dunkel waren. Es wurde mir mitgeteilt, das seien die Armen Seelen und die verstorbenen Angehörigen der Kinder, die im Himmel sind.

Jesus: „Betrachte den Unterschied von diesen gegen diejenigen, welche Ich dir am Fronleichnamsfest in Mainz gezeigt, wo die Verwandten jammerten. Hier ist eine Freude unter den Armen Seelen und nur daran erkennst du sie, daß die Kleider noch nicht rein sind. So ist es auch, was das gläubige Volk hier angeht. Hier hat die Hölle nicht viel zu erwarten, denn erstens belohne Ich die Arbeit sehr, auch haben sie so wenig Zeit für sich, und endlich ist es der tieflebendige Glaube, der ihr einziges Labsal ist. Hier ist es noch, wie es unter Christen sein soll, sie haben ihren Trost und einzige Erholung in den Kirchenfesten. Deswegen dringe Ich so darauf, daß Mir hier eine Lieblingsstätte errichtet wird. Sage Pater Felix, störet euch nicht und fahret fort, das tiefgläubige Leben kundzutun, so in Aachen wie in Mainz Gott verherrlichen und Ihm dienen. Das geht über alles. Das ist das erste, wozu der Mensch da ist.

Sage N.N., sie soll Mich verherrlichen in Geduld. Es ist einmal Mein Wille so, daß Ich den Menschen erst dann belohne, wenn er seine Krone verdient hat.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

983 Sonntag am 10. April 1910

„Der Mensch ist zu schwach, um sich nicht selbst zuzuschreiben, was Mir gebührt. Um dieses zu verhüten, muß Ich ihn tief verdemütigen.“

Jesus: „Sage Schwester N., sie soll sich nur beruhigen über ihr Werk und Mir nur alles überlassen. Alle Werke, die zum gesellschaftlichen Leben nützen, zur Hebung des sittlichen und religiösen Lebens beitragen, sind ein und dasselbe, ob sie von solchen, die in der Abgeschiedenheit des Klosters leben und sich Mir geweiht haben, befördert werden, oder auch von Priestern oder Laien mitten in der Welt. Es ist ein und derselbe Geist, der sie anregt. Ich bin es, der die Berufe in die Herzen der Menschen hineinlegt zu solchen Zeiten, wie die eurige ist, wo das Volk so abgekommen ist vom rechten Weg, und wo alle Mittel in Bewegung gesetzt werden müssen, um das Volk im Glauben zu erhalten. Damit aber solche Werke auch zu Meiner Ehre gedeihen und die Seelen, an welche Mein Ruf zu solchen außergewöhnlichen Werken ergeht, an ihrer Vervollkommnung und Seligkeit keinen Schaden erleiden, muß Ich zu dem Werk auch das Gegenmittel setzen. Diese Gegenmittel sind die Hindernisse, die sich dem Werk entgegenstellen, und die den Menschen dann verwirren, weil er glaubt, das Werk sei nicht der von Gott gewollte Plan. Er habe sich selbst diese Last auferlegt. Dies ist auch der Fall bei N.N. Wenn die Hilfe zögert, dann will der Mensch verzagen, aber sie soll es abwarten, und sie wird sehen, wie sich alles zum Besseren wendet.

Der Mensch ist zu schwach, um sich nicht selbst zuzuschreiben, was Mir gebührt. Um dieses zu verhüten, muß Ich ihn tief verdemütigen. Er muß warten auf Meine Hilfe, oder wie ihr viele Verachtungen und Verdemütigungen ertragen. Wenn das alles so glatt abginge, wie sie es fertiggestellt, wäre der Mensch zu schwach, um nicht Schaden zu leiden und sich nicht selbst etwas zuzueignen. Ich will aber N.N. den ganzen vollen Lohn in der Ewigkeit ausbezahlen. Deshalb muß sie jetzt noch warten und glauben, sie wäre verlassen, aber sie wird Mich noch verherrlichen und Mir noch danken. Obwohl ihr jetzt alles dunkel ist, werde Ich doch sorgen für das Werk, und daß es bezahlt wird. Ihr habt den Beweis, daß das so ist in eurem Werk.

Es ist sehr zu bedauern, daß die Welt jetzt so sehr gesunken ist, daß man sogar in Meiner Kirche sich der Welt anpassen will. Solche sogar, die an der Spitze stehen, geben sich alle Mühe, das Reich Christi zu erhalten, aber auf einem ganz verkehrten Weg. Alles hat den Weltsinn angenommen. Aber eines fehlt: Der tieflebendige Glaube, der immer mehr schwindet. Je mehr die Welt im Unglauben Fortschritte macht, desto mehr sickert der Unglaube auch in Meine treuen Kinder ein, zumal die Menschheit in der Zeit, in der ihr lebt, vielen Gefahren ausgesetzt ist.

Ich muß gar große Geduld haben, aber Ich bleibe immer derselbe Gott und führe Meine Geschöpfe immer auf demselben Weg zurück, von dem sie abgekommen sind. So war es bei den Israeliten. Wenn Ich ihnen auch noch so viel versprochen und gesagt, daß sie Mein auserwähltes Volk seien, sobald sie abgewichen von Mir, demütigte Ich sie tief, und nichts hat sie gerettet, als wenn sie zurückkehrten zu Meinem Gesetz und in Demut erkannten, daß Ich Gott bin. Dann reichte Ich ihnen die Hand und führte sie heraus aus ihrem tiefen Fall. So ist es auch jetzt. Meine Diener mögen tun, was sie wollen, noch so viele Vereine und glänzende Veranstaltungen machen, das alles führt nicht zum Ziel, das die Welt retten könnte. Nur der tieflebendige Glaube kann die Welt erhalten und Mir wieder zuführen. Das Christentum bleibt nur erhalten durch den tieflebendigen Glauben. Das muß aber durch einzelne Seelen wieder gezeigt werden.

Das ist der einzige Grund, weshalb Ich verlange, daß eine Kirche hier soll gebaut werden, um der Menschheit zu zeigen, daß der tieflebendige Glaube es ist, der Taten vollbringt. Ich will die Hysterie zuschanden machen und zeigen, ob Phantasie und Einbildung je noch etwas fertiggebracht hat. Wo aber Taten sich zeigen, da ist die Hysterie ausgeschlossen. Wer ist es, der die Worte auch lebendig macht, der die Menschen anregt, auch ihr Scherflein beizulegen aus ferneren Ländern, so daß das Geld herbeifließt und niemand weiß, woher und wie es kommt. Das tue Ich nur, um die Meinung zuschanden zu machen, daß alles Hysterie sei. Nachher, wenn alles fertig ist, werden alle sagen: Das kann keine Hysterie gewesen sein, wo so Gottes Segen waltet wie bei diesem Werk. Das hat Gott getan!

Dieses Werk ist Mein Wille. Ich verlange es nicht, wie manche glauben, daß es Einbildung sei, du tust das alles aus dir. Darum fließt das Geld zusammen. Hier will Ich zeigen, wie Meine Aufträge ausgeführt werden.

So ist es mit N.N. und allen, die Ich berufen habe zu diesem Werk, und es in sie hineingelegt habe. Das sind Meine gottgeweihten Bräute, die der Welt zeigen sollen, wie Mir gedient werden muß in der Abgeschiedenheit und Jungfräulichkeit. Sie müssen das gemeinschaftliche Leben, das gesellschaftliche Leben heben und halten in der Abgeschiedenheit und doch wirken in die Gesellschaft hinein. Deshalb gab Ich den Antrieb, daß sie so große Werke verrichten sollen. So will Ich auch mitten in der Welt Seelen haben. Wenn einmal alles herum ist und ihr von der Ewigkeit her alles überschauen könnt, wie alles zusammen harmoniert, und warum Ich solche Seelen erwecke, die solche Werke ausführen, die nicht ihrem Stand und Talent zugeschrieben werden können, um dadurch zu zeigen, wie jedes Geschöpf der Gesellschaft nutzen muß und kann, dann werdet ihr Mich preisen. So erwecke Ich auch Jungfrauen in der Welt und will zeigen an dem Bau hier, was Jungfrauen in der Welt für einen Beruf haben. So wie es hier in diesem Werk gemacht wird, das muß noch Nachahmung finden von anderen in der Welt.

Deine N.N. versteht das nicht, daß Ich sie jetzt so stecken lasse, und Ich sage ihr, so wie Ich euch zu all dem, daß Ich Meine Sache durchführe, trotz aller Hindernisse von seiten eurer geistlichen Vorgesetzten, doch auch die Verdemütigungen und Verachtungen nicht erspare, denn ihr müßt zermalmt werden, damit der Stolz nicht aufkommt, denn kein Mensch ist ausgenommen vom Stolz, und ihr könnt alle Tage sehen, wie tief diejenigen fallen, die Ich nicht so tief demütige. So ist es mit dem Bau von N.N. Sie mußte das beginnen und soll sich keine Gedanken machen. Ich sorge, daß er auch bezahlt wird. Sie muß aber erst die Verdemütigungen durchmachen, damit sie sich nichts aneignet und Ich ihr den vollen Lohn auszahlen kann in der Ewigkeit. Denn der Mensch eignet sich gern zu, was er selbst nicht ist.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

984 Am 11. und 13. April 1910

„Mit dem Empfang der heiligen Kommunion sind die Mängel der Seele getilgt, wenn der Mensch nicht Todsünder ist!“

Barbara: Bei der heiligen Kommunion sah ich Jesus in Menschengestalt an die Kommunionbank treten. Er war blendend weiß, die Reinheit Selbst. Zwei Männer und wir beide knieten an der Kommunionbank, und der Herr ging in jeden ein, und die Seele wurde wie Er so blendend weiß. Der Herr sagte:

Jesus am 11. April 1910: „Ich ersetze alles. Mit dem Empfang der heiligen Kommunion sind die Mängel der Seele getilgt, wenn der Mensch nicht Todsünder ist!“

Jesus am 13. April 1910: „Beruhigt euch! Sprecht ruhig, wenn ihr eure Gegengründe vorbringt. Eure Namen und Person müßt ihr ganz aus dem Spiel lassen, denn ihr habt keinen Dank und Anerkennung zu beanspruchen, wie es sein soll. Ihr müßt den Weg gehen wie Ich. Dies ist aber auch die Aufgabe eines jeden Priesters, der ein anderer Christus sein soll, und auch er darf nicht so viel sein Wohlergehen vordrängen. Der Grund aber ist, daß überall die Augenlust hineingedrungen ist. Alles will ein wohlbehagliches Dasein haben.

Ihr aber, ihr Liebesbundmitglieder, müßt diese verkehrte Neigung in euch bekämpfen, weil Ich damit andere retten will, und Ich will der Welt zeigen durch euer Beispiel und Leben, wie der Weg zum Himmel zu gehen ist. Dafür sollt ihr aber auch eine Krone in der Ewigkeit erlangen, die nicht viele tragen, die Meine Worte nicht befolgen.“

Barbara: Ich sah ein Licht, darin sah ich eine lange Prozession. Es waren die Schutzengel der Liebesbundmitglieder. Die hielten eine so herrliche Krone in den Händen für alle die, welche sich beteiligten und ganz uneigennützig sind und das befolgen, was der Herr angibt.

Jesus: „Ihr habt keinen Dank zu erwarten und auch die Priester nicht, aber euer Lohn ist in der Ewigkeit. Der Priester, der nur für sich sorgt und nur sich im Auge hat, hat auch den Lohn nicht.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

985 Am 18. und 19. April 1910

„Frage nicht Fleisch und Blut, sondern frage die Gnade.“

Wir besuchten in Aschaffenburg das Grab einer Klosterschwester, die Liebesbundmitglied war. Wir beteten den Rosenkranz, und beim zweiten Gesetz schon kam die Schwester in großer Glorie:

Schwester (†): „Wenn ihr zu Hause seid und es kommen zwei Mark an, so sollt ihr daraus erkennen, daß es der Wille Gottes ist, daß ihr zur Vollendung der Pfarrei noch das von der Geistlichkeit begehrte leget. Stellt euch ganz zurück und laßt die anderen vortreten. Das beste ist, im Verborgenen zu wirken, und wie groß ist der Lohn, wenn alles herum ist. Das andere sollt ihr Gott überlassen. Er wird schon alles so lenken, wie es gut ist, wenn diese Frage entschieden werden soll. Frage nicht Fleisch und Blut, sondern frage die Gnade. Vom Himmel aus, wo ich jetzt bin, schaut man die irdischen Dinge mit anderen Augen an. Da erkennt man klar, wie unrecht wir gehandelt, wenn wir nicht in allen Dingen die größere Ehre und Verherrlichung Gottes gesucht und das Heil der unsterblichen Seele im Auge gehabt.“

Jesus am 19. April 1910: „Beunruhigt euch nicht über die Gefühle und Stimmungen. Das ist das natürliche Gefühl im Menschen, das kommt und geht, und beunruhigt euch auch nicht darüber, ob etwas Gutes erzielt wird oder nicht. Das ist nicht euer Verdienst und nicht euer Schaden. Eure Absicht ist gut, und was Ich in euch angeregt, das habt ihr auszuführen, und was dabei vorkommt, geht euch nichts an. Über alles, was euch Widerwärtiges begegnet, müßt ihr euch gleich wegsetzen und den Geist höher hinaufschwingen. Ihr müßt selbstlos weiterarbeiten. Ihr müßt eure Blicke höher richten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

986 Am 29. April und 2. Mai 1910

„Kein Mensch, kein Priester und kein Laie ist ausgenommen von dem Einfluß, den die Macht der Hölle jetzt ausgießt auf die Welt durch seine Helfershelfer. Darum muß viel gebetet, viel gelitten und viel geopfert werden.“

Jesus: „Versenke dein Herz in Mein Herz und lege dein Haupt an Meine Brust und ruhe aus. So ist es nicht, wie die Menschen dich beurteilen, die werden dich einst nicht richten. Genügt es dir nicht, wenn Ich mit dir zufrieden bin? Und daß Ich mit dir zufrieden bin, das will Ich dir jetzt wieder beweisen. Wer könnte dir den Trost geben, den du jetzt genießest? Nun nehme dir auch vor, fortan ruhig zu sein über all das Gerede der Menschen. Suche immer deine Freude bei Mir. Komme zu Mir, Ich bin jederzeit bereit, dich zu trösten. Du brauchst keinen Menschen. Und wenn selbst diejenigen, die Ich an die Spitze gestellt, dich verdammen würden; du hast den einen Weg, und das ist der, den Ich gegangen bin.

Auch Ich wurde von allen Menschen verachtet und hinausgestoßen, und darin kannst du dich immer wieder freuen, daß du Mir ähnlich wirst. Darum sollst du alle, die sich an dich wenden, mit einem kleinen Trost erfreuen, weil das Menschenherz trostbedürftig ist und Ich Mich immer wieder der Menschen bedienen will, um andere zu trösten. Darum sage N., daß es ihr genüge, daß sie zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehört und daß, wenn es Seelen gegeben hat, Jungfrauen, die lieber auf ein Königreich verzichteten, als ihre Jungfräulichkeit preiszugeben, es ihr leicht sein müsse, welche Wahl sie zu treffen hat. Überhaupt will Ich, daß ihr euch nicht beirren laßt, um einander anzueifern und zu ermuntern zu einem guten Streben und einem freudigen, tiefgläubigen Christenleben. Denn es tut der Welt so not, daß es noch nie, seit die Welt steht, so nötig war wie jetzt, daß der wahre Glaube erhalten bleibe. Kein Mensch, kein Priester und kein Laie ist ausgenommen von dem Einfluß, den die Macht der Hölle jetzt ausgießt auf die Welt durch seine Helfershelfer. Darum muß viel gebetet, viel gelitten und viel geopfert werden, und ihr müßt immer wieder gegenseitig euch aufmuntern, damit, wenn eine Seele erliegen möchte, sie sich wieder aufrafft.

Überlasse Mir das Urteil über alle, die euch entgegen sind. Ich habe es schon viele fühlen lassen wie N., und es werden es noch mehr fühlen müssen. Denn welche Ausrede haben Meine Diener, daß sie das tiefgläubige Leben so unterdrücken? Zeige Ich ihnen nicht genug, daß es den Feinden Meiner Kirche gleichgültig ist, auf welche Art sie die Kirche knechten? Bringen sie nicht ihren Spott trotzdem an, wenn ihr euch auch noch so sehr unter die Pantoffel stellt und alles zu vertuschen sucht, was an tiefgläubiges Leben grenzt?

Darum, weil Meine Diener keine Ausrede haben, denn Ich habe ihnen schon zur Genüge gezeigt, daß Ich es bin, der mit dir redet, und ihnen auch gezeigt, daß es wahr ist, was Ich im Anfang durch dich gesagt habe, daß der Strom der Sittenlosigkeit und des Unglaubens alles mit sich fortreißt, weder Priester noch Laie bleibt verschont, nur die, die sich halten an das tiefgläubige Christenleben und glauben, was Ich gesagt habe, darum werde Ich es alle fühlen lassen, die Mir widerstehen.“

Jesus am 2. Mai 1910: „Sage N.N., als Jubiläumskranz werde Ich ihr geben die Krone des unblutigen Martyriums. Sie habe ihr ganzes Leben mit Ängsten zu kämpfen und meint, Ich sei nicht zufrieden mit ihr. Ich werde sie dafür entschädigen, und weil sie so viele gute Keime in manches junge Herz hineingelegt, so soll sie die ganze Ewigkeit sich daran erfreuen. Sooft eine jener Seelen in den Himmel kommt, wird ihr das eine neue Seligkeit bereiten. Sie soll mit Freuden ihrem Tod entgegensehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

987 Brief Barbara an Pater Felix am 5. Mai 1910

„So brauche Ich Männer, keine Gelehrten, aber Demütige, von Herzen kindlich Gläubige.“

Schon am Vorabend des Festes Christi Himmelfahrt hatte ich eine Vorahnung von dem Glück, welches die Seele unseres Herrn gehabt haben mag, als Sie ihr Werk auf Erden vollendet sah und im Begriffe stand, zum Vater zurückzukehren. Es ist wahr, hochwürdiger Vater, ich könnte dies mit einem Eid beschwören, daß es nicht, wie geistliche Vorgesetzte sagen, Einbildung, ein Hineinvergraben ist. Nein, es ist Wirklichkeit. Meine Seele lebt das Leben Jesu in Seiner heiligen Kirche mit. Und dieses Mitleben muß der Leib mitfühlen, ob er will oder nicht. Mit dem letzten Sonntag in der österlichen Zeit hört jedes Jahr die innere Beängstigung auf, und es ist mir, als sei meine Seele aus einem Kerker erlöst. Habe ich auch nicht mehr jene Tröstungen so häufig wie früher, aber mit der Kirche fühlt und feiert meine Seele und mit ihr auch der Leib die Feste mit.

Als ich heute von der heiligen Kommunion zurücktrat, sah ich mich ganz in des Herrn Herrlichkeit. Meine Glieder nahmen Anteil an dem beseligenden Glück, das anderthalb Stunden anhielt. Aussprechen kann ich es nicht, denn es ist der Himmel auf Erden. Ich wurde zur mystischen Vermählung zugelassen und durfte ruhen an der Brust des Herrn. ‚Hier‘, sagte der Herr, ‚ruhe aus von all den Kämpfen, die du Meinetwegen übernommen, und für Verachtungen nehme Anteil heute an Meiner Ehre. Siehe, alle Bewohner des Himmel ehren dich in Mir und Mich in dir.‘ Ich bat nun auch, im heiligen Gehorsam gegen meinen Seelenführer mir zu sagen, ob er den jungen Menschen, der ein früherer Schüler von ihm war, behalten solle oder nicht. Und der Herr antwortet: ‚Er soll ihn nur aufnehmen, denn in der Welt wird seine Seele zugrunde gehen.‘

Ferner zeigte der Herr mir den Ort, den Ew. Hochwürden dereinst einnehmen sollen, und der für Sie bestimmt ist. Nur zwei Heilige erkannte ich unter der unabsehbaren Menge: Den heiligen Stifter Franziskus und neben Pater Ludwig stand ein unbesetzter Thron.

Jesus sagte: ‚Dieser ist bestimmt für deinen Seelenführer. Sage ihm aber, ein Kind müsse er werden wie die zwei, zwischen denen einst sein Platz sein wird. Kindlicher muß er noch werden. Ich habe ihn hier in diese Einsamkeit geführt. Er soll hier ein Alverna erblicken. Und diese Waldeinsamkeit soll widerhallen vom Lobe Gottes. Er soll zusammenrufen die Einfältigen und die Demütigen und Mir Ersatz und Sühne leisten für so viele hochfahrende Gelehrten und Priester, die sich nach der modernen Weltanschauung richten wollen. Darum zurück zur heiligen Einfalt, wie Mein Diener Franziskus, der nach Kinderart das Volk um sich sammelte und in heiliger Begeisterung alles mit sich fortriß. So brauche Ich Männer, keine Gelehrten, aber Demütige, von Herzen kindlich Gläubige.‘

Ferner zeigte mir der Herr Luise, wie viel Gutes sie wirkt in stiller Verborgenheit und wie sehr Er wünscht, daß sie viele Nachahmer im Laienstand hätte, denn da bleibe die Absicht rein, wo eine Seele so verachtet und verkannt werde. (Ich sah sie, wie sie in einer Klasse von Menschen mit der Schulter über sie hinausragte und ein großer Friede lag auf ihren Zügen.) Eine treue Schülerin habe sie gefunden in Fräulein N.N. Diese Seele habe Er aber auch bestimmt, ein leuchtendes Beispiel für die Besitzenden und Adeligen, wie die Welt sie nennen, zu werden.

Jesus: ‚Darum sage Meiner Tochter, daß sie nicht mehr rückwärtsschaue, sondern nur immer vorwärts, dem großen Ziele zu. Deutschland könne noch gerettet werden, aber nur, wenn seine Priester sich nicht nach dem Geist der Welt richten.‘

Ich fragte: ‚O Herr, werde ich auch die Wallfahrt in Gutenbrunnen sehen?‘

Jesus antwortete: ‚Nicht nur du wirst die Wallfahrt in Gutenbrunnen sehen, sondern eine ganze Prozession werdet ihr mitnehmen, wenn auch nicht in diesem Jahr, und Ich will es euch anrechnen, wie wenn ihr nach Lourdes gewallfahrtet wäret. Sage Frl. Th., sie soll fortfahren, das tiefgläubige Leben ausüben zu lassen und die einzelnen zu ermuntern und zu bestärken und zu sammeln, denn nur dadurch kann Deutschland gerettet werden, wenn sich Priester finden, die helfen, das tiefgläubige Leben aufzurichten. Geht nur ruhig über alles hinweg.‘

gez. Barbara Weigand.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

988 Pfingstfest am 15. und 16. Mai 1910

„Wo der Mensch sich mit natürlichen Mitteln helfen kann, soll er sich auf natürliche Weise helfen.“

Am Pfingstsonntag (15. Mai 1910) sagte der Herr:

Jesus: „Bereite dich nur vor, Ich werde noch mit dir reden. Aber jetzt nicht.“

Barbara: „O Herr, wann wirst Du es tun, damit ich mich danach richten kann?“

Jesus: „Gehe in deine Pfarrkirche!“

Barbara: Nach der heiligen Wandlung sagte der Herr:

Jesus: „Schreibe einen Brief an N., wie Ich ihn dir diktiere, und halte an dem Platz zwischen den zwei Dörfchen an, und wenn er ihn euch überläßt, ist es das Zeichen, daß Ich die Kirche dorthin haben will. Um das Weitere kümmert euch nicht. Ihr habt für die Mittel zu sorgen, und das andere überlasset denjenigen, die dazu zu sprechen haben. Betet recht um die Einheit der beiden Dörfer. Gibt er euch eine abschlägige Antwort, dann soll es das Zeichen sein, daß ihr euch um den Platz nicht mehr kümmert, sondern das Mir überlassen sollt.“

Barbara: Ich bat den Herrn inständig für Besserung einer Kranken.

Jesus: „Nein, nein, Ich will sie an einem bestimmten Ort im Himmel haben und ihr eine große Glorie verleihen, und wenn Ich ihr zeitliche Güter gäbe, hätte sie ihren Lohn dahin auf der Welt. Doppelt kann Ich sie nicht belohnen. Entweder müsse sie den Weg gehen, den Ich gegangen bin, oder drüben zurückstehen. Der Reichtum ist zu vielen Gefahren ausgesetzt. Die Reichen machen sich zu viele gute Tage. Es kommen darum zu wenige von den Reichen in den Himmel. Sage N., wo der Mensch sich mit natürlichen Mitteln helfen kann, soll er sich auf natürliche Weise helfen. In diesem Meinen Werk fehlt es an einem energischen Mann, der das Wort führt und sie anpackt an den Verleumdungen, die sie gegen dich ausstreuen. Diese Verleumdungen müßten widerrufen werden, aber es ist niemand da, und so machen sie so weiter.“

Barbara: Am Pfingstmontag (16. Mai 1910) sagte ich nach dem Kreuzweg zum Herrn:

„Dir übergebe ich all die Leiden, die wir und alle Liebesbundmitglieder zu erdulden haben überall, wo man alles unterdrücken will.“ Der Herr teilte mir eine solche Freude mit, daß alles wie weggeblasen war. Der Herr kam aus dem Tabernakel, so lieb und schön, blütenweiß. Auf Seinem Herzen flatterte eine Taube. Es war, wie wenn Er mich in Sein Herz hineinschließen wollte. Eine Klappe an Seinem Herzen schien aufzugehen und im Nu war ich drinnen. Ich sah einen unabsehbaren Raum wie die ganze Welt. Der Herr zeigte mir alle diejenigen, die am meisten für das Werk mitleiden müssen. Es war wie ein abgeschlossener Raum, in dem eine große Tafel gedeckt war. Daran saßen außer meinen zwei Freundinnen noch viele Bekannte und unbekannte Liebesbundmitglieder. Der Herr sprach:

Jesus: „Das sind diejenigen, die tieflebendig glauben und für das Werk sich bemühen. Ist es nicht der Mühe wert, Meine Tochter, daß man glaubt?“

Barbara: Außerhalb des abgeschlossenen Raumes waren auch Menschen, aber sie schienen so wankelmütig. Ich fragte den Herrn, warum es scheint, daß diese Menschen so hin- und herwanken?

Jesus: „Das sind auch gute Christen, aber weil sie keinen rechten Halt haben und weil die Gefahren der Jetztzeit so entsetzlich groß sind, sind sie schwankend und jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt, daß sie sich hin- und herreißen lassen, wie wenn sie jeden Augenblick tief fallen wollten. Das ist der Unterschied zwischen denen, die tieflebendig glauben, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch bin. Diese richten ihr Leben danach ein, empfangen Mich in der heiligen Kommunion, sie sind mit dem Band der Liebe eingeschlossen, und die Welt kann nicht an sie heran. Aber von den anderen weiß niemand, ob er sich nicht beeinflussen läßt vom Geist der Welt, weil die Gefahren zu groß sind und der Unglaube zu frech. Deshalb will Ich, daß der Liebesbund sich ausbreitet und so viele täglich kommunizieren und viel für die Wankelmütigen beten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

989 Am 17. und 20. Mai 1910

„Erst müsse der Katholizismus die Gehässigkeit ausscheiden, dann erst wird die Gehässigkeit von anderer Seite schwinden.“

Jesus: „Sage N., sie solle denen, die sie bedrängen, geradeheraus sagen, sie sollten nur so weitermachen. Das wäre derselbe Haß, den die Feinde der Kirche ihnen gegenüber an den Tag legen. Es wäre recht, wenn sie absolut befehlen, wollten sie aber das Gute unterlassen, hätten sie in der Ewigkeit jedes Vaterunser und jedes Gebet, das durch ihre Schuld unterbleibt, zu verantworten. Aber so, wie sie es machen und die guten treuen Kinder vernichten wollen, so würde es in kurzer Zeit die ungläubige Welt mit ihnen tun. Erst müsse der Katholizismus die Gehässigkeit ausscheiden, dann erst wird die Gehässigkeit von anderer Seite schwinden.“

Barbara: Am 20. Mai 1910 nach der heiligen Kommunion sagte ich zum Herrn:

„O hilf mir doch, daß ich wieder zur Kirche gehen kann.“

Der Herr fing an zu reden, und ich sagte:

„Ja, bist Du es denn?“

Jesus: „Freilich bin Ich es, wer wäre es anders als Ich, der Sich dir entzogen hat. Alle diejenigen, die so klagen, sollen sich trösten, daß Ich es bin. Es wäre allerdings gut leiden, wenn Ich dabei bin, aber gerade das ist es, wenn gelitten sein soll, muß Ich Mich zurückziehen.

Weißt du nicht, daß der Maimonat der Königin der Herzen geweiht ist? Ihr sollt der Herzenskönigin behilflich sein, Herzen zu gewinnen. Da muß gelitten sein. Da ist nicht nur allein Gebet nötig, sondern auch Leiden. All das Leiden, mag es heißen, wie es will: Krankheit, innerliche Seelenängste, Trockenheit muß dazu helfen. Ihr seid Sklavinnen Meiner Mutter. Sie hat Mir keine Ruhe gelassen. Um des Gebetes Meiner Mutter willen mußte Ich den strafenden Arm zurückhalten.

Siehst du nicht, wie gut Ich bin und die Feldfrüchte wachsen lasse für das undankbare Volk. Aber da müssen auch Seelen da sein, die mitverdienen, denn Ich kann nicht mehr leiden und auch Meine Mutter nicht. Menschen müssen es sein, die immer wieder das Leiden Christi ersetzen können an sich.“

Barbara: Ich hörte die Stimme einer Verstorbenen und sagte:

„Lieber Heiland, ich fühle Deine Nähe. Wer ist das? Sage mir doch zur Belehrung und zum Trost für die Geschwister, weil sie so große Opfer bringen, ob das ihre Schwester ist.“

Jesus: „Das Fräulein ist noch nicht zur Anschauung Gottes gelangt.“

Barbara: „O Herr, sie hat doch so viel gelitten (Krebs)!“

Jesus: „Ja, aber weil sie so eine reine Seele war und einen großen Lohn zu erwarten hat und in einen hohen Grad der Seligkeit kommt, muß sie sehr rein sein und hat noch abzubüßen. Sie hat sich nicht so ganz in den Willen Gottes ergeben und dem Tod nicht freudig ins Auge geschaut. Sie hätte immer noch lieber gelebt. Das ist eine Unvollkommenheit, die Mich kränkt. Wenn Ich eine Seele rufe, soll sie mit Freuden kommen, mir in die Arme fliegen. Ich muß ihr genügen.“

Barbara: „Mit was können wir ihr helfen?“

Jesus: „Ihr sollt eine Wallfahrt für sie machen.“

Barbara: „Wohin denn?“

Jesus: „Nach Marienthal! Und auch die Geschwister sollen mit euch gehen.“

Barbara: „O Herr, im Monat Mai ist kaum noch ein Tag freizumachen, wir sollten doch warten bis zum Juni.“

Jesus: „Wer wird so lange warten, wenn man weiß, mit welcher Sehnsucht die Seele verlangt, Mich zu schauen und ihr Leiden zu verlieren? Geht im Mai und wartet nicht bis Juni. Fragt nicht nach der Hitze und Kälte. Wenn man Großes erlangen will, muß man auch große Opfer bringen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

990 Fronleichnamsfest am 26. Mai 1910

„Denn an dieser inneren Sammlung, womit Meine treuen Kinder bei dieser öffentlichen, feierlichen Prozession ihren Glauben bekennen, sollen die Ungläubigen erkennen, daß ihre Wut abgeprallt ist und die Spötter verstummen müssen.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion fühlte ich eine außergewöhnliche Freude, wie ich sie seit lange nicht mehr hatte. Ich konnte auch mit viel größerem Vertrauen mich an den Herrn in mir hingeben, wie ein Kind, das, wenn es auch weiß, es hätte manches besser machen können, sich doch als geliebtes Kind seines Vaters weiß. Der Herr war sehr freigebig und ich merkte Ihm an, daß auch Er Sich freute auf den Triumph, den Seine treuen Kinder Ihm heute bereiten werden. Er teilte Seine Freude auch in Worten mit, indem Er zu mir sprach:

Jesus: „Du sollst heute sehen, daß du die Verachtungen, die du Meinetwegen schon gelitten, nicht umsonst gelitten hast, wenn es auch scheint, Meine Diener hätten nichts angenommen von dem, was Ich mit dir redete. Es ist aber durchgedrungen, und du wirst heute sehen, daß es auch seine Früchte trägt.“

Barbara: Als ich später während des Engelamtes den Herrn wieder auf dem Altar erblicke, war Er aber in solche Majestät eingehüllt, daß alles an Ihm glänzte wie lauter Sonnen, doch wurde das Auge von dem Glanze nicht geblendet. Aber alles an Ihm ließ mich erkennen, wie wahr Sein Wort ist, das Er einst gesprochen: „Meine Freude ist es, bei den Menschenkindern zu sein.“ Ich lud nun alle, sowohl meinen Schutzengel als auch die Heiligen, die sich würdigten, bei den früheren Passionsleiden so geheimnisvoll mit mir zu verkehren, besonders meinen verstorbenen Seelenführer ein, mich zu begleiten und bat die lieben Armen Seelen, mir große Ehrfurcht zu erbitten. Da hörte ich wieder des Herrn Stimme, die sprach:

Jesus: „Geh mit inniger Sammlung. Wage es auf dem ganzen Wege nicht, neugierige Blicke umher zu werfen und sage es auch deinen beiden Freundinnen und allen, die glauben, daß Ich mit dir rede. Denn an dieser inneren Sammlung, womit Meine treuen Kinder bei dieser öffentlichen, feierlichen Prozession ihren Glauben bekennen, sollen die Ungläubigen erkennen, daß ihre Wut abgeprallt ist und die Spötter verstummen müssen.“

Barbara: Als wir in die Nähe des Domes kamen, schaute ich wie alljährlich, so auch heute wieder, eine himmlische Prozession mit ausziehen. Es sind dies die Heiligen und Verstorbenen der Stadt, die sich mit ihren Verwandten und Mitbürgern der Stadt Mainz vereinigen. O welch ein Schauspiel! Könnte ich doch die ganze Welt durchlaufen und allen Leuten sagen, wie glücklich wir Kinder einer solchen Kirche sind und wie viel Schaden dadurch angerichtet wird, wenn man aus übler Laune oder eitler Menschenfurcht die Begeisterung hemmen will.

Jesus: „Wann stand es je gut bei den Israeliten? Nicht wahr, als David vor Begeisterung tanzte um die Bundeslade! So siehst du auch heute, wo das Volk angeeifert wird, da pulsiert Freude und Begeisterung für das Gute unter den treuen Katholiken.“

Barbara: Aber unter der jubilierenden Schar der Seligen, die den Zug begleiteten, sah ich auch wieder die schmerzlichen Gesichter jener, deren Anverwandte abtrünnig geworden, ihren Glauben nicht mehr bekennen. O ich bin überzeugt, wenn all jene, in denen noch ein Funke Gottesliebe und Liebe zu ihren Verwandten steckt, wüßten, wie diese ihr Unglück beteuern, es würde eine Umkehr in der ganzen Stadt, ja in der ganzen Welt herbeiführen, denn, so sagte mir der Herr:

Jesus: „Wie du hier siehst, ist es, soweit eine Christengemeinde wohnt. Weil das Fronleichnamsfest eingesetzt ist, um Meinen Leib zu ehren, der Sich doch ganz verzehrte aus Liebe zu den Menschen, deswegen beteiligt sich die dreifache Kirche an diesem Triumphzuge Meiner Liebe.“

Barbara: Mit großer Freude sah ich dieses Jahr meine Angehörigen, die in Mainz gelebt, und Pater Ludwig und dessen Mutter. Ich fragte Pater Ludwig, warum ich ihn hier sähe, da er doch als Ordensmann in Aachen gestorben sei? Ich erhielt die Antwort:

P. Ludwig (†): „Ich stand auch in Mainz als Ordensmann, eben, da ich erst anfing, die Glückseligkeit, die ich genieße, mir zu verdienen, als die Verachtungen und Verdemütigungen anfingen, die ich zu erdulden hatte, als mich Gott berief, dein Seelenführer zu werden. Darum zieht mich die Dankbarkeit nach Mainz, weil ich mir hier meine Krone verdiente. Sage meiner Schwester Luise, daß sie immer und immer wieder meinen anderen Geschwistern den Wert eines verachteten und gedemütigten Lebens ans Herz lege. Denn auch der geistliche Stand sowie der Ordensstand, wenn er nur geschäftsmäßig wie irgendein anderer Beruf geübt wird, hat seine Klippen und kann zur Hölle führen, aber da, wo man für diesen seinen Beruf Zurücksetzung und Verachtung Gott zuliebe erduldet, ist man dieser Klippe enthoben. Darum freue ich mich sehr, daß meine Schwester Leonarda zu kämpfen hat mit zeitlicher Not, denn dies bewahrt sie vor einer gefährlichen Klippe.“

Barbara: Als die Prozession eingezogen war und ich noch der Elf-Uhr-Messe beiwohnte, würdigte mich der Herr nochmals einer großen Gnade. Er erschien mir wie ein Bräutigam und lud mich ein, an Sein Herz zu kommen. O es ist zu viel der Erbarmung Gottes und ich könnte es nicht glauben, wenn ich es nicht erführe. Der Herr öffnete Sein Herz. Er vergaß alle meine Untreue und ließ mich eintreten. Ich blieb aber stehen und sagte zu Ihm: „Herr, auch die anderen.“ Da sagte der Herr gebieterisch: „Komm nur!“, und ein langer Zug folgte mir. Es waren meine zwei Freundinnen, Pater Felix und alle treuen Seelen, die dem Liebesbund angehören. Nun aber war der Herr so herablassend gegen alle, hatte für alle ein besonderes Interesse und gab für einige auch besondere Trostesworte.

Jesus: „Pater Felix soll fest stehen als Stütze für den Liebesbund, denn diejenigen, die dagegen kämpfen, wissen nicht, welchen Schaden sie sich selbst antun. Die Augen werden aber allen aufgehen, denn Ich werde sie nötigen, daß sie Meine Worte beachten. Ich will sie schon zurechtweisen. Aber Mein Diener soll immer bleiben, was sein Name bedeutet.

Dem Beichtvater von K. sage Ich: Er soll wissen, daß er Mein Röhrlein leiten soll auf dem Weg, den Ich gegangen bin. Denn beide, sie und ihre Verwandte, Meine Leidensbraut, sollen an der Klippe vorbeikommen, die der Reichtum für so viele ist.“

Barbara: Und so nannte der Herr noch mehrere, die sich viel für Ihn und Sein Werk opfern. Aber es ist besser, sich gar nicht zu interessieren, wer es ist. Wir alle wollen niedersinken und anbeten und Ihm danken dafür, daß Er uns wissen läßt, wie gut Er es mit uns Menschen meint. O wir sind zu schwach, um solche Güte würdig zu erfassen. Schon auf dem Wege hielt ich an für einen Mann und erfuhr, daß seine Leidenszeit, die vierzig Jahre dauern sollte, so abgekürzt sei, weil seine fromme Frau so viel für ihn schon bei Lebzeiten gebetet und geopfert hätte, und am meisten, weil seine Kinder so brave Christen seien. Dies sei für die Eltern der größte Trost in der Ewigkeit, aber umgekehrt auch der größte Schmerz.

In der Elf-Uhr-Messe bat ich nun auch inständig für Frl. N., die mir während der Prozession einige Male an die Seite kam und sagte: „Ich bin N.N.“

Bei der heiligen Kommunion sah ich, wie der Herr sie in Sich hineinzog, und ich war überzeugt, daß sie in den Himmel eingehen durfte. Gleich darauf erschien sie aber in übergroßer Freude und sagte:

Frl. N. (†): „Sage meinen Geschwistern, ich sei bis jetzt zwar nicht eigentlich im Fegefeuer gewesen, nur der Anschauung Gottes war ich beraubt. Morgen, wenn ihr für mich den Bußgang nach Marienthal gemacht hättet, sollte ich erst dieses Glückes teilhaft werden. Aber, o welch ein Glück! Einen Tag früher Gott schauen ist mehr wert, als alle Glückseligkeiten aller Menschen auf der ganzen Welt genießen können. Darum macht diese Reise aus Dankbarkeit.“

Barbara: Es ist in Wahrheit so, wie wir als Kinder schon gelehrt worden sind und oft in der Predigt hören können, daß wir nicht nur Gottes Kinder heißen, sondern es auch wirklich sind. Dies zeigt sich bei solchen Gelegenheiten so deutlich, daß ich nicht begreife, wie Gottesgelehrte so viel kritisieren über Dinge, die eigentlich nach der Lehre unserer heiligen, katholischen Kirche selbstverständlich sein müßten. Wie ein Kind mit seinem Vater und umgekehrt der Vater mit seinem Kind, unterhält sich die Seele mit ihrem Gott.

Ich brachte Ihm alles vor, was mich bedrückte, und fragte dann, nachdem ich Ihm die Anliegen alle, die mir empfohlen sind, vorgetragen hatte:

„Herr, warum müssen den alle, die dir treuer dienen wollen, so vieles leiden?“

Da war es, wie wenn ich eine schmerzliche Wunde berührt hätte und ich sah und fühlte mehr den Schmerz mit, den Er mir jetzt erklärte, als ich Seine Stimme hörte.

Jesus: „Ach frage mich nicht. Gebe dir vielmehr Mühe in Geduld auszuharren, so lange es Mir gefällt. Zum Troste so vieler Leidenden und Kranken will Ich dich erinnern an die große Todesangst, die Ich am Ölberg gelitten habe, als Ich erwog, daß nicht Tausende, sondern Millionen von Menschen dennoch verlorengehen, obschon Ich so vieles für sie leiden werde. Aber Meine Liebe zu den Menschen siegte und Ich hätte für eine einzige Seele dasselbe gelitten, was Ich für alle gelitten habe. Dies ist auch der Grund, warum Ich gerade Meinen treuen Kindern so viele Leiden schicke. Durch ihre mit Geduld ertragenen Leiden will Ich andere retten, die ewig verlorengingen. Ich bin jetzt leidensunfähig. Darum schaue Ich Mich um nach solchen, die statt Meiner leiden müssen.“

Barbara: Bei diesen Worten drückte sich ein solcher Schmerz meiner Seele ein, daß ich vor Mitleid weinte.

Jesus: „So viele Seelen gingen noch in keinem Zeitalter verloren wie jetzt und niemand kümmert sich darum. Dies ist es auch, was Mich antreibt, dir jedes Jahr bei der Fronleichnams-Prozession die dreifache Kirche zu zeigen, wie sie sich vereinigt, Meinen heiligen Leib zu verherrlichen. Nur dieser Leib war es, der die Sünden der Menschen verbüßen konnte. Deshalb verlangte auch Mein himmlischer Vater, daß ein eigenes Fest zur Verherrlichung Meines heiligen Leibes eingesetzt werde. Und durch dich will Ich der Welt zeigen, wie diejenigen, deren Seelen schon den Leib verlassen haben und wissen, welche Ehre Meinem heiligen Fronleichnam gebührt, von diesem Feste denken. Jedes Jahr erlaube Ich auf ihre Bitten, sich mit der streitenden Kirche zu vereinigen.

Du hast nun schon einige Male den Schmerz gesehen und mitgefühlt, den diejenigen haben, deren noch lebende Verwandten und Mitbürger der Stadt, in der sie gelebt, abgefallen sind von der Religion, die so überaus glücklich macht in der Ewigkeit. Weil Ich will, daß die Menschen, die an Gott nicht mehr glauben wollen und Ihm Seine Verherrlichung, die Er durch den Erlösungstod verdient hat, vorenthalten, wenigstens sich noch erweichen lassen, wenn sie hören, daß ihre lieben Verstorbenen dies so schmerzlich empfinden in der Ewigkeit.

Ja, das Fronleichnamsfest ist für den gläubigen Christen das tröstlichste Fest im ganzen Kirchenjahr, weil da Mein Leib verherrlicht wird, durch den Ich in brüderliche Gemeinschaft zu den Menschen getreten bin und dadurch bewiesen habe, daß, gleichwie Ich auf Erden alles gemeinschaftlich mit den Menschen geteilt, so auch die Menschen alle Güter mit Mir teilen sollen durch die ganze Ewigkeit. Daher die stille Trauer derjenigen eurer Vorausgegangenen.

Jedes Fest, außer dem Fronleichnamsfest, verherrlicht Meine Menschheit: Das Weihnachtsfest, weil Ich als Gott herabstieg in die menschliche Natur; das Osterfest, weil Ich der Welt durch Meine Auferstehung zeigte, daß Ich wahrer Gott bin; das Pfingstfest verherrlicht den Geist, der in Mir wohnte und den Ich nach Meiner Himmelfahrt zurücksandte und wieder Meine Gottheit bewies. Aber das Fronleichnamsfest verherrlicht nur Meinen Leib, das Gemeingut aller Menschen. Darum helft Mir Seelen retten, die Ich so innig liebe, daß Ich für jeden noch einmal sterben möchte, und werdet nicht müde, ihr treuen Seelen, zu leiden und zu sühnen. Schließt euch zusammen durch ein heiliges Band, eines ermuntere das andere.“

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991 Am 27. Mai bis 1. Juni 1910

„Gerade diejenigen, welche meinen, sie brauchten das Gebet der Gläubigen nicht, die haben es am notwendigsten.“

Barbara: Als wir auf der Wallfahrt nach Marienthal am 27. Mai 1910 in die Kirche eingetreten waren, sagte ich: „Ich grüße Dich, o liebe Mutter, auch im Namen von Pater Felix.“

Maria: „Und auch Ich grüße ihn und grüße auch du ihn in Meinem Namen!“

Barbara: „Ist es wirklich wahr, was ich gestern geschaut, daß Frl. N. schon gestern in den Himmel einging?“

Da kam die liebe Mutter Gottes und führte die Verstorbene vor Sich her. Sie war überglücklich und sehr dankbar und freudig.

Barbara am 30. Mai 1910: „O Herr, ist N. von R. gerettet?“

Jesus: „Er ist gerettet, hat aber noch zu leiden.“

Barbara: „Was muß seine Frau tun, um ihm zu Hilfe zu kommen?“

Jesus: „Sie soll die guten Anregungen befolgen, die Ich all denjenigen gebe, die treue Kinder des Liebesbundes sind. Ich lasse es ihr sagen durch Mein Röhrlein. Mein Röhrlein soll es so machen, so wie du Mich gesehen hast die Runde machen bei allen denen, die an der Tafel saßen und Ich Mich für jeden interessierte und freundliche Worte mit ihnen redete. Und die anderen Damen sollen es alle miteinander machen wie Meine Dienerin C.

Auch die reichen, vornehmen Damen müssen wissen, daß, wenn sie in der Ewigkeit hoch ankommen wollen, sie die weltlichen Freuden verschmähen müssen, und Ich kann nicht anders kommen als nur mit Leiden, wie Ich Selbst den Weg gehen mußte. Da sagt man: ‚Muß ich den Weg gehen? Habe ich nichts wie Kreuz?‘ Das ist aber das Zeichen der Auserwählung. Daran muß jeder erkennen, daß er zu den Auserwählten gehört, an den Leiden, die Ich ihm zuschicke, weil Ich von der Krippe bis zum Kreuz keinen anderen Weg habe gehen können und wollen und Meine Mutter mit Mir, und alle gerechten Seelen haben keinen anderen Weg gehabt.

Das möge Mein Röhrlein allen sagen, auch Meiner Dienerin Frau T. Sie soll wie Ich tun, alle ermuntern, in allem, was vorkommt, Mich erblicken, nicht irre werden in Trübsalen und sich in Mir erfreuen und immer denken: Drüben wird mir alles Leid überreich belohnt. N.N. hat sich eine große Glorie verscherzt, weil sie bei der Verlobung ihrer Nichte mit einem Protestanten nicht entschieden aufgetreten ist. Ich kann den Menschen nur belohnen nach seiner Fassungskraft. Der Mensch, der den Begriff und die Fassungsgabe nicht hat, der ein Kind bleibt, den bestrafe und belohne Ich auch wie ein Kind. Sie hat es nicht besser verstanden. Darum hat sie eine geringere Glorie.“

Jesus am 1. Juni 1910: „Laßt nicht nach, andere anzueifern, besonders das Priestertum. Gerade diejenigen, welche meinen, sie brauchten das Gebet der Gläubigen nicht (wie in Aachen), die haben es am notwendigsten.“

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992 Am 2. Juni 1910

„Siehe, dies soll das Bild sein, das die zu erbauende Kirche deiner Heimat zieren soll über oder hinter dem Hochaltar.“

Der Herr forderte uns auf, die Wallfahrt nach Walldürn zu machen, dann das Antoniusfest und Tags darauf das Große Gebet in Schippach mitzumachen.

Jesus: „Dann kehrt ihr wieder zurück nach Mainz. Ihr habt die Gemüter dieser Personen besänftigt und Mir die Freude bereitet, die Strapazen der Wallfahrt Meinem Vater darzubringen. Opfert alle Unannehmlichkeiten auf für das Gedeihen des Werkes, das Ich wieder gründen will, und damit Mir recht bald der Gedenkstein in deiner Heimat gesetzt werde. Betet um Einigkeit und Frieden in den beiden Gemeinden, denn Ich will, was eure Vorgesetzten auch wollen: Eine gemeinsame Kirche.“

Barbara: Der Herr zeigte mir auch das Bild, wie Er den Gläubigen dargestellt zu werden wünscht, damit jeder erkenne, daß dieses Gotteshaus Ihm erbaut sei als Zeichen der Dankbarkeit Seiner treuen Kinder und damit Sein Verlangen dargestellt sei, das Ihn angetrieben habe, die öftere, heilige Kommunion allen zugänglich zu machen. Der Herr zeigt Sich in Mannesgröße, wunderbar schön. Sein Angesicht strahlend wie eine Sonne, und doch konnte ich Es anschauen, ohne geblendet zu werden. Sein Blick schaute sehnsüchtig in die Ferne, als wolle Er der ganzen Welt zurufen: Kommt doch alle zu Mir! Sein schöner Fuß stand auf dem Rand eines Behälters, der zu Seinen Füßen zu sehen war, da, wo die Altarplatte sein sollte, worauf das heilige Meßopfer dargebracht wird. Aus der Herzgegend schoß ein Strahl Wasser heraus und ergoß sich in den Behälter. Gegenüber dem Herrn stand ein Priester, der einen Becher in der Hand hatte und sich bückte und fortwährend Wasser schöpfte und der herzuströmenden Menge austeilte.

Jesus: „Siehe, dies soll das Bild sein, das die zu erbauende Kirche deiner Heimat zieren soll über oder hinter dem Hochaltar. Es stellt den Bund der Liebe vor, den Ich mit allen treuen Kindern Meiner Kirche geschlossen habe durch die Einführung der öfteren, heiligen Kommunion. Im Opfer der heiligen Messe leitet der Priester Tag für Tag den Strom der Gnaden aus Meinem Herzen. Diese Gnaden sollen aber nicht im Altar verschlossen bleiben, sondern durch die heilige Kommunion ausgeteilt werden allen, die nach Gnade von Mir verlangen. Dies soll aufgeschrieben und ihnen übergeben werden, daß Ich es so verlange. Es findet seine Geltung, wenn auch nicht jetzt.“

Barbara: Während der Prozession wurde mir mitgeteilt, daß es Ihm nicht lieb sei, wenn seine treuen Kinder während der gnadenreichen Zeit, wo Ihm Sühne geleistet werden solle, eine Reise machten, obwohl das doch auch Seine treuen Freunde wären, die Luise besuchen wolle, aber Er sähe es nicht gern.

Jesus: „Ich wünsche, daß ihr noch nach Walldürn geht und alles aufopfert für das Werk, damit alle Hindernisse beseitigt werden. Ihr sollt keine Mühe und Beschwerden scheuen und auch den Engelsberg besteigen.“

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993 Brief Barbara an P. Felix am 5. Juni 1910

„Ich verspreche Meiner Kirche, nur durch dieses offene, freie Bekenntnis des Glaubens werden ihre Feinde verstummen und zähneknirschend vor Wut in sich selbst zusammenbrechen.“

„Am Tag vor der Tags vor der Wallfahrt nach Gonsenheim befahl mir der Herr, Luise zu sagen, dem Verlangen der Kranken, die schon einigemal um einen Besuch gebeten hatte, zu willfahren und derselben die Freude zu machen, aber am Abend wieder zurückzukehren und die Wallfahrt nach Gonsenheim mitzumachen. Dies war aber sehr anstrengend. Luise war so abgespannt, daß sie, dort angekommen, stundenlang in der Sonnenhitze stehend (tags vorher so ermüdet), fast in Ohnmacht fiel.

Aber hören Sie, hochwürdiger Vater, welche Opfer der Herr verlangt von Seinen treuen Kindern: Die Leute stehen hier im Freien. Mitten in der Waldeinsamkeit wird vor der Vierzehnnothelfer- Kapelle das Hochamt mit Predigt gehalten. Zehn- bis fünfzehntausend Menschen stehen oder knien in freudiger Begeisterung um den Altar. Als die heilige Wandlung herannahte, war es, als öffne sich der Himmel und vereinigten sich die Chöre der heiligen Engel um den Altar, auf welchem der Herr sichtbar erschien. Es waren herrliche Gestalten mit mächtigen Flügeln, die am unteren Ende mit bunten, grünen und roten Streifen geschmückt waren.

Der Herr bedeutete mir: Die grüne Farbe sei sehr tröstlich für uns arme Menschen und solle anzeigen, daß die Hoffnung der Gerechten sich bald erfüllen werde. Dabei schloß mich der Herr in Sein liebend Herz und zeigte mir ein wunderbares Bild. Die ganze Welt schien sich vor meinem Auge hinzustellen. Die Rasenplätze waren üppig grün und auf denselben tummelten sich überall abscheuliche Gestalten mit den Menschen herum und drohten in rasender Wut ihre Opfer zu verschlingen.

Jesus: ‚Siehe, dies ist der Kampf, den Meine Kirche in jetziger Zeit zu bestehen hat. Als Ich dir vor dreizehn Jahren hier an dieser Gnadenstätte Meine Kirche zeigte, da war sie in mattes Grün gekleidet, weil Ich dir damit andeuten wollte, daß Meine Diener dieses neue Grün, welche die öftere heilige Kommunion bedeutet, erst erzeugen mußten, sorgsam hüten und keine Mühe sparen sollen. Durch die Einführung der öfteren heiligen Kommunion aber werden Meine Kinder stark, und obwohl die Hölle nochmals alles aufbietet, die Liebe Meiner Kinder, welches die rote Farbe bedeutet, wird siegen und knirschen wird die Hölle vor Wut.‘

Im zweiten Kreis standen die Vierzehn Nothelfer und auch solche, die ich kannte, an diese angereiht, und um diese standen wir Lebenden. Bei der heiligen Wandlung (ich weiß nicht, kann auch schon vorbei gewesen sein), wurde ich von meinem heiligen Schutzengel gemahnt aufzuschauen. Ich tat es, und der Herr stand vor mir und verlangte, daß ich Ihn begleite. Er werde mich Seinem Vater vorstellen und vor Ihm die Verlobungsfeier erneuern. Ich war, und bin jetzt noch, so beschämt, daß ich lieber schweigen möchte als niederschreiben. Aber anderen zum Trost, wenn sie sich so armselig sehen und verzagen möchten an sich selbst, muß ich es schreiben. Haltet fest, teure Brüder und Schwestern, der Herr ist unendlich gut.

Die liebe Mutter Gottes kam wie damals am Herz-Jesu-Fest 1895, als ich mit Ihm vermählt wurde. Sie brachte mir ein prachtvolles Kleid und legte es mir auch an. Anstatt eines anderen Zierrates gab der Herr mir Sein heiliges Herz und sagte:

Jesus: ‚Dies zeige Meinem Vater vor und bitte Ihn, Er möge deine Untreue und deinen Undank, womit du seither all die großen Gnaden erwidert hast, vergessen.‘

Meine zwei Freundinnen gingen rechts und links und wie auf Wolken ging es aufwärts. Der Herr brachte Seinem himmlischen Vater alles vor, was wir für Ihn und mit Ihm getan und gelitten bis zu dem Bau der Kirche in meiner Heimat und bat Ihn, auch dazu möge Er Seinen väterlichen Segen geben, denn es solle ein Andenken sein an den letzten Aufwand Seiner Liebe zu den Menschen, und weil Er Sich aus diesem armen Volk dieses unwürdige Werkzeug auserwählt habe, um der Welt aufs neue Seine Liebe zu den Menschen kundzutun und durch sie die öftere heilige Kommunion zu verlangen. Der himmlische Vater blickte mich an, so väterlich, daß ich alles vergaß. Ich kam mir vor wie ein Kind, und der Vater sagte:

Himmlischer Vater: ‚Bitte, Meine Tochter, was willst du, daß Ich dir schenke? Du hast Mich gebeten durch das Herz Meines Sohnes. Ich kann dir darum heute keine Bitte abschlagen.‘

Ich fing an, mit Kühnheit um alles zu bitten, was ich nur vorbringen konnte: Geistige und leibliche Nöte, die Kranken, die Bedrängten, alle, die ihre Bitten mir empfohlen hatten. Und ich bekam die Verheißung, daß alles sich zum Guten, ja zum Besten wenden werde. Meine zwei Freundinnen standen ebenfalls weiß gekleidet neben mir, als uns beschieden wurde, diesen Ort zu verlassen. Mit einem Strom von Tränen kam ich aus der Entzückung zurück, aber ich sagte:

‚O Herr, ich kann Dich nicht verlassen. Sag mir doch, was treibt Dich an, Dich so herabzulassen?‘

Jesus: ‚Die Liebe, und nur die Liebe! Luise hat recht gehandelt, daß sie zurückging, um Mich heute hierhin zu begleiten, denn Ich will Meine treuen Kinder um Mich sehen. Ich werde die Opfer, die für Mich gebracht, zu belohnen wissen. Siehe, dies ist es, was Ich verlangte im Jahre 1897, daß man Mein Volk hinausführe an die Gnadenorte ...

Siehe, wer sind diese hier? Es sind nicht die Reichen, nicht die Satten. Es sind jene, die einst auch Meine Kanzel umstanden, als Ich auf Erden wandelte. Diese sind es aber auch, die ewig mit Mir herrschen und triumphieren sollen durch die ganze Ewigkeit. Darum will Ich die frommen Wallfahrten, und Ich verspreche Meiner Kirche, nur durch dieses offene, freie Bekenntnis des Glaubens werden ihre Feinde verstummen und zähneknirschend vor Wut in sich selbst zusammenbrechen. Und eine Zeit der Ruhe und des Friedens (wenn auch nur auf kurze Dauer) wird für Meine Kirche anbrechen.‘

Hochwürdiger Vater! Verzeihen Sie, meine Schrift wird schlecht zu lesen sein. Ich zittere sehr und könnte unaufhörlich weinen. Aber ich sage immerfort: ‚Mein Jesus!’ Es sind Tränen der Freude und Wonne.

Ihre dankbare Dienerin

gez. Barbara Weigand“

Inhaltsverzeichnis Band 7

994 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1910

Wir hatten die Wallfahrt nach Walldürn aufgeopfert für das gute Gedeihen alles dessen, was der Herr mir aufgetragen hatte. Als ich kommuniziert hatte, zeigte mir der Herr, daß unsere Opfer nicht umsonst gebracht seien. Die Kirchenpatrone beider Gemeinden erschienen, reichten sich die Hand, und beide erhoben die Hände, um uns und allen, die uns begleitet hatten, den heiligen Segen zu geben. Der Herr gab mir zu verstehen, dies sei nur ein Beweis ihrer Dankbarkeit, weil wir sie durch unser fürbittendes Gebet, für die beiden Gemeinden unterstützt hätten. Der Händedruck sollte bedeuten, daß auch sie ihr fürbittendes Gebet mit dem unsrigen vereinigt, vor den Thron Gottes bringen und daß keiner sich zurückgesetzt fühlt, wenn eine gemeinsame Kirche erbaut werde.

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995 Wallfahrt nach Walldürn am 16. Juni 1910

Barbara: Vor der Abreise nach Walldürn machte ich mit dem Herrn ein Bündnis, alles, was von uns und allen übrigen Pilgern gelitten, gebetet und geopfert wird, durch Sein kostbares Blut den Armen Seelen im Fegefeuer, besonders denen unserer Wohltäter zuzuwenden.

Als ich nun dort am Gnadenaltar diese Bitte wiederholte, zeigte mir der Herr, wie die liebe Mutter Gottes eine Seele daherbrachte und Sich neben diese stellte bis zur Kommunion des Priesters. Es war während des Hochamtes. Dann aber, als das letzte Evangelium zu Ende war und der Segen gegeben wurde, entstand ein solcher Jubel und eine Begrüßung, als wenn ein lang ersehntes Familienglied plötzlich erschienen wäre. Vor Wonne wußte die Seele nicht, wem sie zuerst danken sollte und wandte sich zu mir mit dankbaren Blicken, die mehr sagten als viele Worte. Der Bruder wandte sich an die neu ankommenden Heiligen. Es war eine große Prozession, die ihn mit freudiger Umarmung begrüßten und das Magnificat anstimmend, setzte sich der Zug langsam in Bewegung.

Der Herr sagte mir, es sei die ganze Familie dieser Seele bis hinaus ins vierte Glied. Die letztverstorbene Schwester aber war die erste, die ihren Bruder begrüßte. Als ich den Herrn anflehte, für N.N. die Leiden doch so viel zu lindern, daß sie ohne Beihilfe anderer sein und die klösterlichen Übungen mitmachen könne, da zeigte mir der Herr, ohne nur ein Wort zu sprechen, den Ort, den Er für sie bestimmt hat. Ja, da erschien das arme, kranke, demütige Nönnchen, mit kostbaren Gewändern bekleidet wie eine Königin. Neben ihr her schritt Derjenige, für Den sie alles verließ und diese einsame Zelle aufsuchte. Sie ging wie jemand, der einen herrlichen Triumphzug begleiten soll und noch nicht recht weiß, wo man hingewiesen wird. Darum führte der Herr Selbst sie durch viele andere hindurch auf eine Anhöhe. In einiger Entfernung, auch etwas tiefer, stand ihr irdischer Gemahl und schaute ehrfurchtsvoll die Anhöhe hinauf nach seiner einstigen, heißgeliebten Gattin. Aber er wurde nicht traurig, daß sie näher an den Thron Gottes vorgeführt wurde als er, im Gegenteil, er sah überaus glücklich und zufrieden aus.

Jesus: „Sage N., sie sollten nicht hingehen, wo so viele weltliche Leute verkehren, da finden beide nicht den Frieden. Denn wenn die Seele getröstet ist, ist auch der Körper getröstet. Sie beide bedürfen mehr des Trostes der Seele; den will Ich ihnen immer geben. Durch das geduldige Leiden verdienen beide mehr als in gesunden Tagen, wenn sie nach eigenem Willen handeln könnten und viel Gutes tun könnten. Die Hauptsache ist, wenn der Wille durchkreuzt ist.“

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996 Am 22. und 26. Juni 1910

„Schaue, was die verleumderischen und gotteslästerlichen Zungen zu verbüßen haben. Die ganze Welt versündigt sich so viel darin.“

Barbara: Als ich der Halbzehn-Uhr-Messe in St. Quintin beiwohnte, flehte ich für den verstorbenen Priester N.N. Bei der heiligen Wandlung hörte ich eine Stimme, die mir zurief:

Jesus: „Sage Meiner Tochter N.N., sie möge nicht trauern um ihren geistlichen Vater. Er habe das Fegefeuer nur durchschritten, um Mir um so mehr danken zu können und Meine Barmherzigkeit zu preisen, die Ich ihn erfahren ließ, indem er dieser Läuterung entging. Denn Mein Diener starb mit Übereinstimmung seines Willens mit dem Willen Gottes. Sein Herz ließ keinen Zweifel aufkommen. Er hielt fest an dem, was sein heiliger Glaube ihn lehrte und hütete sich vor den modernen Grundsätzen, mit denen so viele, auch unter den Priestern, sich verstricken lassen.

Darum erfreut er sich im vollen Besitze seiner ewigen Herrlichkeit. Sie soll ihn nur um seine Fürsprache anrufen und sich freuen, anstatt zu trauern über seinen Verlust. Derjenige aber, dem sie von jetzt an ihr Vertrauen schenken will, die Leitung ihrer Seele zu übernehmen, möge sie vorerst bitten, sich von dem Geist beseelen zu lassen, von welchem Mein Diener sich leiten ließ. Dann werde sie mit stiller Ergebung die noch übrige Lebenszeit zubringen.“

Barbara: Am Ablaßsonntag (26. Juni 1910) hatten wir den ganzen Tag die Ablässe zu gewinnen gesucht, jede Minute, um wenigstens, soviel an uns liegt, den Armen Seelen zu Hilfe zu kommen. Abends vor Sonnenuntergang wollte ich mich von der Kirche verabschieden. Der Herr gewährte mir einen himmlischen Blick, um uns Mut zu machen, daß man doch gewinnt, wenn das Gebet auch noch so armselig ist. Ich sah ein Licht, und in diesem Licht kam eine recht leidende Seele auf mich zu, vergrämt und verkümmert, und sie sagte:

Arme Seele: „Ich bin die verstorbene Frau eines hiesigen Rabbiners. Bete für mich!“

Barbara: Dann sah ich eine große Menge weit hinterher, Kopf an Kopf, die alle feurige Zungen zeigten, und der Herr sprach:

Jesus: „Das sind alle diejenigen, die sich versündigt mit Gotteslästerungen. Schaue, was die verleumderischen und gotteslästerlichen Zungen zu verbüßen haben. Die ganze Welt versündigt sich so viel darin. Wie schade, daß so wenig Leute die Gnaden benutzen. Ersetzt Mir, was so viele Menschen Mir versagen, weil sie durch die Verhältnisse gezwungen sind, Mich zu verlassen. Die feurigen Seelen sollen zusammenstehen. Ermuntere doch alle diejenigen, die glauben, denn jetzt ist es an der Zeit, wo viel gebetet werden muß, weil jetzt die Kirche geschüttelt wird und so viele abfallen. Fraget jetzt alle diejenigen, denen der Sturm zu lange ausblieb, ob sie jetzt Sturm genug haben.“

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997 Fest St. Peter und Paul am 29. Juni 1910

„Von allen Seiten sind die Katholiken eingeschlossen von Feinden, aber nicht nur von außen, viel schlimmer sind die inneren Feinde.“

Barbara: Heute hatte ich wieder die Gnade der innigsten Vereinigung mit dem Herrn. Ich wohnte einem Hochamt im Seminar bei. Von der heiligen Wandlung bis über eine Stunde, nachdem der Gottesdienst beendet und die Kirche leer war, war meine Seele in dieser Liebesumarmung des Herrn, die sich fühlen und kosten, aber nicht beschreiben läßt. Wenn meine Seele aber zu diesem Glück zugelassen wird, muß sie jedesmal vorher sich einer tiefbeschämenden Reinigung unterziehen.

Der Herr enthüllte mir die ganze Armseligkeit meines Sündenelends und zeigte dieses verunstaltete, von allerlei Unrat zerfressene Herz nicht nur mir selbst, sondern allen, die mit Ihm gekommen waren. Ich hätte vor Scham fliehen mögen und jetzt noch, da ich es schreibe, habe ich diese Beschämung in mir. Aber nicht wie am Fronleichnamstag gab Er mir Sein Herz, sondern der Herr rief Seine heilige Mutter, und diese überreichte mir Ihr Herz und nahm das meinige beschmutzte hinweg. Ich atmete erleichtert auf und getraute mich nun, auch Bitten vorzubringen.

Jesus: „Wenn Deutschland der katholische Glaube soll erhalten bleiben, dann muß vor allem das katholische Priestertum zum tieflebendigen Glauben zurück; denn der Sturm, den Ich schon seit fünfundzwanzig Jahren angekündigt, ist nun in voller Wut entfesselt. Von allen Seiten sind die Katholiken eingeschlossen von Feinden, aber nicht nur von außen, viel schlimmer sind die inneren Feinde. Viele, viele gehen Meiner Kirche verloren in diesen Zeiten, weil die Feinde die Schläfrigkeit der Katholiken kennen. Darum erheben sie das Geschrei und lästern und spotten drauflos, um die trägen Katholiken zu überrumpeln. Und dies bringen sie auch fertig, wenn Meine Kirche nicht tut, was Ich ihr angeraten habe in deinen Schriften: Ein tiefgläubiges Zusammenhalten und Zusammenschließen aller treuen Seelen zum Gebet! Keine andere Waffe als die, die Ich Selbst gebrauchte, gebe Ich ihnen, die Waffe des Gebetes.

So wahr Ich jetzt mit dir rede, so wahr wird Deutschland siegen über alle seine Bedränger, wenn Meine Diener es verstehen, sich zu demütigen, ihre anvertraute Herde so zum gläubig-vertrauensvollen Gebet aufzufordern und selbst voranzugehen, wie die Gottlosen vorgehen, um sie vom Glauben abzubringen und zu vernichten, mit Begeisterung das Volk erfüllen für das Gebet, öffentliche Bittfahrten machen mit dem Volke und keinen Spott der Feinde zu scheuen. Denn Ich werde ihnen zu Hilfe kommen; aber Ich will gebeten sein.

Es genügt nicht, nur die gottgeweihten Seelen zum Gebet aufzufordern. Gerade die Verdemütigung, die darin liegt, das ganze Volk herbeizuführen, öffentlich mit dem Volk zur Begeisterung sich anfeuern, damit die Gegner sehen, daß ihr Spott und ihre Wut abprallt an der Demut der Katholiken, führt den Sieg herbei. Und wie jene alles herbeizerren, Lügen, Verleumdung, Unterdrückung und dergleichen, so müssen die Katholiken mit Mut und Entschlossenheit alles aufbieten, um wie die ersten Christen jenen zu zeigen, daß nichts sie erschüttern kann.“

Barbara: Der Herr zeigte mir die Versammlung der triumphierenden Kirche, wie sie alle von Petrus bis herab zu Pius X. beständig durch Kampf das Schifflein der Kirche durchführten. Dies sei und bleibe so bis zum Ende der Welt, weil auch der Lohn für unseren heiligen Glauben ein so überaus großer sei. Deswegen zeige Er mir aber auch immer an solchen Festen die triumphierende Kirche.

Inhaltsverzeichnis Band 7

998 Am 5. und 6. Juli 1910

„Der Geist, der zum Frieden rät und nicht zum Zerstören, das ist Mein Geist.“

Barbara: Ein sehr frommer Ordensmann besuchte uns. Als er am anderen Morgen von der Kommunionbank auf seinen Platz zurückkehrte, sah ich ihn ganz umschlossen vom Herrn Selbst, und der Herr reichte hoch über ihn hinaus.

Jesus: „Er soll wissen, daß die Versuchungen zum Kleinmut nicht von Mir sind. Es sind dieselben, mit denen auch du belästigt wirst. Auch dir raunt der böse Feind ins Ohr, es sei ein schwerer Beruf, weil du den Geist nicht erkennen könntest. Das ist eben das Verdienst, mit dem Ich Meine Auserwählten belohne. Der Geist, der zum Frieden rät und nicht zum Zerstören, das ist Mein Geist. Der Widersacher will nur vernichten und zerstören, er will den Frieden des Herzens zerstören, die Berufe vernichten, damit der Mensch den Beruf aufgibt und so all das Gute zerstört wird, womit der Mensch wirken kann.“

Jesus am 6. Juli 1910: „Wie muß Ich die Fehler übersehen, vom ersten Menschen an bis zum letzten, der die Welt verlassen wird. Betrachte Meine Apostel, mit welcher Geduld mußte Ich sie ertragen. Fürchte dich nicht!

Sage N., man soll über Dinge, die nicht mehr geändert werden können, nicht mehr nachdenken. Jede Ordensperson ist Mein Wachposten. Die Priorin oder Generaloberin ist diejenige, die Meine Audienzen, das heißt, Meine Befehle zu vollziehen hat. Alle zwei Stunden wird der Wachposten abgelöst, dann hat er wieder anderswo seine Pflicht zu erfüllen. Die Oberin hat die Audienzen auszuteilen, und wenn ihr oberster Kriegsherr, in dessen Dienst sie steht, Sich ihrer nicht mehr bedienen will, dann muß sie zur Armee zurück. Dies sage Meiner Tochter. Die Demütigste, die in der Einfalt des Herzens vor Mir wandelt, ist die beste Priorin.“

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999 Aufruf Barbara vom 8. Juli 1910

„Wo der Papst und der Bischof neben dem Armen gestanden und zusammen das heilige Opfer gefeiert, und nur durch das einstimmige Gebet der Priester mit dem Volk mußte die Kirche sich aus den Katakomben herausarbeiten.“

„An alle treuen Seelen, welche die Kirche lieben!

Was der Herr seit fünfundzwanzig Jahren ankündigte, ist nun da. Die Geisterschlacht hat begonnen, und ich glaube, in ganz Europa ist kein Priester mehr, der es wagen möchte zu sagen, was zur Zeit der hochselige Bischof Haffner zu N. sagte: ‚Ja, Babette sagt Strafgerichte voraus, ich sehe aber keine.‘

Könnte ich doch alle Priester auffordern, noch in letzter Stunde sich aufzuraffen. Keine andere Waffe gibt es für uns Kinder der katholischen Kirche als die, wie der Herr mir am Sonntag in M. mitteilte, die Er am Ölberg gehabt habe: Die Waffe des Gebets. Ein Gebetssturm muß eröffnet werden. Die Priester, die einer Gemeinde vorstehen, müssen es ihren Pfarrkindern sagen, in welcher Gefahr unsere Mutter, die heilige katholische Kirche steht und alle zu demütigem Gebet auffordern, mit ihren Gemeinden an Gnadenorte pilgern und tun, was in Walldürn der Prediger den Pilgern zurief: Einen Gebetssturm müssen wir zum Himmel emporschicken, hinziehen an Wallfahrtsorte, wo wir lernen, mit Begeisterung beten mit den frommen, gottbegeisterten Seelen, die sich dort zusammenfinden.

Am Sonntag hatte ich eine große Gnade in Marienborn. Ich war mit der Mainzer Prozession dorthin gepilgert. Tags vorher, auf Mariä Heimsuchung, waren wir an einem anderen kleinen Gnadenort, wo auch ebenso viele Leute zusammengeströmt waren wie in Marienborn. Aber dort blieb der Herr aus. Kalt und gefühllos wie ich gekommen war, ging ich zurück. In Marienborn aber, was schaute da mein Geistesauge? Als ich um die Ursache fragte, sagte der Herr:

Jesus: ‚Siehe den Unterschied zwischen gestern und heute. Hier steht ein Priester, der mit Eifer und Begeisterung arbeitet, um seine Gemeinde Mir zuzuführen, und der sich alle Mühe gibt, den Wallfahrtsort zu heben. Darum zwingt er aus Meinem Herzen diesen Segen über seine Gemeinde. So sollte es in jeder Gemeinde sein, dann wäre bald der Sieg erfochten. Ein demütiger Priester hat eine große Gewalt über das Herz Gottes, aber auch über die Herzen der Menschen.

In früheren Zeiten, wo das Domkapitel von Mainz die Prozession hierher führte, welche Begeisterung war da unter dem gläubigen Volk. Aber wo ist heute das Domkapitel? Keiner hat den Mut, einem spöttischen Lächeln mit offener Stirn entgegenzutreten. Darum überlasse Ich sie ihren Feinden. Jene feiern Triumphe, bis der Stolz weichen wird. Und er wird weichen dann, wenn Priester und Volk Hand in Hand den Himmel bestürmen. Hier will Ich dir zeigen den Unterschied zwischen einer Pfarrei, wo der Priester eifrig arbeitet und Meine Mutter verherrlicht, und einer Pfarrei, wo das nicht geschieht, wo man nur seine Pflicht tut und damit fertig. Ein Priester muß mehr tun. Dies ist der Segen, den Mein Diener verdient hat. Sage ihm, er soll so weitermachen, wie er angefangen. Er soll sich umsehen, ob es nicht wahr sei, was Meine Mutter ihm versprochen im Jahre 1901. Ich will nur zeigen, wie sehr Ich die Demut von den Priestern verlange.

Für die kleinen Verdemütigungen, daß er sich in euer Gebet empfohlen, hat er die große Gnade erlangt, daß er seine Gemeinde emporgebracht hat. (Es ist wahr, sein Vorgänger ist sehr gestraft, weil er sich keine Mühe gegeben hat, das Volk herbeizuziehen.) Dafür will Ich ihn belohnen. Alle die Herzen, die ihm entgegenschlagen, das ist sein Segen, weil er seine Schuldigkeit tut. Das ist das einzige Mittel, was die Welt noch retten kann. Wenn der Sturm zurückgedämmt werden soll, dann muß das Priestertum es so machen wie dieser Priester: Sich vereinigen mit dem kleinen Volk. Er soll noch dafür sorgen, daß Mainz sich entschließen könnte zu tun, wie es in früheren Jahrhunderten getan worden ist. Solange die Priester nicht wie damals mit dem gläubigen Volk den Bußgang machen, so lange bleibt alle ihre Wirksamkeit unfruchtbar.

Die Priester in Mainz müssen sich auch mehr demütigen und die Wallfahrten mitmachen, wie zu der Zeit, als die Kirche gegründet worden ist, die Christen sich durchringen mußten, um den Sieg zu erlangen, und sich in die Katakomben flüchten mußten, wo kein Unterschied des Standes und des Ranges war, wo der Papst und der Bischof neben dem Armen gestanden und zusammen das heilige Opfer gefeiert, und nur durch das einstimmige Gebet der Priester mit dem Volk mußte die Kirche sich aus den Katakomben herausarbeiten.

Solange das nicht geschieht und die Priester sich schämen wollen, sich zu vereinigen mit dem Volk durch fromme Buß-Wallfahrten, nicht Vergnügungs-Wallfahrten, und wie das Volk mitbeten und mitsingen und eintönig zum Himmel geschrien wird, so lange wird es nicht besser. Nur so können sie erlangen, daß die Feinde nicht ganz die Oberherrschaft erlangen. Darum sollen die Priester das letzte Rettungsbrett ergreifen, denn wenn die anderen sehen, daß man trotzdem ganz ruhig weitergeht, wie ihr es gemacht, so müssen auch sie sich anschließen. Ich will, daß ihr in diesem Jahr keine anderen Wallfahrten macht, als Ich sie euch angebe.‘

O könnte ich doch allen, denen Gott die Gewalt gab, andere Seelen zu leiten, zurufen: Seid euren anvertrauten Seelen Jonasse, das heißt, verkündet ihnen die Gefahr und fordert auf zum Gebet und zur Rückkehr zu Gott! Möchten aber auch alle die Schwäche des Jonas fürchten, der Angst hatte, als er sah, daß Ninive nicht untergehe, er könne als falscher Prophet erscheinen und verschrien werden. Nein, nein, kümmern wir uns nicht um ein bißchen Spott. Der Herr wartet nur noch auf unseren Hilferuf. Tun wir es doch! Eröffnet einen Gebetssturm, ihr Priester! Führt eure Gemeinden in Sühne-Prozessionen an Gnadenstätten, wie die Kirche immer getan, wenn der gerechte Gott die Geißel schwang, und ihr werdet sehen, daß der liebe Gott auch uns die harte Prüfungszeit abkürzt.

Am 13. Juni 1886 zeigte mir der Herr zum ersten Mal das Bild, wie es sich jetzt entfaltet hat. Er zeigte mir, wie die Christen sich in zwei Teile spalteten. Die größte Zahl sonderte sich ab von Ihm und wandte sich um, nicht um Ihn um Erbarmen anzuflehen, weil sie Ihn verließen, sondern um Ihn zu lästern und zu verspotten; sogar die Kinder jener Klasse wandten sich gegen den Herrn und streckten Ihm die Zunge hin. Die andere Klasse waren die, bei denen ich mich befand. Mit Angst und Schrecken erfüllt, drängten sich alle um den Herrn herum, der in der Mitte stand. Er wandte Sich mir zu und sagte:

Jesus: ‚Siehe, Meine Tochter, bald kommt die Zeit, wo ihr dies sehen werdet. Siehe alle (und Er machte eine Handbewegung), die du um Mich geschart siehst, sind noch im Schifflein Petri und sollen gerettet werden, auch die, die am äußersten Rand gehen. Aber schau jene dort, auch für sie habe Ich Mein Blut vergossen. Willst du Mir nicht Sühne leisten und so Mein Herz trösten?‘

Vierundzwanzig Jahre sind seit jenem 13. Juni verflossen. Ja, ich habe des Herrn Wille erfüllt, denn ebenso lange lasse ich mich verfolgen für die Wahrheit. Und nun glaubt ihr Priester, daß Er euch an den Wendepunkt gestellt hat. Ihr habt die Aussaat zu bestellen, andere aber ernten ein, das heißt, genießen in Ruhe hier die Frucht eurer Arbeit, wenn ihr hingeeilt seid, die Krone in Empfang zu nehmen.

Auf zum Gebet, soll unser Vaterland nicht seinem Nachbarland gleich werden. Beten wir für unsere Männer, die im Reichstag sitzen. Fällt das Zentrum im Deutschen Reich, dann fällt mit ihm die katholische Religion. Und diese Strafe ist nur ein Auswuchs unseres Stolzes, nicht der Ungläubigen, sondern der Gläubigen, und ganz besonders unserer Führer, denn sicher wissen wir, daß Gott ein vertrauensvolles Gebet erhört.

Dies zeigte mir der Herr in Marienborn. Sein heiliger Leib hatte ekelhafte Geschwüre, die aber nach und nach eines nach dem anderen verschwanden. Und Er erklärte mir, diese Auswüchse an Seinem mystischen Leibe seien durch den Stolz Seiner Diener gebildet, die mit der modernen Welt liebäugelten und entfernt werden müßten.

Dieser Tage wurde ich von einem Ordensmann gefragt:

‚Was halten Sie von der letzten Enzyklika? Man sagt allgemein, der Heilige Vater hätte dies nicht tun müssen; damit hat er die ganze Welt mit Haß gegen uns Katholiken erfüllt.‘

Ich antwortete ihm:

‚Der Papst hat gehandelt auf Eingebung des Heiligen Geistes.‘

Er fragte:

‚Haben Sie keine Ahnung, ob der Haß und die Abneigung nicht in eine blutige Revolution ausklingen?‘

Das kommt ganz auf uns an. Wenn der Vater seine Kinder warnt vor einem Abgrund, in den schon viele hineingetaumelt, weil sie sich vom Vaterhaus entfernten, dann müssen die Kinder dankbar sein und ihn nicht auch noch zu kränken suchen. Lassen wir Kinder der katholischen Kirche die Feinde brüllen und suchen wir unser Oberhaupt zu trösten, indem wir fest vertrauen, daß zur rechten Zeit die Hilfe von Oben kommt. Aber bitten wir, daß die Zeit der Prüfung nicht zu lange dauert.

Die Enzyklika mußte kommen. Die Menschen haben vergessen, ihrem Gott die Ehre zu geben und müssen gestraft werden. Darum ließ Er dieses zu. Aber wir können die strafende Hand Gottes zur Milde und Barmherzigkeit umstimmen. Wie oft sagte Er mir dies in den fünfundzwanzig Jahren, wo Er die Züchtigung angedroht. Darum nochmals, ihr Priester, befolgen wir den Rat des Herrn, beseitigen wir die Auswüchse, welche die unreine Luft der Modernisten auch an uns ansetzen will und gehen wir mit dem Banner Mariens mutig in die Schlacht hinein. Wir haben keine andere Waffe als die des Gebetes. Und wollen wir eine blutige Revolution verhüten, dann müssen wir uns tief demütigen, dem Vater zu Füßen werfen, und wir werden Seinen Zorn in letzter Stunde noch entwaffnen.“

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1000 Großes Gebet in St. Quintin am 9. Juli 1910

„Deshalb will Ich die Gnadenorte gefördert wissen von den Bischöfen, und Ich will, daß die Priester das gläubige Volk recht hinführen an solche Orte. Denn jetzt ist die ganze Hölle entfesselt in der ganzen Welt.“

Jesus: „Sage Meinem Diener, wenn er in die Fußstapfen von N. treten will, will Ich ihm ganz dieselben Segnungen versprechen, die jener erfahren hat, wie überhaupt allen Priestern, die gläubig annehmen, was in den Schriften steht. Denn das ist nur die Fortsetzung der Verheißungen, die Ich der seligen Margareta Maria Alacoque gegeben, und wer nicht jene glaubt, glaubt auch diese nicht, und wer diese nicht glaubt, glaubt auch ernstlich nicht an jene. Daß Ich dir heute Gnaden zufließen lasse, damit will Ich bestätigen, daß es Mich freut, wenn die Gnadenorte recht besucht werden, und weil diese Kirche eine Gnadenkirche ist, wollte Ich Meine Mutter ehren, damit ihr sehet, wie sehr Ich dies verlange, und daß nur eine andere Wendung eintreten kann durch die Fürbitte Meiner Mutter. Sage ihm, er möge sich nicht scheuen, vor seinen Bischof hinzutreten und ihm das zu sagen, was Ich ihm sagen lasse: Es steht in seiner Diözese gut. Er wird sich nicht sehr beklagen über die Priester seiner Diözese und besonders ... Das ist die Ausstrahlung Meiner Segnungen, die Meine Mutter ausgießt. So ist es überall. An den Gnadenorten könnt ihr merken, daß das Volk besser ist als an anderen Orten. Deshalb will Ich die Gnadenorte gefördert wissen von den Bischöfen, und Ich will, daß die Priester das gläubige Volk recht hinführen an solche Orte.

Denn jetzt ist die ganze Hölle entfesselt in der ganzen Welt. Das Freimaurertum und alle, die sich verbündet haben mit Satan durch ihr lasterhaftes Leben, bieten alles auf, um die Zeitperiode zu benutzen, um die Kirche möglichst schnell mit Stumpf und Stiel vom Erdboden zu vertilgen. Das ist nur der satanische Haß, der sich entfesselt hat.

Darum ist es jetzt an der Zeit, daß auch sie so tun wie diese, und sie sollen sich ein Beispiel nehmen an den Gegnern, wie diese es machen. Es ist sehr zu bedauern, daß sie sich schämen wollen und alles Gute unterdrücken. Der Bischof von Mainz möge jenem N.N. einen Verweis geben, denn es war sehr unrecht, daß er sich um Sachen kümmerte, die ihn nichts angingen. Ich will dies nur nebenbei bemerken, weil damit so viel Unheil in die Welt hinauskommt. Solche Diener befördern den Sieg der Kirche nicht. Es war nur Neid und Eifersucht und dadurch habt ihr so viel zu leiden bekommen. Das muß gerügt werden, ebenso die Eifersüchteleien in den Klöstern. Das muß beseitigt werden. Dadurch entsteht so viel Unheil. Jetzt kann das nicht stattfinden.“

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1001 Großes Gebet in St. Bonifatius am 11. Juli 1910

„Damals zeigte Ich dir den Kampf, den die Katholiken der Stadt und Diözese Mainz mit dem Luthertum zu bestehen haben werden, was aber nur durch Nachlässigkeit der Katholiken so weit gekommen ist.“

Barbara: Wenn der Herr in dieser großen Gebetswoche mir schon einige Male sehr auffallend Seine Liebe bekundete, so darf es nicht wundern, wenn Er heute am Schluß des Großen Gebetes noch einmal, wie am Schluß einer Mission, alles zusammenfaßte. Ungefähr eineinhalb Stunden war mein Geist ganz in Ihm versenkt, so daß die drei Kräfte meiner Seele so gebunden waren, daß keine Störung, weder von außen noch von innen, die himmlische Ruhe beeinträchtigen konnten.

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, was Ich dir doch gezeigt habe, als die Fronleichnamsprozession zum ersten Male aus dieser Kirche auszog, hat sich jetzt erfüllt. Damals zeigte Ich dir den Kampf, den die Katholiken der Stadt und Diözese Mainz mit dem Luthertum zu bestehen haben werden, was aber nur durch Nachlässigkeit der Katholiken so weit gekommen ist. Jenes Hohnlachen, das du damals wie aus der Tiefe kommend vernommen, hat sich gestern hier in der Stadt abgespielt.

Die Anhänger Luthers haben gestern bewiesen, daß sie triumphieren über eine vor hundert Jahren noch ganz katholische Stadt. Und daß der evangelische Bund gerade die Stadt Mainz wählt zu einer so großartigen Protestversammlung gegen die Borromäus- Enzyklika ist es, was Ich dir damals gezeigt habe: Luther spottet der Kinder der Kirche des heiligen Bonifatius und sagt ihnen hohnlachend ins Gesicht: ‚Unser Stifter Martin Luther hat nicht sein Blut vergossen wie euer Bischof Bonifatius und doch sind wir Sieger geworden.’

Aber Ich zeigte dir damals auch, wie ein furchtbarer Kampf sich entspann zwischen beiden Parteien und wie eine Schar himmlischer Gestalten, an der Spitze St. Bonifatius, den Katholiken der Stadt Mainz zu Hilfe kam, und nach langem Kampf erscholl dann von oben her: ‚Sieg, Sieg, Sieg den treuen Kämpfern!‘ Soll dies in Erfüllung gehen, und es wird geschehen, wenn Meine Diener, besonders der Bischof von Mainz, endlich sich aufrafft und tut, was Ich ihm durch dich sagen lasse. Nicht länger mehr dürfen die Katholiken schweigen, sie müssen ihr Recht verlangen. Die Lutherische Kirche hat sich nicht einzumischen, wenn das Oberhaupt der katholischen Kirche seine Kinder warnt vor einer großen Gefahr, und diejenigen bezeichnet, die in diese Gefahr vor uns sich hineingestürzt haben.

Die Bischöfe müssen ein Zirkular herumgehen und alle Katholiken unterzeichnen lassen, daß sie gleiche Rechte beanspruchen wie die Protestanten, die ungestraft von der Regierung, uns Katholiken in ihrer heiligen Religion verspotten dürfen, während ganz Deutschland ein Zeter und Geschrei erhebt, wenn das Oberhaupt der Katholiken seine Kinder warnt, und es müsse betont werden, ob die Regierung nachweisen könne, daß die Katholiken ihre Pflichten als Steuerzahler und treue Staatsbürger etwa nicht so erfüllen wie die Anhänger von Luther. Dieses Zirkular sollen die Bischöfe an den Kaiser schicken und ihm sagen, er könne versichert sein, daß, wenn er länger diese Gehässigkeit in seinem Lande duldet, wir einer blutigen Revolution entgegengehen. Er möge nach Frankreich schauen und dort sehen, daß immer mit dem Sturz der Altäre, auf denen das wahre Kreuzesopfer Jesu Christi dargebracht werde, auch der Sturz der Throne folgen werde.

Jetzt heißt es: Entweder stillschweigen und nachgeben und der katholische Glaube wird Deutschland weggenommen, oder es heißt: Seine Rechte suchen für die Bischöfe und dann beten mit dem kleinen Volk. Der Sieg muß mit den Waffen des Gebetes erkämpft werden.“

Barbara: Dies solle ich Pater Felix senden, und er soll den Bischof von Mainz in Kenntnis setzen und ihm sagen, er möge die Augen offenhalten, und er werde inne werden, daß es Zeit sei anzuerkennen die Güte und Liebe Gottes auch da, wo der Herr angefangen, diejenigen Seine Hand fühlen zu lassen, die sich Ihm widersetzen wie Dr. Hubert. Weil er mit Pater B., welche die Vertreter der Kirche waren, sich dem Urteil des ungläubigen Arztes im Jahre 1900 feige anschloß, obwohl er einige Tage vorher mir sagte, daß es übernatürlich ist, davon sind wir alle überzeugt. Alle anderen verließen sich auf das Urteil dieser zwei Priester.

Darum mußte mein damaliger Beichtvater, Pater B., ein Jahr danach sofort sein Unrecht fühlen. Der liebe Gott zeigte ihm an seiner leiblichen Schwester den Unterschied von hysterischen Personen, die in demselben Haus, wo man an mir die Hysterie feststellte, eine Selbstmörderin geworden ist. Und Herr Dr. Hubert fühlt die Hand des Herrn unter den Augen der Stadt und des ganzen Landes, denn wir sind gelehrt, daß es keinen Zufall gibt; der Finger Gottes ist es.

(Die sogenannte Borromäus-Enzyklika von Papst Pius X. durfte in Deutschland nicht veröffentlicht werden, weil Protestanten darin einen Vorwurf und eine Beleidigung Martin Luthers erblickten, was im Reichstag zu unliebsamen Reden kam.)

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1002 Am 17. Juli 1910

„Mit dem Sturz der Altäre der katholischen Kirche werde der Thron Deutschlands in Trümmer gehen.“

Jesus: „Sage N., er möge anfragen beim Mainzer Bischof, ob jetzt, nachdem der Sturm, den Ich schon so lange in den Schriften angekündigt, bereits seinen Anfang genommen, noch festgehalten werde, daß die Belehrungen in den Schriften das Resultat einer hysterischen Krankheit sei oder nicht. Wenn die Herren in Mainz dies noch behaupteten, sei jeder weitere Schritt umsonst, dann hätten sie aber Strafen zu erwarten, die darauf folgten.

Schweigen, auch wenn der Rummel mit der Enzyklika vorgehe, sei jetzt große Gleichgültigkeit gegen den katholischen Glauben. Das katholische Volk müsse wissen, warum es gute, katholische Männer in den Reichstag schicken soll und der Deutsche Kaiser müsse wissen, warum er zugibt, daß den katholischen Untertanen nicht die gleichen Rechte eingeräumt werden wie anderen. Das müßten die Bischöfe anfechten in Verbindung mit dem ganzen katholischen Volk. Hier müsse sich Mein Wort wieder bewähren: ‚Ich bin nicht gekommen den Frieden zu bringen, sondern das Schwert!‘ Während aber die Bischöfe um die Rechte streiten, müsse viel gebetet werden von den frommen Seelen. Diese müßten den Mörtel treten, damit das zerbröckelte Mauerwerk Meiner wahren Kirche, welches die leichtsinnige ungläubige Männerwelt herbei geführt habe, wieder ausgebessert werde und der ganze Bau Meiner Kirche auch nach außen hin wieder herrlich dastehe.

Wenn befolgt werde, was Ich sage, sei jetzt noch eine blutige Revolution zu verhüten. Aber wie ihre Gegner wollen die Katholiken als treue Untertanen und treue Steuerzahler auch als gleichberechtigt behandelt werden. Ohne Furcht den Fürsten sagen: ‚Mit dem Sturz der Altäre der katholischen Kirche werde der Thron Deutschlands in Trümmer gehen.‘

N. soll mit der größten Ruhe den Auftrag vollziehen, sich um Lob oder Tadel, Hohn oder Spott nicht kümmern, denn Ich benutze ihn ja nur als Meinen Vertreter. Hohn und Spott, Lob oder Tadel gilt also Dem, Dessen Stelle er vertritt.“

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1003 Am 25. Juli 1910

Barbara: Ein kranker Priester besuchte uns. Abends fünf Uhr opferte ich die Anbetungsstunde für denselben auf, betete noch den Rosenkranz und am Schluß opferte ich das Ablaßgebet auf mit dem ganzen Schatz der heiligen, katholischen Kirche für jene Seele, die Gott am heutigen Tag gern in den Himmel befördert sehe. Da schaute mein inneres Auge plötzlich ein wunderbares Licht und darin eine hohe, majestätische Gestalt. Von der rechten Seite des Altares her kam eine andere Gestalt, jedoch so, als würde sie von einer dritten Person geführt. Jene verschwand aber sofort, als sie erstere neben die majestätische Gestalt gebracht hatte.

Ich bat den Herrn um Erklärung und erfuhr, daß die majestätische Erscheinung der heilige Apostel Jakobus sei, dessen Fest die Kirche heute feiert, und die andere, an Schönheit zwar weit geringer, aber doch überaus glücklich zu sein schien, sei der verstorbene Vater des kranken Priesters. Beide verschwanden dann zusammen. Ob vielleicht der Verstorbene Jakobus heißt? Dann wäre dies ein Beweis, wie weise die Kirche handelt, daß sie ihre Kinder nicht nur dem Schutze der heiligen Engel, sondern auch den Namens- Schutzheiligen übergibt.

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1004 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1910

„Wie einst dem König Pharao, so werde Ich eine Plage nach der anderen schicken und Mein Volk die Zuchtrute so lange fühlen lassen, bis es Mich wieder auf den Thron setzen wird.“

Barbara: Heute, am Fest der heiligen Mutter Anna, schaute ich nach der heiligen Kommunion diese liebe Matrone. Ich bat sie, mir doch einiges aus ihrem Leben mitzuteilen, denn daß sie, wie die gottselige Katharina Emmerich erzähle, drei Männer gehabt habe, könne sich für die Großmutter Jesu Christi nicht recht ziemen, da wir Kinder der katholischen Kirche doch gelehrt werden, daß mehrere Ehen zu schließen mehr auf sinnliche Lust als auf ein inniges Gott vereinigtes Leben hinweise. Da ließ sich die liebe Heilige herab, mir ausdrücklich zu sagen:

Was in den Schriften dieser frommen Jungfrau über ihr Eheleben geschrieben sei, beruhe nicht auf Wahrheit. Sie habe nur einen Ehemann gehabt, und zwar den, welchen die heiligen Evangelisten aufgezeichnet haben, nämlich den heiligen Joachim. Mit ihm habe sie ein sehr erbauliches Leben geführt; die sinnliche Befriedigung des Fleisches sei beiden fern gelegen.

Anna: „Ich war eine Mutter der Armen und Hilfsbedürftigen. Weil unsere Ehe so lange kinderlos blieb, suchte ich darin einigen Ersatz. Ich war aber auch für alle meine Hausbewohner eine wohlwollende Schutzfrau. Bei mir fühlte sich niemand fremd. Ich bestrebte mich, allen behilflich zu sein, daß ein jeder in meiner Umgebung nach dem Gesetze leben konnte. Das einzige Vergnügen und unsere Erholung bestand in frommen Wallfahrten zum Hause Gottes nach Jerusalem oder zu den frommen Vätern auf dem Berge Karmel, wo ich mit meinem frommen Ehegemahl alljährlich eine Art Exerzitien abhielt und wir neu gestärkt wieder zurückkehrten. Das taten wir, um uns den Segen des Himmels auf unsere unfruchtbare Ehe herabzuflehen. Aber auch, nachdem mein gebenedeites Kind schon geboren war und wir es Gott dem Herrn im Tempel geopfert hatten, fuhren wir in dieser frommen Übung fort.“

Barbara: „Nicht wahr, dieses Wallfahrten ist schon im Alten Bund fleißig geübt worden? Es ist also gar nichts Neues?“

Anna: „Es ist nur nichts Neues, sondern zu gewissen Zeiten dringend notwendig. Wenn die Geschöpfe ihren Schöpfer zu vergessen anfangen, dann müssen die Besseren unter ihnen sich alle Mühe geben, die geschmälerte Ehre Gottes zu ersetzen. Und wenn der Herr Sein Volk wegen seines Undanks züchtigen will, dann müssen wieder die Besseren unter ihnen um so dankbarer gegen Ihn sein. Von selbst zieht es dann die Guten an, sich zusammenzuscharen, um Hilfe zu erflehen von dem Herrn. Darum hat der Allmächtige schon im Alten Bund, noch mehr aber im Neuen Bund gesorgt, daß gewisse Gnadenstätten errichtet wurden, wo Seine treuen Kinder zu Seinem Lob sich versammeln.“

Barbara: Ich wandte mich nun an den in mir wohnenden Gott und bat und flehte, mich doch nicht sinken zu lassen. Ich opferte Ihm die Verdienste Seiner lieben Mutter und Großmutter auf, die doch auch Menschen waren wie wir und bat, doch alles zum Besten zu lenken, da es den Anschein habe, daß alles umsonst sei, was Er habe bewirken wollen durch den Liebesbund.

Jesus: „Nichts ist umsonst! Zur rechten Zeit findet es auch seine Durchführung. Ihr müßt nur standhaft ausführen, was Ich von euch verlange und tun, was in euren Kräften steht, nicht auf halbem Weg abbrechen. Ich will Mein Volk schon züchtigen und ihnen zeigen, daß Ich der Herr bin. Wie einst dem König Pharao, so werde Ich eine Plage nach der anderen schicken und Mein Volk die Zuchtrute so lange fühlen lassen, bis es Mich wieder auf den Thron setzen wird. Die Plagen Ägyptens werden über sie kommen. Aber siehe, wenn der zürnende Gott droht, die Zuchtrute zu schwingen, dann tritt die Barmherzigkeit Ihm in den Weg und Sein Erbarmen neigt Sich herab, die guten, treuen Kinder anzuspornen zum Mitleid gegen ihre verirrten Brüder. Wie schwer fällt es der barmherzigen Liebe, Sein Ebenbild zu vernichten.

Darum wende Ich Mich an dich. Sage es allen, wie sehr Ich wünsche, daß der Liebesbund sich ausbreite in Meiner Kirche. Und wenn am 7. August deine Pfarrei nach Marienthal pilgert, dann sollen alle Liebesbundmitglieder sich anschließen, die ohne Schwierigkeit abkommen können. Da kann euch niemand hindern, weil es eine allgemeine Wallfahrt ist. Opfert alle Beschwerden und Gebete auf für Meine heilige, katholische Kirche. Pater Felix aber sage: Er möge abwarten, bis die Bischöfe Deutschlands sich versammelt hätten am Grab des heiligen Bonifatius. Dann möge er vor sie hintreten und bitten um Bestätigung des Liebesbundes.“

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1005 Am 27. Juli 1910

„Mit Freuden soll er hintreten unter die Bischöfe bei der Konferenz und soll mit Freuden die Schätze aufsammeln, die Verachtungen und Verdemütigungen, die ihm in den Schoß geschüttet werden.“

Barbara: Ich beklagte mich bei dem Herrn über die Unsicherheit, womit das ganze Werk behandelt wird von meinen Vorgesetzten und sagte schließlich:

„Wäre es denn nicht besser, man überließe die ganze Sache ihrem Gutdünken, damit es meinem jetzigen Seelenführer nicht ergeht wie Pater Ludwig?“

Jesus: „Wie bist du so kleinlich und wie wenig verstehst du die Schickungen und Fügungen Gottes! Was hat es Pater Ludwig geschadet, daß er einige Jahre sich mußte verachten und so behandeln lassen von seinen Vorgesetzten und Mitbrüdern und überall. Wie kurz war der Augenblick, und wie lang ist die Ewigkeit! Ja, denke Ich hinein in die Ewigkeit: Immer und ewig! Immer geht die Freude vorwärts und nimmer endet sie. Das ist nicht auszudenken für euren schwachen Verstand. Pater Ludwig hätte noch hundert Jahre leben dürfen und hätte die schwersten, strengsten Bußwerke als Ordensmann üben dürfen und hätte Tausende von Seelen bekehren können, so hätte er das Verdienst nicht erreicht für sich, das er erreicht hat durch die Schmach und Verachtung, die er Meinetwillen auf sich genommen.

Dies gilt auch deinem jetzigen Seelenführer Pater Felix. Sage es ihm und bedauere ihn nicht, wenn er verachtet wird. Mit Freuden soll er hintreten unter die Bischöfe bei der Konferenz und soll mit Freuden die Schätze aufsammeln, die Verachtungen und Verdemütigungen, die ihm in den Schoß geschüttet werden. Das ist der richtige Weg zum Himmel. Ich habe euch das Werk aufgetragen. Was ihr übernommen, das sollt ihr auch ausführen. Ihr sollt ruhig eure Wege gehen, mögen sie machen, was sie wollen.“

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1006 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1910

Barbara: Bei der heiligen Kommunion erschienen die beiden lieben Heiligen Katharina und Barbara und inmitten beider mein jüngst verstorbenes Schwesterlein im Kloster. Ehrfurchtsvoll begleiteten sie mich zurück in die Bank. Beide Heiligen erfreuten mich nur durch ihr Erscheinen, denn meine Seele wurde so erfreut, daß eine vollständige Umwandlung in mir vorging. Aber, die Ansprache überließen beide meiner Schwester.

Die fing an, mir Aufschluß zu geben über Dinge, die mir früher gezeigt wurden, aber ich bis heute nicht verstand. Zwei Tage vor ihrem seligen Tod war sie eine ganze Nacht bei mir und flehte um Hilfe. Ich hörte sie stöhnen und seufzen, und wenn ich vom Schlaf übermannt aufhörte zu beten für sie, weckte sie mich, indem sie den kalten Atem auf die rechte Hand, die auf der Bettdecke lag, mit solcher Gewalt aufblies, daß ich aufwachte und noch lange das Atmen fühlte. So hatte ich eben wieder einschlafen wollen, da weckte mich ihre mir wohlbekannte Stimme: ‚Babett! Babett! Hänge dein Herz nicht an zeitliche Dinge und laß dich von zeitlichen Sorgen nicht niederdrücken.‘

Ich erschrak sehr über diese Worte und glaubte, ich hätte dem Willen Gottes zuwider gehandelt, daß ich nach Rück ging und mich so in die Arbeit hineinstürzte. Niemand erzählte ich diese geheimnisvolle Warnung, weil ich es nicht verstand, daß ein Werk der Nächstenliebe Tadel verdiene. Heute aber sagte sie mir:

Schwester (†): „Liebe Schwester! Du hast mich nicht verstanden, als ich bei dir war zwei Tage vor meinem Tode. O es tut mir so leid, dich nicht mehr ermahnen zu können zur Ausdauer in dem Beruf, zu dem dich die Liebe und Weisheit Gottes ausersehen, daß ich mir die Gnade erbat, dich im Todeskampf besuchen zu dürfen. Ich wollte es aber nicht tadeln, daß du einer bedrängten Familie zu Hilfe eiltest. Das darfst du, und das sollst du, solange du kannst, aber du sollst dein Herz frei bewahren vor übertriebener Ängstlichkeit um das Wohlergehen deiner Geschwister. Wo Armut und Not vorhanden sind, wie in beiden Fällen unserer Verwandtschaft, ist Abhilfe ein gutes Werk, aber bei jenen, die nicht darben, ja, die sogar eine Stellung einnehmen, wo eine Familie sich ernähren kann, da brauchen ledige Geschwister, die Gott dienen wollen, sich keine Sorge zu machen. Verstehst du jetzt, was ich dir sagen wollte? Tue Gutes, wo du kannst, an Bedrängten, aber vergiß nicht, dein Herz offen zu halten für die Stimme Gottes. Ohne Furcht befolge sie, denn es ist wahr, was jener Mann Gottes 1908 zu dir gesagt hat: ‚Dies ist das größte Werk, was Gott seit neunzehnhundert Jahren in Seiner Kirche wirken wollte.‘“

Barbara: Beim Hochamt in meiner Pfarrkirche in der Frühe schaute ich wieder dasselbe. Aber mein Schwesterlein war so klein in der Mitte der beiden anderen Jungfrauen, daß es aussah wie ein Kind gegen jene herrlichen Gestalten. Jene schwiegen wieder, nur meine Schwester fing wieder an:

Schwester (†): „Liebe Babett! In den ersten Jahren, als der Herr anfing, dich zu belehren, zeigte Er dir einmal ein Bild vom Zustand des Heiligen Vaters, das sich in jüngster Zeit buchstäblich erfüllte. Dort zeigte dir der Herr, daß von allen Seiten so auf Seinen Stellvertreter eingestürmt würde, daß er ohnmächtig zusammenbrach und du ohne Mittelsperson ihm ein Kissen unter den Kopf legtest. Damit wurde dir die Zeit gezeigt, in der ihr jetzt lebt.

Tatsächlich ist Pius X. genötigt, in seinem Kummer sich umzusehen, ob seine Kinder mit ihm Mitleid haben. Das Kissen, das du ihm unter das Haupt legtest, sind die Leiden, die du für die Kirche, deren Oberhaupt er ist, übernommen hast. Denn in Geduld ausharren für seinen Glauben ist das, was der Kirche am meisten nützen kann. Der Liebesbund, der jetzt so weithin verbreitet ist, sollte das Kissen bedeuten. Daß du allein das Kissen dem Heiligen Vater unter das Haupt schobst, bedeutet: Weil die kirchliche Autorität den Liebesbund nicht anerkennen will als eine Stütze für die heilige Kirche und sich derselbe ganz allein durcharbeiten soll als eine Stütze für dieselbe, jedoch ohne Anerkennung sein soll. Gerade so, wie jetzt der Heilige Vater und die gesamte heilige Kirche dasteht: Ganz ohne Hilfe von jeglicher weltlichen Macht und nur auf sich selbst und ihre treuen Kinder angewiesen.

Darum, liebe Schwester, warnte ich dich. Werde nicht müde zu leiden, verachtet und verfolgt zu sein für das dir übertragene Werk. O wenn ich noch einen Wunsch zu äußern hätte in der ewigen Herrlichkeit, so wäre es der: Mehr Verachtung zu ertragen auf Erden! O was trägt ein verkanntes, verachtetes Leben ein in der Ewigkeit! Darum fahrt fort, alles zu tun, was Gott dir zu erkennen gibt, erwartet keine Anerkennung, unterlasset kein gutes Werk, keine Wallfahrt und kein Gebet, denn das ist das Kissen für den Heiligen Vater.

Als Laienschwester hatte ich wohl ein verachtetes Leben, aber mein guter Humor, der mir, wie in meiner Jugendzeit, so auch in meinem Ordensstand über alles hinweghalf, machte mich im ganzen Kloster beliebt. Viel mehr Verdienste hätte ich, und wie sehr wünschte ich, daß auch dies weggefallen wäre; denn nichts ist Gott angenehmer und dem Menschen nützlicher, als im letzten Winkel der Erde unbekannt und unbeachtet Gott dienen zu können. Eure Aufgabe ist es, diejenigen, die in großen geistigen Nöten sich an euch wenden, aufzurichten, zu trösten und über etwaige Zweifel hinwegzuhelfen, und es mißfällt Gott, wenn ihr es unterlasset, besonders Priester aufzurichten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1007 Fest des heiligen Josef am 19. März 1911

„Diese haben noch nicht erfahren, wie gut Ich bin und welcher Umschwung in einer Seele vor sich geht, wenn Ich ihr aus der dicksten Finsternis heraus plötzlich Meine Liebe zu verkosten gebe.“

Barbara: Welcher Umschwung, wenn das Wehen eines anderen Geistes als der Geist der Finsternis eine Seele beleuchtet, habe ich heute am Feste des heiligen Josef erfahren. Könnte ich doch allen zurufen, die so hin- und herwanken, wie glücklich wir Kinder der katholischen Kirche sind. Und wenn meine geistlichen Vorgesetzten wüßten, mit welchem Widerwillen ich die Aufzeichnungen mache, würde keiner mehr mich des Hochmutes und der Einbildung bezichtigen. Derjenige, der es an sich erfährt, wird mich auch verstehen, denn was ich niederschreibe, wozu ich innerlich aufgefordert und gedrängt werde, ist die volle Überzeugung und Wahrheit: Der Herr will nur bestätigen durch ein ungelehrtes Weib, was Er Seiner Kirche zu lehren befohlen hat.

Als die Jungfrauen heute früh ihre Osterkommunion hielten, wurde ich einer großen Gnade gewürdigt. Es war, wie wenn ein Schleier von den Augen meines Geistes weggezogen werde, und ich erkannte, daß die, die hinzutraten zum Tische des Herrn, mit Ausnahme von zwei oder drei, im Stande der Gnade den Herrn empfingen. Rechter Hand vom Altare war bei der heiligen Messe der heilige Josef gegenwärtig, und als der Priester begann, die heilige Kommunion auszuteilen, ging er ihm voraus, und brachte hier und da noch etwas in Ordnung. Und wenn eine Jungfrau zurückkam von der Kommunionbank war sie durchleuchtet wie eine Sonne. Als ich vor dem Herrn meine Verwunderung und meine Freude, die so groß war, daß ich laut hätte aufjubeln mögen, ausdrückte, sagte der Herr:

Jesus: „Ich will dir zeigen, wie leer und hohl die Ausdrücke sind, die du hie und da hören kannst, wenn man nämlich die Begeisterung gottliebender Seelen als überschwengliche Gefühle hinzustellen sucht. Diese haben noch nicht erfahren, wie gut Ich bin und welcher Umschwung in einer Seele vor sich geht, wenn Ich ihr aus der dicksten Finsternis heraus plötzlich Meine Liebe zu verkosten gebe. Ich will dir heute zeigen, daß niemand, auch der Priester nicht, ängstlich sein soll, ob man würdig genug sei bei den vielen Sünden und Fehlern, die man begangen hat, doch so oft zu kommunizieren. Siehe alle, die du hier gereinigt zurücktreten siehst, sind lauter ganz gewöhnliche Christen, und doch scheinen sie dir Auserwählte zu sein, weil ihre Seelen so glänzend sind. Nur eines haben sie, und das verlange Ich: Guten Willen! Der Mensch, der guten Willen hat, dem will Ich alles ersetzen. Und jene Seelen, die sich ihr ganzes Leben nur mit dem Gedanken quälen, ob sie auch einmal gut gebeichtet, auch wenn sie vom Beichtvater zur Ruhe aufgefordert worden, sind vom Geiste der Hoffart besessen; sie wollen sich heilig sehen. Diese kommen nie zur Ruhe und werden nicht glücklich, was sie doch sein könnten.

Überall, wo der Mensch nicht aus verstockter Bosheit handelt, wo nur Unverstand und unverschuldete Unwissenheit die Ursache einer mangelhaften Vorbereitung ist, will Ich alles ersetzen. Nur guten Willen verlange Ich.

Sag es den Priestern, wie sehr Ich sie liebe, wie Ich alle ihre Mühe dereinst belohnen werde; denn nur die katholische Kirche enthält das auserwählte Volk. Sie ist das Israel im Neuen Testament. So wie Ich im Alten Testament die Hoffnung auf einen Erlöser nur in Israel verkörperte, indem Ich ihnen die Propheten gab, die fortdauernd diese Hoffnung lebendig hielten unter dem Volk Israel, so will Ich, daß im Neuen Bund der nun erschienene Erlöser fortlebe und so Mein Erlösungswerk fortgesetzt werde bis zum Jüngsten Tage der Welt.

Darum soll jeder Priester ein anderer Christus sein. Ihr Opferleben, verbunden mit dem Opferleben so vieler Seelen, die Mich noch lieben, sei es im Kloster oder in der Welt, sind die Ursache, daß der Untergang der Welt noch verzögert wird.

Die Leiden, die Verachtung und die Verfolgung von seiten der ungläubigen Welt sind für Meine Diener die Schätze, womit sie viele Seelen wieder in Meine Vaterarme zurückführen können. Dies ist aber auch das fortgesetzte Erlösungswerk. Durch ihre Liebe zu den unsterblichen Seelen und durch ihre Geduld bei all den Verfolgungen der gottlosen Welt doch fortfahren, den Menschen den Weg zum Himmel zu zeigen, ist das fortgesetzt ununterbrochene Erlösungswerk. Und die lebendige Person Jesu Christi lebt fort in der sündigen Menschheit.

Darum schmerzt es Mich sehr, daß Meine Diener immer noch zögern anzunehmen, was Ich mit dir rede. Wären alle vom lebendigen Geist durchdrungen, daß Ich bei euch bin, und daß Ich nur deswegen persönlich, nicht nur als Gott, sondern auch als Mensch, bei euch sein will, dann wären alle mit mehr Dankbarkeit gegen Mich erfüllt.

In jenen Zeiten, wie die eurige wieder ist, wo die Sünden der Menschen und die Bosheit der Hölle ein Dasein Gottes aus dem Gedächtnis der Menschen verwischen will, da will Ich als Mensch bei euch sein, da will Ich euer Bruder sein. Und wenn die Bosheit der Sünde Mich von neuem ans Kreuz schlägt, da suche Ich Mir unter Meinen leiblichen Geschwistern solche aus, die mit Mir leiden und fühlen müssen. Dies ist das fortgesetzte Erlösungswerk, das niemand verstehen will, auch Meine Diener nicht, und doch sind sie ganz allein die Berufenen, die Meine Werke verkörpern müssen. Ein anderer Christus soll der Priester sein. Dafür soll er in Meines Vaters Reich ewig mit Mir auf dem Thron sitzen und mit Mir die zwölf Stämme Israels richten. Fahre fort, das, was Ich mit dir rede, niederzuschreiben und ihnen zu übergeben. Sie sollen keine Macht der Welt fürchten, die Strafgerichte predigen, die Sünde geißeln und mit den Kleinen demütig auf Meine Hilfe warten. Viele laue Katholiken werden zum religiösen Eifer zurückkehren, wenn sie sehen, daß ihre Priester in tieflebendigem Glauben vorausgehen.“

Barbara: Als ich den Herrn bat, mir nicht aufzutragen, es meinen Vorgesetzten mitzuteilen, weil ich immer krank werde, da ließ mich der Herr den Lohn sehen, der auf alle die wartet, die viel für Ihn getan und gelitten haben. Ich sah eine unabsehbare Schar reiner himmlischer Gestalten, dabei eine leibliche Schwester und eine fromme Lehrerin, die sich viele Mühe gab, die Schriften abzuschreiben. Die anderen kannte ich nicht. Es wurde mir mitgeteilt, daß so, wie wir katholischen Christen an den Festtagen der Heiligen Anteil nehmen dürften an den Freuden dieser unserer Brüder und Schwestern, weil wir eine Familie seien, auch diejenigen, die in ihrem Leben durch ein besonderes Werk, das der Herr durch sie befördert hat und wodurch andere Menschen zur Liebe Gottes angeeifert werden, jedesmal sich aufs neue miteinander erfreuen in der ewigen Glückseligkeit, sooft auf Erden eine Seele die Akte der Gottesliebe erweckt, die ihr aus den Schriften jener Seele bekannt geworden ist, durch die sie verfaßt und niedergeschrieben worden sind, auch wenn Jahrhunderte schon verflossen sind.

Inhaltsverzeichnis Band 7

1008 Am 29. November 1911

Jesus: „Sage Meinen Dienerinnen,

Sie sollen ohne Zögern alle ihre Kräfte einsetzen, um ihre Wirksamkeit zu erweitern und unsterbliche Seelen zu retten. Es sei besser, eine einzige Seele retten, als ein ganzes Leben in einer Zelle verbringen und bei Wasser und Brot fasten, denn die unsterblichen Seelen, die ohne diese Tätigkeit verlorengegangen wären, verherrlichen Mich alsdann durch die ganze Ewigkeit.

Es sei besser, wenn der junge Mann (der stottert) einen anderen Beruf ergriffe, weil er den Verdemütigungen nicht gewachsen ist, die seine körperlichen Gebrechen ihm bereiten.

Der Mann, der Selbstmord beging, sei zwar gerettet, aber nicht durch seine Verdienste, sondern durch ihr Gebet, und weil er eine Verwandte hätte im Kloster und Er versprochen hätte, daß bis ins vierte Glied niemand verlorenginge, aber weil er selbst schuld war, mußte noch das Flehen anderer uneigennütziger Seelen dazukommen und die Gebete seiner Angehörigen. Außerdem sei er gerettet durch die Gebete, die von uneigennützigen Seelen verrichtet werden, die jeden Tag rufen: „O Herz Jesu, gib uns Seelen“, und diese Sterbenden Meinem Herzen durch Meine heilige Mutter aufbürden.

Durch das Schutzengelgebet (am Ende des Buches), worin es heißt: ‚ ... Trage meine Gebete in die Hände der lieben Mutter Gottes‘ und am Schluß ‚ ... und opfere sie dem himmlischen Vater auf für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben ...‘, werden die Seelen der Sterbenden in die Hände der lieben Mutter Gottes gelegt und deshalb kann Ich nicht anders, als den Seelen vieler Sterbenden einen Akt der Reue zu schenken durch die Fürbitte Meiner heiligen Mutter.

Durch seine Verdienste wäre dieser Mann nicht gerettet worden. Er ist deshalb auch so noch bei den Verdammten, damit die Gebete der Kirche und der frommen Seelen nicht zu ihm gelangen können, außer es würde sich eine gerechte Seele für ihn einsetzen, denn es ist doch auch Bosheit in ihm gewesen. Der letzte Akt war zwar die Verzweiflung, aber vorher hat er viel verschuldet und ist nur durch die Gebete anderer gerettet worden.

Sage Meinen Dienerinnen, sie sollten nicht säumen und in Amerika eine andere Niederlassung suchen. Ihr wißt oft nicht, woher es kommt, daß bei eintretenden Gefahren manchmal eine Wendung in einem ganzen Volk eintritt. Das Schicksal eines ganzen Volkes liegt oft in der Hand eines einzigen Gerechten, der sich mit seinen Gebeten dem Arm der göttlichen Gerechtigkeit so entgegenwirft und gleichsam den Zorn Gottes aufhält und Seinen Arm bindet, bis Sein Zorn entwaffnet ist, und wenn dann viele sich vereinigen und sich anschließen an das Gebet einer solchen Seele, wird oft ein ganzes Volk gerettet, und wenn in Deutschland viele sich dem Liebesbund anschließen und das ausführen, was Ich angegeben, so geschieht dies auch in Deutschland, und Deutschland wird gerettet sein.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1009 Am 22. Dezember 1911

„Deutschland soll von Rom losgelöst, die katholische Kirche vernichtet und eine gemeinsame Gesellschaft mit der lutherischen Kirche bilden.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Die Schrift (Flugblatt eines protestantischen Predigers), die Ich dir gestern abend in die Hand spielte, soll dir zeigen, warum Ich mit dir rede, warum Ich die Einführung der täglichen Kommunion verlangte, denn das ist der Liebesbund, den Ich mit Meinen treuen Kindern schließen will. Alle, die sich von diesem Band umschlingen lassen, bleiben ihrem heiligen Glauben treu, und sie sollen gerettet werden für eine glückselige Ewigkeit. Die übrigen werden, wenn auch nicht alle zum Abfall kommen von ihrer katholischen Kirche, doch wie ein Rohr hin- und herschwanken.

Beim Lesen der Broschüre hast du gesehen, wie wahr es ist, was Ich dir in den sechsundzwanzig Jahren mitgeteilt habe. Deutschland soll von Rom losgelöst, die katholische Kirche vernichtet und eine gemeinsame Gesellschaft mit der lutherischen Kirche bilden, anstatt des Papstes, der deutsche Kaiser die gesamte Kirche regieren.

Dies ist geplant von allen, die Mich als ihren Gott und Schöpfer aller Dinge nicht mehr anerkennen. Aus Haß gegen Mich haben sie sich verschworen, nicht eher zur Ruhe zu kommen, bis diese ihnen so verhaßte Kirche aus der Welt hinweggefegt sei, weil nur in dieser Kirche Mir noch die schuldige Ehre und Verherrlichung zukommt, das Ankämpfen gegen das Zentrum in den Reichstagswahlen, das Ausschalten alles Religiösen aus den Schulen, die laxe Moral, die bis ins letzte Dörfchen hinein zutreibende und immer mehr überhandnehmende Vergnügungssucht, alles das gehört von den Gotteshassern zu dem einzigen Plan, den sie sich gesetzt, und der von der Hölle ausgeht, um die vom Herrn gestiftete Kirche aus der Welt zu schaffen.

Ein Priester soll und muß zu Zeiten, wo der heiligen, katholischen Kirche Abfall droht, mit Mut und Entschlossenheit diejenigen Männer nachzuahmen suchen, welche die Abgefallenen so sehr hassen, wie einen heiligen Karl Borromäus, Ignatius, Canisius und überhaupt alle, die kämpften für die Kirche und ihre Rechte. Die Laien sollen treu zu ihren Priestern stehen durch Gebet, durch Opfer, Priester ausbilden helfen, und wie Ich dir immer sagte, feurige Männer aufstehen, die wie mit einem zweischneidigen Schwerte die Rechte der Kirche verteidigen.

Darum bitte deine Vorgesetzten, daß sie dir erlauben, an alle, die glauben, daß Ich mit dir rede, die Aufforderung ergehen lassen zu dürfen, jeden Tag den ganzen Psalter Mariens zu beten, bis die Reichstagswahlen ganz abgeschlossen seien. Dann vereinigt Sich Meine Mutter mit dem ganzen himmlischen Hof, um euch zu Hilfe zu eilen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1010 Fest d. Evangelisten Johannes am 28. Dez. 1911

„Darum wisset, wenn die Welt gestraft wird, ist niemand schuld als Meine Auserwählten, die Kinder der katholischen Kirche.“

Jesus: „Die Unterredungen, wie sie aufgezeichnet sind, haben einen wichtigen Grund und gehen die ganze Kirche an. Es muß bestätigt werden, daß Gottes Geist in diesen Schriften weht, denn in denselben werden die Schäden gekennzeichnet, die entfernt werden müssen, wenn Meine Kirche wieder aufblühen und gedeihen soll in ihrer ganzen äußeren und inneren Schönheit.

Einer der Hauptschäden ist, daß der tieflebendige Glaube und der Verkehr einer Seele mit Gott so sehr bekämpft wird. Nicht der Haß der Feinde der katholischen Kirche hat die traurigen Zustände, wie sie jetzt sind, heraufbeschworen, sondern die Kinder der Kirche selbst. Ich habe den Menschen erschaffen nach Meinem Ebenbild, und weil Ich Mein Bild in ihm sehe, liebe Ich ihn auch wie Mich Selbst. Er soll die ganze Ewigkeit sich mit Mir freuen. Und als die Sünde diese Ebenbildlichkeit zerstörte, mußte er gestraft werden, und das wird geschehen, solange die Schöpfung existiert. Seit Erschaffung der Welt hat sich Mein Auge gelabt an jenen, die Mir treu dienten und den tieflebendigen Glauben an Meine Verheißungen bewahrten. Im Alten Bunde war dies das israelitische Volk, im Neuen Bunde ist es Meine katholische Kirche.

Wann aber wurde im Alten Bunde die Welt gestraft? Nicht, wenn die Heiden Mich erzürnten oder eine andere religiöse Genossenschaft, sondern nur dann, wenn das auserwählte Volk liebäugelte mit jenen, die Mich haßten und nicht anerkannten. So ist es auch im Neuen Bunde noch viel schmerzlicher für den Schöpfer, denn der Neue Bund sieht nicht nur alle Verheißungen erfüllt und hat den Erlöser nicht nur erhalten, sondern Er ist in Seiner von Ihm gestifteten Kirche und bleibt bei ihr. Darum wisset, wenn die Welt gestraft wird, ist niemand schuld als Meine Auserwählten, die Kinder der katholischen Kirche. Solange das laue, fahle Leben geführt wird, solange ein Nachgeben von seiten der Führer nicht ganz ausgeschaltet wird, wird es nicht besser. Und wenn in Deutschland die katholische Kirche so geknechtet wird, ist sie selbst ganz allein schuld durch ihre Nachgiebigkeit. Nicht mehr nachgeben denjenigen, die sie bedrücken, sondern sagen: ‚Haben die Söhne der Katholiken nicht das Deutsche Reich erkämpfen müssen wie die Söhne anderer Konfessionen?‘

Und sollten alle von Meiner Kirche abfallen, wie es war zu Zeit des Noe, wo Ich die Welt so schrecklich strafen mußte, so werde Ich mit den wenigen, die Mir treu dienen, die Kirche wieder zu neuer Blüte bringen. Und wenn die ganze Macht des Deutschen Reiches sich verschworen hat, die katholische Kirche zu vernichten, so erhebt Proteste über Proteste bei den Vertretern des Reiches und sagt ihnen, daß mit dem Sturz der Altäre der katholischen Kirche auch die Throne der Könige stürzen werden. Wenn es dazu kommen sollte, daß die Feinde im Reichstag die Oberhand gewinnen, dann müssen sich die Bischöfe vereinigen im Namen der deutschen Katholiken und sich als treue Staatsbürger, auf die Gerechtigkeit berufend, sich einsetzen für die treuen, katholischen Staatsbürger und gleiche Rechte verlangen.“

 

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