Barbara Weigand Offenbarungen Band 7        Seite 4

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Inhaltsverzeichnis Band 7

1099 Herz-Jesu-Freitag am 3. Januar 1919

Lieschen durfte kommen, um mit Barbara zu reden, und sagte:

Lieschen (†): „Schließt euch zwei so eng aneinander an, daß nichts mehr dazwischenkommt. Wenn das Werk fertig ist, soll Luischen recht sorgen, daß Gott sehr verherrlicht wird. Wie viele geistige Wunder sind schon geschehen und wie viele geschehen noch. Wieviel Mühe müssen sich andere geben, um Geld herbeizubringen und erreichen nichts, und hier kommt es freiwillig. Und erst, wenn der Rohbau fertig ist und die Menschen aus allen Ländern und Nationen herbeikommen, wie viel Geld geht da ein und wie wird dann Gott verherrlicht. Nehmt die wunderbare Führung, wie uns Gott hergeführt. Wie danke ich jetzt Gott! Wie hat Er alles gelenkt! Was werden wir und alle Freunde so glücklich sein, wenn das Werk fertig ist. Es wird kaum ein anderes in Deutschland ihm gleichkommen. Ohne Zögern soll Luischen herziehen, wenn es Zeit ist.“

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1100 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1919

Jesus: „Das Grab von Lieschen soll euch das Zeichen sein, daß alles so mit dem Werk zustande kommt, wie Ich es angegeben. Jetzt, wo der Glaube so gesunken ist, daß man alles Übernatürliche aus der Welt schaffen will, jetzt muß Ich mit solchen Werken kommen. Ich werde Mein Werk durchführen. Der Kirchenbauverein soll sich noch einmal nach Rom wenden und dringend um eine Antwort bitten, denn die Kinder der katholischen Kirche verlangten es.“

Beim Rosenkranzgebet, wo wir nebeneinander allein in der Kirche beteten, rückte Barbara plötzlich ehrfurchtsvoll nach rechts, denn der Herr war in unserer Mitte und die Heiligen Drei Könige standen vor Ihm und beteten Ihn an.

Jesus: „Die Heiligen Drei Könige haben auch nicht mehr gehabt als ihr; sie mußten Mich auch im Dunkeln suchen. Wie mussten diese drei Männer ihren Glauben betätigen, als sie in dem armen Stall ein Kindlein fanden, so wie alle Kinder sind. Wie demütig und vernichtet kam Ich in diese Welt. Schauen könnt ihr durch die ganze Ewigkeit, aber hier heißt es demütig glauben. Luise soll Dr. Abel schreiben, er möge sich noch einmal nach Rom wenden. Er habe ihn deshalb herbeigeführt, weil Er vorausgesehen, wie alles unterdrückt werde, wenn nicht energische Männer sich dafür einsetzen. Er habe gut angefangen und gut fortgesetzt. Nun möge er gut enden, und Ich verspreche ihm einen großen Lohn.“

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1101 Am 12. und 18. Januar 1919

Jesus: „Nicht eher wird der volle Friede einziehen, bis auf der Kuppel der Sakramentskirche die goldene Monstranz erglänzt und der Welt – wie einst der Gottlose – zuruft: Nazaräer, du hast gesiegt! Eucharistie, du hast gesiegt! Dann werden auch für euch noch einmal fröhlichere Zeiten kommen. Meine Kirche muß erst eine große Läuterung durchmachen. Dann wird Meine Kirche gebaut.“

Lieschen (†) am 18. Januar 1919: „Wie gut ist Gott! Wie hat Er meine Fehler verziehen und vergessen um des Opfers willen, das ich vor dem Tode brachte und um meines lebendigen Glaubens willen. Was andere sagen, soll euch nicht irremachen. Ihr müßt ruhig weitergehen. Laßt euch nur ja nicht trennen, denn daran müssen alle sehen, daß das von Gott ist. Das Glück, das man im Himmel genießt, ist nicht zu schildern. Alles Irdische ist nichts dagegen. Auch für euch dauert es nicht mehr lange. Ihr braucht euch nicht zu fürchten vor Gott wegen eurer Unvollkommenheiten.“

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1102 Mariä Vermählung am 23. Januar 1919

„Urplötzlich wird alles hereinbrechen. Dann werde Ich mit wenigen gläubigen Priestern wie zu Zeiten der Apostel Mein Reich wieder aufbauen.“

Barbara: Wir beteten zusammen einen Sühne-Rosenkranz, um den Herrn zu trösten wegen der Vergnügungssucht, die sich da ausbreiten wollte (Tanzvergnügen, Kriegervereinsfeiern). Der Herr zeigte Sich sehr traurig. Auch Lieschen kam, kniete sich vor uns hin und war ebenso traurig wie der Herr.

Bei meiner verheirateten Nichte wurde die Thronerhebung sehr schön mit verwandten Familien gefeiert. Beim Te Deum erschien der Herr und breitete Seine Hände schützend über die ganze Versammlung aus wie zur Bekräftigung, daß mit diesem Akt der Huldigung der besondere Schutz Gottes ins Haus einziehe. Zu beiden Seiten waren die Schutzpatrone der beiden Pfarreien, die sich herzlich mitfreuten.

Jesus: „Wenn Meine Diener jetzt nicht auf Meine Wünsche eingehen, so werde Ich Meine Drohung so in Erfüllung gehen lassen, wie Ich es mit der Revolution gemacht habe. Urplötzlich wird alles hereinbrechen. Dann werde Ich mit wenigen gläubigen Priestern wie zu Zeiten der Apostel Mein Reich wieder aufbauen.“

Barbara: In Haselünne, Kreis Lingen, ist einer, der das zweite Gesicht hat und sagt: In Deutschland erstehe ein Heiligtum größer als Lourdes. Dies werde nicht so sehr durch Wunder als durch Bekehrungen ausgezeichnet sein.

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1103 Freitagnacht am 31. Januar 1919

„Lauter Strafen, ihr Menschen, daß in Rußland die Bolschewisten, in Deutschland die Sozialisten die Welt regieren, lauter Strafen. So werde Ich auch tun mit Meinen Priestern!“

Um elf Uhr bekam Barbara große Schmerzen, weshalb ich ihr eine Arznei reichte. Aber alsbald erkannten wir, daß das geheimnisvolle Leiden von früher sich einstellte.

Der erste Sturm war schon so fürchterlich, daß die Hände mit großer Gewalt auf die Decke schlugen, aber erst beim letzten Sturm waren die Bewegungen derart, wie wenn eine unsichtbare Gewalt im Zorne etwas vollständig zertrümmern und vernichten wolle. Barbara sang dann ein Fastenlied, worauf der Herr anfing zu reden:

Jesus: „Meine Kinder! Hier an diesem Gnadenort will Ich ein Werk aufrichten, das die sündige Menschheit erinnern soll, was Ich ihr getan, daß Ich Mich Selbst geschenkt habe der sündigen Menschheit, um sie aus den Klauen des höllischen Drachen zu erretten. Die Menschheit glaubt nicht mehr an einen Gott. Sie glaubt nicht mehr, daß diesem Gott es freisteht, Seine Geschöpfe vernichten zu wollen oder sie zu retten. Und wenn Meine Diener weiterfahren, Mein Werk hinzuhalten und nicht bald eine Audienz kommt, daß Meine Kirche gebaut werden darf, dann werden sie einen gerechten Gott hier an diesem Werk finden. In Schippach will Ich den Glauben und die Demut Meiner Priester prüfen. Glauben sie nicht, was in deinen Schriften niedergelegt ist, dann werde Ich noch Meine Tenne säubern.

Schreckliche, schreckliche Dinge werdet ihr noch erleben, wenn die Menschheit so weitergeht. Die Jugend wird Mir von Tag zu Tag mehr entrissen. Sie wird unsittlich und gottlos, weil man nicht mehr glauben will, daß Ich in Meiner Schöpfung wirke, daß Ich Mir Werkzeuge erwähle, wie Ich jederzeit getan, durch die Ich warnen, trösten, aber auch Strafen Meinen Geschöpfen ankündigen kann und will. Nichts mehr richten Meine Diener aus; alle Worte verhallen im Wind. Die Gebete Meiner Gerechten, Meiner Auserwählten dringen nicht mehr durch, weil die Eisdecke des Unglaubens sie niederhält, die Eisdecke, die gelegt worden ist, indem man das Übernatürliche für eine Krankheit erklärt und alles auf natürlichem Weg erklären will wie der ungläubige Arzt und der ungläubige Mensch.

Und das lasse Ich Mir nicht mehr bieten. Ich werde strafen und so lange strafen, bis Meine Kirche wieder geläutert und gesiebt ist, bis man wieder glaubt, daß Ich durch Geschöpfe zu Geschöpfen reden will. Es soll an deinen Bischof gelangen, was Ich heute abend mit dir rede.

Ich habe deine zwei Neffen hinweggenommen, weil Ich sie den Gefahren entheben wollte. Beide waren in Meinen Augen ein Wohlgefallen. Darum nehmen sie auch jetzt Anteil an Meiner Glorie. Dein Seelenführer, Pater Ludwig, mußte sterben; er mußte ein Opfer werden für die Wahrheit. Man hat ihn so lange drangsaliert, bis Ich ihn zu Mir nahm, und man spottete seiner noch in seiner Krankheit. Aber wie werde Ich mit ihnen rechten. Und wenn sie nicht zurücknehmen und nicht gutmachen in der Diözese Würzburg und Mainz, was man gesündigt hat gegen den übernatürlichen Glauben der Kirche und Meiner Kinder, dann werde Ich tun, wie Ich getan habe mit den Fürsten.

Gebt Mir die Jugend wieder! Gebt Mir die Jugend wieder! Gebt Mir die Jugend wieder! Lauter Strafen, ihr Menschen, daß in Rußland die Bolschewisten, in Deutschland die Sozialisten die Welt regieren, lauter Strafen. So werde Ich auch tun mit Meinen Priestern! Ihr Bischöfe, ihr seid abgekommen vom wahren Glauben, ihr wollt den Menschen gefallen. Ich warne euch! Überall erwecke Ich Mir Seelen, durch die Ich euch warne. Ihr wollt euer Gewissen bedecken mit dem Mäntelchen der Hysterie. Es kommt die Zeit, wo ihr das Mäntelchen ablegen werdet und werdet euren Abgrund mit Schrecken erfahren, in den ihr euch selbst hineingestürzt. Stellt das Licht auf den Leuchter, damit es andere sehen und den Vater preisen, der im Himmel ist.

Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht irr. All eure Fehler will Ich mit Meiner Liebe bedecken. Haltet zusammen! Haltet euch an Mein liebendes Gottesherz, bis Ich auch eines noch von euch wegnehme und dann das dritte sich vorbereite auf seinen Einzug in den ewig schönen Himmel. Dort werdet ihr euch freuen durch die ganze lange Ewigkeit. Ich habe dich hierhergeführt und hier sollst du sterben bei deinen Verwandten, weil Ich der Welt zeigen will, daß man nicht in die Einöde zu gehen braucht, daß man sich retten kann mitten in der Welt. Die Welt will Ich retten. Ordensleute, Priester, all die frommen Christen mitten in der Welt will Ich mit dir verbinden.

Der Liebesbund soll alle umschlingen bis hinauf zum Stuhl Petri, und Ich erneuere noch einmal alles, was in den Schriften steht. Es ist die Wahrheit, es ist Mein Geist, der in dir spricht. Eine ernste Sprache muß Ich reden, nicht wie du Mich früher geschaut in Meiner Glorie, du sollst Mich sehen als einen erzürnten Gott, weil alles nichts hilft. Soll Ich die Menschen vertilgen? Soll Ich eine Sündflut senden? Ich habe es aber geschworen der Menschheit, daß Ich sie nicht mehr vertilgen werde. Ich muß aber andere Strafen senden, andere Strafen. Die Menschheit wird so zermalmt werden, wenn man Meine Worte nicht beachtet und nicht widerruft, was man in die ganze Welt hinausposaunt aus lauter Stolz, weil man sich nicht beugen will.“

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1104 Am 6. bis 15. Februar 1919

„Ich will ein lebendiges Christentum, tiefgläubige Priester, und denen folgen auch die Wirkungen, wie ihr sie seht in Hausen, daß sich die Wunder der Christenheit erneuern.“

Jesus am 6 Februar 1919: „Die Seelen, die so viel zu kämpfen haben, deren Freude wird so erweitert für die ganze Ewigkeit, daß ihnen kein Pförtchen verschlossen bleibt. Bedenkt doch nur einmal: Ewig, ewig, ewig! Ihr müßt gar nicht an euch denken und euch ganz zurückstellen.“

Jesus am 7. Februar 1919: „Der Sieg ist näher, als ihr meint. Die Einweihung wird über alle Maßen herrlich sein und große Fürstlichkeiten werden daran teilnehmen.“

Jesus am 15. Februar 1919: „Ich habe den Priestern Meine Macht und Gewalt abgetreten; aber der Mensch hat seinen freien Willen, den kann er betätigen, wie er will. Wenn der Priester seine Macht ausübt, wie Ich will, wie in Hausen dies geschieht, dann zeigen sich auch die Wirkungen, sowohl im religiösen als auch im tätigen Leben. Wenn der Priester was einrichten will, sind die Leute gleich opferfreudig. In Würzburg und Mainz siehst du, wie ihre Worte verhallen im Wind. Diese zwei Wirkungen will Ich der übrigen Welt zeigen. Ein ruhiger Denker und ein beobachtungsvoller Mensch soll seine Beobachtungen machen: Mainz und Schippach, und Rottenburg und Hausen. Ferner nehmt den Kirchenbau in Nürnberg und nehmt den Kirchenbau in Schippach. Dort könnt ihr sehen, wie die Wirkungen sind, wo es nur aus natürlichem Trieb geschieht wie in Nürnberg. Hingegen da, wo es aus übernatürlichem Trieb geschieht, wie in Schippach, hier leuchtet das Übernatürliche vor. Gott will es, und Seine Kinder tun es aus Liebe zu Gott. Darum fließen die Gaben, während sie in Nürnberg trotz aller Empfehlung von König und Bischöfen nichts zustande bringen. Ich will ein lebendiges Christentum, tiefgläubige Priester, und denen folgen auch die Wirkungen, wie ihr sie seht in Hausen, daß sich die Wunder der Christenheit erneuern.“

Bei der Thronerhebung einer anderen Nichte von Barbara, wo an die fünfzig Personen anwesend waren, würdigte Sich der Herr bei dem Lied: „Da möcht ich ruhen, da möcht ich sein, an dem süßen Herzen Jesu mein“, zu erscheinen und Seine Freude an solchen Familienfeiern auszudrücken. Beim Requiem für die verstorbene Königin von Bayern sagte der Herr:

Jesus: „Die gekrönten Häupter haben große Verantwortung in der anderen Welt. Sie hat noch lange und viel zu leiden, weil sie den Liberalen so nachgegeben und das Gute nicht energisch genug beförderte.“

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1105 Septuagesima am 16. Februar 1919

„Die Gegner eines Gotteswerkes aber haben als Gegensatz eine Erblassung ihres Glanzes, und das müssen sie fühlen, solange die Welt steht, und sie haben ein langes Fegefeuer zu erwarten.“

Jesus: „Gesetzt den Fall, daß der Kirchenbau vernichtet würde, was Ich nicht zulasse, Ich lasse Mich an Großmut nicht übertreffen, dann hättest aber du und deine Freundin Luise, Frl. von Sch. und Frl. Cas. denselben Lohn, als wenn Ich alle Tage in dieser Kirche verherrlicht würde und Tag und Nacht Mein Lob darin gesungen würde. Ihr alle und auch die armen Dienstmädchen, die so opferfreudig ihre sauren Pfennige hergaben, habt denselben Lohn. Aber denen, die schuld sind, daß Mir Meine Ehre so entzogen wurde, lasse Ich es die ganze Ewigkeit nachklingen, und bis zum Ende der Welt müssen sie es fühlen. Ich habe dir neulich gezeigt bei der verstorbenen N., daß ihre Glorie sich jedesmal im Himmel verdunkelt, so daß es alle Heiligen sehen, wenn auf ihre Fehler die Sprache kommt. Deshalb bat sie dich, ihr diese Beschauung zu ersparen. Ihr aber, wenn die Zeit gekommen ist, wo Ich euch heimhole, von euch soll die ganze Ewigkeit ein besonderer Glanz ausgehen. Und wie werdet ihr euch freuen! Denn bei Mir ist es nicht vergessen, was ihr gelitten, wie jetzt noch all die falschen Anschuldigungen sich in den Herzen der Menschen festgesetzt haben und haften bleiben. Aber auch jetzt laßt euer Licht leuchten, auch nach außen hin. Sobald das Wetter besser ist, macht eine Wallfahrt.

Ihr bekommt alles vollständig belohnt, wenn es auch nicht zustande käme. Aber von den Gegnern, die die Sache hintertrieben haben, verlange Ich strenge Rechenschaft. Sie müssen durch die Verdunklung ihres Glanzes die ganze Ewigkeit büßen. Denn Ich habe die Menschen erschaffen, um Gott zu loben und zu preisen, und habe dem Menschen einen Engel beigegeben, der ihn immer wieder ermahnen soll an sein Ziel, weil der Mensch immer wieder zum Irdischen hinneigt, weil er minder erschaffen ist als die Engel; das wird viel zu wenig geschätzt. Man kann aber am meisten Gott verherrlichen an einem Wallfahrtsort, wo die guten, treuen Kinder der Kirche zusammenkommen und sich losreißen und Gott die Ehre geben. Die anderen wollten nichts versäumen. Weil sie Mir die lange Zeit schon die Ehre entzogen haben, werde Ich das schwer bestrafen. Ich will, daß es an den Bischof von Würzburg gelange.“

Barbara: Ich sah den Glanz und das Glück, das man hat in der Ewigkeit, wo alles übereinstimmt mit dem Angesicht Gottes, das so sehr leuchtet, daß der ganze Himmel damit erfüllt ist, und durch das Lob und den Preis, wenn Gott auf der Erde verherrlicht wird, vermehrt sich der Glanz des Angesichtes Gottes und auch all der Heiligen, die dazu mitgewirkt, solang sie auf Erden waren.

Jesus: „Die Gegner eines Gotteswerkes aber haben als Gegensatz eine Erblassung ihres Glanzes, und das müssen sie fühlen, solang die Welt steht, und sie haben ein langes Fegefeuer zu erwarten, weil die Verleumdungen sich in den Herzen der Menschen festgesetzt haben und immer etwas hängen bleibt.“

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1106 Schippach am 1. März 1919

„Denn nichts schadet der gläubigen Seele mehr, als wenn sie sieht und hört, wie wenig lebendiger Glaube im Priesterherzen ist.“

Jesus: „Schreibe Meinem Freund, Pfarrer N., er wollte noch wissen, ob die Gnade, die ihm zuteil geworden, echt sei, und welche Gnade ihm zuteil geworden: Die Gnade ist, daß er seine Schüchternheit und Ängstlichkeit betreffend der Dinge, die Ich an mancher Seele wirke, ganz abgelegt hat und bereit ist, seine Überzeugung zu verteidigen vor der höchsten Autorität, vor dem Heiligen Stuhl in Rom. Und da Ich ihm Selbst dies durch eine große persönliche Gnade bestätigte, ist er mit Freuden zu allem bereit, zu ertragen, was er dafür in Zukunft zu leiden und zu dulden haben wird.

Die drei württembergischen Priester sollen aber wissen, daß Ich sie Mir erwählte zum Vorbild für andere Priester. Ich will die Schäden, die sich eingeschlichen in Meiner wahren Kirche entfernen, ausscheiden. Im jetzigen Zeitalter will man Vernunft und Wissenschaft auf den Thron erheben bei der Ausbildung Meiner Priester. Ich aber will, daß Demut und tieflebendiger Glaube die Zierde Meiner Priester sein sollen. Und nicht eher kommen die Völker zur Ruhe, bis im Mainzer Priestertum das mystische Leben geübt wird wie in früheren Jahrhunderten, und daß sie die Wirkungen des göttlichen Geistes auch bei anderen fördern und pflegen, anstatt zu zerstören und niederzureißen wie in Mainz und Würzburg. Darum sagte Ich dir im Februar, das Gegenstück von Mainz und Würzburg sind die drei Priester in Württemberg.“

Barbara: Auch muß ich Ihnen zu wissen tun, daß ich, seit Ehrw. N. in N. ist, nach jeder Kommunion aufgefordert werde zu beten für die Jungfrau, daß sie nicht irr werde an ihrer Überzeugung, denn nichts schadet der gläubigen Seele mehr, als wenn sie sieht und hört, wie wenig lebendiger Glaube im Priesterherzen ist. Ebenso werde ich aufgefordert, für euch Priester, Herrn Pfarrer N. N., und für Sie zu beten um Beharrlichkeit bei vorkommenden Prüfungen.

Jesus: „Sage Luise, das sind Sühnungsleiden. Sie soll sich nicht so nachgeben und solle wieder kommunizieren. Ganz frei von Leiden kann Ich sie nicht machen. Sie hat niemand, der sie geißelt, so muß Ich ihr was anderes zu leiden geben. Andere haben so viel Angst wegen ihres Geldes. Davon habe Ich sie befreit. Sie braucht aber nicht zu fürchten, daß es ihr je mangeln werde.“

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1107 Am 4. und 5. März 1919

Jesus am 4. März 1919: „Dem Herrn Pfarrer N. tue zu wissen, daß alle diejenigen, die dazu beitragen, daß die Friedenstaube sich in Deutschland erheben kann (Sakramentskirche in Schippach), denen verspreche Ich, daß die Wogen des Zeitgeistes sie nicht berühren werden. Er wird seinen Glauben treu bewahren und mit Zuversicht und Gottvertrauen aus der stürmischen Zeit hervorgehen. Die Frau, die ein Scherflein beitragen will, wird wieder gefunden, wenn sie ihr Versprechen hält und auch sich vornimmt, fernerhin zum Heil der Seelen und der Menschheit wirken zu wollen. Die N. (Lehrerin) soll ihren gefaßten Vorsatz ausführen, denn die Berufswahl legen nicht die Eltern ins Herz, sondern Ich Selbst.

Sage Meinem Diener, der jetzt in eurer Mitte ist, daß es eine wunderbare Fügung Meiner göttlichen Vorsehung ist, daß er aus weiter Ferne von Mir zu diesem Werk gestellt ist. Ich bin es gewesen, der ihn aus seiner Familie geführt, um ihn aus den Gefahren zu retten, die er zu bestehen gehabt hätte, wenn er in seiner Heimat geblieben wäre. Ich verspreche ihm, daß Ich seine drei Kinder segnen werde, daß sie ihm keine Schande bereiten.

Darum stelle Ich an ihn die Bitte, sich recht für Mein Werk zu verwenden und hier die letzten Tage seines Lebens zuzubringen. Er soll in einiger Zeit, wenn auch jetzt noch nicht, nach Würzburg gehen und die Gegner aufmerksam machen auf ihr Unrecht, die, anstatt es zu verhindern, mit Freuden hätten ein Werk begrüßen sollen, das er in ihrer Diözese errichten wollte. Sie sollten sich schämen vor einem Laien, der vor ihnen stünde, der aus lauter Freude, an einem Gotteswerk mitzuhelfen, sich weit entfernt von seiner Heimat entschloß, sich auf eine Reise zu begeben, die ihn in tausend Gefahren geführt, um eine Kirche zu beschauen, von der das Modell abgenommen war, und um den Hochaltar zu sehen, den er für die Kirche stiften wollte, und dazu Tausende und Tausende ohne Zinsen hergegeben. Wo würde denn ein Laie sich finden, der solche Opfer brächte, wenn er nicht fest überzeugt wäre von der Göttlichkeit des Werkes?

Jetzt müßten sie die Folgen tragen, aber alle Menschen mit, und es wäre kein anderer Weg, als zurückzukehren und sich tief zu demütigen, sonst würden sie noch mehr erfahren, aber sie müßten sich tief demütigen und Gott versöhnen. Er hätte nicht umsonst Seine Kirche verlangt im Augenblick, wo Er hätte strafen wollen. Die Kirche sollte der ganzen Welt ein Fingerzeig sein von der unendlichen Liebe und Güte Gottes, die, weil Seine Barmherzigkeit so groß wäre, zu der Strafe auch das Heilmittel stellt, wodurch die Wunde wieder geheilt werden kann unter Seinen Völkern. Aber ein tieflebendiger Glaube müsse erstehen, und da müsse das Priestertum anfangen. Es werden noch Fürstlichkeiten sich am Werk beteiligen, und wenn Völker von Nord und Süd, Ost und West hierher pilgern, werde Ich bei Tag und Nacht verherrlicht.“

Barbara am Aschermittwoch 5. März 1919: Der Herr zeigte Sich tiefbetrübt über die Gottlosigkeit der Menschen, die auch jetzt, obwohl Er schon so hart gestraft, nicht zur Besinnung kommen, sondern auf den Totengebeinen herumtrampeln und sich in der Wollust wälzen. Die Jugend verkomme ganz; Er müsse noch furchtbar strafen. Feuer müsse Er noch senden.

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1108 Am 7. bis 22. März 1919

Jesus am 7. März 1919: „Macht Mir die Freude und betet täglich zusammen den eucharistischen Rosenkranz; denn es gehen so viele Seelen verloren in jetziger Zeit. Die Hölle hält große Ernte. Ich bin sehr betrübt im heiligen Tabernakel. Teilet es auch den Freunden mit.“

Barbara am 8. März 1919: Nach der heiligen Wandlung durfte ich Kaplan Josef und Karl, seinen Bruder, und Josef und August von Schippach sehen. Sie sagten: „O wie sind wir so glücklich, zu der Familie zu gehören, woraus das Werk hervorgeht. Lasset nur alles kommen, wie es kommt.“ Der Priester glänzte vor allen übrigen hervor. Nachher durfte ich am Herzen Jesu ruhen zur Bestätigung obiger Wahrheit.

Jesus am Ostersonntag 20. März 1919: „Überlasset Mein Werk jetzt ganz Mir. Wenn es Zeit ist, komme Ich schon. Kommen sie nicht zur Einsicht, so werde Ich noch einige hinwegnehmen müssen. Eure Aufgabe ist jetzt erfüllt. Ihr sollt jetzt an eurer Heiligung arbeiten.“

Jesus am 22. März 1919: „Ihr beide habt in diesem Leben nichts als Verachtung, Hohn und Spott zu erwarten. Was ihr für Mich gelitten, das habe Ich in euch gelitten. Mein ganzes Leben in den dreiunddreißig Jahren hatte Ich nichts anderes als Hohn und Spott. Damals schon standen alle Meine Nachfolger vor Meinen Augen mit ihren Leiden um Meinetwillen. Eure Gegner tragen ein noch härteres Kreuz. Beständig sagt ihnen ihr Gewissen, du hast nicht recht gehandelt. Aber freuet euch auf die Ewigkeit; dort werdet ihr überschwengliche Freude finden. Eure Gegner aber müssen es auch in der Ewigkeit noch hart büßen.“

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1109 Mariä Verkündigung am 25. März 1919

„Im Wohlleben braucht man keinen Gott, und so führt das Wohlleben die Menschen zur Hölle.“

Jesus: „Sage Meiner Dienerin, sie solle sich nicht betrüben, wenn sie hört, daß es ihren Verwandten zeitlich nicht so gut geht. Ich erhöre ihre Gebete mehr für das ewige Leben, daß sie alle gerettet werden. Denn was ist das große Unglück jetzt anderes als die Folge, weil es den Menschen irdisch zu gut ging und sie Gott abgeworfen haben? Im Wohlleben braucht man keinen Gott, und so führt das Wohlleben die Menschen zur Hölle. Darum soll die Menschheit auf Mich vertrauen und es Mir überlassen, wie Ich sie führe zu ihrem ewigen Heil. Zu viel zeitliches Glück führt die Menschen auf den Weg zum Verderben.

Ich bin doch der eingeborene Sohn Gottes gewesen, und wie Ich Meine Jünger auserwählte, war keiner ohne Fehler. Am liebsten bin Ich mit Johannes verkehrt, mit dem Ich am besten zurechtgekommen bin. Er war so kindlich. So sollt auch ihr sein. Wenn du dich verlassen fühlst, so bedenke, wie verlassen Ich bin im Tabernakel und vereinige dich mit Mir. Schreibe auch vieles deinem Alter zu und habe Geduld. Es ist besser für dich, wenn du allein bleibst.

Dem Freund von H.N. schreibe, er möge so schnell wie möglich das Bündnis mit Meiner heiligen Mutter eingehen, dann gebe Ich ihm das Versprechen, daß keines seiner Schäflein verlorengeht. Sie werden sich alle bekehren. Dasselbe lasse ich dem H.H. N. raten. Es ist ein besonderes Zeichen Meiner Liebe und der Auserwählung gewesen, daß Ich Meinen Lieblingsjünger Johannes Meiner Mutter anvertraut, daß sie sorgenfrei leben konnte. So habe Ich dir, Luise, Barbara anvertraut für ihre letzten Lebensjahre. Auch der heilige Johannes hat nichts Irdisches davon gehabt. Was wären denn alle Freundschaftsbezeugungen aller Menschen? Es wäre doch nur Schein.

Luise möge Ende dieser Woche nach Mainz gehen, dort sich erkundigen wegen Holland, überall nur einige Tage bleiben, weil die Leute in den Städten nichts zu essen haben und die Gärung zu groß ist. Du Barbara, mußt dein Brot mit deiner Hände Arbeit verdienen. Luise habe Ich genügend gegeben. Sie lebt aber, als wenn sie nichts besäße. So will Ich es haben.

So viel habe Ich wachsen lassen, und niemand dankt Mir. Ihr wenigstens danket Mir für alle Feldfrüchte, sooft ihr sie sehet, anstatt der übrigen. Die Gefangenen werden einmal ganz unvermutet kommen. Sage M.R., sie lebe nicht mehr lange, aber sie soll sich nicht fürchten. Ich gebe ihr die Versicherung, daß sie gut ankommt. Ich bin mit ihr zufrieden. Den Umsturz überlebt sie nicht lang. Ich lasse den Mainzern noch Zeit, sich zu bekehren, und Ich wünsche, daß sie gewarnt werden. Lassen sie die Zeit der Gnade verstreichen, so haben sie schweres Gericht in der Ewigkeit. Nehmt ruhig alles hin, jetzt haben die Feinde zu handeln und Ich.“

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1110 Seelenamt für Lieschen am 27. März 1919

Gleich zu Beginn kam Lieschen hinter dem Altar her, um mit anzubeten. Sie sagte:

Lieschen: „Ich war nicht gleich so glücklich. Ich mußte erst eine Läuterung durchmachen wegen meinem Charakter, obwohl ich mir viel Mühe gegeben und in den Himmel kommen wollte. Aber wir Menschen haben alle unsere Eigenheiten. Jetzt bin ich überaus glücklich. Wie glückselig ist es, das Angesicht Gottes schauen zu dürfen. Da kann sich der Mensch auf der Welt keinen Begriff machen. Ich hatte zwar meine Fehler, aber ich habe mich sehr bemüht, Gott zu verherrlichen, wenn auch nicht wie ihr beide. Durch die Schriften habe ich meinen Lohn. All die guten Anregungen wurden so herrlich belohnt. Haltet ihr nur zusammen. Ihr könnt nicht begreifen, was eurer wartet in der Ewigkeit für die Verherrlichung Gottes, die daraus entsteht. Was war der Liebesbund, den ihr ausbreiten wolltet, nichts anderes als eine Verherrlichung Gottes, und der Kirchenbau war nur eine Verherrlichung Gottes. Der ganze Himmel freut sich an Seelen, die nicht am Irdischen hängen, die an ihr letztes Ziel denken. Was wird da mal Gott verherrlicht, wenn die Kirche dasteht in ihrer Pracht und die Monstranz weithin leuchtet und die Menschen durch das Tal ziehen. Alles sagt sich dann in Staunen: „Eucharistie, du hast gesiegt! Laßt euch nur ja nicht mehr trennen!“

Barbara: „O liebes Lieschen! Grüße uns herzlich alle unsere lieben Freundinnen und Verwandte dort oben.“

Lieschen: „Und du, grüße mir herzlich Frl. N. und sage ihr, sie hätte nichts Besseres tun können, als was sie an der Kirche getan, und sie soll tun, was sie kann, daß auch der Plan recht durchgeführt wird, daß es auch so herrlich wird, wie Gott es will. Sie kann nichts Besseres tun, als dieses Werk verherrlichen helfen, weil davon der tieflebendige Glaube wieder hervorgeht. Weil das Werk so bekämpft worden ist, so ist es der ganzen Welt ein Wahrzeichen, daß es einen Gott gibt. Und dasselbe sage Frl. N.: Das Werk wird gebaut!“

Barbara: Ich durfte die vollendete Kirche sehen und wie die Monstranz glänzt und welche Umänderung in den Leuten war. Sie waren alle mehr auf das religiöse Leben hingerichtet.

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1111 Am 29. März 1919

„Daß man aber sogar verbietet, den Exorzismus auszuüben, das mißfällt Mir sehr.“

Jesus: „Die Vorgänge in Hausen sind nichts anderes als eine Fortsetzung Meines eigenen Lebens. In Meinem Leben lest ihr von unzähligen Teufelsaustreibungen. Die Menschen sollten dadurch aufmerksam gemacht werden auf die große Macht, die Satan hat. Heutzutage will man alles als Hysterie hinstellen. Daß man aber sogar verbietet, den Exorzismus auszuüben, das mißfällt Mir sehr. Ich muß daher noch viele Strafen senden, bis die Menschen zur Einsicht kommen. Ich habe ihnen doch meine Macht übertragen, und da haben sie auch die Pflicht, diese Macht zum Nutzen der Menschen auszuüben.“

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1112 Herz-Jesu-Freitag am 4. April 1919

„Meine Braut hat das Augenlicht verloren. Meine Diener, die Bischöfe, wollen nicht mehr sehen, warum Ich so schrecklich strafe und wer die meiste Schuld trägt.“

Barbara: Als ich nach der heiligen Kommunion dem Herrn die mir empfohlenen Anliegen vortrug, ließ Sich der Herr zu mir herab und beantwortete mir manches und sagte zur Belehrung vieler, auch für die Priester:

Jesus: „Schreibe das von Mir Gehörte auf, und laß es an sie gelangen. Dem demütigen Priester, der dir seine Anliegen empfiehlt, schreibe, daß sein kindlich demütiger Glaube ihm mehr nützen werde als alle Wissenschaft, die er studiert habe. Satan sei es, der ihm so mit Glaubenszweifel zusetze. Er möge immer das Wort des heiligen Paulus auf sich anwenden: ‚Meine Gnade genügt dir!‘ Und gar nie mehr sich beunruhigen. Dies sei die beste Waffe, um Satan in die Flucht zu schlagen.“

Barbara: Als ich dem Herrn die traurigen Zeitverhältnisse anempfahl und Ihn bat, Er möge doch Seine heilige Kirche in Schutz nehmen und siegreich aus all den zerrütteten Verhältnissen hervorgehen lassen, zeigte Er Sich über dem Tabernakel. Erfreut überschaute Er die betende Gemeinde. So viele hatten Ihn soeben empfangen, und Er blickte wohlwollend auf alle herab.

Als ich Ihm nun den Kirchenbau in Schippach empfehlen wollte, ward Er sehr traurig und sagte:

Jesus: „Ich werde gleichsam genötigt, noch viele Heimsuchungen zu senden über Meine jungfräuliche Braut, die heilige Kirche. Meine Braut hat das Augenlicht verloren. Meine Diener, die Bischöfe, wollen nicht mehr sehen, warum Ich so schrecklich strafe und wer die meiste Schuld trägt. Sie selbst halten sich die Augen zu, damit sie nicht sehen, wie überall bei so vielen ihrer anvertrauten Priester der Weltgeist einzieht. Alle Meine Warnungen, Drohungen und Bitten durch Meine erwählten Werkzeuge werden verschmäht und spöttisch abgewiesen. Darum komme, Ich will dir zeigen, warum Ich jetzt so strafe.“

Barbara: Der Herr zeigte mir je einen großen Umriß, gleichsam die ganze Welt als dürre Steppe und lauter Wüsteneien. Ein gar trauriges Bild. Mitten in dieser Wüste lag ein bebautes Land, das sich von den Steppen und Wüsten als fruchtbarer auszeichnete, weil es bebaut war. Aber es war voller Distel und Dornen, so daß es sehr vernachlässigt aussah.

„Herr, was willst Du damit sagen? Was bedeutet dies alles?“

Jesus: „Sieh, die dürren Steppen sind die heidnischen, ungläubigen und irrgläubigen Völker, in deren Mitte Ich Meine wahre Kirche gegründet und hineingestellt habe. Das Ackerland ist bebaut, aber der Weltgeist überwuchert in der jetzigen Zeit den Acker Meiner wahren Kirche, so daß die übrigen Völker nichts mehr sehen als das emporgeschossene Unkraut.

Darum muß Ich strafen und entsetzlich strafen. Würden aber Meine Diener, die Bischöfe, Meine Worte beachten, Mein Heiligtum bald errichten, dann brauchten sie nicht Maschinengewehre in ihrem Palais aufzupflanzen, und ein tieflebendiger Glaube und ein kindliches Vertrauen auf den besonderen Schutz Meines Heiligsten Herzens würde sie mit Zuversicht über alles hinwegheben. Tun sie es nicht, dann werden sie bei ihrem Erwachen ihren anvertrauten Klerus nicht wiedererkennen. Der Geist der Welt wird viele mit fortgerissen haben.

Aber Meine Diener in Württemberg, Kreis Lingen, Ungarn und Tirol, und wo sie überall verbreitet sind, mit ihnen will Ich Meine Braut wieder schmücken, so daß die anderen Völker sich fragen: Wer ist die, die da aufsteigt, schön wie die Morgenröte, glänzend wie die Sonne und wie ein wohlgeordnetes Kriegsheer?

Wie die Weltlage jetzt ist, hat Papst Benedikt XV. andere Aufgaben zu erledigen, und es wird noch lange dauern, bis eine Antwort kommt. Herr N. soll mit D.A. Würzburg noch einmal aufrütteln. Das verspreche Ich dir, daß in dieses Tal nichts kommen wird, wenn auch alles drunter und drüber geht.“

Barbara: Das feierliche Herz-Jesu-Amt war zu Ende, und der Herr warb Seine Unwürdigste mit der Bitte:

Jesus: „Bleibe du noch bei Mir! Bete den Sühne-Rosenkranz zur Abbitte für Meine verschmähte Liebe.“

Barbara: Das tat ich mit großer Rührung und aus dem Grund meines Herzens. O die Liebe wird nicht geliebt!

Jesus: „N. wird eine Zeitlang die Verdemütigungen ertragen müssen, so daß die Gegner über sie triumphieren werden. Nach einiger Zeit werde Ich Mich aber wieder ihr mitteilen, aber nur nach der heiligen Kommunion. Die Priester dürfen wohl hie und da beiwohnen, jedoch so, daß N. es nicht merkt, damit sie demütig bleibt. H. Pfarrer N. soll mit N. vorsichtig sein. Meine Diener sollen mutig die Verdemütigungen von ihren höheren Vorgesetzten ertragen; denn mit Meinen gläubigen Dienern will Ich das Erdreich Meiner Kirche wieder erneuern. Nur ruhig bleiben bei allem Spott und Hohn, der über sie ergeht.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1113 Schmerzensfreitag am 11. April 1919

„Es muß überall Seelen geben, die Gottes Stimme hören und befolgen, und das will die heutige Welt ausschalten.“

Jesus: „H. Pfarrer N. soll sich nicht entmutigen lassen wegen der Behandlung seiner Vorgesetzten. Er soll es N. nicht fühlen lassen, zwar den Gehorsam wahren, aber doch hie und da auf Umwegen ein Wort zukommen lassen. Es muß eine andere Zeit kommen. Die Geistlichkeit braucht sehr notwendig eine Änderung zum Besseren. Es sind viele unter den Priestern, die nur ein leichtes Leben suchen, Bequemlichkeiten und wenig Arbeit, die mehr das Irdische suchen wie die Weltkinder auch. Denen gegenüber sollen H. Pfarrer N. und seine Freunde stehen als Leuchte.

Was Kaplan Weigand seinen Eltern geschrieben: ‚Ich bin jetzt schon drei Jahre Priester, habe aber schon oft gesehen, wie ein Priester nicht sein soll, aber noch nicht einmal, wie ein Priester sein soll.‘ Davon sollten sie das letztere wahrmachen und zeigen, wie ein Priester sein soll, daß die andern sagen: So soll ein Priester sein! Deswegen keine Seele unterdrücken, die ein gutes Streben an den Tag legt, aber auch nicht gerade verhätscheln. Sie könnten an uns sehen, daß, wenn eine Seele ihr Leben auf Gott gegründet hat, sie fest bleibt und durchgeht. Aber sie sollten sie nicht behandeln wie Mainz und Würzburg. Es muß überall Seelen geben, die Gottes Stimme hören und befolgen, und das will die heutige Welt ausschalten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1114 Am 13. bis 22. April 1919

„Ich bin herrlich im Belohnen, großmütig im Verzeihen, aber auch schrecklich im Bestrafen. Wer aber nicht glauben will, der ist schon gerichtet. Wer nicht glauben will, der ist schon verdammt.“

Lieschen (†) am 13. April 1919: „Ich danke dir, daß du meiner Leiche mein Reliquienkreuz entnommen. Denn sooft du es küssest, habe ich jedesmal eine neue Freude.“

Jesus am 15. April 1919: „Gehe zurück, Mein Sohn, gehe zurück in deine Heimat! Du hast hier noch keine bleibende Stätte. Später, Später! Du wirst noch vieles wirken, hier und dort, die beiden miteinander verbinden, Hausen und Schippach, Würzburg und Rottenburg. Von hier aus soll für Meine Kirche der Sieg beginnen über den Weltgeist.

Seht Kinder, wie Ich euch liebe! Ich habe euch Meine liebsten Söhne, Meine treuesten Freunde, hergesandt. Das ist die Osterfreude, die Ich euch versprochen. Seht, wie Ich will, daß Meine guten Kinder sich gegenseitig aufmuntern, trösten, ermutigen und in der Liebe zu Mir bestärken sollen. Satan wähnt, sein Reich jetzt auf der Erde aufzurichten, was Ich dir schon lange gesagt habe. Ich will ihn aber hinunterstürzen in den Abgrund, und zwar durch Meine feurigen, treuen Diener. Sie werden noch vieles leiden müssen, noch einen harten Kampf wird es kosten, aber nur standhaft, nur an Mein Herz euch flüchten.

Ich habe schon früher Meinen Dienern in Mainz gesagt: Nehmt euch ein Beispiel an Meinen Dienerinnen. Ahmt ihre Standhaftigkeit und Entschiedenheit nach. Das sage Ich auch euch: Bleibt standhaft! Ich bin eure Stütze! Auf einmal schlägt die Stunde, ihr werdet euch freuen, ihr werdet die Früchte noch in diesem Leben sehen und erst in der Ewigkeit. Allen Himmelsbewohnern sollt ihr voranleuchten. Ich habe dir gezeigt, als du auch zweifeln wolltest, ob man es nicht mal müde wird im Himmel das ewige Einerlei. Ich habe dich einen Blick tun lassen in die Herrlichkeit des Himmels, wo jeder Bewohner des Himmels einen Glanz um sich verbreitete, und du hast mich gefragt: Was bedeutet der Glanz der Heiligen, der verschwindet vor dem Glanz, der den Himmel durchdringt? Ich habe dir gesagt, das ist das Angesicht Gottes und da sollst du müde werden?

So sollen aber diejenigen, die Ich bestimmt habe, Meine Kirche zum Sieg zu führen, mit Mir glänzen wie das Angesicht Gottes durch die ganze Ewigkeit. Sie sollen in Meiner nächsten Nähe stehen. Ich bin herrlich im Belohnen, großmütig im Verzeihen, aber auch schrecklich im Bestrafen. Wer aber nicht glauben will, der ist schon gerichtet. Wer nicht glauben will, der ist schon verdammt. Ich segne dich, Mein Diener.“

Jesus am 22. April 1919: „Dein Leib sei dir der Opferaltar, auf dem die Schlacken der Unvollkommenheiten und Fehler verbrannt werden.“

Dr. Faulk. in der Rhön sagte zu einem Freund: „Es wird jetzt wieder sehr viel unter der Geistlichkeit von Schippach geredet. Alle sind einig, daß das Problem von Schippach so gelehrt geschrieben ist, daß niemand dagegen ankommt. Sie suchen jetzt einen Mann in der Diözese, der dasselbe übertrumpfe, aber sie haben keinen gefunden. Ich bin auch kein Gegner. Das Problem ist so hochgelehrt, das muß ein ausgespitzter Kopf sein, so treffend ist da alles dargelegt.“

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1115 Am 27. April 1919

„Lieber will Ich mit zehn gläubigen Priestern Meine Kirche hinüberretten in eine bessere Zeit, als daß Ich zugebe, daß der Modernismus alles zerfresse.“

Die Antwort des Herrn auf die Anfrage des H. Pfarrers N. lautete:

Jesus: „Ob er sich eine andere Pfarrei wählen soll, hängt ganz von seinem freien Willen ab. Er soll dann aber auch in seiner neuen Pfarrei ein eucharistischer Priester sein und seiner Gemeinde durch sein gutes Beispiel voranleuchten. Wenn er Hausen nicht mehr so oft besuchen kann, soll er dies als den Willen Gottes annehmen. Auch derjenige, der andere leitet, muß manche harte Prüfung und Demütigung bestehen können, wenn er Mein Träger und Nachfolger sein will.“

Barbara: Daß bei El. nicht alles in Erfüllung geht, ist kein Beweis von Unechtheit. Es wurde mir einmal von einem Theologen gesagt: Bei allen Privatoffenbarungen kommen Täuschungen vor. Der Geist Gottes teilt Sich dem Geist des Menschen mit, und da mischt sich oft der Menschengeist mit ein. Im Leben der heiligen Brigitta heißt es, daß einhundertdreiundzwanzig ketzerische Irrtümer in ihren Offenbarungen stehen. Sie sagte sogar: Jeder Priester, der die heilige Messe im Stande der Todsünde liest, hat nicht nur selbst keine heilige Messe, sondern alle Gläubigen, die der heiligen Messe beiwohnen, haben keine Messe gehört. Das wurde ihr halt angestrichen, und Brigitta ist doch als Heilige anerkannt.

Der Herr sagte ferner heute früh nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Nicht daran haben Meine Priester die Echtheit oder Unechtheit von Offenbarungen festzustellen, wenn hie und da ein Irrtum vorkommt, ob der gute oder böse Geist eine Seele inspiriert, sondern daran, ob die Seele demütig bleibt in allen Prüfungen und Wechselfällen dieses Lebens, und ruhig und zufrieden ihre Wege geht, ihre Berufs- und Standespflichten getreu erfüllt, und aus Liebe zu Gott auch wahre Nächstenliebe zu üben bereit ist. Wo diese Wahrnehmungen gemacht werden, muß man annehmen, daß Gottes Geist die Seele leitet, und der geistige Seelenführer hat die Pflicht, sich sehr zu hüten, diesen Geist zu verdrängen. Strenge Rechenschaft werde Ich dereinst von jenen verlangen, die das, was Ich in den Seelen und durch diese Seelen wirken will, unterdrücken und verwerfen aus lauter Menschenfurcht und Stolz.“

Barbara: Ein Domkapitular in Würzburg sagte einmal: Lieber sollen zweimal hunderttausend Mark ins Wasser geworfen und alle Steine auf dem Kirchenbauplatz in Schippach verfaulen, als daß wir uns belächeln und verspotten lassen. Bald danach sagte der liebe Heiland:

Jesus: „Ich werde Meine Tenne noch säubern müssen. Lieber will Ich mit zehn gläubigen Priestern Meine Kirche hinüberretten in eine bessere Zeit, als daß Ich zugebe, daß der Modernismus alles zerfresse. Darum, ihr gläubigen Priester, nur ruhig zusehen und gläubig vertrauen. Der Herr hat die Wurfschaufel jetzt ergriffen.“

Barbara: Dr. Brander von Würzburg schrieb in seiner Schrift „Die Seherin von Schippach“: B.W. sagt in ihren Schriften: „Nach dem großen Weltkrieg kommt noch eine Revolution. Das ist ja erlogen.“ Was wird Dr. Brander jetzt sagen, da es aber zur Wahrheit geworden ist? Solche Schäden will der Herr ausmerzen in Seiner wahren Kirche, und Er tut es jetzt. Darum Mut! Dort oben geht es gut!

Inhaltsverzeichnis Band 7

1116 Am 28. April 1919

„Nichts als Habsucht, besonders unter den Großen. Dadurch ist ja der Krieg entbrannt, weil die Großen nicht genug bekommen konnten.“

Jesus: „Sage Frl. N., sie möge alles Mir überlassen und sich nicht ängstigen, Ich sorge schon. Der Schwester von N. sage, sie möge bleiben, wo sie sei. Wo könne man denn heutzutage seinen Beruf wechseln, da man gar nicht wisse, ob man nicht noch in größere Schwierigkeiten hineinkomme? Sie möge jede freie Stunde vor Mir in der Kapelle zubringen, dann will Ich es ihr anrechnen, als sei sie in einem beschaulichen Orden. Mein himmlischer Vater ist so erzürnt über die Welt, daß Er alles zusammen vernichten möchte. Ich zeige Ihm dann immer die guten, treuen Seelen, die so in der ganzen Welt vernichtet und verachtet sind, und auf die stillen, demütigen Seelen, und auf die unschuldigen Kinder. An den Kommunionkindern habe Ich große Freude gehabt.

Was ist denn noch in der Welt? Nichts als Habsucht, besonders unter den Großen. Dadurch ist ja der Krieg entbrannt, weil die Großen nicht genug bekommen konnten. Die anderen treiben Wucher und wollen nichts wie ein vergnügtes, sinnliches Leben und andere ergeben sich ganz und gar der Wollust und versenken sich in das Fleisch. Ich muß noch entsetzlich strafen, aber um der paar Guten willen sorge Ich immer wieder für Linderung. Beruhigt euch jetzt, Ich werde alles schon so lenken, daß es nicht so schlimm wird.

Wohl wollten sie für ihre eigene Sicherheit sorgen, Maschinengewehre aufstellen und durch ihre Priester zur Volkswehr auffordern, aber ihre Priester zum gläubigen Gebet mit der Gemeinde auffordern oder eine fromme Wallfahrt zu machen, davon war nie eine Rede, und deswegen ließ Ich den Dingen ihren freien Lauf.

Ich ließ es gehen, wie sie es haben wollten. Solange sie das nicht tun, was Ich haben will, muß die Welt es fühlen. Das wollen sie nicht zurücknehmen, daß sie die Gottes- und Nächstenliebe so in den Staub gezogen. Wenn sie das nicht zurücknehmen, werden sie es in der Ewigkeit verbüßen.

Herrn N. sage zu seinem achtzigjährigen Geburtstag, er werde zwar mit seinen leiblichen Augen das Werk nicht sehen, wohl aber mit seinen geistigen Augen vom Himmel herab. Ich gebe ihm das Versprechen, daß er mit seiner Gattin in derselben Seligkeit im Himmel vereinigt werde. Er braucht sich nicht vor seinem Heimgang zu fürchten, Ich werde schon für ihn sorgen, daß er gut ankommt, er soll aber doch noch an dem Werk mithelfen. Ich habe ihn in die Verhältnisse gesetzt, daß er es gut könne.“

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1117 Am 1. und 6. Mai 1919

Barbara am 1. Mai 1919: Ich sah die liebe Mutter Gottes sehr traurig, und der Herr gab den Auftrag, alle guten Freunde aufzufordern zu inständigem Gebet für die Bekehrung der Sünder. Noch nie seien so viele Menschen verdammt worden wie in dieser Zeit der Verwirrung der Geister. Und daß Seine heilige Mutter so traurig sei, wo Sie Sich doch im Maienmonat immer freudig gezeigt habe, bedeute den großen Schmerz, den Sie mit Ihm erduldet, weil Seine Diener, die Bischöfe, ihre untergebene Geistlichkeit so wenig zu innigem Gebet auffordern. Darum wende Er Sich an Seine gläubigen Kinder, daß diese es tun.

Jesus: „El. wird deine Nachfolgerin, da dein Leben bald abgeschlossen ist. Ich muß immer solche Seelen haben, um die Menschheit aufzuwecken. Du wirst noch mit El. zusammenkommen.“

Barbara: Die liebe Mutter Gottes weinte, weil so viele Seelen verlorengingen. Das täte Ihrem Mutterherzen so wehe. Wir möchten doch den Schmerz mit Ihr teilen. Außerdem sollten wir es allen guten Seelen sagen, daß sie ihre Leiden mit Ihr teilen. Die einen nähmen sich das Leben aus Unglauben, weil sie keine Kraft zum Kreuztragen hätten, die anderen aus Überdruß. Der liebe Heiland sagte, so plötzlich wie Er in den Krieg eingegriffen, so plötzlich werde Er auch tun mit den Priestern und Bischöfen und so plötzlich mit dem Kirchenbau. Er wolle daran der Welt zeigen, daß Er noch da sei.

Jesus am 6. Mai 1919: „Dem Herrn Pfarrer N. sage, Ich wolle seinen freien Willen nicht beeinträchtigen. Ich habe ihn aber als Sühneopfer erwählt für so viele Priester, die nicht mehr das sind, was sie sein sollen. Er soll Meinen Weg gehen. Von der Krippe bis zum Kreuz hatte Ich nichts als Leiden. Er möchte wählen, was er wollte, er hätte doch nichts anderes zu erwarten. Bliebe er noch drunten, so könnte er auch nicht viel wirken wegen seiner Kränklichkeit. Ich habe Meine Freude an ihm. Das, was ihn so peinigt, sind nur Kleinigkeiten.“

Soldat (†): Sage meiner lieben Mutter und Schwester, daß sie darüber sich beruhigen können: Auf Erden sehen mich beide nicht mehr, aber um so freudiger wird unser Wiedersehen im schönen Himmel. Ich bin ein Kind der ewigen Glückseligkeit. Auch mein Vater ist, wo ich jetzt bin. Durch ihren kindlichen demütigen Glauben und ihre guten Werke und frommes Gebet sind wir beide schneller an unser glückseliges Ziel gelangt. Dankt mit uns dem Herrn! Und du, liebe Mutter (ist konvertiert), danke alle Tage für das große Glück, daß der Herr dich den Weg zur wahren Kirche Jesu Christi finden ließ. Dein frommes Streben hat uns beiden viel genützt. O wie arm sind die Irrgläubigen! Wie sind sie zu bedauern! Betet für sie!

Jesus: „Diese Familie N., wo alle Mir geweiht sind, macht Mir viel Freude. Ich werde sie in der Ewigkeit durch diese besondere Auszeichnung so herrlich belohnen, daß alle Himmelsbürger sich an ihr erfreuen sollen. P.N. ist ein Diener Gottes und ganz nach Meinem Herzen. Und wenn er auch leidet wie alle Meine treuen Diener in dieser Zeit der Verwirrung, aber besser geht es ihm doch, als wenn er in N. geblieben wäre.“

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1118 Am 14. bis 24. Mai 1919

„Wenn sie nicht bald widerrufen, werde eine solche Verfolgung über die Priester kommen, daß, wo man einen Priester auf der Straße sehe, man rufe: ‚Macht ihn tot!‘“

Jesus am 14. Mai 1919: „Sage Frau D., an ihrem Jubeltag könne sie mit Freuden auf ihr vergangenes Leben und ihre Tätigkeit zurückblicken und sie könne stolz sein auf ihre Untergebenen, die in so schwierigen Verhältnissen so tapfer ausgehalten, besonders Frl. C., die so viel Gutes tue und so viele gute Keime in unzählige Seelen lege. Sie möge nur so fortfahren, denn wenn die Frauenund Mädchenwelt gewonnen sei, so werde es bald besser werden und die Männerwelt nachfolgen. So sollten viele wirken, dann gäbe es bald einen Aufschwung. Das sei ja das große Verderben der Welt: Der Unglaube der Priester, die alles gute Wirken unterdrücken statt zu fördern.“

Jesus am 22. Mai 1919: „Schreibe D.A., er soll dem Bischof von Würzburg schreiben, wenn sie nicht bald widerrufen, werde eine solche Verfolgung über die Priester kommen, daß, wo man einen Priester auf der Straße sehe, man rufe: ‚Macht ihn tot!‘ Weil sie das ganze Evangelium auf den Kopf gestellt und den jungfräulichen Stand so verhöhnt und das ganze Streben einer Gott suchenden Seele, deshalb müsse, was öffentlich gesündigt, so auch öffentlich gesühnt werden. Er verlange jetzt öffentliche Prozessionen, Bußprozessionen. Der Bischof müsse allen Pfarrern, und so in ganz Deutschland, weil alle Bischöfe sich mitversündigt, gebieten, eine Bußprozession öffentlich zu veranstalten; wenn nicht, werde Er entsetzlich strafen.“

Barbara: Vor dem Tag der Wallfahrt auf den Engelsberg bekam Luise sehr starke Magenkrämpfe; sie konnte also die ihr befohlene Wallfahrt nicht machen.

Jesus: „Ich habe nur ihren guten Willen prüfen wollen, ob sie auch bereit sei, über ihre Ängstlichkeiten hinwegzugehen. Da Ich aber weiß, daß sie den weiten Weg nicht machen kann, habe Ich ihr ein Hindernis geschickt, und es genügt Mir ihr guter Wille.“

Mutter von Barbara (†): „Wenn Luischen nicht mitgehen kann, so gehe ich mit dir.“

Barbara: Bei der Wallfahrt auf den Engelsberg betete ich um die Genesung von Luise, und die liebe Mutter Gottes sagte:

Maria: „Habe keine Sorge, sie wird noch all die großen Dinge hier erleben und ein hohes Alter erreichen.“

Barbara am 24. Mai 1919: Der Herr war auf mein Gebrummel, daß nichts vorangehe und die Gefangenen nicht zurückkämen, sehr lieb und herablassend, und sagte:

Jesus: „Nur Geduld! Ihr seid viel zu ungeduldig. Das alles sind Kleinigkeiten gegenüber dem großen Werk. Luise erlebt noch all die großen Dinge. Sie soll sich nicht einbilden, daß sie die Halsschwindsucht bekomme, das bessert sich, sie soll nur Mut haben. All deine kleinen Wünsche erfülle Ich dir noch. Warte nur ab! Ihr habt Mir zu Ehren Meiner Mutter eine Wallfahrt versprochen. Geht am Mittwochabend und Donnerstag nach Engelsberg.

Dem Pfarrer N. von N. sage, er sei Mein frommer Diener um dessentwillen, daß er sich trotz seiner Kollegen nicht geniert, der verachteten Sache näherzutreten. So gebe Ich ihm das Versprechen, daß er unbesorgt sein kann und durchkommen wird, ohne vom Zeitgeist berührt zu werden, und, wie Ich in den Schriften jenen Priestern versprochen, die die Weihe an Maria vornehmen, daß keines ihrer Schäflein verlorengehe, das verspreche Ich auch ihm, obwohl er die Weihe noch nicht gemacht wegen der Nähe der Röllbacher Sühne-Kapelle, wo du die erste Gnade zu deinem künftigen Beruf erlangt. Ich will, daß dies in die Annalen aufgenommen werde, damit die Menschen sehen, wie hoch Ich auch noch die kleinste Kapelle schätze. Ihr werdet keinen Hunger leiden, und auch euer Vieh nicht. Ich sorge schon für euch. Luise wird nicht ausgewiesen; Ich halte Meine Hand über sie.“

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1119 Pfingstmontag am 9. Juni 1919

„Der Vater hat die Welt erschaffen, Ich habe sie erlöst, aber der Heilige Geist ist es, Der euch heiligt.“

Barbara: Von Aschaffenburg war ein Kirchenchor gekommen zur Verherrlichung des Gottesdienstes. Da sagte der Herr während des schönen Gesanges:

Jesus: „So wird es hier einmal sein, wenn die Kirche fertig ist. Besonders im Monat Juni und an allen Festen.“

Jesus am 10. Juni 1919: „Der Heilige Geist ist dir zur besonderen Verehrung übergeben, denn alle Belehrungen sind dir durch Ihn geworden. Verehre Ihn deshalb fleißig. Der Vater hat die Welt erschaffen, Ich habe sie erlöst, aber der Heilige Geist ist es, Der euch heiligt.“

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1120 Ewiges Gebet in Rück am 13. Juni 1919

„Ich weiß wohl, daß es in Würzburg nichts nützt. Trotzdem habe Ich sie hingeschickt, um ihnen ihr Unrecht vorzuhalten. Sie müssen es gesagt bekommen.“

Jesus: „Heute ist der Tag, wo die Gemeinde Mir Abbitte leistet für alle Verfehlungen während des Jahres, und Ich freue Mich unter Meinem guten Volk. Ihr, Meine Kinder, werdet nicht mutlos. Haltet euch an das Wort, das Ich euch am 31. Januar 1919 gesagt: Haltet euch an Mein liebend Gottesherz! Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo Ich Mein Werk durchgedrückt wissen will. D.A. soll nicht glauben, daß er in allem recht hat. Es schmerzt Mich sehr, daß, wenn ihm etwas nicht paßt, er wie die Gegner sagt, es sei irrig.

Ich weiß wohl, daß es in Würzburg nichts nützt. Trotzdem habe Ich sie hingeschickt, um ihnen ihr Unrecht vorzuhalten. Sie müssen es gesagt bekommen. So wie Ich euch drei zusammengestellt, so sollen A.M. und K. zusammen Meine Ehre suchen. Es freut Mich, daß sie das arme Kirchlein so schön hergerichtet. Ich werde ihnen alle Mühe lohnen. Sie werden noch die Freude erleben, die Prozessionen betend und singend durch Schippach ziehen zu sehen und zu hören.

Du, laß dich nicht irremachen durch das Geschwätz der Leute. Das alles ist in Meinem Plan eingefügt, daß du fortarbeiten sollst. Brauchst keine Angst zu haben! Ihr werdet nicht verhungern und auch das Vieh nicht.“

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1121 Fronleichnam am 19. Juni 1919

Beim Hineingehen in die Kirche sagte eine Stimme zu Barbara:

Stimme: „Dies wird das letzte Fronleichnamsfest sein.“

Barbara: „Das stimmt nicht!“

Jesus nach der heiligen Kommunion: „Das war Ich nicht. Du wirst noch viele Jahre leben und Luise mit dir und noch einen Teil all der Herrlichkeiten hier miterleben. Du bist bestimmt zu harter Arbeit und Luise soll dein Tröster sein. Ich verlange, daß ihr recht zuvorkommend zueinander seid und fest zusammenhaltet. In der Ewigkeit werde Ich euch entschädigen. Luise soll sich in acht nehmen, daß nichts zu den Gegnern dringt.“

Barbara: Beim Auszug aus der Kirche in Rück führte der heilige Johannes der Täufer als Patron der Kirche die Prozession an. Antonius und Paschalis Baylon assistierten. Als wir durch Schippach zogen, war der Fußboden in hellem Grün. Der heilige Josef ragte über die beiden hinaus. Beim Te Deum öffnete sich der Himmel, die Allerheiligste Dreifaltigkeit erschien, und die größten Engel schlugen mit ihren Flügeln. Der ganze Himmel beteiligte sich. Bei der Prozession wurde Barbara von ihren Eltern und Verwandten begleitet, und die Eltern und Pater Ludwig begleiteten Luise. Es wurde ihr mitgeteilt, wie sehr sie sich freuten wegen der Teilnahme an dem Werk, wodurch Gott später so verherrlicht wird. Am Altar bei der Mühle erschien die liebe Mutter Gottes und weinte, weil so viele Menschen von Ihrem Sohn verdammt werden müßten, die sich das Leben aus Unglaube nehmen und wegen der Unsittlichkeit, und weil die Priester dem Volk nicht vorangingen, ermutigend zum Gebet und zum Guten. Wir sollten uns doch immer mit Ihren Tränen vereinigen für die Bekehrung der Sünder. Alle Verstorbenen von Rück und Schippach zeigten sich über der Prozession, wie in Mainz. Lieschen war auch bei uns. Die liebe Mutter Gottes war gekleidet wie eine Königin, nicht als Schmerzhafte Mutter.

Inhaltsverzeichnis Band 7

1122 Am 27. Juni bis 7. Juli 1919

„Dort verwirrte Ich die Sprache, hier verwirre Ich die Köpfe.“

Barbara am 27. Juni 1919: „O Herr, wir wohnen unter solchen Menschen, daß man sich fürchten muß, es möge uns etwas zustoßen.“

Jesus: „Flüchtet euch nur immer gleich in Mein liebendes Herz. Bin Ich nicht mehr mächtig genug, um euch zu schützen? Es wird euch nichts geschehen.“

Barbara: „O Herr, die Freiburger fürchten sich so sehr bei all den Ereignissen und harten Friedensbedingungen.“

Jesus: „Ich habe euch und allen Freunden gesagt: Haltet euch an Mein liebend Gottesherz! Ich bin mächtig genug, um alle Freunde zu schützen. Die Menschen sind jetzt so weit wie beim Turmbau zu Babel. Dort wollten sie in den Himmel hineinsteigen, jetzt wollen sie sich über Gott setzen. Dort verwirrte Ich die Sprache, hier verwirre Ich die Köpfe. Ich kann nicht anders, Ich muß die Menschheit züchtigen, aber alle Freunde werde Ich beschützen.“

Jesus am 3. Juli 1919: „Kümmert euch nicht darum, daß man auch die Ziegelsteine fortschleppt. Haltet euch an Mich! Du hast Meinen Willen erfüllt und alles getan, was Ich dir aufgetragen, und Luise hat Meine Worte genau aufgezeichnet. Die Welt soll es jetzt wissen: Die anderen haben die Verantwortung, die darüber zu wachen haben. Wenn es Zeit ist, komme Ich schon und mache alles.“

Jesus am Herz-Jesu-Freitag 4. Juli 1919: „Es tut Mir sehr weh, daß Meine Diener gar nicht auf Meine Wünsche eingehen. Ich habe schon am Anfang des Krieges gesagt, man möge Sühne-Wallfahrten, Bußprozessionen machen zur Sühne für Meine verschmähte Liebe im Heiligsten Sakrament. Da nun Meine Diener nicht wollen, so wende Ich Mich an die tiefgläubigen Seelen. Gehe mit deinem Bruder in Aschaffenburg nach Mariabuchen und opfert Mir die Wallfahrt auf für die verzweifelten Menschen, deren es jetzt so viele gibt. Auch Luise möge mitgehen. Ich habe dir gesagt: Warte bis nach Ostern mit der Heimkehr der Gefangenen. Damit wollte Ich dir sagen, ehe wieder Ostern wird, sind sie da. Deine Schwägerin stirbt nicht. Sie soll nur Blutreinigungstee nehmen, den ihr Blut hat viele unreine Säfte.“

Jesus am 7. Juli 1919: „Drängt Mich nicht mehr, daß Ich die Menschheit schonen soll: Sie ist zu gottlos. Ich muß dreinschlagen. Aber fürchtet nichts; Ich werde euch und alle eure Freunde beschützen.“

Am Grab von Caroline (Schwester von Barbara) sagte Barbara:

Barbara: „Bin ich denn nicht getäuscht, am Ende bist Du noch gar nicht im Himmel?“

Carolin allsogleich: „O nein, du bist nicht getäuscht. Wie glücklich sind wir, ich und mein Mann, und wie wurden uns alle Armut und Not, die wir ausgestanden, so herrlich belohnt. Sag es doch meinen Kindern, daß sie sich nicht so an das Irdische hängen sollen und ihre Kinder gut für den Himmel erziehen!“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1123 Am 16. Juli 1919

Jesus: „Für Herrn N.N.: Die Reise nach H. hat eine wichtige Bedeutung. Ich lasse Herrn N. herzlich grüßen und ihm sagen, daß er Schippach nicht vergessen möge in seinem Testament. Er soll dafür sorgen, daß er noch manches bei Lebzeiten tue.

C. soll nicht sorgen, daß ihren Geschwistern etwas abgehe. Ich werde um so mehr für sie sorgen. Es ist gar nicht so gut, wenn sie so im Überfluß schwelgen. Deshalb lasse Ich ihnen Kreuze zukommen.

Herr T. ist für alle ein Zeichen, was Ich später mit diesem Werk vorhabe. Ich habe schon öfters gesagt, daß das Gnaden- und Glaubensleben von diesem Werk aus soll erneuert werden, was die ganze Welt durchleuchten wird. Ich habe dir schon öfters das ganze Tal himmelblau, silberfarben gezeigt, um dies anzudeuten. Ich habe schon im voraus einen Funken dieser Gnadenstrahlen auf ihn fallen lassen. Nicht umsonst habe Ich euch nach Hausen geführt und euch mit ihm bekannt gemacht durch deine Schwester, weil sie durch die Blutsbande mit dir so eng eingegliedert ist in dieses Werk wie alle deine Geschwister.

Das hat Meine liebe Mutter in Lourdes fertiggebracht, daß er zur Erbauung für viele wieder ein gläubiger, guter Katholik geworden ist. Jetzt will Ich ihn aber noch zu einer weiteren Mission benutzen. Die ganze Ewigkeit wird er Mir danken für den Gnadenstrahl, den er dort bekommen hat. Das tat Ich deshalb, weil Ich das Werk in Schippach durch ihn fördern will, und es muß öffentlich bekannt werden, wie Ich alles lenke, wenn Ich etwas ausführen und geben will. Ich will den Glauben heben und befördern. Ich benutze N., um vieles, vieles noch zu bessern. Ehe der Kaiser fortzieht, soll er ihm einliegende Botschaft übermitteln; eben nimmt er es an. Er braucht sich nicht zu fürchten. Der Kaiser hat doch selbst auf seiner Flucht nach Holland zu seiner Umgebung gesagt: ‚O hätte ich doch meinen Katholiken gefolgt und den Mahnungen aus der Geistwelt anstatt meinen freimaurerischen Höflingen!‘“

Barbara: Dann kam Frau T. und sagte:

Frau T. (†): „Grüße meinen Mann von mir. Er könnte mir glauben, welches Glück es gewesen wäre, was ich und er dem Werk zu verdanken haben, da sie mit uns bekannt geworden wären, und wie glücklich ich bin, daß auch er mit mir verbunden ist durch die ganze Ewigkeit. Ich sehne mich nach ihm, nach seiner Ankunft. Darum soll er seinen Dank abstatten und mit Freuden für Schippach sorgen. Wir sind zu Dank verpflichtet.“

Jesus: „N.N. soll zum Generalvikar oder zum Bischof sagen, daß Er durch das Werk in Schippach den Glauben und die Demut seiner Priester prüfen will, und so wäre das auch ein Ausfluß Seiner Gnade gewesen, daß er uns mit Herzogenbosch bekanntgemacht habe. Das Christentum soll in Holland wieder zur Blüte gelangen. Das soll der Königin von Holland zur Kenntnis gebracht werden, daß auch Holland noch gestraft werde. Denn auch seine Könige und Herrscher hätten früher den Protestantismus so gehoben und ausgebreitet, aber sie hätte auch viel Gutes getan, daß sie die Bischöfe und Ordensleute aufgenommen und deshalb Gnade erlangt.

Darum wäre das ein Lohn für sie, daß Er sorgen wolle, daß die katholische Kirche zur Blüte gelange in Holland. Das wäre das letzte Anerbieten. Noch einmal wolle Er alles aufbieten, daß in Deutschland und all den Ländern der Katholizismus wieder gehoben würde, das Glaubensleben geadelt und gehoben werde. Auch die Priester müßten sich ändern und mit gutem Beispiel vorangehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1124 Für den deutschen Kaiser am 17. Juli 1919

„Wie die Erbsünde überging auf alle Menschen, so ging auf alle Protestanten das Erbstück von Luther über, und deshalb haben sie die Seligkeit nicht, wie sie Meine wahren Kinder bekommen.“

Jesus an den deutschen Kaiser: „Zum zweiten Male biete Ich dir Meine Gnade an. Ich lasse dir folgendes sagen durch ein unmündiges Werkzeug in Bayern in Schippach: Am Anfang des Krieges ließ Ich sagen: ‚Wenn du tust, wie Ich will, werde Ich tun, wie du willst. Wenn du aber tust, wie du willst, werde Ich tun, wie Ich will.‘ Du hattest nur deshalb den großen Erfolg, weil mehrere Bischöfe dafür sorgten, daß viel gebetet wurde. Durch einen Ordensmann, P.N. in Würzburg, ließ Ich dir schreiben, daß der Sieg auf Deutschlands Seite bleibe, wenn du sorgst, daß die katholische Kirche freie Hand bekäme, daß der Papst in Rom zu seinem Recht gelange, indem du beim König von Italien dafür eintretest, daß er gerecht handele, du sollest der Kirche freie Hand lassen, daß sie ihre Ordensleute zurückrufen könne und überhaupt, daß du sorgest, daß die katholische Kirche wieder auf den Leuchter gerückt werde, von dem sie der Protestantismus weggeschleudert. Das ist kein Unglück, sondern jetzt dein größtes Glück!

Ich meine es sehr gut mit dir. Du verdienst diese Strafe nicht. Das ist nur die Strafe deiner Vorfahren und Großeltern, deines Großvaters, die die Kirche so sehr geknechtet haben, daß die Bischöfe nach Holland haben auswandern müssen. Nicht umsonst bist du jetzt in Holland, denn dorthin verbannte dein Großvater die Bischöfe. Diese haben es ihres Glaubens und Gottes wegen leiden müssen. Du mußt das leiden, weil die Kinder büßen müssen, was die Eltern verschuldet haben. Überlege mal, wie es denen zumute gewesen in ihrer Gefangenschaft.

Ich will jetzt dem Protestantismus die Spitze abbrechen, weil die Protestanten in dir ihre Hauptstütze sehen. Darum habe Ich es gefügt, und weil Ich ein gerechter Gott bin und die Protestanten auch Meine Kinder sind, darum, aus lauter Mitleid, daß Ich so viele unter den Protestanten verdammen muß und Ich allen Protestanten die Seligkeit nicht geben kann, die Ich den Katholiken geben muß, weil sie Meine wahren Kinder sind, denn wie die Erbsünde überging auf alle Menschen, so ging auf alle Protestanten das Erbstück von Luther über, und deshalb haben sie die Seligkeit nicht, wie sie Meine wahren Kinder bekommen, und dieses Glück will Ich dir verschaffen und durch dich vielen deiner Anhänger im deutschen Preußen. Ich bitte dich, zur katholischen Kirche zurückzukehren und durch dein Beispiel viele andere zu bewegen, das gleiche zu tun. Dann wirst du dein Unglück für dein größtes Glück halten, und Ich verspreche dir, daß Ich sorge, daß deine ganze Familie schon auf Erden wieder zu Ehren gelangt.

Ich als Gott sah voraus, daß du Mein erstes Anerbieten nicht annimmst, was Ich dir sagen ließ mit den Worten: ‚Tue du, was du willst, so werde Ich tun, was Ich will, und du wirst nicht nur verlieren, was du erobert, sondern noch mehr dazu!‘ Deshalb habe Ich die jedem so unerklärliche Wendung des Krieges eintreten lassen, weil Ich es müde geworden bin und der Jubel der Protestanten zu groß geworden wäre und es wäre noch schlimmer geworden für Meine Katholiken. Ich habe sie schon lange genug gedemütigt, obwohl es auch jetzt eine Strafe ihrer Lauheit ist und Ich noch viele Strafen über sie senden muß. Diese Verdemütigung sollst du jetzt ruhig hinnehmen, um den Frieden zu verkosten, der dir dann alles ersetzt, was dir äußerlich abgeht. An dem Werk in Schippach mögest du deinen Dank abstatten.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1125 Am 29. September 1919

„Nur wer beharrlich bleibt bis ans Ende, dem verspreche Ich die Krone des ewigen Lebens.“

Barbara: Als ich heute kommuniziert hatte, ließ der Herr Seine liebliche Stimme wieder einmal vernehmen. N. von Schippach streut nämlich bei allen Gästen, besonders bei Geistlichen, Lügen und Verleumdungen gegen mich und meine Verwandten aus, die in der ganzen Umgegend besprochen werden. Vorige Woche bekam ich einen Brief von Herrn B. N. von N., daß Gerüchte in der Umgegend verbreitet seien, daß ich bei Hamsterern neunzehn Mark für ein Pfund Butter verlangt hätte. Da hätten diese gesagt, ob eine fromme Person so wuchern dürfe. Da hätte ich gesagt, ich habe den Heiland gefragt und Er hätte gesagt: Es ist ganz recht; das darfst du tun.

Durch einen jungen Mann aus Düsseldorf, der mich hier besuchte und im Gasthof „Engel“ logierte, erfuhr ich das oben Gesagte noch einmal. Nun sah ich, daß Gott Selbst mir den Verleumder kennzeichnete. H.H. K. gab mir den Rat, diesen zur Verantwortung zu ziehen. Da hörte ich heute früh:

Jesus: „Lege diese Verleumdung zu jenen, die du schon ertragen hast. Ich will, daß du sie ruhig erträgst. Schweige und ertrage alles ruhig, wo Böses über dich ausgesagt wird. Denke immer an das Schriftwort: ‚Und Er schwieg!‘ Ich bin es, Der Selbst dich rechtfertigen wird, nicht du. Wenn einmal alles Bittere durchgekostet ist, dann komme Ich euch entgegen an der Goldenen Pforte und setze euch Selbst die Krone auf.“

Barbara: Als ich beschämt nachdachte über meinen Wankelmut und sagte:

„Ist es möglich, daß der Herr Sich so herabläßt? Sind es nicht deine Worte?“

Da kam eine ernste, feierliche Antwort:

Jesus: „Wer ist jetzt bei dir? Bist du Herr oder Ich? Wenn der Schöpfer mit Seinem Geschöpf Sich vereinigt, hat Er auch die Macht zu reden und das Geschöpf muß Ihm gläubig zuhören. Du zweifelst und glaubst, alles sei verloren. Was Ich dir vor Jahren sagte, sage Ich dir heute wieder. Damals sagte Ich dir: Dein Josef wird Priester; die Kirche wird gebaut, und du stirbst nicht als Schwindlerin! Dein Josef starb als guter Priester. Die Kirche wird noch gebaut, wenn die Menschen genug gezüchtigt sind, und wenn sie sich nicht fügen und in ihrem Hochmut weitergehen, werde Ich sie zermalmen, wie man harte Steine zerstiebt. Daß du nicht als Schwindlerin stirbst, das überlasse Mir, dafür werde Ich sorgen. Luise, deiner Mitschwester, sage: Sie dürfe nicht hören auf die Reden anderer, und wenn es selbst Verwandte wären, nichts, was die Liebe zwischen euch beiden abschwächen könnte. Nur wer beharrlich bleibt bis ans Ende, dem verspreche Ich die Krone des ewigen Lebens.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1126 Am 19. Oktober 1919

Jesus: „Sage allen Freunden, daß ihnen alle Opfer für die Sakramentskirche so belohnt werden, als ob Ich jetzt schon Tag und Nacht darin angebetet würde. Wenn im Alten Bund die Könige ein Gott mißfälliges Leben führten, mußte es das ganze Volk mitbüßen, so auch jetzt. Daß es aber in Bayern so schlimm hergeht, kommt nur daher, weil man dort Meine Wünsche verachtet hat.“

Am Rosenkranzfest 1919 fragte jemand in Württemberg durch El. den Herrn, wann Er Sein Werk aufrichte. Der Herr antwortete:

Jesus: „Ich werde Sieger bleiben trotz aller Verfolgungen.“

Dann durfte El. die Kirche sehen und beschrieb sie mit begeisterten Worten.

Inhaltsverzeichnis Band 7

1127 Brief Barbara vom 27. Oktober 1919

Barbara war auf dem Katholikentag in Aschaffenburg und schreibt: „Es war eine große Begeisterung unter allen Zuhörern. Am Schluß wurde das Te Deum angestimmt, das von den Männern mit Tränen der Rührung gesungen wurde. Über dem Rednertisch erschien der Herr, breitete die Arme über der Versammlung aus, bis die zwei Strophen gesungen waren. Dann erteilte Er den Segen.

Heute früh, als die heilige Hostie bei der Wandlung erhoben wurde, hörte ich die Stimme des Herrn wieder:

Jesus: ‚Ängstige dich nicht in dieser scheinbaren Verlassenheit von den Menschen und von Mir. Ich liebe dich noch ebenso wie vor Jahrzehnten. Sage es aber deinen guten und getreuen Freunden, daß Ich nur aus dem Grunde so viele Leiden schicke, weil Ich durch ihre Verdienste, die sie durch ihre Geduld im Leiden sich erwerben, andere retten kann. Wenn ihr wüßtet, wie viele Ich in jetziger Zeit wegen ihrer Glaubens- und Sittenlosigkeit verdammen müßte, wenn Ich nicht die Verdienste Meiner treuen Kinder täglich Meinem Vater, vereinigt mit Meinen Verdiensten, vorhalten könnte.

Mein Herzblut klebt ja an jeder Seele, und Ich soll sie auf ewig in den Abgrund der Hölle verstoßen? Darum sage es deiner Mitschwester Luise, den Priestern P.J.N., P.N. in Württemberg und allen Getreuen, daß, wenn sie auch hie und da belächelt und verspottet werden wegen ihres demütigen Glaubens an Privatoffenbarungen, sie sich nicht dürfen irremachen lassen. Ich will jetzt, daß die Schäden, die auf diesem Gebiet in Meiner wahren Kirche sich eingeschlichen, wieder ausgemerzt werden. Dafür muß von Meinen guten Kindern viel gelitten, gestritten und gekämpft werden.

Glaube Mir, Ich bin ein guter Gott, der alles auszugleichen versteht, was ihr für Mich und Meine Pläne leidet, die Ich vorhabe. Meine Kirche wird tief gedemütigt, daß Ich sie wieder auf den Leuchter stellen kann, von dem die Glaubens- und Sittenlosigkeit Meiner Kinder sie weggerückt. Euch aber, die ihr bereit seid, Meine Pläne zu unterstützen und zu verwirklichen, werde Ich bei eurem Eintritt in die Ewigkeit an der Goldenen Pforte Selbst abholen, Meinem Vater vorführen und euch die Krone, eine herrliche Krone, selbst aufsetzen.‘“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1128 Brief Barbara an Luise vom 2. November 1919

„Als ich gestern deiner lieben Schwester Gabriele meine heilige Kommunion schenken wollte und den Herrn bat, mir doch mitzuteilen, wie es ihr gehe, kam statt einer Antwort eine hohe majestätische Gestalt auf mich zu und sagte:

Erzengel Gabriel: ‚Der Herr schickt mich, dir zu sagen, wie es Schwester Gabriele geht. Ich bin ihr Schutzpatron, der Erzengel Gabriel. Du kannst ihrer Schwester Luise zu wissen tun, daß Gabriele in der Taufunschuld gestorben ist, und daß ich sie von ihrem Sterbebett aus direkt in die himmlischen Freuden einführen konnte. Sie ist glücklich, unendlich glücklich und läßt ihren noch lebenden Geschwistern sagen, sie habe nur noch den einen Wunsch und das Verlangen, sie recht bald mit ihr vereinigt zu wissen.

‚Hat Schwester Gabriele das Fegefeuer gar nicht gesehen?‘

Erzengel Gabriel: ‚O ja, ich selbst habe sie durch all die verschiedenen Abstufungen der Peinen des Fegefeuers hindurchgeführt. Das Mitleid mit den gepeinigten Seelen war ihre Läuterung, die sie noch durchmachen mußte. Sie hatte die Taufunschuld nicht verloren, und die Fehler und Mängel, die sie aus menschlicher Schwachheit beging, hatte sie durch ihr jahrelanges Leiden, das sie still und gottergeben trug, abgebüßt. Sie war eine demütige Klosterfrau. Sie sah in ihren Obern Gott Selbst. Ihr Wille galt ihr als Gotteswille, und sie stellte sich unter all ihre Mitschwestern. So lebte sie und so starb sie.‘

‚Wie ist es möglich, daß ein so hoher Himmelsfürst mir armen Sünderin diese hohe Gnade erweist?‘

Erzengel Gabriel: ‚Weil der Herr Sich gewürdigt hat, dich gerade mit dieser Familie durch Luise so innig zu verbinden, sollst du auch Anteil haben an all ihren Verdiensten, Opfern und Leiden. Aber auch umgekehrt. Auch sie sollen nicht nur Anteil nehmen an der Schmach und Verachtung, die du und Luise zu ertragen habt für den Herrn, sondern an deinen Verdiensten auch Anteil nehmen.‘

Der Himmelsfürst entschwand und hinterließ eine Freude in mir, daß ich jetzt noch, da ich es niederschreibe, aufjubeln möchte.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1129 Am 21. und 24. November 1919

Jesus am 21. November 1919: „Verfolgung leiden müssen von denjenigen, die uns stützen und leiten sollten und dies mit Geduld ertragen, ist der kostbarste Edelstein in der Krone der in der Welt lebenden Jungfrau.“

Barbara am 24. November 1919: Als ich für Reichsgräfin N. die heilige Kommunion aufopferte, hörte ich eine Stimme, die sprach:

Jesus: „Ich habe Freude an ihm, und Ich habe seine Gemahlin nur deswegen zu Mir genommen, weil Ich ihn für Meine Pläne benützen will.“

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1130 In Mainz am 13. Februar 1920

„Und wenn hie und da etwas Menschliches sich mit eingemischt hätte, so wäre dies noch lange keine Irrlehre und Ketzerei.“

Jesus: „Grüße die Freunde, denn es sind immer noch die gläubigsten und besten Meiner Kirche, wie alle, die dich aufsuchen, wenn auch hie und da mal einer kommt, der wieder etwas anbringen will. Sie mögen mit euch die Tage, wo Ich den Gläubigen zur Anbetung ausgestellt bin, benutzen, um Mich zu entschädigen für die meisten Menschen, die Mich verachten, und die nicht mehr an Mich glauben. Wenn die Gefangenen zurück sind, dann erkenne daran, daß Ich auch Meine Kirche bauen werde, obwohl jetzt alles verloren scheint. Darum gehe in deine Heimat (Schippach) und arbeite wie seither, und wenn du nicht verstanden wirst, dann schweige und sage dir immer, du bist nur noch da, um deine Verdienste zu mehren. Es dauert nicht mehr lang, und alles geht zu Ende, die Widerwärtigkeiten der Welt.“

Barbara: „O Herr, ist es Dein Wille, daß N. sich versetzen läßt?“

Jesus: „Mein Wille ist es nicht gewesen, das ist sein Wille. Er wird aber auch dort Unannehmlichkeiten finden, doch ist er einer Meiner treuesten Freunde unter den Priestern. Es ist soweit gekommen, daß man alles Übernatürliche von sich abzuschieben sucht, daß viele Priester nicht mehr geneigt sind, es zu glauben, und nur noch mit Ach und Krach das Evangelium predigen, aber von den Wirkungen Meiner Liebe wollen sie nichts hören und wissen.

Darum kommt noch eine Läuterung für die Priester, und die Kirche in Schippach soll wie zur Zeit Noe die Arche sein. Und wie Ich Frieden mit der Menschheit schließen wollte und Mein Zorn sich wieder hat besänftigen lassen und Noe die Friedenstaube hinausgeschickt hat, so soll die Kirche in Schippach stehen zum Zeichen, daß Ich wieder Frieden geschlossen habe mit der sündigen Menschheit.

Und wenn die Gegner sagen: Die Ruinen der Kirche in Schippach müßten stehen zum Spott und Hohn der Menschheit, so sage Ich aber: Die Kirche wird stehen, solange die Welt noch steht, und zwar den Priestern zum Zeichen, daß die Wirkungen Meiner Liebe, Meiner göttlichen Liebe, wie Ich sie in mancher Seele kundtue, nicht unterdrückt, sondern geprüft werden sollen, um das Gute zu behalten, wie der heilige Paulus sagt. Und wenn hie und da etwas Menschliches sich mit eingemischt hätte, so wäre dies noch lange keine Irrlehre und Ketzerei. Es kann vorkommen, daß, wenn der Geist Gottes Sich mitteilt, hie und da ein menschliches Wort sich einschleicht. Aber hier in Deutschland ist es so weit gekommen, daß sie gar nichts mehr glauben, sondern nur unterdrücken und verwerfen wollen. Und wenn sie hartnäckig darauf bestehen, werden sie eine Läuterung durchmachen müssen, wie Ich es in Mainz gemacht habe.

Ihr aber sollt euch aus den Zeitverhältnissen nichts machen und immer denken, das ist nicht der Ort, wo man ewig sein muß. Wenn auch manches zugrunde geht, die Guten müssen das alles mitleiden. Ich möchte Mich so gerne euch allen zeigen, aber Ich kann die Weltordnung nicht umstoßen, dennoch liebe Ich euch alle.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1131 Herz-Jesu-Fest am 10. Juni 1920

„Denn durch die Worte, die Ich dir mitgeteilt, soll die Menschheit wieder in ein neues Glaubenslicht geführt werden.“

Jesus: „Meine Kinder! Euch alle habe Ich erwählt, um Mich in euch zu trösten. Wundert euch nicht, wenn Ich Leiden schicke in die Familie. Weil du aber schon so viele Leiden aushalten mußtest, so überschüttete Ich dich mit Meinen Gnaden. Alle Freunde sollen dieselben Gnaden haben, denn durch die Worte, die Ich dir mitgeteilt, soll die Menschheit wieder in ein neues Glaubenslicht geführt werden. Wenn sie es nicht annehmen, muß eine große Läuterung kommen. Sie müssen wieder glauben, was man im Mittelalter geglaubt hat und man von Anbeginn der katholischen Kirche geglaubt hat.

Meine Kirche hat das Vorrecht, sich rühmen zu dürfen, Meine Braut zu sein, und da dürfen die Führer dieser Gesellschaft nicht nach Belieben streichen wollen. Denn auf Übernatürlichkeit habe Ich Meine Kirche gegründet, sie aber wollen das Übernatürliche streichen und ganz hinwegfegen.

Und nun schaue hinein in Mein liebendes Gottesherz, welche Wunde Mir die Menschheit geschlagen hat, besonders jene Meiner Diener, die nur das Irdische suchen und ihr heiliges Amt nur geschäftsmäßig verwalten.“

Barbara: Ich sah hinein, wie man in einen tiefen Abgrund sieht. Es war darin nicht hell, sondern dunkelrot wie Blut, und Jesus sagte:

Jesus: „Da hinein will Ich euch versenken, euch, Meine treuen Kinder, damit Ich den Schmerz ertragen kann, den Meine untreuen Diener Mir zugefügt. Ihr seid es, die Mir Trost bereiten. Wenn Ich es doch allen Menschen sagen könnte, wie Ich euch und alle treuen Seelen gereinigt und in die Taufunschuld zurückversetzt habe. So will Ich geliebt sein, wie ihr Mich liebt. Ich bin es, der euch zusammengeführt hat als Entschädigung für die Leiden, die ihr ertragen, weil auch ihr Mir durch die Leiden viel Trost bereitet habt.“

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1132 Am 3. Februar 1923

Barbara: Nach der heiligen Kommunion empfahl ich dem Herrn unseren Hochw. Bischof und bat Ihn, ihm die Gnade zu verleihen, immer das Rechte zu finden.

Jesus: „Er hat ein schweres Kreuz zu tragen, aber Ich werde ihm die nötige Kraft und die nötige Stütze dazu geben. Es ist Mein Wille, daß ihr euch im Gebet recht mit ihm verbindet, und gerade durch die kleine Gebetsvereinigung, die Ich euch angegeben, die wird sehr in Anschlag gebracht.

Bereite dich jetzt schon vor, daß, wenn du zurückgehst, du alles finden wirst, was dich nicht erfreuen kann. Ich muß strafen ohne Rücksicht, ihr möget Mich bitten und beschwören, soviel ihr wollt, aber Meine Gerechtigkeit ist jetzt so herausgefordert, weil die Menschheit immer noch schlechter wird, so daß ich unfehlbar sorgen muß, daß sie zu Mir zurückkehre. Es wird eine große Not sein mit dem Bauernstand, daß alles schreit und jammert, weil Ich euch schon seit einem dreiviertel Jahr so viel Regen schicke. Dadurch gibt es wenig Frucht. Die Äcker sind so naß, daß alles verfault. Das Vieh brüllt und will Futter haben, und die Leute haben es nicht mehr. Das Stroh haben sie streuen müssen, und so ist große Not im Lande.

Doch darüber betrübe dich nicht, daß Ich dir eine solche hoffnungslose Aussicht vortrage. Du mußt bedenken, was dir dein Beichtvater gestern gesagt hat, daß das auch noch dazugehört zu der Loslösung von den Geschöpfen, daß die Seele nur an Mich denkt und sich losreißt.“

Barbara: Ich hatte mich geängstigt, als ich hörte, daß man im hohen Alter auch noch Ihn verlieren könne und so dem Arm der Göttlichen Gerechtigkeit anheimfalle. Aber ich bin jetzt so ruhig und fröhlich, daß ich glaube, Er ist zufrieden mit mir. Bei der heiligen Beichte sah ich nämlich den Herrn immer zwischen mir und dem Beichtvater, und ich war so in Ihn verzückt, daß ich mich fast nicht erheben konnte.

„O Herr, im Vertrauen auf Dich und Deine Verdienste, obwohl ich weiß, daß ich noch tief fallen kann, hoffe ich, daß Du mich nicht so tief fallen läßt.“

Da zeigte Sich mir der Herr, und Er sagte:

Jesus: „Komme, Ich will dir zeigen, daß Ich mit dir zufrieden bin!“

Barbara: Ich durfte hineinschauen in Sein Herz, wo noch viele waren. Ich war ganz entzückt. Er führte mich heraus aus der Gesellschaft hinter eine abgeschiedene Wand, wie wenn ich in ein anderes Zimmer geführt würde. Da stand eine schöne Tafel, und Er setzte mich an die Wand und auch Luise neben mich.

Jesus: „Nicht wahr, das verstehst du nicht?“

Barbara: „Nein, o Herr, das sieht ja aus, wie wenn Du uns verstecken wolltest!“

Jesus: „Ja, das ist so, damit die Welt euch nicht sieht. Denn nicht alle haben das Glück, wie du und deine Freundin Luise, auch für Mich leiden zu dürfen. Ihr beide habt schon viel gelitten für Mich und Meine Ehre. Ihr wolltet beide Mir eine große Ehre erweisen, und das ist doch das größte, was eine Seele tun kann in ihrem sterblichen Leben. Sie will sich nicht nur reinhalten von schwerer Sünde, das wollen alle frommen Seelen, keine schwere Sünde tun, um Mir Freude zu machen, sondern sie will auch Meine Ehre fördern und nicht nur sich selbst betätigen, sondern auch andere aneifern, damit Ich recht verherrlicht werde, nicht nur in der Ewigkeit, sondern auch hier auf Erden unter Meinen Geschöpfen.

Das ist doch das Wichtigste von allem, und das kann am besten erreicht werden durch das Werk, das ihr anstrebt, nämlich den Menschen Gelegenheit zu geben, wo die guten, treuen Seelen zusammenkommen können, um Mir Ehre zu erweisen, wie das ist bei dem Kirchenbau in Schippach. Es soll dort ein Kloster gegründet werden, wo Ich Tag und Nacht verherrlicht werde, nicht nur von den Klosterleuten, sondern auch von all den Pilgern, die hier ihre Lobgesänge darbringen werden. Deshalb will Ich dir zeigen, daß Ich euch Meines Schutzes auf ganz besondere Weise teilhaftig mache, daß Ich euch schütze vor den Gefahren. Das bedeutet die Scheidewand, wo Ich euch hingeführt.“

Die Süßigkeit und die Freude und Überzeugung, daß ich ganz in Ihm verborgen sei, war so groß, daß ich nicht mehr wußte, wo ich bin. Ich sah und hörte nichts. Wie ich zu mir kam, waren alle heiligen Messen aus, und die Kirche war leer. Es schien mir nur ein Augenblick zu sein. Ein solches Glück kann nur von Ihm kommen. Es ist eine Vorahnung von der ewigen Glückseligkeit. Und das zeigte Er mir nur, weil Er mir zeigen wollte, daß die Furcht nicht so verdienstlich sei wie das Vertrauen.

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1133 Für den Hochw. Bischof am 11. Februar 1923

„Daß der Protestantismus immer schwächer wird und seine Spitze abgebrochen wird; denn aus Deutschland ist er entsprungen und durch Deutschland soll er wieder bekämpft und besiegt werden.“

Für den Hochw. Herrn Bischof:

Jesus: „Alles, was über ihn und seine Tätigkeit gesprochen wird, mag es sein von seinen Untergebenen, die um ihn herum sind, das soll er gar nicht achten. Er soll sich an Mein Beispiel erinnern, wie Ich es machen mußte in Meinem sterblichen Leben. Ich war doch der eingeborene Sohn Gottes, und wie wenig war Ich geachtet. Wer waren diejenigen, die Meine Worte hörten und zu Herzen nahmen? Das waren nur wenige kleine Leute, die Armen.

Und wie abfällig hat man immer von Mir gesagt: ‚Er geht mit Sündern um und ißt mit ihnen!‘ Wenn ihm ein Schmerz kommen will, soll er sich immer Mein Beispiel vorstellen, sich an Mich erinnern. Durch seine Ruhe und seinen heiligen Frieden, die er überall zutage treten läßt, wird er die Herzen gewinnen und muß sie gewinnen. Und Ich verspreche ihm, daß er noch viel wirken wird in seiner Diözese. Das Karmeliterkloster herzustellen, ist nicht nur ein heißer Wunsch von ihm, sondern Ich wünsche, daß alle die zerfallenen Klöster, die früher die Stadt Mainz geziert haben, wieder zum Aufschwung kommen, wenn einmal das Land gesäubert ist. Von den fremden Völkern gibt es mehr Ordnung und Platz. Hier gilt das Wort, das eine Herrscherin gesagt, als man sie tadelte, daß sie so viele Klöster aufnehme: ‚Die Klöster sind meine besten Steuerzahler!‘

Und so sage auch Ich, viele Ordensleute sind kein Schaden für ein Volk. Im Gegenteil. Das ‚Goldene Mainz‘ hatte nicht den Namen daher, daß es reich war an Gold und Silber. Der Name wurde ihm gegeben, weil es weit und breit vorangeleuchtet wegen seiner Frömmigkeit. Die Mainzer waren ein sehr frommes Volk. Und was war die Ursache davon gewesen? Fast in jeder Straße war ein Kloster gestanden, die hineinwirkten in das Volk.

Was die Verwicklungen in den Klöstern betrifft, muß er alles aufbieten, um den richtigen Geist hineinzubringen. Es fehlt der rechte Geist der Frömmigkeit und des Gebetes, so ziehen andere Geister ein: Der Zeitgeist der Zwietracht, des Neides und der Lieblosigkeit. Was den Umgang mit denen betrifft, die gegen ihn sind, soll er sich keine Sorgen machen. Er soll Mich jeden Tag um Meinen Geist anflehen, und dann in allem handeln, was ihm sein Inneres eingibt, denn Ich gebe es ihm, wenn er mich darum bittet. Da braucht er nicht hin- und herzudenken. Er soll nur den Erleuchtungen, die er von Mir bekommt, folgen und sie ausführen und nicht rechts und nicht links schauen.

Durch seine Ruhe und seinen Herzensfrieden, den er überall zur Schau tragen soll, wird er alles beherrschen und anderen seinesgleichen ein Beispiel geben. Auch andere Bischöfe müssen an ihm ein Beispiel sehen. Und so auf diesem Wege allein wird die Kirche hinaufgerückt. Und was das Allerwichtigste ist: Dadurch wird dem Protestantismus die Spitze abgebrochen. Deutschland ist ganz beherrscht vom Protestantismus; auch die katholische Kirche und ihre Diener, Bischöfe und Priester.

Auf diesem Weg muß der Protestantismus immer schwächer werden, daß sie selber einsehen, daß das doch die wahre Kirche ist, wenn die Gottesdienste immer so feierlich gehalten werden, und besonders die Prozessionen, wo sie hinausziehen, und der Protestantismus dieses freudige Glaubensbekenntnis bewundern muß. Ich habe viel deswegen zugelassen, daß Deutschland so heimgesucht ist durch die Franzosen, weil Ich haben will, daß der Protestantismus immer schwächer wird und seine Spitze abgebrochen wird; denn aus Deutschland ist er entsprungen und durch Deutschland soll er wieder bekämpft und besiegt werden. Später sehen alle Gegner des Bischofs ein, wie Unrecht sie ihm getan, und sie werden sich fügen.“

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1134 Am 12. Februar 1923

Bei den Franziskanerinnen wurde ein Lied gesungen, dessen ersten Teil Barbara nicht verstand. Sie glaubte, es sei lateinisch. Als aber der Nachsatz kam: „Ohne Zahl, sovielmal, sei gelobt das Sakrament“, da wurde ihr das Lied bekannt. Daran knüpfte der Herr eine Belehrung an, und sagte:

Jesus: „Siehe, du grübelst darüber nach, ob nicht diejenigen, die sagen, du könntest dir am Ende selbst etwas vormachen, Recht hätten. Zweifle aber nicht im mindesten, wenn Ich mit dir rede, daß Ich es bin, der das alles in dir bewirkt, womit Ich so große Absichten habe und deshalb schon Jahrzehntelang in dir spreche, und durch dich zu den anderen. Ich will einen anderen Geist in die Menschheit hineinbringen. Wie kann denn ein Mensch, der gar keinen Begriff von etwas hat, ein solches Werk ins Leben rufen, wo so viel davon abhängt? Weil der erste Teil des Liedes eine andere Strophe enthielt, als du in deiner Heimat gewohnt warst, glaubtest du, es sei eine andere Sprache. Wie kannst du dir dann einbilden, wie man sagt, du hättest das aus dir selbst zusammendenken können, ein Werk, woran Ich schon Jahrzehnte an dir arbeite, und Ich durch dich sprach, wo du nichts davon verstandest, wenn Ich dir den Verstand nicht erleuchtete. Wie könntest denn du aus deinem Verstand heraus dies alles hervorholen, wenn nichts hineingekommen ist? Ich habe das getan.“

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1135 Am 14. bis 24. Februar 1923

Bei der St.-Josefs-Andacht am 14. Februar 1923 erschien Barbara nochmals der krebskranke Eugen, der Barbara im Augenblick seines Todes erschien, und sagte:

Eugen (†): „Wie schön ist es im Himmel. Die Güte Gottes ist so groß. Er hat die Menschen nicht erschaffen zum Unglück, sondern zum Glück. Er richtet die armen Leute nicht so streng; die haben gut sterben. Aber mache dich auf ein Kreuz gefaßt, wenn du nach Hause kommst.“

Zwei Arme Seelen, Jugendfreunde von Barbara, durften sich am 15. Februar 1923 bei Barbara melden:

Arme Seelen: „Wenn man niemand hat, der an einen denkt, dann kann man lange im Fegefeuer büßen. Es ist eine große Gnade, wenn man sich melden darf.“ Barbara opferte sofort alles für sie auf, heilige Kommunion und heilige Messe. Es kamen beide, um zu danken. Die Ehefrau sagte:

Arme Seele: „Sage meinen Kindern, sie sollen sich nicht so sehr an das Irdische hängen und bedenken, daß wir schon an die zwanzig Jahre leiden müssen. So ergeht es ihnen auch, wenn sie so fortfahren.“

Jesus am 16. Februar 1923: „Wenn es Zeit ist, daß du nach Hause gehst, mache Ich es möglich. Sage Luise, sie soll Mir recht dankbar sein, daß Ich sie zu dir geführt und sie so bewahrt habe vor der Frömmigkeit der Reichen, die darin nur ihren Zeitvertreib suchen. Ich kann ihnen ihr Frommsein nicht besser belohnen als jenen, die arm sind und nur die Gebote Gottes und der Kirche halten. Die reichen Damen hüten sich, eine Verachtung Mir zuliebe auf sich zu nehmen. Sie wollen nur glänzen und die Gottesliebe mit der Weltliebe verbinden. Luise hat mit dir Spott und Hohn ertragen, wenn auch nicht in gleichem Maße wie du. Das trägt ihr am meisten für die Ewigkeit ein. Sage Meiner Luise, ihre Mitschwester M. Seraphine ist, wie ihr Name schon bedeutet, gut droben angekommen; sie hat das Fegefeuer kaum gesehen.“

Barbara: Als ich am 18. Februar 1923 von der Beichte zurückkam, sah ich auf das Heiligste Herz Jesu, und Er sagte:

Jesus: „Jetzt gefällst du Mir wieder, und dein Herz ist wieder befreit und gereinigt von allen Flecken. Je gereinigter, desto besser kann Ich mit der Seele verkehren. Besonders an Meinen Auserwählten kann Ich nichts dulden von Unvollkommenheit.“

Am 21. Februar 1923 zum Schluß der Oktav des heiligen Valentin öffnete sich der Himmel. Die Schar der Heiligen freuten sich mit den Gläubigen, und beim Te Deum schlug der heilige Valentin voll Freude den Takt dazu.

Barbara: Bei der Profeßablegung am 24. Februar 1923 während der Ewigen Anbetung durfte ich sehen, wie froh der Herr mit dem Hochw. Bischof war. Ich sah, wie sie wie zwei liebe Freunde miteinander verkehrten. Ich durfte mitfühlen die Freude und den Triumph der triumphierenden Kirche bei dieser Feier.

Inhaltsverzeichnis Band 7

1136 Am 25. Februar 1923

„Nur eines schmerzt mich, daß ich niemals an den Ort kommen werde, wo meine Schwester als Katholikin sich befindet.“

Jesus: „Ich bin so bedrängt von der Menschheit; komme doch und tröste Mich. Ich suche Seelen, die Mich lieben. Scheue keine Mühe, wenn es dir auch schwerfällt, Mich zu besuchen. Ich habe an einem innigen und friedlichen Zusammenleben großes Wohlgefallen; da bin Ich dabei. So soll es überall sein.“

Barbara: „O Herr, was bedeutet denn das dreifache Wehe, das Du der Stadt Mainz 1901 angekündigt hast?“

Jesus: „Die Belagerung, die große Teuerung und die damit verbundene große Hungersnot, und nach all dem muß ein großes Sterben kommen. Das ist die Folge, daß sie so jahrelang das innere Gebetsleben verfolgt haben. Ich habe immer gesagt: Man treibt den Gebetsgeist aus, dafür werden andere Geister der Unzucht und der Sittenlosigkeit einziehen.“

Barbara: Von einer Konvertitin wurde mir deren Bruder, ein verstorbener Protestant, ins Gebet empfohlen, von dem sie fürchtet, daß er in der Hölle ist.

Jesus: „Im Hinblick auf die Verdienste der Schwester, die zum heiligen Glauben übergetreten, und weil sie so ein gutes Beispiel gibt, und Ich im voraus sah, wieviel sie noch wirken wird, und wirklich ein sittenreines, musterhaftes Mädchen ist, habe Ich den Bruder vor der Hölle bewahrt, aber er hat ein strenges Fegefeuer durchzumachen.“

Barbara: Der Verstorbene durfte sich sehen lassen. Ich sah den Ort, wo er ist. Es ist ein Ort dichter Finsternis. Er kam mir entgegen und sagte:

Bruder (†): „O sage meiner Schwester, ich habe furchtbar zu leiden, aber ich leide gern im Hinblick darauf, daß ich gerettet bin. O wie sehr wünsche ich, daß alle meine Geschwister den katholischen Glauben annehmen. Ich bin nur gerettet worden durch die Verdienste meiner Schwester, weil ich ihr Bruder bin und teilnehme an den Verdiensten der Kirche in Schippach durch sie. Ich habe in meinem Kerker nur so viel Schein, daß ich den furchtbar finsteren Ort sehen kann, wo ich bin. Das Feuer, das meine Seele martert, leuchtet mir. Aber das Glück zu wissen, daß man gerettet ist, macht, daß man alles gern leidet. Nur eines schmerzt mich, daß ich niemals an den Ort kommen werde, wo meine Schwester als Katholikin sich befindet.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1137 26. Februar 1923

„Es sind wenig Menschen da, die wirklich sich Mühe geben und erkennen, daß dies Strafgerichte sind.“

Jesus: „Kümmere dich nicht um alles, was vorgeht, und mache Mir Freude, wenn du auch meinst, es wäre trocken und kalt. Ich bin froh, wenn Ich dich sehe, um Mich zu trösten. Denke nicht an deinen Heimgang bis nach Ostern und dann gehe zum Bischof und bitte ihn um den Bischöflichen Segen und gehe nur im Gehorsam von ihm. Es ist Mir so angenehm, wenn man alles nur unter der Leitung der Kirche tut und im Gehorsam. Und dann gehe ruhig heim. Ich sorge schon, daß du wieder heimkommst. Tue nur deine Arbeit, das nehme Ich auch als Gebet an. Es sind wenig Menschen da, die wirklich sich Mühe geben und erkennen, daß dies Strafgerichte sind; die meisten Menschen nehmen alles so lau hin, denn die Fleischeslust ist so groß. Für das, was ihnen abgeht an Essen und Trinken, sehnen sie sich um so mehr nach fleischlichen Lüsten und Begierden, darum muß Ich solche Seelen haben, sonst könnte Ich die ganze Welt vertilgen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1138 Am 28. Februar 1923

„Hätte man nicht Meine Worte mit Gewalt unterdrückt, wären die Leute jetzt gläubiger und wäre die Stadt nicht so tief gesunken.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn, mir doch zu sagen, was es bedeute, daß eine innere Glocke im Bischöflichen Palais vor ein Uhr nachts von selbst läutete; am Abend vorher war der Belagerungszustand über die Stadt Mainz erklärt worden. Da das innere Läuten von zwei Personen gehört wurde, so war man sehr beklommen.

Jesus: „Sage Meinem Sohn, dem Bischof, das war sein Vorgänger, Bischof Kirschstein, weil jetzt das dreifache Wehe über die Stadt Mainz hereingebrochen ist, was Ich dir ankündigte bei der ersten Fronleichnamsprozession in der Neustadt. Wären Meine Worte beachtet worden und hätte man sich nicht geschämt wegen dem armen, unscheinbaren Werkzeug, das Ich Mir erwählt habe, wäre dieses Wehe nicht über die Stadt gekommen, was sie jetzt zu durchkosten haben. Es hätte gerade so gut eine andere Stadt wie Darmstadt oder Frankfurt gewählt werden können. Als Ich in diesem Leiden mit dir verkehrte, wurden viele erschüttert und glaubten. Hätte man nicht Meine Worte mit Gewalt unterdrückt, wären die Leute jetzt gläubiger und wäre die Stadt nicht so tief gesunken. Wäre das Brander-Buch von diesem Theologe nicht im Auftrag von mehreren in die ganze Welt hinaus geschickt worden – was so viel Unheil angerichtet hat: Spott und Hohn über die katholische Kirche bei den Ungläubigen und Lauheit und religiösen Verfall bei den Gläubigen –, dann bräuchte das alles nicht gelitten zu werden. Und solange das nicht gutgemacht wird und dieses Buch nicht offen als häretisch gebrandmarkt wird, wird es nicht besser.

Die Strafen werden nicht abgekürzt, und noch andere Strafen werden zu durchkosten sein. Bischof Brück hat noch viel zu leiden. Bischof Kirschstein, weil er lange Jahre dein Beichtvater gewesen, wollte dir nicht wehe tun, aber aus lauter Menschenfurcht wollte er seinen untergebenen Priestern und Domherren nicht entgegentreten, weil von Mainz aus angeregt worden ist, daß das Buch so viele Verbreitung fand, weil Dr. Selbst sein Imprimatur darauf gesetzt hat, das muß von Mainz aus gutgemacht werden. Bischof Brück wird noch lange nicht befreit, von Dr. Selbst gar keine Rede, der noch viel, viel zu leiden hat. Bischof Kirschstein habe Ich gleich gestraft, ihm seinen Verstand verdunkelt und weggenommen.

Ihr seid jetzt Gefangene und müßt die Gefangenschaft mitfühlen, die euer Oberhaupt verschuldet hat. Das ist das äußere Zeichen, daß ihr Gefangene seid, daß nichts herein und heraus kann aus der Stadt. Das ist aber auch das äußere Zeichen, in welche Gefangenschaft erst diejenigen geraten sind, die schuld sind an dem allein.“

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1139 Am 2. März 1923

Barbara: Gleich nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn, alle Anliegen, die ich Ihm vortrug, zu berücksichtigen, die Strafgerichte zu mildern und dem Arm Seiner göttlichen Gerechtigkeit Einhalt zu tun, um der vielen Seelen willen, die doch auch Ihm Freude zu machen suchen, und um der unschuldigen Kinder willen, die in armen Familien so große Not leiden. Er möge doch, wie Er immer sage, Seinem Sohn, dem Bischof von Mainz, nicht versagen, die Ratschläge zu geben, was er tun solle, damit er sich nicht zu beunruhigen brauche und ... die Bedrängten sich alle an ihn wenden.

Jesus: „Sage Meinem Sohn, dem Bischof von Mainz, über all die Dinge, womit ich die Welt jetzt züchtige, sollen sich Meine getreuen Kinder nicht betrüben und Mich nicht so sehr um Abwendung bitten. Ich kann nicht anders. Meine Geschöpfe müssen einmal wieder einsehen, daß Ich ihr Herr bin. Er soll vor allem nur sich nicht niederbeugen lassen und sich alle Mühe geben, den Frieden und die heilige Freude in sich zu bewahren und den Gerechtigkeitssinn überall zur Hand zu haben. Ich habe ihn nicht umsonst auf den Bischöflichen Stuhl von Mainz gesetzt, wo hier doch einige gewesen sind, die diese Würde gern übernommen hätten. Ich habe ihn nicht umsonst hierher geführt, weil Ich haben will, daß die Menschheit durch ihn in das tieflebendige Glaubensleben wieder eindringe, vor allem das Priestertum. Man muß sorgen, daß das Volk wieder kindlich demütig glaubt an Meine Gegenwart im Heiligsten Sakrament und alles, was vorkommt, in Geduld ertragen. Nach diesen Strafgerichten schätzt man es dann auch wieder, ein katholischer Christ zu sein und sucht seine Freude und seinen Frieden wieder in Gott.“ 

Inhaltsverzeichnis Band 7

1140 Am 4. März 1923

Barbara: Nach der heiligen Kommunion sagte ich zum Herrn: „Ich danke Dir für die große Gnade, die Du mir hier verleihst, wenn ich aber heimkomme, dann wird es anders sein.“

Jesus: „Ja, Ich will auch nicht haben, daß du ganz hier bleibst. Du sollst daheim sterben, nicht hier.“

Barbara: „O Herr, gib mir doch die Kraft, mich über alles hinwegzusetzen. Wenn ich sicher und überzeugt bin, dann fallen auch alle Sorgen weg.“

Jesus: „Das kannst du auch daheim, wenn du es auch nicht so fühlst, daß Ich bei dir bin. Je mehr Menschen um einen herum sind, desto mehr Zerstreuung gibt es. Es ist aber verdienstlich, all das zu ertragen, was vorkommt. Eine begnadigte Seele hat mehr zu ertragen als andere, weil aller Augen auf sie gerichtet sind. Du weißt ja, daß du ein Sühnopfer sein sollst, für dich und andere, du und deine Mitschwester Luise. Auch Mein Sohn, der Bischof, soll sich als ein Sühnopfer betrachten. Und deine zwei Nichten grüße mir recht herzlich und sage ihnen, sie sollen dir beistehen, und dein Alter berücksichtigen, denn das Alter braucht mehr Stütze und Schutz als andere.

Du wollest nur ihr Bestes. Da sollten sie dir auch behilflich sein. Ich will alle Meine Kinder in der heiligen Freude sehen. Ihr sollt euch darin recht üben. Das lasse Ich auch Meinem Sohn, dem Bischof, sagen, er soll für so viele seinesgleichen und seinen unterstellten Priestern ein Beispiel abgeben, wie diejenigen sein sollen und sein müssen, die Ich Mir erwählt, Meine Nachfolger und Apostel zu sein.

Jeder Bischof ist in seiner Diözese ein Apostel, und wird dereinst im Himmel auch denselben Lohn und Rang einnehmen. Sie kommen in allernächster Nähe zu Gott. Und da soll er sich immer daran erinnern, wenn schwere Stunden über ihn kommen, wo er sich nicht zurechtfinden kann, weil das Kreuz jetzt drückender auf den Schultern derjenigen liegt, die Ich gesetzt habe, über andere zu wachen und sie zu lenken und leiten. Es ist immer eine ganz besondere Gnade, die Ich dir und durch dich für andere wirke. Die ausführlichen Unterredungen mit dir sollen andeuten und die Bischöfe aufmerksam machen, wie sie das Volk an Mich in der heiligen Eucharistie ketten sollen. Dadurch will Ich nur zeigen, daß Ich wirklich und wahrhaft als Gott und Mensch unter euch wohne, und daß Ich von dieser Stätte aus auch den tieflebendigen Glauben Meiner Kinder entgegennehme, daß es dadurch einen anderen Umschwung gibt. Die Menschheit muß in Mir erneuert werden. Dann kommt eine friedliche Zeit, das will Ich durch die vielen Unterredungen, die Ich mit dir hielt, bezwecken.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1141 Freitag am 9. März 1923

„Sage nur einfach: Alle, die ich liebe, und die sich mir ins Gebet empfohlen haben, und alle Lebenden und Verstorbenen, die mir am Herzen liegen.“

Barbara: Ich empfahl dem Herrn alle Anliegen im Gebete, und es machte mir viele Mühe, die Namen und Anliegen aller einzelnen zu nennen.

Jesus: „Ist gar nicht nötig, daß du dir den Kopf zerbrichst, um Mir alle Namen und deren Anliegen vorzutragen. Sage nur einfach: Alle, die ich liebe, und die sich mir ins Gebet empfohlen haben, und alle Lebenden und Verstorbenen, die mir am Herzen liegen. Es ist nicht nötig, eine solche lange Liste zu machen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1142 Am 17. März 1923

Barbara: Als ich dem Herrn nach der heiligen Kommunion meine Bitte vortrug, empfahl ich Ihm auch die Verstorbenen, die mir empfohlen wurden. Da wurde ich ins Fegefeuer geführt, und der erste, der mir entgegentrat, war der jüngst verstorbene Pfarrer, ein Freund unseres Bischofs. Er sagte:

Pfarrer (†): „Sage meinem Freund, dem Bischof von Mainz, daß ich noch nicht der Anschauung Gottes mich erfreue. Es wird sehr streng genommen im Gericht für uns Priester. Wir Priester haben ein strengeres Gericht zu bestehen als alle übrigen Menschen, weil wir mit Gott in Verbindung stehen, ein anderer Christus sein sollen und sind, und da wird von uns ein viel tieferes, lebendiges Glaubensleben verlangt als von allen übrigen Menschen, weil wir täglich den Sohn Gottes in unsere Hände herabrufen und Er jeden Tag in unsere Herzen eingehen will. Ich habe mich oft versündigt, daß ich das zu wenig bedacht und mich zu wenig vorbereitet auf die wichtige Handlung, die ich zu begehen im Begriffe stand. Die große Gnade, den großen Vorzug, daß Er uns zu Seinen Auserwählten berufen, die in nächster Nähe bei Ihm stehen und auch im Himmel bestimmt sind, in Seine nächste Nähe zu kommen, das wird alles streng genommen im Gericht. Auch habe ich ein zu wenig abgetötetes Leben geführt. Ich hatte in Überfluß zu essen, Fleisch und Wein, und da hätte ich mir doch wenigstens Abbruch tun sollen in diesen kräftigen Speisen; das habe ich nicht getan.

Sage meinem Freund, euch hat der Herr ein Glück erwiesen in eurer Zeit, daß Er euch diese Fastenzeit auferlegte. Er soll sich keine Sorgen machen, wenn ich ihm sage, daß ich deswegen noch zu leiden habe; er mit der schweren Bürde, die er zu tragen hat und den vielen Arbeiten, könne seinem Leib, dem ja ohnedies alle kräftige Nahrung jetzt entzogen, durch die Teuerung, nicht auch noch die kärgliche Nahrung entziehen, die meist aus Gemüse und Brot besteht. Aber er soll mich im heiligen Meßopfer einschließen und nicht vergessen.

Und du, meine liebe Schwester, schenke mir doch deine heilige Kommunion: Nicht nur heute, wenn es dir genügt, sondern alle meine Verdienste, und ich will alle Heiligen im Himmel zur Fürbitte für dich auffordern und alles in ihre Hände legen, daß sie ihre Bitten mit den meinigen vereinigen.“

Barbara: Hochbeglückt ging er fort. Ich sah ein Feuermeer und Tausende streckten mir die Hände entgegen, rufend: „O auch uns! Hilf auch uns!“ Dann wurde ich in den Himmel eingeführt. Ich bat die heilige Gertrud: „O hilf mir doch, daß ich glücklich heimkomme.“

Heilige Gertrud: „Beruhige dich nur, nicht nur ich, sondern alle, die du hier siehst, alle heiligen Jungfrauen und deine Patrone und der heilige Josef, der Patron der Kirche und aller ihrer Kinder, sie begleiten dich zurück. Es geschieht dir nichts.“

Jesus: „Komme, Meine Tochter, Ich will dir auch eine Freude machen, du sollst sehen, wie die Feste im Himmel gefeiert werden.“

Barbara: Es kam eine himmlische Prozession, so lang und so schön und so weit mein Auge gereicht, hat die Prozession gedauert. Und Er führte mich durch den Himmel. Die heilige Gertrudis ging in der Mitte, und ich durfte neben ihr gehen, und sie sangen fortwährend: „Kommt, laßt uns Ihn anbeten ... den König!“

Jesus: „Jetzt sage Meinem Sohn, dem Bischof von Mainz, er und seine Verwandten brauchen sich nicht zu bekümmern, ob ihre Verwandten im Himmel seien, weder um die verstorbene Mutter noch um den Mann der Schwester. Dieser ist ohne Fegefeuer in den Himmel eingegangen, weil er im Augenblick des Todes eine solche vollkommene Ergebung in Meinen heiligen Willen gehabt, daß Ich ihm alle seine Nachlässigkeiten und Sündenstrafen nachlassen mußte.

Man soll sich wohl merken, wenn man denken will, das könnte unmöglich sein bei einem so armseligen Menschen, daß Ich einem Räuber und Mörder, nur aus dem einen Grund, weil er sich vollkommen in seinen Tod der Kreuzigung ergeben hatte und in sich gewillt war, den Tod als gerechte Strafe anzunehmen, denn er hatte Mich durch und durch beobachtet und Meine Unschuld durchschaut und zum Ausdruck gebracht mit den Worten: ‚Herr, gedenke meiner in Deinem Reich!‘ Und durch das Bekenntnis Meiner Unschuld und die Anerkennung Meiner Gottheit und seiner eigenen Anklage, ist er sofort in den Himmel eingegangen. So ist es aber auch bei jedem Menschen, der mit vollkommenem freiem Willen sich Meinem Willen ergibt und den Tod annimmt. Ihre Mutter hatte eine Zeitlang zu leiden gehabt, sie ist aber auch im Himmel.“

Barbara: Ich durfte sie sehen, und sie sagte:

Mutter (†): „Meine Kinder sollen auch wissen, was mich jetzt am meisten freut im Himmel und welche süße Freude ich genieße an den Früchten, die von meinem Baume gefallen sind. Alle die Gnaden, die Gott über meine Kinder ausgießt, daß mein Sohn jetzt Bischof ist und über eine ganze Diözese gesetzt ist, noch mehr aber, weil ihm Gott auch die Gnade geschenkt hat, sich dessen nicht gütlich zu tun in seiner Würde, sondern, weil er ein demütig-gläubiger Priester ist, das bringt mir noch mehr Freude und Ehre ein, als wie die Bischofswürde, die manchem noch zum Schaden sein kann, wenn sie sich durch die Ehre, die ihnen angetan wird, versündigen und glauben, die Ehre gelte ihnen. Das soll er nicht, er soll sich freuen, und ich habe die größte Freude daran, daß Barbara in meine Familie eingeschlossen ist.

Er soll dies festhalten und sich durch nichts davon abbringen lassen und nicht hören auf solche, die ihn davon abwendig machen wollen; denn durch das Vorgehen der Priester jener Zeit, die von allen Kanzeln herab sie so unterdrückt und verfolgt und hingestellt als ein niederträchtiges Weib, haften diese Verleumdungen noch fest, in all den Frommen hier. Betrüben soll sich Barbara daher nicht, wenn sie sieht, wie man so verächtlich an ihr vorübergeht. Meine Töchter sollen sich glücklich schätzen, Seelen gefunden zu haben, mit denen sie auf dem sichersten Weg zum Himmel gehen. Denn der Kreuzweg der Verachtung und Verdemütigung ist der sicherste Weg zum Himmel.

Als Mutter sage ich ihnen, niemals sollen und dürfen sie sich mit weltlich gesinnten reichen Damen einlassen; wenn sie noch so sehr umschmeichelt werden, sollen sie sich hüten, und nicht in Freundschaft einlassen, ohne sie direkt abzustoßen. Sie sollen auch sehen, daß sie den Weg gehen wollen, der hier so schlimm ausgelegt und verkehrt aufgefaßt worden ist. Meine größte Freude jetzt im Himmel ist das gute Leben und Streben meiner Kinder.“

Heilige Gertrud: „Frl. Mathilde soll nur die Mittel von Luise nehmen und sich dazu Bewegung machen, und ich werde ihr die Gnade geben, daß sie wie früher ganz gut ihren Obliegenheiten genügen kann. Ihr aber, schafft alles Geschöpfliche aus euch hinweg. Freilich muß man auch für den Leib sorgen, um ihn zu erhalten, aber im übrigen kümmert euch um nichts.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1143 Palmsonntag am 25. März 1923

„Denn das Heiligtum, das in Schippach gebaut werden soll, das umfaßt die ganze Welt. Es wird gebaut für alle treuen Kinder Meiner Kirche. Wenn es einmal erstanden ist, dann wird Friede einkehren unter den Völkern.“

Barbara: Bei der Passion des Palmsonntags durfte ich das bittere Leiden so mit anschauen, wie es sich zugetragen, und ich hatte einen so großen Schmerz, wie wenn ich das innere Leiden der lieben Mutter Gottes hätte mit durchfühlen dürfen.

Ich war in den Dom gegangen, die Predigt zu hören, aber schon vorher fühlte ich eine ohnmachtähnliche Schwäche, die ich kaum aushalten konnte. Nach dem Schluß bat ich Luise, mich heimzuführen. In der Nacht hatte ich einen furchtbaren Traum. Ein fein gekleideter Herr mit schwarzem Anzug und spitzem Hut, der hineingestülpt war über Ohren und Augen, mit spitzen Fingern, feurigem Gesicht, stand vor mir. Ich erkannte Satan darin, machte das Kreuz und spie ihm ins Gesicht. Vor Schrecken erwachte ich und sah ihn noch dastehen, und ich rief die Heiligen um Hilfe an. Eine heilige Freude und Friede überkam mich, aber eine solche Schwäche, daß ich fühlte, daß ich nicht mehr in die Kirche gehen konnte. Und der Herr sagte:

Jesus: „Von jetzt bis Ostern sollst du Mir zu Hause Sühne leisten.“

Barbara: „Lieber Heiland, daran erkenne ich, daß Du es bist, wenn Du mir die Kraft gibst, daß ich noch einmal in die Kirche kann.“

Nach der heiligen Kommunion sagte mir der Herr:

Jesus: „Meine Tochter, Ich bin es, der dich heimsucht, es macht Mir mehr Freude, wenn du Meinem Willen dich mit Freuden unterwirfst, als wenn du Mich anflehst, die feierlichen Gottesdienste mitmachen zu können. Gehe zurück in dein Bett, du sollst nicht mehr aufstehen bis Ostern. Die Schwächen erlauben es dir nicht, du sollst dich aber jeder festen Nahrung enthalten; nur Brühen und hie und da ein wenig Wein darfst du trinken.

Luise soll Meinem Sohn, dem Bischof von Mainz, sagen, daß er dir täglich dreimal den Bischöflichen Segen zusende, besonders beim heiligen Meßopfer, denn du sollst auch für seine Wirksamkeit leiden und die ganze Woche Mir ein Sühnopfer sein für alle die gottlosen Kinder Meiner wahren Kirche, die Mein bitteres Leiden und Sterben vergessen und Mein kostbares Blut mit Füßen treten, aber auch für jene, die zwar noch an Mich glauben und die heiligen Tage mitmachen, aber nur, weil es so Sitte und Gebrauch ist, mit Lauheit, die aber kein Mitleiden mit Mir und Meinen Schmerzen haben, das Ich doch wenigstens von Meinen treuen Kindern erwarten könnte.

Du sollst aber auch deinem Seelenführer, dem Bischof von Mainz, eine Stütze sein. Du sollst dich unter sein schweres Kreuz stellen, was er sein ganzes Leben zu tragen haben wird, du und viele andere, alle Meine treuen Kinder, die Ich dir zugeführt. Seine Schwestern und die übrigen Kinder, die es nicht zu wissen brauchen, um was es sich handelt, die armen, guten, braven Dienstmädchen von Mainz, die in all den Leiden und Verfolgungen bei dir ausgeharrt, die sollt ihr alle auffordern in einem besonderen großen Anliegen, das ihnen und der ganzen Diözese Mainz zugute kommt, zu beten und fleißig die Wallfahrten mitzumachen nach Gonsenheim oder Marienborn, wenn nicht jede Woche, dann Sonntag nachmittags. Er hat viel zu leiden an Verachtung von seinen Kollegen, wenigstens von denen, die es nicht so ernst nehmen mit dem tieflebendigen Glaubensleben. Er wird belächelt, verspöttelt werden, es muß ihm aber Freude machen, und darüber darf er sich nicht betrüben, denn Ich verspreche ihm, daß es auch solche gibt, die ein gutes Beispiel an ihm nehmen, und ich verspreche ihm, daß seine Diözese für viele andere ein Vorbild sein wird. Er soll nur wie seither, ohne etwas anderes auffallendes zu tun, ruhig weiterarbeiten und mit felsenfestem Vertrauen auf Mich und in der sichersten Hoffnung, daß Ich ihn nicht verlasse und daß er sich eine Krone verdient, die ihn die ganze Ewigkeit erfreuen wird, vorangehen. Viele, ja die meisten seiner Priester, werden ihm nachfolgen und sich enger ihm anschließen, wenn es auch nicht alle sind, nämlich solche, die sich nur damit begnügen, ihren Beruf als Priester oberflächlich auszuüben, ohne inneren Geist; aber auch diese fühlen sich beschämt und raffen sich mehr und mehr auf.

1913 kam der Hochw. Bischof selbst auf den Bauplatz. Danach kam eine Lehrerin von München und sagte dir: ‚Mein Beichtvater will es in den eucharistischen Blättern bekanntmachen.’ Ich aber sagte dir: ‚Nein, das ist nicht Mein Wille; Ich Selbst suche Mir die Meinen aus.‘ Und da sind sie jetzt dabei:

Ich habe N.N. benutzt, die Ich euch herbeigeführt. Diese ist das Werkzeug für sie. Sie aber sollen wieder andere herbeiführen, denn das Heiligtum, das in Schippach gebaut werden soll, das umfaßt die ganze Welt. Es wird gebaut für alle treuen Kinder Meiner Kirche. Wenn es einmal erstanden ist, dann wird Friede einkehren unter den Völkern, und Meine Kirche wird auf den Leuchter gestellt werden, von wo aus alle Völker sie sehen sollen. Deswegen verlangte ich, daß sie auf die Höhe eines Berges gebaut werde, weil das Äußere an sich schon ein Vorbild sein soll von der inneren Erneuerung der ganzen Kirche und sie auf den Leuchter gestellt werden soll.“

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1144 Dienstag in der Karwoche am 27. März 1923

„Wenn der Mensch sich nicht zu Mir kehrt, bleibt Mein Angesicht von ihm abgewendet, durch die ganze Ewigkeit, und er bleibt verloren.“

Barbara: Als meine beiden Schutzengel, wie ich sie gebeten hatte, mir von meinen beiden Mitschwestern die heilige Kommunion gebracht, sah ich den lieben Heiland sichtbar gegenwärtig vor mir, und Er sagte:

Jesus: „Die Leiden dieser Woche kannst du Mir aufopfern zur Sühne; gräme dich nicht, daß du die schönen Gottesdienste nicht mitmachen kannst und der wirklichen Kommunion beraubt bist. Es soll dies für Mich eine Sühne sein, für alle, die sich freiwillig entziehen, und die ihrer Kirche trotzen, die Kirchengebote übertreten, und Sünde auf Sünde häufen. Beruhige dich und gräme dich nicht, und leide still mit Mir, bis zum Karfreitag wirst du mit Mir ans Kreuz geheftet sein und dich jeder irdischen Nahrung enthalten. Karsamstag wirst du mit Mir im Grabe ruhen, bis zu der Stunde, wo Meine Kirche mit Mir die Auferstehung feiert. Trotz deiner großen Schwäche, die du wegen der großen Enthaltsamkeit empfinden wirst, stehe doch auf am Ostermorgen und gehe mit deinen zwei Schwestern, und feiere Auferstehung mit Mir, und empfange Mich in der heiligen Kommunion. Ich will dir dann zeigen, was du verdient hast durch dieses Karwochenopfer.

Und sage deinem Seelenführer, er möge nicht so kleinlich sein und sich abgrämen um irdische Dinge. Die Firmung einem einzigen Kind geschenkt, und wenn es stirbt in der Gnade, da hat er mehr erlangt, als wenn er die ganze Welt gewonnen hätte. Er möge aus der Not eine Tugend machen. Diese schreckliche Teuerung, die jetzt in der Welt herrscht, und die damit verbundene Hungersnot, wo so viele Menschen darben müssen, habe Ich zugelassen, das ist Mein Werk, daß er über das Geld, das ihm zugeschickt wird, verfügen kann, nach seinen Bedürfnissen. Er ist der erste Priester, der darbt, da möge er sich nicht abgrämen und die heilige Freude und den Frieden verlieren und sich absorgen um zeitliche Dinge; die ganze Welt ist in Meinen Augen ein Nichts.

Ich habe den Menschen erschaffen, aus Leib und Seele. Der Leib gehört der Erde, und daher kommen auch diese zeitlichen Nöte, daß die Menschen alle den irdischen Sorgen anhängen. Das verzeihe Ich gern, wenn nur der höhere Teil, die Seele, die doch nach Meinem Ebenbild erschaffen ist, Mir noch angehört und er die heiligmachende Gnade nicht verliert durch eine schwere Sünde. Wenn aber diese Gnade verlorengeht an Meinen Geschöpfen, dann ist für ihn die Gottähnlichkeit verloren, und Ich habe nichts mehr mit ihm zu schaffen. Wenn der Mensch sich nicht zu Mir kehrt, bleibt Mein Angesicht von ihm abgewendet, durch die ganze Ewigkeit, und er bleibt verloren.

Darum möge er, um diese zeitlichen Sorgen zu erleichtern, unbekümmert das Geld verwenden für seine Bedürfnisse und möge Mir den Schmerz ersparen, den er Mir dadurch bereitet, daß er sich abziehen läßt vom Himmlischen. Deswegen habe Ich dir diese Aufgabe gegeben, dieses Leiden in dieser Woche besonders dafür aufzuopfern, weil du deinen Seelenführer mit deinem Gebet und Leiden unterstützen sollst. Und ihr sollt wissen, alle Meine Kinder, besonders Mein Sohn, der Bischof, was das Gebet, was das Leiden, wenn es in richtigem, wahrem Sinne Mir aufgeopfert wird, für große Wirkungen hat für die Ewigkeit. Durch die Predigten, die euer Bischof hält während der Fastenzeit, haben sich viele entschlossen, eine gute Beichte abzulegen, es ist eine schöne Anzahl, die ihre Ostern nicht gehalten hätten und jetzt entschlossen sind, sie zu halten.

Hunderte von Seelen, die durch die Aufopferungen, die du machst bei deinen Gebeten, wo du alles, wie Ich es dir eingebe, von Meinem Kreuzestod bis hierher und bis zum Ende der Welt, alle Verdienste zusammen in einem Kranz, und durch Meine heilige Mutter dem himmlischen Vater darbietest; dadurch werden alle die Verdienste, die Leiden, die von solchen gelitten werden, die gar nicht daran denken, die sie unwillig ertragen, mit hineingesenkt in den Schatz der heiligen Kirche, und dadurch wertvoll gemacht und verdienstlich. Dadurch wird das Herz Meines himmlischen Vaters so entzückt und freigebig, daß du am Ostertag eine herrliche Prozession sehen wirst, die am Ostertage in den Himmel einziehen und Gott, anstatt all der Menschen, die es nicht tun und so gottlos hinleben, Mir Ehre und Lobpreis darbringen.

Das kommt euch wieder zugute, die es verstehen, ihr Kreuz mit Geduld zu tragen. Ich sage dir nochmals für deinen Seelenführer, dem Bischof, Ich habe ihm ein schweres Kreuz auf die Schulter gelegt. Ich habe es getan und ihn auf den schmalen Weg gestellt, wo man nicht zu zweit darauf wandeln kann, da muß einer hinter dem andern gehen, weil er zu schmal ist.

Darum soll er sich nicht noch einen Querbalken durchmachen, dann bleibt er hängen und ist noch viel härter zu gehen. Er soll sich nicht betrüben, weil er so allein diesen Weg gehen muß, er soll wissen, daß Ich ihm vorausgehe und es Mir nicht besser erging wie ihm. Ich, der eingeborene Sohn Gottes, wo sind diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, daß sie mit Mir den Kreuzweg gehen sollen? Sie flohen alle davon, deswegen habe Ich sie doch nicht von Mir gestoßen, und habe durch sie Meine heilige Kirche gegründet. So muß auch er durch seine Geduld und Ergebung in Gottes heiligen Willen alles ruhig hinnehmen und ertragen, wenn alle ihn verlassen. Es ist nicht seine Aufgabe, sich bei ihnen beliebt zu machen, sondern sein gutes Beispiel zu zeigen. Dann verspreche Ich ihm, so wahr Meine Kirche entstanden ist, durch eben diese wankelmütigen Jünger, so wahr wird er seine ganze Diözese retten und auf gute Wege führen. Er muß auch mit der Zeit Rechnung tragen, weil alles unzufrieden ist, weil keiner weiß, wie es endet, so ist es einem wie dem andern, den Vorgesetzten, wie den Untergebenen.

Das ist aber die Strafe für die Sünde. Ich muß unbedingt sorgen, daß sie zurückkehren; Friede, heilige Freude und ein felsenfestes Gottvertrauen sind ihm die Stützen, auf denen er über alles hinwegkommt. Darum habe Ich euch dazu gesellt, weil jeder Mensch von Zeit zu Zeit einen Tröster braucht. Ich erlaube es ihm, daß er sein kummervolles Herz bei euch ausschütten darf. Weil er aber so viele belehren muß, muß er auch mal einen menschlichen Trost haben, daß das geknickte Herz wieder aufleben kann.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1145 Schmerzens-Freitag am 30. März 1923

„Wie gerne käme Ich den Menschen zu Hilfe, wenn sie sich nur einigermaßen bemühten, Mir zu dienen.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn, mich doch einzuführen in das Geheimnis des Tages und mir Tränen des Mitleides wie früher zu verleihen; denn jetzt sei ich leider wie ein Holzblock. Darauf erwiderte der Herr:

Jesus: „Die Herzenstränen der Liebe sind Mir noch angenehmer als die äußeren Tränen. Beruhige dich nur. Ich verstehe es und Meine liebe Mutter auch. Grüße Mir recht herzlich deine beiden Mitschwestern, Meine guten Kinder, auch im Bischöflichen Palais, und bemüht euch auch, alle die Edelsteine gut aufzuheben, die für euch noch fallen werden, denn der Neid und die Eifersucht lassen nicht zu, daß man euch ehrt. Es werden allerlei Reden fallen, die euch recht verwunden. Regt euch nicht auf, Ich will sie in eure Krone einsetzen.“

Barbara: „O Herr, soll ich heute arbeiten oder bei Dir bleiben?“

Jesus: „Du machst es, wie es sich findet; du gehst erst noch in das Amt und heute abend in die Predigt; den ganzen Tag über bin Ich bei dir und Meine heilige Mutter. Und schicke Mir nur oft ein recht liebes Herzensgrüßchen an Meinen Tabernakel. Es ist zum Erbarmen, das es so wenig Menschen gibt, die Meine Liebe erfassen. Wie gerne käme Ich den Menschen zu Hilfe, wenn sie sich nur einigermaßen bemühten, Mir zu dienen. Deswegen verlangt Mein Herz solcher kleiner Seelchen, wie ihr seid, die klein bleiben.

Und sage den Schwestern von Meinem Sohn, dem Bischof, daß sie die Ehre, die ihnen bewiesen wird, nicht beachten sollen, damit will man sie abziehen; das mißfällt Mir sehr, wenn sie sich abziehen lassen. Sie sollen sich in acht nehmen, die Ehre Mir zu rauben. Sie sollen immer bedenken, daß die Ehre nur Gott gebührt. Die Ehre ist sehr gefährlich für den Menschen. Mein Sohn, der Bischof, darf noch sein fünfundzwanzigjähriges Bischofsjubiläum feiern.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1146 Karsamstag am 31. März 1923

„Darum verlange ich tiefe Verdemütigungen, außergewöhnliche Bitten und Bußübungen.“

Jesus: „Ich habe ein schweres Opfer von dir verlangt in dieser Woche. Nebst dem starken Fieber, das Ich über dich sandte und der Herzschwäche, gab Ich dir noch eine große Bußübung auf, die ganze Woche nichts zu essen als etwas Brühe und am heiligen Karfreitag Enthaltung von allem, was du auch gut gehalten hast. Dies verlangte ich von dir, damit du siehst, wie hart der Hungertod ist. Länger als drei Tage könntest du das nicht aushalten, es müßte der Tod eintreten. Jetzt hungern und darben so viele Menschen in der Welt, und zwar die, die es am allerwenigsten verdienen. Darum sehnt Sich Mein Herz nach Abwendung dieser schrecklichen Strafgerichte. Weil aber die Sünden fortwährend weiter begangen werden und zum Himmel schreien um Rache und öffentlich darauf losgesündigt wird und besonders die große Lieblosigkeit, womit ein Volk das andere aus lauter Habsucht und Stolz auffressen möchte, darum verlange ich tiefe Verdemütigungen, außergewöhnliche Bitten und Bußübungen, wie Ich ja immer von der Menschheit verlangt habe zur Zeit großer Bedrängnisse und Strafen.

Darum rate Ich Meinem Sohn, dem Bischof von Mainz, er möge sich nicht von dem Gerede eines vielleicht ihm nahestehenden, wenn auch untergebenen Priesters, fürchten. Er möge im Monat Mai zu Ehren Meiner heiligen Mutter eine solche Buß- und Sühneprozession ansagen, in seiner ganzen Diözese, die Männer auffordern, sich anzuschließen, aber sie sollen allein gehen. Die Männer-Prozession soll für sich sein. Er möge doch mit einem Schiffskapitän sich in Verbindung setzen, daß er ihm doch einen annehmbaren Preis machen möge, es sei ja zur Ehre Gottes und zur Abbitte für die großen Strafen, die über euch alle verhängt sind, damit Arm und Reich sich anschließen könne.

Diese Prozession wird einen guten Eindruck machen, auch unter denen, die ihm fernstehen, die das offene, freie Bekenntnis seiner Katholiken achten. Der Himmel, besonders Meine heilige Mutter, vereinigen sich mit ihnen, um das Herz Meines himmlischen Vaters zur Abnahme dieser schweren Prüfung zu bestürmen. Je tiefer Mein Sohn sich demütigt, desto größere Fortschritte macht er auf dem Weg der Vollkommenheit. Ich wünschte wohl, daß dieses in allen Diözesen und in ganz Deutschland getan würde, da doch ganz Deutschland so schwer leidet unter der Wucht dieses Kreuzes. Ihr aber, Meine Kinder, bei euren kleinen Wallfahrten nehmt mit, wer sich anschließen kann und will.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1147 Am 9. Mai 1923

„Dann soll die ganze Welt in diesem Heiligtum das Siegeszeichen erkennen, daß Meine Kirche siegt über all die Angriffe der Hölle und ihre Anhänger auf Erden.“

Jesus: „Grüße Mir recht herzlich Meine guten Kinder in Amerika, alle, die sich empfehlen ließen in dein Gebet. Sie stehen in ähnlichem Alter wie du und werden bald eingehen in die ewige Herrlichkeit. Ich wünsche sehr, daß sie dem armen, zertretenen Deutschland zu Hilfe kommen mit dem Heiligtum, indem sie alles aufbieten, um das Heiligtum zu unterstützen, das Mir die Welt errichten soll als ein Denkmal der Dankbarkeit für die große Gnade der täglichen Kommunion. Es ist nicht nur ein Zeichen der Liebe und Güte und der unendlichen Barmherzigkeit Gottes gegen die Menschen, sondern es soll auch einen Damm und eine Schutzmauer geben gegen das wütende Toben der Hölle in dem Freimaurertum und dem Kommunismus und Sozialismus, die sich alle zusammen verbinden wollen, um in Deutschland das katholische Glaubensleben zu vernichten.

Daher kommt es, daß sie diese Einheitsschule errichten wollen, um ja die katholische Schule zu vernichten, daß die Kinder in der Glaubenslosigkeit der Schule aufgezogen werden. Dagegen will Ich dieses Denkmal inmitten von Deutschland in deinem Heimatdörfchen errichten, weil Ich durch dich der Welt länger als ein halbes Jahrhundert gesagt habe: „Ich will die öftere Kommunion eingeführt haben in der ganzen Welt“, weil Ich das alles voraussah und Ich Meine treuen Kinder zusammenscharen will. Diese müssen gegen die Gottlosigkeit und den Unglauben mit aller Entschiedenheit ankämpfen, indem sie ruhig alle Leiden ertragen, die Ich über sie kommen lasse und die gottlose Welt und die Wut der Hölle. Wenn dieses Heiligtum gebaut ist und die feierlichen Gottesdienste gehalten werden, dann soll die ganze Welt in diesem Heiligtum das Siegeszeichen erkennen, daß Meine Kirche siegt über all die Angriffe der Hölle und ihre Anhänger auf Erden.

Darum verlange Ich, weil Deutschland nicht nur zertreten ist, sondern ganz zermalmt von seinen Gegnern, Ich diese Belagerung der Franzosen aber zulasse, um noch Schlimmeres zu verhüten, nämlich, wie Ich oben gesagt, daß dem Freimaurertum und den mit ihm verbündeten Mächten, die Spitze der Stachel abgebrochen wird; die ganze Welt soll an diesem Heiligtum Meinen schützenden Arm erkennen, der Seine Kirche wieder auf den Leuchter stellen will, von dem sie die Gottlosigkeit ihrer Kinder weggerückt. Darum will Ich den alten Müttern noch einige Jahre schenken, und Ich lasse sie bitten, sie sollen diese Zeit noch gut ausnützen, daß dieses Heiligtum bald angefangen werden kann. Ihr aber, Meine Kinder, du und Luise, habt nichts mehr zu tun. Eure Aufgabe ist erfüllt, jetzt haben andere sich einzustellen.

Mein Sohn, der Bischof von Mainz, soll unumwunden sich vereinigen mit dem Würzburger Ordinariat und ihnen ganz klar und deutlich schreiben, daß er verpflichtet sei, ihnen dieses zu sagen, denn von Mainz aus sei das Übel ausgegangen, daß der Kirchenbau vernichtet worden sei, was so schön gelungen wäre in einigen Monaten, weil alles Material zur Stelle war, und jetzt der große Schaden, der dadurch verursacht wurde, von ihnen nicht mehr gutgemacht werden kann. Aber die Verantwortung dafür werde Ich von ihnen fordern, darum sollen Vorbereitungen gemacht werden, daß es nicht mehr zu lang hinausgeschoben wird. Es muß von Würzburg aus auch dem Pfarrer von Rück- Schippach auferlegt werden, daß er es öffentlich bekanntmacht. Wer dem Werk geschadet habe seither durch öffentliche oder geheime Entwendung, der müsse es ersetzen, wenn er sich nicht eine große Strafe für das Jenseits aufladen wolle, damit den frechen, gottlosen Menschen, die immer noch fortfahren, der Diebstahl abgeschnitten wird. Die Leute halten es für keinen Diebstahl, weil von allen Kanzeln herab so verkehrte Sachen gemacht wurden. Sie sind schuld und haben die Menschen dazu verleitet.

Deswegen fordere Ich alle Meine Kinder auf, alle die guten, treuen Seelen, die frommen, guten Priester, mit den Bischöfen an der Spitze, daß jeder in seiner Diözese sich zusammenschare und rette, was noch zu retten ist. Die Leiden, die jetzt Deutschland so hart fühlen muß, die Ich über sie kommen lasse, und die Leiden, die von den gottlosen Menschen ihnen zugefügt werden, die inneren und äußeren Leiden, die jeder Mensch an sich fühlen muß und zu ertragen hat, sollen ruhig und mit Ergebung in Meinen heiligen Willen täglich Mir aufopfert werden in Vereinigung mit Meinem bitteren Leiden.

Meine Kinder sollen immer bedenken, wie Ich, der eingeborene Sohn Gottes, als Ich unter euch wandelte, gehandelt und getan habe und sie das Herz Meines himmlischen Vaters wieder befriedigen. Ihr sollt euch gar nicht kümmern um das Wohl und Weh, das jetzt zu ertragen ist, sondern ruhig alles Mir anheimstellen. Das gibt dann die erneute Schar der Streiter Christi. Diese sind dann die heiligen Märtyrer, die, als Ich Meine Kirche gründen und in die Welt einführen wollte, durch ihr Leben und Blut den Samen abgaben zu immer neuen Sprößlingen. So muß jetzt das erneute Christentum durch diese kleine Schar das ganze Christenleben erneuern und ein neues Christenleben emporblühen. Deswegen verlangte Ich, daß diese Kirche auf einen Berg gebaut werde, von wo aus sie weithin gesehen werden kann. Es soll dies auch die Bedeutung sein, daß Meine Kirche wieder auf den Leuchter gestellt werden soll.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1148 Fest des heiligen Antonius am 19. Juni 1923

Barbara: Bei der heiligen Kommunion in Schippach vergoß ich viele Tränen und rührte das Herz Meines himmlischen Bräutigams. Er ließ mich längere Zeit an Seinem göttlichen Herzen ruhen, ohne ein Wort zu reden. Dann brach Er das Stillschweigen und sagte:

Jesus: „Sei zufrieden, Meine Tochter, Ich bin immer bei dir, wenn du es auch nicht immer gewahr wirst, du glaubst, Ich hätte dich vergessen, weil du Meine Nähe nicht fühlst alle Tage wie in Mainz. Siehe, jetzt sollst du Mich trösten für den Undank Meiner treulosen Kinder, die Mich aus ihrem Herzen hinausstoßen. Und wenn nicht öffentliche Buß- und Sühneprozessionen gehalten werden, wie Ich dir in Mainz gesagt habe, wird die Menschheit Meine Zuchtrute noch lange fühlen müssen.

Darum sage deinem Seelenführer, daß er in Würzburg ohne Menschenfurcht auftreten soll, wie am ersten Pfingstfest Mein Apostel Petrus. Ihr verlängert die Strafgerichte, die auf der Menschheit lasten, und die Ehre und Verherrlichung, die Mir, eurem Gott und Herrn, durch die Verzögerung des Kirchenbaues in Schippach entzogen wird, werde Ich einstens jenen entziehen, die die Verzögerung verschulden. Und je mehr Gottlose Meine Gottheit leugnen, desto mehr verlange Ich, daß Meine treuen Kinder Mich vor den Menschen bekennen. Sage Meinem Sohn, daß Ich ihm beistehen werde, ohne Furcht reden zu können.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1149 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1923

Jesus: „Sage deinem Seelenführer, dem Bischof von Mainz, daß Ich sehr zufrieden mit ihm bin. Er soll auf betretenem Weg fortfahren und sich nicht kümmern um Lob oder Tadel der Menschen. Bald wird sich das Angesicht seiner ganzen Diözese erneuern. Wenn er glaubt, in Mainz noch keinen Erfolg zu sehen, dies ist aber die Verbitterung über den Druck, der durch die Belagerung der Franzosen auf ihnen liegt. Es ist dies nicht seine Schuld. Wenn die Belagerung aufhört, wird er auch in Mainz guten Erfolg haben und sehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

1150 Am 6. Oktober 1923

„Die Hauptsache im priesterlichen Beruf ist, ein inniges Glaubensleben zu pflegen, wozu auch das Übernatürliche gehört.“

Barbara: Ich ging nach der heiligen Kommunion, um die Ablässe der Rosenkranz-Bruderschaft zu gewinnen, und sagte zum Herrn:

„Ich will die Ablässe besonders für die gewinnen, die mir so große Leiden gemacht und mich in diese peinliche Lage gebracht. Den ersten will ich gewinnen für Dr. Selbst.“

Zum erstenmal durfte er sich mir nahen. Er hatte ein ganz durchlöchertes Herz. Ich fragte, warum das sei. Er antwortete:

Dr. Selbst (†): „Weil ich mich nur selbst gesucht und eigensinnig meinen Willen durchgesetzt. Alle eure Gebete kommen keinem eurer Gegner zugute, sondern werden unter anderen verteilt. Sie leiden alle schrecklich und können keine Erleichterung erlangen, bis die Kirche gebaut ist.“

Barbara: Dann kam ein Priester und stellte sich mir vor als der jüngst verstorbene Kaplan der Diözese. Er sei durch diesen Ablaß erlöst worden. Ich betete dann für Herrn Dr. Facher, aber mit demselben Mißerfolg. Es kam ein Mädchen und sagte:

Mädchen (†): „Ich bin eine Jungfrau aus Westfalen, die du erlöst, danke dir!“

Barbara: Ich betete dann für Willy, meinen Neffen. Sofort kam er glückstrahlend herbei und sagte:

Willi (†): „O wie glücklich bin ich und auch Joseph. Wir sind beide an demselben Ort.“

Barbara: Und auch Joseph kam, und sie waren so sehr fröhlich.

Jesus: „Die Hauptsache im priesterlichen Beruf ist, ein inniges Glaubensleben zu pflegen, wozu auch das Übernatürliche gehört. Aber gerade das haben die Gegner vernichtet und unendlichen Schaden der Christenheit zugefügt. Deswegen haben sie alle schrecklich zu leiden. Bischof Brück und Bischof Kirschstein, Dr. Hubert und Engelhardt, P. Bonifaz, Generalvikar Heßdörfer und alle, die dagegen waren.“

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1151 Am 13. bis 20. Oktober 1923

Jesus: „Beruhige dich und halte dich nicht darüber auf, warum Ich deine Verwandten mit den großen Leiden heimsuche. Denke an den sehr schönen, großen Himmel, der nicht bloß auf dich, sondern auf alle deine Verwandten wartet.“

Barbara: „O Herr, verzeihe meinem Bruder. Das ist nur sein Jähzorn, aber er ist sonst ein guter Katholik und seine Kinder sind gut erzogen.“ Darnach durfte ich den Herrn schauen. Er war so lieb und zutraulich.

Jesus am 14. Oktober 1923: „Sage Frau N., ihren beiden Verstorbenen geht es jetzt gut, weil sie Gaben für Mein Heiligtum geschickt, wodurch Ich später sehr verherrlicht werde; so tritt Meine Gerechtigkeit zurück und Meine Barmherzigkeit geht vor. Alle die Armen Seelen, deren Verwandte an Meinem Heiligtum mithelfen, genießen den Vorteil, daß sie jetzt schon teilnehmen an allem Guten, das bis zum Ende der Welt an diesem Heiligtum gewirkt wird. Auch Frau N. geht es gut. Ich werde alle diejenigen bevorzugen, die Meine Kirche bedenken.“

Barbara: Bei der Schlußfeier der Marienkinder in der Stefanskirche bei dem Te Deum ließ Sich die liebe Mutter Gottes auf einem thronartigen Sessel, in königlichen Prachtgewändern, umgeben von Ihrem ganzen Hofstaat, inmitten der Kirche hernieder, als Dank für den Bischof, der so viele gute Keime in großer Menge in jugendliche Herzen gelegt und ihnen in herrlichen Worten den Dienst Gottes in der Jugendzeit geschildert. Hochbefriedigt gingen alle nach Hause, wie man von allen Seiten hörte. Die liebe Mutter Gottes ragte einen Kopf höher über alle Ihres Hofstaates hervor.

Barbara am 20. Oktober 1923: „Warum sind wir denn alle drei so armselig und gehindert im Deinem Dienst?“

Jesus: „Ja, habt ihr denn vergessen, daß ihr Kreuzesbräute seid? Ihr alle drei sollt Mir Seelen retten helfen. Besonders sollt ihr euren Bischof stützen, daß er ohne Menschenfurcht alles in das Werk setze, was Ich ihm angebe.“

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1152 Am 22. Oktober 1923

Jesus: „Es kommt noch eine Verfolgung gegen die Priester und Ordensleute, doch nicht so, daß sie flüchten müssen, sie brauchen sich nicht zu fürchten. Der kindlich-demütige Glaube hebt sie über alles hinweg. Diejenigen, die das nicht erfassen können und sich nicht kindlich-demütig an Mich anschließen, trennen sich von Mir ab. Darum muß viel gebetet werden, ihr sollt euch ganz einsetzen. Seid nicht ängstlich. Erweitert eure Herzen. Ich bin kein Tyrann. Ich bin ein guter Gott.

Schwester Pauline hat recht gehandelt, so muß gehandelt werden um Meinetwillen, da darf man sich nicht fürchten vor Bedrängungen. Sie soll ganz ruhig ihre Pflicht erfüllen, wie sie es immer getan hat und darüber sich gar nicht aufhalten. Es dauert nicht lange, dann sehen es alle ein, denn Ich will, daß ein anderer Ordensgeist einzieht, weil es anders werden soll. Der Bischof soll nur auch hier recht darauf dringen. Das dringt dann ins Volk hinaus, und die Guten schließen sich an. Deswegen zieht es sich noch hinaus, aber es kommt dann eine schöne Zeit, daß es wohl der Mühe wert ist, dafür zu leiden. Auch in deiner Heimat wird man es einsehen, wenn einmal der Bischof sich in Schippach hat sehen lassen; daß ein Kirchenfürst aus einer anderen Diözese kommt, da denken sie, es muß doch etwas dran sein.“

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1153 Rosenkranzfest am 27. Oktober 1923

„So wie Mein Sohn gesorgt hat, daß Ich hier in Lourdes verherrlicht werde, so will Ich sorgen, daß Mein Sohn in Schippach verherrlicht wird!“

Jesus: „Sage Meinem Sohn, dem Bischof von Mainz, er möge sich jetzt noch ruhig verhalten, aber im Monat Mai möge er sich noch einmal nach Rom wenden und um die Genehmigung zum Kirchenbau bitten, denn die liebe Mutter Gottes habe dir in Lourdes gesagt: ‚So wie Mein Sohn gesorgt hat, daß Ich hier in Lourdes verherrlicht werde, so will Ich sorgen, daß Mein Sohn in Schippach verherrlicht wird!‘ Die liebe Mutter Gottes wird es durchsetzen, du erlebst die ganze Herrlichkeit nicht, aber du wirst mit allen Engeln und Heiligen kommen und der Einweihung beiwohnen. Erst dann, wenn die Friedenstaube fertig ist und durch die Lande fliegt, kommt der Friede, und die Völker werden sich versöhnend einander die Hände reichen, nicht eher!“

Barbara: Beim Requiem des französischen Professors redete mich derselbe an:

Professor (†): „Gehe zu meiner Frau und sage ihr, sie möge zu unserem Bischof gehen und ihm sagen, daß ich nicht eher zur Ruhe könne kommen, bis sie alle, die mitgeholfen haben, das deutsche Volk zu bedrücken, damit aufhören, denn so lange kommt keiner, der mit schuld war, in der Ewigkeit zur Ruhe. Wir haben alle einen Glauben, eine Taufe und einen Vater aller Menschen. Wir sind alles Brüder und Schwestern, und es geziemt sich nicht, daß ein Volk das andere so drücke, ja zertrete. Sie soll ihrem Bischof sagen, daß ich nicht zur Ruhe gelangen kann, bis sie die Hand zur Versöhnung reichen und Schluß machen mit der Bedrängnis. Alle, die den Haß in sich festhalten sind schuld, daß keiner der Mitschuldigen aus dem Fegefeuer kommen kann, wenn er auch noch so gut war, bis sie nachgeben.“

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1154 Am 29. und 31. Oktober 1923

Barbara: Als ich für Hochw. Bischof betete, durfte er sich zwar nicht sehen lassen, aber der Herr sagte, er habe vor dem Tode einen so tiefen Reueschmerz gehabt über sein Tun und Treiben, daß er ihn nicht so hart behandeln konnte wie andere Gegner.

Jesus: „Ich habe ihm vieles nachgelassen, aber er hat doch noch genug zu leiden.“

Barbara: Am 31. Oktober 1923 war Ich auf dem Kirchhof. Da öffnete sich mir ein unabsehbares Flammenmeer. Sie streckten mir alle die Hände entgegen und riefen: „O auch mir; o hilf mir!“

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1155 Am 9. November 1923

Jesus: „Ich habe den Menschen in die Welt gestellt, der Mensch muß arbeiten, dann gebe Ich auch Meinen Segen dazu; darum sage ich nicht alles so klar.“

Barbara: Ich fragte den Herrn, ob die Verwandten von Frau K. an Allerheiligen erlöst wurden?

Jesus: „Nur das Frl. Lehrerin nicht, weil sie in einen höheren Grad kommt unter die Jungfrauen.“

Barbara: Sie versprach dem Herrn, mir das Obst zu segnen bis dahin, falls Er sie erlöse. Es dauerte darauf bis zur Wandlung; da kam sie so lieb und schön, ihr Kleid war weiß, warf einen grünen Schimmer aus.

Jesus: „Das will Ich dir sagen: Die leidende, streitende und triumphierende Kirche ist eine Kirche, deren Glieder untereinander teilnehmen an Leid und Freud. Wenn die streitende Kirche ein Festgewand anlegt, dann legt die Kirche die Farbe an, worin die Kinder sehen können, was das zu bedeuten hat.

Die grüne Farbe ist die Hoffnung, die rote die Liebe. Hast du nicht gemerkt, wie die Kirche in den Kriegsjahren sich in Grün gekleidet? Damit will die Kirche sagen: Hofft und vertraut auf den Herrn, es kommt auch wieder für euch eine bessere Zeit. Ich will dir damit zeigen, daß du mit der Kirche Hand in Hand gehst. Die gelbe Farbe bedeutet die heilige Freude, die weiße Farbe bedeutet die Reinheit, die blaue die Demut.“  

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Im Dienste des Eucharistischen Königs

Lebensbeschreibung der Schippacher Jungfrau Barbara Weigand

zusammengestellt aus Barbara Weigand von Schippach

Ein Leben für Gott und sein Reich

von

Monsignore DDr. Wilhelm Büttner

Päpstlicher Thronassistent und Geheimkämmerer,

bischöflicher Geistlicher Rat

vormals Pfarrer von Schippach

Inhaltsverzeichnis Band 7

I. Von der Wiege bis zum Grabe

„Schon in meiner Jugend gewann ich die Weisheit lieb und suchte sie.“ (Sir. 51,13)

Im Elternhaus

Barbara Weigand erblickte das Licht der Welt am 10. Dezember 1845 als drittes Kind der Eheleute Franz Josef und Katharina Josefa Weigand in einem unansehnlichen Bauernhäuschen in Schippach, einem kleinen Spessartdorf von damals etwa 200 Seelen im heutigen Landkreis Obernburg (Bayern), und erhielt am 15. Dezember im nahen Dorfkirchlein im Sakrament der Taufe das Gewand der heiligmachenden Gnade.

In diesem Häuschen spielte sie als unmündiges Kind mit ihren Geschwistern: Der um zwei Jahre älteren Schwester Karolina, dem um zwei Jahre jüngeren Bruder Heinrich, dem späteren Vater des am 12. November 1952 in Ensdorf im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Salesianerbruders Jakob Weigand, und dem um fünf Jahre jüngeren Bruder Valentin, mit dessen Familie sich ihr späteres Lebensschicksal eng verflechten sollte.

Als Barbara etwas über acht Jahre zählte, erhielt sie ein Schwesterlein Maria Josefa, die später in das Institut der Englischen Fräulein zu Augsburg eintrat, wo sie nach achtundzwanzigjährigem Klosterleben am 24. Oktober 1910 verstarb. Am 23. Februar 1856 segnete der Herr die Familie abermals mit einem Töchterlein Veronika und am 21. März 1859 mit einem achten Kind, dem späteren Bäckermeister Josef Weigand in Aschaffenburg, Vater des am 27. Oktober 1918 verstorbenen Kaplans Josef August Weigand. Der Schreiber dieses Manuskriptes freut sich, alle diese wackeren treukatholischen Männer persönlich gekannt zu haben.

Die Kinderjahre unserer kleinen Barbara (im Volksmund Bärbel und Babett geheißen) verlaufen einfach und ruhig. Kein Kriegslärm dringt in das stille Tal, und die Wogen der Märzrevolution des Jahres 1848 schlagen nicht bis an die Hütten von Schippach. Es naht die Zeit des Schuleintritts: Es ist das Jahr 1852, wo wir Babettchen, sauber zusammengerichtet und mit neuer Schürze bekleidet, mit Griffel und Schiefertafel, zum erstenmal den Weg zur Dorfschule nach Rück hinüberpilgern sehen, die damals auch von den Schippacher Kindern besucht werden mußte. Von jetzt an treffen wir das Kind in der Kirche ganz vorne kniend, die Augen zum Altar gerichtet. In der Dorfschule empfängt es die erste planmäßige Unterweisung in den Wahrheiten unseres heiligen Glaubens, während die gute Mutter und die frommen Übungen im Elternhaus schon längst den Grund zu einem tiefinnerlichen Gebetsleben in das Herz des Mädchens gelegt haben.

Ein festlicher Tag ist der längst ersehnte Weiße Sonntag des Jahres 1858, an dem Babett zusammen mit ihren Gespielinnen in der Kirche zu Rück den Heiland zum erstenmal in ihr unschuldiges Kinderherz aufnehmen darf, nicht ahnend, daß sich in dessen Dienst einmal ihr langes Leben verzehren wird. Am 17. Mai 1858, dem Tage des heiligen Pachalis Baylon, des himmlischen Patrons aller Verehrer des Allerheiligsten Sakramentes, legt ihr in der renaissancefreudigen Muttergottes-Pfarrkirche zu Aschaffenburg der Diözesanbischof Georg Anton von Stahl die Hand auf das Haupt, salbt sie mit heiligem Chrisam und stärkt sie im Sakrament der Firmung mit der Kraft des Heiligen Geistes, dessen Hilfe sie in ihrem späteren dornenreichen Leben so sehr nötig haben wird und dem sie sich zeitlebens besonders verbunden glaubt.

Da die Mutter fast immer kränkelte und die ältere Schwester Karolina eine schwächliche Natur besaß, wurden unserer Babett schon frühzeitig größere Sorgen auf die Schultern gelegt, als dies sonst bei einem Mädchen dieses Alters der Fall ist. Zu alledem wurde der Vater infolge seiner Verpflichtungen als Bürgermeister des öfteren von den häuslichen Arbeiten abgezogen, die nach seinem frühen Tod (gest. 27. November 1861) nun völlig auf der Witwe lasteten.

Babett zählte beim Tod des Vaters sechzehn Jahre. Als kräftiges und gewecktes Mädchen mußte sie oft die Stelle der kränklichen Mutter versehen, „für die übrigen sorgen, kaufen, verkaufen, das Hauswesen führen, weshalb sie die anderen Geschwister gerne als Mutter titulierten“, wie sie fünfzig Jahre später niederschreibt. Bei dieser frühzeitigen Inanspruchnahme ist es nicht verwunderlich, wenn sich schon in dem jungen Mädchen jener Zug zum Ernsten und Stillen bemerkbar machte, der ihrem ganzen späteren Leben anhaftete. Da sie um keinen Preis ihr Hauswesen herunterkommen lassen wollte, arbeitete sie Tag und Nacht, ihre jüngeren Geschwister zu gleicher Emsigkeit anspornend. Dieser Drang zu rastloser Tätigkeit hat noch die Greisin von achtzig und neunzig Jahren ausgezeichnet, wie der Verfasser aus eigener Beobachtung feststellen kann.

Über der Arbeit in Haus und Feld vergißt aber das Mädchen seinen Herrgott und seine Kirche keineswegs. Fast kein Tag vergeht, an dem sie nicht wenigstens eine Viertelstunde vor dem Tabernakel des Dorfkirchleins kniet und betet. Sonntagnachmittags sehen wir sie in Begleitung gleichaltriger Freundinnen ihre Schritte zum Friedhof lenken, um für den Vater zu beten oder seinen Grabhügel mit Weihwasser zu besprengen, oder sie wandert hinaus zu den Bildstöcken auf der Flur, der Schmerzhaften Mutter oder dem heiligen Wendelinus ein Sträußlein Blumen vor das Bild stellend, oder sie pilgert durch das enge Wiesentälchen zum nahen Kloster Himmelthal, dem Heiligtum des heiligen Märtyrers Sebastianus. Wieder eilt sie behenden Fußes über die sandigen Felder nach Kleinwallstadt, um dort am Peter- und Paulstag den Worten des Predigers über Kirche und Papsttum zu lauschen; sie nimmt als „Mütterchen“ am Feste der Heiligen Mutter Anna im nahen Obernburg teil, sie steigt an einem schönen Sonntag durch den Wald hinauf zur Wendelinuskapelle bei Mönchberg oder am Mariä-Himmelfahrts-Tag zur Maria-Schnee-Kapelle bei Röllbach, unterwegs in der Dorfkirche bei Schmachtenberg den Heiland begrüßend, eine Sitte, der sie auch im Alter noch treu bleibt, wie der Verfasser aus eigener Beobachtung bezeugen kann.

In der heiligen Fronleichnamszeit macht sie sich auf den Weg nach dem sieben Stunden entfernten Walldürn, dem vielbesuchten Gnadenort des Heiligen Blutes, den sie auch später von Mainz aus regelmäßig besuchen wird. Im Schutzengelmonat September aber wandert sie mit ihren Freundinnen unter Gebet und Gesang durch Flur und Wald zum wunderschön gelegenen Bergklösterlein Engelsberg mit seiner trauten Kapelle und dem prächtigen Rundblick auf die paradiesische Landschaft. So verbringt Babett ihre Mädchenjahre in harter Arbeit, in Sorge um die Ihrigen und in einem biederen Volksglauben mit seinen gemüterhebenden Sitten und Bräuchen. Gerne lenkt sie im Vorbeigehen ihre Schritte in das hart am Dorfweg gelegene Kirchlein, um den Heiland zu begrüßen oder sich am Bild des heiligen Antonius zu erfreuen, wie er das Jesuskindlein in seinen Armen trägt.

Es neigen sich die sechziger Jahre dem Ende zu. Barbara hat das zwanzigste Lebensjahr längst überschritten, und es naht die Zeit, in der die Entscheidung für ihr künftiges Leben getroffen werden muß. Soll sie an der Seite eines Mannes durch das Leben gehen oder als Jungfrau ungeteilt dem Herrn angehören? Die Mutter, so ganz wie die anderen Mütter, möchte ihre im Hauswesen so tüchtige Tochter gerne als Hausfrau sehen und hat in mütterlicher Vorsorge bereits Ausschau gehalten nach einem passenden jungen Manne. „Als die Zeit kam, wo ich mich zu einem Stande entscheiden sollte, betete ich viel, besonders nachts, mit vielen Tränen.“

Babett führt mit sich selbst einen schweren Kampf und stellt sich immer wieder die Frage: „Kann ich auch im Ehestande Gott so lieben und ihm dienen wie im jungfräulichen Stand?“ Sie berät sich mit ihrer Freundin, die selbst Jungfrau bleiben will und so begeistert von der Liebe der heiligen Jungfrauen zu Jesus reden kann. „Wenn ich sie so sprechen hörte, dachte ich bei mir: Ach, wenn du doch auch so leben könntest!“ Da geht sie ihrer Gewohnheit gemäß am Mariä-Himmelfahrts-Tag 1869 hinüber zur Maria- Schnee-Kapelle bei Röllbach und betet inständig zur Königin der Jungfrauen, damit sie „den rechten Weg einschlage“.

„Da fühlte ich zum erstenmal die Nähe meines Gottes im heiligen Sakrament“, schreibt sie später ihrem Seelenführer, und sie glaubt deutlich den Ruf zu vernehmen, jungfräulich zu bleiben. „Von dort an fing der himmlische Gärtner an, das aufgewühlte Feld meines Herzens zu bearbeiten. In mir kam kein anderer Gedanke mehr auf als: Arbeite dich aus der Welt heraus, mache dein Herz frei, denn es ist unruhig, bis es ruht in Gott.“

Aber der Sieg ist noch nicht errungen; Mutter und Geschwister setzen ihr zu, „die gute Partie sich doch nicht entgehen zu lassen“. Der Kampf tobt heftig: „Tag und Nacht konnte ich nicht mehr ruhen; die Liebe zu Gott war so stark in mir, daß ich glaubte, ich könnte alle menschlichen Bande zerreißen.“ Sie sucht Rat und Hilfe; bald kniet sie vor dem Pfarrer der Nachbargemeinde Kleinwallstadt, Johann Martin Wengel, und schüttet ihm ihr Herz aus. Der Priester hört sie an und sagt ihr dann entschieden: „Mein Kind, ich sehe da an dir eine höhere Hand walten. Ich glaube nicht, daß du berufen bist, in den Ehestand zu treten, verdopple dein Gebet; ich will am Altar deiner gedenken.“

Es ist der Juni des Jahres 1871. Barbara und ihr Kaplan halten gemeinsam eine neuntägige Andacht vor dem Herz-Jesu-Fest, nach deren Umfluß sie sich endgültig für den jungfräulichen Stand entscheidet. Alsbald legt sie eine Generalbeichte ab und beginnt nun das Leben einer ganz dem Herrn sich weihenden Jungfrau.

Eine neue Welt tut sich für das Mädchen auf, nachdem es der alten entsagt hat. „Ich wollte alles mit der Wurzel ausreißen, mit einer recht tiefen Beschämung. Und Gott sei mein Zeuge, daß ich mir von dort an große Mühe gab, ihm zu gefallen und alle Sünden meines Lebens gutzumachen.“ Sie legt am 25. März 1872 das Gelübde der Jungfräulichkeit in die Hände ihres Seelsorgers, der sie noch als Greis im Jahre 1905 seiner Wertschätzung versichert. Sie tritt vielen Bruderschaften bei und läßt sich im Jahre 1873 bei den Kapuzinern in Aschaffenburg in den Dritten Orden des heiligen Franziskus aufnehmen. Eine unwiderstehliche Gewalt zieht sie an den Tisch des Herrn, der ihr aber – den pastoralen Gepflogenheiten jener Zeit gemäß – nur selten gedeckt wird.

Sie will dafür dem eucharistischen Gotte auf andere Weise Freude machen: „Seit meine jüngere Schwester ins Kloster gegangen war (1882), deren einzige Freude darin bestand, die Kirche unseres Dorfes nicht nur äußerst reinlich zu halten, sondern auch mit Blumen zu schmücken und zu zieren, hatte ich diese Arbeit übernommen, und weil ich dem lieben Heiland die Freude der Vereinigung mit ihm in der heiligen Kommunion nicht gewähren konnte, suchte ich ihm auf andere Weise Freude zu machen. Alles, was ich nur erübrigen und an mir absparen konnte, verwandte ich zur Zierde unserer Kirche.“ Sie wirkt tatkräftig mit zum Erwerb von Kreuzwegstationen, einer Lourdes-Grotte, einer Herz-Jesu-Statue, eines neuen Tabernakels. Eine besondere Vorliebe offenbart Barbara schon in diesen Jahren zur Verehrung des Leidens Christi, sie betet regelmäßig den Kreuzweg, sie liest gerne im „Bitteren Leiden“ von Katharina Emmerich. Ausgestattet mit der Gabe der Tränen, vergießt sie an den Freitagen Tränen der Rührung und des Mitleides. Am 10. Juni 1879 schloß die Mutter Babettens ihre Augen für immer. Außer der ältesten Tochter Karoline waren noch sämtliche Kinder unverheiratet; nun sahen sie sich genötigt, sich auf eigene Füße zu stellen. Der Bruder Heinrich führte bereits am 25. August 1879 eine junge Gattin ins Haus und übernahm das elterliche Anwesen, der Bruder Valentin und die jüngere Schwester Viktoria traten in Aschaffenburg in Dienst. Hier lernte Valentin seine künftige Gattin kennen, mit der er sich im Jahre 1883 verehelichte und nach Mainz zog, wo er eine Gastwirtschaft in Pacht nahm.

Am 11. März 1884 schenkte ihnen Gott ein Töchterchen Eva Maria, die bis zu ihrem Tode an der Seite der Tante Babett lebte, mit ihr später nach Schippach zog, wie ihre Tante ganz im Übernatürlichen aufging, wie diese täglich am Tische des Herrn erschien, das angenommene Waisenkind ganz im eucharistischen Geist erzog, es als einziges Kind der Pfarrei im Alter von fünf Jahren zur Frühkommunion führte und ihm zum Eintritt ins Kloster behilflich war, wie die alte Tante das Reinigen und Zieren des Gotteshauses besorgte, ihre wenigen Mittel für gute Zwecke verwendete, die Missionen unterstützte, dem durch den Stadtbrand vom 16. März 1945 bettelarm gewordenen Bischof von Würzburg die noch im Weigandschen Hause in Schippach verwahrten Paramente und den Traghimmel, Geschenke der früheren Gönner Schippachs für die Sakramentskirche, anbot und überließ, worüber der Bischof ganz gerührt war, der alten Tante die Augen zudrückte und selbst am 6. Mai 1958 im Alter von 74 Jahren in die ewige Ruhe einging – von ihren letzten Seelsorgern ob ihrer tiefen Frömmigkeit am Grab laut gerühmt.

Im Goldenen Mainz

Hören wir nun aus Barbaras Munde, wie und warum sich ihr ferneres Lebensschicksal so eng mit jenem des Bruders in Mainz verflechten sollte!

„Als sie einige Tage verheiratet waren“, schreibt sie, „ging ich einmal auf einige Tage hin auf Besuch. Der schöne Gottesdienst, wie er hier in Mainz gehalten wird, gefiel mir sehr; besonders aber sah ich, daß hier wirklich, was ich nicht glauben konnte, täglich die heilige Kommunion ausgeteilt wurde. Das war für mich ein Fingerzeig Gottes. Ich wartete den Tod meiner alten Tante, die auf meine Pflege angewiesen war, noch ab, dann aber sagte ich meiner Heimat Lebewohl und ging, wohin der Herr mich rief.“ Es war am 19. November 1885, am Tage der heiligen Elisabeth, als Babett Elternhaus und Heimat verließ, um nach Mainz überzusiedeln. Dieser Weggang nach Mainz sollte nun für unsere Jungfrau einen völlig neuen Lebensabschnitt einleiten, wie sie denn auch zeitlebens ihre Übersiedlung nach Mainz als eine Fügung der Göttlichen Vorsehung betrachtete, für die sie Gott gar nicht genug danken konnte: „Ich danke dir“, betet sie z. B. am Fastnachtsmontag 1896, „daß du mich nach Mainz geführt!“

Die Übersiedlung nach Mainz gab in der Tat dem Leben der Schippacher Jungfrau jene Prägung, mit der es bis zu ihrem Tode gezeichnet blieb. Hier im Goldenen Mainz mit seiner bedeutsamen kirchlichen Vergangenheit, mit seinen vielen Heiligtümern, seinen Klöstern, seinen erbauenden kirchlichen Feierlichkeiten, hier im Goldenen Mainz standen der Erfüllung ihres Herzenswunsches keine besonderen Hindernisse mehr entgegen. Fast täglich erschien sie nunmehr entweder in ihrer Pfarrkirche St. Ignaz oder in der Kapuzinerkirche, um sich mit dem Brote des Lebens zu stärken und im heiligen Opfer Kraft für die Arbeit des Tages zu holen. „Die Kirche und die heilige Kommunion waren der Magnet, der mich beständig anzog“, bekennt sie später ihrem Seelenführer P. Ludwig O.Cap. Jede arbeitsfreie Stunde verbringt sie vor dem Tabernakel. Sie war nach Mainz gegangen aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion.

Wie Babett als Mädchen im Elternhaus für die Bedürfnisse des häuslichen Lebens sorgt, wie sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend in Haus und Feld beschäftigt ist, wie sie keine Minute untätig sein und andere nicht müßig sehen kann, so begegnet sie uns auch im Hause ihres Bruders in Mainz als das Muster der Geschäftigkeit und Arbeitsamkeit. Ihr Bruder hatte anfangs eine Wirtschaft in der Jakobsbergerstraße, dann eine größere in der Holzstraße; im Jahre 1889 kaufte die Brauerei das Eckhaus der Neutor- und Jakobsbergerstraße und übergab den Wirtschaftsbetrieb in diesem Hause der geschäftstüchtigen Familie Weigand. Aber schon fing der Bruder an zu kränkeln; der Wirtschaftsbetrieb nötigte ihn oft in den kalten Keller, wodurch er sich ein Lungenleiden zuzog, dem er am 5. April 1892 erlag.

In diesen Verhältnissen nun lebte Barbara vom Jahre 1885 an bis zur Aufgabe des Wirtschaftsgewerbes durch Frau Weigand im Jahre 1905, also volle zwanzig Jahre, und blieb auch nach dem Tode ihrer Schwägerin, die am 12. Dezember 1908 das Zeitliche segnete, zusammen mit ihrer Nichte Maria in Mainz, vorübergehende Aufenthalte in Schippach abgerechnet.

Es bedarf wohl keines Beweises, daß es in einem Wirtschaftsbetrieb in einer Stadt, in der Nähe der Tunnelbauten am Südbahnhof mit ihren Hunderten von Arbeitern, alle Hände voll zu tun gab. Das war ein Arbeitsgebiet wie geschaffen für eine so rührige, keiner Arbeit aus dem Weg gehenden Person wie unsere Jungfer Babett, wenn natürlich auch die Unruhe eines Wirtshausbetriebes ihrem Hang zur Innerlichkeit nicht förderlich sein konnte. Aber vielleicht durfte sie der Vorsehung dankbar sein, daß sie von ihr gerade in ein solches Haus geführt und dadurch vor den Irrwegen eines falschen Quietismus bewahrt wurde, auf denen sie ihre späteren literarischen Gegner so gern gesehen hätten.

Über Barbaras mehr als zwanzigjährige Tätigkeit in diesem Hause kann uns nun niemand bessere Auskunft geben als ihre oben genannte Nichte Maria, die, wie oben erwähnt, 59 Jahre lang mit ihrer Tante zusammenlebte. Vernehmen wir also einmal, was diese beste Augenzeugin, vom Verfasser darum gebeten, darüber zu sagen weiß: „Am Morgen“, so schreibt die Nichte, „hatte Tante die Markteinkäufe zu besorgen, die Kartoffeln zu schälen und half Gemüse putzen, dann das Essen anrichten und spülen. Am Nachmittag flickte, stopfte oder bügelte sie, sägte oder hackte Holz, war auch oft die Vertreterin meiner Mutter im Wirtslokal. Sie half waschen und putzen; sie war stets tätig und fleißig. An Werktagen hatten wir regelmäßig für sechzig Arbeiter das Mittagessen zu kochen und für vierzig bis fünfzig Leute das Abendessen. Dazu kamen täglich gar viele Leute zum Frühstück und Vesperbrot. An Sonntagen waren es gewöhnlich rund hundert Leute zum Mittagessen und dreihundert zum Abendessen. Jährlich bekamen wir von Niedernberg einen großen Waggon mit dreihundert Zentnern Kartoffeln und sechzig Zentner aus Bodenheim. Diese dreihundertsechzig Zentner Kartoffeln schälte Tante Babett fast immer allein. Dabei hatte sie den Rosenkranz am Arm hängen und betete so jeden Tag drei Rosenkränze mit Litanei in der Küche vor.“

Ihr Beichtvater P. Alphons O.Cap. staunte, wie man denn in einem Wirtshaus fromm leben könne, und gab ihr wiederholt den Rat, dem unruhigen und lärmenden Wirtschaftsgetriebe zu entfliehen und sich hinter die Mauern eines frommen Stiftes zurückzuziehen, wo sie sich dem Zuge ihres Herzens ungestört hingeben könne. Aber Barbara betrachtete ihre Stellung in der Wirtschaft trotz der damit verbundenen Hemmnisse für ihr Vollkommenheitsstreben niemals als eine Last oder gar als etwas Unwürdiges. Sie hatte diese Zustände ja gekannt, hatte sie freiwillig gesucht und sah darin zeitlebens etwas Providentielles. Der Aufenthalt in Mainz gewährte ihr die Möglichkeit der Oftkommunion, der zuliebe sie diese Opfer gerne auf sich nahm, und bot ihr, wie sie wiederholt bekannte, ein besonderes Feld zu apostolischer Arbeit im Dienste gefährdeter Seelen. Wir werden später sehen, wie viel Segen von der Wirtshausmagd Barbara ausging. Ihrem Seeleneifer verdankte Barbara neben einer außergewöhnlichen Beistandsgnade auch jene bewundernswerte Kraft und Ausdauer in der Meisterung auftauchender Schwierigkeiten. Als die Arbeit ins Ungemessene wuchs, als der Bruder dem Siechtum verfiel und die Schwägerin ob der Sorgenlast zusammenbrechen drohte, da war es die Tante, die mit starker Hand die Zügel des Hauswesens in die Hand nahm und es über Wasser hielt. Da stand Barbara wie eine mulier fortis inmitten der Brandung und glättete mehr als einmal durch ihren praktischen Sinn, ihren unverwüstlichen Arbeitsgeist, ihr unablässiges Gebet und ihr unerschütterliches Gottvertrauen die schäumenden Wogen des häuslichen Lebens.

Allerdings drückte die Arbeits- und Sorgenlast schier untragbar auch auf ihren Schultern, wenn auch die Schwägerin erkrankte, was nicht selten der Fall war. So lese ich vom Mai 1897: „Die Schwägerin von Babett war zum Tode krank und vom Arzt bereits aufgegeben“, oder vom Juli 1900: „Schon seit vierzehn Tagen liegt die Schwägerin krank darnieder, und Barbara hat das ganze Hauswesen über sich.“ Kein Wunder, wenn da auch Barbara in die Klage ausbricht: „Ich habe die ganze Last auf mir, weil meine Schwägerin krank ist; es ist zuviel in der Wirtschaft zu stehen.“ Aber Barbara hielt aus. Als sie zur Pflege einer kranken Verwandten vorübergehend in der Heimat weilt, ist sie dieselbe geschäftige Martha wie in Mainz, so daß sich selbst ihre Schwester in Rück an ihrem Arbeitsdrang stößt und in den Tadel ausbricht: „So schafft man nicht, man muß sich auch Ruhe gönnen.“

Wieder in der Heimat

Dreißig Jahre verlebte Barbara in Mainz, davon zwanzig (von 1885 bis 1905) in der Wirtschaft, zehn bei ihrer kranken Schwägerin und deren Tochter Maria. Erst im Jahre 1915 kehrte sie endgültig zu ihrem Bruder Heinrich nach Schippach zurück, um diesem anstelle der zum Kriegsdienst eingezogenen Söhne in der Landwirtschaft zu helfen. Jetzt ist sie wieder ganz die emsige Bäuerin und Hausfrau, unermüdlich tätig in Haus, Hof und Feld. So sah der Verfasser dieses Schriftchens die betagte Schippacher Jungfrau in den Jahren, da ihn sein Weg fast täglich nach Schippach hinüber führte. Eben stand sie noch in der Küche am Herdfeuer, dann sehe ich sie über den Hof kommen mit einem schweren Korb voll Kartoffeln oder Dickwurz, darauf marschiert die Achtzigjährige mit der Sense auf der Schulter in festem Tritt auf die Wiese, um mit starkem Arm breite Mahden zu mähen. Führt mich mein Weg in den nahen Wald, so treffe ich Jungfer Babett tiefgebeugt Reisig und Tannenzapfen lesen und auf ihrem Handwagen verstauen. Erst als Neunzigerin legt sie langsam die Hände müde in den Schoß.

Vom Hause ihres Bruders bzw. Neffen zog sie später zusammen mit ihrer Nichte Maria und einem angenommenen Waisenkind, der späteren Klosterfrau Liutgardis Schmid, in das fromme Stegmann’sche Haus, das der Kirche zwei Ordenspriester und eine Ordensschwester schenkte, unmittelbar gegenüber dem Dorfkirchlein, in das sich noch die Fünfundneunzigjährige, auf zwei Stöcken gestützt, Tag für Tag begab, um dem Herrn im Tabernakel ihre Anbetung zu zollen und den Kreuzweg zu beten, wie sie es in ihrem langen Leben zu tun gewohnt war. Mit rührender Liebe von der den gleichen Geist der Frömmigkeit atmenden Nichte Maria betreut, von den Ortsbewohnern als die große Beterin verehrt, von Freunden und Freundinnen aus nah und fern besucht, täglich mit dem Brot der Engel gespeist, konnte unsere Gottesfreundin noch einige Jahre in bemerkenswerter geistiger Frische das Beispiel christlicher Ergebung in Gottes Willen und der Vorbereitung auf ein seliges Sterben geben, um dann am 20. März 1943, mitten im mörderischen Weltkrieg, dessen Bomben die der Jungfrau wohlbekannten Heiligtümer in Mainz, Aachen, Würzburg in Trümmer schlugen, im gottbegnadeten Alter von siebenundneunzig Jahren, drei Monaten und zehn Tagen ihre Seele in die Hände ihres Schöpfers zurückzugeben.

Ein heiligmäßiges Leben hatte seinen irdischen Abschluß gefunden. In Anwesenheit zahlreicher Priester, darunter des Verfassers, wurde ihre sterbliche Hülle in die geweihte Erde des Schippacher Friedhofes gebettet, wo ein schlichtes Holzkreuz über ihrem Grabe die Stätte anzeigt, in der sie dem Jüngsten Gericht entgegenschlummert. Hoch über diesem Friedhof aber grüßt das gewaltige Bauwerk der eucharistischen St.-Pius-Kirche, mit dem Namen Barbara Weigand unauslöschlich verbunden, über ihr Grab hinweg in die weite gesegnete Landschaft.

Inhaltsverzeichnis Band 7

II. Ringen und Reifen

„Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz!“ (Altes Kirchenlied)

Barbara Weigand hat sicherlich in ihrem langen Leben reiche Gnaden von Gott erhalten; aber das konnte sie ebensowenig wie die Heiligen unserer Kirche von der sittlichen Pflicht entbinden, den Kampf mit dem Bösen aufzunehmen und auch mit den natürlichen Kräften an der Heiligung ihres Lebens zu arbeiten. Erst in unablässigem Ringen mit sich selbst gelangte sie zu jener sittlichen Reife, die der Kenner dieses Lebens an ihr bewundert.

Gottesliebe

Auch die Schippacher Jungfrau mußte den Weg der Reinigung gehen; denn auch sie war ein Kind des Fleisches und damit der Sünde unterworfen. Niemand wußte das besser als sie selber. Vom Bewußtsein ihrer eigenen Sündhaftigkeit und Schwachheit durchdrungen, hat sie dieser Erkenntnis ehrlichen, aufrichtigen und oft ergreifenden Ausdruck verliehen. So betet sie an der Vigil des Herz-Jesu-Festes 1895 gar inbrünstig:

„Wie magst du dich doch nur so herabwürdigen zu mir armen elenden Erdenwürmlein! Ach, diese Gnade ist zu groß, ich schäme mich sehr. Ach, mein Jesus, was findest du denn an mir? Alles, was in mir gut ist, ist von dir, und was verkehrt und nichtsnutzig und sündhaft ist, das ist von mir. Ich bin zu arm, zu elend, zu sündhaft. Heilige Jungfrau Maria, bedecke du mich doch, daß ich mich nicht zu sehr schämen muß, bedecke mich mit deiner Liebe, Demut, Sanftmut, Nächstenliebe, ersetze, was mir an Herzensreinheit abgeht.“

„Herr, dein Antlitz will ich suchen, mein Herz ist entbrannt in mir. Geliebtester Jesus, Bräutigam meiner Seele! Verzeihe mir, daß ich die letzte Zeit so lau, so nachlässig war in deinem Dienste und mir so wenig Mühe gab im Leben, so kalt und gleichgültig war gegen dich ... Meine Mutter, vereinige dich mit mir, ihm Ersatz und Sühne zu leisten für alle meine Nachlässigkeiten in seinem Dienste. Und ihr, meine lieben Patrone, und du, mein heiliger Schutzengel, wenn ich an dich denke, zittert meine Seele von Ehrfurcht, weil ich weiß, wie unwürdig ich bin, unter deinem Schutz zu stehen und wie wenig du von mir vor Gottes Thron hinzutragen hast.“

Unzähligemal kommt das Bewußtsein ihrer eigenen Sündhaftigkeit zum Ausdruck. „Ich weiß, daß ich eine arme Sünderin bin“, „ich stecke noch in so vielen Sünden und Fehlern, ich hänge noch so an Fleisch und Blut, reiß mich los. O Herr! Nimm mich mir und gib mich dir!“

Treuherzig empfiehlt sich die Jungfrau dem Fürbittgebet ihrer Mitmenschen, wenn sie im Jahre 1896 die Bitte niederschreibt: „Wer es liest, den bitte ich um sein Gebet für mich Arme.“

Selbstheiligung ist ihr Ziel und ihr Verlangen. „O Jesus, nimm hin meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen, ich will nichts mehr als dir gefallen, laß mich von Tag zu Tag mir immer mehr absterben. In den Versuchungen, Zweifeln und Ängsten führe mich immer siegreich zum Ziele.“ „Nimm hin, o Herr, meinen schwachen Willen, bessere ihn, damit ich ihn ganz deinem göttlichen Willen unterwerfe.“

Barbara beläßt es in ihrem ehrlichen Streben nicht bei Worten, sie klammert sich auch ängstlich an die Hilfsmittel der Kirche. Daher ihr unablässiges Bemühen, ihre Seele im Sakrament der Buße reinigen zu dürfen. Schon in Schippach treffen wir die Jungfrau oft am Beichtstuhl, öfter, als es den Priestern dort lieb ist; sie steht schon am frühen Morgen am Beichtstuhl, sie wandert zu diesem Zwecke stundenweit in die entfernte Pfarrkirche oder in eine Klosterkirche.

Beim Eintritt in den neuen Stand der Jungfräulichkeit legt sie eine Generalbeichte ab. In Mainz erscheint sie anfangs alle drei Wochen, dann alle vierzehn Tage, später jede Woche vor ihrem Beichtvater. Die Tränen ihrer Reue sollen zu Edelsteinen werden in der Ewigkeit.

Gott lieben und in dieser Liebe wachsen: Darauf richtet sich das unablässige Streben unserer frommen Jungfrau. Wie ergreifend klingt ihr Ruf zu Gott: „Nichts mehr für mich, alles für dich; jeder Tropfen Blut, jede Bewegung meiner Glieder, jeder Atemzug: Alles für dich zur Genugtuung für meine Sünden und die der ganzen Welt. O daß doch alle Menschen erkännten, wie gut du bist!“ „Nur um eines bitte ich dich, o Herr, laß mir doch ein Plätzchen, wo ich mich verbergen kann. Ich will nichts als dich und nur dich allein.“ „O Gott, du weißt, wie ungelehrt und wie unvollkommen ich bin. Nimm dafür mein armes Herz und meinen guten Willen. Hätte ich doch das Herz deiner jungfräulichen Mutter! Könnte ich dich doch lieben wie Johannes und die Büßerin Magdalena! Mein Jesus, ich sage dir Dank auch für jene, die dich nicht kennen und dich nicht lieben. O daß mein Herz sich erweitern könnte so groß wie die ganze Welt, o daß ich es in so viele Splitter verteilen könnte, als es Menschen gibt, die dich nicht lieben! Komme doch in mein Herz! O ewige Liebe, o ewig alte und ewig neue Schönheit! Maria, du Himmelskönigin, komme, liebe und preise statt meiner den Herrn. O Cherub, du hoher Himmelsfürst, du Seraph, kommt ihr alle, meine Patrone, vereinigt euch mit mir; denn zu arm ist meine Sprache, um ihn zu lieben, zu armselig mein Herz, um ihm zu danken!“

Immer wieder begegnet uns im Leben der Jungfrau auch ihre heiße Liebe zu den gefährdeten Seelen. Sie predigt unerschrocken allen Ständen, mit denen sie in Berührung kommt. Sie hält in Mainz den Dienstboten einen Spiegel vor die Seele und weckt in ihnen heiligen Ernst. „Einige unserer Dienstmädchen“, schreibt die Nichte, „kamen als junge tanzlustige Mädchen in unser Haus und waren, hingerissen durch das Beispiel und die Worte der Tante, nach vier Wochen vollständig überzeugt, daß das einzige Glück die Rettung der unsterblichen Seele ist.“

Dasselbe schrieb dem Verfasser eine bejahrte Frau, die als junges Mädchen Dienstbote im Weigandschen Hause zu Mainz war. Babett warnt die Wirtshausgäste und führt manchen von ihnen zu religiösem Ernste zurück. „In der Fastenzeit“, so berichtet die Nichte Maria, „redeten wir dem einen oder dem andern zu, abends mit uns in die Fastenpredigt zu gehen. Wir hatten dann manchesmal die Freude, daß eine ganze Tischgesellschaft in die Predigt ging. Wir hatten ein tiefes Mitleid mit den armen Menschen, die ihr ewiges Ziel nicht kannten, und haben viel für sie gebetet. Sehr oft beteten wir mit ausgespannten Armen die Fünf Wunden für die Bekehrung der Sünder.“

Barbaras seelische Kraft in der Ertragung von Leid und Verfolgung ist grenzenlos. Als die Zeitungen Tonnen des Spottes über sie ausgossen, wurde ihr Gottvertrauen auf die schwerste Probe gestellt. Barbara hat diese Probe glänzend bestanden. Ein Priester, der sie damals aufsuchte und ihre traurige Lage mit ihr besprach, berichtete mir also: „Das alles faßte sie von dem erhabenen Standpunkt einer innerlichen Vereinigung mit Gottes Willen auf. Kein liebloses Wort oder auch nur ein abfälliges Urteil gegen jene, von denen sie so viele ungerechte Verfolgung zu leiden hatte, kam über ihre Lippen.“

Der Verfasser war selbst unmittelbar nach jenen schweren Zeiten ihr Seelsorger und Beichtvater und sprach viel mit ihr über jene Prüfungen; aber sie betrachtete alles im Lichte des Glaubens und äußerte sich niemals abfällig über ihre Gegner, wenn sie auch nicht unterließ, auf die ernste Verantwortung jener Priester hinzuweisen. Diese ihre Ergebung in Gottes Willen und die Zuversicht in den endlichen Sieg ihrer Werke blieb bis zu ihrem Tode ungebrochen. Zwar litt sie unter den harten Verfolgungen und dem traurigen Schicksal des Kirchenbaues unendlich schwer, aber sie legte alles vertrauensvoll in Gottes Hand.

„Wir wollen auf die Hilfe Gottes rechnen“, schreibt sie, „der allein alles zum guten Abschluß führen kann. Gelingt das schöne Werk (sie meint den Kirchenbau, d.V.), dann wird Gott verherrlicht und viel Segen ausgehen über die ganze Umgebung ... Mit Gott habe ich begonnen, mit Gott hoffe ich auch zu vollenden. Das Gelingen meines Werkes ist des Herrn Sache, und so bleibe ich zufrieden, wenn scheinbar auch alles mißlingen soll.“ Niemals hat sie die Hoffnung, daß Gott ihr Werk, den Kirchenbau, zum Siege führen werde, aufgegeben. Zu einer Zeit, als vielleicht außer dem Verfasser dieses Büchleins und einigen gleichgesinnten Priestern niemand mehr an die Vollendung der Kirche glaubte, als die Baustätte seit Jahren verwüstet, verwildert und verlassen dalag, hören wir die Stimme der Greisin: „Wenn ich’s nit mehr erlebe, dann schau ich von drowe zu, denn mei Kerch werd doch noch fertig.“ Und sie ist fertig geworden (1960).

Dem ganz auf das Innerliche und Göttliche gerichtete Wesen der Jungfrau Barbara entsprach auch die Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, die ihr Leben von der Jugend bis zum Grabe auszeichnete. Das kam schon in ihrer Kleidung zum Ausdruck. Wenn sie auch nach der Übersiedlung in die Stadt ihre einfache bäuerliche Gewandung allmählich mit einer besseren vertauschte, so kehrte sie jedoch nach ihrer Rückkehr in die Heimat wieder zu ihrer ländlichen Kleidung zurück. Ihr Wohnzimmer in Schippach war klein und unansehnlich, aber peinlich sauber gehalten. Ein großes Kruzifix, einige Heiligenbilder und ein Regal mit frommen Büchern zierten die Wände der niedrigen Stube, durch deren Fenster das Ewige Licht vom Tabernakel des nahen Dorfkirchleins hereinfiel und die Nachbarschaft ihres innigst geliebten göttlichen Meisters kündete.

Barbaras Uneigennützigkeit war vorbildlich. Ihrem Bruder Valentin, der in den ersten Jahren seines Mainzer Aufenthaltes einen harten Existenzkampf zu führen hatte, leistete sie anfangs ihre Dienste unentgeltlich; als sie aber in der späteren Zeit des Aufblühens des Wirtschaftsbetriebes gelegentliche Entlohnung erhielt, schickte sie ihre Ersparnisse nach Schippach zur Erweiterung der dortigen Kapelle, zum Ankauf eines Tabernakels, zum Kauf eines Wohnhauses für den exponierten Kaplan, oder sie gab es zum Umbau der Mainzer Kapuzinerkirche und für andere kirchliche Zwecke. Wie leicht wäre es ihr gewesen, sich zu bereichern, als Hunderttausende von alten deutschen Friedensgoldmark durch ihre Hände gingen! Ihre steinreichen Freunde in Mainz, Köln, Aachen, Freiburg, Straßburg und sonstwo haben ihr jederzeit unbegrenztes Vertrauen geschenkt, wie sie mir ausdrücklich versicherten – ich habe fast alle aufgesucht –, haben ihr Hunderttausende von Mark für Pfarrei und Kirche ausgehändigt: Aber keiner wurde von Barbara enttäuscht. Nicht ein Pfennig ist an ihren Fingern hängengeblieben.

Da gab es keinen Aufwand, keine üppige Mahlzeit. Arm, wie sie in der Jugend war, lebte sie auch als Greisin im ärmlichen Stübchen; sie kaufte sich auch mit den zum persönlichen Gebrauch geschenkten Geldern kein Weißbrot und keinen Pelz um die alten Schultern, sondern ließ damit den Altar ihres Heimatkirchleins erneuern oder schickte das Geld an ihren Bischof nach Würzburg für sein Seminar und das Exerzitienheim – dessen bin ich Zeuge – oder gab es mitsamt den geschenkten Geldern, Kelchen, Paramenten an die Missionen. Schon als Mädchen hatte sie sich den Bissen vom Munde abgespart, um hungernde Kinder sättigen zu können.

Ihre Sprache klang einfach, ruhig und gemessen, fest und bestimmt. Nichts Gekünsteltes oder Geziertes verunstaltete ihr einfaches Wesen. Beim Beten oder bei Prozessionen hatte sie die Augen bald niedergeschlagen, wie ganz in Gott versenkt, dann auch wieder unbeweglich nach oben gerichtet; der Vorgänge um sie herum achtete sie nicht. So stimmen denn auch alle Priester und Bischöfe, die es mit ihr zu tun hatten, in dem Lobe überein, die Jungfrau Barbara sei allezeit eine einfache, bescheidene, demütige, fromme, heiligmäßige Person gewesen, wie wir später aus ihren schriftlichen Äußerungen erfahren werden. Diesen Zug der Biederkeit und Bescheidenheit konnte jeder Besucher auch an ihren Verwandten festellen, denen es niemals einfiel, mit ihrer Tante zu prunken.

Abtötung und Sühne

In seinem Mahnwort an die Priester zur Fastenzeit 1956 betont Bischof Julius Döpfner von Würzburg, dem späteren Kardinal- Erzbischof in München, den besonderen Wert der Buße und Abtötung zur Erlangung der Vollkommenheit. „Es gibt keine Heiligkeit ohne Buße“, ruft der Bischof seinen Priestern zu. Diese unabdingbare sittliche Forderung an alle, die Christus dem Gekreuzigten nachfolgen wollen, finden wir auch bei unserer Gottesfreundin von Schippach, die uns ein leuchtendes Vorbild in Aszese, Abtötung und Buße geworden ist.

Barbara Weigand, die ihr eigenes Leben fortgesetzt im Spiegel ernsthafter Läuterung betrachtete, erkannte schon in den Tagen ihrer Jugend den heilsamen Einfluß der Bußwerke auf die Losschälung vom Irdischen und auf die Erringung der Herrschaft des Geistes über den Leib und seine Triebe. Da sie in ernster Selbstprüfung ihrer eigenen Schwäche wohl bewußt geworden war, legte sie sich zur Niederringung ihrer Fehler schon in ihren jungen Jahren strenge Fasten auf. „Lange Jahre“, schreibt sie im Jahre 1896, „versagte ich mir das Obst und das Fleisch, im Winter sogar manchmal das Brot und aß nur Kaffee oder Suppe und Kartoffeln.“ Sie legt sich Bretter ins Bett und verrichtet andere Bußübungen. In Mainz bedeutete schon der Aufenthalt in einer Gastwirtschaft Arbeit und Entsagung. Verzicht auf Schlaf, frühes Aufstehen und spätes Schlafengehen waren unvermeidliche Beigaben zu einem Berufe, dem sich Barbara dort zwanzig Jahre lang unterzog. Mit diesen äußeren Übungen verbindet sie die inneren. „Alle“, so hören wir sie einmal, „müssen wissen, daß sie viel Abtötungen und Entsagungen üben müssen. Dazu müssen sie auch die innere Abtötung üben: Von niemand gesehen oder gelobt sein wollen, aber von vielen getadelt und zurückgesetzt sein wollen.“

Nur wenn die Steine und Dörner des eigenen Ungeordneten ausgerottet werden, können die Saatkörner des höheren Lebens Wurzel fassen. Muß eine solche aszetische Haltung eines Bauernmädchens und einer Wirtshausmagd nicht geradezu Bewunderung erregen? Und wo haben ihre ein Jahrzehnt hindurch bei Wind und Wetter, Schnee und Eis, Nacht und Nebel, im nüchternen Zustand zurückgelegten zehnstündigen Märsche nach Aschaffenburg und zurück zum Tische des Herrn ein Seitenstück unter ihren Zeitgenossen?

Ein wertvolles Moment für den hohen Wert der Weigandschen Bußwerke liegt auch in den anderen Zwecken, denen ihre Bußwerke dienen sollen. Diese sollen nach der Meinung der Jungfrau nicht bloß reinigenden Charakter tragen, sondern ihren Mitmenschen zugute kommen in Caritas und seelenrettender Sühne. Sie versagt sich die Nahrung, um hungernde Kinder sättigen zu können. „In unserer Nachbarschaft wohnten zwei arme Knaben, die sich mit ihrem kranken Vater gar kümmerlich ernährten. Diesen brachte ich heimlich manchen Laib Brot. Als der Vater gestorben war und einer dieser Buben krank wurde, versagte ich mir einen ganzen Winter lang das Brot, um die armen verlassenen Knaben unterstützen zu können.“ Ihre Krönung finden Barbaras Bußwerke in ihrer Fruchtbarmachung zur Sühneleistung für die Sünden der Welt, in der unsere Gottesfreundin neben ihrem Apostolat für die Oftkommunion eine Lebensaufgabe erblickte, wie auch Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz mit klarem Blick an der Jungfrau erkannte und rühmend hervorhob. Schon in ihrer Jugend hören wir, wie sie sich strenge Fasten und andere Bußwerke auferlegt, um für den verstorbenen Vater zu sühnen. „Die Mutter betete jeden Abend mit uns Kindern für den Vater. Auch im Sommer bei der strengsten Feldarbeit durften wir Kinder nicht eher schlafen gehen, bis wir mit ihr den Rosenkranz für ihn gebetet hatten ... Jedes Jahr hielt ich sehr strenge Fasten, in der Allerseelenoktav bei Wasser und Brot.“

An den Fastnachtstagen, an denen Gott gemeiniglich durch Sünden der Ausgelassenheit, Trunksucht und Sittenlosigkeit besonders schwer beleidigt wird, will sie schon in ihrer frühen Schippacher Zeit Sühne leisten, und in Mainz sind es gerade diese Tage, an denen sie Gott Ersatz leisten will für die Sünden einer ausgelassenen Welt. So reiht sie sich würdig ein in die Front aller wahren Opferseelen; aus ihrem sühnebegierigen Herzen entspringt ihre Bereitschaft zur Ertragung aller Bitterkeiten und ihr glühendes Verlangen nach Leiden.

Diese ihre Sühnebereitschaft bringt sie in ihren Aufzeichnungen immer wieder zum Ausdruck: „Die Priester sollen sich freuen, wenn sie Seelen finden, die ihr Wort unterstützen durch ... Opfer, Sühnungsleiden und Sühnungsleben“ (1895). „Die Welt braucht Seelen, die es nicht mit ihr halten, Seelen, die auch in der Verachtung und Verdemütigung sich freuen, denn nur dadurch können Seelen gerettet werden.“ „Leiden, leiden will ich für die Sünder.“ „O mein Jesus, halte ein den strafenden Arm der Gerechtigkeit! ... Ihr Menschen alle, vereinigt euch mit mir dem Herrn, der sich für uns auf dem Altare darbringt. Ja, wir wollen mitopfern, leiden, einstehen für seine Rechte.“ „Jede Seele, die ihm Seelen gewinnen will, muß leiden. Und je mehr eine Seele ihn liebt, desto mehr verlangt sie nach Leiden.“ Immer tiefer will die Jungfrau in den Schmelzofen der Leiden geworfen werden: „Ich will dulden und tragen, leiden und streiten.“ Besonders bringt sie ihr Verlangen nach Leiden in ihrem Aufopferungsgebet zum Ausdruck, in dem sie sich dem Herrn täglich als „Braut des Gekreuzigten“ anbietet „für die sündige Menschheit“.

Mit diesem Verlangen nach Leiden bewegt sie sich auf den erhabenen Pfaden der gottminnenden Seelen aller Zeiten. Denn nicht nur feste Entschlossenheit bekunden in der Ertragung der unvermeidlichen Kreuze des Lebens, sondern darüber hinaus in heroischer Selbstentsagung noch heißes Verlangen zum Tragen nach Leiden, das ist nach Richstätter der höchste Grad der Gottesliebe und „sicherstes Kennzeichen echter mystischer Gebetsgnaden“.

Wenn der heilige Ignatius „trotz des heftigsten Widerstandes der Natur um Leiden und Verdemütigungen bittet, so ebnet er damit der mystischen Gnade die Wege“, sagt derselbe Richstätter, wenn P. Eberschweiler vom donum crucis nur mit Freude spricht, wenn die heilige Theresia von Avila betet: „Herr, entweder leiden oder sterben!“, wenn die heilige Katharina von Siena nach Leiden schreit, dann dürfen wir ihnen auch die „Braut des Gekreuzigten“ von Schippach an die Seite stellen. Auch deren Liebe, Bereitschaft und Sehnsucht nach Leiden war echt christlicher Leidensmut, entsprang ihrer heißen Sühnebereitschaft und machte sie zur Mithelferin in der Rettung der Seelen.

Als der Verfasser vor wenigen Monaten in Mainz weilte, um am Abend seines Lebens noch einmal die Stätten aufzusuchen, auf denen sein Pfarrkind Barbara Weigand vor sechzig und siebzig Jahren gearbeitet, gebetet, gebüßt und gelitten hat, machte er sich auch auf den Weg nach Marienborn, wohin Barbara so gerne pilgerte. Als ich so auf der schnurgeraden Straße hinausfuhr, sah ich im Geiste unsere Büßerin Barbara laut betend dahinpilgern. Da dachte ich bei mir: Ist nicht die in ein Bußkleid gehüllte, barfußgehende Barbara Weigand auch hierin ihren Glaubensgenossen um nahezu ein halbes Jahrhundert vorausgeeilt?

Haben wir nicht die unablässigen Mahnrufe des Heiligen Vaters Pius’ XII. zu Sühne und Buße vernommen? Haben wir nicht den Stellvertreter Christi gesehen, wie er am Passionssonntag 1943 anläßlich einer großen Sühneandacht persönlich in der Peters-Kirche erschien, ein großes Kreuz auf seine Schultern legte und es zu Fuß durch die Volksscharen trug, um es auf der Confessio aufzustellen?

Hat nicht auch Papst Paul VI. am Karfreitag 1964 ein großes Holzkreuz durch die Volksscharen im Kolosseum getragen? Dann las ich noch einmal die Berichte über die ergreifende Bußprozession des 18. Juli 1946 in Vézelay, wo die Pilger, allen voran der Bischof von Sens, barfuß, mit Kreuzen beladen, nach dem Städtchen hinaufzogen, um vor dreißigtausend Menschen Buße zu tun für die Verbrechen der Menschen.

Hören wir zum Schlusse dieses Abschnittes, was Bischof Julius Döpfner in seinem oben erwähnten Fastenbrief vom Jahre 1956 seinen Priestern ans Herz legte: „Erschließen Sie das Verständnis der Gläubigen für die außergewöhnlichen Bußwerke so vieler Heiliger und sprechen Sie darüber stets mit bewundernder Ehrfucht!“ Möge dieses Bischofswort auch gegenüber Barbara Weigand beachtet werden!

Im Gebete

Über den außerordentlichen Gebetsgeist und Gebetseifer der frommen Jungfrau Barbara herrschte bei allen, die sie kannten, nur eine Stimme. „Die hat beten können, das muß man ihr lassen“, so äußerte sich einmal ganz spontan dem Verfasser gegenüber ein alter Schippacher Mann, der an Alter nur um vier Jahre hinter Barbara stand. Er wollte damit den beherrschenden Eindruck wiedergeben, den er von seiner Landsmännin zeitlebens gewonnen hatte.

In Mainz bringt sie ganze Tage im Gebete zu, wenn ihr die Schwägerin in geschäftsruhigen Zeiten freigibt. An solchen Tagen kniet sie stundenlang vor dem Tabernakel oder sie wallt von einer Kreuzwegstation zur anderen. Ihre Beichtväter stimmen in dem Lobe überein: Sie ist eine große und fromme Beterin. Als solche war sie in der Stadt bekannt. Bezeichnend hiefür ist eine Bemerkung von Luise Hannappel in ihrem selbstgeschriebenen Lebenslauf an das Ordinariat Würzburg, wo sie von ihrem Bekanntwerden mit Barbara erzählt. Nach dem Tode ihrer Mutter habe sie deren Seele in das Gebet recht vieler frommen Personen empfehlen wollen. Da habe ihr eines Tages ihr Dienstmädchen gesagt: „Ich weiß noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt.“ Diese Beterin war Barbara Weigand. Sie blieb es bis zu ihrem Tode. Noch an ihrem Grabe rühmte ihr Pfarrer Josef von Traitteur: „Wieviel hat sie in ihrem langen Leben gebetet und wie innig und andächtig vermochte sie zu beten! Wer Zeuge ihres Betens sein konnte, der war erbaut von ihrer Frömmigkeit. Das war eine urwüchsige, kernige Art zu beten, das war echte kindliche Frömmigkeit.“

Über Barbaras Tagesordnung während der heiligen Fastenzeit findet sich einmal der Eintrag: „Während der heiligen Fastenzeit betet Babett den ganzen Morgen ununterbrochen von einhalb sechs bis zwölf Uhr, von zwölf bis vier Uhr hilft sie in der Hausarbeit und betet dann wieder von vier bis acht Uhr abends.“ Selbst mitten in der Arbeit betet sie, wie uns ihre Nichte schon erzählt hat, daß sie beim Kartoffelschälen in der Küche drei Rosenkränze vorbetete.

Der Verfasser dieses Schriftchens kann als ihr ehemaliger Pfarrer den Gebetsgeist der Greisin aus eigener Beobachtung bestätigen. Wenn ich früh das Gotteshaus in Schippach betrat, wanderte Babett schon von einem Kreuzwegbild zum anderen, und wenn ich abends noch einen kurzen Besuch im Schippacher Kirchlein machte, traf ich die Greisin im Halbdunkel vor dem Tabernakel knien und beten. Barbara empfand das Beten allezeit nicht so sehr als Erfüllung einer Pflicht als vielmehr als süßes Glück, weil beten heißt, „dem innersten Zug des Herzens folgen und der Quelle aller Güter sich nahen“. Im Beten fand sie Glück und Frieden. Barbara wird nicht müde, in eifrigem Lobgebet Gott und seine Güte zu preisen! „Wie gut, wie gut ist Gott!“ Dieser Ausruf entringt sich immer wieder ihrem frommen Herzen. „O so kommt denn mit mir ihr alle, die ihr den Herrn Jesus liebt, kommt und seht, wie süß er ist, kommt und seht, wie schön er ist, kommt und lobet und preiset ihn mit mir! O Herr, gib mir Worte, um dich zu loben!“

Die Geheimnisse des Kirchenjahres und die liturgischen Feiern lebte Barbara schon vor siebzig und achtzig Jahren mit einer Auffassungsgabe und einem Verständnis mit, die uns heute noch in Erstaunen versetzen. Und wie kühn und anschaulich wußte sie die Gedanken des Kirchenjahres in die betrachtende Form von Zwiegesprächen zu kleiden und auf alle möglichen Lebensverhältnisse anzuwenden! Und das alles tat ein ungebildetes Bauernmädchen und eine Wirtshausmagd in einer Zeit, da es noch keine liturgische Bewegung und keinen Schott gab!

Mit Vorliebe verweilt unsere Gottesfreundin bei der Betrachtung des Leidens Christi. Schon als Mädchen in Schippach drängt sie zur Beschaffung von Kreuzwegbildern im Antonius-Kirchlein. An ihrer Andacht beim Beten des Kreuzweges erbauten sich Priester und Laien. Als P. Alphons O.Cap. im Jahre 1895 von Luise Hannappel um sein Urteil über Barbara gebeten wurde, antwortete ihr der Pater: „Ich beobachte diese Person schon seit acht Jahren, und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.“ Dasselbe bestätigte sein Nachfolger P. Bonifaz O.Cap., als ihn P. Felix Lieber O.F.M. am 28. Februar 1910 um sein Urteil bat: „Auf mein Befragen“, so berichtete P. Felix Lieber dem Verfasser, „über das persönliche Betragen Barbaras bemerkte er mir, daß er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Klosterkirche zu Mainz so andächtig den Kreuzweg ging.“

Pfarrer Weihmann von Schifferstadt, der eucharistische Apostel der Pfalz, rühmt in seiner Eingabe vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Stuhl ebenfalls diese Andacht der Jungfrau: „Bei einem Kreuzweg, den sie laut und frei aus dem Herzen vorbetete, war ich von ihrer zarten Christusmystik ganz ergriffen.“

Kreuzweg, Tabernakel und Kommunionbank bilden die Lieblingsgebetsstätten unserer Jungfrau; vor dem Altar bringt sie ganze Tage im Gebete zu, besonders in der Zeit der Ewigen Anbetung und des vierzigstündigen Gebetes. Ihre Anmutungen nach der heiligen Kommunion sind lieblich und wonnetrunken. Die Sehnsucht nach dem eucharistischen Heiland spornt sie zu den größten Opfern und heroischem Mute an, wie ihre nächtlichen Wanderungen von Schippach nach Aschaffenburg und ihre Übersiedlung nach Mainz beweisen.

Dem Heiligsten Herzen Jesu ist Barbara in inniger Liebe zugetan. In einer Novene zum Heiligsten Herzen im Juni 1871 findet sie Erleuchtung und Klarheit über ihren künftigen Beruf. Als Mädchen in Schippach kauft sie ein Bild vom Heiligsten Herzen für die Kirche, muß aber dafür öffentliche Rüge durch ihren Pfarrer hinnehmen. Innig fleht sie zum heiligen Johannes: „Ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu und bitte dich, nimm alle meine Armseligkeit, mit der ich belastet bin, und opfere sie in Vereinigung mit deinen Verdiensten, mit deiner Liebe, mit der Reinheit deines Herzens, mit dem süßen Gottvertrauen dem Herrn auf und bitte ihn, er möge mich doch so, wie er dich an seinem Herzen ruhen ließ, recht ausruhen lassen, mich diese Pulsschläge fühlen lassen, damit ich ganz und gar mir absterbe und nur ihm allein lebe.“ Dem Heiligsten Herzen weiht sie den Gebetsbund, den sie mit ihren Getreuen schließt.

Mit den Heiligen hält sie traute Zwiesprache, ihrer Fürbitte vertraut sie Sorge und Leid. Dem heiligen Josef hält sie neun Mittwoche. Wie rührend kann sie mit dem Patron ihrer Heimatkirche, dem heiligen Antonius von Padua, reden! Er muß ihr helfen, wenn immer es sie niederdrückt. Wir glauben es ihr gerne, wenn sie ob ihrer Bemühungen um den Kirchenbau in Schippach einmal schreibt: „Viel habe ich in dieser Meinung zum lieben heiligen Antonius gebetet.“ Die Unschuld der Jugend empfiehlt sie dem heiligen Antonius, dem heiligen Aloisius und dem jungfräulichen heiligen Josef. Ihr Schutzengel ist ihr treuer Freund und Begleiter, zu dem sie mit Inbrunst und Vertrauen betet. Barbaras Herz ist weltenweit. Es umfaßt alle, liebt alle, schließt alle in seine Fürbitte ein. Sie betet im Rosenkranzmonat „für all die großen Anliegen der heiligen katholischen Kirche“, „für diejenigen, die abgefallen sind von ihrem Glauben“, sie betet „für diejenigen, die das Licht des Glaubens noch nicht besitzen, für die Heiden, die Ungläubigen, für die Lauen und Kalten“.

Bischöfen und Priestern gilt ihr ganz besonderes Gebet. Ihrem frommen Gebet empfehlen sich Ungezählte aus nah und fern: Gesunde und Kranke, Geistliche und Laien, Bischöfe und Priester. Alle erhoffen sie Hilfe auf die Fürbitte der großen Beterin. Ferdinand von Schlör von Würzburg weiß die Kraft ihres Gebetes ebenso zu schätzen wie Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz, der seine „liebe Tochter Barbara“ mit freundlich gehaltenen Briefen auszeichnet und sie um ihr frommes Gebet in seinen bischöflichen Sorgen bittet. Sie betet für die Männer, die Frauen, die Arbeiter, die Jünglinge, die Jungfrauen. „Mein Jesus, ich empfehle dir die Männer, ihre Arbeiten und Mühen, alle Sorgen dieser Familien, damit sie würdig zur heiligen Kommunion gehen.“ „Ich empfehle dir alle Frauen der Stadt Mainz, die morgen ihre Osterkommunion halten; laß nicht zu, daß eine unwürdig hinzutritt!“ „Ich empfehle dir die Jungfrauen, in denen noch ein reines Herz schlägt, bewahre sie in deiner Liebe und in der Unschuld; ihr Jungfrauen, ihr Jünglinge, kommt alle, vereinigt euch mit mir, harret aus. Mein Jesus, ich bitte dich für alle Jungfrauen dieser Stadt, daß sie heute und morgen noch recht gute Beichten ablegen.“ „Mein Jesus, ich empfehle dir die Kinder, die dich dieses Jahr zum erstenmal empfangen.“

Sie betet für alle Bedrängten. „Mein Jesus, sieh, es wenden sich so viele Menschen mit allerlei Bitten an mich, sie sind so bedrängt und haben so viele Anliegen. Ich bitte dich, lindere den Armen die großen Leiden, mit denen ihr Herz bedrängt ist.“ „Ich empfehle dir die christlichen Familien, besonders die arme Frau, die mir heute so geklagt hat.“ „Ich empfehle dir meine Schwester in Augsburg und die ganze Genossenschaft.“ „Ich bitte dich für die heilige Kirche. Gib ihr heilige Priester, tausend heilige Priester.“

Gar innig betet sie für die Kranken. Vom Dezember 1907 finde ich einen Eintrag: „Von einhalb sechs Uhr heute früh bis einhalb neun Uhr lag ich auf den Knien und rang mit dem Herrn, er möge doch dem N. die Gesundheit verleihen.“

„Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen.“ „Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eines schnellen Todes zu sterben. Durch deine Todesangst erbarme dich der Sterbenden. Ich bitte auch für die Armen Seelen.“ „Ich empfehle dir besonders die neugeweihten Priester.“ „Liebe Mutter, erflehe uns von deinem Sohn mehr Gnaden für die Sünder. Weil Satan so eifert, wollen auch wir mehr eifern, unsere Gebete verdoppeln und unsere Leiden inniger vereinigen mit den Leiden Christi und alles für die Sünder aufopfern.“ „Barmherzigkeit, mein Jesus, so viele Mal als Wassertropfen im Meere, Gräslein in den Wiesen, Blätter an den Bäumen, Sandkörner am Meere, Stäubchen in der Luft, Fischlein im Meere, so viel Schritte je ein Mensch getan, so viel Silben je ein Mensch gesprochen, so viel (Text unleserlich, d.V.) in Vereinigung mit allen lieben Engeln und Heiligen: Barmherzigkeit für die Sünder.“ Die Schreiberin fügt bei: „So beteten wir einmal gemeinsam von früh vier Uhr bis sechs Uhr für einen Mörder, der zur selben Zeit hingerichtet wurde.“ Mit Inbrunst kann sie beten für die leidenden Seelen im Fegfeuer. Ihr Blick verschließt sich nicht für äußere und weltliche Anliegen. Wie Papst Pius X., als Patriarch von Venedig, um einen guten Ausgang politischer Wahlen beten läßt, so hören wir auch Barbara auffordern zum Gebete anläßlich einer Reichstagswahl. Und zum 14. November 1896 lese ich eine Notiz: „Als am Samstag die Stichwahl stattfand, ging Babett um zwei Uhr in die Kirche, um den Rosenkranz für die Wähler zu beten.“ Ähnlich berichtete mir ihre Nichte: „Ich erinnere mich auch an eine Reichstagswahl. Den ganzen Tag war abwechselnd eines von uns in der Kirche; stündlich lösten wir uns ab.“

Über all dem vergißt die Jungfrau keineswegs das Bittgebet für sich selber, wie wir schon im ersten Abschnitt dieses Schriftchens gesehen haben. Von dem Irrtum der Quietisten, daß beschauliche Seelen keines Fürbittgebetes bedürften, ist Barbara völlig frei. Darum ihr unablässiges Gebet um Erleuchtung, Kraft, Festigkeit und Ausdauer. Ja, der alte Bopp hatte recht: „Die hat beten können.“

Marienminne

Die Liebe zur Gottesmutter bildet einen wesentlichen Zug im Frömmigkeitsbild der Schippacher Jungfrau schon seit ihren jungen Jahren. An den Besuch der Maria-Schnee-Kapelle bei Röllbach am Mariä-Himmelfahrts-Tag 1869 knüpfen sich bedeutsame Vorgänge ihres Lebens; sie kniet voll Ehrfurcht vor dem Muttergottesbild in ihrer Kammer zu Mainz; sie wallfahrtet zu den Heiligtümern Mariens in die Nähe und in die Ferne: Auf den Engelsberg, nach Dieburg, Marienborn, Gonsenheim, Bornhofen, Gutenbrunnen, Altötting, Lourdes. Wie innig sie da zur Himmelskönigin beten kann, ersieht man aus ihren Aufzeichnungen, in denen mitunter wunderschöne Gedanken in farbenprächtiger Sprache vorgetragen werden. Einige dieser Gedanken, die zur damaligen Zeit ebensowenig Gemeingut katholischer Frömmigkeit waren wie ihre Weckrufe zur häufigen heiligen Kommunion, mögen hier kurz zur Sprache kommen.

Da spricht Barbara ganz offen von einer Mitwirkung Mariens beim Erlösungswerk ihres Sohnes. Das Wort war zu jener Zeit kühn und rief Widerspruch hervor; von einer Miterlöserschaft Mariens zu sprechen sei irrig und undogmatisch. Wenn aber der heilige Ludwig Maria Grignon Maria ganz offen „Erlöserin des Menschengeschlechtes“ nennt, oder wenn der Ausdruck „Miterlöserin“ in die Terminologie hochamtlicher kirchlicher Schreiben eingegangen ist (A.A.S.5 S. 364, ebenda 6 S. 108, Konstitution Pius’ XII. Munificentissimus Deus, Pius X. in seinem Rundschreiben zum Jubiläum des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis), dann darf man ihn auch bei Barbara Weigand nicht als irrig bezeichnen.

Das gleiche gilt von der Gnadenvermittlung Mariens, von der in den Gebeten der Jungfrau wiederholt die Rede ist (z. B. Mai 1896, Okt. 1896, Mai 1897, Mai 1898, Okt. 1898). Was unsere Jungfrau da über die Gnadenvermittlung Mariens sagt, klang zwar damals auch gewagt, ist aber heute allseits anerkannt. Hat doch die Ritenkongregation im Jahr 1921 ein Festoffizium von „Maria als Vermittlerin aller Gnaden“ approbiert und dem Missale eingefügt.

Heftigen Widerspruch löste Barbaras Empfehlung an die Priester aus, sie sollten sich Maria als himmlische Braut erwählen, wie sie am Lichtmeßtage 1896 erstmals und dann noch öfters verkündete. Aber auch dieser Gedanke steht in der Heiligengeschichte nicht allein. Hat doch der heilige Josef a Cupertino Maria ganz offen seine Braut genannt; wurde doch der heilige Vinzenz Pallotti mit Maria mystisch vermählt; ließ sich doch der heilige Hermann Maria antrauen und daher den Zunamen Josef annehmen; erwählte sich doch der heilige Johannes Eudes Maria zu seiner Braut; gesteht doch der fromme Propst Georg Seidenbusch, der Verfasser des vielgesungenen Liedes: „Kommt her, ihr Kreaturen all!“, von sich: „Habe Maria in mein Gespons und Praut erwählet“ (Anm.: Braut).

Es ging eine Kraft von ihr aus

Man könnte ein ganzes Buch schreiben über den heilsamen Einfluß, den unsere Gottesfreundin in den langen Jahren ihres Lebens auf ihre Mitmenschen ausgeübt hat; an Stoff hierzu würde es nicht fehlen. Hohe und höchste geistliche und weltliche Personen, Männer und Frauen, Akademiker aller Sparten, Bischöfe, Domherren, Professoren, Priester aller Grade, Ärzte, Juristen, Lehrer, Kaufleute, Ordensleute, Mitglieder des Adels, der Diplomatie, des Offiziersstandes: Sie alle bekennen freimütig, welch tiefe religiöse und sittliche Impulse von dieser außergewöhnlichen Frau auf sie ausgegangen seien. Im Rahmen dieser kleinen Schrift kann allerdings nur weniges berichtet werden.

Diesen heilsamen Einfluß verspürte zuallererst ihre eigene Familie. Eine leibliche Schwester trat bei den Englischen Fräulein ein und verbrachte achtundzwanzig Jahre im Ordensstande, ein Neffe wurde Priester in der Diözese Würzburg, ein zweiter fiel als Alumnus im Ersten Weltkrieg, ein dritter und ein Großneffe wurden Laienbrüder bei den Salesianern, ein anderer steht z. Z. in der Vorbereitung auf das Priestertum, zwei Nichten legten 1902 das Gelübde der Jungfräulichkeit ab, drei Großnichten nahmen den Ordensschleier, zwei Neffen, Landwirte in Schippach, wurden Terziaren vom heiligen Franziskus.

Von ihrer Jugendzeit in Mainz berichtet die dort geborene Nichte

Maria: „Ich kann mich gut erinnern, wie wir Kinder unter der Obhut der Tante waren, wie sie uns beten lehrte und warnte vor dem Bösen und wie sie unseren Verkehr mit anderen Kindern streng überwachte. Durch Tante Babett lernten wir Gott recht lieben, die Heiligen verehren, das Gebet und den Gottesdienst über alles hochschätzen.“

Die Dienstmädchen im Weigandschen Hause konnten sich dem sittigenden Einfluß der Tante nicht entziehen und rechneten ihren Aufenthalt daselbst „zu den schönsten Jahren des Lebens“, wie es in einem Briefe von Frau Anna Fischer, einem vormaligen Dienstmädchen in der Weigandschen Wirtschaft, heißt. „Mit größtem Eifer“, schreibt die Nichte, „sorgte Tante stets für brave Dienstmädchen. Von ungefähr 1890 an hatten wir stets zwei und von 1901 an stets drei Dienstmädchen. Der tägliche Besuch der heiligen Messe war bei allen unseren Dienstmädchen ganz selbstverständlich. Sie betrachteten das frühe Aufstehen um fünf Uhr nicht als ein zu großes Opfer, obwohl sie höchstens vor zwölf Uhr zur Ruhe gingen ... Unsere Dienstmädchen und ich berieten uns heimlich in der Küche, wie wir nur dem lieben Gott besondere Freude machen könnten. Die gute N. sagte: Ich sage: Gelobt sei Jesus Christus, so oft ich an dir vorbeigehe, und wenn ich’s nicht sagen kann in der Wirtschaft, dann zupfe ich dich, und dann denkst du immer: In Ewigkeit. Amen.

Soviel ich mich erinnern kann, waren unsere Dienstmädchen auch alle im Dritten Orden. Auch verzichteten sie gern auf einen freien Sonntagnachmittag. Aber mit Eifer suchte jedes Mädchen Gelegenheit, einer Nachmittagsandacht beizuwohnen. So wurden auch die sakramentalischen Andachten am Werktag und die Fasten- und Adventspredigten eifrig besucht. Meine Mutter ließ während der Abwesenheit der Mädchen die Arbeit kommen, wie sie kommen wollte; denn das Gebet wurde über alles hochgeschätzt. In der Kirche und in der Küche haben wir uns jeden Tag gerüstet für das Leben in der Wirtschaft.“

Wo ein solcher Geist in der Familie der Wirtsleute wehte, konnte es nicht ausbleiben, daß ihn auch die Gäste zu spüren bekamen. „Wir hatten eine vielbesuchte Wirtschaft“, schreibt die Tochter des Hauses, „und unsere Gäste kamen jahrelang Tag für Tag. Es waren meistens Arbeitsleute verschiedener Berufe. Da gab es täglich kirchenfeindliche Gespräche. Für alle Personen, die zu unserem Haushalt gehörten, waren solche Gespräche eine Gelegenheit, unserem wirklich so wenig schönen Beruf eine schöne Seite abzugewinnen und sich bewußt zu werden, wozu man in der Wirtschaft lebt. Jedes Dienstmädchen sogar machte einem solchen Gespräch ein Ende, manchmal mit einem guten Wort der Belehrung oder mit einer Äußerung, daß man uns als Katholiken beleidigt, oder man hat einem recht frechen Menschen direkt den Aufenthalt gekündigt.

Einige ältere Gäste, die in ihrer Religion nicht besser waren als die meisten, sagten gewöhnlich schon, wenn einer seinen Unglauben präsentieren wollte: Das darf man hier nicht sagen, sonst wird man vor die Tür gesetzt. Unsere Gäste sagten manchmal zu unseren Dienstmädchen: „Wir gäben euch ganz gern ein Trinkgeld, aber ihr tragt ja doch alles zu den Kapuzinern.“

Als es anläßlich einer Reichstagswahl in der Weigandschen Wirtschaft zu wüsten Beschimpfungen der Priester kam, verwies es Frau Weigand in strengster Form, so daß die Schreier das Lokal verließen unter den Rufen: „Hoch leben die Pfaffen! Nie mehr werden wir eure Wirtschaft betreten! Haltet nur zu den Pfaffen!“

Wie die Familie Weigand manchesmal ganze Tischgesellschaften bewog, die Fastenpredigten zu besuchen, haben wir schon früher vernommen. Welch herrliches Bild echt katholischer Gastwirtsleute entrollen diese Zeilen! Welcher Glaubensmut! Welche Überzeugungskraft! Welcher apostolischer Geist! Das war Geist vom Geiste der Jungfrau Barbara Weigand.

Inhaltsverzeichnis Band 7

III. Wegbereiterin für eine eucharistische Welt

„Ich will aufstehen und die Stadt durchwandern, auf den Märkten und Gassen will ich ihn suchen, den meine Seele liebt“ (Hohelied 3,2).

Will man die Frömmigkeit der Schippacher Jungfrau mit einem prägnanten Ausdruck charakterisieren, dann kann man sie am besten mit dem Worte „eucharistische Frömmigkeit“ bezeichnen; denn die heilige Eucharistie und alles, was mit ihr zusammenhängt: Gotteshaus, Altar, Kommunion, Meßfeier, sakramentale Prozessionen, Priester und Priestertum, sind mit den religiösen Übungen unserer Gottesfreundin unzertrennlich verbunden; im eucharistischen Jesus bewegt sich das ganze lange Leben der Jungfrau von Schippach. Das scheint auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein, und was den täglichen Empfang der heiligen Kommunion anbelangt, so ist diese Frömmigkeitsübung vielen katholischen Menschen von heute eine selbstverständliche Sache. Dem war aber in der Vorzeit und noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, ja über die Jahrhundertwende hinüber, als Barbara ihre Rufe nach einer eucharistischen Welt erhob, durchaus nicht so. Zwar empfingen die Christen der urchristlichen Zeit auch die heilige Kommunion, sooft sie sich zum Opfermahl versammelten, also gewöhnlich an den Sonntagen; aber diese urchristliche Übung kam schon im frühen Mittelalter außer Gebrauch, und der Kommunionempfang beschränkte sich auf die drei höchsten Feste: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und ging noch weiter zurück, so daß das Vierte Laterankonzil im Jahre 1215 den wenigstens einmaligen Kommunionempfang im Jahre vorschreiben mußte.

Aber von der Forderung der Oftkommunion waren Kirche und kirchliche Wissenschaft, Ausnahmen abgerechnet, weit entfernt. Der heilige Thomas, der Schöpfer unserer unvergleichlich schönen Fronleichnamslieder, erklärte die tägliche Kommunion für die meisten Menschen als unzulässig; der heilige Bonaventura erlaubte sie seinen Laienbrüdern nur selten; die Klarissen kommunizierten nur sechsmal; die Birgittinnen nur fünfmal im Jahre. Dieser Minimalismus blieb auch trotz des Wunsches des Konzils von Trient und der Bestrebung eines heiligen Karl Borromäus, Franz von Sales, Alfons von Liguori bestehen. Noch mein verehrter Lehrer an der Würzburger Hochschule, der fromme und seelsorglich eingestellte Moralist Göpfert, legte uns Alumnen ans Herz, gewissen Schichten die wöchentliche oder gar noch häufigere Kommunion nicht zu gestatten.

Auf der Suche nach dem Bräutigam

So lagen die Dinge auch in der Heimat Barbaras, als sie Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts den Entschluß faßte, sich ganz dem Dienste des Herrn zu weihen. Zu den Werken des Gebetes, der Abtötung und Nächstenliebe trat nämlich ein immer stärker werdendes Verlangen nach dem häufigen, ja täglichen Empfang des Leibes des Herrn.

Da aber diesem Verlangen die damaligen Anschauungen der Gottesgelehrten, der Pastoral und die kirchliche Praxis entgegenstanden, führte dieser Gegensatz zwischen Verlangen und Erfüllung bei unserer Jungfrau zu harten seelischen und äußeren Prüfungen. Einer ihrer Kapläne erlaubte ihr anfänglich die dreiwöchentliche, später die vierzehntägliche Beichte und Kommunion, bis der Pfarrer gegen diese Neuerung einschritt und sie verbot. Aber Barbara fühlt, „wie sehr der Herr uns zu beglücken wünscht in der heiligen Kommunion“ und ruft weiter nach dem Brote des Herrn. „Mit jedem Jahr wuchs in mir das Verlangen, Gott eifrig dienen zu können und ihm auch Freude zu machen. Darum kannte ich keine größere Freude, als ihn in mich aufzunehmen.“ So beginnt für das Mädchen eine Zeit schwerer Opfer und Prüfungen. Die rasch wechselnden Kapläne des Dorfes hatten von ihrem Pfarrer das strenge Verbot der Kommunionspendung an Wochentagen erhalten, und wenn Barbara um das Brot der Engel bat, wurde sie als hoffärtige und eigensinnige Person zurückgewiesen. „Wie oft wurde ich entweder in der Sakristei oder in der Kirche öffentlich beschimpft und abgewiesen, wenn ich bat um die heilige Kommunion, und dies mit sehr kränkenden Worten.“

Aber die Sehnsucht nach dem Himmelsbrot bleibt. „Besonders von einem Priester hatte ich ein halbes Jahr lang viel zu leiden. Von jener Zeit an belästigte ich keinen Priester mehr in meiner Pfarrei.“

Nun faßt Barbara einen heroischen Entschluß. Bei einem Besuch in Aschaffenburg hat sie in Erfahrung gebracht, daß in der dortigen Kapuzinerkirche auch an Werktagen die heilige Kommunion gereicht werde. Da geht sie nun mehrmals in der Woche zu Fuß in die 23 km entfernte Stadt, um die heilige Kommunion empfangen zu können. Kurz nach Mitternacht macht sie sich auf den fünfstündigen Weg, besucht in der Kapuzinerkirche die heilige Messe, empfängt den Leib des Herrn und kehrt dieselbe Strecke zu Fuß wieder zurück, um am Mittag daheim ihr Tagewerk wieder aufzunehmen. Sogar in dem ungewöhnlich kalten Winter 1878/79 bringt sie dieses geradezu heroische Opfer aus Liebe zum eucharistischen Gotte. Muß eine Gottesliebe, die zu solchen Opfern befähigt, nicht Bewunderung erregen? Wieder sucht sie Rat bei einem Priester, diesmal bei dem Domherrn Dr. Schork in Würzburg, dem nachmaligen Erzbischof von Bamberg, einem Landsmann von ihr. Auf Einladung ihres Bruders Josef, der damals als Soldat in Würzburg in Garnison stand, begibt sie sich im Juli 1882 zur Kiliansfeier nach Würzburg und besucht bei diesem Anlaß gemeinsam mit ihrem Bruder den Domherrn, um ihn um einen Ausweg in ihrer Seelennot zu bitten. Da erhält sie die Antwort: „Fahre fort, das Verlangen nach der heiligen Kommunion kann nur von Gott kommen. Wenn du sie in deiner Pfarrei nicht haben kannst, so gehe hin, wo du sie bekommst.“

Wieder vergehen einige Jahre: Da führt sie der Herr zu ihrem verheirateten Bruder nach Mainz; dort gewahrt sie, daß auch an Werktagen die heilige Kommunion gereicht wird; ihr Entschluß ist gefaßt: Sie sagt am 19. November 1885 ihrer Heimat Lebewohl und zieht nach Mainz. „Auf meinem Lager im Dunkel der Nacht suchte ich, den meine Seele liebt.“ Fünfzehn Jahre lang hat sie ihn selbst im Dunkel der Nacht gesucht; jetzt endlich hat sie ihn für immer gefunden – im Goldenen Mainz.

Hier nun kann sich ihr eucharistisches Leben voll entfalten. Wohl täglich kniet sie am frühen Morgen an der Kommunionbank und empfängt mit größter Andacht den Leib des Herrn. In ihrer Pfarrkirche St. Ignaz, in St. Bonifaz, in St. Christof, besonders aber in der Kapuzinerkirche erscheint unsere Gottesfreundin zum Gebet und zum Empfang der heiligen Kommunion.

Wie ergriff es den Schreiber dieses Büchleins, als er vor kurzem im Halbdunkel des Kapuzinerheiligtums kniete und im Geiste die große Beterin vor sechzig, siebzig und achtzig Jahren in eben diesem Heiligtum knien, in den Beichtstuhl treten, zum Tisch des Herrn gehen und mit solcher Inbrunst den Kreuzweg beten sah, daß sich die Beichtväter an der aufrichtigen und tiefen Frömmigkeit dieser Jungfrau in hohem Grade erbauten.

Pionierarbeit für die häufige heilige Kommunion

Der Herr hat ihre Opfer belohnt; darum will sie noch mehr für ihn tun: Sie will Pionierarbeit leisten, um auch anderen und möglichst allen das hohe Glück der täglichen heiligen Kommunion zu verschaffen. Eine unwiderstehliche apostolische Kraft beginnt sich in ihr zu regen, sie muß Werkzeug werden zur Einführung der öfteren heiligen Kommunion. Das betrachtet sie als ihre Lebensaufgabe, die sie zwanzig Jahre lang mit derselben Festigkeit und Unnachgiebigkeit verficht wie die Erreichung ihres persönlichen Verlangens. Immer kehrt in ihren Betrachtungen dieses Bewußtsein ihrer apostolischen Sendung wieder. Kaum in Mainz angelangt, will sie zu ihrem Bischof nach Würzburg gehen und ihn bitten, die öftere heilige Kommunion allen zu ermöglichen. In ihren Aufzeichnungen seit dem Jahre 1895 begegnen wir fortgesetzt ihren Mahnrufen zur Gestattung der Oftkommunion. „O mein Jesus“, betet sie am zweiten Donnerstag im Oktober 1895, „ich danke dir für all die Güte, die du mir erwiesen hast. Du hast mich nach Mainz geführt, um mich zu bereichern mit dir selber in der heiligen Kommunion. Himmel und Erde, danket meinem Gott, der so Großes an mir getan und jeden Tag in der heiligen Kommunion zu mir kommt. Meine heiligen Patrone, heilige Barbara, heilige Elisabeth, heiliger Josef, Antonius, Katharina, Agnes, alle ihr Heiligen, danket mit mir für die große Gnade, daß Gott sich würdigt, jeden Tag zu mir zu kommen und daß er mich nach Mainz geführt, um dieses Ziel zu erreichen. Ich bitte auch für die Mädchen meines Ortes, weil du willst, daß die tägliche Kommunion überall eingeführt werden soll.“

Acht Tage später: „Jesus will, daß in seiner Kirche der häufige Empfang der heiligen Kommunion eingeführt werde.“ Und wieder: „Der öftere Empfang der heiligen Kommunion ist durchzuführen.“ „Es kommt die Zeit, wo man in jeder Kirche die heilige Kommunion empfangen wird.“ „Wo ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die er gestellt ist.“ Sie wendet sich an den Bischof von Mainz mit der Bitte, ihre Anregung an den Heiligen Stuhl gelangen zu lassen (24. Juni 1896).

Am 4. Oktober 1896 bittet sie den heiligen Franziskus, ihr Verlangen nach allgemeiner Gewährung der Oftkommunion zu unterstützen. „Die öftere Kommunion muß eingeführt werden in allen Teilen der Welt.“

Ihre Weckrufe zur Einführung der Oftkommunion in der ganzen Welt sind unzählbar. Fast jeden Monat in den Jahren 1895 bis 1905 finden sich dafür Belege in ihren Schriften. Der Glaube an diese ihre Sendung ist unerschütterlich, ihr Mut unbeugsam. Sie sieht die Rettung der Welt nur durch die heilige Kommunion; das kommende zwanzigste Jahrhundert wird ein eucharistisches Jahrhundert werden. Bald nach dem Tode ihres Oberhirten, des Bischofs Haffner (gest. 2. November 1899), wendet sich Barbara an seinen Nachfolger, Bischof Heinrich Brück, mit ihrem dringenden Wunsch, die öftere heilige Kommunion allen zugänglich zu machen und ihre Anregung dem Heiligen Vater zu unterbreiten. Sie wendet sich gleichzeitig brieflich an einflußreiche Geistliche und am 5. Januar 1902 mit einem ausführlichen Schreiben an alle Bischöfe des deutschen Sprachgebietes. Der Episkopat horcht auf. Bischof Brück stirbt bereits am 4. November 1903; den Mainzer Bischofsstuhl besteigt Bischof Georg Heinrich Kirstein.

Wieder wird Barbara bei ihrem Bischof vorstellig und bittet inständig, ihre Worte nach Rom zu berichten. Der Bischof wird Beichtvater der Jungfrau und vermag so besser als alle Außenstehenden in die Seele der Gottesfreundin zu blicken. Hat er ihre Anregungen nach Rom gegeben? Wir wissen es nicht. Aber Barbara erzählte dem Verfasser wiederholt, sie wisse genau, daß Bischof Kirstein ihre Anregung zur Gewährung der häufigen heiligen Kommunion an alle dem Heiligen Vater Pius X. vorgetragen habe. Tatsache ist jedenfalls dies: Am 20. Dezember 1905 erscheint das Dekret des Heiligen Vaters Pius’ X. über die häufige und tägliche heilige Kommunion. Darin bestimmt der Stellvertreter Christi, es solle die häufige und tägliche Kommunion den Christgläubigen jeden Standes und Berufes freistehen; niemand, der mit aufrichtiger Gesinnung dem heiligen Tisch sich nahe, dürfe zurückgewiesen werden; die Beichtväter sollten den Kommunionempfang nicht erschweren.

Barbara Weigand ist glänzend gerechtfertigt; was sie fünfzehn Jahre lang in Schippach unter den größten Opfern geübt, was sie dann zwanzig Jahre lang in Mainz gepredigt, ist Wirklichkeit geworden. Diese geschichtliche Tatsache ist aus dem Leben unserer Gottesfreundin niemals auszulöschen.

Darum konnte der Vatikanische Rundfunk am 19. August 1951 in einer Sendung zum Todestag des Papstes Pius X. auch des vorbildlichen Lebens der Schippacher Jungfrau gerade in Hinsicht auf die heilige Eucharistie gedenken, und der Osservatore Romano, das offizielle Organ für amtliche Verlautbarungen des Heiligen Stuhles, dessen nichtamtlicher Teil „Nachrichten aus erster Quelle von der ganzen Welt, wichtige Beiträge auf allen Gebieten des Glaubens und des Wissens, sachliche Stellungnahme zu Irrtümern und Angriffen gegen die katholische Lehre enthält, und unentbehrlich ist zur Orientierung über Leben und Wirken der katholischen Kirche“ (Kirchenlexikon), konnte am 20. August 1960 (Todesgedächtnistag Pius’ X.) in einem längeren Artikel mit der Überschrift: „LA SS. EUCARISTIA nella vita di Barbara Weigand“ die Schippacher Jungfrau als Wegbereiterin der öfteren heiligen Kommunion bezeichnen und dabei rühmend hervorheben, daß diese eucharistische Seele ein Kind des Bayernlandes gewesen sei, in dessen Hauptstadt kurz zuvor der Eucharistische Weltkongreß einen so glanzvollen Verlauf genommen habe.

Dürfen wir deutsche, und besonders wir bayerische Katholiken, auf dieses Lob nicht aufrichtig stolz sein? Verdient diese Opferseele, die über die Ätherwellen gerühmt und im größten vatikanischen Publikationsorgan als Wegbereiterin für den Eucharistischen König gelobt wird, nicht auch, daß ihr Name und ihr Wirken unserem katholischen Volke bekannt gemacht werden?

Mittel zur eucharistischen Erneuerung der Welt

Um die Formung einer eucharistischen Welt nachhaltiger bewirken zu können, wandte die fromme Jungfrau neben ihrem Weckruf zur öfteren heiligen Kommunion noch drei Übungen ihre besondere Teilnahme und Förderung zu: Der Heiligen Stunde, der Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu und dem Liebesbund des Eucharistischen Herzens Jesu.

Die Heilige Stunde

In Paray-le-Monial, dem Schauplatz der großen Herz-Jesu-Visionen, hatte im Jahre 1829 der Jesuitenpater Debrosse nach einer Anregung aus der Selbstbiographie der heiligen Margareta eine besondere Verehrung des Leidens Christi eingeleitet, indem er die „Bruderschaft der Heiligen Stunde“ gründete, deren Mitglieder in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Anbetungsstunde mit besonderer Verehrung der Todesangst Christi am Ölberg hielten. Die „Heilige Stunde“ erhielt von Papst Gregor XVI. am 27. Juli 1839 Ausdehnung auf den Erdkreis und am 6. April 1886 die Erhebung zur Erzbruderschaft für Frankreich und Belgien.

Als Barbara Weigand gelegentlich ihrer Lourdeswallfahrt 1901 auch in Paray-le-Monial weilte, bat sie um Aufnahme in die dortige Bruderschaft, ließ ihren Namen dort eintragen und faßte den Entschluß, nach ihrer Rückkehr die ihrer ganzen Herzensrichtung so verwandte Übung auch in ihrer Heimat zu fördern. So versammelten sich dann jeden Donnerstagabend eine Anzahl frommer Frauen der Stadt im Zimmer der Jungfrau Barbara, um in gemeinsamem Gebete „wenigstens eine Stunde mit dem Herrn zu wachen“ und seiner Ölbergnot in frommer Betrachtung zu gedenken. Während drüben im Wirtszimmer die Gläser klirrten, beteten einige Schritte davon an die zwanzig fromme Seelen zum blutschwitzenden Erlöser um Barmherzigkeit für die sündige Welt. In ihrem apostolischen Eifer verpflanzte Barbara diese fromme Übung auch in ihr Heimatdörflein, wo sie in Frau Elisabeth Stegmann eine gleichgesinnte Schülerin gefunden hatte.

Aber schon bald erhoben sich gegen diese fromme Übung heftige Widerstände, die ihren Untergang herbeiführten. Doch die Folgezeit durfte das Wiederaufleben und die weite Ausbreitung der Heiligen Stunde sehen, namentlich seitdem Papst Pius XI. im Jahre 1928 sie von höchster Warte aus gesegnet und empfohlen hatte. Mit Erlaß vom 23. Januar 1950 führte Bischof Julius von Würzburg diese „vielversprechende Blüte am Baume unserer heiligen Kirche, vor allem im Blütenkranz der heiligsten Eucharistie und des bitteren Leidens Christi“ in der ganzen Diözese Würzburg ein. Die Entwicklung der Ereignisse hat der Jungfrau von Schippach auch hierin glänzende Rechtfertigung widerfahren lassen.

Die Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu

Auch diese fromme Übung hatte es unserer Gottesfreundin angetan. Nach langen Bemühungen erreichte sie es, daß der Pfarrer von St. Quintin seine Kirche der Anbetung überließ, die sich bald an den Nachmittagen seitens der Frauenwelt und an den Abenden seitens der Männerwelt eines zahlreichen Besuches erfreute. Für die Beschaffung der nötigen Bücher, Kerzen sowie für die Kosten der Kirchenreinigung sorgte Fräulein Gerock, eine vermögende Mainzer Dame, die später vom Heiligen Vater mit dem Verdienstkreuz Pro Ecclesia et Pontifice ausgezeichnet wurde.

Der eucharistische Liebesbund

Am Fronleichnamsfeste des Jahres 1895 regte unsere Gottesfreundin in ihrem apostolischen Eifer die Gründung eines eigenen Bundes an, dem sich Gleichgesinnte beiderlei Geschlechtes anschließen sollten, um so durch ein gemeinsames Band gefestigt, den frommen Bestrebungen der Jungfrau eine nachhaltige Förderung angedeihen zu lassen. Der Gebetsbund, zunächst eine lose, formlose, rein geistige Vereinigung, sollte nach den Worten Barbaras einen Damm bilden gegen die Schlechtigkeit in der Welt, sollte Opfergesinnung und Kreuzesliebe wecken, sollte eine mächtige Gebetsarmee werden, das eucharistische Leben fördern und so ein treuer Bundesgenosse der Priester in ihren seelsorglichen Arbeiten werden. Jahrelang sendet sie ihre Weckrufe zu diesem Bunde hinaus.

Wie kraftvoll hören sich z. B. ihre Worte vom Herz-Jesu-Fest 1896 an: „Der Damm gegen die wachsende Flut der Gottlosigkeit muß aufgerichtet werden von Priestern und Laien, von Volk und Priestern, durch Wort und Beispiel, durch Gebet, Opfer, Sühne. Das Volk muß seine Priester unterstützen!“

Oder man lese, wie sie am Johannestag 1897 ruft: „Ihr alle sollt euch vereinigen im Liebesbund, Priester und Laien, Väter, Mütter, Kinder, Jungfrauen, Greise, Jünglinge!“

Der Bund konnte mit Unterstützung geistlicher Berater später auch eine Satzung und damit die kirchliche Billigung zahlreicher Bischöfe und Ordinariate des In- und Auslandes erhalten, so der Bischöfe von Roermond, Trient, Salerno, München, Temesvar, Augsburg, ’s-Hertogenbosch, Köln, Aachen, Metz, und sich so in halb Europa und sogar in der Neuen Welt ausbreiten.

Das war Katholische Aktion schon lange, bevor Papst Pius XI. seinen Aufruf zur Katholischen Aktion in die Welt sandte.

Inhaltsverzeichnis Band 7

IV. Wirken für die Gemeinschaft

„Ihre Werke folgen ihnen nach“ (Offenb. 14,13).

Was die fromme Jungfrau von Schippach durch ihr Beten, Büßen, Sühnen und besonders durch ihr eucharistisches Apostolat gewirkt hat, ist letzten Endes uns allen zugute gekommen. Diese ihre weltweite Tätigkeit ist es auch, die ihren Namen weit über die Grenzen ihrer engeren Heimat hinausgetragen und wert gemacht hat, in dem weltumspannenden Publikationsorgan des Heiligen Stuhles rühmend erwähnt zu werden.

Aber unsere Gottesfreundin hat noch andere Werke aufzuweisen, die ihrer engeren Heimat zugute kamen und in einem Lebensbild von ihr nicht verschwiegen werden dürfen. Nur mit wenigen Worten seien diese ihre pastoralen Werke hier erwähnt!

Stiftung der Pfarrei Rück-Schippach

Die Heimatgemeinde Schippach der Jungfrau Barbara wurde zusammen mit dem Nachbardorf Rück seit dem Jahre 1898 von einem exponierten Kaplan versehen, dem Barbara, damals in Mainz wohnend, durch ihre finanzielle Beihilfe zu einer Mietwohnung in einem alten Bauernhause verholfen hatte. Um die Erhebung dieser Expositur zu einer eigenen Pfarrei zu ermöglichen, kaufte die Jungfrau im Jahre 1912 das gemietete Haus um siebentausend Mark als Pfarrhaus und stellte gleichzeitig für einen Pfarrhausneubau zwanzigtausend Mark zur Verfügung. Zur gleichen Zeit übergab Barbara zur Errichtung einer Pfarrpfründestiftung die zur Errichtung der Pfarrei nötigen Kapitalien in Höhe von fünfunddreißigtausend Mark. So wurde Barbara die Stifterin der Pfarrei (1912).

Die Schwesternstation

Zahn schreibt einmal: „Ihr Glück suchen die Begnadigten in Selbstlosigkeit und im Dienste anderer. Im Dienste der Brüder muß sich die begnadigte Seele bewähren.“ Dieses Wort trifft buchstäblich auch auf die Jungfrau Barbara zu. Wir konnten schon früher von der aufopfernden Tätigkeit unserer Gottesfreundin im Dienste der werktätigen Nächstenliebe berichten, von ihrer Hilfsbereitschaft in der Unterstützung der Armen und von ihrer opfervollen Pflege der Kranken. Schon in ihrer Jugend versagt sie sich monatelang den Genuß von Obst und Fleisch, um damit arme Kinder aus der Nachbarschaft sättigen zu können; sie widmet sich schon damals der Krankenpflege, und als sie sich entschlossen, nach Mainz zu ziehen, führt sie diesen Entschluß erst aus, nachdem eine alte Tante, die auf ihre Pflege angewiesen war, das Zeitliche gesegnet hatte.

Gegen Ende der neunziger Jahre und wieder 1901 und 1904 verweilt sie Wochen und Monate zur Pflege kranker Verwandter in Rück, Schippach und Aschaffenburg, wofür ihr der damalige Kaplan Riedmann besonderen Dank zollte, wie er mir am 4. Mai 1943 brieflich mitteilte: „Sie pflegte ihre Schwester mit opfervoller Sorgfalt, bis diese starb. Tag und Nacht war sie am Krankenbett und besorgte auch noch die häuslichen Arbeiten.“ In ihrer Sorge um die Pfarrfamilie lagen ihr besonders die Kinder und die Kranken am Herzen, denen sie gerne schwesterliche Betreuung wünschte. Ihre dahingehenden Bemühungen wurden von schönstem Erfolg gekrönt. Zwei eifrige Mitglieder des Weigandschen Liebesbundes, die Geschwister Fox in Marienthal im Elsaß, hatten den Wunsch, die Jahre ihres Alters bei Barbara zuzubringen und erwarben auf Betreiben Barbaras ein schönes Haus in Rück, das sie unter Vorbehalt des Wohnungsrechtes sofort notariell für die Errichtung einer Schwesternstation vermachten. Bald konnten drei Schwestern die Betreuung der Kinder und Kranken übernehmen. Den Segen dieser Stiftung verdankt die Pfarrei der Jungfrau Barbara Weigand von Schippach.

Die St.-Pius-Kirche

Im engen Zusammenhang mit den Bestrebungen der Jungfrau Barbara Weigand zur Errichtung einer Pfarrei in ihrer Heimat stehen auch ihre Bemühungen um die Erstellung eines geräumigen Gotteshauses. Jahrelang hat sie dieses Ziel mit derselben Zähigkeit und Opferliebe verfolgt wie ihre anderen Vorhaben: Die allgemeine Gewährung der häufigen heiligen Kommunion oder die Errichtung der Pfarrei. Bei Barbara gab es kein Stehenbleiben auf halbem Wege. Bereits im Jahre 1903 begann sie bei ihren reichen Anhängern in Mainz, Aachen, Köln, Freiburg, Saarburg und anderswo Gelder für die Erbauung einer Kirche in ihrer Heimat zu sammeln, so daß schon bis zum Jahre 1909 eine namhafte Bausumme bereitstand, die bis 1913 auf die respektable Höhe von einhundertzwanzigtausend Mark anwuchs und im Jahre 1915 an die fünfhunderttausend Mark betrug. Den Bauplatz im beträchtlichen Umfang von 3 ha 539 Dezimalen erwarb durch Barbaras Vermittlung das Liebesbundmitglied Fräulein von Scheibler in Aachen, die ihn mit Urkunde des Notariates V in München vom 18. August 1915 an den neugegründeten Bauverein übergab. Mit schriftlich erteilter kirchlicher und staatlicher Genehmigung begannen im Frühjahr 1914 die Bauarbeiten an der neuen Kirche, allerdings in größerem Maße, als es Barbara lieb war, mußten jedoch nach Ausbruch des Krieges (August 1914) wegen Gefangennahme der drei bauleitenden Männer eingestellt werden, um erst im August 1915 auf Betreiben des Diözesanbischofs Ferdinand von Schlör wieder fortgesetzt zu werden.

Bereits hatte die Münchner Baufirma Heilmann & Littmann die gewaltigen Fundamente gelegt und die wertvollen Bruchsteine auf die Baustelle geschafft, als infolge baufeindlicher Zeitungsartikel der Weiterbau „bis zur erfolgten Entscheidung Roms“ eingestellt wurde (November 1915). Erst im Sommer 1954 ordnete Bischof Julius Döpfner die Weiterführung des Baues an, gab der Kirche zum Patron den kurz zuvor heiliggesprochenen Papst Pius X., der seinerzeit die von Barbara jahrelang erstrebte Oftkommunion eingeführt hatte, und übertrug die Pfarrei dem Orden der Salvatorianer, die anschließend an die Kirche ein Kloster erbauten.

Am 2. Oktober 1960, wenige Wochen nach dem Eucharistischen Weltkongreß in München, erteilte Bischof Josef Stangl von Würzburg dem majestätischen Gotteshaus St. Pius die kirchliche Weihe. Eine Reliquie des heiligen Papstes, ein persönliches Geschenk des Heiligen Vaters Johannes’ XXIII., ruht in der Altarmensa; Kardinalstaatssekretär Tardini sandte ein Glückwunschtelegramm. Zwei Jahre später, am 2. September 1962, am Feste des Kirchenpatrons St. Pius, konnte der General der Salvatorianer die an die Kirche angebaute Sakramentskapelle feierlich einweihen und die Anbetungsstunden eröffnen.

Das ist in wenigen Zügen gezeichnet die äußere Geschichte dieses nicht alltäglichen Kirchenbaues. Barbara Weigand darf jedoch nicht bloß als die große Geldsammlerin für das Heiligtum angesehen werden; ihrer Anregung entsprangen auch jene besonderen ideellen Merkmale, welche dieses Gotteshaus auszeichnen sollen. Gerade diese Merkmale öffneten die Herzen und Hände der reichen Geldgeber zu ihren beispiellosen Spenden für das Schippacher Heiligtum.

Wir hörten schon, wie sich Barbara Weigand jahrzehntelang für die Gewährung der öfteren heiligen Kommunion an alle Gläubigen einsetzte und wie dieses ihr Verlangen mit dem Kommuniondekret des Papstes Pius’ X. vom 20. Dezember 1905 hundertprozentig in Erfüllung ging. So wollte sie denn dieses bedeutungsvolle Ereignis in ihrer Heimatkirche verewigt und darum diese Kirche als Dankeskirche für die Gewährung der Oftkommunion errichtet wissen. Bereits am 15. April 1906, also bald nach dem Bekanntwerden des päpstlichen Dekretes, und besonders deutlich am 31. Juli 1907 finde ich diesen Gedanken von ihr ausgesprochen: „Die Kirche in Schippach soll geweiht werden zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes“ und wieder: „Das Gotteshaus soll erbaut werden als Zeichen der Dankbarkeit seiner treuen Kinder, damit Jesu Verlangen dargestellt sei, die öftere heilige Kommunion allen zugänglich zu machen.“ Dieser besondere Charakter des Gotteshauses wird oft wiederholt.

Als man daran ging, die Pläne für die Kirche zu entwerfen, hören wir Barbara verkünden: Jeder Pilger soll lesen: „Dem Herrn errichtet aus Dankbarkeit für die Gnade der öfteren Kommunion.“ Im Gesuch um die baupolizeiliche Genehmigung beim Bezirksamt Obernburg heißt es: „Diese Kirche soll ein Denkmal der Liebe des eucharistischen Heilandes darstellen, der durch Papst Pius X. am 20. Dezember 1905 alle Gläubigen inständig einladet, sich häufig und selbst täglich, wie in den ersten christlichen Zeiten, mit dem Leibe des Herrn Jesu Christi zu nähren“ (23. März 1914).

Desgleichen trägt der Kirchenbauverein in § 2 seiner Satzungen diesem Zwecke Rechnung: „Der Verein hat den Zweck, zum immerwährenden Gedächtnis der von Papst Pius X. erlassenen Kommuniondekrete und zur Danksagung dafür in Schippach eine Sakramentskirche zu erbauen.“ Mit Fug und Recht hat darum Bischof Julius Döpfner der Kirche als Patron den kurz vorher heiliggesprochenen Papst Pius X. gegeben, in dessen Spuren die Schippacher Jungfrau schon wandelte, noch ehe seine Kommuniondekrete erschienen waren. So ist denn die St.-Pius-Kirche in Schippach mit Barbara Weigand unzertrennlich verbunden. Bauplatz, Fundamente, Bruchsteine, die dem Gotteshaus sein wuchtiges Äußere verleihen, Idee und Patron der Kirche, dazu das Baugelände für das anstoßende Kloster und nicht zuletzt die Beisteuer für das Pfarrhaus und die Errichtung der Pfarrei, der diese Kirche dient: Alle diese säkularen Werke stammen von der Jungfrau Barbara Weigand.

Ist das nicht Grund genug, diese edle Frau als größte Wohltäterin der Pfarrgemeinde zu bezeichnen und ihr für alle Zukunft ein dankbares Gedenken zu bewahren?

Inhaltsverzeichnis Band 7

V. Im Urteil der Zeitgenossen

„Nie lügt ein Zeuge, der verläßlich ist“ (Spr. 14,5).

Dreißig Jahre lang kannte der Verfasser dieses Büchleins die Schippacher Jungfrau, zwanzig Jahre davon stand er mit ihr in engstem seelsorglichem Kontakt. Das Urteil, das er in diesen Jahren aufgrund persönlicher Beobachtungen und sorgfältigen Studiums der ungedruckten Quellen von der Jungfrau gewann, hat der Leser dieser kleinen Biographie wohl auf jeder Seite herausgehört.

Um aber nicht den Verdacht zu erwecken, als ob sein Urteil nur persönlich und vereinzelt wäre, möchte er zum Schluß noch einige andere Stimmen bringen, die aus allen Perioden ihres langen Lebens genommen sind und sich darum zu einem lückenlosen Gesamtbild von der Jungfrau Barbara Weigand zusammenschließen. Auch in diesen Stimmen sprechen Augen- und Ohrenzeugen, darunter neun ihrer ehemaligen Seelsorger vom Jahre 1873 bis zu ihrem Tode 1943. Schon über ihre Jugendzeit besitzen wir glücklicherweise authentische Zeugnisse.

Das Urteil des im Jahre 1849 dort geborenen Julius Bopp kennen wir bereits; ihm ist seine Jugendgefährtin Babett die große Beterin schlechthin.

Oberregierungsrat Josef Völker, dessen Elternhaus gegenüber jenem der Barbara stand, erzählte dem Verfasser, wie er in seiner Jugend- und Studentenzeit sich immer an dem frommen Nachbarsmädchen erbaut habe; sie sei jederzeit und unbestritten eine einfache, schlichte, aufrichtige Person gewesen, deren Lauterkeit über allen Zweifel erhaben sei.

Ihr geistlicher Berater aus den Jahren 1873 bis 1885, Benefiziat Alois Alzheimer in Großwallstadt, stand noch mit der nach Mainz verzogenen Jungfrau im Briefwechsel, in dem seine Wertschätzung für sie wiederholt zum Ausdruck kommt.

„Du hast dem lieben Gott schon sehr viele Opfer gebracht und vielfache Beweise deiner Liebe zu ihm gegeben ... Soweit ich dich kenne – und das sind schon viele Jahre –, warst du immer demütig und suchtest nichts Außergewöhnliches ... Du wirst deinen Lohn für deine Opfer, für deine große Liebe zu Gott, für dein aufrichtiges Streben nach Herzensreinheit noch erhalten. Fahre nur fort in deinem Streben nach Vollkommenheit. Halte aus in deiner Liebe zum Heiland!“

Aus ihrem Mainzer Aufenthalt stehen gleichfalls genügend Zeugnisse zur Verfügung. So äußerte sich der damalige Provinzial der Kapuziner, P. Alfons, der durch acht Jahre ihr Beichtvater war: „Ich habe von jeher das Mädchen bewundert wegen seiner tiefen Frömmigkeit, die ich oft von meinem Beichtstuhl aus beobachten konnte. Das Mädchen ist so einfach und anspruchslos und macht so gar nichts aus sich.“

Von seinem Nachfolger P. Bonifaz erfuhr P. Felix Lieber, „daß er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Kirche so andächtig den Kreuzweg ging.“ Bischof Haffner von Mainz nennt im Jahre 1896 in einem amtlichen Schreiben Barbara „eine schlichte, tugendhafte und fromme Person.“ Das Bischöfliche Ordinariat Mainz bestätigt amtlich unterm 14. August 1900, „daß genannte Barbara Weigand durchaus den Eindruck einer braven Person macht“.

Stadtpfarrer Dr. Veite von St. Ignaz, zu dessen Pfarrei Barbara gehörte, äußerte sich in einem Briefe vom 30. März 1911 also: „Wie vordem, so habe ich auch bis auf den heutigen Tag nichts Auffälliges an ihr gefunden und kann ihr nur meine Zufriedenheit aussprechen.“ Abermals hören wir seine lobenden Worte in einem Briefe vom 24. Juni 1912: „Vorerst muß ich betonen, daß ich bereits von Anfang an, seitdem ich Barbara kenne, bis auf den heutigen Tag dieselbe nur günstig beurteilt habe. In ihrem ganzen Benehmen ist nichts Auffälliges, sie ist vielmehr stets anspruchslos, schlicht und bescheiden, so daß man aus ihrem Äußern ihre große Frömmigkeit nicht erraten kann.“

Pfarrer Riedmann, der von 1904 bis 1907 Lokalkaplan in Rück und Schippach war und viel mit der Wohltäterin verkehrte, schrieb dem Verfasser am 4. Mai 1943 einen langen Brief, in dem er seine Erfahrungen mit Barbara offen ausspricht; nur weniges kann hier davon berichtet werden. „Ihr Bild hat sich mir deutlich eingeprägt; sie war damals von ernstem Charakter, klugen Augen; ihre Sprache war ruhig und abgewogen und sie ging still und in sich gekehrt ihre Wege. Niemals hörte ich von ihr ein unrechtes Wort. Sie führte ein stilles und zurückgezogenes Leben ... Sooft ich mit Barbara zusammentraf, gewann ich den Eindruck, daß ich eine tieffromme, reine, demütige, edeldenkende Frauengestalt vor mir hatte. Ich zweifle nicht daran, daß wir in Barbara Weigand eine auserwählte, von Gott hochbegnadete Seele einer Heiligen erkennen.“

Sein Nachfolger als Lokalkaplan (1907 bis 1912), der spätere Geistliche Rat Martin, schreibt in einem Briefe vom 15. Mai 1913 an den Bürgermeister von Schippach: „Ich bin fest überzeugt, daß die Babett eine fromme, heiligmäßige Person ist.“ Am 13. Dezember 1943 äußert sich derselbe in einem Brief an Maria Weigand u.a. also: „Alle, die Ihre Tante persönlich gekannt haben, die das Glück hatten, ihren tiefen Glauben kennenzulernen und ihre feurige Liebe zum Heiland im allerheiligsten Sakrament, die urteilen ganz anders als jene, die ihre Schriften verdreht haben. Ihr Werk ist bestimmt Gottes Werk. Nach und nach dringt die Wahrheit siegreich durch.“

Auch die Bischöfliche Behörde in Würzburg hatte von Barbara die allerbeste Meinung: Domvikar Stahl, der als bischöflicher Sekretär wegen des bevorstehenden Kirchenbaues vor der kanonischen Visitation zu Barbara geschickt worden war, rühmt brieflich Barbaras Unterwürfigkeit unter den Bischof. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg hielt noch im Oktober 1914 seine Hand schützend über die Jungfrau und sprach von ihr im amtlichen Diözesanblatt als „einer im Rufe der Frömmigkeit stehenden Person“. Domkapitular Stahler von Würzburg bestätigte am 1. März 1916 im Kultusministerium zu München auf Befragen des Ministers den lauteren Charakter der Jungfrau.

P. Felix Lieber O.F.M. und P. Ludwig O.Cap. richteten seit dem Jahre 1900 viele Schreiben voll des Lobes an ihre Ordensoberen und an die bischöflichen Behörden in Mainz und Köln. Hören wir beispielsweise, was P. Felix am 19. März 1911 an seinen Ordensdefinitor berichtet: „Als Seelenführer konnte ich nur konstatieren, wie demütig und gehorsam sie sich all meinen Anordnungen und denen ihrer Beichtväter unterwarf und wie sie dabei die geradezu heroischen Tugenden übte, so daß sie mir persönlich – salvo meliori judicio Ecclesiae – als eine Dienerin Gottes vorkommen mußte und ich sie auch mit innerster Überzeugung als solche betrachte.“

Geheimrat Professor Dr. Ludwig in Freising schrieb im Juli 1941: „Im Gegensatz zu N. hielt ich stets Barbara für eine sehr fromme, brave Person. Der verstorbene Kardinal Bettinger stimmte mir zu.“ P. Josef Bergmiller S.D.S., ein ausgezeichneter Kenner Schippachs, schrieb dem Verfasser am 26. September 1942: „Ich Unterzeichneter erkläre vor Gott und meinem Gewissen und im Angesichte des Todes, den ich in kurzer Zeit erwarte (gest. 14. November 1942, d. V.), daß ich in den ca. dreißig Jahren, in denen ich mit Barbara bekannt bin, dieselbe immer sowohl im Umgang wie im schriftlichen Verkehr als höchst ehrenwerte, fromme, wahrheitsliebende und in jeder Hinsicht tugendhafte Jungfrau kennengelernt habe. Nie bin ich an der Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit ihrer Person irre geworden. Oft äußerte ich in jenen traurigen Jahren (er meinte die Jahre der Pressehetze gegen Barbara 1914 bis 1920, d. V.) den Zweiflern gegenüber, daß ich für die Wahrheitsliebe der Barbara Weigand die Hand in das Feuer legen würde.“

Geistlicher Rat Weihmann von Schifferstadt (Diözese Speyer) leitete den offensichtlichen Segen Gottes für seine außergewöhnlichen eucharistischen Erfolge vom Gebete Barbaras her, wie er in einem Bittgesuch vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Vater offen bekannte.

Dekan Roth, der Barbara seit vielen Jahren persönlich kannte und nach seiner Emeritierung in Schippach unmittelbar gegenüber dem Hause der Barbara Wohnung nahm, fällte in einem Briefe vom 14. Mai 1943 über die Heimgegangene ein äußerst günstiges Urteil, in dem es u.a. heißt: „Sieben Jahre war ich hier in Schippach mit Barbara Weigand zusammen. Ich habe genau zugesehen und von ihr den allergünstigsten Eindruck gewonnen. Immer sah ich bei ihr denselben freudigen, felsenfesten Glauben an die Gegenwart Christi im allerheiligsten Sakrament und immer erklang aus ihren Gebeten, wenn sie oft laut betete, dieselbe innige Liebe zu ihrem göttlichen Meister heraus – ohne jegliche Frömmelei, eine kerngesunde Frömmigkeit und Christusliebe, wie sie nur glüht in den Herzen treuer Gotteskinder. Oft blieb ich eigens etwas zurück (wenn er ihr die heilige Kommunion ans Bett gebracht hatte, d. V.), um Zeuge dieses einfachen, kindlichen, aber innigen Gebetes zu sein und war oft davon bis tief in die Seele hinein ergriffen.“

Ihr Diözesanbischof Ferdinand von Schlör wandte seinem frommen, uneigennützigen Diözesankind, das ihn in der Pfarrei-Errichtungsund Kirchenbausache wiederholt aufsuchte, seine uneingeschränkte Liebe zu und händigte ihr selber für den Kirchenbau zweitausend Mark ein.

Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz zeichnete Barbara mit eigenhändig geschriebenen Briefen aus, in denen er seine Verehrung für die demütige Opferseele freimütig zum Ausdruck brachte. Wie mir Pfarrer Weihmann berichtete, sprach der Bischof ihm gegenüber „mit größter Hochachtung von Barbara Weigand als einer zwar derben, aber durchaus ehrlichen, frommen, opferstarken, ja heiligmäßigen Person.“

Kardinal Frühwirth in Rom, der am 19. Mai 1922 von Bischof Hugo von Mainz und Graf Spee von Aachen wegen der Kirchenbausache in Rom aufgesucht wurde, „sprach über Barbara Weigand nur mit Hochachtung“, wie Graf Spee am folgenden Tag brieflich an Luise Hannappel mitteilte.

Als der Heilige Vater Pius XII., der als Nuntius in München in viele Aktenstücke über Barbara Weigand hatte Einblick nehmen können, am 6. September 1941 um Seinen Hohepriesterlichen Segen für die hochbetagte Gottesfreundin gebeten wurde, zögerte Seine Heiligkeit keinen Augenblick, der greisen Opferseele von Schippach diesen Erweis Seiner Huld und Liebe zu schenken, wie Er schon am 16. Juli des gleichen Jahres dem Kirchenbau in Schippach voller Freude Seinen Segen gespendet hatte, indem Er sprach: „Ja, ja, von ganzem Herzen! Wir segnen ihn.“ „Was der Papst segnet, das segnet auch Gott; niemand darf sich dem widersetzen“, so sprach einmal Papst Pius X., der jetzige Patron der Schippacher Kirche.

Ihr letzter geistlicher Vorgesetzter, Pfarrer Josef von Traitteur, widmete der Verstorbenen am Grabe einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er die edle Gesinnung, die Opferbereitschaft, die Uneigennützigkeit, die hochherzigen Werke für die Pfarrei, die Demut und den Gebetseifer der Verstorbenen laut rühmte und die Zuversicht aussprach, daß ihr Gott wohl ohne Fegfeuer die Aufnahme in den Himmel gewährt habe.

„Am Vorabend des zweiten Fastensonntags ist sie in die Ewigkeit eingegangen, jenes Sonntags, dessen Evangelium uns von der Verklärung Jesu auf dem Berge Tabor berichtet. Es mag sein, daß, während wir dieses Evangelium hörten, ihre reine Seele schon in die Herrlichkeit des Himmels eingegangen war und sie den Heiland in seiner Verklärung schauen durfte.“

So urteilen Laien, Priester, Kardinäle, Bischöfe, die Barbara Weigand kannten. Auch der Verfasser dieses Büchleins kann als ihr ehemaliger Seelsorger und Beichtvater nur noch einmal versichern: Ich habe mein Pfarrkind Barbara Weigand allezeit für eine heiligmäßige Person gehalten.

„Dem Gottesfürchtigen geht es am Ende gut und am Tage seines Todes wird er gepriesen!“ (Sir. 1,13)

_______________

In einem stillen Spessarttale des katholischen Bayernlandes wird eine Kirche erbaut, auf die der Blick des Lesers hingelenkt werden soll durch dieses Bild und die Zeilen, die es begleiten.

Papst Pius X. hat als auserwähltes Werkzeug der göttlichen Vorsehung der Welt die Kommuniondekrete geschenkt, die den häufigen oder täglichen Empfang der heiligen Kommunion erstreben und befördern wollen. Es ist unmöglich, mit schwachen Menschenworten den unermeßlichen Segen zu beschreiben, der aus dem häufigen und täglichen Empfang der heiligen Eucharistie für jene Gläubigen strömt, die in den Geist der Kommuniondekrete Pius’ X. eingedrungen sind. Aber wer diesen Segen einmal an sich erfahren hat, der versteht den ersten Zweck, den die im Bau begriffene Kirche von Schippach haben soll: ein Denkmal des Dankes zu sein, den die ganze katholische Welt der göttlichen Vorsehung zollt für die Kommuniondekrete, die einer der bedeutendsten Päpste als Werkzeug der Vorsehung Gottes erlassen hat.

Der Tag ist hoffentlich nicht mehr fern, der die Vollendung dieses kirchlichen Denkmals sieht. Dann wird die Sakramentskirche von Schippach allen kommenden Geschlechtern ein mahnendes Zeichen sein, daß die Kommuniondekrete nie mehr aus dem Gedächtnis der Menschheit entschwinden sollen. Daß dieses Mahnzeichen in der Waldeinsamkeit eines unbekannten Gebirgstales stehen wird, das könnte vielleicht seltsam erscheinen, ist aber nicht ohne Bedeutung. Gott liebt es, das Verborgene heimzusuchen. Auch die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls und doch ist sie der Schauplatz der wundersamen Menschheitsgeschichte und Heilsgeschichte geworden. Über Raum und Zeit stehen die großen, ewigen Gedanken. Und einer der größten lautet: Der eucharistische Heiland soll den Geist des Glaubens, der Bruderliebe und der sittlichen Vertiefung, des Leidesmutes und des Opfersinns neu beleben unter den Völkern der Erde.

Denn niemand bezweifelt, daß die Welt der Zukunft diesen Geist nötig haben wird, wie wenige Geschichtsabschnitte der Vergangenheit ihn nötig hatten. Unüberbrückbare Abgründe scheinen sich zwischen christlichen Nationen aufzutun; der christliche Kerngedanke, daß die Menschen Kinder eines Vaters und Brüder und Schwestern sind, scheint zu ertrinken in Strömen von Blut. Als Friedenskirche will die Kirche von Schippach den einzigen Gedanken verkörpern: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe!“ – den einzigen Gedanken, der wieder einen kann, was jetzt getrennt ist und doch nicht getrennt bleiben darf.

Aber nur heiligeer Boden ist imstande, den Gottesfrieden aufblühen zu sehen: in der Dankes-, Gedächtnis- und Friedenskirche von Schippach soll er geschaffen werden von dankbaren Kindern Gottes.

Verein für die Sakramentskirche in Schippach e.V.

Inhaltsverzeichnis Band 7

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

I

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5, 21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören.“ Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943).

II

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.

Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.

Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.

Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.

Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.

In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.

Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5, 11).

Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

Im September 2001

Pfarrer           Pater Msgr.

Alfred Stürmer         Anselm Ehmele       David Nikolaus Becker

Inhaltsverzeichnis Band 7

 

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Originalabdruck des Heftchens von 1914 Der Liebesbund ist eine Vereinigung jener Gläubigen, welche einen lebendigen Glauben an die wirkliche und wesenhafte Gegenwart des hochgebenedeiten Gottessohnes Jesus Christus im allerheiligsten Sakramente des Altares pflegen wollen. Um diesen Glauben zu erhalten und zu stärken, hat der Heilige Vater Papst Pius X. die öftere hl. Kommunion eingeführt. Durch den lebendigen Glauben, nämlich an Jesus, den Erlöser der Menschen, welcher mitten unter seinem auserwählten Volke (in der hl. katholischen Kirche) im allerheiligsten Sakrament lebt, soll die Welt zu Gott wieder zurückgeführt werden, von dem sie durch den Unglauben, die größte und gefährlichste Verirrung der Jetztzeit, abgefallen ist.

Die öftere hl. Kommunion ist das große Rettungsmittel unserer Zeit. Durch die hl. Kommunion will der Heiland die Herzen der Menschen mit seinem göttlichen Herzen, aber auch die Christenherzen durch dasselbe Band göttlicher Liebe untereinander zu einem großen und heiligen Liebesbund vereinen. Jesus in der hl. Hostie ist der Mittelpunkt des katholischen Lebens; das Band ist die hl. Kommunion; die Quelle der Gnaden ist der Tabernakel. Aus ihm sollen sich ergießen die Ströme der Gnaden über die ganze Welt. Glückselig diejenigen, die seine Worte hören und glauben; sie sollen hier auf Erden schon kosten, wie süß der Herr ist.

Friede und hl. Freude sollen alle genießen, die sich beteiligen an dem Liebesbund. Der Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi wird Herz und Gemüt mit besonderem Segen erfüllen. Den Familienvätern und Müttern will der Herr Jesus besondere Gnaden geben für die Erziehung ihrer Kinder; sie sollen in ihren Familien Freude an den Kindern erleben, und ein besonderer Trost soll sie begleiten, wenn sie eingehen in die ewige Ruhe.

„Empfange mich“, so spricht Jesus zu einer jeden Seele, „in der hl. Kommunion, und ich will dich in meine Arme schließen, und du sollst wissen, daß du an deinem Freundesherzen ruhest; empfiehl mir alles, was dich drückt; sage mir, daß du mich liebst, und das genügt mir, und ich verspreche dir, dein Kreuz soll dich nicht mehr so schwer drücken, wie bisher. Sag an, ist es nicht viel härter, zu leiden und alles Trostes beraubt zu sein, als zu lieben und getröstet zu sein? Du sollst alle Leiden in Vereinigung mit mir für geringachten, weil die Liebe meines Herzens es dir tausendfach zu vergüten versteht. Die Leiden, die ich dir schicke, sind nur Beweise meiner Liebe.

Siehe, 33 Jahre habe ich den letzten Platz eingenommen, den noch kein Mensch eingenommen, den keiner einnehmen wird von Adam bis zum Weltende, um dir zu zeigen, wie ich dich liebe. O ihr Menschen! Ihr wißt und kennt nicht die Sehnsucht eines Gottes. Ihr fürchtet den Vater als strenge und gerecht. Ja, er ist's, der Vater; aber vergeßt nicht, daß er auch die Liebe selbst ist. Was fürchtet ihr den Vater; er ist doch mein Vater, und ich bin doch der Bräutigam einer jeden Seele, die ich mit meinem Blute erkauft habe. Denket doch an jenes Herz, das 33 Jahre für euch schlug und das Tag und Nacht jedes Christen Herz in seine Liebe einschließt.“

Welch ein Trost und eine Kraft liegt in der Wahrheit: Jesus denkt an mich. Jesus, der starke Gott, kämpft mit mir, und wenn ich mich nicht schäme, unter seiner Fahne zu stehen und ihn vor meinen Mitmenschen zu bekennen, dann gehöre ich zu den liebsten Kindern seines Herzens, und ich werde mir einst eine herrliche Krone erwerben, die mich vor den Himmelsbürgern die ganze Ewigkeit hindurch auszeichnen wird.

Inhaltsverzeichnis Band 7

Zweck des Liebesbundes

Der Liebesbund hat zum Zweck, einerseits den Triumph der hl. Kirche über ihre Feinde herbeizuführen durch Zusammenschluß aller guten und getreuen Kinder der heiligen katholischen Kirche aus jedwedem Stande (Priester-, Laien- und Ordensstand, besonders aber aus dem jungfräulichen Stande in der Welt) zu einer kräftigen Betätigung des katholischen Glaubens durch Ausübung guter Werke jeder Art, besonders des häufigen und täglichen Empfanges der hl. Kommunion nach dem Beispiele der ersten Christen, um so einen Damm zu bilden gegen den herrschenden Zeitgeist der Glaubens- und Sittenlosigkeit sowie der religiösen Gleichgültigkeit.

Anderseits will dieser Bund, welcher auch ein Gebetsbund sein soll, den Priestern helfen, in Vereinigung mit Maria alle unsterblichen Seelen zu retten, die sich noch retten lassen wollen, durch fortwährendes Beten, Sühnen und Leiden, um auf diese Weise die wahre Nächstenliebe zu betätigen und dazu beizutragen, daß das Reich des göttlichen Herzens Jesu über die Herzen aller Menschen verbreitet werde.

Inhaltsverzeichnis Band 7

Statuten des Liebesbundes

Die Mitglieder des Liebesbundes versprechen:

1. Daß sie mutig und standhaft, offen und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte derselben, insoweit sie dazu berufen sind.

2. Daß sie den öfteren, ja täglichen Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des Heiligen Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleißig üben und das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen.

3. Daß sie, sofern es ihnen die Lage gestattet, an allen öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen, Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu betätigen.

4. Daß sie im übrigen ein stilles, zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeist, besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig entsagen wollen.

5. Daß sie endlich ein Opferleben führen wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von Schmach und Verachtung.

6. Die Mitglieder beten täglich die Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt, und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde, von wo aus sie überallhin leuchten soll.

Inhaltsverzeichnis Band 7

Weihe an das göttliche Herz Jesu

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den Er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei folgenden Gebetes bedienen:

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Heilige Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen.“

Wer zeitweise verhindert ist, die folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden und sühnen nach Meinung des Liebesbundes“; und am Abend: „Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach Meinung des Liebesbundes.“

Inhaltsverzeichnis Band 7

Aufopferungsgebet am Morgen

„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt. Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“

Inhaltsverzeichnis Band 7

Aufopferungsgebet am Abend

„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.“

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur

Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur

Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker, Vic. gen.

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2002

Copyright © und Herausgeber:

Barbara Weigand Gesellschaft e.V., D-63820 Elsenfeld-Schippach, St. Pius-Str. 27 und Wolfgang E. Bastian, Postfach 1153, D-61362 Friedrichsdorf

Schriftleitung, Bestellung:

Wolfgang E. Bastian, Postfach 1153, D-61362 Friedrichsdorf

 

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